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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

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KOSTEN FAKTOR KULTUR

P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Eine Gesellschaft ohne Kultur ist unvorstellbar. Doch was darf sie kosten?

WIESENSTARRSD O DIE ANTWO BOB DYLAN JAN DELAY STATUS QUO BILDERBUCH IGGY POP N HUBERT VO GOISERN

musik show 2 0 1 5 sport theater kabarett

MAI

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

STIPSITS & RUBEY GIER NACH ERFOLG

WIESEN

Alles neu macht der Mai: Am 30. des Monats startet die neue Saison in der burgenländischen Open-Air-Oase mit Sunrise Avenue – und das noch dazu im neuen Glanz!


Original graphics designed by Dewynters Plc, London

Das Musical

v o n M i c h a e l K u n z e u n d S y lv e s t e r L e vay

neue Fassung f端r Wien

aB September 2015 www.musicalvienna . at

A4_MOZ15_OeT.indd 1

22.04.15 10:17


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!ticket editorial Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin von !ticket

Alles neu macht der Mai!

Foto: Conny de Beauclair

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er Frühjahrsputz steht an. So wie sich der Nebel des Winters endlich verzieht, dürfen auch die Staubballen die Wohnung verlassen und die Sonnenstrahlen durchs frisch geputzte Fenster strahlen, auf dass man weiß: Man braucht sich nun nicht mehr einigeln, raus an die frische Luft ist die Devise! Aber auch draußen ist man fleißig am Frühjahrsputz: Seit Mitte der 70er-Jahre hat sich der kleine burgenländische Ort Wiesen mit seinem malerischen Festivalgelände einen Namen gemacht, die Crème de la Crème fand sich dort bereits ein, um zwischen Erdbeeren Zigtausenden einen unvergesslichen Nachmittag und Abend zu bereiten. Mit dem diesjährigen Saisonauftakt am 30. Mai (Sunrise Avenue) wird das Gelände im neuen Glanz erstrahlen. Welche gigantischen Pläne dort umgesetzt werden, lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 10. So viel können wir jetzt schon verraten: Der hauseigene Frühjahrsputz wirkt dagegen wie ein Kinkerlitzchen. Aufräumen sollte man jedoch nicht nur hier und dort, sondern vielleicht auch einmal in der Staatskasse. Denn auch wenn mittlerweile klar ist, dass Kultur nicht nur ideellen, sondern auch materiellen Mehrwert hat, so sollte sie am besten nichts kosten. Da wird zwar frisch-freudig die Ticketsteuer erhöht, was à la longue bedingt förderliche Auswirkungen auf unsere Kulturlandschaft haben wird, andererseits leiden viele Häuser unter fehlenden Subventionen (siehe Seite 26). Da hilft nur eines: Selbst tätig werden, die Kultur unterstützen. Der beste Anfang: Musik kaufen, Konzerte besuchen! Viel Spaß dabei! Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre! Roberta Scheifinger

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WWW.NOVAROCK.AT

#NR15

FACEBOOK.COM/NOVAROCK

3 DAYS – 70 BANDS – 4 STAGES

FREITAG, 12.JUNI FESTIVAL

Die Antwoord · Sven Väth Deadmau5 Noisia · Spor & MANY MORE FESTIVAL

Damian “Jr. Gong” Marley · Jan Delay

SAMSTAG, 13.JUNI

Labrassbanda · Nneka · Xavier Rudd Rakede · Millions Of Dreads FESTIVAL

Status Quo

Eric Burdon & The Animals · Jimmy Cliff Uriah Heep · Nazareth · The Doors Alive FESTIVAL

Bilderbuch · Belle & Sebastian

SONNTAG, 14.JUNI

Wanda · Nada Surf · Curtis Harding

FESTIVAL

CHIC feat. Nile Rodgers · Róisín Murphy Marla Glen · Count Basic · Johann Sebastian Bass Sinkane · Threeo · Robb FESTIVAL

Iggy Pop · Flogging Molly The Baseballs · Anti-Flag · Hatebreed Katzenjammer · Sepultura & MANY MORE

LAGWAGON · ALL FACES DOWN · SOLSTAFIR · FRISKA VILJOR · ORCHID · RAKEDE · MAMBO KURT ANTILOPEN GANG · BETONTOD · DRESCHER · NORTHLANE · CODE ORANGE · HEISSKALT · MILK+

Sunrise Avenue Bob Dylan And His Band Hubert Von Goisern 5/8erl in Ehr’n

Ottakringer Arena 2015 www.wiesen-festivals.at

facebook.com/wiesenfestivals

Tickets sind auf www.musicticket.at, bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096) und in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und Megacard-Members) bzw unter 01/24924 erhältlich.

WO R L D TO U R

THE OFFSPRING · INTERPOL · ALT-J · CASPER · ELLIE GOULDING MAJOR LAZER · MARTIN GARRIX · NERO LIVE · FRITZ KALKBRENNER · THE SCRIPT · BAD RELIGION

SIMPLE PLAN · CHARLI XCX · KWABS · ENTER SHIKARI · ALLIGATOAH · JOSÉ GONZÁLEZ · K.I.Z. · THE WOMBATS · ECHOSMITH FRITTENBUDE · MAD CADDIES · ESKIMO CALLBOY · IRIE RÉVOLTÉS · WILLIAM FITZSIMMONS · NEW FOUND GLORY · DAWA · CHUCK RAGAN SDP · HALESTORM · AGAINST ME · MIGHTY OAKS · DARWIN DEEZ · LONELY THE BRAVE · RAE MORRIS · TWIN ATLANTIC · THE MENZINGERS RUEN BROTHERS · COURTNEY BARNETT · THE DISTRICTS · TRUCKFIGHTERS · DOLOMITE MINOR · EXCLUSIVE · EAVES · NORTHCOTE NIGHTPARK

SIGMA LIVE · KLANGKARUSSELL LIVE · PORTER ROBINSON LIVE · OMD · KILL THE NOISE · MODESTEP LIVE OLIVER KOLETZKI · KOAN SOUND · BAKERMAT · CLAPTONE · GORGON CITY DJ-SET · AKA AKA FEAT. THALSTROEM LIVE CRAZE · CYRIL HAHN · DUMME JUNGS LIVE · HANNAH WANTS · FUKKK OFFF · FAKEAR · ILLSKILLZ · TINUSH · STEVE HOPE · DIZZY BELL · ANDY CATANA MAD DECENT STAGE

DIPLO · DILLON FRANCIS · FLOSSTRADAMUS · ZEDS DEAD · WHAT SO NOT RAM

WILKINSON DJ-SET · TC · LOADSTAR · DC BREAKS · TEDDY KILLERZ · BODY & SOUL DISASZT · MC DAXTA — AND MANY MORE TO COME!

20.-22.AUGUST GREEN PARK ST.PÖLTEN WWW.FREQUENCY.AT

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2 FESTIVALS IN 1 · 3 TAGE · 8 BÜHNEN · 120 ACTS

Tickets sind auf www.musicticket.at, bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096) und in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und Megacard-Members) bzw unter 01/24924 ehältlich.

FOOFIGHTERS.COM TICKETS AB 24.04.  10 UHR T I C K E T S S I N D A U F W W W . M U S I C T I C K E T . A T, B E I O E T I C K E T  W W W . O E T I C K E T . C O M ; T E L : 0 1 / 9 6 0 9 6  U N D B E I M S TA D T H A L L E N  T I C K E T I N G U N D U N T E R + 4 3  1  7 9 9 9 9 7 9 E R H Ä LT L I C H . JETZT ERHÄLTLICH!


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!ticket inhalt

Tu felix Austria!

impressum Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger

Wir sind Life Ball! Wir sind Song Contest! Wir sind Bilderbuch, Wanda und Olympique! Wir sind Goisern! Und noch vieles mehr.

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STARS&PEOPLE 14 Die Toten Hosen Die deutschen Punker kommen wieder nach Österreich, topfit und mit einem Lächeln im Gesicht. Denn: Campino gefällt’s hier. 16 Sophie Hunger Nach ihrem Sabbatical präsentiert sich die Schweizer Künstlerin mit ihrem neuen Album „Supermoon“ intensiver denn je. Betreten Sie Sophies Welt!

24-30

Stv. Chefredakteurin & Chefin vom Dienst: Petra Albrecht B.A. Anzeigen Veranstalter: Mag. Thomas Keuschnigg Anzeigen: FCM firstclassmedia GmbH, Andrea Fürnweger, Mag. Fritz Schmied Redaktion/Kolumnisten: Petra Albrecht B.A. (pa), Stefan Baumgartner (sb), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Alexander Haide (ah), Astrid Radner B.A. Bakk. phil. (ar), Mag. Joachim Schmida, Andreas Ungerböck (ray-Magazin), Andy Woerz, Andy Zahradnik Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Mag. Karin Steiner Textchef: Jakob Hübner Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 51, 5. Stiege (3. Innenhof), 1060 Wien

DAS WIENERLIED Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist es in der Musiklandschaft unterwegs, das Wienerlied. Einige Jahre versank es in der Versenkung, nun ist es aber wieder dabei, den Populärgipfel zu erklimmen. Eine kurze Geschichte vom Augustin bis zu Wanda.

32-36

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LIFE&STYLE

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

26 Kulturförderungen Gespart werden muss überall, leider auch in der Kulturlandschaft. Dass man sich so nur leider auch rasch einmal ins eigene Fleisch schneidet, wird oft vergessen …

32 Stadtmusikanten Straßenkünstler brauchen viel mehr als nur ihr Talent, musizieren oder schauspielern zu können. Denn wie so oft sind auch hier einige bürokratische Hürden zu überwinden, bevor man „sein Platzerl“ bekommt …

38 Judas Priest Die „New Wave of British Heavy Metal“ ist die größte, letzte Rock-Revolution, Judas Priest einer ihrer bekanntesten Vertreter. Und genug haben sie noch lange nicht.

34 Stipsits & Rubey Die beiden Herren, gerade aus „Triest“ wiedergekehrt, sind, wie so viele andere auch, auf der Suche nach dem Glück. Wir helfen suchen.

44 Hubert von Goisern Im Goiserer lodert es, Federn lassen muss er auch. Und genau das macht ihn so authentisch. 50 Media Leonard Cohen, Faith No More & viele mehr!

Art Direktion: Mag. Gottfried Halmschlager Vertriebsmarketing, Dialogkonzept: straberger conversations GmbH, Mariahilfer Straße 1d/Top II, 1060 Wien, www.conversations.at Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an die PGV Austria Trunk GmbH (Leserservice) oder per Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 863 04 8022 Redaktionsanschrift: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Heumühlgasse 11, 1040 Wien, Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum.

Foto: Fürthner, Illustration: baes

28 Life Ball/Eurovision Song Contest Alljährlich findet im Mai im Wiener Rathaus der „Tanz zur Toleranz“ statt, dieses Jahr folgt nur kurz darauf ein anderes grenzüberschreitendes Ereignis: der Song Contest.

Stv. Chefredakteur: Stefan Baumgartner

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!ticket highlights

2015/16 The Purple Tour David Coverdale ist sicher ein wahrer Meister seines Faches. Wie kein anderer schafft er es mühelos, dem Hardrock die richtige Mischung Blues einzuhauchen und einen Gesangsstil zu prägen, der seinesgleichen sucht. Als Sänger von Deep Purple hat er sich einen Namen gemacht, als Frontman von Whitesnake ist er schon zu Lebzeiten unsterblich geworden. „Here I Go Again“ anybody!? Aber nicht nur die Klassiker, auch die neuen „Purple Album“-Stücke haben es gewaltig in sich!

Whitesnake

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Von und mit Michael „Bully“ Herbig „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns gilt heute als sein berühmtestes Werk, wurde von ihm zu Lebzeiten jedoch nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Nun widmet sich dem „Grande fantaisie zoologique“ der deutsche Comedian Bully Herbig, der dem klassischen Stück auch seine persönliche Note verleiht. Sein Anliegen ist es, die eigene Begeisterung für klassische Musik weiterzugeben – und welches Setting könnte besser geeignet sein als ein Treffen der Tiere (Bären, nicht nur Gummibären!) an einem geheimen Ort, um die Hochzeit des Löwen zu feiern? 22. November, Wiener Stadthalle (Halle F)

Fotos: Ash Newell Show Connection Show Factory / LSK Chadden Hunter Steven Sebring Lalo Jodlbauer

19. November, PLANET.tt im Gasometer

Der Karneval der Tier

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Frei sein Xavier Naidoo – Sänger, Songwriter, Mitbegründer der Söhne Mannheims und Teil des Bandprojektes „XAVAS“ (gemeinsam mit Kool Savas) ist ein Künstler, an dem sich die Geister scheiden. Er polarisiert, er fasziniert, er löst Diskussionen aus. Aber vor allem überzeugt er durch seine Stimme und seine authentische Persönlichkeit. Beides wird er diesen Sommer im Rahmen stimmungsvoller Open-AirKonzerte erneut unter Beweis stellen.

IT’S ONLY WOERZ

Xavier Naidoo

im Juni & Juli in Salzburg, Graz, Wien und Dornbirn Eisige Welten – Live in Concert Nach dem sensationellen Erfolg von Planet Erde im Frühjahr dürfen wir uns Anfang kommenden Jahres auf eine – frostige – Fortsetzung mit der BBC-Naturdokumentation „Eisige Welten“ freuen. Es war die größte Film-Expedition aller Zeiten in die extremsten und abgelegensten Teile unseres Planeten – in die unendlichen eisigen Weiten der Arktis und Antarktis. Vier Jahre Produktionszeit, rund 2.300 Drehtage in der Luft, an Land, im Wasser und unter dem Eis – fernab der modernen Zivilisation. Diese Bilder, live von einem Orchester begleitet, sollte man sich nicht entgehen lassen …

Planet Erde

Fotos: Ash Newell, Show Connection, Show Factory / LSK, Chadden Hunter, Steven Sebring, Lalo Jodlbauer

13. Februar, Wiener Stadthalle (Halle D) Horses Im Herbst ‘75 trommelte Patti in New York ihre Band zusammen, um ihr Debüt „Horses“ aufzunehmen. Es galt bald als bahnbrechend und gar historische Aufnahme, seitdem hat es für Generationen von Musikern und Künstlern nichts an Bedeutung verloren. Nun, 40 Jahre später, will Smith die Langlebigkeit und den andauernden Einfluss des Albums mit einer Reihe spezieller Shows würdigen. „Es wird eine stolze, ehrliche Feier“, sagt Patti über ihre Idee, das Album in seiner Gesamtheit live zu performen. Vom damaligen Line-up sind heute noch Lenny Kaye und Jay Dee Daugherty an ihrer Seite dabei.

Patti Smith

im Juli in Wien und München, im August in Wels, im August in Laibach

Alma

A Show BIZ ans Ende Der Komponist Gustav Mahler ist daran gestorben, dass er sie zu sehr geliebt hat, der Maler Oskar Kokoschka konnte ihren Verlust ein Leben lang nicht verwinden, der Architekt Walter Gropius war ein Spielzeug in ihren Händen, und der Dichter Franz Werfel schrieb: „Sie gehört zu den ganz wenigen Zauberfrauen, die es gibt!“: Alma Mahler-Werfel – die größte Femme fatale des 20. Jahrhunderts. Dieses Jahr feiert das „Alma“Theaterepos von Paulus Manker 20-jähriges Bestehen! Wir gratulieren!

24. Mai bis 7. Juni, Roigk-Hallen Wiener Neustadt

Privatsache! Kreuzfahrten, Wanderungen oder gesponserte Kaffeefahrten im Beisein der Publikumslieblinge erfreuen sich seit Längerem immer größerer Beliebtheit. Manche Künstler peppen ihre Konzerte gar mit „Meet and greet“ auf und man darf um einen deftigen Aufpreis seinem Star vor dem Konzert die Pfote schütteln und sich mit ihm auf einem Foto verewigen lassen. Das führt entweder zur Festigung der Liebe zum Künstler, oder aber auch zur Irritation, weil „die/der ist ganz anders auf der Bühne!“ Ich persönlich kann mir schon vorstellen, dass z. B. Bands, die seit 40 Jahren erfolgreich im Geschäft sind, nicht mehr die gleichen Anliegen und Gedanken haben wie damals als postpubertäre Revolutionäre. Da kann es schon vorkommen, dass man privat ein bisschen anders ist als auf der Bühne. Aber es geht auch anders. Ich traf dereinst in L.A. den Bassisten einer Anfang der 1990er durchaus sehr bekannten australischen Rockband. (Nein, keine Namen, die Herren sind nach wie vor im Dienste des Rock ’n’ Roll unterwegs.) Der Kerl hatte Pech beim Denken, war großgoschert, selbstgefällig, dauerrollig und auch gesprächsinhaltlich ausschließlich auf das Abschleppen von „Babes“ fixiert. Es war klar, privat würden wir keine allzu guten Freunde werden. Dann ging er mit seinen Kollegen auf die Bühne und war unglaublich grandios und authentisch, so wie er war. Als dauerrolliger, posender, selbstgefälliger, auf das Abschleppen von Babes fixierter Rock ’n’Roller. Und falls es interessiert: Er verließ das Konzert mit drei Mädels, und das nur, wie er mir später erzählte, weil er einen Viersitzer fuhr und mehr nicht Platz gehabt hätten. Die drei könnten sicher genauer ausführen, wie groß der kleine Unterschied wirklich ist. Also, … der Unterschied vom Bühnendarsteller zum Privatmenschen.

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!ticket thema: made in austria

Rot-Weiß-Rot Wir sind Song Contest! Wir sind Formel 1! Wir sind Kabarett! Wir sind … so einiges. Und genau dieser österreichischen Vielfalt widmen wir unsere Mai-Ausgabe. TEXT: PETRA ALBRECHT

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015 feiert Österreich gleich so einige Jubiliäen: Vor 70 Jahren wurde die Zweite Republik gegründet, vor 60 Jahren wurde der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet und vor 20 Jahren ist Österreich der EU beigetreten. Abgesehen von politischen Jubliäen gibt es noch so einiges, das dieses Jahr in und rund ums Thema Österreich passiert bzw. gefeiert werden darf. Dank des Erfolges von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest darf Österreich diesen heuer ausrichten. Kurz nach dem Life Ball – ebenfalls ein alljährliches heimisches Highlight – wird

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sich die Wiener Stadthalle in eine SongContest-Halle verwandeln. Wir haben uns der beiden Themen angenommen und berichten ab Seite 28 ebenda darüber. Unser Schwerpunktthema zieht sich durch das ganze Heft – ob unsere Hauptstadt mit Schwerpunktlegung auf die Entstehung des Wienerliedes beleuchtet wird, oder heimische Bands und Künstler wie Tagtraeumer, Catastrophe & Cure, Hubert von Goisern und Allessa genauer unter die Lupe genommen wurden – wir stellten fest, dass unsere Alpenrepublik viel mehr

als nur Schnitzel und Spritzwein bietet. Mit Patriotismus ist es ja immer so eine Sache. Dank der österreichischen Geschichte und einigen – leider immer wieder aktuellen – Aussagen, die sich niveautechnisch wohl eher ein paar Meter unter der Erde bewegen, ist man oftmals eher beschämt über als stolz auf sein Land. Nichtsdestotrotz und fernab von übertriebener Heimatliebe haben wir für Sie hier einige Freizeitbeschäftigungen und Unterhaltungsgegenstände rund um das Thema RotWeiß-Rot ausgewählt:

Fotos: Getty Images, Samo Vidic/Red Bull Content Pool, Hersteller, Sebastian Klampferer

en Emotion rix Rasende s einen Grand P e d l ir e er w Form 1 Auch heu reich geben. Die i am n r von Öste von 19. bis 21. Ju g. t e r lb r gastie g in Spie in R ll u B Red


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aufspielen

aufwachsen Madame Tussauds Im Wiener Wachsmuseum gibt es so einige heimische Stars zu betrachten, unter anderem Arnold Schwarzenegger.

Best Of Austria Mit Wolfgang Ambros, der EAV, Die Seer und Schiffkowitz ist ein Hitfeuerwerk garantiert! In unterschiedlichen Konstellationen zu sehen am 5. August in Mörbisch und am 5. September in Bregenz.

Petutschnig Hons Ab Mai bringt der beliebteste Bauer Österreichs seinem Publikum das Leben auf dem Hof nahe.

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aufs maul

vastehst? Wie sagt man in Österreich? Ein Werk, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte! Dann gibt es auch keine dialektischen Missverständnisse.

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Erdbeerland S

eit Mitte der Siebzigerjahre hat der kleine Ort Wiesen im Burgenland sich durch sein Festivalgelände einen Namen gemacht. Die Crème de la Crème der internationalen Rock- und Popgeschichte kommt seit Jahrzehnten immer wieder gerne auf Besuch in diese außergewöhnliche Open-Air-Oase. Außergewöhnlich ist das Gelände vor allem deshalb, weil es an Gemütlichkeit und Charme kaum zu übertreffen ist!

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inger Arena an in der Ottakr All dies kann m ! en Wiesen live erleb ise Avenue 30. Mai – Sunr s u. a mit. Urban Art Form 18.–20. Juni – Sven Väth d Die Antwoord un lan Dy b Bo – ni 26. Ju Marley u. a mit Damian sh pla ns 3. Juli – Su und Jan Delay ic Burdon Days u. a. mit Er 4. Juli – Lovely und Jimmy Cliff it Bilderbuch st Of Art u. a. m 10. Juli – Harve an sti und Belle & Seba ts u. a. Jazz & Blues Nigh 11, Juli – Nova Rodgers le mit CHIC feat. Ni u. a. mit Iggy o Days A Week Tw – li 17.-19. Ju Molly Pop und Flogging 5/8erl in Ehr’n von Goisern und rt be Hu – li Ju . 25

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Besondere Location Mitten in der burgenländischen Erdbeerregion – die rote Frucht ist wirklich zu empfehlen und stammt sie von dort, mit nichts aus dem Supermarkt zu vergleichen, das sich Erdbeere schimpft – steht ein Festivalzelt umgeben von Grünflächen, Bars und Es-

sensständen. Bis zu 8.000 Menschen können bei einem Open-Air-Konzert ebendort abfeiern und einen launigen Abend verbringen. Speziell ist auch der Backstagebereich – besteht dieser aus alten Zugwaggons, eine Kleinigkeit, die aber immer wieder Eindruck auf Bands macht, und genau diese Location wird deshalb nicht in Vergessenheit geraten.

Fotos: Rene Huemer, beigestellt

Wer schon einmal in der Ottakringer Arena in Wiesen war, der weiß: Diese Festival-Location hat einen ganz besonderen Charme! Nun wird sie umgebaut und soll alsbald in neuem Glanz erstrahlen. TEXT: PETRA ALBRECHT


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dparty Neuigkeiten Alles neu macht der Mai – in dem wir uns gerade befinden. Für das Festivalgelände Wiesen gilt selbiges, es wird – so der Plan – mit dem Sunrise-Avenue-Konzert am 30. Mai in neuem Glanz erstrahlen und es wird so einige neue Gustostückerl geben. Um uns ein Bild von den geplanten Veränderungen zu machen, haben wir mit Veranstalter und Festivalorganisator Ewald Tatar geplaudert. „Wenn man das Festivalgelände Wiesen kennt, so kennt man auch die Schlaglöcher in der Zufahrts- bzw. Zugangsstraße. Diese wird komplett erneuert, es entsteht ein schöner Gehweg.“ Aber nicht nur das! Der Festivalbesucher darf sich auf neue Kleider

des gesamten Areals gefasst machen. Die Außenfassade wird erneuert, sie bekommt einen Industrial-Touch mit quasi verrosteten Stahlplatten. Das Gelände soll dann als rostiges Schiff erscheinen, stilsicher im angesagten Shabby-Chic. Die Zelte werden das Segel darstellen. Noch dazu, wie das Plakatsujet der Wiesenfestivals schon erraten lässt, wird das Segel des Schiffes von zwei riesigen Händen getragen, die das Zelt quasi nach oben halten – das soll ausgeklügeltes Luftsystem funktionieren. Auch der VIP-Bereich bekommt neue Wände und ein neues Design verpasst. Stichwort Wand: Auf der Hinterseite des Geländes wird eine Wand stilsicher und zum Venue passend von Graffiti-Künstlern gestaltet. Am Abend wird

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!ticket coverstory

es auch visuelle Animationen geben, es sind LEDs in den Bäumen angedacht und es gibt noch einiges mehr, das verändert wird, wir sind gespannt. Konzerte, Kunst und Kultur Fein auch, dass wir uns heuer wieder auf ein Two Days A Week freuen dürfen, in alter Tradition mit einem sehr punkigen Line-up. Leider musste letztes Jahr ausgesetzt werden, da es schier unmöglich schien, Bands für Ende

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August zu verpflichten. Dementsprechend hat man sich kurzerhand einen anderen Festivaltermin gekrallt – dass das eine gute Entscheidung war, beweist das Line-up! Prinzipiell dürfen wir uns diesen Sommer auf so einige großartige Konzerte freuen. Für Ewald Tatar ist der Auftritt von Bob Dylan am 26. Juni ein Highlight, aber auch das Sunsplash, das mit Damian Marley glänzt. Neben musikalischem Genuss soll

Wiesen auch vermehrt Platz für Kunst im öffentlichen Raum bieten. So hat sich der gemeinnützige Kunst- & Kulturverein Wiesen (kurz KUK) zum Ziel gesetzt, junge Künster zu unterstützen und ausgewählte Arbeiten auf dem Festivalgelände auszustellen. Während der gesamten Festivalssaison soll die Kunst zu sehen sein und am Urban Art Forms in Form einer Vernissage der breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Rostiger Chic Die Außenfassade der Ottakringer Wiesen Arena bekommt en neues Gesicht.


R ROCKIN‘ ON THE RIVE t.

iri Andy Lee Lang & The Sp Dennis Jale & Band:

DIE SEER

. „echt seerisch“ Tour 2015

04.07.2015

11.07.2015

SMOKIE

KONSTANTIN WECKER.

Support: The Weight.

„40 Jahre Wahnsinn“

18.07.2015

09.08.2015

PASSENGER

HUBERT VON GOISERN

Support: Stu Larsen

.

14.08.2015

& BAND - Tour 2015

.

15.08.2015

OTTO SCHENK

ilharmonie. & Ungarische Kammerph ch Noten“. . „Humor na

22.08.2015

en & weitere Veranstaltung bei freiem Eintritt

Tickets auf www.donaubuehne.at | Hausl am Hauptplatz Tulln (Mo-Fr 6:00-18:15, Sa 6:00-12:30) | Ticketshop „Gute Unterhaltung“ Wiener Str. 16, 3430 Tulln (Mo-Fr 9:00-12:00 & 15:00-18:00, Sa 9:00-12:00) | in jeder Raiffeisenbank und unter www.ticketbox.at | bei oeticket.com, 01/96096 | an der Abendkasse

www.donaubuehne.at

www.tullnkultur.at


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!ticket stars&people

Der Hosenkavalier TEXT: PETRA ALBRECHT

Abnützungserscheinungen oder Tour-Müdigkeit scheinen für Campino, den charismatischen Frontman der Toten Hosen, Fremdwörter zu sein. Heuer gastieren die deutschen Punk-Ikonen beim Nova Rock. out!“ Er hätte das mal probiert und sei in ein Studio gegangen, wäre aber dann doch meist im Vorraum beim Billardspielen hängengeblieben. Seitdem konzentriert er sich auf Kaffee und Zigaretten. Er geht das anders an und wirkt trotzdem topfit.

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er Die Toten Hosen oder Frontman Campino sind, braucht man nicht mehr wirklich erklären. Sie haben sich in ihrer über dreißigjährigen Karriere einen Namen machen können, und es hat sich wahrscheinlich bis ins hinterletzte Dorf durchgesprochen, dass es sich bei ihnen um eine deutsche Punkband und nicht etwa Langeweile oder seltsame Beinbekleidung handelt. Wie Campino sich fit hält, was er mit Wien verbindet und welche Highlights es in seiner Zeit mit Die Toten Hosen gab, erzählt er uns im Interview. Ihr steht schon so lange auf der Bühne und seid noch immer topfit – wie schafft man das? 70 Prozent davon sind geblufft (lacht)

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– es ist auch die große Erfahrung, die man mit ins Spiel wirft. Ansonsten ist es so, dass wir unsere Mission immer ernster nehmen – was früher spielerisch und egal war, bedeutet uns heute sehr viel. Für diese Konzerte im Sommer bereite ich mich ziemlich intensiv vor. Ich hatte heute Morgen schon Kickbox- und Lauftraining. Wir bemühen uns, fit zu bleiben. Es geht aber auch anders: Ich erinnere mich, als wir vor vierzehn Jahren als Special Guest mit AC/DC auf Tour waren, gab ich mehrere Pressekonferenzen mit Angus Young. Er hat als Vorbereitung nur Zigaretten geraucht und Kaffee getrunken − das war sein Verständnis von Fitness. Er sagte so etwas wie: „Wenn ich eine Gitarre in der Hand habe ist alles in Ordnung, aber hör mir auf mit Work-

Eure Biografie ist letztes Jahr erschienen. Wie kam es zur Entscheidung, eine zu veröffentlichen? Es gibt viele unautorisierte Berichte und Bücher über uns, die einfach nicht an den Kern der Sache vordringen. Unsere letzte autorisierte Biografie ist Anfang der 90er erschienen und zuletzt 1997 dürftig aktualisiert worden. Seitdem kam von unserer Seite nichts mehr. Vor einiger Zeit kam uns der Gedanke, dass es für uns selbst auch noch mal spannend sein könnte, alles bis heute

Fotos: Paul Ripke, Gregor Fischer

Fünf Freunde Trotz ernster Botschaften sind Die Toten Hosen immer mit Spaß bei der Sache

2009 hast du am Nova Rock HC Strache und die FPÖ kritisiert. Bekommt man in Deutschland von Österreichischer Politik überhaupt was mit? Das kommt darauf an, welche Ausmaße ein Ereignis hat. Haider war in Deutschland zum Beispiel ein riesiges Thema, doch meist gehen die Dinge etwas ruhiger zu, da muss man sich schon einarbeiten, oder man bekommt es mit, wenn man im Land zu Besuch ist. Aber, den normalen Gang der Dinge in Österreich, den muss man vom Ausland aus verfolgen wollen. Da bekommt man nicht allzu viel mit.


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termine ert geben Die Toten Ihr einziges Österreichkonz Rock. Mit dabei va No am i Jun 13. Hosen am tley Crüe, Fanta Vier, auf dem Festival sind Mö chkind uvm. Slipknot, Motörhead, Dei

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Voller Einsatz Auch nach 33 Jahren kommen Liveauftritte der Hosen wie eine Naturgewalt über die Rampe.

Erlebte aufzuarbeiten. Der Journalist Philipp Oehmke vom Spiegel Magazin hat sich der Sache dann angenommen. Ich habe ihn über eine Reportage kennengelernt, als sehr fairen Journalisten empfunden und wollte daraufhin unbedingt, dass er die Geschichte für uns aufschreibt. Er hat sich sehr große Mühe gegeben, sich in unser Archiv eingegraben und viele Leute aus dem Umfeld interviewt, die wirkliche Zeitzeugen waren. Diese Biografie hat immer dann ihre Stärken, wenn andere über uns reden. Andererseits … jetzt, ein halbes Jahr nachdem das Ding erschienen ist, muss ich sagen, es scheint eine schwierige Aufgabe zu sein … man kann nie durch ein Buch das wirkliche Leben noch mal zurückrufen. Es werden zwangsläufig immer nur gewisse Punkte beleuchtet und andere fallen weg. Der Anspruch, die Vergangenheit in hundertprozentiger Reinheit wiederzugeben, ist einfach unmöglich. Das kann man mit so einem Buch nicht erreichen.

Aber trotzdem war es ein guter Versuch und ich glaube, viele Leute, die Die Toten Hosen gar nicht kennen, werden einen fundierten Einblick bekommen. Es ist nicht weit vorbeigeschossen. Was war denn dein Highlight in den letzten 33 Jahren Die Toten Hosen? Wahrscheinlich die Nacht von Istanbul, das Pokalendspiel zwischen Liverpool und AC Milan, da haben wir (Anm. FC Liverpool) im Elferschießen gewonnen. Ich hatte schon ein Jahr darum gebeten, den Endspieltermin frei zu halten. Der lag mitten in einem Tourneezeitraum, da habe ich Mittwoch und Donnerstag geblockt, so dass da keine Konzerte waren. Ich bin dann mit Andi und Tom, unserem Tonmann, nach Istanbul geflogen und habe das Spiel vor Ort miterlebt, war dann nachher noch auf der Vereinsfeier und habe zwei Tage durchgemacht. Als ich dann am Freitag das nächste Konzert hatte, standen die ganzen Leute schon mit selbstgebastelten

Europapokalen im Publikum und empfingen mich wie einen Soldaten, der nach Hause kommt von einer großen Schlacht, das war schon sehr, sehr lustig! Was soll ich sonst nennen? Die schönen Momente, die wir mit der Band haben, spielen sich meistens abseits von Bühnen ab. Es geht mir eigentlich nie um die Konzerte. Das ist das Mittel zum Zweck und der Zweck heißt immer noch: Menschen begegnen, Abenteuer haben. Wir haben wahnsinnige Nächte erlebt von Buenos Aires bis nach Hamburg, von Berlin bis nach Wien. Wien gehört unbedingt dazu! Bernie Luther und seine Freunde und die Crew von Othmar und dem Chelsea, wo wir hin und wieder undercover gespielt haben – sie alle haben einen festen Platz in unserer Geschichte.

weiterlesen? f iew lesen Sie au Das volle Interv om .c agazin www.ticketm

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Mondsüchtig Nach einer kurzen Auszeit ist Sophie Hunger mit dem neuen, starken Album „Supermoon“ wieder zurück. Im !ticket-Interview redet sie über Inspiration, Sprachen und die Musik als Lebenselixier. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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am und Altes rt Neues e ti n se rä nger p haus. Sophie Hu Wiener Konzert im 26. Mai

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ie 32-jährige Schweizer Singer-Songwriterin Sophie Hunger hatte in den letzten Jahren viel zu tun. 250.000 verkaufte Alben, eine lange Tour und Konzerte, die große Hallen füllten; das nicht nur in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich und England, sondern auch in den USA. 2014 folgte dann eine Pause, um sich zu regenerieren. Doch lange hielt sie es ohne Musik nicht aus – ein Glück für ihr Publikum!

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Hunger auf Musik Nach einem Sabbatical präsentiert sich die Schweizer Künstlerin Sophie Hunger intensiver denn je.

Also ist das Album schon sehr stark aus dir heraus entstanden? Ja, schon. Aber ich hoffe nicht, dass es auf mich bezogen ist. Der Trick sollte eigentlich sein, dass man etwas macht, was von einem weggeht, das größer ist. Wie sieht es aus, wenn du einen neuen Song schreibst: Hast du zuerst den Text oder die Musik? Woher

kommt die Inspiration? Es ist unterschiedlich. Manchmal hab ich eine coole Linie, wo ich denke, ich muss ein Lied herum bauen, weil ich sie so gerne spiele. Manchmal ist es ein Satz, von dem ich denke, dass er besonders gut klingt oder etwas Absurdes bedeutet oder eine Ironie oder eine Form von Zweideutigkeit hat. Und dann denke ich, ich muss ein Lied haben, wo dieser Satz vorkommt.

Fotos: Marikel Lahana

Wie viel ist auf der neuen CD biografisch? Oder sind das sowieso immer deine Texte? „La Chanson D’Hélène“ ist ein Cover, aber sonst sind die Texte von mir. Ich glaube, es ist schon ein Album, das sehr stark aus den Situationen im letzten Jahr heraus entstand. Zum Beispiel habe ich in San Francisco eine Ausstellung über den Mond gesehen und dann den Song „Supermoon“ geschrieben. Dann war ich in Kalifornien unterwegs und habe „Mad Miles“ unter dem Eindruck dieser ganzen Weite geschrieben. So kann ich dir bei fast jedem Lied die Situation erklären, und das war etwas, das um mich herum geschah.


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Du singst auf der neuen CD in Englisch, Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch. In welcher Sprache fühlst du dich zu Hause? Eigentlich in allen Sprachen. Ich habe das Gefühl, dass ich in jeder Sprache ein bisschen jemand anderer bin. Also nicht grundsätzlich eine andere Person, aber es gibt Sprachen, in denen bestimmte Seiten an mir ein bisschen mehr zur Geltung kommen als andere. Aber ich fühle mich in allen Sprachen komplett. Hast du schon einmal einen Song in einer der Sprachen geschrieben, dann aber in einer anderen produziert? Ich hab das einmal probiert und das war ganz schlimm. Das klang wie eine Diplomarbeit. 2014 hast du dich zurückgezogen … Ich habe sehr viel gespielt die sechs Jahre davor. 2013 war ich 200 Tage

unterwegs und ja, da hatten wir alle einen Moment erreicht, wo es nicht mehr lustig, sondern mehr mühsam war, das Schöne ein bisschen verloren ging. Dann habe ich eineinhalb Jahre kein Konzert gespielt, was auch aus finanziellen Gründen sehr lange ist. Ich finde das toll, dass du das auch sehr offen sagst. Weil in unserer heutigen Leistungsgesellschaft das ja auch sehr oft verschleiert wird, wenn man sich zurückzieht. Ja, aber ich finde, das ist unmenschlich. Weil wir müssen ja sagen, wie es uns geht und wie es ist. Und man muss auch das Privileg haben, um ein Jahr aufzuhören. Ich hatte die Mittel dazu. Es gibt zwei Seiten, die Sache zu sehen. Aber du hast relativ schnell wieder mit Musik angefangen.

Ist Musik für dich Lebenselixier? Ja, schon. Das ist die Beschäftigung die mich am zufriedensten macht, die mich erfüllt. Und in der ich mich am lebendigsten fühle. Hast du von der aktuellen CD einen Lieblingssong? Was ich ganz gut finde, ist „Weltmeister“. Das ist allerdings nur auf der Deluxe-Version, auf der mehr deutsche Stücke sind.

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Der SoundSurfer

Rampensau? Aaron Bruno wirkt im Gespräch eher ruhig und zurückgezogen, auf der Bühne lässt er es jedoch krachen!

Mit „Run“ erschien das zweite facettenreiche Studioalbum von Aaron Brunos Awolnation. Ein roter Faden? Kaum zu finden! Mitreißend? Auf jeden Fall! TEXT: PETRA ALBRECHT

Was gefällt dir am besten, wenn du ein Album aufnimmst? Das Singen? Die Ideenfindung im Vorfeld? Das Einsingen eigentlich nicht so … eher der Moment, an dem ich das Gefühl habe, dass hier etwas Gutes entsteht. Man kann es vielleicht mit dem Gefühl bei einem ersten Date vergleichen. Du hast es noch niemandem erzählt, es ist dieses geheime kleine Schmuckstück, das du sehr nah an deinem Herzen trägst. Es dauert dann nicht mehr sehr lange, bis es jeder mit-

termin Awolnation spielen am 15. August in der Arena Wien, und das im Open-Air-Kessel!

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bekommt und auch darüber richtet. Es ist einfach aufregend, ein kleines Geheimnis zu haben, das niemand anderer hat. Kannst du dich an das erste Lied, das du jemals geschrieben hast, noch erinnern? Nein … ich kann mich nicht an das allererste Lied erinnern, aber ich kann dir sagen, dass – was es auch immer war – ich es damals nicht realisiert habe. Ich habe einfach versucht, Gitarre zu spielen und ich war nicht gut genug, Songs von jemand anderem zu spielen. Deshalb hab ich einfach gespielt, was mir am sinnvollsten erschien. Es war wahrscheinlich sehr simpel, vielleicht ein Metal-Riff … Schreibst du für dich oder für jemand anderen? Für mich selbst, vorrangig. Ich liebe Musik so sehr und ich habe so viel gelernt über sie, über so viele verschiedenen Songs und Genres, dass ich dachte, wenn ich etwas schreibe, das mir gefällt, dann wird es vielleicht auch ein paar Menschen da draußen gefallen.

Magst du Kunst prinzipiell? Ich finde, dass Surfen eine Kunst ist. Das mache ich einfach am liebsten. Es ist eine physische Art der Ausdrucksweise, vielleicht ähnlich dem Ballett oder Ausdruckstanz oder so etwas. Ich kann aber nicht zeichnen, ich kann kaum meinen eigenen Namen schreiben (lacht). In der Schule habe ich mit Wasserfarben gemalt und dachte damals, dass ich ziemlich gut darin bin. Ich habe es aber nicht mehr versucht, ich habe alle Techniken vergessen.

weiterlesen? Das volle Interview lesen Sie auf www.ticketmagazin.com

Fotos: Kari Row

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wolnation ist vielmehr ein Soloprojekt von Mastermind Aaron Bruno als eine Band. Awolnation ist Aaron Bruno. Optisch ein kalifornischer Sonnyboy, der klischeegerecht dem Hobby Surfen nachgeht, umgibt ihn eine gewisse Wehmut und Melancholie, die sich auch in seinen Songs widerspiegelt. So unterschiedlich wie er selbst sind auch die Songs auf seinem neuen Album „Run“.


Die beste Zugabe: der Heimweg.

Ihr Ticket wird zum Fahrschein: Denn die Eintrittskarten für viele Veranstaltungen in Wien gelten gleichzeitig als Netzkarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und zwar zwei Stunden vor bis sechs Stunden nach Beginn. www.wienerlinien.at

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Wien, nur du allein … info Zeittafel Um einen Eindruck in die Historie des Wienerliedes zu verschaffen, finden sich hier relevante Eckpfeiler und Meilensteine: 1800 „O, du lieber Augustin“ wurde zum ersten Mal nachgewiesen. Wer genau es komponiert oder geschrieben hat, ist unklar. Oftmals ist von dem Sänger Marx Augustin als Verfasser die Rede. 1852 Erste gesetzliche Regelung zum Volkssängerwesen durch die k.u.k. NÖ Statthalterei. 1885 Mit dem „Fiakerlied“ schuf Gustav Pick eines der bekanntesten Wienerlieder. 1932 In der Zwischenkriegszeit sehnte man sich nach der Belle Epoque. Lieder wie „Der Dr. Lueger hat mir die Hand gereicht“ waren en vogue. 1938 Wienerlieder von jüdischen Textdichtern/Komponisten wurden verboten. 1948 Mit „Steh auf, liebes Wien“ lieferte Peter Wehle ein Lied, das sowohl die trübe Stimmung nach dem Zweiten Weltkrieg als auch den Aufbruchsgedanken widerspiegelt. 1950 Es folgten zahlreiche Wienerliedpersiflagen. Unter anderem von Helmut Qualtinger und Georg Kreisler. Die Stilform des Wienerliedes wurde auch als Kabarettlied verwendet. 1970er Es kam zur Wiederauferstehung des Wienerliedes – ob Coverversionen von alten Liedern oder mit Jazz und Blues gemischten Formen, wie André Heller oder später auch Ernst Molden sie darboten. 2000 Mit „wean hean” wurde ein WienerliedFestival gegründet, das das Wienerlied einer breiten Masse näherbringen sollte. 2014 Bereits 2012 wurden Wanda gegründet, das Debüt „Amore“ folgte 2014, im Jahr darauf gewannen sie dem FM4-Award bei den Amadeus Austrian Music Awards.

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ien, eine Stadt, die sich gerne als Weltstadt bezeichnet und trotzdem an so einigen Ecken Dorfcharakter besitzt. Ja, in unserer schönen Hauptstadt ist alles „a bisserl“ anders, langsamer und gemütlicher vielleicht. Klischeebelastet ist die Stadt an der Donau obendrein. Granteltum, eine morbide Haltung, aber auch „an guaten Schmäh“ sagt man ihr nach. Widersprüchliches Wienerlied Anfang des 19. Jahrhundert entstand ein Lied, oder fast schon eine Musikrichtung, die die Stadt im Namen trägt: das Wienerlied. Die Charakterzüge dieses Liedes sind komplett an ihren Entstehungsort angepasst: Gemütlichkeit, schwarzer Humor, Vergänglichkeit – und das alles dargeboten mit so einer schummrigen Leichtigkeit, dass es einem selbst beim tristesten Thema ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Man denke nur an eines der ersten – wenn die Melodie auch böhmischen Ursprungs ist – Wienerlieder „O, du lieber Augustin“, das mit der Pest eine so gar nicht amüsante Hauptthematik behandelte. Dennoch schunkelt man beim Heurigen lauthals singend und oftmals grinsend zu diesem mit. So widersprüchlich wie Wien selbst ist also auch sein Lied.

„Der Tod muss ein Wiener sein“ Eine weitere Charakteristik des Wienerliedes ist seine Vielfältigkeit. Die Kombination aus Straßenmusik, volkstümlichem Gesang, Varieté und auch Operette gab ihm einen ganz speziellen Stil, der über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geschätzt wurde. Egal um welche Form des Wienerliedes es sich handelte, ob nun Ende des 19. Jahrhunderts Schrammelmusik beim Heurigen vorgetragen wurde oder Johann Strauß (Sohn) das operettenhafte „Draußen in Sievering“ trällerte – eines hatten alle Darbietungen gemeinsam: das Wienerische. Auch Nino aus Wien, der soeben gemeinsam mit einem der wichtigsten „neuen“ Interpreten des Wienerliedes, Ernst Molden, mit dem Album „Unser Österreich“ eine Fülle an Neuinterpretationen von alten Wiener Gassenhauern aus dem Ärmel schüttelte, weiß: „Das Wienerische kommt gut an! Auch die Deutschen scheinen auf die wienerische Art zu stehen!“ Ja, wer denn eigentlich nicht? Die Kombination aus raunzerischer Attitüde, morbider Grundhaltung, Schnitzel und Wein – ein Traum! Über eine alltägliche Thematik, die natürlich mit Wehmut verbunden sein sollte, wird eine Prise sarkastisch-ironisch angehauchter Humor darübergestreut und fertig ist das Wienerlied. Es scheint ein

Fotos: Fürthner, Getty Images

Gemütlich, melancholisch, sarkastisch: Das Wienerlied ist bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts musikalischer Ausdruck einer einzigartigen Lebensart. Aktuell feiert diese Kunst der feinen Untertöne eine vielschichtige Renaissance. TEXT: PETRA ALBRECHT, ASTRID RADNER


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André Heller Der Wiener war in den 1970ern mitverantwortlich für die Wiederbelebung des Wienerliedes.

termine wean hean 6. Mai – Ehrbar Saal, Wien 11. Mai – Theater Akzent, Wien Der Nino aus Wien & Ernst Molden

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19. Mai – Cinema Paradiso, Baden 21. Juni – Theater am Spittelberg, Wien 8. August – Stadtsaal, Wien

nach oben offenes Mindesthaltbarkeitsdatum zu haben und erlebt soeben einen gewaltigen Boom – und das, obwohl des Öfteren vom Tod die Rede ist. Wie sang Georg Kreisler 1969 so schön? „Der Tod muss ein Wiener sein“ – die Auferstehung dann aber bitte schön auch!

Bobo-Songs Gelten sie heute noch? Die „typisch wienerischen Werte“ vom süßen Tod und traurigen Trinken? Denn der Wiener hat sich verändert und lebt unter guten Bedingungen, um sich am Leben zu erfreuen: in einer Stadt, die laut „Mercer-Ranking“ die höchste

Der Nino aus Wien & Band 7. Juni – Theater am Spittelberg, Wien Norbert Schneider 4. Juli – Theater am Spittelberg, Wien Wanda 16. Juli – Altes Hallenbad, Feldkirch 29. August – Nuke Festival, Messe Graz Freigelände 3. Oktober – 10 Jahre ARGEkultur, Salzburg

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MUNDPROPAGANDA

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Hören Sie mal rein!

Beim Heurigen In urwienerischen Gastgärten gehört das Wienerlied nach wie vor zum guten Geschmack.

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, sb)

Lena – Crystal Sky Lena bidert sich nun experimentell dem internationalen Mainstream an, klingt nach Ellie Goulding remixed.

Django Django – Born Under Saturn Psychedelisch wie die Beatles zu PepperZeiten, gelingt den Schotten auch mit Album #2 tonale Brillanz. Hooks ohne Ende!

Millencolin – True Brew Das Punkrock-Herz schlägt höher! Eine musikalische Zeitreise in die Neunziger und trotzdem frisch!

Die Fantastischen Vier – Rekord Live in Wien Dass das Album gut ist, wussten wir schon! Live aus Wien: fantastisch!

Sheppard – Bombs Away Indie aus Down Under! Singbar, tanzbar, schwingbar – macht gute Laune und ist kurzweilig!

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Lebensqualität weltweit hat. Dadurch entstand eine neue Spezies von Wienern: die sogenannten „Bobos“. Der Name dieser neuen Gesellschaftsschicht ergibt sich aus „bourgeois“ und „bohémien“, spöttsich auch „Möchtegern-Bohème“ genannt. Sie verdienen gut, gehen gerne schön und glutenschonend essen, trinken auf Partys Bio-Cocktails mit hochpreisigem Rum und rebellieren dennoch gegen Kapitalismus und die Wegwerfgesellschaft. Wird es bald „BoboSongs“ geben? Lieder über das Trainieren für den Frauenlauf, den Humus beim Sonntagsbrunch oder den neuen Vegan-Shop und sein Linsennudelsortiment? Modernes Wienerlied Norbert Schneider, selbst kein „echter“ Wiener, nimmt zumindest in seinem Song „Wean“ diese Gesellschaftsform aufs (Voll-)Korn. „Ich habe da einige Freunde, die werden ein bisschen durch den Kakao gezogen“, sagt der Singer-Songwriter. Er bringt den Blues und Funk in seine Nummern, die sich oft um Liebe, Schmerz, das Weitermachen drehen. Zum „modernen Wienerlied“ macht er seine Songs dennoch: Vor allem durch die wienerische Sprache und Wörter wie „ollawei“, „Schmäh“ und „Buxbaam“. Das war nicht immer so: seine ersten sechs Alben waren auf Englisch. Erst seit 2

Jahren singt auf er auf Wienerisch und ist auch bei einem breiten Publikum erfolgreich. Erfolgreich, das ist derzeit auch die Wiener Band Wanda. Bekannt wurden die fünf ausgerechnet mit einem Song über eine andere Stadt, nämlich „Bologna“. Macht nichts, man merkt allein durch die Aussprache von Sänger Marco Michael Wanda das pure Wien in jedem Akkord. Neue Austroszene Die Austroszene habe sich im Vergleich zu früher dennoch verändert, meint Ernst Molden. „Früher hat man sich eher belauert, beneidet, misstraut. Ich kenne zurzeit keinen einzigen Musiker in Wien, der Wanda nicht gönnt, dass sie so groß sind.“ Thematisch erinnert Wandas Album „Amore“ teils an die alten Wiener Meisterträller: Es geht um Schnaps, stehen gelassene Weinflaschen oder dass wir im Alter sowieso alle einsam sind. Eh scho wurscht! Immer ein bisschen „Wiener Schmäh“ dazu. Es gibt sie also auch heute noch, die Wiener Identität. Sie wird zum Beispiel am Festival zum Wienerlied „wean hean“ wiederbelebt. Aber auch im Ausland kommt der Stil gut an. Norbert Schneider hat etwa Angebote aus Toronto oder Kairo. Schneider versteht es selbst nicht: „Am meisten haben sie bei den Wienerliedern gejubelt.“


OPEN AIR HIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

Live erleb

en

BEST OF-

TOUR

SHOW FACTORY PRÄSENTIERT

Electric Summer

:

SUPPORT

MITTWOCH

HUMUS

12.08.15

KLAGENFURT MESSEGELÄNDE

13.08.2015 14.08.2015

KLAGENFURT MESSEGELÄNDE GRAZ MESSE / FREILUFTARENA

CHOPSTICK & JOHNJON

DONNERSTAG

13.06.2015 14.06.2015 05.07.2015 17.07.2015

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Fotos: beigestellt

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Kostenfaktor Kultur Auch wenn mittlerweile klar ist, dass Kultur nicht nur ideellen, sondern auch materiellen Mehrwert hat – kosten sollte sie am besten nichts. Zum Glück gibt es aber immer noch genügend Menschen, die trotzdem künstlerisch tätig sein wollen. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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s ist ein altes Thema, aber doch ein wichtiges: die Frage, wie sich KünstlerInnen, ein Theater oder Konzerthaus finanzieren sollen. Gerade nach dem Finanzdebakel im Burgtheater wurde wieder oft gefragt, ob man das wirklich alles benötigt. Doch hier muss mit einem definitiv klaren „Ja!“ geantwortet werden. Eine Gesellschaft ohne Kultur ist nicht vorstellbar.

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heimatet ist, ist natürlich auch ein Zeichen für den Stellenwert der Kultur. Förderungen, Sponsoring und Crowdfunding Nachdem in den letzten Jahren die Förderungen seitens Stadt, Land und Bund in Sachen Kultur immer mehr gekürzt wurden, werden Sponsoren immer wichtiger. Im Gegenzug wurde es im-

mer aufwendiger, um eine Förderung anzusuchen. Anträge umfassen oft mehrere Seiten und man ist erstaunt, dass man dann die Schuhgröße doch nicht angeben muss. So fressen die Einreichung und der Nachweis über die ordnungsgemäße Verwendung dann schon wieder einen Teil der eventuell erhaltenen Förderung auf. Ein neuer Weg, sich als KünstlerIn zu finanzieren, ist die Möglichkeit des Crowdfundings über das Internet. Hier kann man sich auf die Suche nach UnterstützerInnen machen. Oftmals sind das nur kleine Beträge, aber die Masse macht’s. Übrigens ist in Österreich gerade ein Gesetz zum Crowdfunding in Arbeit – es geht um die Absicherung aller Beteiligten.

Fotos: meine Supermaus GmbH, 2014 Gloria Studios

Kultur mit Mehrwert Eine Kultureinrichtung schafft Arbeitsplätze und zieht Gäste an. Das ist ein Faktor, der gerne übersehen wird. Und so ist es oft unverständlich, warum in Kulturbetrieben immer mehr gespart werden soll. Da ist es dann natürlich löblich, dass in Linz das neue Musiktheater gebaut wurde. In Wien allerdings werden viele Pläne wieder ad acta gelegt: so wird beim neuen Stadtteil rund um den Hauptbahnhof entgegen ursprünglichen Ankündigungen weder ein Theater noch ein Museum gebaut werden. Aber auch bestehende Theater – wie das Volkstheater Wien – werden nicht saniert. Und dass es kein eigenes Kulturministerium mehr gibt, sondern nun als Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt be-

Kultur kostet Die Generalsanierung des Volkstheaters ist dringend notwendig, um die Gebäudesubstanz aufrechtzuerhalten. Subventionen unterstützen zwar den laufenden Spielbetrieb, nicht jedoch die grundlegende Instandsetzung des Gebäudes. Das Theater befindet sich nicht im Besitz von Bund oder Stadt, deshalb sind die Bürger gefragt, einen Beitrag in Form einer Spende zum Erhalt dieses Hauses einzubringen.


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Art but fair Immer mehr KünstlerInnen sind nicht mehr fix an Häusern engagiert, sondern erhalten nur mehr Stückverträge. In den letzten Jahren wurde es auch Usus – unter anderem bei den Salzburger Festspielen –, dass Probezeiten nicht mehr bezahlt werden. So werden KünstlerInnen immer mehr ins Prekariat gedrängt. Prominentes Gesicht von „art but fair“ (www.artbutfair.org) ist die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman. Ziel der Organisation ist es, auf ein faires und würdevolles Arbeiten in Kunstbetrieben hinzuwirken sowie die Öffentlichkeit auf die Missstände hinzuweisen und auch über das Berufsbild von KünstlerInnen aufzuklären. Dabei sollen auch die essenzielle Bedeutung und der einzigartige Wert von Kunst und KünstlerInnen ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt werden.

termine Auf oeticket.com erhalten Sie natürlich auch Karten für diverse Kulturbetriebe, so das Wiener Burgtheater, das Wiener Volkstheater, das Wiener Konzerthaus, die Kammerspiele, den Musikverein, das Odeon Theater, das ORF RadioKulturhaus, das Wiener Schauspielhaus und die Theater am Alsergrund, am Spittelberg und in der Josefstadt sowie in den Bundesländern z. B. für das Linzer Musiktheater, Central und die Kammerspiele, das Salzburger Festspielhaus, den Jazzclub Kammerlichtspiele und Stadttheater in Klagenfurt, das Festspiel- und Kongresshaus Bregenz und viele mehr!

lesetipp Wie (a-)sozial ist die Musik? Österreichische Musikzeitschrift 02/2015

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In der aktuellen Ausgabe der „Österreichischen Musikzeitschrift“ beschäftigen sich unterschiedlichste AutorInnen einerseits mit dem Wert von Musik für die Gesellschaft, Initiativen für mehr musikalische Bildung, aber auch mit dem sozialen Status von KünstlerInnen. Ein guter Einstieg für alle, die Interesse an diesem Thema haben!

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Vor einem Jahr wurde in Österreich die Toleranz- und RegenbogenRepublik ausgerufen. Allerdings stieg das Phänomen Conchita Wurst keineswegs wie ein Phönix aus der Asche auf – sondern aus jener Geisteshaltung, die der Life Ball bereits seit 23 Jahren zelebriert. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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ien – eine homophobe Metropole, von der Attitüde in der Provinz ganz zu schweigen. Wir schreiben den Beginn der 90er-Jahre. Langsam tanzt sich Boom-Europe müde in die erste einer ganzen Reihe an Wirtschaftskrisen und die Freizügigkeit in puncto Sex wird von der sich rasch ausbreitenden „Schwulenseuche“ Aids getrübt. Auch die Lust der Heten wird rasch ausgebremst, denn in der Praxis zeigt sich, dass es doch nicht nur Homosexuelle sind, die sich mit dem HI-Virus infizieren. Der Visionär Gery Keszler, Make-up-Artist und schräger Paradiesvogel, trifft auf den visionären und legendären Bürgermeister Wiens, Helmut Zilk, der ihm das Rathaus der Hauptstadt für seinen „Life Ball“ mit dem Benefizgedanken, HIV-Infizierte und Aids-Kranke sowie die Forschung zu unterstützen, überlässt. So beginnt tanzend am 29. Mai 1993 der lange und steinige Weg zur Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlich Liebenden. Weltoffen Beinahe zeitgleich tritt Tony Wegas mit seiner „Maria Magdalena“ unglücklich beim Eurovision Song Contest in Irland an und belegt den bescheidenen 14. Platz bei einem Sangeswettstreit, der nicht nur sehr angestaubt ist, sondern

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termine Die ESC-Finalshows finden am 22. und 23. Mai in der Wiener Stadthalle statt, der Life Ball geht am 16. Mai im Wiener Rathaus über die Bühne.

facts ESC Premiere feierte der ESC 1956, das 60. Jubiläum der Veranstaltung in Wien gilt daher als besonders prestigeträchtig. Durch die anhaltende Krise nimmt heuer die Ukraine nicht teil, dafür tritt in Austria auch Australia (außer Konkurrenz) an – somit sind insgesamt 40 Länder bei „Building Bridges“ dabei. Die Kosten für die Austragung werden mit 17 Millionen Euro angegeben. Life Ball Premiere feierte der „Life Ball“ als Versuchsprojekt am 29. Mai 1993 und konnte mit einer Million Schilling (knapp 80.000 Euro) an Spendengeldern einen stattlichen Erfolg verbuchen. Bereits acht Jahre später hatte sich die Summe verzehnfacht, mittlerweile sind es an die zweieinhalb Millionen Euro! Unterstützt wurden neben nationalen Projekten die Elton John Foundation und die Clinton Aids Foundation. Waren im ersten Jahr bloß zwei TV-Stationen am bunten Treiben interessiert, berichten nun mehr als 80 (!) Sender weltweit.

Fotos: Life Ball

Der Ball und der Bart


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auch nicht mehr ernst genommen wird. Doch der ORF wird über die Platzierung nicht unglücklich gewesen sein, gilt doch seit 1966 das ungeschriebene Gesetz: Nur nicht gewinnen, denn eine Austragung des ESC in Österreich kann man sich nicht leisten! Steter Tropfen höhlt den Stein. Bill Clinton sonnt sich regelmäßig in der

„Life Ball“-Sonne, die großen Kaliber des Entertainments von Sir Elton John über Liza Minnelli bis zu Anastacia folgen immer wieder gerne Gery Keszlers Ruf zum Charity-Auftritt an der Wiener Ringstraße. Das seltsame, bunte und zumeist gleichgeschlechtlich liebende Partyvolk wird kaum noch schief angeschaut – ganz im Gegenteil. Heute zeigt man mit internationaler TV-LiveÜbertragung gerne, wie weltoffen und tolerant Wien geworden ist. „ORF-Albtraum“ Mit den Worten „Jetzt hat die uns den Schas g’wonnen“ brachte ESC-Andy Knoll den ORF-Albtraum im Vorjahr auf den Punkt. Denn gerade jenes „Es“, über das sich in der rot-weiß-roten Provinz so manches Maul zerrissen wurde, holt die Mega-Veranstaltung – mittlerweile wieder cool geworden – zum zweiten Mal nach Österreich. Conchita wurde zur Heldin aus nationaler Raison, die Jubelchöre drängten die ewiggestrigen Nörgler ins Abseits, der Heldenplatz und das Bundeskanzleramt (samt Kanzler) wurden zur Bühne für die, über Nacht ausgebrochene, omnipräsente Toleranz. Wo die Durchführung (finanziell) unmöglich schien, werden jetzt Brücken gebaut. Man ist stolz auf „den Schas“. Wien putzt sich heraus und wo, wenn nicht hier, gibt’s den maximalen Crossover: Tom Conchita darf als Adele in Klimt-Manier vom „Life Ball“-Plakat strahlen und spielt natürlich schon beim ESC eine Woche davor eine tragende Rolle. „Building Bridges“ trifft unter der Regenbogenfahne auf „Gold – Ver Sacrum“ mit Bart. Die Zeiten können sich ändern, auch hierzulande. Nur manchmal dauert’s eben ein bisschen länger …

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Max is back!

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Ein Actionheld wird wiederbelebt: In den Achtzigern als billiger, aber harter Actionfilm produziert, feiert Mad Max nun in Cannes sein Revival. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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Max Gibson Den etwas unausgeglichenen Max spielte ein 23-jähriger Unbekannter namens Mel Gibson, der, wiewohl in den USA geboren, ein waschechter Aussie wurde: Seine Eltern zogen mit ihm und seinen zehn (!) Geschwistern – er war später auch recht fleißig, was die Zahl seiner Kinder betrifft – nach Australien. Er studierte Schauspiel in Sydney (u. a. mit Geoffrey Rush und Judy Davis). Dem Regisseur George Miller, eigentlich Notfall-Mediziner, gefiel der Bursche so gut, dass er ihn in der Hauptrolle seines Action-Krachers besetzte. Der Rest ist, wie-

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Mad Max Das „Mad Max“-Revival findet zwar ohne Mel Gibson, dafür aber mit gewaltig Power (auch von Frauen!) statt!

der einmal, Geschichte: Mel Gibson wurde ein – wenn auch nicht unproblematischer – Superstar des internationalen Kinos. Zuvor wurden aber, natürlich mit wesentlich mehr Budget, zwei Fortsetzungen gedreht: „Mad Max 2: The Road Warrior“ und „Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel“, letzteres mit keiner geringeren Bösewichtin als Soul-Queen Tina Turner. Miller, der ebenfalls eine beeindruckende HollywoodKarriere („Die Hexen von Eastwick“, „Ein Schweinchen namens Babe“,„Happy Feet“) machte, hielt sich an die goldene SequelRegel „Mehr vom selben, aber anders“, und die beiden Filme wurden fulminante Kassenerfolge. Prinzip Hollywood Was wundert es also, dass sich Hollywood, immer auf der Suche nach „neuen“ Helden,

nun des guten Max erinnerte und ein Spektakel zimmerte, das uns Hören und Sehen vergehen lassen wird. Der Film, der dieser Tage beim normalerweise äußerst kunstsinnigen Filmfestival in Cannes uraufgeführt wird, bietet nicht nur erneut George Miller als Regisseur auf, sondern auch den Briten Tom Hardy als neuen Max Rockatansky, und dazu jede Menge geballte Frauenpower: Die vielleicht schönste Südafrikanerin aller Zeiten, Charlize Theron, steht Hardy zur Seite, ebenso wie Zoe Kravitz, die Tochter des beliebten Sängers, und das Supermodel Rosie Huntington-Whiteley. Wie man hört, soll das Geschehen im Film in Echtzeit abrollen – aber nichts Genaues weiß man nicht, denn die Geheimniskrämerei wurde bei diesem Projekt wieder einmal auf die Spitze getrieben. Lassen wir uns also überraschen.

Foto: Warner Bros.

ass da noch niemand früher draufgekommen ist: 1979/80 sorgte ein kleiner, billig produzierter knallharter Actionfilm aus Australien für Furore, zunächst nur in Fan-Kreisen, als Geheimtipp. Doch die Kunde von dem sensationellen Power-Abenteuer verbreitete sich rasch. Der Film hieß „Mad Max“, und prägnanter kann man einen Film gar nicht nennen. Es geht um ein quasi-apokalyptisches Australien, in dem alles aus den Fugen geraten ist und wo auf den Straßen das Faustrecht herrscht. Doch halt! Da ist ein in schwarzes Leder gekleideter Polizist namens Max Rockatansky, dessen bester Freund, dessen Frau und Kind von einer brutalen Straßengang ermordet wurden. Er macht sich auf, seine Lieben zu rächen – und wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt.


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Eine Gitarre oder ein Akkordeon und einen Hut für freiwillige Spenden – das ist alles, was ein Straßenmusiker braucht. Denkste! Um Musik auf Österreichs Straßen machen zu dürfen, muss man einiges beachten. TEXT: ASTRID RADNER

Straßenberühmtheit Aus Wiens Straßen ist der Musiker mit dem Pferdekopf nicht mehr wegzudenken. Auch er braucht eine Platzkarte.

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uf ihn kann man sich eben verlassen. Nur ein paar Schritte, genau gesagt fünf Meter von der U-Bahn-Station „Museumsquartier“ entfernt, sitzt er, den jeder Wiener kennt: der Straßenmusiker mit Akkordeon und Pferdekopf. Nach zermürbenden Shopping-Touren auf der Mariahilfer Straße oder anstrengenden Arbeitstagen wirft man gerne zwei Euro in seinen Hut und gibt seine smarten Stöpsel aus dem Ohr, um der Livemusik des gebürtigen Rumänen zu lauschen. Kein Zweifel: Der Musiker hinter der Pferdemaske ist eine kleine Wiener Berühmtheit. Dabei haben es Straßenmusiker in Österreich gar nicht so leicht. In den letzten Jahren haben sich die Vorschriften für Künstler auf österreichischen Straßen verschärft. In Wien gibt es zum Beispiel seit 2012 eine neue Verordnung: Seither dürfen Künstler nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten spielen. Ähnliches gilt etwa für Graz, Linz oder Steyr. Direktmarketing „Irgendwann ist die Polizei gekommen“, sagt Gregor Krenker, „Wir hatten keine Genehmigung zum Spielen“. Mit seiner Band Gnackwatschn ist er im Sommer 2013 durch das Land getourt, um das erste Album zu promoten. Als ein Polizist in der Steyrer Innenstadt auf sie zukam und sie wegschickte, wussten die sechs Jungs: Um Straßenmusik zu machen, muss man einiges beachten. In fünf Tagen mit jeweils vier bis fünf Auftritten hat die Band 600 Euro eingenommen. Zahlt sich das aus? „Wir haben unser Album verkauft und einige neue Fans gefunden. Manchmal hatten wir um die 80 Leute um uns stehen“, meint Krenker. „Außerdem bekommt man direkte Reaktionen vom Publikum, die man live nicht hat.“ Auch James Cottriall, der als Straßenmusiker begann, meint: „Straßenmusik war für mich wie die beste Musikschule überhaupt.“

Fotos: Getty Images

Hartes Pflaster

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Kein Platz für Straßenkunst Dennoch fühlen sich Straßenkünstler immer mehr von den Straßen vertrieben. Im oberösterreichischen Steyr hat man deshalb die Plattform www.fuerfreie-strassenmusik.at gegründet. Auf der Website spricht sich zum Beispiel der Autor Richard Schuberth für die

Straßenmusik aus: „Wo es Straßenmusik gibt, gibt es auch noch Menschen. Menschen, die vielleicht stehen bleiben und hinhören – und somit ihre Bestimmung unterbrechen, ihr Smartphone zu bedienen und von der Arbeit in die Shoppingmall oder in den Supermarkt zu geistwandeln.“

verordnungen

Wien: Hier müssen sich Straßenmusiker nach der „Straßenkunstverordnung aus 2012“ um eine Platzkarte für den nächsten Monat für 6,50 Euro bemühen: Zwei Stunden zwischen 16:00 und 20:00 darf man dabei an höchstens 10 Tagen im Monat spielen, und das nur an bestimmten Orten.

In Graz gilt die „Straßenmusikverordnung“ von 2012. Spielzeit ist in der steirischen Hauptstadt von 11:00 bis 14:00 und von 15:00 bis 21:00. Der Spielort muss nach 30 Minuten gewechselt werden und mindestens 100 Meter vom vorigen Ort entfernt sein. Platzkarte braucht man für die Innenstadt und gibt‘s für den jeweiligen Tag am Magistrat Graz abzuholen. Pro Woche werden maximal 3 Karten an den gleichen Künstler vergeben. Sie kosten 3,63 Euro.

Nur einen Tag pro Woche können Straßenkünstler etwa in der Linzer Fußgängerzone auftreten. Dafür zahlt man 14,30 Euro Gebühr. Bei der ersten Beantragung Instrument mitnehmen! Man muss eine „musikalische Kostprobe“ am Amt abgeben.

Klagenfurter Straßenmusiker haben es schwerer. Zwischen November und Mitte Jänner dürfen sie gar nicht spielen. Die Gebühren für die Spielzeit sind enorm: 35 Euro pro Tag, 55 für zwei Tage.

Die Stadt Krems orientiert sich seit Beginn des Jahres am Linzer Modell. Nun brauchen Straßenmusiker auch eine Bewilligung.

In Innsbruck ist das Musizieren auf der Straße nicht nur an Sonntagen, sondern ebenfalls während der Weihnachtszeit verboten. Eine Genehmigung für drei Tage kostet 64,30 Euro, maximal 15 Tage darf man im Jahr spielen. In der Maria-Theresien-Straße und der Altstadt ist Straßenmusik ganz verboten.

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Wo und wie lange man auf der Straße spielen darf, ist in Österreich von Stadt zu Stadt verschieden. Hier die wichtigsten Verordnungen im Überblick:

In Salzburg gilt die „Straßenmusikanten-Verordnung“ von 1983: eine Stunde darf an 7 Plätzen gespielt werden.

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o viel vornweg: „Gott & Söhne“ ist eine Fortsetzung der Kollaboration zwischen dem ExMondscheiner Falco und dem Stinazer Schachchampion, keine inhaltliche Fortführung von „Triest“. So viel ist sicher, wenngleich auch sonst die Vorstellungen, worum es im neuen Stück gehen soll, noch etwas lückenhaft sind. Mich dünkt, die Chemie zwischen euch stimmt. Manuel: Ich denke, das können wir so stehen lassen. Auch nach 300 Vorstellungen haben wir Lust, uns jeden Abend zu überraschen. Die Rollen sind mittlerweile klar verteilt. Es ist eigentlich in so gut wie jeder Situation auf und abseits der Bühne fast immer klar, wer welchen Part übernimmt. Thomas: In unserer Branche gibt es Freunde und Kollegen. Da besteht ein großer Unterschied: Kollegen kommen und gehen, Freunde bleiben. Wie weit entwickeln Soloprogramme und Kollaborationen divergierende Energien?

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empfiehlt

Am 30. September feiert „Gott & Söhne“ im Wiener Stadtsaal Premiere. Termine in ganz Österreich, u. a. am 4. Dezember im Salzburger republic, folgen.

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T: Bei einem Soloprogramm muss man keine Rücksicht nehmen, man trägt ganz alleine die Verantwortung für das, was auf der Bühne passiert. Das hat Vor- und Nachteile. Wenn der Schmäh rennt, kann man minutenlang improvisieren, ohne einen anderen damit zu entwerten. Allerdings kann man damit auch einfahren und es gibt niemanden, der einen auffängt und gegebenenfalls in der Garderobe tröstet. Vor einem Monat hieß es noch von Manuels Seite, „wahrscheinlich wird Gott & Söhne eine Art moderner Reigen“. Titel und Premiere steht also vor dem Inhalt. Wie weit ist nun der Stand der Dinge? M: Es wird brutal werden. Einige Mörder haben sich in die Geschichte bereits eingeschlichen … T: So wie die Zahl 7 und ein Hauch von David Lynch. Erster Anhaltspunkt ist ein „Familienbetrieb, der Glück verkauft“. Was bedeutet Glück für euch? M: Freundschaft, Familie, Literatur, Film, Vinyl, Essen und Kochen und mit Thomas Leben und Arbeit zu verbinden. T: Das kann ich so unterschreiben. Auch mit Blut, wenn es sein muss. Ich denke, dass Glück mehr von Gefühlen abhängt und nicht von Ereignissen.

TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Das Pressebild lässt auf eine ländliche „Idylle“ schließen. Nun seid ihr beide gebürtige Stadtmenschen, aus Leoben und Wien. Inwiefern divergieren Stadt und Land für euch? M: Je älter wir werden, desto mehr zieht es uns aufs Land. Senile Stadtflucht oder so. T: Ich würde mich eher als Landmensch bezeichnen. Ich hatte immer ein gespaltenes Verhältnis zur Stadt. Man darf auch nicht Wien mit Leoben vergleichen. Mittlerweile kann ich mich in Wien schon ganz frei bewegen, ohne Atemnot zu bekommen, aber sobald ich die burgenländische Grenze überschreite, relativiert sich alles Städtische und ich gehöre wieder mir. Die Figur Götz, gespielt von Christian Stipsits, ist die Kurzform von Gottfried (ahd. Gott, Friede und Schutz). Welchen Bezug zur Religion habt ihr selbst? M: Das ist ein Punkt, wo wir sehr unterschiedlich empfinden. Während Thomas ein gläubiger Mensch ist, glaube ich (leider), dass der Zufall regiert. T: Der Prüfstein für einen wahren Glauben ist die Religion. Ich glaube an das, was Jesus oder Franz von Assisi gesagt haben, und ich habe ein Grundvertrauen, dass es jemand gibt, der es gut mit

Foto: Juhani Zebra

Die Zwei

In „Triest“ gingen Manuel Rubey und Thomas Stipsits 2012 eine Bühnenpartnerschaft ein, die sich als äußerst fruchtbar erwies. Nun steht mit „Gott & Söhne“ die Fortsetzung auf dem Programm.


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uns meint. Was wir daraus machen, liegt in unserer Verantwortung. Niemand soll bestimmen, wer der „richtige Gott“ ist. Wenn Religion Leben kostet, scheint sie mir fehl am Platz.

Gott & Söhne Haben sich Stipsits und Rubey in ihrer Gier nach Erfolg und Reichtum von Herrn Götz zu einer Unterschrift überreden lassen? Haben sie ihm ihre Seelen verkauft? Wie weit gehen sie für ihr Glück?

Wofür würdet ihr eure Seele verkaufen, wie im Stück gemutmaßt wird? M: Das versuchen wir im Schreibprozess gerade herauszufinden. Aber wir denken, dass jeder käuflich ist. Wofür? Für die Utopie des nie versiegenden Glücks vielleicht … T: Eine Eiche wird bei Sturm entwurzelt, ein Bambus gibt nach. Es steht jedem frei zu entscheiden, was er sein möchte. Dem „Bildungsbürger“ wohl am bekanntesten ist jener Götz, der im Goethe’schen Drama resigniert feststellen muss: „Freiheit gibt es nur im Jenseits, die Welt aber ist ein Gefängnis.“ M: Wir wollen es natürlich tunlichst vermeiden, auf so was esoterische Antworten zu finden, also wir halten mal dagegen mit Sartre und Distelmeyer: „Die Hölle, das sind die anderen“ und „Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg“. T: Freiheit ist ein Begriff, an dessen Definition schon mir geistig überlegene Leute wie Platon oder Voltaire gescheitert sind. Euer Götz deduziert: „Wenn ihr sitzt, denkt ihr ans Aufstehen, wenn ihr steht, fangt ihr schon an zu laufen. Ihr esst beim Laufen und beim Essen denkt ihr über gestern, heute und morgen nach.“ – eine durchaus treffende Zeitanalyse, in der Burn-out und allerlei andere psychische Erkrankungen einen Höhenflug feiern. M: Wir wissen nicht mehr, was das Wort Feierabend bedeutet. T: Wir haben verlernt zu genießen, weil uns im Grunde nichts mehr interessiert, außer vielleicht wie andere über uns denken.

Über Kulturförderungen wird laufend diskutiert – was ist eure Sicht auf die heimische (Klein)kunstszene? M: Hier möchten wir gerne mit einem Auszug aus einem früheren Programm unseres Regisseurs Alfred Dorfer antworten: „Ich möchte da nicht missinterpretiert werden, ich bin keinesfalls gegen Subventionen im Kulturbereich so wie Jörg Haider, der ja alle Subventionen abschaffen will, aber würde man das tun, gäbe es in Österreich nur noch jene Kunstform, die keine Subvention braucht, nämlich Kabarett – und ich glaube nicht, dass sich der Jörgl das zu Ende überlegt hat.“

Besonders dir, Manuel, liegt die Musik (Familie Lässig, Mondscheiner) im Blut. Wie würdet ihr euer beider Musikgeschmack umreißen? M: Auch das ist einer der wenigen Punkte, bei denen wir durchaus unterschiedlicher Meinung sein können. Aber zusammenfassend kann man aktuell sagen: Wir einigen uns auf Vinyl und Wanda. T: Wanda und Vinyl sind fast kleine Sakramente für mich. Ansonsten brauche ich meine Dosis Georg Danzer und natürlich den amerikanischen Folk à la Tom Petty, Justin Townes Earle, Chuck Ragan usw. Da treffen wir uns nicht.

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im Verkauf: U E N Foo Fighters

Liebe Leserin! Lieber Leser! Der Sommer naht und ich darf stolz verkünden: Meine Ilse und ich haben haben den ganzen Urlaub schon hinter uns. Wir waren zu Ostern schon in Griechenland. Wir sind immer ein bisschen weg von den anderen, weil das sind ja lauter Touristen. Uns zieht es nach Griechenland wegen der Ruhe. In der Jugend, da hätte mich diese Entschleunigung deprimiert. Da bin ich schnell nervös geworden am Strand und habe dann vor lauter Panik zu lesen angefangen: „Ilias“, „Odyssee“ – große europäische Mythen. Und bei Homer ist andauernd die Rede vom grünen, blühenden Griechenland. Aber wenn du dich heute umschaust, ist alles kahl. Dieses Bild des unaufhaltsamen Verfalls hat mein Bild von Europa nachhaltig geprägt. Aber heuer waren wir eben erstmals zu Ostern in Griechenland. Und ich muss sagen: Es blüht. Wir haben sogar eine Bootsfahrt gemacht, zu vorgelagerten Inseln. Elendsfad, im Meer war kein einziger Fisch, nur Plastikflaschen und Autoreifen. Bald werden wahrscheinlich Ausflüge angeboten in die einzige Bucht, in der noch die echte Playstation 1 treibt. Also, der Urlaub ist für heuer erledigt. Wir werden den ganzen Sommer am Festivalgelände Wiesen verbringen und Plastikbecher einsammeln. Für die Zukunft Europas!

16. Juni, St. Gallen (CH), 11. November, Wiener Stadthalle (Halle D)

Das Phantom der Oper

Neuinszenierung von/mit Deborah Sasson Auf über 300 Bühnen Europas ist „Das Phantom der Oper“ des Autoren-Teams Deborah Sasson und Jochen Sautter seit 2010 von Zuschauern und Kritikern begeistert aufgenommen worden. Es ist ein Musical, das sich von allen bisherigen musikalischen Interpretationen des Literaturstoffes abhebt: Die Texte der Autoren halten sich viel enger an die Romanvorlage und in großen Teilen der Musik, die Sasson selbst komponierte, sind bekannte Opernzitate eingebunden. Die modernste 3D-Videotechnik kreiert noch dazu eine perfekte Bühnenillusion, See inklusive!

2. Februar 2016, Wiener Stadthalle (Halle D)

Classic Quadrophenia Zum 50-jährigen Jubliäum von The Who hat Pete Townshend eine großartige Orchesterfassung des legendären Albums „Quadrophenia“ (1973) geschaffen: Die klassische Rock-Oper für großes Symphonieorchester, Chor und Gesangssolisten. „Classic Quadrophenia“ ist das neueste Kapitel in Townshends lebenslanger Mission, die „3-Minuten-Form“ eines klassischen Popsongs zu durchbrechen und den künstlerischen Rahmen der Rockmusik zu erweitern.

Pete Townshend

31. Oktober, Wiener Konzerthaus

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Fotos: Ringo Starr, LSK, Universal Music Ats & Entertainment LTd.

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Sonic Highways Seit Jahren führt an der US-amerikanischen Rockband Foo Fighters musikalisch kein Weg mehr vorbei. Was Dave Grohl und seine Kollegen anpacken, wird zu Gold: Grammy-Awards, Platin-Auszeichnungen und volle Hallen weltweit untermalen das musikalische Schaffen der Band. Nach einigen Festival-Auftritten kommen die Foo Fighters nun mit ihrem aktuellen Album „Sonic Highways“ endlich für eine Headlinder-Show auch nach Österreich und in die Schweiz. Mit „Sonic Highways“ schufen sich die Foos ein Denkmal: Jeder Song wurde in einer anderen Stadt aufgenommen, in jedem Studio arbeitete die Band mit anderen Produzenten und bei allen Songs waren lokale Musikgrößen involviert. Auch die Texte wurden erst vor Ort geschrieben, um die aktuelle Stimmung besser einfangen zu können. Eine „Liebeserklärung an die Geschichte der amerikanischen Musik“!


9 SHOWS | 18.–23. MAI LIVE IN DER WIENER STADTHALLE

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Rostfreies Schwermetall Ian Hill zupft bereits seit 1970 seine Bass-Saiten für die HeavyMetal-Legenden Judas Priest. An den wohlverdienten Ruhestand denkt er aber noch lange nicht … TEXT: PETRA ALBRECHT

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eit die Single „Breaking The Law“ 1980 an die Spitze der Charts kletterte und kommerziellen Erfolg verzeichnen konnte, sind Judas Priest bei der Aufzählung britischer Metal-Helden nicht mehr wegzudenken. Für manch einen haben die Band und ihre Mitglieder Legendenstatus – so auch Bassist Ian Hill, der den Aufstieg von Judas Priest von Anfang an miterleben durfte und das Saitenzupfen ebendort seit über vierzig Jahren zu seinem Brotberuf zählen darf.

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Judas Priest Ihr Album „British Steel”von 1980 gilt als mitverantwortlich für den Boom der Stilrichtung New Wave Of British Heavy Metal.

Gehen wir mal ein bisschen in der Zeit zurück – damals in den Siebzigern, wie waren da das Touren und die Konzerte so? Ian Hill: Ach, in den Siebzigern – sehr anders (lacht). Auf die Bühne zu gehen ist sehr ähnlich zu heute, die Bühne, das Publikum, aber die Art und Weise, wie wir zum Konzert und wieder weggekommen sind oder wo du übernachtet hast, das hat sich stark verändert. Die Tourbusse sind um einiges komfortabler heutzutage. Sie haben Stockbetten, eine Küche, die Hotels gehen

auch mit der Zeit. Es gibt überall Säfte, eine Minibar, Internet und so Zeug (lacht). Das wichtigste Element, also die Performance, die war immer gleich und wird gleich bleiben, wir wollen ja unser Publikum begeistern. Es ist einfach zeitlos. Kannst du dich an dein erstes Konzert erinnern, das du mit Judas Priest gespielt hast? Ja, ich kann (lacht), es war im Essington Working Men’s Club, in den Midlands. Es waren circa fünfzehn Leute anwe-

Fotos: Sony Music

Mit Feuer und Motorrädern werden Judas Priest am 30. Juli das Seerock Festival am Schwarzlsee in Unterpremstätten aufmischen. Mit dabei sind u .a. Korn, Accept, Doro und Ill Niño.


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send, der erste Schritt einer wirklich langen Reise. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, das ist der Grund, warum wir noch immer auftreten. Sogar die schlechteren Zeiten, wenn kein Geld da war und du dich gefragt hast, ob du dir ein Stück Bacon zu deinen Würstel mit Pommes leisten kannst und du schlussendlich nur Pommes hattest, selbst diese Zeiten waren mit sehr viel Spaß verbunden, es war immer lustig. Wenn man so zurückblickt, merkt man auch, welches Privileg es ist, so etwas als Job zu haben all die Jahre. Die meiste Zeit war einfach fantastisch und ich habe sie genossen. Du stehst jetzt seit über vierzig Jahren auf der Bühne. Hast du jemals daran gedacht, in Pension zu gehen? Man denkt manchmal darüber nach, aber nicht sehr lange. Der Spaßfaktor hält mich wirklich, der Gedanke daran, nicht mehr auf der Bühne zu stehen, der jagt uns Angst ein. Bis jetzt ist alles einfach toll, die Reisen, die Leute die du kennenlernst, die Auftritte. Sollte ich das einmal nicht mehr tun können, vielleicht auch, weil es gar nicht in meiner Macht liegt, das ist wirklich etwas, woran ich gar nicht denken möchte. Was zum Teufel soll ich denn sonst tun? Wir sind vergleichsweise noch immer ziemlich fit, deshalb sehe ich noch keinen Grund aufzuhören. Wir werden weitermachen, solange es geht. Im Prinzip geht es nur darum, ein bisschen vernünftig zu sein. Man muss etwas zurückstecken und sollte nicht übertreiben. Nicht zu viel essen, nicht zu viel trinken und ein bisschen nachdenken. Manche Sachen, die man früher gemacht hat, gehen heute nicht mehr so einfach – wie zum Beispiel Klippenspringen oder irgendetwas Verrücktes. Man braucht auch keine strikten Pläne, ich denke noch immer, dass der gesunde

Menschenverstand einem sagt, was geht und was nicht, man sollte sich vielleicht nicht jeden Abend mit Hamburgern vollstopfen … Wie sehr hat sich die Metal-Attitüde im Laufe der Zeit verändert? Als wir angefangen haben, hat es Metal ja noch gar nicht gegeben – es hat ein bisschen gedauert, um sich zum Heavy Metal zu entwickeln. Es hieß damals Progressive Rock, Progressive Blues oder Heavy Rock. Dann ist die Zeit ins Land gezogen und es war Heavy Metal – wahrscheinlich erst irgendwann um 1980 herum. „British Steel“ war unser Heavy-Metal-Moment – ab diesem Zeitpunkt waren wir eine Metalband. Damals war Metal sehr vielschichtig und auch variierbar. Wir haben Songs angefangen von Balladen, wo du einfach nur weinen möchtest, bis hin zu Zeug, das dir wirklich Angst einjagt. Und dann noch alles dazwischen. In den Neunzigern zersplitterte das alles ein wenig. Die Bands haben sich in die verschiedensten Richtungen entwickelt, es gab Speed Metal, Death Metal, Goth Metal – es war auf einmal ganz schön viel los in diesem Genre. Wir sind immer ganz stolz auf uns, dass wir noch immer vielschichtig geblieben sind. Wir hatten auch ein paar kommerzielle Hits, die jeder vergessen zu haben scheint. Aber auch das war sehr wichtig! Ohne den kommerziellen Erfolg wäre Heavy Metal vielleicht jetzt nicht da, wo er ist. Die Kategorisierung ist vorherrschend heutzutage. Wir haben immer von einem musikalischen bzw. PerformanceBlickwinkel darauf geschaut. Das hat sich ein bisschen verändert … Mir kommt manchmal vor, dass Attitüde viel wichtiger ist als die Musik an sich …

weiterlesen? f iew lesen Sie au Das volle Interv om .c in az ag www.ticketm

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Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, sb)

Bluatschink – Aufstrich Tiroler Musik-Urkraft trifft auf die Eleganz eines Streichquartetts. Live-Premiere am 8. Mai im Wiener Orpheum.

Reifeprüfung Das zweite Album ist immer eine Art Nagelprobe. Die Amadeus-Gewinner von 2014 Catastrophe & Cure stellen sich dieser mit „Undeniable/Irresistible“. TEXT: ASTRID RADNER

Marina & The Kats – Small Wenn man etwas Swing in die eigenen vier Wände bringen will, ist das vorliegende Werk optimal!

Denk – Schmankerln Denk feiern heuer ihr 15jähriges Bestehen. Grund genug um ein Best-Of auf den Markt zu bringen!

EARased – Sill believe? Der erste Vorbote zum Zweitling der „Diesel-Rocker“ verspricht massig Dampf: Wer bremst, verliert.

Facelift – The Falling Trees Ein Album, das versucht, den Traum vom perfekten Moment zu durchleben. Bittersüß, bisserl zu kitschig.

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Catastrophe & Cure die Zweite Mit dem zweiten Album geht es für die sechs Jungs in die nächste ErfolgsRunde.

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a gibt es den einen Track auf dem neuen Album, auf den ist Catastrophe & Cure besonders stolz. „The Shore“ beginnt langsam und bringt etwas Mystisches mit sich. Es ist der Song, der schon am Anfang klar macht: Dieses Album ist anders als das erste „Like Crazy Doves“. Zweifellos unwiderstehlich Mit ihrem Erstlingswerk hat die sechsköpfige Indie-Band aus Steyr in Oberösterreich voriges Jahr den Amadeus Award gewonnen. Ob sie in der Heimatstadt nun bereits Helden sind? „Das hält sich noch eher in Grenzen“, sagt Eder. Dafür hauchen sie mit dem Albumtitel eine eindeutige Botschaft in die Welt „Undeniable/Irresistible“. Zweifellos unwiderstehlich also – die Burschen haben mit der Platte einiges vor.

Klangexperiment Auffällig sind die vielen elektronischen Elemente, die starken Synthies: „Akustik kommt weniger zum Einsatz“, sagt Eder, „Das passierte in diesem Fall aus der Neugier heraus, neue Dinge auszuprobieren.“ Während die Band beim ersten Album gemeinsam im Studio stand, hat Catastrophe & Cure die Instrumente und die Vocals teils separat aufgenommen und im Nachhinein zusammengefügt. Das zweite Album also ein Klangexperiment, das den typischen Indie-Sound der Band aufrechterhält und mit elektronischen Beats schmückt.

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am 13. Mai & Cure treten Catastrophe K auf. U im Wiener W s: imische Act icket with weitere he by !t ed st ho E IV 8. Mai – AL a Fuera Wien Karmik, Chay Night, & Jim l ca iti Cr al l Austrian Met 29. Mai – Al n ie Szene W

Fotos: Christian Meislinger

MUNDPROPAGANDA


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Österreichs Meer Ob Neusiedler See, Wörthersee, Bodensee, Attersee, Grundlsee, Mondsee oder Wolfgangsee: In Österreich liegen die schönsten Badeoasen direkt vor der Haustüre. Dabei ist aber nur der steirische Schwarzlsee auch eine pulsierende Eventlocation … TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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termine Masters Of Dirt – 30. Mai David Garrett „Classic Revolution“ – 28. Juni See Rock Festival u. a. mit Judas Priest und Korn – 30. Juli Lake Festival u. a. mit Avicii und David Guetta – 19. bis 22. August Das größte Oktoberfest – 23. bis 25. Oktober

info Das „Meer der Steirer“ liegt nur sieben Kilometer von Graz entfernt, ist somit sowohl per Auto wie auch öffentlich hervorragend zu erreichen. Einmal angekommen, steht dem Camping am See nichts mehr im Wege! Bequemeren stehen auch ausgezeichnete Hotels in direkter Nähe zur Verfügung, nur wenige Meter vom Ufer entfernt zum Beispiel das Ramada Graz.

Der Schwarzlsee Direkt neben dem kühlen Nass fühlen sich nicht nur die Gäste, sondern dieses Jahr auch Künstler wie Judas Priest und Korn, David Guetta und Avicii, David Garrett und viele andere sehr, sehr wohl.

Was war Neben dem Open-Air-Gelände findet sich hier u. a. auch die Davis-CupHalle, in der regelmäßig der Tennisbewerb gespielt wurde, aber auch Austragungsort für Riverdance war und ab 2010 sogar den wahnwitzigen Maschinen-Akrobaten von Masters Of Dirt temporäre Spielwiese. Bereits seit 2009 rückt München in unsere Landesgrenzen, findet doch am Schwarzlsee seitdem das „größte Oktoberfest Österreichs“ statt, mit Bier, Schmankerln und zünftiger Musik. Aber auch Elton John, Sting, David Hasselhoff, Alice Cooper, Bryan Adams, Guns N’ Roses, Iron Maiden und viele andere Größen

gastierten hier bereits über die Jahre, sogar das namhafte Urban Art Forms feierte 2012 und 2013 ein Intermezzo am See, bevor es selbiges letztes Jahr wieder zurück gen Wiesen verschlug. Was wird Auch in diesem Sommer und Herbst lädt eine der schönsten Open-Air-Locations des Landes zum Verweilen ein, dank der Festivalgrößen Seerock und Lake mit einem breiten Spektrum von Gitarre bis Turntables. Und über all dem schwingen die Geigen und fliegen die Maschinen, bevor traditionell im Herbst mit dem Anstich der Ausklang folgt. Zum Glück nicht allzu lange.

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Fotos: SFZ

as Schwarzl-Freizeitzentrum ist mit einer Gesamtfläche von 140 Hektar das größte Freizeit- und Veranstaltungszentrum seiner Art in Österreich. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 1984, als das ehemalige Schotterabbaugebiet als Naherholungszentrum sieben Kilometer südlich von Graz eröffnet wurde. Seitdem strömen rund zwei Millionen Badegäste jährlich an den 56 Hektar großen See, der neben Sportangeboten wie Wasserski, Rutschen, Stand-up-Paddel und mehr natürlich auch angenehme Liegebereiche auf Wiese, Schotter und auf den Stegen sowie ein reiches kulinarisches Angebot für die Gäste bereithält – freilich auch während des diversen Veranstaltungsangebotes, outdoor wie indoor.


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Allessa,

der Schlager und das liebe Vieh

Insidern der Schlager-Szene war es schon lange klar: Der neue österreichische Schlager ist weiblich und voll auf Adrenalin! TEXT: ANDY ZAHRADNIK

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llessa. Steirerfrau und very, very good! Die neue CD „Adrenalin“ kommt im Sommer. Jede ihrer bisherigen Singles landete auf Platz 1 der österreichischen SchlagerCharts, in Deutschland ist sie regelmäßig unter den Top 10 zu finden. Sie kann

termine 26. Juni – Schlagersommernacht in der Stadthalle Schrems 4. Juli – Sommernacht der Stars im Kupferstadl, Graz 8. August mit dem Nockalm Quintett in St. Veit/Gölsen 22. August mit dem Nockalm Quintett in Euratsfeld 27. November – 10. Galanacht der Schlager& Volksmusik in der Koralmhalle Deutschlandsberg

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auf zwei Nominierungen beim Amadeus Award verweisen und in den großen TV-Shows war und ist sie oft gern gesehener Gast. Es ist somit genau das eingetreten, was Kennern der Szene schon lange klar war: Hier ist jemand am Weg zur Spitze. Musik und Tiere „Ich bin zurzeit halbe Tierärztin“, lacht Alessa, die Veterinärmedizin studiert, „Musik und Tiere, das Leben in und mit der Natur, diese beiden Leidenschaften lebe ich. Das ist für mich essenziell, es macht mein Wohlbefinden aus und führt mich zur inneren Harmonie“. Allessa hat die Gnade, eine

Stimme zu besitzen, die schlichtweg unverwechselbar ist. Tiefgründig, geheimnisvoll, dann wieder klar und kraftvoll. Über Jahre wurde diese Stimme entwickelt und findet sich heute nur in jenen Songs wieder, die auch tatsächlich Allessa-Lieder sind, denn sie textet viel selbst. „Die Geschichten, die ich singe, sie müssen Allessa-fähig sein und auf meine Art erzählt werden“, sagt sie und ergänzt: „Ich lasse mich nicht auf Lieder hinbiegen, da kommt nichts dabei raus und das passt auch nicht zu mir.“ Dass sie die aufstrebende Königin des österreichischen Pop-Schlagers ist, macht sie nicht übermütig, vielmehr erntet sie jetzt die Früchte jahrelanger harter Arbeit.

Foto: 2015 Universal Music Austria

Auf dem Weg zur Spitze Allessa ist der neue Star der Schlagerszene.


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Multikulti at its best

Das Sziget Festival, das kürzlich zum Best Major European Festival gekürt wurde, beherbergt auf der grünen Insel in Budapest seit mittlerweile 22 Jahren ein breites Programmspektrum: Alle Genres und Kunstformen sind auf der sieben Tage dauernden Party vertreten.

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Foto: Bence Szemerey

as Sziget Festival ist eines der größten multikulturellen Events in Europa. Das Festival zieht knapp 400.000 Fans aus über 70 Ländern an. Auf einer wundervollen Insel im Herzen von Budapest erlebt man einen Festival-Urlaub mit einer NonstopParty, großartige Live-Konzerte und obendrauf noch alle touristischen Attraktionen, die Budapest zu bieten hat. Freiheit Das Sziget wurde, wie viele andere ungarische Innovationen, als ein Resultat des freien und weltoffenen Gedankens geschaffen, der den Wechsel des politischen Systems in den frühen 90er-Jahren begleitete. Die grundlegende Idee war ganz einfach: die sozialistischen Sommer-Jugend-Camps gab es nicht mehr und für sie gab es zunächst auch keinen Ersatz. Sziget ist die Insel der Freiheit, die auch als eigener, unabhängiger Staat angesehen werden kann. Es vereinigt viele Festivals in einem, eine Woche lang Nonstop-Party mit ca. 50 Bühnen und etwa 200 Programmpunkten täglich. Die spielenden Bands reichen von Weltstars, den größten Namen der internationalen Pop/RockSzene bis hin zu kleineren Bands und Musikern von Metal über Folk, Jazz, Blues und Alternative bis hin zu Weltmusik. Und sogar klassische Musik findet man auf dem Sziget Festival!

Urlaub in Ungarn Um ein Eizerl mehr als 200 Euro sichert man sich eine Woche Urlaub an einem der schönsten Plätze Europas, direkt an der Donau und nahe der wundervollen Metropole Budapest!

Rahmenprogramm Beim Sziget geht es nicht nur um Musik, das Festival bietet ein vielseitiges kulturelles Angebot wie beispielsweise Theater, Zirkus oder verschiedene Ausstellungen. Zudem gibt es einen Strandbereich, wo man den Sommer an der Donau wahrlich genießen kann. Es ist das einzige große Festival, auf dem man authentische Musik der Roma und sogar rein homosexuell bespielte Bühnen findet. Nicht zu vergessen ist, dass das Festival inmitten von Budapest stattfindet – eine touristische Stadt mit einer lebendigen Kulturszene, einer wunderschönen Stadtkulisse, historischen Gebäuden, türkischen Spas und besonderen „Ruinen Pubs“. Anreise und Nächtigung Anreisemöglichkeiten zum Sziget gibt es viele. Man kann per Bus, Zug, Flugzeug, Auto oder sogar mit dem Boot anreisen. Eine Unterkunft ist ebenso leicht zu

finden: Viele Fans finden auf dem Festivalgelände in Zelten oder Wohnwagen ihre Unterkunft. Für die Nicht-Camper gibt es eine große Auswahl an Hotels und Hostels in direkter Nähe und in jeder Preisklasse.

termine Das Sziget Festival geht zwischen 10. und 17. August auf der Island of Freedom in Budapest über die Bühne.

info Eine Auswahl des diesjährigen Line-ups: Alesso, Alt-J, Avicii, Awolnation, Beatsteaks, Camo & Krooked, Cro, Dropkick Murphys, Ellie Goulding, Enter Shikari, Florence + The Machine, Future Islands, Gentleman & The Evolution, Gogol Bordello, Goran Bregovic Wedding And Funeral Band, Halestorm, Infected Mushroom, Interpol, Kasabian, Kensington, Knife Party, Kraftklub, Limp Bizkit, Marina And The Diamonds, MØ, Passenger, Robbie Williams, The Gaslight Anthem, The Maccabees, The Subways, The Ting Tings, William Fitzsimmons und viele mehr!

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Klartext in Mundart Hubert von Goisern nimmt sich bekanntlich nie ein Blatt vor den Mund. Im !ticket-Interview spricht der unbequeme Ausnahmekünstler über die Hintergründe seines neuen Albums „Federn“ und die Filmdoku „Brenna tuat’s schon lang“. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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icht Tibet, nicht Afrika – für sein neues Album hat es den 62-jährigen Künstler in die USA verschlagen, wo er den Country-Nashville-Sound einfangen wollte. Dennoch geriet „Federn“ wieder zu einem typischen GoisernKlangfeuerwerk, gespickt mit gesellschaftspolitischen Zwischentönen.

waren, aber ich wollt’ mit der Gestaltung nix zu tun haben. Es war das Anliegen von Hage (Huberts langjähriger Manager und Freund, Anm.) diesen Film zu machen.

Bei zwei Szenen drängt sich der Verdacht auf, dass du – wie immer – unterschwellig provozieren willst. Zum einen wird unverhohlen geraucht, zum anderen fängst du eine Forelle

Im Film „Brenna tuat’s schon lang“ zeigst du dich von der persönlichsten Seite, zudem sind lang vergessene Szenen aus den 80er-Jahren zu sehen. Weshalb zeigst du gerade jetzt „Goisern hautnah“? Ich hab’ den Film jetzt no net g’sehen (im März, Anm.) und ich hab’ mich ja nur für diese Dreharbeiten zur Verfügung gestellt, die noch notwendig

22. Mai Rathausplatz Gmunden 5. Juni Open Air am Marktplatz Rankweil 26. Juni Königsplatz München 28. Juni Kapitelplatz Salzburg 24. Juli Clam Burgarena 25. Juli Ottakringer Arena Wiesen 13. August Messegelände Klagenfurt 14. August Freiluftarena B Graz 15. August Donaubühne Tulln

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Filmreif Der Ausnahmekünstler Hubert von Goisern kommt ins Kino und „aus den Federn“.

Foto: Jürgen Skarwan

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und tötest sie „on camera“ … In dem Moment als ich die Forelle abgeschlagen habe, wusste ich’s … Das wird ja alles gefilmt und es ist ja nicht so, dass die Kamera schnell abgeschaltet wird wenn ich einen Fisch fang’. Ich wusste, dass sie das nicht rausschneiden werden, es sei denn, ich sag’ das.

wie ein Reiher und hab mir gedacht: nie mehr wieder, so ein Schas! Der nächste Schnapsrausch war, als ich die Ziehharmonika zerlegen wollt’ und stattdessen zu spielen angefangen hab’ (Auch eine Passage im Film und der Text-Bezug in „I bin ganz alloan“, Anm.). Es kann also auch etwas Positives herauskommen.

Zum neuen Album „Federn“: Der Titel „Stoansteirisch“ ist ein böser Seitenhieb auf die volkstümliche Musik … Ich war im vergangenen Jänner wieder einmal in Kitzbühel beim HahnenkammRennen. Am Freitagabend hab’ ich meine Tochter vom Zug abgeholt und bin durch die Stadt gegangen. Bist du fertig! Die Musik, die da rausdröhnt, die Dumpfheit, die damit verbunden ist … Und da muss man sagen, dass das meiste aus der Steiermark kommt und einiges aus Kärnten.

Bist du noch oft in Bad Goisern? Besser: Gibt’s derzeit ein Zuhause? Dahoam bin ich dort, wo meine Familie ist. Nachdem das Dirndl jetzt in Wien studiert und der Bua in Kassel oben, ist es mehr oder weniger dort, wo meine Frau ist, und das ist in Salzburg. Dort hab’ ich mein Studio, dort wohn’ ich, das ist mein Lebenszentrum. Heimat ist auch dort, wo die Freunde sind. Inzwischen hab’ ich glücklicherweise Freunde verstreut auf der ganzen Welt. Auch Landschaft und große Natur vermitteln mir Heimat. Ob das Grönland ist, die Fjorde und Gletscher, die Berge im Himalaja … Menschen sind aber schon das Zentrale, Familie und Freunde. Und natürlich die Sprache. Wenn ich nach Goisern komm’, dann ist der Dialekt vertraut, da red’ ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Es kommt auch immer wieder der Schnaps vor … Ich bin kein Schnapstrinker, ich mag überhaupt keine harten Getränke. Ich bin ein Weintrinker. Die Lieder sind ja wahre Begebenheiten. Mein erster Schnapsrausch war mit 19, da hab’ ich mit Freunden Whisky getrunken und g’spieben

CIAO ALLTAG: ESKIMO EISNEUHEITEN 2015 Der Eis-Marktführer ESKIMO eröffnet die neue Eissaison 2015 auch heuer wieder mit erfrischenden Eisüberraschungen. Frei nach dem Motto „Ciao Alltag“ laden die neuen sommerlichen Eiskreationen alle Eisfans ein, mit cremigem Eisgenuss in eine Welt voller Happiness einzutauchen – denn Alltag war gestern, so schmeckt Kurzurlaub! Kindheitserinnerungen werden wach! Der Plattfuß – inklusive Knabberzehe – ist endlich wieder da in der ESKIMO Eistruhe! So können sich Eltern auf das Schwelgen in Kindheitserinnerungen freuen und den Eisgenuss der „guten alten Zeit“ nun auch an ihre Kinder weitergeben. Mit Magnum Pink & Black gibt es zwei neue Variationen des Eisklassikers! Magnum Pink Himbeere steht für die abenteuerlustigen und spontanen Augenblicke, Magnum Black Espresso ist die perfekte Begleitung für die eleganten und geheimnisvollen Momente. Cornetto überrascht mit Cookies & Dream inspiriert von Bahlsen, mit einem köstlichen Cookie-Topping. Neu mit dabei ist auch der Cornetto Taco als Snack mit extra viel Waffel, Schokolade und knusprigen Erdnüssen. Die Kids dürfen sich über das erste blaugelbe Eis (ohne künstliche Farbstoffe) mit Zuckerwatte-Vanille Geschmack freuen. Ein neuer Wirbelwind am Eismarkt ist da: Max Tornado! Cremissimo bringt mit seinen neuen 900 ml Varianten den Eissalon direkt nach Hause und versüßt mit den drei frisch gestrudelten Neuheiten Cremissimo Erdbeer-Baiser Kuss, Cremissimo Heidelbeer Traum und Cremissimo Zarte Pistazien Verführung die Eissaison 2015.

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!ticket live termine

u. a. bei folgen lles ok?!“ wird Das Debüt „A rgestellt: n vo den Konzerte & Free Festival Oberwart g un ) Yo ai M 16. Revolverheld Open Air (mit drä 5. Juni Imst An . St den See 11. Juli Rock

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as Highlight für 2015 steht für die Jungs jetzt schon fest: ein Amadeus Award. Mit der Castingshow „Herz von Österreich“ hat die Karriere der fünf Jungs von Tagtraeumer begonnen. Dann ist die steirische Band in den heimischen Pophimmel gestiegen wie eine Rakete.

Traumtage Die steirische Pop-Band Tagtraeumer muss nicht mehr träumen: Denn ein großer Traum ist in Erfüllung gegangen: der erste Amadeus Award. TEXT: ASTRID RADNER

Sind am Album noch Songs drauf, die früher entstanden sind? Thomas: „Sinn“ und „Happy End“. Bei „Sinn“ geht’s um meine Exfreundin, mit der ich bis Jänner 2012 zusammen war. Im Februar habe ich „Sinn“ geschrieben, das war eher eine R ’n’ B-Version.

Was ist der Unterschied zwischen euch und deutscher Popmusik? Thomas: Im Endeffekt ist das sehr ähnlich. Nur: Wir wollen uns nicht auf diese neumodischen Sounds fixieren. So wie zum Beispiel bei der letzten Coldplay-Single mit Avicii. Da lassen wir die Gitarren, Violinen und echte Drums aufleben. Songwritertechnisch sind wir zwischen Revolverheld und Cro. Und in Österreich am ehesten wie Die Mondscheiner.

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Höhenflug „Steirermen san very good“ heißt es so schön. Die Jungs von Tagtraeumer meinen jedoch: „Wir sind nicht besser als andere österreichische Bands.“

Vermisst ihr in Österreich Unterstützung, um weiter wachsen zu können? Kevin: Wenn wir sagen würden, wir vermissen etwas, dann wäre das etwas undankbar. Wir bekommen echt viel. Zum Beispiel von Ö3. Warum ist das bei euch so und bei anderen nicht? Kevin: Es gibt sicher gute Bands, die nicht die Chancen haben wie wir. Die hatten bisher einfach weniger Glück. Seid ihr besser? Kevin: Das glaub ich nicht, sicher

nicht. Anders. Es gibt gute Musiker, die totale No-Names sind. Es gibt einen Song von euch, der „Flugangst“ heißt. Darin singt ihr über das Scheitern. Wie geht ihr mit Scheitern um? Kevin: Derweil haben wir ja noch keinen Tiefpunkt gehabt. Thomas: Aber wenn wir fallen, würde ich einfach weiter Songs schreiben. Alex: Nicht aufgeben.

weiterlesen? f iew lesen Sie au Das volle Interv om .c agazin www.ticketm

Foto: Warner Music

Wie ist das für euch, Kevin und Alexander, wenn es bei eurer Musik nur um Thomas’ Geschichten geht? Kevin: Der Thomas schreibt die Lieder so, dass sich jeder damit identifizieren kann. Deswegen ist es kein Problem, wenn man die Songs verkörpert oder wenn man nicht gerade auf der selben emotionalen Ebene ist wie er.


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!ticket highlights

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Rock Or Bust Im Vorfeld des AC/DC-Konzerts bei Spielberg gibt’s am Gelände am Red Bull Brandwagen ein hochkarätiges Warmup-Programm zu genießen, darunter auch die sensationellen Mother’s Cake. Abends werden dann die Herren aus Down Under beweisen, dass sie tatsächlich noch rocken können, ohne dass ihnen die „Buste“ ausgeht …

Dino Merlin

9. Mai in der TipsArena Linz

Sunrise Avenue

AC/DC

14. Mai in Zeltweg im Aichfeld Nuhr ein Traum Ist alles Nuhr ein Traum? Wer kann heute noch unterscheiden zwischen Wahn und Wirklichkeit? Der Mensch ist ein Selbstbetrüger und der Computer in der eigenen Birne ziemlich schlecht programmiert. Was stimmt? Was ist gelogen? Dieter Nuhr räumt auf im vollgemüllten Hirnkasten und stellt fest: Fakten waren gestern, heute gilt als Wahrheit, was im Internet verlinkt wird, also Bullshit.

Nuh r e t e i D Fairytales Wenn eine Erfolgsgeschichte eine Erfolgsgeschichte ist, dann darf sie mit Fug und Recht auch als solche bezeichnet werden. Sunrise Avenue, die finnische Pop-Rock-Band um den charismatischen blonden Frontmann Samu Haber haben eine solche Geschichte geschrieben. Gut 22 Jahre liegt es nun zurück, als die Band aus der Taufe gehoben wurde, die Zeit ist also reif für eine Zwischenbilanz, die da „Fairytales“ heißt und natürlich auch live präsentiert wird. 30. Mai in der Ottakringer Arena Wiesen

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29. und 30. Mai in der Wiener Stadthalle (Halle F)

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Fotos: beigestellt James Minchin Universal Music Dieter Nuhr Wendy Wilson Emily Rieman Hans-Martin Issler Wolfgang Linhart beigestellt

Live Dino Merlin ist ein bosnischer Sänger, zählt zu den erfolgreichsten Sängern im Raum des früheren Jugoslawiens. Er begann seine Musikerkarriere mit der Rockband Merlin, bevor er während des Jugoslawienkriegs in die Schweiz emigrierte. Nach Kriegsende entschied sich Dino Merlin für eine Solokarriere und veröffentlichte 1993 sein erstes Soloalbum „Moja Bodga Sna“. 1999 trat er im Duett mit der französischen Sängerin Béatrice beim Eurovision Song Contest an, 2011 dann allein mit dem Song „Love in Rewind“ und erreichte den 6. Platz.


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The Australian Pink Floyd

Show

Welcome To The Machine Ihre Tour stellen die Australier im kommenden Jahr unter das Motto „Welcome To the Machine“ – zugleich Songtitel und Hommage an das Pink-Floyd-Album „Wish You Were Here“, das dieses Jahr 40 Jahre alt wird. Während der rund zweistündigen Show wird jedoch nicht nur jene grandiose Langrille in Ausschnitten gespielt werden, sondern auch weitere Floyd-Klassiker. Musikalische Präzision zwischen special psychedelischen Sounds und Progressive Rock, die sich kaum vom Original Dinnerpackages verfügbar! unterscheiden lässt, ist garantiert! Weitere Infos unter im Mai in Linz, Graz und Salzburg

one h d u M

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Mit White Hills, Dirty Fences und Barton Caroll Mudhoney sind das ewige Schattenkind der Seattle-Szene. Vorreiter in Sachen Flanell-Hemden und beinahe väterliche Inspiration für spätere Superstars wie Nirvana. Und wie üblich teilen sie auch das Schicksal einer richtungsweisenden Band, die nie den Sprung aus dem Underground-Wasser geschafft hat und selbst in größten Hype-Zeiten nur bedingt von ihrer Vorreiter-Rolle profitierte. Allerdings: Ob Mudhoney den großen Ruhm überhaupt wollten, ist zweifelhaft. Dazu sind die Urgesteine doch viel zu sehr in ihrem Punkrock-Lifestyle verwurzelt.

14. Mai in der Arena Wien

Fotos: beigestellt, James Minchin, Universal Music, Dieter Nuhr, Wendy Wilson, Emily Rieman, Hans-Martin Issler, Wolfgang Linhart, beigestellt

Blind Guardian Beyond The Red Mirror Fantastische Reisen in Anderswelten, quer durch Raum und Zeit: Auf ihrem neuen Epos „Beyond The Red Mirror“ schlagen die deutschen Power-Metaller gekonnt den Bogen zwischen dem Gestern und Morgen und setzen da an, wo sie vor 20 Jahren den Protagonisten ihres zeitlosen Meisterwerks „Imaginations From The Other Side“ zuletzt erscheinen ließen. In Wien darf man sich im Vorfeld über die sensationellen heimischen Dragony freuen! 22. Mai im Grazer Explosiv & 23. Mai im PLANET.TT Gasometer Udopeia Hinter Pilots On Dope verbergen sich zwei bekannte musikalische Aktivisten. Die beiden Wiener Gerhard Gigler (DJ Bunani) und Gerald Tomez betätigen sich auf ihrem aus Coverversionen bestehenden Album „Udopeia“ als Couturiers elegantester Arrangements. Beeinflusst durch Library Sounds, klassischen Bossa Nova und Cool Jazz zeichnen die beiden Spannungsbögen, wie man sie lange nicht mehr gehört hat. Das Brasilien, das sich hier vor dem inneren Auge auftut, ist eines in jenen Kodachrome-Farbtönen, die man aus alten Pink-Panther- und James-Bond-Filmen kennt und liebt.

Pilots On Dope

7. Mai im Linzer Posthof

Opposition Die Südtiroler nehmen mit „Opposition“ die Spitzenposition der deutschen Album-Charts ein und sind erstmals auch in Österreich auf Platz 1. Das kann freilich auch ein bisschen an der Polarisierung liegen, denn so was ist immer ein bisschen spannender als der Rest. Allerdings: Während man die Herren 2013 vom Echo auslud, hat die Kommission im Jahr darauf zumindest indirekt eine „Fehlentscheidung“ zugegeben … Unterm Strich wird wohl jeder selbst entscheiden, ob die Herren trotz Projekten wie „Grenzenlos“ in eine ungute Ecke zu stellen sind, oder ob Kunst auch einmal ein bisschen auf den Schlips treten darf …

Frei.Wild 17. Mai im PLANET.TT Gasometer

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MUNDPROPAGANDA LEONARD COHEN

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, sb)

Paradise Lost – The Plague Within Die britischen Doom/Goth-Heroen wagen einen deutlichen Schritt zurück, bis zu „Gothic“ & „Lost Paradise“!

Villagers – Darling Arithmetic Herzschmerz der Extraklasse! Und das kein bisschen sappy, sondern rhythmisch und schön!

Can’t Forget Leonard Cohen ist zweifelsohne brillant, nur minder jedoch „produktiv“: Lediglich 13 Alben in knapp einem halben Jahrhundert zeugen deutlich mehr von Klasse denn Masse. Da stellt sich freilich die Frage: Braucht es nun den bereits siebten Live-Mitschnitt, eine weitere „Best-of-Kollektion“? Zu allervorderst: „Can’t Forget: A Souvenir of the Grand Tour“ ist wohl die schönste Um- und Be-

APOCALYPTICA Michael Patrick Kelly – Shake Away „Paddy” ist nun nicht nur älter, sondern auch musikalisch reifer geworden und wandert auf Solopfaden.

Melody Gardot – Currency Of Man Mit ihrem vierten Geniestreich vermischt die Kosmopolitin erneut Jazz und Blues mit Eleganz und Elektrik.

Sarah Connor – Muttersprache 5 Jahre Pause, Connor hat sich neu gefunden: In deutscher Sprache wirkt sie noch emotionaler als bisher.

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Shadowmaker Crossover war damals Anfang der Neunziger ja sowas von in! Das dachten sich wohl auch die finnischen Mannen der Band Apocalyptica und knöpften sich zwei auf den ersten Blick sehr widersprüchlich scheinende Musikstile vor, um sie zu kombinieren: Metal und Klassik. Mittlerweile ist das ja quasi schon ein alter Hut und viele der Big-Stars der Crossover-Ära kennt man schon

schreibung eines Mitschnittes von Konzert und Soundcheck, in diesem Falle aus den Jahren 2012 und 2013 („Old Ideas World Tour“), die es je gab, und jener ist bei Cohen naturgemäß wieder einmal von aller höchster Güte: Er singt meisterhaft über das Fundament, das ihm seine Begleitband (allen voran Javier Mas, Gitarre und Alex Bublitchi, Violine) legt, wird dabei sublim von den Background-Sängerinnen Hattie und Charley Webb (man höre das von Streichern getragene „Joan of Arc“!) unterstützt. Zudem: Es findet sich nicht nur „Altbekanntes“ hierauf. Mit „Never Gave Nobody Trouble“ und „Got A Little Secret“ präsentiert Cohen zwei neue Eigenkompositionen (aus den „Old Ideas“-Sessions), mit „Choices“ und „La Manic“ zwei bisher unveröffentlichte Coverstücke, erster ein Liebesbeweis des Kanadiers an den guten, alten Country. Wahrlich „can’t forget“. (sb)

längst nicht nicht mehr. Anders bei Apocalyptica: Sie konnten sich einen Namen machen und haben Wiedererkennungswert. Charakteristisch war es auch immer, dass sie sich Gastmusiker beziehungsweise unterschiedliche SängerInnen mit auf die Bühne oder ihre Alben holten. Bei ihrem neuen Werk „Shadowmaker” verhält es sich nun anders. Hier haben sie sich mit Franky Perez für einen fixen Sänger entschieden. Dadurch lässt sich nun auch eine gewisse Stabilität auf dem Werk erkennen, diese wurde früher oftmals nur musikalisch getragen, kann nun aber auch stimmlich mit einem roten Faden punkten. Viele mögen vielleicht meinen, dass die Songs nun fast schon zu ähnlich klingen würden – man nehme beispielsweise „Cold Blood” oder „House Of Chains”, die fast schon nach radiotauglichem Post-Grunge-Rock klingen. Wer eher auf den klassischen Sound steht: „Riot Lights” hören! (pa)

Fotos: Hersteller

Hören Sie mal rein!


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!ticket media MUMFORD & SONS

Wilder Mind Als Mumford & Sons ihr neues und drittes Album „Wilder Mind“ am 9. März im intimen Rahmen im Londoner Club Oslo vorstellten, wurde auch im Publikum die Frage laut: „Was wurde aus dem Banjo?“ Denn: Bereits im Vorfeld wurde verlautbart, dass selbiger Trademark (einstweilen?) in die Ecke gestellt wurde. Ein Hoax? Ein Scherz? Nein. Das Resultat? Nun, die britischen

Folk-Rocker wirken „heavier“, gerade epische Stücke wie „Ditmas“ und „Snake Eyes“ leben von den verzehrenden Soli, Stücke wie „Monster“ und „Hot Gates“ lassen Einflüsse von The National erkennen. Das Banjo ist also flöten, ebenso Akustikgeklimper und die stampfend-polternde Bassdrum. Einzug erhielen dafür Synthesizer, spacige Mellotrone, Konservendrums und ein Gitarrensound im Ausmaß, als hätten Muse mit U2 kopuliert. „Man fühlte sich vom alten Sound ausgebrannt“, hieß es. Oftmals geraten Stilkorrekturen zu einem Griff in den Gulli, aber hier, hier jedoch fühlt man den Phönix aus der Asche steigen – man spürt den frischen Wind, die gestärkte Brise, die auch Produzent James Ford (Arctic Monkeys) zuschulden ist. Dabei lässt „Wilder Mind“ mehr Spielraum „zwischen den Zeilen“, ist weniger durchexerziert als die Vorgänger. Eine Gabe der Klasse Led Zeppelin. Hut ab! (sb)

ADAM LAMBERT

The Original High „My heart is a ghost town“, singt der Neo-Queen-Sänger auf seinem dritten Soloalbum und öffnet selbiges gewaltig, legt er immerhin sehr persönliche Texte über tanzbaren Pop ohne Bubblegum-Attitüde. „The Original High“ ist düsterer als sein bisheriges Schaffen, aber überaus bittersüß, stimmlich freilich fernab jeder Kritik – mondän, stellenweise surreal und bildkräftig. Brian May gastiert auch hierauf. (sb)

SATYRICON BLUR

The Magic Whip Das 12-jährige Warten hat nun ein Ende gefunden! Mit „The Magic Whip” erschien ein neues Presswertk der Briten rund um Mastermind Damon Albarn. Nach so einer langen Wartezeit kann man sich etwas Besonderes erwarten. Und besonders ist die neue Scheibe, besonders und nennen wir es: experimentierfreudig. Hört man beispielsweise „Ice Cream Man” kann man sich nur schwer ent-

scheiden, ob man zur Spielkonsole greift und Super Mario auf böse Schildkröten springen lässt oder doch lieber zu bewusstseins- und sphärenerweiternden Substanzen greift. Prinzipiell erscheint bei dem vorliegenden Werk ab dem zweiten Song alles ein bisschen sphärisch, bis man dann bei „I Broadcast” wieder auf Blur trifft, wie man sie gewohnt ist: Krachender Sound umgeben von feinstem Londoner Dialakt à la Albarn. Zu der Nummer lässt sich übrigens sicher auch ganz gut im Partykeller herumspringen! Mit „My Terracotta Heart” geht es dann wieder etwas melancholischer weiter. Eines kann man auf keinen Fall abstreiten: Es wird eine enorme Vielfalt geboten, es könnte gar sein, dass „The Magic Whip” einmal als Synonym für eben diese verwendet werden wird. Was sich anfangs noch holprig anhörte, entpuppt sich nach längerem Studium zu einem kleinen, sphärisch abgehobenen Meisterwerk. (pa)

Live At The Opera Was für normalsterbliche Ohren als Black-Metal-Lärmfraktion begann, entwickelte sich langsam, aber stetig zu einem avantgardistischen Kunstwerk, das nun in Kollaboration mit dem National Norwegian Opera Chor seinen Höhepunkt findet. Genre-Dogmen werden gebrochen, Erhabenheit thront über den Stücken aus der (nahen) Vergangenheit und die Norweger beweisen damit erneut ihre Vorreiterrolle. (sb)

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Foto: GEPA pictures

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!ticket spaß

Kasperltheater Ach ja. Österreich ist ein Musikland. Da lege ich mich doch gleich auf einer Wiese in die Sonne und summe dämmersüchtig und sterbefaul vor mich hin: „Land der Berge, Land am Strome …“ Und denke mir: Brauchen wir 70 Jahre nach dem Nationalsozialismus wirklich eine Nationalhymne? Und siehe da: Jeder hat eine Meinung. Und was für eine! Wie hässliche Kobolde toben die halbherzigen Aggressionen und die überspannten Eitelkeiten kampfbereit durch das Land. Ein junger Mann mit Bart, der sich als junge Frau verkleidet, polarisiert in diesem

Streit ebenso wie ein junger Mann mit Ziehharmonika, der sich als alter Philosoph verkleidet. Da möchte ich am liebsten Reißaus nehmen und salzige Meeresluft einatmen. The Mellowbeats Mit Musik oder kulturellem Erbe hat dieses Geplänkel rein gar nichts zu tun. Das ist ein böses Kasperltheater, bei dem man nicht weiß, wer das Krokodil und wer der Wurschtl ist. Doch dann höre ich ein Lied aus Salzburg, „A Million Times“ von „Nigrita & The Mellowbeats“. Was für eine sexy Per-

SEX SELLS Georg Biron

formance! Unglaublich betörend und rhythmisch kommt diese junge Sängerin daher. Angetrieben von stimmigem Groove und der authentischen Suche nach der Wahrheit, die nur mit dem Herzen entdeckt werden kann. Jazz, Rock, Soul und Reggae haben es Nigrita und ihrer Formation angetan. Und man merkt sofort: Hier ist jemand musikalisch jenseits des österreichischen Tellerrands unterwegs und stürzt sich auf die verführerische Erotik der Freiheit. Yeah!

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STARREBUS

Fotos: moff, fotolia, beigestellt

Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Wer könnte hiermit gemeint sein? Die Auflösung unseres letzten Rebus war „Tokio Hotel”. Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket. Infos & Teilnahmebedingungen zu diesem und sämtlichen Gewinnspielen finden Sie unter www.ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 22. Mai 2015 Das nächste !ticket erscheint am 27. Mai 2015.

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HIGHLIGHTS

präsentiert

STEFFEN HENSSLER

KAYA YANAR „Best Of“

13.09.’15 Innsbruck, Congress 18.09.’15 Wien, Stadthalle F 19.09.’15 Hallein, Festspielbühne 20.09.’15 Bregenz, Festspielhaus

BÜLENT CEYLAN

„Haardrock“

06.11.’15 Graz, Stadthalle 07.11.’15 Innsbruck, Olympiahalle 03.12.’15 Wien, Stadthalle D 04.12.’15 Linz, TipsArena Neues Programm „KRONK“: 29.01.’17 Salzburg Arena

,alle Termine auf.

www.gernotkulis.at

GERNOT KULIS „Kulisionen“

„Hamburg – New York – Tokio – Meine kulinarische Weltreise“ 29.11.’15 Wien, Stadthalle F 30.11.’15 Graz, Stadthalle

STEFAN VERRA che:

„Ertappt. Körperspra Echt männlich. Richtig weiblich!“

MARTIN RÜTTER „nachSITZen“

a 27.10.’15 Wr. Neustadt, Arena Nov ena sAr 28.10.’15 Linz, Tip 29.10.’15 Innsbruck, Olympiahalle 13.04.’16 Villach, Stadthalle 14.04.’16 Graz, Stadthalle 15.04.’16 Wien, Stadthalle D

TEDDY SHOW rsch Du...?!“ „Was Labe

30.05.’15 Linz, TipsArena 31.05.’15 Wien, Stadthalle F

11.05.’15 Linz, Neues Rathaus 30.11.’15 Lienz, Gymnasium 01.12.’15 Klagenfurt, Audimax 02.12.’15 Graz, Orpheum 08.12.’15 Salzburg, Republic 09.12.’15 Linz, Neues Rathaus 10.12.’15 Wien, Theater Akzent

MICHL MÜLLER

„Ausfahrt freihalten“

24.9.’15 Wien, Theater Akzent 25.9.’15 Salzburg, Republic

SERDAR SOMUNCifuUng“ „H2 Universe – Die Machtergre

10.06.’15 Leonding, Kürnberghalle 11.06.’15 Klagenfurt, Universität 12.06.’15 Graz, Orpheum 13.+14.06.’15 Wien, Stadtsaal

!ticket Mai 2015  

Wiesen * Die Toten Hosen * Sophie Hunger * Awolnation * Life Ball * Eurovision Song Contest * Stipsits & Rubey * Judas Priest * Allessa * Sz...

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