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the birth journey Nummer 3

8 Der weibliche Zyklus Eine Seele einladen Rituale Frauenkreise Wendepunkt Geburt Kolostrum

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Der Frühling ist da! Und ganz bestimmt freust du dich darüber so sehr wie ich. Es ist doch wirklich spannend mit dem Frühling. Es gibt so viele Dinge, da gehen die Meinungen auseinander. Mag ich lieber den Sommer oder den Winter. Lakritze ist lecker oder geht gar nicht. Bei Sushi scheiden sich die Geister. Aber die Ankunft des Frühlings, da sind sich wohl alle einig. Keine andere Jahreszeit wird so herbeigesehnt. Wir sind so eng verbunden mit der Natur. Wir können so viel von ihr lernen, wenn wir nur beobachten. Jede Jahreszeit hat eine eigene Qualität. Und von dieser sind wir nicht losgelöst. Sie beeinflusst uns wie auch der Mondzyklus, der Wechsel von Tag und Nacht und andere Zyklen. Der Winter ist die Jahreszeit des Rückzugs. Nicht selten fahren die Gefühle Achterbahn, denn in diesen dunklen Tagen zeigen sich oft die schweren Lebensthemen. Wir brauchen viel Ruhe, um diesen Themen Raum zu geben und loszulassen. Der Frühling ist ein Neubeginn. Die helle, schöpferische Zeit des Jahres wartet auf uns. Die Zeit, in der wir in allen Farben blühen dürfen und Neues erschaffen. Das Bezauberndste, was wir als Frauen erschaffen können, ist ein NEUES LEBEN. Nutze diese wundervolle Energie des Frühlings für dich. Geh raus in die Natur. Verbinde dich mit ihr. Du bist ein Teil von ihr. Sieh zu wie alles ganz selbstverständlich wächst und du kannst erkennen, welche Magie darin - und auch in dir - liegt.

Von Herzen alles Liebe für dich!

Patricia


In dieser Ausgabe Die Reise des Lebens 4 Der weibliche Zyklus 10 Eine Seele einladen 14 Wie deine Gedanken deine Geburt beinflussen 22 Frauenkreise 28 Bless the way 32 Ein Einhorn namens Geburt 38 Wendepunkt Geburt 50 Kolostrum 54

Die WUNDERVOLLEN BILDER auf den Seiten 19, 25 und 46 wurden zur Verf端gung gestellt von MAXI und STRIEZ von WUNDERNEUN, einem fabelhaften Duo aus einer Bodypainterin und Fotografin. www.wunderneun.de


DIE

Reise DES

Lebens

Veränderungen gehören zum Leben. Wie monoton und langweilig wäre es sonst auch. Wir tauchen immer wieder ein in neue Abschnitte. Der Schulabschluß, ein neuer Job, eine neue Liebe, eine neue Stadt. Die Basis unserer Lebensreise übersehen wir heutzutage oft. Dabei hat jede Etappe so besondere Geschenke für uns. Ich möchte dich einladen, das große Ganze deiner Lebensreise wieder wahrzunehmen.


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INSPIRATION


Jede von uns wurde als Tochter geboren. Das ist der erste Abschnitt unserer Reise. Wenn wir dann bereit sind, selbst einem Kind das Leben zu schenken, sind wir nicht mehr allein Tochter, sondern werden selbst zur Mutter. Ein ganz neuer Abschnitt mit wundervollen Möglichkeiten beginnt für uns. Auch unsere eigenen Mütter reisen weiter. Sie werden zur Großmutter.

Tochter - Mutter - Grossmutter Halte kurz inne. Schau dir an, wo du stehst auf dieser Lebensreise. Lege deine Hände auf dein Herz. Atme tiefe, entspannende Atemzüge. Nimm dich wahr. Nimm dein Leben wahr. Sieh dich als Mädchen, als Frau, als Mutter, als Großmutter. Sieh den ganzen Weg mit all seinen Etappen vor dir.

Sieh das große Ganze.

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INSPIRATION SIEH, WO DU JETZT GERADE STEHST.

Wie fühlt sich deine Reise an? Was siehst du? Was erkennst du? Was spürst du? Nimm dir Zeit, deinen Weg zu sehen und ihn zu spüren. Erkenne, welche Wandlung in dir geschieht. Erkenne, welche Wege sich dir zeigen. Erkenne, wer du bist und was dir entspricht.

Gehe deinen Weg, der sich dir immer klarer zeigen wird. Erwarte nicht, dass dieser Weg geradlinig verläuft. Sei offen für Impulse, die sich auf deiner Reise zeigen. Wähle die Pfade, die dein Inneres anziehen und die in dir

Freude, Zuversicht und Vertrauen

erwecken.

Habe im Gepäck, was dir wichtig ist. Nimm mit, was dich wachsen lässt. Schaue immer wieder in dein Gepäck. Lass los, was deinen Weg schwer macht.

Ich wünsche dir eine Reise, auf der du die Schätze deines Lebens entdeckst!

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Sieh das


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groĂ&#x;e Ganze


Der weibliche Zyklus Wie das Wissen über unseren Körper uns mehr Selbstvertrauen schenkt

Durch das Internet ist Wissen heutzutage sehr leicht zugänglich geworden. Wir können alles Mögliche googlen, bloggen und posten, aber über den weiblichen Zyklus wissen viele Frauen kaum etwas. In der Schule lernen wir, dass der Zyklus 28 Tage haben muss und der Eisprung am 14. Tag erfolgt. Vergleichen wir das mit unseren eigenen Erfahrungen, sind wir verwirrt. SEITE 10

Wenn unser Körper eine Maschine wäre, würde er ja vielleicht so funktionieren.

Aber dadurch, dass wir eben keine Maschine sind, müssen wir verstehen lernen, dass alles Lebendige auch Schwankungen unterworfen ist.


In den Lehrbüchern steht, dass der Eisprung 14 Tage nach der Blutung erfolgt. Das ist aber nicht korrekt!

Der Eisprung erfolgt 12 bis 16 Tage VOR der nächsten Blutung. Es ist unmöglich im Vorhinein zu sagen, wann der Eisprung stattfinden wird. Dies kann man aber erst rückwirkend feststellen, wenn wir wissen wie lange der Zyklus tatsächlich gedauert hat. An Beispielen kann gut erklärt werden, dass der Eisprung - abhängig von der Zykluslänge - zu verschiedenen Zeiten stattfindet: Zykluslänge: 35 Tage

- 35 minus 12 bis 16 Tage Der Eisprung hat zwischen dem 19. und dem 23. Tag stattgefunden Zykluslänge: 26 Tage

- 26 minus 12 bis 16 Tage Der Eisprung hat zwischen dem 10. und dem 14. Tag stattgefunden

Der Eisprung kann natürlich schon am 14. Zyklustag erfolgen, aber dadurch, dass wir im Vorhinein nicht wissen können, wie lange der Zyklus genau dauern wird, darf der Eisprung nicht immer am 14. Tag angenommen werden. Viele Frauen haben einen regelmäßigen Zyklus. Dadurch werden wir verleitet, den Eisprung immer zur selben Zeit zu vermuten. Wenn der Zyklus aber plötzlich länger oder kürzer ist als üblich, hat auch der Eisprung zu einer anderen Zeit stattgefunden. Grund dafür sind die Hormone Östrogen und Progesteron, die den Zyklus steuern. In der nächsten Ausgabe gehe ich genauer darauf ein. Unser Körper sagt uns so viel. Er sagt uns, ob wir hungrig oder durstig sind. Er sagt uns, wann wir auf die Toilette müssen. Und er sagt uns auch, wann wir fruchtbar sind und wann nicht. Dieses Wissen kann helfen. Denn die Frau kann so selbst herausfinden, was in ihrem Körper vorgeht. Sie ist weniger abhängig von außen und kann Entscheidungen auf einer besseren Basis treffen.

Die Sprache des Körpers ist leicht zu lernen. Jemand muss uns nur sagen, worauf wir achten sollen.

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Gerade in der jetzigen Zeit, die sehr schnelllebig ist, sind vor allem Frauen vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Das ist der Grund, warum der Zyklus nicht immer 28 Tage hat. Wichtig zu wissen ist, dass der Zyklus auch gar nicht immer 28 Tage haben muss. Wir können gesund und fruchtbar sein mit Zyklen, die 22 bis zu mehr als 40 Tage haben.

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Im Folgenden möchte ich an vier Beispielen zeigen, wie wir Frauen davon profitieren, wenn wir unseren weiblichen Körper und unseren Zyklus besser kennenlernen. Schwanger werden In der heutigen Zeit ist es manchmal schwierig geworden, schwanger zu werden. Wenn es nicht gleich klappt, wird vielleicht eine App zu Rate gezogen, um herauszufinden, wann die fruchtbaren Tage sind. Solche Apps funktionieren auf Rechenmethoden, die allerdings die tatsächlichen fruchtbaren Tage nicht wissen können, da jeder Zyklus verschieden ist. In einem Zyklus ist die fruchtbare Phase vielleicht um den 14. Tag herum, im nächsten jedoch um den 25. Tag herum. Eine App kann diese Schwankungen nicht korrekt interpretieren. Eine Frau schon, wenn sie die Zeichen der Fruchtbarkeit kennt. Wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt werden häufig Fruchtbarkeitskliniken aufgesucht. Das kann das Paar sowohl emotional als auch finanziell sehr belasten. Wir fixieren uns heutzutage so sehr auf Technik und Maschinen. Selten weist uns jemand darauf hin, dass unser Körper uns alles sagt, was wir wissen müssen. Es sind 3 einfache Dinge, die sich eine Frau anschauen kann, um herSEITE 12

auszufinden, wann sie fruchtbar ist. Dazu gehört die Aufwachtemperatur, der Zervixschleim (Absonderung vom Gebärmutterhals) und/oder der Muttermund. In dem kleinen Buch „Natürliche Empfängnisregelung; Die sympto-thermale Methode – Der Partnerschaftliche Weg“ von Prof. Dr. med. Josef Rötzer, Elisabeth Rötzer (ISBN 978-3451-30629-7) sind die Zeichen der Fruchtbarkeit in einfachen Worten erklärt. Richtige Berechnung des Geburtstermins Der Geburtstermin des Babys kann nur korrekt berechnet werden, wenn die Frau Temperaturaufzeichnungen hat, weil der Eisprung auch (sehr) spät im Zyklus stattfinden kann. Wenn es keine Temperaturaufzeichnungen gibt, wird davon ausgegangen, dass der Eisprung am 14. Tag stattgefunden hat. Wenn der Eisprung allerdings nicht an diesem Zyklustag stattgefunden haben sollte - und das kommt oft vor - kommt es häufig zu künstlich eingeleiteten Frühgeburten. Eine Schwangerschaft dauert zwischen 260 und 268 Tagen (+/- 8 Tage). Die korrekte Berechnung des Geburtstermins erfolgt so: Tag mit Schleimhöhepunkt oder der 2. Tag vor dem Anstieg der Temperatur oder Tag der Zeugung (auf Basis von Aufzeichnungen) minus 7 Tage, plus 9 Monate


Tag mit Schleimhöhepunkt: 15. Februar 15. Februar - 7 Tage + 9 Monate = 8. November Wenn du gerade schwanger bist und keine Temperaturaufzeichnungen hast, bitte denke daran, dass das Baby in der 40. Woche vielleicht noch nicht ganz ausgebacken ist. Er oder sie meldet sich sicher, wenn es Zeit ist, auf diese Welt zu kommen. Vermeiden, schwanger zu werden Viele Frauen wollen nicht mehr mit Hormonen verhüten, nachdem sie ein Baby bekommen haben. Sie haben den Unterschied kennengelernt, wenn man von künstlichen Hormonen beeinflusst wird. Obwohl Wissen so leicht zugänglich ist, scheint es, dass natürliche Verhütungsmethoden ein Geheimnis sind. Aber wenn man die Zeichen der Fruchtbarkeit kennt und man in dieser Zeit auf Sex verzichtet, kann eine ungewollte Schwangerschaft vermieden werden. Um eine Schwangerschaft mit höchster Wahrscheinlichkeit zu vermeiden, müssen ein paar Regeln

eingehalten werden. Welche das genau sind, werden ebenfalls in dem oben erwähnten Buch erklärt. Absonderungen aus der Scheide Absonderungen aus der Scheide werden häufig falsch interpretiert. Man spricht gerne von Ausfluss oder Weißfluss, also etwas krankhaftem. Absonderungen aus der Scheide sind aber keineswegs immer krankhaft. Ganz im Gegenteil! Oft handelt es sich dabei um den sogenannten Zervixschleim. Der Zervixschleim wird in der fruchtbaren Phase vermehrt und verflüssigt im Gebärmutterhals gebildet (der lateinische Name für Gebärmutterhals ist Zervix). Wir können uns freuen, dass uns der Körper ein Zeichen gibt, dass alles funktioniert, wie es funktionieren soll und dass wir fruchtbar sind. In der nächsten Ausgabe erkläre ich, wie der Zyklus wirklich funktioniert, wie die Hormone den Zyklus steuern und wie sich die Zeichen, die wir beobachten können in der fruchtbaren und unfruchtbaren Phase ändern.

Angelika Leibnitz Angelika ist eine Biologin aus Österreich. Sie hat sich viel mit dem weiblichen Zyklus beschäftigt, vor allem mit der Lehre des Vöcklabrucker Mediziners Prof. Dr. med Josef Rötzer, der sein Leben der Zyklusforschung gewidmet hat. Auf ihrer Homepage findet ihr viele Infos rund um den Zyklus der Frau. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr euch gerne bei ihr melden. Sie freut sich, von euch zu hören! www.derweiblichezyklus.com

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Kinderwunsch Eine Seele einladen


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können wir sehr viel tiefer gehen als mit dem menschlichen Verstand.

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iele Menschen wünschen sich einen innigen Kontakt mit ihren Kindern. Besonders auch in der Schwangerschaft, vor der Geburt und schon vor der Schwangerschaft ist dies ein Thema, das unsere Herzen bewegt. Intuitiv spüren wir, dass das Reich der Seele für uns immerzu erreichbar ist. Und auch wenn das Kind noch nicht irdisch da ist, ist es trotzdem schon tief mit uns verbunden. Die Seelen der ungeborenen Kinder sind oft hier und sprechen mit uns. Der Kontakt zur ungeborenen Seele ist eine riesige Bereicherung in der Schwangerschaft und kann auch in den weiteren Prozessen rund um Schwangerschaft und Geburt sehr heilsam und unterstützend sein. Darin birgt sich ein Fundament für die weitere Eltern-Kind-Beziehung und sogar nachweislich eine große Hilfe für die Geburt selbst (der Kontakt mit dem Kind in der Schwangerschaft). Auch wenn Kinder wieder gehen, ist dieser Kontakt oft sehr hilfreich um die Reise dieser Seele besser zu verstehen. Wir sind ja alle wundervolle, strahlende Seelen, und auf dieser Ebene SEITE 16

Ich lade euch ein in diese Welt der Seele. Es ist ein ganz natürlicher Teil von uns Menschen und auch von den anderen Lebewesen.

Die Welt der Seele Die Welt der Seele kennen wir eigentlich alle. Nur legen wir manchmal den Fokus in der heutigen modernen Welt auf andere Dinge, als der Seele zuzuhören. Die Seele lässt sich auch sehr gut über das Herz erreichen. Um unser eigenes Herz zu spüren, genügt meist ein Innehalten und nach Innen gehen. Es ist jedoch so, dass wir alle durch so viele Systeme und Bildung manchmal vergessen haben, welchen Wert diese Beziehung zu uns selbst und unserem eigenen Herzen hat. Diese Beziehung ist doch der Kernpunkt unseres Lebens hier auf der Erde und der Anfang sowohl wie auch das Ende dieser extraordinären Reise als Mensch. Wenn es nur eine Sache gäbe, die wir zu entwickeln haben, dann - denke ich - wäre doch die Entwicklung und das Erkunden des eigenen Herzens eine recht wichtige Aufgabe. Und es ist hier, in diesem menschlich-wunderbaren Herzen, in dem wir auch den direkten Zugang zur Welt der Seele finden.


Ankommen Das hört sich vielleicht esoterisch oder sehr spirituell an, oder eventuell auch einfach ganz normal. Ja, der Kontakt zum eigenen Herzen und zur Seele sind bestimmt sehr spirituelle und auch sehr normale Angelegenheiten. Es ist aber tatsächlich so, dass es Überlebensnotwendige Angelegenheiten sind. Ohne die Kraft der Liebe, die Kraft des Herzens und unsere Verbindung zur Seele können wir gar nicht hier sein. In vielen Studien rund um die Entwicklung des kindlichen Gehirns ist es heute sogar nachgewiesen, dass es die Kraft der Liebe ist, die uns am Leben hält, und unsere Entwicklung tiefgreifend beeinflusst. Nur Essen, Trinken und Lernen reichen oftmals nicht aus. Lasst uns in der Realität ankommen und realisieren, dass die Liebe wirklich wichtig ist, und das unsere Seele mit dieser verbunden ist. In der heutigen Geburtshilfe sprechen wir gerne und viel von dem Hormon Oxytocin. Dies ist ein sehr wichtiges Hormon. Es ist das Hormon der Bindung und der Liebe im menschlichen Körper. Wir haben es sogar geschafft die Liebe selbst wissenschaftlich zu erklären! Wenn dieses Hormon ausgeschüttet wird, entstehen Bindung, Liebe und Sicherheit in der Mutter-Kind oder

Mann-Frau-Beziehung.

Die Reise der Seele Wo fängt die Seele an? Wo hört sie auf ? Diese Fragen beschäftigen uns Menschen schon seit Anbeginn der Zeiten. Welche Antworten haben wir gefunden? Letztendlich sind auch diese Antworten dort zu finden, an diesem Ort, um den es sich hier dreht - der Ort der Seele und in unserem eigenen Herzen - mystische und zauberhafte Orte in uns selbst. Wie kann ein Anderer uns diese wichtigen und hohen Fragen beantworten? Die Seele ist Teil unseres menschlichen Wesens, zu dem noch die Persönlichkeit und eine “höhere” spirituelle Instanz hinzukommt. In der Seele finden wir unsere Essenz, die über unsere alltäglichen Gedanken, Muster und Sozialisierung hinausgehen, und uns mit einer größeren, weiteren Wahrheit in uns selbst verbindet. Die Seele wird im Licht, welches aus unseren Augen strahlt ersichtlich und im warmen Händedruck unseres Gegenüber

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spürbar. Die Herzenswärme, die uns durchdringt, wenn wir einen geliebten Menschen sehen - hier spüren wir die Seele. Diese Seele ist es, die durch die Zeit reist und dann ihren Weg in das Menschsein findet. Die ungeborenen Seelen sind da, in diesem Reich der Seele, zu dem wir weiterhin verbunden sind, auch während wir ganz hier sind. Je nachdem wie weit wir unseren intuitiven und feinfühligen Kapazitäten Raum gegeben haben, können wir dies auch wahrnehmen. Die Seele reist von ihrer Seelenheimat auf die Erde. Wir alle haben diese Reise hierher gemacht. Es ist eine große Reise. Jeder, der schon einmal ein Neugeborenes gesehen und gespürt hat, weiß um die Zartheit, die in diesem Moment von den Kindern ausgeht. So zart und offen waren und sind wir alle. Unsere Seele ist aus diesem Stoff gemacht. Es ist das Reich der Seele, das die Empfängnis, die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit direkt danach umhüllt und durchdringt. Oft melden sich die Kinderseelen schon weit im Voraus an und klopfen sozusagen an unserer Tür.

Die Entscheidung, auf die Erde zu kommen Die Entscheidung hierher zu komSEITE 18

men, ist genauso unterschiedlich und individuell wie es unsere Lebenswege sind. Es gleicht sich doch keiner unserer Wege in allen Details. Jede Seele hat ihre ganz eigene Reise und es ist diese, welche sie gerne erfüllen möchte. Wenn sich ein Kind entscheidet zu kommen, ist dies immer noch aus dem Bewusstsein der Seele. Das ist ein sehr intelligentes und weises Vorgehen. Es ist nun so, dass manche Seelen die Reise von vornherein so planen, dass sie nur ein Teil der Reise zurücklegen möchten. Sie wollen erst mal die “Umgebung” kennenlernen. Deswegen halten sehr viele Schwangerschaften nur die ersten Wochen an. Trotzdem können wir Frauen sehr oft etwas besonderes wahrnehmen, auch wenn wir vielleicht gar nicht immer davon erfahren, schwanger zu sein. Wir Frauen haben einen besonderen und offenen Zugang zum Ursprung der Seelen. Wenn wir möchten, können wir sehr gut mit dem Seelenreich kommunizieren. Die Entscheidung auf die Erde zu kommen, ist nicht immer leicht. Manche Seelen freuen sich unglaublich, sie strahlen vor lebensbejahendem innerem Feuer. Andere zarte Wesen erspüren das Schwere, das momentan hier auf der Erde ist. Für sie und viele Seelen ist die Entscheidung zu kommen mit dem einen oder anderen Zweifel besetzt. Das hat sehr viel mit der eigenen seelischen Entwicklung und meistens


wenig mit den für uns ersichtlichen Dingen zu tun.

Unsere Kinder willkommen heissen Was können wir tun, um die Seelen, die hierher kommen möchten, zu unterstützen? Wir können sie willkommen heißen. Ich selbst habe einen ganz natürlichen und anhaltenden Kontakt zum “Seelenhimmel”. Es ist Teil meines Lebens mit den Seelen, die noch kommen oder auf dem Weg sind, in Kontakt und Kommunikation zu treten. Diese wundervollen Seelen sind noch ganz klar verbunden mit der Liebe, aus der wir alle erschaffen sind. Sie haben oftmals sehr viel zu lehren. Es sind viele Seelen, die sich melden, um die Dinge aus ihrer Sicht zu erklären oder Zusammenhänge herzustellen. Wir können unglaublich viel von den Seelen lernen und von den Kindern, die kommen. Dieser Kontakt steht uns allen offen. Es braucht vielleicht nur etwas Übung. Es ist ein Erinnern, mehr als ein Erlernen. Vielleicht eher ein “sich selbst Vertrauen”. Willkommen heißen, heißt Wahrnehmen, Zuhören, eine einladende Haltung gegenüber diesen großen Wesen, die sich dann ganz klein in einem winzigen Menschenkörper zurecht finden müssen. Meist ist es so, dass die Seele sich weit um das kleine Baby erstreckt. Sie haben noch nicht gelernt, sich so “zurückzuziehen” wie es viele

Erwachsene tun. Das erklärt auch wieso viele kleine Kinder und Babies so empfindlich reagieren - zudem sich das gesamte Nervensystem noch nicht voll entwickelt hat und sich diese kleinen Menschen noch gar nicht physiologisch selbst regulieren können. Physiologie und Spiritualität bestätigen sich hier gegenseitig. Willkommen heißen, bedeutet oft auch eine intensivere Auseinandersetzung mit uns selbst - wie weit sind wir in Kontakt mit unserem eigenen Herzen, mit unserer eigenen Zartheit, mit dem seelischen Kern, der uns ins Leben gerufen hat? Nicht zu vergessen, diese Seelen, diese Kinder bringen unglaublich viel Liebe mit. Wieviel Liebe möchten wir in unserem Leben zulassen? Wie viel Liebe können wir in uns strömen lassen? Wenn die Kinder langsam ihren Raum im Körper der Frau einnehmen, dann passiert etwas ganz magisches – es strömt ihr Seelenlicht und damit eine große Portion Liebe hinein. Das passiert in jeder Frau. Diese große Liebe hat etwas unantastbares, ja - Heiliges.

Tiefe Verwandlung Die Phasen des Kinderwunsches, von Schwangerschaft und Geburt sind Zeiten der tiefen Verwandlung. Diese Etappen im Leben einer jeden Frau sind ein Weg. Und dazu ein sehr persönlicher. Und doch ist es SEITE 19


so, dass es für nahezu alle Frauen eine Zeit der enormen Transformation ist. Wir werden aufgefordert weit über uns selbst hinauszuwachsen. So individuell und einzigartig wie wir alle sind, so sind auch diese Wege. Es sind wahrlich spirituelle Wege, die sich in keine Kiste packen lassen. Es sind unsere Wege. Unsere Geschichte. Die Wege des Frauseins. Die Seele, die an unsere Tür klopft, hat mit uns eine Verbindung. Egal, wie lange diese Seele da ist - sie ist ein Teil unseres Lebens geworden. Der Kinderwunsch eröffnet sehr oft Wege und Türen und Erfahrungen, die ganz neu sind. Jede Frau kann bewusst mit dem “Seelenhimmel” in Kontakt gehen und eine Seele in ihr Leben einladen. Auch als Paar ist es möglich, diesen einladenden Raum zu erschaffen. Was auf dieser Reise passiert, ist eine Reise des Lebens - unergründlich, oftmals mysteriös und unerwartet.

Hingabe Im Kontakt mit der Seele, dem “Seelenhimmel” und den ungeborenen Kindern, sowie mit unserem eigenen Herzen ist das Prinzip der Hingabe unglaublich wichtig. Es zeigt sich dann auch wieder ganz deutlich zum Zeitpunkt der Geburt - alle wahrhaftig seelenvolle Prozesse haben ganz viel mit Hingabe zu tun. Hingabe kann man weder erzwingen, noch erdenken. Auf jeden Fall SEITE 20

kann man es nicht lernen oder gar unterrichten. Hingabe ist eines der Dinge im Leben, die ihren eigenen Weg haben, zu uns zu finden. Wir können uns für sie öffnen und die Hingabe willkommen heißen.

Kennenlernen Im Kontakt zu sein mit der eigenen Seele, mit anderen Seelen (von unseren Mitmenschen und anderen Lebewesen, die unser Leben begleiten, z.B. Tiere) und zu der Seele eines Kindes, das auf dem Weg ist, eröffnen sich Welten. Wir sind jeder von uns ein Universum für sich und so begegnen sich sprichwörtlich Universen. Wir können auch von uns selbst immer noch sehr viel lernen, da die allerwenigsten von uns überhaupt ihr eigenes Wesen voll ausgeschöpft und kennengelernt haben. Wenn man die Seele der Kinder kennenlernen möchte, ist es umungänglich, sich auf sich selbst einzulassen. Das Kennenlernen des eigenen Seelenreiches hat sehr viel damit zu tun, uns unserer eigenen Seele und einer Kindesseele zu öffnen. Dieses Kennenlernen eröffnet den Raum zu einer noch wärmeren und klareren Einladung. Hierzu gibt es schöne Rituale, die man machen kann, z.B. das “Willkommens-Ritual”, welches sich wunderbar für Paare und Partner


eignet, die ein Kind einladen oder sich noch inniger auf die Geburt vorbereiten möchten. Ausserdem ist es möglich, diese Kommunikation mit der Seele in sich zu entfalten und durch viele kreative Mittel zu konkretisieren. z.B. das Schreiben oder Malen in der Kommunikation mit dem Ungeborenen Kind hat sich als ein sehr schönes Werkzeug herausgestellt. Eine persönliche Begleitung kann einen bestärken und eine innere Wahrnehmung schulen.

kommen zu heißen - so wird unser eigenes Leben “beseelter”, gewinnt an Tiefe und Bedeutung. Diese Reise zurück zu sich selbst und in Kontakt mit dem Leben birgt große Lernschritte in sich. Es ist eine Feier in die Räume der Seele einzutreten. Jede Begegnung hier ist ein Geschenk und so können wir diese Geschenke schätzen lernen und unsere eigene große Lebensreise ein kleines Stück besser verstehen.

Freude Für mich ist es jedes Mal eine große Freude, wenn sich ein Mensch auf den Weg macht, die Seele will-

Mit viel Liebe an dich auf deiner Reise! Jaguar

JAGUAR (YOLANDE ALICE CARRELL) Doula, Geburtsvorbereitung, spirituelle Schwangerschafts- und Geburtsbegleiterin, Neuseeländische Medizinfrau, Heilerin, Heilpraktikerin, Craniosacral Therapeutin, Sängerin, Poetin und Schriftstellerin. Ihr gesamtes Wirken und Tun gilt dem heutigen Erwachen der weiblichen Kraft, welche momentan auf unserer Erde geschieht. Jede Einzelne von uns ist Teil dieses großen Erwachens! Praxis in Berlin sowie Online-Angebote. www.lovemedicine.org

www.lichtgeburt.org

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WAS STEHT DIR FĂœR EINE positive Geburtserfahrung IM WEG? Welche Rolle dein Geist und deine innere Einstellung bei der Gestaltung deines Geburtserlebnisses spielt und was du tun kannst, um die Geburtserfahrung zu kreieren, die du dir wĂźnschst.


„Ob du denkst, du kannst es oder du kannst es nicht, du wirst auf jeden Fall Recht behalten.“ HENRY FORD

D

eine Gedanken erschaffen das Leben um dich herum. Sie entscheiden darüber, welche Menschen du anziehst, welchen Situationen du begegnest und wie deine Lebensumstände sind. Das Gleiche gilt für die Geburt und die Vorbereitung auf diese. Mittlerweile wissen wir um die Macht, die unsere Gedanken über unser Leben haben. Für jeden Gedanken gibt es eine chemische Reaktion in unserem Körper. Sorgen- und angstvolle Gedanken sind die besten Begleiter, um deine innere Energie soweit runter zu ziehen, dass sie die Dinge, die du dir wünschst, davon abhalten, in dein Leben zu treten, was sie natürlicherweise tun würden. Du stehst dir selbst im Weg. Du sabotierst dich. Wir erscheinen wahnsinnig kreativ, wenn es darum geht, uns das schlimmste Szenario, das eintreffen kann, in allen Details vorzustellen. Warum fällt es uns so schwer, dies auch für die positiven Dinge zu tun? Warum erscheint es uns als SelbstSEITE 24

betrug, wenn wir uns unser Traumszenario vorstellen, unsere negative Erwartungshaltung aber als Normalzustand akzeptieren? Warum erscheint es ‚normaler‘, sich eine negative Geburtserfahrung vorzustellen als die eigene Gedankenkraft für das Kreieren eines erfüllenden Geburtserlebnisses einzusetzen? Wir haben es nicht anders gelernt! Aber wir können uns entscheiden. Für die andere Seite der Macht. Nämlich die Gute. Was kannst du also tun? Wie kannst Du die gute Seite deines machtvollen Geistes nutzen, um eine positive Geburtserfahrung zu machen? Finde DEINE Vision für die Geburt

Bevor du mit deiner geistigen Arbeit anfängst, solltest du dir klar darüber werden, was DU eigentlich willst.

WAS WÜNSCHST DU DIR FÜR DEINE GEBURT?


Nicht: was ist möglich, was ist gesellschaftlich anerkannt, was denken meine Nachbarn, was für mich möglich ist, sondern was wünschst DU dir?

WIE WILLST DU DICH UNTER DER GEBURT FÜHLEN? Das Finden deiner Vision ist der Anfang von allem. Hierfür nimmst du dir immer wieder Zeit, um alles genau aufzuschreiben und zu formulieren. Du gibst so eine Bestellung auf. Das Ziel deiner Reise. Es ist nicht deine Aufgabe zu entscheiden, wie genau du an dein Ziel kommen wirst, sondern deine Aufgabe ist, ein Ziel überhaupt erst festzulegen. Würdest du in den Urlaub fahren, ohne vorher den Zielort festzulegen? Und für alle Zweifler hier: gehst du in ein Restaurant mit der Annahme, dass der Kellner schon weiß, was du willst, weil er das ja jeden Tag macht? Hier stimmt es dann schon, dass das Leben immer anders kommt, als man denkt – ja eh! Weil du ja auch nicht formuliert hast, was du überhaupt willst!!!

WAS GENAU WILLST DU? Dann mach es klar! Für dich und für alle Beteiligten.

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Visualisiere deine Wunschgeburt Hier kommt unsere Vorstellungskraft ganz aktiv ins Spiel, denn nun wirst du dir die Vision, die du für deine Geburt gefunden hast, immer und immer wieder vorstellen. Es ist eine Art Spielfilm, den du dir regelmäßig vor deinem inneren Auge ablaufen lässt. In HD und Dolby Surround. Du kannst hier jede Meditationstechnik, die dir gefällt benutzen, und deinen Geburtsfilm einarbeiten. Es mag anfänglich schwierig sein, konzentriert bei der Sache zu bleiben, besonders, wenn diese Form der geistigen Arbeit völlig neu für dich ist. Aber Übung macht den Meister. Du hast nichts zu verlieren. Wichtig ist, in einen tiefen Entspannungszustand zu kommen, damit dein Gehirn in den Bewusstseinszustand kommen kann, in dem die Gehirnwellen auf der Theta-Ebene schwingen. In diesem Zustand ist dein Gehirn besonders aufnahmefähig. Das Tolle: jedes Durchspielen dieses Geburtsfilmes (und hier ist es besonders wichtig, dass du die Gefühle in deinem Körper fühlst, auf die du es abgesehen hast) speichert diese Bilder, Eindrücke und Emotionen immer mehr in deinem Unterbewusstsein. So werden eine Art SEITE 25


von ‚Erinnerungszellen‘ in deinem Gedächtnis geformt, so dass du ganz bewusst die Dinge, Menschen oder Umstände erkennen kannst, die dich deinem Ziel näher bringen werden. Wie ein Kompass, der genordet wurde, wird deine innere Kompassnadel genau in die Richtung zeigen, in die du gehen willst. Je öfter du die Bilder deiner Wunschgeburt ‚durchlebst‘, um so mehr verändert sich deine innere Schwingung und um so mehr passt sich diese Schwingung der Schwingung deines erwünschten Ergebnisses an. Das führt dazu, dass du genau die Dinge, Menschen und Umstände anziehst, die dich auf deinem Weg unterstützen und dich deinem Ziel näher bringen werden. Mit genügend Wiederholung werden diese Bilder und dieses Ziel so in deinem Inneren gespeichert sein, dass es zu einem Fixpunkt geworden ist, auf den du vertrauen kannst und dem du dich wie mit Hilfe eines Autopiloten unentwegt weiter annähern wirst.

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Arbeite mit Affirmationen Affirmationen sind positiv formulierte Glaubenssätze, die dich auf deiner Reise zur Wunschgeburt noch weiter stärken werden. SoSEITE 26

bald du deine eigene Vision für die kommende Geburt gefunden hast und einen eigenen ‚Geburtsfilm‘ kreiert hast, kannst du daraus deine ganz eigenen Affirmationen für die Geburt finden. Kurze und ganz konkrete Sätze wie:

Mit jeder Welle entspanne ich mich tiefer Ich freue mich auf eine einfache, selbstbestimmte Geburt Ich atme mich immer tiefer in meine Kraft hinein Solche Sätze können besonders unter der Geburt wie Mantras wirken, die dich durch die Geburt tragen können. Du kannst dir diese immer wieder selbst sagen - leise im Kopf oder auch laut vor dich hin sprechend. Du kannst dir diese aufnehmen und immer wieder anhören oder aber auch auf verschiedene Zettel aufschreiben und überall im Haus aufhängen.

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Setze die nötigen Handlungen Das Arbeiten mit Visualisierungen und Affirmationen wird leer und ineffektiv bleiben, wenn du nicht auch die nötigen Handlungen


setzt, die dich an dein Ziel bringen werden. Allein das Wunschdenken bringt dich nicht weiter. Das kann unangenehm sein, weil es manchmal bedeuten kann, dass du doch einen anderen Geburtsort oder eine andere Hebamme wählen musst; oder dass du dich von eher negativen oder behindernden Energien (bestimmten Menschen in deinem Leben) fernhalten oder abgrenzen musst.

HABE DEN MUT, deine Wünsche und Intentionen über die der Anderen zu setzen. Sei bereit dazu - besonders wenn du bereits eine negative Geburtserfahrung gemacht hast - die Vorbereitung auf diese Geburt komplett anders anzugehen: von Innen nach Außen. Frage dich: was brauche ich und welche Schritte bringen mich immer näher an dieses Ziel?

Bedenke: wenn du etwas in deinem Leben verändern willst, musst du etwas anderes TUN.

HABE DEN MUT , daran zu glauben, dass es möglich ist, dein Ziel für die kommende Geburt zu erreichen. Setze tägliche Handlungen, die dich Schritt für Schritt dahin bringen. Sei bereit, aus deiner Komfort-Zone auszubrechen und über dich selbst hinauszuwachsen. Mit Hilfe deiner Visualisierungsund Affirmationsarbeit wirst du deinen inneren Kompass soweit genordet haben, dass dir Hilfe und Unterstützung von allen Seiten zufliegen wird. GLAUBE AN DICH!

NINA WINNER Nina arbeitet als Therapeutin, Coach und Mentor mit Kinderwunschklientinnen, schwangeren Frauen und Jungmamas. Bist du bereit, deine Themen ganz genau anzuschauen und wünschst du dir Unterstützung dabei, alle Steine aus dem Weg zu räumen, die dir und deiner positiven Geburtserfahrung im Weg stehen könnten? www.geburt­-und­-mama­-sein.com

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Frauenkreise Im Kreis von Frauen können wir kraftvolle Unterstützung erfahren. Wir begeistern uns wieder für die Eigenart und Schönheit des weiblichen Geschlechts und feiern, tanzen und lachen zusammen. In der Zeit der Schwangerschaft und der Geburt haben Frauenkreise eine ganz besondere Bedeutung.

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rauenkreise werden als wunderbare Möglichkeit empfunden, Weiblichkeit zu leben. Zu vielen Gelegenheiten kommen Frauen auch heute wieder zusammen. Zum Beispiel in Red Tents, Schwesternkreisen oder Frauentempelgruppen wie awakening women. Sie finden sich ein in Krafträumen, die Frauen jeden Alters und natürlich auch Mädchen vorbehalten sind. Hier treffen sie sich, reden, tun sich Gutes und genießen. Ihren Ursprung haben Frauenkreise in alten Kulturen mit matriarchalischen Strukturen. Der uralte Ritus, dem Frauenkreise entspringen, wird heute wiederbelebt. Melanie Schöne* ist überzeugt von diesem wohltuenden Beieinandersein. Sie beschreibt Frauenkreise als Orte, an denen es Frauen möglich ist, sich absichts- und bedingungslos miteinander zu verbinden ohne

Erwartungen erfüllen zu müssen. Frauen können dort füreinander da sein, Geheimnisse teilen und Rat erfahren. Melanie Schöne über Frauenkreise:

„Ein Raum, wo alles sein kann, aber nichts muss, in dem Erfahrungen gelebt, erzählt, erinnert werden, in dem sich Generationen von Frauen miteinander erleben und ihr Wissen teilen. Auch, um sich zu heilen. Ein Frauenkreis hat für jede Frau eine spürbar heilende Wirkung. Unsere Gesellschaft braucht heile, gesunde und entspannte Frauen. Die gesamte Gesellschaft profitiert von Frauen, die „heil“ sind. In jeder indigenen Dorfgemeinde steht das Wohl der Frauen an oberster Stelle. Sie sind als Schöpferinnen, Kinderernährerinnen und Clanzusammenhalterinnen von immenser Bedeutung.“ Wir jedoch teilen unseren Alltag oft nur spärlich mit anderen Men-

* Melanie Schöne, Doula und Vorsitzende des Vereins Doulas in Deutschland e.V. ist Autorin des Buches Doula-Wissen rund um die Geburt, Arbor Verlag

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schen. Freundinnen und weibliche Familienmitglieder sind nicht mehr lebenslang beständig anwesend, um selbstverständlich teilzuhaben und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln. Zusammenkünfte im Kreis von Frauen, um sich wertzuschätzen, zu tanzen und zu feiern, Mädchen auf ihrem Weg zu begleiten und Rückhalt zu finden, sind rar und ungewöhnlich geworden. Vielleicht liegt hierin die Begründung für die Eigenart, uns auch zur Geburt mit Fremden zu umgeben. Und vielleicht ist die Geburtsbegleitung durch eine Doula oder eine andere enge Vertraute ein guter Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung und eigener Kraft. Hebamme und erfahrene Frauen der Gemeinschaft kümmerten sich traditionell schon immer um das Wohlbefinden einer werdenden Mutter. Mütter, Großmütter, geburtserfahrene Freundinnen, Schwestern oder Tanten stehen Gebärenden in vielen Kulturen bei. Selten bringen Frauen ihre Kinder allein zur Welt, in Hütten abgeschottet oder im Wald. Das ist eine verklärte Vorstellung. Geburt findet in Verbindung SEITE 30

statt. Und auch in unseren Breiten wurde lange Zeit nur die Hebamme zur Geburt gerufen. Sie und einige kundige oder geburtserfahrene Frauen bildeten das Geburtsteam. Geblieben ist heute im besten Fall nur noch die Hebamme. Natürlich wünschen sich auch in unserer Gesellschaft die meisten Frauen Unterstützung, jedoch ist unsere Vorstellung von der Geburtsumgebung eine andere. Das Bedürfnis nach Privatsphäre kollidiert mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, welches durch möglichst schnell verfügbare, professionelle Interventionen bedient wird. So bevorzugen die meisten Frauen die Anwesenheit ihres Partners als vertraute Person und umgeben sich gleichzeitig mit fremdem, medizinischem Personal. Frauen anderer Kulturen wären sehr erstaunt über die routinemäßige Anwesenheit bisher unbekannter Menschen während der überaus intimen Geburtssituation. Es sind die Frauen, die gebären. Und es sind die Frauen, die um die optimale Versorgung und die bestmögliche Betreuung einer werdenden Mutter wissen. Natürlich sind die Möglichkeiten der modernen Geburtshilfe ein Segen, aber auch die kleinen Handreichungen von


Rebozo So ist zum Beispiel die Massage mit dem Rebozo-Tuch eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Methode, die Geburt zu unterstützen oder bereits während der Schwangerschaft für Wohlbehagen zu sorgen. Das Rebozo ist ein langes Tuch, ähnlich einem breiten Schal, und wird beispielsweise von mexikanischen Hebammen verwendet. Mit diesem Tuch sind Ganzkörpermassagen oder die Massage einzelner Körperteile möglich. Während der Geburt löst eine Rebozo-Massage erstaunliche Effekte aus. Die Gebärende wird gehalten, gewiegt und entspannt. Sie ist durch die Größe des Tuches behaglich geschützt und kann sich fallenlassen. In den Wehenpausen wird das Tuch zur Ruheinsel, um anschließend als effizientes Mittel zur Schmerzlinderung zu dienen. Viele Doulas bieten Rebozo-Massagen an oder leiten andere Geburtsbegleiter gern im Umgang mit dem Tuch an. Frau zu Frau erleichtern die Geburt und tragen so zu Sicherheit und Wohlbefinden bei. Das Gefühl des Umsorgtwerdens und der achtsamen Zuwendung durch mitfühlende Frauen kommt durch verschiedene Handlungen zum Ausdruck.

Auch die Traditionen der Blessingway-Zeremonie hält Einzug in unsere Rituale rund um die Schwangerschaft und die Geburt. Doris Moser schreibt an anderer Stelle in dieser Ausgabe über dieses wunderbare Ritual. ANJA FREIST

Anja ist Mutter von 4 Kindern und arbeitet als Naturpädagogin und Doula. Sie ist Geschäftsführerin einer naturpädagogischen Kita und leitet Seminare der Familienbildung. Seit einigen Jahren begleitet sie Frauen in der Schwangerschaft und während der Geburt. Als Geburtsbegleiterin bietet sie den Frauen emotionale und körperliche Unterstützung und legt den Fokus dabei auf möglichst viel Selbstbestimmung in dieser sensiblen Phase. www.anjafreist.de

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Bless the way

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Schwangerschaft und Geburt rituell begleiten


durch meine Finger gleiten. Und dann kommen sie wieder, die Erinnerungen - so als wäre das alles erst gestern geschehen.

E

s ist nun schon einige Jahre her, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, als meine Freundin und Doula eine Blessingway-Zeremonie für mich organisiert hat. Ich erinnere mich an die Vorfreude und Aufregung beim Vorbereiten der Feierlichkeiten, an die lachenden Gesichter der Frauen, die sich im Kreis zusammengefunden haben. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, gefeiert und geehrt zu werden. Für mich war die Blessingway-Zeremonie nicht nur ein Zusammensein mit lieben Freundinnen, ein Fest für das Leben, sondern auch ein Loslösen von meiner Schwangerschaft, eine Einstimmung auf die bevorstehende Geburt. Noch heute habe ich eine Kette mit Perlen, die die Frauen für mich auf ein Band geknüpft haben und die mich auch unter der Geburt begleitet hat. Und ich besitze wundervolle Karten mit ganz persönlichen Worten und Wünschen für mich und mein Baby von jeder einzelnen Frau, die an diesem besonderen Tag dabei war. Hin und wieder nehme ich diese Dinge aus ihrer Kiste, lese mir die Karten durch und lasse die Perlen

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Tatsächlich ist das alles aber schon einige Jahre her und in der Zwischenzeit habe ich die Kraft unterschiedlicher Rituale rund um die Geburt schon mehrfach erfahren dürfen. Ich begleite nun selbst Frauen auf ihrem Weg in die Mutterschaft und biete größere und kleinere Rituale an, die den Frauen Orientierung und Halt geben. Ein Kind zu gebären, Mutter zu werden, das ist eine große Sache und stellt die Menschen vor vielfältige Herausforderungen. Meist ist die Schwangerschaft eine Zeit der Neuorientierung und Umstrukturierung. Damit sind nicht nur die sich verändernden Familienverhältnisse gemeint, sondern vor allem auch das innere Wachstum, die spirituelle Entwicklung. Die Reise in die Mutterschaft birgt unglaubliches Entfaltungspotential. Vielfach stehen die Frauen aber ohne Unterstützung vor den sich bietenden Herausforderungen, da die rituelle Struktur, die mit Sicherheit auch bei uns einmal vorhanden war, zum größten Teil verloren gegangen ist. Wir sind daher angehalten, uns in der Welt umzusehen, das anzunehmen, was uns stimmig erscheint und gegebenenfalls so zu


transformieren, dass es für uns passend ist. Auf diese Weise kam auch das eingangs beschriebene Blessingway-Ritual nach Europa.

Im ersten Teil des Rituals geht es um die Loslösung vom Alltagsbewusstsein und um das Aufsteigen lassen der Energie.

Ursprünglich eine Segnungszeremonie der nordamerikanischen Navajo-Indianer, erfreut sich die Blessingway-Zeremonie auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund! Viele Frauen sehnen sich nach spiritueller Tiefe und Sinnhaftigkeit in unserer lauten und oftmals sinnentleerten Alltagsrealität. Ein freudiges Ritual im Kreis gleichgesinnter Frauen kann eine unglaubliche Kraft entfalten und die werdende Mutter auf ihre bevorstehende Geburtsreise und ihre neue Rolle als Mama einstimmen und vorbereiten.

Der Mittel- oder Hauptteil ist dem Transformationsprozess gewidmet und somit Höhepunkt des Rituals.

Wie genau dieses Ritual gestaltet wird, hängt ganz von den Bedürfnissen der gefeierten Frau ab. Es gibt eine Vielzahl von Ritualbestandteilen, die – ähnlich den Zutaten eines Kuchens – bunt gemischt werden können und so jedes Mal ein einzigartiges und individuelles Ereignis ergeben. Für mich ist es immer wichtig, dass es zwar so etwas wie einen roten Faden gibt, aber gleichzeitig viel Spielraum für Variationen und Spontanität bleibt. Als hilfreich hat sich dabei erweisen, auf eine dreigliedrige Struktur zurückzugreifen, die auch aus der Ritualtheorie bekannt ist.

Im dritten Teil lässt man die Energie wieder sinken und das Ritual findet seinen Ausklang. Diese Struktur eignet sich eigentlich für sämtliche Rituale, egal welchem Zweck sie dienen oder welchen Umfang sie haben. Selbst ganz kleine rituelle Handlungen können sich an dieser Dreigliederung orientieren. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes kann es beispielsweise sehr schön sein, wenn das Kind in dieser Welt begrüßt, im Leben willkommen geheißen wird. Dazu kann eine Kerze entzündet und ein Segensspruch gesprochen werden. Dann wird die Kerze wieder gelöscht. Welcher Spruch der passende ist und ob er von der Mutter, dem Vater, älteren Geschwisterkindern, der Hebamme oder Geburtsbegleiterin – oder von allen zusammen – gesprochen wird, kommt auf die Familie und deren Bedürfnisse an. Umfangreiche und langwierige Rituale sind unter der Geburt oder

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Kerzen im Ritual Bei jedem Ritual haben Kerzen eine wichtige Funktion. Beim Entzünden von Kerzen werden unerwüschte Energien aufgenommen und die positiven Gedanken und Schwingungen des Rituals können in den Kerzen gespeichert werden. Deshalb können die Teilnehmerinnen einer Blessingway Zeremonie gebeten werden eine Kerze für die Schwangere mitzubringen. Die Kerzensammlung auf einem schönen Teller angeordnet, mit den verschiedenen Formen, Farben und Motiven, ziert die Wohnung der Mutter oft noch für sehr lange Zeit. Zuerst bekommt die werdende Mutter eine am Docht verbundene Doppelkerze, die sinnbildlich für sie und das Baby steht. Durch das Entzünden und Trennen der Kerzen bereitet sie sich aktiv auf die bevorstehende Abnabelung von ihrem Kind vor. Alle anwesenden Frauen entzünden dann ihre Kerze an einer brennenden Kerzen und sprechen einen kurzen Segenswunsch für das Baby. Die Kerzen bleiben bei der Mutter und werden bei den Eröffnungswehen oder auch während einer Hausgeburt wieder angezündet. Damit kann sich die Mutter in den Wochen vor der Geburt und während der Geburt jederzeit an die positiven Gedanken und Wünsche der Familie, Freundinnen und Nachbarinnen erinnern und sich diese positiven Energien zur Unterstützung heranziehen.

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Auszug aus „LEBENSREISE - LEBENSKREISE“ von D. Moser und M. Strohmaier


unmittelbar danach wohl ehr nicht angesagt. Für Willkommensrituale im Kreis von Freunden und Verwandten sollte man sich erfahrungsgemäß etwas länger Zeit lassen. Hat sich die neue Familie aber einmal zusammengefunden und konnten Mutter und Kind eine entspannte Wochenbettzeit genießen, spricht nichts gegen ein ausgiebiges Fest. Auch hierbei gibt es eine Reihe von Ritualzutaten, die abhängig von den Wünschen und Bedürfnissen der Familie, beliebig miteinander kombiniert werden können. Egal ob Blessingway-Zeremonie, Namensgebung, Willkommensfest oder Plazentaritual, es hat sich bewährt, Wünsche und Segenssprüche in den Ritualablauf einfließen zu lassen. Ein spezielles Gedicht, ein Gebet, ein Lied, das Festhalten von eigenen Worten, Wünschen und Gedanken sind wundervolle Geschenke an Mutter/Vater und Kind. Besonders fein ist es, wenn diese Worte auf irgendeine Art und Weise auch „festgehalten“ werden und so-

mit auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Da kann beispielsweise jede Ritualteilnehmerin eine Karte gestalten und im Anschluss übergeben, Ritualbänder oder Steine können beschriftet werden, eine Schatzkiste kann befüllt werden oder die Wünsche und Segenssprüche werden in schriftlicher Form in einem Buch festgehalten. Und auch ganz wichtig: Es darf gefeiert werden! Das anschließende gemeinsame Essen und Lachen, Tanzen und Plaudern ist ein wichtiger Bestandteil aller größeren Zeremonien und Rituale und ermöglicht allen Teilnehmerinnen einen fließenden Übergang in den normalen Alltag. Ausführliche Informationen und viele weitere Ideen sind im Buch „Lebensreise – Lebenskreise. Rituale und Bräuche rund um die Geburt“ zu finden, das ich gemeinsam mit Marion Strohmaier veröffentlicht habe.

MAG. DORIS MOSER ist zweifache Mama, Kultur- und Sozialanthropologin, Geburtsbegleiterin und Autorin. In ihrer Arbeit setzt sie sich für die Aufklärung und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ein. Sternentänzerin, Tagträumerin, Drachenfrau, Mondschwester, Lebensweberin www.rotemondin.com

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EIN

Einhorn

NAMENS

Geburt

Von festen Ăœberzeugungen und gesellschaftlich vorgeformten Scheuklappen


Ich hatte in Bezug auf meine erste Geburt ganz feste Überzeugungen - unverrückbar, felsenfest. Meine Vorstellungen waren maßgeblich geprägt durch das gesellschaftliche Bild von einer Geburt als Risiko für Mutter und Kind. Deshalb konnte ich damals auch keine Frauen verstehen, die ihre Kinder NICHT in der vermeintlichen absoluten Sicherheit eines Krankenhauses zur Welt bringen. Ich hielt dies für völlig VERANTWORTUNGSLOS. Meine Angst ging so weit, dass für mich nur ein Krankenhaus mit angeschlossener Intensivstation für Neugeborene als halbwegs akzeptabel in Frage kam. Ich hatte sehr große Angst. Aber warum? Meine eigenen Erfahrungen mit Geburten waren gleich Null. Also woher kamen diese Ängste? Sie stammten aus meinem Umfeld - Geschichten von Freudinnen, aus den Medien - mit den Doku-Soaps oder aus Filmen - und natürlich aus den nachdrücklich dramatisch erzählten Geburten aus der eigenen Familiengeschichte. Die negativen Geschichten anderer nährten stetig mein Feuer der Angst, ließen es nicht erlöschen, sondern schürten es immer weiter.

Dass ich es auch hätte löschen können, war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht in den Sinn gekommen. Ich hätte die Ängste der Anderen, nicht zu meinen eigenen machen müssen, hätte sie überwinden können. Ich tat es nicht. Mein Bauchgefühl regte sich trotzdem manchmal, stieß mir bitter auf bei den obligatorischen Kreissaalbesichtigungen: ich fühlte mich furchtbar, elend, unwohl, hatte Angst und wollte nur fliehen. Ich ignorierte es, verdrängte den Kloß in meinem Hals und missachtete meinen eigenen - eigentlich guten - Instinkt.

Ich fühlte mich alles andere als sicher, aber ich redete mir ein, dass ich alles für die maximale Sicherheit getan hatte, vorgesorgt hatte ja, ich habe Entscheidungen VOR SORGE getroffen. Das sind meist nicht die besten Entscheidungen. Meine, von der Gesellschaft vorgeformten, Scheuklappen haben den Blick nur auf EINEN Weg freigegeben: die Geburt im Krankenhaus. Die Möglichkeiten der außerklinischen Geburtshilfe waren weit außerhalb meines Fokus - unsichtbar für mich.

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Geburtstrauma

Wenn der schönste Tag im Leben zum Albtraum wird Wie ich schon auf meinem Blog ausführlich erläutert habe, möchte ich meine traumatische Geburtserfahrung beim ersten Kind nicht näher und ausführlich erläutern. Deshalb wird es - in letzter Konsequenz - auch hier nur Spotlights auf diese von Gewalt und Missachtung geprägte Geburt geben. Nun ist es schon fast 5 Jahre her als ein Kreissaal für mich zum Tatort und ich zum Opfer wurde. Es sollte der schönste Tag in meinem Leben sein - unser Wunschkind wird geboren -, ich war voller Vorfreude, die aber viel zu schnell in Angst und Schrecken umschlug als sich dieser Tag zu meinem schlimmsten Albtraum wandelte. Die quälenden Stunden im Kreissaal waren geprägt durch physische und psychische Gewalt von Seiten der Geburtshelfer. Eine Tatsache, die ich mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können. Noch heute schüttele ich ungläubig den Kopf, wenn ich mich daran erinnere, wie Menschen, die einen in so einer sensiblen Phase - wie der Geburt - betreuen, so unmenschlich, SEITE 40

empathielos und kalt sein können. Ich bin immer noch fassungslos was mir passiert ist. Fassungslos und erschrocken aber auch, weil ich bei weitem kein Einzelfall bin. Ich bin eine von Vielen. Das macht mir Angst. Es macht mich traurig. Es macht mich wütend! Ich bin in eine Interventionsspirale geraten aus der es kein Entrinnen gab. Wenn ich es wagte die immer neuen Behandlungen zu hinterfragen, wurde mein Vorstoß zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit sofort im Keim erstickt, indem man mir drohte: „Wenn Sie das jetzt nicht machen, dann stirbt ihr Kind!“ Das ist ein Totschlagargument gegen das kaum eine Mutter unter der Geburt gewappnet ist - gutgläubige Erstgebärende, wie ich, schon gar nicht. Ich sehe immer wieder die „Haupttäterin“ vor mir. Ich habe mich von ihr gedemütigt und auf sexuelle Weise missbraucht gefühlt - ausgeliefert, schutzlos, wehrlos. Ich war emotional und physisch nackt, ohne Schutz - eigentlich schutzbedürftig, verletzlich. Das wurde auf perfide Weise ausgenutzt und gegen mich verwendet. Ich hätte wehrhafter sein


müssen, aber unter der Geburt... NEIN, das kann man von einer Frau nicht erwarten, wenn sie sich entspannen und öffnen soll. Dann kann und soll sie sich nicht wehren, sich nicht in einem Grabenkampf befinden müssen - das ist ein Unding! Es passiert leider hundertfach - täglich. Die abschließende Not-Sectio mit Narkosevorfall und anschließender Verlegung meines Kindes auf die Intensivstation war eigentlich nur das „Sahnehäubchen“ - vielleicht sogar die Erlösung - einer von Gewalt und Entmündigung geprägten Horrorgeburt, die schon viel früher im Kreissaal völlig aus dem Ruder lief. Was blieb war ein Trauma, welches ich mit Hilfe einer bestimmten Therapieform (EMDR) versuche zu überwinden. Meine erste Geburtserfahrung hat mich meiner Menschenwürde beraubt, mir meine Würde als Frau genommen, mein Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde mit Füßen getreten, meine Selbstbestimmtheit beschnitten, mein Kind mir weggenommen, meine Achtung und mein innerer Halt wurden gebrochen. Ein Scherbenhaufen blieb zurück. So wollte ich nie wieder gebären - entbunden werden! Ich wurde nicht nur ENTBUNDEN von meinem Kind, sondern auch von meinen Rechten, meiner Verantwortung und meiner Selbstbestimmung.

Selbstverantwortlich

Meine Kehrtwende hin zu einer selbstbestimmten Geburtserfahrung Eins habe ich mir damals geschworen: die Verantwortung für mich und meine Kinder nicht mehr in fremde Hände zu legen und abzugeben! SELBSTVERANTWORTLICH - so wollte ich in Zukunft mein Leben gestalten. Ich habe begonnen meine Ansichten zu hinterfragen. Woran glaube ich wirklich? Was sind meine eigenen Ängste? Welche Ansichten oder Glaubenssätze sind nur übernommen von anderen, ohne dass ich selbst dahinterstehe? Ich recherchierte viel, las massenhaft Bücher, bildete mir meine eigene Meinung, weil ich nicht mehr blind vertrauen wollte. Wissen ist Macht, mit der man andere zu Entscheidungen zwingen kann, wenn man sich nicht auf Augenhöhe unterhält - ein Wissensvorsprung, meist auf Seiten der Geburtshelfer, verhindert dies. Ich wollte dieses Machtgefälle nicht einfach mehr akzeptieren! Der Hypnobirthing-Kurs war für mich und meinen Mann wie eine Art Erleuchtung! Er bildete den Grundstein für unsere Absage an die Ängste anderer. Wir fühlten uns befreit - von einer Last, die gar nicht unsere eigene war und die wir nun endlich nicht mehr mittragen mussten. Dadurch hat sich unser Sicherheitsbedürfnis ebenfalls erheblich verschoben. Wir erachteten das Krankenhaus mit all seiner Technik und seinen medizinischen Möglichkeiten nicht SEITE 41


mehr als den sichersten Geburtsort. Für uns nicht. Wir vertrauten wieder mehr meinem weiblichen Körper, seiner Gebärfähigkeit. Unser Fokus lag nicht mehr auf der Geburt als Risiko, sondern erstmals darauf, dass die Geburt ein völlig natürlicher Vorgang ist, der keiner Überwachung bedarf. Heute glaube ich felsenfest an die physiologisch normale Geburt; und so kann ich dem Trauma auch seine gute Seite abgewinnen: es hat mich erst zu dieser Erkenntnis reifen lassen.

Ein Einhorn namens

PHYSIOLOGISCH NORMALE GEBURT Ich möchte euch zu einer Reise in meine Gefühls- und Gedankenwelt einladen. Denn je weiter die Geburt fortschritt, desto mehr habe ich mich in meinen Körper zurückgezogen und die Außenwelt ausgeschlossen. Hochsommer 2014: Der ET ist schon verstrichen und die gesamte letzte Woche gab es nicht einmal eine einzige winzig-kleine Übungswelle - nicht mal beim Stillen meines ersten Kindes! Sollte mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt am Streik meiner Gebärmutter scheitern? Kurz flammen Zweifel in mir auf - machen sich unangenehm in meinem Magen breit. Die ständigen Nachfragen begannen mich zu verunsichern, aber tief in mir spürte ich, dass es einfach noch nicht an der Zeit war. Ich musste mich noch gedulden. Und dann: ohne Vorankündigung, direkt aus dem Tiefschlaf heraus war es soweit. Ich springe wie von einer Tarantel gestochen aus dem Bett - mit meinem unglaublich voluminösen Bauch eigentlich völlig unmöglich. Ich hatte eine Monsterwelle - wie aus dem Nichts. Bildlich gesprochen: ein Tsunami hat mich aus dem Tiefschlaf gerissen! Ich war unvorbereitet auf diese Naturgewalt, die mich ganze 3 Minuten überrollen sollte. Merke: Hypnobirthing funktioniert nicht, wenn dein Baby zusammen mit deiner Gebärmutter einen Überraschungsangriff plant... Ich bin übrigens heute noch davon überzeugt, dass diese allererste Welle den Muttermund mit einem Schlag auf 4cm geöffnet hat. Ich schlich alleine nach unten, stellte meine Entspannungsmusik an, dämmte das Licht, nahm mir die Yogamatte und den Gymnastikball. Ich genoss diese Zweisamkeit: ich und mein Baby. Wundervoll. Eine Vorfreude ungeahnten Ausmaßes erfasste mich. Die nächsten Wellen ließen auf sich warten. Trotz der Abstände von 40-50 Minuten konnte ich an ihrer Intensität erkennen, dass die Geburt tatsächlich begonnen hatte. DIE Gelegenheit für eine natürliche We(h)llenförderung ergriff ich als mein Sohn in den Morgenstunden gestillt werden wollte. Kaum SEITE 42


haben wir mit dem Stillen begonnen, spürte ich auch schon die erste stärkere Welle. Einige Minuten später die nächste, dann die übernächste. Sie folgten jetzt in immer kürzeren Abständen. Ich war begeistert, wie einfach und unkompliziert die Natur - mein Körper - funktionierte. Alle Rädchen griffen ineinander. Einfach perfekt! Noch nie habe ich meinen weiblichen Körper so sehr geliebt, wie an diesem Tag! Die Abstände der Wellen wurden nach dem Stillen wieder etwas größer, aber überschritten nicht mehr die 20 Minuten Grenze. Zwischenziel erreicht: Geburt ist nun im vollen Gange. In den Tagen vor der Geburt fühlte ich mich unheimlich stark und selbstsicher - fast größenwahnsinnig. Ich traute meinem Körper schier Alles zu: vom Gefühl her hätte ich auch Vierlinge in Beckenendlage auf einer ICE-Toilette allein gebären können. Eine innere Einstellung, die es mir ermöglichte, über mich hinauszuwachsen, ganz im Gegensatz zur ersten Geburt, als ich in ängstlicher Erwartung, auf Hilfe hoffend, mich am liebsten verkrochen hätte. Was für ein Unterschied! Meine Eltern kamen, um auf meinen Sohn aufzupassen. In ihrem Schlepptau: Unruhe, Angst und Nervosität. Ich fühlte mich in meinem eigenen Haus sofort unwohl. Das also sollte mein „Rausschmeißer“ sein? Meine eigenen Eltern? Ich hatte jetzt tatsächlich das Bedürfnis, sofort zu fahren, obwohl ich zuvor das gegenteilige Gefühl empfand. Ich weiss, sie machten sich nur Sorgen, aber genau das blockierte mich. Sie glaubten einfach - ganz tief in ihrem Herzen - nicht an meine Gebärfähigkeit! Solche Menschen wollte und sollte ich nicht in meiner Nähe haben. Nicht jetzt, wo ich mich entspannen und öffnen soll/ muss. Ankunft im Geburtshaus: das Auto rollt noch, ich reiße schon die Tür auf, um aus dem Auto springen zu können. Das erzwungene Sitzen, das Festgeschnallt-Sein hat mich verkrampfen lassen - mich blockiert, hat Schmerzen verursacht. Es sollte die einzige schmerzhafte Episode der gesamten Geburt werden. Ich bin endlich wieder ganz bei mir, bei meinem Kind, bei meiner Geburt. Alles andere blende ich aus. Jetzt kann ich mich endlich vollständig auf die Geburt einlassen, die Konzentration wiederfinden und mich auf meine Aufgabe fokussieren: zusammen mit meinem Baby die Geburtsreise zu vollenden. Ich stelle mich ins Zentrum meiner eigenen Beachtung. Zum ersten Mal in meinem Leben traue ich mich das. Nehme keine Rücksicht auf andere und ihre Befindlichkeiten. Die Pflicht kommt leider vor der Kür: das Eingangs-CTG steht an und mein SEITE 43


Baby schläft, ruht sich aus - für den großen Auftritt. Schön für das Baby, aber nicht für das CTG. Die Hebamme versucht es zu wecken, rüttelt an meinem Bauch. Mein kleines Baby zeigt sich völlig unbeeindruckt. Die Hebamme wirkt etwas ratlos, bis ich selbstbewusst verkünde: „Ich kann es aufwecken!“ Schon während der Schwangerschaft habe ich eine intensive Kommunikation mit meinem Baby im Bauch gepflegt. Wir waren aufeinander eingeschwungen - die unmittelbarste Kommunikation, die ich mir vorstellen kann. Mein Back-up, meine Sicherheitsvorkehrung, meine VORSORGE. Wenn ich unsicher war, ob alles ok ist, kam Sekunden schnell die beruhigende Antwort. Anders herum vertraute ich vollends darauf, dass es mir ungefragt Probleme mitteilen würde - auch unter der Geburt. Ich als werdende Mutter bin die einzige Person, die ohne technische Hilfsmittel direkt in meinen Körper hinein spüren kann und einen ungefilterten Kontakt zu meinem ungeborenen Kind habe. Das habe ich allen voraus - auch den Hebammen! Ich fasste also meinen wundervollen Bauch an, spürte die kleinen Füße unter meiSEITE 44

nen Händen und drückte vorsichtig 3x dagegen - unser Zeichen. Sofort war es wach, wie auf Knopf-(Fuß-) druck. Die Hebamme wollte uns ans Herz legen, noch mal nach Hause zu fahren – Hypnobirthing verschleiert offensichtlich vieles. Sie konnte nicht wissen, was ich in meinem Körper spürte, wenn ich nach außen hin keine der üblichen Anzeichen des Geburtsfortschrittes zeigte. Also erlaubte ich ihr, nach dem Muttermund zu tasten. ICH wusste, was sie erwarten würde - sie nicht. Ich sah es in ihrem Gesicht: ungläubiger Blick, dann ein strahlendes Lächeln! Und dann sagte sie den wunderbarsten Satz des Tages: „Heute feiern wir GEBURTstag!“ Im Geburtszimmer zündete die Hebamme eine Kerze an. Ja, wir feiern heute den allerersten GEBURTstag unseres Kindes - wir feiern ein Fest! Die Geburt ist ein Fest! Ich fühle mich im Stehen am wohlsten. Allein. Die Hebamme sitzt auf einem niedrigen Hocker in der Ecke des Raumes und trinkt ihren Tee. Sie lässt mich machen, nimmt sich zurück und stellt mich in den Vordergrund. Mein Mann tut es ihr gleich. Beide haben die Bühne für mich freigemacht. Er hat losgelassen - mich - diese selbstlose Geste der Liebe hat mich tief beeindruckt. Seine Gelassenheit, seine Ruhe, die


er ausstrahlte, versicherte mir, dass auch ich loslassen kann, mich wegbewegen darf von der realen Welt, die mich umgibt und mich auf meine Geburtsreise begeben kann. Ich begebe mich tief in meinen Körper hinein zu meinem Kind. Ich spüre, dass es an der Zeit ist, dass wir eine Einheit bilden, zusammenarbeiten. Die Wellen kommen schneller: Ich gehe mit ihnen, lasse mich treiben. Die Übergangsphase beginnt: Ich spüre an meiner rechten Beckeninnenseite etwas Spitzes - einen Ellenbogen. Der Arm ist tatsächlich erhoben – wie bei Superwoman. Eine Vermutung, die ich schon länger hegte. Die tiefe Hocke ist nun unangenehm, instinktiv nehme ich eine andere Position ein. Mache mein Becken weit, spüre in mich hinein, um meinem Baby den Raum geben zu können, den es benötigt. Die Hebamme kommt zu mir und schlägt mir eine andere Position vor, da diese anscheinend sehr „ungewöhnlich“ ist. Ich fahre sie mit relativ barschen Worten an, dass sie absolut keine Ahnung hat und dies hier so sein MUSS! Sie lässt mich sofort gewähren. Ich spüre meine Grenzen jetzt deutlich - körperlich, geistig, seelisch. Ich stehe an einer Schwelle, muss mich entscheiden, wohin er Weg gehen soll: bekannte Pfade oder ein Aufbruch zu neuen Welten? Eine Geburtsparabel entsteht vor meinem geistigen Auge: „Die Szene spielt sich in meiner Gebärmutter ab. Ich sehe mich, als kleines Mädchen blonde Zöpfe, die von roten Schleifen gehalten werden, akkurates rotes Kleidchen mit weißen Punkten, rote Lackschuhe und makellose weiße Kniestrümpfe. Ein riesiger Käfig, darin ein Gepard: ausgewachsen, furchteinflößend und gefährlich - ein Raubtier. Wild und ungezähmt. Die Tür des Käfigs ist mit einem großen Vorhängeschloss gesichert. Ich halte den Schlüssel in Händen. Der Gepard kann sprechen. Ich soll ihn frei lassen - ich will nicht. Das kleine Mädchen schüttelt stellvertretend den Kopf: „Meine Mutter hat es mir verboten!“ “Ich werde dir nichts tun.“, sagt der Gepard, aber sie vertraut ihm nicht, so wie es ihr immer eingebläut wurde. Der Gepard spricht weiter: „Ich will dir nichts tun, will nur meine Freiheit wiedererlangen. Hilf mir dabei!“ Das kleine Mädchen stellt die alles entscheidende Frage: „Und was passiert, wenn ich die Käfigtüre öffne und dich freilasse?“ Die Großkatze ist verwundert: „Ich werde natürlich verschwinden! Meine Freiheit genießen.“ Das kleine Mädchen zögert, ringt innerlich mit sich, dann gibt sie sich einen Ruck, steckt den Schlüssel ins Schloss und öffnet vorsichtig die große Käfigtüre. Noch etwas ängstlich versteckt sie sich vorsichtshalber hinter der geöffneten Tür, aber der Gepard hat kein Interesse an ihr. Er will nur fort, weit weg von dem Käfig und seiner Gefangenschaft. Er wendet sich nicht einmal mehr um. Das kleine Mädchen SEITE 45


blickt ihm hinterher, schaut wie er am Horizont verschwindet und fühlt sich unerklärlicherweise erleichtert. Dann endet die Szene abrupt.“ Die Geburtsparabel zeigt deutlich, welche Entscheidungsprozesse sich in meinem Kopf - in meinen Inneren - während der Übergangsphase abspielten. Ich habe mich dazu entschlossen, alte, antrainierte Verhaltensmuster zu durchbrechen, etwas zu wagen, loszulassen, ohne zu wissen, was mich erwarten wird. Ich habe dem Tod ins Auge geschaut, ihn zugelassen, vielleicht sogar willkommen geheißen? Ich habe alles Irdische hinter mir gelassen, mich freigemacht - befreit von vorgefassten Konventionen und Vorstellungen - und habe meinen eigenen Weg gefunden: ich konnte mich öffnen für das gesamte mögliche Spektrum des Geburtserlebens. Ich habe den Aufbruch zu neuen Welten gewagt und wurde mehr als belohnt! In der Endphase der Geburt wechsele ich auf den Gebärhocker. Angekommen. Ich lasse den Tod hinter mir und vollends los, fühle mich schwerelos, treibe ohne Zeit und Raum dahin. Genau dieses Gefühl ist und bleibt für mich der Inbegriff von absoluter FREIHEIT! Ich visualisiere meinen Wohlfühlort, den ich während der Schwangerschaft kreiert habe. Was dann geschieht, ist für mich bis heute surreal: ich spürte eine ekstatische Lust?! - Geburtslust - in mir aufsteigen. Kann das sein, dass ich so etwas wie Lust bei der Geburt empfinde? Ist das überhaupt möglich? Darf man das? Auf die Möglichkeit einer schmerzfreien Geburt hatte ich mich durch Hypnobirthing schon vorbereitet. Aber lustvoll? Davon war nie die Rede! Bilde ich mir das alles nur ein? Eine „Nebenwirkung“ der Selbsthypnose? Aber warum machte ich mir hier diese Gedanken? Warum genoss ich nicht einfach diese Wellen der Lust, die immer intensiver wurden?! Ich beschloss nichts mehr zu hinterfragen, sondern nur noch zu spüren. Ich fing deshalb endlich an das langsame Herausgleiten des Kindes zu genießen. Ein allumfassendes, berauschendes Glücks- und Lustgefühl erfasste mich und trug mich fort. Es ist unbeschreiblich gewesen. Dann drang in diesen wirklich perfekten Moment die Stimme der Hebamme zu mir durch: sie sagte, dass ich mitschieben könnte – ich dachte: die ist ja verrückt, dann geht es ja schneller vorbei! Ich wollte, dass es nicht endet. Bei der Geburt des Kopfes erlebte ich einen lustvollekstatischen Orgasmus. 8

Ich könnte sofort wieder! 8

Meine ersten Worte sagen wohl alles: „Ich könnte sofort wieder!“ Schmerzfrei UND lustvoll - das hat meine kühnsten Erwartungen bei weitem überstiegen. Ich hatte es geschafft: ICH habe geboren- aktiv, selbstbestimmt, kraftvoll, SEITE 46


schmerzfrei und lustvoll. Nur meine Plazenta ließ auf sich warten - nach 1,5 Stunden wurde mir angeraten meine Blase zu entleeren. Es fühlte sich falsch an. Deshalb horchte ich in meinen Körper hinein - er hatte mir heute immer den richtigen Weg gewiesen, auch abseits der ausgetretenen Pfade. Plötzlich erscheint die Lösung so logisch und sinnvoll: der Gebärhocker! Ich verkündete, dass ich die Plazenta dort gebären werde, wo ich auch schon mein Kind geboren habe. Kaum saß ich wieder auf dem Hocker, schon begannen die Wehen von neuem - ich hatte mal wieder Recht! Kurze Zeit später war die Plazenta geboren.

Dieser Tag hat mich eins gelehrt: Ich kann meinem Körper, meinem Geist und meinem Instinkt bedingungslos vertrauen. Sie arbeiten auf wundervolle Weise zusammen. Ihnen gemeinsam wohnt eine Weisheit inne, die ich vorher nie genug zu schätzen gewusst habe. Jetzt tue ich es! Ich darf euch vorstellen: ein EINHORN namens physiologisch normale Geburt! Ich bin dankbar, dass ich dieses scheue und heute sehr seltenes Wesen erkennen lernen durfte. ANDREA ist Vollzeit-Mama von zwei Kindern und bloggt erfrischend und ehrlich rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt. Sie hinterfragt, klärt auf und lässt uns ganz nah an ihre eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle heran. www.motherbirthblog.wordpress.com

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Wenn wir bedenken, welche Hormone eine Geburt von Natur aus steuern und unterstützen,

Geburt von Natur aus als positive Selbsterfahrung ausgelegt ist.

dann wird uns klar, dass

Isabella Ulrich Autorin von „Instinctive Birth“


Zeichnungen des Artikels von Tanja

Wendepunkt Geburt


Wendepunkt Geburt Heute ist für mich ein ganz spezieller Tag, der 1. April, der Tag in dem ich in meine 37. Schwangerschaftswoche starte. Sie läutet die Zeitspanne ein, in der alles im grünen Bereich liegt, von Woche 37 bis 42 nämlich darf sich mein Baby offiziell auf den Weg machen. Es hat also sozusagen Landeerlaubnis. Landeerlaubnis? Das erinnert mich an einen Spruch von meinem Vater, den er mir immer sagt, wenn ich mich in ein Flugzeug begebe: „Keine Angst Liebes, es ist schon immer jedes Flugzeug vom Himmel runter gekommen!“ Einen kurzen Moment frage ich mich, wie ich genau JETZT auf das Thema Fliegen komme. Und dann hab ich diesen Gedankenblitz: Genau! Jedes Flugzeug kommt irgendwann mal runter, es bleibt nur die Frage, wie es landet! Und jedes Kind wird irgendwann mal geboren, es bleibt nur die Frage, wie es geboren wird! Eine sanfte Landung ist von vielen

Faktoren abhängig: der Lage und Beschaffenheit der Landebahn, dem KnowHow und der Zusammenarbeit von Pilot und Copilot, den Wetterverhältnissen, der Kompetenz der Luftüberwachung. Manche Piloten haben sich auf Langstreckenflüge spezialisiert, andere bevorzugen Kurzstrecken. Flugrouten werden ganz genau berechnet, vor dem Start wird jeder Knopf und jede Funktion abgecheckt, der Treibstoff wird in der richtigen Menge eingefüllt. Und doch finden wir wohl in jedem Flug zwei oder drei Passagiere, die eine mulmiges Gefühl im Bauch haben, sich dem Ganzen ausgeliefert fühlen und einfach nur froh sind, wenn alles vorüber ist und sie sanft am Zielort landen dürfen, denn trotz allen Vorsichtsmassnahmen, Sicherheiten und Berechnungen gibt es immer wieder unsanfte Landungen, Wendungen, Luftlöcher und Turbulenzen. Langsam gefällt mir dieser Vergleich mit dem Flugzeug. SEITE 51


Für unsere Geburtsreise habe ich mir als Landebahn das Geburtshaus ausgesucht, mich als Pilot mit der Route auseinander gesetzt, mir Gedanken darüber gemacht, wie ich im Cockpit agieren möchte. Was brauche ich, um mich im Cockpit, in meinem Körper wohl zu fühlen, was brauche ich, um mich mit jedem einzelnen Knopf verbinden zu können, mich eins mit der Schaltzentrale zu fühlen? Mein Baby, das ist mein Copilot. Unsere Kommunikation ist die weltbeste! Die Funkverbindung steht, und wir fragen uns immer wieder gegenseitig, wie es uns so geht. Wir vertrauen uns, wissen, dass wir diese Reise zusammen angehen werden und freuen uns darauf. Den Fluglotsen, unsere Hebamme, haben wir schon lange Zeit vor dem Systemcheck ausgesucht, und wir haben sie über unsere Wunschroute und Pläne genaustens informiert. Mein Copilot und ich hatten nämlich keine Lust darauf, mit irgend einer anonymen Stimme aus dem Tower zu kommunizieren, weshalb wir beschlossen haben, unseren Lotsen richtig kennen zu lernen, damit er unsere Navigation und Landewünsche studieren kann, und uns optimal durch die Landung führt. Eigentlich muss unser Lotse nur eines machen: Unsere Wunschlandebahn für uns frei halten. Ach ja, und dann ist da noch der Steward, der Papa, er wird für unser Wohl sorgen während der SEITE 52

Reise, und zum Wohl der Passagiere. Ich hab keine Angst vor dem Fliegen. Und vor dem Gebären auch nicht. Irgendwann werde ich merken, dass es für meinen Copiloten und mich an der Zeit sein wird, abzuheben. Im Moment befinden wir uns noch in der CheckingPhase, überprüfen alle Systeme, machen uns mit dem Cockpit, der Landebahn und der Navigation vertraut, legen die Route für unsere Reise fest. Wir fühlen uns sicher zusammen, unsere Kommunikation funktioniert und der Fluglotse, in diesem Fall unsere Hebamme, ist auch auf uns abgestimmt. Und trotzdem wird dieser Flug ein spezieller sein: denn irgendwann werde ich den Steuerknüppel meinem Copiloten übergeben müssen. Und ich weiss, jede Reise ist eine andere. Jede Reise hat sein Unvorhersehbares, egal, wie oft wir sie schon bestritten haben, egal, wie sicher oder gefährlich die Route und die Landebahn sein werden. Ist es nicht genau dieser Umstand, der den Wendepunkt Geburt zu einem so speziellen macht? Wir steigen irgendwo ein mit einem dicken Bauch und landen irgendwo mit einem Baby auf dem Arm. Was dazwischen geschieht, wie die Reise aussehen wird, können wir uns visualisieren, herbei wünschen.Wir können uns Sicherheit verschaffen, indem wir trainieren, Informationen


sammeln, uns mit allen Beteiligten absprechen und die Instrumente im Cockpit richtig bedienen lernen. Aber das, was die Reise mit uns macht, was dieser Wendepunkt mit uns macht und wie er sich für uns anfühlen wird, darauf haben wir nur begrenzt Einfluss. Darum bin ich auch vor meiner dritten Reise etwas hibbelig. Ich freue mich auf den Start, das Abheben, das Schweben in der Luft, aber ich lasse es offen. Ich bin offen, was mir diese eine Reise zeigen möchte. Ich weiss, genau so wie meine letzten beiden Geburten wird auch diese Geburtsreise ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Ich lasse es geschehen und werde geniessen. Und irgendwann, irgendwann ist es

an der Zeit, dass meine Copilotin den Steuerknüppel übernehmen wird. Auf diesen magischen Moment freue ich mich am meisten. Es ist der Augenblick, wenn mein Baby in meinen Armen liegt und sein Wendepunkt Leben beginnt, dann, wenn es das Steuer übernimmt und mich mit diesen offenen, wachen Augen das erste Mal anschaut, dann, wenn ich es bei uns willkommen heissen darf. In diesem Augenblick macht sich dieser unsagbar grosse Stolz breit, dass wir es zusammen geschafft haben. Mein Flugteam und ich, allen voran meine Copilotin, und wir wissen, unsere Reise geht weiter, sie hat erst begonnen, mit diesem wunderschönen, einmaligen Flug durch unseren Wendepunkt Geburt.

TANJA Als sie zum ersten Mal Mama wurde, durfte sie erfahren, wie spannend, transformierend und wertvoll dieser Meilenstein im Leben einer Frau ist. Durch die Geburt ihrer Kinder fühlt auch sie neu geboren, ganz neue Welten haben sich für sie aufgetan. Sie bloggt über ihre Erfahrungen als Mama, Schwangere und Gebärende und möchte Frauen dazu einladen, ihre ganz eigene, selbstbestimmte und vor allem kreative Schwangerschafts- und Geburtsreise zu erleben. www.HerzBauchWerk.ch

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Kolostrum Der

Zaubertrank

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aus Mamas Brust


Genau das Richtige, zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge

W

enn man frischgebackene Mütter beim ersten Anlegen begleitet, so bekommt man nicht selten einen zweifelnden Blick zugeworfen und die Mutter sagt: „Aber da ist doch noch gar nichts!“ Etwas unglaublich Wertvolles „Im Gegenteil!“, ist dann meist meine Antwort. „Natürlich ist da schon etwas, sogar etwas sehr wertvolles und das auch noch in genau der richtigen Menge!“ Während der Schwangerschaft fahren die Hormone nicht nur wegen des heranwachsenden Babys manchmal Achterbahn. Der Körper jeder Schwangeren bereitet sich, sozusagen nebenher, auch auf die Zeit nach der Geburt vor, in der das Baby Muttermilch braucht. Unter anderem das milchbildende Hormon Prolaktin steigt bereits in der Schwangerschaft stark an, wird aber noch durch ein anderes Hormon, welches von der Plazenta gebildet wird, sozusagen „in Schach“ gehalten. Sobald die Plazenta geboren wurde, stellt der mütterliche Körper alle Zeichen auf „Milchbildung“. In der Brust bildet sich aber auch in der Schwangerschaft bereits die Neugeborenenmilch, das sogenannte Kolostrum.

Dass das Kolostrum bereits in der Schwangerschaft gebildet wird, können manche Frauen daran merken, dass ab und an ein Tropfen gelblicher Milch im BH zu sehen ist. Wenn das Neugeborene also in den ersten Stunden und Tagen an Mamas Brust trinkt, so steht diese erste Mahlzeit nicht nur bereit, sondern ist in idealer Weise auf das Baby abgestimmt - in Menge wie auch in der Zusammensetzung. Kolostrum ist reich an Immunglobulinen, welche das noch untrainierte Immunsystem des Neugeborenen unterstützen. Der kindliche Darm wird durch das Kolostrum optimal mit förderlichen Bakterien „besiedelt“ und erhält Hilfe bei der weiteren Reifung. Es wirkt außerdem anregend auf die Darmtätigkeit des Neugeborenen und erleichtert die Ausscheidung des ersten Stuhlgangs, des sogenannten Mekoniums (wegen der tiefgrünen fast schwarzen Farbe auch Kindspech genannt).Zusätzlich ist die Zusammensetzung leicht verdaulich, der Eiweißgehalt ist höher als in „reifer“ Muttermilch, Fett und Kohlehydrate sind im Vergleich zu reifer Muttermilch anteilsweise weniger. Habe ich wirklich genug Milch? Gerade den Fakt, dass bereits bei SEITE 55


den ersten Anlegeversuchen genügend Neugeborenenmilch in der Brust ist, zweifeln leider viele Frauen an. Die Vorstellungen davon wieviel ein Neugeborenes in den ersten Stunden trinkt sind meist überzogen. Der Magen eines wenige Stunden alten Babys ist nicht größer als eine Kirsche. Entsprechend ist die Trinkmenge am ersten Tag pro Mahlzeit durchschnittlich etwa 7ml (variiert zwischen 2-14ml).

angestaute Lymphflüssigkeit. Der Übergang zwischen der goldgelben manchmal etwas dickflüssigen Neugeborenenmilch dem Kolostrum zur „reifen Muttermilch“ ist fließend und erfolgt nach und nach. Wenn das Baby nach Bedarf stillen darf, d.h. es darf trinken wann es möchte und so lange es möchte, so steigert sich die Milchmenge der Mutter quasi gleichzeitig mit der Erhöhung der Kapazität des Babymagens.

Da das Kolostrum wie beschrieben sehr leicht verdaulich ist und Magen und Darm recht rasch passiert, ist es gut, wenn ein Neugeborenes häufige kleine Mahlzeiten zu sich nimmt. Das ist für dessen Verdauungssystem gut und regt gleichzeitig die Milchproduktion der Mutter wunderbar an. Mitverantwortlich für die Befürchtung mancher Mütter, in den ersten Tagen nicht genug Milch für ihr Baby zu haben ist bestimmt auch der Begriff „Milcheinschuss“ für die anfängliche Schwellung des milchbildenden Gewebes, welche so etwa ab dem 3. Tag nach der Geburt zum Tragen kommt. Dieser sehr missverständliche Begriff suggeriert, dass zu diesem Zeitpunkt plötzlich Milch da ist, die vorher nicht da war. Die deutlich merkbare Schwellung kommt aber in Wahrheit nicht ausschließlich von der sich nach und nach in der Menge steigernden Muttermilch. Der andere Teil der Schwellung kommt z.B. durch die gesteigerte Durchblutung und

Und was ist, wenn mein Baby in den ersten Stunden noch gar nicht trinken mag?

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Manche Babys sind in den ersten Stunden noch etwas mitgenommen und scheinen noch gar nicht an die Brust zu wollen, weder früh noch häufig. In diesen Fällen hilft zum einen ausgiebiger Hautkontakt, also Haut-auf-Haut kuscheln auf dem Oberkörper der Mutter. So können sich diese Babys durch den einmaligen „Mamaduft“ sozusagen Appetit holen. Auf der anderen Seite verpasst man so die zarten Hungerzeichen nicht, falls das Baby doch trinken möchte. Zusätzlich kann die Mutter dem Baby auf die Sprünge helfen, indem sie immer wieder ein paar Tropfen Kolostrum von Hand ausstreicht bzw. „ausdrückt“. Das Baby kann diese wertvollen Tropfen entweder direkt von der Brustwarze schlecken oder die Tropfen können auf einem Löffel gesammelt werden und kön-


nen dem Baby vom Löffel gegeben werden. Davon profitieren Baby und Mama: Das Baby erhält trotz Schläfrigkeit Kolostrum und durch das gewinnen der Neugeborenenmilch von Hand wird auch die Brust der Mutter stimuliert. Wichtig auch in Ausnahmesituationen Da man inzwischen weiß, wie wichtig und wertvoll diese ersten Tropfen Muttermilch sind, versucht man Mütter zunehmend auch in Ausnahmesituationen zu unterstützen, ihrem Baby Kolostrum geben zu können. Zum Beispiel in der Betreuung von Frühgeborenen werden inzwischen auch die ersten Muttermilchmahlzeiten quasi als eine Art Medikament wertgeschätzt. Hier zählt tatsächlich jeder Tropfen und kann helfen, Frühchen vor Infektionen und gefährlichen Darmkomplikationen zu bewahren. Aber auch wenn die Mutter einen Schwangerschaftsdiabetes hat und das Neugeborene deshalb nach der Geburt regelmäßige Blutzuckerkontrollen bekommt und einem sogenannten „Frühfütterungsschema“ gefolgt wird, ist es in einigen Kliniken inzwischen möglich, bereits vor

der Geburt Kolostrum zu sammeln, damit das Baby im Falle einer notwendigen Zufütterung die Neugeborenenmilch seiner Mutter bekommt. Und selbst wenn eine Mutter sich bereits in der Schwangerschaft dazu entschließt, gar nicht stillen zu wollen und plant mit einem Medikament abzustillen, wird diesen Müttern, wenn sie dies wünschen, trotz des Abstillwunschs die Möglichkeit gegeben, ihren Babys eine Kolostrum-Mahlzeit zu geben. Diese kann dann wie eine Art „Schluckimpfung“ trotz Abstillens immerhin die positive Besiedlung des kindlichen Darms gewährleisten. Fragen? Beratung tut in jedem Fall gut! Nicht nur in den letztgenannten Situationen macht es Sinn, sich von einer Stillberaterin ausführlich beraten zu lassen. Manche bieten wie ich - hierzu vorbereitende Kurse oder auch ortsunabhängig Onlinekurse an. Manchmal ist aber auch ein persönliches Gespräch mit Stillberaterin oder Hebamme zu diesen Fragen eine große Hilfe. Gerade wenn es darum geht, dem eigenen Körper zu vertrauen, dass er bestens darauf vorbereitet ist, das Baby mit wertvollem Kolostrum zu versorgen.

CHRISTINA LAW-MCLEAN Christina ist seit über 22 Jahren in der Stillberatung tätig, sowohl in der Klinik als auch in freier Beratung. Sie bloggt zum Thema Stillen, veröffentlicht regelmäßig Videos mit Stilltipps auf ihrem YouTube-Kanal und konzipiert Onlinekurse zur Stillvorbereitung und Stillproblemen. www.entspannt-stillen.de

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Das Neugeborene braucht nur drei Dinge: W채rme in den Armen seiner Mutter, Nahrung aus ihrer Brust und Geborgenheit durch die Sicherheit ihrer N채he. All dies bekommt es durch das Stillen. Dr. Grantly Dick-Read


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Du hast

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und möchtest gern in einer der kommenden Ausgaben einen Artikel veröffentlichen? Oder du hast

eine schöne Geburt erlebt

und möchtest gern werdende Mütter an deiner Geburtserfahrung teilhaben lassen? Ich freue mich auf deine E-Mail: patricia@thebirthjourney.de

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Herausgeberin Kugelrund Verlag UG Patricia Bargenda

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Die neue Ausgabe erscheint am 6. Juni

The Birth Journey - Ausgabe 3  
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