Theaterjournal 2016/17 Ausgabe 4

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THEATER journal 4. Ausgabe | Spielzeit 2016/2017 | 17. Januar 2017 bis 28. Februar 2017 | Verlagsbeilage

THEATER OSNABRÜCK

LEITARTIKEL

DANSE MACABRE

NATHAN DER WEISE

Reiner Sörries über die Geschichte des Totentanzes

Choreografien von Mary Wigman, Marco Goecke und Mauro de Candia

Ronald Funke im Interview zu seiner Titelrolle

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MANON LESCAUT

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WARUM DIE TOTEN TANZEN Reiner Sörries: Gedanken zur Geschichte des Totentanzes „Die Gräber öffnen sich und geben ihre Toten frei.“ Mit diesen Worten umschreibt die berühmte Protagonistin des Ausdruckstanzes Mary Wigman das Thema ihres Tanzstücks TOTENTANZ II (1926). Sie knüpft damit an die Tradition volkstümlicher Erzählungen von tanzenden Toten an, die als unerlöste Wiedergänger auf den Friedhöfen zu nächtlicher Stunde ihre grotesken Tänze aufführen. Die Rekonstruktion von Wigmans TOTENTANZ ist Anlass des einmaligen Kooperationsprojekts DANSE MACABRE, zu dem sich vier Osnabrücker Institutionen zusammengeschlossen haben: das Theater Osnabrück, das Felix-Nussbaum-Haus, die Kunsthalle und das Diözesanmuseum. In unterschiedlichen Formaten setzen sie sich mit der Totentanzthematik auseinander. Anlässlich dieses genreumfassenden Projekts wirft Reiner Sörries einen Blick in die Geschichte des bis ins Mittelalter zurückreichenden Bildmotivs vom tanzenden Tod. TANZ DER GERIPPE von Michael Wolgemut, Holzschnitt, 1493. Sind die Toten denn nicht wirklich tot? Und können sie tatsächlich tanzen? Diese Fragen müssen sich den aufmerksam Lesenden doch als Erstes stellen, falls sie sich nicht gleich dem Thema „Totentanz“ zuwenden, das Dichter, Maler und Komponisten gleichermaßen beschäftigt, ja fasziniert hat. Natürlich könnte man es bei der kulturgeschichtlichen Bedeutsamkeit dieser Metapher bewenden lassen, die die Unausweichlichkeit des Todes umschreibt, so wie es beim Füssener Totentanz in der St.-Anna-Kapelle unmissverständlich heißt: „Sagt Ja Sagt Nein, Getanzt Muess sein.“ 1602 hatte der damalige Abt des Benediktinerklosters St. Mang, Matthias Schober, den Füssener Maler Jakob Hiebeler mit der malerischen Umsetzung beauftragt. Und Hiebeler malte einen großformatigen Zyklus von 20 Bildern, auf denen jeweils ein Toter einen Lebenden zum Tanz bittet. Die Tanzpartner stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten, von Papst und Kaiser bis zu Bürger und Bauer. Und die Aufforderung zum Tanz kann den Menschen in jedem Lebensalter ereilen, den Alten

wie das Kind. Die Botschaft lautet: Es kann jeden treffen, zu jeder Stunde. Mors certa, hora incerta – Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss. Eine ähnliche lateinische Sentenz, „Media vita in morte sumus“, hatte Martin Luther 1524 in seinem Lied „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ ins Deutsche übersetzt. Soweit ist das vielleicht auch alles bekannt. Auch die Tatsache, dass sich der Totentanz in der Moderne immer mehr zu einer Metapher für Katastrophen entwickelt hat, seien es der Erste Weltkrieg oder die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Totentanz ist nicht mehr das Normale, sondern das Existenz- und Weltbedrohende. Selbst scheinbar banale Katastrophen wie das Sterben der Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb hat der Grafiker Helmut Anton Zirkelbach 2008 im Albstädter Totentanz zum apokalyptischen Ereignis werden lassen, wenn der Tod am Webstuhl sitzt oder sich in das Gesponnene selbst verstrickt. Doch soll die Frage nach den tanzenden Toten nicht außer Acht gelassen werden. Die Antwort lautet: Die Toten sind nicht tot.

Im Volksglauben nannte man sie „Untote“, lebende Leichname oder, sogar schlimmer, „Wiedergänger“ oder „Nachzehrer“, die den real Lebenden gefährlich werden konnten. Höchst lebendig sieht man die tanzenden Gerippe auf einem Blatt der Schedel’schen Weltchronik von 1493. Etwas früher entstanden sind die Blätter mit Friedhofsszenen aus dem Heidelberger Totentanz von Heinrich Knoblochtzer, wo die Toten munter ihren Gräbern entsteigen, während andere Gerippe mit Pauken und Trompeten zum Tanz aufspielen. Die Toten sind

Reiner Sörries

höchst lebendig. Ist diese Vorstellung in vielen Kulturen beheimatet, so hat sie die Kirche im christlichen Abendland befördert, als sie im Mittelalter die armen Seelen nach der Trennung von ihrem vergänglichen Leib ins Fegefeuer schickte. So behielten die Verstorbenen im Tod eine reale Existenz. Als sich diese Lehre vom toten Leib und der lebenden Seele im 13. und 14. Jahrhundert etablierte, kam es zur selben Zeit zur Ausbildung des Totentanzes, zunächst nur literarisch, und ab dem 15. Jahrhundert in großformatigen Zyklen entlang von Friedhofsmauern, so der berühmte Baseler Totentanz auf der Innenseite der Kirchhofsmauer bei der Predigerkirche etwa um 1440. Wahrscheinlich hielt man dieses Motiv einfach für gut geeignet, dem Friedhof einen künstlerischen Anstrich zu geben, der vor allem bei der betuchten Bürgerschaft sehr beliebt war. Oder wollte man den Menschen damit drohen? Sie angesichts des unausweichlichen Todes zu einem frommen Leben ermahnen? Wie es bereits der Psalmenbeter im Alten Testament gefordert hatte: „Lehre uns bedenken, dass

wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ Oder war es gar tröstlich (vor allem für die Benachteiligten), zu wissen, dass alle sterben müssen? Auch Kleriker und Fürsten, auch Adelige und Reiche? Sah man darin gar einen Ausgleich für die Ungerechtigkeit im Leben? Immerhin zog seit der ersten großen Pestwelle 1347 bis 1353 der Schwarze Tod immer wieder durch die Lande – ohne Rücksicht auf Stand, Vermögen und Glaubenstreue. All dies sind Erklärungsversuche für das Aufkommen der Totentänze, die bis heute nicht abschließend gelungen sind. Ein bisschen Geheimnis haftet den tanzenden Toten immer noch an, und sie mögen uns makaber erscheinen, wie auch die Franzosen den Totentanz einen „danse macabre“ nennen. Geheimnisvoll, atemberaubend und melancholisch ist auch die 1872 von Camille Saint-Saëns im marokkanischen Tanger komponierte sinfonische Dichtung DANSE MACABRE, die die deutsche Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Mary Wigman 1921 als Ausdruckstanz auf die Bühne brachte. Dieser hat nichts von Geheimnis, Dramatik und Melancholie verloren, wenn er nun am Theater Osnabrück zusammen mit ihrem TOTENTANZ II rekonstruiert und erneut auf die Bühne gebracht wird. Reiner Sörries Reiner Sörries, geb. 1952 in Nürnberg, war nach dem Studium der Evangelischen Theologie, Christlichen Archäologie und Kunstgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg von 1977 bis 1979 Vikar in Schwabach/Mfr. und von 1979 bis 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Archäologie in Erlangen. Seine Promotion 1981 befasste sich mit den byzantinischen Mosaiken in Ravenna, seine Habilitation 1986 mit den alpenländischen Fastentüchern. Von 1992 bis 2015 war er Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel und bekleidet seit 1994 bis heute eine apl. Professur für Christliche Archäologie in Erlangen. Er lebt in Kröslin an der Ostsee.


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DANSE MACABRE Choreografien von Mary Wigman, Marco Goecke und Mauro de Candia Wie könnten die Choreografien der TOTENTÄNZE I und II von Mary Wigman aus den 1920er Jahren ausgesehen haben? Was vermitteln sie uns über den Ausdruckstanz und Mary Wigman als wichtigste Repräsentantin und Wegbereiterin dieser modernen Tanzbewegung? Um eine Antwort auf solche und viele andere Fragen zu finden, hat sich die Dance Company Theater Osnabrück, nach der erfolgreichen Rekonstruktion des Spätwerks Le SACRE DU PRINTEMPS (1957) von Mary Wigman 2013, ein weiteres Mal auf archäologische Spurensuche begeben. Diesmal, um die „frühe“ Wigman genauer kennenzulernen und mehr über die Anfänge des modernen Tanzes zu erfahren, die Wurzeln des zeitgenössischen Tanzes. Den TOTENTANZ I choreografierte Wigman als Tanzgroteske für vier Tänzerinnen bereits 1917 und brachte ihn 1921 erneut zur Musik von Camille Saint-Saëns’ DANSE MACABRE heraus. Wenige Jahre später entstand ihr TOTENTANZ II in Dresden, wo sie ihre berühmte Schule leitete. Ihr Pianist und Komponist Will Götze entwarf die Schlagzeugmusik zu dem Gruppenstück für acht Tänzerinnen, das 1926 uraufgeführt wurde. Während die Toten im TOTENTANZ I noch einmal – auf bizarre Weise – ihre Lebendigkeit spüren wollten, erschienen sie im TOTENTANZ II als Wesen, die ihre Ruhe nicht finden dürfen.

Henrietta Horn (Mitte) bei der Probe zum TOTENTANZ II von Mary Wigman mit der Dance Company Theater Osnabrück.

Das Totentanz-Thema zieht ben und Katastrophen durch sich als Metapher für Tod, Ster- die Kulturgeschichte der Jahrhunderte. Auch auf der Tanzbühne fand es Ausdruck in DANSE MACABRE zahlreichen makabren, grotesVon Mary Wigman / Marco Goecke / Mauro de Candia ken oder auch mystischen choPREMIERE: SAMSTAG, 11. FEBRUAR 2017, reografischen Szenarien. Mit 19.30 UHR, der Rekonstruktion der TOTENTHEATER AM DOMHOF Einführung: 19 Uhr, Oberes Foyer Mary Wigman, Marco Goecke, Mauro de Candia Bühne/Kostüme: Mary Wigman, Marco Goecke, Mauro de Candia Mit: Cristina Commisso, Katherina Nakui, Marine Sanchez Egasse, Rosa Wijsman; Keith Chin, Neven Del Canto, Lennart Huysentruyt, Péter Dániel Matkaicsek, Jayson Syrette Denys Proshayev, Nadia Mokhtari (Klavier), Frank Lorenz (Schlagzeug) Der Rekonstruktion von Mary Wigmanns TOTENTANZ I und II wird gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Choreografie:

MATINEE Am Sonntag, 29.1., 11.30 Uhr, gibt das Produktionsteam im Theater am Domhof erste Einblicke in den dreiteiligen Tanzabend. Mitglieder der Dance Company Theater Osnabrück präsentieren außerdem Ausschnitte aus allen drei Choreografien. Der Eintritt ist frei.

TÄNZE I und II bringt die Dance Company zwei signifikante historische Werke dieser Thematik zurück auf die Bühne, als Auftakt des dreiteiligen Tanzabends DANSE MACABRE. Ihnen sind zwei zeitgenössische Choreografien gegenübergestellt: SUPERNOVA von Marco Goecke, 2009 für das Scapino Ballet in Rotterdam kreiert, und SACRE, eine Uraufführung von Mauro de Candia zu Strawinskys Version LE SACRE DU PRINTEMPS für zwei Klaviere. Beide Stücke knüpfen thematisch an die Totentanz-Idee an und stellen sie zugleich in einen heutigen Kontext. Geht es bei Goecke um die existenzielle Frage von Sein und Nicht-Sein, so bei de Candia

um die dem SACRE-Libretto immanente Todes- und Opferthematik im Hinblick auf unsere heutige Gesellschaft. Eine Supernova ist das explosive Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit. Durch die Explosion vernichtet er sich selbst und verlischt im Dunkeln. Ein physikalisches Phänomen, das die Grenze zwischen Existenz und deren Verlöschen, zwischen Leben und Tod, Licht und Dunkel sichtbar macht. Marco Goecke, einer der international renommiertesten deutschen Choreografen der Gegenwart, versinnbildlicht dieses makrokosmische, galaktische Ereignis im Mikrokosmos der Bühne: das Auftauchen, die Materialisierung und das Verschwinden der Bewegung im schwarzen Nichts. Die neu entstehende Choreografie von Mauro de Candia zu Igor Strawinskys Klavierfassung von LE SACRE DU PRINTEMPS beschließt den Tanzabend. De Candia fasziniert der mitunter metallisch wirkende Klang der selten verwendeten Klavier-Version, die Verlorenheit und Leere, die sich darin spiegeln. Daraus bezieht er die Anregung zu einer Umdeutung des ursprünglichen SACRE-Szenarios. Bei ihm sind wir alle Opfer unserer Gesellschaft. Wir opfern unsere Identität und Individualität dem Konformismus, wir erstarren in Automatismen und werden zu Produkten der von uns selbst produzierten Bilder. SACRE drücke den Wahnsinn der Subjektlosigkeit präzise aus und entspreche insofern der gesellschaftlichen Lage, analysierte Adorno die Musik Strawinskys. In Mauro de Candias choreografischer Fassung wird dieser Gedanke im Dialog mit der Musik sichtbar und der rituelle Opfertod zu einem Tod des eigenen Ichs. In Kooperation mit dem Felix-Nussbaum-Haus, dem Diözesanmuseum und der Kunsthalle Osnabrück setzt sich das Projekt DANSE MACABRE in Ausstellungen, Installationen, einem Symposium und weiteren Formaten mit der Genre umfassenden Totentanz-Thematik auseinander. (PS)


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NATHAN ALS ZERISSENER Interview mit Ronald Funke zu NATHAN DER WEISE Seit Anfang der Spielzeit verstärkt Ronald Funke das Schauspielensemble – eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, denn schon von 1997 bis 1999 und 2004/05 war er in Osnabrück tätig. Momentan ist er als Postmeister Iwan Kusmitsch Schpekin in DER REVISOR und als Kriminalinspektor Richard Voß in DIE PHYSIKER zu sehen. Und die Proben für das nächste Stück haben schon begonnen: In NATHAN DER WEISE wird er die Titelrolle übernehmen. Der Leitende Schauspieldramaturg Jens Peters hat ihn zu den Herausforderungen von Figur und Stück interviewt. Welche Inszenierungen von NATHAN DER WEISE, die du im Laufe deiner Zeit am Theater gesehen hast, haben dich besonders beeindruckt? Ich habe bisher einmal selbst im Nathan mitgespielt, und zwar in den 90er Jahren in Magdeburg. Das Stück wurde da assoziativ in den Kontext des Zweiten Golf-

kriegs (1991–92) gestellt; so war ein abstrakter Bohrturm Teil des Bühnenbilds. Ich habe damals Saladin gespielt, der in der Inszenierung als ein Suchender angelegt war, jemand, der von dem Bedürfnis getrieben war, Gutes zu tun, und das aus Geldnot nicht konnte. Ansonsten sind mir besonders zwei Rostocker Inszenierungen in Erinnerung geblieben und zwar eine nach der Wende in der Regie von Daniel Call, wo alle Rollen mit Frauen besetzt waren, und eine Inszenierung von Axel Richter vor der Wende. In letzterer ging es vor allem um die Schuld der Christen an den Juden: Ein zentrales Bild war ein Haufen Kinderschuhe, der einerseits den Tod von Nathans sieben Kindern repräsentierte, andererseits auch auf die Konzentrationslager verwies. Außerdem habe ich natürlich auch die letzte Osnabrücker Inszenierung 2007/08 von Wolfram Appich gesehen. Was sind für dich die Herausforderungen dieser ikonischen Rolle in einem Stück, das zu den großen Klassikern des

NATHAN DER WEISE Von Gotthold Ephraim Lessing PREMIERE: SAMSTAG, 28. JANUAR 2017, 19.30 UHR, THEATER AM DOMHOF Inszenierung: Dominique Schnizer Bühne/Kostüme: Christin Treunert Dramaturgie: Jens Peters Mit: Marie Bauer, Elaine Cameron, Cornelia Kempers; Niklas Bruhn, Johannes Bussler, Klaus Fischer, Ronald Funke, Oliver Meskendahl, Andreas Möckel

Wie legt man so eine Rolle an? Funke berichtet von seinen Erfahrungen. deutschsprachigen Theaters gehört? Ich versuche immer, soweit wie möglich, ohne vorformulierte Erwartungen an eine Rolle heranzugehen. Ich erarbeite sie erst in den Proben und will da auch offen sein, Neues, Unerwartetes zu entdecken. So finde ich es besonders spannend, wenn bei der Lektüre von Texten, die scheinbar gar nichts mit dem

MATINEE Am Sonntag, 15.1., gibt das Produktionsteam um 11.30 Uhr im Rahmen einer Matinee im Oberen Foyer im Theater am Domhof erste Einblicke in die Produktion. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Stück zu tun haben, zufällig Verbindungen entstehen. In meiner Vorbereitung setze ich mich hauptsächlich damit auseinander, was die Figur mit mir selbst zu tun hat: Welche Aspekte von Nathan kann ich auch in mir entdecken? Welche sind neu? Dabei ist es mir immer auch ein Anliegen, Figur und Geschichte mit Humor zu erzählen – schließlich ist Theater auch Unterhaltung! Hinsichtlich des Stücks interessiert mich besonders, was sich szenisch und in der Entwicklung und Auseinandersetzung der Charaktere aus unserer Fassung ergeben wird, in der wir Lessings Sprache verknappen, sehr direkt nehmen und so versuchen, sie in die heutige Zeit zu transportieren. Das bietet

auch die Gelegenheit, die Ringparabel, die eigentlich jeder glaubt zu kennen, noch einmal neu, frisch und spontan zu erzählen. Sie entsteht ja aus einer ganz besonderen Situation heraus: Nathan erzählt sie, um sich einer Falle Saladins zu entziehen, und rührt mit ihr tatsächlich etwas Grundlegendes bei seinem Gegenüber an. Insgesamt finde ich es bei unserer Interpretation des Stücks wichtig, dass die zentrale Frage, nämlich ob und wie die am Ende des Stücks schon fast märchenhaft präsentierte Utopie des friedlichen Zusammenlebens der Religionen heute möglich ist, offen bleiben sollte. Der Gewinn liegt in der Auseinandersetzung mit der Frage, nicht in ihrer Beantwortung. Verrätst du uns abschließend noch dein Lieblingszitat aus dem Stück? Da habe ich zwei, die eng miteinander verbunden sind. Ganz zu Anfang sagt Nathan zu Daja „Jedem Menschen ist ein Mensch noch immer lieber als ein Engel.“ Kurz darauf meint er aber zu Al-Hafi, als dieser über seine neue Aufgabe als Kämmerer Saladins und der damit verbundenen Aufgabe seiner Einsamkeit als Derwisch klagt: „Ich fürchte, grade unter Menschen verlernst du, ein Mensch zu sein.“ Mich reizt die Zerrissenheit Nathans, die sich in diesen widersprüchlichen Äußerungen ausdrückt.

STADT-GLAUBE: Neues zum STADTPROJEKT NATHAN Eine Stadt, ein Lager oder Heim für Geflüchtete oder ein einzelnes Gebäude – alle sind Orte des menschlichen Zusammenlebens, in denen wie in einem Mikrokosmos, einem Reagenzglas, unterschiedliche Menschen, Kulturen und Religionen in größter räumlicher Nähe aufeinandertreffen und Verbindungen eingehen – mal explosiv, mal kreativ. Dies hat sich schon zu Beginn der Proben als eines der zentralen Themen sowohl in Dominique Schnizers Inszenierung von NATHAN DER WEISE

als auch bei URBAN PRAYERS OSNAim Rahmen des STADTPROJEKTS NATHAN herauskristallisiert. Wenn wir auf engstem Raum miteinander leben, sind Reibungen oft unvermeidbar, aber durch Reibung entsteht auch Energie. Die Auseinandersetzung mit dem scheinbar Anderen kann auch überraschende Gemeinsamkeiten einerseits und neue Impulse andererseits freisetzen. Die Spielclubs des Theaters, die gemeinsam URBAN PRAYERS OSNABRÜCK zur Aufführung bringen, haben diesen Prozess des Kennenlernens mit einem Besuch in den drei BRÜCK

Partnergemeinden begonnen: der evangelisch-reformierten Jugendkirche, der jüdischen Gemeinde und der Moschee von DITIB Osnabrück – Yeni Camii. Im Gespräch mit Geistlichen und jungen Gemeindemitgliedern konnten alle Fragen gestellt werden, die man schon immer zur anderen Religion – und zu Religion überhaupt – gehabt hat. Diesen kritischen Dialog werden die Jugendlichen fortsetzen und in ihre ganz eigenen Textfassungen einfließen lassen. Auf die Ergebnisse, die dann vor Ort bei den Gemeinden

präsentiert werden, darf man gespannt sein! Das Projekt konnte so auch schon auf die Inszenierung, auf die es sich bezieht, zurückwirken, denn auch die Schauspielerinnen und Schauspieler und das Team von NATHAN DER WEISE haben den durch das STADTPROJEKT NATHAN etablierten Kontakt zu den drei Konfessionen genutzt und diesen einen Recherchebesuch abgestattet, um direkte, persönliche Erfahrungen mit Formen des Zusammenlebens der abrahamitischen Religionen zu sammeln.

Auch die jungen Autorinnen und Autoren in der Schreibwerkstatt GRENZEN.LOS.SCHREIBEN werden sich mit diesen aus ihren ganz eigenen Perspektiven heraus befassen. Vielleicht inspirieren die Kurzdramen, Gedichte und Erzählungen, die dort entstehen, auch das erste Nachgespräch zu NATHAN DER WEISE im Rahmen von LESSING REVISITED am 24.2. im Oberen Foyer im Anschluss an die Vorstellung NATHAN DER WEISE, bei dem mit Bischof Franz-Josef Bode gleich ein ganz besonderer Gesprächspartner zu Gast ist. (JP)


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ENDSPIEL EINER REVOLUTION Georg Büchners DANTONS TOD im emma-theater

Das Ensemble von DANTONS TOD probt die Revolution – musikalisch. Drei Jahre nach Beginn der Französischen Revolution entsteht 1793 der Wohlfahrtsausschuss: das diktatorische Gremium, mit dem die Beschlüsse des Nationalkonvents umgesetzt werden sollen, de facto aber die jakobinische Terrorherrschaft legitimiert wird. Sein Gründungsmitglied Georges Danton steht schon ein Jahr spä-

ter unter dem Verdacht des Hochverrats und wird verurteilt durch die Anhänger Robespierres – der nur wenige Monate später selbst guillotiniert wird. Danton und Robespierre, beide relativ junge Männer Mitte 30, vertraten ursprünglich noch das gemeinsame Ziel, mittels des revolutionären Umsturzes die poli-

DANTONS TOD Von Georg Büchner PREMIERE: Inszenierung: Bühne/Kostüme: Musik: Dramaturgie: Mit:

SAMSTAG, 4. FEBRUAR 2017, 19.30 Uhr, EMMA-THEATER Alexander Charim Ivan Bazak Eberhard Schneider Maria Schneider Helene Stupnicki, Monika Vivell; Stefan Haschke, Thomas Kienast, Valentin Klos, Janosch Schulte

tischen, sozialen und finanziellen Miseren Frankreichs zu beenden und das Land nach den Maßstäben der beginnenden Aufklärung gerecht neu zu gestalten. Büchners Stück zeigt beide Männer als Zerrissene, die bereits begreifen, dass ihr Ideal nicht umsetzbar sein wird und die durch ihre unterschiedlichen Reaktionen auf diese Erkenntnis zu Gegnern werden. Während sich Robespierre als Anführer der Jakobiner zur Schreckensherrschaft der Guillotine radikalisiert (bei Büchner aber durchaus fähig ist, die eigene Situation als Zerreißprobe zwischen Tugend und Terror zu reflektieren), sucht Danton nach einer gemäßigteren Lösung, die beispielsweise das entstehende Großbürgertum in die Neuord-

nung der Gesellschaft integrieren würde. Wissend, dass die Ideale von „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit“ so oder so abgetreten werden an entweder Mord und Diktatur oder die beginnende Herrschaft des Finanzkapitalismus, bewegen sich Danton und Robespierre im Endspiel einer Revolution, die noch kurz zuvor bedingungslos ihre Leidenschaften und Ziele bestimmte. 1835 verfasste der 21-jährige Georg Büchner mit DANTONS TOD ein Stück, in dem Politik zum verstörenden Drama wird: ob in den politischen Reden seiner historischen Protagonisten, auf der Straße abgelauschten Wortwechseln über die populistische Politisierung der Bevölkerung oder in den radikalen Entscheidungen

seiner weiblichen Figuren, die bewusst zum Äußersten gehen. Regisseur Alexander Charim arbeitet nach WINTERREISE, IMMER NOCH STURM, DOKTOR FAUSTUS und DON CARLOS zum fünften Mal am Theater Osnabrück. 2016 wurde er mit dem Dr.-Otto-Kasten-Preis, dem Förderpreis der deutschen Intendanten, sowie dem Nestroy-Bundesländerpreis ausgezeichnet. Seine Lesart von DANTONS TOD spielt im kleinen Raum des emma-theaters bewusst mit der engen räumlichen Verbindung von Publikum und Spielern und bietet dadurch die Möglichkeit, sich gemeinsam und unmittelbar nicht zuletzt auch über unsere aktuellen Erfahrungen mit Revolution kurzzuschließen. (MSC)

lern zum Lorbeerkranz verhelfen? In der anderen Ecke machen sich Kontrahenten wie Dalibor Markovi, Sebastian 23 und Thomas Jurisch warm, das Who-is-Who der deutschen Slamszene, die dem Ruf der Lagerhalle nach Osnabrück folgen

werden. Und jeder von ihnen weiß: DEAD OR ALIVE – es kann nur einen geben, der als Sieger aus dem Ring steigt, gekürt durch die Gunst des Publikums. (SK) Freitag, 10. Februar 2017, 20 Uhr, Theater am Domhof

DEAD OR ALIVE: Poetry Slam im Theater am Domhof Die Arena wartet schon, bald wird das Mikro vom Himmel surren, wird der Mann im Anzug noch einmal die Regeln erklären und dann der alles eröffnende Gong tönen: Ring frei für einen weiteren Schaukampf der Worte, bei dem es

wieder heißt „Dead or Alive“. In der einen Ecke werden schon massiert: Johanna Franke, Maria Goldmann, Benjamin Werner und Jost op den Winkel vom Theater Osnabrück, die verstorbenen Dichtern und anderen Wortakrobaten Körper und Stimme

leihen¸ darunter so Wortmächtigen wie François Villon („Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund“), Dylan Thomas oder David Bowie. Können sie vom Dichterolymp hinab mit dem Manna ihrer Poesie den Schauspielerinnen und Schauspie-


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Seite 6 20 Uhr | Diözesanmuseum LESEREISE: Die Jugend des Königs Henri Quatre 3. Station: Blutnacht, f. V., 5 Euro

Spielplan Januar/Februar 2017

Zu Gast im emma-theater: die „Montagsspieler“ der VHS.

Januar Di | 17.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | emma-theater

AKTUELLES SPIELTRIEBE 7 Zum 7. Mal findet vom 1. bis 3. September 2017 das SPIELTRIEBE-Festival für zeitgenössisches Theater am Theater Osnabrück statt. Nach dem Auftakt im Theater am Domhof wird das Publikum auf fünf Festivalrouten durch die Stadt geschickt, auf denen an außergewöhnlichen Orten verschiedenste Spielarten aktueller Theaterformen zu entdecken sind. Save the Date – an diesem Wochenende lohnt es sich, Osnabrück von ganz neuen Seiten zu erleben! LESEREISE: DIE VOLLENDUNG DES KÖNIGS HENRI QUATRE 4. Station: Der Weg zur Macht Als „guter König“ und moderner Herrscher Frankreichs ist Henri von Navarra (15331610) in die Geschichte eingegangen. Auf der 4. Station begleiten wir ihn bei seinem Aufstieg zur Macht: ein Weg voller Intrigen und Kämpfe, aber auch die Geschichte einer großen Liebe zu der schönen Gabriele. Licht und Schatten liegen eng beieinander, und die Unterstützung des Volkes will erkämpft sein. Arne Hatje, Kantor und Organist der St.

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DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA)

Stück von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, f. V., PK E7 Mi | 18.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | emma-theater

WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF

Katharinenkirche, begleitet DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE den Abend musikalisch, es leStück von Jens Raschke, für alle ab 10 Jahren, sen Klaus Fischer und Andreas f. V., PK E7 Möckel – am Donnerstag, 15.30 Uhr | Theater am Domhof/Oberes Foyer 16.2., 20 Uhr, KatharinenkirPURZELKONZERT: Klingende Hölzer che/Orgelempore. Für alle ab 0 Jahren, f. V., 5 Euro MONTAGSSPIELER ZU GAST 19.30-21.05 Uhr | emma-theater Wie Loriot ist auch Alan AyckFRAU MÜLLER MUSS WEG bourn ein Meister des tiefsinniKomödie von Lutz Hübner, ZA, f. V., PK E2 gen Humors, der Alltagssituationen bis ins Absurde führt, zum Do | 19.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | emma-theater Lachen anregt und gleichzeitig WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF den Zuschauern den Spiegel DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE vorhält. Ayckbourn versteht es Stück von Jens Raschke, für alle ab 10 Jahren, meisterhaft, ernste Themen wie f. V., PK E7 gedankenlose Manipulation, sexistisches Machogehabe, skru- 19-20.30 Uhr | Theater am Domhof NEXT GENERATION – DIE SHOW DER pelloses Karrieredenken und MUSICALSTARS VON MORGEN misslungene menschliche KomGala-Show der Musical-Absolventen mit dem munikation in Szenen voller unwiderstehlicher Situationsko- WDR Funkhausorchester, mik darzustellen. Die „Mon- 23-49 Euro/erm. 11,50-24,50 Euro tagsspieler“ der VHS bringen 19.30 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal seine KONFUSIONEN auf die VIS-À-VIS Bühne des emma-theaters – am Treffpunkt 19.15 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei Sonntag, 22.1., 19.30 Uhr. VIS-À-VIS UND OFFENE TANZTRAININGS Was heißt es, ein Choreograf zu sein und zu choreografieren? Mauro de Candia zeigt es am Beispiel von Musik und deren Um- und Übersetzung in Tanz auf. Bringen Sie Ihre Lieblingsmusik auf CD mit, wenn Sie erfahren möchten, wie sie getanzt aussehen könnte – zum nächsten VIS-À-VIS am Donnerstag, 24.2., 19.30 Uhr (Treffpunkt um 19.15 Uhr am Bühneneingang). Die Termine für die nächsten OFFENEN TANZTRAININGS sind: 60+ am 24.1. und 23.2., jeweils 19-20 Uhr, 16+ am 18.2., 1011.30 Uhr. Anmeldung über dancecompany@theater-osnabrueck.de oder Telefon 0541/ 76 00-151. Treffpunkt jeweils 15 Minuten vor Beginn am Bühneneingang.

DIE LUSTIGE WITWE

Fr | 20.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | emma-theater DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA) Stück von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, f. V., PK E7 19.30-21.05 Uhr | emma-theater FRAU MÜLLER MUSS WEG Komödie von Lutz Hübner, Schnupper-Abo 3, f. V., PK E1 19.30 Uhr | Theater am Domhof MANON LESCAUT Oper von Giacomo Puccini, FrM/VB blau, f. V., PK T3 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer

ÜBER MEINE LEICHE

Do | 02.02.2017 | 19.30-20.50 Uhr | emma-theater ÜBER MEINE LEICHE (UA) Stück von Stefan Hornbach, ZA, f. V., PK E4 Fr | 03.02.2017 | 19.30 Uhr | Theater am Domhof MANON LESCAUT Oper von Giacomo Puccini, Fr 2, f. V., PK T3 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer

Sa | 04.02.2017 | 15.30 Uhr | Theater am Domhof/Oberes Foyer STROLCHKONZERT: Das Flitzkonzert Für alle ab 3 Jahren, f. V., 5 Euro 19.30 Uhr | emma-theater PREMIERE DANTONS TOD Schauspiel von Georg Büchner, f. V., PK E2 19.30 Uhr | Theater am Domhof 19.30 Uhr | Theater am Domhof MANON LESCAUT Sa | 21.01.2017 | 15.30 Uhr | NATHAN DER WEISE Theater am Domhof/Oberes Foyer Oper von Giacomo Puccini, Do 1, f. V., PK T4 Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, PURZELKONZERT: Klingende Hölzer 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer VB EAN 1/VB EAN 2/VB SPD/VB SSP/CDUFür alle ab 0 Jahren, f. V., 5 Euro Fr | 27.01.2017 | 19.30-20.30 Uhr | Lortzing- Spezial, f. V., PK T7 19.30-21.50 Uhr | emma-theater haus/Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer ÜBER MEINE LEICHE (UA) ERNST UND FALK – Gespräche für Freimaurer So | 05.02.2017 | 15-16 Uhr | emma-theater Stück von Stefan Hornbach, VB SPD, f. V., PK E3 Schauspiel nach Gotthold Ephraim Lessing, DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA) f. V., 19 Euro So | 22.01.2017 | 15-17.30 Uhr | Stück von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, Theater am Domhof Sa | 28.01.2017 | 19.30 Uhr | f. V., PK E6 DIE LUSTIGE WITWE Theater am Domhof 15-17.30 Uhr | Theater am Domhof Operette von Franz Lehár, PREMIERE NATHAN DER WEISE DIE LUSTIGE WITWE So Na 1/VB silber, f. V., PK T3 Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, Operette von Franz Lehár, f. V., PK T3 15-18 Uhr | Theater am Domhof/Oberes Foyer Wo 1,VB weiß, f. V., PK T6 Mi | 08.02.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | WORKSHOP: Ich packe meinen Koffer ... So | 29.01.2017 | 11 Uhr | OsnabrückHalle emma-theater Für Kinder von 6-12 Jahre, mit Anmeldung 3. SINFONIEKONZERT WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF 19.30 Uhr | emma-theater Konz So/Konz So plus/Konz Ju, f. V., PK S3 DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE KONFUSIONEN 10.45 Uhr Einführung, Europasaal Stück von Jens Raschke, für alle ab 10 Jahren, Stück von Alan Ayckbourn, Gastspiel der f. V., PK E7 11.30 Uhr | Theater am Domhof Montagsspieler der Volkshochschule OsnaEINFÜHRUNGSMATINEE zur Premiere: 19.30-21.05 Uhr | emma-theater brück, f. V., 13 Euro/erm. 11 Euro DANSE MACABRE FRAU MÜLLER MUSS WEG Di | 24.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | Eintritt frei Komödie von Lutz Hübner, emma-theater SSP Mi 2, f. V., PK E2 15 Uhr | emma-theater SUPERHERO DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA) 19.30 Uhr | Theater am Domhof Stück nach Anthony McCarten für alle ab 14 Stück v. J. Penner für alle ab 8 Jahren, f. V., PK E6 MANON LESCAUT Jahren, f. V., PK E7 Oper von Giacomo Puccini, 20-21.30 Uhr | Theater am Domhof 19-20 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal MATTHIAS BRANDT UND JENS THOMAS: Mi 2/ VB grün + DGB, f. V., PK T4 OFFENES TANZTRAINING 60+ LIFE – Raumpatrouille und Memory Boy 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Treffpunkt 18.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei Musikalische Lesung, f. V., 23-32,90 Euro Do | 09.02.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | 19.30-21.05 Uhr | emma-theater emma-theater Mo | 30.01.2017 | 20 Uhr | OsnabrückHalle FRAU MÜLLER MUSS WEG DER DICKE STERNSCHNUPPE (UA) 3. SINFONIEKONZERT Komödie von Lutz Hübner, f. V., PK E2 Stück von Julia Penner für alle ab 8 Jahren, Mo/TuK/ Schnupper 1, f. V., PK S2 19.30 Uhr | Theater am Domhof f. V., PK E7 19.15 Uhr Einführung, Tagungsraum MANON LESCAUT Konzertlounge im Anschluss 19.30 Uhr | emma-theater Oper von Giacomo Puccini, DANTONS TOD Di 2/ VB or, f. V., PK T4 Di | 31.01.2017 | 19.30-21.05 Uhr | Schauspiel von Georg Büchner, 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer emma-theater VB Alt. 2, f. V., PK E3 FRAU MÜLLER MUSS WEG Do | 26.01.2017 | 9.30 + 11.30 Uhr | Komödie von Lutz Hübner, f. V., PK E2 Fr | 10.02.2017 | 19.30 Uhr | emma-theater emma-theater DANTONS TOD SUPERHERO Februar Schauspiel von Georg Büchner, f. V., PK E2 Stück nach Anthony McCarten für alle ab 14 20 Uhr | Theater am Domhof Jahren, f. V., PK E7 Mi | 01.02.2017 | 19.30 Uhr | POETRY SLAM: Dead or Alive Theater am Domhof 19.30-21.50 Uhr | emma-theater In Kooperation mit der Lagerhalle, MANON LESCAUT ÜBER MEINE LEICHE (UA) Oper von Giacomo Puccini, Mi 1, f. V., PK T4 f. V., 9-16 Euro Stück von Stefan Hornbach, VB Alt. 2, f. V., PK E4 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Fortsetzung auf Seite 8

Text: Jean Müller Musik George Amadé

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20 Jahre - Die Jubiläumstournee TANZ DER VAMPIRE · ALADDIN · RO OCKY CKY · HINTERM HORIZONT · CATS

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Seite 8 | Dienstag, 17. Januar 2017 Sa | 11.02.2017 | 19.30 Uhr | emma-theater DANTONS TOD Schauspiel von Georg Büchner, ZA2, f. V., PK E2 19.30 Uhr | Theater am Domhof PREMIERE DANSE MACABRE Choreografien von Mary Wigman, Marco Goecke, Mauro de Candia, Pr 1/Pr 3, f. V, PK T5 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer

DAS ABSCHIEDSDINNER

So | 12.02.2017 | 19.30-21.05 Uhr | emma-theater FRAU MÜLLER MUSS WEG Komödie von Lutz Hübner, f. V., PK E1 19.30-20.30 Uhr | Lortzinghaus/Freimaurerloge „Zum goldenen Rade“ ERNST UND FALK – Gespräche für Freimaurer Schauspiel nach Gotthold Ephraim Lessing, f. V., 19 Euro, Publikumsgespräch im Anschluss 19.30-21.10 Uhr | Theater am Domhof DAS ABSCHIEDSDINNER 20 Uhr | Katharinenkirche/Orgelempore Komödie von Matthieu Delaporte und LESEREISE: Die Vollendung des Königs Alexandre de la Patellière, f. V., PK T9 Henri Quatre Mo | 13.02.2017 | 20 Uhr | OsnabrückHalle 4. Station: Der Weg zur Macht, f. V., 5 Euro 4. SINFONIEKONZERT Fr | 17.02.2017 | 19.30-21.50 Uhr | emma-theater Konz Mo/Konz So plus, f. V., PK S2 ÜBER MEINE LEICHE (UA) 19.15 Uhr Einführung, Tagungsraum Stück von Stefan Hornbach, Giro-Live Jung, Di | 14.02.2017 | 11 Uhr | OsnabrückHalle f. V., PK E3 SCHULKONZERT: Schumann – Die Rheinische 19.30-22.30 Uhr | Theater am Domhof Sinfonie DIE ZAUBERFLÖTE 7.-9. Klasse, 5,50 Euro Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, 19.30 Uhr | Theater am Domhof TuM 1+2/Schnupper 2, f. V., PK T2 NATHAN DER WEISE Sa | 18.02.2017 | 10-11.30 Uhr | Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, Theater am Domhof/Tanzsaal Di 1/ SSP Di 1, f. V., PK T8 OFFENES TANZTRAINING 16+ 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Treffpunkt 9.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei Mi | 15.02.2017 | 15-17.30 Uhr | 19.30 Uhr | emma-theater Theater am Domhof DANTONS TOD DIE LUSTIGE WITWE Schauspiel von Georg Büchner, Operette von Franz Lehár, f. V., PK T4 VB EAN 1, f. V., PK E2 19.30 Uhr | emma-theater 19.30 Uhr | Theater am Domhof DANTONS TOD NATHAN DER WEISE Schauspiel von Georg Büchner, f. V., PK E3 Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, Do | 16.02.2017 | 19.30 Uhr | Theater am Domhof Ju 1/Ju 2/Schnupper 1, f. V., PK T7 DANSE MACABRE 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Choreografien von Mary Wigman, Marco GoePublikumsgespräch im Anschluss cke, Mauro de Candia, Do 2, f. V., PK T7 So | 19.02.2017 | 19.30-21.05 Uhr | 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer emma-theater FRAU MÜLLER MUSS WEG DER DICKE STERNSCHNUPPE Komödie v. Lutz Hübner, VB EAN 2, f. V., PK E1 19.30-22 Uhr | Theater am Domhof DIE LUSTIGE WITWE Operette v. Franz Lehár, VB gelb/TuK, f. V., PK T3 Di | 21.02.2017 | 19.30-21.05 Uhr | emma-theater FRAU MÜLLER MUSS WEG Komödie von Lutz Hübner, VB SSP, f. V., PK E2 19.30 Uhr | Theater am Domhof DANSE MACABRE Choreografien von Mary Wigman, Marco Goecke, Mauro de Candia, Di 2/VB or, f. V., PK T7 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer

Mi | 22.02.2017 | 19.30 Uhr | emma-theater DANTONS TOD Schauspiel von Georg Büchner, VB Alt. 1, f. V., PK E3 19.30 Uhr | Theater am Domhof NATHAN DER WEISE Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, Mi 2/SSP Mi 3, f. V., PK T8 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Do | 23.02.2017 | 19-20 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal OFFENES TANZTRAINING 60+ Treffpunkt 18.45 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei 19.30 Uhr | emma-theater DANTONS TOD Schauspiel von Georg Büchner, f. V., PK E3 19.30-22 Uhr | Theater am Domhof DIE LUSTIGE WITWE Operette von Franz Lehár, Do 1/VB rot, f. V., PK T4 Fr | 24.02.2017 | 19.30 Uhr | Theater am Domhof NATHAN DER WEISE Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, VB blau/Fr 2, f. V., PK T7 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Publikumsgespräch im Anschluss 19.30 Uhr | Theater am Domhof/Tanzsaal VIS-À-VIS Treffpunkt 19.15 Uhr Bühnenpforte, Eintritt frei Sa | 25.02.2017 | 17 Uhr | emma-theater PREMIERE MOMO Stück von Michael Ende für alle ab 10 Jahren, f. V., PK E6 So | 26.02.2017 | 11 Uhr | OsnabrückHalle 5. SINFONIEKONZERT Konz So/Konz Ju/Konz So plus, f. V., PK S3 10.45 Uhr Einführung, Europasaal 11.30 Uhr | Theater am Domhof EINFÜHRUNGSMATINEE zur Premiere: THE ADDAMS FAMILY Eintritt frei 19.30 Uhr | emma-theater DANTONS TOD Schauspiel von Georg Büchner, VB SPD, f. V., PK E2 19.30 Uhr | Theater am Domhof DANSE MACABRE Choreografien von Mary Wigman, Marco Goecke, Mauro de Candia, Tanz 1+2/Tanz, f. V., PK T6 19 Uhr Einführung, Oberes Foyer Mo | 27.02.2017 | 20 Uhr | OsnabrückHalle 5. SINFONIEKONZERT Konz Mo/VB Konz 2, f. V., PK S2 19.15 Uhr Einführung, Tagungsraum Konzertlounge im Anschluss Di | 28.02.2017 | 19.30-21.05 Uhr | emma-theater FRAU MÜLLER MUSS WEG Komödie von Lutz Hübner, SSP Di 2, f. V., PK E2 (Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten!)


Dienstag, 17. Januar 2017 | Seite 9

ZEIT IST LEBEN – UND WOHNT IM HERZEN MOMO von Michael Ende im emma-theater Gigi Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer sind Momos beste Freunde. Täglich besuchen sie das Mädchen im alten Theater. Aber schleichend verändert sich etwas in ihrer Welt: Die Erwachsenen fangen an, Zeit einzusparen und merken nicht, dass sie stattdessen etwas ganz anderes verlieren. Momo, die den Menschen ganz besonders gut zuhören kann, bemerkt als erste, dass hier eine unheimliche Macht am Werk ist – die grauen Herren der Zeit-Sparkasse. Als auch Momos Freunde immer mehr in den Bann der grauen Herren geraten, ist klar: Sie muss etwas tun. Mithilfe ihrer Fantasie (und einer sprachbegabten Schildkröte) stellt sich Momo der großen Gefahr. Gerade heute, da Begriffe wie Zeitersparnis, Stress und Entfremdung sogar schon in Grundschulen zirkulieren, ist es wichtig, gemeinsam gegen den Druck des Immer-Schneller-ImmerMehr-Wollens anzutreten. Michael Endes Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1973 ist dadurch aktueller denn je – und gemeinsam mit Momo können wir hoffentlich lernen, den grauen Herren in uns zu widerstehen … Der spanische Regisseur Guillermo Amaya inszeniert nach DER Er ist selbst ausgebildeter Schau- spielproduktion in Deutschland gisseur auch als Autor und in LIEBESTRANK und JEKYLL & HYDE spieler und stellt sich mit dieser vor. In Spanien ist er neben sei- der Schauspielregie tätig. Seit zum dritten Mal in Osnabrück. Arbeit erstmals mit einer Schau- ner Arbeit als Musiktheaterre- zwei Jahren ist Guillermo

MOMO Von Michael Ende, für die Bühne bearbeitet von Maria Schneider, für alle ab 10 Jahren PREMIERE: SAMSTAG, 25. FEBRUAR 2017, 17 UHR, EMMA-THEATER Inszenierung: Guillermo Amaya Bühne/Kostüme: Jörg Zysik Dramaturgie: Maria Schneider Mit: Johanna Franke; Jost op den Winkel, Benjamin Werner Mit freundlicher Unterstützung der Prowind GmbH

Wird sich OSKAR von den grauen Herren stressen lassen? Hoffentlich nicht! (Comic von Daniel Brinkmann)

Amaya Oberspielleiter des Musiktheaters am Theater für Niedersachsen Hildesheim. (MSC)

STROLCHKONZERT: Das Flitzkonzert Alle Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter sind eingeladen, sich mit ihren Begleitern auf musikalische Entdeckungstour zu begeben. Mit Strolch zusammen gibt es nach dem Konzert die Möglichkeit, sich die Instrumente näher

anzusehen. Bei unserem Konzert im Februar probieren wir aus, wie Musik uns in Bewegung bringt. Zu den Klängen von Klarinette, Kontrabass und Klavier wollen wir von ganz kleinen zu ganz großen Bewegungen alles ausprobieren und gemein-

sam mit Strolch hopsen, tanzen und flitzen. Mit Klarinette, Kontrabass und Klavier Samstag, 4.2.2017, 15.30 Uhr, Theater am Domhof/Oberes Foyer, ab 3 Jahren, 5 Euro


Seite 10 | Dienstag, 17. Januar 2017

DER OSNABRÜCKER MUSIKPREIS UND SEINE ERMÖGLICHER Ein Gespräch mit Felix Osterheider, Vorstand der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung Seit 22 Jahren gibt es den Osnabrücker Musikpreis, der in Zusammenarbeit von Stadt, Theater und einem Förderer jedes Jahr an einen Nachwuchskünstler aus den Reihen der Finalisten des ARD-Musikwettbewerbs vergeben wird. Im mittlerweile sechsten Jahr ist dieser Förderpartner die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung. Preisträger des Osnabrücker Musikpreises 2016: das Aris Quartett.

DIE PREISTRÄGER Vom ARD-Wettbewerb zum Osnabrücker Musikpreis Der ARD-Musikwettbewerb wurde im Jahr 2016 zum 65. Mal vom Bayerischen Rundfunk ausgetragen. Er ist einer der wichtigsten internationalen Nachwuchswettbewerbe, seine Teilnehmer kommen von allen Kontinenten. Zu seinen Preisträgern zählten in der Vergangenheit u. a. Christoph Eschenbach, Thomas Quasthoff oder das Quatuor Ébène. In jedem Jahr wird er in vier unterschiedlichen Kategorien ausgeschrieben, sodass alle Instrumentenarten, aber auch Sänger und Kammermusikensembles eine Chance bekommen. Die Statuten des Osnabrücker Musikpreises legen fest, dass der Preisträger des Osnabrücker Musikpreises aus den Reihen der Finalisten des ARD-Musikwettbewerbs gekürt wird. Maßgebliche Jury ist das Kuratorium des Osnabrücker Musikpreises, das unter der Leitung des jeweiligen Generalmusikdirektors des Theaters Vertreter des regionalen Musiklebens vereinigt. Zur Zeit gehören ihm neben Andreas Hotz Anita Schnitker, die Vorsitzende des Musikvereins Osnabrück e. V.,

Burkhard Schmilgun, der Artistic Director des Labels cpo aus Georgsmarienhütte, sowie der Kirchenmusiker Stephan Lutermann aus Melle als Vertreter der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung an. Das Kuratorium reist zu den Finalkonzerten nach München. Direkt vor Ort fällt dann nach dem letzten Konzert die Entscheidung. Zu den Preisträgern des Osnabrücker Musikpreises zählen z. B. der Klarinettist Sebastian Manz, der Pianist Alexej Gorlatch oder der Oboist Ramón Ortega. In diesem Jahr ging der Preis an das Aris Quartett, das beim ARDWettbewerb gleich mit fünf Preisen ausgezeichnet wurde. Neben einem 2. Preis erhielt das Aris Quartett den begehrten Publikumspreis, den mit 7500 Euro dotierten Osnabrücker Musikpreis, den Sonderpreis der französischen Kammermusikorganisation ProQuartet, sowie den mit einer CD-Produktion verbundenen Sonderpreis des Labels GenuinClassics. Das Aris Quartett gründete sich 2009 in Frankfurt und zählt

heute zu den gefragtesten jungen Streichquartetten. Zu seinen Mitgliedern gehören Anna Katherina Wildermuth (Violine), Noémi Zipperling (Violine), Caspar Vinzens (Viola) und Lukas Sieber (Violoncello). Die jungen Musiker, geboren zwischen 1989 und 1993, erhielten ihre Ausbildung bei ihren Instrumentalprofessoren und bei Hubert Buchberger (Buchberger Quartett) an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Der Durchbruch gelang schon auf den ersten internationalen Wettbewerben durch gleich vier 1. Preise: beim Brahmswettbewerb 2012 in Pörtschach (Österreich), beim Europäischen Kammermusikwettbewerb 2013 in Karlsruhe, beim August-Everding-Musikwettbewerb 2014 in München im Fach Streichquartett sowie beim Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb 2016 in Weimar. Große Erfolge erzielte das Aris Quartett zudem im Sommer 2016 durch die Verleihung des mit 60 000 Euro dotierten Kammermusikpreises der Jürgen-Ponto Stiftung. (DS)

Was macht den Osnabrücker Musikpreis aus, dass sich die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung im Jahr 2011 entschlossen hat, als Kooperationspartner diese Preisvergabe zu ermöglichen? Osnabrück ist eine klingende Stadt. Unzählige Menschen musizieren in Chören, Orchestern, als Solisten – als Hobby- oder Profimusiker. Aber: Nur, wer in Stadt und Landkreis Osnabrück lebt, dem ist diese Vielfalt bewusst. Deshalb hielten und halten wir es in Vorstand und Kuratorium unserer Stiftung für geboten, dass unsere Heimatstadt auch einen nach ihr benannten Musikpreis vergibt. Er macht über die regionalen Grenzen hinaus deutlich, dass Osnabrück und die Musik untrennbar miteinander verbunden sind. Dazu bedienen wir uns des großartigen ARD-Musikwettbewerbes: Aus dem Kreis der nach europäischem Maßstab besten jungen Musikerin-

Felix Osterheider nen und Musikern kommen in jedem Jahr einige nach Osnabrück. Sie bescheren unserem begeisterten Publikum unvergessliche Konzertereignisse – und fahren zugleich wieder als Botschafter für die hiesige Musikkultur in die Welt hinaus. Nicht wenige der Osnabrücker Musikpreisträger finden sich heute auf den großen internationalen Konzertbühnen – und Osnabrück bleibt stets eine Sprosse auf deren Erfolgsleiter. In welcher Traditionslinie steht die Förderung junger Künstler in der Arbeit der Stiftung? Die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung fördert ausschließlich Projekte mit jungen Fortsetzung auf Seite 11

4. SINFONIEKONZERT MEISTERLICH Osnabrücker Musikpreis 2016 – ermöglicht durch die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung Robert Schumann MANFRED-Ouvertüre Louis Spohr Konzert für Streichquartett und Orchester Robert Schumann Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, RHEINISCHE SINFONIE Montag, 13. Februar 2017, 20 Uhr OsnabrückHalle/Europasaal Einführung: 19.15 Uhr, Tagungsraum Dirigent: Andreas Hotz Solisten: Aris Quartett (Preisträger des Osnabrücker Musikpreises 2016) Mit: Osnabrücker Symphonieorchester In Kooperation mit dem NDR.


Dienstag, 17. Januar 2017 | Seite 11 THEATER OSNABRÜCK

Im Juli 2015 wurde der Vertrag zum Osnabrücker Musikpreis verlängert (von links): Generalmusikdirektor Andreas Hotz, Johannes Dälken, Vorstandsvorsitzender der Egerland-Stiftung, Marlies Robben, Beiratsvorsitzende der Stiftung Felicitas und Werner Egerland, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU), Matthias Köhn, Kaufmännischer Direktor des Theaters, die damalige Kulturdezernentin Maria Rzyski und Intendant Ralf Waldschmidt.

„POTENZIAL DES MUSIKPREISES NOCH NICHT AUSGESCHÖPFT“ Fortsetzung Menschen und für junge Menschen unterschiedlicher Herkunft. Die Kunst in all ihren Ausdrucksformen erweist sich dabei als starkes Medium, um Zusammenhalt zu fördern, Talente zu erwecken, soziales Miteinander zu lernen und kulturelle Grenzen zu überwinden. Junge Künstlerinnen und Künstler verschreiben sich zu einem ganz frühen Zeitpunkt in ihrem Leben einer Leidenschaft, die Freude macht – aber auch unglaublichen Einsatz erfordert. Selbermachen ist angesagt, Aktion geht vor Reaktion. Solches zu fördern, halten wir für sinnvoll und dringend geboten. Mehr denn je. Worin sehen Sie das Verknüpfungspotenzial zwischen Stiftung, Stadt und Theater im Kontext des Osnabrücker Musikpreises?

Stadt und Theater bekennen sich mit dem Osnabrücker Musikpreis zu ihrer Musiklandschaft – aber zugleich auch zu deren aktiver Förderung. Auch aus Sicht unserer Stiftung ist dies öffentliche Aufgabe. Gleichwohl, das war schon unserer Gründerin Felicitas Egerland sehr bewusst, sind die Spielräume der öffentlichen Hand angesichts der Überfülle an kommunalen Aufgaben gering. Oftmals zu gering, um Profil zu bilden, längerfristig durchzuhalten und über einen einmaligen Projektcharakter hinaus Unterstützung zu gewähren. An dieser Stelle kommen wir ins Spiel, als Ermöglicher, Treiber und Sparringspartner. Über die Jahre haben wir drei Partner voneinander gelernt, den Osnabrücker Musikpreis fort-

entwickelt und ihn in der Stadt aber auch in den überregionalen Medien fester verankert. Unsere Gremien sehen dabei: Das Potenzial des Osnabrücker Musikpreises ist noch nicht ausgeschöpft, es besteht noch Luft nach oben. In welche Richtung könnte sich der Osnabrücker Musikpreis weiter entwickeln? Innerhalb unserer Region: Eine weiter verbesserte Kommunikation von Charakter und Hochwertigkeit des Preises unter Nutzung zeitgemäßer Vermittlungsformen, online wie offline. Außerhalb unserer Region: Eine weiter verbesserte Vermarktung, basierend auf einem klaren Profil, das beispielsweise in Hannover, Münster oder Oldenburg nachvollziehbar ist. Dazu brauchen wir die Hilfe der Medien. Und zum dritten: Osnabrück ist Gastgeber für die jungen Preisträger – unsere Stadt soll diesen Menschen nachhaltig in Erinnerung bleiben. Das Musizieren mit Kindern hier vor Ort ist dafür ein Anfang – aber wir wollen gemeinsam mit dem Theater weiterdenken, der Frage folgend: Wenn die Musiker vorher die Stadt und ihren Musikpreis nicht kannten, wie bekommen wir es hin, dass sie ihn später nicht nur gern erinnern, sondern vielleicht sogar wiederkommen, Osnabrück in ihrem Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot (links), Preisträger des Osna- Lebenslauf einen Platz einräubrücker Musikpreises 2015, während des 5. Sinfoniekonzerts 2016 in men? der OsnabrückHalle neben Generalmusikdirektor Andreas Hotz. Die Fragen stellte Dorit Schleissing.

Domhof 10/11 | 49074 Osnabrück | Intendant: Dr. Ralf Waldschmidt ANFAHRT/BUS Theater am Domhof, Domhof 10/11 (Haltestelle Theater): Erreichbar vom Hbf mit den Linien 81, 82 und vom Altstadtbahnhof mit der Linie 41 emma-theater, Lotter Str. 6/Ecke Arndtstraße (Haltestelle Heger Tor): Erreichbar vom Hauptbahnhof mit den Linien 31, 32, 33 und vom Altstadtbahnhof mit den Linien 51, 52, 53 – umsteigen am Neumarkt: Linien 11, R11 OsnabrückHalle, Schloßwall 1-9 (Haltestelle OsnabrückHalle): Erreichbar mit den Linien 51, 52, 91, 92, 491 PARKHÄUSER Theater am Domhof: Nikolaizentrum oder L+T-Parkhaus emma-theater: Nikolaizentrum oder Stadthaus OsnabrückHalle: Ledenhof (www.parken-os.de) KARTENVORVERKAUF Der Vorverkauf beginnt, sobald die Termine veröffentlicht sind, und zwar am ersten möglichen Werktag, an dem die Theaterkasse geöffnet ist. Seit dem 2.8.2016 sind alle Vorstellungen im Theater am Domhof sowie die Sinfoniekonzerte in der OsnabrückHalle für die gesamte Spielzeit 2016/17 buchbar. THEATERKASSE/KASSENZEITEN Dienstag bis Freitag: 10.30 bis 18.30 Uhr Samstag: 10.30 bis 14 Uhr, Montag geschlossen (24 Stunden tägl. unter www.theater-osnabrueck.de) KARTENRESERVIERUNG Dienstag bis Freitag: 11 bis 18 Uhr Samstag: 11 bis 14 Uhr Karten-Telefon: 05 41/7 60 00 76 Abonnenten-Telefon: 0541/76 000 66 Fax: 0541/76 000 77 E-Mail: karten@theater.osnabrueck.de

THEATERJOURNAL Verlagsbeilage Herausgeber: Verlag Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, Breiter Gang 10-16, 49074 Osnabrück, Telefon 05 41/310-0 Redaktion: Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, Verantwortlich i.S.d.P.: Ralf Geisenhanslüke Konzeption und Umsetzung: NOW-Medien GmbH & Co. KG, Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück, Jürgen Wallenhorst Redaktionelle Mitarbeit: Sophia Grüdelbach, Sven Kleine, Milena Kowalski, Simon Niemann, Jens Peters, Dorit Schleissing, Maria Schneider, Ulrike Schumann, Marie Senf, Patricia Stöckemann, Marie-Louise Tralle, Nora Vogt, Dr. Ralf Waldschmidt, Alexander Wunderlich Fotos: Alexander Charim, Simona Bedvarek, Benjamin Ealovega, David Ebener, Philipp Hülsmann, Marek Kruszewski, Jörg Landsberg, Uwe Lewandowski, Michael Münch, Maik Reishaus ANZEIGEN-/WERBEVERKAUF: MSO Medien-Service GmbH & Co. KG, Große Straße 17-19, 49074 Osnabrück Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Kmoch (V.i.S.d.P.) Anzeigen-/Werbeverkauf: Sven Balzer, Wilfried Tillmanns, Marvin Waldrich E-Mail: anzeigen@mso-medien.de Druck: NOZ Druckzentrum, Weiße Breite 4, 49084 Osnabrück

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Seite 12 | Dienstag, 17. Januar 2017

VON HISTORISCH BIS AUSGRABUNG Generalmusikdirektor Andreas Hotz über Raritäten des Spielplans Ein wahrer Konzertmarathon erwartet das Publikum in den nächsten Wochen, wenn das Osnabrücker Symphonieorchester zu drei Konzerten in die OsnabrückHalle lädt. Dabei werden neben Hits wie Schumanns RHEINISCHER SINFONIE und Haydns ABSCHIEDSSINFONIE auch ein paar echte Raritäten erklingen. Wenn im April die Oper DAS LIED DER NACHT Premiere hat, kommt ein Werk, das seit 86 Jahren nicht mehr gespielt wurde, zurück auf die Bühne. Sein Schöpfer Hans Gál emigrierte 1938 nach England, wo kurz darauf sein Cellokonzert entstand, das im 3. Sinfoniekonzert zu hören sein wird. Auch wenn dieses Konzert nicht so weit wie die Oper vom Spielplan verschwunden ist, ist der Name Hans Gál sicher vielen Konzertbesuchern nicht allzu vertraut. Wieso ist die Wahl auf ihn und seine Werke gefallen? Zuallererst empfinde ich es als unsere Aufgabe, neben den wichtigen Meisterwerken bekannter Komponisten solche Opern und Orchesterwerke wiederzubeleben, die dem großen Publikum gar nicht vertraut sein können, weil sie nie aufgeführt wurden. Das Gemälde des Malers kann über die Jahrhunderte hinweg in den Museen bewundert werden, wohingegen wir in der Musik als

Andreas Hotz Interpreten Werke erst einmal aus der Taufe heben und ihr die Chance geben müssen, sich in unseren Kanon einzufügen. Mit Sicherheit hat Hans Gál diese Chance verdient, die ihm aus politischen Gründen zeitlebens verwehrt blieb. Mein erster Blick in die handschriftliche Partitur seiner Oper DAS LIED DER NACHT hat mir schnell klar gemacht, dass seine Raffinesse im Umgang mit Orchesterfarben, seine kompositorische Vielseitigkeit und die große Expressivität seiner Musik eine lohnende Ausgrabung eines Werks versprechen, das nach seiner Uraufführung 1926 in Breslau nie mehr das Tageslicht erblickt hat. Mit Haydns ABSCHIEDSSINFONIE und Anton Weberns Bach-Bearbeitung wird der Blick vom 20. Jahrhundert weg zu Barock und Klassik

3. SINFONIEKONZERT HISTORISCH Johann Sebastian Bach Fuga (2. Ricercata) a 6 voci aus dem MUSIKALISCHEN OPFER BWV 1079 – instrumentiert von Anton Webern Hans Gál Konzert für Violoncello und Orchester op. 67 Joseph Haydn Sinfonie Nr. 45 fis-Moll, ABSCHIEDSSINFONIE Sonntag, 29. Januar 2017, 11 Uhr Montag, 30. Januar 2017, 20 Uhr OsnabrückHalle/Europasaal Einführungen: Sonntag, 10.45 Uhr, Europasaal; Montag, 19.15 Uhr, Tagungsraum; Konzertlounge im Anschluss an das Montagskonzert Dirigent: Lutz de Veer Solist: Raphael Wallfisch, Violincello Mit: Osnabrücker Symphonieorchester

gelenkt. Beide Werke schlagen den Bogen zum 5. Sinfoniekonzert, das unter dem Motto „Barock“ ein Instrument in den Fokus rückt, das abseits der Alte-Musik-Szene eher selten im Sinfoniekonzert zu erleben ist: die Viola da Gamba. Mit Hille Perl als Solistin und Musikalischer Leiterin kommt nach Michael Schneider und Swantje Hoffmann zum dritten Mal eine Expertin für Alte Musik, um mit dem Osnabrücker Symphonieorchester zu arbeiten. Wie macht sich das im Orchester bemerkbar? Lässt sich diese Auseinandersetzung auch für ein moderneres Repertoire nutzbar machen? Primär geht es darum, eine Sprache neu zu erlernen, die uns insbesondere durch die romantische Aufführungspraxis über die Jahrhunderte hinweg nur noch in stark verfremdeten Dialekten vertraut ist. Wenn man an die Wurzeln der barocken Musik zurück möchte, kommt man nicht umhin, sich mit den barocken Lehrwerken auseinanderzusetzen und sich ein Wissen und Handwerk anzueignen, das nicht mit dem Staub schlampiger Traditionen bedeckt ist. Wie sich die Gestalt eines Werks unter solchen Voraussetzungen wunderbar zu verwandeln scheint, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Der ernsthafte, behäbig-intellektuelle Tonfall der romantischen Aufführungspraxis barocker Musik bis in die 1980er Jahre hinein weicht nun plötzlich einer weitaus reichhaltigeren Palette an Farben und Affekten. Die Musik wird wieder geschmeidiger, tänzerischer und büßt nichts an ihrer Pracht ein. Darüber hinaus hält uns Musiker die Auseinandersetzung mit einem neuen Vokabular nicht nur wach, sondern macht uns erheblich offener und flexibler und lässt uns nicht Gefahr laufen zu denken, wir

wären imstande, einen vermeintlich „richtigen“ und gültigen Weg für die Aufführung historischer Musik jemals finden zu können. Denn interessanterweise waren sich die Autoren der Quellen selbst nicht immer einig, wie bestimmte musikalische Sachverhalte richtig auszuführen seien. Im 5. Sinfoniekonzert, dem Musikpreis-Konzert, erklingt zwischen zwei Werken von Robert Schumann Louis Spohrs KONZERT FÜR QUARTETT UND ORCHESTER. Hierbei trifft die Kammermusikbesetzung par excellence auf ein Sinfonieorchester – zwei völlig unterschiedliche Arten des Musizierens begegnen sich. Welchen besonderen Herausforderungen werden Sie sich hierbei stellen müssen? Wir werden denselben Herausforderungen begegnen, denen

wir uns immer wieder stellen, wenn wir uns auf einen Solisten einstellen, dem wir durch jedes musikalische Dickicht folgen. Nur auf den ersten Blick geht es bei der Kammermusik und der Orchestermusik um zwei verschiedene Musizierhaltungen. In Wahrheit gibt es für den Orchestermusiker kein größeres Vorbild als den reaktionsschnellen, durchdachten Kammermusiker, der seine Ohren genauso sehr auf seine Mitstreiter wie auf das eigene Instrument richtet. Ein wirkliches QuartettKonzert, also das Aufeinandertreffen eines Streichquartetts auf ein großes Orchester, stellt natürlich eine wirkliche Rarität im Musikrepertoire dar, die man tatsächlich nur selten erlebt, weil so wenige Werke für diese Besetzung existieren -– eine Bereicherung für alle Beteiligten! Die Fragen stellte Dorit Schleissing.

Hille Perl 5. SINFONIEKONZERT BAROCK Georg Philipp Telemann Suite D-Dur für Viola da Gamba und Streichorchester TWV 55:D6 Antonio Vivaldi Konzert für Violine und Orchester e-Moll Ry 278 Johann Gottlieb Graun Konzert für Viola da Gamba und Orchester G-Dur Georg Philipp Telemann Wassermusik C-Dur Hamburger Ebb und Fluth TWV 55:C3 Sonntag, 26 Februar 2017, 11 Uhr Montag, 27. Februar 2017, 20 Uhr OsnabrückHalle/Europasaal Einführungen: Sonntag, 10.45 Uhr, Europasaal; Montag, 19.15 Uhr, Tagungsraum; Konzertlounge im Anschluss an das Montagskonzert Musikalische Leitung: Hille Perl Solisten: Hille Perl, Michal Majersky Mit: Osnabrücker Symphonieorchester

AUSBLICK: Nächstes THEATERjournal am 28.2.2017 SKURRIL THE ADDAMS FAMILY Von Andrew Lippa Premiere am Samstag, 11. März

ABENTEUERLICH VOM SCHWAN, DER SICH IN EIN TRETBOOT VERLIEBTE Kinderchor-Projekt Premiere am Samstag, 18. März

KONTROVERS UNTERWERFUNG Von Michel Houellebecq Premiere am Sonntag, 19. März

FUSSBALLBEGEISTERT DER ROTE LÖWE Von Patrick Marber Premiere am Freitag, 24. März

MAHLERISCH 6. Sinfoniekonzert HIMMLISCHES LEBEN Sonntag, 26. März, und Montag, 27. März


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