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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2 0 1 5 sport theater kabarett

JUL/AUG

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

culture clash Ethno-Comedy-Star Kaya Yanar kommt mit einer Best-of-Show.

guetta

K.U.K. HOFBANKETT

Der Franzose macht gemeinsame Sache mit Afrojack.

P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

DINIEREN MIT KAISERIN SISI

hardwell Der Niederländer kommt mit neuer Platte im Gepäck!

electro gewitter 4 Tage, 5 Bühnen, 100 Acts: das Lake Festival am Schwarzlsee

avicii Der Schwede fährt neuerdings Volvo.

harris Der Schotte gibt sein Österreich-Debüt.


©Disney/CML

Vereinigte Bühnen Wien VBW

präsentieren

presents

Disney and CAMERON MACKINTOSH’S

DAS BROADWAY MUSICAL

NACH DEN GESCHICHTEN VON P.L. TRAVERS UND DEM FILM VON WALT DISNEY

WIEDERAUFNAHME AM 12. SEPTEMBER 2015

Original graphics designed by Dewynters Plc, London

www.musicalvienna .at

JETZT TICKETS ST FÜR HERB SICHERN!

DAS MUSICAL

V O N M I C H A E L K U N Z E U N D S Y LV E S T E R L E VAY

NEUE FASSUNG FÜR WIEN

AB SEPTEMBER 2015

200x280_MP+MOZ_Ö-Ticket.indd 1

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!ticket editorial Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin von !ticket

Von Körper bis Geist.

Foto: Conny de Beauclair

D

ie aktuelle Ausgabe von !ticket steht ganz im Zeichen des Körperkultes: Einerseits springen immer mehr Firmen auf die hippe „Gesichtsmode“ des Bartes auf, andererseits gibt es vor der Sommerzeit an allen Ecken und Enden zahlreiche Tipps und Tricks, wie man sich möglichst rasch die perfekte Bikinifigur herzaubert. Das Thema „Bart“ lassen wir zwar weitestgehend links liegen, wenngleich auch der Stand-up-Comedian Abdelkarim Vollbart trägt. Aber das hat andere Gründe, wie Sie auf Seite 34 nachlesen können. Auch am Rock In Vienna und am Nova Rock sahen wir so manch bärtiges Wesen, da haben uns aber die Tattoos und Piercings weitaus mehr fasziniert (Seiten 28/29). Wussten Sie übrigens, wer auch tätowiert war? Kaiserin Sisi. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie auf den Seiten 26 und 27 einmal nach! Und zum Thema „Bikinifigur“ lassen Sie sich gesagt sein: Der Mensch ist schön, wie er ist. Man muss kein Hungerhaken wie bei „Germany’s next Topmodel“ sein, um glücklich und zufrieden durchs Leben zu marschieren. Deswegen haben wir uns genüsslich einem Burger-Test im Wiener Hard Rock Cafe gewidmet, Fleischiges zwischen zwei Weckerl ist ja jetzt wieder besonders in, man denke an Yppenplatz 4 oder den Leberkas-Peppi, der jetzt auch in Wien eine Zweigstelle zu eröffnen gedenkt. Überhaupt kommt man vielleicht drauf, wenn man Lebensgeschichten wie jene von Simone Feichtinger (Seiten 32/33) liest, dass manchmal doch auch die inneren Werte den wahren Körperkult darstellen: Stärke und Durchhaltevermögen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre! Roberta Scheifinger

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THE OFFSPRING · INTERPOL · ALT-J · CASPER · ELLIE GOULDING MAJOR LAZER · MARTIN GARRIX · NERO LIVE · TV ON THE RADIO · FRITZ KALKBRENNER · THE SCRIPT · BAD RELIGION

SIMPLE PLAN · CHARLI XCX · KWABS · ENTER SHIKARI · ALLIGATOAH · JOSÉ GONZÁLEZ · K.I.Z. · THE WOMBATS · ECHOSMITH

FRITTENBUDE · MAD CADDIES · ESKIMO CALLBOY · IRIE RÉVOLTÉS · WILLIAM FITZSIMMONS · NEW FOUND GLORY · DAWA · CHUCK RAGAN SDP · HALESTORM · AGAINST ME · MIGHTY OAKS · DARWIN DEEZ · LONELY THE BRAVE · RAE MORRIS · TWIN ATLANTIC · THE MENZINGERS JOSEF SALVAT · RUEN BROTHERS · GENGAHR · COURTNEY BARNETT · THE DISTRICTS · WE ARE THE OCEAN · CIRCA WAVES · TRUCKFIGHTERS DOLOMITE MINOR · CATASTROPHE & CURE · EXCLUSIVE · VANT · EAVES · NORTHCOTE · THE LAST INTERNATIONALE · LEYYA

NIGHTPARK

SIGMA LIVE · KLANGKARUSSELL LIVE · PORTER ROBINSON LIVE · OMD · MODESTEP LIVE · OLIVER KOLETZKI DJ-SET LIVE

KOAN SOUND · BAKERMAT · CLAPTONE · GORGON CITY

· AKA AKA FEAT. THALSTROEM

CRAZE · CYRIL HAHN · DUMME JUNGS LIVE · HANNAH WANTS · FUKKK OFFF · FAKEAR · ILLSKILLZ · TINUSH · STEVE HOPE · DIZZY BELL · ANDY CATANA MAD DECENT STAGE

DIPLO · DILLON FRANCIS · FLOSSTRADAMUS · ZEDS DEAD · WHAT SO NOT

20.-22.AUGUST GREEN PARK ST.PÖLTEN WWW.FREQUENCY.AT

FACEBOOK.COM/FM4FREQUENCY

2 FESTIVALS IN 1 · 3 TAGE · 8 BÜHNEN · 120 ACTS

ME WE CEOACE IN P

RAM

TC · LOADSTAR · DC BREAKS · TEDDY KILLERZ · BODY & SOUL DISASZT · MC DAXTA — AND MANY MORE TO COME!

Tickets sind auf www.musicticket.at, bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096) und in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und Megacard-Members) bzw unter 01/24924 ehältlich.

FIF Y E AT E E N OF FEST R S M A D N IVAL ESS


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!ticket inhalt

Äußere Werte.

impressum Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger

Burger- statt Bikinifigur. Bartwuchs statt Milchbart. Und selbst Kaiserin Sisi war tätowiert: der Körper, ein Kultobjekt!

14-18

Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger

K.U.K. HOFBANKETT Dinnershows gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Bisher hat sich jedoch noch keine der wohl eindrucksvollsten Phase unserer Geschichte, der Kaiserzeit, gewidmet. Dies holt nun das imperiale „k.u.k. Hofbankett“ nach.

14 Konstantin Wecker Der deutsche Liedermacher war schon immer ein Unbequemer, der in seinen Texten Missstände anprangert. Auf seinem neuen Album „Ohne Warum“ ist er noch politischer geworden. 16 Festivalschlacht Auch dieses Jahr hatten wir wieder einige Stars auf den Pannonia Fields vorm Mikro!

LIFE&STYLE

Stv. Chefredakteurin & Chefin vom Dienst: Petra Albrecht B.A.

26

STARS&PEOPLE

20-30

Stv. Chefredakteur: Stefan Baumgartner

32-38

40-52

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

24 Seefestspiele Mörbisch/ Opernfestspiele St. Margarethen Wer im heurigen Sommer italienisches Flair schnuppern möchte, muss gar nicht so weit fahren, denn der Süden wandert ins Burgenland!

32 Simone Feichtinger Medizinische Diagnosen, die einen einfach nur lähmen, wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind. Doch Simone Feichtinger rappelte sich auf und findet Kraft im Mountainbiken.

40 Rammelhof Die diesjährigen Gewinner des FM4 Protestsongcontests wurden im Februar mit ihrem Hit „Wladimir (Put Put Putin)“ weit über die österreichischen Grenzen bekannt. Und nun geht es weiter …

28 Rockende Körperkunst Tätowierte und gepiercte Körper sieht man auf Rockfestivals zuhauf, sowohl vor wie auch auf der Bühne. Wir haben uns das einmal näher angeschaut …

34 Kaya Yanar Der deutsche Comedian ist türkisch-arabischer Herkunft, startete ab 2001 mit „Was guckst du?!“ gehörig durch und gilt seitdem als „der“ Ethno-Comedy-Vater schlechthin.

42 Musiktheater Linz In Linz beginnt’s, zumindest gilt dies für das kulturelle Geschehen!

Textchef: Jakob Hübner Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright. Cover: Ali Krepenek Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 51, 5. Stiege (3. Innenhof), 1060 Wien Art Direktion: Mag. Gottfried Halmschlager Vertriebsmarketing, Dialogkonzept: straberger conversations GmbH, Mariahilfer Straße 1d/Top II, 1060 Wien, www.conversations.at Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an die PGV Austria Trunk GmbH (Leserservice) oder per Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 863 04 8022 Redaktionsanschrift: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Heumühlgasse 11, 1040 Wien, Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum.

Foto: k.u. Hofbankett, Illustration: baes

50 Media Mit Bob Dylan, Major Lazer, Motörhead und vielen mehr!

Redaktion/Kolumnisten: Petra Albrecht B.A. (pa), Stefan Baumgartner (sb), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Alexander Haide (ah), Astrid Radner B.A. Bakk. phil. (ar), Mag. Joachim Schmida, Andreas Ungerböck (ray-Magazin), Andy Woerz, Andy Zahradnik Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Mag. Karin Steiner

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!ticket highlights

2015

Von Anfang an dabei Der 20-jährige Geburtstag der Söhne Mannheims mit allen wichtigen Protagonisten hat bei den Fans in Deutschland eine enorme Nachfrage ausgelöst. Deshalb geht die Band jetzt auf eine Jubiläumstour im November, die Arena-Konzerte in Köln, Hamburg, Leipzig, München, Wien, Hannover und Berlin beinhaltet. Die Besucher erwartet ein Geburtstagsspektakel der besonderen und typischen Söhne-Mannheims-Art. Freuen kann man sich neben Xavier Naidoo auch auf Wegbegleiter der ersten Stunde wie Rolf Stahlhofen und Claus Eisenmann.

Söhne Mannheims

Die VBW Musical Gala 2015 ist es genau 50 Jahre her, dass sich erstmals der Vorhang für eine Eigenproduktion in einem der Häuser der Vereinigten Bühnen hob, der Rest ist nicht nur tatsächlich Geschichte, sondern eine Erfolgsstory, die die Kulturlandschaft Wiens bis heute entscheidend mitgestaltet und geprägt hat und nicht zuletzt der Stadt den Beinamen „Musical-Metropole“ eingebracht hat. Anlässlich dieses Jubiläums laden die VBW zu einem einzigartigen Streifzug mit großem Orchester durch die fünf Jahrzehnte der großen Musical-Erfolge ein. 24. und 25. Oktober, Raimund Theater Wien

Fotos: VBW/Rupert Steiner beigestellt Lukas Beck Daniel Biskup Tino Oac Justin De Souza

15. November, Wiener Stadthalle (Halle D)

We Are Musical

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u. a. mit Wolfgang Ambros, Roland Düringer und Gernot Kulis Vor mittlerweile fast zwei Jahrzehnten hat sich eine Gruppe von Nonkonformisten und potenziellen Stadtflüchtigen zusammengetan, um ihre kreativen Visionen unter einem Dach zu vereinen. Die Idee der Villa Kunterbunt als Zuhause des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur war geboren und hatte sich in einem alten Zinshaus in der Pfalzau bei Pressbaum verdichtet. Der Magie des offenen Hauses ist es zu verdanken, dass die Villa heute immer noch Ort der Begegnung zwischen Freigeistern ist.

Villa Kunterbunt

laufend, Pressbaum (Wolfgang Ambros: Zusatztermin am 9.8.!) Ausfahrt freihalten! Es erwarten Sie drei Stunden energiegeladene witzig-freche Sprüche des Sympathiebündels über Gott und die Welt, Politik, Fußball, Vegetarier, und noch vieles mehr! Witze ohne Ende, verrückte Pointen und lustige Lieder: Michls liebevoller Schmäh-Marathon wird für Bauchmuskelkrämpfe und Lachtränen sorgen. Angler, Vegetarier und Golfspieler bekommen ihr Fett weg, ebenso Ärzte, die Gerichtssprecherin beim Hoeneß-Prozess oder Romantikhotels – „als Abriss-Burg in der Pampa“. Und dazwischen wird er singen …

Michl Müller

24. September, Theater Akzent & 25. September, republic Mit Parental Advisory, Void Creation, Dehuman Einen Tag nach ihrem Auftritt am legendären Obscene Extreme Festival in der Tschechischen Republik wird das amerikanische Death-Metal-Geschwader Vital Remains mit seinen blasphemischen Hasstiraden auch die Bundeshauptstadt unsicher machen. In der Setlist hat man, wie die Band verrät, nebst den Klassikern einen Song vom neuen Studioalbum, den lang erwarteten Nachfolger zu „Icons of Evil“ – immerhin ist der nun auch schon acht Jahre alt. Unterstützung bekommen sie von den Lokalmatadoren Parental Advisory und Void Creation, sowie hochoffiziell aus Brüssel von Dehuman. Fotos: VBW/Rupert Steiner, beigestellt, Lukas Beck, Daniel Biskup, Tino Oac, Justin De Souza

Vital Remains

11. Juli, Escape Metalcorner

Beatpatrol

The Beat goes on Seit 2009 holt das Beatpatrol die Top-Acts der elektronischen Musikszene nach St. Pölten und bietet seinen Besuchern eine unglaubliche Party. Ganz gleich ob Paul van Dyk, Paul Kalkbrenner, DJ Tiesto, Steve Aoki, Moby, Martin Solveig, Skrillex, Afrojack, Avicii oder Armin van Buuren: Alle Szenegrößen spielten schon in St. Pölten auf. Erstmals findet das Festival nun im Herbst statt, vielleicht die perfekte Abkühlung für die dampfenden Körper?!

IT’S ONLY WOERZ

Ferien in Uganda Sommer. Sonne. Musik. Reisen. Werfen wir einen kurzen Blick in die Ferne! In ein Land, das nicht gerade als bevorzugte Urlaubsdestination gelistet ist: Uganda. (Hey, die Leute fahren auch nach Ägypten zur Militärregierung a bissl tauchen, so what?) Man vernahm also kürzlich die Meldung, dass eine ugandische Sängerin (Jemimah Kansiime, falls jemand fragt) wegen eines zu freizügigen Videos im Stil der meist amerikanischen Vorbilder verhaftet wurde und nun mit zehn Jahren Gefängnis bedroht wird. So weit, so nicht gut. Ihr Manager bekannte sich schuldig und kam mit einer geringen Geldstrafe davon. Sie beruft sich auf die Freiheit der Kunst und zieht die Geschichte als Präzedenzfall mit allen Konsequenzen durch, wird berichtet. Neugierig geworden, habe ich unter den Stichworten „New Ugandan music“ ein wenig im Video-Netz gestöbert und bin auf Filmkunst gestoßen, die einmal mehr und einmal weniger gut produzierte musikalische Beiträge mit wackelnden Hüften, leichtest bekleideten Frauen, anzüglichsten Texten (soweit verständlich) und etlichen sexuellen Anspielungen zeigt. Dazu geifernde, lechzende oder auch besonders männlich wirken wollende Buben im Stile eines 70er-Jahre Sexfilmchens der übleren Sorte. So weit, so gut. Das kann, muss einem aber nicht gefallen. Nur: Was unterscheidet diese Videos von jenem, für das zehn Jahre Haft drohen? Ich sag’s Ihnen: Nichts. Manchmal fragt man sich wirklich … Schöne Ferien und viel Spaß in Uganda, falls Sie vorhaben, dorthin zu reisen. Und lassen Sie sicherheitshalber den Minirock zu Hause. Das sieht man dort nicht so gerne. Also, vielleicht schon gerne, aber … eben nicht gerne … Nicht alle. Also, Sie wissen schon. Was halten Sie davon? Sollte es bei Videos Darstellungsbeschränkungen geben? Schreiben Sie uns: redaktion@ticketmagazin.com

25. Oktober, VAZ St. Pölten

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!ticket thema: körperkult

BODY INDEX Was sollen wir essen? Wie sollen wir aussehen? Wann leben wir gesund? Der Zeitgeist hat den Körper zum Kult erhoben – und wir zum Schwerpunktthema dieser !ticket-Ausgabe.

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oll im Trend: veganer Erdäpfelkäse, bauchfrei, Craft-Bier oder die Haare mit Salz statt Shampoo zu pflegen. Out hingegen: Magermodels, McDonald’s, den Bart abzurasieren oder Tattoos mit dem Namen der Ex-Liebe. Was derzeit in und was out ist, zeigt sich zumindest beim Durchforsten von aktuellen Lokal-, Lifestyle- und Stylingtipps. Alles dreht sich dabei um eines: cool zu sein. Dabei zu sein. Schön zu sein. Oder eben genau dieses Ideal zu durchbrechen. Egal, was der Betrachter nun als cool, in und

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schön empfindet, eine große Rolle spielt dabei er: unser Körper. Um ihn, unseren Körper, und den Kult, den wir mit ihm, unserem Körper, verbinden, beschäftigen wir uns deshalb auch in unserer Juli/August-Ausgabe. Aufgepasst, zunächst wird’s jedoch einmal wild, dreckig und laut. In die Welt der österreichischen Festivals geht es ab Seite 10. Allen voran das Lake-Festival mit Avicii, Hardwell und David Guetta. Neben neuen, heißen Beats zeigen sich einige Elektro-Größen derzeit gerne von der privaten Seite. Auch am Rock

in Vienna und Nova Rock haben wir bei den Stars näher nachgefragt. Was genau ist die Bedeutung hinter den Tattoos, die die Körper von Three Days Grace, Hell Yeah oder Coal Chamber zieren? Was passiert, wenn es nur mehr darum geht, einfach körperlich gesund zu werden und weiterzukämpfen, das erzählt Simone Feichtinger. Das Geheimnis der Sportlerin: Optimismus und Lust auf das Leben. Die !ticket-Redaktion hatte außerdem Lust, dem Körper etwas Gutes zu tun: Mit einer Verkostung durch das Burgersortiment des Hard Rock Cafés in Wien. Und Burger – ob nun vegan, salzig, zu Craft Bier oder ohne – sind immer im Trend.

Fotos: Getty Images, Hersteller, Andreas Tischler

TEXT: ASTRID RADNER


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wohlfühlgewicht High-Carb Diät. Kohlehydrate sind ausschließlich Dickmacher? Blödsinn. Dieses Buch verrät, wie die richtige Balance aussieht, um nicht auf Nudeln, Reis und Brot verzichten zu müssen.

wohlfühlrock

3 Days Grace. Dem menschlichen Sein in Körper und Seele widmen sich die kanadischen Rocker auf ihrem aktuellen Album.

wohlfühlfuß Blasen ade. Mit einem neuen Blasenpflaster von Compeed kann schmerzenden Blasen der Kampf angesagt werden. Haftet lange und hilft der Haut beim Regenerieren.

Der nackte Wahnsinn. Pleiten, Pech und Pannen ganz ungeschminkt gibt es in dieser Komödie zu erleben. Und gleichzeitig kann man beim Lachen die Bauchmuskeln trainieren.

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wohlfühlhaut g ,

führt durch Österreichs angesagteste OutdoorLocations - LIVE Konzerte in ausgewählten Städten inklusive!

Die Profi-Grill-Küche im silbernen US-Kult-Wohnwagen lässt allen Grillfans das Wasser im Mund zusammenlaufen. Den ganzen Tag über werden GratisSteaks, Würstel und KUNER Grillsaucen zum Probieren serviert. Neben einer gemütlichen Chillout Area erwarten alle Gäste weitere Spaß-Attraktionen zum Mitmachen! Musikfans kommen in Wien, Graz und Linz noch dazu in den Genuss von feinsten „Lagerfeuer-Auftritten“ mit den österreichischen Künstlern Norbert Schneider, Leo Aberer (5. Juli Kumberg/Graz) und Kathi Kallauch (17. Juli Sandburg/Linz).

wohlfühlkrampf

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Die KUNER Grill & Chill Tour 2015

Pflegeweich. Die neue Pflegelinie Neutrogena® Visibly Renew riecht angenehm blumig und bringt trockene, anspruchsvolle Haut wieder in babyweiche Form.

!ticket verlost ein Neutrogena-Set. Weitere Infos unter www.ticketmagazin.com

NORBERT SCHNEIDER LIVE IN CONCERT! 1. JULI ADRIA/WIEN

Alle Tourtermine unter

www.kuner.at

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!ticket coverstory

SOUNDCHECKER Avicii, David Guetta, Calvin Harris, Hardwell – beim Lake Festival entfesseln die Himmelsstürmer der DJ-Szene ein fulminantes Electro-Gewitter über dem Schwarzlsee. Aber was treiben die Pult-Profis abseits der Bühne? TEXT: ASTRID RADNER

termine Lake Festival, Schwarzl 19. bis 22. August – mstätten pre ter Un , Freizeitzentrum

zum sechsten Mal statt. Das Lake Festival findet mit fünf Bühnen. Neu en Dieses Mal an vier Tag eigene Bühne nur für ist der Greenfloor, eine . ste ggä Campin e Acts angekündigt: Bis jetzt wurden folgend EDM- Line-Up: ell, Calvin Harris, Avicii, Die „Big Four“: Hardw David Guetta ojack, DJ Antoine, DiAußerdem dabei sind Afr BBS, Dyro, Don DiaDV mitri Vegas & Like Mike, e, Krewella, Laidback Luk blo, Klangtherapeuten, ero, Nervo, Rom ky Nic es, nci que Lil Jon, Lost Fre in Schulz, Sander van Otto Knows, R3hab, Rob ve Aoki (u.a) Doorn Steve Angello, Ste e-up: Lin e cor ard e/H tyl Hards az, Evil Activities, eek Tw Da , fist Adaro, Anger tyraiser, Psyko Par , ers roll Miss K8, Noisecont E, Technoboy LIV n Punkz, Radical Redemptio p: e-u Lin o Techn onbootica, DJ Rush, Umek, Mauro Picotto, Mo Weber an om s,R Kostas Maskalide

Bühnenreif Nach einer kurzen Auszeit ist Avicii wieder bereit für die internationalen Bühnen.

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Fotos: Universal Music, Sony Music

info


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Multitalent Calvin Harris präsentiert sich nicht nur on Stage, sondern auch als Unterwäschen-Testimonial für Armani.

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infach nur Tim. Tim, der am Strand entlangschlendert, die Hände hinterm Kopf verschränkt und auf den blutroten Horizont schaut. Tim, der mit den blitzend blaugrauen Augen und der verkehrt getragenen Kappe. Der Schwede. Der, der seit Kurzem einen Volvo XC90 fährt. Der Tim, um den es ganz still ist. Zumindest so lang, bis er am Lake Festival am Schwarzlsee auftritt. Kennen Sie Tim? Wahrscheinlich nicht. Denn so wie in der neuen Volvo-Kampagne kennt Tim Bergling alias Avicii fast niemand: nachdenklich, mit den engsten Freunden und der Familie, ruhig, privat. Gleichzeitig ist der VolvoClip Aviciis Musikvideo seiner Version des Nina Simone-Klassikers „Feeling Good“. Damit macht nicht nur der Autohersteller einen Neubeginn, sondern auch der schwedische DJ. Nach einer kurzen, stillen Pause ist er nun wieder bereit für die Menge, die lauten Beats, die Bühne. Die kreative Auszeit war produktiv: Ende des Jahres erscheint sein zweites Studioalbum „Stories“. Ein paar Singles hat Avicii schon enthüllt, wie zum Beispiel die zwei Muntermacher „The Days“ und „The Nights“ und die einfühlsameren Dance-Nummern wie „Waiting For Love“ oder „I’ll Be Gone“. Big Bühne Neben dem neugeborenen Avicii kommen auch weitere Elektro-Größen an den Schwarzlsee. Vorgeschmack gefäl-

gewinn spiel

je 10 CDs „True“ von Avicii und „True (Avicii By Avicii)“, ebenfalls von Avicii Weitere Infos unter: www.ticketmagazin.com

lig? Im Line-up zu finden sind unter anderem Steve Angello, Steve Aoki, Lil Jon und Otto Knows. Und natürlich die Headliner: Calvin Harris, David Guetta und Hardwell. Jeder dieser DJs zieht pro Auftritt alleine Tausende Fans an den Ort des House-Geschehens. 200.000 Menschen waren etwa erst Anfang Juni auf Aviciis Konzert am Mawazine Festival in Marokko, 360 000 Besucher shakten am Tomorrow Festival 2014, wo unter anderem Avicii und Hardwell auf der Bühne standen. Das Tomorrowland in Belgien ist eines der beliebtesten Elektro-Festivals weltweit mit Ablegern in den USA und Brasilien. Jetzt, am Lake Festival, vereinen sich vier der weltweiten Top-DJs auf einer gemeinsamen Bühne in Österreich. Die „Mainstage“ ist dabei vom belgischen Tomorrowland-Designer Phixion entworfen worden und soll mit 100 Metern Breite und 26 Metern Höhe die größte Bühne werden, die es jemals in Österreich zu sehen gab.

Behind the Scenes Auf dieser Bühne wird auch bald der niederländische DJ und Musikproduzent Hardwell zu sehen sein. 200 Auftritte hat er im Jahr. In Österreich wird er neue Tracks aus der im Jänner erschienenen zweiten Platte „United We Are“ in die Menge schießen. Bei der Single-Auskopplung „Young Again“ setzt Hardwell etwa auf melodische Elektronik, zu der der britische Sänger Chris Jones Vocals beisteurte. Schon eine Woche nach Veröffentlichung gab’s für den Track hohe Chartsplatzierungen. Hardwell ist derzeit sicher unter den Top 10 der erfolgreichsten DJs. Bei den 30. „Annual International Dance Music Awards“ wurde Hardwell im März als „Bester DJ der Welt“ ausgezeichnet. Mitte Juni stand er mit einem weiteren DJ-Giganten gemeinsam auf der Bühne: Hardwell postete ein Foto von sich und Skrillex auf seiner Facebook-Page. Beide sind hinter dem DJPult, Skrillex sitzt, Hardwell steht auf dem Pult, hält eine Fahne in der rechten

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!ticket coverstory Hand und schwingt sie über dem Kopf des US-DJs. Es möge an der Beliebtheit von Skrillex oder Hardwell liegen, das Posting wurde jedenfalls 1.085-mal geteilt und erhielt 55.030 Likes. Von seiner privaten Seite gibt sich Hardwell, der schon mit 12 Jahren in Clubs auftrat, nur selten. Auch er möchte sich mehr als Robbert statt Hardwell zeigen, als Mensch hinter den lauten Gigs, abseits des DJ-Pults, in Hotel-Zimmern und After-Partys. Eine 360-Grad-Kamera begleitete ihn auf seiner letzten „Miami-Tour“, das Video soll bald veröffentlicht werden. Behind the Scenes passiert zumindest im Trailer nur wenig, außer dass Hardwell in einem Bett im Hotelzimmer liegt und auf seinem Tablet hin- und herwischt. Spannender ist es um Calvin Harris. Der laut Forbes im Jahr 2014 bestbezahlte DJ der Welt ist gerade mit „Shake

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It Off“-Star Taylor Swift zusammen. Dadurch allein liefert er jede Menge Stoff – wenn auch ungewollt – für die Klatschpresse. Auch Harris macht, genauso wie Avicii, neuerdings Werbung. Der Schotte geht jedoch noch einen Schritt weiter und ließ sich dieses Jahr als Testimonial für Armani-Unterwäsche ablichten. Afrojack Abseits von Schlüpfern und Autos gibt es außerdem eine Nachricht im Elektro-Himmel. Dorthin scheint nämlich gerade ein neuer Stern immer weiter aufzusteigen. Das eigene Debüt-Album „Forget The World“ ist 2014 bei Universal Music erschienen. Mit einem ungewöhnlich emotionalen und eingehenden Sound begeistert er nicht nur die Massen, sondern auch Stars wie Snoop Dogg oder Chris Brown. Au-

ßerdem: Sowohl David Guetta als auch Hardwell machen bereits gemeinsame Sache mit dem Niederländer Afrojack. Zurzeit ist er gemeinsam mit David Guetta, Bebe Rexha und Niki Minaj im Song „Hey Mama“ zu hören. Um ihn im Video zu sehen, muss man schon genauer hinschauen, hauptsächlich drängen die pink gefärbte Sängerin Nicki und der mit Dreck beschmutzte Guetta in den Vordergrund. Für alle Interessierten: Afrojack ist der coole Dunkelhaarige mit Sonnenbrille, der sich im Video stets in Guetta-Nähe aufhält. Sein bürgerlicher Name ist übrigens Nick van de Wall. Aber bevor wir Nick kennenlernen, geht es einmal nur um Afrojack. Einfach nur Afrojack. Und seine Musik. Richtig geraten, auch er ist am „Lake Festival“ dabei.


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!ticket stars&people

Die Traumrevolution Konstantin Wecker war schon immer ein Unbequemer, einer, der in seinen Texten Missstände anprangert. Auch auf seinem neuen Album stellt der charismatische Liedermacher politische Entwicklungen infrage. Und das „Ohne Warum“. TEXT: PAUL M. DELAVOS Konstantin Wecker „Ohne Warum“ ist keine Resignation, sondern ein Satz des berühmten Mystikers Meister Eckhart. Er hat das althochdeutsche „Sunder warumbe“ als Ausdruck mystischen Denkens verstanden.

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hatte Konstantin Wecker seinen Durchbruch mit der Ballade vom erschlagenen „Willy“, der ein Kämpfer für Freiheit und Frieden in der 68er-Bewegung war. Heute kämpft er u. a. gegen TTIP, Monsanto und dafür, dass die Demokratie bewahrt wird. Mit !ticket sprach er über Missstände, „Willy 2015“, aber auch seine

termine „40 Jahre Wecker Wahnsinn“ 6. August: Burgarena Finkenstein 7. August. Domplatz, Linz 8. August: Kasemattenbühne, Graz 9. August: Donaubühne Tulln „Aufwecken“ 13. September: Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl

info

Zusammenarbeit mit der österreichischen Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager. Warum wirst du jetzt wieder so stark aktiv? Das ist mir in den letzten Jahren passiert. Nicht nur mir, auch meinen

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Freunden. Damals lebte noch Dieter Hildebrandt, der immer wütender wurde. Selbst Arno Gruen mit seinen 91 Jahren ist verzweifelt über das, was im Moment abläuft. Jean Ziegler sagt völlig zu Recht, dass unsere Politiker Marionetten der Konzerne und Banken sind. Für mein Gefühl haben sie

Foto: Thomas Karsten

Konstantin Wecker hat mit der evangelischen Pastorin Margot Käßmann in „Entrüstet euch!“ Texte verschiedener pazifistischer Traditionen, u. a. auch von Else Lasker-Schüler, Ingeborg Bachmann oder Bertha von Suttner, versammelt. Im !ticket-Interview hat er ganz besonders auf den Text von Antje Vollmer, „Kein Grund nirgends, die Pazifisten zu verachten“, hingewiesen.


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sich von ihren Wählern entfernt und nehmen überhaupt nicht mehr ernst, was wir an demokratischen Protesten vielleicht zu sagen hätten.

der falsche kommt: von rechts, von Neonazis, von den dumpfen Bürgern, den Rassisten. Die Revolution, von der ich träume, ist die eines Bewusstseins.

Denkst du dir nicht öfters, ich werfe den Hut drauf? Mit „Willy“ hast du ja schon vor Jahrzehnten gegen den Faschismus aufgezeigt und jetzt „belebst“ du ihn, den Willy, wieder. Man hat das Gefühl, den Leuten ist das egal … Ja, die tun mir aber auch leid. Die jungen Leute um die 30 sind eigentlich mit einer Art Gehirnwäsche aufgewachsen. Man hat ihnen gesagt, dass Engagement überhaupt nicht sexy ist, nur anstrengt und völlig blöd ist. Sexy ist Shoppen, tolle Kleidung, gut aussehen, Party. Es ist schwer, gerade dieser Generation klarzumachen, wie wichtig es wäre, dass man sich engagiert. Das heißt nicht, dass man sich für eine Partei engagieren muss, man muss auch nicht unbedingt auf Demos gehen. Aber man muss sich informieren, wie die Zusammenhänge sind. Denn wenn man sich nicht informiert, dann kommt die Wut wie bei Pegida und trifft die Falschen. Man prügelt auf die noch Schwächeren ein. Ich bin überzeugt, dass ein Aufstand kommt, es geht nicht anders. Aber die Gefahr ist natürlich, dass

Glaubst du, dass wir das einmal schaffen? Wenn ich sehe, wie Helene Fischer oder Andreas Gabalier mit ihren „Heile Welt“-Songs Stadien füllen, dann denke ich mir, die sollten einen Song von dir singen, der das Publikum aufrüttelt. Die wollen ja nicht, dass ihnen das Publikum davonläuft (lacht). Ich könnte mir aber zum Beispiel vorstellen, dass der Song „Revolution“, den ich ganz bewusst mit Cynthia Nickschas – einer sehr jungen Kollegin, die voll hinter dem Lied steht – gemacht habe, durchaus in anderen musikalischen Formen gecovert werden könnte. Den könnte man auch rappen oder eine Hip-Hop-Nummer daraus machen. Ende 2015 bist du wieder mit Angelika Kirschlager mit dem Programm „Liedestoll“ unterwegs. Das war und ist ein traumhaftes Erlebnis. Am meisten hat mich – neben der persönlichen Begegnung mit Angelika – ihre Ermutigung fasziniert, meine Lieder zwischen Schubert und Mozart zu stellen. Und sie haben nicht gestört !

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Der Schmäh rockt! Auch dieses Jahr haben wir uns wieder ohne Rücksicht auf Verluste in die Festivalschlacht geworfen – und hinter den Fronten jede Menge amüsante Rockstar-Sager aufgeschnappt. TEXT: PETRA ALBRECHT

D

as Tourleben ist sicherlich ein stressiges. Fast jeden Tag wacht man in einer anderen Stadt auf, wenn man Pech hat, wechselt man Zeitzonen wie T-Shirts. Aber natürlich darf auch ein wichtiges Ele-

ment nicht fehlen: der Spaß! Dass dieser nicht zu kurz kommt und viel geblödelt und gelacht wird, davon konnten wir uns in etlichen Interviews überzeugen. Neben ernsten Antworten, die teilweise schon philosophisch

Mikkey Dee Motörheads Drummer ist seit 1992 mit von der Partie.

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lang ommer anzen S g n e d d terwegs. s BIER sin TURBO h Österreich un pkick Murphy ien. rc D u n d e ro er Arena W d r o quer v derem . Noir in d Unter an ugust. Open A eben sich am 7 hre. E A ,g . ie e ll d 0 a l 1 H a t m r a ur in de Of Death Me n , a d n e Eb les die Eag vember

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Jesse Hughes und Josh Homme Die Masterminds der Eagles Of Death Metal.


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Fotos: !ticket/Patrick Pfirrmann, Chris Gütl, beigestellt

Lemmy Obwohl in die Jahre gekommen, der Hut sitzt beim Motörhead-Frontman noch immer perfekt!

sind, fallen andere Antworten eher in die Kategorie „what?!“. Ein ganz besonderes Highlight am diesjährigen Nova Rock war sicherlich der Auftritt der Spaßbrüder von Eagles Of Death Metal. Diesmal saß auch wieder Josh Homme höchstpersönlich am Schlagzeug! Persönlich, das wurden sie auch im Gespräch. Selten ist bei einem Interview so viel Blödsinn geredet worden, Blödsinn, der allerdings für viele Lachanfälle sorgte. Die schönsten Zitate von Jesse Hughes und Josh Homme: Jesse: Ich glaube, unsere Songs werden vor allem in Sex-Clubs gehört. Hast du jemals von den Strip-Clubs gehört, in denen sie anfangen, nackt zu tanzen und sich dann anziehen? Da

wird unsere Musik gespielt! Josh: Und auf Biobauernhöfen. Dort passt es auch gut hin!“ Jesse: Und in Kokainfabriken. Die Leute arbeiten dann schneller. Josh: Unsere Band darf nicht mit uns reden. Aber sie sind ganz spaßig. Wenn wir sie aus ihren kleinen Käfigen befreien, gehen sie immer etwas gebückt. Das ist sehr lustig anzusehen. Jesse: Was ist denn eigentlich das Gegenteil von „jerking off“? „Jerking on“? „On“ ist immer besser als „off“. Was auch immer „jerking on“ heißen soll, das ist eindeutig eine Lebensfrage. Aber nicht nur die zwei Rotschöpfe haben lustige Ansagen im Talon. Auch der österreichische Schmäh steht ganz weit oben! Ganz oben auf der Schmähleiter,

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!ticket stars&people festivalfeeling Wer jetzt glaubt, das war’s mit der Festivalsaison, hat sich geirrt. Also, Zelt und Campingsessel noch nicht in den Keller räumen, es kann noch den ganzen Sommer auf Festivals abgetanzt werden. Freunde der Elektro-Klänge aufgepasst: Auch für euch gibt es reichliches Festival-Angebot: Zum Beispiel das Electric Love am 9. Juli in Plainfeld und das Electric Summer am 15. Juli in Dornbirn. Weiter geht’s mit dem Eastrock Reggae Festival von 17. bis 19. Juli in Lienz/Pfister. Für alle, die

empfiehlt das Festival in Osttirol kennen, gibt es gute Nachrichten: Dieses Jahr wird es größer und länger. 3 Tage gibt es nationale und internationale Reggae-Acts zu hören: darunter Hans Söllner & Band, die US-ReggaeRock-Band Passafire und die Legenden aus Jamaika Inner Circle. Da ist der Ohrwurm mit dem Hit „Sweat“ vorprogrammiert („A La La Long“). Rock-Fans kommen am Seerock am Schwarzlsee am 30. Juli voll auf Ihre Kosten. Top-Headliner ist dieses Jahr Judas Priest. Badespaß am See inklusive.

Ein bisschen weiter westlich findet am 15. August das Wiesenrock im Hauptschulhof in Wattens statt. Ein bisschen unkonventioneller geht es dabei mit den Tirolern Blue Portuguese zu: gefinkeltes Trommelwerk, lange Instrumentals und emotionale Vocals. Wer keine Karten mehr für Wanda erhaschen konnte, hat am Wiesenrock außerdem die Möglichkeit die Wiener live zu erleben. Wer länger als nur ein Wochenende Festivalluft schnuppern möchte, das Sziget in Budapest steht wieder vor der Tür. Hier kommt man aus

Ohne Bier geht nix Die Hüsn ist bei den Jungs von Turbobier ein Fixbestandteil

stehen die Burschen von TURBOBIER, die mit „Irokesentango“ soeben ihr Albumdebüt auf den Markt warfen. Und worüber haben wir mit ihnen geplaudert? Natürlich über Bier! Marco Pogo: Wir haben uns das ausgerechnet: Mit einem durchschnittlichen Notstandshilfe-Bezug in Österreich kannst du ungefähr 560 Dosen Bier kaufen. Außer es ist im Angebot, dann sind es 870. Doci sauft so um die 700 im Monat. Doci Doppler: Heute waren es schon 21 Bier. Aber so 15 sind ein gutes Mittelmaß. Da ist man noch nicht berauscht, sondern einfach gut drauf.

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Baz Promü: Weißt du, was darauf hinweist, dass du über die Anzahl der Biere, die du getrunken hast, lügst? Dass du sie noch zählen kannst. Ein ganz besonderes Highlight am diesjährigen Nova Rock waren sicherlich Motörhead. Im August kommt ein neues Album auf den Markt, mehr dazu auf Seite 50 ebenda. Lemmy ist und bleibt im Herzen vieler ein Rockgott, aber auch er wäre alleine nur halb so legendär, hätte er nicht noch zwei exzellente Musiker neben bzw. hinter sich auf der Bühne. Mit dem Mann hinter dem Drumset, Mikkey Dee, haben wir ein paar Worte ge-

dem Schauen gar nicht mehr heraus. Robbie Williams, Florence & The Machine, Interpol, Kasabian, Kings of Leon (und, und, und) treten von 7. bis 16. August auf. Ein ähnlich gemischtes Programm gibt es am Frequency Festival von 20. bis 22. August. Acts wie Interpol treten zwar ebenso wie am Sziget in Budapest oder am Green Park in St. Pölten wieder auf, hinfahren lohnt sich dennoch: Linkin Park, Major Lazer und The Chemical Brothers sind mit dabei. (ar)

wechselt. Hier herrschte nicht so viel Blödelei vor, dafür aber ein extrem entspannter und sympathischer Wortwechsel. Mikkey Dee: Ich glaube nicht, dass Lemmy, Phil oder ich Legenden sind. Natürlich ist das, was wir tun, legendär, weil es ja schon so viele Jahre dahingeht. Als ich zu Motörhead gestoßen bin, ist mir aufgefallen, dass das wohl einer der härtesten Jobs wird, den ich je angenommen hatte. Ich musste auf den Drums Rocktöne bringen, die interessant klingen, ohne sie mit zu starken Drums zu zerstören. Ich könnte bei jedem einzelnen Song ein Drumsolo machen, das würde diesen dann aber wahrscheinlich kaputt machen. Ich könnte auch einfach einen schlichten AC/DC-Sound über jeden Song spielen, das wäre dann wieder zu langweilig. Es ist, als würde man ein schwarz-weißes Bild in Farbe malen, und wenn man es ansieht, ist es einfach nur schwarz-weiß. Es macht sehr viel Spaß. Wir haben die besten Fans der Welt. Natürlich gibt es ein paar Bands, die großartige Fans haben, aber bei uns ist das wirklich etwas ganz Spezielles.

weiterlesen?

Mikkey Dee e Interview mit Das vollständig gibt es auf von Motörhead azin.com ag m et ck www.ti


präsentiert

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Fotos: beigestellt

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Hollywood goes Austria Arnie, die steirische Eiche, ist zurück in Hollywood. Und Tom Cruise war auf einen kurzen Stunt bei der Wiener Oper. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

I’ll be back Nach zwei herausragenden „Terminator“-Actionfilmen für die Ewigkeit, die Meister James Cameron 1984 und 1991 selbst verfertigte und mit denen er seiner Zeit weit voraus war, und zwei eher vermurksten weiteren Sequels geht man nun, wie es sich für einen Reboot gehört, zurück an den Start. In „Terminator Genisys“ wird erneut aus der Zukunft versucht, die Gegenwart zu „verbessern“ und den ultimativen Judgement Day (siehe Teil 2) zu verhindern. Kyle Reese (Jai Courtney) und ein alter Terminator (Arnie höchstpersönlich) machen sich auf den Weg, um Sarah Connor (Emilia Clarke) und ihren Sohn John (Jason Clarke, zufällige Namensgleichheit) zu beschützen. Regie führte Alan Taylor, der 1995 mit einem recht gelungenen Indie-Film namens „Palookaville“ erstmals aufhorchen ließ und in den letzten Jahren vor allem bei Fern-

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Genisys Es ist dies der erste Teil einer neuen, alleinstehenden Terminator-Trilogie. Teil 2 und 3 sollen im Mai 2017 und Juni 2018 folgen.

Rogue Nation Bereits jetzt fixiert ist die sechste „Mission: Impossible“. Mit dabei sein sollen auch Paula Patton (Teil 4) und Maggie Q (Teil 3).

sehserien von Rang und Namen (von „Sopranos“ über „Mad Men“ bis „Game of Thrones“) gut beschäftigt war. Emilia Clarke hat er aus Westeros gleich mitgebracht, und man darf erwarten, dass die 29-jährige Britin sich auch in der Rolle der Sarah Connor, die einst von der fast schon legendären Linda Hamilton verkörpert wurde, prächtig machen wird. Nothing is impossible Einen Reboot, so scheint es, hat Tom Cruise noch lange nicht nötig. Cruise, Publikumsmagnet seit gut drei Jahrzehnten, hat sich inzwischen längst endgültig aufs Actionfach festgelegt. „Mission: Impossible“, ursprünglich (1996) als einmalige Kinoadaption der beliebten SixtiesAgentenserie vorgesehen, entwickelte sich zum Renner, und Cruise hat längst als Produzent die Kontrolle über die Franchise übernommen: Mit seinem Spezi

Christopher McQuarrie bringt er auch gleich den Regisseur für Teil 5, „Rogue Nation“ („Schurkenstaat“), mit, auch wenn das gemeinsame Action-Vehikel „Jack Reacher“ (2012) eine eher matte Sache war. Ethan Hunt und die Impossible Missions Force müssen sich diesmal mit besonders fiesen Gegnern herumschlagen, und das tun sie nicht nur in Marokko und England, sondern – die Dreharbeiten hielten letztes Jahr die Stadt in Atem – auch in Wien, genauer gesagt, in, um und auf der Staatsoper. Damit nicht genug: Mr. Cruise himself bestimmte Wien zum Ort der Weltpremiere (23. Juli), und für ein Mal ist Wien tatsächlich das, was Politiker und Funktionäre so gerne herbeibeten wollen: der Nabel der Filmwelt. Übrigens: Wie man hört, will Tom Cruise nun sogar seinem frühen Kassenschlager „Top Gun“ (1986) eine Fortsetzung angedeihen lassen …

Fotos: Paramount Pictures

„Reboot“ heißt die Hollywood-Zauberformel der Stunde, und wie die aktuellen Beispiele („Mad Max“, „Jurassic World“) zeigen, funktioniert diese sehr gut. Ist ja auch naheliegend, einmal erfolgreiche Charaktere und Storys mit den heutigen technischen Möglichkeiten neu aufzumotzen und dem Publikum – zum Großteil einer jüngeren Generation, die die Originale nur mehr vom Hörensagen oder von der DVD kennt – neu zu servieren. Das popkulturelle Wissen der Zuschauer macht es für Hollywood noch leichter: Da muss nichts erklärt werden, sondern man kann direkt in medias res gehen.


Showhighlights in Österreich Die Schlagernacht am Neusiedler See

n L I V E e r le b e

Sommerzauber der Volksmusik

04. AUGUST SEEBÜHNE MÖRBISCH

14.+15. JULI sEEBÜHNE MÖRBISCH

HOWARD CARPENDALE

SEMINO ROSSI

HANSI HINTERSEER NOCKALM QUINTETT

DIE AMIGOS NIK P. & BAND Howard Carpendale ROLAND KAISER DIE PALDAUER VOXXCLUB

FRANCINE JORDI

MARC PIRCHER FANTASY

SAŠO AVSENIK & SEINE OBERKRAINER

Rock´n´Roll forever

Best of Austria

06. AUGUST SEEBÜHNE MÖRBISCH

05. AUGUST SEEBÜHNE MÖRBISCH

WOLFGANG AMBROS

EAV

Wolfgang Ambros

PETER KRAUS TED HEROLD ANDY LEE LANG

DIE SEER

PETER

TOUR

CORNELIUS ZEITSPRUNG TOUR 2015

:

SUPPORT

HUMUS KLAGENFURT MESSEGELÄNDE

13.08.2015 14.08.2015

KLAGENFURT MESSEGELÄNDE GRAZ MESSE / FREILUFTARENA

S DES JAHRE

2015

EAV

Wolfgang Ambros Schiffkowitz von STS

Hans Krankl & Monti Beton Zündschnur & Band 05.09.15

Peter Kra us

THE MONROES

BEST OF-

12.08.15

Hansi Hin terseer

DIE JUNGEN ZILLERTALER

BREGENZ SEEBÜHNE

ANDREAS GABALIER SEMINO ROSSI ROLAND KAISER NIK P. & BAND VOXXCLUB DIE AMIGOS DIE PALDAUER 06.09.15

BREGENZ SEEBÜHNE

GRAMM NEUES PRO 15.10.2015

LINZ BRUCKNERHAUS

16.10.2015

WR. NEUSTADT ARENA NOVA

17.10.2015

SALZBURG SALZBURGARENA

21.10.2015

FELDKIRCH MONTFORTHAUS

22.10.2015

INNSBRUCK CONGRESS

30.10.2015

GRAZ STADTHALLE

31.10.2015

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Italienische Nächte D

ie Seefestspiele Mörbisch laden heuer mit der JohannStrauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ zu einer rauschenden Ballnacht. Fast in Echtzeit erlebt das Publikum eine Verwechslungskomödie, die während des venezianischen Karnevals spielt. Für Regisseur Karl Absenger ist es ein Anliegen, auch junges Publikum nach Mörbisch zu locken: Er verlegt die Handlung dezent ins Heute und Joesi Prokopetz, der neben Heinz Zednik und Ernst-Dieter Suttheimer Teil des Senatoren-Trios ist, steuert neue Dialogtexte bei. Walter Vogelweider hat in sein Bühnenbild ein riesiges Kreuz-

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fahrtschiff integriert und zum ersten Mal kommt auf der Seebühne auch eine Drehbühne zum Einsatz. Der bekannte Tenor Herbert Lippert singt die Hauptrolle, ihm zur Seite stehen u. a. Elena Puszta sowie Annika Gerhards als Annina, Marina Alsen – Tochter des Begründers der Seefestspiele, Herbert Alsen – als Senatorengattin Constantia sowie die Intendantin, KS Dagmar Schellenberger, in der Rolle der Barbara Delacqua. Und das, obwohl Schellenberger für heuer eine Bühnenpause geplant hatte, doch Regisseur Absenger hat sich, zum Glück, mit seinem Wunsch durchgesetzt.

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arethen ch St. Marg im Steinbru n, „Eine Nacht in li Ju . 8 tet am erlebe bis „Tosca“ star rt bis 15. August zu ee und ist do isch am S en rb eb ö t M is d in li un lgt am 9. Ju Venedig“ fo sehen. zu t us ug 22. A

Ein Fest für die Augen … Spannend wird es im Römersteinbruch St. Margarethen: Gezeigt wird der Opernthriller „Tosca“ von Giacomo Puccini rund um die Sängerin Floria Tosca und den Maler Caravadossi – eine politisch-erotische Dreiecksgeschichte. Amra Bergman ließ sich gemeinsam mit Regisseur Robert Dornhelm, der mittlerweile zum dritten Mal im Römersteinbruch St. Margarethen Oper inszeniert, bei einer gemeinsamen Romreise für ihr Bühnenbild inspirieren. Für Bergmann ist der Steinbruch „eine 3D-Spielstätte, die eine

Fotos: Amra Bergman, Walter Vogelweider

Wer im heurigen Sommer italienisches Flair schnuppern möchte, muss gar nicht so weit reisen: Ein Ausflug nach Mörbisch oder St. Margarethen genügt! TEXT: PAUL M. DELAVOS


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Eine Stadt, eine Bühne Walter Vogelweider stellt halb Venedig auf die Seebühne Mörbisch.

großartige Herausforderung darstellt. Mein Bühnenbild wird den kraftvollen Background der Felsenlandschaft nutzen und damit zu einer Einheit mit der Natur verschmelzen“. Mittelpunkt ist der 25,7 Meter hohe Torso eines Engels, der über das Geschehen wacht. Die Engelsflügel mit einer Fläche von 1.600m² bestehen aus mehr als 670 einzelnen Federn. Die Flügel können geöffnet werden und so ergeben sich unterschiedliche Räume, aber auch

der Blick auf 340 m² LED-Fläche, denn Robert Dornhelm ist der Ansicht, dass wenn „der Ton verstärkt wird, auch das Bild verstärkt werden muss“. … und die Ohren Neu ist heuer der musikalische Leiter: Michael Güttler steht an der Spitze einer Generation von jungen Dirigenten, ist so manchem sicher von seinen Dirigaten an der Wiener Staatsoper bekannt und wird mit seiner InterEngelsgleich Amra Bergman hat für den Römersteinbruch einen gigantischen Engel entworfen, der als Spiel- und Projektionsfläche dient.

pretation sicher für einen musikalischen Höhepunkt sorgen. Ihm zur Seite stehen u. a. Alexia Voulgaridou als Tosca, Yusif Eyvazov als ihr Geliebter Cavaradossi sowie Marco Vratogna als skrupelloser Polizeichef Scarpia. Es spielt das Staatsorchester der Nationaloper Prag – so wird es definitiv ein Fest für alle Opernliebhaber werden. Ab in den Süden Das Burgenland wird also diesen Sommer für einen Moment zum südlichsten Bundesland Österreichs mit all diesem italienischen Flair zwischen Venedig und Rom, also genügend Italianità diesen Sommer! Aber aufpassen, in Italien sind Opernpremieren dann doch auch noch ein modisches Ereignis: vor allem die Saisoneröffnung an der Mailänder Scala am 7. Dezember. Die kann man getrost als eine Mischung aus Wiener Opernball und Salzburger Festspielpremiere bezeichnen. Sie merken, eine wirkliche Empfehlung für die passende Garderobe kann hier nicht abgegeben werden. Aber definitiv kann die Empfehlung ausgesprochen werden, sich gleich doppelt in italienische Nächte zu stürzen!

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!ticket life&style Dinnershows gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Wer in dieser Branche Erfolg haben will, muss etwas wirklich Neues bieten – oder etwas besonders Altes wie das imperiale „k.u.k. Hofbankett“. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Die Silberhochzeit wird öffentlich Die Dinnershow „k.u.k. Hofbankett“ debütierte 2004 in Bad Ischl und wurde in den beiden Folgejahren wiederholt. Verantwortlich für diese Dinnershow ist Jochen Auer, selbst Bad Ischler und Teil der Gastronomie-Familie, die seit Hunderten von Jahren (1665!)

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Fotos: k.u.k. Hofbankett

Franzl! Sisi!

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pril 1879: Die gründerzeitliche, in vollem Aufschwung befindliche Metropole feierte sich im Rahmen der Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Gemahlin Elisabeth auch gleich selbst. Öffentlicher Höhepunkt des mehrtägigen Festaktes war der Makart-Festzug am 27. April, Kunst, Wissenschaft, Handel, Gewerbe und Industrie paradierten vom Wetter begünstigt unter den Augen von Zehntausenden Schaulustigen vom Prater ausgehend über die Jägerzeile (heute Praterstraße) und die neu angelegte Wiener Ringstraße, der Kaiser drückte „seinen Wohlwollen“ aus. Vom Kaiserhaus wurde der feierliche Anlass bereits ab 22. April 1879 im Palais des jüngeren Bruders des Kaisers, Erzherzog Karl Ludwig, mit dem „Historischen Familienfest des Kaiserhauses“ begangen. Hier stand allein die Dynastie im Mittelpunkt. Sechs Tableaux vivants – „lebende Bilder“, die mit Personen berühmte Gemälde oder Ereignisse nachstellen – gaben bedeutende Momente aus der Familiengeschichte wieder. Das Fest war nur einem privaten Kreis zugänglich, viele Mitglieder der Dynastie waren an der Aufführung beteiligt.


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den traditionsreichen Gasthof zum Pfandl gelingen lässt. Jochen Auer selbst ist seit etwa 25 Jahren Veranstalter und Show-Produzent, zudem seit 15 Jahren Caterer und bringt demnach höchste Ansprüche mit: „Durch die Zusammenarbeit mit den weltweit größten Stars bin ich natürlich die oberste Liga gewohnt! Und das erwarte ich mir auch, wenn ich in ein Top-Restaurant oder zu einer Dinner-Show gehe.“ Konzipiert wurde der „imperiale Abend“ 2003, als Jochen Auer und sein Team für das Kongress- und Theaterhaus in Bad Ischl tätig waren und von Tom & Domino Blue für deren „Sisi Musical“ einen Catering-Auftrag bekamen. Von da an war der Weg zum „k.u.k. Hofbankett“ nur mehr zu gehen – und wer Jochen Auer kennt, der weiß ob seiner Zielstrebigkeit. Wie zu Sisis Zeiten „Speisen, Feiern und Amüsieren wie zu Sisis Zeiten“ ist der Anspruch des imperialen Abends, der nun erstmals in der Bundeshauptstadt in den ehrwürdigen Sofiensälen stattfinden soll, zudem noch am Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I premiert. „Wir haben diverse Geschichtsbücher durchstöbert und uns natürlich auch über diverse Tafeln und Sitzordnungen mit höchster politischer Anwesenheit und über deren Menüpläne informiert! Ein großer und wichtiger Teil der Recherche waren natürlich die Essgewohnheiten der damaligen Zeit“, weiß Auer von damals zu berichten, und fährt fort: „Wir haben nach langer Recherche tatsächlich das damalige Menü gefunden und auch die Tafel inklusive Sitzordnung! Das Menü wurde von Starkoch Günter Gaderbauer an die heutige Zeit angepasst! Es ist eine sehr schöne Story, dass wir Auszüge aus dem damaligen Menü verwenden, aber ich bin sicher, dass es wichtig und notwendig war, das Menü an die aktuellen Essgewohn-

heiten anzupassen. Auch die Menüfolge von damals würden unsere Gäste – trotz der Liebe zu Sisi und der Kaiserzeit – womöglich nicht goutieren.“ Gustomoment Es ist doch nicht das Menü des oberösterreichischen Küchenprofis allein (eine vegetarische Variante, wenngleich ohne historischem Bezug, wird angeboten), sondern auch die Show, die den Abend gelingen lassen wird. „Die Show wird in etwa vier bis viereinhalb Stunden dauern. Es werden ca. 20 Bühnenkünstler, Akrobaten, Tänzer, Sänger und Domino Blue in der Hauptrolle als Sisi mitwirken. Und auch das Servicepersonal in historischen Kostümen der Kaiserzeit ist Teil der Show!“, lässt Jochen Auer bereits einen Blick hinter die Kulissen werfen. Nur das Beste vom Besten Jochen Auers Cateringfirma bediente bereits Rockstars wie Black Sabbath, Metallica und The Rolling Stones, Popstars wie Christina Aguilera und Justin Bieber sowie Firmen wie Ferrero oder Allianz – allesamt Kunden, die genügend Geld liegen lassen, und demnach auch „ihre Ansprüche haben“: „Wann auch immer wir mit einer solchen Klientel unterwegs sein dürfen, müssen und werden wir Top-Qualität liefern! So wie auch beim k.u.k. Hofbankett!“ Allerdings braucht der Gast des „k.u.k. Hofbankett“ nicht über einen imperialen Kontostand zu verfügen: „Im Vergleich zu dem, was geboten wird, ist der Preis tatsächlich sehr gering! Ich kenne Shows, die ohne Menü beinahe das Gleiche kosten, und auch Restaurants, in denen 5Gang-Menüs das Gleiche oder gerne auch mal viel mehr kosten – ohne Show!“ Getränke sind zwar wie üblich nicht inkludiert, Getränkepauschalen werden für Gruppen und exklusive Shows aber durchaus angeboten. Es ist eine Wohltat, dass man weder Kai-

Showprogramm Neben dem imperialen Menü dürfen Sie sich auch auf eine mitreißende Show freuen!

Sofiensäle Das perfekte Ambiente für die imperiale Dinnershow bieten die revitalisierten Sofiensäle.

ser noch Star sein muss, um in ein Ambiente geladen zu werden, in dem einen Qualität und Unterhaltung auf höchstem Niveau erwartet, sowohl was das Programm, die Show, aber auch den Gaumen betrifft, da muss man nicht einmal „Sisi-Fan“ sein – immerhin verbindet Jochen Auer mit „unserer Kaiserin“ auch „nur“ Bad Ischl und die Liebe zu Tattoos, immerhin ist er Vater der Wildstyle & Tattoo Messe, während sie einen Anker am Schulterblatt tätowiert hatte. Vielmehr versteht sich das „k.u.k Hofbankett“ als Dinnershow für die ganze Familie inklusive der Großeltern, die einen Abend zum Genießen erleben wollen. Weitere Informationen finden Sie auf www.hofbankett.at!

termine Die imperiale Dinnershow „k.u.k. Hofbankett“ erleben Sie zwischen 18. und 22. August in den Wiener Sofiensälen. Die Preise liegen zwischen € 129 und € 139.

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Nadel-Probe

Oktopusse, Schlangen, Aliens. !ticket hat bei „Rock in Vienna“ und „Nova Rock“ nicht nur die Stars hautnah erlebt, sondern auch deren Tattoos. Und backstage die Frage gestellt: Was bedeuten die eigentlich?

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uch hierzulande ist es längst kein Aufreger mehr: Jeder fünfte Österreicher ist laut einer Studie von 2013 tätowiert. Besonders beliebt

sind zum Beispiel Schwalben, Sterne und Totenköpfe. Aber aufgepasst – jetzt ist Schluss mit den 0815-Motiven. Wir haben die Bands von den Festivals „Rock

in Vienna“ und „Nova Rock“ ganz genau betrachtet und gefragt, was ihre Tattoos bedeuten. Nicht immer tiefgründig und ganz schön schräg. Hier die besten Zitate.

Three Days Grace Matt Walst (Sänger) und Neil Sanderson (Drummer) haben das gleiche Tattoo: eine Art Nadel, die von zwei Schlangen umgeben ist. Neil: „Als unser Song ‚Pain Killer‘ 2014 Nummer 1 der Mainstream Rock Billboard Charts in den USA wurde, haben wir mitten in der Nacht entschieden, uns zu tätowieren. Dann bin ich aufgewacht und dachte nur ‚Oh Wow‘.“

Coal Chamber Sänger Dez Fafaras Körper ist übersät mit Tattoos: „Ich bin aus Kalifornien, also habe ich viel mexikanisches Artwork an mir. Viele meiner Tattoos sind sehr persönlich: meine Frau und Southern California auf meiner rechten Hand und außerdem Kürbisse, weil ich liebe Halloween.“

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Fotos: !ticket/Patrick Pfirrmann, Ralph Arvesen, Charles Mulholland

TEXT: ASTRID RADNER, PETRA ALBRECHT


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Sabaton Sänger Joakim Brodén hat sich seine Arme von einem Freund frei Hand tätowieren lassen. „Die Tattoos haben absolut keine Bedeutung. Ich habe mich nur für den Style entschieden. Ich war der Einzige, der diese Tattoos hatte, bis ein verrückter Fan Fotos in ein Tattoo Studio brachte und sich all das auch stechen ließ. Manchmal sind Fans schon crazy!

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in ar 2016 n im Febru sbruck. le ie sp n Sabato nz, Graz und Inn sich Li ann man Dornbirn, Spencers Tattoos k asometer bei y rG Von Jerem vember im Wiene eath Punch D o am 21. N von Five Finger rt dem Konze . en überzeug

Five Finger Death Punch Schlagzeuger Jeremy Spencer ist ein bunter Hund. So viele verschiedene bunte Dinge, die unter anderem den Hals zieren. „Meine Tattoos haben keine tiefgründige Bedeutung. Es soll einfach gut aussehen. Das Gesicht würde ich mir nie tätowieren lassen. Der Hals ist übrigens auch eine sehr empfindliche Stelle.“

Hellyeah Sänger Chad Lee Gray hat auf seinem rechten Unterarm einen Oktopus und auf dem Oberam ein weiteres Motiv tätowiert: einen Alien. „Das ist der Metal in mir. Ich habe mich nie als jemand von dieser Welt gefühlt, ich habe einfach nicht reingepasst. Dann habe ich Metal gehört und plötzlich war ich zugehörig. Ich bin wie ein E.T. zur Normalität.“

Incubus Drummer José Pasillas II. ist selbst künstlerisch unterwegs. Deshalb ist er auch sein eigener Designer: „Ich möchte Dinge immer schöner machen, so auch meinen Körper. Meine Tattoos sind mein ganz persönliches Tagebuch und ich verbinde viele Erinnerungen mit jedem einzelnen. Ich habe auch Porträts von meiner Famile auf meinen Armen.“

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!ticket life&style

Im Geiste vereint In seiner Geschichte scheinen Edel-Metaller wie Motörhead und Judas Priest auf. In den letzten Jahren ist es um die 1996 gegründete Heavy-Serie „Mind Over Matter“ allerdings recht still geworden. Nun ist die Legende zurück! TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Mind Over Matter ist zurück! Doch Anfang 2015 rappelte es in der Kiste, „Mind Over Matter“ stand wieder am Schirm. „Dream Theater wollten ein Fes-

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Dauerbeschallung Nicht nur als alljährliches Festival in der Wiener Arena, sondern auch als Club-Serie in diversen Locations ist das „Mind Over Matter“ ausgelegt, u. a. mit dem Horror-Rocker Rob Zombie.

termine

. Juli mit dem ter“ startet am 10 Theater, m „Mind Over Mat rea (D iener Arena Festival in der W lgen unter selbigem Banner fo Kadavar u. a.). Es b Zombie, ows, u. a. mit Ro aber auch Einzelsh twish, Scott Weiland, Nigh hin zu CarMarilyn Manson, r, Paradise Lost bis Moonspell, Slaye chsten Locations in Wien. dli cass in unterschie

tival und nicht nur einen Clubgig spielen“, klärt Namensvater Thomas Zsifkovits (Nova Music) auf, „und nachdem ihnen der Name so gefiel, haben wir uns entschlossen, das Festival wiederzubeleben und gleich für unsere Metal-Shows als Label herzunehmen.“ Wobei man sich im Hause noch uneinig ist, ob es der Name, der nun doch schon einige Jährchen am Buckel hat, beim Endkunden zu einem ähnlichen Gütesiegel schaffen kann wie vor Jahren die „Show No Mercy“-Touren oder die „Roadtrip To Outer Space“-Reihe der Arena. Aus wirtschaftlicher Perspektive sind da Werbepartner wie Impericon „wichtiger“. Geschätzter Metal-Fan Allerdings versteht man auch die Fansicht, dass etwas Ehrwürdiges wie Mind Over Matter dauerhaft für Qualität bürgen muss: „Wenn wir das schaffen, dann freut

es uns natürlich. Das hängt natürlich davon ab, wie geschickt wir das anlegen“, gibt sich Zsifkovits kämpferisch – und er weiß durchaus, wie es um den Fan bestellt ist: „Es gibt nichts Loyaleres als den Metal-Fan. Bis heute sind das die Leute, die die Musik lieben, Platten und Merchandise kaufen. Der Metalfan schätzt, was ihm geboten wird.“ Und geboten wird doch einiges: Mit den Einzelshows von Rob Zombie, Slayer, Moonspell und Paradise Lost oder auch dem gigantischen Aggro-Kollektiv Napalm Death/Carcass/Voivod/Obituary legt man stark vor – und setzt durchaus auch auf den Empathie-Wert der Wiener Arena, denn Mind Over Matter soll 2016 ebenfalls dort stattfinden, sofern das Debüt gut aufgenommen wird. Und auch das sollte mit Dream Theater und den Rising Stars Kadavar ein Leichtes sein.

Foto: Universal Music Austria

ie etwas älteren Semester denken mit ein bisserl Wehmut an die Neunziger und die frühen Nuller-Jahre zurück. Man holte sich seine Platten beim ehemaligen Pungent-StenchSchlagzeuger Alex Wank zuerst im Why Not und später im Totem und hatte neben einigen Kellerschuppen – das Graffiti für die Hardrock-Liebhaber, das Megiddo für die Gothic-Liebhaber – mit dem Escape Metalcorner ab 2003 ein Lokal vorliegen, das auch die „härtere Schiene“ bediente und mittlerweile auch etablierte Konzertlocation ist. Oben genannter Alex Wank sorgte neben Rock The Nation auch mit zahlreichen Club-Gigs für Live-Futter – und dann war da noch vor dem Kaltenbach Open Air die „Mind Over Matter“-Festivalreihe, in ihrer größten Ausformung 2001 mit den Headlinern Motörhead, Soulfly und Judas Priest am Festivalgelände in Wiesen. Doch leider war das „österreichische With Full Force“ mager besucht – und die Serie wurde zu Grabe getragen und schlummerte ein gutes Jahrzehnt vor sich hin. Höhen, Tiefen und Trends kamen und gingen, Koryphäen kehrten der Szene den Rücken, der Nachwuchs – Catapult Promotion – rückte nach.


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Kämpfernatur info Simone Feichtinger war jahrelang bei Sony Music Austria tätig und ist nun selbstständig im Bereich PR und Marketing. Ihr Fokus liegt weiterhin im musikalischen Umfeld. Zusätzlich dazu ist sie Profi-Mountainbikerin und konnte schon einige Erfolge verzeichnen.

termine Simones persönliche Eventhighlights: 29. August: Nuke Festival Messegelände, Graz 10. Juli: Harvest of Art Ottakringer Arena, Wiesen 9. Oktober: Mia Flex, Wien 2. November: Boy Arena, Wien 3. und 4. November: Calexico Posthof, Linz bzw. MuseumsQuartier (Halle E), Wien 9. November: Of Monsters and Men Gasometer, Wien 20. November: St. Germain MuseumsQuartier (Halle E), Wien 26. bis 28. November: Bluebird Festival Porgy&Bess 29. November: Editors Gasometer, Wien 2. Dezember: Soléy Rockhouse, Salzburg 1. Dezember: Marsimoto Flex, Wien 5., 11. & 12. Dezember: Scott Matthew WUK, Wien, Kulturhaus, Röda bzw. Spielboden, Dornbirn

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Schockmoment, einigen pessimistischen Ärzteaussagen, bis hin zum bewusst herbeigeführten Atemstillstand als Vorbereitung für eine ihrer sieben (!) Operationen, gab sie niemals auf und kann mittlerweile offiziell als „gesund“ eingestuft werden. Ihre Kraft findet sie vor allem im Sport, und dementsprechend hat sie sich bei einem der härtesten Mountainbikerennen überhaupt, der Salzkammergut Trophy, qualifiziert. Wir haben uns mit diesem außergewöhnlichen Menschen, für den Aufgabe keine Option zu sein scheint, unterhalten. Wie bist du in die Musikbranche „gerutscht“? Über einige Umwege. Zuerst habe ich Medizin studiert, dann plante ich, ins Ausland zu gehen, daraus wurde aber nichts. Schlussendlich entdeckte ich ein Job-Offer bei Sony NetServices und habe auch so die Leute von Sony Music Austria kennengelernt und dann dort begonnen zu arbeiten. Seit 2012 bin ich selbstständig in PR & Marketing tätig. Was sind die Vor-, was die Nachteile an diesem Business? Es ist definitiv ein sehr spannendes Business, geprägt von dessen Persönlichkeiten. Mit Künstlern wird einem sicher eines nie: langweilig (lacht). Ich mag es nach wie vor. Herausforderungen liegen mir. Hm, und auf der negativen Seite … ich denke, die Branche ist sehr schnelllebig und schon auch oberflächlich.

War Sport dein persönlicher Ausgleich zum stressigen Alltag? Sport und Natur ist definitiv mein Filter für alles. Wann hast du dich entschlossen, dich profimäßig dem Sport zuzuwenden? Ich war schon in jungen Jahren aktiv. Aufgewachsen mit Skiern an den Beinen und nebenbei sitzend im Sattel. Letzteres hat sich durchgesetzt und ich hab mich dem Springsport zugewendet. Ich bin viele Turniere geritten und das auch recht erfolgreich, bis ein Unfall diese Karriere lahmgelegt hat. Als ich wieder gesund war, hat sich mein Pferd die Sehnen gerissen und ging in Frühpension (bei uns zu Hause). Für mich war es ein Zeichen, dass es das nicht sein soll. Jahre später kam dann die Faszination Mountainbike in mein Leben. Vor meiner Erkrankung bin ich erfolgreich Rennen gefahren. Jetzt versuche ich, mich zurückzukämpfen. Inwiefern hat sich, deiner Meinung nach, der Körperkult in den letzten Jahren (sowohl in sportlicher, als auch in optischer Hinsicht) verändert? Ich denke, die Menschen sind diesbezüglich offener geworden und stehen zu sich und ihrem Kult. Tattoos und Piercings gehören zum Alltag. Auch auffällige Hairstyles. Der Fetisch, sich einen perfekten Körper zuzulegen. Sei es durch diverse Trainingsarten und Methoden, Diäten etc. Ich selbst bin ein Individualist und drücke das sicher auch durch mein Äußeres aus. Ich bin einfach ich. Meine

Fotos: Rene Huemer

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edizinische Diagnosen, die einen – sobald sie ausgesprochen wurden – einfach nur lähmen und ans Aufgeben denken lassen, wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind. Mit einer solchen musste sich Simone Feichtinger im Jahr 2009 abfinden. Damals war sie bei Sony Music Austria in der Product- & Promoabteilung beschäftigt, Musik selbst und das Business rundherum zählten zu ihren Leidenschaften. Mit der Diagnose eines inoperablen Gewächses im Unterleib änderte sich ihr Leben schlagartig. Nach einem


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Sportlich Ohne ihr Bike hat Simone die letzten Monate kaum einen einzigen Tag vebracht.

Selbstbewusstsein, Disziplin und Lebensfreude: Das sind die Zutaten der beeindruckenden Erfolgsgeschichte der PR-/Marketing-Lady und Profisportlerin Simone Feichtinger. TEXT: PETRA ALBRECHT Tattoos haben eine Bedeutung, ich mag meine Piercings und auch meine weißgrauen Haare stechen in Kombi mit dem Schnitt in die Augen. Möchtest du mit deiner Geschichte auch anderen Leuten Mut machen? Definitiv. Das ist das vorrangige Ziel. Es ist im Leben oft vieles möglich, auch wenn es ausweglos erscheint. Mein Motto: „When nothing goes right, go left.“ Wie sehen sowohl deine sportlichen als auch deine (musikbezogenen) beruflichen Ziele für 2016 aus? Mein Fokus liegt jetzt mal auf der Salzkammergut Trophy. Sämtliche weiteren Entscheidungen fälle ich gemeinsam mit Trainern, Therapeuten & Co danach. Es gibt ein paar spannende Rennen im Ausland, die von Interesse sind. Ich möchte in Zukunft definitiv auch mehr in Richtung Motivation arbeiten. Musikalisch wird es sicher auch weitergehen. Welche Künstler/Konstellationen ich bertreuen werde, kann ich aktuell noch nicht sagen. Aber es gibt auch diesbezüglich ein paar spannende Gespräche.

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Ausländer rein! gen bisheri seiner ien, f“ o t„Bes sbruck, W ch einem u n mt mit ber nach In lkarim wie a ünchen, m o k r e a m M d n e b a t in Y A p l a Se Kay thof“ ptember. woh e nz. So chlach mme im Progra und Brege „Kultur im S 3. und 4. S m i a in Halle is spielen be ungsweise h F Marek ktober, bezie O . 1 am

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TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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in kleiner Disput mit dem „Hassprediger“ Serdar Somuncu (in Ausschnitten nachzulesen in unserer April-Ausgabe) brachte mich auf die Idee, einen Artikel über „Ethno Comedy“ zu verfassen, denn: Mir wurde unterstellt, meine Annahme, allein Menschen mit Migrationshintergrund hätten die Narrenfreiheit, Migrantenthemen durch den Kakao zu ziehen, sei tendenziös und zum Kotzen. Dabei sagt auch der jüdische Komiker Oliver Polak „Ich bin Jude, ich darf das“, und die Komikforschung weiß nicht erst seit gestern, dass es sehr wohl entscheidend ist, wer auf der Bühne steht. Wichtig ist, dass gerade bei sensiblen Themen der, der anderen vor die Füße spuckt, sich selbst mitbeleidigt. Zwischen Bombenleger und Autoklau Der Stand-up-Comedian Abdelkarim trägt Vollbart, kurz rasierte Haare und

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Multikulti Wie nur wenige seiner Kollegen versteht es Kaya Yanar, in die Eigenheiten der eigenen Kulturen, aber auch die ihm fremden einzutauchen.

Lederjacke zu einer bequem sitzenden Jogginghose, sein Migrationshintergrund „ist ihm anzusehen“. Der in Deutschland geborene Sohn marokkanischer Eltern spricht übrigens lieber über einen Migrationsvordergrund und attestiert sich schon einmal eine „salafistische Anmutung“. In seinem Programm „Zwischen Ghetto und Germanen“ versteht er es wie kaum ein anderer Comedian, kulturelle Abneigungen und Vorurteile ins Lächerliche zu ziehen und mit den Ängsten der Urdeutschen zu spielen. Immerhin steckt in jedem bärtigen Araber ein potenzieller Terrorist. Den Stoff für seine

Pointen liefert freilich die alltägliche Diskriminierung in einer humoristischen Verklärung. Ähnlich der polnische Komiker Marek Fis, der sich im roten Polska-T-Shirt und Trainingshose über das Image seiner Landsleute lustig macht: „Machen Sie doch Urlaub in Polen, ihr Auto ist schon dort.“ Harald Schmidt hat in den ersten Monaten seiner Late-Night-Show mit genau solchen Witzeleien noch kontroverse Diskussionen ausgelöst. Selbststigmatisierung Während Kaya Yanar, auf den ich gleich zu sprechen kommen möchte, auf Sat.1 mit „Was guckst du?!“ für ein Millionenpublikum sorgt, glänzt EinsPlus mit der Show „StandUpMigranten – Comedy mit allem und scharf“. „Eben noch im Asylantenheim, jetzt schon im Auffanglager der Comedy“, lautet die subversive Selbststigmatisierung in der Anmoderation und ist damit dank der bildungsresistenten Intelligenzallergiker aus Erdberg aktueller denn je. Dabei geht es hier weniger darum, jemandem eine bestimmte Weltsicht überzustülpen, (einseitige) Integration mit einer Abrissbirne zu betreiben, sondern vielmehr darum, die Welt in all ihren Widersprüchen zu spiegeln und den Rezipienten selbst zum

Foto: Nadine Dilly, Hersteller

Der deutsche Comedian Kaya Yanar ist türkischarabischer Herkunft, startete ab 2001 mit seiner Comedysendung „Was guckst du?!“ gehörig durch und gilt seitdem als „der“ Ethno-Comedy-Vater schlechthin.


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MUNDPROPAGANDA

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Nachdenken anzuregen – ganz gleich ob mit gesellschaftskritischem Kabarett oder leichter Comedy, da sind die Grenzen ohnehin fließend. Zwischen Ethno und Multikulti „Witze über Machismo und die Kultur der Einwanderer in zweiter Generation sind nicht mehr politisch unkorrekt, sondern heißen Ethno-Comedy und sind ein europäischer Publikumshit“, heißt es im Artikel „Gottes Hand am Hintern“, Campusmagazin.de führt aus, dass „fernab vom drögen Stammtisch-Humor oder fremdenfeindlichen Witzen“ ein Genre entstand, über das alle lachen können. Dies war 2003, kurz nachdem Kaya Yanar mit seiner Sat.1-Sendung „Was guckst du?!“ gewaltig durchgestartet war – der Titel entstand übrigens, als er auf einer öffentlichen Toilette von einem Türken mit den Worten „Was gukksu? Bissu schwul oder was?“ beschimpft wurde. „Ethno-Comedy“, das heißt, dass ethnische Missverständnisse durchgängig Thema sind – von kulturellen Besonderheiten, Sitten und Bräuchen der In- und Ausländer bis hin zu stereotypen Darstellungen anderer, aber auch der heimischen Kultur. Kaya Yanar wird von vielen Seiten als „Erfinder der Ethno-Comedy“, zumindest aber als Star und Galionsfigur derselbigen bezeichnet. Für Kaya selbst ist der Begriff zu wissenschaftlich, er selbst möchte seine Sparte lieber als „Multikulti- oder Kultur-Comedy“ bezeichnet sehen – und hebt nicht nur die Sichtweise der Deutschen auf die Ausländer, sondern auch die der Ausländer auf die Deutschen und die der Deutschen und Ausländer auf sich selbst hervor. Sein Ziel ist es, „einen Diskurs darüber anzustoßen, ob die Klischees wirklich nur Klischees sind oder doch auch immer einen Hauch von Wahrheit transportieren“ (Interview mit Spiegel online, 2002). Dass dabei „Was guckst du?!“ natürlich in erster Linie un-

terhalten und lachen machen soll, ist selbsterklärend. So bringt Kaya in seiner Show eingangs stets Witze zum aktuellen Zeitgeschehen, bevor er hinter einem Schreibtisch vor der Skyline Istanbuls Platz nimmt. Den Hauptteil seiner Sendezeit nehmen vorproduzierte Einspieler ein, in denen er unterschiedliche Charaktere – vom Inder Ranjid über den Italiener Francesco bis hin zum Türken Hakan und der Wahrsagerin Olga – mimt. Hier beweist er, der vor seiner Comedyzeit und nach erfolgreich abgebrochenem Studium als Stimmenimitator sein Geld verdiente, sein Geschick der Wandlungsfähigkeit und Einfühlungsvermögen nicht nur in beide seiner eigenen Kulturen, sondern auch in die zahlreichen anderen. Weltenbummler Seine Begeisterung für fremde Kulturen, für ihre Eigenheiten und Besonderheiten, lässt er jedoch nicht nur in seine TVShow einfließen, sondern freilich auch in seine Bühnenprogramme – und das ungefiltert. Er beobachtet Sprachen, Kulturen und Menschen so eingehend, dass er deren Marotten auf den Punkt nachzeichnen kann. Der Pressetext schreibt, dass „nur er, Sohn türkischer Eltern, Besitzer eines deutschen Passes und passionierter Weltreisender“ diese Marotten so unverblümt aufs Korn nehmen darf – und ist somit eine weitere bekräftigende Stimme meiner eingangs aufgestellten These. Unterm Strich geht es jedoch nicht ums „Rechthaben oder nicht“, sondern darum, dass Humor alles dürfen sollte. Natürlich ist logisch und klar, dass es bei derart sensiblen Themen offensichtlicher ist, dass man eben nicht Teil der geistigen-Nackerbatzi-Bewegung rund um diverse Uhrensöhne ist, wenn man als Mensch mit Migrationshintergrund vor der eigenen Türe kehrt, denn als Österreicher, der bereits in der x-ten Generation hier lebt.

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, sb, ar)

V.A. – FM4 Soundselection 32 Die besten alternativen Klänge aus heimischen und fernen Gefilden vereint auf zwei CDs. Ein Klassiker!

LA Priest – Inji Ein englischer Dance-Punker auf Solopfaden. Genauso schräg und frisch klingt das Album.

Ferris MC – Glück ohne Scherben Seit 2008 rappt er für Deichkind. Seinen Solo-Sound hat Ferris MC jedoch nie aufgegeben.

Powerwolf – Blessed & Possessed Das Power-Metal-Wolfsrudel liefert einen formidablen Höllenritt, dazu auf der Bonus-CD Covers von Priest & Co!

Soulfly – Archangel Das vielleicht härteste, t(h)rashigste Album in der Soulfly-Historie, aber so wirklich zünden will’s doch nicht.

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Deftige Burger in gediegener Rockstar-Atmosphäre: In den Restaurants der weltberühmten „Hard Rock Cafe“-Kette isst das Auge mit. Seit einem Jahr speist man auch in Wien im Rock-’n’-Roll-Lifestyle. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Weltweit existieren, nebst einigen Hotels und Casinos, mehr als 170 Hard-Rock-Cafe-Filialen in über 50 Ländern, und für viele Weltreisende ist ein Besuch in der jeweils lokalen Dependance Pflicht. Pflicht nicht nur wegen der Speisekarte, die stets eine gute Mischkulanz aus Lokalpatriotismus und globalen Standards präsentiert, sondern auch wegen des Ambiente, das stets staunen

macht: Memorabilia von den Granden der Rock-’n’-Roll-Szene thronen an den Wänden, und man vermeint beinahe, mit den Stars (lebend oder bereits von uns gegangen) zu speisen. Das einjährige Jubiläum der Wiener Niederlassung in der Rotenturmstraße 25 nahmen wir uns zum Anlass, eine kleine Auswahl aus der umfassenden Speisekarte zu testen.

Über alle Testberichte dürfen wir kumuliert stellen: die Pommes Frites sind ein Wahnsinn, die Burger-Größen gigantisch (Preis-Leistungs-Verhältnis also: tipptopp)! Rock ’n’ Roll wird hier also rasch zu Beef ’n’ Roll, „Rindfleisch und Brötchen“.

Cuban Burger Urlaubsfeeling gefällig? Stimmiger und exotischer als mit dem Cuban Burger wird’s wohl kaum, denn ich wähnte meinen letzten Miami-Urlaub am Gaumen zu spüren: Geräuchertes Schweinefleisch und geschmolzener Schweizer Käse treten nebst den üblichen Zutaten wie Rindfleischlaberl, Paradeiser, Gurken und knackigem Salat in eine gekonnte Symbiose mit süßen, aber nicht allzu süßen Kochbananen. Om-nom-nom ob des Fleisch-Overkills! (Dieser Spezial-Burger war nur temporär im Programm.) (sb)

Classic Burger

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Der Klassiker unter den Burgern wurde von mir mit drei Scheiben Cheddar Käse getestet. Solide Ausstattung (Tomaten, Salat, Zwiebelringe) auf selbst gebackenem Brot, welches hier besondere Erwähnung finden soll. Fein getoastete Flächen und tolle Konsistenz, wodurch der Burger auch problemlos abgelegt werden kann. Einziger Wermutstropfen: Fleisch war zu durch und leider nicht medium. (tk)


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tickett teste Tipp: Ab Herbst gibt’s jeden Mittwoch mit „Hard Rock Unplugged“ akustische Live-Konzerte!

Fiesta Burger Guacamole, Cheddar, Jalapeños – köstliches Mexiko im Mund mit einem Bissen. Es empfiehlt sich, den Mund bei diesem Riesen-Burger so weit wie möglich aufzureißen und Gabel und Messer anstatt der bloßen Hände zu Hilfe zu nehmen. Ein Burger für Exoten, deren Magen genauso groß ist wie die Augen. Besonders hierzu passt die scharfe Chili-Sauce, die zu den Pommes serviert wird. (ar)

Mushroom & Swiss Belegt mit sautierten Pilzen, Schweizer Käse, knackigem Salat, einer Tomatenscheibe und Zwiebelringen, aufgepeppt mit Jalapeños trifft der Mushroom & Swiss Burger genau meinen Geschmack. Aufgewertet werden die Burger durch selbst gemachte Buns, Pommes und eine feine Cocktailsauce, ein „Küchengeheimnis“. Fazit: Sehr gut, definitiv kein Fastfood, allerdings Big Size & Big Price. Von beidem 1/3 weniger und ich vergebe eine 1+. (rs)

* Dies wurde mittlerweile geändert, in Österreich darf auf Kundenwünsche eingegangen werden.

Fotos: Astrid Radner / !ticket

The Big Cheeseburger Eines sollte man auf jeden Fall mitbringen, wenn man sich im Hard Rock Café einen Burger bestellt: Einen Bärenhunger! Saftiges Rindfleisch, ein krosses Bun sowie – in meinem Fall – drei Scheiben Cheddar-Käse (man hat hier die Auswahl zwischen drei verschiedenen Käsesorten) – was will man mehr? Dazu eine Riesenportion selbst geschnibbelte Kartoffelstäbchen, die man in scharfe Sauce tunken kann. Die einzige Schwachstelle: man bekommt aufgrund strenger Hygienevorschriften* sein Fleisch nur „done“, dafür aber sicherlich kein BSE. (pa)

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im Verkauf: U E N Sarah Connor

Liebe Leserin! Lieber Leser! Ich kann mein Glück kaum fassen. Diesen Sommer machen wir eine große Böhmen-Rundreise! Sechs faszinierende Wochen auf den Spuren Kaspar Maria Graf Sternbergs, des Vaters der modernen Paläobotanik. Wir sind im 7. Jahr dabei, es war immer ein Fest der Sinne und heuer habe ich meine Ilse gar nicht mehr groß überreden müssen. Sie hat nur mit den Schultern gezuckt und gemeint: „Hauptsache, du bist glücklich.“ Letztes Jahr musste ich ihr die erhebende Bildungsreise zwischen Eger, Elbe, Donau, March und Naab noch im Austausch gegen einen öden Badeurlaub in der Südsee abtrotzen. Ein totaler Reinfall! In der Karibik halten die uns Westler ja für komplette Volltrottel. Ständig versuchen die Eingeborenen, dir Glasperlen anzudrehen. Und sogar im Minimarkt muss man sich demütigen lassen. Ich übe im Flugzeug mühsam „Grüß Gott“ in sieben indigenen Dialekten und der Minimarkt-Verkäufer antwortet gelangweilt in perfektem Englisch, könnte aber auch Spanisch, Französisch und Mandarin. Meine Ilse wollte dann Tomaten kaufen und hat gefragt: „Do you have Paradizers?“. Der Verkäufer hat geschmunzelt, den Minimarkt abgeschlossen, unter die Theke gegriffen und so ist es doch noch ein heiterer Urlaub geworden. Schönen Sommer!

16. April, Wiener Stadthalle (Halle F) & 17. April, TipsArena Linz

Deichkind

Niveau Weshalb Warum?! Während das Musikteam von Deichkind in luftreinen Höhen der chilenischen Anden auf ingeniöse Weise Panflöte und Punk, Gitarre und Gabba, Drumbeats und Dosenbier zu bis dato unerhörten Klängen verschmilzt, wird in einem Höhlenlabyrinth, mehrere Kilometer tief unter dem Jinping-Staudamm, fernab jeder kosmischen Hintergrundstrahlung, von einer Hundertschaft höchstbegabter Bastler eine Bühnenshow kreiert, welche der Beantwortung der Frage nach der Existenz einer Weltformel näher gekommen ist als alle halbherzigen Experimente ein paar ideenloser Nobelpreisträger im Genfer CERN-Forschungskomplex zusammengenommen. 30. Jänner, Wiener Stadthalle (Halle D)

Mit Refused Punk und Hardcore mit dem nötigen politischen Anspruch hat einen Namen: Rise Against. Die Band ist aber nicht nur politisch aktiv, sondern setzt sich aktiv für den Tierschutz ein. Ja und nebenbei machen sie auch richtig geniale Musik. In den vergangenen eineinhalb Dekaden sind sie zu einer der größten und anspruchsvollsten Punkbands der Welt avanciert. Das liegt zum einen an ihrem kraftvollen Sound, zum anderen an ihren durchdachten Lyrics. Mit dabei sind auch die wunderbaren Refused!

Rise Against

8. Oktober, Wiener Stadthalle (Halle D)

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Fotos: Ingo Pertramer, Nina Kuhn, Henning Besser, Le Ann Mueller

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Live In Concert Sie kam mit 19 ins Musikgeschäft, wurde auf Anhieb ein „Star“ in Deutschland, Europa und sogar ein bisschen in Amerika, verkaufte über 7 Millionen Platten. Nach zehn Jahren Musikkarriere zog sie sich bewusst zurück. Nahm sich Zeit für sich und ihre Familie. Jetzt ist sie wieder da: neu, echt und aufrichtig emotional wie noch nie zuvor. Sarah Connor hat natürlich nicht wirklich eine Auszeit genommen, aber sie hat ihr künstlerisches Selbstverständnis auf den Prüfstand gestellt. Nur nicht ihren Gesang. Herausgekommen ist der Wunsch, nicht mehr nur Songs zu singen, sondern diese auch selbst zu schreiben, selbst zu texten, selbst zu produzieren und selbst zu bestimmen, wie sie klingen und was sie ausdrücken sollen. Entstanden ist ein außergewöhnliches, persönliches Album voller Songs, die überraschen und berühren.


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Rummel um Rammelhof Mit ihrem Sieger-Hit „Wladimir (Put Put Putin)“ wurden die Gewinner des diesjährigen FM4-Protestsongcontests weit über Österreichs Grenzen bekannt. Nun tritt die große Rammelhof-Invasion in Phase 2. TEXT: PETRA ALBRECHT Seriös General Geri grinst verschmitzt, der Rest der Band sieht alles etwas ernster.

info Rammelhof sind: General Geri (voc): Der Frontman und ehemalige Kommandant der 3. PanzergrenadierBrigade wurde wegen Befehlsverweigerung aus dem Bundesheer entlassen und widmet sich nun der Musik. Gina der Gino (voc): Frontfrau, die erst nach einer Geschlechtsumwandlung ihre wahre Identität gefunden hat. Wehrmann Schrüll (guit): Im Tiefsten seines Herzens ist er Pazifist. Außer wenn es um die musikalische Revolte geht. Rekrut Nicolaiew (bass): Ein schizophrenes Saitenzupf-Talent, dem man niemals in seine wirren Augen sehen sollte. Urgos Brutalos (dr): Sein Barbie-Schlagzeug wurde ihm von der Band leider verboten. Seither drischt er noch wütender auf die Trommeln.

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Hackln Rammelhof beschäftigen sich nicht nur mit Weltpolitik. In ihrer neuen Single „Hackln” stellen sie geldgierige Manager und den Steuergeier an den Pranger.

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ie Idee, eine Band zu gründen, schwebte Frontman General Geri schon lange Zeit im Kopf herum. Schlussendlich musste man doch irgendeine Ausdrucksform finden, um die breite Masse zu erreichen und ihr klarzumachen, was in der heutigen Gesellschaft alles so

schiefläuft. Und warum sich nicht gleich musikalisch Gehör verschaffen? Es wurden Mitstreiter gefunden, die sowohl Rhythmusgefühl als auch eine gesellschaftskritische Meinung mitbrachten. Songs wurden geschrieben, das Bandkonzept war auch schnell klar, hatte man schlussendlich einen eigenen

Fotos: Pascal Riesinger, Hersteller

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MUNDPROPAGANDA

termine Rammelhof sind am 15. (Albumrelease) und 25. September, sowie am 3. Oktober im Wiener Rabenhof zu sehen. Außerdem sind sie am 12. September am Soundyard in Waidhofen/Thaya unterwegs.

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Im Sommer sollte man sich folgende heimische Acts nicht entgehen lassen: Attwenger kommen am 3. Juli zum Aufest Timelkam, während Tagträumer einen Tag danach im Stift Ossiach aufgeigen. Am picture on festival am 7. und 8. August sind neben Wanda, Christoph & Lollo, Wilfried Scheutz und Drescher auch noch etliche andere heimische Acts zu sehen. Julian Le Play wird am 14. August die traumhafte Kulisse der Seebühne in Mariazell bespielen. Härter geht es zwischen 20. und 22. August am Kaltenbach Open Air zu. Internationale und österreichische Deathund Thrash-Metaller geben sich hier die musikalische Hand.

Panzer in der Garage stehen und verbindet die Bandmitglieder eine gemeinsame Vergangenheit beim Bundesheer. Auch der Bandname war mit Rammelhof schnell gefunden – zu diesem schmucken Örtchen im Waldviertel hegen die Bandmitglieder eine ganz besondere Zuneigung.

Hören Sie mal rein!

Nun galt es noch ein Video zu drehen, damit die p. t. Gesellschaft nicht nur was auf die Ohren, sondern auch auf die Augen bekam. Mit Filmemacher Anthony Jacobson wurde ein würdiger Jünger mit ins Boot geholt, der Inhalte und Thematiken auch visuell top aufbereitete. Der Rest liest sich wie ein eigenes kleines Rammelhof-Märchen: Als Gewinner des FM4-Protestsongcontests konnten sie etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als es ihr Video zu „Wladimir (Put Put Putin)“ schlussendlich über YouTube in die Ukraine, nach Russland und in die USA schaffte, war ein Hype nicht mehr aufzuhalten. Medien weltweit berichteten über die kleine hiesige Band, die den großen Machtinhabern ihren musikalischen Mittelfinger mitten ins Gesicht streckte. Seither sind ein paar Monate ins Land gezogen, Rammelhof verbarrikadierten sich in ihrem Bunker, um weitere Ideen zu sammeln und musikalisches Bühnenstück, das im Wiener Rabenhof seine Uraufführung haben wird, wurde konzeptioniert. Die Faszination an der bunten Truppe? Ähnlich wie bei der EAV oder auch Drahdiwaberl handelt es sich um ein Musikprojekt, das mit parodistischem Auftreten und einer komisch-militanten Attitüde daherkommt. Komisch sind allerdings die Inhalte ihrer Songs ganz und gar nicht! Hinter all dem Augenzwinkern verbirgt sich eine sehr ernst zu nehmende, politische Band, die ihr musikalisches Handwerk bestens versteht. Wer schon einmal einem Konzert beiwohnen durfte, der weiß: Hier geht es zur Sache, hier bleibt kein Tanzbein still, hier wird auch zum Nachdenken angeregt. Das ist fast schon musikalischer Aktionismus, den man hierzulande schon längere Zeit nicht mehr gefunden hat.

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, sb)

Turbobier – irokesentango In Wiener Mundart werden die wichtigen Dinge des Lebens besungen: Bier, Fußball und die Arbeitslosigkeit.

Die Strottern und Jazzwerkstatt Wien – Wo fangts an Rhythmische Klänge, die einen musikalisch in den Süden entführen.

Michael Lagger – Mondphasen Literatur trifft auf Klavierklänge. Fast schon meditativ wird man in andere Sphären entführt.

She & The Junkies – s/t Das Debüt der Jungspunde klingt, wie sich ein postkoitaler Ofen anfühlt. Von (der) Muse wurde man auch geküsst …

Russkaja – Peace, Love & Russian Roll Keine Abnützungserscheinungen im Hause vodkabetriebener Psychotraktor! Die Turbo-Polka dampft querbeet!

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Verspielte Neugier Innovative Bühne: Mit gleich sechs Uraufführungen in einer Spielsaison bestätigt das Musiktheater am Volksgarten eine alte Weisheit: In Linz beginnt’s! TEXT: PAUL M. DELAVOS

Linz als Uraufführungsort Gleich sechs Uraufführungen finden in der kommenden Saison statt. Moritz Eggert komponierte „Terra Nova oder Das weiße Leben“ nach einem Libretto von Franzobel und Rainer Mennicken. Christoph Nußbaumeder (Thomas-

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Akzente Der Neubau des Architekten Terry Pawson setzt einen architektonischen Akzent in Linz und zieht auch tagsüber die Menschen an.

Bernhard-Stipendiat 2006 des Landestheaters) erhielt nun erneut den Auftrag, ein Schauspiel zu schreiben. „Das Wasser im Meer“ wird in der Inszenierung von Gerhard Willert uraufgeführt. Als weitere Weltpremiere darf man auf die Rap- & Live-Comic-Performance „Welcome to Astoria“ mit der Linzer Hip-Hop-Band TEXTA frei nach Jura Soyfers „Astoria“ gespannt sein. Für das junge Publikum kommen „Franzgeschichten“ von Christine Nöstlinger sowie die Kinderoper „Lynx, der Luchs“ von Helmut Schmidinger zur Uraufführung. Im Rahmen von „FREISPIEL – Theater mit Jugendlichen und Erwachsenen“ wird das Schauspiel „Radikal“ von Brigitta Waschnig uraufgeführt.

Klassiker neu interpretiert Ballettchefin Mei Hong wagt sich an Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Schwanensee“, das Meisterstück des klassischen Handlungsballetts des 19. Jahrhunderts, sowie an Christoph Willibald Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“ als spannendes Tanztheaterprojekt. Regielegende Robert Wilson inszeniert Giuseppe Verdis Oper „La Traviata“, der Bühnenmagier Achim Freyer bringt Claude Debussys impressionistische Oper „Pelléas et Mélisande“ auf die Bühne. Mit der Opera buffa „Der Operndirektor“ von Domenico Cimarosa sowie der Franz-Lehár-Operette „Die lustige Witwe“ kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Matthias Davids, Leiter der MusicalSparte, inszeniert Stephen Sondheims „Into the Woods – Ab in den Wald“.

Fotos: Sigrid Rauchdobler

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eit seiner Eröffnung am 11. April 2013 setzt das Musiktheater Linz immer wieder starke Akzente im österreichischen Kulturbetrieb. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass in der kommenden Saison – der letzten des Intendanten Rainer Mennicken – wieder spannende Produktionen am Spielplan stehen. Insgesamt werden 34 Neuproduktionen − darunter u. a. eine europäische Erstaufführung, eine deutschsprachige Erstaufführung und vier österreichische Erstaufführungen – und neun Wiederaufnahmen an acht Schauplätzen zu sehen sein. Einmalig ist für das Landestheater Linz auch seine Ausrichtung als Fünf-Sparten-Haus: Neben Schauspiel, Oper und Ballett gibt es eine eigene Sparte für Musical sowie für Kinder- und Jugendtheater. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Kinderopern sowie musikpädagogisches Zuhör- und Mitmach-Musiktheater. Insgesamt 22 Produktionen für Kinder und Jugendliche werden in der kommenden Saison gezeigt.


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Im Schauspielbereich stehen u. a. Klassiker wie William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ (Inszenierung: Johannes von Matuschka), Johann Nestroys „Der Talisman“ (Inszenierung: Peter Wittenberg) und Molières „Tartuffe“ (Inszenierung: Gerhard Willert) auf dem Programm.

Doppelnutzen Das großzügige Foyer wird auch für Vorstellungen genutzt – in der Decke verstecken sich unzählige Bühnenscheinwerfer.

termine

g

Nach der diesjährigen Saison öffnet das Musiktheater Linz am 5. September wieder seine Pforten. An diesem Tag, sowie eine Woche später können Sie eine Hausführung buchen. Erste Highlights sind am 17. September („Ein Sommernachtstraum“, am 19. September („La Traviata“), am 25. September („Das Tagebuch der Anne Frank“) sowie am 3. Oktober („Singin’ In The Rain“) zu vermelden. Für weitere Termine und nähere Informationen besuchen Sie www.landestheater-linz.at.


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!ticket live

The beat goes on … Gerade gaben sie noch am Nova Rock Vollgas, schon kommen sie wieder in unsere Gasse. Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum lassen es die Beatsteaks in der Wiener Arena so richtig krachen. TEXT: PETRA ALBRECHT

A

m diesjährigen Nova Rock ging es vor der Bühne der Beatsteaks gewohnt rund: Es wurde Pogo getanzt, die Menge war erfreut! Nun beehren sie uns im Sommer in Wien wieder, um gemeinsam mit ihren Fans ihr 20-jähriges Bestehen zu feiern. Ort der Sause wird die Wiener Arena sein, ein ganz besonderer Veranstaltungsort, wie uns Schlagzeuger Thomas

termin t geigen Am 14. Augus f. au Arena Wien

die Beatsteaks

Götz unter anderem im Gespräch erzählt. Du bist ja „erst“ seit 1998 dabei. Wie bist du denn zu den Beatsteaks gekommen? Der Manager von den Beatsteaks ist zu mir gekommen und dann haben wir uns in so einer Butze in Ostberlin getroffen. Das war nur eine halbe Stunde vom Proberaum entfernt und wir haben gleich mal angefangen Musik zu machen. Und dann bin ich nicht mehr weg.

in der

Und sie waren zufrieden mit dir? Ich glaube, ich war der Zufriedenere. Ich dachte mir nur: „Das ist ja geil hier!“

info

Hast du mit dem Erfolgsanstieg gerechnet? Ich habe gleich im Proberaum gemerkt, dass sie toll sind. Ich hatte keinen Zweifel am Erfolg. Ihr spielt ja jetzt wieder in der Wiener Arena, mögt ihr die Konzertlocation? Wir haben ja auch schon im Gasometer gespielt, das ist ja ein bisschen größer. Ich persönlich finde die Arena fantastisch. Das ist echt so sauschön da. Die Leute, die das machen, sind total nett, wir verstehen uns sehr gut mit ihnen. Es ist immer schön, da hinzukommen. Deshalb wüsste ich jetzt nicht, warum ich in einen unpersönlicheren großen

er bei

98 Schlagzeug

Fotos Patrick Pfirrmann, Birte Filmer

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Laden gehen soll in der Stadt, wenn das Gute so nahe liegt. Ist dir Open Air oder die Halle lieber? Ich finde beides schön. In der Halle knallt es halt und es ist kompakter. Ich hatte aber auch schon wunderschöne Abende Open Air. Ich weiß noch, als wir die Deconstruction Tour gespielt haben und ich auf dem Gestänge vom FOH saß und mir NOFX angekuckt habe, dachte ich, dass das echt ganz toll hier ist.

War dir schon jemals etwas peinlich auf der Bühne? Ich habe mich nie für die Band geschämt. Man stolpert vielleicht, man fällt von der Bühne. Also ich sitze ja, aber die Gitarristen fallen runter oder die Hose reißt. Zu betrunken auf der Bühne ist auch scheiße. Ich hab einmal die Gitarre ins Gesicht bekommen, da

war sehr viel Blut im Spiel. Aber es gab nie einen einzigen Moment, in dem ich mich geschämt habe. Ein Glück. Findest du es manchmal schade, nicht ganz vorne auf der Bühne zu sitzen? Man muss auch als Schlagzeuger Bock haben, sich gerne auf die Bühne zu stellen. Man zeigt ja auch gerne her, was man kann. Ich habe keine Angst, mich Leuten zu präsentieren, auch ich bekomme gerne Applaus (lacht). Aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich in der zweiten Reihe stehe und nicht derjenige bin, der mit dem Publikum spricht, ich bin froh, dass ich in der U-Bahn fahren kann und nicht erkannt werde. Es hat viele Vorteile, am Schlagzeug zu sitzen, aber ich glaube, es hat nichts mit Schüchternheit zu tun.

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Wie bist du persönlich zum Schlagzeugspielen gekommen? Mein Papa war der Kirchenorganist in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, und hat mir relativ schnell Klavierunterricht gegeben. Als er mich dann gefragt hat, was ich noch lernen

wollte, ist mir das Schlagzeug eingefallen. Er hat mich immer gefördert. Seit meinem sechsten Lebensjahr hat er mich der Musik nähergebracht. Bei uns standen auch überall Klaviere, und da hat man sich dann einfach hingesetzt. Als es mit dem Schlagzeug begann, waren die Nachbarn bei uns im Dorf ziemlich gestresst. Als ich ausgezogen bin, kam die Zeit der Proberäume, und dann ging es einfacher.

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!ticket live

Genie-Streich Seit der Uraufführung 1999 im Theater an der Wien begeistert „Mozart!“ ein internationales Publikum. Nun kehrt das Erfolgs-Musical endlich wieder zurück nach Wien – inklusive neuer Titelrolle. TEXT: PAUL M. DELAVOS

Neue Fassung für Wien Nach der erfolgreichen Uraufführung in Wien kam es zu zahlreichen Aufführungsserien in insgesamt sieben Län-

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dern (Deutschland, Japan, Schweden, Südkorea, Tschechien, Ungarn) und mehr als 1,9 Millionen BesucherInnen weltweit. Für die Inszenierung der neuen Fassung, die extra für Wien geschaffen wird, konnte das Leading-Team der

Weltpremiere – Harry Kupfer (Regie), Hans Schavernoch (Bühnenbild), Yan Tax (Kostüme), Dennis Callahan (Choreografie) – gewonnen werden. Außerdem dabei sind Jürgen Hoffmann (Lichtdesign), Thomas Strebel (Sound-

Fotos: Vereinigte Bühnen Wien, VBW/Rolf Bock

W

er kennt sie nicht, die Geschichte des vom Vater gedrillten Wunderkindes, das zu einem berühmten Komponisten wird und doch in einem Armengrab stirbt? Die Rede ist von Wolfgang Amadeus Mozart, geboren am 27. Jänner 1756 in Salzburg und viel zu früh am 5. Dezember 1791 in Wien gestorben. Viele Legenden sind seitdem um sein Leben entstanden, manche beruhen sogar auf wahren Begebenheiten, und alle haben eines gemeinsam: Sie versuchen, das Genie Mozart zu fassen. Kein Wunder also, dass der Texter Michael Kunze und der Komponist Sylvester Levay nach ihrem Welterfolg mit „Elisabeth“ sich dem nächsten Star Österreichs zuwandten und „Mozart!“ kreierten. Bereits als Kind überschritt Wolfgang so manche Grenzen des gebotenen Anstands und als junger Erwachsener ging er seinen eigenen Weg – kein Wunder, dass er immer wieder mit seinen Förderern und der Obrigkeit in Konflikt geriet. Heute würde man sagen, er hatte Starallüren. Doch er wusste, was er konnte, und für seine Kunst tat er alles: der perfekte, brisante Stoff für ein Musical!


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Mozärtliche Besetzung Ana Milva Gomes (Baronin von Waldstätten), Brigitte Oelke (Cäcilia Weber), Barbara Obermeier (Nannerl), Oedo Kuipers (W. A. Mozart), Mark Seibert (H. Colloredo), Franziska Schuster (Constanze Weber)

populären Musiktheaters lebendig werden zu lassen. Nach dem Erfolg in Wien fand das Stück zahlreiche andere Realisierungen in vielen Sprachen und unterschiedlichen Inszenierungen. Dabei haben wir ständig dazugelernt. Diese Erfahrungen sind in die neue Wien-Fassung eingeflossen. Unsere Zusammenarbeit mit Harry Kupfer und dem übrigen Kreativteam zielt nicht auf eine Wiederaufnahme, sondern auf eine zweite Uraufführung.“ Newcomer Der junge Oedo Kuipers spielt W. A. Mozart und gibt damit sein VBWDebüt. Thomas Borchert ist, wie bereits bei der Weltpremiere, sein Vater Leopold. Der Erzbischof von Salzburg, Hieronymus Colloredo, wird von Mark Seibert dargestellt, Barbara Obermeier ist Mozarts Schwester Nannerl. Anna Milva Gomes, zuletzt die Donna in „Mamma Mia!“, ist als Baronin von Waldstätten zu sehen, Brigitte Oelke, dem Wiener Publikum als Killer Queen in „We Will Rock You“ bekannt, spielt Cäcilia Weber.

termine

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Ab 24. September ist „Mozart! Das Musical“ im Wiener Raimund Theater zu sehen.

design) und Thomas Reimer (Videodesign). Michael Kunze und Sylvester Levay steuern ein neues Liebesduett zwischen Constanze und Mozart bei. Sylvester Levay und Michael Kunze sind „überglücklich, dass ihr Musical

,Mozart!‘ nach 16 Jahren wieder nach Wien zurückkehrt. Denn hier gehört es hin. Wir haben versucht, Mozart von Verkitschung und Idolisierung zu befreien und als Mensch mit Fehlern und Konflikten mit den Mitteln des

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!ticket highlights

Juli/August

Live: 30th Anniversary Mit ihrer bahnbrechenden weltweiten Nr. 1-Single „The Look“ ebneten Roxette den Weg für ihre aufsehenerregende Karriere. Es folgten „Listen To Your Heart“, „It Must Have Been Love“ und „Joyride“. Insgesamt 31 Chartstürmer etablierten Roxette als eine der größten Popgruppen aller Zeiten. Die eindrucksvolle Hit-Kollektion spiegelt sich in 75 Millionen verkauften Alben, ein Erfolg, der sich noch immer mit jeder neuen CD fortsetzt.

Roxette

Sziget Festival

10. bis 17. August, Island Of Freedom (Budapest)

Rock The Opera

special Dinnerpackages verfügbar! Weitere Infos unter

8. Juli, Wiener Stadthalle (Halle D) Kings & Queens Of The Underground Tour Billy Idol entschied sich nach einem Jahr Uni, lieber Musik zu machen und freundete sich mit Gleichgesinnten wie den Sex Pistols an. Der Wunsch, selbst im Rampenlicht zu stehen, mündete zunächst in der Gründung von Chelsea, wo er neben Mick Jones (später The Clash) und Brian James (später The Damned) Gitarre spielte. Der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte.

Billy Idol

Welthits von Pink Floyd, Led Zeppelin, U2 u. a. Das Prague Philharmonic Orchestra rockt die heiligen Hallen der Wiener Staatsoper mit Songs legendärer RockLegenden. Die absoluten Höhepunkte des Programms sind die Welthits von Pink Floyd, Led Zeppelin, U2, Queen, Deep Purple und AC/DC. Dirigiert wird das Orchester von Friedemann Riehle. Kommen auch Sie in den Genuss einer authentischen Interpretation, die altbekannte Hits in eine neue Dimension hebt! 27. August, Wiener Staatsoper

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8. Juli, Arena Wien Open Air

Fotos: Joan Allen Jürgen Skarwan La Strada Fabio Lovino Ekaterina Belinkaya Vince Ricardel Sony Music Bence Szemerey Stathis Zoumpos

Mit Kings Of Leon, Ellie Golding, Robbie Williams Über 60 Bühnen, über 1.000 Einzelveranstaltungen, Hunderte Acts und 400.000 Besucher: Das Sziget Festival ist ein Festival der Superlative, eine durchgehende Party auf der wunderschönen Island Of Freedom. Da stellt sich fast die Frage, ob die Mega-Acts (und was, wenn nicht das sind Künstler wie Robbie Williams, Ellie Golding, Kings Of Leon, Florence & The Machine, Alt-J, AVICII und all die anderen?) eigentlich nur noch das berühmte i-Tüpfelchen für diesen wirklich endgenialen Urlaub sind?!


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Internationales Festival für Straßen- und Figurentheater Wenn Peter Pan, Michael Jackson und Elvis Presley gleichzeitig in der Stadt sind, wenn auf der Opernbühne ungeniert gekocht wird, wenn Senioren aufs Vergnügteste aus Heimen ausbrechen, wenn die Menschen in der Dämmerung über ihre Stadt wachen – dann ist „La Strada“-Zeit. Das internationale Festival für Straßenkunst, Community Art, Cirque Nouveau und Figurentheater macht zum 18. Mal die Stadt zu einem Ort voller Geschichten, an dem Lebensfreude und Leichtigkeit genauso Platz haben wie die großen Themen unserer Zeit. Blickwinkel verändern und Perspektiven verschieben sich – über neun Tage bei 24 Produktionen in über 150 Vorstellungen.

La Strada

31. Juli bis 8. August, Graz

Federn Zu Beginn seiner Karriere galt er als Erfinder des Alpenrock. Mit seinen Songs durchbrach er die Konventionen alpenländischer Volksmusik und holte die Tradition in die Moderne. Popmusik wurde wieder das, was sie sein sollte: Musik für das Volk. Musik aus dem Volk. Angetan hat es ihm seither die weite Welt. Es zog ihn zu Reisen nach Asien und Afrika, er befuhr mit einem zur Bühne umgebauten Frachtschiff die Donau bis ins Schwarze Meer. Kam mit einem Rucksack an Ideen und Klängen wieder. Goisern wiederholt sich bekanntlich nicht.

Hubert von Goisern

Fotos: Joan Allen, Jürgen Skarwan, La Strada, Fabio Lovino, Ekaterina Belinkaya, Vince Ricardel, Sony Music, Bence Szemerey, Stathis Zoumpos

im Juli in Klam und Wiesen, im August in Klagenfurt, Graz und Tulln Zwei musikalische Ausnahmeerscheinungen George Bensons beispiellose Karriere erstreckt sich bereits über fünf Jahrzehnte. Sein Gitarrenstil und sein falsettierender Scat-Gesang besitzen hohen Wiedererkennungswert. Gregory Porter hingegen ist ein Jazznewcomer der Extraklasse. Porters Sound ist stark in den 60er-Jahren verwurzelt, nah am Soul gebaut, mit deutlichem Bezug zum Gospel der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Er singt mit viel Herz und schafft es dennoch, überbordenden Kitsch zu vermeiden. Gemeinsam mit George Benson und LiveBand wird er für einen unvergesslichen Musikabend sorgen!

Snoop Dogg

Porter/Benson

14. Juli, Domplatz Linz & 15. Juli, Steinbruch St. Margarethen An Evening with … Knopflers neuestes Studioalbum „Tracker“ erschien im Jänner, auf seiner anstehenden Tour wird ihn dann eine 7-köpfige Band begleiten und dafür sorgen, dass die Kompositionen auch live entsprechend umgesetzt werden – darunter viele brillante Musiker, die ihn auch in den letzten zwei Dekaden bereits auf seinen Konzertreisen begleitet haben: Guy Fletcher (Keyboards), Richard Bennett (Gitarre), Jim Cox (Piano), Mike McGoldrick (Pfeife/Flöte), John McCusker (Geige/Zither), Glenn Worf (Bass) und Ian Thomas (Drums).

Mit Pusha T., Zugezogen Maskulin und Nora Mazu & Kayo Am 8. Mai veröffentlichte Snoop Dogg mit „Bush“ sein neues Studioalbum. Die Produktion des Longplayers übernahm Superstar und Grammy-Preisträger Pharrell Williams. Die Zusammenarbeit kam infolge einer Vielzahl von Studio-Kollaborationen zustande, die vor mehr als zehn Jahren begonnnen und dabei u. a. Klassiker wie „Beautiful“ (2003) und „Drop It Like It’s Hot“ (2004) hervorgebracht hatte. Die beiden schlossen einen Pakt, den fehlenden Vibe in der heutigen Musik mit Songs wiederherzustellen, die einer „besseren Vergangenheit und einer idealen Zukunft“ gewidmet sind.

Mark Knopfler

12. Juli, Clam Burgarena & 14. Juli, Steinbruch St. Margarethen

22. Juli, Arena Wien Open Air

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MUNDPROPAGANDA THE CHEMICAL BROTHERS

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, ar, sb)

Gloria – Geister Gefühlvolle Klänge hinterlegt mit einfühlsamen Texten. Eine Runde im Takt mitschunkeln bitte!

Warren Haynes – Ashes & Dust Der Gov’t-Mules- und AllmanBrothers-Gitarrist überzeugt mit bluesigem Americana und Honigstimme.

Born In The Echoes Bumdabum. Es beginnt langsam, dann steigert sich der Rhythmus und schließlich: zack! Der Beat setzt ein, bis es kein Halten mehr gibt und man einfach mittanzen muss. So kennt man The Chemical Brothers schon von ihrem ersten Album „Exit Planet Dust“. Auch Singles wie „Hey Boy Hey Girl“ aus 1999 verbreiten auch heute wieder ihre Power und werden nie langweilig. Das erwartet

MOTÖRHEAD Pentagram – Curious Volume Obwohl vom Leben gezeichnet, weiß Bobby Liebling immer noch mit ungestümem Heavy-Doom zu verklären.

Neil Young – The Monsanto Years Das kanadische Rockgestein wendet sich mit diesem Album gegen einen US-Herbizidproduzenten.

Pitbull – Dale Nach „Globalization“ im November gibt es neuen Club-Sound des USProducers. Dieses Mal auf Spanisch.

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Bad Magic „49 % Motherfucker, 51 % Son Of A Bitch“ war einmal, der größte (wenn nicht einzige) noch lebende Rockgott, Lemmy, muss bekanntlich Jahr für Jahr kürzertreten und sieht – gelinde ausgedrückt – nicht mehr sonderlich fit, sondern vielmehr gezeichnet aus. Dass er trotz aller Gebrechlichkeit zumindest immer noch will, davon konnte man sich erst kürzlich am Nova Rock mit Gänsehaut überzeugen, Lemmy ist

man auch beim neuen Studioalbum der Brit-Brothers Tom Rowlands und Ed Simons. Zunächst ist da Enttäuschung: Die erste Nummer „Sometimes I feel So Deserted“ erstreckt sich über circa 7,5 Minuten und verändert sich kaum. Der Pepp fehlt, monotones Wippen macht sich breit. Aber dann geht es spätestens bei „Go“ los. Synthies, elektronische Experimente, Gastsänger, gemischt mit Rap-Passagen. „Das wichtigste beim Album ist, dass es eine emotionale Beziehung zu uns herstellt“, sagt Tom Rowlands in einem Interview, „Wir träumen von einem neuen Sound und anderen Frames.“ Eine Beziehung entsteht auch mit „Born In The Echoes“ zu den Hörern und den alteingetanzten Fans. Denn der Sound ist noch immer Chemical Brothers. Live kann man außerdem eine ereignisreiche Visual-Show erwarten. Auch am Frequency Festival werden sie am 20. August zu sehen sein. (ar)

vielleicht kein ungestümer Rabauke mehr, die sture Fuck-offAttitüde, die er auch im Interview mit der Krone bewies, ist ihm jedoch immer noch anheim. Jene findet man auch am 22. Album einzementiert, hier ist zu keiner Sekunde Altersmilde oder -schwäche zu spüren, was freilich auch dem vergleichsweise jugendlichen Ungestüm der Kollegen Wizzö und Mikkey zuschulden ist. Vielmehr ist „Bad Magic“ erneut ein erstaunlich breitbeiniger Bastard geworden, der Motörhead nach wie vor als gemeingefährlichen Bomber präsentiert, Snaggletooth lässt noch nach all den Jahrzehnten ein feistes Grinsen aufblitzen, mit messerscharfen Reißern – dritte Zähne: Fehlanzeige. Hervorzuheben sind hier nebst Lemmys Omnipotenz erneut Phils sensationelle Lead-Arbeit wie auch die stets gelungene Symbiose aus Punk ’n’ Roll. Diese macht dann sogar den abschließenden Stones-Klassiker „Sympathy For The Devil“ amtlich krachen. (sb)

Fotos: Hersteller

Hören Sie mal rein!


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!ticket media MAIK BRÜGGEMEYER

Catfish − Ein Bob Dylan Roman Wenn man sich bei vorliegendem Werk eine Bob-Dylan-Biografie erhofft, so liegt man falsch, handelt es sich hierbei um einen Roman. Nun gut, darauf lässt man sich gerne ein, vor allem wenn das Buch von einem bekennenden Dylanisten und Redakteur des deutschen Rolling Stone geschrieben ist. Charmant werden wir durch die Dylan’schen Welten geführt, immer wieder erfahren wir

das eine oder andere vermeintlich private Detail des Sängers, um dann im nächsten Satz wieder eine Aussage in eine entgegengesetzte Richtung zu erleben. Die sagenumwobene Aura, die Dylan umgibt, wird in „Catfish“ literarisch bestens eingefangen, kunstvoll werden dem Leser die unterschiedlichsten Charakterzüge – oder fast schon Persönlichkeiten – des Robert Zimmerman präsentiert. Zahlreiche Auszüge aus Interviews verhelfen obendrein, der Entdeckungsreise ins Dylanland Nachdruck zu verleihen. Natürlich, den Dylanologen unter uns muss dieser Roman nicht ans Herz gelegt werden, sie haben ihm sicherlich schon ein Plätzchen im Bücherregal freigehalten. Viel interessanter ist dieses Werk wohl für diejenigen, die zwar Dylan-Songs unter der Dusche oder am Lagerfeuer trällern, denen sich aber die Dylanologie noch nicht erschlossen hat. Nach der Lektüre werden sie einen Schritt weiter sein. (pa)

CATTLE DECAPITATION

The Anthropocene Extinction Mit ihrem 6. Album legen die San Diegoer einen Soundkomplex vor, der bisher aggressiver, intensiver, effizienter, düsterer und zermürbender noch nicht fabriziert wurde. Melodie paart sich gekonnt mit Brachialgewalt, die in ihrer Symbiose die Verzweiflung ob ökologischer Katastrophen, die das Album thematisch durchziehen, perfekt verbildlicht. Dabei lässt „Ave Exitium“ zumindest noch aufs Jenseits hoffen. (sb)

ANNIHILATOR MAJOR LAZER

Peace Is The Mission Auch am dritten Album bleibt das US-Elektro-Kollektiv bestehend aus den DJs und Produzenten Diplo, Jilionaire, Walshy Fire ihrer Trap-Linie treu. Die harten Beats haben wir schon im ersten Hit „Watch Out For This“ gehört, der 2013 11 Wochen in den österreichischen Charts herumschwirrte. Mit bekannten Klängen beginnt auch dieses Album: „Be Together“ kam bereits in den ver-

gangen Wochen in TV und Radio als Dauerbegleiter zum Einsatz. Bei „Too Original“ mixt sich Reggae dazu, bei „Powerful“ steuert Ellie Goulding ihre unverwechselbaren Vocals bei. Alles im Album dreht sich jedoch um den Erfolg der Single „Lean On“, feat MØ & DJ Snake, die schon seit März in den Clubs rauf- und runtergespielt wird. Die Single erreichte Platz eins in Australien, Belgien, Dänemark, Finnland und den Niederlanden. Abgesehen von „Be Together“ haben die verbleibenden 8 Songs nur wenig Einzigartigkeit und Hit-Qualität. Ohne diesen Track gibt es nur wenig, das zum Mitsingen, Mittanzen anregt und die Gänsehaut in die Höhe treibt. Etwas von seiner Sexiness hat das Projekt seit seinen Anfängen 2008 verloren. Es wirkt, als wurden die neun Songs nur mühsam zusammengetragen. Den Abschluss der Platte liefert Pop-Sternchen Ariana Grande, die mit „Break Free“ feat. Zedd bekannt wurde. (ar)

Suicide Society „With ,Suicide Society‘ we’ve gone bloody mad“, konstatiert Jeff Waters am Opener des 15. Albums der kanadischen Thrashgrößen und spuckt dabei keine übergroßen Töne: die absolute Vernichtung ist technisch pipifein geraten. Zudem übernimmt er nun neben Bass und Gitarren erneut den Gesang, überrascht dabei mit einer Bandbreite zwischen Staley, Mustaine, Osbourne und Hetfield. #kingofthekill (sb)

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!ticket media

Sommerspiele „LEGO Jurassic World“, „The Witcher 3“ und „Batman: Arkham Knight“ sind nur einige der Titel, die dabei behilflich sind, das obligatorische Gaming-Sommerloch mühelos zu überstehen. Und heiße Runden im kühlen Zuhause kann man am besten mit „Project Cars“ drehen – unser GameTipp für den Sommer! „Baby, you can drive“: Project Cars Plus: Die neue Motorsport-Simulation begibt sich ins Rennen, um es mit Gran Turismo oder Forza aufzunehmen. Überraschenderweise kann der Debü-

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lle: i m o r P bt Jo lggias! Vol

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tant auf Anhieb mit leichtem Vorsprung einen Sieg für sich verzeichnen. Drei Faktoren dürften dafür verantwortlich gewesen sein: Der auditive Aspekt – Motoren-Sound und alle anderen Effekte, die zum Spielerlebnis beitragen, gehören zum Feinsten. Die Liebe zum Detail – Strecken, Einstellungsmöglichkeiten, Fuhrpark sowie das Drumherum sind mit höchster Akribie ausgearbeitet. Last, not least begeistert der Neuling durch seine enorme Leidenschaft, die er in die Renn-Simulation steckt. Minus: Kleinere Startprobleme gibt es bei der – auf den ersten Blick – doch sehr

komplexen Menüführung. Gelegenheitsfahrer könnte außerdem der einigermaßen hohe Realismusgrad Schwierigkeiten bereiten. Fazit: Das britische Ingenieurteam von Slightly Mad Studios hat ganze Arbeit geleistet: Bei unseren Testfahrten kann der neu konstruierte Bolide überzeugen – Projekt beeindruckend umgesetzt! Publisher: Bandai Namco | Plattform: PC, PlayStation 4, Xbox One

gameboy JO

Spielwiese Jeden Monat stellt euch Joachim Schmida eine Auswahl der besten Konsolenspiele vor. Faszinierend, was sich in der Game-Welt so tut!

Fotos: Hersteller

Die vor Kurzem bei der E3 in Los Angeles, der größten Videospielmesse der Welt, vorgestellten Neuerscheinungen lassen das Gamer-Herz höherschlagen. Aber bereits jetzt gibt es reichlich neue Zockerware, die das Sommerloch locker stopft.


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!ticket service

Begleiten Sie das ÖFB-Nationalteam im Herbst nach Podgorica! Ein fantastischer Rückhalt Die Fans, das weiß Teamchef Koller, sind mitverantwortlich für gute Leistungen des Teams.

Foto: GEPApictures.com

Die Austrian Sportstravel Management ASM, das Reisebüro des ÖFB, bietet für das letzte Länderspiel Montenegro gegen Österreich im Rahmen der Qualifikation zur UEFA EURO 2016, am 9. Oktober, in Podgorica, eine Tagesflugreise an. „Unsere Fans sind ein fantastischer Rückhalt für das Team. Ich hoffe, dass wir auch in Montenegro wieder auf diese tolle Unterstützung unserer Fans bauen können“, so Teamchef Marcel Koller.

Das Angebot der ASM beinhaltet eine garantierte Matchkarte, den Sonderflug von Wien nach Podgorica und retour sowie den Flughafen-

transfer und kann zu einem Preis von € 299,- unter www.asm.travel gebucht werden.

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Die Ben & Jerry’s Movie Nights Free Ice Cream & Free Movies

Der Ben & Jerry’sTourbus rollt wieder! Ab Anfang Juli gibt es angesagte Movies und reichlich Gratis-Eis, denn die Ben & Jerry’s-Buscrew verwandelt 13 außergewöhnliche Locations in Deutschland, Österreich und der Schweiz in „Eis löffelnde“ Open Air-Kinos. Mit im Gepäck sind auch die neuen Stars am Ben & Jerry’s Sortenhimmel: die Cookie Core-Sorten „What-a-lotta Chocolate“ und „Speculoos? Specu-Love”. Am 16. Juli 2015 kommen alle Filmfans an der Adria Wien (Start 19 Uhr) am Donaukanal in den Genuss des vierfach Oscar-prämierten Film “Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger”. Alle Tourdaten unter

www.benjerry.at


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Zurück zum Alltag Der Eurovision Song Contest war ein voller Erfolg. Für die Veranstalter. Für die Österreich Werbung. Für den ORF. Und auch The Makemakes werden die Erkenntnis überleben, dass sogar ein durchschnittlicher Marienkäfer mehr Punkte hat als sie. Aber mittlerweile ist man wieder zum öden Alltag zurückgekehrt, in dem die österreichischen Künstler meistens gerade mal geduldet sind. Ich kenne so viele, die nicht nur ihre Kunst mitbringen, sondern auch ihren Körper – und die zu 100 % bereit sind, alles zu geben. Trotzdem jobben sie als Kellnerinnen

STARREBUS

oder Taxifahrer und treten meistens ohne Gage auf oder gehen nach dem Gig mit einem Hut herum. Das heimische Publikum und viele Medien sind in Sachen Kunst irgendwie ignorant. Amis lieben Künstler Da fällt mir die Begegnung mit einem Musiker ein, der sich darüber beklagte, dass man es in Österreich als Künstler zu nichts bringen kann. In Amerika sei das alles anders. Dort werde Kreativität geschätzt. Und überhaupt: Alle Amis sind super-

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SEX SELLS Georg Biron

freundlich. Wenn du am Airport ankommst, musst du dir kein Taxi nehmen, sie nehmen dich in ihrem Auto mit in die City. Du brauchst auch kein Hotel, sie lassen dich in ihrer Wohnung schlafen. Wenn du einen Live-Gig in einem kleinen Club willst, checken sie das für dich. Und auch der Sex ist überhaupt kein Problem, wenn man freundlich ist und erotisches Interesse zeigst. „Warst du schon einmal in Amerika?“ fragte ich ihn neugierig. „Nein!“ antwortete er. „Ich nicht, aber meine Schwester.“

=? Fotos: moff, fotolia, beigestellt

Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Was könnte hiermit gemeint sein? Die Auflösung unseres letzten Rebus war „Soap&Skin”. Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket. Infos & Teilnahmebedingungen zu diesem und sämtlichen Gewinnspielen unter: www.ticketmagazin.com Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 24. August 2015. Das nächste !ticket erscheint am 26. August 2015.

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