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Locarno Touristisch 14.10.2011 Stocks / Das Schweizer Anleger-Magazin Ende der «kalten Betten» naht

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Date: 14.10.2011

Das Schweizer Anleger-Magazin Stocks 8021 Zürich 043/ 444 59 01 www.stocks.ch

Genre de média: Médias imprimés Type de média: Magazines populaires Tirage: 22'113 Parution: 25x/année

N° de thème: 278.10 N° d'abonnement: 1049894 Page: 42 Surface: 59'071 mm²

Locarno / Touristisch

Ende der «kalten Betten» naht

Quer durch die Schweiz werden momentan Rezepte ausprobiert, um den Bau von Zweitwohnungen einzudämmen. Bauherren müssen mit Lenkungsabgaben rechnen, Eigentümer mit Sondersteuern. Von Andreas Kneubühler

Locarno Immer mehr klassische Hotels werden zu luxuriösen Appartements umgebaut.

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ARGUS der Presse AG Rüdigerstrasse 15, case postale, 8027 Zurich Tél. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01 www.argus.ch

Réf. Argus: 43915544 Coupure page: 1/3 Rapport page: 1/3


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Locarno / Touristisch

man das optimale Skigebiet gefunden hat, weil man geerbt, genug von Hotels hat oder weil man einen Alterssitz sucht: Es gibt viele Gründe, sich eine Zweitwohnung zu leisten - die Rendite ist es selten. Wer daran

Zudem verdrängen die Zweitwohnungen

taxen mit den Kosten für ein Hotelzimmer der gehobenen Klasse vergleichen. Sind mit dem Geld mehr Hotelferien möglich als die paar Wochen, in welchen man die Ferien-

Hotels direkt am See geschlossen und nach einem Umbau als luxuriöse Appartements

zunehmend die Hotellerie. Auch Häuser der gehobenen Klasse werden nicht mehr saniert, sondern abgerissen oder zu Eigentumswohnungen umgebaut. Diese Entwicklung lässt sich in Flims genauso zweifelt, sollte die Ausgaben für die Ferien- beobachten wie in Locarno, wo in den wohnung pro Jahr samt Steuern und Kur- vergangenen Jahren eine ganze Reihe von

Weil

an vermögende Deutsche oder Italiener verkauft worden sind.

wohnung nutzt, ist der Beweis erbracht: Einen steigenden Anteil an ZweitwohDie Zweitwohnung ist reiner Luxus - al- nungen gibt es neu auch in den urbanen lerdings einer, den sich inzwischen jeder Zentren. Immer mehr Leute leisten sich eine Unterkunft in Zürich, Basel oder Genf. zwölfte Schweizer Haushalt leistet. Manchmal sind Zweitwohnungen aller- Der Ökonom Hans Kissling hat in einem dings vor allem Geldanlagen. Das belegt Artikel des «Magazins» vorgerechnet, dass

die grosse Nachfrage nach Grundstücken es in der Stadt Zürich inzwischen rund in Destinationen wie Crans-Montana, 15 000 Zweitwohnungen gibt und dass der Stadt jährliche Steuereinnahmen zwischen Verbier oder St. Moritz. In den touristi90 bis 130 Millionen Franken entgehen. Es schen Gebieten stamme die Nachfrage zu ist schwierig, Lösungen für die Problemaetwa 80 Prozent aus dem Euro-Raum, aus tik der «kalten Betten» zu finden. Deutschland und Italien, sagt Urs Haus- Politischen Druck macht nun die 2008 von

mann, Partner in der Immobilienbera-

tungsfirma Wüest & Partner. Die Bodenpreise seien gestiegen, dafür sei auch der Wechselkurs verantwortlich, stellt er fest. Die hohen Preise würden eigentlich eher

Franz Weber eingereichte Initiative «Schluss

mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnun-

gen». Sie fordert eine Beschränkung des Zweitwohnungsanteils auf 20 Prozent pro Gemeinde. Der Bundesrat hat darauf mit für eine sinkende Nachfrage sprechen. einer Revision des Raumplanungsgesetzes Auf der anderen Seite seien Immobilien reagiert und will damit erreichen, dass die in der Schweiz Kapitalanlagen und des- Zahl neuer Zweitwohnungen gesenkt und halb gefragt. Im Moment sei es schlicht die Hotellerie sowie günstige Erstwohnunnicht möglich abzuschätzen, welche der gen gefördert werden. Das Gesetz ist seit beiden Präferenzen sich stärker auswirke, Juli 2011 in Kraft; die Kantone haben nun so Hausmann. drei Jahre Zeit, dafür zu sorgen, dass die Neben dem sich aufheizenden Immobilienmarkt gibt es einen weiteren Faktor, der sich auswirkt: Die seit längerem angekündigten Regulierungen für den Zweitwohnungsbau. Damit sollen die negativen Folgen des Booms - sichtbar vor allem in den Tourismuskantonen Graubünden, Wallis

Gemeinden geeignete Massnahmen treffen.

Einzelne Tourismusorte haben bereits Restriktionen erlassen oder sind bei der

Vorbereitung: Im Kanton Bern planen fünf Gemeinden, darunter Wengen und Lauterbrunnen, die Einrichtung von Hotelzonen, in denen künftig nur ein festgelegter Anteil und Tessin - bekämpft werden: die Zervon bewirtschafteten Zweitwohnungen zusiedelung der Landschaft, die ausserhalb der Saison in Geisterdörfer verwandelten gelassen wäre. In Zermatt ist der Bau neuer Zweitwohnungen bereits seit 2007 auf eine

Gemeinden, die für Einheimische kaum

jährliche Bruttogeschossfläche von 850

noch bezahlbaren Mieten sowie die hohen Quadratmetern eingeschränkt worden. In Kosten für die Infrastruktur.

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Locarno / Touristisch

Flims liegt die Grenze bei 2000 Quadrat- dürfte das Beispiel schnell Schule machen. metern, in Davos bei 6500 Quadratmetern. Eine Variante dieser neuen Steuer will Davos einführen. Dort wurde ein Gesetz angenommen, das eine Lenkungsabgabe enthält, die für die Baubewilligung fällig wird. Verlangt werden 500 Franken pro Quadratmeter Bauland. Das Gesetz muss noch vom Kanton bewilligt werden. Noch In welche Richtung die Entwicklung ge- sind viele dieser Einschränkungen erst in hen könnte, zeigt das Beispiel Silvaplana Vorbereitung, die Übergangsfristen könn(GR). Dort hat die Gemeindeversamm- ten also noch ausgenutzt werden. Dass lung eine neue Zweitwohnungssteuer be- dies nicht so einfach ist, zeigt das Beispiel schlossen. Jährlich müssen die Besitzer Davos. Dort sind die Kontingente für neue von Zweitwohnungen zwei Promille des Zweitwohnungen bis 2013 bereits ausgeWertes der Liegenschaft abliefern. Die ers- bucht. Danach kommt voraussichtlich ein te Rekursinstanz, die Bündner Regierung, deutlich tieferes Limit zum Tragen. Die lehnte die Einsprachen dagegen nicht nur Warteliste dürfte lang werden. Es kann ab, sondern forderte sogar einen höheren zwar weiterhin geplant werden, wann Steuersatz, weil sonst keine Lenkungswir- schliesslich gebaut werden darf, ist aber kung erzielt werde. Kommen Verwaltungs- völlig offen. und Bundesgericht zum selben Schluss,

«Immer mehr Leute leisten sich eine zweite Unterkunft in Zürich, Basel oder Genf.»

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