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the birth journey AUSGABE 2


Die zweite Ausgabe ist da! Ich freue mich riesig, dass nun die zweite Ausgabe des THE BIRTH JOURNEY Magazins für dich fertig ist. 55 Seiten hat die neue Ausgabe. Wow! Sieben wunderbare Frauen teilen ihr Wissen rund um Schwangerschaft und Geburt mit uns. Céline war so lieb, ihre ganz besondere Geburtserfahrung in Wort und Bild mit uns zu teilen. Ich möchte gar nicht viele Worte verlieren... Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Alles Liebe, Patricia


In dieser Ausgabe... Der weibliche Weg 4

Babybauchflüstern 12

Akupunktur 20

Was steht dir für eine schöne Geburt im Weg? 24

Doulas 32

Geburtsbericht 38

Bonding 42

Babymassage 48


Der weibliche Weg

Entdecke die Geschenke deiner Weiblichkeit

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Nutzen wir heute alle Potentiale, die uns innerlich zur Verfügung stehen? Wissen wir um die weiblichen Mysterien, die ganz mit uns selbst verwoben sind? Ich begleite Frauen in den verschiedenen Lebensabschnitten des FrauSeins, ganz elementar auch in der Zeit der Schwangerschaft und Geburt. In dieser Arbeit und im Kontakt mit vielen Frauen wurde mir klar, dass obwohl doch so einfach und offensichtlich, wesentliche Aspekte des Ausdrucks unserer weiblichen Lebenskraft oft verschüttet und vergessen sind oder ganz an letzter Stelle stehen. 

achten, zu lieben und zu verstehen, ist meist ein lebenslanger Prozess, der auch in ständiger Veränderung in uns selbst ist. Uns selbst den Raum geben, um in tieferen Kontakt mit uns selbst zu sein und mit den weiblichen Qualitäten, die in uns wohnen, ist ein wertvoller Akt. Noch immer werden die weiblichen Wege und Geschenke der Frauen häufig als zweitrangig in dieser Gesellschaft gewertet. Dem ist nicht so. Diese weiblichen Geschenke bringen so viel Liebe und Schönheit, Wahrheit, Weibliche Kraft natürliche Wildheit und Heilung in unsere Leben. Während der Schwangerschaft und   vorbereitend für die Geburt kommen Frau-Sein, die weiblichen Zyklen, Frauen zu mir mit dem tiefen Bedürf- Schwangerschaft und Geburt lehren nis, ihre weibliche Kraft auszudehnen, uns über das Leben, und vor allem besser zu verstehen, innere Wege auch um das weibliche Wesen und und Türen zu öffnen. Der Wunsch den Weg der Seele hier auf dieser nach einer innigen Verbindung zum Erde. So sind sie wegweisend für die eigenen Körper und zum wachsenQualitäten und das schöpferische den Kind sowie individuelle Wege zu Potential, das wir als Frauen alle in finden, die zurück zur Natur führen uns tragen. Ich empfinde es so, dass der inneren weiblichen Natur und der es von wesentlicher Bedeutung für Erde - und auch die Entwicklung von uns als Frauen ist, diese weiblichen mehr und mehr Selbstvertrauen steWege zu begehen, die eigene Gehen hier oft im Vordergrund.  bärmutter, das eigene Herz und die   eigene Kraft so gut wie möglich zu kennen. Diese Sehnsüchte rücken oft Selbstliebe im Frau-Sein in der Schwangerschaft eher in das Bewusstsein, sind jedoch für uns zu Ganz und gar den eigen Körper zu

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jeder Zeit zugänglich.

strömt. Jede von uns hat in sich ihr ganz eigenes Wissen um den eige nen Körper und die eigene Heilung Transformationszeit Schwangerschaft bestimmter “Baustellen” ihres Le  ben. Ein Wissen, das durch die ZuDie Schwangerschaft ist natürlich ein wendung nach Innen und durch das unglaublich bedeutsamer Zeitpunkt, Anerkennen der Intuition frei fließen um noch viel tiefer und weiter mit kann. Wie die Zyklen in unserem Körsich selbst zu gehen. Denn es befinper und die Zyklen in der Natur, so det sich alles - Körper, Geist und See- gibt es in uns und in unserem Leben le - in einer enormen Transformation, auch immer wieder Zyklen, die sich die auch innerhalb jeder Schwannach innen und nach aussen dregerschaft anders ist. Die Geburt ist hen. In Kontakt zu sein mit dem eiein Moment im Leben jeder Frau, in genen Rhythmus, durch den Körper, denen die inneren und äusseren Tore durch verfeinerte Wahrnehmung, das so weit auf gehen wie sonst normakann uns in einen wunderbaren Tanz lerweise nicht. Der Körper, die Seele, mit der weiblichen Urkraft führen.  das ganze Wesen kommt der Natur des Universums so nahe in solch diWeibliche Wege sind oft nicht linear, rektem Kontakt mit der Urquelle des sondern intuitiv  Lebens. Dies ist unter all unserem medizinischen Wissen heute in den Mein Weg zur Arbeit mit Frauen und Hintergrund gerückt. dann Schwangerschaft und Geburt führte mich über die Kreativität, die Auch während der Menstruation Kunst, den Tanz, die Bewegung und öffnen sich die Tore der Frau. Diese das kreative Schaffen. Es ist doch heiligen Lebensprozesse innerhalb oft so, dass viele Puzzleteile einen des Lebens einer jeden Frau verdiemysteriösen und sich verändernden nen es geehrt, gefeiert und in absoPfad bilden, der uns immer mehr zu luter Würde gelebt zu werden. Die unserem Wesen, unserer Seele und Schöpfungskraft, die wir als Frauen unserer Essenz als Frauen führt. Wie in uns tragen, die in der Geburt eiMosaiksteinchen, die zu einem wunnes Kindes zum fassbaren Ausdruck derschönen Bild werden. Wir dürfen kommt, ist jederzeit für uns greifbar. wachsen, erkunden und lernen. ManSie wartet nur darauf, dass wir zu ihr che Dinge brauchen Zeit zu wachsen, finden!  so wie Blumen und Bäume im Gar  ten. Der Samen sieht ganz anders aus Der eigene innere Wissensquell  als der Baum! Der Weg ist nicht immer - sogar meistens nicht - so linear In unserer Gebärmutter schlummert wie die noch herrschenden Systeme ein altes Wissen, das durch unsere es meist vorgaukeln. Den eigenen Knochen, unser Blut und unser Herz, Weg zu gehen, heißt oft zu vertrau durch unsere innere Stimme zu uns

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en, viel loszulassen und immer wieder ins Unbekannte aufzubrechen. Es ist ein Abenteuer!

Den Körperweg gehen Der Körper kann uns so viele Geschenke bringen, die Körper und Seele gleichermaßen berücksichtigen. Dazu gehört zum Beispiel der Tanz, die Bewegung, die Massage, das Gehen in der Natur, Heilpflanzen und Nahrungsmittel nutzen lernen, das tiefe Atmen, Tanzrituale und Heilarbeit. Dies und so vieles mehr kann uns als Wegbegleiter und Muse dienen, um uns selbst immer näher zu kommen. Auch die Gebärmutter und die Vagina können von uns massiert, getanzt, gesungen werden, geliebt werden! Für mich wurde der Körper schon vor vielen Jahren zu einer unendlich weisen Lehrmeisterin, die mich mit Aufgaben und Lernschritten bis heute immer wieder auf die Probe stellt.

Heilgesang Musik und Gesang sind ganz wichtige Bestandteile der allermeisten indigenen Traditionen und ein essenzieller Teil von vielen ihrer Heilmethoden. Es heißt im Deutschen nicht umsonst: unser Seelenlied! Dieser Gesang, der die Seele eines Menschen, eines Ortes, eines Baumes berührt. Dieser Gesang, denke ich, ist einer, der tief in unserem Urwissen verankert ist. So dürfen wir sie wieder entdecken, diese Wege. Singen kann wirklich jeder, der dazu Lust verspürt. Es ist ein solch natürlicher Teil unseres Seins. Singen ist ein wichtiger Teil der Frauenwelt.

Geburtswissen gehört uns Frauen In den Ausbildungen rund um Körperarbeit, Schwangerschaft, Geburt, Frauenwissen und Heilarbeit, die ich machen durfte, wünschte ich mir oft, dass die Heiligkeit der Weiblichkeit nicht so in die Ecke gedrängt wird. Dass wir Frauen dieses Wissen - aus physiologischer, anatomischer, seelischer, emotionaler, geistiger Sicht ganz zu uns holen. Dass wir um unseren Zyklus, um unsere Gesundheit, um die Prozesse der Schwangerschaft und Geburt wissen und ganz in die

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Geburt als Abbild des Lebens

Selbstachtung und Selbstverantwortung gehen können, um aus einem kraftvollen Platz in uns selbst, die wichtigen Entscheidungen treffen zu können. Entscheidungen wie Partnerwahl, Berufswahl, Schwangerschaft und wie wir unsere Geburt erleben möchten. Entscheidungen, die unser weiteres Leben prägen. Ich wünsche mir, dass jede Frau um ihren Körper weiß, dass das Wissen, welches heute oft Medizinischen Berufen vorbehalten ist, wieder mehr in unser Allgemeinwissen fließt. Dass wir unseren Körper wieder verstehen und das Wissen von innen und aussen verbinden können. Mein Anliegen ist es, jede Frau so zu begleiten, dass sie in die größtmögliche Selbstverantwortung gehen kann, dass ihr möglichst viele Ressourcen zu Verfügung stehen.  

Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir Frauen unsere Kraft wirklich kennenlernen und ganz ins Leben tragen. Dieses Wissen um die Schöpfungsprozesse dürfen wir wieder ganz und gar in uns lebendig werden lassen und Dinge in uns heilen, die da noch zwischen uns und unserem vollen Ausdruck stehen.   Geburt ist ein grosser kreativer Prozess und so sind wir in unserem Leben beständig an dem Geburtsprozess unserer Seele involviert. Meistens geschieht Geburt als Lebensprozess, denn oft konnte sich unsere Entwicklung nicht von Anfang an vollständig entfalten. Heute, mit unserem Bewusstsein und unserer Liebe, stehen uns Möglichkeiten offen, die Kinder ganz willkommen zu heißen und ihr Ankommen auf der Erde mit mehr Verständnis zu begleiten, auch aus seelischer Sicht.   

Das Frauenwissen zurück erobern

Unser “Frauenwissen” darf wieder zu uns kommen und von Frau zu Frau weitergetragen werden. Manche Dinge lernt man durch Schulen, Universitäten, Ausbildungen, andere durch die Stille, die Natur, die Erde, durch das direkte Lernen von Menschen, die schon einen Weg gegangen sind und dadurch Wissen vermitteln können. Oder natürlich durch das Leben selbst oder durch unser tiefes inneres Wissen, das Zuhören und das Schauen nach Innen. Es gibt viele Wege des Wissens und manche finden durch Rituale, Tanz und Kreativität zu uns.

Auch in der Großstadt ist Raum möglich

Raum zu schaffen innerhalb eines Lebens in der Großstadt ist möglicherweise eine größere Herausforderung als einen Strandspaziergang auf einer Insel zu machen. Raum schaffen ist deshalb wichtig, weil unser tieferes Wesen von Innen kommt und die vielen Eindrücke vom Außen, auch aus den Medien, aus dem Internet und von den Menschen um uns herum.   Raum schaffen ist die Komponente des Lebens, die auch mit Sterben,

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Loslassen und Vergehen in Verbindung steht. Nicht immer werden wir verstehen um was es genau geht, wenn wir etwas loslassen oder uns wirklich Zeit für uns alleine nehmen. Viele Menschen können nicht mehr mit leerem Raum sein, er muss ständig gefüllt sein.  

ten und entwickeln, vor allem wenn wir Körper, Herz und Seele gleichermaßen berücksichtigen. Deshalb macht es auch mir so eine große Freude, Frauen auf ihrer Reise zu begleiten.

Zusammen sind wir stark!

Unterstützende Felder für Frauen

Dieses Feuer in uns, das brennt und leuchtet und wärmt uns und trägt die Ich hatte das grosse Glück schon in Schöpferkraft in sich. Frau-Sein kann jungen Jahren auf weise Lehrerinnen Wunder bewirken. Frau-Sein kann Lezu stoßen, die mir geholfen haben, ben, Liebe und Weisheit schaffen. Zumeine Talente und meine Fähigkeisammen sind wir stark. Es gibt heute ten zu erkennen und auszubilden. immer mehr Möglichkeiten, uns als Ich weiß, dass die Begleitung von Frauen in Netzwerken zusammenzuFrauen zu Frauen, das Zusammensein tun, Begleitung und Unterstützung zu im großen Frauenkreis und Kraftfeld erleben. Es ist die Zeit dafür, dass die Tore öffnen kann. In diesem Feld der weibliche Kraft erwacht! Weiblichkeit kann sich so viel entfal-

Von Jaguar (Yolande Alice Carrell) Doula, Geburtsvorbereitung, spirituelle Schwangerschafts- und Geburtsbegleiterin, Neuseeländische Medizinfrau, Heilerin, Heilpraktikerin, Craniosacral Therapeutin, Sängerin, Poetin und Schriftstellerin. Sprachen: English, Deutsch, Espanol. Ihr gesamtes Wirken und Tun gilt dem heutigen Erwachen der weiblichen Kraft, welche momentan auf unserer Erde geschieht. Jede Einzelne von uns ist Teil dieses großen Erwachens! Praxis in Berlin: Remise an der Marie, Prenzlauerberg; Kurse & Gruppen, Online Angebote. Kontakt: jaguar.starlet@gmail.com 030 86459260 www.lovemedicine.org

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www.lichtgeburt.org


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Frau-Sein kann

Wunder bewirken. Frau-Sein kann

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Babybauchfl端stern Ungeborene Babys sprechen mit Ihrer Mama


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Hurra, Du bekommst ein Baby!

ter werdende Methode dazu heißt Bindungsanalyse. Ich nenne es Babybauchflüstern. 2012, bevor die Ausbildung zur Hypnobirthing-Kursleiterin für mich begann, hörte ich in einer Radiosendung darüber, dass Babys und Mütter vor der Geburt miteinander Botschaften austauschen, Babys schon vollständig entwickelte soziale Fähigkeiten haben. Bis dahin hatte auch ich geglaubt: Die Erinnerung beginnt mit der Zeit, in der wir zu sprechen beginnen.

So sagen wir es in unserer Alltagssprache. Stimmt das so? Ich finde: Nein. Schon seitdem du dein Kind mit deinem Liebsten gezeugt hast, deine Eizelle sich von den vielen Samenzellen deines Mannes die schönste und kräftigste ausgesucht hat, um mit ihr Eins zu werden und ein zauberhaftes Baby wachsen zu lassen, seitdem sich nun in atemberaubender Geschwindigkeit Zellen teilen und vermehren, deine Gebärmutter dem kleinen Wesen einen Platz in seinen nährenden Wänden gegeben hat und es dort wächst und wächst und wächst … seitdem HAST DU ein BABY. Du und der Papa seid jetzt ELTERN. Während dein Baby wächst, wachst auch ihr in Eure neue Aufgabe hinein. Seelisch entwickelst du dich von der Tochter der Mutter zur Mutter deines Kindes. Und der Papa zum Vater seines Kindes. Ich finde es wundervoll, dass ihr das 2016 sehr bewusst erleben könnt, wenn ihr euch auf dieses Abenteuer einlasst.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass ungeborene Babys die Worte ihrer Eltern verstehen, zutreffend deuten und darauf regieren. Schwangerschaftsbeschwerden, Komplikationen in der Geburt, alle Schwierigkeiten nach der Geburt sind eng verbunden mit der Klarheit und Tiefe der vorgeburtlichen Mama-Baby-Beziehung. Der Papa spielt dabei auch eine wichtige Rolle, deshalb laden wir ihn immer ein, auch mit seinem Baby in seinen eigenen inneren Kontakt zu gehen.

Während dein Körper jetzt das Wunder des Lebens vollbringt und seinen kleinen Körper wachsen lässt, fühlt dein Baby, denkt es von Anfang mit, reagiert auf euch. Seine Gene reagieren auf die Umwelt draußen. Das wissen wir aus den Forschungen der pränatalen Psychologie und Epigenetik. Der Film „in utero“ zeigt dies auf spannende Weise. Er ist im Frühjahr 2016 in Kinos zu sehen. Die in Deutschland gerade bekann-

Fragst Du Dich manchmal, wieso Babybäuche groß und rund und andere vergleichsweise klein sind? „Ich hab nur noch sechs Wochen“ beantwortete die Mama im Lokal meine Einladung, mich auf meiner Webseite einmal zu besuchen. Das überraschte mich, einen so kleinen Bauch in der 34. Woche hatte ich bisher nicht gesehen. „Da haben Sie aber einen dezenten Bauch“ antwortete ich anerkennend und wünschte

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dem Paar und ihrer großen Tochter noch einen schönen Abend. Am nächsten Tag rief Sie mich an: „Ich hab mich gestern gefragt, was Sie von mir wollen. Bin dann aber doch auf Ihre Webseite gegangen. Sie machen ja genau das, was ich brauche!! Ich wusste gar nicht, dass es das gibt, ich kann nämlich überhaupt nicht entspannen. Das und der Chefarzt haben mir meine erste Geburt ruiniert. Meine große Tochter war ein Schreibaby und ich bin dabei fast wahnsinnig geworden. Sie ist heute noch anstrengend.“

te ihr mit inneren Bildern „Ich will zu dir.“ und die Mama sah ihre eigenen ausgestreckten Hände, die nicht bis zum Baby kamen. Sie spürte genau, dass es ein Hindernis in ihr gab, das wir dann aus dem Weg räumen konnten. Dennoch breitete sich das Baby mit jeder Stund mehr in der Gebärmutter aus. Nun war der Bauch so groß und rund, wie ich ihn in der 36. Woche oft sehe.

„Ich mag meinen Bauch überhaupt nicht. Von mir aus könnte die Geburt schon vorbei sein. Meine erste Geburt war ein Horror, über die Geburt jetzt will ich gar nicht nachdenken. Ich brauche das alles nicht. Von mir aus könnte man mir mein Kind übergeben, wenn es drei Jahre alt ist.“ Dies sagte die Mama vor der ersten Stunde. Das Baby hat sich also erfolgreich „dünn gemacht“. Das Baby hat die Ablehnung seiner Mama gespürt. Dabei hat die Mama ja nicht ihr kleines Mädchen abgelehnt, sondern ihre Weiblichkeit als fruchtbare gebärende Frau. Das war für sie negativ belegt und war die Fortsetzung ihrer eigenen Erfahrung, als sie in Mamas Bauch war. Wir arbeiteten daran, dass sie mehr mit ihrem Körper in Kontakt ging, sie lernte mit individuellen Anleitungen recht schnell, sich zu entspannen. Für den Kontakt zum Baby brauchten wir etwas. Sie konnte es sehen, seine ausgestreckten Hände. Ihr Baby sag-

Jede Mama und jedes Baby finden ihren eigenen Weg, den wir begleiten und dort anleiten, wo die Mama unsicher ist oder sich aus den Ursprungsfamilien gelernte Bindungsmuster zeigen, mit der sich die Tiefe der Herzens- und Seelennähe, nach der sich jeder Mensch sehnt, schwer erreichen lässt. Und wie wirkten sich die Mama-Baby-Stunden für die Geburt aus? Baby und Mama haben in der Geburt super zusammengearbeitet. „Wenn ich bei der ersten Geburt die Atmungen schon gekannt hätte.“ erzählte mir eine stolze Mama nach der Geburt. Im Kinderwagen lag ein tiefenentspanntes vier Wochen altes Baby. Die Mama hatte sich entschieden, dass sie diesmal in ein kleines Krankenhaus geht und dort so spät wie möglich aufschlägt. Mit den Entspannungen, Selbsthypnosen und Atmungen umwanderte sie in der Eröffnungsphase ihren Häuserblock. Sie blieb mit ihrem Körper und dem Baby in Verbindung, sie „las“ ihren Körper präzise und fuhr im richtigen Moment in die Klinik. Der Muttermund war vollständig eröffnet, als sie ankamen.

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Eine Stunde später lag ihr Baby in ihrem Arm.

Was ist, wenn aus der Hausgeburt eine 'Risikogeburt Beckenendlage' geworden ist? „Ich glaube, wir werden uns vor der Geburt nochmal sehen. Ich habe da noch ein Eifersuchtsthema mit meinem Bruder und zu meiner Tochter habe ich keine so tiefe Beziehung, wie ich sie in der Schwangerschaft mit meinem Sohn hatte.“ So verabschiedete sich eine Mama am Ende des Hypnobirthingkurses. Sie war jetzt in der 30. Woche. Bei der Anmeldung zehn Wochen vorher hatte sie mir offenbart, dass sie stärkere Ängste hat, die heute wesentlich besser seien, wegen derer sie vor vielen Jahren eine Psychotherapie gemacht habe.

das Geburtshaus in Frage. Alles war gut vorbereitet und es blieb die Vorahnung der Mama, mit der sie sich verabschiedete. Fünf Wochen später rief sie mich weinend an. Ihr Baby hatte sich nicht in die Kopf-Geburtsposition gedreht, ihre Hebamme hatte alles abgefragt. Sie hatte die Hypnobirthing-Entspannungen gemacht. „Vielleicht protestiert Dein Kind“ vermutete die Hebamme und ich verstehe gut, dass meine Klientin danach Schuldgefühle hatte. Das Baby hat die Gefühle der Mama damit beantwortet, dass es jetzt erst einmal mit dem Po im Becken blieb.

Wir begannen miteinander zu arbeiten: Von Babys, die in Beckenendlage bleiben, wissen wir, dass sie näher am Herzen der Mama bleiben wollen. Das starke Schuldgefühl wandelte „Was weißt Du über die Schwangersich in liebevolle Zuversicht durch schaft Deiner Mutter mit Dir?“. Diese die Anleitung, ihr Baby zu bitten, Frage stellen wir Bindungsanalytiker ein Stück näher ans Herz der Mama in der Anamnese. „Meine Mutter hatzu krabbeln. Das Baby machte das te vier Fehlgeburten vor mir. Als sie sofort. Es gibt eine spezielle Hypnomit mir die ersten Anzeichen bekam, birthing-Hypnose, damit drehen sich hat der Arzt sie zugenäht und sie hat weit mehr Babys als mit den bekanndie ganze Zeit liegen müssen.“ „Und ten Methoden. Diese Drehung ist für daher hast Du Deine Angst, die Dich die Mama und das Baby sanfter. Die in Therapie gebracht hatte.“ Kleine blieb jedoch, wie sie lag. Zur Hypnobirthing-Geburtsvorbereitung gehört eine Hypnose zur Auflösung von Ängsten und einschränkenden Gedanken zur Geburt. Das Paar hat alle Übungen gemacht, sich bestens vorbereitet und für die Mama kam - wie beim ersten Kind nur eine Hausgeburt oder allenfalls

Nun bekam die Mama eine Liste mit konkreten Fragen an die Oma. Ich wollte die systemischen Verstrickungen und das innere Bild der Klientin anschauen. Nun erfuhr sie, dass es noch eine Schwangerschaftt gegeben hatte, die Oma insgesamt sieben Mal schwanger gewesen ist. Gespräche

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der werdenden Mama mit der Oma über die familiäre Geburtsbiographie initiieren erstaunliche Heilungs- und Reifungsprozesse. Dies gehört leider nicht zur üblichen Schwangerschaftsvorsorge und Begleitung von Hebammen und Ärzten. Deshalb fehlt diese innere Entwicklung häufig und wird Jahre später nachgeholt: Anlass dafür sind zum Beispiel Schreibabies, auffällige Kinder in der KITA oder Schule, Lernprobleme von Kindern, Paarkrisen. Wie lösten Mama und Baby ihren gemeinsamen Weg? Die Mama wuchs über sich hinaus, vertraute sich mehr Menschen als vorher an. Sie beriet sich mit ihrer Ärztin, welches Krankenhaus ihr die benötigte Sicherheit gibt. So erfuhr sie, dass sie nicht in das Krankenhaus musste, das ihr Bauchschmerzen bereitete, sondern es im Rhein-Sieg-Kreis eine Klinik gibt, in der das gesamte Geburtsteam aus Frauen besteht. Damit fühlte sie sich sicherer. In der systemischen Einzelstunde sah sie, dass ihr Bruder gar nicht so eine herausgehobene Sonderstellung hat, er ziemlich arm dran war in der Familiendynamik. Und alle Kinder ihrer Eltern bekamen den richtigen Platz: Sie war das fünfte Kind ihrer Eltern, nicht die Erstgeborene. Die fehlgeborenen und das abgetriebene Baby der Oma konnte sie nun betrauern. Zwei Tage, in denen ihr Mann sie tröstete und ihr Halt gab. Die Entwickler der Bindungsanalyse, die Psychoanalytiker Jenö Raffai und Georgy Hiddas haben in ihren 20-jäh-

rigen Forschungen und Begleitungen von Schwangeren beobachtet, dass die Gebärmutter ein Erinnerungsorgan ist. In jeder Gebärmutter sind alle Erfahrungen gespeichert: die der Omas aus beiden Familien, der Urgroßmütter. Die werdende Mama hatte als Fötus wahrgenommen, dass der Ausgang der Gebärmutter „tödlich“ sein kann. Nun reagierte die Enkelin, und hatte Angst mit dem Kopf zuerst durch das dunkle Tor „des Todes“ zu gehen. Sie fühlte sich sicherer am Herzen der Mama. Leider wird euch mit dem „Risikofaktor BEL“ suggeriert, dass eure Schwangerschaft und Geburt ein Mangel hat, euer Baby oder ihr etwas falsch macht. Mich ärgert das. Seit Urzeiten kamen Babys auf zwei „normalen“ Wegen zur Welt: Mit dem Kopf oder mit dem Po zuerst. Es gibt nur zwei Indikation für den Kaiserschnitt: Das Baby liegt quer oder es hat ein Bein nach unten gestreckt und das andere nach oben angewinkelt. Ich lade euch ein, euch einmal Bilder anzuschauen, wie genial sich ein Baby zu einem Ei zusammenfaltet. Fühl einmal hin. Ich kann jedes Baby verstehen, dass lieber so geboren werden möchte. Es schützt seinen Kopf mit Händen und Füßen und flutscht als Ei viel einfacher den Geburtsweg hinunter. Für die Mama sind BEL-Geburten angenehmer und leichter, verriet mir eine Hausgeburtshebamme aus Belgien, die auch meine Bindungsanalyse-Kollegin ist.

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Nur Babys können intuitiv die richtige Entscheidung für ihre eigene Geburt treffen. Es nimmt seinen sichersten Weg auf die Welt genau wahr. Dies finde ich, ist die wichtigste Botschaft an dich als Mama. Damit du den Weg deines Babys mit deiner Kraft unterstützt und für euch beide das Beste daraus machst - zusammen mit dem Papa.

wenigen Wehen in 2 Stunden und 45 Minuten aus Deinem ersten Zuhause herausgedrückt werden in eine riesengroße fremde Welt. Was fühlt sich da sicherer an? Mit dem Kopf zuerst? Oder mit dem Po? Und das Baby hat möglicherweise auch wahrgenommen, dass seine Mama ruhig einmal lernen darf, dass sie auch mit „bösen“ Ärzten Ihr Ding machen kann.

Damit löste sich der „Protest des Babys“ und die „Fehlleistung“ auf und waren kein psychisches Hindernis mehr für eine sichere gesunde Geburt. Die Mama war in ihrer Mutterschaft auch psychisch angekommen. Sagenhafte 2 Stunden und 45 Minuten dauerte die Geburt mit den Hypnobirthing-Techniken und dem Kontakt zum Baby, den sie in den Geburtsvorbereitungsstunden nach Jenö und Hiddas verinnerlicht hatten. Die Press-Anweisungen der Klinikhebamme hat die Mama einfach ignoriert.

Ich glaube, dass das Baby wusste, wie seine Geburt sein würde. Meine Klientin hat erzählt, dass es einfach und angenehm war. Nur als der Kopf geboren wurde, musste sie sich mehr anstrengen und es tat mehr weh.

Erkennst Du noch einen weiteren Grund, wieso das kleine Baby ganz weise richtig entschieden hatte? Stell Dir einmal vor, Du würdest mit

2016 habt Ihr wundervolle Möglichkeiten, Risiken für Schwangerschaftskomplikationen und schwierige Geburten im Vorfeld zu erkennen und zu über 90 % auszuschalten. „Bindungsanalyse-Babys“ kommen in leichteren und kürzeren Geburten zur Welt. Wir erleben, dass sie sofort ganz geboren sind und weniger als 20 Minuten am Tag schreien. Sie sind tagsüber hellwach und schlafen dafür nachts einige Stunden länger und vergleichsweise schnell ganz durch.

Doris Lenhard Doris ist Systemische Familientherapeutin, Hypnobirthing-Kursleiterin und Bindungsanalytikerin. In ihrer MaBaZ-Praxis in Bonn begleitet sie schwangere Paare und unterstützt Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Paartherapie und erweiterte Biographiearbeit mit der Bindungsanalyse für Erwachsene, die ihre pränatalen Wunden versorgen möchten, gehören ebenfalls zum Praxisangebot. www.fachpraxis-doris-lenhard.de

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Nur Babys kĂśnnen intuitiv die richtige Entscheidung fĂźr ihre eigene Geburt treffen. Es nimmt seinen sichersten Weg auf die Welt genau wahr.

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Akupunktur

Kleiner Piks mit groĂ&#x;er Wirkung 21


Die Akupunktur in der Schwangerschaft erfreut sich in Deutschland schon seit den 90igern immer größerer Beliebtheit. Dank der Ausbildung ‚Akupunktur für Hebammen‘ ist Deutschland eines der Länder in denen diese Methode weit verbreitet ist und somit auch in den Kreißsälen Einzug gehalten hat.

punktur und Akupressur aktivieren wir den Energiefluß in diesen Meridianen.

Anwendung in der Schwangerschaft

Schon in den frühen Wochen bei Übelkeit, Erbrechen und Rückenschmerzen ist Akupunktur eine effektive Methode, um schnell Abhilfe zu Die Traditionelle Chinesische Medizin schaffen. Im Verlauf der Schwanger(TCM) ist eine Jahrtausende alte sehr schaft haben tausende von Schwankomplexe Heilmethode, die weitaus geren im Lauf meiner eigenen Praxis mehr beinhaltet als nur Akupunktur von Behandlungen profitiert, ganz und Nadeln. Tatsächliche haben wir besonders auch bei Wassereinlagehier im Westen oft eine andere Herrungen, Schlafstörungen, Karpaltunnangehensweise als TCM-Therapeunelsyndrom, Blutdruckproblemen ten in China. Normalerweise spielen und zur Positionierung des Kindes, Ernährung, Körperübungen, wie Tai wie auch dem natürliche Drehen des Chi, Qui Gong und Dinge dieser Art Kindes bei Steißlage. eine große Rolle. Die chinesische Medizin beinhaltet komplexes Wissen über Kräuter, Moxa (das Erwärmen von Akupunkturpunkten mit einer Beifusszigarre), Körperübungen und Ernährung, das auf jeden Lebensbereich individuell abgestimmt ist. Wir nutzen hierzulande oft nur einen kleinen Teil, diesen jedoch sehr effektiv. Akupunktur ist fantastisch, da Schwangere in der Schwangerschaft möglichst keine Medikamente nehmen sollten und sie auf natürliche Weise den Körper harmonisiert und reguliert.

Akupunktur wirkt natürlich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf unseren Geist und beeinflusst positiv wie wir uns fühlen. Zu jedem der 5 Elemente Erde, Wasser, Holz, Feuer und Metall gehören Meridiane (Yin und Yang), Stimmungen, Nahrungsmittel und vieles mehr. Während unseres Lebens sowie auch in der Schwangerschaft durchlaufen wir die Elemente in verschieden Zyklen. Du hörst schon, ein Riesenthema und ich liebe es!

Ich möchte dich ermutigen, diese wunderbare Heilmethode zu nutzen, auch schon in den ersten Wochen deiner Schwangerschaft, wenn du Du kannst es dir so vorstellen, dass in unter Übelkeit und Erbrechen leiden unserem Körper verschiedene Enersolltest. giebahnen verlaufen, die Meridiane genannt werden. Mit Hilfe von AkuSehr beliebt ist natürlich auch die

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Geburtsvorbreitende Akupunktur, die von der 36. bis zur 40. Schwangerschaftswoche ein mal wöchentlich durchgeführt wird. In einer groß angelegten Studie in den 90iger Jahren mit mehreren tausend Frauen an 3 Frauenkliniken wurde damals festgestellt, dass die Geburtszeit im Schnitt um ca. 2 Stunden verkürzt werden kann. Akupunktierte Frauen hatten weniger Interventionen und ich habe selbst beobachten dürfen, dass diese Frauen häufig schon mit einem guten Muttermundsbefund in der Klinik ankamen. In meiner Arbeit habe ich auch hervorragende Ergebnisse bei Terminüberschreitungen und natürlich auch unter der Geburt gehabt. Akupunktur ist so vielseitig anwend-

bar. Es gibt sehr wirksame Punkte, um dich während der Geburt, nach der Geburt und natürlich auch im Wochenbett zu unterstützen. Viele kleine oder auch große Störungen können oft mit ein paar Behandlungen gelöst werden. Die Arbeit mit der Chinesischen Medizin seit der Mitte der 90iger Jahre hat meine persönliche Arbeit und das Wohlbefinden vieler Frauen positive beeinflusst. Ich bin dankbar, dass ich dieses Wissen nicht nur für mich selbst, sondern auch zum Wohle von Müttern und ihren Babys einsetzten kann. Erde ich bin, Feuer ich bin, Wasser Luft und Geist ich bin. Ich wünsch dir eine gesunde Schwangerschaft, Geburt und Zeit mit deinem Baby.

JUTTA WOHLRAB Jutta arbeitet seit über 30 Jahren als Hebamme und hat nie aufgehört, sich neuen Methoden, Therapien und Ideen zu öffnen. Sie hat Zusatzausbildungen in Akupunktur und Homöopathie, in Hormon­Yoga und Hypnose. In ihre Arbeit integriert sie Wissen aus der Pflanzenheilkunde, Massagen und vieles mehr. Möchtest auch du etwas für dich und deine Schwangerschaft tun? Du kannst Jutta live in ihren Kursen ‚Happy Birthing Days‘ in Berlin erleben, an ihrem Online­Coaching teilnehmen (englisch) oder ihre ‚Yoga in der Schwangerschaft‘ DVD bei ihr bestellen. www.elementsofbirth.com

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Was steht dir f端r eine positive Geburtserfahrung im Weg? Erfahre was du dagegen tun kannst! - Teil 2 -

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Wie sich der Ort deiner Geburt und die Wahl deiner Geburtsbegleitung auf deine Geburt auswirken Unsere Umgebung - der Ort, an dem wir uns aufhalten, sowie die Menschen, die uns umgeben – hat einen großen Einfluss auf uns und auf unsere emotionale Verfassung, unser Verhalten und unser körperliches Befinden. Das trifft auf uns in unserem täglichen Leben zu genauso wie unter der Geburt.

was dies für unser Gebärverhalten, sowie die Auswahl unseres Geburtsortes und der Geburtsbegleitung bedeutet. Wenn du dir eine positive Geburtserfahrung wünschst, dann solltest du dich Folgendes fragen:

Wo und mit wem wir gebären bestimmt mit am Meisten, ob wir eine positive oder negative Geburtserfahrung machen können. Denn jede gute Vorbereitung auf die Geburt oder jeder Geburtsplan bringen gar nichts, wenn der gebärenden Frau an dem Geburtsort von ihrem Umfeld nicht der Raum gegeben wird, den sie braucht; wenn sie nicht in ihren Bedürfnissen unterstützt wird, wenn sich zu viel eingemischt wird, wenn sie zu oft in ihrem eigenen Tun unterbrochen wird oder wenn zu viele Menschen im Raum sind.

Welche Bedürfnisse hat eine gebärende Frau? Um dies zu verstehen, muss man sich anschauen, wie der physiologische Geburtsvorgang funktioniert und welche Grundvoraussetzungen unser Körper braucht, um reibungslos gebären zu können. Also im Grunde, was unserer Biologie nach in unserem instinktiven Körperverhalten seit jeher gespeichert ist. Daraus können wertvolle Schlüsse gezogen werden,

Welche Umgebung kann während der Geburt hemmend auf mich einwirken? Welche Umgebung kann den ersten Kontakt zwischen mir und meinem Baby störend beeinflussen? Was sind die Strategien, um meine Geburt zu erschweren? Welche Faktoren machen meine Geburt länger, komplizierter und gefährlicher?

Um zu diesen Antworten zu kommen, kann es dir helfen, dir anschauen, welcher Teil deines Gehirns für den Geburtsvorgang zuständig ist. Es ist der primitivste Teil deines Gehirns, der bestimmte Hormone produziert, die deinen Körper anleiten, die genauen Vorgänge während der Geburt zu durchlaufen. Der Geburtsvorgang ist umso leichter, je mehr das andere Hirn, das neue Hirn oder Neokortex, das uns als Mensch ausmacht, in den Hintergrund tritt. Wird es während des Geburtsvorganges aktiv, so wirkt sich dies nur hemmend auf die Aktivität des alten Hirns aus. Kann es aber inaktiv bleiben und das alte Hirn die Vorderhand haben, so bist du von

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allen möglichen Hemmungen befreit. Oft sagt man ja auch, dass eine gebärende Frau den Eindruck macht, als wäre sie auf einem anderen Planeten. Sie hat einen anderen Bewusstseinszustand erreicht. Sie traut sich, laut zu sein, ihre Schließmuskel zu öffnen, zu vergessen, was ihr anerzogen wurde, was kulturell anerkannt ist, was der Anstand verlangt. Will man also eine Geburt länger, schwieriger, schmerzhafter und gefährlicher machen, stimuliert man am Besten den Neokortex, von dem alle Hemmungen ausgehen. Dieser kann durch Licht stimuliert werden oder dadurch, dass man jemandem zuhören soll, der logisch und rational redet oder wenn man sich beobachtet fühlt. Diesen primitiven Teil des Gehirns haben wir mit allen anderen Säugetier-Mamas gemeinsam. Evolution hin oder her, unter der Geburt sind wir wie alle anderen Säugetier-Mamas. Das heißt, unser Körper braucht bestimmte Grundvoraussetzungen, die biologisch tief gespeichert sind. Um zu lernen, was also wichtig für die menschliche Geburt ist, müssen wir uns anschauen wie andere Säugetiere gebären. Und was hier gleich auffällt: trächtige Säugetiere suchen unter der Geburt die Ungestörtheit.

Der Ort für die Geburt Deines Kindes Das trächtige Schaf, normalerweise ein Herdentier, trennt sich zum Bei-

spiel von seiner Schar sobald die Geburt unmittelbar bevorsteht. Die trächtige Katze sucht sich in einer schwer zugänglichen Ecke des Hauses, womöglich in einer Schublade eines alten, vergessenen Schranks einen Platz für die Geburt ihrer Kinder, von dem sie sich sicher sein will, dass dieser nicht aufgefunden wird. Warum verbergen und isolieren sich Säugetiere, um ihre Jungen auf die Welt zu bringen? Es geht nicht darum, sich vor Raubtieren zu schützen, da würde die Gruppe den besten Schutz bieten. Die Weibchen verstecken sich, um sich vor den anderen Mitgliedern der Gruppe zu schützen. Warum zeigt ein Versuch mit Ratten. Hier wurde die Auswirkung der Umgebung auf den Geburtsverlauf sowie die Verhaltensänderung innerhalb der Rattengemeinschaft untersucht. Es zeigte sich, dass die Rattenmutter, die sich nicht in die Ungestörtheit zurückziehen konnte, einen längeren und schwierigeren Geburtsverlauf hatte als die Rattenmutter in der Vergleichsgruppe. Besonders auffallend ist aber das Verhalten der restlichen Rattengemeinschaft: sie reagiert auf die gebärende Ratte in ihrer Mitte mit Überaktivität. So wird die Rattenmutter in ihrer Geburtstätigkeit ununterbrochen gestört. Geburt scheint andere beteiligte Mitglieder einer Gesellschaft nervös und überaktiv zu machen. Gebärende Weibchen brauchen Ungestörtheit, Privatsphäre, Intimität.

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Das Bedürfnis, bei gedämpftem Licht an einem vertrauten Ort und ohne die Anwesenheit von Beobachtern zu gebären, ist bei uns allen gleich und tief in unserer Biologie gespeichert. Natürlich sind wir nicht wie die Tiere. Darauf wird immer gerne bestanden. Aber nachdem unsere große Errungenschaft, der Entwicklung des Neokortex, keine Hilfe für unsere Gebärfähigkeit bietet, sondern im Gegenteil eher hinderlich ist, dürfen wir, wenn es um die Geburt unserer Kinder geht, ruhig von unserem hohen Ross heruntersteigen und uns unter die Säuger mischen. Die ganz klare Botschaft an alle Mütter, die keine positive Geburtserfahrung gemacht haben, heißt demnach: Nein, Dein Körper hat nicht versagt! Dein Muttermund hatte keine Fehlfunktion! Nein, Du hast auch keine Wehenschwäche! Dein Körper hat perfekt funktioniert, weil er sich an sein biologisches Design, an seine Säugetier-Prägung gehalten hat und dein Kind vor einer Gefahr beschützen wollte. Es ist die Weisheit unseres Körpers, der unsere Biologie folgt: wir brauchen Ungestörtheit und Privatsphäre unter der Geburt. Bekommen wir das nicht, so sagt der Körper: ‚Ich fühle mich hier nicht sicher. Hier und heute ist keine sichere Gelegenheit, mein Kind zu bekommen. Ich mache das lieber morgen. Lasst uns nach Hause fahren.‘

Was ist denn dann nun konkret wichtig für den Geburtsort? Der Ort, den man sich für die Geburt seines Kindes aussucht, sollte folgende Eigenschaften mit sich bringen: Privatsphäre, Ungestörtheit, die Möglichkeit, intim zu sein. Also ein vertrauter Raum, möglichst klein, ruhig ein wenig unordentlich (auch meinem Neokortex widerspricht das, aber der hat ja unter der Geburt nix zu melden) und Dunkelheit. Bleibt man also am Besten gleich zu Hause. In der Abstellkammer. Ich hatte wirklich einmal eine Klientin, deren Traumvorstellung es gewesen ist, allein in der Abstellkammer ihr Kind zu bekommen, ohne dass es jemand mitbekommt. Sie meinte, nur so könnte sie sich hemmungslos gehen lassen. Nun, eine Hausgeburt ist nicht für jeden. Sie ist allerdings statistisch gesehen für eine gesunde Frau mit gesundem Kind und unauffälliger Schwangerschaft die sicherste Variante, weil sie eben am Ehesten unserem Bedürfnis nach Ungestörtheit gerecht werden kann. Ich hätte meine beiden Kinder nicht zu Hause auf die Welt gebracht, wenn ich nicht zu 200% davon überzeugt gewesen wäre, dass meine Kinder so am Wenigsten einer Gefahr ausgesetzt werden. Aber ich weiß auch, dass viele meiner Klienten einfach nicht zu Hause Ihr Kind bekommen wollen oder auch

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können, weil es vielleicht besondere medizinische Umstände gibt, die Wohnsituation es nicht erlaubt oder sie keine Hausgeburtshebamme finden können (so weit ist es vielerorts schon in Deutschland). Dann muss man sich überlegen:

ins Krankenhaus, denn mit dieser Person stehen und fallen deine Handlungsspielräume.

Dein Unterstützer-Netzwerk

Wie kann man unsere ureigenen Bedürfnisse auch in einem Krankenhaus erfüllen? Das ist, muss ich ehrlicherweise zugeben, eine echte Herausforderung, aber machbar. Du kannst erst ganz zum Schluss ins Krankenhaus fahren und so lange wie möglich zuhause bleiben. Du machst deinen Partner dafür zuständig, die Rolle eines Beschützers einzunehmen, eine Art Fürsprecher. Will jemand was von dir, muss diese Person erst an ihm vorbei. Du lässt dafür sorgen, dass der Raum so dunkel wie nur möglich bleibt und die Inhalte deiner Kliniktasche im ganzen Raum verteilt werden, um für Unordnung im Geburtszimmer zu sorgen. Du behältst es dir vor, dich mal für eine längere Zeit allein auf der Toilette aufzuhalten und dort die Wellen zu verarbeiten. Auf der Toilette findet man immer Privatsphäre und Ungestörtheit und dein Körper reagiert geburtsfördernd auf dieses Umfeld, denn hier geht es um Ausscheidung. Du gehst nur mit eigener Hebamme

Sich eine eigene Hebamme und/oder Doula für die Geburt zu organisieren, ist einer der wichtigsten Faktoren für eine positive Geburtserfahrung! Ja, auch wenn die hauseigenen Hebammen des Krankenhauses beim Infoabend alle so lieb waren, und ja auch, wenn der Partner das sicher ganz toll machen wird. Gebärende Frauen brauchen eine Vertrauensperson, die sich mit Geburt auskennt (also nicht der Partner!) und die während der Geburt nur Zeit für sie hat und nicht noch drei andere Frauen betreuen muss oder die Frau nach Schichtwechsel einfach im Regen stehen lässt. Eine 1-1 Betreuung durch die eigene Hebamme macht die Geburt um Vieles sicherer! Erst nach Auswahl der Hebamme würde ich schauen, in welches Krankenhaus diese mitgehen kann. Im Idealfall kann sie die erste Geburtsphase zu Hause begleiten und dann bei der Entscheidung helfen, wann die Überfahrt ins Krankenhaus stattfinden soll. Ein altes Sprichwort heißt, eine gute Hebamme ist eine strickende Hebamme. Hier ist wieder der Bezug zu den wichtigen Umfeldfaktoren für eine positive Geburtserfahrung: Ungestörtheit. Eine Hebamme, die

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strickt, ist da, hat aber ihren Fokus auf ihrem Strickwerk und nicht beobachtenderweise auf der gebärenden Frau. Die werdende Mutter bekommt das Gefühl, unter keinem Zeit- oder Erwartungsdruck zu stehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unser Körper perfekt dafür ausgestattet ist, ein Kind auf die Welt zu bringen. Es ist auch so, dass unser Körper immer genau richtig reagiert, es gibt kein Fehlverhalten. Aber wir sind, wie auch in anderen Lebensphasen, von unserer Umwelt und

unserem Umfeld stark beeinflussbar. Es ist wichtig, diese Zusammenhänge genau zu verstehen und dann entsprechend zu handeln. Das kann nur jede werdende Mutter für sich selbst tun. Leider wird es ihr nicht von sich aus geschenkt und es kann einen ganz schönen Mehraufwand bedeuten. Aber dieser wird sich lohnen! Für dich und deine seelische und körperliche Gesundheit, für dein Kind und für deine Partnerschaft.

NINA WINNER Nina arbeitet als Therapeutin, Coach und Mentor mit Kinderwunschklientinnen, schwangeren Frauen und Jungmamas. Bist du bereit, deine Themen ganz genau anzuschauen und wünschst du dir Unterstützung dabei, alle Steine aus dem Weg zu räumen, die dir und deiner positiven Geburtserfahrung im Weg stehen könnten? www.geburt­-und­-mama­-sein.com

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Dein KĂśrper ist perfekt dafĂźr ausgestattet, dein Kind auf die Welt zu bringen.


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DOULA

Die gute Seele an deiner Seite 33


Wenn eine Frau während der Geburt nicht aussieht wie eine Göttin, wird sie von jemandem nicht richtig behandelt. Ina May Gaskin, Hebamme

Diese Aussage hat mich geprägt. Vielleicht mutet der Ausspruch von Ina May Gaskin etwas übertrieben an, für mich trifft sie damit jedoch den Kern meines Bestrebens als Doula. Selbstbestimmt zu gebären, ist eine essentielle Erfahrung, die jede Frau spürbar stärkt. Wie dieser Weg konkret aussieht, entscheidet jede Frau sehr individuell. Die Eine sehnt sich nach einer, interventionsarmen und freien Geburt. Die Andere wünscht sich größtmögliche Sicherheit und medizinische Ausstattung. Doch stets ist es der Wunsch, von achtsamen Menschen umgeben und in Geborgenheit versunken zu gebären, der Frauen nach einer Doula suchen lässt. Vielfältige Bedürfnisse sind es, die an mich herangetragen werden. Gemeinsam mit der Frau und oft auch ihrem Partner einen denkbaren Weg zu finden, ist meine Aufgabe. Eine Doula wird oft als Dienerin der Frau bezeichnet. Dies findet seinen Ursprung in der Übersetzung aus dem Altgriechischen. Ganz gerecht wird diese Bezeichnung dem Tun einer Doula jedoch nicht. Die Doula dient nicht nur. Sie bringt auch neue Aspekte ins Spiel, klärt über

viele Dinge auf und öffnet Horizonte für Alternativen. Sie ermutigt, spendet Trost und gibt Halt. Sie ist keine untergeordnete Dienerin. Vielmehr steht sie der Frau auf Augenhöhe zur Seite und schafft den gebotenen Raum für das intime Ereignis Geburt. Die Doula ist keineswegs eine neue Erscheinung. Dass Gebärende von geburtserfahrenen Frauen begleitet werden, war und ist in sehr vielen Kulturen üblich. Eine Doula führt keine medizinischen Handlungen aus. Sie bewegt sich ganz klar außerhalb des Tätigkeitsfeldes medizinischen Personals. Entscheidest du dich für die Begleitung durch eine Doula, findet das erste Treffen in der Schwangerschaft statt. Der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme kann dabei ganz unterschiedlich sein und vielleicht lernst du mehreren Frauen kennen, um eine gute Entscheidung zu treffen. Nun wird sich zwischen dir und der Doula deiner Wahl ein enges Band spinnen. Die mit deiner Schwangerschaft und Geburt verbundenen Wünsche, Ängste und Hoffnungen finden Platz in euren Gesprächen. Die Doula wird dich dabei in allem unterstützen, ohne ihre eigenen

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Standpunkte oder Sichtweisen herauszustellen. Sie glaubt an dich und deine Handlungskompetenz. Denn du bist schwanger und wirst gebären. Du trägst deine Absichten und Vorstellungen an die Menschen an deinem künftigen Geburtsort heran. Und du bist diejenige, die den Weg kennt. Deine Doula weiß davon und ist bei dir. Sie vertraut in deine Begabung zu gebären und bestärkt dich darin.

Du bist der Mittelpunkt, um den sich alles dreht.

ßigen Anregungen, um den Geburtsverlauf positiv zu beeinflussen. Beim Erstellen eines individuellen Geburtsplanes gibt deine Doula Impulse oder informiert über mögliche Alternativen zur oft üblichen Routine. Auch für den Fall einer Kaiserschnitt-Geburt hält die Doula ein breites Wissen für dich bereit und kann dich sogar im OP unterstützen. Selbst zur Anmeldung in der Klinik würde dich deine Doula begleiten können.

Ab Beginn der Geburt, der ersten Wehen oder ab einem anderen vereinbarten Zeitpunkt weicht sie nicht Auch über praktische Dinge kommt mehr von deiner Seite und ist nur ihr euch behutsam näher und stimmt dir verpflichtet. Sie schenkt deinem euch auf verschiedene Situationen Wohlbefinden viel Beachtung und ein. Ihr könnt Übungen zur Schmerz- umsorgt dich feinfühlig. Sie kümmert linderung ausprobieren oder gemein- sich um elementare Bedürfnisse gesam herausfinden, ob zum Beispiel nauso wie um deine ganz privaten das Tönen als wirksame Methode zur Belange. Der Ort der Geburt spielt Entspannung und Lockerung beieine weniger wichtige Rolle, als die tragen kann. Vielleicht mildert eine Menschen, die die Gebärende umgesanfte Massage schon während der ben. Der liebevolle, einfühlsame PartSchwangerschaft leichte Beschwerner und die, der Frau eng verbundeden und hilft dir womöglich auch ne, Doula schaffen eine warmherzige, während der Geburt. Du entdeckst wohlige und geschützte Atmosphäre. einen passenden Geburtsduft oder geeignete Musik, trägst wohltuende Geburt braucht Intimsphäre und Vertrauen. Dinge und Kraftgegenstände zusammen. Alles Wichtige besprichst du Hebammen, Ärzte oder anderes mit deinem Partner, um dich sacht Klinikpersonal sind sehr darauf beauf die Geburt einzulassen. dacht, genug Zeit und Raum für ein positives Geburtserlebnis zu schaffen. Stück für Stück findet sich, was du für Jede Klinik weiß heute um die Wichtigkeit dieser weichen Rahmenbedindeine Geburtsreise brauchst. gungen. Jedoch sind es trotz allem meist fremde Menschen, auf die Eine Doula verfügt über ein ganzes gebärende Frauen in einer der sensiArsenal an effektiven und zweckmäbelsten Phasen ihres Lebens treffen.

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In der empfindsamen Zeit des Wochenbettes bleibt die Doula deine Vertraute und unterstützt dich neben deiner Hebamme auch weiterhin. Viele Fragen zu den aufregenden Ereignissen rund um die Geburt deines Babys kann sie dir beantworten und dieses überwältigende Erlebnis in Ruhe besprechen. Und auch hier können es wieder ganz praktische Dinge sein, die dir den Start in diesen neuen Lebensabschnitt versüßen. Eine rückbildungsfördernde Bauchmassage, kraftbringende Stillkugeln oder ein Bonding-Bad für dich und dein Baby runden das umfassende Angebot einer Doula ab. Vielleicht überreicht sie dir zum Ende eures gemeinsamen Weges einen ganz persönlichen Geburtsbericht.

eine Doula, die Dauer der Geburt im Durchschnitt um 2 Stunden verkürzt und die Geburt als schmerzärmer empfunden wird. Sie konnten eine Reduzierung der Gaben von Schmerzmitteln um bis zu 50% feststellen. Die Nachfrage nach schmerzstillenden Mitteln sank um 60%, die Kaiserschnittrate fiel um 50%. Auch die Cochrane Collaboration als weltweites unabhängiges Netzwerk aus Ärzten und Wissenschaftlern wertete in 23 Studien die Erfahrungen von 15.288 Frauen „Zur kontinuierlichen Unterstützung für Frauen währen der Geburt“ aus und kam im Review 2012 zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

Ausbildung und Kosten

Trotz derselben Grundidee, arbeitet natürlich jede Doula auf eine andere Weise. So unterschiedlich die Bedürfnisse der Frauen sind, so verschieden sind auch die Angebote der Doulas. Sie verfügen oft über verschiedenste Zusatzqualifikationen und Kompetenzen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und die Entscheidung in Ruhe zu treffen.

Für geburtserfahrene Frauen gibt es die Möglichkeit der Ausbildung und Zertifizierung über den Verein Doulas in Deutschland e.V. Die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit bietet ebenfalls eine umfangreiche Ausbildung zur Doula an. Über diese Institutionen findest du eine Doula in deiner Nähe.

Die Doula aus wissenschaftlicher Sicht

Die Kosten für die Betreuung durch eine Doula werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Höhe variiert von Region zu Region. Viele Doulas stellen Problemen bei der Finanzierung ihrer Leistungen besondere Angebote gegenüber. Ein immer wieder anzutreffender Grundsatz ist, jeder Frau eine solche

Die amerikanischen Ärzte M. H. Klaus, J. H. Kennel und die Psychotherapeutin P. Klaus haben durch wissenschaftliche Studien in den 1970er Jahren belegt, dass die kontinuierliche Geburtsbegleitung durch

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Begleitung zu ermöglichen. Die finanzielle Lage soll hierbei nicht vordergründig oder gar hinderlich sein.

ANJA FREIST Anja ist Mutter von 4 Kindern und arbeitet als Naturpädagogin und Doula. Sie ist Geschäftsführerin einer naturpädagogischen Kita und leitet Seminare der Familienbildung. Seit einigen Jahren begleitet sie Frauen in der Schwangerschaft und während der Geburt. Als Geburtsbegleiterin bietet sie den Frauen emotionale und körperliche Unterstützung und legt den Fokus dabei auf möglichst viel Selbstbestimmung in dieser sensiblen Phase. www.anjafreist.de

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Familienerlebnis GEBURT 38


Nach einer langen, unentspannten und fremdbestimmten ersten Geburt vor 28 Monaten war für mich klar, dass ich das kein zweites Mal auf diese Art erleben möchte. Ich suchte mir eine erfahrene Beleghebamme, welche mich während der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten sollte. Sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es einen Hypnobirthing-Geburtsvorbereitungskurs nach Marie F. Mongan gibt. An fünf Abenden haben mein Mann und ich die Kurse besucht und ich hatte die Möglichkeit, zu lernen wie ich mich tief entspannen kann. In dieser Zeit haben wir uns auch mit der kommenden Geburt auseinander gesetzt. Ich erkannte für mich, dass ich mich dieses Mal wohlfühlen möchte. Wenn es sich ergibt, möchte ich meine Tochter dabei haben sowie auch viel weibliche Energie. Richtig wünschen hilft und so kam es, dass ich diese Geburt mit drei Frauen, meinem Mann und meiner Tochter erleben durfte. Um 00.30 Uhr spürte ich ein stärkeres Ziehen im Unterleib, woraufhin ich um 1.15 Uhr mit regelmässigen Wellen in die Badewanne stieg. Um 2.30 Uhr kamen die Hebamme, die Doula (Kursleiterin) und meine Freundin. Mein Mann hat sich um Jamila gekümmert, sowie auch um die drei Frauen. Ich habe mich dann aufs Sofa gelegt und die Hebamme hat meinen Muttermund abgetastet. Dieser war 2 cm geöffnet als es 2.45 Uhr war. Von da an habe ich mich auf mich konzentriert, zentriert und durfte ganz fest bei mir sein. Ich durfte die Energie um mich herum, das Urvertrauen in mich und die weibliche Kraft im Raum spüren und aufnehmen. Ich fühlte mich sehr im Einklang mit mir selber und konnte die Atmung einfach geschehen lassen. Wenn Anja und ich heute über diesen Moment auf dem Sofa reden, wird uns bewusst, wie nahe wir das Leben gespürt haben, das Wunder oder das Göttliche, egal wie man es nennt. Es war eine tiefe und 39


berührende Begegnung mit dem Ursprung des Lebens. Noch auf dem Sofa liegend wurde mir unangenehm heiss. Ich spürte die Veränderung und habe die Position gewechselt. Im Vierfüsser platze dann um ca. 3.45 Uhr die Fruchtblase und ich bin in die Badewanne. Dann ging alles sehr schnell. Zeitgleich erwachte meine Tochter und wollte zu mir, so hat mein Mann sie mir gebracht. Nun war meine Tochter bei mir in der Badewanne, mein Mann hat uns vom Badewannerand aus umarmt und das Bein gestützt. Die Hebamme hat mich angeleitet, meine Freundin hat das Ganze fotographisch festgehalten und die Doula hat der Hebamme assistiert. Um 4.31 Uhr war Ayana bei uns. Dieser Text wurde mit Hilfe von Anja verfasst, weil ich in diesen Stunden weder Raum, noch Zeit, noch Schmerzen wahrgenommen habe. Einzelne Frequenzen vom Ganzen sind geblieben, meine Erinnerung ist vorallem eine rundum stimmige Ankunft meiner Tochter. Ich durfte sie rausatmen und gesund in Empfang nehmen, in einer Umgebung, in der ich mich geborgen und sicher gefühlt habe. Die Entscheidung meine Tochter mit Hypnobirthing zu Hause zu gebären, war die richtige für uns. Céline

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Von da an habe ich mich auf mich konzentriert, zentriert und durfte ganz fest bei mir sein. Ich durfte die Energie um mich herum, das Urvertrauen in mich und die weibliche Kraft im Raum sp端ren und aufnehmen. Ich f端hlte mich sehr im Einklang mit mir selber und konnte die Atmung einfach geschehen lassen.

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Bonding

Ein Band f端rs Leben wird gewoben

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Alle Menschen haben ein tiefgehendes Bedürfnis nach körperlicher und emotionaler Nähe. Haben sie von Beginn ihres Lebens an Liebe, Nähe, Achtsamkeit und Feinfühligkeit von ihrem Umfeld erfahren, wurde ihnen damit der Weg geebnet, sich im Leben sicher zu fühlen, sich und anderen zu vertrauen, Gefühle zu äußern, Nähe zuzulassen, empathisch auf andere Menschen zu reagieren, um nur einige Beispiele zu nennen.

ersten, zarten Bewegungen im Mutterleib ein starkes Bindungsgefühl zum Vorschein. Ebenso gibt es Frauen, die keine Glücksgefühle aufgrund der Schwangerschaft und dem wachsenden Leben in sich hegen. Die nicht begreifen können oder wollen, dass ein Kind in ihnen aufwächst und vielleicht die ersten Glücksgefühle erst entwickeln, wenn sie ihr Baby in den Armen halten. Spätestens wenn sie ihr Baby in den Armen halten, sehen und riechen, wird die erste Bindung zwischen Mutter und Kind aufgebaut.

Doch ab wann entsteht Bindung? Wie kann die Mutter-Kind Bindung aufgebaut, gefördert, erhalten werden? Bereits mit Beginn der Schwangerschaft kann zwischen der Mutter und dem Ungeborenen die erste kleine Bindungssaat gepflanzt werden. Hatte die werdende Mutter einen starken Kinderwunsch, der nun endlich in Erfüllung geht, kann schon der sichtbare Streifen auf dem Schwangerschaftstest, zu einer Ausschüttung von Glückshormonen führen. Gedanken an das wachsende Leben im eigenen Körper können die ersten zarten Bande der Mutter-Kind Beziehung bilden. Mütter, die ungeplant schwanger werden, sind vielleicht erst einmal überrascht, geschockt und verdrängen das Wissen um die Schwangerschaft ggf. kurzzeitig. Doch oftmals kommt mit den ersten körperlichen Veränderungen, dem ersten Ultraschall, dem Blick auf ein kleines schlagendes Herz oder auch mit den

Der Bindungsbeginn kann wie beschrieben individuell zeitlich sehr verschieden sein und nicht erzwungen, jedoch bereits in der Schwangerschaft gefördert werden. Wichtig zu wissen ist, dass nicht nur die Mutter-Kind Bindung, sondern ebenfalls die Vater-Kind Bindung oder Geschwister-Kind Bindung in dieser Zeit bereits beginnen kann. Auch das Ungeborene ist bereits in der Schwangerschaft in der Lage Stimmungen und Bewegungen zu erfühlen, Stimmen zu hören und Kontakt zur Welt außerhalb aufzunehmen. Wird z.B. auf seine Bewegungen reagiert, wird sein Kontaktbedürfnis bedient und Bindung aufgebaut. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr ist ein Baby in der Lage zu hören, Emotionen der Mutter zu fühlen u.v.m. Wenn du die Bindung zu deinem Kind bereits in der Schwangerschaft

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intensivieren möchtest, gibt es viele Möglichkeiten dies zu tun. Wichtig ist, dir deine Schwangerschaft und das wachsende Leben in deinem Bauch bewusst zu machen. Nimm dir Zeit und gönne dir Ruhe, um in dich hinein zu spüren. Beobachte die Veränderungen an deinem Körper und mache dir bewusst, dass dieser sich auf die Ankunft deines Babys vorbereitet. Jede Berührung deines Körpers und vor allem wachsenden Bauches, auch wenn du dein Kind noch nicht spürst, tut Euch beiden gut. Hormone wie Oxytocin, das Bindungshormon oder auch Glückshormone wie Endorphin werden so ausgeschüttet. Auch leichte Massagen durch deinen Partner unterstützen dies und fördern so auch die Bindung von Vater und Kind.

Stimmen der Eltern und Geschwister dem Baby von Tag zu Tag mehr bekannt sind. Auch Musik dringt zu deinem Baby durch. Wenn du einmal auf einem Konzert bist, wird es seine Freude oder auch den Unmut darüber vielleicht durch Tritte zeigen. Dies sind nur einige Beispiele wie die erste Bindung in der Schwangerschaft stattfinden kann.

Wie wird die Bindung mit dem Ankommen Deines Babys auf der Welt gefördert?

Der Moment, an dem du dein Baby auf die Brust gelegt bekommst, ist einzigartig. Gemeinsam habt Ihr den Geburtsvorgang durchlebt und seht Euch nun das erste Mal. Unabhängig davon wie und in welcher Form die Geburt verlaufen ist, ist es für das erste Bonding nach der Geburt sehr Je öfter du das Ungeborene in deiwichtig, dass Ihr möglichst schnell nem Bauch visualisierst, desto mehr Hautkontakt bekommt, dass du dein nimmst du auch emotional Kontakt Baby in den Armen halten kannst, Ihr zu ihm auf. Stell dir vor wie es in dir Euch sehen, riechen, spüren könnt. wächst, sich dreht, auf deine AktiviNun braucht es Ruhe, Zeit, Ungetäten reagiert, deine Herztöne wahrstörtsein und viel Kuscheln, damit Ihr nimmt, durch deine Bewegungen gegemeinsam ankommen könnt und schaukelt und auch beruhigt wird. Je auch der erste Stillversuch ermöglicht öfter du dies bewusst wahrnimmst, wird. Je weniger ihr dabei gestört desto mehr baut sich die Bindung zu werdet, je mehr Zeit ihr gemeinsam deinem Kind auf. habt, desto näher werdet Ihr Euch kommen. Man liest immer wieder, dass Babys auf Töne reagieren. Bereits im 2.ten Auch bei einem Kaiserschnitt ist in Trimester können sie hören und mit vielen Fällen der schnelle HautkonFortschreiten der Schwangerschaft takt möglich. Wenn du weißt, dass auf Töne reagieren. Du, Dein Partner dein Kind per Kaiserschnitt auf die oder auch das erwartungsfreudige Welt kommen wird, dann kannst du Geschwisterchen könnt mit dem dir vorbereitend ein Bondingtop Ungeborenen sprechen, so dass die

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besorgen. Dies kann über die Brust gezogen werden und sobald dein Baby da ist, das Kind darunter gelegt werden. So brauchst du keine Angst haben, dass es verrutscht, falls du es noch nicht so gut halten kannst, es hat es kuschelig warm und Ihr habt direkten Körperkontakt. Als Alternative geht natürlich auch z.B. ein Bauchband aus deiner Schwangerschaft oder einfach ein warmes Tuch, welches über euch gelegt wird. Falls dein Baby aufgrund einer besonderen Situation räumlich von dir getrennt wird, mach dir keine Sorgen, die Bindung kann auch einige Zeit später noch aufgebaut werden.

de dürfen nun ganz in Ruhe kuscheln. Dies sollte auf jeden Fall durch eine erfahrene Person z.B. deine Hebamme, Doula oder Traumatherapeutin begleitet werden, da dies sehr emotional sein kann.

Kinder sind Traglinge. Schon im Bauch wurden sie durch deine Bewegungen geschaukelt und damit beruhigt. In einem Tuch oder einer Babytrage fühlen sich Babys sicher und werden durch eure Bewegungen sanft beruhigt. Auch hier kann es dich riechen, deinen Herzschlag hören, eine wunderschöne Art euch zu binden. Das Tragen ist auch eine wundervolle Bindung für Vater und Kind. Gerade wenn du im Wochenbett erschöpft bist, ist dies für dich eine wunderbare Entlastung und Vater und Kind haben Zeit und Nähe für sich.

Bei Frühchen hilft zum Bindungsaufbau das sogenannte Känguruhen. Das Baby wird auf dich oder deinen Partner gelegt (dies ist auch mit Atemhilfen und ähnlichem) möglich und ihr kuschelt Haut an Haut. Das Baby hört so Eure Herztöne, kann Ein Privileg der Mama ist das Stillen, welches euch riechen, wird gewärmt und ihr sehr bindungsfördernd ist. könnt stundenlang kuscheln. Dies hat nachweislich für das Frühchen eine sehr beruhigende und stabilisierende Bereits ab der Geburt kann gestillt werden. Auch wenn du noch keinen Wirkung. Milcheinschuss hattest, wird dein Baby bei engem Hautkontakt und Bei einer schlechten Geburtserfahrung kann ein heilendes Bonding Bad wenn Ihr nicht gestört werdet, nach kurzer Zeit von selbst beginnen, an helfen. Hierbei wird die Geburt für deine Brust zu krabbeln und versuMutter und Kind auf eine sanfte Art und in Form eines Bades noch einmal chen an deiner Brust zu saugen. Der sogenannte Breast Crawl ist ein wunnachempfunden. Die Mutter liegt mit nackter Brust warm zugedeckt im derbares Instrument der Natur, bei dem durch Kontaktflächen zwischen Bett und bekommt, sobald sie signalisiert, dass es für sie gut ist, ihr für Mutter und Kind, die natürlichen Reflexe des Kindes aktiviert werden und wenige Minuten zu Wasser gelassees tatsächlich in der Lage ist, weitestnes Kind auf den Bauch gelegt. Bei-

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Wundervoll für Mama, Papa und Kind sind abgesehen von den Kuscheleinheiten und dem Tragen auch Massagen. Die Babymassage hilft euch aufeinander einzugehen, achtsam miteinander zu sein, euch zu entdecken und körperlich sehr nah zu sein.

gehend selbstständig an deine Brust zu robben. Ein wundervoller Start für eure Stillbeziehung. Auch wenn das Stillen nicht auf Anhieb klappt, lass dich dadurch nicht verunsichern und lege dein Baby immer wieder an, so viel ihr mögt. Irgendwann wird es vom Kuscheln auf das Stillen übergehen und das Stillen wird sich einspielen. Ihr müsst es beide lernen und werdet eine wunderbare Bindung eingehen. Bist du eine Mutter, die nicht stillen kann oder mag, mache dir keine Sorgen. Auch zugewandtes Füttern, in dem du Augenkontakt mit deinem Baby hast, auf seine Signale reagierst und Ihr euch körperlich nahe seid, also das Kind in deinem Arm liegt, ist der Bindung sehr förderlich. Dies kann dann auch dein Partner übernehmen und so die Bindung zu seinem Kind immer mehr aufbauen.

Du siehst, es gibt viele Wege und Möglichkeiten, um eine sichere Mutter-Kind/Vater-Kind Bindung aufzubauen. Einige werden für dich interessant und anwendbar sein, andere nicht. Welchen Weg ihr als Familie auch wählt, euer Weg ist der für euch richtige. Am wichtigsten ist es, achtsam miteinander zu sein, sich Zeit zu geben und in aller Ruhe gemeinsam im Familienleben anzukommen. Für diesen Weg wünsche ich Euch alles Gute.

INGA SARRAZIN Inga ist Mama von Zwillingen und Mitgründerin von maternita Schwangerschafts-Concierge und Baby Planner in Berlin. Sie begleitet werdende und wachsende Familien durch die Zeit der Schwangerschaft und erstem Jahr mit Baby. Dabei gibt sie organisatorische Hilfestellungen, vermittelt Informationen rund um Schwangerschaft und Baby, übernimmt Aufgaben und schafft somit Entlastung. Als AFS Stillberaterin bietet sie zudem Stillberatung vor allem für Zwillingsmütter an. Ob persönlichen Begleitung, Teilnahme an ihren Workshops oder Stillberatung, auf www.maternita.de erhaltet ihr mehr Informationen.

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Babymassage

Babys mit liebevoller BerĂźhrung willkommen heiĂ&#x;en 49


Berührt, gestreichelt und massiert werden, das ist Nahrung für das Kind. Nahrung, die genauso wichtig ist wie Mineralien, Vitamine und Proteine. Nahrung, die Liebe ist. Frédéric Leboyér

Die Babymassage ist vielen Eltern ein Begriff. Sie haben schon mal gehört, dass man mit einfachen Griffen Bauchschmerzen effektiv lindern oder den Babys damit helfen kann, zur Ruhe zu kommen.

tig machen zu wollen, dass es irgendwie nie den richtigen Zeitpunkt dafür gab und der Spaß oftmals schneller vorüber war als er begonnen hatte.

Mir wurde es zum Anliegen Müttern und Kindern einen gemütlichen und Prinzipiell ist die Babymassage nichts kuscheligen Ort für das Erlernen der Neues. In Indien wird mit der BaBabymassage an zu bieten. Wo alles bymassage gleich nach der Geburt vor Ort ist, was es dafür braucht und begonnen. Auch die Mamas kommen auch die Mütter zur Ruhe und Entin den Genuss dieser alten Tradition spannung finden können. Ein kleiner von wohltuenden Ölmassagen. Ihre Traum, der in unserem Familienzengesundheitsfördernde und wohltutrum wahr wurde. Mir ist es wichtig, ende Wirkung ist in vielen Büchern dass die Eltern die Einfachheit der beschrieben. So manche Klinik setzt Anwendung und ihre Wohltat für die die Babymassage erfolgreich bei kleinen Erdenbürger spüren können. Früh- und Neugeborenen ein. Die Babymassage als Ritual hilft dem Die Grundlagen der Babymassage Baby beim Ankommen, stark werden sind in Babymassagekursen leicht zu und sich wohl zu fühlen. Babys spreerlernen. Der Fluss der Berührung chen noch nicht mit Worten, sie spregeht schnell in einen automatisierten chen mit ihrem Körper, ihrer Mimik Ablauf über und die Eltern können und Gestik und vor allem mit ihrem die Babymassage ganz leicht intutiv Herzen. Und wenn Eltern ihre Babys zu Hause anwenden. sanft massieren, dann sprechen auch sie durch ihre sanfte Berührungen Ich kann mich noch gut erinnern als mit ihrem Herzen zum Kind. In einer ich mit unserem ersten Sohn in eiSprache die das Baby versteht, aufnem Babymassagekurs saß und das nimmt und die es nährt. Ein Gefühl gelernte Wissen zu Hause anwenden von Verbundenheit, Vertrautheit und wollte. Ich war so bedacht alles richGeborgenheit kann entstehen.

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Welcome Baby Blessing... ist ein kleines Ritual, das du gut in euren Alltag einfließen lassen kannst. Nimm es als ein Geschenk der Wertschätzung an dich und dein Baby. Denn du und dein Baby, ihr habt eine weite und wichtige Reise hinter euch, die Schwangerschaft und die Geburt. Eine Zeit der intensiven Nähe und des intensiven Austausches. Nimm dir auch jetzt bewusst Zeit dafür, das Band der Liebe und Verbundenheit mit sanfter Berührung weiter zu stärken. Suche dir einen angenehmen Platz für euch beide, an dem ihr euch wohl fühlt und es warm habt. Das Baby kann vor dir und zwischen deinen Beinen auf einer Unterlage liegen. Das *welcome-baby-blessing* kann sowohl im nackten als auch im bekleideten Zustand stattfinden. Je nach Gemütslage und Behagen des Kindes. Wenn du nackt massieren willst, dann verwende noch zusätzlich hochwertiges Mandelöl. Das fördert den Berührungsfluss und ist sehr angenehm. Bitte lege all deinen Schmuck ab und schalte alle Störquellen aus. Genieße diese stille und kostbare Zeit und komm ganz in das Hier und Jetzt. Nimm dazu einige Atemzüge und komm bewusst in Kontakt mit deinem Körper. Spüre dich! Du bist diese wundervolle Frau, die dieses wundervolle Baby geboren hat. Schenk dir selbst ein inneres Lächeln. Wende dich dann deinem Baby zu, nimm Blickkontakt zu ihm auf und lade es somit ein, mit dir in Kontakt zu treten. Bitte es um Zustimmung der Berührung und lege dann deine Hand auf sein Bäuchlein oder seine Füßchen. Spüre nun langsam wie sich euer Atem verbindet und ihr euch aufeinander einschwingt. Lass nun über deine Hände die Liebe fließen, die du für dein Baby empfindest und die euer Band über Raum und Zeit hält. Spüre wie sich in dir Worte bilden, die dein Baby willkommen heißen und es segnen wie z.B. „Schön, dass du in unserer Mitte bist, mögest du immer meine Liebe spüren.“, „Du bist einzigartig und an diese Einzigartigkeit mag ich mich immer erinnern. Ich liebe dich.“ Dein individueller Segensgruß begleitet nun sanfte Streichungen. Beides lädt dein Baby ein ganz in seinem Körper Platz zu nehmen und sich willkommen und angenommen zu fühlen. Streiche nun sanft und mit der ganzen Handfläche vom Bauch zu den Füßen. Wenn du bei den Füßen angekommen bist, dann halte bitte einen kurzen Mo-


ment inne und wiederhole diese Streichung einige Male. Als nächstes lass deine Hände zu den Schultern des Babys wandern. Lege dann eine Hand links und eine Hand rechts ab und spüre wieder eure Verbindung. Danach lässt du langsam, leicht und sanft deine Hände von den Schultern über den Brustkorb und die Füße gleiten. Mache wieder eine kurze Pause bei den Füßen und wiederhole die Streichung. Anschließend wandere mit deinen Händen zum Kopf des Babys und umhülle es sanft mit deinen Handflächen. Verbinde dich wieder bewusst mit ihm und lass erneut deine Hände über seinen Körper gleiten, vom Kopf über die Schultern, den Brustkorb und die Beine. Wiederhole auch diese Streichung einige Male. Diese sanfte Berührung verbindet das Kind mit seinem Körper – oben mit unten – von Kopf bis zum Fuß. Eine Erfahrung, die sehr tief gehen kann. Babys können sich durch die Berührung auch an die Geburt erinnert fühlen und Spannungen entladen und zu weinen beginnen. Mach eine Pause und gib deinem Baby Raum, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Es wird danach wieder zu Ruhe und Entspannung finden. Hab Vertrauen. Zum Abschluss erdest du dein Baby nochmals, indem du mit einer Hand seine Fußsohle hältst und mit der anderen sein Füßchen umhüllst. Dabei atmest du einige Male tief durch und zum Baby hin. Dasselbe wiederhole beim anderen Fuß. Du schenkst deinem Baby damit Kraft, Mut und Zuversicht. In diesem Sinne wünsche ich dir und deinem Baby viel Freude mit dem *welcome-baby-blessing*. Als dass es euer Zusammensein und eure Beziehung bereichert. KARINA BARTHOLICH Karina begleitet werdende Eltern ab Beginn der Schwangerschaft bzw. des Kinderwunsches bis ins Kleinkindalter und darüber hinaus. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Ver-Bindung von Mutter bzw. Vater und Kind. Sei es durch die vorgeburtliche Bindungsförderung mit der Bindungsanalyse, der nachgeburtlichen Bindungsförderung mit der Babymassage oder in Form von Einzelbegleitungen nach schwierigen Geburten oder bei Schrei-, Schlaf-, Still-, und Fütterproblemen. www.babysprechstunde.at

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WE ARE SISTERS We are sisters on a journey, singing now as one Shining through the darkest night. The healing has begun, begun, The healing has begun. We are sisters on a journey, shining now as one. Remembering the ancient one, The women and the wisdom. The women and the wisdom. We are sisters on a journey, watching life unfold Sharing warmth of heart and hands. The knowledge of the old, the old The knowledge of the old. We are sisters on a journey, standing at the door. Remembering what passed long ago. Let‘s turn the key once more, once more. Let‘s turn the key once more.

Marlena Fontenay

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Du hast

eine Botschaft

und möchtest gern in einer der kommenden Ausgaben einen Artikel veröffentlichen? Oder du hast

eine schöne Geburt erlebt

und möchtest gern werdende Mütter an deiner Geburtserfahrung teilhaben lassen? Ich freue mich auf deine Email: patricia@thebirthjourney.de BILDNACHWEIS Adobe Stock: Seite 4/5 - 11 - 12/13 - 20/21 - 24/25 - 42/43 - 48/49 - 53 - 55 Shutterstock: 32/33 Stocksy: 1 - 24/25

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Herausgeberin Kugelrund Verlag UG Patricia Bargenda

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Kontakt Dorfstrasse 1 19357 Dambeck patricia@thebirthjourney.de www.thebirthjourney.de

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Die n채chste Ausgabe erscheint am 11. April

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The Birth Journey 2  
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