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BischÜiches Gymnasium Paulinum

Paulinum Da Capo! 1926-2006 ein historischer Bilder-Streifzug von Andreas Picker


Geschichte auf einen Blick:

Dr. Johann Pohl

Direktor 1926-1929

Personen - Bau - Statut

1926 Kauf der Landesschützenkaserne und des Truefergutes in Schwaz durch die Apostolische Administratur Innsbruck –Feldkirch. 1926-1927 Erste Bauphase: Adaptierung des Internates und Schulgebäudes, Neubau des Schwesternhauses und Stalles. 1927 „Hausverfassung und Statuten“ auf der Grundlage der „Hausverfassung“ des Vinzentinums (1876). 1929 –1930 Zweite Bauphase: Bau des Kirchentraktes. 1932 Verleihung des Namens „Paulinum“. 1938 – 1945 Umwandlung in die“ Staatliche Oberschule für Jungen Michael Gaißmayr“ durch die Nationalsozialisten.

Bischof Dr. Sigismund Waitz

Apostol. Administrator 1925-1938

1945 Wiedereröffnung des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum. Neue Statuten, in denen Pfadfindergrundsätze und das Gruppen- und Gruppenhelfersystem verankert waren. 1966 –1967 Dritte Bauphase: Aufstockung des Schulgebäudes.

Dr. Johann Kätzler

Direktor u. Regens 1929-1938, 1945-1969

Dr. Alois Klocker

1969 Umbenennung des Knabenseminars in „Bischöfliches Studienheim“, damit verbunden neue „gelockerte“ Statuten.

1969 – 1970 Vierte Bauphase: Errichtung des neuen Studienheims mit Aula und Hallenbad.

Bischof DDr.Paul Rusch

Apostol. Administrator 1938-1964, Diözesanbischof 1964-1981

Bischof Dr. Reinhold Stecher 1981-1997

Direktor 1969-1981

1985 Leitlinien für Erziehung und Bildung am Paulinum. 1987 Einführung der „Differenzierten Betreuung und Förderung der Schüler“.

Dr. Otto Larcher

Direktor 1981-1996

1988 Aufnahme von Mädchen.

Bischof Dr. Alois Kothgasser 1997-2003

1999 Schließung des Internates durch die Diözese.

Dr. Bernhard Schretter Direktor seit 1996

1999 – 2005 Konzept zur inneren und äußeren Neugestaltung des Paulinums unter dem Titel „Paulinum neu“: Leitbild (2003), Schulprofil (2004), Schulprogramm (2005), Generalsanierung und Neubau (1999 –2006). 2006 Einweihung und feierliche Eröffnung „Paulinum neu“.

Bischof Dr. Manfred Scheuer seit 2003


Regenten: 1926-1929 Dr. Josef Resinger 1929-1938, 1945-1969 Dr. Johann Kätzler (zugl. Dir.) 1969-1974 Josef Thiefenthaler 1974-1983 Oskar Pohler 1983-1987 Mag. Ewald Heinz (ab 1986 zugl. Verwalter) 1987-1993 Dr. Florian Huber (zugl. Verwalter) 1993-1999 Waltraud Hofer (zugl. Verwalterin)

Verwalter: 1926/27, 1930-1938: Franz Kralinger 1927-1930: Ferdinand Nuener 1945-1958: Dr. Josef Rieser 1958-1963: Thomas Innerhofer 1963-1986: Leopold Oblasser

„INTROIBO... ...wirds noch oft im Leben heißen...“

„... nicht auf das TOR, auf DICH kommt es an!“ [Album K31, S. 30r]


die Zeit und der Raum Bilder zur Baugeschichte des Paulinums

Das Paulinum vor dem Um- und Neubau [Foto: Archiv Paulinum]


„Kaserne in Schwaz, Tirol“ Im Mai 1926 wurde den Studenten aus Nord- und Osttirol sowie Vorarlberg vom faschistischen Italien die Einreise nach Südtirol verboten und damit ein Weiterstudium am fürstbischöflichen Knabenseminar Vinzentinum in Brixen unmöglich. Als Ersatz erwarb Bischof Dr. Sigismund Waitz für die Apostolische Administratur InnsbruckFeldkirch am 15. November 1926 die ehemalige Landesschützenkaserne in Schwaz (errichtet 1892). Den Namen „Paulinum” erhielt das Bischöfliche Knabenseminar erst im Jänner 1932 auf Wunsch seines Gründers Bischof Waitz. [Album K1, S. 2v]

„Schwaz, Reservespital. Neues Barackenlager“ Auf dieser Postkarte ist die Situation während bzw. unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg erkennbar: auf dem Exerzierplatz vor der als Reservespital dienenden Kaserne wurde ein Barackenlager aufgeschlagen. [Album K1, S. 20r]


Der erste Umbau des Paulinums – 14. Juli 1927 [Album K1, S. 19r]

„Vorderansicht des Schulgebäudes, unmittelbar vor Hebung des Dachstuhles“ – 11. Juli 1927. Die ehemalige Schwazer Knabenbürgerschule wurde im Sommer 1927 für die 233 gemeldeten Pauliner Schüler des zweiten Schuljahres aufgestockt. [Album K1, S. 6r]


„Die Turnhalle, fertig eingerichtet” – 8. Dezember 1927 Der alte Turnsaal diente bis zur Einweihung der neuen Aula 1970 auch als Festsaal mit Galerie und Bühne. [Album K1, S. 14v]

„Blick in die Küchenräume” – 17. September 1929. Das größte Pauliner Bauvorhaben der Zwischenkriegszeit war zweifellos der Neubau des Kirchentraktes und Ausbau des Internates in den Jahren 1929/30 nach Plänen des Baumeisters Albert Bermoser. Die beiden Geschosse unter dem Sakralraum beherbergten Küche, Speisesäle und die Direktorenwohnung. [Album K2, S. 07r]

„Grundsteinlegung zur Kirche” – 10. Oktober 1929. Bischof Waitz segnet im nachmaligen zweiten Obergeschoss den Grundstein der Kirche, einen Stein aus dem sogenannten Abendmahlssaal in Jerusalem. Dabei scheint ein Gedanke durch die Köpfe aller Anwesenden gegangen zu sein: „dass es aber grad regnen muss!” [Album K2, S. 11r]


„Blick zum Sängerchor” – 23. Oktober 1929. Neben dem Glockenturm gehören die rundbogigen Fenster mit ihrer aufwändigen farbigen Glasmalerei (1930) zu den charakteristischen Bauteilen der Kirche. Es gibt in Tirol nur wenige vergleichbare im Stil der „Neuen Sachlichkeit” errichtete Sakralbauten. [Album K2, S. 13v]

„30 Meter über dem Inn” – 23. November 1929 [Album K2, S. 16v]

Die markante und einprägsame Silhouette der Seminarkirche bildet bis heute einen Teil der Pauliner Identität. [Album K2, S. 18r]


Das 1932 vom Bildhauer Andreas Hinterholzer geschaffene Kreuz in der Pauliner Seminarkirche wurde während des Zweiten Weltkrieges in die Schwazer Spitalskirche gebracht. An seiner statt fügte Carl Rieder im Jahre 1949 das zentrale „Christkönig-Fenster” dem Ensemble der übrigen Fenster von 1930 an. Es gehört zu den symbolträchtigsten Bildern des Hauses und verbindet den Christkönigsmit dem Herz-Jesu-Gedanken. Das Holzkruzifix ist 2006 wieder in die Pauliner Kirche zurückgekehrt. [Album K2, S. 21r; K37, S. 3r]

„Orgelpfeifen“ – 26. März 1962. Erst relativ spät erhielt die Kirche ihre Orgel, die von Altpaulinern mitfinanziert wurde. [Dia K24, 1962-2]


„Der Schulweg“ – 1963. Blick auf Stall, Schwesternhaus, Schule und Internat vom Trueferhaus. [Foto: Archiv Paulinum]

Auf dem Luftbild (ca. 1968) ist der 1964 vergrößerte Sportplatz zu sehen. Dabei wurde die von der Bundesstraße auf das Heimportal zuführende Kastanienallee und der Brunnen vor dem Internat entfernt. [Dia K25, 1962-11; Foto: Archiv Paulinum]


„Aufstockung des Schulgebäudes” – 1966/67 Da durch das neue Schulgesetz von 1962 die Klassenschülerzahl auf maximal 36 gesenkt wurde, mussten durch Aufstockung des Schulgebäudes neue Klassenzimmer geschaffen werden. [Dia K24, 1966-8]

„Neubau Studienheim, Stand 1970” In den Jahren 1969-70 wurde das Studienheim durch einen Neubau mit Aula und Hallenbad nach Plänen des Architekten Hermann Hanak erweitert. [Dia K24, 1970-1]


Das Paulinum 1999 mit der blau-rosa Farbgebung von 1990... ... und 2006 nach erfolgtem Um- und Neubau. Das wesentliche Erscheinungsbild des Geb채udes ist erhalten geblieben.

[Foto: Archiv Paulinum] [Foto: Picker]


von den

Statuten

zum

„Rosa Mystica“

[Album K15, S. 14r]

Leitbild


Das „kleine Seminar“ in der Zwischenkriegszeit Aus den Statuten, die 1926-1938 Gültigkeit hatten: „Das bischöfliche Knabenseminar ist eine Studienanstalt zur Heranbildung künftiger Priester der Diözese. Die Zöglinge sollen darin neben einer gediegenen, ihrer Altersstufe entsprechenden wissenschaftlichen Ausbildung eine solche Erziehung erhalten, daß sie des göttlichen Rufes zum Priestertum würdig werden. Möglichst geschützt von den Gefahren der Welt soll im Seminarzögling der fromme, kirchliche Sinn genährt und ein gerader, fester Charakter ausgebildet werden. Die Anstalt soll eine Pflanzstätte katholischdeutscher Ideale sein, so daß auch diejenigen, welche später einen weltlichen Beruf ergreifen, sich als charakterfeste, überzeugungstreue katholische Männer im Leben bewähren.“

„Oktavaner“ beim Sport 1937 [Album K5, S. 02r]

Die Marianische Kongregation beim Aufmarsch am Katholikentag in Wien 1933. [Album K8, S. 5v]

Pauliner des Maturajahrgangs 1937 im Priesterseminar von Brixen (1938). [Album K6, S. 10r]


„nach Pfadfinderprinzip“ Aus den 1945 von Bischof Paul Rusch in Kraft gesetzten Statuten: „Jede Klasse ist nach Pfadfinderprinzip in eine Klassenkameradschaft zusammenzuschließen. Dem Präfekten stehen Gruppenhelfer zur Seite. Diese – besonders tüchtige und charakterlich wertvolle Jungen – führen eine Einheit von zehn Mann.(...) Das Paulinum ist eine Studienanstalt, deren Ziel in der Heranbildung gebildeter und überzeugter Katholiken liegt. Aus guten Familien ausgewählt, soll in ihnen durch Lehre und Vorbild der Erzieher und Professoren der Berufsgedanke zum Priestertum in großer Zahl geweckt werden. Alle anderen aber sollten, nachdem sie die Anstalt verlassen haben, wenigstens die Berufung zum allgemeinen Priestertum leuchtender Inhalt ihres Lebens sein.“

Wandertag im Herbst 1954 [Album K33, S. 4r]

„Wissens- und Gewissensbildung – ein hoher Anspruch!“ [Album K9, S. 6r]


„Bischöfliches Gymnasium und Studienheim” Um dem Gedankengut des Zweiten Vatikanischen Konzils zu entsprechen, wurden 1966 die Statuten überarbeitet und gekürzt. Sie gaben einen Erziehungsrahmen vor, der Erziehern und Schülern Spielraum zur individuellen Entfaltung gab. Das Knabenseminar wurde in „Bischöfliches Studienheim” umbenannt.

Seit Mitte der 60er Jahre waren auch Lehrerinnen und Erzieherinnen in Schule und Heim tätig. [Album K15, S. 6r]

Direktor Kätzler leitete die Geschicke des Hauses während vier Jahrzehnten, ab 1929 und nach dem Krieg wieder bis 1969. Er betitelte seine Lebensbeschreibung „Durch zwei Welten ging mein Weg”. [Album K16, S. 9r] Die Dreibettzimmer der Oberstufe im Neubau [Album K16, S. 11v]


Leitlinien und Pauliner Leitbild Seit 1985 wurde das Leben am Paulinum nicht mehr von Statuten geregelt, sondern von Leitlinien geprägt. „Die Aufgabe des Paulinums ist es, bei der christlichen Erziehung und Bildung junger Menschen der Diözese Innsbruck und des Landes Tirol behilflich zu sein. (...) Ziel aller Erziehung am Paulinum ist der mündige Christ. Als Laie oder als Priester soll er bereit sein, Verantwortung in Welt und Kirche zu übernehmen.“ (Bischof Dr. Reinhold Stecher, 1985)

Seit dem Schuljahr 1988/89 werden Mädchen in die Schule aufgenommen. [Foto: Archiv Paulinum]

Orientierung im „Labyrinth der Sinne“, 1998 [Album K47, S. 35r]

Die Fragen nach Zielsetzung und leitenden Werten für die heutige Zeit wurden mit dem neuen Pauliner Leitbild 2003 beantwortet.

Das Pauliner Leitbild 2003


Schüleralltag durch acht Jahrzehnte

„The Band“, 1958 [Dia K24, 1958-1]


Die Ankunft – ein neues Leben am Paulinum

Die 1. Klasse 1929 und 2006 [Album K4, S. 4, ?]

Schlafsäle 1984 und 1927 [Album K36, S. 6v; Album K1, S. 15v]


„Erfahrbare Spiritualität“

Sommerlager der MK in Südtirol 1965 [Dia K25, 1965-18]

Im Knabenseminar begann jeder Tag mit einer Andacht.

Die „Oase“ im Studienheim findet in der neuen Schulkapelle ihre Nachfolgerin. [Album K28, S. 39; Album K39, S. 21r]


„Essen, Studieren, Spazieren“

Der „zweite Kurs“ in einem der Lehrsäle 1930. [Album K4, S. 6]

Der „Computer Club Paulinum“ (CCP) 1985/86 [Album K37, S. 63v]

Blick in ein Maturantenzimmer der 50er Jahre. [Foto: Archiv Paulinum]


Außerhalb des Unterrichts

Theateraufführung „Die Griechen vor Troja“ 1934 – Die Pauliner Musikkapelle 1963 – sportliche Ertüchtigung mit Medizinball (1953) und Fußball (1985) [Album K22, S. 7; Foto: Archiv Paulinum; Album K37, S. 9r; K31, S. 32r]


Ausgang und Freizeit

In den Bergen – auf der Bühne – im Schwimmbad – am Spielplatz

[Album K34, S. 5r; K37, S. 20r; Dia K25, 1960-12; Album K28, S. 10v]


Der Abschied – die Matura

Direktor Klocker und Regens Pohler beim zweiten Pauliner Maturaball 1976 [Album K16, S. 18v]

Der traditionelle Marsch der Maturanten/innen vom Heim zur Schule in Begleitung der Musikkapelle am ersten PrĂźfungstag wurde 1997 zum letzten Mal abgehalten. [Album K45, S. 61v]

MĂźndliche Matura 1937 [Album K5, S. 3r]

Essen nach der schriftlichen Mathematik-Matura 1956 [Dia K24, 1956-7]


Im Zentrum dieses Streifzuges durch die 80jährige Geschichte des Paulinums steht das Bild als historische Quelle. Als solche soll es Einblick geben in die Baugeschichte des Hauses, die Entwicklung der Erziehungsund Bildungsgrundsätze von den ursprünglichen Statuten hin zum neuen Leitbild sowie das Alltagsleben der Schüler und Schülerinnen im Laufe der Jahrzehnte. Die Auswahl der Bilder basiert auf den fotografischen Beständen (Fotoalben und Dias) im Archiv des Paulinums, die im vergangenen Jahr systematisch digitalisiert und elektronisch archiviert wurden, um so einer breiteren Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden zu können. Die den Bildern beigefügten Kommentare in den Fotoalben wurden in diese Darstellung miteinbezogen.

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Paulinum Da Capo  

Festschrift anlässlich der Eröffnung des Paulinums Neu

Paulinum Da Capo  

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