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THeATeR HeILBRONN · SZeNe – DAS THeATeRMAGAZIN · AUSGABe 18

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ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee Stephan Thoss und seine Compagnie des Staatstheaters Wiesbaden sind zu Gast mit einer modernen Interpretation des Ballettklassikers. S. 03

eMILIA GALOTTI FOTO: THOMAS BRAUN

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eNDLICH ALLOI! Sind die Kinder aus dem Haus, beginnt für die eltern ein neues Leben: »endlich alloi!« Doch die Zweisamkeit währt nur kurz ... Viel Spaß in der Generationenkomödie auf Schwäbisch! S. 05

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KASpAR HÄUSeR MeeR Sie sollen Kindern in Not helfen und sind dabei nicht selten überfordert. Recherchen über die Arbeit im Jugendamt sind die Grundlage dieses rasanten Schauspiels von Felicia Zeller. S. 07

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DIe TeXTFLÜSTeRIN psychologische Stütze in der Vorstellung und partnerin beim Texterarbeiten in der probe - das ist Souffleuse Sigrid Schmieder für die Schauspieler. S. 14


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Kurzer Blick zurück: premierennachlese ÜNF PREMIEREN IN ZWEI WOCHEN! Es war ein regelrechtes Premierenfeuerwerk, das wir im November gezündet haben. Los ging es mit »König Drosselbart«, der noch bis in den März hinein alle großen und kleinen Märchenfreunde erfreuen wird. Claudia Ihlefeld lobt in der HEILBRONNER STIMME: »Die Fassung von Horst Hawemann in der Regie von Uta Koschel zeigt mit Humor, Witz und Hintersinn zwei junge Menschen auf Augenhöhe.« »Einfach märchenhaft«, fasst Stefanie Pfäffle im ECHO ihren Eindruck zusammen. Weiter gings mit der Uraufführung »Zweier ohne« von Dirk Kurbjuweit in der Dramatisierung und Inszenierung von Petra Wüllenweber. Auch hier sind sich alle Kritiker einig: Jürgen Strein schreibt in den FRÄNKISCHEN NACHRICHTEN: Ein Abend, der »durch das authentische Spiel von Guido Schikore, Joachim Foerster und Luise Schubert zu einem intensiven Theaterabend wurde.« »Zweier ohne« bietet 80 Minuten fesselndes Theater, schreibt Uwe Grosser in der HEILBRONNER STIMME: »Schon mit der Umsetzung der Novelle in Theaterdialoge ist Petra Wüllenweber ein Meisterstück gelungen. Atmosphäre und Emotionalität der Vorlage trifft sie sehr genau und ihre Inszenierung ist das i-Tüpfelchen.« Und Hans Georg Frank von der SÜDWESTPRESSE meint: »Deutlicher als im Buch und dennoch subtil wird auf der Bühne der schleichende Bruch« der Freundschaft erkennbar. Zwei Wochen nach der Premiere hatte dann auch Dirk Kurbjuweit, der am Premierenabend als Berliner Korrespondent des SPIEGEL den SPD-Parteitag beobachtete, die Inszenierung gesehen. Sein Urteil macht alle Beteiligten besonders stolz: »Überwältigend«, sagte er und gestand, dass ihm sogar Tränen der Rührung in den Augen standen. Die nächste Premiere im Großen Haus war Lessings »Emilia Galotti«. Nach dem langen und kräftigen Applaus für die erste Vorstellung diskutierte das Publikum über den ungewöhnlichen Zugriff, mit dem Martina Eitner-Acheampong das Stück auf die Bühne gebracht hat. Und die Kritiken sind so vielfältig, wie man es sich wünscht, um weiter zu diskutieren. Positiv fällt die Meinung von Arnim Bauer in der

aus, der »darstellerische Meisterleistungen« sah und bescheinigt: »Martina EitnerAcheampong ist eine bemerkenswerte Inszenierung gelungen, ... die dem Klassiker neues Leben einhaucht.« Auch Jürgen Strein zeigt sich in den FRÄNKISCHEN NACHRICHTEN sehr angetan und schreibt: »Tatsächlich gab es jede Menge tolles Theater voller drastischer und komisch-absurder Szenen zu sehen, in denen sich Lessings Text mühelos behauptet«. Andreas Sommer in der HEILBRONNER STIMME war eher erstaunt über den vielen Beifall und meint, dass dieser wohl der Gesamtleistung des körperlich stark beanspruchten Ensembles gegolten haben muss. Immerhin findet er, dass es viel zum Gucken und Staunen gibt und dass dies »kein dröges Rum-steh und Nach-vorn-Sprech-Theater« war. LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

König Drosselbart

Zweier ohne (UA)

Emilia Galotti

Hello, Dolly!

Harry und Sally

Das liebevoll und temporeich inszenierte Musical »Hello, Dolly!«, mit dem wir die Staatsoperette Dresden eingeladen hatten, erntete viel Beifall von Publikum und Kritik. Jürgen Strein von den FRÄNKISCHEN NACHRICHTEN sah eine »schwungvolle Inszenierung, einen angenehmen Abend mit Schwung und Esprit, ohne Ecken und Kanten.« Und Leonore Welzin schreibt in der HEILBRONNER STIMME: »Neben gewitzten Dialogen und pfiffigen Pointen wartet die Inszenierung mit einem Gesamtkunstwerk auf, das an der Schnittstelle von Operette, französischer Komödie und Musical viele Pluspunkte vereint.« Ihr Fazit: »Zweieinhalb Stunden kurzweilige Unterhaltung«. Ab dem 31. Januar ist das Ensemble wieder für sechs Vorstellungen in unserem Haus zu Gast. Und auch »Harry und Sally«, die letzte Premiere im November, traf den Nerv der Zuschauer. Claudia Ihlefeld schreibt in der HEILBRONNER STIMME, dass der Abend »locker, charmant, kurzweilig, amüsant und hintersinnig« war – »gut geölte Unterhaltung mit pointierten Dialogen und verbalen Seitenhieben, die Männer und Frauen gleichermaßen treffen. Das Premierenpublikum war hingerissen ...« Aber immer ist das Beste: Machen Sie sich selbst ein Bild! Kommen Sie zu uns ins Theater! Für diejenigen, die diese Stücke alle schon gesehen haben, stellen wir in diesem Theatermagazin unsere neuen vor. Viel Spaß beim Lesen! wünscht Ihr Theaterteam

IMpReSSUM HERAUSGEBER: Theater Heilbronn Berliner Platz 1 74072 Heilbronn INTENDANT: Axel Vornam REDAKTION: Silke Zschäckel 07131/56 34 03 pressebuero@theater-hn.de FOTOS: Fotostudio M42 Katja Zern und Thomas Frank, Thomas Braun GRAFIK, DESIGN, LAYOUT: Katrin Schröder, Theater Heilbronn SEIDLDESIGN, www.seidldesign.com ANZEIGEN: Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG, Martin Küfner (verantw.) DRUCK: Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG KARTENTELEFON: 07131/56 30 01 SPIELZEIT 2013/2014 Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst


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Von der Spitze auf den Fuß gestellt

pReMIeRe ZWISCHEN MITTERNACHT UND MORGEN: SCHWANENSEE

STAATSBALLeTT WIeSBADeN GASTIeRT MIT »ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee«

Schwanenfedern und Tutus finden sich auch in dieser Schwanensee-Interpretation, aber anders als man es vielleicht erwartet. Foto: Martin Kaufhold

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee BALLeTT VON STepHAN THOSS

ER AN BALLETT DENKT, DENKT AN »SCHWANENSEE«. Das Märchen von der schönen Odette, die, von einem Zauberer in einen Schwan verwandelt, nur nachts für wenige Stunden ihre menschliche Gestalt annehmen darf, wurde unzählige Male interpretiert. Tschaikowskys Meisterwerk, das allerdings 1877 bei seiner Uraufführung durchfiel und erst 1895 in der Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow in St. Petersburg seinen Durchbruch erlebte, fordert Choreografen immer wieder zu Stellungnahmen heraus. Bereits aus dem Jahre 2004 stammt Stephan Thoss’ Interpretation. Nach dem großen Er-

folg an der Staatsoper Hannover und am Aalto Theater Essen und der mehrfachen Ausstrahlung einer Fernseh-Fassung dieser Arbeit auf arte, wurde die beliebte Choreografie auch am Staatstheater Wiesbaden einstudiert und kommt nun als Gastspiel nach Heilbronn. Thoss hat dem Titel ein »Zwischen Mitternacht und Morgen« vorangesetzt. Denn das ist die Zeit, in welcher der Mensch sich selbst begegnet, seinen Ängsten, Hoffnungen und Träumen. In Tschaikowskys Ballettvorlage ist es der Zeitraum, in dem Odette ihre menschliche Gestalt wiedererlangt. Die Zeit also, in der sich das Drama um die Liebenden Siegfried und Odette abspielt, deren Beziehung von Rotbart und Odile überschattet wird.

Die tragische Leidenschaft ist für Stephan Thoss Dreh- und Angelpunkt seiner Neufassung. Sein Interesse gilt dem emotionalen Beziehungsgeflecht der vier Protagonisten und den Täuschungen und Enttäuschungen, die sie in der Liebe erfahren. Ausgehend von der überlieferten Handlungsstruktur erzählt er die Geschichte mit Fokus auf Odette, die sich in den charismatischen Rotbart verliebt und zu spät seine egozentrische Unfähigkeit erkennt, ihre Gefühle zu erwidern. Rotbart ist ein Schürzenjäger und Charmeur, der zur Liebe nicht fähig ist und nur mit Odette spielt. Tief verletzt von seiner Kühle zieht sie sich in eine Art inneres Exil zurück, verwandelt sich symbolisch in ein imaginäres Wesen, das erneuten

Verletzungen durch andere Menschen entzogen ist – einen Schwan. Diese Existenz reiner Unschuld und Unberührbarkeit ist aber Schutz und Fluch zugleich. Trotz ihrer schlechten Erfahrungen verliebt sich Odette aufs Neue – in Siegfried. Das aber duldet Rotbart nicht. Er überzeugt die Verführerin Odilie, dass sie sich an Siegfried heranmacht, und stürzt die beiden Liebenden damit ins Verderben ... Die mitreißend leidenschaftliche Musik Tschaikowskys bildet die Grundlage der Handlung. Stephan Thoss stellt sie mit seinem unglaublich athletischen Ensemble von der Spitze auf den ganzen Fuß – aber mit raffiniert eingesetzten Schwanenfedern und Tutus.

pReMIeRe AM 04. JANUAR 2014 19.30 UHR IM GROSSeN HAUS CHOReOGRAFIe STepHAN THOSS BÜHNe UND KOSTÜM TINA KITZING MUSIKALISCHe LeITUNG UWe SOCHACZeWSKY MIT VALeRIA LAMpADOVA / LAIA GARCIA FRANK peDeRSeN / TeNALD ZACe FLORIAN TeATIU / MATTHeW BADe LUDMILA KOMKOVA / YUMI SAGAWA BALLeTT DeS HeSSISCHeN STAATSTHeATeRS WIeSBADeN

Weitere Vorstellungstermine: So. 05.01.2014, 19.30 Uhr Fr. 21.02.2014, 19.30 Uhr Sa. 22.02.2014, 19.30 Uhr Di. 25.02.2014, 19.30 Uhr


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Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren ...

pReMIeRe TORTUGA

TORTUGA. pIRATeNGeSCHICHTeN UND SeeMANNSGARN VON pAUL STeINMANN

Julia Apfelthaler und Ferdinand Seebacher begeben sich in ein aufregendes Piratenabenteuer. Foto: Johannes Frohnsdorf

Von Johannes Frohnsdorf

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MÜSSEN MÄNNER MIT BÄRTEN SEIN. Doch weit gefehlt! Gerade unter Seeräubern gab es immer wieder Frauen an Bord. Die bis heute berühmtesten von ihnen sind Mary Read und Anne Bonnie. Beide gehörten zur Mannschaft des Piratenkapitäns Jack Rackham und galten als die Tapfersten im Enterkampf. Der Schweizer Autor Paul Steinmann griff die spannende Lebensgeschichte der beiden Frauen auf und machte daraus ein Stück Erzähltheater mit Musik für eine Schauspielerin und einen Schauspieler. Wie ihre beiden historischen Vorbilder muss sich Steinmanns Heldin Mary-Anne O'Malley schon früh als Junge ausgeben, um ihren Unterhalt zu sichern. Überhaupt scheinen die Männer nur Vorteile zu haben. Sie sind unabhängig, ihnen stehen alle Türen offen, wogegen den Frauen nichts anderes bleibt, als

sich heiraten zu lassen. Außer man überlistet diese Männerwelt! Mary-Anne arbeitet als Lakai bei einer französischen Vicomtesse und heuert als Matrose auf einem englischen Kriegsschiff an. Später wird sie sich dem Karibikpiraten Calico Jack anschließen. Mit List, Geschick und Tapferkeit bringt sie es bis zur Kapitänin. Mary-Anne und Jack rauben so manche Galeone aus und machen sich den spanischen Gouverneur Pedro de Alvarado, den mächtigsten Mann der Karibik, zum Feind. Verzagte Sittsamkeit, das ist Mary-Annes Sache nicht. Das Leben ist zu kurz, um nicht ungehemmt davon zu kosten. Was selbstverständlich auch die Liebe einschließt. Mary-Anne gibt sich dem Schiffskoch Henry, in den sie sich verliebt hat, als Frau zu erkennen: ein äußerst riskantes Spiel, denn Henry könnte sie verraten. Auch mit Calico Jack knistert es natürlich gewal-

tig ... Was nach solch einem aufregenden Leben kommt? Am liebsten die Hölle, wo die anderen Piraten Mary-Anne und Calico Jack »mit dreihundert Salutschüssen empfangen.« Doch Mary-Anne weiß auch sehr gut: »Wir fordern jeden Tag das Glück aufs Neue heraus und denken, dass gerade wir mit dem Leben davonkommen.« So ist »Tortuga« mehr als ein rasant erzähltes Piratenabenteuer; es ist zugleich eine nachdenkliche Geschichte über das Finden des eigenen Platzes in der Welt. Eine Geschichte über Erlebnishunger angesichts des Sterbenmüssens. Stephan Beer (Regie) und Dorothee Neuling (Ausstattung) zeigen mit »Tortuga« ihre erste Arbeit am Theater Heilbronn. An anderen Häuser haben die beiden schon mehrfach zusammengearbeitet. Sie sind ein eingespieltes Team. Bei »Tortuga« standen sie vor der Herausforderung, mit kleinen Versatzstücken in

Windeseile buchstäblich die ganze Welt zu erzählen. Denn in dem Stück wimmelt es nicht nur vor Rollen, in die vor allem Ferdinand Seebacher mit Hilfe vieler Kostümteile schlüpfen muss.Mit wenigen Handgriffen werden auch die verschiedensten Schauplätze geschaffen: England und die Insel Tortuga etwa, außerdem gleich zwei Schiffe, eine Kneipe und sogar ein Badehaus mit echter Badewanne kommen vor. Auf den szenischen Proben entwickeln Stephan Beer und die Schauspieler mit viel Erfindungsreichtum eine Spielform, die die Fantasie kleiner und großer Zuschauer auf Touren bringt. Dazu trägt auch Nicolas Kemmer bei, der mit Julia Apfelthaler und Ferdinand Seebacher Seemannslieder einstudiert. Man darf gespannt sein, wenn es im Januar für die Mannschaft der »Tortuga« heißt: »Leinen los und Segel setzen!«

TORTUGA pIRATeNGeSCHICHTeN UND SeeMANNSGARN VON pAUL STeINMANN MITARBeIT: TANDeM TINTA BLU pReMIeRe AM 15. JANUAR 2014 11.00 UHR IN DeN KAMMeRSpIeLeN ReGIe STepHAN BeeR AUSSTATTUNG DOROTHee NeULING MUSIKALISCHe eINRICHTUNG NICOLAS KeMMeR DRAMATURGIe JOHANNeS FROHNSDORF MIT JULIA ApFeLTHALeR FeRDINAND SeeBACHeR

Weitere Vorstellungstermine: So. 19.01.2014, 15.00 Uhr Mo. 20.01.2014, 11.00 Uhr Di. 21.01.2014, 11.00 Uhr Mo. 10.02.2014, 11.00 Uhr Empfohlen ab 8 Jahren


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Au eldern hen a oigens Läba!

pReMIeRe ENDLICH ALLOI!

KOMöDIe IM MARQUARDT GASTIeRT MIT »eNDLICH ALLOI!« IM KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI! KOMöDIe VON LAWReNCe ROMAN SCHWÄBISCHe FASSUNG VON STeFANIe STROeBeLe GASTSpIeL DeR KOMöDIe IM MARQUARDT

Monika Hirschle wurde vom Publikum der Stuttgarter Komödie im Marquardt zur beliebtesten Schauspielerin des Jahres gewählt. Foto: Sabine Haymann

NDLICH ALLOI! jubeln Leni und Georg Schaffer, als mit Benjamin der letzte ihrer drei Söhne das elterliche Haus verlässt, um in einer anderen Stadt sein Studium zu beginnen. Nun wollen sie endlich ihr eigenes Leben wieder aufnehmen und alles nachholen, was sie in den letzten dreißig Jahren versäumt haben. Doch die Freude über die neue Zweisamkeit währt nur kurz, denn einer nach dem anderen kommen die Söhne wieder ins vertraute Nest zurück: zuerst Michael, der

Älteste, der seinen Job als Mathematiker gekündigt hat, danach Florian, der von seiner Frau vor die Tür gesetzt wurde, und schließlich Benjamin, den die pure Bequemlichkeit zurücktreibt. Des derf doch net wohr sei! Als dann auch noch die quirlige Jessi, Benjamins Freundin, erscheint und um Unterkunft bittet, ist im Hause Schaffer mehr los als je zuvor. Streit, Lärm und Unordnung machen Leni und Georg das Leben schwer, und bald liegen die Nerven blank. Jetzt langt’s! Georg beschließt, ein für alle Mal durchzugreifen,

doch das ist leichter gesagt als getan ... Eine witzige, ironische Komödie um Generationenkonflikte – mitten aus dem Leben gegriffen und mit hohem Wiedererkennungswert für Väter, Mütter, Söhne und Töchter. Der Kalifornier Lawrence Roman, bekannt durch Stücke wie »Under the Yum-Yum Tree« (»Ein Ehemann zur Ansicht«), ließ seine Geschichte ursprünglich in Los Angeles spielen. Die schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele verlegt die Handlung nach Stuttgart – denn hier wie dort gilt die Erkenntnis: Au Eldern hen a oigens Läba!

pReMIeRe AM 16. JANUAR 2014 20.00 UHR IM KOMöDIeNHAUS ReGIe STeFANIe STROeBeLe AUSSTATTUNG DIeTMAR TeSSMANN MIT JOeRG ADAe LUTZ eRIK AIKeLe CAROLIN eLSNeR MONIKA HIRSCHLe MANUeL KRSTANOVIC NADIR SISMAN

Weitere Vorstellungstermine: Fr. 17.01.2014, 20.00 Uhr Sa. 18.01.2014, 20.00 Uhr Do. 23.01.2014, 20.00 Uhr Fr. 24.01.2014, 20.00 Uhr Sa. 25.01.2014, 20.00 Uhr Di. 28.01.2014, 20.00 Uhr Mi. 29.01.2014, 20.00 Uhr Sa. 01.02.2014, 20.00 Uhr So. 02.02.2014, 15.00 Uhr Do. 06.02.2014, 20.00 Uhr Fr. 07.02.2014, 20.00 Uhr


6 pReMIeRe ENRON

Aufstieg und Fall eines Wirtschaftsriesen IN »eNRON« SCHICKT DIe BRITISCHe AUTORIN LUCY pReBBLe IHRe ZUSCHAUeR INS HAIFISCHBeCKeN DeR MANAGeR

eNRON SCHAUSpIeL VON LUCY pReBBLe pReMIeRe AM 25. JANUAR 2014 19.30 UHR IM GROSSeN HAUS ReGIe AXeL VORNAM AUSSTATTUNG TOM MUSCH VIDeODeSIGN STeFAN BISCHOFF KeVIN GRABeR DRAMATURGIe ANDReAS FRANe MIT SYLVIA BReTSCHNeIDeR NILS BRÜCK STeFAN eICHBeRG LILLY eICHBeRG OLIVeR FIRIT JOACHIM FOeRSTeR ANGeLIKA HART GABRIeL KeMMeTHeR FRANK LIeNeRT-MONDANeLLI JUDITH LILLY RAAB GUIDO SCHIKORe TOBIAS D. WeBeR SeBASTIAN WeISS

Weitere Vorstellungstermine: Fr. 07.02.2014, 19.30 Uhr Do. 13.02.2014, 19.30 Uhr Fr. 14.02.2014, 19.30 Uhr Mi. 26.02.2014, 19.30 Uhr Fr. 28.02.2014, 19.30 Uhr Fr. 07.03.2014, 19.30 Uhr Sa. 08.03.2014, 19.30 Uhr Do. 20.03.2014, 19.30 Uhr Mi. 26.03.2014, 19.30 Uhr Di. 08.04.2014, 19.30 Uhr Sa. 12.04.2014, 19.30 Uhr Di. 29.04.2014, 19.30 Uhr So. 11.05.2014, 19.30 Uhr Theaterfrühstück Sonntag, 19.01.2014 11.00 Uhr, Foyer Großes Haus Einführungsveranstaltung (2,00 ¤) mit Frühstücksbuffet (11,00 ¤) von 10.00 – 10.45 Uhr

Arbeiten im Haifischbecken – ein Spiel ums Fressen und Gefressen werden. Foto: 123rf.com

Von Andreas Frane SK WHY – »FRAG WARUM« WAR EINER DER SLOGANS, DIE DER TEXANISCHE ENERGIEGIGANT ENRON IN SEINEN WERBEKAMPAGNEN VERWENDETE. Warum vermeldete der börsennotierte Konzern nur so unglaubliche Erfolge? Ironischerweise waren es die Fragen nach dem »Warum?« von Wirtschaftsjournalisten und Investoren, die mit zur Aufdeckung eines der dreistesten Wirtschaftsverbrechen des 20. Jahrhunderts und zum Zusammenbruch des siebtgrößten Unternehmens der USA führten. Die enormen Gewinne, die in Enrons Bilanzen standen und den Aktienkurs in schwindelnde Höhen trieben, waren – unter anderem durch ein

neues, »kreatives« Buchhaltungssystem – rein virtuell und potentiell, schlicht und ergreifend Spekulationen. Ihnen gegenüber standen immense Verluste durch Fehlinvestitionen, die in speziell dazu gegründeten Partnerfirmen versteckt wurden. Nach dem Bankrott von Enron ergaben erste Schätzungen eine »Kapitalverbrennung« von 63,4 Milliarden Dollar, darunter der Pensionsfonds der Angestellten. Die junge britische Dramatikerin Lucy Prebble erzählt in ihrem international gefeierten Stück »Enron« vom Aufstieg und Fall des Unternehmens und seines Präsidenten Jeffrey Skilling, als spannende Mischung aus aufklärerischem Dokumentarstück, ironischem Königsdrama und böser Show – mit schuldenfressenden Raptoren, bauchre-

denden Wirtschaftsprüfern und »Gastauftritten« der Lehman Brothers, George W. Bush und Arnold Schwarzenegger. »Mein Stück droht nicht mit dem moralischen Zeigefinger oder will verurteilen«, erklärte sie in einem Interview mit einer britischen Tageszeitung. »Es soll ein Trip in eine Finanzblase sein, – die dann platzt.« Intendant und Regisseur Axel Vornam bringt in seiner Inszenierung, die am 25. Januar im Großen Haus des Theaters Heilbronn Premiere haben wird, nicht einfach nur die Geschichte eines drastischen Wirtschaftsund Finanzskandals auf die Bühne, der heute nur noch wie ein Menetekel für die viel größeren Krisen wirkt, die dann folgen sollten. Er nimmt den Fall »Enron« als Symptom für ein

System, das von Krise zu Krise taumelt. Getrieben allein von einem Ziel: Profitmaximierung. Um für die spektakuläre Hybris, die arrogante Selbstüberschätzung der Enron-Manager auch eine szenische Entsprechung zu finden, haben Axel Vornam und sein Bühnenbildner Tom Musch eine spannende Lösung gefunden. Beherrschendes Element des Bühnenbildes wird eine überdimensionale, frei schwebende LED-Wand sein. Hierfür entwickeln die beiden Schweizer Videokünstler Stefan Bischoff und Kevin Graber, die in den letzten Jahren unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Maxim Gorki Theater Berlin und an den Münchner Kammerspielen gearbeitet haben, Videocollagen und Animationen.


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Die Tanten vom Amt

pReMIeRe KASPAR HÄUSER MEER

DReI SOZIALARBeITeRINNeN IM JUGeNDAMT eROBeRN MIT WITZ UND CHARMe DIe KAMMeRSpIeLe

Katharina Voß, Luise Schubert und Sabine Unger spielen drei Jugendamtsmitarbeiterinnen zwischen zu vielen Akten, zu vielen Familien und zu wenig Zeit. Fotos: Stefanie Symmank

KASpAR HÄUSeR MeeR SCHAUSpIeL VON FeLICIA ZeLLeR

Von Stefanie Symmank U SPÄT! Diese zwei Worte sind der Fluch der drei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes einer x-beliebigen Stadt irgendwo in Deutschland. Anika, frisch von der Fachhochschule, ist alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, die sie des nervenaufreibenden Jobs wegen fast täglich ZU SPÄT! vom Kindergarten abholt. Barbara dagegen ist schon 20 Jahre in diesem Beruf, ihr kann so schnell keiner ein X für ein U vormachen, sie träumt von einem Urlaub unter Palmen bei gleichzeitiger Angst vor medialen Schlagzeilen à la »Das Jugendamt hat ZU SPÄT! eingegriffen«. Das Trio komplett macht Silvia, die versucht, den immer größer werdenden Aktenberg abzuarbei-

ten, dafür allerdings Alkohol als Treibstoff braucht, doch eine Minute nach Acht von der Kassiererin im Supermarkt zu hören bekommt: ZU SPÄT! Der vierte im Bunde ist Björn, der nie auftaucht, da er mit »Björn-Out« krankgeschrieben ist, weil er ZU SPÄT! die Notbremse gezogen hat. Zusätzlich zu den ohnehin schon zu vielen Akten mit zu vielen Familien bei zu wenig Zeit müssen jetzt auch noch seine 104 Fälle unter den drei Kolleginnen aufgeteilt werden. Es gilt Björns Zettelwirtschaft zu sortieren, die Jahresstatistik zu verfassen, Termine für Teambesprechungen abzustimmen, Telefonate zu führen, Berichte zu schreiben, Kinderärzte zu konsultieren, die

Weihnachtsfeier zu planen und natürlich Kinder vor ihren Eltern zu retten – möglichst angemessen und rechtlich unantastbar. Anika, Barbara und Silvia kommen einfach nicht voran, obwohl sie das Gefühl haben, ständig zu beschleunigen. Alle drei drohen im »Kaspar Häuser Meer« der vernachlässigten und misshandelten Kinder zu ertrinken. Die Theaterautorin Felicia Zeller hat sich auf Recherche in den Alltag deutscher Jugendämter begeben. Sie hat jenen zugehört, die dort tagtäglich im Wettlauf gegen die Zeit arbeiten. Aus ihrem fast dokumentarischen Material hat sie einen rasanten Text kreiert, bei dem Hektik und Überforderung vor allem sprachlich förmlich zu spüren sind.

»Kaspar Häuser Meer« ist kein Sozialproblemstück, klagt nicht an und verteidigt nicht, beschreibt vielmehr skurril und charmant, in berührenden und fassungslosen Momenten die Überlebensstrategien von Menschen, die innerhalb eines sozialen Systems zwischen elterlichen Rechten und staatlichen Pflichten abwägen müssen, ohne dabei durch verschlossene Türen gucken zu können. In Szene setzen wird dieses sprach(ohn)mächtige Stück die französische Regisseurin LeylaClaire Rabih, die zum ersten Mal am Theater Heilbronn arbeitet. Zusammen mit den drei Schauspielerinnen Luise Schubert, Sabine Unger und Katharina Voß wird sie dieses Stück ums Wort mit viel Witz und Drive in den Kammerspielen auf die Bühne bringen.

pReMIeRe AM 01. FeBRUAR 2014 20.00 UHR IN DeN KAMMeRSpIeLeN ReGIe LeYLA-CLAIRe RABIH AUSSTATTUNG MICHAeL KöpKe DRAMATURGIe STeFANIe SYMMANK MIT LUISe SCHUBeRT SABINe UNGeR KATHARINA VOß

Weitere Vorstellungstermine: Mi. 05.02.2014, 20.00 Uhr Fr. 28.02.2014, 20.00 Uhr Theaterfrühstück Sonntag, 19.01.2014 11.00 Uhr, Foyer Großes Haus Einführungsveranstaltung (2,00 ¤) mit Frühstücksbuffet (11,00 ¤) von 10.00 – 10.45 Uhr


SPIELPLAN JANUAR

FR

04 SA

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS

HARRY UND SALLY

Komödie von Nora Ephron 19:30 UHR

11 SA

20:00 UHR

12 SO

Ein Insektenkrimi von Paul Shipton 19:30 UHR

GROSSeS HAUS

LANDFRAUEN 2

Schauspiel von Edmond Rostand

15:00 UHR

13 MO

18:00 UHR

THeATeRFÜHRUNG eXKLUSIV FÜR ABONNeNTeN

Märchen nach den Brüdern Grimm

18:30 UHR

Piratengeschichten von Paul Steinmann

OBeReS FOYeR GROSSeS HAUS

20

11:00 UHR

21

11:00 UHR

MO

MI

KAMMeRSpIeLe

TORTUGA

Piratengeschichten von Paul Steinmann

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing

10:00 UHR

GROSSeS HAUS

MI

KöNIG DROSSeLBART

Märchen nach den Brüdern Grimm

11:00 UHR

KAMMeRSpIeLe pReMIeRe

DI

TORTUGA

22

GROSSeS HAUS

SeIN ODeR NICHTSeIN

GROSSeS HAUS

MI

Komödie von Nick Whitby MIETE O

MIETE C/CL

10:00 UHR

23 GROSSeS HAUS

KöNIG DROSSeLBART

Märchen nach den Brüdern Grimm 11:00 UHR

DO

16 DO

KAMMeRSpIeLe

MITMACHABeNTeUeR GROSSeS HAUS

MIETE T

24 FR

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

eMILIA GALOTTI

20:00 UHR

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing

KOMöDIeNHAUS

25 SA

KAMMeRSpIeLe ZUM 40. MAL!

DIe WANZe

Ein Insektenkrimi von Paul Shipton

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele 20:00 UHR

19:30 UHR

GROSSeS HAUS pReMIeRe

eNRON

Schauspiel von Lucy Prebble 20:00 UHR

20:00 UHR

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

KAMMeRSpIeLe

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber 11:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

ZWeIeR OHNe (UA)

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber 19:30 UHR

GROSSeS HAUS

SeIN ODeR NICHTSeIN

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

MIETE GELB 2

17 FR

19:30 UHR

GROSSeS HAUS

MIETE GRAU 2, VOLKSBÜHNE 3

HOMO FABeR

Schauspiel nach Max Frisch

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MIETE E

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

20:00 UHR

DO

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

Komödie von Nora Ephron ZWeIeR OHNe (UA)

30

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

MIETE P

MIETE GOLD, LANDFRAUEN 3

HARRY UND SALLY

11:00 UHR

KOMöDIeNHAUS pReMIeRe

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

Piratengeschichten von Paul Steinmann

MIETE GRÜN 2

eNDLICH ALLOI!

MIETE D/DL, K/KL

TORTUGA

MIETE GELB 1, LANDFRAUEN 1

Theater Radelrutsch

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing

GROSSeS HAUS

20:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

eMILIA GALOTTI

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber 19:30 UHR

10:00 UHR

19:30 UHR

ZWeIeR OHNe (UA)

KAMMeRSpIeLe

Piratengeschichten von Paul Steinmann 19:30 UHR

Komödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch

FR

29

eMILIA GALOTTI

SeIN ODeR NICHTSeIN

10

KAMMeRSpIeLe

TORTUGA

GROSSeS HAUS

19:30 UHR

DO

THeATeRFRÜHSTÜCK ZU »eNRON« UND »KASpAR HÄUSeR MeeR«

15:00 UHR

Anmeldung: Tel. 07131/563794 oder E-Mail: klumbach@theater-hn.de

15

09

11:00 UHR

FOYeR GROSSeS HAUS

Anmeldung: 07131/56 30 01

LeHReRSICHTVeRANSTALTUNG ZU »TORTUGA«

KöNIG DROSSeLBART

KOMöDIeNHAUS

Einführungsveranstaltung (Eintritt 2 ¤) mit Frühstücksbuffet (11,00 ¤) von 10:00 bis 10:45 Uhr

GROSSeS HAUS

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

MI

IM ANSCHLUSS pUBLIKUMSGeSpRÄCH

GROSSeS HAUS

MIETE GRAU 1

MIETE B/H

08

19:30 UHR

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

SO

GROSSeS HAUS

19:30 UHR

DANTONS TOD

eNDLICH ALLOI!

19

MO

KOMöDIeNHAUS

09:30 – 12:30 UHR

INTeNSIV-WORKSHOp

zu »Dantons Tod« von Georg Büchner 17:00 – 17:45 UHR

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele MIETE GRÜN 1

FOYeR GROSSeS HAUS

STÜCKeINFÜHRUNG XXL

zu »Dantons Tod« von Georg Büchner 18:00 UHR

Komödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch

GROSSeS HAUS

DANTONS TOD

Schauspiel von Georg Büchner

MIETE L/LL

GROSSeS HAUS ZUM LeTZTeN MAL!

DI

20:00 UHR

GROSSeS HAUS

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

DI

DIe WANZe

MIETE GRAU 3

MIETE A/G, VOLKSBÜHNE-5,-9,-T

07

KAMMeRSpIeLe

10:30 UHR

Theater Radelrutsch

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

15:00 UHR

CYRANO De BeRGeRAC

Ballett von Stephan Thoss

28

MIETE M

HARRY UND SALLY

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee

KAMMeRSpIeLe

MITMACHABeNTeUeR

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing

KOMöDIeNHAUS

19:30 UHR

15:00 UHR

eMILIA GALOTTI

Komödie von Nora Ephron

MO

SA

Komödie von Nora Ephron

T H e A T e R TA G

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

06

HARRY UND SALLY

GROSSeS HAUS pReMIeRe

MIETE F, GMA

SO

18

KOMöDIeNHAUS

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee

Ballett von Stephan Thoss

05

20:00 UHR

***THeMeN-ABI-TOUR

03

IM ANSCHLUSS pUBLIKUMSGeSpRÄCH

***THeMeN-ABI-TOUR ***THeMeN-ABI-TOUR ***THeMeN-ABI-TOUR

8

31 FR

Schauspiel von Georg Büchner 11:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

DRACULA

Live-Hörspiel von E. Hannemann & B. Werner 15:00 – 18:00 UHR

INTeNSIV-WORKSHOp

zu »Dantons Tod« von Georg Büchner 20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

MIETE ROT, VOLKSBÜHNE-7,-8

09:30 – 12:30 UHR

INTeNSIV-WORKSHOp

zu »Homo faber« von Max Frisch 13:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

LITeRARISCHe MITTAGSpAUSe

Max Frisch: »Blaubart« zum Schauspiel »Homo faber« von Max Frisch 18:30 – 19:15 UHR

zu »Homo faber« von Max Frisch 19:30 UHR

GROSSeS HAUS

HOMO FABeR

Schauspiel nach Max Frisch

IM ANSCHLUSS pUBLIKUMSGeSpRÄCH

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele MIETE BLAU

09:30 – 12:30 UHR

INTeNSIV-WORKSHOp

zu »Liebe(s) Lyrik!« 10:00 UHR

GROSSeS HAUS

KöNIG DROSSeLBART

Märchen nach den Brüdern Grimm 18:00 UHR

KOMöDIeNHAUS pReMIeRe

LIeBe(S) LYRIK!

Poetry-Slam vom Barock bis zur Gegenwart

10:30 UHR

KOMöDIeNHAUS

LIeBe(S) LYRIK!

Poetry-Slam vom Barock bis zur Gegenwart 19:30 UHR

GROSSeS HAUS

HeLLO, DOLLY!

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart MIETE L/LL, MIETE R, VOLKSBÜHNE 2, 4

KOMöDIeNHAUS 20:00 UHR THeATeR SpeZIAL

JAN WeILeR

Mein neues Leben als Mensch

+ + + Z U M L e T Z T e N M A L + + + Z U M L e T Z T e N M A L + + + Z U M L e T Z T e NÄNDeRUNGeN M A L VORBeHALTeN +++ HeLLO, DOLLY!

HOMO FABeR

ZUM LeTZTeN MAL AM 06.02.2014 19:30 UHR, GROSSeS HAUS

ZUM LeTZTeN MAL AM 11.02.2014 19:30 UHR, GROSSeS HAUS

M

N

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart Gastspiel der Staatsoperette Dresden

it ihrer flotten »Hello, Dolly!«-Inszenierung eroberte die Staatsoperette Dresden auch das Heilbronner Publikum. Letzte Gelegenheit ist im Februar.

FOYeR GROSSeS HAUS

STÜCKeINFÜHRUNG XXL

Schauspiel nach Max Frisch Bühnenfassung von Peggy Mädler

ach vielen ausverkauften Vorstellungen ist »Homo faber« am 11. Februar zum letzten Mal zu sehen.

K A R T e N T e L e F O N : 0 7 1 3 1 / 5 6 3 0 0 1 · W W W. T H e A T e R - H e I L B R O N N . D e


SPIELPLAN FeBRUAR 01 SA

19:30 UHR

GROSSeS HAUS

HeLLO, DOLLY!

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart

07 FR

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

Schauspiel von Lucy Prebble

13 DO

19:30 UHR

GROSSeS HAUS

eNRON

Schauspiel von Lucy Prebble

22 SA

MIETE T

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS ZUM LeTZTeN MAL!

20:00 UHR

eNDLICH ALLOI!

Theater Zitadelle, Berlin (D)

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

DIe BeRLINeR STADTMUSIKANTeN

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

MIETE GRAU 3 20:00 UHR

GROSSeS HAUS

eNRON

MIETE E/EL, VOLKSBÜHNE-1

MIETE M/GMA/KMA, VOLKSBÜHNE-L 20:00 UHR

19:30 UHR

9

FR

19:30 UHR

SO

eNDLICH ALLOI!

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele

eNRON

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS ZUSATZVORSTeLLUNG

Schauspiel von Lucy Prebble MIETE R, VOLKBÜHNE-4

08 SA

20:00 UHR

GROSSeS HAUS

HOMO FABeR

HARRY UND SALLY

Komödie von Nora Ephron

KOMöDIeNHAUS IMAGINALe

MALeDICTION

DudaPaiva Company, Amsterdam (NL)

Schauspiel nach Max Frisch MIETE F, VOLKSBÜHNE-3

MIETE PINK

23

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

SO

19:30 UHR

20:00 UHR

GROSSeS HAUS

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

THe TABLe

HeLLO, DOLLY!

Blind Summit Theatre, London (GB)

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart

15 SA

MIETE A/G

09 T H e AT e R TA G

Ein Stück mit Musik von David Greig und Gordon McIntyre

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing LANDFRAUEN 1

16:00 UHR

03 MO

Cie. Freaks und Fremde, Berlin/Dresden (D) 20:00 UHR

GROSSeS HAUS ZUM LeTZTeN MAL!

16 SO

MÄNNeR

15:00 UHR

ANMELDUNG: 07131/56 30 01 18:30 UHR

eMILIA GALOTTI

10 MO

10:00 UHR

Piratengeschichten von Paul Steinmann

17

IM ANSCHLUSS pUBLIKUMSGeSpRÄCH

05 MI

DI

AM HORIZONT

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

KAMMeRSpIeLe

ZWeIeR OHNe (UA)

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber

26

14:00 UHR

Live-Hörspiel von E. Hannemann & B. Werner

BeLIeBTeSTeS ANGeBOT FÜR KINDeR IN HeILBRONN

19

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart

20:00 UHR

20:00 UHR

11:00 & 20:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

ZWeIeR OHNe (UA)

19:30 UHR

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber

Theater des Lachens, Frankfurt (Oder) (D)

KAMMeRSpIeLe

20 DO

KOMöDIeNHAUS IMAGINALe

11:00 & 20:00 UHR

Schauspiel von Lucy Prebble

KAMMeRSpIeLe

ZWeIeR OHNe (UA)

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber 19:30 UHR

27 DO

12 MI

11:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

GOOD MORNING, BOYS AND GIRLS

Schauspiel von Juli Zeh

Komödie von Lawrence Roman Schwäbische Fassung von Stefanie Stroebele MIETE GELB 2 20:00 UHR

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

pOLI DeGAINe

Compagnie La Pendue, Herbeys (FR)

21 FR

19:30 UHR

GROSSeS HAUS

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee

Ballett von Stephan Thoss MIETE E

KOMöDIeNHAUS

eNDLICH ALLOI!

GROSSeS HAUS

Komödie von Nick Whitby MIETE D/DL, K/KL

IM ANSCHLUSS pUBLIKUMSGeSpRÄCH

20:00 UHR

Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber

SeIN ODeR NICHTSeIN

GROSSeS HAUS ZUM LeTZTeN MAL!

LANDFRAUEN 2

KAMMeRSpIeLe

ZWeIeR OHNe (UA)

19:30 UHR

19:30 UHR

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart

10:00 UHR

GROSSeS HAUS VeRMIeTUNG

FeSTAKT ZUR eRöFFNUNG DeS ROBeRT-MAYeR-JUBILÄUMSJAHReS

Schauspiel von Felicia Zeller

HeLLO, DOLLY!

GROSSeS HAUS

eNRON

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

HeINRICH VON KLeIST: ÜBeR DAS MARIONeTTeNTHeATeR

KASpAR HÄUSeR MeeR

KAMMeRSpIeLe

LITeRARISCHe MITTAGSpAUSe

MIETE O

MIETE V

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

KAMMeRSpIeLe

FLIeG, TöLpeL, FLIeG ODeR DU BIST (K)eIN TöLpeL!

13:00 UHR

Schauspiel nach Max Frisch

GROSSeS HAUS

10:00 UHR

KAMMeRSpIeLe VeRMIeTUNG

HOMO FABeR

Schauspiel von Petra Wüllenweber

LANDFRAUEN 3

DO

11:00 UHR

Dirk Kurbjuweit: »Angst« zum Schauspiel »Zweier ohne« (UA) nach Dirk Kurbjuweit

GROSSeS HAUS ZUM LeTZTeN MAL!

HeLLO, DOLLY!

06

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee

DRACULA

19:30 UHR

KAMMeRSpIeLe

19:30 UHR

GROSSeS HAUS ZUM LeTZTeN MAL!

KAMMeRSpIeLe

MI

11:00 UHR

19:30 UHR

Heilbronner Bürgerstiftung

11

KAMMeRSpIeLe

FLIeG, TöLpeL, FLIeG ODeR DU BIST (K)eIN TöLpeL!

Theater Radelrutsch

18 11:00 UHR

10:00 & 11:10 UHR

Theater Radelrutsch

MI

DI

Schauspiel von Petra Wüllenweber

DI

KOMöDIeNHAUS THeATeR SpeZIAL

Gastspiel in englischer Sprache der American Drama Group

20:00 UHR

AM HORIZONT

25

MIETE B/H

GROSSeS HAUS

MIETE B/BL, H/HL

KAMMeRSpIeLe

Ballett von Stephan Thoss

ONe LANGUAGe, MANY VOICeS

Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart KAMMeRSpIeLe WIeDeRAUFNAHMe

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

Männer, Flaschen, Sensationen

MO

HeLLO, DOLLY!

10:00 & 11:10 UHR

FLIeG, TöLpeL, FLIeG ODeR DU BIST (K)eIN TöLpeL!

Theater Radelrutsch

KAMMeRSpIeLe

16:00 & 19:30 UHR

DI

MO

GLASBLASSING QUINTeTT

Märchen nach den Brüdern Grimm TORTUGA

GROSSeS HAUS

24

MIETE S, VOLKSBÜHNE NACHMITTAG

20:00 UHR

GROSSeS HAUS

KöNIG DROSSeLBART 11:00 UHR

THeATeRBISTRO

ANMELDUNG: 07131/56 40 68 ODER E-MAIL: FEMFERT@THEATER-HN.DE

04

MIETE A/G, VOLKSBÜHNE-9

Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing

Frei nach den Brüdern Grimm Theater Zitadelle, Berlin (D)

LeHReRSTAMMTISCH

19:30 UHR

GROSSeS HAUS

DAS ROTKÄppCHeN

Märchen nach den Brüdern Grimm GROSSeS HAUS

Schauspiel von Edmond Rostand

14:40 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

Ein Liederabend von Franz Wittenbrink

KöNIG DROSSeLBART

THeATeRFÜHRUNG

GROSSeS HAUS

CYRANO De BeRGeRAC

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

DIe GeSCHICHTe VOM FUCHS

GROSSeS HAUS

18:00 UHR

19:30 UHR

Stuffed Puppet Theatre, Amsterdam (NL)

KAMMeRSpIeLe IMAGINALe

15:00 UHR 10:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

FLIeG, TöLpeL, FLIeG ODeR DU BIST (K)eIN TöLpeL!

MATHILDe

KAMMeRSpIeLe

eINe SOMMeRNACHT

15:00 UHR

Theater Radelrutsch

GROSSeS HAUS

eMILIA GALOTTI

20:00 UHR

SO

20:00 UHR

19:30 UHR

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

KAMMeRSpIeLe 19:00 UHR GeSCHLOSSeNe VeRANSTALTUNG

JAHReSeMpFANG THeATeRVeReIN HeILBRONN

GROSSeS HAUS

ZWISCHeN MITTeRNACHT UND MORGeN: SCHWANeNSee

GROSSeS HAUS

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

02

19:30 UHR

MIETE C, MIETE J

14

Schauspiel von Felicia Zeller

19:30 UHR

ANMELDUNG: SINGER@THEATER-HN.DE

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

KASpAR HÄUSeR MeeR

KOMöDIeNHAUS

THeATeRWeRKSTATT

CLUBSZeNe

Ballett von Stephan Thoss

MIETE GRÜN 3

KAMMeRSpIeLe pReMIeRe

15:00 UHR

16:00 - 19:00 UHR

19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

20:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

AUTOR IM GeSpRÄCH

Koproduktion mit der Stadtbibliothek und dem SWR-Studio Heilbronn WOLFGANG NIeSS IM GeSpRÄCH MIT LeON De WINTeR

20:00 UHR

KOMöDIeNHAUS ZUSATZVORSTeLLUNG

HARRY UND SALLY

Komödie von Nora Ephron

28 FR

11:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

DAS HeRZ eINeS BOXeRS

Schauspiel von Lutz Hübner 19:30 UHR

GROSSeS HAUS

eNRON

Schauspiel von Lucy Prebble

MIETE L/LL, VOLKSBÜHNE-2 19:10 UHR eINFÜHRUNG IM OBeReN FOYeR

20:00 UHR

KAMMeRSpIeLe

KASpAR HÄUSeR MeeR

Schauspiel von Felicia Zeller

K A R T e N T e L e F O N : 0 7 1 3 1 / 5 6 3 0 0 1 · W W W. T H e A T e R - H e I L B R O N N . D e


10 pReMIeRe LIEBE(S) LYRIK! UND WIEDERAUFNAHME AM HORIZONT

»Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!« »LIeBe(S) LYRIK!« IM KOMöDIeNHAUS

Von Antjé Femfert

Zwei Wochen Liebe für alle!

So viel Liebe! Herz und Schmerz vom Barock bis zur Gegenwart. Foto: Antjé Femfert

ach dem großen Erfolg in der letzten Spielzeit von »Am Horizont« von Petra Wüllenweber wird das Theaterstück für Kinder ab 10 Jahren nun wieder aufgenommen. Einfühlsam und anrührend erzählt die Geschichte, wie der 10-jährige Janek die Erkrankung seines Großvaters miterlebt. Die beiden verbindet eine unbändige Leidenschaft für den Schwimmsport. Und da Opa 1968 Mitglied der deutschen Olympia-Mannschaft war, trainiert er seinen Enkelsohn im Delfin-Schwimmen. Als er dann überraschend bei Janeks Familie einzieht, ist Janek zunächst nicht begeistert. Doch nach und nach stellt sich heraus, warum Opa nicht mehr alleine leben kann. Er wird immer vergesslicher. Er liest die Zeitung von gestern, will im Bademantel ins Kino gehen und erkennt sein eigenes Spiegelbild nicht mehr. Diagnose: Alzheimer. In Anna, einer neuen Mitschülerin, findet Janek eine Freundin und Verbündete.

Schenken Sie sich 14 Tage Inspirationen, Herzflattern und Augenleuchten mit Liebesgedichten vom Barock bis zur Gegenwart. per Mail bekommen Sie vom 16.01.2014 – 30.01.2014 täglich ein ÜberraschungsGedicht, dass Sie direkt weitersenden oder dem/der Liebsten zum Abendbrot vortragen können. Schenken Sie sich diesen ganz besonderen Moment am Tag und senden Sie eine e-Mail an femfert@theater-hn.de mit dem Betreff: Liebe!

nd auch rund 200 Jahre nach Johann Wolfgang von Goethe, der in seinem Gedicht »Willkommen und Abschied« seiner Angebeteten die Welt zu Füßen legt, ist das Thema Liebe allgegenwärtig und nicht wegzudenken. Am Theater Heilbronn wird Ende Januar 2014 die Liebe großgeschrieben. Schauspielerinnen und Schauspieler des Heilbronner Ensembles treten an zum Kampf um die Liebe, zum Liebeslyrik-»Battle« mit Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart. Und sie beweisen, wie lebendig und mitreißend, kraftvoll und berührend Lyrik sein kann. Die ausgewählten Gedichte und Lieder reichen von der Liebesoffenbarung bis zum Trennungsschmerz durch die Epochen und Gattungen. Wer mit welchen Texten welche Facetten der Liebe zeigt, ist bei jeder Vorstellung anders, neu und überraschend. Doch eines ist jedes Mal gleich: Wer bei dem Wettstreit den Sieg davon trägt, entscheiden die Zuschauer. Und der ein oder andere wird den Theatersaal mit einem bebenden Herzen verlassen oder sich eine kleine Träne, die sich aus dem Auge gestohlen hat, mit dem Hemdsärmel wegwischen oder sogar am gleichen Abend noch eine geliebte Person mal wieder nachts um 3 Uhr anrufen, um ihr zu sagen, dass es schön ist, dass es sie gibt. Alles ist möglich!

Opa wird mich vergessen! WIeDeRAUFNAHMe VON »AM HORIZONT« IN DeN KAMMeRSpIeLeN

Am Dienstag, dem 04.02.2014, bieten wir im Anschluss an die 20 Uhr Vorstellung ein publikumsgespräch mit Dr. Ursula Hammer (Klinikum am Weissenhof) an. Sie ist Fachärztin für psychiatrie und psychotherapie mit Schwerpunkt Gerontopsychiatrie. Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit den psychischen erkrankungen älterer Menschen. Da dieses Thema seit Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt, wurde die stationäre und ambulante Behandlung älterer Menschen mit psychischen erkrankungen im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg 2002 in Kooperation mit dem Landkreis Heilbronn um den Gerontopsychiatrischen Schwerpunkt, ein regionales Kompetenzzentrum für Fortbildungen, erweitert.

Opa wird komisch. Kann Janek ihm helfen? Foto: Fotostudio M42


11

Theater Heilbronn Gastgeber der IMAGINALe Internationales Figurentheaterfestival Baden-Württemberg vom 06. - 16. Februar 2014 Alle zwei Jahre präsentiert die IMAGINALE, das internationale Figurentheaterfestival Baden-Württemberg, eine handverlesene Auswahl der besten und interessantesten Figurentheaterinszenierungen für Erwachsene und Kinder. Die nächste IMAGINALE findet vom 6.-16. Februar 2014 statt. Nach dem großen Erfolg bei der letzten IMAGINALE 2012 ist das Theater Heilbronn wieder Mitveranstalter dieses großen Figurentheaterfestivals. Acht Vorstellungen, drei mehr als beim letzten Mal, finden in Heilbronn statt. Ab fünf Vorstellungen gibt es den Festival-Rabatt von bis zu 20 Prozent. Karten unter 07131/563001 oder www.theater-heilbronn.de

Foto: B. Leroy

Los geht es am 6. Februar um 20 Uhr in den Kammerspielen mit dem Stück »poli dégaine«, von einer der besten Handpuppenspielgruppen Europas, der Compagnie La Pendue aus Frankreich. In ihrem anarchischen Spiel mit philosophischem Tiefgang sorgt Polichinelle, das französische Pendant zum

deutschen Kasper, für große Turbulenzen. Denn seit über 400 Jahren als Faulpelz und Widerborst bekannt, ist er sauer darüber, dass er seine Siesta unterbrechen und spielen soll. Kurzerhand bringt er alle um, die ihn dazu zwingen wollen. Da hat selbst der Tod nichts zu lachen.

Foto: Klaus Zinnecker

»Die Berliner Stadtmusikanten« heißt die Puppenspielkomödie mit Musik vom Berliner Theater Zitadelle, die am 13. Februar um 20 Uhr in den Kammerspielen für Erwachsene stattfindet. In Anlehnung an die Grimm’schen Vorbilder sind es hier Kuh,

IMAGINALe

Auch für Kinder bietet das Festival ein schönes Programm: So am 9. Februar um 16 Uhr in den Kammerspielen. Zu Gast ist die Compagnie Freaks und Fremde mit der »Geschichte vom Fuchs« für Kinder ab sechs Jahren. Einst war der Fuchs ein kluger und schöner Bursche und unbestritten der Boss im Wald. Doch nun ist er alt und wird immer vergesslicher und die jungen Füchse, die ihn früher so bewunderten, müssen sich jetzt um ihn kümmern ...

Wolf, Spatz und Katz, die aus dem Altersheim fliehen und es noch mal so richtig krachen lassen. Denn Wolf und Katz können wunderbar singen, die Kuh war mal eine berühmte Primaballerina und Spatz, ja der ist sowieso einzigartig ...

Foto: Klaus Zinnecker

Le IMAGINA R De FÜR KIN Foto: Lorna Palmer

Am 8. Februar um 20 Uhr bittet das britische Blind Summit Theatre in den Kammerspielen zu Tisch. »The Table«, so der Titel ihres außergewöhnlichen Stückes, ist Lebensort und Bühne einer 50 Zentimeter großen Puppe mit Charakterkopf, die

über die letzten 12 Stunden im Leben von Moses reden möchte. Ihre Ausführungen sind ein wilder Ritt durch existenzialistische Fragen und ein Hohelied auf das Denken – inspiriert von Beckett, der Bibel und IKEA.

Foto: Kjartan Bjelland

Ein alter Bekannter der letzten IMAGINALE ist am 14. Februar um 20 Uhr im Komödienhaus wieder mit dabei: der brasilianisch-niederländische Puppenspieler und Tänzer Duda Paiva. Diesmal mit seinem verrückten Märchen für

Erwachsene »Malediction«. Zwei obskure Mediziner setzen in einem Horrorkabinett ein furchteinflößendes Wesen zusammen, das Schönheit und Nähe sucht und Neid, Konkurrenz und Hass sät ...

Einen Märchenklassiker ganz neu erzählt für Kinder ab 5 Jahren gibt es am 16. Februar um 15 Uhr in den Kammerspielen: »Das Rotkäppchen« frei nach den Brüdern Grimm vom Theater Zitadelle. Die Geschichte wird hier vom Jäger im Wirtshaus erzählt. Rotkäppchen muss in den Wald zur Großmutter und begegnet dem hungrigen, aber vor allem musikversessenen Wolf. Diese wunderbare Interpretation ist mehrfach preisgekrönt. Foto: Klaus Zinnecker

Foto: Theater des Lachens

Am 11. Februar um 20 Uhr kommt das Theater des Lachens ins Komödienhaus mit dem Stück »Über das Marionettentheater«, das von Heinrich von Kleists

gleichnamiger Schrift inspiriert wurde. Auf wunderbare Weise treten hier Marionetten und lebendige Schauspieler in einen Schönheitswettbewerb.

Foto: Wim Sitvast

Und auch das Stuffed Puppet Theatre aus den Niederlanden mit Neville Tranter, einem der größten Figurentheaterspieler weltweit, ist wieder mit von der Partie. Am 15. Februar um 20 Uhr zeigt er in den

Kammerspielen sein neuestes Stück »Mathilde«. Heldin ist die 102-jährige Mathilde, die nicht eher gehen wird, bis ein Versprechen, das ihr vor Jahren ihr Liebster gab, eingelöst wird ...


12 DIe JUNGe SeITe

Der eigenen Wirkung auf der Spur ... SCHULRÄTe TRAINIeReN STIMMe UND KöRpeRSpRACHe BeIM THeATeRWORKSHOp

Weg mit der Krawatte. Wolfgang Seibold, seines Zeichens der Leiter des staatlichen Schulamtes Heilbronn, lockerte erst einmal Schlips und Kragen, denn zwei sehr ungewöhnliche Arbeitstage lagen vor ihm und seinen Kollegen. In der TheaterWerkStatt, wo sonst Schülerinnen und Schüler die Geheimnisse der Schauspielkunst am eigenen Leib erfahren und ausprobieren dürfen, waren diesmal Schulräte des Heilbronner Schulamtes und Schulleiter zu Gast, um zwei Tage lang einen Workshop mit den Theaterpädagoginnen Katrin Singer und Antjé Femfert zu absolvieren. Es ging um die Arbeit an »Präsenz und Stimme«. Mit Methoden aus dem Schauspiel wurde erprobt, wie

man die Stimme, Atemtechniken und den bewussten Einsatz der Körpersprache trainiert. Eine überzeugendere Haltung und Ausstrahlung waren die Ziele. Offen, unbefangen und mit viel Freude an den Präsentationen schlüpften die Teilnehmer in die verschiedenen Rollen. Nach Übungen zur Präsenz – es wurde gesungen, getanzt und geatmet, bis die Stimme dort saß, wo sie sitzen muss – ging’s in die Praxis. Trainiert wurde mit berühmten Reden wie Martin Luther Kings »I have a dream« und Theatertexten wie Hamlets Monolog »Sein oder Nichtsein«. Selbstverständlich waren alle Workshopteilnehmer gestandene Redner, hier ging es jedoch darum, sich auf

spielerische Art und Weise ganz bewusst die eigene Wirkung vor Augen zu führen. Das Wichtigste ist, seiner eigenen Persönlichkeit treu zu bleiben. Zur Belohnung ging es nach zwei Tagen intensiver Arbeit in die Vorstellung »König Drosselbart«. Im anschließenden Gespräch befragten die Schulräte die Schauspieler nach ihrem Einsatz von Körper und Stimme und danach, wie viel von ihnen selbst in einer Rolle steckt. Mit dem Wissen um die eigene Wirkung, einem Lächeln auf den Lippen und wieder korrekt gebundenen Krawatten kehrten die Pädagogen zurück in ihren Alltag.

Bilderflut

FOTOAUSSTeLLUNG ZU »ZWeIeR OHNe« VON KOLpING-SCHÜLeRN

Vorfreudig standen die Schülerinnen und Schüler der Schule für Gestaltung des Kolping Bildungszentrums Heilbronn mit der Spezialrichtung Foto- und Medientechnik an einem Vormittag im November im Foyer der Kammerspiele und inspizierten ihre Kameras. Ist der Blitz aus? Piept die Kamera noch? Seit einigen Spielzeiten Foto: Silvana Kühner Foto: Ilka Pappenscheller

Foto: Lena Hoffmann

Foto: Vanessa Weller

begleiten die Lehrer Jürgen Häffner und Martin Schmidt mit ihren jeweiligen Klassen 1 - 2 Inszenierugnen in der Spielzeit fotografisch. Die jungen Fotografen der Klasse FMT2 haben ihre ganz eigenen Momente des Theaterstückes »Zweier ohne« nach Dirk Kurbjuweit in der Regie von Petra Wüllenweber eingefangen. Die Bilder von Kadir Akgün, Julius Bauer, Vanessa Berger, Hannah Bestenlehner, Max Daab, Nadine Ederle, Hannes Endmann, Marvin Fegert, Elena Fischer, Selina Geiger, Yasin Gündogdu, Leo Heidinger, Lena Hoffmann, Pia Krieger, Silvana Kühner, Lisa Lendway, Fabio Mathes, Ilka Pappenscheller, Jessica Schuster, Rosemarie Seitz, Jennifer Stein, Hilal Sunda, Lena Traunwieser und Vanessa Weller sind im Foyer der Kammerspiele zu sehen.

Das »Zweier ohne«-Ensemble Luise Schubert, Guido Schikore und Joachim Foerster wurde während einer Probe von Kolping-Schülern fotografiert.


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Die Leiden des jungen Osman

DIe LeIDeN DeS JUNGeN OSMAN (UA)

SeMA MeRAY SCHReIBT UND INSZeNIeRT TÜRKISCH-DeUTSCHeS STÜCK FÜR DAS THeATeR HeILBRONN

Von Silke Zschäckel »Die Leiden des jungen Osman« heißt das Stück, das die bekannte Film- und Fernsehschauspielerin, Autorin und Regisseurin Sema Meray im Auftrag des Theaters Heilbronn geschrieben hat und auch inszenieren wird. Die Premiere der Uraufführung ist am 21. März 2014. Damit setzt das Theater Heilbronn seine Auseinandersetzung mit der Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland konsequent fort. Dies ist ein zentrales Thema für die Stadt Heilbronn, die den dritthöchsten Anteil von Bewohnern mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland hat – bei den unter 18-Jährigen sind es über 60 Prozent. Inszenierungen am Theater Heilbronn, die diese Thematik bereits aufgegriffen haben, waren die Uraufführung von »heimat.com«, die Uraufführung »Tito, mein Vater und ich« und auch »Türkisch Gold« (das bereits die sechste Spielzeit läuft). Mit »Die Leiden des jungen Osman« wird der Fokus erweitert: Wie gehen Familien mit unterschiedlichen kulturellen Werten und Traditionen um? Welche Probleme und Konflikte entstehen zwischen den Generationen und zwischen Mann und Frau? Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert das Theaterstück, das bisher den Arbeitstitel »Hayatimsin – Du bist mein Leben« trug, mit 50 000 Euro aus dem Innovationsfonds Kunst. Die Jury hat das Konzept des Theaters Heilbronn unter 263 eingereichten Projekten ausgewählt. Es gehört zu den 15 geförderten

Vorhaben aus dem Bereich »Interkulturelle Kulturarbeit«. Partner ist die Heilbronner Stabsstelle für Integration. Mit Sema Meray hat das Theater eine Autorin und Regisseurin gewinnen können, die nicht nur ein bekanntes Film- und Fernsehgesicht ist, sondern sich aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen sehr engagiert mit dem Leben ihrer türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland beschäftigt. 2005 schrieb sie das Theaterstück »Wegen der Ehre« über Yale, eine in Deutschland geborene Türkin, die sich von ihrem ungeliebten Ehemann trennt, ihr Leben selbstbestimmt führen will und dafür von ihrer eigenen Familie mit dem Tod bedroht wird. Ganz klar formuliert Sema Meray ihr Urteil: »Es gibt keinen Ehrenmord und keinen Eifersuchtsmord. Es gibt nur Mord.« So fordert sie ein Ende der »falschen Toleranz gegenüber demonstrativ integrationsunwilligen türkischen Mitbürgern«. Besonders schwierig, sich in der westlichen Welt zurechtzufinden, sei es für junge türkische, muslimische Männer, die von ihren Vätern die Verantwortung für die Familienehre aufgebürdet bekommen, deren »Ehrenkodex« aber permanent mit den westlichen Werten kollidiert. »Die meisten verstehen sich selbst nicht«, schrieb Sema Meray in einem Kommentar in der »Welt« (21.06.2010) Und so untersucht sie in ihrem Stück »Die Leiden des jungen Osman« die Rolle der jungen türkischen Männer in Deutsch- Sema Meray Foto: Emanuela Danielewicz land.

Zum Stück »Die Leiden des jungen Osman« Osman, der Sohn türkisch-muslimischer Eltern, hat gerade sein Abitur bestanden und möchte am liebsten Literatur studieren. Seine ältere Schwester Hülya, die er abgöttisch liebt, unterstützt ihn, aber seine Eltern haben andere Pläne. Der Vater möchte, dass Osman in sein Exportgeschäft einsteigt. Das Unternehmen sorgt dafür, dass die Familie bestens in ihrer türkischen »Community« vernetzt ist. Osmans Mutter missfallen die Freiheiten, die sich junge deutsche Mädchen herausnehmen, und sie beobachtet mit Sorge, dass Hülya sich der westlichen Lebensweise immer mehr anpasst. Die Eltern verlangen von Osman, dass er etwas in der »Familiensache Ehre« unternimmt und seine Schwester wieder auf den rechten Weg bringt. Denn wegen Hülya gerät die Familie immer mehr unter Druck, in der Moschee wird über sie geredet, die Kunden kehren dem Vater den Rücken. Und plötzlich ist Osmans Freund Oliver, der ein Jahr verschwunden war, wieder da – konvertiert zum Islam. Auch ihm ist Hülyas Lebenswandel ein Dorn im Auge ... Sema Meray Geboren in Mersin/ Türkei, wuchs Sema Meray in Deutschland auf. Sie arbeitet als Autorin, Sprecherin und Schauspielerin für Theater, TV und Kino (u. a. »Die Anrheiner«, »Zeit der Wünsche« »Lindenstraße«, »SOKO Köln«, »Tatort«, »In aller Freundschaft«, »Alarm für Cobra 11«, »Unter Verdacht«, »Evet, ich will« 2009, »Habib Rhapsody« 2013). 2005 schrieb sie das Theaterstück »Wegen der Ehre« (UA 2005 in Köln); 2012 erschien ihr Roman »Das Rosenamulett«.


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RUBRIK WAS MACHEN SIE EIGENTLICH VORMITTAGS?

DIe TeXTFLÜSTeRIN Wohl jeder Mitarbeiter des Theaters wurde in seinem Berufsleben schon einmal gefragt: »Und was machen Sie vormittags?« Viele Menschen haben im Kopf, dass an den Abenden die Vorstellungen im Theater laufen und können sich nicht vorstellen, dass Mitarbeiter dort fast rund um die Uhr arbeiten. Zum Beispiel als Souffleuse. Unsichtbar fürs Publikum, aber mit Blick auf die Bühne: Souffleuse Sigrid Schmieder an ihrem Arbeitsplatz im Großen Haus Foto: Silke Zschäckel

Von Silke Zschäckel

WAS MACHEN SIE EIGENT LICH VOR MITTAGS

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n knapp einer Stunde beginnt die Vorstellung »Homo faber« im Großen Haus. Es summt und brummt längst in allen Abteilungen – die Schauspieler sitzen in der Maske und ziehen ihre Kostüme an, die Techniker gehen langsam auf ihre Position. Auch Sigrid Schmieder, die Souffleuse, ist bereits im Theater, holt ihr Textbuch aus dem Spind und bereitet ihren Arbeitsplatz vor. Dieser befindet sich in einem schwarz gestrichenen, winzig schmalen Gang links neben der Bühne. Von stattlicher Statur darf man nicht sein, wenn man mehrere Stunden dort verbringen muss. Denn darin ist lediglich Platz für ein Pult mit einem winzigen Leselämpchen

und einen Stuhl. Von hier aus hat Sigrid Schmieder den Blick auf die Bühne, ohne dass sie vom Publikum gesehen werden kann. Das Textbuch mit den vielen handschriftlichen Notizen und farbigen Anmerkungen legt sie aufs Pult. Griffbereit daneben kommen eine Wasserflasche und ein kleines Handtuch. Wofür das Handtuch? »Damit ich es, falls ich husten oder niesen muss, vor den Mund pressen kann, so dass niemand etwas hört. Man muss sich nur mal vorstellen, was wäre, wenn aus dem OFF ein Hustenanfall käme. Da wären Publikum und Darsteller wohl gleichermaßen irritiert.« Sie kontrolliert ihr Lämpchen und hat dann noch Zeit, sich einen Moment zu sammeln. Sobald der

Einlass für die Zuschauer läuft, setzt sie sich an ihren Platz. Mit dem Zeichen des Inspizienten, dass die Vorstellung beginnt, heißt es auch für sie – höchste Konzentration! Zeile für Zeile liest sie mit, wenn Stefan Eichberg den Walter Faber spielt und in dieser Rolle riesige Textmengen zu bewältigen hat. Dabei ist sie dem Schauspieler immer eine halbe Textzeile voraus. »Ein Auge habe ich im Buch, das andere auf der Bühne.« Eingreifen musste sie bei ihm bisher in keiner Vorstellung, was ihr die allergrößte Hochachtung abringt. »Überhaupt sind die Kollegen hier alle wahnsinnig diszipliniert und haben fast nie Texthänger. Vielleicht fünfmal musste ich in den anderthalb Jahren, die ich jetzt hier bin, bisher den Text eingeben.« Dennoch möchte keiner von den Schauspielern auf diese psychologische Stütze, die Sicherheit gibt, verzichten. Die Vorstellungen zu betreuen, ist aber nur ein kleiner Teil ihrer Arbeit. Jeden Vormittag probt Sigrid Schmieder genauso wie die Schauspieler, um Szene für Szene von einem Stück zu erarbeiten. Vom ersten Moment einer Inszenierung ist die Souffleuse mit dabei. Zunächst ist sie wichtige Partnerin der Schauspieler beim Erarbeiten des Textes. Manche kommen mit komplett vorgelerntem Text auf die Probe, für andere ist es leichter, sich die Worte während des gleichzeitigen Erarbeitens der szenischen Vorgänge einzuprägen. Dann gibt sie häufiger kleine Satzfetzen ein, die den Akteuren helfen. Gleichzeitig führt sie ihr Soufflierbuch. Darin ist der Text immer auf dem aktuellen Stand, denn manchmal werden Passagen während der Proben herausgestrichen. Außerdem verzeichnet sie auch die Aktionen auf der Bühne wie: Schauspieler X geht von links nach rechts, setzt sich, nimmt ein Wasserglas … Ganz wichtig ist es für sie, die Pausen zu notieren. Große Pause bekommen einen großen Haken, kleine einen kleinen.

Warum ist sie da so akribisch? »Damit ich genau weiß, wann eine Leerstelle inszeniert ist und wann vielleicht ein Schauspieler doch einmal einen Hänger hat.« Mit bunten Klebezettelchen markiert sie Textstellen, bei denen die Kollegen während der Proben leicht durcheinander kommen. Da heißt es, besonders Obacht zu geben! Auch wenn es während der Vorstellungen hin und wieder unfreiwillige Textumstellungen gibt, macht sie sich ein Zeichen und geht hinterher mit dem Kollegen diesen Part noch einmal durch. »Die Proben sind für mich die spannendste Zeit. Es ist jedes Mal wieder aufregend, wenn sich alles zusammenfügt und eine Inszenierung Gestalt annimmt.« Jedes Stück wird am Theater Heilbronn von einer Souffleuse betreut. Als einzige festangestellte Souffleuse, die anderen fünf sind freiberuflich, hat sie derzeit parallel sechs Inszenierungen: »Good morning, boys and girls« in der Kammer – hier sitzt sie mit einer kleinen Klemmlampe am Textbuch in der ersten Reihe. Im Komödienhaus, da ist ihr Platz in der ersten Loge neben der Bühne, souffliert sie »Harry und Sally«. Und im Großen Haus sind es »Cyrano de Bergerac«, »Dantons Tod«, »Homo faber«, und gerade haben die Proben für »Enron«, auch wieder für das Große Haus, begonnen. Freie Abende sind selten. Aber Sigrid Schmieder kennt es nicht anders. Seit 40 Jahren ist sie am Theater, von 1973-90 war sie Tänzerin, dann bis 2004 Schauspielinspizientin am Theater Zeitz, anschließend ging es als Souffleuse nach Rudolstadt und 2011 holte Intendant Axel Vornam sie zusammen mit ihrem Mann Lutz Schmieder, der Leiter der Bühnentechnik ist, nach Heilbronn. Der Wechsel aus dem Rampenlicht hinter die Kulissen fiel ihr nicht schwer. »Ich hatte meine Zeit auf der Bühne«, sagt sie. Aus der Zeit als Tänzerin helfen noch heute die eiserne Disziplin und das Rhythmusgefühl, das man auch beim Soufflieren fürs Schauspiel unbedingt braucht.


theater spezial im Komödienhaus

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31. Januar 2014, 20.00 Uhr

Jan Weiler Mein neues Leben als Mensch Jan Weilers Bühnenprogramm enthält die besten Kolumnen der wöchentlichen ‚Welt am Sonntag‘-Serie »Mein Leben als Mensch«. Da das Personal von »Mein Leben als Mensch« identisch ist mit jenem der Bestseller »Maria, ihm schmeckt’s nicht« und »Antonio im Wunderland« gibt es also auch neue Geschichten über den italienischen Gastarbeiter Antonio Marcipane. 2003 entstand aus einer Kurzgeschichte im SZ-Magazin sein erster Roman »Maria, ihm schmeckt’s nicht«. Das Buch gilt als das erfolgreichste deutsche Romandebüt der letzten zwanzig Jahre. 2005 folgte die Fortsetzung »Antonio im Wunderland«. Seine Bücher gibt es komischerweise nicht auf italienisch, wohl aber auf koreanisch.

Die Highlights in der Harmonie Heilbronn! mystisch, magisch, bewegend

06.01. Theodor-Heuss-Saal

10.01. Theodor-Heuss-Saal

24.01. Theodor-Heuss-Saal

26.01. Wilhelm-Maybach-Saal

Foto: Enno Kapitza

16. februar 2014, 20.00 Uhr

GlasBlasSing Quintett Männer, Flaschen, Sensationen Männer und Flaschen, selten entspringt dieser Liaison Sensationelles, erst recht nicht, wenn es mit Wohlklang und Taktgefühl zu tun haben soll. Es sei denn, man spricht von den Männern des GlasBlasSing Quintetts, Europas Flaschenmusik-Marktführern. In ihrem dritten Bühnenprogramm, dürfen Flaschen sämtlicher Bauarten wieder das sein, was sie am liebsten sind: die großen Klangkünstler des täglichen Lebens. Erneut haben die fünf Recyclingspezialisten etlichen Glas- und Plastikpullen das Staub-Ansetzen erspart, um den großen Melodien der Welt auf die Pelle zu rücken. Klimpernd, kloppend, ploppend oder auf ihrem Hauptinstrument, der 0,33 l-Longneck, geblasen. Das Motto der Wahlberliner dabei: »Es gibt nüscht Jutet, außer, man tutet!« Dazu

Karten gibt es bei den Geschäftsstellen der Heilbronner Stimme, bei der TouristInformation Heilbronn, sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket Hotline: 0 71 31 / 56 22 70 - Infos und Tickets auch auf www.provinztour.de

Foto: Glasblassing Quintett

wird wie immer aufwendig gesungen. Vertraute Tonfolgen wechseln sich auch diesmal wieder gekonnt mit eigenen Kompositionen ab, denn niemand weiß so gut wie Endie, Fritze, Frank, Möhre und Peter, in welchen Klang- und Textgewändern gefühlvoll bespieltes Leergut am besten zur Geltung kommt. Was ihre Münder auch verlässt – es ist frischer Wind, nicht heiße Luft.

Zusatztermine von »Harry und Sally« Sally Albright und Harry Burns sind fast nicht mehr aus dem Komödienhaus wegzudenken. Immer ausverkaufte Vorstellungen, lachende Gesichter, klatschende Hände, Szenenapplaus. Das ruft nach mehr! Nach mehr Liebe, mehr Komödie, mehr 80er-Jahre-Fitness, mehr »Schau mir in die Augen, Kleines«, mehr Judith Lilly Raab und Oliver Firit in den Titelrollen, eben mehr Vorstellungen. Damit auch Sie wieder mit lachenden Gesichtern und Karten für »Harry und Sally« in den Händen die Theaterkasse verlassen können, spielen wir am Freitag, 21. Februar 2014, Samstag, 22. Februar 2014 und am Samstag, 01. März 2014, jeweils um 20.00 Uhr Zusatzvorstellungen dieser Liebeskomödie nach dem Film mit Meg Ryan und Billy Crystal.


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THeATeR-SpOTS

RÄTSeL FÜR FReUNDe DeS MODeRNeN SCHAUSpIeLS WeR DIeSe FRAGe RICHTIG BeANTWORTeT, HAT DIe CHANCe, FReIKARTeN FÜR DIe pReMIeRe DeS SCHAUSpIeLS »eNRON« AM 25. JANUAR 2014 IM GROSSeN HAUS ZU GeWINNeN. WIR VeRLOSeN 3X2 FReIKARTeN.

WAS VeRBIRGT SICH HINTeR DeM TITeL DIeSeS SCHAUSpIeLS VON LUCY pReBBLe? WeR ODeR WAS WAR eNRON? Die Antwort finden Sie in diesem Theatermagazin. Schicken Sie diese Antwort bitte bis spätestens zum 16. Januar 2014 per Mail an pressebuero@theater-hn. de. Sie können auch den postweg wählen. Dann schicken Sie bitte Ihre Antwort an das Theater Heilbronn, pressebüro, Berliner platz 1, 74072 Heilbronn (unter Angabe Ihrer Telefonnummer). Am 20. Januar 2014 erhalten Sie Antwort, ob Sie zu den Gewinnern gehören. Wenn Sie möchten, können Sie in Ihrer Antwort auch vermerken, ob Sie künftig regelmäßig per e-Mail mit Neuigkeiten aus dem Theater versorgt werden wollen.

Menschen mit Freude an Tanz und Bewegung gesucht! Das Theater Heilbronn sucht Jugendliche und Erwachsene für ein Tanzprojekt unter dem Titel »parken«. Es geht um die Themen Puls, Rhythmus und den Umgang mit Zeit. Aufführungen finden in einem öffentlichen Park am 24. und 25. Mai 2014 im Rahmen des Festivals Tanz! Heilbronn statt. Die Mitwirkenden nehmen an einem regelmäßigen Training teil und erarbeiten mit erfahrenen Choreografinnen kurze Stücke. Was die Teilnehmenden erwartet: Training in Beweglichkeit, Körperbewusstsein, Koordination, Präsenz – in Improvisationen Bewegungen (er)finden – Kreativität entwickeln – sich selbst anders erleben – gemeinsam ein Stück ent-

wickeln – das Stück mehrfach open air zeigen – Applaus (am Schluss). Wichtig sind Lust auf Bewegung, Experimentierfreude, Zuverlässigkeit und Zeit zum Proben.

es gibt zwei Möglichkeiten: Fortlaufende Gruppen: Training 1 x pro Woche 2 Stunden, von Februar bis Mai Mindestalter: 12 Jahre, ältere Menschen ausdrücklich erwünscht. Tänzerische Vorkenntnisse nicht erforderlich. Normale körperliche Belastbarkeit (etwaige Einschränkungen bei Älteren kein Hindernis, wenn man ansonsten gesund ist). Leitung Erwachsene: Lisa Thomas (aus Bietigheim/Ludwigsburg) Leitung Jugendliche: Nina Kurzeja (aus Stuttgart)

Am 9. Februar rocken zum allerletzten Mal die »Männer« das Große Haus Am 9. Februar sind sie um 19.30 Uhr zum allerletzten Mal zu sehen: DIE »Männer« – unsere singenden Fußballfans, die in der vergangenen Spielzeit das Große Haus gerockt haben. Auf vielfachen Wunsch bringen wir den Liederabend von Franz Wittenbrink noch einmal auf

die Bühne des Großen Hauses. Lassen Sie sich zum letzten Mal einmal von den Sitzen reißen und zum Tanzen zwischen den Stuhlreihen verführen von unserem Macho (Guido Schikore), dem Muttersöhnchen (Gabriel Kemmether), dem Finanzbeamten (Johannes Bahr), dem Öko-

Mann (Till Schmidt), dem Zuhälter (Stefan Eichberg) und dem Verlierer (Rolf-Rudolf Lütgens). Das Salz in der Suppe ist selbstverständlich DIE Frau (Angelika Hart), die sich der Herren der Schöpfung auf ihre ganz eigene Art und Weise annimmt ...

Intensivgruppe: 10. - 24. Mai, Training fast täglich 2,5 bis 3 Stunden Mindestalter: 18 Jahre. Voraussetzung ist körperliche Fitness (Beweglichkeit, Körperbeherrschung, Konzentration), keine Tanzkenntnisse erforderlich. Diese Gruppe entwickelt kein Tanzstück, sondern führt eine Bewegungsaktion/Performance durch. Basis-Englischkenntnisse sind hilfreich, aber nicht Bedingung. Leitung: Rosemary Lee, Assistenz: Henrietta Hale (London)

Wir laden alle Interessierten zu einem ersten Kennenlernen mit Probetraining ein: 18. Januar 2014, um 11 Uhr. Probebühne des Theaters Heilbronn: Alte Kelter/Rückgebäude, Gymnasiumstrasse 70, 74072 Heilbronn

Gefördert aus Mitteln des Innovationsfonds Kunst

Ausführliche Informationen und Anmeldung bei: Theater Heilbronn, Evelyn Döbler, T 07131. 56 30 12 (Mo. - Fr. 8.30 - 16.00 Uhr) evelyn.doebler@theater-hn.de

AUTOR IM GeSpRÄCH ZU GAST AM 12. FEBRUAR: LeON De WINTeR

In der Reihe »Autor im Gespräch« kommt Leon de Winter am 12. Februar um 20 Uhr in die Kammerspiele. 7,-/5,- Euro (Vorverkauf an der Theaterkasse). Eine Koproduktion mit der Stadtbibliothek Heilbronn und dem SWR-Studio Heilbronn. Gesprächspartner ist Wolfgang Niess vom SWR. Studiert hat er an Filmakademien, ein breites Publikum aber hat er mit seinen Romanen erreicht. »Hoffmanns Hunger«, »Supertex«, »Der Himmel von Hollywood« und »Malibu« wurden Bestseller – auch in Deutschland. Leon de Winter ist der meistgelesene und erfolgreichste niederländische Autor. Mit viel Witz, Ironie und Leichtigkeit schreibt er über heutiges Judentum – ein Kontrapunkt zum eigenen Familienschicksal: Vater und Mutter haben als einzige ihrer Familien den Holocaust überlebt. In seinen neuen Roman »Ein gutes Herz« hat Leon de Winter die aktuelle Islam- und Zuwanderungsdebatte in den Nieder-

landen gepackt und zugleich seinem Lieblingsfeind Theo van Gogh ein Denkmal gesetzt. Seit der Filmemacher 2004 von Islamisten ermordet wurde, sind die Fronten im politischen Diskurs völlig neu gezogen worden. Leon de Winter demaskiert in seinem rasanten Thriller die niederländische Gesellschaft und nimmt sich selbst dabei nicht aus. Ein höchst spannender und unterhaltsamer Terrorthriller und zugleich ein fantastisches Spiel mit Tiefgang.

Leon de Winter FOTO: MARCO OKHUIZENLAIF


Theaterzeitung Januar bis Februar 2014