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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

Bürgerschreck

P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Sie standen am harten Ende der British Invasion: The Who, der Soundtrack einer Jugendkultur.

musik show 2 0 1 6 sport theater kabarett

JUNI

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

SO EIN THEATER! Von „Turandot“ bis „Viktoria und ihr Husar“: so emotional wird der Theatersommer 2016!

turbulence Neue Horizonte eröffnen sich dieses Jahr u. a. mit Steve Aoki, Martin Garrix, Alesso, DJ Snake, Dimitri Vegas & Like Mike am Schwarzlsee!

LAKE FESTIVAL


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!ticket editorial

Werner, der Kurs stimmt.

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fiffe, Beschimpfungen und Buhrufe hagelte es am 1. Mai, als der damals noch amtierende Bundeskanzler Werner Faymann seine Rede hielt. So haben sich die Sozialdemokraten „ihren“ Tag der Arbeit sicherlich nicht vorgestellt – aber vorgestellt haben sie sich die letzten Wochen, Monate, ja: Jahre vermutlich ohnehin auch anders, von daher ist der zuletzt eingeschlagene Kurs wenigstens konsequent und der Rücktritt von Werner Faymann in der darauffolgenden Woche vielleicht ein anfängliches Umdenken, dass nicht nur ihre sukzessive Volksferne, sondern auch der unsichere Kurs zwischen links und rechts den zur Staatspartei verkommenen Apparat zunehmend erodieren ließ. Denn, so fragt Alf Poier in unserem Interview folgerichtig: Warum zum Schmiedl gehen, wenn der Schmied fürs Volk da ist? „Panem et circenses“ war die soziale, wenngleich weniger demokratische Volksbelustigung im alten Rom – das modernisierte Äquivalent des „Brot und Spiele“ ist das allsommerliche Festivaltreiben. Die Qual der Wahl ist hier ein Erste-Welt-Problem, und gleich einem Jahrmarkt wird hier kunterbunte Volksbelustigung geboten – die Musik ist bei keinem der Festivals mehr alleiniger USP, die Line-ups je nach Saison austauschbar. Somit wird es Anfang Juni wieder eng, wenn gleich zwei Festivalgranden um die Gunst rittern, und auch am klassischen Sommerfestival-Gelände in Wiesen hat mit Arcadia Live ein Neuling einen Platzhirschen verscheucht. Es gibt mittlerweile in Österreich mehr Festivals als je zuvor, manches wirkt passé, manches abgekupfert – aber das ist in der freien Marktwirtschaft ja nur halb so schlimm. Viel gewichtiger ist die Frage, die der Kurier erst letztens stellte: Hält der Markt das aus? Kommt jetzt das große Festivalsterben? Stimmt zumindest dieser Kurs – oder wohin führt uns die Reise? Ich hoffe, der !ticket-Sextant führt Sie sicher in den Hafen. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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!ticket inhalt

Reisefreudig.

impressum

Während sich das Jahr über das (pop)kulturelle Treiben beinah auf Wien beschränkt, erblühen in den Sommermonaten alle Bühnen des Landes.

14-20 STARS&PEOPLE 14 The Who Das britische Enfant terrible geriet zu einem Soundtrack einer Jugendkultur und zum maßgeblichen Exempel der Rockgeschichte. 18 Gib mir fünf! Damit wir im Moshpit bei Five Finger Death Punch nicht den Kürzeren ziehen, haben wir uns von Michael Seida und Rokko Ramirez in Kampfkunst unterrichten lassen.

22-24

BEILAGE SOMMERTHEATER In unserer im Mittelteil des Magazins eingehefteten Beilage finden Sie einen selektiven Überblick über das bunte Theatertreiben in der Sommersaison 2016, von Bregenz bis nach Mörbisch!

26-28

30-40

LIFE&STYLE

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

22 Die Asiaten kommen! Mit dem „Nippon Nation“-Festival übernehmen die Freunde der Mangas, Animes und Cosplayer & Co. endgültig Wien! Dieser „Trend“ ist eine wahre Massenbewegung!

26 Alf Poier „The Making of DADA“, das ist die Geschichte von einem, der auszog – nein, nicht um das Fürchten zu lernen, sondern um dem Strudel des Nihilismus zu entkommen.

30 Weißes Gold Alles neu bei Zucchero – mit 60 besinnt sich der Italo-Bluesmann auf seine Wurzeln.

28 !ticket testet Vorbei die Zeiten, in denen Urlaube mit monatelangem Sparen verbunden waren. Aber trotzdem ist das richtige Hotel zu finden gar nicht so einfach …

38 Media Mit Bob Dylan, Roxette und vielen mehr!

Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 589 54-450 Redaktionsanschrift: !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum.

Überall, wo sie dieses Symbol in unserem Magazin sehen, sind Fantickets verfügbar! Mehr Informationen finden Sie auf www.oeticket.com/fanticket!

Foto: Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin, Illustration: baes

24 Lifestyle Die Temperaturen steigen stetig, in den Schwimmbädern und Parkanlagen wimmelt es nur so von Menschen. Der Sommer ist endlich da!

32 Geburtsstunde Das Trio LIAN, das der Formation 3 Feet Smaller entwachsen ist, ist ordentlich auf Erfolgskurs und lässt auf gleich zwei Festivals von sich hören.

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Robert Fröwein (rf), Alexander Haide (ah), Mag. Joachim Schmida (js), Andreas Ungerböck (ray-Magazin, au), Andy Woerz, Andy Zahradnik (az) Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Anna-Lena Horn Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright. Cover: SFZ Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Fotos: Marcus Höhn (Max Raabe), Moritz Schell (Pizzera / Jaus), Rabsch (Bargeld/Teardo), Blue Moon Entertainment (Whitney Houston)

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Die Festival- und Open-Air-Saison kann beginnen! Hier meine TopEmpfehlungen: Rock in Vienna #2, heuer von 3. bis 5. Juni auf der Wiener Donauinsel, die in diesem Monat ganz schön was aushalten muss (von 24. bis 26. Juni geht das Donauinselfest bereits zum 33. Mal über die zahlreichen Bühnen). Ich habe mir den RIV-Samstag rot im Kalender angestrichen, Biffy Clyro und Iggy Pop kann ich mir nicht entgehen lassen, wobei Slayer und Rammstein am Freitag und Iron Maiden am Sonntag auch sehr reizvoll anmuten! Eine Woche später lockt das Nova Rock mit unzähligen Top Acts! Besonders toll finde ich, dass heimische Bands wie Wanda und Seiler & Speer nicht schon in den frühen Nachmittagsstunden auftreten, sondern mitten im Topstar-Line-up integriert sind, Wanda sogar als erster österreichischer Hauptact beim Nova Rock, so soll es sein! Speziell freue ich mich auf das Konzert von David Gilmour vor dem Schloss Schönbrunn am 27. Juni – es gibt zwar am Tag darauf noch eine Show, der 28. Juni bleibt für mich aber Black Sabbath in der Wiener Stadthalle vorbehalten. Ob sich bis dahin die Wogen zwischen Ozzy und Sharon wieder geglättet haben? Aber das ist eine andere Geschichte …

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The Whitney Houston Show Eine Nacht in Berlin Der Titel ihres neuen Programms offenbart es: Max Raabe & Palast Orchester lassen sich gern mal gehen, neigen gar zur Unvernunft. Das tun sie allerdings überall, daher ist das Programm gespickt mit Überraschungen aus der ganzen Welt, von der besungenen Bar am Nil bis hin nach Berlin eben … 24. September, Wiener Konzerthaus

Blixa Bargeld

Nerissimo Die Zusammenarbeit zwischen Bargeld, Frontmann der Einstürzenden Neubauten sowie ehemaliger Gitarrist von Nick Caves Bad Seeds, und Teardo, dem italienischen Spezialisten für cinematische Soundscapes, hat sich als sehr fruchtbar erwiesen: Drei Jahre nach ihrem Debütalbum „Still Smiling“ melden sich Teho Teardo und Blixa Bargeld mit ihrem neuen Werk „Nerissimo“ zurück! 19. September, Wiener Stadtsaal

Max Raabe

Eine Nacht in Berlin Der Titel ihres neuen Programms offenbart es: Max Raabe & Palast Orchester lassen sich gern mal gehen, neigen gar zur Unvernunft. Das tun sie allerdings überall, daher ist das Programm gespickt mit Überraschungen aus der ganzen Welt, von der besungenen Bar am Nil bis hin nach Berlin eben … Oktober in Linz, Salzburg, Wien, Graz

Paul Pizzera & Otto Jaus Unerhört Solide Zu zweit auf der Bühne sind die zwei heißesten Eisen, die die österreichische Kabarettlandschaft momentan zu bieten hat, gewillt, jeden Kleinkunsttempel in einen Hexenkessel der Ekstase zu verwandeln und auch die massivste Kabarettbühne dem Erdboden gleichzumachen! Musikkabarett vom Feinsten, das aus Selbstironie, Ehrlichkeit und dem Spaß am Leben besteht und beiden bis zum letzten Ton alles an Talent und Leidenschaft abverlangt. Eine 10,0 auf der Dichterskala und über die Kunst, über das Leben zu lachen!

IT’S ONLY WOERZ

Darts Kürzlich erlebte ich die wahrlich eigenartigste Weise, eine Wettschuld zu begleichen: Zwei Freunde hatten gewettet, einer hat verloren. Nachdem den beiden keine passende „Buße“ für den Verlierer einfiel, sorgte eine frisch eingelangte Ausgabe von !ticket für die Lösung: „Ich zahle 2 Karten für 2 Veranstaltungen. Aber“, so fuhr der Verlierer fort, „die Veranstaltung kann man sich nicht aussuchen, sondern wir spielen !ticket-Dart!“ Dann riss er jede einzelne Seite des noch ungelesenen Heftes heraus, sodass er nur mehr lose Blätter in der Hand hielt. Alle Seiten, die den Hinweis auf eine Veranstaltung hatten, wurden an der Wand des Proberaums mit kleinen Stecknadeln befestigt. Die Spielregel war schnell gefunden. Sowohl dem Verlierer als auch dem Gewinner wurden die Augen verbunden und jeweils ein Dartpfeil in die Hand gegeben. Nun sollte der Dart-pfeil auf die großflächig angebrachten Veranstaltungsseiten geworfen werden. Für die mit dem Pfeil getroffene Veranstaltung würden jeweils zwei Karten besorgt. Es galt entweder die direkt getroffene Anzeige oder die durchlöcherte auf der Rückseite, so da eine stand. So kam es, dass die beiden also nun im Juli zu Jamie Cullum beim Jazzfest Wien und Ende des Jahres in den Circus Roncalli in Innsbruck gehen werden … müssen. Mein Versuch, sehenden Auges Status Quo in Klagenfurt zu treffen wurde annulliert. Ich hatte bei der Wette nicht mitgespielt. Blöd sowas.

September bis Oktober, u. a. im Orpheum Graz und Globe Wien

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!ticket thema: reisen

Reise, Reise! W

as mich noch hier hält, fragt mich in regelmäßigen Abständen der Newsletter des österreichischen Reisemagazins onrail, und auch die zahlreichen Buchungsportale und Fluglinien, bei denen ich als registrierter Kunde aufscheine, raten mir geradezu fürsorglich, ich möge doch auch einmal an mich denken und mich belohnen. Ich hätte es doch sicherlich verdient. Auch zahlreiche Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen wissen, dass genau ihre Reiseangebote keine Wünsche offen lassen. Und Wünsche sind schließlich dazu da, befriedigt zu werden. Nicht wahr? Und doch schieben wir oft fadenscheinige Entschuldigungen vor, warum wir Fernsehen Finnland, Knabberzeug der Karibik vorziehen. Natürlich, der durchschnittliche Erdenbewohner ist kein weltenbummelndes Rich-Kid, das mal spontan nach Rom (übrigens laut einer Umfrage des Online-Reiseportals Expedia aktuell das beliebteste Reiseziel der Österreicher, gefolgt von Barcelona und New York) jetten kann, weil es dort, in der (leider nicht sonders zentral gelegenen) Pizzeria Loffredo – in der Via Vestricio Spurinna 53 – die „(vielleicht) beste Pizza“ überhaupt gibt. Nein, Otto und Ottilie Normal müssen für ihr Geld arbeiten und demnach vorwiegend eben „hier“ und nicht „woanders“ ver-

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weilen. Aber nicht selten ist es vorrangig, der eigenen Faulheit zuzuschreiben, dass man den gemächlichen Hintern in der Freizeit, im Urlaub nicht von der Couch hochbekommt – und anstatt tatsächlich fremde Städte und Länder zu entdecken als bodenständiges Ersatzprogramm lieber eigenbrötlerisch auf Balkonien faulenzt, zwischendurch Reisedokus auf arte oder ServusTV verfolgt. Der Zentralrat der Fliesentischbesitzer mag sich nun empören, aber am Kontostand mangelt es tatsächlich nur in den seltensten Fällen – kosten Urlaube dank des stetig steigenden Wettbewerbs schon lange keine Reihenhaushälfte mehr. Ein Preisvergleich lohnt sich, wie wir auf Seite 28 in unserem Test verschiedener Buchungsportale zeigen, natürlich dennoch. Dabei ist Reisen doch so wichtig für die Gesundheit und das Seelenheil! Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Erlebnisse glücklicher und gesünder machen als materielle Güter. Deshalb raten sie, Geld lieber in Reisen anstatt in einen noch größeren, noch höher auflösenden Fernseher zu investieren – dabei sollte natürlich logisch und klar sein, dass ein kurzer Tapetenwechsel nur kurzzeitig gegen den Alltagsstress hilft, wichtig ist in erster Linie das Wohlbefinden daheim (das aber natürlich auch nicht aus der Couchritze heraus

passiert). Obwohl Urlaube kein Allheilmittel sind und 25 Urlaubstage allein nicht die Batterien für die verbleibenden 340 Tage aufladen können, so tun sie uns dennoch wohl. Dafür werden zwei Gründe genannt, zum Ersten ein Phänomen namens „positive Umdeutung“: Im Gegensatz zu materiellen Gütern überwiegen mit der Zeit bei Erinnerungen die positiven Gefühle, auch wenn einmal während der Reise nicht immer alles perfekt war. (Dahingehend übrigens eine kurze Zwischenbemerkung: Es gehen bei Flugreisen trotz stetig steigender Passagierzahlen immer weniger Koffer verloren: aktuell kommen nur mehr 6,2 Gepäckstücke pro tausend Flugpassagiere verspätet binnen 48 Stunden, nur 0,3 Stück noch später oder gar nicht an.) Als zweiten Grund nennen die Forscher: Materielles macht uns Menschen psychologisch gesehen langfristig nicht glücklich, weil rasch die Gewöhnung einsetzt – und die ist ein Feind des Glücks. An Eindrücke hingegen kann man sich nicht gewöhnen, weil sie immer anders wahrgenommen werden. Da möchten wir noch nachschießen: Vorfreude gilt zudem als schönste Freude, schon allein das Planen einer Reise macht glücklich – während etwa das Warten auf eine Lieferung tendenziell eher als lästig empfunden wird. Also: Was hält Sie noch hier?

Fotos: COFO, Mairdumont, iStock.com/Westend61

Nah und fern, nass und trocken, heiß und kalt, Berg und Meer: Auf dieser Welt gibt es unzählige Ecken zum Entdecken. Die Ritzen im eigenen Sofa zählen jedoch nur bedingt dazu … TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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letzte reise Titanic. Kein Unglück der Neuzeit fasziniert so viele Menschen wie das des Unglückskreuzers Titanic. Auch beim Autor dieser Zeilen ist dies ein Faszinosum, das seit frühester Kindheit besteht: bereits damals wurden in rauen Unmengen (neben Büchern zu Ur-Echsen) kindgerechte Aufarbeitungen der Jungfernfahrt des „Todesschiffes“ (wie wohl heute eine Schund-Tageszeitung titeln würde) verschlungen. Der Name des Schiffs gilt heute als Synonym für die Hybris der Menschen, die mittels Technik in all ihrem Übermut die Natur zu beherrschen versuchen – und scheitern. Tausende Schicksale sind direkt und indirekt mit dem Untergang verbunden, wie eine gigantische Themenausstellung (titanicbelfast.com) seit 2012 in Belfast eindrucksvoll dokumentiert. Wen es nicht in die nordirische Hauptstadt verschlägt, der reise zumindest in die heimische Stahlstadt – denn nur noch bis 3. Juli kann man in der Linzer Tabakfabrik ebenfalls eine spektakuläre Zeitreise begehen und in den Mythos eintauchen.

reiseführer Baedeker. Der Autor dieser Zeilen ist viel in der Weltgeschichte unterwegs und baut auf diesen nach langwierigen Auseinandersetzungen mit der Vielzahl an Reiseführern, die im Buchladen des Vertrauens feilgeboten werden, (beinahe ausschließlich) auf die Reihe des Baedeker-Verlages. Baedeker ist der Klassiker unter den Reiseführern, bemüht sich aber trotz seiner fast 200 Jahre langen Tradition durch regelmäßige Relaunches, immer zeitgemäß zu bleiben. Die Baedeker enthalten so ziemlich alles, was gute Reiseführer brauchen: fundierte Informationen zum Reiseland, praktische Tipps, mehr als durchdachte Tourenvorschläge, Bilder, 3D-Grafiken und übersichtliche Karten. Egal ob Geschichte, Kunst und Kultur, oder das touristische A und O von Sehenswürdigkeiten über Wohnen, Kulinarik bis hin zu Sprache und allgemeinen Tipps – bisher waren grob vier Dutzend dieser Bücher dem Autor die besten Reisebegleiter, die man sich vorstellen kann (und nicht aus Fleisch und Blut sind). Ihr großer Vorteil: Der „Bildungsbürger“ nimmt in den seriösen Informationen zusätzlich eine ordentliche Portion Wissen auf. Neu im Sortiment: Die neue (schlankere) Serie SMART mit handlicher Spiralbindung empfiehlt sich besonders für Reisende, die den schnellen, praxisorientierten Überblick bevorzugen, nichts verpassen, jedoch das Besondere gesehen haben möchten und sich gerne an Tipps und Empfehlungen orientieren. Wir verlosen je ein Exemplar Island, Rom (Smart) und Barcelona (Smart)!

reisen schenken Erlebnisgutschein. Glück und Zufriedenheit ist nicht käuflich? Nun ja. In ihren Werbungen versprechen uns Unternehmen von Zalando bis Media Markt ja anderes, und auch in der Gutscheinbranche hat das Phänomen „Glück“ Hochkonjunktur. Man kann viel über den Hinterhalt von „Werbung“ diskutieren, Tatsache ist aber: man kauft selten „nur“ Produkte, oft geht einher auch ein Lebensgefühl. Ein Tag in einer beliebigen Therme in Österreich? Ein Entspannungswochenende – zum Beispiel im Genusshotel Riegersburg? Im Salzburgerhof am Zauchensee? Am Sonnenhang der Saualpe, auf 930 Meter Seehöhe, im Biolandhaus Arche? Oder im Hotel Europäischer Hof inmitten der imposanten Bergkulisse des Nationalparks Hohe Tauern? Oder Skidoo und Quad fahren, durchs Felsenlabyrinth streifen, Canyoning und Rafting, „Schlafen wie die Eskimos“ und, und, und – es gibt schlichtweg so viel zu erleben! All diese Freuden schenkt man Freunden (und sich selbst) spielerisch einfach mit den Erlebnis-Gutscheinen von oeticket.com!

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Wonderland !ticket coverstory

Knöpfchendreher, Beatbastler, USB-Stick-Fetischisten – EDM-DJs sind nicht nur hoch bezahlt, sondern werden auch oft kritisiert. Dabei geht es hier – auch am Lake Festival – um weit mehr als „nur“ Musik. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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s ist 1 Uhr morgens, die hochprozentigen Getränke gehen in rauen Mengen über den Ladentisch, im Club riecht es nach Sex, Schweiß, Wochenendstimmung und Realitätsflucht. Allerorts herrscht gute Laune, die Beats der Hobby-DJs hämmern durch die Trommelfelle und die bunten Lichteffekte entfachen durch die Discokugel-Reflexion eine fast schon psychedelische Stimmung. Dann ist es so weit. Steve Aoki, seit Jahren eine angesagte Größe im EDMBereich und millionenschwerer Beatbastler, betritt die Szenerie, schnappt sich eine der mitgebrachten Torten und knallt sie einem Besucher ins Gesicht, während die Bässe viehisch aus den Boxen wummern. Gekreische, Ekstase, Zwanglosigkeit, Party, Spaß und Stimmung.

Steve Aoki Laut Forbes rangiert der DJ aus Florida auf Platz 5 der bestverdienenden DJs. Dorthin gelangt man nicht mit Faulsein: Dank der Kunst des Powernappings meistert er sein auftrittsintensives Leben.

Das Lake Festival geht zwischen 28. und 30. Juli am steirischen Schwarzlsee über die Bühne, mit dabei sind u. a. Martin Garrix, Steve Aoki sowie Dimitri Vegas & Like Mike.

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Fotos: SFZ

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Martin Garrix Der niederländische DJ und Musikproduzent hatte 2013 mit „Animals“ seinen internationalen Durchbruch.

zweisamkeit Kollaborationen und Mashups gehören im EDM-Bereich wie das Amen zum Gebet. Kaum ein DJ, der nicht gerne in anderen Genres wildert, um damit einen erfolgreichen Hybriden auf den Markt zu werfen. Vor ziemlich genau 20 Jahren, 1995, kreuzten sich auf der Single „The Whipped Cream Mixes“ von Public Enemy und Herb Alpert die ersten Künstler zum Mashup. Zu den wichtigsten Mashups mit EDM-Bezug zählen die folgenden: Skrillex & A$AP Rocky – Wild For The Night (2015): Anfangs hält sich Skrillex noch im Hintergrund, bevor seine unverkennbaren Dubstep-Töne den tiefen Rap von A$AP Rocky zum Duell auffordern. Ein definitiver Live-Banger.

Fotos: SFZ

David Guetta & Kelly Rowland – When Loves Take Over (2009): Aus heutiger Sicht fast schon eine „Urmutter“ der EDM-Mashups. Der Song klingelt in jedem Ohr – ob gewollt oder ungewollt. Ein ewiger Welterfolg.

Geschicktes Marketing „Eine Killer-Show zu haben reicht nicht“, erklärt Aoki in einem Interview mit dem Red Bulletin, „du musst heute weiterdenken. Entertainment ist ein Geschäft und so wie ich das Geschäft sehe, überlappen sich die einzelnen Bereiche darin ganz organisch“. Aoki steht sinnbildlich für die heutige EDMDJ-Kultur. Ein Partytiger, der sich nicht verschämt hinter den Turntables verschanzt, sondern sich selbst als Marke und seine Musik als Teil des großen Ganzen verkauft. 2014 verdiente er mit 277 Auftritten 23 Millionen USDollar – bis zu drei Gigs in drei verschiedenen Städten an einem Tag sind keine Seltenheit. Um dieses physisch anstrengende Level zu halten, muss man sich zu einem gewissen Grad selbst belustigen. „Wenn die Leute von mir mit Torten beworfen werden, ist ihre erste Reaktion ein Blick zu den anderen in ihrem Umkreis, ob die das wohl auch gesehen haben. Eigentlich ist das ziemlich bizarr.“ Neben den Kuchenattacken versprüht Aoki zum Runterspülen im Publikum Gallonen von Champagner und trocknet dieses mit einer Nebelsuppe, die er aus einem CO2-Blaster schießt.

Dekadenz & Hedonismus Auf Champagnerduschen setzen auch die Senkrechtstarter Dimitri Vegas & Like Mike, die heuer ebenfalls in gewichtiger Position beim Lake vertreten sind. Die Auswahl des Getränks dürfte wohl profanen Businessgedanken folgen – der elektronischen Musik werden die gleichen Eigenschaften nachgesagt wie der französischen Edelbrause: Dekadenz und Hedonismus. EDM-DJs wird – manchmal nicht zu Unrecht – gerne zugeschrieben, dass sie ohnehin nur mehr zum Knöpfchendrehen und USB-Stick-Anstecken die Bühne betreten, umso wichtiger ist das audiovisuelle Gesamtpaket, das für gute Laune sorgt. So verrückt und abgedreht wie der diesjährige Lake-Festival-Headliner Aoki ist zwar kaum jemand, auf reine Publikumsbeschallung ohne zusätzliche Gimmicks wird aber nur mehr selten gesetzt: noch zu den ruhigeren Zeitgenossen zählt das holländische Wunderkind Martin Garrix. Wenn er Ende Juli das Lake Festival „zum Beben bringt“, ist er gerade einmal 20 Jahre alt und immer noch zu jung, um sich legal in Clubs in Las Vegas aufzuhalten, obwohl er dort seit Jahren regelmäßig

Daft Punk & Pharrell Williams – Get Lucky (2013): Die vielleicht beste Single dieses Jahrzehnts und zu Recht ein weltweiter Erfolg, der von null auf hundert gute Laune beschert und mit seiner entspannt-chilligen Aufmachung für die Ewigkeit bestimmt ist.

auflegt. Zumindest zu einem Bier sollte es demnächst doch reichen, vielleicht fallen dem bodenständigen Jungstar dann ein paar nette Aktionen zur Belustigung ein? Wer nicht unbedingt mit Alkohol oder Mehlspeisen für Aufmerksamkeit sorgt, der inszeniert sich gerne als Superheld oder skurrile Fantasiefigur. So haben sich Laidback Luke und DJ Gina Turner als Superman und Supergirl präsentiert, geben sich die französischen Electro-Pioniere Daft Punk seit jeher als Androide in Masken und zeigt sich der kanadische Millionenseller Deadmau5 als skurriles Gesamtkunstwerk mit Mäusekopf und überdimensionalen Segelohren. Sinneserfassung Das „Auffallen um jeden Preis“-Prinzip ist in allen Bereichen des Entertainments schon lange gang und gäbe, immer wieder wird (auch über das Genre des EDM hinaus) durch die visuelle Verstärkung oder das Einbauen von

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!ticket coverstory belustigenden Showelementen mangelnde musikalische Kreativität kaschiert. Angelehnt an die „Sex Sells“-Bewegung im Film- und Popgeschäft muss im EDM-Bereich alles leuchten, krachen und glitzern. So sind die Bühnen-Set-ups bewusst überirdisch angelegt, um dem Besucher die Allmacht des eigenen Seins zu suggerieren. Skrillex’ überdimensionales „Mothership“ elektrisierte die Besucher einst beim Urban Art Forms am Schwarzlsee, der mit psychedelischen Videoelementen und einem Super-Mario-Spiel verstärkte LED-Würfel von Deadmau5 erfasst alle Sinne und die dreidimensionale Leuchtpyramide von Daft Punks „Alive“-Tour aus den Jahren 2006 und 2007 gilt

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noch heute als bahnbrechender Geschmacksverstärker. Irgendwo dazwischen spielen schlussendlich auch noch die DJs ihre Musik. Dass die verlockende Welt der Privatjets, Prunkhotels und Plastikbrüste nicht immer für Befriedigung sorgen kann, bemerkte die Branche unlängst beim schwedischen Superstar Avicii, der mit nur 26 Jahren das Ende seiner Livekarriere ankündigte, weil ihm Privatzeit und die Bodenständigkeit des normalen Lebens fehlen. Die Cashcow des angeblich 6,9 Milliarden Euro schweren EDMGeschäfts muss derweil weiter fest gemolken werden. Und wer weiß – vielleicht gehört ihr ja bald zu den Glücklichen, die beim Lake Festival eine Aoki-Torte ins Gesicht geklatscht bekommen?

Dimitri Vegas & Like Mike Die belgischen Brüder treten gelegentlich gemeinsam mit Steve Aoki als 3 Are Legend auf.


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!ticket stars&people

My Generation I

m britischen Rock-Pantheon residiert das Enfant terrible, die Ausgeburt The Who, für alle Zeiten auf Rang drei – etwas unterhalb der Beatles und der Rolling Stones. Die Beatles wurden vor dreieinhalb Jahrzehnten entrückt, die Stones wird es wohl auf ewig geben – wenngleich ihre programmatisch überbordende, dabei aber auch brillante Geschichtsretrospektive „Exhibitionism“, die im diesjährigen April in der Londoner Saatchi Gallery eröffnet wurde, möglicherweise erstes Anzeichen für Altersteilzeit sein mag. Die 7 Leben der Katze Bei den Who wusste man zu keinem Zeitpunkt ihrer Karriere genau, ob sie gerade halb tot oder halb lebendig waren – sie sind die musikalische Analogie zum bis zum Erbrechen zitierten Glas Wasser, oder auch zum Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“. Um zu sterben, muss man jedoch zuvor leben: Im Sommer 1961 schrieb sich ein ge-

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wisser Pete Townshend am Ealing Art College in West-London ein und traf hier auf Mitstudenten, mit denen er seine Liebe zu Jazz, Blues und Soul teilte. Mit einem von ihnen rief er die Dixieland-Band The Confederates ins Leben: Bassist John Entwistle. Ein anderer war Roger Daltrey, Sänger bei The Detours. Es dauerte nicht lange, bis beide Bands zusammenwuchsen und schließlich mit Keith Moon ein neuer – geeigneterer – Schlagzeuger gefunden wurde. Schließlich verpasste man der gemeinsamen Ausgeburt noch einen neuen Namen – The Who, eine Kreation Townshends Zimmerkollegen. Und sie sollten – obwohl sie erst etwas später als die grob zeitgleich formierten Pilzköpfe und Steine ihre Erfolge feierten – zum ersten Designer-Act der Rockgeschichte werden, sie wurden zum lebendigen Helden-Comic der Mods, der wütenden Middleclass-Bewegung der englischen Teenager, englischer Unterschicht-Dandys, die Pillenfresser ohne emanzipatorische Ideologie von einer besseren Welt waren. In einem Interview erinnert sich Townshend: „Ich war auf der Kunsthochschule, wo man ein Auge auf Mode hatte, aber sich allen Trends verweigerte, weil man zu cool dafür war. Unsere An-

ti-Mode bestand aus Levi’s-Jeans, Desert-Boots und einem Dufflecoat. Unsere treuesten Fans damals waren die Westlondoner Mods.“ Henry Purcell, ein britischer BarockKomponist – und besonders sein „Gordian Knot Untied“ – war von Anbeginn auf das junge Genie ein besonders großer Einfluss – mit seinen langen, schwebenden Elementen und seinem ureigenen Umgang mit Tonarten und Dynamik. Der Ehrgeiz, sich in die Höhen von Purcell aufzuschwingen, kombiniert mit der Energie und Unsicherheit eines Halbwüchsigen, das machte schließlich den Sound von The Who aus – vor allem in Letzterem fand sich ein Großteil auch des Publikums wieder; es war immerhin die gräuliche Nachkriegsära und die Unsicherheit war allgegenwärtig. Dieses Gefühl der Wertlosigkeit und Nichtzugehörigkeit war der perfekte Nährboden, mit schier unendlichen Möglichkeiten: Sie waren die „Radau-Combo“ am anderen Ende der British Invasion – der Soundtrack für jenen

Foto: Getty Images

Sie zertrümmerten auf der Bühne zuerst ihre Instrumente, dann ramponierten sie sich gegenseitig: Allem Chaos und Irrsinn zum Trotz gerieten The Who nicht nur zum Soundtrack einer Jugendbewegung, sondern auch als eines der maßgeblichsten Exempel der Rockkultur. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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Who’s on stage? Bassist John Entwistle, Sänger Roger Daltrey, Schlagzeuger Keith Moon und Gitarrist Pete Townshend im Jahr 1973

Teil der britischen Jugend, der die Woche über brav arbeitete oder zur Schule ging, um sich feine, modische Klamotten fürs Wochenende kaufen zu können und dann einmal so richtig über die Stränge schlagen zu können – bevor am Montagmorgen wieder der graue Alltag Einzug hielt. In den Bühnenexzessen von The Who sahen die Mods Leitbilder ihrer snobistischen Anarchie. Vermutlich hätte ihnen damals niemand außerhalb dieser wütenden Jugendbewegung der Sechziger überhaupt eine Zukunft zugetraut. Nicht ganz zu Unrecht, denn nicht nur destruktiver, aber auch ungleicher hätten die Charaktere nicht sein können: Daltrey war der hypersensible, stets überspannte, dabei aber immens bodenständige Charakter, Townshend der nach spiritueller Erleuchtung suchende eruptive Typus, der dabei nie den Hang zur intellektuellen Exklusivität überspielte. Keith Moon war das Mensch gewordene Perpetuum mobile, der wohl instabilste Charakter der Band – im Gegensatz zum stets beherrschten, unscheinbar verschmitzten thunderfinger John Entwistle. Doch bereits 1965 machten sie mit ihrem epochalen Kampfsong „My Generation“ auf sich aufmerksam, artikulierten bereits im Titel von „I Can’t Explain“ bis hin zu „The Kids Are Allright“ die Neurosen und Regressionen der britischen Nachkriegsgesellschaft und positionierten sich

fortan als Chronisten ihrer Zeit. Hier komponierte jemand allein für seine Altersgruppe und deren Lebensstil: Als erster prominenter Rockmusiker überhaupt machte Townshend 1966 seinen Drogenkonsum öffentlich, durchaus mit Stolz. Und ein Jahr danach, als Mick Jagger und Keith Richards wegen Drogenbesitzes in Haft kamen, verkündete er, dass The Who so lange nur noch Stones-Titel aufnehmen würden, bis die beiden Kollegen wieder frei wären. Das geschah so schnell, dass es nur für zwei Lieder gereicht hat – glücklicherweise, muss man beinahe sagen, sonst müssten wir wohl heute einige Geniestreiche missen. Vor vierzig Jahren war das alles noch Pop, Statement einer Gegenwart. Heute sind sie „Klassik“, allerdings nicht im gefällige(re)n Sinne von „Satisfaction“ und „Yesterday“: Die Who waren rabiater, in Wut und Sentiment – und bis heute wehrt sich Townshend, wenn sein Trupp für die Hippie-Epoche reklamiert wird: Zertrümmerte Townshend bereits in der Beat-Ära seine Gitarre mitsamt Verstärker und Boxen, trat Moon noch nach, stieß sein Schlagzeug vom Podest und zündete eine Ladung Schwarzpulver, die er in der Basstrommel versteckt

hatte, mit einem Riesenknall und Stichflamme. In der Hippiezeit schufen sie mit ihrem surrealistischen Spektakel „Tommy“ das Genre der Rockoper – die egalitäre Schlammorgie von Woodstock war ihnen ein Graus – und wirkten dort wie ein Fremdkörper. Unter den friedensbewegten Hippies sorgte Townshend sogar für einen Eklat, als er einen Bürgerrechtsaktivisten, der ihren Auftritt mit einer Rede unterbrach, von der Bühne prügelte. In den Siebzigern waren sie die ersten, die erkannten, dass Jugend kein Privileg ist, dessen man ewig teilhaftig bleibt. Sie trugen dem mit gewählten, aufwendigen Inhalten Rechnung, am Zenit stand ihre zweite Rockoper, „Quadrophenia“ – die gleichermaßen zur Heldensaga über die Mod-Jugendbewegung wie zum Abgesang auf die eigene Identität geriet. Jazz Funeral Denn im September 1978 starb Keith Moon, der Clown, Säufer und beste

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!ticket stars&people Rockschlagzeuger aller Zeiten und zeitgleich das instabile, energetische Rückgrat der Band. Mit 32 Jahren war seine Lebenskerze aufgezehrt, ihr blies eine Überdosis an Beruhigungsmitteln das Lichtlein aus. The Who zerbrachen daran nicht, machten weiter – wenngleich ihm auch Townshend drei Jahre später fast nachgefolgt wäre, mit Heroin. Da schien ihn seine berühmteste Liedzeile eingeholt zu haben, die er als Neunzehnjähriger geschrieben hatte: „I hope I die before I get old“. Alles, was musikalisch danach kam, ja: inszeniert wurde, glich – von stets wiederkehrenden Tourneen bis Ruhm am Broadway – einem jahrzehntelangen afterglow, einem gigantischen Totenritual – ähnlich dem jazz funeral, dem aus Louisiana bekannten Beerdigungsmarsch, bei dem die Familie, Freunde und eine Brass-Band vom Haus des Verstorbenen zum Friedhof prozessiert und

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währenddessen düstere Klagelieder und Hymnen spielt. Sobald der Tote beerdigt wurde, wird die Musik fröhlicher – spiritueller Swing, Lärm und kathartische Tänze bilden die Nachhut des letzten Geleits. Kein Wunder, dass der einst vitalsten Band des Rock-’n’-Roll-Zirkus diese Ehre ebenfalls zuteilwird. Dieser Trauermarsch, der über die Jahre hinweg in Pausen verstummte, hierauf in stets medienwirksamen Reunionen wieder entflammte, hat natürlich nur mehr wenig mit der impulsiven Kraft und der schier unversiegbaren Innovation von dereinst zu tun. Townshend ist mittlerweile fast taub, Daltrey hat sein verschrobenes Charisma eingebüßt – Entwistle wurde zwar zeitweilig als aussichtsreicher Nachfolger des StonesKollegen Bill Wyman gehandelt, verstarb aber im Juni 2002 verfrüht an Herzversagen. Die Obduktion ergab, dass er an seinem Todestag Kokain im Blut hatte.

termine The Who laden nicht nur die Überlebenden der Mod-Kultur am 14. September in die Wiener Stadthalle (D)!

Und wieder machten The Who weiter. Wie beeindruckend die dominierende Frühphase der Band war, wird klar, wenn man sich die „Spätwerke“ – also genau genommen alles ab den Achtzigern – zu Gemüte führt: The Who klingen seitdem wie eine Sehnsucht nach sich selbst. Und das mangelt zwar an den sympathischen Exzessen, und gerade die Rhythmusfraktion klingt vielleicht seit 1978, spätestens aber seit 2002 beinahe erschreckend „clean“ – und dennoch wirkt es nicht peinlich oder gar einer Kaufkraft geschuldet. Mittlerweile bleibt halt nur bei Konzerten viel mehr heil.


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!ticket highlights

Steve Vai Passion and Warfare 25th Anniversary Steve Vai lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen – die Virtuosität seines Gitarrenspiels zeichnet ihn aus. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Arbeit mit Frank Zappa. Seit Jahren ist er Solokünstler und mittlerweile auch dreifacher Grammy-Award-Gewinner. Mit legendären Nummern wie „For The Love of God“, „Erotic Nightmares“ oder „The Animal“ ist sein Studioalbum „Passion and Warfare“ zu einem der bekanntesten und stilprägendsten Werken des Instrumental Rock geworden. Heuer feiert der Ausnahmekünstler das 25-jährige Jubiläum dieses Albums!

John Carpenter

Live Retrospective In diesem Jahr ist der große amerikanische Kultregisseur, Filmkomponist, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler John Carpenter („Christine“, „Halloween“, „Escape From New York“) seit Ende Mai Mittelpunkt einer Reihe außergewo? hnlicher Veranstaltungen in Wien. Den spektakulä? ren Hö? hepunkt des Carpenter-Jahres bildet die „Live Retrospective“: John Carpenter, der für die Musik vieler seiner Filme selbst verantwortlich zeichnet, wird an diesem Abend seine Kompositionen zusammen mit fünf Musikern prä? sentieren, live zu Ausschnitten seiner filmischen Arbeiten! 3. November, Wiener Stadthalle (F)

Fotos: Nilz Böhme (West Side Story), Larry DiMarzio (Steve Vai), Karl Satzinger (Georg Biron), Barracuda Music (John Carpenter)

23. Juni, Wien & 24. Juni, Dornbirn

Josefine Mutzenbacher Georg Biron & Mercedes Echerer Es steht fest, dass die „Lebenserinnerungen“ der Dirne Josefine Mutzenbacher, die „Bambi“-Autor Felix Salten zugeschrieben werden, zu den bekanntesten Wiener Originalen zählen und dass sich zahlreiche Wiener und Wien-Besucher für ihr soziales Umfeld und die Sittengeschichte interessieren. Der Autor Georg Biron hat eine Bühnenfassung der Originalfassung des Romans und seiner Fortsetzung erarbeitet, die er nun im humorvoll-sinnlichen Doppel mit Mercedes Echerer serviert. 20. August, Lustspielhaus Am Hof

No. 1 Greatest Musical of all Time Das provokante Fingerschnippen der Straßengangs, das Aufheulen der Polizeisirenen, die fliegenden Röcke der Puerto Ricanerinnen über den Dächern New Yorks, ewige Liebe und verhängnisvolle Feindschaft in den heruntergekommenen Hinterhöfen der West Side – nur wenige Töne der weltberühmten Kompositionen Bernsteins genügen, um Bilder cooler Jungs und heißer Mädchen in den letzten Sommertagen Manhattans wachzurufen. Bilder von Mambo, Jazz und Rock ’n’ Roll, der mitten ins Herz trifft, wo Liebe blind macht!

West Side Stor

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14. bis 18. Dezember, Wiener Stadthalle (F)

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!ticket stars&people Der Kluge baut vor! Damit wir im Moshpit bei Five Finger Death Punch nicht den Kürzeren ziehen, haben wir uns kurzerhand von zwei brachialen Urgesteinen der heimischen Szene in Kampfkunst unterrichten lassen: Michael Seida und Rokko Ramirez. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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ls Batman löste Adam West in den späten Sechzigern die kniffligsten Fälle, in hautengen Strumpfhosen und mit Sprechblasen von „Kapow!“ und „Zlonk!“ über „EeeYow!“ bis hin zu „Zlott!“. Der quietschbunte Trash trieb zwar den ComicstripAnhängern die Tränen in die Augen, begeisterte aber das Publikum und gilt bis dato als Kult. Terence Hill ist clever, gertenschlank und mit eisblauen Augen gesegnet. Sein grummeliger, bärtiger Kompagnon Bud Spencer ist bärenstark und überaus schlagkräftig. Die Erfolge der beiden kamen – von „Vier Fäuste für ein Halleluja“ bis hin zu „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ – reihenweise, es waren Haudrauf-Filme mit Haudrauf-Humor, Watschen und Kinnhaken verteilten der Smarte und der Bärbeißige im Dutzend frei Haus. Der

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Roundhouse-Kick ist die beste Art zu töten, behauptet Chuck Norris. Und er, der amerikanische Kampfkünstler, der größere Berühmtheit als Filmgegner von Bruce Lee in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ erlangte, ist nicht bloß ein Action-Held: er ist Kult. Selbst in Österreich wurde vor einigen Jahren über eine ihm gewidmete Brücke diskutiert, Landeshauptmann Erwin Pröll stellte sich jedoch quer. Ob das klug war? Denn bekanntlich: „Chuck Norris sucht nicht – er findet.“ Als 1984 der Film „Karate Kid“ ins Kino kam, gab’s im Prinzip nur zwei Arten von Jungs: Die, die Fußball spielten, und die, die keinen Fußball spielten. Die Fußballer trafen sich nach der Schule auf dem Bolzplatz und übten Flanken, danach tranken sie kaltes Fanta mit den Mädchen, die ihnen dabei zugeschaut

Kapow! Um die Schwerkraft Rokko Ramirez außer Gefecht zu setzen, muss Michael Seida auch mal in die Luft gehen.

Fotos: Markus Thums

Gib mir fünf!


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hatten. Denen, die keinen Fußball spielten, blieb eigentlich nur das kalte Fanta und vielleicht noch das Heft „Yps mit Gimmick“. Die Nichtfußballer waren Außenseiter, Freaks – so lange, bis sie in „Karate Kid“ gesehen hatten, wie das sonst dreimal täglich verprügelte Milchgesicht Daniel LaRusso vom alten japanischen Karatemeister Mister Miyagi in Kampfkunst und Meditation unterwiesen wurde. Jackie Chan. Jean-Claude van Damme. Jet Li. Sylvester Stallone. Leonard Nimoy als Commander Spock, der mit seinem vulkanischen Nackengriff den forschen Angreifer mit zwei Fingern bewusstlos niederstreckt – oft derart schnell, dass er nicht einmal mehr einen Schrei auszustoßen vermag. Oder auch Uma Thurman als die „Black Mamba“ in Tarantinos „Kill Bill“, die ihren unleidlichen Ex mit der Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik abmurkst: Die Technik besteht in einer schnellen Abfolge von fünf harten Schlägen auf bestimmte Pressurpunkte des Oberkörpers. Nach Anwendung der Technik kann das Opfer nur noch fünf Schritte gehen, bevor sein Herz explodiert. Diese Kampftechnik hat ihren realen Hintergrund in diversen

Kampfkünsten, wo bestimmte Schläge auf Akupressurpunkte ausgeübt werden und das Versagen eines Organs und somit eine Ohnmacht oder den Tod des Gegners beabsichtigen. Als letztes Jahr bekannt wurde, dass das Two Days A Week Festival von Wiesen in die karge Marx Halle ziehen würde und die US-amerikanischen Heavy Metaller Five Finger Death Punch das Line-up anführen sollten, schlotterten uns die Knie – hält Leadsänger Ivan „Ghost“ Moody bei Live-Auftritten anstelle einer geballten Faust oder einer Manu Cornuta

Zlott! Rokko Ramirez kämpft manchmal (aber nur wenn Not am Mann ist) auch mit schlüpfrigen Methoden.

Eee-Yow! Zwei Fäuse gegen fünf Finger: Rokko schult übrigens alljährlich seine Kampfkunst in China!

immerhin seine Hände des Öfteren in einer Pose, die jene ausgedachte Kampf-Geste aus „Kill Bill“ andeuten soll. Und so ließen wir uns von Österreichs Weltklasse-Entertainer Michael Seida und Österreichs härtestem DJ der Welt, Rokko Ramirez, in Selbstverteidigung aufklären. Michael Seida übt sich nämlich seit früher Jugend in den Kampfkünsten Tai Chi, Kung-Fu und Taekwondo. Im koreanischen Taekwondo ist er mehrfacher ch Flog Goldmedaillene u. a. au 6. Juli in n in le m ie r p s te s am nch Révolté eath Pu ts mit Gewinner. Und Rokko ist Finger D rdello und Urie ek, Kombiticke e iv F n e o e B eb l W N o A g o s y einfach nur sauhart. Sicher ist Da lly, G . ging Mo Halle am Two nfalls erhältlich m sechsten e e der Marx a Rock sind eb derzeit an sein heint. nämlich sicher. Wir sehen uns c v t e o rs it e N e t s m rb ien. e a rb d e l Seida tzt“, das im H auner Bühne W e a dann im Moshpit! Kapow! h ic M & Je , Tsch . Juli „Hier Album Livetermin: 25 r te s Näch

Zlonk! Das hat gesessen! Doch ein Rokko Ramirez schreit nicht vor Schmerz, das ist nur Kampfgebrüll!

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Michael Mittermeier

Liebe Leserin! Lieber Leser! Fahren Sie heuer auf Urlaub? Oder helfen Sie, Europa neu zu gründen? Meine Ilse und ich, wir machen beides gleichzeitig. Um zu verstehen, was Europa überhaupt ist, fahren wir in die Türkei. Konkret zieht es uns nach Ephesos, wo Archäologen aus Österreich seit 100 Jahren forschen. Klar ist mittlerweile: Ein Großteil der antiken Stätten in Europa sind nicht etwa deshalb Trümmerfelder, weil Griechen und Römer so instabil gebaut hätten – ganz im Gegenteil –, sondern weil sie von Eiferern des christlichen Glaubens mutwillig zerstört wurden. Dadurch kann heute jedermann seine Autoritätsphantasien auf vergammelte Ruinen projizieren, wenn er im Urlaub seine verschüchterte Familie daran vorbei schleift. So ähnlich wurde im Mittelalter auch die absolute Autorität Europas geboren und über Jahrhunderte zur Idee des Ichs verfeinert. Deshalb tun wir uns in Europa heute auch besonders schwer, uns an die globalisierte Gegenwart anzupassen, in der sich langsam herausstellt, dass das gar nicht geht: ein Ich. Weil es einen Menschen allein nämlich gar nicht geben kann. Insofern empfehle ich: Gründen wir Reisegruppen, treffen wir uns in den Ruinen und bauen wir Europa neu. Das wird der Sommer unseres Lebens!

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im Oktober und November in Wien, Graz, Salzburg und Linz

Beatpatrol

Mit Scooter, Gudrun von Laxenburg u. v. m. Österreichs mittlerweile längstdienendes durchgehendes Electronic-Music-Festival, das alljährlich die „Top of the Top“ sowie zugleich den „neuesten heißen Scheiß“ kredenzt, geht in seine mittlerweile 8. Runde. Auch dieses Jahr sind die bisher angekündigten Acts – von der berühmt-berüchtigten österreichischen Kultformation Gudrun von Laxenburg über Vini Vici und Audio bis hin zu Neelix und Sigma – mehr als nur geil, über allen thront aber der Special Guest Scooter (Foto). Auch wenn das neue Album „Ace“ nicht an alte Glanztaten heranreichen kann, die Bühnenperformance (natürlich mit den Hits) zählt immer noch zum Abgefahrensten überhaupt! Hyper Hyper! Und es kommt noch mehr …

25. Oktober, VAZ St. Pölten

Theater am Spittelber

Sommerbühne Die Sommerbühne im Wiener Spittelberger Theater ist das Herzstück des 2003 von Nuschin Vossoughi mit neuem Konzept wieder eröffneten und 2010 durch die Stadt Wien umfassend sanierten Theaters am Spittelberg in Wien-Neubau. Im Mittelpunkt stehen das einzigartige und speziell in Wien in dieser ausdrucksstarken und kraftvollen Form gelebte Miteinander der Kulturen sowie ein respektvoller und schöpferischer Austausch dieser verschiedenen Welten. Das künstlerische Programm ist ein Querschnitt durch die Kulturen dieser Stadt, bei 120 Vorstellungen von Nino aus Wien (Foto) über Christoph & Lollo und Norbert Schneider bis hin zu Ernst Molden & Hans Theessink, Die Strottern und mehr!

Juni bis September, Wiener Theater am Spittelberg

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Fotos: Manfred Baumann (Michael Mittermeier), NXP (SBeatpatrol), Problembär Records (Theater am Spittelberg)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Wild Michael Mittermeier hat sturmfrei und feiert die wildeste Party der Stand-up-Comedy. Und alle sind gekommen: Unauffällige Serienkiller, auffällige Politiker, Modelleisenbahnbesitzer, Geteerte und Gefederte. Auch die Polit-Prominenz gibt sich die Waffe in die Hand: Obama, Putin & Bush, ein nordkoreanischer Diktator, der G7Bu? rgermeister, Winnetou, Meister Yoda und ein Wiener Pandabär. Der furiose Comedyabend „Wild“ ist wie ein guter James-Bond-Bösewicht: Gesetzlos, gerissen, genial. Siegen wird hoffentlich einfach das Gute, oder wie es Ragnar zu seinem Chefberserker beim Schädel- Boccia sagte: „Leif is Leif“.


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!ticket life&style

Die Asiaten kommen! Mit dem „Nippon Nation“-Festival im Juli übernehmen die Freunde der Mangas, Animes und Cosplayer & Co. endgültig Wien! Dieser „Trend“ ist eine wahre Massenbewegung! TEXT: ALEXANDER HAIDE

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s ist nur eine Frage der Zeit, bis der Bergbauer verwundert nicht in die Kulleraugen seiner gefleckten Kuh blickt, sondern in die schwarzen Plastikpupillen eines riesenhaften, rosa Plüschhasen. Oder er macht Bekanntschaft mit einem martialischen Fantasiekrieger samt blitzendem Riesenschwert. Oder die Lolita-Konkubine im knallengen Lackkleidchen bringt den Almöhi zum Jodeln. Wobei: Letzteres ist dann im Rahmen der Nippon Nation, einer Convention im Wiener MuseumsQuartier für „alle Fans von Anime, Manga, Comic, Games & Co“ dann doch explizit verboten: „Cosplays, die definitiv zu viel Haut zeigen, werden beim Wettbewerb nicht zugelassen.“ Klingt „chinesisch“? Captain Tsubasa, Mila Superstar oder die Kickers – das klingt alles „chinesisch“? Beinahe. Das sind nur drei der Topstars der Anime- und Manga-Szene der vergangenen Jahre, die nach dem

termine

empfiehlt

Zwischen 16. und 17. Juli wird es bunt im Wiener MuseumsQuartier (Halle E), wo die Nippon Nation über die Bühne geht! Zwischen 19. und 20. November wird auch die VIECC wieder in der Messe Wien Station machen.

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Nippon Nation „Nippon“ ist das japanische Wort für „Japan“, mit dem Wort „Nation“ soll ein Zuhause für alle Japan-Liebhaber erschaffen werden und die Convention mit der wachsenden Community jährlich ausgebaut werden.


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interview

Fotos: David Pan, ASH

Aufmischen ihrer Heimat Japan langsam aber sicher auch unsere Jugendkultur unterwandert haben.

„ASH – Austrian Superheroes“-Macher Harald Havas über den Japan-Comic-Trend Weshalb fasziniert gerade der asiatische Comic-Stil, also Mangas und Animes, die Menschen im Westen? Ich glaube, dass es weniger der Stil ist, obwohl gerade die durchgehend hohe zeichnerische Qualität bei gleichzeitiger Reduktion auf das Wesentliche viele Leser und Leserinnen anspricht. Die tatsächliche Kraft der Mangas und Animes liegt aber in ihren Geschichten, die sehr emotional sind und den Lesenden fast immer sehr nahegehen!

Inhaltlich, also was die Fantastik und die emotionale Schilderung der Figuren betrifft, besteht da gar kein so großer Unterschied! Allerdings sind unsere Bilder und Seiten viel dichter, Mangas erzählen viel schneller. Wörtlich bedeutet der Begriff ja auch „flüchtige Bilder“. Aber unsere Zweitgeschichte in Heft 1 ist stilistisch durchaus auch von Manga mitbeeinflusst.

Wird man dich einmal im CosplayOutfit eines ASH sehen? Nein, ich finde Cosplay zwar lustig, verHaben Animes und Mangas das kleide mich aber selbst selten bis nie. Ich Zeug dazu, die westliche bin ja auch Star-Trek-Fan und habe keine Realitätsflucht Comic-Kultur zu killen? Uniform. Allerdings freue ich mich über Wem das bloße Lesen oder Sehen der Nein, ganz im Gegenteil. Seitdem Mangas jeden und jede, der oder die sich unsere Animes nicht genug ist, trifft sich bei Helden als Vorbild für Verkleidungen so viele Jugendliche und junge ErwachConventions oder wird einfach Cossene wieder zum Medium Comic zurück- nimmt! player: Aus der Realität entfliehen ist geführt haben, boomen auch andere Comicbereiche bei uns stärker als je zuvor. Gibt es Tendenzen für eine der Antrieb, in einem bunten FantasieDenn vor den Mangas, also während der aufkeimende ASH-Szene? kostüm tun und lassen zu können, was Neunzigerjahre, waren Comics bei uns als Vielleicht. Ich weiß von einem „Captain immer man möchte – die Verkleidung Austria“-Kostüm, das gerade in Bau ist, Massenmedium, abgesehen von Disney schützt die wahre Identität. Kuscheln und wenigen anderen Kindercomics prak- wir hatten bei der letzten Messe ein Bodymit Wildfremden in der FuZo wird da tisch ausgestorben. paint-Modell als Donauweibchen, wir bekommen gelegentlich schon Fanzeichgenauso anonym möglich wie das unWie steht es um nungen … Einen Begriff für etwaige Fans genierte sexy Posen als Anime-Lolita – „westliches Cosplay“? hätte ich jedenfalls schon: „ASHies“! als lebendig gewordene Comic-Figur Bei Comicmessen und anderen Events gibt gibt es (beinahe) keine Limits! es schon jetzt immer wieder originelle Cos- Wie geht es mit den ASH weiter? Wir produzieren gerade Heft 2 und bereiplayer, die sich aus dem ganzen Fundus ten Heft 3 vor. Im Herbst soll Heft 4, das europäischer und amerikanischer Comics Das Programm vorerst letzte unserer Miniserie, erscheiund Zeichentrick-Serien bedienen. Erst Um den Neigungen der werten Klientel kürzlich habe ich zwei Mädchen in perfek- nen. Das alles ist unfassbar viel Arbeit. Rechnung zu tragen, findet natürlich ten weiblichen (!) Asterix- und Obelix-Kos- Sollte es sich finanziell ausgehen, würden bei der Nippon Nation ein obligater tümen gesehen. Auch Panzerknacker sind wir die Serie gerne fortsetzen, aber das Cosplay-Wettbewerb statt, bei einem – mir schon begegnet. Oder Figuren aus ak- steht noch in den Sternen. tuellen Trickserien wie „Gravity Falls“. 45 Sekunden dauernden – „Walk“ werHarald Havas lebt und arbeitet als Autor den die Kostüme präsentiert und präWagen wir einen Vergleich zwiin seiner Geburtsstadt Wien. Bekannt ist miert (Anmeldung auf der Website nipschen Mangas/Animes und deinen er vor allem für seine „humoristischen ponnation.at). Videospiel-Contests (E„Austrian Superheroes“: Ist „Strich- Sachbücher“ wie „Kurioses Wien“ oder Sport), Workshops und Vorträge runden manderl gleich Strichmanderl“? „Der Mann, der den Neusiedler See trocken legen wollte“. Daneben das Festival ab. Wer keine Lust auf das textet er Comics und ComicAbtauchen in die bunte, bizarre Welt strips für Kinder wie der Animes & Anverwandten hat, Erwachsene, erfindet der bekommt bei Nippon NaSpiele, verfasst tion als gaffender Zaungast es Drehbücher, Blogartikel rt ie n n ein sig Wir verlose n signiertes und lässt sich als ebenfalls 100 % Spaß und etwas ei Poster und dition)! -E se Lohnschreiber es (M fürs Auge geboten. Garantiert! ASH#1 unter anheuern. Mitmachen .com!

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Fotos: beigestellt


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Das Festival für Design, Lifestyle und Kulinarik ist inzwischen jedem Liebhaber von Innovationen abseits des Mainstreams bestens bekannt! Der FESCH’MARKT bringt Österreichs junge Kreative – Nachwuchstalente, Künstler und Junggastronomen – direkt aus ihren Ateliers auf einen urbanen Marktplatz, wird dabei zum Festivalevent der unabhängigen Kreativszene und vereint Kunst, Design, Food, Lifestyle und Partys. Das Marktevent fungiert als Sprungbrett, Bühne und Kommunikationsort. Unabhängiges Design, Liebe zum Detail und handwerkliches Geschick sind entscheidend für die Teilnahme am Fesch’Markt. Aus den Kategorien Mode, Schmuck, Accessoires, Kunst, Grafik, Produktdesign, Food, Delikatessen, Sport, Kids-Design des nationalen und internationalen Kreativ-Undergrounds wählt das FESCH’MARKT-Team die originellsten Vertreter samt deren außergewöhnlichen Kreationen.

NÄCHSTE TERMINE Vorarlberg Wien 8. Juli bis 10. Juli 17. Juni bis 19. Juni FR 14-22 Uhr, SA/SO 11-20 Uhr FR 14-22 Uhr, SA/SO 11-20 Uhr Pförtnerhaus Feldkirch Ottakringer Brauerei Eintritt: € 3,– Eintritt: € 4,– mit über 200 feschen Ausstellern mit über 70 feschen Ausstellern

Nähere Infos unter www.feschmarkt.info und auf Facebook unter www.facebook.com/feschmarkt! Wir verlosen zwei Eintritte und zwei Wundertüten (abzuholen am Fesch’Markt Wien)! Die streng limitierten Wundertüten sind wie gewohnt umrahmt von flotten Sagern und haben allerlei Schönes im Inneren, angefangen von Lesestoff und Kulturtickets bis hin zu feinsten Delikatessen und Körperpflegeprodukten. Die Gewinner sind damit definitiv „Fesch on the Beach“ – von der Donauinsel bis nach Venice Beach.


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Da Da Da! !ticket fun&action

„The Making of DADA“, das ist die Geschichte von einem, der auszog – nein, nicht um das Fürchten zu lernen, sondern um dem Strudel des Nihilismus zu entkommen: Alf Poier. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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lf Poiers neues Programm ist eine Betrachtung seiner bisher 20-jährigen Karriere, eine „Wegbeschreibung vom steirischen Schwammerlsucher bis hin zum nihilistischen Dadasophen“: Mit Hilfe seiner Tagebücher rekonstruierte der steirische Querdenker seine Entstehungsgeschichte und liefert eine Werkschau seines kolossalen „Unschaffens“ – und dabei trägt nicht nur seine Bildende Kunst zwischen all dem Ungehorsam auch einen Bildungsanspruch in sich.

termine Alf Poiers „The Making of DADA“, die offizielle Nachreichung zum 20-jährigen Bühnenjubiläum gibt es fortlaufend bis Frühjahr 2017, u. a. im Orpheum Wien und Graz, sowie im Casineum Velden und im Wiener Rothneusiedlerhof.

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The Making of DADA Für Alf Poier ist der Dadaismus mehr als nur eine absurde Kunstform: In ihm fand er einen Ausweg aus einem existenziellen Dilemma.

Hattest du jemals einen Plan B in deiner Schublade liegen, hätte dir zu den Anfängen deiner Kleinkunstkarriere niemand ein Ohr schenken wollen? Bei mir lief es schlussendlich immer auf eine künstlerische Arbeit hinaus. Wobei, ich würde gerne körperlich arbeiten – oder in Neuwaldegg draußen Erdbeeren verkaufen, Profi-Schwammerlsucher wäre

auch etwas, das ich mir einreden lassen könnte. Aber all das ist ja nicht im Bereich des Möglichen. Einer deiner wichtigsten philosophischen Eckpfeiler ist der Individualismus. Wie kann selbiger in einer Gesellschaft exerziert werden? Ich glaube schon, dass es einen gesell-

Foto: Reinhard Mayr

Wie kamst du mit dieser Geistesströmung des Dadaismus in Kontakt? Während all meiner Jobwechsel habe ich angefangen, Philosophen zu lesen – von Nietzsche über Kant bis hin zu Schopenhauer. Irgendwann bin ich in diesen Nihilismus reingekippt: kein Sinn, kein Gott, keine Erkenntnis. Ich fiel immer tiefer, aber schließlich fand ich im Absurden einen Ausweg aus diesem Dilemma. Das war für mich eine große Erlösung im Kopf.


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schaftlichen Konsens geben muss – der ist ja schon für mich als Kabarettist extrem wichtig. Ohne ihn hätten wir Kabarettisten nichts, gegen das wir vorgehen können (lacht). Es reicht schon, wenn man Kants kategorischem Imperativ Folge leistet und nicht blind etwas postuliert. Aber es sollten natürlich sämtliche Werte und Ansichten stets hinterfragt werden, das ist auch mit die Aufgabe des Künstlers, da für eine Entwicklung zu sorgen. Wie greifen die von dir gewählten Kunstformen des Kabaretts, der Musik, der bildenden Kunst ineinander? Es kommt, wie es kommt. Das passiert nicht bewusst, ich bin ja schon froh, dass überhaupt was kommt. Momentan fühle ich mich in der Malerei und der bildenden Kunst sehr wohl. Das Showgeschäft ist da schnelllebiger, nicht so nachhaltig. Ich habe zurzeit ohnehin ein metaphysisches Problem, eine Krise: Wozu das Ganze, wenn ohnehin das Universum irgendwann einmal stirbt und nichts mehr übrig bleibt?

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Welche künstlerische Entwicklung würdest du dir selbst attestieren? Mein Debüt, „Himmel, Arsch & Gartenzwerg“, war auf jeden Fall ein Versuchsprogramm: so stellte ich mir Kabarett vor. Von da an sind meine Programme immer strukturierter geworden und hatten schließlich eine durchgehende Dramaturgie, eine Aussage. Von meinem Grunddenken, von meinen philosophischen Ansichten, hat sich mein Zugang jedoch nicht besonders geändert. Wie wichtig ist dir das Polarisieren? Grundsätzlich war es für mich schon immer eine kindliche Freude, den angesprochenen Konsens herauszufordern. Aber mittlerweile braucht es bei dem Spalt, der durch die Gesellschaft fährt, ohnehin nicht mehr viel, um eine Eskalation heraufzubeschwören – da

reicht ein kleiner Funke schon aus und die Wogen gehen hoch. Man erinnere sich, dass Miriam Weichselbraun Drohungen bekam, nur weil sie über Ursula Stenzel lästerte, dass nicht viel aus ihr geworden sei … Mit „The Making of DADA“ feierst du nun dein 20-jähriges Bühnenjubiläum nach. Wie wichtig sind dir solche Feierlichkeiten? Eigentlich habe ich so gut wie nie meine Geburtstage gefeiert, weil dazu, dass ich geboren wurde, habe ich nicht sonderlich viel beigetragen (lacht). Aus künstlerischer Perspektive ist mir das dann aber doch wichtig, weil es war schon ein steiniger Weg, von der Kunst leben zu können – aber das kommt im Programm eh vor, wie oft ich schon alles hinschmeißen wollte. Wie schreibst du ein Programm? Ich lese wahnsinnig viel und dann schreibe ich mir meine ganzen Ideen immer auf Zettel auf. Die wandern in eine Kiste rein und dann, irgendwann, formen sich Themenblöcke heraus. Um die herum baue ich die Geschichte auf. „The Making of DADA“ ist jedoch durch Zufall entstanden: Die Veranstalter des Österreichischen Tagebuch-Tages haben mich angerufen und angefragt, ob ich nicht meine Tagebücher lesen will. Nachdem ich mich einstweilen viel mit Kunst beschäftigt und ein paar größere Ausstellungen gemacht hatte, habe ich das Programm zweigeteilt – in eine Lesung und in eine dadaistische Werkschau. Das hat sich dann verselbständigt. Wie passierte die Auswahl? Es sind einfach meine Lieblingsobjekte, die ich teilweise auch für die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum ausgewählt habe. Die meisten Leute glauben ja, das sei reiner Blödsinn – aber dahinter steckt ja auch ein philosophischer Hintergrund,

wie ich schon erklärt habe. Es ist ja alles aus einer geistigen Verzweiflung heraus entstanden. Es ist ja oft auch ein schmaler Grat zwischen Kunst und Blödsinn. Ich glaube, dass es oft genau umgekehrt ist: Die Kunst ist der Blödsinn, der Blödsinn die Kunst. Seit Marcel Duchamp ist es halt möglich, dass jeder Gegenstand zur Kunst erklärt werden kann – und das hat wohl eine Zeit lang auch seinen Reiz gehabt, aber ich kann das einfach nicht ernst nehmen. Kann man dich ernst nehmen? Ich finde, einen Witz muss man ernst nehmen! Ich erzähle einen Witz ja nicht zum Spaß, ich erzähle den ja ernsthaft. Deswegen möchte ich eigentlich schon ernst genommen werden (lacht). Wie ist da das Verhältnis zwischen Bildungsauftrag und Unterhaltung? Letztendlich wird man die Gesellschaft nicht ändern, sondern man kann nur Impulse setzen. Ich lese gerade das neue Buch von André Heller. Das ist eine super niveauvolle Unterhaltung, aber: Er will mir nichts aufzwingen. Und das ist, denke ich, eine ganz gute Mischung. Du spielst ja auch mit deiner Band, der „Obersteirischen Wolfshilfe“. Wie wichtig ist dir deine steirische Herkunft? Die Steiermark ist mir grundsätzlich nicht so extrem wichtig, aber sehr wohl der Feistritzgraben – meine wahre Heimat. Da war ich als Kind schon Schwammerlsuchen, da kenne ich jeden Bach, jeden Baum, jeden Berg. In der Stadt kann ich nie so einen Bezug entwickeln wie zur Natur. Beton hat keine Energie, auf den Zirbitzkogel raufgehen, das hat Energie!

weiterlesen? f iew lesen Sie au Das volle Interv .com in az ag m et www.tick

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!ticket fun&action

I’m gonna be

ticket testet

Im Zeitalter von Billigflügen ist Reisen nicht nur der Reichen, sondern auch des Müllers Lust. Aber trotzdem ist, wie ein Buchungsportal in seiner aktuellen Werbung seufzt, das richtige Hotel zu finden „gar nicht so einfach.“ TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Welches Portal macht uns glücklich? Wir starten mit trivago, versprechen die immerhin, aus allen Buchungsseiten

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das beste Angebot zu finden. Überraschung: Nachdem wir gerade auf eventim.de nach „König der Löwen“ gesucht haben, schlägt man uns das Empire Riverside vor – ein Tophotel an der Speicherstadt, zu € 284,90 über die Hotelwebsite selbst, Wasserblick wären knapp 100 Euro extra. Dasselbe Angebot gebe es beim Mitbewerb booking.com, ehotel.com und HRS.de jeweils um gut 50 Euro mehr, ebenso beim Allrounder Expedia, der allerdings mit Hotel-undFlugkombinationen lockt, die dann – im Gesamtpacket – doch billiger sind, als die Einzelbuchungen. Bei der Vergleichssuche fällt auf: Am flexibelsten ist die Suche, am übersichtlichsten die Sortierung ex aequo beim Amsterdamer Unternehmen

booking.com und beim amerikanischen Online-Reisebüro Expedia, wenngleich die Seiten selbst die antiquiertesten der genannten sind. Unklar ist auch, woher die vorangestellten „Empfehlungen“ bei den Holländern kommen. Ein Plus: Während die Konkurrenz mit „Preis pro Nacht“-Angaben lockt, überzeugt man bei booking.com klar mit einer Gesamtnächtigungsangabe. Überzeugt hat uns auch airbnb.at, eine Seite, wo Privatpersonen Zimmer oder ganze Wohnungen untervermieten. Kirstin hat, malerisch in der Hafencity gelegen, zum Schnäppchenpreis von €234 eine kleine, eigene Wohnung für uns, mit Balkon auf die Elbe! Ich glaube, das probieren wir diesmal aus …

Foto: Fotolia

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rüher war vielleicht nicht alles besser, aber einiges tatsächlich einfacher: Da gingen die Eltern noch ins Reisebüro und ließen einen Dienstleister für sich werken – das Hotel in Lido di Jesolo war rasch gefunden: Zimmer mit Meerblick, Lunapark in der Nähe, die hauseigene Eisdiele hatte pistacchio, eine Vorgabe vom Junior. Heute prävaliert die Eigeninitiative, gieren immerhin zahlreiche Seiten im Internet um die Gunst der Aufmerksamkeit und versprechen das perfekte Hotel – natürlich zum besten Preis. Wir haben beschlossen, uns dieses Jahr am 9. August im Stage Theater im Hamburger Hafen das Musical „Der König der Löwen“ anzuschauen – und suchen über Expedia, Booking.com, HRS, eHotel, Airbnb und trivago unsere Unterkunft, von Montag bis Mittwoch, zentrale Lage, für zwei Personen, günstig, aber doch mit „Annehmlichkeiten“.


Die beste Zugabe: der Heimweg.

Ihr Ticket wird zum Fahrschein: Denn die Eintrittskarten für viele Veranstaltungen in Wien gelten gleichzeitig als Netzkarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und zwar zwei Stunden vor bis sechs Stunden nach Beginn. www.wienerlinien.at

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Weißes Gold Alles neu bei Zucchero – mit 60 besinnt sich der Italo-Bluesman mit „Black Cat“ auf seine Wurzeln. Mit dabei: eine hochkarätige Gästeschar, u. a. mit Bono und Mark Knopfler. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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ie vergangenen Monate hatten es in sich: Zuerst feierte Adelmo Fornaciari seinen 60. Geburtstag, dann lieh er seine Stimme „Voices for Refugees“ am Wiener Heldenplatz. Damals bereits im Werden, doch noch streng geheim: Das neue Studio-Album von Zucchero, für das er sich seine alten Kumpanen Bono (schrieb an Songs mit), Mark Knopfler (steuerte für „Streets of Surrender“ die Gitarre bei) und Don Was (produzierte schon öfters für das Italo-Raubein) an Bord holte. „Zurück in die Vergangenheit“ ist die Devise von „Black Cat“, weg vom intimen Rahmen des bisher letzten Studioalbums „Chocabeck“, und der monumentalen Live-Aufnahme „Una Rosa Blanca“ aus Kuba. Doch es gibt auch sonst einiges Wichtige in Zuccheros Leben – und irgendwie hat alles dennoch mit Musik zu tun …

termine Zucchero kommt zwischen 2. und 9. Oktober nach Dornbirn, Wien, Innsbruck, Salzburg und Graz. Für Wien, Salzburg und Graz sind spezielle Dinnerpackages verfügbar

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Rock ’n’ Roll Von wegen altersmilde! Obwohl gerade erst sechzig geworden, gehört der italienische Superstar noch lange nicht zum alten Eisen, wie sein neues Album „Black Cat“ beweist.

Refugees“ im vergangenen Herbst in Wien. Deine Motivation? Ich gebe damit den Menschen ein bisschen zurück, denn ich kann mich selbst äußerst glücklich schätzen, dass ich

einen Job habe, der mir viel Spaß macht: ich mache die Musik, die ich mag! Wenn man im Leben Glück hat und dann Menschen sieht, die verzweifelt sind, die Hilfe brauchen …

Foto: Meeno

Durch deine gesamte Karriere ziehen sich Chartiy-Projekte, von „Pavarotti & Friends“ bis zum „Voices for


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Mit einem Minimum an Zeit kann ich zumindest ein wenig für sie tun, und wenn ich nur singe oder über die Flüchtlingsproblematik spreche. Mir geht das Schicksal von Kindern aus Kriegsgebieten besonders nahe. Sie haben doch nichts mit Konflikten zu tun, sie sind unschuldig. Dann sieht man sie weinen, sterben. Solche Bilder brechen mir das Herz. Fällt dir eine Lösung der Flüchtlingskrise ein? Das ist mehr als nur schwierig … Ich denke, dass die Politiker Flüchtlinge bloß instrumentalisieren. Man sagt zu uns Italienern, dass, wenn Flüchtlinge zu uns kommen, auch Terroristen und Menschen, die uns unsere Jobs wegnehmen, kommen. Wie könnte man derart verzweifelte Menschen aber aufhalten, zu uns zu kommen? Klar sollte man alle kontrollieren, um zu wissen, wer da nach Italien will. Aber Flüchtlingen muss man helfen! Ich verstehe Länder wie England, Frankreich oder Ungarn nicht, die keine oder nur wenige aufnehmen. Ist der Westen am Elend schuld? Für mich ist vor allem das Verhalten der Amerikaner falsch, die das meiste erst angerichtet haben. Die haben doch nicht nur Terroristen getötet, sondern auch aus anderen Motiven. Und jetzt meinen sie, dass sie das alles nichts mehr angeht. Die Welt entwickelt sich derzeit leider generell in die falsche Richtung. Was wäre die Lösung? Politiker, die menschlicher reagieren. Doch das ist wohl unmöglich. Im vergangenen Herbst hast du deinen 60. Geburtstag gefeiert. Ein spezielles Datum? Meine Freundin hat eine Überraschungsparty organisiert, ich wollte überhaupt nicht feiern. Ich kann mit

diesem Alter nichts anfangen, denn ich fühle mich nicht wie 60. Aber vielleicht ist jetzt an der Zeit, besser auf meine Gesundheit zu achten. Wie geht es nach dem Erscheinen von „Black Cat“ weiter? Ich gehe auf große Tournee. Wir beginnen in Kanada im Juni, dann spiele ich zehn Mal daheim in der Arena di Verona. Dann im Rest Europas, unter anderem fünf Konzerte in Österreich. 10 ausverkaufte Arena-Konzerte: Werden heute lokale Künstler in Italien mehr geschätzt als in den Achtzigern? Es gab eine Zeit, in der nur wenige Künstler in Stadien auftreten konnten. Der erste, an den ich mich erinnern kann, war Bob Marley. Dann kamen die Rolling Stones und Springsteen. In den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren hat sich das völlig verändert. Heute können viele Künstler in ganz großem Rahmen auftreten. Vielleicht liegt es am Internet, an den ganz neuen Möglichkeiten des Marketings und der Promotion. Ich spiele aber lieber mehrere Abende in kleineren Venues, das Publikum kann dich von überall sehen, die Akustik ist meistens besser und die Menschen fühlen sich einfach wohler. Bei Stadienkonzerten geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um das Treffen von Freunden, es ist eine große Party. Ist das neue Album auch ein Neubeginn? Mit „Black Cat“ gehe ich zurück zu meinen Wurzeln, zum Blues und Soul. Es erinnert mich ein wenig an mein zweites und drittes Album, auch wenn ich mich nicht wiederhole. „Chocabeck“ war intimer, romantischer. Jetzt gibt es wieder mehr Energie und „mehr Rock ’n’ Roll“.

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Geburt Drei, die sich verstehen LIAN machen erdigen, deutschsprachigen Rock, der so richtig ins Ohr geht.

termine Wer das neue Baby von LIAN live hören möchte, hat am 12. Juni am Nova Rock in Nickelsdorf oder am 23. August beim And There Come The Wolves in Wiesen die Gelegenheit dazu.

Das Debüt erscheint am 1. Juni bei Sony Music Austria.

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Schon einmal von LIAN gehört? Nein? Das wird sich in Zukunft wohl ändern. Das Trio mit altbekannten Gesichtern ist derzeit nämlich ordentlich auf Erfolgskurs. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Fotos: Matthias Heschl, Hersteller

Mehr Rock aus Österreich gibt es mit Solarjet am 4. Juni im Stadtsaal Spittal/Drau. Lustig zugehen wird es mit den Dornrosen am 16. im Casino Graz. Ein Sammelsurium an heimischen Bands wie All Faces Down oder The Last Warning liefert das Rise Up Festival am 17. in Judenburg. Kultig wird es ebenfalls am 17. in der Wiener Arena, wenn die heimischen Oldschool-Matadoren, die Granden Belphegor, Schirenc Plays Pungent Stench und Disharmonic Orchestra aufeinanderprallen. Ebenfalls in der Arena, jedoch am 19. und im Open-Air-Areal: Molden, Resetarits, Sokya, Wirth & Die Strottern. Open Air-Feeling gibt es auch mit Seiler & Speer am 23. am Karmeliterplatz Graz oder am 24. im Stadtpark Imst.


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ine Rockband als „unkonventionell“ zu bezeichnen, ist per se dick aufgetragen – hat hier aber seine Berechtigung: LIAN sind Philipp Hörmann, Frank Schachinger und Markus Jürgensen, auch bekannt als Mitglieder von 3 Feet Smaller. Aber nicht nur. Seit 2014 gehen sie ohne Marcus Smaller neue Wege – und die ersten Schritte klingen bis dato verdammt gut. Mit ihrem gleichnamigen Debütalbum haben LIAN unlängst einen Major-Deal mit Sony Music Austria unter Dach und Fach gebracht. Ein Erfolgssprung, der nicht von heute auf morgen passiert ist.

Findungsprozess „Nach zwölf Jahren in der alten Besetzung wollten wir einen Neustart wagen. Also sind wir zu dritt in den Proberaum gegangen und haben geschaut, was passiert“, erinnert sich die Band im Interview mit !ticket zurück. Schnell wurde klar, dass man soundtechnisch auf einer Linie war und gemeinsam weitermachen wollte. Fehlte nur noch der passende Name. „Bei der ersten Recording-Session war der kleine Sohn des Studiobesitzers dabei und hat begeistert auf den Instrumenten mitgeklimpert. Diese Freude am Neuentdecken von Musik hat uns sehr inspiriert. Der Kleine hieß Lian.“ Was danach folgte, nennt die Band einen „Findungsprozess“, am Album wurde gut zwei Jahre lang gefeilt. Wichtig dabei war ihnen stets die Authentizität. Ein schwieriges Wort, aber von LIAN relativ simpel erklärt: „Das Album sollte genauso klingen, wie wir live spielen. Au-

thentizität ist uns auch bei den Lyrics wichtig, daher haben wir uns für Deutsch entschieden. Es ist nämlich schwierig, deutsche Texte zu schreiben, die nicht banal oder klischeehaft klingen. Wenn sie aber gelingen, wirken sie tiefer, die Gefühle, die vermittelt werden, sind intensiver“, erklärt Sänger und Gitarrist Philipp.

Musikuniversum Österreich Als Rockband etwa die Liebe zu besingen ist ohnedies nie einfach. Dass LIAN der Spagat gelungen ist, hört man bei ihrer ersten Singleauskoppelung „Deine Hand. Mein Shirt.“ – ein unheimlich berührender Song, der gleichzeitig kräftig losrockt. Genau das macht LIAN per definitionem aus: Ausgefeilte, arrangierte Rockmusik mit deutschsprachigen Texten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dabei geht es um den Grat zwischen anspruchsvollem Songwriting, harten Riffs und melodiösen Elementen. „Wir vergleichen uns nicht gerne mit anderen Acts aus Österreich. Aber wir stechen heraus, weil wir eine der wenigen Bands sind, die in dieser Art Rock machen. Österreich ist sehr stark, was Indie oder Elektronik betrifft. Wir haben mit unserem Stil also unsere eigene Nische in diesem kleinen Universum gefunden.“ Mit dem neuen Album soll die Reise nun weitergehen. „Wir sind auf jedes Fuzerl stolz, es war wie eine Geburtsstunde für uns. Endlich ist das Baby da – jetzt geht’s richtig los.“

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Jay Cooper – Love/Fifteen Frühe Mando Diao in Symbiose mit Adam Green: das musikalische Pendant für angeregte „sexy time“.

Freischwimma – Roda fodn Ein Album wie die Stadtflucht: jenseits urbaner Aufgeregtheit, dafür wunderbar ungezwungen rudimentär entspannt.

Christina Stürmer – Seite an Seite Ein Album für den Kopf und die Seele, in seinem erwachsenen Ernst erfrischend kindlich schwerelos. Fesselnd!

Marcus Smaller – I, Marcus Smaller Ein Album für Sonnenschein, Badewäsche und Eiscreme: dieser locker-flockige Happypunk ist ungemein gechillt!

Mastic Scum – Rage Das Brachialgeschwader wütet auf seiner ersten DVD durch ein komplettes Liveset, massiv Bonusmaterial inklusive!

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Juni

Nova Rock Mit Red Hot Chili Peppers, Korn, Volbeat u. v. m. Dieses Jahr dauert das burgenländische Megafestival gleich ganze vier Tage, und natürlich wird auch der Eröffnungstag hochkarätig mit Korn und Billy Talent angeführt. Ebenfalls am Donnerstag: die schwedische Death-Metal-Formation Amon Amarth, die soeben mit „Jomsviking“ einen amtlichen Panzer vorgelegt hat. Fernab der großen Namen empfehlen wir euch, nicht nur dem gigantischen Genussareal einen Besuch abzustatten, sondern sich v. a. folgende Bands zu Gemüte zu führen: Puscifer, Vintage Trouble und Behemoth! 9. bis 12., Pannonia Fields II

Black Sabbath

The End Es begann vor beinahe fünf Jahrzehnten mit einem Monster-Riff, das die Erde erbeben ließ. Der härteste Rocksound aller Zeiten wurde aus der Taufe gehoben. Es war die Geburtsstunde des Heavy Metal, erschaffen von einer jungen Band aus Birmingham, England, deren Mitglieder kaum dem Teenageralter entwachsen waren. Jetzt ist jedoch das Ende nahe, die finale Tour der größten Metal-Band aller Zeiten steht vor der Tür: Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler schließen das letzte Kapitel ihrer unglaublichen Geschichte. 28., Wiener Stadthalle (D)

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One On One Wie bei vergangenen Tourneen wird auch die „One on One“Tour wieder ein atemberaubendes neues Set bieten sowie Dutzende Klassiker des beliebtesten Musikkataloges heutiger Musikgeschichte, der die gesamte Karriere Paul McCartneys umfasst – ob als Solokünstler, als Mitglied der Wings oder natürlich als Beatle – und einige Überraschungen. Paul McCartney live zu erleben ist und bleibt ein unfassbares Erlebnis, wie man es sich von einer RockShow nur wünschen kann – und so viel mehr: Fast drei Stunden voll mit den größten Momenten aus 50 Jahren Rockgeschichte, Dutzende Songs, die den Soundtrack unseres Lebens formen.

Paul McCartney 10. in München, 14. in Berlin Rattle That Lock Nach dem Tourstart in Polen am 25. Juni führt die Tour in einige der wohl schönsten Städte und zu vielen historisch bedeutenden Plätzen Europas. Darunter der Schlossplatz in Stuttgart, Les Arenes de Nimes, Saline Royale d’Arc et Senans in Besançon, das Schloss Schönbrunn in Wien und Paris’ Chateau De Chantilly, wo David Gilmour zuletzt mit Pink Floyd 1994 aufgetreten ist. „Rattle That Lock“, Gilmours viertes Soloalbum, wurde am 18. September 2015 veröffentlicht und zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte.

David Gilmour

27. und 28., Schloss Schönbrunn Ehrenhof

Fotos: Universal Music (Black Sabbath) Warner Brothers (Red Hot Chili Peppers) Torben Conrad (Fritz Kalkbrenner) MJ Kim (Paul Mc Cartney) Bernie Dechant (Nada Surf) Brian Rasic (David Gilmour) Simone Cecchetti (Il Volo) Barracuda Music (Pentatonix)

!ticket highlights


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Support: Us The Duo Nachdem Pentatonix 2011 die Musikszene erobert haben, können sie mittlerweile auf mehr als 2,8 Millionen verkaufte Alben allein in den USA blicken. Die Band, bestehend aus Scott Hoying, Mitch Grassi, Kirstin Maldonado, Avi Kaplan und Kevin Olusola, haben mehrere Grammy Awards gewonnen und zählen mit gut 10 Millionen Abonnenten bereits 1,4 Milliarden YouTube Views. Jede ihrer sieben Releases war in den Top 5 der Billboard Digital Album Charts vertreten und ihr Daft-Punk-Medley sowie das Imagine-Dragons-Cover von „Radioactive“ wurden jeweils mit Gold veredelt.

Pentatonix

Fotos: Universal Music (Black Sabbath), Warner Brothers (Red Hot Chili Peppers), Torben Conrad (Fritz Kalkbrenner), MJ Kim (Paul Mc Cartney), Bernie Dechant (Nada Surf), Brian Rasic (David Gilmour), Simone Cecchetti (Il Volo), Barracuda Music (Pentatonix)

12., Wiener Stadthalle (D) und 15., TipsArena Linz Mit Rammstein, Iron Maiden, Iggy Pop u. v. m. Nach dem erfolgreichen Debüt des Rock in Vienna findet das Festival auch dieses Jahr wieder auf der Wiener Donauinsel statt. Abgesehen von Granden wie Rammstein (Foto), Iron Maiden und Iggy Pop (beide letztgenannten jeweils mit neuem Album im Gepäck) darf man sich vor allem auf Graveyard und The Vintage Caravan freuen, die beide erdigen Classic Rock zaubern, sowie auf Juliette Lewis („From Dusk Till Dawn) mit ihren The Licks, Zakk Wylde (der mit „Book Of Shadows II“ soeben mit einer gewaltigen Introspektive überzeugte) und natürlich auf Slayer, die mit ihrem letzten Album „Repentless“ eine überaus brachiale Thrash-Granate zündeten …

Rock In Vienna

3. bis 5. Juni, Wiener Donauinsel

Fritz Kalkbrenner Support: Thorsteinn Einarsson Auf Kalkbrenner ist Verlass: Wo andere Produzenten und DJs seines Formates von ihren anspruchsvollen Tour-Kalendern aufgerieben keine Energie mehr für Studioarbeit übrig haben, veröffentlicht er zuverlässig alle zwei Jahre ein neues Album. Und anstatt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, verfeinert er seinen Sound dabei mit jedem Longplayer, geht Risiken ein und begeistert ein ums andere Mal mit seiner hörbaren Entwicklung als Produzent und Sänger – so auch auf seinem mit Spannung erwarteten neuen Album, „Ways Over Water“.

Grande Amore Im Mai 2015 sind Il Volo für Italien beim ESC in Wien angetreten und haben einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen: die Publikumslieblinge ersangen mit dem Titel „Grande Amore“ den 3. Platz! Die preisgekrönte italienische Pop-Operngruppe, die von dem berühmten Manager Michele Torpedine (Andrea Bocelli) entdeckt wurde, wird nun Wien erneut mit einer Live-Performance der Superlative begeistern: Begleitet von einem Orchester werden die Jungs ihre traditionellen Popsongs in Englisch, Italienisch und Spanisch darbieten.

Il Volo

11., Open Air am Inn (Kufstein) You Know Who You Are Das achte Album der Band, „You Know Who You Are“, wurde von ihrem langjährigen Weggefährten Tom Beaujour im Nuthouse Recording Studio in Hoboken, New Jersey, produziert. Dieses Album markiert eine Neuerung in der Bandformation: Nada Surf sind jetzt offiziell als Quartett unterwegs, mit Matthew Caws, Daniel Lorca, Ira Elliot und dem Neuzugang Doug Gillard an der Gitarre. Hierfür wurden einige Songs überdacht, sowie neue Stücke hinzugefügt. Das neue Album repräsentiert somit die mehr als 20 Jahre andauernde Karriere perfekt!

Nada Surf

23., Salzburger Rockhouse und 24., Postgarage Graz

18., Wiener Stadthalle (D)

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!ticket live

Auf zu neuen Ufern Das Waves Vienna Festival vereint 2016 wieder kulturell-musikalische Vielfalt in der Stadt. Die sechste Ausgabe hält zudem neue Locations bereit. TEXT: AMINA BEGANOVIC termine

von ival findet att. st Vienna Fest Das Waves ber bis 1. Oktober den m rk wer zi e B . 29. Septe 9 eadquarter Bühnen im Zahlreiche ge lang bespielt, als H s WUK. da Ta rt ei ie dr i ng e fu dabe ic Conferenc für die Mus

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ndere Länder, andere Sitten, andere Musik. Sound-Einflüsse aus verschiedenen Winkeln der Erde nach Wien zu bringen ist eine Spezialität des Waves Vienna Festivals – egal ob Alternative, Electronic, Rock oder Clubsound. Auch bietet die alljährliche Music Conference Kreativen die Möglichkeit zum Austauschen, Informieren und Netzwerken. Kein Wunder also, dass sich Fans Jahr für Jahr auf das Club- und Showcase-Festival freuen, gibt es doch stets neue Gustostückerl zu entdecken.

Gänsehautmomente Auch Singer-Songwriterin Avec ist beim Waves 2016 dabei!

derliegen, man kann sie bequem zu Fuß erreichen. Damit haben wir auf das Feedback der letzten Ausgaben reagiert“, erklärt Organisator Thomas Heher bei der Präsentation der ersten Eckpunkte. Im Herzen des Alsergrundes spielt 2016 also die Musik: Zu den Spielstätten zählen Café Weimar, Palme, Exnersaal, Clash, Schubert Theater, Festsaal und das WUK selbst, wo drei Live-Floors, das Conference Centre und der Auf in den Alsergrund Das Wiener WUK bildet heuer das Festivalzentrum. Label Markt warten.

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Heimische & internationale Acts Die Waves-Gastländer sind diesmal Deutschland und Israel, mit denen es allerlei musikalischen Austausch geben wird. Als erste Acts aus unserem Nachbarland haben sich bereits Golf und Vimes angekündigt, von österreichischer Seite mischen A Life A Song A Cigarette, Avec, Elsa Tootsie & The Mini Band und Resisters mit. UK-Fans können sich wiederum auf Black Honey, Finley Quaye oder Gold Panda freuen. Um nur einige der bereits bekannten Künstler zu nennen. Das Waves bricht 2016 also zu neuen Ufern auf – und ist schon mal auf gutem Kurs.

Fotos: Kidizin Sane, Wolfgang Thaler

Waves goes Alsergrund Apropos neu: 2016 wird gesiedelt, und zwar vom 1. in den 9. Wiener Gemeindebezirk. Mit dem WUK wurde eine etablierte Szene-Location zum neuen Headquarter erkoren. „Heuer werden die Locations weniger als eine Straßenbahnstation auseinan-


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Absolut Künstleredition

Fotos: Konstantin Reyer

Der letzte Eddingstrich ist gesetzt – die 1. österreichische Absolut Künstleredition ist fertig! Sie besteht aus insgesamt 20 Unikaten, illustriert auf der Limited Edition "Absolut Mix". Ab 2. Juni um 16 Uhr sind die Flaschen in BILLA-Regalen österreichweit zu finden. Wortwörtlich, denn Absolut-Fans müssen sich mithilfe von Social Media-Hinweisen auf die Suche nach jenen BILLA-Filialen, in denen die Flaschen an diesem Tag platziert werden, machen. Der Grazer Maler und Illustrator DAVID LEITNER, der die Unikate gestaltete, orientierte sich im Kreativprozess an unterschiedlichsten Charakteren aus den verschiedensten Ländern. Für ihn steht die Künstleredition für Diversität und Vielfalt. Denn: „Der perfekte Mix macht es aus - in jeder Hinsicht“, da sind sich die schwedische Vodka-Marke und der junge österreichische Künstler einig.

Apropos „perfekter Mix“ Der Drink zur Künstleredition: Absolut PALETTE von David Leitner & Bar 28 6cl Absolut Vodka BILLA-Saft „Glücksmoment“ mit Früchten und roter Beete Einen Schuss Sodawasser und Limettensaft Eine Prise bunter Pfeffer Topping: BILLA Corso Popcorn Rosa Pfeffer

Wir verlosen ein Exemplar auf service.oeticket.com! Die zu verlosende Flasche wurde zusätzlich zu den 20 Kauf-Unikaten angefertigt.


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Die Untoten Auf die Idee muss man einmal kommen: Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ mit Zombies anzureichern. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

Dark Funeral – Where Shadows Forever Reign Ein eiskaltes Inferno, das ins Skandinavien der 90er zurückprescht, als die Kirchen noch loderten …

Planet Of Zeus – Loyal To The Pack Erdig, rotzig, catchy: Die Griechen sind der kongeniale Brückenschlag zwischen Lynyrd Skynyrd, QOTSA und Clutch.

Kvelertak – Nattesferd Die aktuell wohl überbewertetste Modeerscheinung schafft es, von Album zu Album noch schwachbrüstiger zu werden.

Scorpion Child – Acid Roulette Der Beweis, dass Rockmusik gleichzeitig engelsgleich-zart wie ungestüm-wild sein kann – der libidinöse Schweiß trieft …

Mick Harvey – Delirium Tremens Gewohnt eloquent zollt das carezzevole Raubein auf Teil 3 seiner Serie dem großartigen Serge Gainsbourg Tribut: superb!

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s waren aber nicht Filmemacher, denen einfiel, man könne durch Austens Gesellschaftsstudie-plus-Liebesroman die Untoten wandern lassen, sondern der US-Autor Seth Grahame-Smith, und zwar schon 2009. Das Buch verkaufte sich wie die warmen Semmeln. Ein Jahr später folgte sein Roman „Abraham Lincoln Vampirjäger“ („Auf die Idee …“), der allerdings früher verfilmt wurde, nämlich 2012, und ein veritabler Erfolg wurde. Was lag also näher, als sich auch „Pride and Prejudice and Zombies“ vorzunehmen? Wieder verpflichtete man Mr. Grahame-Smith auch gleich als Drehbuchautor. Mit durchaus prominenter Besetzung (Lily James, Sam Riley, Charles Dance, Suki Waterhouse) und ganz und gar nicht so grindig, wie man angesichts des Titels glauben möchte, kommt das daher, und wer das Gschicht’l schlucken kann, dass

fünf junge Britinnen, die aus dem Roman Jane Austens bekannten Schwestern Bennet also, Anfang des 19. Jahrhunderts in Beijing Martial Arts gelernt haben (sollen), dem wird auch der Rest gefallen: anmutige junge Frauen, fesche Männer, schöne Landschaften, edles Dekor und ein Haufen gruseliger Untoter, die Unruhe stiften und folglich bekämpft werden müssen. Seth Grahame-Smith jedenfalls hat sich in die erste Liga katapultiert: Mit drei heißen Prestige-Drehbüchern („Lego Batman Movie“, Tim Burtons „Beetlejuice 2“ und die DC-ComicsAdaption „The Flash“, bei der er erstmals auch selbst Regie führen wird) ist er Top of the Tops in Hollywood. powered by

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Fotos: Hersteller, SquareOne/Universum

Die fünf Bennet-Schwestern Ab 10. Juni gehen Jane Austens Damen Lydia (Ellie Bamber), Jane (Bella Heathcote), Elizabeth (Lily James), Mary (Millie Brady) und Kitty (Suki Waterhouse) in „Pride and Prejudice and Zombies“ die Untoten jagen.


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!ticket media ROXETTE

Good Karma Roxette schockten ihre Fans im April mit der Nachricht, dass sie die geplante Welttournee aufgrund von Maries Gesundheitszustand, Nebenwirkungen ihrer Krebsbehandlung, absagen müssten. Umso verwunderlicher, dass ihr aktuelles Album „Good Karma“ dermaßen gelöstselig, ja zutiefst beschwingt geraten ist – beinahe als wolle man partout Zunge und Mittelfinger jedweden

negativen Obsessionen frech entgegen strecken: Angriff ist oftmals die beste Verteidigung. Den stilistischen Rahmen hierbei bilden, geschickt als Auf- und Abgesang gesetzt, „Why Dontcha?“ einerseits, das gar nicht einmal unrund zwischen Twist- und Dancehall-Anleihen mäandert, das anschmiegsame „April Clouds“ andererseits, das beinahe liebkosend den geneigten Hörer sanft ins Off begleitet: mit mehr Weh verabschiedet man sich nur in „Casablanca“. Ad acta gelegt ist mittlerweile der vielleicht etwas verstaubt wirkende traditionelle Sound, die schwedischen Pop-Heroen klingen beinahe überdeutlich aktualisiert – nicht selten mit offensichtlichen Eigenzitaten, die zuvor durch einen Äther der Marke Coldplay gejagt wurden. Vereinzelt mögen pointierte Akzentuierungen verwundern, aus dem erwarteten Pop-Schemata werfen, aber vielleicht ist das heute ein unabdingbares Geschick … (sb)

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JAKE BUGG

On My One „On My Own“ wird im Bugg’schen Wortspiel zu „On My One“ – und viel treffender könnte er seinen Drittling nicht umreißen: Beinah wirkt es so, als hätte er gleich Robert Johnson an der Wegkreuzung in Clarksdale dem Teufel seine Seele verkauft, um den „absoluten Blues“ zu fühlen. So zieht er allein, nur mit Gitarre und nasaler Stimme bewaffnet, unter der glühenden Sonne weiter, ins Jammertal. (sb)

THE KILLS BOB DYLAN

Fallen Angels Man erinnere sich an Premingers Film-noir-Klassiker „Fallen Angel“, der den dem Genre immanenten Zynismus nutzt, um die dunklen Seiten menschlicher Leidenschaften transparent zu machen: Von dort schweifen die Gedanken unweigerlich zu Dylans neuer Exkursion ins frühe Schaffen von Frank Sinatra – den Titel in den Plural gesetzt, teilen etliche der Songs die fatalistische Welt-

sicht. Der Affront, der mit „Shadows in the Night“ – der durchaus rührenden Sammlung von Songbook-Klassikern aus den 40er- und 50er-Jahren, die allesamt auch mindestens einmal von Ol’ Blue Eyes interpretiert worden waren – begann, wird also fortgesetzt: David Bowie beschrieb bereits in seinem „Song for Bob Dylan“ eine Gesangsqualität, die zur unüberwindlichen Hürde werden kann, jedoch kann Onkel Bob tatsächlich nicht nur krähen und knödeln. Außerdem ging es ihm irgendwann auch einfach auf die Nerven, zum Oberpopanz der Rebellion verdonnert worden zu sein – zum Grüßaugust einer Generation. Und diese Zähneziehlaune steht ihm saugut: Wiederum sind es vor allem die Balladen, die von ihrer einstigen Opulenz auf einen kargen Americana-Sound heruntergebrochen werden, die das Album herrlich lakonisch geraten lassen. (sb)

4/5

Ash & Ice Das Album eröffnet mit der Vorabsingle „Doing It To Death“, dabei wirkt das reanimierte Duo aber exorbitant vital: Beinah ist man versucht, Buttgereits „Nekromantik“, die Mär über eine Dreiecksbeziehung mit einer Leiche, süffisant in Zwischentönen zu hören. Immerhin wusste auch schon Falco, man müsse sterben, um zu leben – und dieser pulsierende Totentanz, der führt unweigerlich ins ewige Licht. (sb)

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Intergalaktisch Die Abenteuer um den tollkühnen Lombax und seinen Roboter-Gefährten begleiten uns nun bereits seit fast 15 Jahren. Mit dem Reboot „Ratchet & Clank“ haben wir uns die letzten Wochen intensiv beschäftigt. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

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Spielwiese Jeden Monat stellt euch Joachim Schmida eine Auswahl der besten Konsolenspiele vor. Faszinierend, was sich in der Game-Welt so tut!

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Minus: Wenn es etwas zu bemängeln gibt, sind es die Hack-Puzzles zwischendurch, die den Spieldrive etwas entschleunigen. High-FPS-Fanatikern sei gesagt, dass das Spiel 30 Frames schafft. Fazit: „Ratchet & Clank“ ist wie ein guter alter BeastieBoys-Klassiker: Fetzt noch immer gewaltig und kommt frisch aufpoliert zu neuen Stärken! Unser Lieblingsstudio Naughty Dog sollte sich ein Beispiel nehmen und die Neuauflage von „Crash Bandicoot“ verwirklichen, zumal „Uncharted 4“ ja nun ohnehin heraußen ist – darüber berichten wir dann übrigens in der nächsten Ausgabe …

Fotos: Hersteller

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Ratchet & Clank (SCEE für PlayStation 4) Plus: Eigentlich längst überfällig, die Veröffentlichung von „Ratchet & Clank“ für die PS4. Warum? Zum einen ist diese Sorte Computerspiel rar geworden – mit „Knack“ kam zwar zum Launch ein ähnlich gearteter Titel auf den Markt, der aber leider eher weniger überzeugen konnte. Dagegen ist „Ratchet & Clank“ ein zwar noch älteres, aber nichtsdestotrotz noch immer prächtiges Juwel, das vom kalifornischen Studio Insomniac wieder mit viel Akribie und Liebe zum Detail geschliffen wurde. Denn der erste Aufritt der Kultreihe wurde nicht nur remastered, nein, er wurde komplett neu konzipiert – parallel zum am 28. April erscheinenden Kinofilm (Synchronsprecher sind u. a. John Goodman und Sylvester Stallone!). Insbesondere Liebhaber alter PS2-Games erwartet ein neu aufgelegtes, charmantes Action-Plattformer-Feuerwerk, bei dem vieles zusammenpasst: Die punktgenaue Steuerung, der ausreichende Umfang, die spielerische Abwechslung, der „nerdige“ Schmäh sowie die umwerfende grafische Präsentation, die uns in einen modernen Animationsfilm katapultiert. #Gadgetron: Vor allem die unterschiedlichen Waffen und deren Upgrade-Möglichkeiten sind für den hohen Spaßfaktor beim Zocken zuständig. Vom Groovitron bis hin zum Verpixler, von Mr. Zurkon bis zum Schafinator – sämtliche Geschütze wollen mehrmals ausprobiert werden. Und sind alle Aliens einmal neutralisiert, können massenweise Bolts eingesammelt werden: Der spannenden Ballerei folgt das befriedigende Vergnügen.


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Ciao Alltag, hallo Eis-Köstlichkeiten für den Sommer 2016! Die Eisneuheiten 2016 lassen uns wieder mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Mit dem rot-weißen Comeback des 70er Jahre-Klassikers Doppellutscher lässt es ESKIMO im Fußballjahr ordentlich „polstern“ und liefert die rot-weiße Eiserfrischung mit Himbeer und Zitrone zur Abkühlung für jedes Fußballfieber. Cornetto feiert den runden 50er mit dem neuen Cornetto Frozen Yoghurt Waldfrucht und dem 10 Cornetto Miniature Snack-Pack für jede Sommerparty. Magnum Double Peanut Butter und Magnum Double Caramel wecken unter dem Motto „Release The Beast“ das Raubtier in allen Eisfans und verführen mit doppelter Magnum-Schokolade, Erdnussbuttereis und Caramel-Sauce. Cremissimo Banane Stracciatella Schokolade und Cremissimo Walnuss Nougat laden die ganze Famile ein, in eine Welt voller Glücksmomente einzutauchen. Cremissimo mit Dragee Keksi beschert uns die dritte „Eis-Hochzeit“ mit dem Wiener Traditionssüßwarenhersteller Manner, nach Cremissimo à la Manner (2013) und Cremissimo à la Casali (2014). Die Kids werden begeistert sein: Mit Twister Schwarze Johannisbeere, Calippo Bubble Gum und Calippo Shots Chupa Chups Kirsche-Banane wird das Eisjahr 2016 aufregend bunt, spaßig und abwechslungsreich. Alle ESKIMO-Neuheiten 2016 gibt’s auf www.eskimo.at

Für die österreichische Eislegende Doppellutscher nahm Fußball-Legende Toni „Doppelpack“ Polster gemeinsam mit der Band Heinz aus Wien einen legendären Fußball-Fansong für Österreich auf: Das neue Wunderteam. Das Video ist seit Ende April auf YouTube und erfreut sich großer Beliebtheit, den Song gibt es als Gratis-Download auf doppellutscher.eskimo.at Das finden wir legendääär.

Fotos: Unilever/Eskimo

Toni Polster & Heinz liefern den Fußball-Fansong 2016: Das neue Wunderteam


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!ticket spaß

Endlich Urlaub? Engels & Marx, eine sichel- und hammermäßige Boygroup aus dem 19. Jahrhundert, haben erkannt, dass die Hackler eine Pause brauchen – genannt „Urlaub“. Der Massentourismus begann als sozialistische Vision: Monsieur Trigano, ein französischer Kommunist gründete den „Club Med“ für die Arbeiterklasse. Dort wurde mit Perlen bezahlt, weil die Klassenunterschiede nicht sichtbar waren, wenn alle an der Bar sitzen und keiner eine dicke Brieftasche dabei hat. Und auch bei uns weiß heute kaum jemand, dass RUEFA eine Abkürzung ist:

SEX SELLS Georg Biron

„Reise und Erholung für Arbeiter“. Ganz wichtig scheint mir aber zu sein, dass jeder, der auf Urlaub fährt, sich selber mitnimmt, was mitunter zu schweren psychischen Schäden führen kann. „Ham kummst“ Ich hab’s leider vergessen, von welchem alten Philosophen die Erkenntnis stammt: „Alles Leid dieser Erde rührt daher, weil die Leute nicht zu Hause bleiben können!“ Oder anders gesagt: Der Hit „Ham kummst“ von Seiler & Speer wird ja nur deshalb so dramatisch

STARREBUS Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Was könnte hiermit gemeint sein? Die Auflösung unseres letzten Rebus war „The Cure“. Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket.

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und endzeitig, weil man, um heimzukommen, ja erst einmal fortgehen muss. Eben! Also: Was mich betrifft, so ist der Urlaub 2016 heuer gestrichen. Ich könnte mir ja gar keinen Urlaub leisten, weil sich mein Sexleben darauf beschränkt, regelmäßig von der Regierung gefi*** zu werden. Kaum hab’ ich ein bissel Geld, nimmt mir das Finanzamt die Hälfte weg. Kein Wunder, die müssen ja auch das Urlaubsgeld für unsere 1,2 Millionen Beamten auszahlen.

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Weitere Gewinnspiele: Seiten 8/9, 22/23 und 24. Infos & Teilnahmebedingungen: ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Eventmagazin, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2016.

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Eine wirklich hervorragende Erneuerung gibt es vom Nova Rock und vom Frequency zu vermelden: ab dieser Saison zahlt man – wie auch schon auf anderen europäischen Festivals – bargeldlos! Diese Technologie macht das Bezahlen am Gelände einfacher, schneller und sicher. Mehr Infos: www.novarock.at/cashlessfaqs

Fotos: moff, fotolia, beigestellt

Das nächste !ticket erscheint am 29. Juni 2016.


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!ticket Juni 2016  

mit Lake Festival, The Who, Rokko Ramirez und Michael Seida, Nippon Nation, Alf Poier, Zucchero, LIAN, Waves Festival, Roxette, Bob Dylan un...

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