Issuu on Google+

Bericht

Blau und Grün im wechselnden Licht der Sonne In Morcote an der südlichen Spitze des Luganer Sees hat das Paradies eine Außenstelle eter Alexander besaß hier ein Haus geP nauso wie der Komponist der „Capri Fischer“, Gerhard Winkler: Das Schweizer Dorf Morcote im Tessin an der südlichen Spitze des Luganer Sees. Wie ein Keil ragt das Land am Monte Arbostora in den klaren blauen See hinein. Bevor Waren per Eisenbahn oder Autobahn über die Alpen den Transit nahmen, hatte Morcote den größten Seehafen, an dem Güter und Personen von oder nach Italien umgeschlagen wurden. Das schuf einen gewissen Wohlstand. Bis heute jedoch bleibt die einzigartige sonnendurchflutete Seelage, die von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang das Dorf in verzauberndes Licht taucht.

Kirche, Oratorium und ein Friedhof mit „Seeblick“ An der Spitze der Halbinsel überragt die Kirche Santa Maria del Sasso die Siedlung, die sich in Seehöhe eng und mit Arkaden gesäumt an das steile Ufer drückt. An der Kirche jedoch auf der Anhöhe, über 404 Treppenstufen erreichbar, wird der Besucher mit einem grandiosen Seeblick für die Mühen des Aufstiegs belohnt. Es ist zuerst diese Lage, die die Pracht des Gotteshauses ausmacht. Weit reicht der Blick über den See auf die bewaldeten Hänge des gegenüberliegenden Ufers oder nach Porto Ceresio in Italien. Die Kirche entstand im Renaissance-Stil von 1462 bis 1478. Sie war im Besitz des Erzbistums Mailand, Aus- und Umbauten erfolgten im 16. und 18. Jahrhundert, zuletzt eine Barockisierung entsprechend der damaligen Mode. Den heiligen Karl Borromäus, nach dem spätantiken Kirchenvater Ambrosius der bedeutendste Bischof auf der Mailänder Kathe-

Vom Friedhof an der Kirche Santa Maria del Sasso in Morcote, im Vordergrund eine Skulptur des britischen Künstlers Henry Moore, reicht der Blick über den Luganer See.

ie Farbe Entdecken Sie d und Weiß! hinter Schwarz

er t für Neueinsteig Klavierunterrichd Fortgeschrittene im jeden Alters un Raum Köln/

err Barbara Bügittn/ne -ggeerraaggooggiinn Musikpädago

Bonn/Brühl/ Euskirchen

Tel. (02253) 54 29 54 l Bad Münstereife

Morcote und der Luganer See sind „Karl-Borromäus-Land“. Der Mailänder Bischof (1538 bis 1584) setzte sich unermüdlich für die Re-Vitalisierung des katholischen Glaubens ein. Dort ist im Oratorium des heiligen Antonius von Padua programmatisch der „Missionsauftrag“ des Auferstandenen an die Jünger zu finden. (Fotos: Raspels) Kirchenzeitung Köln Ausgabe 21/2012 vom 25. Mai ●

dra, ist in der Kirche eine eigene Kapelle geweiht. Die Fresken in der Kirche sind einzigartig in der lombardischen Kirchenkunst, darunter Bilder von Gott-Vater und Gott-Heiliger Geist. Sie stammen noch aus der Gründungszeit der Kirche um 1480.

Schauspieler, Musiker und Architekten Gegenüber der Kirche ragt aus dem dichten Grün der Gärten mit Palmen, Feigenbäumen und weiteren subtropischen Pflanzen das achteckige Oratorium vom heiligen Antionus von Padua heraus, ein barocker Bau vom Ende des 17. Jahrhunderts. Die farbintensiven und leuchtenden Fresken zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und seiner Apostel. Es ist die Botschaft der Verkündigung der Frohen Botschaft an die Menschen in der Nähe (Bergpredigt) wie auch in der Ferne mit dem nachösterlichen und pfingstlichen Missionsauftrag an die Apostel. Auf der Rückseite der Marienkirche befindet sich einer der bekanntesten Friedhöfe der Schweiz. Hier haben zwischen Zypressen, Blumenbeeten, Gedenksteinen und Kunstwerken zahlreiche Schauspieler, Musiker sowie Architekten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Lage, Landschaft und Flora lassen etwas von dem Paradies erahnen, das sich die Verstorbenen und ihre Angehörigen im christlichen Glauben erhoffen. An einer Grabstätte liest der Betrachter sogar: „Sterben ist schön.“ Da mag die Friedhofs-Umgebung aber vielleicht den Autor einseitig inspiriert haben und der Wunsch der Vater des Gedankens sein. BERNHARD RASPELS

49


Kirchenzeitung Köln, Germany, May 2012