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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2 0 1 6 sport theater kabarett

MÄRZ

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

Alle Wege führen nach

P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

ÖSTERREICH?

blood sugar sex magik RED HOT CHILI PEPPERS Nach fünf Jahren Österreich-Abstinenz sind die feurigen Chilischoten im Juni endlich am Nova Rock zu sehen!


Foto VBW ツゥ Rafaela Prテカll 2015

www.musicalvienna .at

A n a M i lva Gomes

Drew Sar i c h

Rob fowler

M u s i k A da p t i e r t v o n J a s o n H o w l a n d T e x t A da p t i e r t v o n

Dani Davis

I n e n g l i s c h e r S p ra c h e

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!ticket editorial

Veronika, der Lenz ist da!

W

ährend die Comedian Harmonists in ihrer Hymne an den Lenz über Spargelfelder und durch Wälder ziehen, sich des sprießenden Grüns erfreuen, fällt uns beim Besuch der zahlreichen Konzerte auf: Wir brauchen schon lang nicht mehr darüber diskutieren, ob Österreich allein ein Land der großen Söhne, oder doch auch das der großen Töchter ist – denn vorrangig ist Österreich ein Land der hanebüchenen Ideen. Man kann von der Registrierkasse halten, was man will: Der Grundgedanke an sich mag ja durchaus nobel sein. Wenn man sich aber den Livebetrieb zu Gemüte führt, dann kommt unweigerlich die Vermutung auf, als hätte die Lobby der Thermopapierhersteller ein paar gut, und plötzlich etwas besser bezahlte Freunderl in der Regierung sitzen, denn eine derartig unnötige Ressourcenverschwendung haben wir schon lange nicht mehr gesehen! Während Großevents wie „unsere“ Festival-Granden seit Jahren zur Müllvermeidung angehalten werden, produzieren plötzlich selbst mittelgroße Veranstaltungen schadstoffreiche Papierberge, dass einem das Grausen kommt. Wie war das noch einmal mit dem umweltbewussten Denken, mit dem der drohenden Klimakatastrophe entgegenwirkenden Handeln? Irgendwann wird Veronika keinen Wald mehr haben, durch den sie zu Frühlingsbeginn beschwingt hüpfen kann, und den Frühling selbst wird sie sich auch alsbald aufzeichnen können. Ein Lösungsansatz zum Umdenken: Lassen Sie Ihre Kassenbons nicht an der Bar liegen, schmeißen Sie sie nicht in den nächsten Mülleimer, sondern sammeln Sie sie. Ein Jahr lang. Und zu Jahresende übersenden rund 8,5 Millionen BürgerInnen ihre Müllberge an die Bundesregierung. Porto zahlt Empfänger. Ich wünsche Ihnen einen ereignisreichen Start in den Frühling! Stefan Baumgartner (Stv. Chefredakteur)

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Original Photo by Brian Rasic

STEEL CITY FESTIVAL & BARRACUDA MUSIC PRESENT

Barracuda Music in association with UTA by arrangement with One Fifteen

PINK FLOYD’S RATTLE THAT LO-CK WORLD TOUR 2016

WANDA•SEILER&SPEER KRAUTSCHÄDL

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STEEL CITY FESTIVAL VOR LINZ STADION TAG FRONLEICHNAM

“...TIMELESS SONGS THAT MUSIC FANS OF ALL GENRES C AN SING ALONG TO.“ - BILLBOARD

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WARM UP DONNERSTAG 9.JUNI

FREITAG 10.JUNI

SAMSTAG 11.JUNI

SONNTAG 12.JUNI

OFFIZIELLER ANREISETAG - EINLASS CAMPINGPLATZ 07:00 - BEGINN: 16:30

Tickets erhältlich auf www.musicticket.at, in allen Raiffeisenbanken Österreichs (Ermäßigung für Raiffeisen Club Mitglieder) oder bei OETicket (www. oeticket.com; Tel: 01/96096).

UNHEILIG EIN LETZTES MAL SKALAR ENTERTAINMENT PRÄSENTIERT:

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12.07. WIENER STADTHALLE HALLE D

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!ticket inhalt

Audiophil.

impressum

Qualität vor Quantität, das gilt auch und vor allem in der Musik: Ganz gleich ob zu Hause oder live, es macht immer noch der Ton die Musik!

14-20 STARS&PEOPLE 14 Östourreich Österreich ist international nur ein kleiner Markt, dennoch kommen alljährlich Superstars wie AC/DC in die Republik.

HERZFLIMMERN Ganz gleich ob als Musiker bei Cardiochaos oder als Filmschaffender: Peter Brunner entwirft „abgeschlossene, eigene Welten“. Einen Ort, an dem Fantasien für Dritte erlebbar werden.

18 Liebesgeschichten Die Liebe war das Thema Nummer eins der Hits von Al Bano und Romina Power, sorgte aber auch für die fettesten Privat-Schlagzeilen. Nun sind sie wieder vereint!

22-24 LIFE&STYLE

26-28

32 30-40

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

22 Der Phönix Fast zwei Jahre mussten Conchitas Fans warten – aber nun geht sie endlich auf Tour. Wir sprachen mit ihr über den „intimen Rahmen“ und ihr Styling.

26 Tonleiter Für den perfekten Sound bei einem Konzert sind nicht nur Musiker, sondern auch Tontechniker verantwortlich. Aber wie viel technisches Wissen braucht der Musiker?

30 Ein Wiederseern „Übern See“ hieß das erste Album, vom Grundlsee aus eroberten sie die Herzen der Menschen: Die Seer!

24 Lifestyle Diesen Monat dreht es sich auf unseren Lifestyle-Seiten um das Thema der „Mobilität“, denn dieser sind mit all diesen Produkten nun wirklich keine Grenzen mehr gesetzt!

28 !ticket testet Es ist ein Comeback, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien: mit der Vinyl-Renaissance ist auch der Plattenspieler wieder da. Wir haben einige Modelle getestet.

36 Grenzgänger Das Donaufestival Krems lädt in die schillernde Welt experimenteller Musik und faszinierender Aktionskunst!

Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 589 54-450 Redaktionsanschrift: !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum. Überall, wo sie dieses Symbol in unserem Magazin sehen, sind Fantickets verfügbar! Mehr Informationen finden Sie auf www.oeticket.com/fanticket!

Foto: Klara Veegh, Illustration: baes

38 Media Mit Batman vs. Superman, Scooter, Iggy Pop, Tomb Raider und mehr!

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Stv. Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Robert Fröwein (rf), Alexander Haide (ah), Mag. Joachim Schmida (js), Andreas Ungerböck (ray-Magazin, au), Andy Woerz, Andy Zahradnik (az) Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Mag. Karin Steiner, Anna-Lena Horn Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright. Cover: Warner Music Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 51, 5. Stiege (3. Innenhof), 1060 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

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Pepe Lienhard Big Ban

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Swing live Als Bandleader und Arrangeur begleitete der charmante Schweizer Pepe Lienhard Udo Jürgens auf seinen Konzert-Tourneen und konnte mit seinem erstklassigen 17köpfigen Ensemble über 30 Jahre lang Millionen von Fans in aller Welt mitreißen. Mit „Swing Live“ setzt die Pepe Lienhard Big Band ihre Erfolgsgeschichte fort – mit Evergreens von Größen wie Glenn Miller oder Benny Goodman und einer ganz persönlichen Hommage an den unvergesslichen Udo Jürgens, Pepe Lienhards langjährigen und geschätzten Freund. 5. November, Wien & 6. November, Graz

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Hell Raisers Diese Band ist schon etwas Außergewöhnliches: Sie hält den Weltrekord als am längsten in der Urbesetzung zusammen spielende Band und ist seit 1986, als ihnen ein gewisser George W. Bush den Titel „offizieller Held des Bundesstaates Texas“ verlieh. Laut eigenen Angaben spielen ZZ Zop „Abstract Blues“, eine etwas gestelzte Formulierung, denn das, was den ZZ-Top-Sound ausmacht, ist vielmehr eine Verschmelzung dessen, was der Staat Texas an musikalischen Eigenheiten bis dahin hervorbringt. Sie vermengen Country, Blues, Rock ’n’ Roll und Boogie. Mittels texanischer Raubeinigkeit entsteht so ein kraftvoller Cocktail, der zu dieser Zeit seinesgleichen sucht.

ZZ Top

7. Juli, Arena Wien Open Air

Fotos: Kurt Meier (Pepe Lienhard) Hugh Brown für Warner Bros Records (ZZ Top) Arcadia Live (The 1975) Mike Auer (Wildstyle Tattoo Messe) Doug Seymouor (Baroness) beigestellt (Juliette Lewis)

!ticket highlights


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Wildstyle & Tattoo Messe IT’S ONLY WOERZ

Jahrmarkt der Freaks Mit dabei sind wieder Tätowierer und Aussteller aus über 25 Ländern und 5 Kontinenten; Angeboten werden nebst Tattoos natürlich auch wieder Piercings, Mode, Schuhe, Schmuck und Accessoires. Dazu gibt es das bewährte Nonstop-Showprogramm mit Freakshows, Contests, Showgirls und vielem mehr. Außerdem wird in Wien der Film „Wildstyle & Tattoo“, der im letzten Jahr gedreht wurde, premieren!

Rest in Peace

9.-24. April, Wien, Salzburg & Innsbruck I Like It When You Sleep Joy Division, The Smiths, Oasis – Manchester gilt als Hochburg des Indie-Rock. Seit 2013 können sich auch The 1975 in die illustre Riege einreihen. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum und den Singles „Chocolate“ und „Girls“ gab es 2013 den großen und gefeierten Durchbruch. Ihr zweites Album „I Like It When You Sleep, For You Are So Beautiful Yet So Unaware Of It“ folgte diesen Februar. Fotos: Kurt Meier (Pepe Lienhard), Hugh Brown für Warner Bros Records (ZZ Top), Arcadia Live (The 1975), Mike Auer (Wildstyle Tattoo Messe), Doug Seymouor (Baroness), beigestellt (Juliette Lewis)

The 1975

11. April, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer Purple Die amerikanischen progressiven Metaller tourten bereits im Vorprogramm von Mastodon, mit dem Viertling „Purple“ (Album des Jahres 2015 im Visions) sollte ihnen nun aber der endgültige Durchbruch beschert sein. Nicht nur dass Sänger und Gitarrist John Dyzer Baizley die Albumcover für die eigene Band entwirft, auch zeichnet er u. a. für einige von Kvelertak und Kylesa verantwortlich.

Baroness

12. März, Wiener Flex Das Comeback Ein Hollywood-Püppchen war Juliette Lewis nie. Und spätestens seit „Natural Born Killers“ oder „From Dusk Till Dawn“ ist das auch filmisch klar geworden. Als Juliette And The Licks geht’s nicht minder deutlich zur Sache, da wird eine bunte Mixtur aus Punk, Rock ’n’ Roll, Noise und lustiger Psychedelia geboten. Nach einer Pause sind sie wieder da und ein neues Album soll es auch geben! 21. April, München & 24. April, Arena Wien

Juliette & The Licks

Bowie, Frey, Rickman, Bley, Galabru, Masur & Mentzel sind nur einige Künstler, die seit Beginn dieses Jahres in die ewigen Jagdgründe eingezogen sind. Nebst der Anteilnahme Bewunderer ihrer Kunst in den „sozialen Medien“, gepaart mit Fotos oder Berichten über persönliche und theoretische Begegnungen und Empfindungen, sind die Menschen überrascht. Überrascht, dass die Idole ihrer – meist – Jugend entgegen der Propaganda nicht unsterblich sind. Jahrelang verfolgt man deren Weg, schwelgt in Erinnerungen wie dem ersten Konzert, dem ersten Kuss zu einer Melodie, oder der Inspiration für Eigenes. Und dann erfährt man, dass der Mensch, der einem diese schöne Zeit beschert hat, sich für immer von diesem Planeten verabschiedet hat. Liebe Leser, ich möchte euch nicht den Tag verderben, werde mich hüten, Namen zu nennen (man soll keine selbsterfüllenden Prophezeiungen heraufbeschwören), aber es wird so weitergehen. Nach und nach werden die Stars unserer Jugend, man lese und staune, älter werden. Irgendwann wird das Ablaufdatum erreicht. Mal abgesehen davon, dass „Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll“ seinen Tribut auch unter Jüngeren fordert. Und manchmal schaut man bei solcher Gelegenheit in den Spiegel und denkt einen kurzen Moment darüber nach, wie viele wenige Jahre Vorsprung diese alte Garde hat. Individuell betrachtet, natürlich. Eine schnelle Hochrechnung verrät: Die „Einschläge“ kommen immer näher, bis es einen selbst erwischt. Ob man berühmt ist, oder nicht. In Anlehnung an einen Hit der Band Geier Sturzflug: „Erleben Sie die Leute, solange es sie noch gibt.“

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!ticket thema: technik

DerTon macht die Musik A

lex Steyermark („Prey For Rock & Roll“) und Lavinia Jones Wright (Billboard, Playback) versprechen unter the78project.com „eine Reise in die Vergangenheit der Musikaufnahme“: Ein Mann, eine Gitarre, ein Wohnzimmer – und ein merkwürdiger Apparat, der einem Kofferplattenspieler ähnelt. Auf ihm dreht sich eine Schellackscheibe. Dort, wo man den Tonabnehmer vermuten würde, hat das Gerät einen Schneidekopf. Es ist dies ein Presto Direct to Disc Recorder aus den 30erJahren, der Musiker der britische Folkrocker Richard Thompson. Er schlägt die Töne auf der Gitarre, der Schneidkopf fräst sie sogleich als Rillen in den Schellack. Es entsteht ein Unikat, in Mono, ohne Mischpult oder Nachbearbeitung. Vor zwei Jahren stellte die kanadische Ikone Neil Young in Jimmy Fallons „The Tonight Show“ einen Voice-O-Graphen auf und nahm Willie Nelsons „Crazy“ live vor laufender Kamera auf. Ohne Schnickschnack. Ebenfalls 2014 luden die heimischen Olympique die Presse in die „Wunderkammer“ des SupersenseStores in der Wiener Praterstraße ein, spielten live ein paar Songs ihres Debüts und nahmen das Konzert direkt auf Platte auf. Ebenfalls: ohne Schnickschnack. Projekte oder Marketingauftritte wie diese machen sinnfällig, wie sehr sich die Musikproduktion in den letzten Jahrzehnten gewandelt und dabei Pfade ein-

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geschlagen hat, die Musikschaffende zunehmend als Irrwege betrachten – wie Musik klingt, das bestimmten lange Zeit weniger die Musiker selbst, sondern Produzenten und Tontechniker: Es begann in den 60er-Jahren mit dem Aufkommen der Mehrspurtechnik, die Beatles-Produzent George Martin auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ exzessiv nutzte. Auch Phil Spector, Produzent von u. a. Mike Oldfield, Leonard Cohen, Tina Turner, John Lennon, George Harrison und Yoko Ono schichtete ausgiebig Tonspuren übereinander – er schuf die „Wall Of Sound“. Und munter ging es weiter in der Entwicklung: Equalizer, Noise Gates, Dynamik-Kompressoren, Limiter und Auto Tune-Software griffen sukzessive verfälschend in die Musikaufnahme ein. All diese und weitere Hilfsmittel wurden zunächst immer als Handwerkszeug benutzt, um kleinere Schnitzer bei der Einspielung zu kompensieren. Doch bald begannen kreative Produzenten, sie stilbildend einzusetzen – oder es wie beim „Loudness War“ der Rockmusik, der auf eine geschickte Marketingstrategie des berühmten Motown-Labels zurückgeht, schlichtweg zu übertreiben. Man denke nur an Metallicas „Death Magnetic“: Wie auch im Fernsehen die Werbung deutlich lauter „schreit“ als das eigentliche Programm, übertönte auch diese Scheibe alles im Umfeld. Glücklicherweise ist dieser Trend mitt-

lerweile wieder am abebben, man blickt wie in so vielen Bereichen „zurück zum Ursprung“: eine haptische Vinylaufnahme repräsentiert die Emotionen der Musik am Ende doch besser als eine mit allen elektronischen Finessen produzierte MP3-Datei irgendwo da draußen in einer Cloud. Dies jedoch auch in der digitalen Welt nachzuahmen, ist der Ansatz von Neil Youngs pono-Player. Live ist Musik seit jeher intensiver mit Emotionen verbunden, es ist ein einzigartiges, unverfälschteres Erlebnis – bei dem natürlich auch der Sound passen muss. Aber wer kennt das Übel nicht: Elendslange wartet man während des Linechecks auf das Erscheinen seiner Lieblingsband – und kommt schließlich anstatt in Genuss der Hits und Evergreens ins zweifelhafte Vergnügen lauten Dröhnens. Ja, ist denn der Typ an den Reglern taub? Wozu probte man mit der Band schon am Nachmittag? Das Problem hierbei: Vor einer großen Tour mieten sich Bands eine Probehalle, Sound und Licht werden ausgetüftelt, die Einstellungen gespeichert und auf Tour 1:1 wiedergegeben, ohne auf die Eigenarten und Gegebenheiten der Halle einzugehen, denn: Gerade Big Seller haben auf Tour ihre eigenen Techniker mit, der Haustechniker wird manchmal als „Babysitter“ akzeptiert, hat aber nicht das letzte Wort. Und dann klingt es live nicht unverfälscht, sondern irgendwie schräg.

Fotos: Paul Ott (VBW), Technics (Panasonic), dip3 (leologisch), Sennheiser (MobileConnect & CinemaConnect), Fotolia

Es kommt oft nicht darauf an, was man sagt, sondern wie, der Umgangston ist wichtig. Nicht anders in der Musik: größtes künstlerisches Geschick läuft ins Leere, wenn bei der Aufnahme oder der Wiedergabe gepfuscht wird. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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was für ein … theater! Ronacher und Raimund Theater. Ab 10. März können Sie das Musical „Evita“ im Wiener Ronacher erleben, im Raimund Theater wird noch bis April „Mozart!“ aufgeführt, gefolgt von der Wiederkehr von „Ich war noch niemals in New York“. Als österliches Intermezzo erleben Sie „Messiah Rocks“, Händels Oratorium als Rockkonzert. Aber was halten Sie davon, einmal nicht auf die Bühne zu schauen und den Darstellern zuzuhören, sondern hinter und unter die Bühne zu schauen? Im Rahmen einer Backstage-Führung in beiden Theatern erfahren Sie mehr über die Geschichte der Häuser und sehen die aufwendigen technischen Einrichtungen, die die großen Shows erst möglich machen!

was für ein … comeback! Panasonic Technics SL-1200. Auch wenn es ein Nischengeschäft bleibt, wachsen Vinyl-Verkäufe rapide. Der Markt ist wieder interessant genug, dass neue Plattenspieler in den Handel kommen. Das ist aber ein Comeback oberster Güte: Panasonic lässt dieses Jahr das legendäre Modell Technics SL1200 wieder aufleben. Seit den 70er-Jahren war der robuste Plattenspieler das Lieblingsgerät von DJs und Hip-Hop-Künstlern. Das kostet auch: Etwa 3.500 Euro wird man für dieses Schmuckstück hinblättern müssen.

was für ein … klang! Sennheisers MobileConnect und CinemaConnect. Mit den neuen Versionen der Apps MobileConnect und CinemaConnect des Audiospezialisten Sennheiser können Mobil-Nutzer ab sofort nicht nur die Lautstärke des empfangenen Audiosignals verändern, sondern erstmals auch die Sprachverständlichkeit und Klangqualität an ihre persönlichen Hörbedürfnisse anpassen. Beide Apps stehen in allen App-Stores zum kostenlosen Download bereit.

was für ein … rätsel! leologisch². Der Physiker Leo Ludick hat im zweiten Band der Reihe „leologisch“ wieder zahlreiche Fragen aus dem Alltag gesammelt und gibt prägnante, einleuchtende und vor allem: verständliche Antworten. War Einstein wirklich ein schlechter Schüler? Warum ist Schnee weiß? Was hat es mit den Zeitzonen auf sich? Finden Wir Sie es heraus!

GEWINN SPIEL

verlosen 10 Bücher. Infos siehe S. 52 und online!

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!ticket coverstory

Blood Sugar

Seltener Gast Seit 12 Jahren waren die Red Hot Chili Peppers nicht mehr auf einem österreichischen Festival zu bewundern (Aerodrome, 2004), ihr letzter Hallenauftritt hierzulande ist auch ein halbes Jahrzehnt her (Wiener Stadthalle, 2011).

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Fünf Jahre ist es her, dass die Red Hot Chili Peppers in Österreich gastierten, seinen fünften Geburtstag feiert auch das letzte Studioalbum „I’m With You“. Der Nachfolger soll fast fertig sein, präsentiert werden könnte er bereits am Nova Rock Festival. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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r Sex Magik

Fotos: Getty Images / GV Cruz, beigestellt

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r soll schon fast fertig sein, der Nachfolger zu „I’m With You“. Das erzählte Bassist Flea zumindest zu Jahresanfang der Onlineplattform „Alternative Nation“. Die Musik sei bereits fertig aufgenommen, führte er aus, lediglich Sänger Anthony Kiedis müsse noch seine Schuldigkeit tun. Mehr Details ließ er nicht aus sich herauslocken, einzig die stilistische Ausrichtung wurde nebulös mit „emotional“ bezeichnet. Es scheint also machbar, dass wir dieses Jahr rechtzeitig Sommer-Sonne-Strand-Harmonie kredenzt bekommen. Wobei: Die Kalifornier auf ihren Party- und Chill-Garant zu reduzieren, das geziemt sich nicht. Zahlreiche Personalwechsel, Alkohol- und Drogensucht, der Tod ihres Gitarristen Hillel Slovak an einer Überdosis Heroin: die vier Herren haben im Laufe ihrer Karriere so einige Stimmungen durchwandert, die alles andere als rosig waren – und ihr Geschick, mit einer Vielzahl an Stimmungen, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, zu spielen, das zeigte sich bereits auf „Blood Sugar Sex Magik“, ihrem fünften Album von 1991, das ihnen den großen Durchbruch verschaffte. Wir erinnern uns: Im Video zu „Give It Away“ posieren vier Nackerbatzerl zu funkigen Gitarrenläufen und dem wahnwitzigen Bass von

Flea. Der Vorgänger „Mother’s Milk“, auf dem der sensationelle (mittlerweile leider geschasste) John Frusciante debütierte, war noch ungestümer, aber nun war man im Mainstream angekommen. Der beste Beweis dafür: Man zog in Springfield ein. In der Episode „Krusty, der TV-Star“, dem Finale der vierten Staffel der Simpsons, gastieren sie vor vermeintlich 30.000 Gästen im Moe’s. Schon damals wussten sie: Eine gute, ausgefallene Show – für die vornehmlich Kostüme und das epileptische Spiel von Flea verantwortlich zeichnen – ist nicht alles. Denn seit „Blood Sugar Sex Magik“ misst sich an ihrer Musik ein ganzes Genre, der Alternative Rock. Es reichte fortan nicht mehr aus, unreflektiert zu rocken, ein gelungenes Potpourri ist ihr Alleinstellungsmerkmal – mit Stilen, Ideen und Attitüden von Rock über Funk bis hin zu Hip-Hop. Vom Online-Magazin „Citizens Of Humanity“ befragt, ist sich Kiedis heute ihrer Geniestreiche von damals durchaus be-

termine

ben s spielen ne Chili Pepper r, Wanda, Twisted ot H ed R ie pe D rn, Alice Coo iler und Volbeat, Ko spring, Billy Talent, Se ff O , e FX Sister, Th ed, NO nes, Disturb th und Speer, Defto Valentine, Amon Amar en y isch M r zw s Fo t da le k, ul B Roc r am Nova vielen meh ni auf den Pannonia Ju . 2 1 d 9. un attfindet. Fields II st

wusst: „Uns wird kein künstlerischkreativer Druck mehr auferlegt. Ja, wir sind uns bewusst, dass man uns nach wie vor mit Argusaugen beobachtet, unsere Relevanz wertet. Aber das „nächste große Ding“ abzuliefern, diese Station haben wir bereits durchlaufen. Wir haben uns bereits bewiesen, so wie auch Paul McCartney, Neil Young oder Randy Newman. Auch sie schrieben ihre Juwelen in ihren 20ern und 30ern. Sobald du dir deine Komfortzone erarbeitet hast, hast du deinen Zenit erreicht.“ Und eines muss man den Kaliforniern schon lassen: Bis heute weben sich unter den lockeren Funk-Rock, der über die Jahre hinweg freilich immer etwas gefälliger wurde, nachdenkliche Momente. Und bis heute hin findet man die wichtigsten Zutaten ihrer feinsinnigen Songs nicht nur im Titel eines der größten Kleinodien der Musikhistorie, sondern nach wie vor auch in den Stücken selbst: Blood, Sugar, Sex, Magik.

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!ticket coverstory Am 10. Januar 2016 starb David Bowie, nur zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag und der Veröffentlichung seines letzten Studioalbums „Blackstar“. Während eine Vielzahl an Musikern und anderen Persönlichkeiten in den sozialen Netzwerken den Verlust betrauerten, ihre Anteilnahme äußerten und wohl auch persönlich, hinter verschlossener Tür, der Familie ihre Trauer ausdrückten, ging bei RHCP-Bassist Flea die „ewige Treue“ um einiges tiefer: Nur wenige Tage nach dessen Tod ließ er sich den Namenszug seines Idols samt ikonischem Blitz auf seinen Arm tätowieren. Das Ergebnis präsentierte er in einem Video auf Instagram, untertitelt mit einer Zeile aus „Changes“: „And these

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children that you spit on as they try to change their worlds“. So twitterte Paul McCartney, David sei einer der prägendsten Charaktere britischer Musik gewesen und sein Herz & Haut Bereits Tage vor seinem Tattootermin zeigte sich Flea Stern werde auf ewig am über den Verlust bestürzt: „Been on a Bowie kick lately too. Listening to him constantly, playing ‘Pretty Things’ badly on piano“, twitterte Himmel verweilen. The er. „Thinking which Bowie song to cover“: Ob der Song auf dem neuen RHCP-Album zu finden sein wird? Rolling Stones sprachen von einem „wundervollen, – und Dave Mustain von Megadeth liebenswürdigen Menschen und auzeigte sich gekonnt knarzig: „Ich ßergewöhnlichen Künstler“, der das hasse Krebs.“ Zeitliche gesegnet hatte, und Iggy Unseren Nachruf findet ihr auf Pop rühmte ihn als „brilliant“. Gene www.ticketmagazin.com: Simmons gestand, dass „Changes“ David Bowie: the man finally und „Ziggy Stardust“ zu seinen ascended back to heaven. größten Einflüssen zu zählen wären


DIE SENSATION

nach 20 Jahren endlich wieder zurück in Österreich!

AL BANO & ROMINA POWER 4. APRIL INNSBRUCK, OLYMPIAHALLE 6. APRIL WIEN, STADTHALLE 8. APRIL GRAZ, STADTHALLE 10. APRIL SALZBURG, SALZBURG-ARENA 12. APRIL LINZ, TIPS ARENA Karten gibt es bei den bekannten Verkaufsstellen: oeticket.com und in allen Bank Austria Filialen.


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!ticket stars&people

Östtourreich

AC/D spielt „spie das „ auch

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ustin Bieber bringt den Kreischpegel in der Wiener Stadthalle in rekordverdächtige Höhen, Black Sabbath zelebrieren ihre schwarze Messe zum Karriereabschluss noch einmal in der Bundeshauptstadt und die Red Hot Chili Peppers werden nach mehrjähriger Österreich-Pause die burgenländischen Pannonia Fields II mit Funk-Rock-Hymnen beim Nova Rock erschüttern, mehr dazu in unserer Ti-

termine AC/DC spielen am 19. Mai im Wiener Ernst-Happel-Stadion, ebenda auch Rihanna am 10. August, die Red Hot Chili Peppers im Juni am Nova Rock, Queen mit Adam Lambert am 25. Mai im Linzer Stadion, Justin Bieber am 8. November in der Wiener Stadthalle, Black Sabbath am 28. Juni ebenda. Die Fantastischen Vier spielen im September am Grazer Nuke Festival und im Jänner in der Wiener Stadthalle, ebenfalls in der Stadthalle spielen a-ha (10. April) und Mariah Carey (19. April), am 26. Oktober The Cure in der Marx Halle. Noel Gallagher erleben Sie am 12. April im Wiener Gasometer, Iron Maiden und Rammstein im Juni am Rock in Vienna.

info Am 4. April wird in Frankfurt zum 11. Mal der PRG Live Entertainment Award an die Branchen-Besten des Live-Business verliehen. Hier bekommen zur Abwechslung einmal nicht die Musikstars, sondern die Macher hinter den Kulissen, die Impresarios, Manager und Spielstättenbetreiber, ein Gesicht. Ein Interview mit Prof. Jens Michow lesen Sie auf Seite 16.

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telgeschichte auf den Seiten 10 bis 12. Für den heimischen Connaisseur internationaler Spitzenmusiker ist es längst selbstverständlich, dass er innerhalb der Landesgrenzen das „Who is Who“ der Rock-, Pop- und auch Electro-Welt geliefert bekommt. Dem war noch vor wenigen Jahren nicht so, denn da war die Republik einst tiefstes Transdanubien für die Konzertveranstalter. Keine Festivals, nur eine Handvoll Großkonzerte und auch die vielen kleineren Shows aus der „zweiten Reihe“ waren Wunschdenken. Wirtschaftlich und menschlich „Vor etwa 15 bis 20 Jahren war Österreich ein weißer Fleck auf der Konzert-Landkarte“, erzählt Ewald Tatar, Festivalintendant des Nova Rock und Booker, „bis heute hat sich das aber stark verändert.“ Das liegt in erster Linie auch an ihm selbst und seinem Unternehmen, das 2005 mit dem Nova Rock dafür sorgte, dass Österreich ein ernst zu nehmender Player im globalen Musikgeschäft wurde. Doch neben dem Verhandlungsgeschick mit den internationalen Touring-Agenten gehört auch in diesem wirtschaftlich

knallharten Business die menschliche Komponente dazu, wie Benedikt Haupt, Booker und Projekt-Manager der LS Konzertagentur, verrät: „Passen die persönlichen Beziehungen nicht, sinken die Chancen auf eine erfolgreiche Verhandlung rapide. Der österreichische Markt genießt ob seiner fehlenden Größe nicht die Hauptpriorität, deshalb muss das Miteinander passen.“ 2015 veranstaltete LSK mit AC/DC in Spielberg und dem Wien-Doppelkonzert von Helene Fischer die zwei größten Shows des Jahres, mit den australischen Rockern gibt es im Mai 2016 im Ernst-Happel-Stadion ein Dacapo. Bei Künstlern dieses Kalibers muss natürlich alles perfekt funktionieren. „Bei solchen Bands ist auch deren Umfeld hochprofessionell. Wenn da einmal etwas nicht klappt, dann wirst du sie wahrscheinlich nicht noch einmal veranstalten“, gibt Haupt einen Einblick in das Veranstalterwesen, „bei vielen Bands, die man vom Bekanntheitsgrad etwas darunter ansiedeln würde, kann man eventuell Termine verhandeln. Einer Band wie AC/DC ist das natürlich egal, ob sie am Samstag in Österreich spielt oder ob der

Fotos: C. Tyler Crothers, Klaus Westermann

Österreich zählt zu den kleineren Märkten Europas, dennoch spielen die größten internationalen Top-Stars auf den Bühnen der Alpenrepublik. Ein kultureller Segen, der auf einem funktionierenden Angebot/Nachfrage-Gefüge basiert. TEXT: ROBERT FRÖWEIN


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AC/DC Sie wünschen, wir spielen: Nicht nur die Band spielt für den zahlenden Gast, auch der Veranstalter „spielt mit“, denn so selbstverständlich ist es nicht, dass das „Who is Who“ der Musikwelt – so wie hier AC/DC – auch in Österreich Station macht.

nächste Tag ein Feiertag ist. Und wenn sie – so wie im Vorjahr – eben lieber mit dem Zug von Graz nach Spielberg fahren, obwohl sich neben der Location ein Riesenflughafen für Militärjets befindet, dann werden wir auch das in letzter Minute einfädeln.“ Standortnachteil Mit einem großen Mythos möchte Haupt gerne aufräumen: „Viele glauben, dass die Top-Stars oft sehr absurde Wünsche haben, aber unerfüllbar sind meist solche, die mit der Technik zu tun haben. Wenn etwa jemand nicht auftreten möchte, weil es in der Halle

Angebot und Nachfrage Dass der Markt in Österreich dennoch ein lukrativer ist, liegt auch an der Nachfrage. Gerade in Zeiten sinkender Albumverkäufe bevorzugt der Konsument das unvergleichbare, „echte“ Erlebnis einer Liveshow (siehe dazu auch das Dossier auf den Seiten 8 und 9). Die Tortenstücke unter den Veranstaltern sind aber kleiner geworden, schließlich kämpfen durch deutschösterreichische Joint Ventures immer mehr Branchen-Konkurrenten um die Gunst des Publikums. Wohin der Weg mit immer mehr und größeren Shows und einem weiteren Steigen der Festivallandschaft führen wird, ist aus heutiger Perspektive noch unklar. Die Gefahren und Risiken sind vorhanden: steigende Ticketpreise und eine mögliche Übersättigung durch die Quantität der Konzerte sind gegeben. Ob der konzertanten Zukunft entscheidet am Ende der Käufer, nicht der Veranstalter – und dieser Blickwinkel ist auch der kleinste gemeinsame Nenner aller Veranstalter und Promoter.

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warm ist und sich sein Instrument dauernd verstimmt, wirst du bei einer Stadthallen-Show im Juli trotz laufender Klimaanlagen keine Änderung herbeiführen können. Aber alles, was im Rahmen des Möglichen und rechtlich Erlaubten ist, versuchen wir zu erfüllen.“ Die österreichischen Veranstalter müssen neben der Verfügbarkeit von Künstlern und knallharten Kalkulationen auch eine gewisse Risikobereitschaft an den Tag legen und mit dem Standortnachteil zurechtkommen. „Objektiv gesehen spricht leider nicht

viel für Österreich“, erzählt Silvio Huber, Chef-Booker der brandneuen Arcadia Live GmbH, „von Hallen bis hin zum Personal ist bei uns alles teurer als bei unseren europäischen Nachbarn, zudem wurde die Umsatzsteuer bei Tickets auf 13 Prozent erhöht. Das ist fast das Doppelte verglichen mit Deutschland.“

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!ticket stars&people interview im Live-Entertainment-Bereich in Deutschland auszuzeichnen und damit der Öffentlichkeit die „Macher“ und Manager hinter den Kulissen zu präsentieren. Der LEA ist ein Jury-Preis und wurde seit diesem Jahr erstmalig auch auf Österreich ausgeweitet. Die 24-köpfige Jury und Branchenexperten bewerten die Qualität des lebendigen Unterhaltungsangebots der gesamten Entertainment-Wirtschaft im deutschsprachigen Raum.

Prof. Jens Michow ist Executive Producer der Gala des Deutschen Live-Entertainment Preises LEA und Präsident des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft. Was ist der LEA? Das Ziel des Live Entertainment Award LEA ist es, herausragende Leistungen

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Was zeichnet eine qualitativ gute Veranstaltung nach der LEA-Philosophie aus? Entscheidende Kriterien sind zum Beispiel die Professionalität und Originalität der Werbung, die audiovisuelle Umsetzung einer Veranstaltung, das Medien- und Publikumsecho, die Wahl einer besonderen Location, sowie die dortigen Rahmenbedingungen wie Se-

curity, Einlass-/Auslasssituation oder auch das Vorhandensein von ausreichenden Parkplätzen etwa bei Festivals. Welche Bedeutung hat der Award im deutschsprachigen Raum? Der LEA ist in den zehn Jahren seiner Existenz neben dem ECHO und dem Deutschen Filmpreis zweifellos zu einer der bedeutendsten Preisverleihungen des Kulturbetriebs avanciert. Nahezu alle großen deutschen TV- und Rundfunksender berichten über die Veranstaltung. Unsere Sponsoren und Werbepartner müssten gemäß einer aktuellen Analyse rund sieben Millionen Euro investieren, um gleichwertige Werbung derselben Größe und Reichweite wie mit Medienberichten über den LEA zu erhalten. Natürlich hat das auch längst erhebliche Auswirkungen auf die Nachbarländer.


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Elton John

!ticket highlights

Wonderful Crazy Night Der Name Elton John bürgt für Klassiker, die für immer bleiben. Auch das neueste, mittlerweile 33. Album des Pop-Genies verspricht Großes. Mit der ersten Single-Auskopplung „Looking Up“ beweist John wieder einmal, dass er das beste Gespür für beschwingte Klaviermelodien hat, die sofort zum Mittanzen anregen. Elton John ist einer der spannendsten Künstler der Gegenwart – hat er sich doch niemals von konservativer Kritik einschränken lassen oder an musikalischer Individualität und Lebensfreude verloren. Elton John ist ein Mensch, der das Leben und die Liebe feiert – das spürt man auch in der Musik des neuesten Albums. Wer reinhört, tut dem eigenen Wohlbefinden definitiv etwas Gutes.

Queen Mit Wanda, Seiler und Speer, Krautschädl Das wiederbelebte Steel City Festival krönt sich bei seiner Neuauflage selbst: Die unvergleichlichen Queen werden die Headliner des oberösterreichischen Rockfestivals sein. Am Gesang wie zuletzt auch: der einzigartige, fantastische Adam Lambert! Vor den britischen Heroen werden die neuen Könige des österreichischen Rock: Wanda, Seiler und Speer und Krautschädl im Stadion der Stahlstadt aufspielen. Das ist die Möglichkeit, gleich drei der begehrten österreichischen Bands auf einen Schlag live zu erleben! 25. Mai, Stadion Linz

24. November, Wiener Stadthalle (Halle D) Rock Or Bust Nach ihrer sensationellen 2015er-Welttournee, die u. a. auch in der Steiermark haltmachte und gleich für einen heimischen Besucherrekord sorgte, legen AC/DC noch einen drauf und kommen mit ihrer gigantischen Show im Mai 2016 für ein Zusatzkonzert nach Wien! Nach der gigantischen Rockparty im Vorjahr hat man nun also die Chance, die australischen Heroen in einem beinahe „intimen“ Rahmen im Stadion live zu erleben. Also, setzt euch eure blinkenden Teufelshörnchen auf und lasst es amtlich rocken! Hells Bells!

Fotos: MLK (Queen), Universal Music (Elton John), Josh Cheuse (AC/DC), Emily YDyan Ibarra (Neil Young)

AC/DC

19. Mai, Wiener Ernst-Happel-Stadion

Rebel Content Tour (mit Promise Of The Real) 2016 blickt der Kanadier Neil Young auf eine 50-jährige Musikkarriere zurück. Angefangen als Folk-Songwriter in den Clubs, wurde er mit Crosby, Stills, Nash & Young zur Woodstock-Legende. Auch seine Solokarriere ist beachtenswert. Niemals hat sich der Musiker angepasst oder vorschreiben lassen, wie seine Musik zu klingen hat. Auf der Bühne zeigt Young Konsequenz und Einzigartigkeit. Mit von der Partie sind Promise of the Real, jene Band also, mit der er zuletzt „The Monsanto Years“ veröffentlichte.

Neil Young

23. Juli, Burg Clam

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!ticket stars&people

LIEBES GESCHICHTEN

Die Liebe war das Thema Nummer eins der Hits von Al Bano und Romina Power und sorgte für die fettesten Privat-Schlagzeilen. Nun sind „Felicità“, „Sempre, Sempre“ und Konsorten im Original wieder live zu hören – im April. Fünf Mal in Österreich! TEXT: ALEXANDER HAIDE

termine Das zweitgrößte italienische Liebespaar nach Romeo und Julia, Al Bano und Romina Power, erlebt man zwischen 4. und 12. April in der Innsbrucker Olympiahalle, in der Wiener Stadthalle (Halle D), in der Grazer Stadthalle, in der Salzburgarena und der Linzer TipsArena.

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dem hippen Los Angeles, ein traumhaftes Paar. Zuerst wurde zusammen musiziert, rasch – 1970 – dann geheiratet. Gleichzeitig mit dem ersten von vier Kindern erblickte die gemeinsame Debüt-Single im selben Jahr das Licht der Welt: „Storia di due innamorati“. Wie wahr, wie wahr. Nach dem Aufstieg kommt der Fall Für den Nachschlag, das erste Album als Duo, nahmen sich Al Bano und Romina fünf Jahre Zeit. Bis zum endgültigen Durchbruch dauerte es allerdings bis 1981, als sie mit „Sharazan“ und „Felicità“ erste internationale TopTen-Hits ablieferten. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass eine Ehe im Music-Biz 29 Jahre besteht – umso unschöner kam aber das Aus: 1999 verkündete Al Bano das Ende der Ehe – und der musikalischen Zusammenarbeit – in einem offenen Brief (!) in einem italienischen Magazin, ohne Romina vorher zu informieren. Zu sehr hatte das spurlose Verschwinden ihrer ältesten Tochter Ylenia 1994 in

den USA die Beziehung belastet, so der Italo-Star. Retourkutsche Bereits einige Jahre zuvor hatte Al Bano wieder begonnen, unter seinem Taufnamen Albano Carrisi solo aufzutreten, was im Mega-Erfolg des Klassik-Albums „Concerto Classico“ gipfelte. Rasch nach der Scheidung fand sich eine neue Gespielin, Loredana Lecciso, die ihm zwei weitere Bambini bescherte. Das Ende kam dann in ähnlich freundlicher Manier, dieses Mal wurde allerdings Albano überrascht: Loredana vollzog die Trennung via Interview in einem Boulevardblatt, er erfuhr live im TV davon. Trost fand er darauf garantiert bei einem der edlen roten Tropfen, die er auf seinem riesigen Weingut Azienda Vinicola Tenute Al Bano Carrisi mit Sitz in Cellino San Marco anbaut und zu dessen Gästen anno dazumal auch Dagmar Koller und Helmut Zilk zählten.

Foto: Getty Images / Frank Hoensch

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s hüpft das 80er-Jahre-Herz! Damals sorgte das erfolgreichste Italo-Duo aller Zeiten mit seinen kurzweiligen Liedchen für wunderbare Abwechslung von der schrägen, schrillen NDW-Welt. „Felicità“ und Co. waren der perfekte gutbürgerliche Soundtrack zum Family-Urlaub in bella Italia, zur Familien-Pizza von Iglo und zur Spaghetti-WesternÄra, die der Staatsfunk auf Dauerwiederholung rotierten ließ. Noch dazu waren das Landei Al Bano (bürgerlich: Albano Carrisi), geboren im süditalienischen Örtchen Cellino San Marco nahe einer heute verlassenen US-AirForce-Basis, und Romina, die Tochter des Schauspielers Tyrone Power aus


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Al Bano und Romina Power Zumindest beruflich, auf der Bühne, scheint es zwischen den beiden italienischen Turteltauben wieder zu funken.

Lebensabend Um nicht als süditalienischer Weinbauer mit Nebenjob als alternder Italo-Star zu enden – auch Romina verschwand vor mehr als einem Jahrzehnt von der Society-Bildfläche –, nahm man eine Einladung, die zur Initial-

zündung zum großen Comeback wurde, dankbar an: Mother Russia verlangte 2013 nach einem gut dotierten Konzert von Al Bano & Romina Power! Und so versteht man sich seither wieder, auf professioneller Ebene, wie oft betont wird. „Mehr“ stecke nicht da-

GEWINNSPIEL

Beantworte uns unten stehende Fragen und genieße mit einer Begleitperson deiner Wahl einen Abend im Rahmen der Amadeus Austrian Music Awards inkl. After Show Party!

hinter. Ein Comeback wird es allerdings garantiert nicht geben: Im April 1967 trat Albano in Mailand im Vorprogramm der Rolling Stones auf – eine Kombination, die heute unmöglich scheint … oder?

Quasi live dabei sein mit der LiveTV-Übertragung: 3. April 2016 21:20 Uhr auf ATV

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Gewinnfrage: Wo finden die Austrian Amadeus Music Awards statt? A) im Volkstheater Wien B) im Ernst-Happel-Stadion Wien Sende die richtige Antwort bis 15. März 2016 an gewinnspiel@oeticket.com. Unter allen richtigen Einsendungen wird ein Gewinner gezogen und schriftlich verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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!ticket highlights

Liebe Leserin! Lieber Leser! Die vorliegende Ausgabe des Druckmediums !ticket ist der modernen Technik gewidmet. Und damit ihrem absehbaren Untergang. Tablets kann man heute falten und rollen. Jetzt fehlt nur mehr Leberkäse einwickeln und Popo abwischen, dann können wir zusperren. Der Werkstoff Papier war immer ein Hauptgrund dafür, dass Zeitungen gekauft wurden. Mein Großpapa hatte noch ein Plumpsklo am Gang. Und dorthin hat er die Presse mitgenommen, zur Nachbereitung. In der Pension hat er dann die Presse abbestellt und den Kurier abonniert. Angeblich, weil die liberaler schreiben. Aber ich bin sicher, es war wegen dem weicheren Papier. Wir vom Radio bieten das unverwechselbarere Produkt an. Schallwellen kann man nicht ins Katzenkistel legen und man kann sich damit im Freibad keinen Schatten machen. Junge Menschen wissen heute nicht mehr so genau, wie ein Radio ausschaut, aber von welchem Gerät die Schallwellen ausgesendet werden, das ist für uns Redakteurinnen und Redakteure Powidl. Für den Rundfunk bedeutet technischer Fortschritt nur ein Problem, wenn wir auf seiner falschen Seite stehen. Also auf der Seite derer, die die Tablets verkaufen und nicht auf der Seite derer, die sie benützen. Weil letztere sind mehr.

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Santana

12. Juli, Wiener Stadthalle (Halle D)

Robert Plant

Ein Hauch von Led Zeppelin Letzten Juli mussten heimische Led-Zeppelin-Fans noch nach Brünn pilgern, jetzt kommt Robert Plant endlich auch nach Wien – zwar nicht mit Jimmy Page, John Paul Jones und Bonham-Sohn Jason, sondern mit seiner Begleitband The Sensational Space Shifters. Kulthits wie „Black Dog“, „Dazed And Confused“, „Whole Lotta Love“ und „Rock and Roll“ sollen neben anderen Led-Zeppelin-Klassikern aber ebenso auf der Setlist stehen, wie das Willie-Dixon-Cover „Spoonful“ und „Fixin’ To Die“ von Bukka White“ – nebst den nicht minder grandiosen Stücken seiner Solokarriere, u. a. aus seinem Letztling „Lullaby and … The Ceaseless Roar“.

28. Juli, Wiener Open Air Arena Victorious Andrew Stockdale und Kompagnons zimmern immer noch kompromisslose Rocksongs zwischen Blues, Stoner und Hard Rock. Innovation geht anders, eine grandiose Rock-Party hingegen geht genau so! An der Schwelle zum neuen Jahrtausend gegründet, trug das australische Trio maßgeblich zur Retrowelle in der Rockmusik bei: Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum avancierten sie zu internationalen Shootingstars und wurden nicht zu Unrecht mit den legendären Led Zeppelin verglichen. Auch die Nachfolgealben „Cosmic Egg“ und „New Crown“ sind voll von mitreißenden Rockhymnen. 2016 legen die Jungs aus Down Under mit „Victorious“ ihr viertes Album vor! 11. Mai, Wiener Open Air Arena

Wolfmother

Fotos: Rube Marti (Santana), FMS (Robert Plant), Universal Music (Wolfmother), Ingo Petramer (FM4 Ombudsmann)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Luminosity Zum ersten Mal seit langer Zeit schart der 68-jährige Gitarrenvirtuose Carlos Santana wieder die Band um sich, mit der er zum letzten Mal vor 45 Jahren auf einem Album zu hören war. Gemeinsam mit Gregg Rolie (Keyboard), Michael Shrieve (Schlagzeug) und Gitarrist Neal Schon bringt er im April das neue Album „Santana IV“ heraus. Damals wurde in der Formation das Album „Santana III“ veröffentlicht, weswegen das neue Album auch im Titel eine kongruente Fortsetzung findet.


DEUTSCHER LIVE ENTERTAINMENT-PREIS

2016

Der Award für herausragende Konzerte, Tourneen, Shows, Festivals, Veranstalter, Künstler, Manager, Spielstättenbetreiber, Clubs und Hallen des Jahres 2015.

PRG LIVE ENTERTAINMENT AWARD 2016 Frankfurt/Main, Festhalle, 4. April 2016

Die offizielle Eröffnungs-Gala der Prolight + Sound und Musikmesse 2016

TICKETS

Info und Reservierung: 040 - 41 30 55 05 info@LEA-Verleihung.de · www.LEA-Verleihung.de


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Phönix !ticket life&style

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Fast zwei Jahre mussten ihre Fans warten – aber nun geht Conchita Wurst endlich auf Tour. Mit !ticket sprach Sie unter anderem über die Konzerte und ihr Styling. TEXT: PAUL M. DELAVOS

termine Mit den Bandmitgliedern Phillip Schröter am Klavier, Lukas Schönsgibl an der Gitarre, Florian Schafellner am Bass und Stefan Swoboda am Schlagzeug hat Conchita Wurst für ihre erste Tour einen Abend voller Hits, Dancefloor und Balladen vorbereitet. Auch die eine oder andere Coverversion wird überraschen. Die Tour führt sie im April u. a. ins Wiener Porgy & Bess, Salzburger republic, Treibhaus Innsbruck, in den Linzer Posthof, ins Grazer Orpheum und Technikum München.

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Warum gehst du erst jetzt auf Konzerttour? Es war bisher einfach keine Zeit. Nun will ich mich bei meinen Fans für ihre Unterstützung bedanken. Nach der Tour werde ich mir eine dreimonatige Auszeit nehmen, um an meinem zweiten Album zu schreiben. In den Locations wirst du sehr nahe am Publikum sein. War das dein Wunsch? Absolut. Ich liebe es, wenn das Publikum eingebunden wird, und das Publikum hasst es. Ich rede wahnsinnig gerne mit den Leuten und ich hab auch zwischen meinen Songs immer viel zu erzählen. Wir haben auch eine kleine Rubrik auf YouTube: „Conchita answers“, und genau das will ich mit einfließen lassen. Denn ich bin draufgekommen – auch wenn es jetzt schon zwei Jahre sind in diesem Ausmaß – dass immer noch sehr viele Fragen im Raum stehen. Ich bin mehr als glücklich, jede davon beantworten zu können. Deswegen sind diese Locations auch klein, fein und intim

– ich bin eben nicht Madonna, die Stadien füllt. Du bist viel unterwegs, auch auf Modeevents, bist schon für Jean-Paul Gaultier gelaufen. Wählst du deine Outfits selber aus? Also prinzipiell bin ich ja in der glücklichen Situation, einen Stylisten zu haben. Und nachdem ich eine modische Ausbildung habe und natürlich noch immer verliebt bin in die Mode, darf auch das nicht zu kurz kommen. Ich habe Jean-Paul Gaultier immer schon zu meinen Favoriten gezählt, und ich denke, dass ich auch auf der Tour etwas von ihm anhaben werde. Wie lange dauert es, dass aus Tom Conchita wird? Mittlerweile ist das gar nicht mehr so schlimm. Mit ein bisschen Übung geht das auch schneller. Wenn es um mein Gesicht geht, glaube ich an das Konzept der Uniform: Also ich experimentiere da sehr wenig und irgendwann sind die Griffe sehr einstudiert.

Foto: Markus Morianz

2011

tauchte sie wie aus dem Nichts auf: die Kunstfigur Conchita, eine Diva mit Grandezza und Vollbart. Als die ORF-Programmintendantin Kathrin Zechner entschied, dass Conchita beim Eurovision Song Contest 2014 für Österreich antreten soll, schlugen ihr nicht nur Sympathien entgegen. Dann geschah das Unglaubliche: Conchita gewann und ist seitdem unermüdlich mit viel Power im Einsatz. Und im Ernst: wissen Sie noch, wer den Song Contest 2015 gewonnen hat?


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Du bist viel unterwegs – woher nimmst du die Energie dafür? Das ist total lustig und es ist verständlich, dass ich das immer wieder gefragt werde. Ich genieße das, was ich machen darf so sehr, dass es wirklich wenig Energie raubt. Also Dinge, die mir Energie rauben, sind meistens jene, die mit meinem Steuerberater zu tun haben. Wenn ich mich nach den Auftritten wieder „zurückverwandle“, dann ist das ein befreiendes Gefühl und die Entspannung setzt direkt ein. Persönlich fasziniert mich, dass du allem, auch den negativen Kommentaren, mit einer wahnsinnigen Liebe begegnest. Wo nimmst du die her? Ich finde das immer so schmeichelnd und bin dankbar dafür, dass das auch so aufgenommen wird. Aber diese Liebe, von der ganz viele sprechen, ist einfach nur – wie soll ich sagen – Desinteresse. Wenn mir nachgesagt wird, dass ich jemandem mit Liebe begegne, der mir gegenüber unangenehm ist, dann ist das in Wahrheit keine Liebe, sondern es interessiert mich schlichtweg nicht und deswegen kommt es gar nicht so nah an mich ran, dass ich mich darüber aufregen könnte.

Conchita Wurst Bestens gestylt und im intimen Rahmen: So will sich Conchita bei ihren Fans bedanken.

Verrätst du uns noch ein bisschen was zum Line-up? Also definitiv die Songs vom Album, aber auch Songs von Shirley Bassey, Céline Dion und Tina Turner. Ich werde mit einer Live-Band auftreten – was ja auch ganz neu für mich ist. Gerade bei diesen Songs möchte ich versuchen, meine Version zu erschaffen. Ich glaube, dass da schon einige Überraschungen dabei sind. Vor allem auch Songs, die man schon lange, lange von mir kennt, klingen mittlerweile nicht mehr so wie zu Beginn. Das finde ich sehr spannend.

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Fotos: beigestellt

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Tonleiter !ticket fun&action

Für den perfekten Sound bei einem Konzert sind nicht nur Musiker, sondern auch Tontechniker verantwortlich. Aber wie viel technisches Wissen braucht der Musiker? TEXT: ASTRID RADNER

Guter Sound Neben den Musikern sorgen auch Tontechniker für den perfekten Live-Klang.

termine Joris kommt nach Österreich: 8. März – Weekender Club, Innsbruck 9. März – WUK, Wien 10. März – ppc, Graz 11. März – Conrad Sohm, Dornbirn

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– 90 Prozent aller Musikproduktionen laufen durch ihre Hände. Wie wichtig sie für ein perfektes Klangerlebnis sind, merkt man vor allem live. Und zwar, wenn etwas nicht so ganz stimmt. Der Bass ist zu leise, das Schlagzeug überschattet die anderen Instrumente und die Musik wird zu einem einzigen Soundbrei. Das kann ganz schön frustrierend für Publikum und die Musiker selbst sein. Aber kann sich der Musiker einfach auf den Tontechniker verlassen? Und wie viel technisches Wissen sollte

auch er oder sie haben? Genreabhängig „Das hängt vom Genre ab“, meint Tontechniker Peter Schiendorfer. „Ein Musiker eines Orchesters wird damit weniger zu tun haben, für einen Musiker, der elektronische Musik am Computer produziert, ist das täglich Brot.“ Für Anfänger, die mit ihrer Band gerade erst durchstarten wollen, kann tontechnisches Wissen jedoch von Vorteil sein. „Je professioneller die Musiker

Fotos: Getty Images, Arcadia Live

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ie sind diejenigen, die bei einem Konzert hinter dem Mischpult stehen und an den Reglern schrauben: Tontechniker und -produzenten. Egal ob ein Musical, ein RockGig, eine Klassik-CD oder ein Kinofilm


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Vollblutmusiker Der Singer-Songwriter Joris hat auch Tontechnik studiert, sein Herz brennt jedoch für die Bühne und nicht für das Mischpult.

sind, je mehr Shows sie spielen, desto mehr Arbeitsplätze werden geschaffen und desto weniger müssen sie selbst in Sachen Tontechnik übernehmen.“ Dabei waren Tontechnik, Musikproduktion und das Musikmachen zunächst nicht unbedingt auf verschiedene Personen aufgeteilt. Das erste Tonstudio eröffnete der Pianist Fred Gaisberg, Enkel deutscher Einwanderer, in Philadelphia, Pennsylvania. Damals gab es noch keine genaue Arbeitsteilung – wie heute – zwischen Toningenieur, Musikproduzent und Künstler. Deshalb musste sich Gaisberger auch mit Aufnahmetechnik auseinandersetzen. 1909 wurde der erste Aufnahmeleiter eingestellt, und so entwickelten sich der Musikproduzent und der Ton-

techniker als eigenständige, vom Künstler abgegrenzte Berufsfelder. Man muss sich entscheiden Manche wollen’s dennoch wissen. Der deutsche Singer-Songwriter Joris studierte zum Beispiel zwei Semester Tonund Musikproduktion, bevor er sich völlig auf seine Musikkarriere konzentrierte. Mit „Herz über Kopf“ sang er sich an die Spitze der Charts. Auch on Stage beweist er: Er ist ein wahrer Musiker. Schiendorfer meint, man müsse sich entscheiden, in welchem Feld man sich weiterentwickeln möchte: „Entweder auf, hinter oder vor der Bühne. Es ist ganz selten, dass sich Musiker die eigene Show mischen.“ Auch Tontechniker spielen oft ein Instrument. „Ich

würde sie aber nicht gleichzeitig als Musiker bezeichnen. Für mich sind Musiker Menschen, die mit ihrer Musik Geld verdienen oder einmal verdienen möchten. Tontechniker verdienen mit der Tontechnik ihr Geld. Beides geht oft allein aus Zeitmanagement-Gründen nicht.“ Nur weil man gerne in einer Band ist, heißt das nicht, dass man auch guter Tontechniker ist. Man brauche ein ganz anderes Talent, eine Begabung und Interesse für Physik oder ein Gespür für Musik, aber auch Verständnis im Bereich der Psychoakustik, Elektrotechnik und Arrangement. Joris hat sich entschieden: Er möchte nicht vor oder hinter, sondern auf der Bühne stehen und mit seinen Songs Geschichten erzählen.

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!ticket fun&action

Audiophinyl

tickett teste

Es ist ein Comeback, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien: mit der Vinyl-Renaissance ist auch der Plattenspieler wieder da. Wir haben einige neue Modelle getestet. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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er seine alten Platten hören möchte oder auch bei Neuerscheinungen lieber zur optisch schöneren, für viele auch „besser“ klingenden Vinyl-Veröffent-

lichung greift, muss den dafür benötigten Plattenspieler nicht in einem Antiquariat oder auf dem Flohmarkt erwerben oder in einem unachtsamen Moment den Eltern entwenden.

Schließlich gibt es auch hochwertige moderne Geräte. Der Vorteil bei neuen Modellen: die meisten können genutzt werden, um Platten am PC zu digitalisieren.

DUAL DTJ 301.1

SONY PS-LX 300

DUAL DT 210

Der größte Vorteil am Sony-Plattenspieler: er ist klein, leicht und einfach zu bedienen, mit USBAnschluss und mitgelieferter Software (Soundforge Audio Studio 9.90) sind die Platten im Nu digitalisiert und „sicher“. Der Nachteil: die Aufnahmen werden ziemlich leise wiedergegeben, die Klangqualität hingegen ist klar und gut austariert. Fürs „Scratchen“ ist dieser Player nicht geeignet, denn der Sony PS-LX 300 wird nicht über einen Direktantrieb, sondern mit Riemen angetrieben. In der Maschine findet sich ein Vorverkstärker, somit kann das Gerät an Lautsprecherboxen angeschlossen werden, ohne dass ein Zusatzgerät benötigt wird. UVP 169 Euro

Das einzige Manko des erstaunlich kostengünstigen Gerätes: es verfügt über keinerlei Beleuchtung. Das Gerät selbst wirkt kompakt, der Plattenteller ist solide, der Plattenarm metallen. Das Hörvergnügen ist da, die Betriebstöne (Nadel, Antrieb) sehr leise. Der Plattenspieler verfügt über eine Absenk- und Stoppautomatik sowie über einen soliden Riemenantrieb und einen Vorverstärker (siehe Sony PS-LX 300). Uns gefiel die einfache Bedienung, sowie auch hier der USB-Anschluss mit der Möglichkeit, unsere Platten mit dem mitgelieferten Programm Audacity® zu digitalisieren. UVP 99 Euro

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Fotos: Hersteller

Mit seinem Preis ist der DTJ 301.1 ein richtiges Schnäppchen, das nicht nur mit einer Optik, die an die teureren Technics-Geräte erinnert, glänzt, sondern auch mit einer hochwertigen Aufmachung (Applikationen aus Edelstahl, insbesondere der Tonarm, separate Nadelbeleuchtung) überzeugt. Die Klangqualität ist ausgezeichnet, auch bei den Höhen und Bässen kann das Gerät überzeugen. Besonders praktisch ist der USB-Anschluss, mit dem die Platten ohne Qualitätsverlust digitalisiert werden können. Mit dabei: sämtliches Zubehör und das praktische Programm Audacity®, Lautsprecher sind separat zu besorgen. UVP 169 Euro


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!ticket live

Ein Wiederseern „Übern See“ hieß das erste Album, vom Grundlsee aus eroberten sie die Herzen der Menschen: Die Seer, seit 20 Jahren der Tradition und der Moderne verpflichtet. 2016 feiert die Band das Jubiläum auf ihre ganz eigene, besondere Art. TEXT: ANDY ZAHRADNIK

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s ist ein besonderes Jahr und das Jubiläum wird entsprechend begangen: 20 Jahre auf der Bühne zu stehen, Kontinuität und Erfolg auf allen Ebenen, jede CD ein Bestseller und die Konzerte immer gut gefüllt. Legendär sind die Seer-OpenAirs auf der Zloam, der wildromantischen Naturarena über dem Grundl-

termine

empfiehlt

Am 30. Juli findet am Grundlsee das große Seer-Open-Air statt. Quer durch Österreich, von Großarl über Graz bis hin auf die Donaubühne und nach Weitra, führt ab März die große Jubiläumstour. Im Winter geht es dann auf „Stad“Tour, u. a. nach Wels, Steyr, Eisenstadt, Dornbirn und Innsbruck.

Spätestens seit „Junischnee“ ist jedes Album der Seer ein Bestseller geworden: Gold, Platin, Doppelplatin. Im Jubiläumsjahr erscheint nun die ultimative Kopplung mit allen Hits aus den vergangenen 20 Jahren. 3 CDs plus DVD. Darunter finden sich fünf neue Titel sowie Neuaufnahmen früherer Songs. Es ist die erste Gesamtretrospektive der Seer, von damals bis heute.

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see. Bis zu 25.000 Menschen pilgern an den Wochenenden im August den Berg hinauf, um die acht Seer und ihre Gäste zu erleben. Die Hits wie „Junischnee“, „Sche wars wennst do warst“ oder die Hymne der Band, „Wilds Wossa“, ließen Tausende mitsingen und bescherten unvergessliche Konzerterlebnisse. 2016 wird es wieder ein Open Air am

Grundlsee geben. Reduziert auf 8.000 Tickets war die Show innerhalb von 48 Stunden ausverkauft. Aber es gibt keinen Grund, traurig zu sein: Es wird einen weiteren Auftritt der Kinder des Salzkammergutes in ihrer Heimat geben, in Ebensee am Traunsee sowie in anderen ganz speziellen Locations. Die Tour wird durchs Land führen, an Plätzen gastieren, die mit der Ge-

Fotos: Kerstin Joensson, Hersteller

best-of


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schichte der Band unmittelbar zu tun haben, wo seinerzeit vieles begonnen hat. Sie führt an Seen, zu Arenen, wo die Magie der Seer-Lieder ganz besonders zur Geltung kommt, in den Innenhof des Wiener Rathauses wie nach Finkenstein. „Die Seer – von damals bis heute“, wie Seer-Mastermind Fred Jaklitsch im !ticket-Interview verrät.

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20 Jahre sind vergangen. Rückblickend gesehen: Wann habt ihr das erste Mal realisiert, dass sich rund um die Seer etwas ganz Besonderes entwickelt? Irgendwie war uns bewusst, dass die Konstellation dieser Musiker, die sich da schicksalshaft zusammengefunden haben, schon etwas Besonderes ist. Anfänglich sehr regional begrenzt, haben wir gemerkt, wie sehr wir uns ergänzen und vor allem, dass die Freude am Musikmachen über die Jahre nicht weniger wird. Diese Energie, auch bei Zeltfesten, wo niemand auf uns gewartet hat, überzeugen zu wollen, nicht einfach „abzuliefern“, macht – glaube ich – auch heute noch einen Teil des Erfolgs aus. Zu Beginn war auch Mut der Verzweiflung dabei, zugegeben, aber bald auch der Gedanke, dass wir mit dieser Art von Musik sehr speziell sind. Heute empfinden wir es als Reise, teilweise mit völlig anderen Herausforderungen, aber mehr denn je als Weg, auf dem wir in Wechselwirkung mit dem Publikum eine intensiv schöne Zeit haben können. War „Wilds Wasser“ der entscheidende Hit? „Oft dauert es Jahre, bis es über Nacht passiert“ (O-Ton Tina Turner): Das trifft auch auf die Seer zu. Bei den Seern waren es darüber hinaus sogar mehrere Nächte. Es war schleichend und es war zuerst der Song, der sich

in die Köpfe und, wichtiger noch, in die Herzen reingeschmuggelt hat, über Monate und Jahre. Das Schöne dabei: Dass es wirklich um das Lied ging und viele Menschen die Band erst später entdeckt haben. Die Seer sind bekannt für ihre gekonnten musikalischen Wanderungen zwischen Tradition und Moderne. Wie schwierig war es, sich anfangs im eher traditionell orientierten, der „echten“ Volksmusik verbundenen Salzkammergut mit eurer Musik durchzusetzen? Ich war damals im Ort sowieso so etwas wie ein schwarzes Schaf, schon aufgrund meiner popmusikalischen Vergangenheit als JOY-Sänger. Bei der Seer-Gründung kam dazu, dass sich mehrere schwarze Schafe zusammengerottet haben, damals hinter vorgehaltener Hand „Arbeitslosenmusik“ spielten. Also was hatte ich zu verlieren? Die echte Volksmusik hat uns nur peripher tangiert, das hat meines Wissens kaum aufgeregt. Man war einiges von mir gewohnt und das hat zu den kleineren Skandälchen gezählt. Für mich war entscheidend, das regionale Element zu betonen, da ist vorrangig die Mundart und fragmentarisch hie und da ein Jodler oder Gstanzl. Was erwartet das Publikum auf der Tour? Eine Jubiläumsshow auch mit den Songs aus der ersten Stunde? Es wird spannend, auch ältere Songs neu zu präsentieren, da hängen doch viele Emotionen dran. Es ist immerhin ein halbes Musikerleben im Schnelldurchlauf in zwei Konzertstunden, das es zu absolvieren gilt! Am Berührendsten wird aber sicher die Begegnung mit den Menschen, die uns diese 20 Bühnenjahre begleitet und ermöglicht haben.

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Herzflimmern Ganz gleich ob als Musiker bei Cardiochaos oder als Filmschaffender: Peter Brunner entwirft „abgeschlossene, eigene Welten“. Einen Ort, an dem Fantasien für Dritte erlebbar werden. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

termine Cardiochaos konzertieren am 15. April im Wiener Chaya Fuera, ab Sommer werden „etliche Konzerte“ folgen. Außerdem freuen wir uns im März auf Garish am 19. im Festspielhaus St. Pölten & Palindrome am 30. im Grazer ppc und am 31. in der Arena Wien. Am 14. spielen im Wiener Chelsea die Boozehounds From Hell im Vorprogramm von Kamchatka, am 15. werden die Schweden von Lausch im Salzburger Rockhouse begleitet. Midriff spielen am 10. ebendort, am Tag darauf im Arena Beisl (Wien) und am 12. in der Alten Post in Mittersill. Nicht verpassen: Das Lautstark!-Finale am 4. im Posthof und die Steaming Satellites in am 3. in St. Pölten!

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ilm und Musik sind beim österreichischen Kreativkopf ein „Pingpong-Spiel von Ideen“, wie er uns im Gespräch verrät: „Mein Schreibtisch ist wie ein Ort, an dem miteinander verbundene Geschichten passieren, auf die ich eine neue Perspektive bekomme, je nachdem, aus welchem Blickwinkel beziehungsweise durch welches Medium ich sie betrachte.“ Der Geschichtenerzähler Die eine Geschichte, das ist der aktuelle

zweite Longplayer „Those Who Fall Have Wings“, der zwar bereits letzten Herbst im wahrsten Wortsinn das Licht der Welt erblickte, erst im Februar aber via monkey. physisch veröffentlicht wurde – und die Bedeutsamkeit der Haptik darf bei derart imposanten akustischen Welten, die da erbaut werden, nicht unterschätzt werden, Musik ist im Gegensatz zum flüchtigen Popton immerhin weitaus mehr als nur Bits und Bytes. Die zweite Geschichte, das ist Brunners dritter Spielfilm „To The Night“, der dieses Jahr in New York gedreht wird. Hauptakteur ist Michael Pitt, den wir u. a. aus der NBCSerie „Hannibal“ oder „Funny Games U.S.“ kennen. Es ist dies der emotionale Überlebenskampf eines jungen Vaters, der die Familie sucht, die er niemals hatte. Bei Multiartisten liegt es auf der Hand: Natürlich spricht auch der Filmemacher, übrigens ein Schüler des großen Michael Haneke, in der Musik Cardiochaos’: Die Musikvideos sind intensiv-verstörende Welten. Natürlich spricht aber auch der Tonkünstler, in der Vergangenheit nicht selten gar mit Radiohead verglichen, in den Filmen Peter Brunners. Filmmusik ist ja durchaus ein notwendiges Stilmittel, auch wenn Haneke sie beispielsweise

Fotos: Klara Veegh, Hersteller

Cardiochaos Obwohl Peter Brunner thematisch auch durch die Dunkelheit wandert: Seine Rhythmen machen selbst die Toten tanzen.


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

höchst spärlich einsetzte – widerspricht es doch seinem „realistischen Konzept“ vom Filmemachen. „Prinzipiell ist Filmmusik keineswegs abzulehnen“, zeigt sich Brunner offener, „wenn sie nicht nur eingesetzt wird, um etwas zu verschönern oder um den Zuseher übermäßig zu sentimentalisieren. In Genrefilmen ist Musik natürlich nicht wegzudenken und notwendig, damit die Filme ihr Ziel treffen.“

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Der Makel im Spiegel Die Aufgabe von Filmmusik ist also, den Zuseher zu geleiten, zu suggerieren. Nicht selten wird von der Presse aber auch der Musik von Cardiochaos diese Qualität attestiert. Präsentiert „gelungene“ Musik generell Leerstellen, die beim Rezipienten erst gefüllt werden müssen? „Wenn du mit Leerstellen unter anderem ,persönlich tragische Makel‘ meinst, dann hat das sehr viel mit dem Ansatz zu tun, Musik zu machen, die sehr persönlich ist und Gefühle vermittelt, die jeder in sich trägt. Also Musik, die in einem ein Echo erzeugt weil sie den zuhörenden Menschen nicht ins ABBA-Land oder auf die BackstreetBoys-Insel schickt.“ Der Film ist also, wie deine Musik, eine persönliche Katharsis? Brunner lässt tief blicken: „Ich schätze Menschen, die sehr konzeptuell arbeiten und etwas auf diese Weise bearbeiten. Bei mir ist es aber immer ein Verarbeiten. Ich lebe gerne.“ Kathartische (Un)ordnung Man merkt also: Die Sprache beim Film ist ähnlich der der Musik, der Artikulationsprozess gestaltet sich nur unterschiedlich, oder wie Brunner sagt: „Musik und Film sind miteinander sehr verwandt, weil sich beide der linear verlaufenden Zeit bedienen, um Ideen erlebbar zu machen“. Die Musik bietet, so Brunner, zu allervorderst die Möglichkeit, „Gefühle unmittelbar kommunizieren zu können“

– das Musizieren ist „manchmal wie Planschen an einem heißen Sommertag“, während der Film meistens „wie das Finden einer Strategie ist, um den Lauf durch eine Wüste zu überleben“. In der filmischen Interaktion gibt es Haupt- und Nebendarsteller sowie Komparsen. Gibt es auch im Klangspektrum eine Hierarchie der Töne? „Das ist schwierig, weil jedes Lied anders entsteht. Je nachdem, ob ein Song am Klavier oder der Gitarre entsteht oder sich aus einem Melodiefetzen aus einem Traum oder einer Melodie, die sich aus Obertönen im Straßenlärm ergibt, entwickelt. Das Übertragen der Ideen und das Filtern der Ideen durch Instrumente und Effekte benötigt dann immer ein Ordnungsprinzip, das immer von der Stimmung und Atmosphäre des Songs ausgeht.“ Aber: Hierarchie und Regeln „in dem Sinne“ lehnt Peter Brunner absolut ab. Wie viel Raum bleibt also für Improvisation? „Improvisation ist immer ein schwieriger Begriff, weil es für viele auch zu einer Ausrede werden kann. Improvisation ist in meiner Arbeit aber extrem wichtig, weil ich sehr assoziativ und intuitiv arbeite. Der Zufall ist mein Freund und das Schwierige ist, immer wachsam zu sein, um die Chance zu erkennen, die er für die Arbeit mit sich bringen kann. Die Improvisation bedingt bei meiner Arbeit aber immer eine genaue Planung der Rahmenbedingungen, weil es sonst unscharf und beliebig werden würde.“ Und beliebig, das ist dieser Totentanz durch den Morgenschein, den wir bei Cardiochaos erleben dürfen, beileibe nicht. Denn der angeborene Herzfehler Brunners, Extrasystolen, treibt immer voran, voran, voran.

weiterlesen? f iew lesen Sie au Das volle Interv om .c in az ag www.ticketm

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (sb)

Pilot Jr. – Kitty Hawk Selten war ein Künstlername so treffend: Auf ihrem Debüt flirren die fünf Wiener durch Wolken hinauf ins All.

Die Kammer – Solace In Insanity Für Freunde der The Tiger Lillies ist diese morbide „Unterweltmusik“ eine herrlich melancholische Akustik.

Palindrome – Strange Patterns Mit ihrer Disharmonie und der zephirischen Stimme gehen sie als radiotaugliche The Dillinger Escape Plan durch.

Lelkem – All Four Seasons In One Day Lelkem, ungarisch für „Seele“, lässt mit fragilem Artrock die Introspektive ins Lichte bersten.

Pecoraro & Pecoraro – for us – per noi Zwei Generationen, zwei Stimmen, zwei Genres: ein einzigartiges Wechselspiel zwischen Tenor & Pop!

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!ticket highlights

März Disney

In Concert & On Ice Die Produktion „Disney In Concert“ (Wien) bringt die schönsten Melodien der Disney-Klassiker von „Cinderella“ bis „Der König der Löwen“ auf die große Konzertbühne. Das Hollywood-Sound-Orchester präsentiert gemeinsam mit Starsolisten die bekannten Lieder der beliebten Animationsfilme. In „Disney on Ice“ (Innsbruck) lassen Sie sich von den Reiseleitern Micky, Minnie, Goofy, Donald und Daisy auf ihrem Ausflug in die magischen Welten von „Der König der Löwen“, „Arielle, die Meerjungfrau“ und natürlich auch „Die Eiskönigin“ verzaubern! 26., Wien & 3. bis 6., Innsbruck

Hansi Hinterseer

Tournee 2016 Die stimmungsvollsten Melodien und Party-Hits von Hansi Hinterseer zum Mitsingen, Mittanzen und fröhlichen Mitfeiern können Sie schon bald wieder live auf Tournee erleben! Die überraschende und mit Spannung erwartete Bühnenshow wird Hansi und seine Freunde vom Tiroler Echo, nach ihrer großartigen Jubiläumsshow im Jahre 2014, anlässlich ihres 20-jährigem Bühnenjubiläums wieder quer durch Österreich führen, wo die Herren ein Best-of der beliebtesten Lieder sowie neue Titel der im Sommer 2015 erschienenen CD spielen werden! 22.–27., Linz, Salzburg, Graz, St. Pölten & Wien

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Europa Tour 2016 Auf der Website der legendären britischen Rockband The Sisters Of Mercy findet man folgende Botschaft, der eigentlich nichts hinzuzufügen ist: „We are a Rock ’n’ Roll Band. And a Pop Band. And an Industrial Groove Machine. We are intellectual love gods. We make records, sometimes. We play concerts, sometimes.“ Und während das letzte Studioalbum nun doch schon ein Weilchen zurückliegt („Vision Thing“, 1990) wird das abschließende „sometimes“ konkret der 13. März sein, wenn Andrew Eldritch, Doctor Avalance und seine Schwestern zum Pflichttermin für Fans anspruchsvoller, düsterer Rock- und Wavemusik mit Tiefgang laden.

The Sisters Of Me

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13., Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer 200 Jahre „Die Hektiker“ Eine Erfolgsgeschichte des österreichischen Kabaretts: 14 Programme, Hunderttausende Besucher, Platinschallplatten u. v. m. pflasterten den Weg der Hektiker, erfolgreiche Solokarrieren folgten. Im Frühjahr 2016, 35 Jahre nach ihrem ersten Auftritt, kehren die Hektiker mit einem entspannten Abend, bei dem Viktor Gernot, Wolfgang Fifi Pissecker, Florian Scheuba und Werner Sobotka einander Anekdoten und Pointen zuspielen, Bildmaterial Revue passieren lassen, improvisieren und spontan in Szenen einsteigen, zurück.

Die Hektiker 10.–12., Globe Wien Marx Halle Studio 2

Fotos: Disney (Disney In Concert) Feld Entertainment & Disney (Disney On Ice) Die Hektiker (Die Hektiker) FMS (The Sisters Of Mercy) Kerstin Joensson (Hansi Hinterseer) Klaus Reinehlt (Hagen Rether) Rafaela Proell (Evita) beigestellt (Alligatoah Anna von Hauswolff) A -M v Sarosdy / Semmel Concerts GmbH (Tutanchamun)

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Fotos: Disney (Disney In Concert), Feld Entertainment & Disney (Disney On Ice), Die Hektiker (Die Hektiker), FMS (The Sisters Of Mercy), Kerstin Joensson (Hansi Hinterseer), Klaus Reinehlt (Hagen Rether), Rafaela Proell (Evita), beigestellt (Alligatoah, Anna von Hauswolff), A.-M. v. Sarosdy / Semmel Concerts GmbH (Tutanchamun)

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Liebe Hagen Rether, mit Preisen hochdekorierter Kabarettist am Klavier, tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt er böse Wahrheiten unters Volk – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. „Liebe“, so der seit Jahren konstante Titel des Programms, kommt darin nicht vor, romantisch kommt allenfalls die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Sichtbar wird jedoch die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt.

Hagen Rether

7.–11., Wiener Konzerthaus, Orpheum Graz, Salzburger republic & Linzer Posthof Ein Aufstieg zwischen Macht und Liebe Das vielfach ausgezeichnete Kultmusical von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber wird in einer Neuinszenierung von Vincent Paterson im März 2016 im Wiener Ronacher Premiere feiern. Der Star-Regisseur und -Choreograf war bereits bei der oscarprämierten Hollywood-Verfilmung mit Madonna in der Titelrolle für die Choreografie verantwortlich. „Evita“ genießt seit Jahren Kultstatus und präsentiert einige der besten Musicalsongs aller Zeiten. Der Stoff selbst basiert auf der Biografie von Eva Perón, ihrem Aufstieg vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse in Argentinien zwischen 1934 und 1952.

Evita

ab 10., Wiener Ronacher Himmelfahrts-Kommando Alligatoah, das ist eine Hip-Hop-Band, die aus dem Rapper Kaliba 69 und dem Beatproduzenten DJ Deagle besteht. Ihre Lieder rund um die beiden fiktiven Terroristen handeln von Verblendung und gnadenloser Naivität. Oft geht es dabei sehr erheiternd und lustig zu, aber Obacht! Manchmal ist mehr zwischen den Zeilen verborgen als die Zirkusfeeling erweckenden Melodien vermuten lassen. Beide zweifelhaften Hauptcharaktere der Songs werden von einer Person, Alligatoah aka bürgerlich Lukas Strobel, verkörpert: „Ich bin Schauspieler und ich mache Satire!“ Ah, eh!

Alligatoah

10., Helmut List Halle Graz & 11., Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

Sein Grab und die Schätze Der Grabschatz des Tutanchamun zählt zu den bedeutendsten Entdeckungen der Archäologie. Seit der britische Archäologe Howard Carter vor 93 Jahren das Grab im Tal der Könige in Ägypten entdeckt hat, ist die Faszination ungebrochen. Den historischen Moment und die Geschichte der Entdeckung des Grabschatzes stellt die Ausstellung in einem monumentalen Gesamtzusammenhang mit rund 1.000 Repliken der Grabbeigaben, Särge, Schreine, Masken und des Schmuckes lehrreich und unterhaltsam dar.

Tutanchamun

Mit LSD And The Search For God 2013 war „Ceremony“ ein dunkel glänzendes Meisterwerk sakraler Orgelklänge, über denen das feenhafte Timbre der Schwedin thronte. Nun setzt Anna von Hausswolff für „The Miraculous“ auf die kolossale Acusticum Pipe Organ – jedoch ist das Orgelspiel nicht mehr so prominent, das Album lebt in surrealer Epik in mollhaften Drones und bebenden Klanglandschaften. Dunkel mäandert ihre schwebende Stimme, intensiv und nah wirkt die komplexe, psychedelische Atmosphäre.

Anna von Hausswolff 6., Arena Wien (kleine Halle)

ab 22., Grazer Messehalle A

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Grenzgänger Hier gibt es alles, nur keine Schubladen: Das Donaufestival Krems entführt Fans und Neuankömmlinge auch heuer wieder in die schillernde Welt experimenteller Musik und faszinierender Aktionskunst. TEXT: AMINA BEGANOVIC

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Krems goes Kunst Rund 13.500 Besucher machen sich jährlich im Frühling zum gemeinsamen Gustieren auf nach Niederösterreich.

Der Mix macht’s Auch heuer können sich Fans auf zahlreiche namhafte Künstler freuen, die die Vielfältigkeit des Festivals untermalen. Man schunkelt zu den düsterstimmigen Post-Rock-Tönen der schottischen Band Mogwai oder träumt zum poetischen Texas-Country von Monk Parker. Arabischer Electronic-Folk gesellt sich dann mit dem syrischen Musiker Omar Souleyman hinzu, während UK-

Künstler Gaika die Menge mit elektronisch-karibischem IndustrialSound in seinen Bann zieht. Oder darf es ein bisschen audiovisueller sein? Installationskunst vom Feinsten liefert etwa das Wiener Performancekünstler-Duo Station Rose. … Um nur einige der Acts für 2016 zu nennen! Ein Mix par excellence also auch in diesem Jahr, bei dem die grenzenlose Kunst in Formen, Farben und Tönen zelebriert wird.

termine Das an- und aufregende Donaufestival in Krems-Stein splittet sich in zwei Wochenenden auf, Kunstfans mögen also die Kalender zücken und sowohl den 29. April bis 1. Mai, wie auch den 5. bis 7. Mai markieren. Gruß aus Glasgow Ein Highlight im Kremser Line-up 2016 ist die schottische Formation Mogwai.

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Fotos: donaufestival / David Visnijc, Brian Sweeney

m Spätfrühling versammeln sich die Freunde des Unkonventionellen in Niederösterreich, um eine wohlverdiente Auszeit von Mainstream und Co. zu nehmen: Das Donaufestival Krems hat sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp zum viel gerühmten Fixpunkt der heimischen und internationalen Kunstszene gemausert. 2016 wird dabei auch ein Jahr des Abschieds. Festivalleiter und Mastermind Thomas Zierhofer-Kin beschließt seine letzte Ausgabe, bevor er sich als Intendant der Wiener Festwochen an neue Aufgaben wagt. Auf die vergangenen Jahre in Krems blickt er zufrieden zurück: „Ein radikal anderes Festival“ wollte er anno 2005 aus der Taufe heben, das „Anderssein“ und die „Nicht-Norm“ wurden zum Credo und Programm. Das Projekt darf sich als gelungen bezeichnen. Das Donaufestival Krems pendelt zwischen Musik und Performance, zwischen Underground und gesellschaftspolitischem Anspruch. Genre-Grenzen sind hier fehl am Platz – und genau das macht den Charme aus.


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (sb)

Die Unverwüstlichen Hollywood lässt „Batman V. Superman“ antreten: Hohe Einspielergebnisse scheinen garantiert. Muss auch. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

Madeline Juno – Salvation Juno lädt mit ihrer durch einen feenhaften Klangkosmos flirrenden, kristallinen Stimme zu einer lösenden Introspektive.

Fleur East – Love, Sax & Flashbacks Die Begleitmusik für Hotpants, Tanktops und laszive Moves: zumindest der musikalische Sommer steht vor der Tür! Bat oder Super? Egal. Die Studiobosse, so hört man, waren von dem, was sie zu sehen bekamen, so beeindruckt, dass sie für drei weitere Batman-Abenteuer bereits grünes Licht gegeben haben.

Steel Panther – Live From Lexxi’s Mom’s Garage Um sich seiner Gewänder zu entledigen und Matratzensport zu betreiben, braucht es keinen Strom. QED!

Elton John – Wonderful Crazy Night Er ist zwar nicht so durchgeknallt wie Jerry Lee Lewis oder Meat Loaf, aber der Rocket Man bes(ch)wingt nach wie vor!

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Gretchenfrage „Batman oder Superman?“ Das ist in etwa so eine popkulturelle Gretchenfrage wie „Beatles oder Rolling Stones?“. Fans, die beide Superhelden gleichermaßen schätzen, sind vergleichsweise spärlich gesät. Hier treten sie gegeneinander (oder doch letztlich gemeinsam, was weiß man schon Genaues bei der heutigen Geheimniskrämerei?) an, und es wird ganz sicher ordentlich krachen. Dafür sorgt schon Regisseur Zack Snyder, der mit dem

Horror-Remake „Dawn of the Dead“ und der Frank-Miller-Verfilmung „300“ auf sich aufmerksam machte. Seither gilt er als Comic-Spezialist: 2013 ließ er Superman in „Man of Steel“ wieder auferstehen, wenngleich die Reaktionen gemischt waren. Als Superman besetzte er den Briten Henry Cavill, der auch diesmal ins blaue Trikot schlüpft. Die Frage, die die Fans bewegte, war aber, wer den Fledermaus-Mann geben würde, und da gab es eine ziemliche Überraschung: Dass die Wahl auf Ben Affleck fiel, sorgte vielfach für Unmut. Ansonsten lässt sich die Besetzung, u.a. mit Jesse Eisenberg als Lex Luthor, durchaus sehen.

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Fotos: Hersteller

Dream Theater – The Astonishing Die Prog-Metaller stoßen in die Sphären von Pink Floyd vor und liefern einen schier jenseitigen Klangkosmos ab.

s war abzusehen, dass die Traumfabrik 2016 weiterhin auf Spektakel-Kino der obersten Preiskategorie setzt. Als erster Vorbote der Blockbuster-Schlacht kommt am 25. März „Batman V. Superman: Dawn of Justice“ heraus. Allein schon die stolzen Produktionskosten von kolportierten 410 Millionen Dollar verdammen den Film zum Erfolg.


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!ticket media IGGY POP

Post Pop Depression Der Rock liegt im Sterben, munkelt man. Abgelegt ist sein rebellischer Charakter, fehl am Platze ist er in der digitalen Trance-Generation Z auch. Er ist an sich selbst zerbrochen, in abertausend belanglose Splitter, bar jedweder Innovation. „I have nothing left to say, but I’m gonna say it anyway. Thirty years upon a stage and I hear the people say: Why won’t he go away?“, sang

schon Randy Newman 1999. Und nun bekommt auch „the Godfather of Punk“, Oma Iggy, langsam seine Altersdepression, der Kriegsveteran befindet sich auf Jenseitstrieb: „Death is the pill that’s hard to swallow.“ Aber wenn schon scheiden, dann mit Pauken und Trompeten – mit dem jugendlichen Elan von Josh Homme (Kyuss, QOTSA, Eagles Of Death Metal), Matt Helders (Arctic Monkeys) und Dean Fertita (Dead Weather). Jedoch war bei keiner Nahtoderfahrung das Licht am Ende des Tunnels so luzid wie hier – vermeint man gar, Iggy bekäme wieder „Lust for Life“, wenn er sich unbeirrt und abgebrüht in knarziger Prägnanz übt, in perfektem Einklang mit der kantigen Knochigkeit Hommes Akkorden und dem gelösten Trieb Helders’. Ein Relikt ist Iggy noch lange nicht, da können die Aasgeier noch lange kreisen. (sb)

4,5/5

BLACK STONE CHERRY

Kentucky Bereits mit „Magic Mountain“ zeigte man den sich häufenden Nickelback-Vergleichen den Stinkefinger, „Kentucky“ streckt nun zudem noch patzig die Zunge raus: Endlich schlatzen die Herren wieder Kautabak, kratzen sich im Schritt und zaubern das perfekte Potpourri aus harter Schale & weichem Kern: triebgesteuert, aber auch kuschelbedürftig beweist man selbst in den balladeskeren Momenten Südkaper-Eier. (sb)

RENAUD CAPUÇON SCOOTER

Ace Herz-Ass, Stich, boom! Nur eineinhalb Jahre nach dem kommerziell erfolgreichen „The Fifth Chapter“ veröffentlicht die deutsche Techno-Institution Scooter mit „Ace“ ein neues Album und frönt fröhlich dem Klischee des Kultes. Mit seiner 19-jährigen Freundin verschreckte der dauerblondierte Frontmann H.P. Baxxter zuletzt die moralischen Sittenwächter, mit der Single

„Oi“ nun die gesamte britische Skinhead-Bewegung der frühen 80er-Jahre. Doch Vorsicht – H.P. macht nur Spaß: „Don’t take life too seriously, you won’t get out alive anyway“, lautet eine Textzeile und fürwahr, das ist die größte Weisheit seit „Döpdöpdöp…“ aus dem Jahre 2003! Musikalisch geht das Hamburger Kult-Trio aber leider den Weichspüler-Kurs weiter, denn statt knackigem Hardstyle gibt es meist nur seichtes EDM-Gedudel und fade Gesangskooperationen mit Vassy und Maidwell. Vom Klassiker (oder zumindest vom Potential zum Klassiker) sind Scooter mit den 14 neuen Stücken auf „Ace“ leider mittlerweile meilenweit entfernt, aber wenigstens sind die Songtitel („The Birdwatcher“) und Songtexte erfrischend sinnbefreit wie eh und je. Wicked! (rf)

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Sarasate Edouard Lalo, Pablo de Sarasate und Max Bruch stehen in einer musikhistorischen Verbindung. Renaud Capuçon hat nun mit dem Orchestre de Paris unter Paavo Järvi die „Symphonie espagnole Op. 21“ , Zigeunerweisen und das „Violinkonzert Nr. 1 op. 26“ in einer sehr spannenden Interpretation eingespielt. Kein einfaches Programm, aber bei mehrmaligem Anhören, geht es unter die Haut! (pmd)

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Ready, steady, go!

Um zu iern, verschle entlich eig dass er erirdische ß u eine a rm ist,hat Lebensfo enschliche m sich Jo t-DNA r a B en injizier . lassen

gameboy JO

Spielwiese Jeden Monat stellt euch Joachim Schmida eine Auswahl der besten Konsolenspiele vor. Faszinierend, was sich in der Game-Welt so tut!

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Bereits erhältlich ist der neueste Kampf unserer Lieblings-Alien-Abwehr-Einheit XCOM. Diesmal PCexklusiv ziehen die Experten bei Firaxis Games wieder alle Register rundenbasierter Strategie-Herausforderungen. Außerdem als Download in den Stores verfügbar: Unravel. Der Wollknäuel-Puzzler war das „Feel-good-Spiel“ samt herzerwärmender Präsentation des Entwicklers bei der letztjährigen E3. An der Beat-’em-up-Front kommt es zu einem Wiedersehen mit der Street Fighter-Reihe. Teil 5 liefert erneut brachiale Prügel-Action für Game-Nostalgiker. „Open World“technisch katapultiert uns Far Cry Primal von Ubisoft Montréal in die Steinzeit. Und endlich können sich auch NichtXbox One-User von der Action-Perle Rise of the Tomb Raider überzeugen. Laras neuestes Abenteuer – unser Spiel des Jahres 2015 – ist endlich für den PC erschienen. Der März startet mit dem MMO-Shooter Tom Clancy’s The Division, der April bringt uns Remedys-Story-getriebenen Zeitmanipulations-Shooter Quantum Break, in den Microsoft große Hoffnungen steckt. Uncharted 4: A Thief’s End, einer der sehnlichst erwarteten Blockbuster-Kracher überhaupt, steht dann ab 27. in den Läden. Man darf gespannt sein, ob Naughty Dogs neuester Streich den hohen Ansprüchen gerecht wird. Erste Einblicke lassen jedenfalls Großes erahnen. Fans von Action-RPG der fordernden Sorte fiebern natürlich Dark Souls 3 entgegen. Interessant wird der Mai durch das PS4-Experiment The Tomorrow Children. Schleicher-Aficionados werden hingegen mit der Fortsetzung von Dishonored (Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske) festlich bedient. Und das war erst der Anfang, vieles wird noch folgen: Mirror’s Edge Catalyst, No Man’s Sky, Halo Wars 2 – ob neue IPs oder nicht mehr geglaubte Fortsetzungen, es wird aufregend!

Fotos: Hersteller

Die obligatorische nach dem Weihnachtsgeschäft herrschende Flaute am Gaming-Sektor ist überwunden. Wir befinden uns am Beginn eines vielversprechenden Spielejahres 2016. Insbesondere folgende Titel lassen Zockerherzen höherschlagen. TEXT: JOACHIM SCHMIDA


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!ticket service

Foto: Gepa

ÖFB-Nationalteam startet ins EURO-Jahr Das österreichische Nationalteam startet in das EURO-Länderspieljahr 2016 mit zwei freundschaftlichen Länderspielen gegen Albanien und die Türkei. Am 26. März, 17:30 Uhr, findet das Länderspiel Österreich – Albanien im ErnstHappel-Stadion statt. Drei Tage später, am 29. März, 20.30 Uhr, spielt Österreich ebenfalls im Happel-Oval gegen die Türkei. Tickets für die beiden Tests sind seit 9. Februar sowohl im Abo als auch als Einzelticket via ÖFB Online Shop www.oefb.at/tickets oder telefonisch unter (01) 96096 555 erhältlich. Das günstigste Abo kann ab € 14,00 erworben werden. Einzel-

Unsere Helden Österreichs FrankreichStarter werden wieder alles geben.

tickets sind bereits ab € 8,00 erhältlich. Aufgrund der zu erwartenden großen Anzahl an albanischen und türkischen Fans sind die kompletten Sektoren A / F für die Anhänger der Gästemannschaft reserviert!

Für Fans aus den Bundesländern bietet die ASM, das offizielle Reisebüro des ÖFB, attraktive Reiseangebote zu den Spielen. Die Reiseangebote beinhalten jeweils ein Bahnticket, das Ticket für das Spiel und eine Nächtigung im 4* Hotel (inkl. Frühstück) ab € 129,00. Nähere Informationen finden Sie unter www.asm.travel.

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!ticket spaß

Dirty Talking Die Welt hat sich verändert. Sehr verändert. Auch im Entertainment Business hat es viele Veränderungen gegeben. Überaus wichtig ist die Technik geworden: schneller, höher, weiter. Und alles muss digital sein. Aber die Künstler sind analog geblieben. Sie pfeifen auf die neue Zeit und reden so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Sie kümmern sich nicht um Regeln der politischen Korrektheit, und auch Frauen und Männer gehen anders miteinander um, als es von den Sprachund Moralwächtern propagiert und

SEX SELLS Georg Biron

verlangt wird. So funktioniert er halt, der Rock ’n’ Roll. Davon konnte ich mich selbst erst unlängst wieder überzeugen, als ich bei einem Live-Konzert in der Backstage-Zone war und wir einen Dirty-Talking-Wettbewerb durchführten. Die bösen Buben sind wieder einmal auf Tournee und leben ihren Traum. Sie ziehen sich Koks rein wie die jungen Löwen und trinken Scotch aus der Flasche. Auf der Couch in der Garderobe liegt eine junge Frau und schläft. Sie hat eine sehr kurze Jean und ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck

STARREBUS Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Was könnte hiermit gemeint sein? Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket. Die Auflösung unseres letzten Rebus war „Tindersticks”.

„Bitch“ an. Der Gitarrist greift die fast nackt schlafende Frau an und sagt zum Sänger: „Um die Schlampe beneide ich dich. Die ist so, wie eine Frau sein soll: geil.“ Der Sänger zischt ihn an: „Lass die Finger von ihr, du Arsch!“ Die Frau wird wach und grinst in die Runde. Sie lächelt, zieht schnell ihr T-Shirt nach oben und zeigt, was sie hat. „Ihr seid alle soooo old school und wie ein Feuerlöscher, der nicht funktioniert, wenn es brennt“, lacht sie, „aber mit euch ist mir nie fad!“

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Weitere Gewinnspiele gibt es auf den Seiten 8, 19 und 24. Infos & Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Eventmagazin, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 15. März 2016.

RESTKARTEN 50|

Pink Floyds David Gilmour verlängert seine „Rattle That Lock“-Tournee und wird am 27. und 28. Juni vor dem Schloss Schönbrunn in Wien gastieren.

Fotos: moff, fotolia, beigestellt

Das nächste !ticket erscheint am 30. März 2016.


Die beste Zugabe: der Heimweg.

Ihr Ticket wird zum Fahrschein: Denn die Eintrittskarten für viele Veranstaltungen in Wien gelten gleichzeitig als Netzkarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und zwar zwei Stunden vor bis sechs Stunden nach Beginn. www.wienerlinien.at

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05.08.15 15:17


HIGHLIGHTS

präsentiert

DR. ECKART VON HIRSCHHAUSEN

11.+12.10.’16 Wien, Stadthalle F 13.10.’16 Graz, Stadthalle 14.11.’16 Salzburg, Arena 21.11.’16 Linz, Tips Arena

„Wunderheiler“

HAGEN RETHER „Wild“

MICHAEL MITTERMEIER

MAX RAA&BPaElast Orchester

„Eine Nacht in Berlin“

27.10.’16 Linz, Brucknerhaus 28.10.’16 Salzburg, Arena 29.10.’16 Wien, Stadthalle F 30.10.’16 Graz, Stadthalle 27.04.’16 Wien, Globe Theater 28.04.’16 Graz, Orpheum 29.04.’16 Leonding, Kürnberghalle

12.04.’16 Wien, Stadthalle F 13.04.’16 Graz, Stadthalle 02.11.’16 Innsbruck, Congress 04.+05.03.’16 Wien, Stadthalle F 08.04.’16 Salzburg, Arena 09.04.’16 Linz, Tips Arena 10.04.’16 Graz, Stadthalle

KAYA YANAR

„Planet Deutschland“

MARTIN RÜTTER

„Liebe“

07.+09.03.’16 Wien, Konzerthaus 08.03.’16 Graz, Orpheum 10.03.’16 Salzburg, Republic 11.03.’16 Linz, Posthof

STEFAN VERRA

„Ertappt! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich.“

htalhalle 11.03.’16 Ober-Grafendorf, Pielac 12.03.’16 Tulln, Danubium trum 17.03.’16 Spielberg, Kultur im Zen l Saa ss gre 03.06.’16 Innsbruck, Con 08.06’.16 Leonding, Kürnberghalle 09.06.’16 Wien, Globe Theater 22.04.’16 WIEN, Globe Theater notkulis.at ,weitere Termine auf ger

„nachSITZen“

„Der Körpersprache-Code“

THORSTEN HAVENER

13.04.’16 Villach, Stadthalle 14.04.’16 Graz, Stadthalle 15.04.’16 Wien, Stadthalle D a 23.03.’17 Wr. Neustadt, Arena Nov 24.03.’17 Linz, TipsArena Das Große D.O.G.S. Symposium ersum 29.+30.10.’16 Schwechat, Multiv

„Kulisionen“

GERNOT KULIS

!ticket März 2016  

mit Red Hot Chili Peppers, AC/DC, Al Bano & Romina Power, Conchita Wurst, Die Seer, Cardiochaos, Batman V. Superman, Iggy Pop und mehr!

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