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Zehn Jahre Das Magazin des Theaters Erfurt

Neues Opernhaus Erfurt – Generalintendant Guy Montavon

Jubiläumssaison 2013/14

Mein Name ist Programm. Kartal Karagedik ist Eugen Onegin.

Oper von Peter Tschaikowsky Premiere: Fr, 14. Februar 2014, 19.30 Uhr, Großes Haus

Wohin, wohin?

Unerhörte Beziehung

Eugen onegin | Seite 3

Kabale und Liebe | Seite 5

Oper von Peter Tschaikowsky

Schauspiel von Friedrich Schiller

Ausgabe

Jan. / Feb. 14


DomStufen-Festspiele 2

Zehn Stichworte

Jedermann 2014

Musical + Oper = Rockoper Peter Lund und Wolfgang Böhmer – Jedermann Ein Stück für den Dom Jetzt habet allesamt Achtung Leut Und hört was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt Vorladung Jedermanns ist es zubenannt.

2014 hat begonnen und unsere Jubiläumsspielzeit hält weitere Höhepunkte bereit. Deutschland wird von einer großen Koalition regiert und Erfurts Theaterintendant Guy Montavon inszeniert in Kürze seinen gefeierten Münchener Joseph Süß im Großen Haus. Zu diesen und anderen Themen antwortet Montavon kurz und bündig: Ihr persönlichster Wunsch für 2014 Genug Geld für das Theater Erfurt. Eugen Onegin Duell im Winter, hoffentlich ausverkauft. Skifahren im Thüringer Wald Nicht steil genug. Große Koalition Ein bisschen von allem. Neuwahlen in Thüringen Die Spannung steigt. Matthias Machnig Viel Bewegung. Jüdische Spuren in Erfurt Weltklasse und müssen deshalb natürlich auch Welterbe sein. Edward Snowden Hoher Unterhaltungswert. Mittel gegen Wintererkältung Ein warmer Sitz im Theater. Männerfreundschaften Sind was für Frauen.

Wir wünschen Ihnen ein gesundes und erlebnisreiches Jahr 2014! Ihr Theater Erfurt

So beginnt Hugo von Hofmannsthals Stück mit dem Titel Jedermann, Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Max Reinhardt hatte das Werk 1911 in Berlin uraufgeführt, weltbekannt wurde es aber vor allem durch die seit 1920 stattfindenden Jedermann-Aufführungen unter freiem Himmel vor dem Salzburger Dom im Rahmen der Salzburger Festspiele. Etwas jünger ist die Tradition der Berliner Jedermann-Festspiele, die seit 1987 stattfinden, seit 1993 im Berliner Dom. Viele Erfurter werden sich noch an die Aufführung bei den DomStufen-Festspielen 2000 erinnern, mit Hanns-Michael Schmidt in der Hauptrolle und mit Musik von Johann Sebastian Bach. Die großen Erfolge mit dem MusicalGenre bei den DomStufen-Festspielen 2005 (Jesus Christ Superstar) und 2008 (Martin L.) ließen den Gedanken reifen, den klassischen Jedermann-Stoff in einer neuen künstlerischen Ausformung auf die Stufen zu bringen. Die Idee wurde mit dem Berliner Autor Peter Lund weiterentwickelt und nahm inzwischen in der Form einer Rockoper Gestalt an. Das musikalische Fundament bildet eine neue Komposition von Wolfgang Böhmer, die den sinfonischen Klangapparat des Philharmonischen Orchesters Erfurt mit der spezifischen Klangwelt einer Rockband kombiniert. Auch der Einsatz von Musical- und Opernsängern sowie des Opernchores überschreitet die üblichen Grenzen der Gattung Musical hin zu einer opernhafteren Form, eben einer Rockoper. Textlich geht Peter Lund von der traditionellen Jedermann-Handlung aus, deren Wurzeln im geistlichen Mysterienspiel liegen. Was als wörtliche Wiedergabe des Hofmannsthal-Textes beginnt, entwickelt sich bei Peter Lund ganz allmählich hin zu einer heutigeren Interpretation der Handlung und Charaktere, ohne aber den archaischen Tonfall des geistlichen Spiels gänzlich aufzugeben. Die zentralen Personen des Stückes sind: Jedermann und der Tod. Der Tod ist der unangefochtene Herrscher der Welt. Ihm muss jeder gehorchen. Jeder muss sterben. Und der Tod ist real. Jedermann ist der Mensch, der diese Wahrheit nicht erträgt und so lebt, als gäbe es den Tod nicht. Jedermann muss lernen, zu sterben. Es geht demnach im Jedermann um die Kunst des Sterbenlernens. Dabei steht der Mensch zwischen Gott und Teufel, doch es gibt auch noch eine dritte Macht: Das Geld ist die zentrale Gottheit im Jedermann, denn nur der Mammon verspricht wahrhafte Ewigkeit. Der Hofmannsthalsche Jedermann muss lernen, dem Götzen des Geldes zu entsagen. Das tut

er mit Hilfe der Religion. Der Erfurter Jedermann sollte einen Schritt weitergehen. Das „letzte Stündlein", das ihm gewährt wird, soll er nutzen, um das Weitergeben zu lernen, um aus seinem Leben ein „gutes“ Leben zu machen. Was danach mit ihm geschieht, weiß nur der Tod. Und der wird es uns nicht verraten. Die Autoren Peter Lund lebt und arbeitet seit 1987 als freischaffender Regisseur und Autor in Berlin. Er inszeniert an zahlreichen deutschsprachigen Stadt- und Staatstheatern, unter anderem in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Hannover, Basel, Innsbruck, und Wien. Von 1996 bis 2004 war er Leitungsmitglied der „Neuköllner Oper“ in Berlin, die sich mittlerweile zu einem der kreativsten Uraufführungsorte für heutiges Musiktheater entwickelt hat. Dort schrieb er die Texte zu den Musicals Die Krötzkes kommen! (Musik: Niclas Ramdohr), Babytalk und Elternabend (Musik: Thomas Zaufke) sowie mit der Musik von Wolfgang Böhmer Das Wunder von Neukölln, Frau Zucker will die Weltherrschaft, Leben ohne Chris und zuletzt Stimmen im Kopf. Seine Stücke wurden an zahlreichen deutschen Bühnen nachgespielt, Hexe Hillary geht in die Oper entwickelte sich in den letzten Jahren zum heimlichen Renner des musikalischen Kindertheaters. Seit 2002 ist Peter Lund Professor am Studiengang Musical / Show der Universität der Künste (UdK) Berlin. Zu seinen aktuell erfolgreichen Arbeiten zählen die Inszenierung von Frau Luna an der Volksoper Wien und sein am Berliner GRIPS-Theater uraufgeführtes Stück Die letzte Kommune. Am Theater Erfurt inszenierte Peter Lund 2004 die Operette Die Dollarprinzessin. Seine Textfassung der Offenbach-Operette Orpheus in der Unterwelt erfreute das Erfurter Publikum in der Saison 2011/12. Wolfgang Böhmer ist ein in Berlin lebender Komponist und Arrangeur. Sein Hauptarbeitsfeld ist das intelligente, unterhaltende Musiktheater. Nach dem Studium war er Mitbegründer der legendären MusicalCompany „College of Hearts“ und entwickelte hier den speziellen Stil eines satirischen, scharf ironischen Westentaschenmusicals. Ab 1993 arbeitete Wolfgang Böhmer regelmäßig an der „Neuköllner Oper“ in Berlin. Hier entstanden zusammen mit dem Librettisten, begnadeten Liedtexter und Regisseur Peter Lund eine Reihe von einzigartigen Musicals. Hier in Neukölln begann auch die Tätigkeit Wolfgang Böhmers als Librettist und Gesangstexter. Aktuell arbeitet er an frischen, zeitgemäßen Fassungen Offenbachscher Werke. Im Jugendtheater kann man augenblicklich seine Musik zu Pünktchen trifft Anton von Volker Ludwig am Berliner GRIPS-Theater hören und im Kindertheater Rapunzel geht am Theater der Jugend in Leipzig.

Premiere Do, 10. Juli 2014, 20.30 Uhr, Domstufen Weitere Aufführungen Fr, 11.07. | Sa, 12.07. | So, 13.07. | Di, 15.07. | Mi, 16.07. | Do, 17.07. | Fr, 18.07. | Sa, 19.07. | So, 20.07. | Mi, 23.07. | Do, 24.07. | Fr, 25.07. | Sa, 26.07. | So, 27.07.2014, jeweils 20.30 Uhr

Preise

Premiere

Fr und Sa

So bis Do

Normalpreis

65,00 €

60,00 €

50,00 €

ermäßigt

55,00 €

50,00 €

40,00 €

Kind, Schüler

25,00 €

20,00 €

17,00 €

Der ermäßigte Normalpreis gilt für Menschen mit Behinderung (bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises), Inhaber eines Sozialausweises der Stadt Erfurt oder anderer Städte und Senioren. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Theaters Erfurt.

0361 22 33 155 (täglich 10 – 18 Uhr) vorverkauf@theater-erfurt.de www.theater-erfurt.de www.domstufen.de

Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text) beim Jedermann -Vorsingen in Erfurt.


Premiere 3

Oper

Ein Held seiner Zeit Peter Tschaikowsky – Eugen Onegin Inhalt Von den beiden Töchtern der verwitweten Gutsbesitzerin Larina ist die lebhafte Olga allen Daseinsfreuden zugetan, die stille, verschlossene Tatjana dagegen versenkt sich lieber in Bücher. Da kommt Besuch: Olgas Verlobter, der Poet Lenski, in Begleitung seines Freundes und Gutsnachbarn Onegin, einem souveränen Großstadtmenschen und Freigeist. In der folgenden Nacht schreibt Tatjana einen Brief an Onegin und offenbart ihm ihre Liebe. Als es darauf zu einer Begegnung kommt, wird sie von Onegins herablassender Antwort gedemütigt. Monate später erscheinen Lenski und Onegin bei der Feier von Tatjanas Namenstag. Onegin provoziert seinen Freund, indem er Olga auffällig den Hof macht. Schließlich fordert Lenski den vermeintlichen Nebenbuhler zum Duell, das er mit dem Leben bezahlen wird. Nach einigen Jahren im Ausland kehrt Onegin nach Petersburg zurück, wo es den Ruhelosen auf ein Fest verschlägt. Dort erkennt er in der Frau des Hauses Tatjana wieder, inzwischen die Gattin eines angesehenen Fürsten. Nun gesteht Onegin seinerseits seine leidenschaftliche Liebe. Obwohl Tatjana ihn unvermindert liebt, bekennt sie sich zu ihrer Ehe und lässt einen verzweifelten Onegin zurück. Ein Held ohne Programm? Eugen Onegin ist nicht nur die in Westeuropa mit Abstand meistgespielte russische Oper, schon der der Oper zugrundeliegende Versroman Alexander Puschkins kann als ein epochales Werk der Literatur angesehen werden. In ihm vollzieht Puschkin die Befreiung von den Kunstidealen Lord Byrons und schafft damit einen völlig neuen Charakter, den „überflüssigen Menschen“. An diesen Typus knüpfte Wladimir Lermontow mit seinem Roman Ein Held unserer Zeit ebenso an wie später Iwan Turgenjew und Iwan Gontscharow, in dessen Oblomow der „Held“ ein Überflüssiger ist – im Sinne des Nicht-Handelnden (was nicht zu verwechseln ist mit dem Nichtsnutz). Und die Tschechowschen Dramen und Erzählungen sind voll von solchen Charakteren. „Onegin ist aber nicht einfach ein reicher Müßiggänger oder Zyniker: Er ist ein Mensch, der keine Aufgabe, keinen Sinn im Leben findet, gefunden hat. Ein moderner, entwurzelter Mensch. Die Rezeption Onegins insbesondere im 20. Jahrhundert hat in der Sowjetunion oder auch der DDR aus ihm einen typischen Vertreter seiner Klasse gemacht. Der Adelige, der keinen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Die Tragödie und Einsamkeit, das Schicksal und das Psychogramm werden da übersehen.“ (Hermann Schneider) Die Oper Tschaikowskys Oper unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von ihrer literarischen

Vorlage. Die beißende Ironie bei Puschkin war Tschaikowskys Sache nicht. Er nimmt die Figuren ernster, und doch ist die Oper auf ihre Weise und in ihrer Zeit ausgesprochen innovativ. Im Untertitel ist Eugen Onegin mit „Lyrische Szenen“ bezeichnet. Tschaikowsky hat dagegen alle seine anderen Musikdramen vorher und später als „Opern“ bezeichnet. Das hat damit zu tun, dass es in Onegin keine lineare Dramaturgie gibt. Vielmehr werden Fragmente der Biografie des „Helden“ gezeigt, dessen Handlungsweise unverständlich oder unsympathisch wirkt. Die Figur des Onegin ist auch in der Oper nicht einfach der Protagonist einer gescheiterten Liebesgeschichte, sondern steht modellhaft für den Zustand einer Gesellschaft und einer Epoche. „Die Adligen oder Privilegierten dieser gesellschaftlichen Klasse wollten oder konnten keine Verantwortung für sich oder andere übernehmen. Rückblickend wird klar, dass Chancen da waren, aber tragischerweise nicht erkannt und genutzt werden konnten. Die Oper Eugen Onegin kann als Zusammenfassung von drei Dramen verstanden werden, die die drei Hauptfiguren betreffen: das Drama Tatjanas, das Drama Lenskis und am Ende das Drama Onegins. Hier setzt das Regiekonzept der Erfurter Neuinszenierung an: Die drei Dramen (Tatjana, Lenski, Onegin) sind drei Stufen, drei Lebensphasen, in denen ein Leben scheitert. An der Liebe (Tatjana), der Kunst oder Freundschaft (Lenski), an sich selbst (Onegin). In diesen Dramen verspielt ein Mensch (eine Gesellschaft, ein Land, eine Kultur) die Chance auf eine evolutionäre Entwicklung. Onegin ist und bleibt derselbe.“ (Hermann Schneider) Das Regieteam Der Intendant und Regisseur Hermann Schneider studierte Germanistik, Philosophie, Musik-, Theater-, und Literaturwissenschaften in Tübingen und München. Nach seinem Regiedebüt 1990 hat er rund 45 Operninszenierungen erarbeitet, u. a. in Aachen, Dessau, Darmstadt, Düsseldorf, Duisburg, Eisenach, London, Lübeck, Rudolstadt, Weimar, Wien und Würzburg. 1993 wurde er Chefdramaturg, Regisseur und kommissarischer Intendant am Stadttheater Eisenach. 1996 übernahm er die Leitung des Studios der Deutschen Oper am Rhein und von 2001 bis 2004 leitete er als Professor die Opernschule an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Seit der Spielzeit 2004/05 ist Hermann Schneider Intendant des Mainfranken Theaters Würzburg. Neben der Regiearbeit bildet das Schreiben von Opernlibretti einen weiteren Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Der Bühnenbildner Bernd Franke studierte an den staatlichen Kunstakademien von Düsseldorf und Stuttgart bei Karl Kneidl und Jürgen Rose. Neben Fest-

Kartal Karagedik ist Eugen Onegin.

engagements als Bühnen- und Kostümbildner am Stadttheater Gießen und am Stadttheater Würzburg war er freiberuflich tätig an den Theatern von Lüneburg, Lübeck, Oberhausen, Koblenz, Aachen, Hagen, Darmstadt, Kaiserslautern, Bern und Eisenach. Seit 2005/06 arbeitet er regelmäßig am Würzburger Mainfranken-Theater. Am Theater Erfurt debütierte er 2007, als er mit außerordentlichem Erfolg das Bühnenbild zu Monteverdis L’Orfeo gestaltete. Der Kostümbildner Götz Lanzelot Fischer studierte Kunstgeschichte und Kostümdesign in Mainz und leitete 1983 – 87 die Kostümabteilung in Coburg. Danach waren u. a. Augsburg, Halle, Heidelberg, Karlsruhe, Leipzig, Chemnitz, München und Stockholm Stationen auf seinem Weg. Ferner zeichnete er für das Kostümdesign bei verschiedenen Fernsehshows von ZDF, Sat1 und RTL verantwortlich. Seit 2004 ist er Kostümdirektor am Mainfranken Theater Würzburg. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen Kostümausstattungen an der Finnischen Nationaloper Helsinki, am Staatstheater am Gärtnerplatz in München und bei den Karlsruher Händelfestspielen.

Eugen Onegin Oper in drei Akten von Peter Tschaikowsky In russischer Sprache mit Übertiteln

Premiere Fr, 14. Februar 2014, 19.30 Uhr, Großes Haus Weitere Aufführungen:

Musikalische Leitung Peter Feranec Inszenierung Hermann Schneider Bühne Bernd Franke Kostüme Götz Lanzelot Fischer

Sa, 01.03. | So, 16.03. | So, 27.04. | Mi, 30.04. | Sa, 07.06. | Fr, 13.06. | Fr, 20.06.2014 Karten ab 21 EUR

Eugen Onegin Tatjana Olga Larina Filipjewna Lenski Fürst Gremin Saretzki Triquet

Kartal Karagedik / Máté Sólyom-Nagy Marisca Mulder / Ilia Papandreou Henriette Gödde / Mireille Lebel Karan Armstrong Katharina Walz / Astrid Thelemann Richard Carlucci / Marwan Shamiyeh Vazgen Ghazaryan Gregor Loebel Robert Wörle / Christoph Dyck

Philharmonisches Orchester Erfurt / Thüringen Philharmonie Gotha Opernchor des Theaters Erfurt

Kostproben Matinee zur Werkeinführung So, 2. Februar 2014, 11 Uhr, Großes Haus, Eintritt frei Rang frei! Der exklusive Probenbesuch Di, 10. Februar 2014, 18.30 Uhr, Treffpunkt Studioeingang Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl. 99 Kostenlose Zählkarten nur am Studioeingang ab 17.30 Uhr.

gefördert von


Premiere 4

Schauspiel

Zeitloser Klassiker Friedrich Schiller – Kabale und Liebe

Fotomontage

„Ein für allemal! Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei.“ Der Frieden des Bürgerhauses Miller ist in Gefahr, denn die Tochter Luise liebt einen Adligen, den Sohn des Präsidenten. Die unerhörte Beziehung wird zum Stadtgespräch und – weil zugleich die Staatsinteressen gestört werden – zu einem Politikum. Eine Kabale ist vonnöten … Schiller erzählt in seinem Trauerspiel die Geschichte einer Liebe, die von Beginn an alle Konventionen unterläuft, und in der sich alle Figuren in persönlichen oder gesellschaftlichen Zwängen bewegen: Miller arrangiert sich mit den Mächtigen, um seine Familie unterhalten zu können, des Präsidenten Kalkül ist auf seine politische Karriere ausgerichtet, die Lady glaubt, nur über Ferdinand zu einem neuen Leben zu finden und Wurm hofft, durch Verrat und Intrige endlich Luise für sich zu gewinnen. Ferdinand und Luise? Vermutlich wäre ihre Liebe auch ohne diese alles zerstörende Kabale nicht von Bestand. Zwischen ihnen liegen Welten, weil ihre Haltungen zum Leben zu unterschiedlich sind und letztendlich das gegenseitige Vertrauen fehlt. Der Konflikt der beiden Liebenden wird in einer außerordentlichen Geschichte erlebt, in der die dramatische Zuspitzung Elemente eines spannenden Krimis enthält, deren Aussage im Kern bis in unsere Zeit übertragbar ist. Roland Hüve hat Schillers Szenenfolge beibehalten und dabei den Originaltext sinnfällig gestrafft. In seiner Fassung des zeitlosen Klassikers verkörpern zwei Schauspieler im wechselseitigen Rollentausch alle Figuren. ER und SIE. Sie spielen Kabale und Liebe, spielen Ferdinand und Luise, eine junge, große Liebe. Aber auch all jene, die diese Liebe zerstören ...

In unserer szenischen Umsetzung ermöglicht die außergewöhnliche Bühnenlösung spannungsreiche Arrangements und erhält erst durch das Spiel der Darsteller eine räumliche Zuordnung. Die Bühne wird den ganzen Raum einnehmen und mit einzelnen Spielinseln eine Nähe und ein anderes Erleben für die Zuschauer schaffen, die nicht wie sonst vor, sondern rund um das Geschehen sitzen und sich manchmal auch mittendrin befinden. In dieser reizvollen Raumstruktur sind die beiden Schauspieler quasi ständig auf Tuchfühlung mit ihrem Publikum und verwandeln sich durch die in das Spiel einbezogenen, erforderlichen Umzüge permanent von einer privaten in eine öffentliche Figur. Im Kontrast zu dem eher funktionalen Bühnenbild wird die Opulenz der Kostüme stehen, die an die Historie der Schillerzeit angelehnt sind.

Sie Er

Frank Voigtmann Hannah Hamburger Judith Mauthe Arno Sudermann

Premiere: Do, 6. Februar 2014, 19 Uhr, Studio Weitere Aufführungen: Di, 11.02. | Mi, 12.02. | Do, 13.02. | Di, 25.02. | Mi, 26.02. | Do, 27.02. | Fr, 28.02.2014 Karten 6 EUR (Schüler) + 18 EUR

Schon während ihres Schauspielstudiums am Max Reinhardt Seminar Wien gastierte Judith Mauthe am dortigen Schauspielhaus und am Theater der Jugend Wien. Von 2009 – 11 gehörte sie dem Schauspielensemble der Theater & Philharmonie Thüringen an und spielte dort u. a. die „Julia“ in Romeo und Julia, „Marthe“/„Lieschen“ im Faust oder die Titelrolle in Ninotschka. In der Spielzeit 2009/10 wurde sie in Gera/ Altenburg auch für den Theater-Oskar als beste Schauspielerin nominiert. Seit 2011 ist Judith Mauthe freischaffend tätig und wirkte in mehreren Kurzfilmen, Musikvideos sowie TV-Filmen mit und tritt auch als Sprecherin in Erscheinung, wie beispielsweise zum 12. Internationalen Literaturfestival Berlin.

„Ich finde es sehr spannend, die unterschiedlichen Rollen mit meiner Körperlichkeit und meinen schauspielerischen Mitteln voneinander abzusetzen. Und ich freue mich natürlich, auch weibliche Figuren wie die „Sophie“ oder die „Lady“ zu spielen, wobei deren Darstellung nicht unfreiwillig komisch werden darf. Bei aller Seriosität, die man bei dieser Geschichte mitbringen muss, kommt es darauf an, sich eine gewisse Leichtigkeit zu erhalten. Ich bin neugierig, was Frank Voigtmann aus dieser Geschichte machen wird. Ich habe schon mit ihm gearbeitet und mir gefällt die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit in seinen Inszenierungen immer sehr.“

Arno Sudermann ist gebürtiger Hamburger und absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Nach einem Engagement an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt wechselte er von 2001 – 07 an die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg-Neustrelitz, wo er seitdem nach wie vor gastiert. Er spielte hier u. a. den „Pylades“ in Iphigenie, den „Bürgermeister“ in Der Drache, „Spiegelberg“ in Die Räuber, „Orsino“ in Was ihr wollt oder „Frau Tod“/ „Himmlischst“ in Mein Kampf. Seit 2008 ist er freiberuflich als Schauspieler, Autor sowie als Filmemacher tätig, darunter zählen Filmprojekte, für die er zusätzlich als Regisseur verantwortlich zeichnete.

Judith Mauthe

Kabale und Liebe von Friedrich Schiller Fassung für zwei Spieler von Roland Hüve UA Düsseldorf 1996 Inszenierung Ausstattung

„Wow, was für eine Herausforderung, in der Geschwindigkeit in so viele verschiedene Rollen zu schlüpfen. Ich mag es sehr, als Schauspielerin schnell in Situationen rein- und wieder rauszuspringen, und wann erhält man schon die Gelegenheit, beide Rivalinnen, sowohl „Luise“ als auch „Lady Milford“ zu spielen. Mir gefallen die Reduktion und die Konzentration auf uns zwei Spieler, mit „Ferdinand“ und „Luise“ als Kern des Ganzen, und ich freue mich, dass der Text original Schiller ist. In jedem Fall wird es lebendig und humorvoll werden, da bin ich mir sicher. Und dabei wollen wir es natürlich schaffen, eine Geschichte zu erzählen, die berührt.“

Arno Sudermann


Gastspiel / Repertoire 5

Chanson

„Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n ...“ Eine Hommage: Zarah Leander – Mein Leben für die Liebe Zarah Leander spielte im Leben von Claudia Riemann immer wieder eine große Rolle und war sozusagen die Schlüsselfigur für ihre künstlerische Laufbahn. Riemann bewunderte die Schönheit und die außergewöhnliche Altstimme der Diva und sang bereits als Siebenjährige ihre Lieder. Dabei entstand der sehnliche Wunsch, Sängerin zu werden. Jahrzehnte später verwirklichte Claudia Riemann diesen Traum und stellte als Hommage zum 100. Geburtstag ihres großen Vorbildes mit der Pianistin Julia Reingardt ein abendfüllendes Programm zusammen. Entstanden ist ein Abend, der vielfältige Einblicke in das auf-

Das

sollten

Sie

regende Leben des großen UFA-Stars gibt und mit einer Vielzahl ihrer Lieder verbunden ist, wie Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n; Yes, Sir; Kann denn Liebe Sünde sein?; Nur nicht aus Liebe weinen oder Der Wind hat mir ein Lied erzählt. Durch den gelungenen Wechsel von Erzählung und Gesang entstand ein informativer und gefühlsstarker Vortrag, der durch Riemanns warme, melancholische Stimme und ihre verschiedenen glanzvollen Roben das Publikum in die Welt der 30er und 40er Jahre entführt. Mit ihrem Zarah-Leander-Programm gastieren die Sängerin und ihre Pianistin Ju-

lia Reingardt seitdem im In- und Ausland. So wurden sie 2009 nach Antwerpen engagiert oder traten 2010 anlässlich der Namensfeier der großen Künstlerin bei der Zarah-Leander-Gesellschaft in Häradshammar / Schweden auf. Gesang Piano

Claudia Riemann Julia Reingardt

Einmalige Aufführung Fr, 17. Januar 2014, 20 Uhr, Salon im Studio Karten für 22 EUR

Tanztheater

nicht verpassen!

Pulsierende Choreografien DanceWorks Chicago

die krönung der Poppea

Gräfin Mariza

Carmen

Oper von Claudio Monteverdi

Operette von Emmerich Kálmán

Oper von Georges Bizet

Mi, 15.01. | So, 26.01. | Do, 30.01. | Sa, 08.02.2014, Großes Haus

Fr, 10.01. | Sa, 01.02.2014, Großes Haus

So, 19.01.2014, Großes Haus

DanceWorks Chicago ist eine dynamische junge Compagnie unter der inspirierenden Leitung von Julie Nakagawa und Andreas Böttcher, den ehemaligen Leitern von Hubbard Street 2. Sie widmet sich ausschließlich der Entwicklung moderner Tanzchoreografien und präsentiert zahlreiche Talente einer neuen Generation junger Tänzerinnen und Tänzer. Unter ihrem Motto „Always Moving“ präsentiert DanceWorks Chicago unkonventionelle, pulsierende Werke neuer Choreografen zu ausgefallenen Rhythmus- und Musikstücken mit überschäumender Lust an der Bewegung. „Die Möglichkeit, eine Vielzahl individueller Künstler – sowohl mit einer umfassenden klassischen als auch mit moderner Ausbildung – zusammenzubringen, macht uns als Gruppe reicher und stärker.“ (Julie Nakagawa)

Einmalige Aufführung So, 9. Februar 2014, 18 Uhr, Großes Haus Karten ab 21 EUR

Schauspiel

Englischsprachige Gastspiele The American Drama Group Europe (ADGE) and TNT Theatre Britain The Wave nach Morton Rhue von Paul Stebbings

Dr Jekyll & Mr Hyde nach Robert Louis Stevenson

Ein Lehrer will seiner Klasse demonstrieren, wie autoritäre gesellschaftliche Strukturen manipulieren können. In einem von ihm konzipierten Sozialexperiment lässt er seine Klasse an einer von ihm selbst angeführten Bewegung namens „Die Welle“ mitwirken. Die unumstößlichen Grundsätze dieser „Welle“ sind: Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft und Macht durch Handeln. Er führt einheitliche Kleidung samt Handgruß ein und die Schüler reagieren überraschend

Der angesehene und beliebte Arzt Dr. Henry Jekyll ist mit Mr Hyde, einem gewalttätigen, unheimlich wirkenden Mann befreundet. Der Anwalt Jekylls, Mr Utterson, wird misstrauisch als sein Mandant sein Testament so abändert, dass, falls er spurlos verschwinden sollte, sein gesamter Besitz an diesen Mister Hyde fallen soll. Utterson ist beunruhigt, zumal es ihm nicht gelingt, irgendwelche Informationen über Hyde herauszufinden. Als ein Mord an einem weiteren Mandanten Uttersons geschieht, sprechen alle Indizien gegen

positiv auf seinen strengen Befehlston, sind motivierter und zeigen viel bessere Leistungen. Nach kurzer Zeit verselbstständigt sich das Experiment und die „Welle“ mutiert zu einem Wiedergänger der Hitler-Jugend.

Einmalige Aufführung Do, 13. Februar 2014, 18 Uhr, Großes Haus Karten 7 EUR (Schüler) + 18 EUR

Die Welle

Hyde und mit Jekyll gehen plötzlich merkwürdige Veränderungen vor. Eines Abends kommt dessen Diener zu Utterson und bittet ihn um Hilfe, da er Dr Jekyll in Gefahr sieht. Beide kehren zu Jekylls Haus zurück und Utterson macht eine unglaubliche Entdeckung … Einmalige Aufführung Di, 25. Februar 2014, 18 Uhr, Großes Haus Karten 7 EUR (Schüler) + 18 EUR


Th@ff 6

Konzerte

für die

Kleinen

Das Klavier im Hühnerstall Krabbel- und Kinderkonzert mit den Bildern einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunst- und Design-Schule IMAGO Erfurt Kikerikiiii! Ruft der Hahn auf dem Hof. Drinnen sitzt Mutter Glucke und brütet auf den Eiern. Schön warm ist es im Stall, und die Kleinen im Ei sind ganz aufgeregt. Sie zappeln, piepsen und drängeln, denn kaum noch ist Platz! Gleich beim Betreten des Theaters begrüßt das Klavier die jungen Konzertbesucher mit der „Küken“-Musik aus Mussorgskis „Küchlein in ihren Eierschalen“. Und natürlich ist Wülly, die Theatermaus, auch wieder da. Bereichert werden die Konzerte durch Bilder, die die jüngsten Mitglieder der Kunst- und Design-Schule IMAGO Erfurt gemalt haben, inspiriert durch die Musik. So führt auch das Programm des ersten Kleinkind-Konzertes dieser Saison auf direktem Wege zu den Ursprüngen des Musikwerkes Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski.

Modest Mussorgski, Maurice Ravel – Bilder einer Ausstellung Musikalische Leitung Samuel Bächli Klavier Ralph Neubert Wülly, die Maus Maria-Elisabeth Wey Moderation Cornelia Schönherr Philharmonisches Orchester Erfurt Krabbelkonzert Di, 14. Januar 2014, 9.30 Uhr, Bühne Kinderkonzert Di, 14. Januar 2014, 10.45 Uhr, Bühne Dauer: 50 Minuten Erwachsene 6 EUR, Kinder 2 EUR

Theater & Schule

Theater & Schule

Werkstatt für Kinder

Instrumentengruppen stellen sich vor

zur Oper Aschenputtel (La Cenerentola)

Die Schlaginstrumente

In Anlehnung an das Märchen Aschenputtel schuf Rossini 1817 die Oper La Cenerentola. In dieser Spielzeit folgt sie einer Reihe von märchenhaften Opern wie Humperdincks Hänsel und Gretel, Dvoráks Rusalka oder Der Mond von ˇ Carl Orff aus den vergangenen Jahren. Eine gute Gelegenheit, Oper für Grundschulkinder begreifbar zu machen. In der Arbeitsatmosphäre des Orchesterproberaumes erfahren Kinder ab 7 Jahren innerhalb einer Stunde Genaueres zu La Cenerentola und zum Theaterbetrieb.

Rhythmus gehört untrennbar zu unserem Alltag, und dies, so lange die Menschheit existiert. Was geschieht mit uns, wenn wir im Radio Musik hören, die von einem packenden Rhythmus lebt? Mit diesen und auch anderen Themen, beispielsweise mit der Vorstellung unterschiedlichster Orchesterinstrumente, welche schlagend oder schüttelnd bedient werden, befassen sich Musiker und Moderatorin in diesem unterhaltsamen Werkstattkonzert für die ganze Familie.

Wir begrüßen Sänger und Musiker, und es gibt Informationen zu Bühnenbild und Kostümen. Moderation Dauer: 1 Stunde

Regine Weißenborn

Mo, 13.01., 10 Uhr | So, 19.01.2014, 15 Uhr, Orchesterproberaum Erwachsene 5 EUR, Schüler 2,50 EUR Karten und Informationen unter 0361 22 33 255

Marcel Richter, Jean-Pierre Lim, Kilian Hartig, Pauke, Schlaginstrumente und Percussion Moderation Cornelia Schönherr

O-Ton

Mi, 8. Januar 2014, 10 Uhr, Orchesterproberaum

Für Musik ist man nie zu klein Musikalischer Workshop zur Nussknackersuite Am 20. November 2013 begeisterte Cornelia Schönherr zwölf Tagesmütter mit einem wohl bisher einmaligen Workshop zum Thema „Kleine Kinder und klassische Musik“. Frau Schönherr war zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung nicht ganz klar, WIE klein die Kinder sind, die von uns in der Kindertagespflege betreut werden. Sie sind in der Regel unter 2 Jahre alt. Diese Erkenntnis war für eine so erfahrene Konzertpädagogin keine große Hürde. Denn Musik FÜHLEN ist keine Frage des Alters! Gemeinsam erfühlten, ertanzten und erspielten wir uns den Zugang zu einigen ausgewählten Stücken aus der Nussknackersuite. Das Motto des Abends lautete: „Wir probieren alles aus und versuchen, wie Kinder wahrzunehmen, einfach und mit Spaß“. Natürlich können Kinder in diesem Alter noch keine Instrumente benen-

nen, aber sie können fühlen, ob Musik laut oder leise, langsam oder schnell, sanft und kuschelig weich, oder einfach rhythmisch ist. Frau Schönherr vermittelte uns Tagesmüttern in einer sehr mitreißenden Art, wie wir Kindern diese Musik mit Hilfe von Bewegungen und Gesten nahe bringen, Geräusche, die in den Stücken vorkommen, mit anderen Gegenständen nachahmen können und wie wir Gefühle, die mit der Musik verbunden sind, z. B. mit Tüchern, Bändern und Ballons darstellen und verstärken können. Mit den Fingerchen Bewegungen zur Musik machen, auf die Pauke hauen oder mit den Füßchen stampfen ist für die Kleinen keine Schwierigkeit. Auch wir Tagesmütter konnten die eine oder andere Anregung beisteuern und Ideen aus unserem Erfahrungsschatz einbringen.

Die Holzblasinstrumente Cocobolo und Grenadill – das sind edle Holzarten, aus denen nach langer Liegezeit wertvolle Blasinstrumente gefertigt werden. Zwei scheinbar artfremde Instrumente gesellen sich noch zu Klarinette, Oboe und Fagott: Die Querflöte und das Horn – beide gefertigt aus Metall. Und doch passen sie sich perfekt in den Gesamtklang des Ensembles ein und vervollkommnen die Klangfarbe der Blasinstrumenten-Mischung aufs Feinste. Zur Erläuterung der Anblastechniken auf ihren Instrumenten dienen den Musikern Trinkröhrchen, Flaschen und ein Gartenschlauch.

Ein schöner Abend ging leider wieder viel zu schnell zu Ende und hat beiden Seiten neue Inspirationen gebracht. Kerstin Becker, Tagesmutter

Andreas Smolny, Oboe; Martin Backs, Flöte; Jens Kaiser, Klarinette; Thomas Denner, Horn; Sabine Eickmeier, Fagott Do, 30. Januar 2014, 10 Uhr, Orchesterproberaum

Moderation Cornelia Schönherr Anmeldung unter 0361 22 33 254


Konzert 7

4. Sinfoniekonzert

Mozarts Klarinettenzauber Wolfgang Amadeus Mozarts A-Dur-Konzert gilt seit jeher als „das“ Klarinettenkonzert schlechthin und damit auch als das unerreichte Vorbild aller nachfolgenden Kompositionen für das Instrument. Entstanden war es für den befreundeten Musiker Anton Stadler, für den Mozart auch das berühmte Kegelstatt-Trio und das Klarinettenquintett komponierte. Eröffnet wird das 4. Sinfoniekonzert mit dem heute eher unbekannten Zeitgenossen der Wiener Klassiker, Anton Eberl. Seine Sinfonien, darunter die dramatische d-Moll-Sinfonie von 1804, wurden zu Lebzeiten jedoch in einem Atemzug mit denen Beethovens, Mozarts und Haydns genannt. Den direkten Vergleich ermög-

licht das Programm mit der Aufführung einer Sinfonie Joseph Haydns aus dem Jahr 1795. Ihr überraschender Auftakt gab der Londoner Sinfonie Nr. 103 den Namen: Sinfonie mit dem Paukenwirbel. „Vingt moments“ von Alois Bröder, Komponist der 2013 in Erfurt uraufgeführten Oper Die Frauen der Toten, ergänzt das klassische Programm. Das Stück besteht aus zwanzig musikalischen Miniaturen, oft nur wenige Takte lang. Die Tonsprache ist hoch expressiv, erinnert gelegentlich an Gustav Mahler und Alban Berg, der Klang des großen Orchesters ist ausgesprochen vielfarbig. Eine Sinfonie in Schlaglichtern, in der auch ein Walzer vorkommt.

Anton Eberl: Sinfonie d-Moll op. 34 Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 Alois Bröder: Vingt moments Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 103 Es-Dur „Mit dem Paukenwirbel“ Dirigent Solist

Samuel Bächli Jens Kaiser, Klarinette

Do, 23.01. | Fr, 24.01.2014, 20 Uhr, Großes Haus (19.30 Uhr Einführung) Mittagskonzert Do, 23. Januar 2014, 12.30 Uhr, Großes Haus

Jens Kaiser, seit 1990 Soloklarinettist des Philharmonischen Orchesters Erfurt, studierte an der Musikhochschule in Weimar. Neben solistischen Auftritten mit dem Philharmonischen Orchester wirkte er in verschiedenen Kammermusikvereinigungen mit, darunter das Bläserquintett „Quintessenz“, das Saxophonquartett „Fo(u)r Fans“, die Erfurter Kammerharmonie und das „Kaiserquartett“. Jens Kaiser ist Mitglied der 2008 gegründeten Nerly Big Band. gefördert von

5. Sinfoniekonzert

Meilensteine der Musikgeschichte „Wir konnten damals nicht wissen, dass uns ein wahres Meisterwerk geschenkt würde“, erinnerte sich Paul Sacher an den Kompositionsauftrag an Béla Bartók zum 10-jährigen Bestehen des Basler Kammerorchesters 1936. Die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta wurde ein Hauptwerk des 20. Jahrhunderts und das vielleicht wichtigste Werk Bartóks – ein grandioses Kompendium all dessen, was seine Kunst ausmacht. Durch seine Persönlichkeit und überragendes Können werden auch die scheinbar größten Gegensätze – Formenstrenge und ungestüme Musizierlust – vereint. Die originelle Instrumentierung ist so außergewöhnlich, dass sie gleichzeitig als Titel

dient. Bartók besetzt zwei auf der Bühne einander gegenüber postierte Streichorchester, Schlagzeug, Celesta, Harfe und Klavier (zwei- und vierhändig). Johannes Brahms spielte selbst die Uraufführung seines 1. Klavierkonzerts 1859 in Hannover. Damals galt der Beifall mehr dem Pianisten als dem Komponisten Johannes Brahms. Gegen alle Erwartungen hatte er eine Art Sinfonie-Klavierkonzert geschrieben mit einem großartigen Dialog zwischen Solist und Orchester. Das Werk setzte sich nur allmählich, mit steigendem Ruhm des Komponisten durch. Dieser war überzeugt von der Bedeutung des Werkes und soll es in 35 (!) öffentlichen Konzerten gespielt haben.

Johannes Brahms: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 15 Béla Bartók: Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta Dirigent Samuel Bächli Solist Ralph Neubert, Klavier Kooperation mit der Thüringen Philharmonie Gotha Do, 27.02. | Fr, 28.02.2014, 20 Uhr, Großes Haus (19.30 Uhr Einführung) | So, 02.03.2014, 17 Uhr, Großes Haus (16.30 Uhr Einführung) Mittagskonzert Do, 27. Februar 2014, 12.30 Uhr, Großes Haus

gefördert von

Konzerte

1. Mozart-Konzert

Das Publikum auf der Bühne Zum erweiterten Konzertangebot gehört auch in dieser Spielzeit die neue Reihe, in der das Publikum mit den Musikern des Philharmonischen Orchesters auf der Bühne des Großen Hauses Platz nimmt. In drei Mozart-Konzerten stehen Werke des Wiener Klassikers auf dem Programm, im Auftaktkonzert die populäre Serenata notturna. Noch immer wird darüber spekuliert, zu welchem Anlass Mozart dies in seiner Besetzung mit Pauken auffällige Werk geschrieben hat – vermutlich als Neujahrsmusik für das Jahr 1776. 1906 entstand mit The unanswered question von Charles Ives eines der ersten und auffälligsten Beispiele für die Experimentierfreude des amerikanischen Komponisten. Wie viele seiner kürzeren Orchesterwerke ist es ein Stück Programmmusik, dessen Gehalt schon im Titel, „Die unbeantwortete Frage“, zum Ausdruck kommt. Die argentinische Saxophonistin Sabina Egea Sobral stellt sich mit Musik von Bach und einem Tanz des spanischen Musikers Pedro Iturralde vor. Als Rahmen für den moderierten Konzertabend wählte Samuel Bächli Orgelwerke von Bach, die der langjährige Solofagottist des Israel Philharmonic Orchestra Mordechai Rechtman für 23 Bläser arrangiert hat. Entstanden sind

Ralph Neubert, der bei Karlheinz Kämmerling an der Hochschule für Musik in Hannover Klavier studierte, ist seit der Spielzeit 2009/10 Studienleiter am Theater Erfurt. Er ist ein gefragter Kammermusikpartner und Liedbegleiter und trat bereits mehrfach als Solist mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt auf. In dieser Spielzeit übernimmt Ralph Neubert die musikalische Leitung der Oper Rufen Sie Herrn Plim! von Mischa Spoliansky im Erfurter Kaufhaus Breuninger.

im

Rathaus

6. Philharmonisches Kammerkonzert

7. Philharmonisches Kammerkonzert

Violin-Duo Darius Milhaud: Sonate für zwei Violinen und Klavier op. 15 Dmitri Schostakowitsch: Präludien für zwei Violinen und Klavier Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen C-Dur op. 56 Arthur Honegger: Sonatine für zwei Violinen G-Dur

„Joseph, lieber Joseph mein“ Franz Schubert: Quartettsatz c-Moll Johannes Brahms: Gesänge op. 91 für eine Altstimme, Viola und Klavier „Gestillte Sehnsucht“ und „Geistliches Wiegenlied“ Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44

Gundula Mantu, Violine Alexander Fernbach, Violine Cristina Potcovaru, Klavier So, 26. Januar 2014, 11 Uhr, Rathaus-Festsaal

Katja Bildt, Mezzosopran Akiko Yukawa, Klavier Alexander Fernbach, 1.Violine Anke Müller, 2.Violine Thomas Frischko, Viola Frank Drechsel, Violoncello So, 9. Februar 2014, 11 Uhr, Rathaus-Festsaal

farbenreiche Stücke, die einen neuen Zugang zu Bachs Orgelmusik ermöglichen. Johann Sebastian Bach: Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564 (arr. für Bläser von Mordechai Rechtman) Charles Ives: The unanswered question Johann Sebastian Bach: Konzert f-Moll für Saxophon und Streicher Pedro Iturralde: Pequena Czarda für Saxophon und Orchester Wolfgang Amadeus Mozart: Serenata

notturna D-Dur KV 239 Johann Sebastian Bach: Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582 (arr. für Bläser von Mordechai Rechtman) Dirigent Samuel Bächli Solisten Sabina Egea Sobral, Saxophon Bläser des Philharmonischen Orchesters Erfurt Do, 16. Januar 2014, 20 Uhr, Bühne Karten für 15 EUR

Katja Bildt Alle Konzerte finden in Kooperation mit dem Kammermusikverein Erfurt e. V. statt.


Vorschau 8

Interview

Begleitprogramm

Judentum ist nicht nur Museum! Ines Beese im Gespräch über das Begleitprogramm rund um Detlev Glanerts Oper Joseph Süß Joseph Süß Oppenheimer zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. 1698 in einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Heidelberg geboren, schafft Joseph Süß früh den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg zum Hoflieferanten und Geheimen Finanzrat des Württembergischen Herzogs Karl Alexander, dessen aufwendiges Hofleben er finanziert. Nach dem Tod Karl Alexanders 1737 entlädt sich der Hass der protestantischen Landstände gegen den katholischen Herzog an dem jüdischen Finanzrat: In einem beispiellosen Schauprozess wird Süß zum Tode verurteilt und am 4. Februar 1738 gehenkt. – Seit dem 19. Jahrhundert ist die Figur Joseph Süß Gegenstand zahlreicher literarischer, filmischer und dramatischer Interpretationen geworden. Im Zusammenhang mit Detlev Glanerts Oper Joseph Süß (Premiere: 22. März 2014) veranstaltet das Theater Erfurt in Kooperation mit der Begegnungsstätte „Kleine Synagoge Erfurt“ eine Vortragsreihe zu Leben und Persönlichkeit des Joseph Süß und über die Rezeption durch die Nachwelt. Über dieses Projekt sprach Musikdramaturg Berthold Warnecke mit Ines Beese, Leiterin der Begegnungsstätte „Kleine Synagoge“ und der Alten Synagoge Erfurt. Frau Beese, Sie zeichnen verantwortlich für Veranstaltungen, Dokumentationen und Vortragsreihen über das einstmals so reiche und vielfältige jüdische Leben Erfurts. Aus Ihrer Perspektive heraus: Welche Rolle spielt Joseph Süß Oppenheimer heute im jüdischen Bewusstsein? Aus meiner Sicht, die keine jüdische Sicht ist: Ich habe mich der Person über Lion Feuchtwangers großen Roman Jud Süß genähert, der sich als Autor und Jude an diesem zwiespältigen Charakter abgearbeitet hat. Welche Rolle Oppenheimer im jüdischen Bewusstsein spielt, das kann ich nicht sagen. Ich bezweifle aber, dass es dazu nur eine Meinung gibt, es wird viele verschiedene Auffassungen geben. Wie auch immer man sich dem Thema nähert, es scheint schwierig, der Figur so etwas wie eine gerechte Beurteilung widerfahren zu lassen. Vielleicht ist es gut, wenn man gar nicht erst versucht, sich ein abschließendes Urteil über Süß Oppenheimer zu bilden.

Er war sicherlich eine schillernde Person, auch vermögend – das bedient wieder das Klischee des „reichen Juden“, das ja immer noch existiert und bei Bedarf von Antisemiten bedient wird. Er besaß gute Eigenschaften und schlechte, wie alle Menschen. Ich komme noch einmal auf Feuchtwanger zurück: Er hat sich ja der Figur in einem Roman genähert, sich aber letztlich fern gehalten von einer Beurteilung. Er hat die schwierigen Charakterzüge des Süß gezeichnet, sogar ziemlich schonungslos, aber auch die, die ihm besser zu Gesicht standen. Süß selber hätte es sich ja leichter machen können, indem er konvertiert wäre, aber gerade das tat er nicht. Vielleicht war es für ihn selbst auch eine Gratwanderung. Mit Glanerts Oper Joseph Süß kommt das Thema nun auch nach Erfurt. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren in besonderer Weise seinen jüdischen Traditionen zugewandt; erinnert sei hier nur an die Sanierung der Alten Synagoge, der ältesten erhaltenen Nordeuropas, die mit dem großartigen jüdischen Schatz auch eines der eindrucksvollsten Zeugnisse des jüdischen Lebens im Mittelalter bewahrt. Die jüdische Kultur wird so in Erfurt erfahrbar, wie das nicht mehr in vielen Städten Deutschlands der Fall ist. Ja, aber ich fand es vor allem unter einem anderen Aspekt spannend, mich jetzt im Zusammenhang mit unserer Kooperation mit dem Thema zu befassen, weil das Thema „Hofjuden“ hier in unserer Region gar nicht so bekannt ist. Im Telefonat mit Gudrun Emberger, eine unserer Referentinnen, habe ich erfahren, dass etwa in Baden-Württemberg dieser Stoff Teil des Geschichtsunterrichtes ist. Dort weiß jedes Schulkind, wer Joseph Süß war. Das ist in Thüringen bestimmt nicht der Fall. Hier gab es auch keine Hofjuden. In Erfurt zum Beispiel siedelten seit der Abwanderung von 1453, also nach dem Ende der zweiten jüdischen Gemeinde, bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts überhaupt keine Juden. Und es gab in Erfurt auch keinen glänzenden Hof, wie den unter Karl Alexander in Württemberg. Genau. Jemand, der sich mit dem Thema beschäftigt, hat wahrscheinlich schon von Joseph Süß gehört, viele Gerüchte,

etc. Und da fand ich es schon spannend, sich mit der Figur ein bisschen näher zu beschäftigen und Persönlichkeiten einzuladen, die sich bereits seit langem mit der historischen Person des Joseph Süß Oppenheimer auseinandergesetzt haben. Nachdem Erfurt inzwischen sehr nachdrücklich sein jüdisches Erbe in die Welt hinausgetragen hat: Spürt man denn auch in der Stadt selbst, dass jüdisches Leben hier neu erblüht? Ich hoffe schon! Das ist ja auch Teil meiner Aufgabe an der Begegnungsstätte „Kleine Synagoge“ und der Alten Synagoge Erfurt. Wir beschäftigen uns mit dem jüdischen mittelalterlichen Erbe, das Sie gerade angesprochen haben; das ist die Geschichte Erfurts – und das ist vor allem eine Geschichte vom christlich-jüdischen Zusammenleben, das dann abrupt beendet wurde. Wir beschäftigen uns selbstverständlich mit der Zeit des Nationalsozialismus und haben dazu vor kurzem das Gedenkbuch Ausgelöschtes Leben. Juden in Erfurt 1933 –1945 herausgegeben. Demnächst widmen wir uns wieder intensiver mittels eines Forschungsprojekts der jüdischen Gemeinde vor der NS-Zeit. Was natürlich ganz wichtig ist, das ist das jüdische Leben heute: Judentum ist nicht nur Museum! Judentum ist auch nicht nur zwölf Jahre Nationalsozialismus. Sondern: Das Judentum gibt es, das Judentum ist präsent, es ist ein Teil von uns und unserer Gesellschaft, es ist ein Teil dieser Stadt! Die jüdische Gemeinde Erfurts zählt heute rund 500 Mitglieder, und wir feiern gemeinsam Feste, neulich etwa auf dem Fischmarkt Chanukka, im Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v.Chr. Ein Anliegen von Guy Montavon ist es, im Zusammenhang mit der Opernaufführung den berüchtigten Nazi-Propagandafilm Jud Süß von Veit Harlan zu zeigen. Im Bewusstsein Vieler ist die Verschiebung von „Joseph“ zu „Jud“ Süß ja ganz eng mit diesem Film verbunden. Wir werden den Film am 14. März 2014 in der Kleinen Synagoge zeigen, übrigens zum ersten Mal. Dazu wird es eine Einführung – ohne die wir Harlans Film gar nicht zeigen dürften – durch den Filmwissenschaftler Dr. Michael Grisko geben! Ich bin sehr gespannt auf die unterschiedlichen Reaktionen. Und ich bin auch gespannt, welche Gäste wir zu diesem Filmabend empfangen werden. Der Film ist ja 1940 zu Propagandazwecken von Joseph Goebbels in Auftrag gegeben worden. Die Karikatur des Juden in Zeichnungen, die begleitet uns schon seit dem Mittelalter. Oftmals nehmen wir das gar nicht so wahr oder haben kein offenes Auge dafür. Und wenn so ein Film gezeigt wird, mit einer entsprechenden Begleitung, dann sensibilisiert uns das vielleicht für die Klischees, mit denen wir leben. Wichtig ist ja, dass wir diese kennen und mit ihnen umzugehen wissen.

Bewundert – Gehasst – Verfemt Annäherungen an Joseph Süß Oppenheimer Di, 18.03.2014, 18.30 Uhr, Theater Erfurt „Rang frei!“ Probenbesuch mit Einführung zur Oper Joseph Süß

So, 09.03.2014, 11 Uhr, Theater Erfurt Matinee / Werkeinführung zur Oper Joseph Süß von Detlev Glanert Mi, 12.03.2014, 19 Uhr, Kleine Synagoge Hofjuden – Lieferanten der Fürsten und Instrumente absolutistischer Macht Vortrag von Dr. Reiner Praß, Universität Erfurt Fr, 14.03.2014, 19 Uhr, Kleine Synagoge Filmvorführung Jud Süß (1940, Regie: Veit Harlan) mit Einführung von Dr. Michael Grisko Begrenzte Platzkapazität! Anmeldung erforderlich, Di – So, 11 – 18 Uhr, unter 0361 655 16 61 Sa, 15.03.2014, 19 Uhr, Kleine Synagoge Joseph Süß Oppenheimer – genannt „Jud Süß“. Annäherung an die historische Figur Vortrag von Dr. Gudrun Emberger, Freie Universität Berlin So, 16.03.2014, 18 Uhr, Theater Erfurt – Studio Das singende Haupt des Orpheus – Die Arbeit am Libretto zu Joseph Süß Vortrag zur Oper mit den Librettisten Uta Ackermann und Werner Fritsch

Sa, 22.03.2014, 19.30 Uhr, Theater Erfurt Premiere der Oper Joseph Süß, 19 Uhr Kurzeinführung mit Komponist Detlev Glanert Weitere Vorstellungen bis zum 21. Juni 2014 Der Eintritt für alle Veranstaltungen außer der Opernpremiere und den Opernvorstellungen ist frei. Gegen Vorlage einer Theaterkarte für Joseph Süß ist an der Theaterkasse kostenlos ein Gutschein für eine einstündige Führung durch die Kleine Synagoge und die Mikwe erhältlich. Die Termine sind wahlweise am 17. Mai oder 16. Juni 2014. Dieses Angebot ist auf 25 Teilnehmer pro Termin beschränkt. Informationen unter 0361 655 16 66 (Alte Synagoge) 0361 22 33 155 Besucherservice Theater Erfurt

Eine Kooperation des Theaters Erfurt mit

Mo, 17.03.2014, 18 Uhr, Theaterrestaurant 1894 Künstlergespräch mit Robert Wörle, Sänger

Joseph Süß. Szenenfoto, München 2012

© Hermann Posch Ich hoffe, dass die kommentierte Vorführung dazu einen Beitrag leisten wird. Aus welchen Blickwinkeln werden sich die Referenten unserer Vortragsreihe der Person Joseph Süß nähern? Der Einstieg in das Thema sollte allgemein gehalten sein. Dazu wird der Historiker Dr. Reiner Praß von der Universität Erfurt einen Vortrag über die „Hofjuden“ (12. März) halten: Was sind überhaupt Hofjuden? Wen hat man so bezeichnet, was haben die für Aufgaben gehabt, wo und

wie haben sie gewirkt? Nach der Filmvorführung wird Frau Dr. Gudrun Emberger dann am 15. März in ihrem Beitrag eine Annäherung an die historische Figur des Joseph Süß versuchen, die sich auch von dem Joseph Süß in Glanerts Oper ganz sicher unterscheidet. Ich denke, dass jemand, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte, der an Kunst oder Musik interessiert ist und in die Oper geht, dann aber etwas mehr über die historische Gestalt erfahren möchte, dass der in Erfurt ein gutes Angebot findet!


Beim Frühstück

mit ... 9

Interview

Eugen Onegin – Erinnerungsarbeit Nachgefragt bei Hermann Schneider und Bernd Franke Zu einem Gespräch trafen sich Chefdramaturg Arne Langer und Anja Fietzek (Marketing und Kommunikation) mit Regisseur Hermann Schneider und Bühnenbildner Bernd Franke im Theater-Cafe in Würzburg. Theater Erfurt (TE): Herr Schneider, für Sie ist es ja ein verspätetes Regiedebüt am Theater Erfurt? Hermann Schneider (HS): Ich bin 2004 schon einmal für eine Inszenierung angefragt worden, da hatte ich noch die Professur in Weimar als Leiter der Opernschule. Als ich dann hier in Würzburg zum Intendanten gewählt wurde, war für die Vorbereitung meiner ersten Spielzeit so viel zu tun, dass ich die Regie leider abgeben musste.

TE: Kommen wir auf Eugen Onegin zu sprechen. Hätten Sie die Inszenierung anders geplant, wenn sie für Würzburg gedacht wäre? HS: Auf jeden Fall, was die bühnetechnischen Möglichkeiten angeht. Das, was bei euch möglich ist, ginge hier in Würzburg gar nicht. BF: Wenn man die Möglichkeit hat, Bühnenwagen wie von Geisterhand fahren zu lassen, dann sollte man das auch tun.

„Was interessiert mich daran? Worum geht es da eigentlich?“

TE: Sie, Herr Franke, sind dagegen für uns ein alter Bekannter? Bernd Franke (BF): Ja, sieben Jahre ist das her. Ich habe in Erfurt das Bühnenbild für L’Orfeo gemacht. TE: Das war damals sehr eindrucksvoll und erfolgreich. Und was machen Sie gerade hier in Würzburg? BF: Hier? Na, ich wohne hier, aber am hiesigen Theater mache ich gerade nichts, ich habe so viel anderswo zu tun, z. B. gerade jetzt für den Onegin in Erfurt.

TE: Wie ist das Regiekonzept für Onegin entstanden? HS: Es gibt zuerst Überlegungen aus der Analyse eines solchen Textes und der Partitur heraus. Was interessiert mich daran? Worum geht es da eigentlich? Was kann man damit erzählen? Die Geschichte in Eugen Onegin ist ja merkwürdig disparat: Da verliebt sich ein junges Mädchen, schreibt einen Brief und er sagt: Nö, is’ nich. Und um die Ablehnung noch etwas deutlicher zu machen, provoziert er sie, indem er heftig mit ihrer Schwester flirtet. Das wiederum bringt deren Verlobten auf den Plan, seinen besten Freund. Es kommt zum Duell, in dem er seinen Freund tötet. Nach 26 Jahren kommt er zu dieser Frau zurück, die inzwischen einen anderen liebt, und sagt ihr, ich habe mein Leben verpfuscht,

Hermann Schneider (links), Bernd Franke (rechts)

TE: Der dritte im Bunde, Götz Lanzelot Fischer, ist als Kostümbildner am Mainfranken-Theater engagiert? HS: Genau, er ist unser Kostümchef. Wir drei arbeiten schon seit den 1990er Jahren in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. TE: Wie oft führen Sie – so nebenbei – pro Jahr Regie? HS: In dieser Spielzeit mache ich den Onegin bei euch, aber nichts am eigenen Haus. Hier inszeniere ich in der Regel nur eine Produktion pro Jahr. Es ist mir sonst zu viel, außerdem ist es gut, wenn eine Vielfalt und unterschiedliche Regiehandschriften erlebbar sind.

ich liebe dich, ich habe alles falsch gemacht, und dann fällt der Vorhang. Nun wäre es mir zu einfach, nur die Geschichte eines jungen Mannes zu erzählen, der einem Mädel das Herz bricht – ohne weiteren Erkenntnisgewinn. TE: Was wollen Sie stattdessen erzählen? HS: Ich frage mich, ob ein solcher historischer Bruch wie die Oktoberrevolution ein unabwendbares äußeres Ereignis wie ein Vulkanausbruch ist, oder ob er auch mit einer seelischen Disposition von Menschen zu tun haben könnte? Jemand wie der Onegin hätte sicher 1917/18 als einer der ersten in die Verbannung gehen müssen mit dem Vorwurf: Du hast

nichts geleistet, du hast nichts getan für das Volk oder für wen auch immer. Er steht damit paradigmatisch für eine Epoche und eine Gesellschaft. Und das macht die Figur zusätzlich interessant. TE: Wie wirkt sich das auf die Inszenierung aus? HS: Wir werden Onegin als Rückblick zeigen. Die Konzeption sieht drei verschiedene Epochen vor. Es gibt für mich eine „Rahmenhandlung“, in der die Oper aus der Perspektive der 1920er Jahre zurückblickt. Der Rest ist gewissermaßen Retrospektive. Einerseits auf die Zarenzeit um 1890 und dann – im letzten Akt – um 1916, kurz vor der Ermordung des Zaren. Dies entspricht einem Zeitsprung von 26 Jahren, den das Libretto vorgibt. TE: Spielt der politische Hintergrund in der Inszenierung eine Rolle? HS: Ja, schon dadurch, dass wir mit einem abstrakten Raum anfangen, der als Rahmen für Einöde, aber auch für Verbannung steht. Dabei hat mich auch die Verfilmung von Pasternaks Roman Doktor Schiwago inspiriert. In diesem Raum gibt es nur ein organisches Bestandteil, einen Baum – natürlich eine Birke – als Zeichen für Natur und Leben. Und ganz klar wird diese Rahmensituation, indem man Strafgefangene in Häftlingskleidung sieht. TE: Herr Schneider, Sie sind selber Opernlibrettist, halten Sie den Operntext zu Onegin für ein gutes Libretto? Man hat der Oper ja vorgeworfen, die Ironie bei Puschkin durch Sentimentalität ersetzt zu haben. HS: Das Libretto hat eine ganz andere Temperatur als der Puschkin-Text. Für ihn gilt, dass er die magnetische Eigenschaft haben muss, Musik wie Eisenteilchen anzuziehen. Der Text muss einen Ausgangspunkt schaffen, der Musik notwendig macht. Und es ist eine besondere Qualität dieses Librettos, dass es auf sehr moderne Weise mit Auslassungen und Brüchen arbeitet. Die Ironie fehlt, aber das Libretto spricht die Gefühlssprache des Bewusstseins der Menschen am Ende des 19. Jahrhunderts an, nicht wie Puschkin die der Spätromantik. In der Oper reflektiert der Tenor z. B. höchst anrührend in seiner großen Arie vor dem Duell („Kuda, kuda?“ – „Wohin, wohin?“) sein Leben. Da ist der Sentimentalitätsverdacht natürlich gerechtfertigt. Aber ich finde das knapp gefasste Libretto formal ausgezeichnet. Ich bin sicher, dass kaum jemand den Puschkin gelesen hat, und trotzdem versteht jeder, worum es in der Oper geht.

HS: Ich sehe darin eine große Modernität. Die Gattungsbezeichnung lautet „Lyrische Szenen“, das heißt Bilder aus einem Leben. Und diese Szenen repräsentieren weniger den Einzelnen als die Gesellschaft als Ganzes, so wie auch wir viele Rollen im Leben spielen und gesellschaftliche Codes repräsentieren. Und damit komme ich wieder zu unserem Konzept: Es gibt immer diesen Raum, diese Schneewelt, diese Kälte, dieses Gefängnis, in dem wie Erinnerungen diese einzelnen Momente auftauchen. Und diese Erinnerungen finden entweder in kleinen knappen Szenen oder in großen Tableaus ihre Entsprechung. Tschaikowsky war sich der Modernität dieser disparaten Form sehr bewusst, indem er bekannte, diese Oper zuerst einmal für sich geschrieben zu haben, egal ob sie aufgeführt würde oder nicht.

TE: Wäre es für Sie auch eine Option gewesen, die Oper ganz im Heute anzusiedeln? Braucht es denn unbedingt diese historische Situation? HS: Für mich muss es deswegen eine historische Ebene haben, weil dieses Stück selber mit historischen Ebenen operiert. Weil es eben diese Zeitsprünge gibt und die Oper den drei klassischen Einheiten von Ort, Zeit und Handlung streng folgt. Ich habe auch schon Stücke ganz radikal in der Gegenwart angesiedelt, z. B. spielte unsere Cenerentola in Kalifornien zwischen einem abgefackelten Trailer-Park und einem schicken Golfplatz. Das war sehr lustig und hat wunderbar funktioniert.

„was onegin am meisten bewegt, ist der mord an seinem freund.“

TE: Vielleicht war das Erfolgsrezept genau das, der nicht kalkulierte Erfolg? HS: Genau. TE: Die Konzeption sieht ja in den Erinnerungsbildern konkrete historische Elemente vor? BF: Wir haben den Ausgangsraum stark abstrahiert und auch die Reminiszenzen auf einzelne Zeichen, vor allem Möbel, reduziert. Das hereinfahrende Spielpodest, genauer gesagt dessen Boden, hat jeweils eine je nach Bild wechselnde Farbe. Die Kostüme dagegen sind ganz realistisch und machen die erforderlichen Zeitsprünge anschaulich.

„Ich finde das knapp gefasste Libretto ausgezeichnet.“

TE: Die Verknappung hat sicher damit zu tun, dass die Oper am „Maly Teatr“ und eben nicht am großen „Bolschoi“ in Moskau uraufgeführt wurde? Also einerseits ein Werk quasi für die Studiobühne, dann aber doch mit Elementen der Grand Opéra, z. B. in der Ballszene.

eigene Geschichte aufschreibt. Aber das möchte ich nicht so konkret bedienen. Es ist eher eine Trauerarbeit, eine Erinnerung.

TE: Wie endet die Inszenierung denn? BF: Das erste und das letzte Bild sind identisch. Was Onegin am meisten bewegt, ist der Mord an seinem Freund, und deshalb hält er sich – allein – an dem Ort auf, an dem das Duell stattgefunden hat, nur die erwähnte Birke ist immer da. HS: Man könnte darüber nachdenken, ob Onegin hier ein Schriftsteller ist, der seine

TE: Herr Schneider, sie sprechen und lesen russisch, gibt es da eine tiefere Affinität? HS: Ich habe eine gewisse familiäre Nähe. Ein Teil meiner Familie mütterlicherseits kommt aus St. Petersburg. Unabhängig davon habe ich aber schon als Schüler eine große Liebe zur russischen Literatur gehabt. Bernd Franke und ich hatten anfangs noch die tollkühne Idee, nach St. Petersburg zu fahren, aber daraus wurde leider nichts. TE: Lieber Herr Schneider, lieber Herr Franke, danke für das Gespräch.

Veranstaltungstipp Hermann Schneider ist am 27.01.2014 zu Gast in der Reihe „Künstler im Gespräch“. Er berichtet über die Situation „seines Theaters“ in Würzburg und über seine Regiearbeit an Eugen Onegin am Theater Erfurt. Beginn ist um 19 Uhr im Theaterrestaurant 1894, der Eintritt ist frei. Veranstalter der Reihe ist die Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde Erfurt, Gäste sind jedoch ausdrücklich erwünscht.


Magazin 10

Im Archiv

gestöbert ...

Eugen Onegin in Erfurt „Wir wollen nicht fragen, wer den Anstoß gab, sondern mit Genugtuung nur feststellen, dass endlich einmal wieder die Reihe Vetter Eduard – Dolly – Schwarzwaldmädel durch eine ernsthafte musikalische Erstaufführung unterbrochen wurde. Sie ermutigt.“ So schrieb die Kritik am 11. März 1924 über die Erstaufführung von Tschaikowskys Eugen Onegin in der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Es hatte 45 Jahre gedauert, bevor die Oper nach ihrer Uraufführung (Moskau 1879) den Weg nach Erfurt fand. Allerdings kam es nur zu vier Vorstellungen, die Resonanz war also wohl gering. In den Jahren 1935, 1946, 1957 und 1977 wurde die Oper wieder in Erfurt aufgeführt; 1977 unter der Leitung litauischer Künstler aus Erfurts Partnerstadt Vilnius, Regie R. Siparis, musikalische Lei-

tung J. Aleksa und Bühne H. Ciparis. In der Besetzung Gerlach (Tatjana), Brachmann (Olga), Helms (Lenski), Damm (Gremin), Dolge (Triquet) ist sie sicher vielen Erfurtern noch in Erinnerung. Die Inszenierung bildete, wie die Kritik berichtet, nicht nur einen „von hohem kulturellen Wert geprägten Beitrag zum 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und zur deutsch-sowjetischen Freundschaft“, sondern einen wirklichen Glanzpunkt im Musiktheaterleben Erfurts. 2001 stand die Oper zum bisher letzten Mal auf dem Erfurter Spielplan, diesmal im „Kuppeltheater“. Frank Palmowski, Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde Gestalten Sie Erfurter Theatergeschichte aktiv mit! 0361 561 67 68 | www.theatergesellschaft-erfurt.de

Orchester

Übergabe

Wechsel am Schlagzeug

Nach 39 Jahren am Theater Erfurt jetzt im Ruhestand: Schlagzeuger Olaf Wagner (rechts). Sein Nachfolger im Philharmonischen Orchester ist Kilian Hartig. Der 32-jährige ist wie Olaf Wagner gebürtiger Sachse. Beide verbindet zudem eine Kindheit mit Geigenunterricht, bevor sie über das Klavier zum Schlagzeug kamen. Kilian Hartig spielte nach seinem

Diplom-Abschluss als Orchestermusiker unter anderem in der Deutsch-Skandinavischen Jugendphilharmonie, in der Staatskapelle Berlin, der Staatskapelle Weimar sowie der Dresdner Philharmonie. Vor seinem Wechsel an das Theater Erfurt war er Schlagzeuger im Loh Orchester Sondershausen.

O-Ton

Hurra, wir haben gewonnen! Der Hauptpreis des Gewinnspiels im Herbst-PROspekt führte uns ins sonnige Nizza. Dem tristen deutschen Novemberwetter entflohen, erkundeten wir neugierig die malerische Altstadt von Nizza mit ihren Plätzen, Kirchen, Parks, Cafés und den vielen kleinen Gassen im mediterranen Flair. Wir genossen die Zeit bei einem Glas Wein, am Strand und beim Bummel über den bekannten Markt Cours Saleya mit seinen Köstlichkeiten für Augen und Gaumen. Ein Spaziergang führte uns auch auf den Schlossberg, wo wir mit einem atemberaubenden Blick über die Dächer von Nizza, die Côte D´Azur und den Hafen belohnt wurden. Der Höhepunkt unserer Reise war jedoch die Premiere von Le Freyschütz in der Oper von Nizza. Nach der persönlichen Begrüßung durch die Intendanten Marc Adam und Guy Montavon erlebten wir eine wunderbare

Eugen Onegin: Besetzungszettel der Erstaufführung im Jahr 1924 und Programmhefttitel von 1977

Vorstellung im prachtvollen Opernhaus. Von unseren Plätzen in der Grande Loge folgten wir gespannt dem internationalen Ensemble und dem grandiosen Orchester. Wir freuen uns auf 2015, wenn Der Freischütz auf den Erfurter Domstufen gezeigt wird. Das stufige Bühnenbild passt jedenfalls perfekt in das Erfurter Ambiente. Wir werden dabei sein. Beate und Mario Heller Linkes Bild: Familie Heller auf dem Colline du Château in Nizza. Rechtes Bild: Empfang zur Premiere des Freischütz durch Marc Adam, Intendant der Oper Nizza, und Guy Montavon, Intendant des Theaters Erfurt.

Vom Zeitungspapier auf die Festplatte 68 Jahre Erfurter Theatergeschichte ist seit einigen Wochen im Erfurter Stadtarchiv digital abrufbar. Ermöglicht hat das die Erfurter Gesellschaft der Theaterund Musikfreunde, der die Kosten für die professionelle Digitalisierung von rund 15-tausend Presseberichten aus den Jahren 1915 bis 1983 übernahm. Zuvor hatte Vereinsmitglied Frank Palmowski in der Bibliothek des Theaters die Kritikerberichte, Ankündigungen und Anzeigen auf rund 4.700 Zeitungsseiten gezählt und für die Digitalisierung vorbereitet. Das Erfurter Stadtarchiv und der Theaterverein wollen sich nun dafür einsetzen, dass die historischen Presseberichte künftig auch im Internet abrufbar sind. Erste Gespräche dazu hat es bereits mit dem Thüringer Staatsarchiv gegeben.

Durch die Digitalisierung konnte ein spannendes Stück Theatergeschichte gerettet werden. Darüber freuten sich am Tag der Festplatten-Übergabe Chefdramaturg Dr. Arne Langer, Frank Palmowski und Dr. Wolfgang Beese von der Theatergesellschaft sowie Stadtarchiv-Direktorin Dr. Antje Bauer (v.l.n.r.).


Magazin 11

Jubiläum

„Blickwechsel“ – eine Foto-Ausstellung von Lutz Edelhoff Ein Blitzlichtgewitter während einer Theatervorstellung – undenkbar! Auch nicht bei einer Probe, denn dort erfordert das Fotografieren gleichfalls viel Sensibilität, ist eine spezielle Handhabung der Kamera notwendig. Vor allem aber braucht es den richtigen Blick, um das Geschehen auf der Bühne in seiner ganzen Spannung und im richtigen Augenblick einzufangen. Lutz Edelhoff ist freiberuflicher Fotograf und seit 16 Jahren der Fotograf des Theaters Erfurt. Seine Bilder der Inszenierungen, seine Porträts von Sängern, Schauspielern, Regisseuren etc. kennt man nicht nur in Erfurt. Tageszeitungen sowie deutschlandweit und international erscheinende MusiktheaterMagazine drucken seine Fotos seit vielen Jahren. Prominente Künstler wie Katharina

Thalbach oder Dominique Horwitz waren während ihrer Zeit am Theater Erfurt voll des Lobes für den speziellen, individuellen Edelhoff-Blick und verwenden seine Fotos teilweise immer noch für Werbung in eigener Sache. Und Thalbach wünschte sich für ihre Berliner Seefestspiele-Inszenierung von Mozarts Zauberflöte (2011) keinen anderen als Lutz Edelhoff als fotografischen Begleiter. Lutz Edelhoff wurde vor 57 Jahren in Berlin geboren und lebt seit 1991 in Erfurt. Zur Fotografie kam er bereits als Kind. Und was zunächst nur ein Hobby war, wurde in den 90er Jahren für Edelhoff zum Beruf. In der Ausstellung, die am Freitag, 28. Februar, im Theaterfoyer eröffnet wird, werden neben Inszenierungsfotos der

aktuellen Jubiläumsspielzeit vor allem Bilder zu sehen sein, die hinter den Kulissen entstanden. Im Bühnenbereich und im Werkstattgebäude hat Edelhoff Momente des „Werdens“ festgehalten. Dazu gehören Blicke auf die technischen Abläufe, in die Schneiderei, den Malsaal, die Kaschiererei, in die Tischlerei und Schlosserei und viele Bereiche mehr. Aber auch Chor und Orchester wird Edelhoff für seine Ausstellung erneut ins rechte Licht setzen. Rund 80 großformatige Fotos werden ab Ende Februar öffentlich gezeigt. Parallel zur Ausstellung erscheint ein Katalog, dessen Druck von der Erfurter Gesellschaft für Theater- und Musikfreunde mitfinanziert wird.

Meet & Greet

Fotograf Lutz Edelhoff porträtiert für seine Ausstellung „Blickwechsel“ Theatermitarbeiter verschiedener Gewerke. Auch den Arbeitsalltag von Maskenbildnerin Susanne Hulsch hält Edelhoff dafür mit seiner Kamera fest. Foto: A.Kehr

Aufruf

Alles geht – nichts muss!

Blumensponsor gesucht

Meet & Greet ist eine Veranstaltungsreihe unserer Jubiläumsspielzeit 2013/14 (10 Jahre Theater Erfurt im Brühl) und geht am Freitag, 10. Januar 2014, in die vierte Runde. Gäste des Café Rommel in der Johannesstraße 34 haben an diesem Tag die Gelegenheit, Mitarbeiter des Theaters Erfurt kennenzulernen. Ob Intendant, Solist, Maskenbildner, Orchestermusiker, Techniker oder Dramaturg – mal finden sich diese, mal jene Mitarbeiter im Café ein, um zu plaudern oder zu musizieren. Jeder ist herzlich willkommen, und wer will, kann auch sein eigenes Instrument mitbringen (ein Klavier ist vor Ort). Nichts muss, alles geht – je nach Lust und Laune.

Nachdem Konzertbesucher immer wieder den Wunsch geäußert haben, den früheren Brauch wiederzubeleben, Solisten und Dirigenten zum Applaus einen Blumenstrauß zu überreichen, hat die „Gesellschaft der Theater- und Musikfreunde Erfurt“ sich der Sache angenommen. Sie vereinbarte mit einem Floristen einen Mengenrabatt und übernahm die Kosten für den entsprechenden Blumenschmuck für eine Konzertsaison. Dies ist als einmalige Anschubfinanzierung gedacht, so dass jetzt die Suche nach einer Privatperson oder einem Unternehmen startet, der als Sponsor der Saison 2014/15 die Kosten von ca. 2000 Euro zu übernehmen bereit ist. Falls Sie sich auf diese Weise unseren vielen Tausend Konzertbesuchern präsentieren möchten, melden Sie sich bitte in unserer Marketingabteilung bei pr@theatererfurt.de bzw. unter 0361 22 33 112.

Nächste Termine: Fr, 10. Januar und Mo, 10. Februar jeweils ab 19 Uhr, Café Rommel, Johannesstraße 34 in Erfurt

Sopranistin Ilia Papandreou (rechts) im Gespräch mit Gästen des Cafés Rommel während des vorweihnachtlichen Meet & Greet im Dezember 2013.

Wer

Bilderrätsel

100

500 o

100

500 Eur

Euro

500 500 Euro

100 100

Euro

500 500 Euro

Mit dem gesuchten Wort wird unsere Bühne täglich schick in Szene gesetzt. Lösung: Das Lösungswort senden Sie an Theater Erfurt, Placidus-Muth-Str. 1, 99084 Erfurt oder per Email an pr@theater-erfurt.de. | Einsendeschluss: 30. Januar 2014 Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir Freikarten für die Premiere von Eugen Onegin am 14. Februar 2014.

macht was?

ater Erfurt, Ich arbeite am The dere ist. Zusammen an r de je ie w b Jo in weil das ke ich dafür, dass die Dar e rg so en nn gi lle Ko s mit sech a ist ige Kostüm tragen. D ht ric s da er m im r le stel tion gefragt, wenn sa ni ga Or d un po m Te Teamgeist, n. ümwechsel stattfinde st Ko ge di än st ta vi E z.B. bei abFälle, wenn ein Knopf le al r fü au Fr e di n bi Ich plötzlich platzt. se Ho e di er od t iß re fällt, der Saum lprovisiert. Bei Vorste im d un rt rie pa re Da wird us r den Darstellern ins Ha vo ch no h ic e m m ko lungen r aufgeräumt ist. de ie w s le al n en w , und gehe erst ch ausruhen, bin ich no re eu kt A e di h sic Und wenn t. und Bügeln beschäftig en ch as W it m r de ie schon w eawichtiges Rad im Th er ab s, ne ei kl n ei n bi Ich macht mich stolz! tergetriebe, und das

 Bettina Dyck   Ankleiderin


Spielplan 12

Januar 2014 Mi 01

18.00 Uhr, GH

Fr 03

19.30  Uhr, GH

Sa 04

Februar 2014 Neujahrskonzert

Konzert

Evita

Musical

Freitagsabo B + freier Verkauf 19.30  Uhr, GH

Aschenputtel (La Cenerentola)

So 02

Konzert

Di 07

9.00 / 11.00 Uhr, S

Rumpelstilzchen

Märchen

11.00 Uhr, GH

Die Schatzinsel

Piratenoper

9.00 / 11.00 Uhr, GH

Rumpelstilzchen

Märchen

10.00 Uhr, OP

Instrumentengruppen

stellen sich vor

Th@ff*

Die Schlaginstrumente

Aschenputtel (La Cenerentola)

Oper

Fr 10

Märchen

Rumpelstilzchen

17.00 Uhr, GH

Unterführung

Führung

19.00 Uhr, CR

Meet & Greet – Gemeinsam feiern mit dem Theaterensemble

Spezial

19.30 Uhr, GH

Gräfin Mariza

Operette

Freitagsabo + freier Verkauf Sa 11

19.30 Uhr, GH

Anatevka

Musical

So 12

11.00 / 19.30 Uhr,

Neujahrskonzert

Konzert

Palmenhaus 15.00  Uhr, GH 10.00 Uhr, OP

Mi 15

Do 16 Fr 17

Aschenputtel (La Cenerentola)

Oper

Einführung

Aschenputtel (La Cenerentola)

Oper

Kabale

Fr 07

19.30  Uhr, GH

Aschenputtel (La Cenerentola)

und

Liebe

Schauspiel Oper

Freitagsabo B + freier Verkauf Sa 08

So 09 Mo 10

17.00 Uhr, GH

Till Eulenspiegel

19.00 Uhr, S

Die Krönung

11.00 Uhr, R

7. Philharmonisches Kammerkonzert

Konzert

18.00 Uhr, GH

Danceworks Chicago

Tanz

18.30 Uhr, GH

Rang

Einführung

frei! zu

der

Musical

Poppea

Oper

Eugen Onegin

Freier Eintritt | 99 Zählkarten am Einlass 19.00 Uhr, CR

Meet & Greet – Gemeinsam feiern mit dem Theaterensemble

Spezial

Di 11

19.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

Mi 12

10.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

Do 13

10.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

18.00 Uhr, GH

The Wave

Schauspiel

Fr 14

19.30 Uhr, GH

Eugen Onegin

Oper

Premierenabo + freier Verkauf

Theaterwerkstatt

Th@ff*

9.30 Uhr, B

1. Krabbelkonzert

Konzert

Theaterferien vom 15.02. bis 24.02.2013

10.45 Uhr, B

1. Kinderkonzert

Konzert

17.00 Uhr, GH

Unterführung

Führung

Unser Besucherservice (Kartenvorverkauf & Informationen) steht Ihnen auch während der Ferien im Theater Erfurt (Eingang Martinsgasse) sowie unter 0361 22 33 155 zur Verfügung.

20.00 Uhr, S

Die Krönung

20.00 Uhr, B

1. Mozart-Konzert

19.30  Uhr, GH

der

Poppea

Oper Konzert

Evita

Di 25

18.00 Uhr, GH

Musical

Sa 18

19.30 Uhr, GH

So 19

15.00 Uhr, OP

Liebe

Dr Jekyll

und

Mr Hyde

Schauspiel

Englischsprachiges Gastspiel

Freitagsabo A + freier Verkauf

Zarah Leander – Mein Leben

19.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

Chanson

Mi 26

19.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

Anatevka

Musical

Do 27

10.00 Uhr, S

Kabale

und

Liebe

Schauspiel

Theaterwerkstatt

Th@ff*

12.30 Uhr, GH

Mittagskonzert

für die

zu Aschenputtel (La Cenerentola)

Carmen

Oper

Mi 22

11.00 Uhr, GH

Till Eulenspiegel

Musical

Do 23

12.30 Uhr, GH

Mittagskonzert

Konzert

Freier Eintritt 20.00 Uhr, GH

4. Sinfoniekonzert (19.30 Uhr Einführung) Konzertabo + freier Verkauf

Konzert

Fr 24

20.00 Uhr, GH

4. Sinfoniekonzert (19.30 Uhr Einführung) Konzertabo + freier Verkauf

Konzert

Sa 25

19.30 Uhr, GH

Aschenputtel (La Cenerentola)

Oper

Samstagsabo A + freier Verkauf 11.00 Uhr, R

6. Philharmonisches Kammerkonzert

Konzert

15.00  Uhr, GH

Evita

Musical

Sonntagsabo A + freier Verkauf 20.00 Uhr, S

Die Krönung

Mi 29

17.00 Uhr, GH

Unterführung

Do 30

10.00 Uhr, OP

Instrumentengruppen

der

Poppea

Oper Führung

stellen sich vor

Th@ff*

Die Holzblasinstrumente 20.00 Uhr, S

Die Krönung

19.30 Uhr, GH

Anatevka

der

Poppea

Oper Musical

* Th@ff = Theater-, Musik- und Konzertpädagogik GH = Großes Haus / S = Studio / B = Bühne / R = Rathaus-Festsaal / OP = Orchesterproberaum / Bs = Ballettsaal / SF = Studiofoyer / SiS = Salon im Studio / CR = Café Rommel

Konzert

Freier Eintritt

18.00 Uhr, GH

Fr 31

Eugen Onegin

19.00 Uhr, S

Salonorchester Erfurt

20.00 Uhr, S

So 26

zu

Englischsprachiges Gastspiel

zu Aschenputtel (La Cenerentola) Di 14

Matinee

Do 06

Sonntagsabo + freier Verkauf Mo 13

Operette

Sonntagsabo + freier Verkauf

Mittwochsabo + freier Verkauf 10.00 Uhr, GH

Gräfin Mariza

Freier Eintritt 18.00  Uhr, GH

Neujahrskonzert

Do 09

11.00 Uhr, GH

Oper

18.00 Uhr, GH

19.30  Uhr, GH

18.00 Uhr, GH

Samstagsabo + freier Verkauf

Samstagsabo B + freier Verkauf

So 05

Mi 08

Sa 01

20.00 Uhr, GH

5. Sinfoniekonzert (19.30 Uhr Einführung)

Konzert

Konzertabo + freier Verkauf Fr 28

19.00 Uhr, S

Kabale

20.00 Uhr, GH

5. Sinfoniekonzert (19.30 Uhr Einführung) Konzertabo + freier Verkauf

und

Liebe

Schauspiel Konzert

Sie können nicht genug von Theater bekommen?

theatercard www.theater-erfurt.de (   0361 22 33 155 Alle Vorstellungen zum halben preis!*

Spielplanänderungen vorbehalten

* Einmalig 85 EUR zahlen (55 ermäßigt) – ein Jahr lang beliebig oft zum halben Preis in theatereigene Vorstellungen gehen

Alle Sinfoniekonzerte und Evita werden gefördert von

Impressum Herausgeber Theater Erfurt Generalintendant Guy Montavon V.i.S.d.P. A. Langer, A. Fietzek, A. Kehr Redaktion Dramaturgie / Öffentlichkeitsarbeit Grafik Bernadette Israel Fotos Lutz Edelhoff Redaktionsschluss 23. Dezember 2013 Theaterkarten auch in allen Pressehäusern der erhältlich.

Die Beilage erscheint alle zwei Monate in der „Thüringer Allgemeinen” (TA), der „Ostthüringer Zeitung” (OTZ) und der „Thüringischen Landeszeitung” (TLZ)

Partner des Theaters Erfurt

Besucherservice im Theater Erfurt Martinsgasse / Theaterplatz, 99084 Erfurt Kartenvorverkauf Mo bis Fr 10 – 18 | Sa 10 – 14 Uhr Abonnementbüro Mo bis Fr 10 – 18 | Abo-Telefon: 0361 22 33 152 Service-Telefon: 0361 22 33 155 täglich 10 – 18 Uhr www.theater-erfurt.de | www.domstufen.de vorverkauf@theater-erfurt.de

Besucherservice in der Erfurt Tourist Information Benediktsplatz 1, 99084 Erfurt Kartenvorverkauf Jan – März: Mo bis Fr 10 – 18 Uhr | Sa 10 – 16 Uhr Apr – Okt: Mo bis Fr 10 – 18 Uhr | Sa 10 – 18 Uhr Nov – Dez: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr | Sa 10 – 18 Uhr

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