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Ausgabe 1|2011

Magazin für Kommunikation

Österreich Wien Kirchhoff Consult AG Zwillinggasse 1 1190 Wien T +43 1 31 80 4-50 F +43 1 31 80 4-49

Türkei Istanbul Kirchhoff Consult AG 38 Ada Ata 3–1 d:167 34758 Atasehir-Istanbul T +90 216 456 15 10 F +90 216 456 86 13

P.R. China Suzhou Kirchhoff Suzhou ­Consulting & Services Co., Ltd. 328 Airport Road Suzhou Industrial Park Suzhou 215021

Ausgabe 1/2011

Deutschland Hamburg Kirchhoff Consult AG Herrengraben 1 20459 Hamburg T +49 40 609 186-0 F +49 40 609 186-16

Alles neu! Alles gut?

Three minutes

Magazin für Kommunikation

Three minutes

Schau, Schau! Geschäftsberichte der Frühjahrskollektion

Klick mich an! Wie man neuen Online-Content richtig vermarktet

Alles bleibt anders?! Aufsichtsratsberichte: Aufwind oder laues Lüftchen?


Produktion

Medien

Text

Projektmanagement

Design

Corporate Social Responsibility

Public Relations

Regularien

Investor Relations

Branding

Advertising

Publishing

Kapitalmarkttransaktionen Der Kapitalmarkt ist für Börsengänge und Anleihen wieder offen. Unternehmen mit e­ iner ­überzeugenden Equity bzw. Credit Story können diese Chance nutzen. Sie sind gut b ­ eraten, sich intensiv auf einen möglichen IPO vorzubereiten. Mit unserer Erfahrung aus über 60 Kapital­markttransaktionen und einem in mehr als 21 Jahren gewachsenen Netzwerk ­begleiten wir in- und ausländische Unternehmen auf ihrem Weg an den Kapitalmarkt, bei ­Kapitalerhöhungen, M&A-Transaktionen und bei der Suche nach Private Equity oder ­strategischen Partnern.

Finanzkommunikation In volatilen Kapitalmärkten steigt der Anspruch an Ihre Kommunikationsarbeit. Durch einen exzellenten Geschäftsbericht, glaubwürdige Medienarbeit oder überzeugende Investor ­Relations können Sie sich deutlich von den Wettbewerbern abheben – und wecken das Interesse bei potenziellen Investoren. Unsere Expertise wurde mehrfach mit dem Titel „Best Annual Report Consultancy of the Year“ (2007, 2008, 2009 und 2010) ausgezeichnet. Auch den erfolgreichsten Börsengang 2010 haben wir kommunikativ begleitet.

Unternehmenskommunikation Entscheidend für die Anzahl Ihrer Publikationen sollten nicht die Struktur der Abteilungen oder das Kommunikationsbudget sein, sondern auf welchem Wege Sie Ihre Zielgruppen am besten ansprechen. Wir bieten neben der strategischen Konzeption und Beratung auch die Gestaltung und Umsetzung aller Unternehmenspublikationen, angefangen von der Image­ broschüre über das Kundenmagazin bis hin zur CSR-Kommunikation.


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Alles neu macht der Mai – so heisst es im Volks­ mund. Doch immer weniger Branchen geben sich mit diesem eher gemächlichen Erneuerungs­ zyklus zufrieden: Innovation ist notwendig, Inno­ vation muss schnell sein, ­Innovation ist super und wer nicht mitmacht, hat keine Ahnung und damit sowieso schon verloren! Wirklich? In der aktuellen Ausgabe von Three minutes werfen wir einen Blick auf die Kommunikationsbranche und stellen uns die Frage: alles neu – alles gut?


O-Ton

Anekdote

Storytelling

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Equ

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Rep o

Die Persönlichkeit des Reportings Kaum eine Publikation muss so viele Ansprüche erfüllen wie der Geschäftsbericht. Wir fragen: Muss er das eigentlich?

Interview

4 China-IPO „Made in Germany“ Interview mit Barbara Georg, Head of Listing & Issuer Services, über die Attraktivität der Deutschen Börse für ­ausländische Emittenten, Emotionen und gute Aussichten

23 Apps ohne Ende Apps sind hip. Aber App ist nicht gleich App. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf den fahrenden Zug ­aufzuspringen. Wir stellen Sie Ihnen vor Pro und Contra

30 Trends: setzen oder umsetzen?

Willis Welt

14 Ja, hallo erst mal ... Wenn die Chefs der DAX30 eines der meistgelesenen Kapitel des Geschäftsberichts verfassen, entsteht erstklassige Finanzkommunikation. Sollte man denken ...

Vorreiter sein oder abwartend Tee trinken? Vorpreschen oder vergaloppieren? Zwei Standpunkte zum Thema Trends

20 K lick mich an! Es ist so weit: Es geht online! Heureka. Nur gewartet hat keiner drauf ... Wie man seinen Content im Netz richtig vermarktet [ X ]

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schau, schau!

Nach der Saison ist vor der Saison: Neue Geschäftsberichte erobern den internationalen Laufsteg in der Szene. Wer setzt auf Klassiker, wer geht neue Wege? Wir schauen uns um.

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munikativer, m o k r, te r ie z fi Bunter, quali aktuelle Anspruch an er kritischer: D t hoch. Der Anspruch is Aufsichtsräte tsratsbericht offenbar ich an den Aufs in Streifzug E nicht immer.

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37 Von der Pflicht zur Website Volltext war gestern. In den USA verweisen große Unternehmen per Wires nur noch knapp auf ihre Website – und locken Interessierte so auf ihre IR-Seite

10 Dinge

42 Burn out Zehn vielversprechende Ideen, die erst sehr in und dann sehr out waren

38 Fremdbild = Selbstbild? Die IR-Abteilung hat oft eine klare Vorstellung von ihrer Kommunikation. Das muss aber nicht für die Zielgruppen gelten. Eine Perception Analyse kann helfen, die eigene Kommunikation neu auszurichten

Rätsel

44 Wie neu ist das denn? Unsere niegelnagelneuen Bilderrätsel

Impressum

41 Mit Bonds an die Börse

neu

Vor die Wahl „Bank oder Börse?“ gestellt, sehen immer mehr mittelständische Unternehmen in der Emission von Anleihen eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit

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im Netz

Wie aktuell ist CSR?

Zum Thema CSR gibt es eine Flut von verschiedenen Webangeboten, die mit aktuellen News locken. Aber wie nachhaltig sind die Angebote wirklich? Der Praxistest


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Auf dem deutschen Börsenparkett tummeln sich zunehmend ausländische Emittenten. Was macht den deutschen Aktienmarkt für Unternehmen aus China, Indien oder Russland so ­attraktiv? Und wie nachhaltig ist dieser Trend?

Ein Interview mit Barbara Georg, Head of Listing & Issuer Services Deutsche Börse AG.

Frau Georg, immer mehr chinesische Unternehmen gehen in Deutschland an die Börse. Können Sie uns die Gründe erläutern? Wäre es für diese Un­ter­nehmen nicht viel einfacher, in Hongkong oder Shanghai gelistet zu sein? Wir freuen uns sehr, dass die Deutsche Börse bei chinesischen Emittenten so beliebt ist. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Neben sachlichen Aspekten, wie dem Zugang zu europäischen Investoren, einem prozess- und kosteneffizienten Listing und der hohen Liquidität, spielen auch emotionale Gründe eine wichtige Rolle. Als starke Wirtschaftsnation genießt Deutschland in China ein hohes Ansehen. Deutschland steht für Stabilität und Wachstum; Produkte „Made in Germany“ sind sehr gefragt – nicht nur deutsche Autos, sondern auch deutsches Design und deutsche Technologien. Der Imagegewinn, der den chinesischen Emittenten aus einem Listing in Frankfurt entsteht, stärkt die Wahrnehmung und das Image im eigenen Land. In Einzelfällen sind auch strategische Überlegungen maßgeblich für die Entscheidung, wie zum Beispiel Kooperationen mit europäischen Unternehmen oder die Internationalisierung des operativen Geschäfts. Hinzu kommt, dass Börsengänge an den Heimatbörsen in Hongkong oder Shanghai für mittelständische Unternehmen vergleichsweise kompliziert und langwierig sind. In Shanghai gibt es eine Warteliste. Hier gehen im Wesentlichen große Staatskonzerne an die Börse. Die ­Deutsche

Börse hingegen bietet mit ihren Segmenten Entry, General und Prime Standard auch mittelständischen Unternehmen einen maßgeschneiderten Zugang zum Kapitalmarkt. Zudem sind wir mit Repräsentanzen in Peking, Hongkong und Shanghai auch vor Ort gut vertreten. Mit ZhongDe Waste Technology ging im Sommer 2007 das erste chinesische Unternehmen in Deutschland an die Börse. Mittlerweile notieren fünf chinesische Unternehmen im Prime Standard, ein Unternehmen im General Standard und sieben Unternehmen im Entry Standard der Deutschen Börse – darunter auch der Grohe-Partner JOYOU, Asian Bamboo und Powerland AG. Und die Tendenz ist steigend: Wir rechnen für 2011 mit rund zehn IPOs chinesischer Unternehmen in Frankfurt. Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung vor allem auf die positiven Erfahrungen der Emittenten aus China und unsere intensiven Aktivitäten vor Ort. Warum wählen die chinesischen ­Unternehmen die Deutsche Börse in ­Frankfurt und nicht ­andere renommierte Börsenplätze in Europa, wie ­bei­­spiels­weise London? Auch die Londoner Börse umwirbt chinesische Kandidaten. Die Deutsche Börse bietet den Emittenten allerdings nicht nur einen kosten­ effizienten Zugang zu Kapital, sondern auch eine

sehr hohe Liquidität nach dem Börsengang. Im europäischen Vergleich mit Börsen wie Euronext oder London Stock Exchange (LSE) gilt die Deutsche Börse daher als attraktiver Listingplatz für Unternehmen, die einen Börsengang anstreben. Wie werden die chinesischen Emittenten von deutschen Investoren wahrgenommen? In den meisten Fällen sind die Unternehmen operativ doch ausschließlich in China tätig und nur die für den Börsengang gegründeten Aktiengesellschaften haben ihren Sitz in Deutschland. Das ist richtig. Bisher sind die meisten Emittenten überwiegend in China tätig und konzentrieren sich auf die Bearbeitung des wachstumsstarken Inlandsmarktes. Die chinesische Wirtschaft verzeichnet seit Jahren enorme Zuwächse: Allein im Jahr  2010 wuchs das Bruttoinlandsprodukt ­Chinas um knapp 10 Prozent. Dank der steigenden Haushaltseinkommen und der Entwicklung einer gehobenen Mittelschicht in China bieten die heimischen Märkte auch weiterhin großes Wachstumspotenzial. Um die Nachfrage bedienen und das eigene Wachstum finanzieren zu können, haben viele mittelständische Unternehmen aus China kurzfristig Kapitalbedarf. Umsatzzuwächse in Größenordnungen von 20 bis 50 Prozent und Ergebnismargen von  über 20 Pro­zent sprechen für sich. Europäischen institutionellen Investoren und Privatanlegern bietet der Erwerb von Aktien chinesischer Unter­


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nehmen die Möglichkeit, am Wirtschaftswachstum Chinas zu partizipieren. Da sich die Produktionsstätten und Hauptsitze der operativen Gesellschaften fast ausschließlich in China und somit sehr weit entfernt befinden, ist der Aufbau von Vertrauen zwischen Unternehmen und Aktionären umso wichtiger. Eine vertrauensvolle ­Zusammenarbeit muss wachsen: Hierbei kommt der Investor-Relations-Arbeit eine wichtige Bedeutung zu. Mit der Wahl des Prime Standards haben sich viele der chinesischen Emittenten für das deutsche Börsensegment mit den höchsten Transparenzanforderungen entschieden. Trotz gelegentlicher sprachlicher und kultureller Hindernisse in der Kommunikation mit Aktionären kommen die chinesischen Unternehmen den hohen Reportingstandards und Publizitätspflichten wie gefordert nach. Der Kapitalmarkt hat keine Ländergrenzen: Je vollkommener und transparenter Marktinformationen weltweit verfügbar sind, desto besser für Investoren und Emittenten! Entsprechend werden wir künftig auch in anderen Emerging Markets verstärkt für Listings an der Deutschen Börse werben. Aus welchen Emerging Markets können wir denn Listings in Frankfurt erwarten? Ein Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse ist für eine Vielzahl ausländischer Unternehmen interessant. Zum einen, da ihre Aktien

hier in Euro notieren, und zum anderen ist der Lis­tingprozess einfach, günstig und schnell. Neben China haben wir enge Kontakte nach Russland, in die Ukraine und nach Indien geknüpft. Seit 2007 gibt es eine Repräsentanz der Deutschen Börse in Moskau. Mit einem eigenen Team aus Muttersprachlern veranstalten wir vor Ort IPO-Seminare und kümmern uns intensiv um Unternehmen, die einen Börsengang in Frankfurt erwägen. Im November 2010 wurde die russische IBS Group Holding in Form eines Global Depository Receipts (GDR)1 im General Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. Wir rechnen mittelfristig mit weiteren Börsenneulingen aus Russland.

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Ein Global Depository Receipt (GDR) ist die globale Form eines Hinterlegungsscheins und somit ein Zertifikat, das das Eigentum einer Aktie verbrieft.

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Prognose Kirchhoff Consult

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Kirchhoff Consult erwartet im Jahr 2011 eine deutliche Belebung des IPO-Marktes mit rund 20 Börsengängen im Prime Standard. Das Emissionsvolumen könnte dabei 4 Mrd. Euro erreichen. Darunter werden auch einige ausländische Unternehmen mit attraktiven Wachstumsstorys sein – insbesondere aus China. Kirchhoff-Studie zum Kapitalmarktund IPO-Rückblick 2010 unter www.kirchhoff.de/studien

Die größten Erfolgssaussichten haben aus unserer Sicht Emerging-Market-IPOs aus Branchen, die in Deutschland bereits bekannt sind. Ein tiefes Verständnis auf Seiten der Finanzanalysten und Investoren fördert die ­Research ­Coverage und reduziert zugleich die Unsicherheit. Unternehmen aus den Emerging Markets mit einer überzeugenden Equity Story und sehr guten Wachstumsaussichten sind eine Bereicherung für den Börsenplatz Frankfurt.

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Entwicklung IPOs im Prime Standard

Anzahl IPOs

INTERVIEW janina.wismar@kirchhoff.de DESIGN

nicole.schuettforth@kirchhoff.de anne.gerth@kirchhoff.de


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schau, schau! Während die großen Modehäuser vier Kollektionen im Jahr auf den Laufsteg bringen, hüllt sich der Geschäftsbericht der Unternehmen nur einmal im Jahr in ein neues Gewand. Mit großer Spannung werden alljährlich die neuen Kollektionen erwartet. Wer setzt auf Klassiker? Wer geht neue Wege und setzt neue Trends? Ein Überblick über Trends und Must-haves aus Berichtsnationen wie Großbritannien, den USA und – wer hätt’s gedacht – Österreich. TEXT

stefanie.wulf@kirchhoff.de roswitha.kindler@kirchhoff.de

DESIGN

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Hammerson plc Der Stil von Hammerson besticht durch Purismus im angesagten Streifenlook. Bereits der Titel lässt daran keinen Zweifel aufkommen: Die Drei-Punkte-Strategie wird in den Trendfarben Lila und Blau auf den Punkt gebracht. Der puristische Stil wird im Innenteil konsequent fortgesetzt. Ein optisches und inhaltliches Highlight setzt die Darstellung der Strategie – ein typografischer Augenschmaus. Das Must-have des Berichts sind die Chief Executive’s Q&A, in denen der Vorstandsvorsitzende auf die Highlights, Strategie sowie den Ausblick eingeht. Mal eine etwas andere Strukturierung des bekannten Interviews und somit eine spannende Alternative. Ein really Nice-to-have ist die tabellarische Aufbereitung der Risiken: Dort werden nicht nur die Risiken benannt, sondern zusätzlich die konkreten Maßnahmen angeführt, die die Risikowahrscheinlichkeit minimieren sollen – Seitenverweise für weiterführende Informationen inklusive. Sehr gut erfassbar! Dasselbe gilt für die Darstellung der KPIs, diese wird zusätzlich noch mit Grafiken unterstützt. Ein gut gemachter und informativer Bericht!

LOCATED GROSSBRITANNIEN STYLE STREIFENLOOK SIZE 124 SEITEN MUST-HAVE CHIEF EXECUTIVE’S Q&A NICE-TO-HAVE DARSTELLUNG STRATEGY, RISKS UND KPIS


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J Sainsbury plc LOCATED GROSSBRITANNIEN STYLE TRENDKOMBI SCHWARZ-ORANGE SIZE 114 SEITEN

Prêt-à-porter vom Feinsten: Der Bericht wagt die stylische Farbkombination Schwarz-Orange. Wie der Look am besten getragen wird, kann man im Innenteil bestaunen. Grundsätzlich geradlinig gestaltet, kommt der Bericht mit einigen wenigen Accessoires wie cooler Typografie, Illustrationen im ComicStil oder Grafiken im Streifenlook aus. Der klare Stil spiegelt sich auch in der prägnanten und übersichtlichen Darstellung der Unternehmensziele sowie der im Verhältnis spielerischen, aber aussagekräftigen Aufbereitung der Werte und Highlights wider. Stilsicher werden inhaltliche Akzente durch KPIs und einen Corporate Responsibility Review gesetzt. So erhält der Leser einen fundierten Überblick über das Wesentliche des Unternehmens. Ein Bericht mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis!

MUST-HAVE DARSTELLUNG CORPORATE OBJECTIVES, VALUES AND HIGHLIGHTS NICE-TO-HAVE TYPOGRAFIE, GRAFIKEN, DARSTELLUNG KPIS UND CORPORATE RESPONSIBILITY


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Yell Group plc LOCATED GROSSBRITANNIEN STYLE KONTRAST & KNALLFARBE SIZE 128 SEITEN MUST-HAVE OVERVIEW

Knallfarben bleiben Trend. Wer so etwas trägt, ist mutig. Gut, wenn die Corporate Colour Knallgelb ist – wie im Fall von Yell. Die aktuelle Kreation setzt auf Minimalismus und Kontrast. Sie besteht lediglich aus den drei Farben Gelb, Schwarz und Weiß. Auch ohne Berichtsmotto erkennt man: Dieses Unternehmen bekennt Farbe. Der Overview ist inhaltlich und gestalterisch rundum gelungen. Optisch zurückgenommen sind Rückblicke des CEO und des CFO; inhaltlich sind sie aber nicht minder informativ. Eine solide Alternative zu einem gemeinsamen Interview oder Vorwort! Neben der Darstellung der KPIs sind insbesondere die Ausführungen zu Risiken und der Umgang mit diesen zur Verringerung der Risiken sehenswert – auch die möglichen Auswirkungen werden genannt. I-Tüpfelchen bilden die Sensitivitätsanalysen. Daneben verblasst fast die Haben-wollen-Darstellung der Governance und Responsibility. Ein hipper Bericht mit IT-Charakter!

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Telekom Austria AG LOCATED ÖSTERREICH STYLE NEUE SACHLICHKEIT SIZE 28 SEITEN MUST-HAVE BREAKING NEWS NICE-TO-HAVE DARSTELLUNG GESCHÄFTSMODELL UND MÄRKTE

Was für ein Auftritt! Der Bericht der Telekom Austria trumpft im Zweiteiler auf. Der Imageteil setzt sich zusammen aus den Breaking News und wird um die Beilage, den Finanzteil, ergänzt. Ein stimmiges Konzept! Die neue Sachlichkeit besticht im aufgeräumten Look und durch eine reduzierte Farbwelt. Besonderes Augenmerk sollte man auf die ausgewogene Darstellung von Geschäftsmodell und Märkten legen. Schaubilder und Tabellen erleichtern die Informationsaufnahme. Einen schönen Abschluss der Zeitung bildet die Imageanzeige. Stil­ sicherer Bericht.

NICE-TO-HAVE CEOS STRATEGIC OVERVIEW, CFOS REVIEW, DARSTELLUNG KPIS, RISKS UND SENSITIVITÄTSANALYSEN VON RISIKEN, GOVERNANCE UND RESPONSIBILITY


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Land Securities Group PLC LOCATED GROSSBRITANNIEN STYLE ILLU-/CUTOUT-STYLE SIZE 152 SEITEN MUST-HAVE BERICHTSMOTTO, GUTE NAVIGATION INKL. DETAILINDIZES NICE-TO-HAVE VERWEIS ZUM ONLINE-REPORT, QUICK-READ INKL. KPIS

Wer erwartet, dass sich Land Securities altbacken kleidet, hat sich geschnitten! Im modernen Illustrations-/Cutout-Stil mit poppigen Farben und einem prägnanten Berichtsmotto präsentiert sich der Projektentwickler von Shopping-Zentren und Gewerbe-/Büroimmobilien. Gepaart wird diese Gestaltung mit authentischen Magazinbildern. Die exzellent zugeschnittene Navigation zieht sich konsequent durch den Bericht. Sinn für Struktur beweist der Designer mit Teasern, Registern und Detailindizes, die vor einzelnen Berichtsteilen platziert werden und den Leser zu den gewünschten Informationen führen. Liebevolle Details sind in Form von Internet- und Querverweisen eingearbeitet. Ein weiteres Highlight bildet der Quick-read mit der Darstellung der KPIs in Kombination mit genannten Zielen und Fortschritten. Umfangreich, aber mit Sinn für das Detail und Spaß am Design!


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Ted Baker PLC LOCATED GROSSBRITANNIEN STYLE VINTAGE-/ROMANTIK-STYLE SIZE 64 SEITEN MUST-HAVE BUSINESS & FINANCIAL REVIEW NICE-TO-HAVE HUMOR

Wer sich in der Berichtsmode auskennt, trifft zwangsläufig auf Ted Baker. Ted ist immer für eine Überraschung gut. Dieses Mal: Vintage mit einer Prise Romantik. Plakativ inszeniert der Bericht das Leitthema auf dem Cover. Aussagen werden mit humorvollen, teilweise skurrilen Motiven kombiniert und setzen auf den farbenfrohen Imageseiten schöne Akzente. Die Silhouette ist schlank und konzentriert sich auf den Business und Financial Review. Merke: Ein Klassiker erfindet sich stets neu. Wir freuen uns schon auf die neue Kollektion, die in Kürze auf den Markt kommt.


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Raiffeisenbank ­ leinwalsertal AG K LOCATED ÖSTERREICH STYLE LAGEN-LOOK SIZE 24 SEITEN MUST-HAVE KEINE NICE-TO-HAVE RAFFINIERTE EINBINDUNG VON GRAFIKEN UND SCHAUBILDERN

Dieser kleine, aber feine Bericht versteht es zu beeindrucken! Auch wenn es sich um ein Vorjahresmodell handelt, hat er das Zeug zum Klassiker. Das Design lässt sich am ehesten mit experimentellem Lagen-Look umschreiben. Tiefgründig wird das Berichtsmotto auf dem Titel angekündigt und im Innenteil wundervoll vielschichtig mit (Schau-)Bildern und Grafiken kombiniert. Alles fließt ... Diese Konsequenz und Stringenz des gestalterischen, inhaltlichen und textlichen Ausdrucks verdient Höchstnoten! Alle Pflichtbestandteile sind enthalten, was will man mehr?

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Scottish and Southern Energy plc LOCATED GROSSBRITANNIEN

Retro ist in! Wie man unschwer am Titel im Retro-Stil auf den ersten Blick erkennen kann. Aber nicht nur das. Deutlich sichtbar sind die Geschäftstätigkeit und die Vision des Unternehmens. Ein geschmackvolles Outfit für ein Energieunternehmen! Die Inszenierung des Retro-Stils wird keineswegs übertrieben. Im Gegenteil. Die Dosierung im Innenteil ist wohl gewählt. So beschränkt sich diese Gestaltung hauptsächlich auf die Wertschöpfungskette, die in Form von kleinen Schaubildern dargestellt wird. Auch inhaltliche Fashionistas kommen nicht zu kurz. Ein Muss ist der strategische und finanzielle Überblick als Teil des Directors’ Report. Key Figures und Grafiken sind gut aufbereitet für den Schnellleser. Die grafische Veranschaulichung der KPIs und die tabellarische Darstellung der Performance-Indikatoren inklusive einer Drei-Punkte-Bewertung der prozentualen Veränderung sind tolle Details! Sicherlich der umfangreichste Bericht dieses Trendchecks, aber dennoch lohnenswert.

STYLE RETRO-STYLE SIZE 156 SEITEN MUST-HAVE TITEL/VISION, OVERVIEW NICE-TO-HAVE DARSTELLUNG WERTSCHÖPFUNGSKETTE UND KPIS, BEWERTUNG DER PERFORMANCE INDICATORS MIT HILFE VON DREI PUNKTEN


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Harley Davidson, Inc. LOCATED USA STYLE BIKER-STYLE SIZE 36 SEITEN (CORPORATE SUMMARY) MUST-HAVE FINANCIAL HIGHLIGHTS

Hier ist der Name Programm: Harley Davidson setzt weiterhin auf den klassischen Biker-Stil, für den das Haus bekannt ist. Schwang letztes Jahr noch ein Hauch von Vintage mit, stehen die Zeichen dieses Jahr klar auf Moderne. Wie so häufig in den USA ist auch hier Size Zero angesagt. Die Corporate Summary ist mit einem Umfang von 36 Seiten perfekt zugeschnitten. Der Annual Report wird mit der Form 10-K gesondert veröffentlicht. Aus diesem Grund kann sich die Corporate Summary voll auf Image und Lebensgefühl konzentrieren. Und das ist gut gelungen! Die Summary eröffnet mit einem mitreißenden Mission Statement und kombiniert in der Folge erstklassige ReportageFotografie mit Zeichnungen und Typografie, die an Reifenspuren auf Asphalt erinnert. Die Financial Highlights bilden das Herzstück – so erfährt der Interessent auch das Wesentliche über die Performance des Unternehmens. Ein Bericht, der rockt!

NICE-TO-HAVE MISSION STATEMENT, KOMBINATION VON SKIZZEN/FOTOS, TYPOGRAFIE


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Neenah Paper, Inc. LOCATED USA STYLE BOHO-CHIC SIZE 128 SEITEN MUST-HAVE STILBRUCH NICE-TO-HAVE LINKS ZU SOCIAL-MEDIA-AKTIVITÄTEN

Hip, hipper, Boho-Chic. Die aktuelle Kollektion lässt noch auf sich warten, aber die inspirierende Vorjahreskollektion klingt immer noch nach. Der Bericht von Neenah Paper ist – sagen wir – anders. Wenngleich das Cover mit dem tragenden Motto „What we believe“ eröffnet, überrascht der Innenteil als Füllhorn an Stilen: Mitarbeiter werden gezeichnet, Arbeitsgeräte sowie -material spannend inszeniert und Abläufe illustriert. Auch Aufmacherseiten zu Mitarbeitern, Qualität, Innovationsfähigkeit, Sustainability, Kundenorientierung und Märkten sind wahre Hingucker im Motto-Mix. Ein tolles Highlight wird mit dem Link zu Social Media gesetzt: Alle über 4.000 Followers auf Twitter werden namentlich erwähnt und tragen somit zu einem außergewöhnlichen Design bei. Ein ungewöhnlicher Bericht im edlen Stil-Mix!

trends & talk Schlauer? Was man feststellen kann: Es ist nicht alles neu. Gut so. Denn man sollte kein Fashion Victim sein. Laufen Sie keinen Trends hinterher, nur um in zu sein oder dem Druck nachgeben zu müssen, einen IT-Bericht zu erstellen. Man sollte sich genau überlegen, wie man Trends für sich umsetzen und mit seinem Stil kombinieren kann. Bewährtes hat auch seine Vorteile und kann gut sein. Bleiben Sie sich treu! Alles andere sieht aufgesetzt aus. Aber es kann natürlich nie schaden, mit einem Auge auf die einschlägigen Formen und Farben der Saison zu schielen, vielleicht gibt es auch für Sie noch den einen oder anderen Impuls, um den Haben-wollen-Faktor zu er­ höhen und Gesprächsthema zu sein.


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alexander.wilberg@kirchhoff.de juliane.wolpert@kirchhoff.de

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Alles bleibt anders!? All change, please. Nach Finanz- und Wirtschaftskrise und Quotendiskus­ sion regt es sich in den Reihen der Überwachungsgremien. Was bisher eher Assoziationen an Momos graue Herren weckte, soll nun bunter, qualifizierter, kommunikativer und in letzter Instanz kritischer werden. Leider kann man all dies für die Mehrheit der dazugehörigen Aufsichtsratsberichte nicht sagen – es dominieren triste Standardphrasen. Warum eigentlich? Fragen wir mal aufsichtsratslike kritisch: Gibt es neben der Pflicht etwa keinen Platz mehr für die Kür?

What’s new in Regulation? Auch wer sein Ohr nicht direkt am Markt hat, dem sind die wesentlichen Neuerungen und Trends nicht verborgen geblieben: Stichwort „Quote im Aufsichtsrat“, auch als Dauerbrenner Diversity bekannt und dieser Tage leider viel zu häufig ausschließlich mit dem Anteil der Frauen gleichgesetzt. Andere wesentliche Komponenten wie beispielsweise fehlende Internationalität, die Berücksichtigung behinderter Menschen oder eine ausgewogene Altersstruktur werden in der Diskussion oft sträflich vernachlässigt. Nicht neu, aber konkretisiert wurde im vergangenen Jahr der Ruf des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) nach mehr Know-how im Aufsichtsrat durch eigenverantwortlich qualifizierende Fortbildungen. Fachkompetenz soll zudem mit einer neuen Institution geschaffen werden – dem Financial Expert. Das BilMoG schreibt vor, bei der nächsten turnusgemäßen Neubesetzung des Aufsichtsrats eine solche Person als besonders kundigen Ansprechpartner in finanziellen Belangen zu berücksichtigen. Damit soll in Zukunft die Kommunikation beispielsweise mit dem Wirtschaftsprüfer verbessert und gleichzeitig das Vertrauen der Anlegerschaft in das Kontrollorgan gestärkt werden. Investor Talk Und hier befinden wir uns nah des Pudels Kern. Wie viel Kommunikation kann oder sollte ein Aufsichtsrat – respektive ein Aufsichtsratsbericht – über die Pflichtangaben hinaus leisten? Es mag noch ungewohnt erscheinen, aber Kommunikation zur Vertrauensbildung wird in Zukunft ein Dauerthema für den Aufsichtsrat bleiben. Besonders institutionelle Investoren ziehen als eine Lehre der Finanzkrise die Erkenntnis, verstärkt zu hinterfragen, wie und von wem das Management der Gesellschaft kontrolliert wird. Dazu werden sie zukünftig aktiver die Performance des Aufsichtsrats beobachten und beispielsweise mehr Transparenz in Bezug auf den Nominierungsprozess bei der Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern einfordern. Aufsichtsratsbericht auf dem Abstellgleis Potenzial für eine Verbesserung in der Kommunikation des Aufsichtsrats gibt es augenscheinlich genug – Gleiches gilt auch für den Aufsichtsratsbericht. Nach einer Umfrage unter 172 Kapitalmarkt­ experten bezüglich Informationsgehalt und Bedeutung verschiedener Teile im Geschäftsbericht, durchgeführt von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, belegt der Aufsichtsratsbericht mit dem Punktwert 1.1 von max. 5.0 den letzten Platz. Erschreckend vor dem Hintergrund, dass der Geschäftsbericht als Ganzes, neben One-on-ones mit dem Vorstand, noch immer den höchsten Stellenwert als Informationsquelle bei Investoren einnimmt. Die Stellung des Aufsichtsratsberichts innerhalb dieses Mediums scheint generell an Bedeutung zu verlieren. Oder haben Sie sich schon mal gefragt, warum viele Aufsichtsratsberichte noch hinter dem Anhang am Ende des Geschäftsberichts zu finden sind oder im Corporate-Governance-Kapitel verschwinden? Wo steht denn Ihrer?


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Im Spannungsfeld zwischen Pflicht und Kür Auf der Suche nach möglichen Gründen bewegt man sich schnell im Spannungsfeld zwischen Pflichtangaben, Leserfreundlichkeit, Authentizität der Berichterstattung und Mehrwert für den Leser. Wer wie Infineon mit den Worten beginnt „Der Aufsichtsrat erstattet hiermit Bericht über die Wahrnehmung seiner Aufgaben ...“, mag vielleicht juristisch korrekt handeln, die Attraktivität für den Leser wird er damit allerdings nicht erhöhen. So viel Ballast wie nötig, so viel Freiraum wie möglich Zugegeben: Der AR-Bericht musste im Laufe der Jahre ein immer höheres Maß an Pflichtpublizität schultern siehe Infokasten. Diesen Ballast kommunikativ hübsch zu verpacken, stellt eine echte Herausforderung dar – aber es lohnt, den Versuch zu wagen. Der Aufsichtsratsvorsitzende sollte sich zumindest die Mühe machen, die Geschehnisse des zurückliegenden Jahres aus seiner Sicht zu beleuchten und zu kommentieren. Authentizität heißt das Zauberwort, zu dem auch ein persönliches Wort gehört. Ein kurzer Rückblick mit zusammenfassender Aussage zum Geschäftsverlauf sollte ebenso obligatorisch sein wie die kritische Auseinandersetzung der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Skeptische Worte hört man jedoch praktisch nie. Da fragt man sich als aufgeklärter Beobachter schnell, ob das Kontrollorgan in dieser Form seinen Pflichten nachkommt. Oder ist doch alles eitel Sonnenschein!? Blick über den Tellerrand Wie es anders gehen kann, zeigt beispielsweise die Metro Group. Sie schafft einen lobenswerten Spagat­zwischen Glaubwürdigkeit und Information und punktet mit einer guten Zusammenfassung sowie einer ausführlichen Darstellung der Interessenkonflikte. Gleiches Lob gilt für den Bericht vom Heidelberger­Druck im Geschäftsjahr 09/10. Den Leser beschleicht tatsächlich das Gefühl, der Aufsichtsrat hat aktiv an den Veränderungsprozessen mitgewirkt. Aktiv zeigt man sich 2010 auch bei BMW und verlegt kurzerhand eine Aufsichtsratssitzung zum Werksstandort Regensburg, um sich praktisch „mittendrin statt nur dabei“ über die Vorbereitungen der für 2011 geplanten Modellanläufe zu informieren – nebst Testfahrt versteht sich. Die Deutsche Bank berichtet bereits im aktuellen Bericht ausführlich über die eingangs erwähnten eigenverantwortlichen Qualifizierungen ihrer Mitglieder und bei VW & MAN wechselt man – als angenehme Seltenheit – von der dritten Form gern einmal in die persönliche „Wir/Ich“-Form, Herrn Piëch sei Dank. Gestalterischer Freiraum? Wer schon einmal mehr als nur einen Aufsichtsratsbericht in den Händen hielt, wird schnell feststellen, dass diese fast ausschließlich von Texten dominiert werden. Warum eigentlich? Es sollte doch Möglichkeiten geben, Informationen interessanter darzustellen, das Gesamtbild aufzulockern und für den Leser zusätzlichen Mehrwert zu generieren. Dass es auch anders gehen kann, zeigt z. B. die 4SC AG. Das Unternehmen stellt ihre Ausschüsse in tabellarischer Form dar. Denkbar wäre ebenfalls eine schlichte Aufzählungsform für die wesentlichen Inhalte der AR-Sitzungen, analog zu der Darstellung, wenn es um die Diskussion von Zielerreichungen geht. Es ist schon beeindruckend, dass in keinem der ­DAX30-Aufsichtsratsberichte 2010 eine einzige Abbildung zu sehen ist – als wäre dies per Gesetz verboten. Als Standard etablierte sich jüngst die Präsenz in Aufsichtsratssitzungen als prozentuale Kennzahl. Ein positives Beispiel hierfür ist der Düngemittelhersteller K+S. Bei den Kasselern lag – für alle Interessierten – dieser Wert übrigens bei durchschnittlich 98 Prozent im Jahr 2010. Mit so einer Zahl geht man natürlich gerne hausieren. Blick nach vorn Wie schaut der Aufsichtsratsbericht der Zukunft aus? Wahrscheinlich gar nicht so viel anders als heute. Dafür sorgt bereits die Menge an Pflichtangaben. Trotzdem bleibt die Hoffnung, dass mit anhaltendem Öffentlichkeitsinteresse an diesem Kontrollorgan auch dessen Berichtsqualität wieder zunimmt und der Vorsitzende diesen Kommunikationskanal verstärkt nutzt, um die Tätigkeit des Gremiums und dessen Kontrollfunktion transparent und kritisch darzustellen. Eine Möglichkeit für die grauen Herren, mal Farbe zu bekennen.


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CHE

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christoph.tesch@kirchhoff.de melanie.reinert@kirchhoff.de

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Doch eine gute Platzierung, die vorteilhaft für die Klickraten ist, muss erst erarbeitet werden. Das bedeutet, dass Suchmaschinenoptimierung sehr zeitintensiv sein kann. Die eigenen Inhalte müssen maschinenlesbar aufbereitet und mit relevanten Keywords aufbereitet werden.

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Adimpression

SEO

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User

keyword

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Suchmaschinenoptimierung ist relativ aufwendig im Prozess, doch sind alle Keywords einmal definiert, so ist diese Form des Online-Marketings eine der effektivsten, wenn es darum geht, den Traffic zu verstärken und Reichweite zu generieren. Unserer Meinung nach bildet sie eine gute Adimpression Basis für weitere Online-Marketing-Maßnahmen.

Public Relations

Internet [ X ]

anim [ X ]

nachhaltig

Nutzen

SEO

Content

Rectangle

Layer-Ad

Skyscraper

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Netzwe

User

yahoo.de Words

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Social-MediaMarketing

Zielgruppe

weblog

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Cost-Per-Click

keyword

Adimpression

Netzwerke

Public Relations

Browser

SMM

Suchmaschinenoptimierung bietet optimale Erfolgskontrolle. Webstatistiken geben Auskunft über die Besucheranzahl. Weiterhin gelangen viele Besucher auf die Website, die den Such­ begriff eingegeben und damit bewusst nach dem Magazin gesucht haben. Ein weiterer Vorteil ist der Kostenfaktor. Die Besucher müssen nicht eingekauft werden, was sehr nachhaltig ist und konstant viele Besucher generiert.

Netzwerke

nachhaltig

Layer-Ad

Bannerwerbung

SEM audio-visue online Wallpaper Unser Fazit!

twitter

audio-visuell

Suchmaschinen­ optimierung

animiert SEO

Suchmaschinen­ SMM optimierung Web 2.0

Wer suchet, der findet Suchmaschinenoptimierung gehört zu den OnAdimpression line-Marketing-Maßnahmen, die vom Geldfluss unabhängig sind. Ziel ist es, in der „organischen Suche“ gefunden zu werden. Das bedeutet, dass das Online-Magazin in den natürlichen Such­ ergebnissen von Suchmaschinen (z. B. Google oder Yahoo) als Suchtreffer erscheint. Im besten Fall erscheint es auf einem der vordersten Plätze der Ergebnisliste.

google.de

xing.de

nachhaltig

Web 2.0

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Flash

Suchmaschinenoptimierung

User

Social-MediaMarketing

SEM facebook Layer-Ad

Internet

Content

AdWords

Geschafft! Das neue Online-Magazin ist endlich „live“. Nicht nur das Ergebnis ist klasse, sondern auch die Click-RatesBanderole stimmen. Keine Selbstverständlichkeit, denn im World Wide Web wartet keiner auf ein neues Online-Magazin oder den Website-Relaunch. Wer beim User Aufmerksamkeit für seine Inhalte wecken will, muss rechtzeitig die richtigen Online-Marketing-Tools bestimmen, um dafür aktiv zu werben. Doch welche sind die richtigen?

Social-MediaRelations

yword Zielgruppe

Netzwerke

TausenderKontakt-Preis

Social-MediaPlattform

google.de ernet Online-Marketing Klick mich an! SMM Online-Marketing Adimpression

Web 2.0

nachhaltig

twitter

Tool

Nutzen

yahoo.de

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SEO

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Social-MediaMarketing

Public Relations

zielgruppen­ genau

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Public Relations

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Banderole


Online-Marketing

Suchmas optimieru

Flash

Bannerwerbung

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Nutzen

SEO

User

Content

weblog

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yahoo.de

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Banderole

Cost-Per-Click Social-Media-

Layer-Ad Wallpaper Advertising

Plattform

weblog

zielgruppen­ genau SMM

twitter Skyscraper

Doch so schnell, wie die Anzeige geschaltet werden kann, so kurzweilig ist oft auch ihr Nutzen. Durch Größe, Gestaltung der Anzeige und Art der Platzierung kann man aus einer Vielfalt von Anzeigen hervorstechen, eine Garantie gibt es jedoch nicht. Zudem haben viele User durch die Flut an Werbung im Internet mittlerweile gelernt, Anzeigen auszublenden.

google.de Web 2.0 nachhaltig

Kleine Werbefilme, so genannte Video-Ads, können ebenfalls platziert werden. Auch wenn sie in der Produktion deutlich aufwendiger sind, ist der audiovisuelle Reiz für Content auf dem Vormarsch.

weblog

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weblog

miert

TausenderKontakt-Preis

Adimpression

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Unser Fazit!

In-Page-Ads unterstützen bei der Zielerreichung nach mehr Aufmerksamkeit. Primärer Effekt ist verstärkter Traffic. Unsere Empfehlung: In-PageAds sind eine gute Ergänzung zur Suchmaschinenoptimierung. Der User wird über verschiedene Sinne angesprochen und kann sich den Content besser einprägen.

xing.de

SMM

Skyscraper

Online-Marketing [ X ]

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Browser

Suchmaschinen­ optimierung nachhaltig

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Browser

SEO

Internet

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Content

Banderole-Ads werden um die Website „geschlungen“: Wie bei einem klassischen Umschlag ist darauf die Werbebotschaft platziert. Die Banderole verdeckt dabei einen Teil des Contents und rückt damit exakt in das Blickfeld des Users.

audio-visuell

twitter

Suchmaschine

keyword

Zielgruppe

Layer-Ad

SEO

nachhaltig Browser

facebook Web 2.0

AdWords

Browser

Eine weitere Form ist Wallpaper, das posterähnliche Format unter den Online-Anzeigen. Wallpaper sind großflächige Anzeigen, die den redaktionellen Teil einer Webseite vollständig umschließen, ohne den Content dabei zu überdecken. Das Wallpaper zählt zu den aufmerksamkeitsstärksten Werbemitteln im Internet.

Social-MediaMarketing

Suchmaschinen­ optimierung

keyword

Die Schaltung aller Page-In-Ads ist in der Regel Banderole kostenpflichtig und Adimpression erfolgt wie bei einer normalen Anzeigenschaltung im Printbereich schnell und unkompliziert. Die Preise für eine Online-Anzeige richten sich nach der Platzierung, der Art der Anzeige und den Kontakten, die die Anzeige generiert – die Preisspanne ist demnach sehr groß. Die wohl gängigsten Abrechnungsmodelle im Bereich Online sind der Tausender-Kontakt-Preis (TKP) oder Cost-Per-Click (CPC).

Cost-Per-Click

Browser Netzwerke SEM keyword Nutzen Social Media Adimpression AdWords

„In-Page-Ads“ für alle Fälle In-Page-Ads sind Anzeigen auf Websites, die auf Haupt- oder Unterseiten platziert werden. Die bekannteste Form ist die Bannerwerbung. Um Aufmerksamkeit zu erregen, ist die Schaltung von Bannerwerbung sicherlich eine einfache und schnelle Variante.

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keyword

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Banderole

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xing.de

SEO

Internet

Websites

Netzwerke

Social-MediaMarketing

Public Relations

zielgruppen­ genau

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Adimpression

Browser

yahoo.de

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Public Relations

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Adimpression

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claudia.bader@kirchhoff.de yannick.sindt@kirchhoff.de

Video-Ad

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SEO

Social-MediaMarketing Erfolgskontolle User

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Layer-Ad

Adimpression

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Social-MediaMarketing

yahoo.de Words Content

SEM online Wallpaper im Trend, sondern ist auch nachhaltig sinnvoll. Auch wenn diese Maßnahme zu den Best Prac­ tices zu zählen ist, so liegt der besondere Vorteil darin, dass die Zielgruppe über den Content redet – dieser bleibt beim Konsumenten stärker haften.

User

keyword

Zielgruppe

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Netzwerke

Public Relations

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Adimpression Bannerwerbung Social-Media-Marketing dagegenweblog liegt nicht nur

Adimpression

SEO

Internet

nachhaltig

SMM

Unser Fazit!

Cost-Per-Click

Layer-Ad

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Der Nutzen von In-Page-Ads in sozialen Netz­ werken ist begrenzt (siehe In-Page-Ads). Wir würden sie als ergänzende Maßnahme zur Suchmaschinenoptimierung einsetzen.

Online-Marketing hält eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen bereit. Die solide Basis bildet dabei Suchmaschinenoptimierung, gefolgt von In-Page-Ads als ergänzende Maßnahme und Social-Media-Marketing als „Sahnehäubchen“. Vor allem ist es aber die Kombination verschiedener Maßnahmen, die zum gewünschten Erfolg führt. In jedem Falle sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen, welche Kommunikationsziele verfolgt werden, und zügig notwendige Maßnahmen ergreifen.

Browser

nachhaltig

Schließen

Netzwerke

audio-visuell

Suchmaschinen­ optimierung

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Adimpression

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xing.de

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Suchmaschinen­ SMM optimierung Web 2.0

google.de

User

Social-MediaMarketing

SEM facebook Layer-Ad Web 2.0

Social-MediaRelations

Ein großer Vorteil ist, dass die Werbung ziel­ gruppengenau ausgesteuert werden kann, da auf speziellen Sites auch spezielle Zielgruppen verweilen. xing.de ist zum Beispiel ein Netzwerk für alle, die ihre Geschäftskontakte pflegen möchten. Nichts wäre passender als die Anzeige eines Visitenkartenherstellers, so gesehen als Video-Ad von ­diedruckerei.de.

keyword

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Online-Marketing

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Adimpression TausenderMund zu Mund Social-Media-Marketing versteht sich mehr als Kontakt-Preis Social-Media-Plattformen sind eine wichtige In- ­Public Relations und Kundenbindung. Wie bei formationsquelle im Internet. Viele Unterneh- guter PR spielen zum Beispiel Aktualität, Häufig­ Skyscraper men verteilen ihre Marketingbudgets bereits auf keit oder Relevanz eine wichtige Rolle. Der größMarketingmaßnahmen im Social-Media-Bereich. te Vorteil für die Unternehmen stellt die MundAdimpression Entweder man setzt auf klassische Social-Media- propaganda dar – die Community-Mitglieder Werbung und schaltet dort In-Page-Ads auf sozi- tauschen sich aus und diskutieren. Die Werbealen Netzwerken oder setzt gezielt auf Social-Me- treibenden profitieren unter anderem von der dia-Marketing, d. h. PR-Maßnahmen im sozialen großen Reichweite und der Geschwindigkeit der Banderole Netzwerk. Informationsverbreitung.

Zielgruppe

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Content

keyword

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Apps ohne Ende Ohne App geht nichts. Gar nichts. Nada. Und so drängen sie zu Hunderten in den Markt. Wer kein App hat, hat keine Ahnung. Doch andersherum – App = Ahnung – wird leider auch kein Schuh draus. Denn App ist nicht gleich App.

An die Markteinführung des iPads – prominentester Vertreter des Tablet-PC – im April 2010 waren viele Hoffnungen geknüpft: Die multimedialen Darstellungsformen von redaktionellen Inhalten sowie die Inter­aktions- und Dialogmöglichkeiten mit den ­Nutzern versprachen, dem Corporate Publishing eine spannende neue Dimension hinzuzufügen. Der Glauben an das App ist ungebrochen: Im vierten CP-Barometer des Europäischen Instituts für ­Corporate Publishing (EICP), das aktuell im Mai erschienen ist, waren sich 99 Prozent der befragten Auftraggeber wie Dienstleister einig: Die Bedeutung redaktioneller Tablet-Anwendungen im Rahmen der Unternehmenskommunikation wird in den nächsten fünf Jahren deutlich wachsen. Aber, liebe Blattmacher, keine Sorge: Nur 13,5 Prozent der Unternehmensvertreter gehen davon aus, dass Tablet-Publishing bestehende, traditionelle CP-Formen ersetzen wird.

­ rintmedien wie Zeitungen und Magazine sehen sogar P nur 11,5 Prozent in ihrer Existenz gefährdet.1 „Mehrwert“ heißt das Zauberwort, dank dessen das App in die CP-Familie aufgenommen wurde und das Print nicht ersetzen, sondern vertiefen und emotionalisieren soll. Doch Mehrwert kostet auch mehr Geld, denn der zusätzliche Content und das App müssen extra erstellt werden. Als Heilsbringer eroberten schnell viele Software-­Programme den Markt, die Printvorlagen in Apps verwandeln können. Doch damit beißt sich die Katze hier in den Schwanz, denn vom Mehrwert des Apps kann in diesen Fällen leider nicht mehr die Rede sein. Wir erinnern uns: Das war ja mal der Grund, warum das App uns begeistert hat – und auch den User. Und der trennt die Spreu sehr schnell vom Weizen, oder wie der Volksmund sagt: Es gibt ­keine zweite Chance fürs erste App. Welche Lösung hält, was sie verspricht, lesen Sie auf der nächsten Seite. TEXT

ute.neumann@kirchhoff.de tim.faulwetter@kirchhoff.de

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Quelle: CP-Barometer des Europäischen Instituts für Corporate Publishing (EICP), Mai 2011

1 


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App ist nicht gleich App Auf dem Markt für Tablet-Lösungen kursieren verschiedenen Lösungsangebote. Die Wichtigsten hier im Überblick.

iPad-optimiertes Online-Magazin Das speziell für das iPad optimierte Online-Magazin schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Als eigene Website konzentriert es sich nicht nur auf den iPad-User, sondern räumt ihn als Surfer gleich mit ab.

iPDF Beim iPad-PDF handelt es sich im Grunde um eine schlichte Flip-through-Lösung, die eine Printvorlage 1:1 umsetzt. Lesefreundlichkeit Das Format wird in den meisten Fällen nicht angepasst; entsprechend sind die Schriften sehr klein und nur mittels der Zoom-Funktion zu lesen. Interaktivität Das PDF lässt sich auch mit Animationen und Links anreichern, interaktive Medien können jedoch nicht eingebaut werden. Technik Software-Lösungen von 3-D-Zeitschrift oder APA IT versprechen Layouts ohne InDesign und Animation ohne Flash und ohne Programmierkenntnisse.

Lesefreundlichkeit Das Layout wird auf das Format angepasst und ist gut lesbar,­auch die Schriften sind voll skalierbar. Einziger Wermutstropfen: Für Hoch- und Querformat ist das gleiche Format hinterlegt. Interaktivität Alle interaktiven Medien können problemlos integriert werden. Technik Eine HTML5-Version wird über ein Content Management Sys­tem (z. B. Drupal) produziert und kann einfach über einen Browser aufgerufen werden. Dank Browsererkennung schaltet die Website automatisch auf die geräteoptimierte Seite um. Wer sich die Adresse auf den Desktop legt, hat quasi durch einen App-Link Zugriff auf die Seite.

Verfügbarkeit Das App kann über den Apple-Store heruntergeladen werden und ist dann auf dem iPad jederzeit verfügbar.

Verfügbarkeit Nachteil für den User: Dieses „Mogel-App“ kann nicht heruntergeladen werden. Wer lesen möchte, muss dafür online sein. Vorteil für den Herausgeber: Er hält die Vermarktung der Website in den eigenen Händen, statt sich vom Betreiber des jeweiligen App-Stores abhängig zu machen.

www.3d-zeitschrift.de

www.zeit.de

iPDF

iPad-optimiertes Online-Magazin


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95 %

Facts & Figures 2 Das iPad wird vorwiegend verwendet, um im Internet zu surfen und Websites zu öffnen. Das Lesen von Tages­zeitungen und Zeitschriften spielt auch eine große Rolle: 88,9 Prozent lesen auf dem iPad Tageszeitungen und Nachrichten, 61,1 Prozent lesen Zeitschriften und Magazine.

iPad-Vollversion Die klassische App: downloadbar, multimedial, interaktiv.

38,2 %

Lesefreundlichkeit Der Content wird sowohl für das Hoch- als auch Querformat individuell aufbereitet und optimal an das jeweilige Format angepasst.

der meistgenutzten Apps stammen aus dem Bereich Information

Interaktivität Alles was das iHerz sich wünscht: Voll aktivierter Gestensteuerung und der Interaktivität sind – bis auf das leidige Kompati­bilitätsgezicke von Mac vs. Flash – keine Grenzen gesetzt.

Jeder 5te

Technik Hier führen Redaktionssysteme im Zusammenspiel mit dem Adobe Designprogramm InDesign zum gewünschten Erfolg. Der Software-Markt wird im Augenblick von verschiedenen Anbietern wie Adobe, Woodwing, vjoon oder Markstein ­Software hart umkämpft.

nutzt Service-Apps für Wetter, Börse oder TV-Programm

97 % 50 %

Verfügbarkeit Das App kann über den Apple-Store heruntergeladen werden und ist dann auf dem iPad jederzeit verfügbar.

der Befragten nutzen ihr iPad täglich

www.adobe.com/digitalpublishing www.woodwing.com www.vjoon.de

der iPad-Besitzer sind bereit, bis zu 10 Euro für journalistische Inhalte auszugeben

iPad-Vollversion

Quelle: iPad Effects 2010, Tomorrow Focus Media

2 

TEXT

name.vorname@kirchhoff.de name.vorname@kirchhoff.de

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seite 26

Die Persönlichkeit des Reportings Kann eine Briefmarke die Funktion eines Plakats erfüllen? Kann eine ­Zeitungsanzeige die Wirkung eines TV-Spots erzielen? Oder können ­Aktio­nen bei Facebook ein persönliches Gespräch ersetzen? Warum auch? ­Jedes Medium wird mit den Informationen und Botschaften gefüttert, die es ­verdauen kann und für die es gemacht sind. Warum nur verlangen wir ­ausgerechnet vom Geschäftsbericht, dass er sich prostituiert?

Selbstverständlich gibt es eine ganz natürliche Evolution der Medien von Johannes Gutenberg bis Steve Jobs, vom Buchdruck bis zum iPad. Die Evolution wird auch hier noch nicht zu Ende sein. Jede Zeit hat ihre Medien. Jede Information darf sich über das geeignete Transportmittel verbreiten. Und doch ist der Geschäftsbericht die Publikation, die sich ihrer ursächlichen Funktion schämt. Will sie doch mehr sein als bloße Jahresrückschau und Träger einer sachlichen Berichterstattung. Übertrieben geschminkt, wie das Mädchen vom Lande, das zum ersten Mal ein Rendezvous mit einem Jungen aus der Großstadt hat. Knallig geschminkte Lippen, die jegliche Natürlichkeit eines hübschen Gesichtes missen lassen. Erst das persönliche Gespräch offenbart den wahren Charakter. Denn das gesprochene Wort und die Geschichten des Gegenübers sind es, die fesseln. Ein guter Geschichtenerzähler hat in der Regel etwas erlebt, sofern dieser Jemand nicht zu den Blendern zählt. Erlebnisse prägen die Persönlichkeit. Auch optische Attribute tragen zur Persönlichkeit bei. Bei einem Unternehmen verhält es sich nicht zwingend anders: Hat das Unternehmen eine bewegte Geschichte hinter sich, hat es Krisen überstanden oder konnte es von einem

rasanten Wachstum profitieren? Wie möchte das Unternehmen gesehen werden? Antworten auf diese Fragen und weitere Aspekte sollten in die Unternehmenskommunikation einfließen. Es sind Aspekte der Unternehmensausrichtung und der Verantwortung, die zur Unternehmenspersönlichkeit beitragen. Was allerdings noch viel bedeutender ist: Diese Aspekte sind ursächlich, authentisch und naheliegend. Sie formen die wahre Persönlichkeit im Auftritt des Unternehmens zum Beispiel in Gestalt des Geschäfts- oder des Nachhaltigkeitsberichts. Was macht die Persönlichkeit Ihres Unternehmens aus? Wie würden Sie Ihre Kommunikation und die Darstellung anhand Ihres Reportings charakterisieren? Auf den folgenden Seiten finden Sie zunächst ein klassisches „Polaritätsprofil“, gefolgt vom „Persönlichkeitsfirmament der Berichterstattung“. Das Polaritätsprofil gibt Hinweise zur generellen Ausrichtung Ihrer bisherigen Kommunikation, je nach Ausschlag. Das Persönlichkeitsfirmament zeigt die Vernetzung der Persönlichkeitsmerkmale auf. Schnittstellen zeigen die Verkettung einzelner Aspekte. Die Vielschichtigkeit der Aspekte deutet an, wie komplex, wandelbar und unstet die Persönlichkeit ausgeprägt sein kann. Im Kontext der Bericht-

erstattung bedeutet dies in der Konsequenz oft Unentschiedenheit oder Überfrachtung und somit eine Zielgruppen-Desorientierung. Weniger Aspekte stehen für Fokussierung, Geradlinigkeit und Konzentration. Die Persönlichkeit ist so für die Zielgruppe nachvollziehbar, verständlicher und zugänglicher. Machen Sie den Versuch: Nehmen Sie einen Stift zur Hand und erstellen Sie zunächst das Polaritätsprofil. Wie schätzen Sie Ihre bisherige Kommunikation am Beispiel des Geschäfts- oder Nachhaltigkeitsberichts ein? Im Anschluss markieren Sie bitte die Schnittstellen, die Ihnen künftig wichtig sind. Kreuzen Sie die weißen Kreise an, die Ihrer Meinung nach für das zukünftige Reporting Ihres Unternehmens von Bedeutung sind. Je mehr Punkte Sie markieren, desto weiter entfernen Sie sich vom Ursprung der Unternehmenspersönlichkeit. Versuchen Sie Sinnzusammenhänge herzustellen. Reduzieren Sie Ihre Ansprüche. Fokussieren Sie. Bleiben Sie sachlich. Verleihen Sie Ihrem Reporting Persönlichkeit. Bei Interesse stehen wir Ihnen gerne mit Handlungsempfehlungen und gezielten Analysen zur Seite. TEXT

thorsten.greinus@kirchhoff.de thorsten.greinus@kirchhoff.de

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ausgeprägt

weniger ausgeprägt

unentschieden

weniger ausgeprägt

ausgeprägt

stark ausgeprägt

Emotionale Bewertung von Eigenschaften aufgrund subjektiver Empfindungen.

stark ausgeprägt

Polarität

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Trendsetter sein? Aber klar!

Neues wagen, nicht abwarten!

PRO

Denn jeder weiß: Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben …

zu seinen Stakeholdern aufzubauen. Der Kommunikations­kanal, über den das Gespräch stattfindet, ist dabei sogar zweitrangig.

Apple ist ein Trendsetter, wie er im Buche steht: Ob Pad, Pod oder Phone – die neuesten Produkte mit dem angebissenen Apfel sind immer wieder Stadtgespräch, werden medienübergreifend diskutiert und – natürlich – fleißig kopiert. Aber wer spricht schon über diese Nachahmer wie zum Beispiel das Galaxy Pad von Samsung oder das HP Slate, beides Alternativen zum iPad? Kaum einer. Genau. Und wenn, dann doch nur in Verbindung mit dem Original. Apple hat den Trend gesetzt– und ist im Gespräch geblieben.

Es sollte also die Aufgabe der Unternehmenskommunikation sein, innerhalb des Unternehmens als Trendsetter voranzugehen: Traut man sich, festgelegte Kommunikationswege zu verlassen und Neues auszuprobieren, fällt man vielleicht auf die Nase. Aber wenigstens sammelt man seine Erfahrungen nach dem Trial-&-Error-Prinzip und wartet nicht ab, was die anderen machen. Wer authentisch rüberkommen will, muss eigene Wege gehen und darf nicht einfach nur nachmachen. Es gilt, den Weg zu finden, der zum Unternehmen passt. Von diesem Wissen können dann auch weitere Unternehmensbereiche profitieren.

Trendy kann natürlich auch die Kommunikation selbst sein. Nehmen wir den Trendbegriff „Social Media“. Diesen Hype machen heute schon viele Unternehmen mit, doch nur wenige haben verstanden, worum es dabei wirklich geht. Sie sind zwar dort präsent, wo sich die (potenziellen) Kunden aufhalten – bei Facebook, Twitter & Co. –, und versorgen die Community mit ­aktuellen ­Informationen. In den direkten Dialog mit ihren Anspruchsgruppen ­treten sie allerdings kaum. Wer genau zuhört und auf Fragen und Kritik ­reagiert, hätte die einmalige Chance, eine authentische und ­glaubwürdige ­Beziehung

Klar: Neues zu wagen, bringt immer die Gefahr des Scheiterns mit sich. Aber Neugier, Risikobereitschaft und Erfindergeist sind Tugenden, ohne die man es nie zu etwas bringen würde. Man stelle sich mal vor, alle würden immer nur abwarten ... Wir säßen heute noch da und würden ­Buchstaben in Stein meißeln.

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tina.busch@kirchhoff.de annemarie.berg@kirchhoff.de

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Trends setzen? Trends umsetzen!

Früh dabei sein, aber nicht zu früh!

CONTRA

Börsianer wissen Bescheid: „The trend is your friend.“ Gegen diesen Trend sollte man nicht handeln. Eine Binsenweisheit, die auch für Unternehmen und Entscheider gilt. Der Stratege muss den Trend nicht setzen – vielmehr muss er ihn ­erkennen und weiterentwickeln. Nur wenigen Unternehmen gelingt es in ihrer Geschichte, wirklich bahnbrechende Innovationen zu verwirklichen und Markttrends zu setzen. Noch seltener gelingt es, diese Vorreiterrolle dauerhaft zu behalten. Erfolgreicher agieren häufig diejenigen, die einen Trend erkennen, aufgreifen und voranbringen. So vermeiden sie Fehler in der Entwicklungsphase, können auf erste Standards setzen und ihre Kompetenz auf die Weiter­ entwicklung konzentrieren. Beispielhaft dafür sind Unternehmen wie Apple (keinesfalls der Erfinder des Smartphones, aber sicherlich der prominenteste Weiterentwickler), Google (nicht die erste Suchmaschine, aber die mittlerweile beste Fortentwicklung), Toyota (nicht der Erfinder des Autos, aber heute der größte Autokonzern) oder McDonald’s (die den Hamburger nicht erfunden, aber weltweit verbreitet haben).

Ähnliches gilt auch für die Kommunikation. Neue Medien und Kommunikationsformen müssen aufmerksam beobachtet und frühzeitig für die eigene Nutzung geprüft werden. Es gilt, die Trends zu erkennen, die sich nachhaltig am Markt etablieren und zum Standard werden. Dann aber muss das Unternehmen früh dabei sein. Trends, die innovativ sind, sich aber nicht ­durchsetzen, sind kostspielig – für den Trendsetzer als auch für ­denjenigen, der (zu) früh aufgesprungen ist. Dieser Konflikt zeigt sich ­verstärkt bei ­Innovationen, die im unmittelbaren Wettbewerb stehen und hohe ­Anlaufinvestitionen erfordern. Beispielhaft erwähnt seien hier die ­konkurrierenden Systeme Beta und VHS bzw. die Nachfolgetechnologie BlueRay versus ­HD-DVD oder aber Software (OS2 vs. Windows) und Technologien. Wer sich zu früh für einen Weg entschieden hat, der kann auf das falsche Pferd gesetzt haben. Otto von Bismarck werden die folgenden Worte zugeschrieben: „Nur ein Idiot glaubt, aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um von vornherein eigene Fehler zu vermeiden.“ Chancen und Trends erkennen, diese weiterentwickeln und von den Marktentwicklungen profitieren – so lautet das Erfolgsrezept. Früh dabei sein, aber nicht zu früh. TEXT

goetz.schlegtendal@kirchhoff.de annemarie.berg@kirchhoff.de

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Wie aktuell ist CSR?

im Netz

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Das Internet ist deshalb heute für viele das Informationsmedium Nummer 1. Auch zum Thema CSR gibt es mittlerweile eine Flut von verschiedenen Webangeboten. Dabei die Übersicht zu behalten und Informationen gezielt aufzunehmen, ist zwar schwer, aber nicht unmöglich. Im Web gibt es eine Reihe von Plattformen, neue und alte, übersichtliche und unübersichtliche, die uns auf dem Laufenden halten. Da ist für jeden CSR-Interessierten das Richtige dabei. Hier ist unser persönlicher Praxis­test – ganz ohne Gewähr.

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csr news net [ http://www.csr-news.net ] Die Seite wird von der gemeinnützigen „Stiftung Unternehmensverantwortung“ (in Gründung) betrieben. Die Mischung macht’s! Hier finden Interessierte alle wichtigen Informationen zum Thema CSR gebündelt auf einer einzigen Plattform: Der Nachrichtendienst veröffentlicht tagesaktuelle Meldungen der Redaktion (leider seit Mitte März kostenpflichtig, siehe unten) und der Mitglieder. Über die Directory-Webseite hat man direkten Zugriff auf nationale und internationale CSR-Berichte; eine Übersicht der Performance in den verschiedenen Rankings ist inklusive. Stöbern kann man außerdem in einer Literatur-Datenbank und im Job-Portal. Mehrmals täglich

Redaktionsteam um Gründer Achim Halfmann sowie Mitglieder (Unternehmen, Organisationen) Um immer auf dem Laufenden zu sein, kann man den Newsletter (täglich/wöchentlich) abonnieren, CSR-News bei Facebook folgen oder Updates über Twitter und Xing erhalten. Für 8 Euro im Monat bekommt man Zugang zum exklusiven News-Bereich und zum Archiv und erhält vier Ausgaben des Fachmagazins CSR-Magazin. Unternehmen und Organisationen ermöglicht eine kosten­pflichtige Mitgliedschaft die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und die Aufnahme im Directory. Klicktipp! Wer mag, kann sich Artikel vorlesen oder in 14 verschiedene Sprachen übersetzen lassen!

Serviceleistungen

„Must have“ für CSR-Interessierte in Deutschland


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Thema CSR aus politischer Perspektive

rat für nachhaltige entwicklung [ http://www.nachhaltigkeitsrat.de ] Der Rat für nachhaltige Entwicklung wird seit 2011 von der Bundesregierung für jeweils drei Jahre berufen und besteht aus 15 Personen des öffentlichen Lebens. Ganz offiziell! Der Nachhaltigkeitsrat berät die Bundesregierung und hat die Aufgabe, • Beiträge für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, • konkrete Handlungsfelder und Projekte zu benennen, • die öffentliche Diskussion über Nachhaltigkeit zu stärken. Die Webseite dokumentiert die Arbeit des Rates. Man findet dort zum Beispiel detaillierte Informationen über die (Weiter-)Entwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategien einzelner Bundesländer. Wöchentlich

Keine Angabe

Im Newsletter, der zweimal im Monat erscheint, können Unternehmen auf die Veröffentlichung ihres CSR-Berichts hinweisen.

greenpeace [ http://www.greenpeace.de ] Greenpeace Deutschland ist Teil der internationalen Umweltorganisation Greenpeace.

Am Puls der Zeit! Ein Live-Ticker informiert auf der Startseite über aktuelle Ereignisse mit Umweltbezug, wie zum Beispiel die Atomkatastrophe in Japan. Der User bekommt auf der Seite einen umfassenden Einblick in die Arbeit und Aktionen von Greenpeace Deutschland, zum Beispiel über das Engagement bei den Themen Atomkraft, Gentechnik oder erneuerbare Energien. Mehrmals täglich

Internetredaktion

Twitter, Youtube oder Facebook – Greenpeace informiert auf allen Kanälen.

Klicktipp! Der Lügendetektor: Er entlarvt schonungslos die Greenwashing-Methoden von Unternehmen und Politikern: Welche Informationen werden weggelassen, verändert oder in einem anderen Zusammenhang benutzt? Auf http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5108

Für Ökos

cker

und Aufmu


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transparency deutschland [ http://www.transparency.de ] Transparency Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein und Teil der unabhängigen Organisation Transparency International. Bestechung? Nein, danke! Auf der Webseite findet man alles zu den Themen Korruption und Transparenz: von aktuellen Meldungen über Informationsmaterial zur Korruptionsprävention in einzelnen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Verwaltung etc.) bis hin zu internationalen Korruptionsindizes.

Für U

nbes

tech

lich

Mehrmals pro Woche

Keine Angabe

Der allgemeine Newsletter erscheint monatlich und informiert u. a. über regionale Veranstaltungen. Für Mitglieder gibt es einen separaten Newsletter. Vereinsmitglied kann man werden, indem man die Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet. Diese verpflichtet Unternehmen zu hohen ethischen Standards in der Geschäftspolitik. Klicktipp! Der Leitfaden für Hinweisgeber, die einen Korruptionsverdacht haben, bietet Tipps und nennt Ansprechpartner.

Für alle, die auch diskutieren und sich austauschen wollen

sustainability forum [ http://www.sustainabilityforum.com ] [ http://www.theenvironmentsite.org ] Fabian Pattberg, CSR-Berater http://www.fabianpattberg.com

Sei aktiv und tausch Dich aus! Diese englischsprachige Webseite wird zurzeit in die bereits bestehende Seite TheEnvironmentSite.org integriert. Die alte Seite bietet ein umfassendes Diskussionsforum, aktuelle Meldungen, einen Blog sowie einen Veranstaltungskalender zum Thema Sustainability. Es gilt abzuwarten, wie diese Bereiche in die neue Seite integriert werden. Nicht bewertet

Fabian Pattberg und Mitglieder des Forums

Es gibt die Möglichkeit, sich aktiv im Forum zu beteiligen. Der Zugang ist kostenlos. Außerdem kann man Fabian auf twitter.com/FabianPattberg und Facebook folgen.

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upj [ http://www.upj.de ] Der Verein besteht aus Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen und Kommunen in Deutschland. Regional engagiert! Die zweigeteilte Seite besteht aus dem CSR-Portal, das aktuelle Meldungen und Informationsmaterial zu den Themen Corporate Citizenship und CSR bietet, und der Netzwerkplattform. Letztere stellt die Arbeit und Projekte des Vereins vor: UPJ verfolgt das Ziel, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und öffentliche Verwaltungen an einen Tisch zu bringen, um zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen. Mehrmals pro Woche (CSR-Portal)

Keine Angabe

Unternehmen und gemeinnützige Organisationen können Mitglied im Netzwerk werden oder Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Folge UPJ auf http://twitter.com/UPJ. Klicktipp! UPJ fördert regionales Engagement von Unternehmen durch lokale Aktionstage. Auf http://www.upj.de/Projekte.8.0.html

Für alle, die sich vernetzen wollen

Spiritue ll e Für

KarmaKonsum [ http://www.karmakonsum.de ] Die Seite wird seit 2007 von Christoph Harrach, Diplom-Betriebswirt und Yoga-Lehrer, betrieben. Sustainable living! Christoph Harrach und sein Team bloggen regelmäßig über die Themen „gesunde und nachhaltige Lebensstile (LOHAS)“ und „neues Wirtschaften (CSR)“ und geben in der Kategorie „Konsum“ die eine oder andere konkrete Produktempfehlung. Mehrmals pro Woche (CSR-Portal)

Christoph Harrach und ein Team aus Gastautoren

Up to date bleibt man über den wöchentlichen Newsletter, twitter@karmakonsum und Facebook. Unternehmen können Anzeigen schalten.


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Für den Blick über den Tellerrand Ethical Corporation [ http://www.ethicalcorp.com ] Die englischsprachige Webseite gehört zum Print-Magazin Ethical Corporation, das von dem gleichnamigen Medienunternehmen mit Sitz in London herausgebracht wird. Wertvoll! Die Webseite beschäftigt sich mit dem Thema Sustainability und greift die Themen des PrintMagazins auf; der Zugang zu kompletten Artikeln sowie das Abonnement des Magazins sind kostenpflichtig. Wöchentlich

EC-Team und externe Autoren

Eine kostenpflichtige Mitgliedschaft ermöglicht den vollen Zugang zur Webseite. Ethical Corporation ist auf Facebook und Twitter präsent und veröffentlicht Podcasts über iTunes. Der wöchentliche Newsletter informiert über aktuelle Themen. Klicktipp! In der Kategorie „Review“ werden internationale CSR-Berichte kritisch bewertet.

Für den Blick über den großen Teich GreenBizz [ http://www.greenbiz.com ] Die englischsprachige Webseite gehört zu dem amerikanischen Medienunternehmen GreenBiz Group und wurde 2000 gegründet. Green talking! Die Seite ist ein Ratgeber für (amerikanische) Unternehmen zu einer Vielzahl von umwelt­ relevanten Themen. Ob Greener Business, Greener Buildings, Greener Computing oder Greener Design – hier findet man zu jedem Thema aktuelle Meldungen, Tools, Publikationen. Täglich

Joel Makower, Gründer und Chefredakteur, und sein Team aus erfahrenen Autoren und Journalisten Der wöchentliche Newsletter, Blogs, Facebook und 5 Twitter-Kanäle informieren über aktuelle Meldungen. Klicktipp! Der State of Green Business Report 2011 untersucht, wie gut – oder wie schlecht – Unter­nehmen ihre Umweltschutzaktivitäten verbessern. Auf http://www.greenbiz.com/state-green-business-2011/download

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Sehr geehrte Damen und Herren, Traffic ist das Zauberwort für jede IR-Website. Ist doch schade, wenn die ganze Arbeit an Struktur und Informationsangebot von keinem Investor oder Journalisten wahrgenommen wird, weil die Quartalsergebnisse per Newswire verschickt werden. Von Ad-hocMitteilungen ganz zu schweigen. In den USA haben deshalb einige Unternehmen – darunter Schwergewichte wie Google und Microsoft – begonnen, nur per Kurznachricht über bezahlte PR-Newswires auf Datum und Ort der Veröffentlichung eines anstehenden Quartalsberichts auf der eigenen Website hinzuweisen. Volltexte zum Bericht werden nicht mehr über die Wires geschickt. Diese Entwicklung folgt der veränderten SEC Guidance aus 2008. Sie besagt, dass die Pflichtveröffentlichung der Unternehmenszahlen auf Unternehmenswebsite dem Anspruch der „notwendig breiten und uneingeschränkt zugänglichen Verbreitung“ genügt. Dieser Anspruch ist in der Regulation Fair Disclosure der SEC niedergelegt. Voraussetzungen sind lediglich eine Ankündigung im Vorfeld, die öffentliche Bekanntheit und Zugangsmöglichkeit zur Website sowie eine zeitgenau und akkurate Veröffentlichung der Dokumente. Noch ist aber keine einheitliche Praxis in den USA erkennbar und es gibt Diskussionen über die Nutzerfreundlichkeit. Aber die Unternehmen sparen enorme Kosten, da die Newswires nach Umfang der Veröffentlichung abrechnen. Bei Quartalsberichten eine nennenswerte Ersparnis. Diese Umstellung könnte auch in Deutschland funktionieren! Denn die gesetzlich vorgeschriebene Hinweisbekanntmachung ist ­genau solch eine Ankündigung. Allerdings geht diese in der Meldeflut meistens unter und wird in der Praxis als lästige Pflicht betrachtet. Ein schöner Nebeneffekt: Investoren und Journalisten schauen garantiert auf den IR-Seiten vorbei – wohl dem, der eine schöne zu bieten hat. Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Bucher Consultant  Kirchhoff Consult AG Herrengraben 1 D-20459 Hamburg T +49 40 60 91 86 18 F +49 40 60 91 86 60 sebastian.bucher@kirchhoff.de http://www.kirchhoff.de Text: sebastian.bucher@kirchhoff.de Design: roswitha.kindler@kirchhoff.de


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was messbar ist, kann man managen. Heutzutage ist das ein wichtiges Prinzip bei den Unternehmen. Es wird bis zum Umfallen ge„benchmarked“, ge-„scored“, ge-„surveyed“ und ge-„audited“. Eine Ausnahme gibt es allerdings: die Investor-Relations-Arbeit. Hier gibt es zwar Rankings für den Geschäftsbericht oder die IR-Website, aber eine regelmäßige, unabhängige Befragung der wichtigsten Investoren und Analysten findet selten statt. Mit vergleichsweise geringem Aufwand können Sie aber genau die Außenwahrnehmung und die Stärken und Schwächen der Investor-Relations-Arbeit ermitteln, ohne eine statistisch signifikante Grundgesamtheit zu befragen. In der Regel decken Sie mit 30 bis 50 Be­fra­gungsteilnehmern die Key Opinion Leaders und einen Großteil der Anteilseigner ab. Die regelmäßige Überprüfung der externen Einschätzung des eigenen Unternehmens, die so genannte Perception Analyse, liefert ein IR-Audit mit wertvollen Hinweisen auf Wahrnehmungslücken in der Finanzkommunikation. Für den Aufsichtsrat ist sie ein ideales Instrument, um die Leistung des Managements insbesondere in Bezug auf den Umgang mit der „Kundengruppe“ der Aktionäre zu beurteilen. Bewertungslücke schließen Ein Unternehmen ist darauf angewiesen, von externen Beobachtern richtig eingeschätzt zu werden. Dabei hat eine Perception Analyse nicht das Ziel, Investoren, Analysten oder Journalisten von der Richtigkeit des eingeschla-

genen Wegs zu überzeugen. Es geht um einen Abgleich der Selbst- mit der Fremdeinschätzung. Durch dieses Audit wird die Kommunikationsleistung auf den Prüfstand gestellt. Das hat für Unternehmen den Nutzen, Missverständnisse, Schwachstellen und Kommunikationslücken aufzudecken. Denn dort, wo der externe Beobachter eine völlig andere Einschätzung als das Management hat, liegt einer von beiden falsch, etwas wurde missverstanden oder nicht deutlich genug kommuniziert. Diese Fehleinschätzungen können fatale Folgen haben: Die Bewertung seitens externer Experten kann unzutreffend sein, ebenso die interne Sicht des Unternehmens. Im schlimms­ ten Fall werden die Strategie des Unternehmens und damit die angepeilten Wachstumstreiber in der Zukunft nicht verstanden oder falsch eingeschätzt. Die Folge: eine falsche Bewertung und Wahrnehmung des Unternehmens seitens der Öffentlichkeit und des Kapitalmarktes. Zuerst das Eigenbild analysieren Die Basis der Überlegungen sind die aktuellen strategischen Herausforderungen des Unternehmens: Wo sieht man Schwächen, wo Stärken? Welche Märkte stehen künftig im Fokus? Hierzu wird ein individueller Frage­bogen erstellt. Die inhaltlichen Schwerpunkte richten sich nach den Besonderheiten des Unternehmens, üblich sind die Kategorien Markt, Strategie, Management, Produkte und Kommunikation. Der Fragebogen wird im nächs­ ten Schritt den zu befragenden externen und ggf. internen Zielpersonen zugestellt. Die Meinungsbildner werden von einer unabhängigen IR-Agentur


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Persönliche Befragung der Meinungsbildner Zielgruppen Buy-sideAnalysten

Sell-sideAnalysten

Institutionelle Investoren

Wirtschaftsjournalisten

Führungskräfte

Top 50 Persönliches Anschreiben inklusive Fragebogen Persönliches Interview (telefonisch oder vor Ort)

Perception Analyse – Abgleich der internen und der externen Wahrnehmung Interne Sicht _Vorstand _Führungskräfte _Investor Relations _Public Relations

einzeln angerufen, um die Antworten persönlich aufzunehmen. Besonders wichtige Marktteilnehmer und Führungskräfte werden auch persönlich vor Ort besucht. Neben den konkreten Antworten sind insbesondere die Kommentare sehr wertvoll. Die Antworten werden nicht nur gesammelt und zusammengefasst, sondern in einer umfassenden Analyse für das Management des Unternehmens qualitativ und quantitativ aufbereitet. Dabei kann nach Regionen, Investoren und Analysten unterschieden werden. Die Antworten nach Regionen der Befragten aufzuschlüsseln, ist sinnvoll, um lokale Schwerpunkte, aber auch Probleme und Risiken schneller erfassen zu können. Die richtigen Schlüsse ziehen Aus der Perception Analyse kann das Management konkrete Schlüsse ziehen: In welchen Regionen müssen wir unsere Kommunikationspolitik ändern? Welche Investorengruppe hat diese oder jene Aussage nicht richtig verstanden oder falsch bewertet? Wie können die Kommunikationsinstrumente noch gezielter eingesetzt werden? So hat zum Beispiel ein global agierender Konzern in einer Analyse festgestellt, dass US-amerikanische Beobachter ihm den Verkauf von genau der Sparte empfahlen, welche die europäischen Marktteilnehmer für die wichtigste und zukunftsträchtigste hielten. Die ­Folge: Das Unternehmen hat bei der nächsten Road Show in den USA andere Schwerpunkte gesetzt als in Europa.

Externe Sicht _Institutionelle Investoren _Buy-side-Analysten _Sell-side-Analysten _Wirtschaftsjournalisten

Abgleich _Bewertungslücken _Plausibilität der Strategie _Qualität der Investor Relations _Glaubwürdigkeit des Vorstands _Einschätzung des Produkt- & Servicespektrums _Gründe für Kauf/Verkauf der Aktie _Vor- und Nachteile vs. Peer Group _Attraktivität der Branche

usammenfassung Mit einer umfassenden Perception Analyse wird nicht nur deutlich, was relevante Spieler am Kapitalmarkt sowie gegebenenfalls Kunden und Mitarbeiter vom Unternehmen denken. Eine solche Untersuchung schafft gleichzeitig die Möglichkeit, die eigenen Kommunikations- und Investor-RelationsAktivitäten, aber auch die Kundenbetreuung und das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern anhand kritischer Urteile zu überprüfen. So erfährt das Management genau, an welcher Stelle noch Optimierungspotenzial in der Kommunikation besteht. Im traditionellen Kommunikationsmodell konzentriert sich das Management bewusst oder unbewusst darauf, was es mitteilen muss und will. Vernachlässigt wird, wie die Zielgruppen das Unternehmen wahrnehmen, welche Informationen sie erwarten und wie sie die gegebenen Informationen antizipieren. Das birgt das große Risiko der Fehleinschätzung. Die Perception Analyse versetzt das Unternehmen in die Lage, Fehleinschätzungen aufzudecken und ihnen aktiv zu begegnen.

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Mit Bonds an die Börse: Die neuen Börsensegmente für Mittelstandsanleihen. Vor die Wahl „Bank oder Börse?“ gestellt, sehen immer mehr mittelständische ­Unternehmen in der Emission von Anleihen eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit.

Im Gegensatz zur erstmaligen Emission von Aktien (IPO) steckt der „IBO“ (Initial Bond Offering) von Mittelstandsanleihen und Corporate Bonds noch in den Kinderschuhen. Vor genau einem Jahr startete die Börse Stuttgart mit dem Mittelstandssegment „Bondm“. Rasch folgten nacheinander fast alle anderen deutschen Wertpapierbörsen diesem Beispiel und lancierten ihrerseits Handelsplattformen speziell für Anleihen von mittelständischen Unternehmen. Heute bieten neben der Börse Stuttgart auch die Deutsche Börse in Frankfurt („Entry Standard“), die Börse München („M:access“), die Börse Düsseldorf („der mittelstandsmarkt“) sowie im Verbund die Börsen Hamburg und Hannover („Mittelstandsbörse Deutschland“) eigene Börsensegmente für den Mittelstand. Boom bei Bonds erwartet Der junge Markt für Mittelstandsanleihen wächst rasant, Potenzial ist noch reichlich vorhanden und der Emissionskalender für die nächsten Monate gut gefüllt. Im Jahr 2010 wurden bereits Anleihen mit einem Gesamtvolumen von über 750 Millionen Euro in den neuen Börsensegmenten emittiert – fast halb so viel wie mit IPOs hierzulande (1,6 Milliarden Euro). In diesem Jahr wird sowohl bei der Anzahl der Emissionen als auch bei den gesamten Emissionsvolumina ein weiterer Anstieg erwartet. Wie ist dieser Erfolg zu erklären, oder anders gefragt: Was macht die Emission von Anleihen für mittelständische Unternehmen so attraktiv? Sind die neuen Plattformen wirklich etwas, worauf die Emittenten sehnlich gewartet haben, obwohl Bonds ja auch vorher schon (börsenunabhängig) emittiert werden konnten? Alternative zum Bankkredit Fest steht: Mittelstandsanleihen sind derzeit für Unternehmen eine interessante Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung und – auf Anlegerseite – für Investoren eine renditeträchtige Kapitalanlage. Denn seit jeher ist die Beschaffung von Fremdkapital für Unternehmen des „klassischen deutschen Mittelstands“ ein notorisches Problem. Das liegt vor allem an der typischerweise schmalen Eigenkapitaldecke und der dementsprechend geringen Boni­ tät der Mittelständler. Insofern ist die Emission von Anleihen für viele mittelständische Unternehmen – insbesondere jene, deren Liquidität durch offene Forderungen oder erdrückende Verbindlichkeiten ständig gefährdet ist –, eine reizvolle Alternative zur Finanzierung durch eine Bank. Mit der Aus­

gabe von Anleihen haben Unternehmen die Möglichkeit sich Fremd­kapital zu beschaffen, ohne auf die zurzeit ohnehin schwerfällige Kreditbewilligung von den nach wie vor zurückhaltenden Banken angewiesen zu sein. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl an potenziellen Investoren, die angesichts der aktuell niedrigen Verzinsungen nach lukrativen Anlagemöglichkeiten mit höheren Renditen sucht. Gute Kapitalmarktkommunikation unerlässlich Die Emission von Anleihen ist im Vergleich zu Aktienemissionen grundsätzlich an keine bestimmte unternehmerische Rechtsform gebunden, sodass über die neuen Börsensegmente auch den im Mittelstand üblichen Rechtsformen (z. B. GmbH) die Tür zum Kapitalmarkt geöffnet wird. So nimmt es nicht wunder, dass gerade die Börsenneulinge unter den mittelständischen Unternehmen oft die Anforderungen an eine professionelle Finanz­kommunikation unterschätzen. Zwar sind die gesetzlich vorgeschriebenen Transparenzanforderungen bei Anleihen geringer als bei Aktien, dennoch sind sowohl im Vorfeld des „IBO“ als auch nach der Emission die zielgruppengerechte Investorenansprache und -information unerlässlich für den Erfolg der platzierten Mittelstandsanleihe. Neben dem rechtlich verbindlichen Wertpapierprospekt und dem an allen Börsen (außer Hamburg/ Hannover) vorgeschriebenen Rating gilt für die Emittenten auch eine QuasiAd-hoc-Pflicht, welche die Veröffentlichung von wichtigen Informationen vorschreibt. Gute Finanzkommunikation bedeutet in diesem Fall: Der Emittent muss den Investor bzw. potenziellen Investor davon überzeugen, dass die Anleihe ein gutes und sicheres Investment ist. Verfügt das mittelständische Unternehmen über keine eigene Investor-Relations-Abteilung, die dieser Aufgabe gewachsen wäre, ist die Zusammenarbeit mit einem in der Finanz- und Unternehmenskommunikation erfahrenen Beratungsunternehmen geboten. Hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass – nebst den von den Börsen vorgeschriebenen Pflichtpublikationen – zu einer guten Finanzkommunikation selbstverständlich auch der kontinuierliche Dialog zwischen dem Unternehmen und den Fremdkapitalgebern („Creditor Relations“) gehört. TEXT

baris.calisan@kirchhoff.de juliane.wolpert@kirchhoff.de

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BURN OUT DINGE

Scall? Grüner Ketchup? Und wie hieß noch mal der Vorgänger des ­Internets? Zehn grandiose Ideen, die einst hell und vielversprechend am Innovationshimmel leuchteten, heute aber überholt, gescheitert oder wieder in Vergessenheit geraten sind. Hier wollen wir sie wieder ­in ­Erinnerung rufen. Ein kleines Revival der ausgebrannten Ideen.

Der BMW Motorroller C1 Was war das eigentlich noch mal? Ein Motorroller oder ein kleines Auto? Der C1, der von BMW im Frühjahr 2000 als „innovatives Fahrzeugkonzept auf zwei Rädern“ vorgestellt wurde, polarisierte zwischen Begeisterung und Ablehnung. Ausschlaggebend war das rundliche, für ­Motorräder ungewohnte Design mit Dach, dessen Konzept für viele erklärungsbedürftig war. Grundgedanke ist ein besserer Unfallschutz durch Sicherheitsgurte und -zelle (Helmpflicht entfällt) sowie Wetterschutz vor Regen und Fahrtwind. Das Design war hier wahrscheinlich der Zeit voraus. Schon 2003 wurde die Produktion eingestellt.

Die MiniDisc

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caroline.vordemfelde@kirchhoff.de thorbjoern.staecker@kirchhoff.de

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Im Mai 1991 stellte Sony offiziell den Nachfolger der guten alten Kassette vor. Ein Vorteil der MiniDisc war die bessere Klangqualität und kleiner war sie auch. So verbreitete sich das System anfangs relativ schnell, auch wenn die Geräte nicht gerade billig waren. So richtig durchsetzen konnte sie sich allerdings nicht, sodass sie nur als Nischenprodukt fungierte und mit der Einführung des CD-Brenners für zu Hause sowie später des MP3-Players bald ihr jähes Ende fand. Die Produktion wurde 2007 von Sony eingestellt. Lediglich in Japan wurden noch weitere Disks und Geräte produziert.


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Die Talkshow am Nachmittag Wen haben wir in den Neunzigern nicht alles kennen lernen dürfen: Arabella, Hans Meiser, Ricky, Vera am Mittag, Ilona Christen, Bärbel Schäfer, Sonja Zietlow, Jörg Pilawa und nicht zu vergessen: Andreas Türck. Die Talkshow hat sich mit all den Themen befasst, die uns unter den Nägeln gebrannt haben. Wirklich angeschaut hat sie angeblich niemand, dennoch waren die Quoten ein Traum. Mit dem Beginn des neuen­ Jahr­tausends starben die Gesprächsrunden über ­Untreue, Krankheiten, Ärger mit Urlaubsreisen oder den Schwiegereltern allmählich aus. Was ist geblieben? Nichts außer Sonja Zietlow, die nun Volkes Seele mit dem Jungle Camp beglückt, und ein, zwei einsame ­andere Talkmastern.

 ie Plansprache D – Esperanto

Der grüne Ketchup

Zum neuen Jahrtausend auch eine neue Farbe. Der Lebensmittelhersteller Heinz bringt „Green!“ auf den Markt. Und was ist jetzt die Neuheit? Aus­ schließlich die Farbe, denn schmecken soll der grüne Heinrich genauso wie sein großer Bruder. So wirklich durchsetzen konnte sich die neue Farbe auf den deutschen PommesTellern allerdings nicht.

Und welche Sprachen sprechen Sie? Esperanto? ­Ludwik Kejzer Zamenhof entwickelte die Sprache 1887 mit der Absicht, eine leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Verständigung zu entwickeln, die jedoch andere Sprachen nicht ersetzen sollte. Diesen Zweck hat sie leider verfehlt. Dennoch gibt es einzelne Volksgruppen, z. B. in ­Litauen, aber auch in Deutschland, die die Plansprache im täglichen Gebrauch verwenden. Aufgrund der Dominanz des Englischen hatte Esperanto aber keine Chance. Dennoch werden jedes Jahr 70 Bücher in Esperanto veröffentlicht. Und wer weiß, vielleicht sprechen wir in ein paar Jahrhunderten gerade diese künstlich erschaffene Sprache.

Die Pepsi Crystal Der Scall Für 139 DM ab sofort mit der ganzen Welt verbunden sein. So dachte man – in der Realität war es ein Radius von etwa 25 Kilometern um den angegebenen Wohnort, in dem sich nun vor allem Jugendliche Nachrichten, bestehend aus einem Zahlencode vom Festnetz, sendeten.­Dass die Zielgruppe Jugendliche waren, lässt sich auch an der Bedienungsanleitung der Telekom ablesen, die den Kunden mit „Du“ ansprach. Das Aus für Scall kam schon nach wenigen Jahren, als Ende der 1990er das mobile Telefonieren mit Anbietern wie „D2 privat“ für breite Massen erschwinglich wurde.

Der Bildschirmtext

Wie? Cola ist nicht schwarz, mit viel Zucker und Koffein? Anfang der 1990er Jahre versuchte Pepsi auf den Fitnesswahn aufzuspringen und entwickelte eine Alternative zu den ­gängigen Pepsi-Produkten. Pepsi Crystal war ein durchsichtiges Getränk und enthielt weder Koffein, Zucker noch Farb- oder Konservierungsstoffe. Eine „klare“ Cola, ähnlich einem Wasser, mit der Pepsi die Nachfrage nach Reinheit bedienen wollte. Allerdings erwartete man von einer Pepsi, dass sie auch wie Pepsi schmeckt. Das tat sie aber nicht. Genau ­genommen wusste niemand, nach was sie überhaupt schmeckte. Die Produktion wurde innerhalb von kürzester Zeit wieder eingestellt.

Vor 30 Jahren war es eine Revolution, heute schmunzelt man darüber: Mit dem Bildschirmdienst Btx konnte man bereits in den 80ern online shoppen gehen oder am heimischen Rechner Bank­ geschäfte erledigen. Mit Hilfe von Tastatur und Decoder konnten die Teilnehmer auf dem Fernsehbildschirm Informationen abrufen und über die Telefonleitung Daten austauschen. Mit der Umstellung des gesamten Netzes auf ISDN-Zugänge fand der Btx ein schnelles Ende. Zum 31. Dezember 2001 ging der Vorgänger des Inter­ nets dann endgültig in den Ruhestand.

Das Luftschiff „Glück ab“ – der Aufbruch in eine neue Zeitrechnung. Im 19. Jahrhundert waren die lenkbaren Luftfahrzeuge die Pioniere des Luftverkehrs und das erste Verkehrsmittel der ersten Luftfahrtgesellschaften. Sie waren auch die ersten Luftfahrzeuge, die Passagiere im Liniendienst ohne Zwischenstopp über den Atlantik beförderten. Die großen Luftschiffe dieser Zeit kamen jedoch auch immer wieder durch Unglücke in die Schlagzeilen, denn die „Phase der Prototypen“ und das Heranreifen zu einer sicheren Technologie waren erst abgeschlossen, als die „Ära der Großluftschiffe“ bereits ihr Ende fand. Auch der Versuch, das Luftschiff mit dem Cargolifter Ende des 20. Jahrhunderts wiederzubeleben, endete in einem Flop. Die Frachtvariante des Luftschiffs ließ sich nicht verwirklichen und die einstige Konstruktionshalle ist heute Deutschlands höchstes Hallenbad.

Das „Second Life“ Sich ein zweites Leben in einer 3-D-Welt aufbauen, in der man alle seine Wunschvorstellungen ausleben kann. Ein Ort, an dem man seine Fantasien leben kann. Ein Ort zum Shoppen, Verlieben, Erkunden und Anderssein. Ein Ort, an dem man sein Leben noch einmal neu leben kann. Dies denken wahrscheinlich auch die weltweit 21 Millionen registrierten Nutzer. Doch die Realität sieht auch hier etwas anders aus. In Second Life steht der User oft in leeren Landschaften und verlassenen Gebäuden, in denen er gerade mal auf ein paar andere Avatare trifft. Warum? Und was lässt das vermuten? In den hohen Nutzerzahlen werden auch all jene enthalten sein, die sich aus Neugier einmal angemeldet haben und nur in die fremde Welt hineinschnupperten. Sie haben sich einen Avatar gebastelt, flogen begeistert durch die Lüfte, sprachen andere Spieler an – und stellten fest, dass gar nicht so besonders viel passiert im zweiten Leben.


Wie    neu    ist das denn? Na gut ... niegelnagelneu ist das Bilderrätsel nicht, es feierte schon in der vergangenen Ausgabe Premiere. Doch die positive Resonanz lässt d ­ arauf schließen, dass diese Neuerung eine gute Idee war und fortan Platz auf der letzten Seite finden soll. Unser Tipp: alles „neu“! Viel Spaß!

Die Lösungen finden Sie unter http://threeminutes.kirchhoff.de

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Impressum/Kontakt Herausgeber Kirchhoff Consult AG Herrengraben 1 20459 Hamburg

Redaktion Ute Neumann Alexander Wilberg

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Art Direction Tim Faulwetter Roswitha Kindler

info@kirchhoff.de www.kirchhoff.de

Produktion Michael Manthey

Druck Fritz Kriechbaumer, München klimaneutral gedruckt Die CO2-Emissionen dieses Produkts wurden durch CO2Emissionszertifikate ausgeglichen. Zertifikatsnummer: 666-53394-0511-1045 www.climatepartner.com

Download Unser Magazin finden Sie auch als Online-Magazin auf threeminutes.kirchhoff.de oder PDF-Download auf unserer Website www.kirchhoff.de. Lassen Sie uns wissen, was Sie interessiert – denn wir ­möchten Sie mit den Informationen begleiten, die für Sie wichtig sind. Schreiben Sie an threeminutes@kirchhoff.de.


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Kapitalmarkttransaktionen Der Kapitalmarkt ist für Börsengänge und Anleihen wieder offen. Unternehmen mit e­ iner ­überzeugenden Equity bzw. Credit Story können diese Chance nutzen. Sie sind gut b ­ eraten, sich intensiv auf einen möglichen IPO vorzubereiten. Mit unserer Erfahrung aus über 60 Kapital­markttransaktionen und einem in mehr als 21 Jahren gewachsenen Netzwerk ­begleiten wir in- und ausländische Unternehmen auf ihrem Weg an den Kapitalmarkt, bei ­Kapitalerhöhungen, M&A-Transaktionen und bei der Suche nach Private Equity oder ­strategischen Partnern.

Finanzkommunikation In volatilen Kapitalmärkten steigt der Anspruch an Ihre Kommunikationsarbeit. Durch einen exzellenten Geschäftsbericht, glaubwürdige Medienarbeit oder überzeugende Investor ­Relations können Sie sich deutlich von den Wettbewerbern abheben – und wecken das Interesse bei potenziellen Investoren. Unsere Expertise wurde mehrfach mit dem Titel „Best Annual Report Consultancy of the Year“ (2007, 2008, 2009 und 2010) ausgezeichnet. Auch den erfolgreichsten Börsengang 2010 haben wir kommunikativ begleitet.

Unternehmenskommunikation Entscheidend für die Anzahl Ihrer Publikationen sollten nicht die Struktur der Abteilungen oder das Kommunikationsbudget sein, sondern auf welchem Wege Sie Ihre Zielgruppen am besten ansprechen. Wir bieten neben der strategischen Konzeption und Beratung auch die Gestaltung und Umsetzung aller Unternehmenspublikationen, angefangen von der Image­ broschüre über das Kundenmagazin bis hin zur CSR-Kommunikation.


Ausgabe 1|2011

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