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Von Calw ins Tessin Auf den Spuren von Hermann Hesse im Tessin Text + Fotos Hans F. Schwarz | Ticino Turismo

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Tessin

Im Tessin ist es wie in der Liebe: Gegens채tze ziehen sich an! Palmen und Gletscher, Dolce Vita und Extremsport, uralte Kirchen und moderne Architektur: Im s체dlichsten Teil der Schweiz, durch den stets ein Hauch von Italien weht, verschmelzen die Gegens채tze

Foto Alexander Chaikin | Shutterstock.com

zu einem harmonischen Ganzen.

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Zügig geht es im Reisemobil auf der gut ausgebauten A 13 in Richtung Tessin.

»S

ie ist wunderbar reich und schön, und vom Alpinen bis ganz Südlichen ist alles da«, schwärmte der in Calw nahe Stuttgart geborene Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse von seiner Wahlheimat Tessin. In der Tat: Wo sonst könnte man morgens über Gletscher wandern und nachmittags unter Palmen dösen? In der Region

Locarno mit ihrem alpinen Hinterland ist das ohne weiteres möglich. Während man einerseits in der Tessiner Bergwelt durch stille Täler und einsame Dörfer wandert, flaniert man andererseits über die belebte Piazza Riforma in Lugano mit der Leichtigkeit des mediterranen Dolce Vita. Kaum mehr als dreißig Minuten dauert die Zeitreise vom 1500

Jahre alten Baptisterium in Riva San Vitale zu Mario Bottas avantgardistischer Kapelle auf dem Monte Tamaro. Auch die Geschichte vom Essen und Trinken spannt einen weiten Bogen. Dank kulinarischen Einflüssen aus dem nahen Italien hat sich die Cucina Povera, die arme Tessiner Küche, von kargen Kastanienmehl-Gerichten zu einer vielfältigen, oft mit Sternen gekrönten Küche emporgeschwungen. Vom urigen Grotto bis zum stilvollen Gourmettempel gibt es Vieles lustvoll zu entdecken. Bei einem Glas Merlot kommt man dann meist nicht umhin, den Einheimischen beizupflichten. »Hier ist es so schön«, erzählen die Tessiner, »dass nachts die Sterne enger zusammenrücken, damit sie ja alle Platz finden über dem Paradies.« Die Anfahrt

Zur Reise gen Süden starten wir auf dem Campingplatz Gitzenweiler Hof nahe Lindau. Von dort geht es los in Richtung Süden. Unser Reisemobil, Brutal riegelt die riesige Staumauer das Tal ab. Trotzdem schön in der Architektur. Auch James Bond hat es hier gefallen.

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ein Integra Style von Eura, hat vier Tonnen zulässige Gesamtmasse und daher heißt es: Österreich meiden wegen der sündhaft teuren Go-Box für ein paar lächerliche Kilometer auf deren Autobahn. Wir fahren durch die Stadt Lindau und entlang dem Ostufer des Bodensees Richtung Autobahn A 13/E 43. Auf Schweizer Seite blüht uns dafür die pauschale Schwerverkehrsabgabe. Kein Vergleich zu Österreich, für 32,50 CHF könnten wir an 10 Tagen mit einem »Wohnmotorwagen« die Straßen der gesamten Schweiz benutzen. Es geht aber auch pro Tag, dann sind 3,20 CHF fällig. Am Zoll füllen wir das entsprechende Formular aus, tragen das Datum ein und ab

geht’s. Zügig passieren wir links die Steueroase Liechtenstein, fahren vorbei an Chur und unterqueren den San Bernardino durch den 6,6 Kilometer langen Tunnel. Das »Licht am Ende des Tunnels« erhellt die Landschaft, die uns während unseres Kurzurlaubs begleiten wird: Ein langgezogenes Tal, links und rechts dicht bewaldete Höhen, teilweise oben nackter Fels. Zügig geht’s weiter Richtung Süden, wir wollen heute noch eintauchen in eines der typischen Tessiner Täler, das Val Verzasca. Wir lassen deshalb die Kantonshauptstadt Bellinzona außen vor, heben eine Visite für die Rückfahrt auf. Das wird am Samstag sein, Markttag und damit ein besonderes Erlebnis. Davon später

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Tal seinen Namen, er formte die harten Felsen im Laufe der Jahrtausende.

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Ein typisch Tessiner Idyll fanden wir in Sonogno, beinahe am Ende des Verzasca-Tals.

mehr. Vor uns taucht der See auf, im Hintergrund das berühmte Locarno am Nordufer des Lago Maggiore. Der Lago Maggiore und seine Täler

Auch hier verkneifen wir uns vorerst einen Besuch, biegen rechts ab Richtung Val Verzasca. Das eiskalte Grün des Wassers – das verde acqua – gab dem Tal seinen Namen. Mit seinen extrem steilen Hängen und ungezählten Kaskaden bietet es ein gewaltiges Naturerlebnis. Der Tessiner Dichter Giovanni Bianconi (1891-1981) verglich es mit dem »rauen Kern des süßen Pfirsichs Tessin«. Unweit vom urbanen Locarno, bei der Ortschaft Gordola, führt die 25 Kilometer lange Straße in steilen Serpentinen in das Tal, das bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von der Außenwelt nahezu abgeschnitten war. Heute nutzt die Talsperre des Lago di Vogorno die natürliche Barriere seiner Steilwände. Den Staudamm, mit 220 Metern Höhe einer der höchsten in Lavertezzo: die doppelbogige Brücke Ponte dei Salti ist weit über die Grenzen der Schweiz bekannt.

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Europa, kennen James-Bond-Fans als Schauplatz aus dem Film »Golden Eyes«. Er wurde zwischen 1961 und 1965 zur Stromerzeugung gebaut und hat das Landschaftsbild des Tals einschneidend verändert. Seinen besonderen Reiz zeigt der große Stausee zweifelsfrei bei hohem Wasserstand. Schaut man von der Staumauer Richtung Norden, sieht er mit den

bewaldeten Ufern recht natürlich aus. Das Wasser ist smaragdgrün wie das der Verzasca, die den See speist. Diesen faszinierenden Farbton erzeugt die Spiegelung des Serizit-Gneis im klaren Wasser. Dazu kommen die bizarr geformten Felsen im Fluss, die der Verzasca ihr unverwechselbares Bild verleihen. Fährt man vom Lago di Vogorno weiter nördlich dem


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Nach dem Val Verzasca genießen wir kurz das mondäne Locarno mit dem großen Yachthafen.

Tal entlang, geht es nur noch gemächlich bergan. Hat man Birone erreicht, öffnet sich das bis dahin V-förmige Tal und weitet sich zu einem Trog, der am Ende nach der romantischen Ortschaft Seccada von einer bis zu 3.000 Meter hochsteigenden Gebirgskette verriegelt wird. Die größte Sehenswürdigkeit des Tals befindet sich in Lavertezzo: die doppelbogige Brücke Ponte dei Salti. Die Mit dem Linienschiff geht es in

zügiger Fahrt auf dem Lago Maggiore zu den nächsten Zielen.

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Natursteinbrücke mit ihrem Mittelpfeiler, der auf einem Gneisfelsen in Fluss fundiert, wurde im Mittelalter erbaut, 1906 von einem Hochwasser zerstört und anschließend wieder detailgerecht aufgebaut. Uns plagt der Hunger nach diesem ersten, ereignisreichen Tag und wir fahren weiter bis Sonogno, beinahe am Ende des Tals. In der Grotto Redorta genießen wir auf der romantischen Terrasse unser erstes Essen auf Tessiner Boden. Gesättigt wenden wir und fahren zurück Richtung Locarno, gefüllt von ersten Eindrücken dieses ehrwürdigen

Tals, seiner beinahe unberührten Natur, sieht man von der Staumauer ab, und der herrlichen Ruhe. Quartier schlagen wir auf in Camping Delta am Ortsrand von Locarno. Der Platz liegt romantisch am Seeufer und direkt an der Mündung des Flüsschens Maggia in den Lago Maggiore. Ein Paradies gerade auch für Kinder, die hier, bei Niedrigwasser, ungestört auf den unzähligen Felsbrocken spielen können, die das breite Flussbett ausfüllen. Hinter dem gegenüberliegenden Ufer des Maggia liegt das berühmte Städtchen Ascona, dem unser Besuch morgen gilt.


Tessin

Ascona, Perle des Lago Maggiore

Strahlendes Herbstwetter weckt uns. Heute findet die geplante Schiffstour auf dem Lago Maggiore statt, bei diesem Wetter einzigartig. In fußläufig einer Viertelstunde sind wir von Camping Delta an der Schiffsanlegestelle in Locarno. Es geht als erste Station in das berühmte Ascona. Ascona, oft als »Perle des Lago Maggiore« bezeichnet, international berühmt als hochkarätiger Ferienort mit langer Tradition, liegt am Delta des Flusses Maggia in einer einzigartigen, sonnenbeschienenen Bucht. »L’arte di vivere«, die Kunst zu leben, lautet hier mehr denn je das Motto. Auf der Piazza Giuseppe Motta, Asconas unwiderstehlicher Uferpromenade mit ihren unzähligen Restaurants, Cafés und Bars, manifestiert es sich täglich bis spät in die Nacht. Doch Ascona ist mehr als bloß ein mondänes Partydorf: der malerische Ort verfügt über ein reiches kulturelles und historisches Erbe. Besonders eindrucksvoll sind die Barockfassade der Casa Serodine und die benachbarte Kirche Santi Pietro e Paolo, eine Säulenbasilika aus dem 16. Jahrhundert, deren hoher Campanile das Wahrzeichen von Ascona bildet.

Nordwestlich von Ascona befindet sich der Monte Verità, der »Berg der Wahrheit«, der einst, bevor ihn der Belgier Henri Oedenkoven und seine deutsche Lebensgefährtin Ida Hofmann im Jahre 1900 erwarben, Monte Monescia hieß. Sie richteten sich auf ihrem Berg ein und lebten als Vegetarier auf der Suche nach der Wahrheit. Licht und Luft, Nudismus und Theosophie, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und hauptsächlich Rohkost waren die neuen Formeln für das individuelle Glück. Im »Labor« auf dem Monte Verità trafen sich Anarchisten, Reformer, Psychoanalytiker und Künstler. Bis 1920 Schluss war. Die Gemeinschaft löste sich auf. 1926 kaufte der Baron von der Heydt das Anwesen und baute ein Hotel im BauhausStil. 1970 übernahm der Kanton Tessin den Monte Verità. Heute kann man wunderbar durch die Parklandschaft schlendern und noch ein wenig von dem spüren, was die Wahrheitssucher einst geschaffen haben. Drei Gebäude – Casa Anatta, Casa Selma und Die Klarwelt der Seligen – bilden den Museumsparcours des Monte Verità. Dazu gibt es noch ein Seminarzentrum und Hotel sowie eine Teeplantage mit Teehaus

Die beiden Brissago-Inseln. Die (im Bild links) kann betreten werden und ist eine botanische Seltenheit. Die rechte ist gesperrt, hier werden seltene Pflanzen gehegt.

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Ein Paradies mit rund 1.500 verschiedenen Pflanzen ist der botanische Garten der Isole di Brissago mit neoklassizistischem Palazzo.

und Zen-Garten. Wir verlassen Ascona wieder per Schiff, hinaus auf den Lago Maggiore, zu den Brissago-Inseln. Wie zwei im See verankerte Schiffe ruhen die Inseln im Blau des Lago Maggiore. Beide sind veritable Naturparadiese. Während die kleinere Insel nicht betreten werden darf (seltene einheimische Pflanzen sollen hier ungestört gedeihen), dient die größere als botanischer Garten des Kantons Tessin. Rund 1.500 Pflanzenarten werden hier seit dem 19. Jahrhundert gezogen, die sonst nur in subtropischem Klima gedeihen. Der vorzügliche Windschutz der umgebenden Bergketten und das dank des Sees milde Klima machen das Wunder möglich. Das Linienschiff nimmt mehrmals täglich Kurs auf die schwimmenden Gärten. Uns bringt es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Locarno

Locarno hat eine lange Tradition als Ferienort. Bereits 1576 lobte ein gewisser Josias Simmler die Region, ihr Klima sowie ihre wind- und wettergeschützte Lage in den höchsten Tönen. Sein Fazit: »Es ist ein lustig Ort.« Seitdem ist zwar viel Wasser

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in den Lago Maggiore geflossen. Aber erholen und amüsieren kann man sich in Locarno immer noch prächtig. Mittelpunkt der beschaulichen Stadt mit gerade mal 15.000 Einwohnern ist die Piazza Grande mit ihren eleganten Häusern. Unter den Arkaden reihen sich Cafés und Restaurants aneinander. Zwischendurch ein Juwelierladen und bunte Marktstände. Einmal im Jahr, Anfang August, ist dieser Platz das Ziel von Europas Cineasten. Seit 1946 findet hier das internationale Filmfestival statt, das zweit-älteste in Europa. Man trifft sich abends auf der Piazza Grande, um miteinander auf der großen Freilichtbühne die neusten Streifen anzusehen. Wir aber wollen hoch hinaus. In nur fünf Minuten bringt uns die moderne Seilbahn, die vom Stararchitekten Mario Botta geplant wurde, von Orselina, einem Teilort Locarnos, auf den 1.340 Meter hohen Cardada. Dort angekommen, muss man zuerst einmal tief durchatmen. Denn Locarnos Hausberg bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Lago Maggiore und die Alpengipfel. Wem das noch nicht reicht, kann

mit der Sesselbahn weiter nach Cimetta (1.670 Meter) hoch fahren. Von der geologischen Beobachtungsstation aus genießt man dort oben ein unvergessliches 360-Grad-Panorama. Bevor wir uns auch dieses Highlight gönnen, gehen wir auf den einmaligen Aussichtssteg. Dieser ragt weit über den steil abfallenden Hang Lehrreich angelegt und beschrieben sind die Mustergärten.


Tessin

hinaus, ganz vorne meint man zu schweben. Entsprechend toll ist die Aussicht auf den Lago und die gegenüberliegenden Höhenzüge. Jetzt ist der Sessellift nach Cimetta an der Reihe. Die zweisitzigen Gondeln bieten während der Fahrt einen atemberaubenden Ausblick. Oben bietet die kreisrunde Plattform, die in die Felsen gehauen wurde, einen Rundblick ihresgleichen. Bei entsprechender Witterung reicht hier der Blick vom tiefsten Punkt der Schweiz, dem Delta des Maggia, bis zum höchsten, dem Monte Rosa Massiv. Dazu kommen die interessanten Tafeln auf der Plattform mit Erläuterungen zum Thema »Horizont der Felsen – Der Zusammenstoß zweier Kontinente«. Der Platz wird von einer Geraden durchzogen, die der insubrischen Linie entspricht. Hier wurde vor Millionen Jahren die europäische Platte von der afrikanischen getrennt. Proben der einzelnen Gesteinsarten, die hier zusammentreffen, sind erläuternd auf dem Boden aufgebaut. Uns zieht es weiter, zurück zum Campingplatz. Morgen geht es auf die andere Seite des westlichen Höhenzugs, an den Lago die Lugano und nach Lugano direkt.

Lugano und sein See

An Arbeit denkt vermutlich zuletzt, wer auf der Piazza Riforma in Lugano gegenüber dem prächtigen Rathaus im Cafè Federale oder bei Vanini sitzt und das Dolce-Far-Niente genießt. Ob der südlichen Nonchalance gerät leicht in Vergessenheit, dass man sich im Zentrum einer florierenden Wirtschaftsmetropole befindet, von der die meisten Impulse für den Kanton ausgehen. Ihren Reichtum verdankt die 55.000-Einwohner-Stadt nicht zuletzt dem Finanzplatz, dem nach Zürich und Genf drittgrößten der Schweiz. Die vielen Banken prägen das Bild der Altstadt mit ihren malerischen Gassen, Winkeln und Arkaden. Aber auch Kultur, Unterhaltung und Bildung kommen mit Museen, Radiound TV-Stationen und der seit 1996 bestehenden Universität zu ihrem Recht. Zugleich ist Lugano ein blühender Ferienort mit Tradition. Wer landschaftliche Schönheit mit dem (Shopping-)Erlebnis einer pulsierenden Stadt verbinden möchte, kommt nach Lugano. Die einmalige Lage an der nördlichen Bucht des Lago di Lugano mit Monte Brè und Monte San Salvatore als alpine Akzente, das milde

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Hier muss man höhentauglich sein: Die Schweiz, das Land der Seilbahnen. Blick auf Locarno und den Lago

Die moderne Aussichtsplattform von Cimetta

Maggiore aus der Seilbahn von Orselina auf den Cardada.

ragt hinaus über die Wipfel der Tannen.

Klima und die überaus üppige Vegetation bilden das natürliche Kapital dieser Stadt, die seit Jahrhunderten Reisende begeistert. Seit 1912 fährt eine Standseilbahn in einer Viertelstunde von Cassarate auf den Monte Brè (933 Meter) hoch, Luganos Hausberg mit einer der schönsten Aussichtsterrassen der Schweiz. Von dort aus genießt man einen traumhaften Blick bis hin zu den Walliser und Berner Alpen – so es das

Wetter zulässt. In einem 15-minütigen Spaziergang gelangt man von der Bergstation in das bezaubernde Dorf Brè. Ein »Künstlerweg« mit Wandmalereien und Skulpturen führt durch den malerischen Ortskern. Der Panettone im Luganersee

Wie ein Panettone erhebt sich der San Salvatore aus dem Luganersee. Auf seinen Gipfel gelangt man bequem mit der

Die hoch über Locarno gelegene, barocke Wallfahrtskirche Madonna del Sasso aus dem 17. Jahrhundert.

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Standseilbahn oder über den schwierigsten Klettersteig der Schweiz. Auf 912 Metern über Meer bietet sich ein herrliches 360-Grad-Panorama. Die Standseilbahn (funicolare) startet im Luganeser Vorort Paradiso. Sie bringt die Passagiere in zwölf Minuten auf den Berg. Von der Bergstation aus erreicht man nach einem zehnminütigen Spaziergang den Gipfel, der einen herrlichen Blick über den Luganersee, die Po-Ebene und die


Foto POZZO DI BORGO Thomas | shutterstock..com

Tessin

Panoramablick auf den Ort Lugano, welcher ein blühender Ferienort mit Tradition ist.

Bergketten der Schweizer und Piemonteser Alpen bietet. Am besten genießt man den grandiosen Rundblick vom Aussichtsturm der Kirche. Die Geschichte dieses Gotteshauses reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. An Himmelfahrt und Pfingsten wallfahren seit Jahrhunderten Pilger auf den Berg. Nachdem

1890 die Drahtseilbahn eröffnet wurde, zog der »Erlöserberg« – so die deutsche Übersetzung von Monte San Salvatore – auch Prominenz an; so besuchten ihn Kaiserin Elisabeth von Österreich und die Söhne Kaiser Wilhelms I. Nebst der Kirche befinden sich auf dem Gipfel noch ein Restaurant mit einer

Aussichtsterrasse sowie ein Museum, das Fossilien und Gestein der Region zeigt. Eine Dauerausstellung gibt Auskunft über die Höhlenforschung am Berg, der insgesamt sieben Höhlen hat, darunter die sagenumwobene Schatzgrotte. Sehenswert ist das Dorf Gandria östlich von Lugano. Den schönsten Blick

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Aussicht von dem 912 Meter hohen Berg San Salvatore am Luganer See im Tessin.

auf die sich terrassenförmig staffelnden Häuser, die von der barocken Kirche S. Vigilio überragt werden, hat man vom See aus. Mit dem Schiff gelangt man auch bequem auf die gegenüberliegende Seeseite zu den Cantine di Gandria, den Felsgrotten, in denen die Weine der Umgebung gelagert werden. Auch befindet sich dort das Zollmuseum. Es gibt

Einblick in die aufreibende Arbeit der Zöllner, denen einst die einfallsreichen, listigen Schmuggler das Leben schwer machten – oder umgekehrt. Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist Morcote, das »Schatzkästlein des Tessins«. Während im Innern des Dorfes die kleinen Häuser burgenhaft eng ineinander verschachtelt sind, spiegelt sich die geschwungene

Bauzeile der Patrizierhäuser mit ihren prächtigen Fassaden und typischen Arkaden im See. Sie symbolisieren den Stolz der Bürger, die es ab dem 16. Jh. mit Fischfang und dem Privileg, Mailand und Lugano mit frischem Seefisch zu versorgen, zu Reichtum brachten. Das geschlossene Häuserband am See gehört zu den beliebtesten Fotoobjekten

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Tessin

des Tessin. Bekannt ist Morcote ferner noch für die Himmelstreppe, die zur Kirche Santa Maria del Sasso und zum Denkmal-Friedhof hoch führt, sowie für den Parco Scherrer, einen irdischen Garten Eden, den sich der Textilkaufmann Arthur Scherrer (1881–1956) anlegte. Swissminiatur, die Schweiz im MaSSstab 1:25

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Die Bahnen lassen uns Eisenbahnfans nicht los. Mit der Zahnradbahn geht es von Capolago am Luganer See steil hinauf auf den Monte Generoso.

Besonders Fans von Modelleisenbahnen sind begeistert von der Anlage mit 3,5 Kilometern Gleisanlagen, auf denen insgesamt 18 Lokomotiven jährlich zusammen ungefähr 10.000 Kilometer Strecke bewältigen. Nicht maßstäblich, sondern tatsächlich. Deshalb werden die Triebfahrzeuge auch maschinenbaumäßig

in der eigenen Werkstätte gebaut und verschleißen trotzdem relativ schnell. Auch auf den Autobahnen herrscht reger Verkehr, selbst die Schiffe im natürlichen Wasser bewegen sich. Hier ist der Kontrast zu den lebenden Fischen besonders krass.

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Atemberaubend sind die Ausblicke vom Monte Generoso.

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Nach Seilbahn, Sessellift und Schiff gönnen wir Eisenbahn-Fans uns eine echte Zahnradbahn. Nur wenige Kilometer südlich von Melide mit seiner Swissminiatur treffen wir die Wirklichkeit. Die Zahnradbahn führt in 40 Minuten vom 274 Metern über dem Meer gelegenen Städtchen Capolago auf den 1.704 Meter hohen Monte Generoso. Eine eingleisige, teilweise abenteuerlich angelegte Strecke begeistert den Eisenbahnfan. Ausweichstrecken für den Gegenverkehr mit dem bei Zahnradbahnen typischen Wirrwarr im Bereich der Weichen

können ausgiebig bestaunt werden. Oben angekommen, bietet sich der inzwischen gewohnte Rundumblick über die majestätischen Gebirgszüge hier im Süden der Schweiz und das oberitalienische Seengebiet, die lombardische Tiefebene bis zum Apennin über die Jungfrau und das Matterhorn bis zum Monte Rosa. Auch für Nicht-EisenbahnBegeisterte lohnt sich die Auffahrt. Hermann Hesse im Tessin

Wer hätte es gedacht? Im Tessin, in der italienischsprachigen Schweiz, entstand deutsche Weltliteratur. Denn

hier verfasste Hermann Hesse seine berühmtesten Werke: Siddharta (1922), Der Steppenwolf (1927) oder Narziss und Goldmund (1929). Inspirieren ließ sich der Literatur-Nobelpreisträger, der im schwäbischen Calw geboren ist, oft von Spaziergängen durch die reizvolle Seenund Berglandschaft. In Montagnola bei Lugano kann man auf seinen Spuren wandeln: In Hesses ehemaligem Wohnhaus wurde ein Museum eingerichtet, und ein Rundweg führt zu den Plätzen, die er am liebsten aufgesucht hatte. Ein Pflichtbesuch ist für Hesse-Fans auch der Friedhof von Gentilino mit dem Grab des 1962 verstorbenen Dichters.

Auch Schafe fühlen sich in der Höhe wohl.

Monte Tamaro

«Man braucht kein Gotteshaus, um vor dem Anblick der südalpinen Bergwelt niederzuknien«, schrieb das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. »Aber neuerdings hat das Panorama der Tessiner Schneegipfel noch an Vollkommenheit gewonnen.« Auf 1567 Meter Höhe über dem Luganersee habe der Tessiner Architekt Mario Botta eine Kapelle wie einen Nagel in den Fels geschlagen. »Wie die Krone der Schöpfung« könne sich fühlen, wer die Landschaft vom Dach der Kirche Santa Maria degli Angeli auf dem Monte Tamaro betrachte. Der im Jahre 1996 eingeweihte Bau ist gekrönt von einem 65 Meter langen Viadukt, der auf

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das Dach der kreisrunden Kapelle führt. Von der Freitreppe auf dem Dach führt der Weg über mehrere Stufen in den Kirchenraum hinab. Eine Kapelle mit unbegrenztem Blick in den Himmel wollte Botta auf dem Monte Tamaro erschaffen, was ihm zweifellos gelungen ist. Ausgestattet wurde sie mit Bildern des Malers Enzo Cucchi. Von Rivera an der Autobahn A2 führt eine Gondelbahn hinauf auf 1.530 Meter. Egidio Cattaneo, der Betreiber dieser Bahn, beauftragte Botta, zum Gedenken an seine verstorbene Frau eine Kapelle zu errichten. Bottas Standortwahl fiel auf die Alpe Foppa, wo seit 1985 eine vom Papst gesegnete Madonnenstatue steht. Von der Alpe Foppa führt ein anderthalbstündiger Fussweg

zum eigentlichen Gipfel des Monte Tamaro. Die Alpe Foppa ist ein idealer Ausgangspunkt für aussichtsreiche Wanderungen, wie zum Beispiel die Höhenwanderung Monte Tamaro – Monte Lema. Auf dem Berg befindet sich ferner ein Adventure Park, eine Rodelbahn (800  m), die längste Tyrolienne der Schweiz (440 m) und ein großer Kinderspielplatz. Ein Bike-Park und ein DownhillParcours ergänzen das Angebot des Monte Tamaro. Bellinzona und sein Samstagmorgen-Markt

Es geht wieder heimwärts. Die Autobahn A 2 führt uns nach Bellinzona, das wir uns auf der Hinfahrt für heute aufgehoben haben. Die mit 17.500 Einwohnern nicht

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REISEN & ERLEBEN | INTERNATIONAL

Bellinzona und sein berühmter Samstagsmarkt ist einen Abstecher wert.

größte Stadt des Tessin, wurde trotzdem die Hauptstadt. Das Ortsbild der Industrie- und Verwaltungsmetropole prägen die drei mächtigen, schon von Weitem sichtbaren Burganlagen. Einen besonderen Charme strahlt die Altstadt aus mit ihren verwinkelten Gassen, stattlichen Patrizierhäusern sowie zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Cafès. Elegante Palazzi aus der Renaissancezeit an der kleinen Piazza Nosetto und dem Platz vor der barock verzierten Collegiata Kirche verleihen Bellinzona lombardisches Flair. Vor dieser Kulisse findet jeden Samstag von 7.00 bis 13.00 Uhr der Markt statt. Er ist ein Farben- und Sinnesspektakel sondergleichen. »Schon frühmorgens riecht man förmlich den Süden, verspürt die Nähe zu Italien«, schwärmt beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung. Markttage gab es in Bellinzona schon im Mittelalter. Der Mercato hingegen ist eine moderne Initiative des städtischen Einzelhandels. Wenigstens an einem Wochentag sollten die Leute an den Ständen in der Altstadt statt im Supermarkt einkaufen können. Der 1975 eingeführte Samstagsmarkt ist eine Vitrine für lokale Produkte, weil – zumindest bei den Nahrungsmitteln – ausschließlich Tessiner Waren angeboten werden dürfen. Jung und Alt, Einheimische und Touristen bummeln am Samstagmorgen durch die historische Altstadt, riechen an sonnengereiften Früchten aus der Magadino-Ebene, probieren Käsespezialitäten aus der Leventina und dem Muggiotal, nach alten Rezepten hergestellte Würste und knuspriges Tessiner Brot, kaufen Blumen und schauen den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schultern. Uns begeistert der Ansturm und das Gedränge, ist er doch zum Abschluss unserer kurzen Reise ein willkommener Kontrast zu den gewaltigen Bergen und Tälern mit ihrer Ruhe und Abgeschiedenheit. Bellinzona leitet uns wieder aus unseren Träumen in die Wirklichkeit des Alltags. Cordial saluti dal Ticino! � Viel Steine gab’s und wenig Brot. Deshalb wanderten früher die Bauern aus den Tälern aus. Heute

strömen die Touristen rein.

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Tessin

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Kompass Tessin Daten, Fakten und Informationen

ÜBERBLICK

Tourist Information Ticino Turismo

Kempten

Via Lugano 12

Konstanz

Casella Postale 1441

Friedrichshafen

Lindau

CH-6501 Bellinzona Tel. +41 (0)91 825 70 56

Winterthur

Fax +41 (0)91 821 36 14

Bregenz

Gossau

info@ticino.ch

St. Gallen

www.ticino.ch

Zürich

E-Bike und Segway

Ente Turistico Lago Maggiore

Liechtenstein

Largo Zorzi 1 CH-6600 Locarno Tel. +41 (0)91 791 00 91

Luzern

www.ascona-locarno.com

Schwyz Linthal

Altdorf

Karte Natural Earth/©OpenStreet Map Contributors Lizenz CC-BY-SA 2.0

Tessin

Elm

Obersaxen

Madesimo

Fusio Sonogno Bignasco Maggia Locarno

Bellinzona

Ascona

Cosio

Bogno

Lugano

Wirtschaft Durch die ausgeprägte, karge Natur der

früher die Bauern aus den Tälern, weil es

und bescheren der Gegend Wohlstand.

Bergtäler mit großen Höhenunterschie-

keine Nahrung und Arbeit gab, strömen

Größter Waren-Umschlagplatz ist der

den und begrenztem Lebensraum auf der

heute gerade wegen der malerischen Täler

südlichste Grenzort nach Italien, Chiasso.

einen und den weitläufigen, lieblichen

die Touristen in das Tessin und bescheren

Es nimmt als Verkehrsknoten, besonders

Landschaften der Seen auf der anderen

ihm einen gewissen Standard. In den Städ-

der Eisenbahnstrecken, eine Vorzugsrolle

Seite waren die wirtschaftlichen Gegen-

ten Locarno und vor allem Lugano blüht

ein. Hier siedelten sich im Laufe der Zeit

sätze im Tessin äußerst krass. Erst in der

die Wirtschaft. Lugano ist nach Genf und

zahlreiche Industrie- und Gewerbebetrie-

Neuzeit hat sich dies durch den stark

Zürich drittgrößer Handelsplatz. Vor allem

be an, die dem Kanton wirtschaftliche

wachsenden Tourismus abgeklärt. Flohen

Banken sind hier international verflochten

Impulse gaben.

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Tessin

Reisemobil-Stellplätze 6501

Bellinzona

Stellplatz Centro Sportivo

Via Brunan/Viale G. Motta

46° 08' 19'' N/08° 54' 25'' O

6600

Locarno

Stellplatz am Hafen

Via alla Lanca degli Stornazzi

46° 09' 37'' N/08° 48' 01'' O

6600

Locarno

Stellplatz am Schwimmbad

Viale al Lido

46° 09' 01'' N/08° 47' 58'' O

6802

Monteceneri-Rivera

Stellplatz an der Goldebahn

Via Monte Ceneri 19

46° 07' 36'' N/08° 55' 15'' O

6637

Sonogno

Stellplatz Verzascatal

Mora di Dentro

46° 21' 00'' N/08° 47' 18'' O Flora und Fauna

Einer der für das Ticino typischen Kastanienbäume.

Überall im Tessin zu finden: Die Smaragdeidechse.

Unter der reichhaltigen Flora beson-

auch Esskastanie, ist ein sommergrüner

Trockenmauern sonnen. Gut möglich ist

ders erwähnenswert sind ausgedehnte

Baum und bildet stärkereiche Nussfrüch-

auch, dass Ihnen ein Skorpion über den

Kastanienwälder, wie es sie sonst nur

te. In Süd- und Westeuropa wird sie

Weg läuft. Schon etwas mehr Vorsicht ist

noch in wenigen Gegenden der Welt in

wegen dieser essbaren Früchte und als

bei Begegnungen mit Schlangen geboten

dieser Reinheit und Fläche gibt. Zudem

Holzlieferant angebaut. Am schnellsten

– im Tessin kommen zwei giftige Spezies

gedeihen im Tessin tausende Palmen und

wird man sich der Tierwelt des Tessin

vor: die Kreuzotter und die Juraviper.

andere Mittelmeerpflanzen. Mediterrane

nähern, wenn man mit den vielen Arten

Wölfe und Luchse kehren langsam über

Vegetation herrscht an den Gestaden des

der Eidechsen Bekanntschaft macht,

die italienische Grenze ins Tessin zurück.

Lago Maggiore vor. Die Edelkastanie,

die sich auf den warmen Steinen der

KULINARISCHES Die Tessiner Küche schöpft ihren Reichtum

Traditionsküche wie Bohneneintopf oder die

Tomatenpüree zufügen, mitdünsten und mit

aus der Armut. Tatsächlich basieren die

beliebte Gemüsesuppe Minestra Ticinese.

Bouillon auffüllen. Etwa 30 Minuten sieden lassen. Weiße Bohnen und feingeschnittene

Köstlichkeiten der Cucina nostrana, der einheimischen Küche, auf den Grundrezepten

Minestra Ticinese oder

Kartoffeln beigeben, nochmals 20 Minu-

der Cucina povera, der armen Küche. Die

Tessiner Minestrone

ten leicht kochen lassen. Die Minestrone

kärglichen Mahlzeiten der Tessiner Bauern

Zutaten:

mit Salz und Pfeffer und zum Schluss mit

bestanden früher vornehmlich aus Hirse,

80 g Karotten

den geschnittenen Kräutern würzen. Mit

Buchweizen, Gerste, Kastanie, Milchpro-

50 g Knollensellerie

geriebenem Parmesan oder Sbrinz servie-

dukten und Pilzen. Zu dieser Basis der ein-

70 g Lauch

ren. Anstelle von Bouillon kann man auch

fachen Tessiner Kochkunst gesellten sich die

60 g Weisskohl

Wasser nehmen und eine Rinderhaxe sowie

frischen Fische aus den Seen, deftige Würs-

50 g Kürbis

einen Kalbsfuss mitkochen.

te und Braten sowie Wildspezialitäten im

50 g Grüne Bohnen

Herbst. Köstlich sind die typischen Wurst-

50 g Kohlrabi

und Käsesorten. Die Würste Cotechino

50 g Zwiebel

und Luganiga werden zu Hülsenfrüchten,

2 Knoblauchzehen

Polenta oder Risotto gegessen. Carnesecca

30 g Pancetta; gewürfelt oder Speck

und Bresaola sind Trockenfleisch-Speziali-

3 El. Olivenöl

täten, die dem Bündner-Fleisch ähneln. Die besten Fleischstücke vom Schwein werden

Zubereitung:

für die pikant gewürzte Salami La Strega

Die Gemüse feinblätterig schneiden und mit

verwendet. Pferdefleisch, Kaninchen und

gehackten Zwiebeln, gepresstem Knoblauch

Minestra Ticinese, die schmackhafte

Rinderschmorbraten gehören ebenso zur

und Speckwürfeln im Olivenöl dünsten.

Minestrone aus dem Tessin.

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Camp Magazine 24, Germany, February 2012