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-c-o-n-n-e-c-t-e-dStoffe als Speicher Fabrics for storage Nesa Gschwend


Nesa Gschwend


Nesa

F端r meine Mutter / For my Mother


Nesa Gschwend

-c-o-n-n-e-c-t-e-dStoffe als Speicher / Fabrics for storage

Texte von / Texts by Bettina Staub Janine Schmutz


In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sich Nesa Gschwend seit längerem mit der Transformation und Ambivalenz des Körpers und seiner Lebenszyklen auseinander. Diese bilden die Grundlage ihres bildnerischen und performativen Schaffens. Die verwendeten Materialien – Textilien, Pflanzen, Haare und sehr häufig Wachs – spielen in der Interaktion eine zentrale Rolle. Ausgehend von gebrauchten, aus vier Generationen ihrer Familie stammenden Stoffen, schafft Nesa Gschwend ein System aus Linien und Bändern, die sie immer wieder neu miteinander verbindet, verknotet, überlagert, zerschneidet und zusammenfügt. Sie provoziert mit ihren Arbeiten Assoziationen zum Bedeutungskomplex «Zelle – Kopf – Knäuel – Körper – Hülle – Gewebe». Damit schafft sie ganze Raum-Installationen aus textilen Paneelen, Zeichnungen, bestickten Bildern, Videos und Objekten, die sich in die räumlichen Gegebenheiten eingliedern. Janine Schmutz


Titel Autor

Nesa


Through her artworks Nesa Gschwend has been focusing on the transformation and ambivalence of the body and its stages in life over a long period of time. These are the foundations of her visual and performative creations. The materials used—textiles, plants, hair and very often wax—play a central role in her explorations. Based on used fabrics, from four generations of her family, Nesa Gschwend develops a system of lines and bands that she repeatedly connects, ties, layers, cuts and reassembles in new ways. Her works, evoke associations with a complex concept of «cell – head – knot – body– skin – fabric». The artist creates installations combining textile panels, drawings, embroidered paintings, videos and objects that are fully integrated with the given spatial conditions. Janine Schmutz


Inhalt / Contents

Bettina Staub -c-o-n-n-e-c-t-e-dDialog mit der Sammlung -c-o-n-n-e-c-t-e-dDialogue with the Collection

Janine Schmutz Von Verbindungungen und Verkn端pfungen

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Of Correlations and Connections

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Biographien Biographies

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Abbildungverzeichnis List of illustrations

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-c-o-n-n-e-c-t-e-d- Dialog mit der Sammlung Bettina Staub

Im künstlerischen Schaffen von Nesa Gschwend spiegelt sich ein universaler Blick auf die Welt. Alles definiert sich über Beziehungen, nichts existiert aus sich selbst heraus. Die Künstlerin untersucht Verbindungen, sie knüpft Erinnerungen und Lebensgeschichten aneinander, findet Form und Ausdruck für die grossen Fragen, die am Beginn von Philosophie und Religion stehen. Wie von selbst ergeben sich Relationen zwischen Werken von Nesa Gschwend und Motiven und Themen, die im Sankturbanhof und seinen Sammlungen vorhanden sind. Die kostbaren 1606 datierten Wandmalereien im Äbtesaal zeigen unter anderem einheimische Vögel auf Früchtegirlanden. Nesa Gschwend beschäftigt sich in zwei Videoarbeiten mit Vögeln und untersucht darin beispielhaft Werden und frühzeitiges Sterben. Die berühmte Surseer Hinterglasmalerin Anna Barbara Abesch (1706 – 1773) hat auf zahlreichen Gemälden Frauen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt. Sie sind wie weltliche Fürstinnen in barocke Gewänder mit reichem Faltenwurf gekleidet und tragen langes, kunstvoll aufgestecktes oder offenes Haar. Haare und Textilien haben auch im Schaffen von Nesa Gschwend eine grosse Bedeutung. In der vom Museum Sankturbanhof betreuten AutographenSammlung von Kuno Müller findet sich ein Brief von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716). Er war Philosoph, Mathematiker, Historiker und gilt als Universalgelehrter und Vordenker der Aufklärung. Die Philosophie von Leibniz und von Gilles Deleuze1 (1925 – 1995), der Leibniz und seiner Zeit ein wichtiges Buch Verbunden / Connected 2014/15

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gewidmet hat, sind für Nesa Gschwend wichtige Inspirationsquellen. Dem Sammler Georg Staffelbach (1900 – 1983) verdankt das Museum Sankturbanhof Tausende von Objekten: Hinterglasgemälde, Goldschmiedekunst, Skulpturen, volkskundliche Objekte und Exotica. Seine überaus heterogene Sammlung spiegelt seine vielfältigen Interessen und seinen Anspruch, Universalgelehrter zu sein. In den 1960er Jahren reiste Staffelbach mehrmals nach Indien und brachte zahlreiche Souvenirs und Kunstgegenstände mit nach Hause. Zwei wahrscheinlich aus Südindien stammende Figuren zeigen die bedeutenden hinduistischen Gottheiten Shiva und Durga. Sie sind erstmals ausgestellt und verbinden sich mit Arbeiten von Nesa Gschwend, die während ihrer Indienaufenthalte entstanden sind. «Connected» – Nesa Gschwend hat ihre Ausstellung im Sankturbanhof Sursee einfühlsam und präzise mit dem historischen Gebäude und mit Objekten aus den Museumssammlungen verbunden.

1 Die Falte. Leibniz und der Barock. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2000 (orig. 1988)

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Verbunden / Connected 2014/15


-c-o-n-n-e-c-t-e-d- Dialogue with the Collection Bettina Staub

Nesa Gschwend’s artwork reflects an all-embracing view of the world. Everything is defined by relations—nothing exists in and of itself. The artist is in constant search of connections. She ties memories and life stories together. She finds form and expression for the essential questions that philosophies and religions rests upon. The connections between Nesa Gschwend’s works and the collections at Sankturbanhof emerge almost spontaneously. The precious murals dated 1606 in the Äbtesaal (the abbot’s hall) show—among other items—native birds on garlands of fruits. In two videos Nesa Gschwend captures two new-born squabs in a nest, shedding light on creation, demise and premature death in an exemplary manner. The famous reverse glass artist Anna Barbara Abesch (1706– 1773) has captured women of the Old and New Testament in numerous paintings. Like secular princesses, they are dressed in baroque robes rich in folds, and they wear long, artfully plugged or wavy hair. Similarly hair and textiles have a prominent place in Nesa Gschwend’s creations. Kuno Müller’s collection of autographs, curated by the Sankturbanhof Museum, includes a letter by Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716), a philosopher, mathematician and historian. Leibniz is considered a polymath and a very influential thinker du­ring the Age of Enlightenment. The philosophy of Leibniz and of Gilles Deleuze1 (1925–1995) - who devoted a prominent volume to Leibniz and his era - are important sources of inspiration for Nesa Gschwend. Geschichtet / Layered 2015

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The collector Georg Staffelbach (1900–1983) donated thousands of artefacts to the Sankturbanhof Museum. These include reverse glass paintings, jewellery, sculptures, ethnographic objects and exotica. His heterogeneous collection reflects his diverse interests and his claim of being a polymath. In the 1960s Staffelbach travelled to India several times and brought home numerous souvenirs and objets d’art. Two figurines of prominent Hindu deities, Shiva and Durga, probably from southern India are being exhibited for the first time. They are placed in relation with artworks that Nesa Gschwend created during her visits to India. In «Connected» Nesa Gschwend links her works with the historic building of Sankturbanhof Sursee and connects them with objects in the collection in a most perceptive and accurate manner.

1 Die Falte. Leibniz und der Barock. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2000 (orig. 1988)

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(23-25) Gefaltete Erinnerungen / Folded Memories 2014

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Wandmalerei Äbtesaal / Mural Abbot’s hall 1606


Ei / Egg (Video Stills) 2005/14

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Gefaltete Erinnerungen / Folded Memories 2014


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Nest (Video Stills) 2013


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Gef채ss 1+2 / Vessel 1+2 2014


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Zelle / Cell 2014

NoBeginningNoEnd 1 2014


Bildtitel 2000

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Ruhest채tte / Resting place 2014/15

NoBeginningNoEnd 2 2014


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Ei / Egg 2014


Von Verbindungen und Verknüpfungen Nesa Gschwend im Gespräch mit Janine Schmutz

Die Welt besteht grundsätzlich nicht aus der Einzelheit des Gegebenen, sondern nur aus Relationen. Der Triumph der Vernunft nimmt vom Textilen als Urform des Herstellens von Relationsgefügen seinen Ausgang. Vom textilen Gestalten aus entwickelt sich der Sinnzusammenhang, die Be- stimmbarkeit der Welt. Bazon Brock

Welche künstlerischen Arbeiten stehen für Dich im Zentrum der Ausstellung? Im Herzen der Ausstellung stehen verschiedene Werke, die aus gebrauchten Textilien und Stoffen aus meiner eigenen Familie entstanden sind. Die Installation «Gefaltete Erinnerungen» (2014) besteht aus 42 Stoff-Knäueln, in die Dokumente, Briefe und Notizen eingebunden sind, die sich im Laufe der Zeit in meiner Familie angesammelt haben. Durch diesen Vorgang nehme ich die Geschichten, Entwicklungen, Personen zu mir, integriere sie in die eigene Geschichte und lasse zugleich Vergangenes los. Niemand weiss genau, was in den Knäueln verborgen, bzw. eingebunden/eingenäht ist, denn dazu müsste man sie aufschneiden/zerstören. Die Künstlerin Louise Bourgeois bezeichnete das Schneiden/ Zerschneiden einmal als Akt der Gewalt, das Nähen hingegen 39


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Aufgelรถst / Dissolved 2015


B端rden / Burden 2014

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Kรถrper / Body 2014


als Akt der Heilung. Für mich ist in diesem Prozess auch das «Sorge tragen» enthalten. Über die Textilien pflegt man familiäre Verbindungen, die durch den künstlerischen Prozess weiter entwickelt werden. In der Installation «Gefaltete Erinnerungen» (2014) ist also durchaus auch ein Teil von mir mit eingebunden. Sie wird im Äbtesaal gezeigt, der mit einem Vogelzyklus an den Wänden ausgemalt ist. Zusammen mit den beiden Videos «Nest» (2013) und «Ei» (2005/14) ergibt sich eine enge Verbindung zur Wandmalerei von 1606. Eine weitere zentrale Werkgruppe ist «Stoffe einer Kindheit» (2014/15): sie zieht sich durch das ganze Gebäude und besteht aus Wachs und Stoffen, die aus meiner Herkunftsfamilie stammen – bestickte Bettwäsche von meinen beiden Grossmüttern und meiner Mutter, die teilweise fast 100 Jahre alt sind, dazu Tischwäsche, Kleider usw. Das Material an sich hat ja bereits einen Inhalt, aber wichtig scheint mir, welche Beziehung man dazu einnimmt. Die Werkgruppe ist Teil eines Zyklus, der mich noch länger beschäftigen wird. Zugleich ist er eine Hommage an meine Mutter. So zieht sich das Thema «Familie-Geschichte-Geschichten», Werden und Vergehen, wie ein roter Faden durch die Ausstellung und verbindet sich mit der barocken Geschichte des Gebäudes. Des Weiteren werden in der Installation «Haare» (2006-2015) kleine Objekte aus meinen eigenen Haaren zu sehen sein, die ich seit 9 Jahren kontinuierlich sammle und künstlerisch weiterverarbeite. Es sind Werke, die mittels verschiedener textiler Techniken wie filzen – häkeln – stricken – nähen – knoten entstanden sind. Dazu kommen seit Neustem Hinterglasbilder. 43


Was waren für Dich wichtige Anreize/Aspekte für die Ausstellung im Sankturbanhof Sursee? Meine künstlerische Arbeit ist im Grunde installativ angelegt, d.h. meine Werke treten immer in einen Dialog mit der Umgebung und dem Raum. Der Sankturbanhof Sursee mit seiner barocken und stark katholisch geprägten Geschichte und Sammlung erinnert mich zudem an meine Kindheit, in der ich oft meinen Onkel besucht habe, der als Musiker in einem Kloster in Italien lebte. Interessante Bezüge zwischen meiner Arbeit und den Sammlungsobjekten ergeben sich beispielsweise bez. Hinterglasmalereien von Anna Barbara Abesch (1706 – 1773). Sie hat bereits im 18. Jahrhundert ein eigenständiges Leben als Künstlerin geführt. Bezüge ergeben sich aber auch zum Brief von Leibniz (1709), der sich intensiv mit dem Thema der Faltung auseinandergesetzt hat, mit dem ich mich selbst auch immer wieder beschäftige. Gilles Deleuze hat über die endlose Faltung in der Philosophie von Leibniz ein wunderbares Buch geschrieben. Die Vorstellung von Leibniz, dass nichts einen Anfang oder ein Ende hat, sondern sich alles immer wieder neu entfaltet und wieder faltet, ist ja auch ein Gedanke, der in der indischen Philosophie verankert ist. Der Anreiz, meine Arbeiten in einen Dialog mit Objekten aus den Sammlungen des Sankturbanhofs zu stellen, hat sich aber vor allem über den Sammlungskomplex von Georg Staffelbach ergeben. Darunter befinden sich auch einige Objekte aus 44

Verbindung / Connection 2014


Indien, beispielsweise zwei Steinskulpturen von Durga und Shiva, die er von seinen Reisen mitgebracht hat. Diese werden zusammen mit meinen in Indien entstandenen oder von Indien inspirierten Arbeiten gezeigt. Welche Rolle spielen Deine Erlebnisse von verschiedenen Orten und Reisen in Deinen künstlerischen Prozessen/Arbeiten? Reisen sind für mich immer eine Möglichkeit, anderen Menschen zu begegnen, vor allem wenn ich länger an einem Ort bin. In Indien verbrachte ich mehrere Monate als «Artist in Residence» und konnte dort auch ausstellen und Projekte realisieren. Indien nehme ich als ein äusserst komplexes Land wahr, in dem menschliches Schicksal viel sichtbarer ist als bei uns. In Varanasi, wo ich 6 Monate lebte, schloss ich u. a. Freund46

Verbindung / Connection 2014


schaft mit der Sadhufrau Aarti, die als obdachlose Witwe in einer Nische beim Tulsi Ghat – einem Treppenabschnitt entlang des Ganges – lebte. Das Video «Tulsighat» (2009) zeigt diesen Ort an verschiedenen Tagen und mit den unterschiedlichsten Aktivitäten am Ganges. Die Videoarbeit «Madaritola» (2011/12) ist in einem Dorf in Madhya Pradesh in Zentralindien in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation Ekta Parishad entstanden. Dieses Dorf, in dem 700 vertriebene Ureinwohner leben, gibt es offiziell nicht. Im Video sieht man aber eine Gemeinschaft, deren Mitglieder sich liebevoll umeinander kümmern und mit den einfachsten Mitteln versuchen zu überleben – trotz zahlreichen Bedrohungen wie Hunger, Vertreibung, Gewalt. Auch die beiden Tableaux «Connected» (2015) bringen ver47


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Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 2015


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schiedene Objekte miteinander in Bezug, die von meinen Reisen inspiriert sind: etwa Fotografien von indischen Opfertableaux am Ganges während der Tulsi Puja, bei der sich Frauen bei der Göttin Durga Wohlergehen für die Familie wünschen, und zwei meiner frühen Wachsarbeiten «Votivtafeln 1+2» (1994). Sie bestehen aus ineinander verschmolzenen Opferkerzen-Resten, die immer einen Wunsch an die Muttergottes enthalten. Inhaltlich zwei fast identische Rituale, aus zwei ganz verschiedenen Kulturen. Was sind wichtige Prozesse, die Du bei der Entstehung Deiner Werke durchläufst? Der künstlerische Weg ist immer ein Weg zu sich selbst, um dann daraus eine allgemeingültige Sprache zu entwickeln. Also eine Art Transformation des Subjektiven in etwas Allgemeines, in dem sich die Betrachter widerspiegeln können. Zentral ist für mich das Handwerkliche, das Erarbeiten mit den Händen. Ich nenne dies auch «Denken mit den Händen» sowie das Verknüpfen von verschiedenen Materialien, Medien und Inhalten. Es ist ein sehr textiler Prozess, der sich in jedem Medium, ob Zeichnung, Objekt, Video, eigentlich in meinem ganzen Denken und Handeln widerspiegelt. «Verknüpfungen» bzw. «Ver- bindungen» sind für mich daher zentrale Begriffe. Einige meiner Arbeiten haben zudem etwas sehr Fragiles, sie wirken nicht abgeschlossen, sondern weisen vielmehr über sich hinaus und sind bemüht, eine Art Gleichgewicht zwischen Mikro- und Makrokosmos zu halten. Sie sind zwar robust, aber es 50

Lebensadern / Lifelines 2014


Nesa


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Unterschlupf / Shelter 2014


benötigt sehr wenig, dieses Gleichgewicht zu stören. In den «Gestickten Porträts» (2011-13) ist oft ein momentaner, flüchtiger Gesichtsausdruck festgehalten, der die Verbindung zwischen Innen- und Aussenwelt aufzeigt. Insbesondere das Sticken verweist auf diese beiden Seiten, denn anders als in der Malerei, dringt die Nadel beim Sticken durch die Oberfläche in den Stoff, verletzt ihn quasi und zieht mit dem Faden das Innere nach Aussen und umgekehrt. Das taktile Arbeiten mit Textilien oder Wachs, die beide hautähnliche, körperliche Qualitäten haben, sind für mich daher sehr zentrale künstlerische Ausdrucksmittel. Ab wann kam für Dich das Bedürfnis auf mit «Textilien» zu arbeiten? Ich bin ja im Rheintal aufgewachsen und historisch gesehen hat sich die ganze Gegend bis ins 20. Jahrhundert hinein von der Stickerei, einem textilen Handwerk, ernährt. Das hinterlässt wichtige Einflüsse und Spuren. Meine Grossmutter war zudem Schneiderin. Bei ihr war ich schon als kleines Mädchen sehr gerne und hab leidenschaftlich Stoffe geschnitten und wieder zusammengefügt. Der Bezug zu den Textilien kam für mich also primär über das Selbermachen, das Anfassen bzw. das Haptische. Später hat mich die Verbindung von Textilien zu anderen Ebenen, beispielsweise der Philosophie, sehr stark interessiert. So etwa bei Deleuze und seinem Werk über die Falten oder auch bei Roland Barthes mit seinen Textfragmenten, die er immer wieder in anderen Kombinationen verknüpft hat. 53


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Unterschlupf / Shelter 2014

Ruhest채tte 2 / Resting place 2 2014


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R端ckgrat / Spine 2014


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Kopf 1-4 / Head 1-4 2014


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Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 2015


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Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 2015


Bleiben / Staying 2014

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Auch meine Videoarbeiten sind im Grunde «textile Vorgänge», die nach einem Schnittmuster auseinandergeschnitten und wieder «zusammengenäht» sind. Gerade durch die neuen Medien wie etwa das «World Wide Web» ist das textile Prinzip, die textile Begrifflichkeit zu einem zentralen Weltverständnis geworden. Textilien spielen zudem im Leben aller Menschen und Kulturen eine zentrale Rolle, wobei sich das Textile auch auf Farben, Muster, Hauskonstruktionen etc. bezieht. Die amerikanische Kunsthistorikerin Beverly Gordon fasste dies wunderbar zusammen:

Menschsein heisst Leben mit Stoff. Unser Kontakt mit Textilien reicht buchstäblich von dem Moment, da wir das Licht der Welt erblicken – wenn wir mit saugfähigen Tüchern ab- gewischt und unser nun nackter Körper eingemummt wird – bis zu dem Punkt, da man uns, in ein Leichentuch gehüllt, zur letzten Ruhe bettet. Gleichgültig woher wir kommen, wir haben tagtäglich mit Textilien zu tun. Gewebtes, Gewirktes, Gestricktes hilft zu überleben. (in: Kunst & Textil, 2014)

Wie wichtig ist für Dich der Zeitfaktor – die Vergänglichkeit – in Deinen Werken? Das Absterben bzw. der Tod ist ebenfalls eine Transformation. Am deutlichsten sichtbar wird das in den Objekten, die aus meinen Haaren gefertigt sind. Wachs kann den Prozess der Verwandlung zudem sehr gut festhalten. Aus einer amorphen 64

Gehen - Bleiben / Going - Staying 2014

Haar / Hair 2013


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(66-68) Gehen - Bleiben / Going - Staying 2014

Nucleus 2015


Flüssigkeit wird innert Kürze eine formbare Masse, die kurz darauf erstarrt. Welche Relevanz hat dabei für Dich die Farbe Rot? Ausgangslage fast aller meiner künstlerischen Arbeiten ist der Körper. Rot als Farbe liegt daher sehr nahe und steht als Sinnbild für Blut, Haut, Schönheit, Gewalt, Opfer und Macht. Rot war ausserdem lange Zeit eine sehr kostbare Farbe, die u. a. aus Karminsäure hergestellt wurde. Meine Installation «Hommage an eine Laus» (2011) thematisiert diesen aufwändigen Prozess. Sie besteht aus Überresten von Opuntien, die ursprüng­lich für die Karmingewinnung mit Läusen belegt wurden. In Rot steckt zudem ein sehr breites Farbspektrum, das sich von zartem Rosa über Scharlach und Karmin bis hin zu erdig-braunem Rot spannt. Leuchtendes Rot ist in Indien etwa ein Zeichen für Fruchtbarkeit. Zur Farbe Rot, die ich in meinen Werken oft mit Weiss und Schwarz kombiniere, empfinde ich zudem eine starke Verbindung. Welche Rolle spielen die BesucherInnen Deiner Ausstellung/Installation bzw. das Publikum? Begonnen habe ich meine künstlerische Tätigkeit ursprünglich mit Performances. Das Publikum, bzw. der Input von Aussen sind für meine künstlerische Entwicklung daher unerlässlich. Ziel meiner Arbeit ist es aber vor allem, dass sich Menschen berührt fühlen. 69


Jede Ausstellung bietet mir die Möglichkeit, meine Arbeiten in einem öffentlichen Kontext zu sehen und zu hinterfragen. Gerade Ausstellungen in anderen Ländern sind mir daher ein wichtiges Anliegen, und ermöglichen mir nochmals ganz andere Begegnungen. Bei installativen Arbeiten ist das Inszenieren im Raum ein wesentlicher Teil. Die Bezugnahme und Begehbarkeit einer Installation sind zentral, denn der Betrachtende hat so einen ganz anderen Bezug zum Werk, steht nicht davor, sondern wird selbst Teil davon. Die ganze Ausstellung im Sankturbanhof ist auf eine Bezugnahme hin angelegt, dazwischen sind Grenzen gesetzt oder es werden Durchblicke eröffnet. Die Idee der «Verknüpfung», die für das Textile zentral ist, zieht sich auch als verbindendes Element durch die ganze Ausstellung.

Das Gespräch fand am 8. Februar 2015 in Basel statt.

Gefaltet / Folded 2015

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Stoffe einer Kindheit / Textiles from a childhood 2015


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Stoffe einer Kindheit / Textiles from a childhood 2015

R端ckgrat / Spine 2015


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Nahtstellen / Seams 2015


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Nahtstellen / Seams 2015

R端ckgrat / Spine 2015


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Auflรถsen / Dissolving (Video Stills) 2015


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Hinter dem Glas / Behind the glass (Video Stills) 2015


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Erinnern / Remember (Video Stills) 2014/15


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Haar / Hair (Video Stills) 2013/14

Haare / Hair 2015 (Installation)


(88-89) Haarobjekte / Hairobjects 2006-15

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Bildtitel 2000


Bildtitel 2000

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Haare / Hair 2015 (Installation)


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Anna Barbara Abesch / Maria Magdalena 1737


Kleines Portr채t / Small Portrait 2015

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Anna Barbara Abesch

Maria mit dem Jesuskind 1755 / Esther vor Ahasver 1738


(95-99) Haare / Hair (Installation) 2014/15

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Haar / Hair (Installation) 2014/15


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Alles faltet sich, entfaltet sich, faltet sich wieder neu bei Leibniz, man nimmt in den Falten wahr, und die Welt ist in jeder Seele gefaltet, die selbst wieder diese oder jene Region der Welt entfaltet, gem채ss der Ordnung von Raum und Zeit. Gilles Deleuze

Everything folds unfolds and folds again, according to Leibniz. One perceives in the folds, and the world is folded in every soul, which in turn unfolds one or the other region of that world, according to the order of space and time. Gilles Deleuze


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Cocoon 2014

(101) Keim / Nucleus 2014


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Entfalten – Raum für Leibniz / Unfolding – a room for Leibniz 2015


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Gottfried Willhelm Leibniz

Brief / Letter 1709


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(107) Pionierin / Pioneer 2014

NoBeginningNoEnd 2014


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Faltungen 1 / Foldings 1 2014


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Faltungen 2 / Foldings 2 2015

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Entfalten – Raum für Leibniz / Unfolding – a room for Leibniz 2015


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Zellen / Cells 2012

Kleines Rhizom / Small Rhizome 2013

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Rhizom / Rhizome 2013

(120-121) Kleines Tableau / Small Tableau 2013


Of Correlations and Connections Nesa Gschwend in Conversation with Janine Schmutz

Fundamentally, the world does not consist of the singularity of existences, but solely of relationships. The triumph of rationality originates from the textile as a primordial form of creating relational structures. It is from textile crafting that the world’s comprehension and determinability emerges. Bazon Brock

Which works of art are, from your point of view, at the centre of this exhibition? At the heart of the exhibition are various works made of used textiles and cloth from my own family. The installation «Folded Memories» (2014) consists of 42 textile balls containing documents, letters and notes that have accumulated over time in my family. Through this process of making the balls, I absorb the stories, developments, personalities; I integrate them into my own biography and let go of the past. No-one knows what exactly is hidden or rather tied/stitched into these balls. To find out, we would have to cut them up/destroy them. The artist Louise Bourgeois once defined cutting/cutting up as an act of violence, sewing on the other hand as an act of healing. For me, «caring» is included in this process. Through textiles we foster family ties, which are further enhanced by 119


Titel Autor

Nesa

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Hommage an eine Laus / Homage for a louse 2014


the artistic process. Obviously, in «Folded Memories» a part of me is tied in. This installation is shown in the Äbtesaal, a hall whose walls are covered in paintings displaying a series of birds. In combination with my two videos «Nest» (2013) and «Egg» (2005/14), I establish an intimate connection with these murals of 1606 AD. Another central group of artworks is «Textiles of a Childhood» (2014/15): it runs through the whole building and consists of wax and of textiles from my family: embroidered bed linen from both my grandmothers and my mother—some almost 100 years old, table cloths, dresses, etc. The material itself has content, but to me it is even more important how I connect myself with it. This group of artworks forms a part of a series that will engage me for a longer time. At the same time, it is a homage to my mother. In such a manner, the theme «family-history-stories», birth and death, runs through the exhibition as a red thread and connects with the history of the baroque building. Further, small objects made of my own hair, which I collect regularly since nine years and process artistically, are displayed in «Hair» (2006-2015). These works have been crafted with a variety of textile techniques, such as felting, crocheting, knitting, sewing, knotting and twisting. Recently I have also added reverse glass works. What incentives drove you in this exhibition at Sankturbanhof Sursee? 124

My artistic work is basically installative, i.e. my works are


Verflechtungen / Interweavings 2012

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always in dialogue with the environment and the space. The Sankturbanhof Sursee—with its baroque and predominantly catholic history and collection—reminds me of my childhood, during which I often visited my uncle, who lived as a musician in a monastery in Italy. Interesting references to my work and objects are established with the reverse glass paintings by Anna Barbara Abesch (1706—1773) in the Sankturbanhof collection. She lived an extraordinary life as a female artist in the 18th century. Further references emerged with Leibniz′s letter (1709) that dwells upon the allegory of folds—a subject I ponder again and again myself. 126

Kleine Verflechtungen / Small Interweavings 2012


Gilles Deleuze has written a wonderful book on the endless folds in the philosophy of Leibniz. Leibniz′s idea, that nothing has a beginning or an end—that everything unfolds and folds continuously is indeed a thought which is anchored in Indian philosophy. The main incentive, however, to put my works in dialogue with objects of the Sankturbanhof was Georg Staffelbach′s collection. It contains several artefacts from India – for instance the two stone sculptures of Durga and Shiva, which he brought back from his voyages. These are displayed jointly with my artwork created in or inspired by India. 127


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Unter der Haut / Under the Skin 2013


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Caring 2012


What role does your experience of various places and travels play in your artistic processes/works? Travelling for me is always about the possibility of meeting other human beings, in particular if I stay longer in one place. In India I spent several months as «artist in residence» and had the opportunity to exhibit and realize projects. I perceive India as a very complex country, in which human fate is much more apparent than here. In Varanasi, where I lived for six months, I established a friendship, among others, with the sadhu woman Aarti—a homeless widow who lives in an alcove on Tulsi Ghat, a section on the long stairs along the Ganges. The video «Tulsighat» (2009) shows this place at different times of the day and with a multitude of activities along the Ganges. The video «Madaritola» (2011/12) has been produced in a village in Madhya Pradesh in central India, in collaboration with the human rights organisation Ekta Parishad. This village—inhabited by 700 expulsed aborigines—does not exist officially. However, the video shows a community whose members lovingly care for each other and try to survive with the simplest means, in spite of the many threats they face, such as hunger, expulsion and violence. In addition, the two tableaus «Connected» (2015) put in dialogue various objects, which are inspired from my travels: e.g. the photographs of an Indian sacrifice—the Tulsi puja—at the Ganges, during which women invoke the goddess Durga for their family′s well-being, and two of my earlier wax works (132-133) Verflechtungen / Interweavings 2013

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«Votive tablet 1+2» (1994). They are made of melted and merged votive candles, each containing a wish to the Mother Mary. Two almost identical rituals from two very distinct cultures. What are the key processes that you undergo during the creation of your works? The artistic path is always a path to your self, from which you develop a universal language. A sort of transformation from the subjective to the general, in which the viewers can mirror themselves. At the core of my work is the handicraft—creation with the hands. I call this «thinking with the hands», as well as combining various materials, media and contents. It is a very textile-like process, reflected in every medium—be it drawing, object, video—basically in my whole thinking and acting. «Connotations» or «connections» are key concepts for me. Some of my works look very fragile: they appear incomplete, hence point beyond themselves and are making an effort to maintain a balance between micro- and macrocosm. Although they are robust, it takes very little to disturb this balance. In «Stitched Portraits» (2011-13) I often show a fleeting, ephemeral facial expression that captures the connection between the inner and outer world. Stitching in particular points to these both sides, since—in contrast with painting—the needle perforates the canvas, violates it so to speak, and draws the inside out with the thread, and vice-versa. 134


Spiegelung / Mirroring 2013

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Ăœberschneidungen / Overlappings 2014


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Schlinge / Sling 2014

Knoten / Knots 2014

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Knoten / Knots 2014


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Aufgelรถst / Dissolved 2014


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The tactile work with textiles or wax—both having skin-like, corporeal qualities—is thus a central means of artistic expression for me. Since when have you been working with «textiles»? I grew up in the Rhine valley, and historically this whole region fed itself until the 20th century from embroidery, a textile craft. This leaves important influences and traces. My grandmother was a seamstress. I loved to spend time at her place as a young girl, and I passionately cut up and stitched together cloths. Relating to textiles was thus primarily through my own involvement, a hands-on and haptic experience. Later I became fascinated with the relation of textiles at other levels, such as philosophy, for example in Deleuze′s work on folding, unfolding, refolding or Roland Barthes′s text fragments, which he kept re-combining in various ways. My video works too, are like «textile processes»: they are in fact cut and «stitched together» based on paper patterns. Particularly through the new media, such as the «world wide web», the textile principle and the textile terminology have shaped the basic understanding of the world. Furthermore, textiles play a central role in the lives of all people and cultures, whereby they also refer to colours, patterns, house constructions, etc. The American art historian Beverly Gordon summed this up beautifully:

Verwandlung / Transformation 2014

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Being human means living with cloth. Our contact with tex- tiles literally ranges from the moment when we see the light of day—when we are wiped with absorbent cloths and our naked body is wrapped tightly—to the point where we are, clad in a shroud, put to final rest. No matter where we come from, we are involved in textiles every day. Woven, knitted, embroidered cloths help us survive. (in: Art & Textiles, 2014)

How important is the time factor—transience—in your works? Decay or death is a transformation, too. This becomes most obvious in the objects that are made of my own hair. In addition, wax captures the process of transformation very well. In an instance, an amorphous liquid turns into a mouldable mass, which then solidifies. What relevance does Red colour hold for you? The starting point for most of my artistic work is the body. Red as a colour is therefore obvious and represents blood, skin, beauty, violence, sacrifice and power. Red was for a long time a very precious colour. Amongst other things it was also produced from carmine acid. My installation «Homage to a Louse» (2014) refers to this complex process. It consists of remains of opuntia that were originally covered with lice for harvesting carmine. Red also contains a very wide spectrum of colours that ranges from tender pink to scarlet and from carmine to earthy brown146

Rotes Porträt 1 / Red portrait 1 2013


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Rotes Portr채t 2+3 / Red portrait 2+3 2013


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red. In India, bright red is as a symbol of fertility. With the colour red, which I often combine with black and white in my works, I also feel a strong resonance. What role do the visitors/audience play in your exhibition/ installation? Originally, I started my artistic activity with performances. The audience, or the input from outside, is therefore essential for my development as an artist. The aim of my work is to reach out and touch people. Each exhibition offers me the opportunity to view my works in a public context and to put it in question. Especially exhibitions in other countries are important to me, since they provoke very different encounters. 150

Portr채ts / Portraits 2013


For installations, scenography is essential. Contextualization and «walkability» of an installation are the key aspects, since the observer can establish a very different relationship with the artwork. He does not face it, but rather becomes part of it. The exhibition at Sankturbanhof is conceived, in its totality, for immersion, and at certain points I place limits or create openings. The concept of «connection», which is essential not just to textiles, runs through the exhibition as a link.

The conversation took place in Basel on 8 February 2015.

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Kleines Portr채t 1+2 / Small Portrait 1+2 2012/13


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Void and Profusion 2013


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Double Faces 1-3 2012

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Bildtitel 2000


NoBeginningNoEnd 1 2014

Faces 2013

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Human Rights 2012


Stitched Portrait 1+2 2014

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Stitched Portrait 1+2 2014


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Face to Face 2013


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Face to Face 2013


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Face to Face (Installation) 2015

Madaritola (Video) 2011


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Verbunden / Connected 2015


Human Rights 2009

Madaritola (Video Stills) 2011

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Gewebe / Texture 2013


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Talk to the hands 2013

Gestures (Video) 2011


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VerknĂźpfungen / Combinations 2013

Ăœberkreuzung / Crossing over 2012

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Verbunden / Connected 2015


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Gesten / Gestures 2012


(182) Ăœberkreuzung / Crossing over 2013

(183) Handlung / Action 2013

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100

Bildtitel 2000


Bildtitel 2000

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Liegende / Reclining figures 2014


(186-187) Ăœberschneidungen / Overlaps (Installation) 2014

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Bildtitel 2000


Bildtitel 2000

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Tulsighat (Video Stills) 2009

H端lle / Cover 2009


Namaste 2014

(190-191) Connected (Installation) 2015

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Verbunden / Connected 2015


191


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Grosses Tableau 1 / Large Tableau 1 2006-2015


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Ausschnitte / Cutouts 2015


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Indische Bronzefiguren / Indian bronze figures (Installation)


Tulsipuja-Tableaux 2009

(198-199) Connected (Installation) 2015

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Grosses Tableau 2 / Large Tableau 2 1994-2015


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Votivtafel / Votive tablet 1994


Varanasi-Durga-Shiva 2009

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Connected (Installation) 2015

Handlung 1 / Handling 1 2015

Shiva+Durga


Gesten / Gestures 2013

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Shiva+Durga

(206-208) Handlung 1+2 / Handling 1+2 2015

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(209-213) Verflechtung / Interweaving 2014/15

(211-212) Durchsicht / Review 2014/15

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Durchsicht 2 / Review 2, 2014/15

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Kopf / Head 2014/15


Autorinnen / Authors

Janine Schmutz *1975, Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an den Universitäten Basel und Freiburg i. Br. 2003/2004 wissenschaftliche Assistentin am Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems (D). Seit 2004 in der Kunstvermittlung der Fondation Beyeler, Riehen/Basel; ab 2011 Leitung Kunstvermittlung. Daneben als freie Kuratorin und Autorin diverser Publikationen u. a. „Was ist Kunst? 27 Fragen, 27 Antworten“, tätig.

*1975 studied Art History and History at the Universities of Basel and Freiburg im Breisgau. In 2003-04, scholarly assistant at the Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems, Germany. Since 2004, a member of the Fondation Beyeler′s Department of Art Education, of which she became the Head in 2011. She is also a freelance Curator and Writer of several publications like «What is Art? 27 Questions 27 Answers».

Bettina Staub *1968, Studium der Kunstgeschichte, Kunstgeschichte Ostasiens und Klassischen Archäologie an der Universität Zürich. 1998/99 wissenschaftliche Assistentin am Museum Liner Appenzell. 2000-2006 Konservatorin der Stiftung Sankturbanhof Sursee, Betreuung der Sammlungen, Mitarbeit beim Aufbau des Museums (2007 eröffnet). Seit 2007 Co-Leiterin Sankturbanhof Sursee.

*1968 studied Art History, Art History of East Asia and Classical Archaeology at the University of Zürich. 1998-99, scholarly assistant at the Museum Liner Appenzell. 2000–2006 Conservator at the Foundation Sankturbanhof Sursee, Curator of the collection, Coordinator for developing the Museum (opened 2007). 2007 till date, Co-Director Sankturbanhof Sursee.

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Interweaving 2013


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Biographie / Biography

Nesa Gschwend *1959 in St. Gallen aufgewachsen im Rheintal, Schweiz

*1959 in St. Gallen Raised in the Rhine Valley in Switzerland

Textilausbildung in St. Gallen Theaterschule Bologna, Italien Z端rcher Hochschule der K端nste (ZHdK)

School of Textiles in St. Gallen Theatre School, Bologna, Italy Zurich University of the Arts (ZHdK)

Auszeichnungen / Awards 2010 2009 2006 2005 1994 1991 1987

Art Award Metron, Brugg Artist in residence, SKK Atelier, Varanasi, India Artist in residence, Bangalore, India Jurypreis, Videofestival Kunsthaus Glarus Artist in residence, Pro Helvetia Prag Art Award Kanton Aargau Art Award, Kanton St. Gallen

Publikationen Auswahl / Publications Selection 2015 2014 2013 2012 2008 2007 2006

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-c-o-n-n-e-c-t-e-d- Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Bettina Staub, Janine Schmutz / Santurbanhof Sursee Interlacing / Thomas Imboden / Galerie Sam Scherrer, Z端rich Verflechtungen und Schnitte / SchwarzHandPresse knotted threads / Alexandre Caldara, Gabrielle Obrist, Alka Pande Benteli Verlag Between expression and gesture / Gabrielle Obrist, Corinne Schatz Engl辰nderbau Vaduz India and Switzerland / Sybille Omlin / Passages Magazine, Pro Helvetia My Indian faces / Anil Kumar / Chitrakala Parishad, Bangalore, India


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Ausstellungen Projekte / Exhibitions Projects S (Solo exhibition) / G (Group exhibition) / P (Performance) / A (Art Project with participants) / C (Catalogue) 2015 Sankturbanhof Sursee / S, C Mezzanin Stiftung für Kunst, Schaan ArtBodensee / G kidswest, Bern / A 2014 Museum Bickel Walenstadt / G E-Werk Freiburg / G Kunst Zürich / G Galerie Sam Scherrer, Zürich / S, C 2013 Kunst Zürich / G ArtBox, Thalwil / S Biennale Skulpturen Symposium, Winterthur / G, C Helmhaus, Zürich / G Chelsea Galerie, Laufen / G Mezzanin Stiftung für Kunst, Schaan / S 2012 Aargauer Kunsthaus, Aarau / G, C India Habitat Centre, New Delhi, India / G Kunsthaus Zofingen / G Grosse Halle, Bern / S Colombo Art Biennale, Sri Lanka / G, C Trudelhaus, Baden / G 2011 Metron Architekten, Brugg / S Visual Arts Gallery, New Delhi, India / S, C Centre international de Conférences Genêve / A, G Kunstraum Winterthur / G Kulturlabor Thalwil / G Gasträume, Zürich / P Kunstraum Aarau / P, G Maison Turberg, Porrentruy / G Psychiatrische Klinik Wil / A, G 2010 Kunsthalle Wil / S, C Rathaus Stadt Aarau / S Praca Castro Alves, Salvador, Brasilia / P

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Theater Tuchlaube Aarau / S kidswest, Bern / A Chelsea Galerie, Laufen / G 2009 Alice project Sarnath, India / A Experimental Art Gallery, New Delhi, India / S 2008 Kunstraum Engländerbau,Vaduz / S, P, C artlink, Bern / A Kult Kino Club, Basel / G Tanztendenz, München / P 2007 Museumsnacht, St. Gallen / G Kunstraum, Winterthur / S, P Chelsea Galerie, Projektraum Basel / S, P 2006 Chitrakala Parishath, Bangalore / S, P, C Artist Center Bangalore, India / P Kunstnacht, Aarau / P Videofestival, Kunsthaus Glarus / G Short Film Festival, Bangalore, India / G 2005 Kunstexpander, Aarau / P Projektraum exex, St. Gallen / P Progr, Bern / P 2004 Forumclaque, Baden / S, P Blauer Saal Löwenbräu, Zürich / P 2003 Chelsea Galerie, Laufen / G 2001 Aargauer Kunsthaus, Aarau / G, C Kunstraum, Altstätten / S 2000 ArtBodensee / G


1999 Aargauer Kunsthaus, Aarau / G, C Schloss Dottenwil / G, C Stadtökologie Baden / S Müllerhaus, Lenzburg / G Schichtwechsel, Schaan / P 1998 Stadtgalerie, Innsbruck, Austria / S Stadtökologie Baden / S Chelsea Galerie, Laufen / S 1997 Kunsthalle Kühlungsborn / S, C Elisabethenkirche, Basel / S, C Tollwoodfestival, München / S, P 1996 Kunst am Wasserschloss Hallwyl / G, C Kunstprojekt mit Wissenschaftlerinnen, ETH Zürich / G, C Kunstraum Regierungsgebäude St.Gallen G, C 1995 Neue Galerie Landshut / S Kunstsommer, Meran / G, C Nadace Lemberg, Czech Republic / G Galerie Ursula Rövekamp, Zürich / S Forumclaque, Baden / S, P 1993 Film/Kunstfest Schwerin / G, C Climats Saint Gervais, Geneva / G 1992 Film/Kunstfest Schwerin / S, P, C 1991 Galerie Ursula Rövekamp, Zürich / S Artforum, St. Gallen / S Kuratoriumsaustellung, Zofingen / G Vorstadttheater, Basel / P Frauenkulturtage, Saarbrücken / P Fri-Scene, Fribourg / P

1990 Grabenhalle, St. Gallen / P Boahallen Luzern / P Kiff, Aarau / P 1889 Artforum, St. Gallen / G Liechtensteiner Almanach, Schaan / G, P Kleiner Raum Metropol, Wien / P Scharfrichterhaus Passau / P Kleintheater Luzern / P Kulturamt, Saarbrücken / P 1988 Theaterfestival Freiburg / P Technisches Museum, Wien / P Spielstatt Lienz / P Treibhaus Innsbruck / P Diogenestheater, Altstätten / P Schweizerfestival, Klagenfurt / P Kulturzentrum Stein, Appenzell / S, P 1987 Kunstraum Regierungsgebäude St. Gallen G/P Ernst Osthaus Museum, Hagen / P Kunstmuseum, Bochum / P Kulturzentrum Schlachthaus Bremen / P Theterfestival Marburg / P Keller im Lembachhaus, München / P Kunsthalle Ziegelhütte, Appenzell / P Kellerbühne, St. Gallen / P 1981-86 Several Group Performances with PanOptikum Berlin in different formations in Germany, Austria, Holland, Sweden, Switzerland

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Abbildungsverzeichnis / List of Illustrations

Umschlag / Cover aussen / outside Verbunden / Connected 2014/15 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnur, Draht, Garn, Wachs Used fabrics from a childhood, string, wire, thread, wax 700 x 80 x 80 cm innen / inside Porträt 1+2 Haar / Portrait 1+2 Hair 2015 Eigene Haare, Acryllack hinter Glas Own hair, acrylic varnish, reverse glass 48 x 40 cm Sammlung Mezzanin, Stiftung für Kunst Schaan 2 Private Photographie / Private Photograph 1960 Nesa mit ihrer Mutter / Nesa with her Mother 4-7 Haare / Hair 2013 Eigene Haare, Garn / Own hair, thread Grösse variabel / Size variable 8-9 Ruhestätte / Resting place 2014/15 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Bestickte Bettwäsche, notierte Erinnerungen an meine Mutter, Garn, Draht, Wachs Embroidered bed linen, noted memories to my mother, thread, wire, wax 50 x 40 x 35 cm 10-11 NoBeginningNoEnd 1 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Schnur, Garn, Draht, Wachs Used fabrics, string, thread, wire, wax 110 x 20 x 10 cm

Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnur, Draht, Garn, Wachs Used fabrics from a childhood, string, wire, thread, wax Sankturbanhof Sursee 700 x 80 x 80 cm 20 Geschichtet / Layered 2015 Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnur, Draht, Garn, Wachs Used fabrics from a childhood, string, wire, thread, wax je / each 450 x 10 x 10 cm 23-25 Gefaltete Erinnerungen / Folded Memories 2014 Private Dokumente eingebunden in gebrauchte Bettwäsche meiner Familie, Schnüre, Garn, Wachs Private documents in used bed linen from my family, strings, thread, wax Installation Sankturbanhof Sursee Grösse variabel / Size variable 26 Wandmalerei Äbtesaal/ Mural Abbot′s hall 1606 Sankturbanhof Sursee 27 Ei / Egg 2005/14 DV Video, 2.37 Minuten, ohne Ton 2.37 minutes, without sound 28-29 Gefaltete Erinnerungen / Folded Memories 2014 Private Dokumente eingebunden in gebrauchte Bettwäsche meiner Familie, Schnüre, Garn, Wachs Private documents in used bed linen from my family, strings, thread, wax Grösse variabel / Size variable

14-15 Atelieransicht / Studio view 2015

30-31 Nest 2013 HD Video, 4.11 Minuten, mit Ton 4.11 minutes, with sound

16+19 Verbunden / Connected 2014/15 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage

32-33 Gefäss 1+2 / Vessel 1+2 2014 Gebrauchte Stoffe, Acryllack hinter Glas

12-13 Atelieransicht / Studio view 2014

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Used fabrics, acrylic varnish reverse glass 60 x 42 cm 34-35 Zelle / Cell 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Gaze, Acryllack hinter Glas Used fabrics, gauze, acrylic varnish reverse glass 39 x 47 cm 35 NoBeginningNoEnd 1 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Schnur, Garn, Draht, Wachs Used fabrics, string, wire, thread, wax 110 x 20 x 10 cm 36 Ruhestätte / Resting place 2014/15 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Bestickte Bettwäsche, notierte Erinnerungen an meine Mutter, Garn, Draht, Wachs Embroidered bed linen, noted memories to my mother, wire, thread, wax je / each 50 x 40 x 35 cm 37 NoBeginningNoEnd 2 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Schnur, Garn, Draht, Wachs Used fabrics, string, thread, wire, wax 80 x 80 x 15 cm 38 Ei / Egg 2014 Gebrauchte Stoffe, Gaze, Acryllack, Gips Used fabrics, gauze, acrylic varnish, plaster je / each 6 x 5 x 5 cm 40 Aufgelöst / Dissolved 2015 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Garn, Wachs Used fabrics, thread, wax je / each 60 x 42 x 5 cm 41 Bürden / Burden 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs

Used fabrics, strings, thread, wire, bamboo, wax je / each 80 x 30 x 20 cm 42 Körper / Body 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Aufgelöste gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Haare, Acryllack hinter Glas Dissolved used fabrics from a childhood, hair, acrylic varnish reverse glass 70 x 50 cm Privatsammlung Winterthur 45-47 Verbindung / Connection 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gaze, Acryllack auf Glas Gauze, acrylic varnish on glass 5-teilig je 30 x 21 cm / 5-parts each 30 x 21 cm 48-49 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 51 Lebensadern / Lifelines 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs Used fabrics from a childhood, strings, thread, wire, bamboo, wax je / each 170-240 x 20 x 20 cm 52+54 Unterschlupf / Shelter 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs Used fabrics from a childhood, strings, thread, wire, bamboo, wax 60 x 90 x 75 cm 55 Ruhestätte 2 / Resting place 2 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Bestickte Bettwäsche, Papier, Garn, Wachs Embroidered bed linen, paper, thread, wax je / each 50 x 40 x 35 cm 56-57 Rückgrat / Spine 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 223


Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs Used fabrics from a childhood, strings, thread, wire, bamboo, wax 340 x 70 x 30 cm 58-59 Kopf 1-4 / Head 1-4 2014 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Schnüre, Garn, Wachs, Metall Used fabrics from a childhood, strings, thread, wax, metal je / each 90 x 90 cm 60-62 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage 2015 Installation Museum Sankturbanhof Sursee 63 Bleiben / Staying 2014 Gebrauchte Stoffe, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs Used fabrics, string, thread, wire, bamboo, wax 50 x 40 x 40 cm 65 Gehen - Bleiben / Going - Staying 2014 Gebrauchte Stoffe, Schnüre, Garn, Draht, Bambus, Wachs Used fabrics, string, thread, wire, bamboo, wax 200 x 40 x 40 cm, 50 x 40 x 40 cm 65 Haare / Hair 2013 Eigene Haare, aufgelöste gebrauchte Stoffe, Acryllack hinter Glas Own hair, dissolved used fabrics, acrylic varnish reverse glass je / each 40 x 30 cm 66-67 Gehen - Bleiben / Leaving - Staying 2015 Museum Sankturbanhof Sursee 67+68 Nucleus 2015 Stoffe als Speicher / Fabrics for storage Bestickte Bettwäsche, Garn, Draht, Wachs Embroidered bed linen, thread, wire, wax 50 x 40 x 35 cm

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70 Gefaltet / Folded 2015 Gebrauchte Stoffe, Faden, Acrylfarbe, Wachs Used fabrics, string, thread, acryl varnish, wax 100 x 70 cm 72-74 Stoffe einer Kindheit / Textiles from a childhood 2015 Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Faden, Acrylfarbe, Wachs Used fabrics from a childhood, string, thread, acryl varnish, wax je / each 90 x 90 cm 75+79 Rückgrat / Spine 2015 Acryllack, Pigmente, Chromstahl, Eisen acrylic varnish, pigments, chrome steel, iron 140 x 40 x 10 cm 76-79 Nahtstellen / Seams 2015 Gebrauchte Stoffe einer Kindheit, Faden, Acrylfarbe, Wachs Used fabrics from a childhood, thread, acrylic varnish, wax je / each 120 x 80 cm Installation Sankturbanhof Sursee 80-81 Auflösen / Dissolving 2015 HD Video, 8.10 Minuten, mit Ton 8.10 minutes, with sound 82-83 Hinter dem Glas / Behind the glass 2015 HD Video, 5.47 Minuten, ohne Ton HD Video, 5.47 minutes, without sound 84-85 Erinnern / Remember 2014/15 HD Video, 8.17 Minuten, ohne Ton HD Video, 8.17 minutes, without sound 86 Haar / Hair 2013/14 HD Video, 5.17 Minuten, mit Ton HD Video, 5.17 minutes, with sound 87 Haar / Hair 2015 Installation Sankturbanhof Sursee


88-89 Haarobjekte / Hair objects 2006-15 Eigene Haare, Garn, Nadeln Own Hair, thread, needles Grösse variabel, size variable

97 Haar / Hair 2014 Eigene Haare, Acryllack hinter Glas Own hair, acrylic varnish reverse glass 30 x 21 cm

90-91 Haar / Hair 2015 Installation Sankturbanhof Sursee

98-99 Haar / Hair (Installation) 2014-15 Eigene Haare, Acryllack hinter Glas, Haarobjekt, Metall, MDF Own hair, acrylic varnish reverse glass, hair object, iron, MDF 130 x 240 x 40 cm

92 Anna Barbara Abesch (1706-1773) Maria Magdalena 1737 Hinterglasmalerei 20.7 x 16 cm Sammlung Staffelbach, Sankturbanhof Sursee 93 Kleines Porträt / Small Portrait 2015 Eigene Haare, aufgelöste Stoffe, Acryllack hinter Glas Own hair, dissolved fabrics, acrylic varnish reverse glass 40 x 30 cm Privatsammlung Winterthur 94 Anna Barbara Abesch (1706-1773) Maria mit dem Jesuskind 1754 Hinterglasmalerei 42 x 32 cm Sammlung Staffelbach, Sankturbanhof Sursee 94 Anna Barbara Abesch (1706-1773) Esther vor Ahasver 1738 Hinterglasmalerei 54 x 67.5 cm Sammlung Staffelbach, Sankturbanhof Sursee 95 Haar / Hair (Installation) 2014-15 Eigene Haare, Acryllack hinter Glas, Haarobjekt, Metallständer, MDF Own hair, acrylic varnish reverse glass, hair object, iron, MDF 130 x 240 x 40 cm 96 Haar / Hair 2014 Eigene Haare, aufgelöste Stoffe, Acryllack hinter Glas Own hair, dissolved fabrics, acrylic varnish reverse glass 40 x 30 cm

101 Keim / Nucleus 2014 Aufgelöste gebrauchte Stoffe, Acryllack hinter Acrylglas Dissolved used fabrics, acrylic varnish reverse acrylic glass je / each 42 x 58 cm 102-103 Cocoon 2014 Gebrauchte Stoffe, Gaze, Acryllack hinter Glas Used fabrics, gauze, acrylic varnish reverse glass 4 x je / each 40 x 30 cm 104+105 Entfalten – Raum für Leibniz Unfolding – a room for Leibniz 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 104+106 Gottfried Willhelm Leibniz (1646—1716) Brief / Letter 1709 Autographen-Sammlung Kuno Müller, Sankturbanhof Sursee 107 Pionierin / Pioneer 2014 Flechte, Pigmente, Acryllack, Draht, Garn Lichen, pigments, acrylic varnish, wire, thread 180 x 40 x 10 cm 108+109 NoBeginningNoEnd 2014 Flechte, Pigmente, Acryllack, Draht, Garn Lichen, pigments, acrylic varnish, wire, thread 80 x 25 x 10 cm 110-111 Faltungen 1 / Foldings 1 2014 Opuntien, Flechte, Pigmente, Acryllack 225


Opuntia, lichen, pigments, acrylic varnish Grösse variabel / size variable 112-113 Faltungen 2 / Foldings 2 2015 Opuntien, Pigmente, Acryllack, Fäden, Metallständer Opuntia, pigments, acrylic varnish, threads, iron stand 200 x 80 x 30 cm 114-115 Entfalten – Raum für Leibniz / Unfolding – a room for Leibniz 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 116 Zellen / Cells 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood je / each 47 x 67 cm 117 Kleines Rhizom / Small Rhizome 2013 Bambus, Pigmente, Acryllack, Draht Bamboo, pigments, acrylic varnish, wire 30 x 25 x 10 cm 118 Rhizom / Rhizome 2013 Bambus, Pigmente, Acryllack, Draht Bamboo, pigments, acrylic varnish, wire 40 x 30 x 30 cm 120-121 Kleines Tableau / Small Tableau 2013 Mixed media Grösse variabel / Size variable 122-123 Hommage an eine Laus / Homage for a louse 2014 Opuntien, Pigmente, Acryllack, Fäden, Metallständer Opuntia, pigments, acrylic varnish, threads, iron stand 200 x 80 x 30 cm 125 Verflechtungen / Interweavings 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz 226

Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood je / each 47 x 67 cm 126+127 Kleine Verflechtungen / Small Interweavings 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood je / each 30 x 42 cm 128+129 Unter der Haut / Under the Skin 2013 Grösse variabel / Size variable Mezzanin Stiftung für Kunst, Schaan 130 Caring 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 62 x 62 cm Sammlung Mezzanin Stiftung für Kunst, Schaan 132+133 Verflechtungen / Interweavings 2013 Installation Grösse variabel / Size variable Biennale Skulpturen Symposium Winterthur 2013 135 Spiegelung / Mirroring 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 47 x 67 cm 136+137 Überschneidungen / Overlappings 2014 Grösse variabel / Size variable Installation Museum Bickel Walenstadt 138 Schlinge / Sling 2014 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl


Pigments, acrylic varnish on chrome steel 90 x 23 cm 139-141 Knoten / Knots 2014 Pigmente, Acryl, Bleistift auf Papier Pigments, acryl colour, pencil on paper 40 x 30 cm 142+143 Aufgelöst / Dissolved 2014 Aufgelöste gebrauchte Stoffe, Gase, Acryllack hinter Glas Dissolved used fabrics, acrylic varnish reverse glass je / each 48 x 37 cm 144 Verwandlung / Transformation 2014 Aufgelöste gebrauchte Stoffe, Acryllack hinter Acrylglas Dissolved used fabrics, acrylic varnish reverse acrylic glass 31 x 25 cm 147-149 Rotes Porträt 1-3 / Red portrait 1-3 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 40 x 30 cm 150-151 Porträts / Portraits 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper, cotton and wood je / each 40 x 30 cm 152+153 Kleines Porträt 1+2 / Small Portrait 1+2 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood je / each 30 x 21 cm 154+155 Void and Profusion 2013 Installation Chelsea Galerie, Laufen

156-157 Double Faces 1-3 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 30 x 40 cm 158 NoBeginningNoEnd 1 2014 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 59 x 42 cm 159 Faces 2013 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel je / each 70 x 50 cm 160-161 Human Rights 2012 Pigmente, Acryllack, Wachs auf Baumwolle Pigments, acrylic varnish, wax on cotton Grösse variabel / Size variable 161-163 Stitched Portrait 1+2 2014 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 59 x 42 cm 164-168 Face to Face 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood je / each 30 x 21 cm 168-169 Face to Face 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 168+171 Madaritola 2011 HD Video, 13.45 Minuten, mit Ton HD Video, 13.45 minutes, with sound 170 Human Rights 2009 Rötel, Öl auf Baumwolle, gebrauchter 227


Hocker Red chalk, Oil on cotton, used stool 50 x 30 x 30 cm

Pigments, paper, hardener on cotton 125 x 35 x 32 cm

172+173 Gewebe / Texture 2013 Pigmente, Wachs, Farbstift auf Papier Pigments, wax, pencil on paper 21 x 150 cm

184+185 Liegende / Reclining figures 2014 Pigmente, Papier, Härter auf Baumwolle Pigments, paper, hardener on cotton je / each 200 x 40 x 20 cm

174+175 Talk to the hands 2013 Pigmente, Wachs, auf Baumwolle Pigments, wax on cotton Installation Helmhaus, Zürich 500 x 90 cm

186+187 Überschneidungen / Overlaps 2014 Grösse variabel / Size variable Museum Bickel Walenstadt

175 Gestures 2011 HD Video, 4.45 Minuten, ohne Ton HD Video, 4.45 minutes, without sound 176 Verknüpfungen / Combinations 2013 Pigmente, Wachs auf Baumwolle Pigments, wax on cotton 200 x 40 x 30 cm 177 Überkreuzung / Crossing over 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Öl, Papier auf Baumwolle und Holz Embroidery, pigments, wax, oil, paper on cotton and wood 50 x 70 cm 178+179 Verbunden / Connected 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 180/181+205 Gesten / Gestures 2012 Stickerei, Pigmente, Wachs, Papier auf Baumwolle Embroidery, pigments, wax, paper on cotton je / each 22 x 32 cm

188+189 Tulsighat 2009 HD Video, 14.39 Minuten, mit Ton HD Video, 14.39 minutes, with sound 188 Hülle / Cover 2009 Briefmarken, Garn, Baumwolle Stamps, thread, cotton 20 x 5 x 8 cm 189 Namaste 2014 Wachs, Gaze, Acryllack, Holz Wax, gauze, acrylic varnish, wood 26 x 40 x 3 cm 190+191 Connected 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 192+193 Grosses Tableau 1 / Large Tableau 1 2006-2015 Grösse variabel / Size variable 194+195 Ausschnitte / Cutouts 2015 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel je / each 15 x 10 x 5 cm

182 Überkreuzung / Crossing over 2013 Stickerei, Pigmente, Wachs auf Baumwolle Embroidery, pigments, wax on cotton 200 x 190 cm

196+197 Indische Bronzefiguren / Indian bronze figures Sammlung Staffelbach, Sankturbanhof Sursee

183 Handlung / Action 2013 Pigmente, Papier, Härter auf Baumwolle

196+197 Tulsipuja-Tableaux 2009 Wachs, Print auf Photopapier

228


Wax, print on photopaper je / each 21 x 30 cm 198+199 Connected 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 200-201 Grosses Tableau 2 Large Tableau 2 1994-2015 Grテカsse variabel / Size variable 202 Votivtafel / Votive tablet 1994 Wachs, Kerzen, Holz Wax, candle, wood 44 x 36 cm 203 Varanasi-Durga-Shiva 2009 Wachs, Print auf Photopapier Wax, print on photopaper je / each 21 x 30 cm 204-207 Connected 2015 Installation Sankturbanhof Sursee 204-207 Shiva + Durga Sammlung Staffelbach, Sankturbanhof Sursee 204-208 Handlung 1+2 / Handling 1+2 2015 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel je / each 150 x 70 x 8 cm 209-213 Verflechtung / Interweaving 2014/15 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel 230 x 200 x 160 cm Installation Sankturbanhof Sursee 211-212 Durchsicht 1+2 / Review 1+2 2014/15 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel 230 x 160 x 30 cm

214 Kopf / Head 2014/15 Pigmente, Acryllack auf Chromstahl Pigments, acrylic varnish on chrome steel 230 x 160 x 30 cm 216-217 Interweaving 2013 Pigmente, テ僕 auf Metall Pigments, oil on metal 500 x 500 x 120 cm Biennale Skulpturen-Symposium Winterthur 219+231 Private Photographie Private Photographs1960+1965 Nesa mit ihrer Familie / Nesa with her family


Dank / Acknowledgement

Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung: This catalogue is published to accompany the exhibition: Nesa Gschwend -c-o-n-n-e-c-t-e-dDialog mit der Sammlung Dialogue with the collection

Für Hilfe und Unterstützung danken wir: For assistance and support we would like to thank: Sibylle Arnold, Flurina Badel, Basil Bohn, Jörg Bohn, André Boutellier, Maya Bühler, Hanny Frick, Beat Funk, Meinrad Gschwend, Thomas Imboden, Parvez Imam, Alex Ritz, Stefan Rohner, Carlo Sauter, Janine Schmutz, Monika Sommerhalder, Roger Stalder, Melanie Strasser, Bettina Staub, Simone Töllner

Sankturbanhof Sursee 12. Juni - 4. Oktober 2015 Co-Leitung / Co-Director Bettina Staub

Mit freundlicher Unterstützung durch: With the kind support of:

Kuratorin / Curated by Janine Schmutz

Aargauer Kuratorium Casimir Eigensatz Stiftung, Luzern Ernst Göhner Stiftung, Zug Sankturbanhof Sursee

Museumstechnik / Museum techniques Roger Stalder

Katalog / Catalogue Photographien / Photographies Stefan Rohner, Nesa Gschwend Konzept, Gestaltung / Concept, Layout Nesa Gschwend Texte / Texts Janine Schmutz, Bettina Staub Übersetzung / Translation Thomas Imboden Lektorat / Proofreading Janine Schmutz, Parvez Imam


© 2015 Nesa Gschwend Pro Litteris © 2015 Texte bei den Autoren texts by the authors ISBN 978-3-033-04963-5

www.nesagschwend.ch www.sankturbanhof.ch


Profile for CrossCulture

Connected. Stoffe als Speicher / Fabrics for Storage. Nesa Gschwend  

Catalogue accompanying the art installation at Sankturbanhof in Sursee, Switzerland

Connected. Stoffe als Speicher / Fabrics for Storage. Nesa Gschwend  

Catalogue accompanying the art installation at Sankturbanhof in Sursee, Switzerland

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