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FEBRUARHEFT 2018


02/2018

INHALT

Der Einschuss von Akın Emanuel Şipal .......................... 4  Notizen zu Wahlverwandtschaften von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel ........................ 12 Kürstner/Vogel: Wahlverwandtschaften ....................... 20 Şipal: Ein Haus in der Nähe einer Airbase  .................... 22 Biedermann: Eltern – Ein Forschungsunterfangen ........ 24 Zum letzten Mal: Il barbiere di Siviglia, Bang Bang, Der gute Mensch von Sezuan, Amerika und Tom Sawyer 27 Escena España 2018 ................................................... 29 Club: Ätna und Freeda Beast ....................................... 31 Familienkonzert: Verliebt, verlobt, verheiratet – Ab in die Flatterwochen .............................................. 32 Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern ................... 33 Wintergäste ................................................................ 34 Und außerdem ............................................................ 36 JUNGES.THEATERBREMEN .................................. 38 Pfeil des Monats ......................................................... 40 Ermäßigte Kartenpreise .............................................. 43 Kontakt ...................................................................... 46


02/2018

LIEBES PUBLIKUM, LIEBE LESERINNEN UND LESER! Einen Spielplan zusammenstellen, Stückaufträge vergeben, ein Regieteam verpflichten, eine Besetzung aufstellen, das hat immer auch etwas von gesuchter Wahlverwandtschaft, von einem chemischen Prozess oder vielleicht eher von Alchemie. Und jede Produktion ist eine Versuchsanordnung auf Zeit. Die Probe ein Labor, in dem die Elemente zusammen kommen. Da gibt es die Vorlage, Goethes lebensplanwirtschaftliches Experiment Die Wahlverwandtschaften, da gibt es die unendliche Rezeptionsgeschichte, eine prankenhafte Überschreibung durch den Autor und Regisseur Armin Petras als Libretto für das Komponistenduo Thomas Kürstner und Sebastian Vogel, es kommt der Regisseur Stephan Kimmig dazu, neu in Bremen, aber zu Hause an allen großen Sprechbühnen der Republik, aus dem Musiktheater kommen Nadine Lehner und Patrick Zielke, aus dem Schauspiel Annemaaike Bakker, die natürlich auch singen wird, und Robin Sondermann, der eher nicht singen wird, zwei Gäste komplettieren das Ensemble, die wunderbare Hanna Plaß – schon in Armin Petras’ Inszenierung von Lady Macbeth zu Gast in Bremen – und Markus John vom Hamburger Schauspielhaus. Eine gleiche Voraussetzungsgeschichte ließe sich erzählen von Ein Haus in der Nähe einer Airbase im Schauspiel oder von Eltern – Ein Forschungsunterfangen im Moks. Drei Uraufführungen im Monat Februar – in der Backstube würde man sagen: es ist angerührt! Michael Börgerding 3


ESSAY

DER EINSCHUSS

von Akın Emanuel Şipal

„Was ist das?“ „Ein Einschussloch.“ „Aha ... Und wer hat hier eingeschossen?“ „Das weiß ich nicht genau. Linke oder Rechte.“ „Wollten sie dich töten, oder was?“ „Nein, nicht mich. Die Kugel hat sich verirrt.“ „Wann?“ „Was, wann?“ „Wann hat sich die Kugel verirrt?“ „Da warst du noch nicht geboren.“ „Warum reparierst du das nicht, hast du kein Geld?“ „Aber wieso? Es kommt doch frische Luft rein.“ Jedes Mal wenn ich im Schlepptau meiner Eltern nach Istanbul kam, freute ich mich besonders auf den Besuch bei meinem Großvater. Das Einschussloch in der Balkontür seiner Wohnung im Stadtteil Kocamustafapaşa hatte schon immer eine hypnotische Wirkung auf mich. Das gerade zitierte Gespräch führten wir so oder ganz ähnlich alle paar Monate wieder, über Jahre hinweg. Die Tür befindet sich im hinteren Schlafzimmer der Wohnung, in der mein Großvater noch heute lebt. Sie führt auf einen Balkon, dessen niedrige Einfassung mir selbst als Kind nur bis zu meinen Knien reichte. Beim Bau des Hauses Ende der 50er Jahre hatte man vergessen, rechtzeitig ein Geländer

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einzusetzen, der Beton war getrocknet und schließlich hatte man die Mauer einfach verputzt. Seitdem ich denken kann, stehen dort zwei weiße Plastikstühle, mit Rußfilm, auf denen meine Eltern häufig zum Rauchen saßen. Für mich war der Balkon tabu. Nachts wachte ich häufig auf, wegen der Sirenen. Die Wohnung liegt gegenüber vom Cerrahpaşa, beim Universitätsklinikum. Oder ich konnte nicht einschlafen, wegen des Rufs zum Nachtgebet. In den 90er Jahren, als noch jede Moschee einzeln zum Gebet rief, hatte die Davut Paşa Camii einen Muezzin mit einer weichen, gedämpften Stimme. Der sowieso schon ernste und leidenschaftliche Gebetsruf klang bei ihm regelrecht verzweifelt. Ich stellte mir vor, wie er sich beim Singen an eine offene Wunde fasste und zudrückte. Heute glaube ich, dass er einfach ein guter Sänger war. Jedenfalls stieg ich regelmäßig aus dem Bett und ging zur Balkontür, um frische Luft zu schnappen. Ich hielt meine Nase und meinen Mund vor das Einschussloch und spürte, wie ein feiner Luftzug über meine Nasenspitze und meine Lippen strich. Tagsüber versuchte ich mir vorzustellen, was im Hinterhof passiert war. Wie hatte die Situation ausgesehen, warum fiel der Schuss, und wen hatte er treffen sollen? Die wohlige Langeweile, die ich bei den Urlauben mit meinen Eltern empfand, wich einem detektivischen Eifer. Ich vermaß das Einschussloch, steckte meinen kleinen Finger hindurch, schnitt mich dabei und stellte mir vor, wie im Hof geboxt und gerungen wurde. Messer wurden gezückt, kommunistische und nationalistische Parolen und auch Todesschreie wurden ausgestoßen.

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Heute weiß ich, dass der Schuss auf gleicher Höhe zum Balkon abgegeben worden sein musste – also aus etwa sieben oder acht Metern Höhe. Wäre von unten, aus dem Innenhof heraus, geschossen worden, wären wohl eher die Mauer oder die Unterseite des Balkons getroffen worden. Außerdem wäre das Glas nicht so regelmäßig gesprungen. Der Schuss fiel 1980, als die Kämpfe zwischen Linken und Rechten ihren Höhepunkt erreichten. Die Polarität zwischen den beiden Lagern war zum reinen Selbstzweck verkommen, der Gewaltexzess, der daraus folgte, wurde in Institutionen und Familien getragen. Es gab einige tödliche Anschläge auf Staatsbeamte und ein Pogrom, bei dem 57 Aleviten ermordet wurden. Mehr als 5000 Menschen starben, darunter viele Student*innen der Istanbul Üniversitesi, an der mein Großvater lehrte. Die Klassen waren dezimiert, immer weniger Student*innen trauten sich in die Universität. Auf den Fluren wurde geschossen, Veranstaltungen wurden gestürmt. Mein Großvater sagt, er sei gebückt durch die Gänge zum Seminarraum geschlichen und habe sofort abgebrochen, sobald sich die Student*innen über Politik zu unterhalten begannen. Es sei eine Zeit gewesen, in der eigentlich alles stillgestanden habe. Es habe keine Entwicklung mehr gegeben. Unter ständiger Anspannung, immer in der Erwartung eines noch größeren Unglücks, seien die Menschen ihrem Alltag nachgegangen. Im Spätsommer desselben Jahres brach sich mein Großvater bei einem leichten Autounfall in Samatya den Arm. Mit dem Unfallwagen war er noch selber nach Cerrahpaşa gefahren und eine halbe Stunde durch die Notaufnahme geirrt. Ein befreundeter Arzt, einer seiner ehemaligen Studenten,

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brachte ihn dann in ein abgelegenes Behandlungszimmer. Der Weg führte durch den Keller, in dem, zum Teil auf den Gängen, von Polizisten bewacht, die Verletzten der Kämpfe behandelt wurden. Wenig später putschte das Militär. Ein Offizier kam mit zwei Gefreiten in die Wohnung meines Großvaters, um seine Bibliothek zu inspizieren. Als er und sein bester Freund, der Dichter Behçet Necatigil, von dem Putsch erfuhren, hatten sie vorsorglich alle Bücher Nazim Hikmets und Orhan Kemals entsorgt; Drucke, die ihnen besonders lieb waren, versteckten sie. Eine Plastiktüte mit zwei steinalten Erstausgaben Hikmets verbuddelten sie eigenhändig im Innenhof der Davut Paşa Camii, einer kleinen Oase, mit einem 500 Jahre alten Brunnen und Grabsteinen, die hier und da aus dem verwilderten Garten ragen, wie Zähne eines kaputten Gebisses. Der Putsch von 1980 wird heute, gerade in Deutschland, immer mal wieder in Nebensätzen verherrlicht: Die Türkei sei damals durch das Militär wieder auf die richtige Spur gebracht worden. Dass es sich um einen Putsch von rechts handelte, in dessen Folge Ungleichheit und Diskriminierung durch Gesetze im Staat verankert wurden, scheint nicht zu interessieren. Die Voraussetzungen für den Krieg gegen die Kurden (das Gesetz zum Verbot der kurdischen Sprache) wurden in dieser Zeit geschaffen; eine Narrenfreiheit für Mörder*innen (wenn sie denn auf der richtigen Seite standen) hat das Land der Junta zu verdanken. Westliche Lebensart und nationalistisches Morden waren seit der Gründung der Türkischen Republik zwei Seiten einer Medaille. Die Junta vollstreckte nach dem 80er-Putsch etwa 50 Todesurteile, beinahe 150 Menschen starben unter Folter. Mehr

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ESSAY

als eine halbe Million Menschen wurden festgenommen und mehr als 100.000 Bücher verbrannt. Der 80er-Putsch war auch Auslöser für die Entpolitisierung der bürgerlichen Mitte. Die Menschen zogen aus dem, was vor dem Putsch passiert war, insbesondere aber aus allem, was darauf folgte, ihre Lehren. Es wurde schlicht und einfach zu gefährlich, sich in die Politik einzumischen. Ich finde es verleumderisch, wie selten das, was heute passiert, in einen Zusammenhang gestellt wird mit dem, was in den 80er Jahren passierte. Und nie aufgeklärt wurde. Und vom Westen, von der Nato, gutgeheißen wurde. Die Ungerechtigkeit und Repression, die heute in der Türkei herrschen, allen demokratischen Prozessen trotzend, hat im Militär wie in einem Kokon Jahrzehnte überdauert. Hier wurde Allmacht gezüchtet, wie Penicillin, gegen unliebsame Tendenzen. Heute liegt auf allen Betrachtungen der Türkei, wie ein gigantischer, grotesker Schleier, das Gesicht Erdoğans. Es gibt kein Entrinnen, überall prangt es einem entgegen, gigantisch und aufgebläht. Warum? Um sich nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was hinter dieser Gesichtsfassade liegt? Eine vielschichtige Erzählung nämlich, die viel mit Nationalismus und Aufklärung zu tun hat, viel mehr als mit dem Islam. Erdoğan ist ein hochintelligenter Parasit, er kennt die großen gesellschaftlichen Erzählungen der Türkei in- und auswendig und kann sie deswegen geschickt und hemmungslos für sich ausbeuten und seine Macht festigen. Er reaktiviert das klassische Feindbild der Republik (die Kurden), um die Kemalisten und Nationalisten abzuholen, und lässt es auf einen Putsch ankommen, um daraufhin die

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Postputschklaviatur zu bespielen. Die Menschen kennen das – sie sind von den vorherigen Putschen noch traumatisiert und der erste, der wirklich an diese Traumata rührt, ist der, der sie retraumatisiert. Es ist zum Verrücktwerden. Warum fallen die meisten unserer Antworten so eindimensional aus, wenn ein Typ wie Erdoğan präzise alle Hebel betätigt, die es braucht, um an der Macht zu bleiben? Der Personenkult um Erdoğan nährt sich von der starken Polarität, die er auslöst. Die obsessive Berichterstattung über Einzelpersonen ist Personenkult, ob negativ oder positiv. Ganz Deutschland bedient diesen obskuren Kult mit Verwünschungen oder Gebeten. Führerkult ist eben eine türkische und eine deutsche Spezialität. Die dumpfe Empörung gegenüber Erdoğan, Putin oder Trump ist ein antiintellektueller Affekt, der diesen Führern immer in die Hände spielt. Intelligente Menschen, die sonst von Dialektik sprechen, fallen in eine rein reaktive, emo­ tionsgesteuerte Argumentation zurück. Deswegen werden aber nicht weniger Kurd*innen getötet. Stattdessen wird die Polarität vertieft und ein Austausch rückt in noch weitere Ferne. Muss man nicht, um Einfluss zu nehmen, verstehen wollen, aus welchen Erzählungen sich die Ungerechtigkeit speist? Als würden Despoten aus sich selbst schöpfen, als wären sie Urheber aller destruktiven Informationen einer Gesellschaft. Sind sie nicht eher Propagandisten, die vorhandene Erzählungen auf Leben und Tod zuspitzen? Als ich meinen Großvater vor ein paar Monaten besuchte, blieb ich im hinteren Schlafzimmer: Ich sitze rauchend auf einem der Plastikstühle, imaginiere eine junge Frau mit Baskenmütze in eines der Fenster auf der anderen Seite des

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ESSAY

Hinterhofs. Sie zielt auf mich. Es knallt. Ich bin nicht getroffen, doch auf dem Stuhl neben mir sitzt ein Mann, der Erdoğan ähnlich sieht. Die Kugel sitzt in seiner Stirn, er sackt langsam vom Stuhl und sein schlaffer Körper fällt über die immer noch viel zu niedrige Balkonmauer in den Hinterhof. Als der Körper unten aufschlägt, öffnen sich zeitgleich alle Fenster, hunderte Menschen stecken ihre Köpfe in den Hof und weinen. Auf einmal stehe ich in Dolmabahçe, die Standuhr, die zu Atatürks Tod angehalten wurde, wird wieder in Gang gesetzt, Erdoğan liegt aufgebahrt im Totenbett Atatürks und man hört, wie das Land aufatmet. Doch der Rückstoß des gigantischen Atemzugs presst die anatolische gegen die eurasische Platte, so dass das schon lange erwartete Jahrhundertbeben losbricht und Istanbul in einer unvorhersehbaren Erdspalte versinkt. Mein Großvater und ich sitzen in der Patisserie schräg gegenüber seiner Wohnung. Wir trinken Tee und sprechen über Kleist, dann kommt ein Imam in den Laden und kauft ein halbes Kilo Baklava. Als er draußen ist, beugt sich mein Großvater über den Tisch und flüstert mir ins Ohr: „Onlar bizi kesecekler.“ Die werden uns noch aufschlitzen. Mein Großvater ist 90 Jahre alt. Als Kind hat er Atatürk gesehen. Sein über 60 Jahre währendes literarisches Schaffen wäre in dieser Intensität kaum möglich gewesen, wenn er sich zu den vielen politischen Ausschlägen öffentlich geäußert hätte. An diesem Tag bin ich irgendwie froh, dass er sich nie eingemischt hat. Als ich diesen Text schreibe, rufe ich ihn an. „Merhaba Dede. Wie gehts?“

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„Gut. Es ist so still geworden. Keiner sagt mehr was.“ „Deckt sich doch mit deiner Philosophie der Stille und Enthaltsamkeit.“ Wenn es nach ihm ginge, kommunizierten Literaten ausschließlich über Literatur miteinander und Obstverkäufer vermutlich ausschließlich über Obst. „Aber um öffentliche Äußerungen abzulehnen, muss es doch eine Öffentlichkeit geben“, sagt er. „Ja ... Dede, was bedeutet Widerstand für dich?“ „Ist das eine Fangfrage? Dinle (hör zu), mein Widerstand besteht in der Kontinuität, in dieser Stadt, an dieser Kreuzung, unter diesen Umständen seit über einem halben Jahrhundert derselben Arbeit nachzugehen.“ Und auf Deutsch sagt er: „Ich bin mit der Zeit vermählt.“ Akın Emanuel Şipal ist Filmemacher, Dramatiker und seit dieser Spielzeit Dramaturg am Theater Bremen. Sein Auftragswerk Ein Haus in der Nähe einer Airbase hat am 2. Februar Uraufführung im Kleinen Haus.

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MUSIKTHEATER

NOTIZEN ZU WAHLVERWANDTSCHAFTEN von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel Vor etwa zweieinhalb Jahren gingen wir mit Armin Petras im Hansaviertel in Berlin spazieren. Das Hansaviertel, genau genommen der südliche Teil, ist einer jener Wohnbezirke Berlins, in denen sich noch die Spuren des Kollektivbebauungsplans von Hans Scharoun aus dem Jahre 1946 wiederfinden. Scharoun, in Bremen geboren und damals Berliner Stadtbaurat, hatte den Plan, die verbliebenen, das heißt nicht zerstörten bürgerlichen Wohnhäuser im gesamten Stadtgebiet abzureißen und, inspiriert von Le Corbusier und der „Charta von Athen“, die Stadt in einer von Verkehrsadern durchzogenen, gitterartigen Struktur neu zu bauen. Im Hansaviertel ahnt man diese Gedanken: strikte Teilung von Wohnbebauung, Verkehr, Produktion, getrennt durch Stadtlandschaften genannte grüne Gürtel, Inseln. NOTIZ VOM 16. DEZEMBER 2015

– Komponieren als Frage: Wie begegnen sich Text und Musik? In Kollision, Einklang; in Addition oder Auslöschung. Nicht Sicherheit und Souveränität sind die Grundlage kompositorischer Technik, sondern vielmehr die Fragen, die sich aus künstlichen Strukturen entwickeln können, das modellierte Spiegelbild der Kunst gegenüber sozialen Konstruktionen wie Stadt, Ehe und Patriarchat, die Bedeutung der Musik aus dem Geist des sich wiederholenden Zufalls, mit allen Muttermälern der Sinnlichkeit. –

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Dennoch: Was wir hörten, war ein Flirren, Brausen und Flimmern, so als wäre nichts geschieden: Der Schrei eines Vogels vermischte sich mit der Sirene eines sich entfernenden Notarztwagens, überlagert vom Stimmengewirr einer Bushaltestelle, darunter das Gemurmel der Straße, ganz in der Nähe das Hämmern der Bauarbeiter, die offensichtlich neue Gehwegplatten verlegten, im Haus gegenüber das Quietschen lange nicht geölter Tore, ein Gewirr verschiedenster Geräusche, Töne, Lautstärken, Seltsamkeiten. NOTIZ VOM 14. JANUAR 2016

– Das Ohr stellt die Ordnung her und macht aus allem Zufälligen eine durchdachte Komposition. Die ungezwungene und erzwungene Häufung von Einfachheiten und Gewohnten nimmt in seiner Menge eine komplexe Gestalt an. Das Notenbild als Zurichtung des Zufalls. Schließlich ist es interessant, sich für alles zu interessieren, außer für sich selbst. Das Bühnengeschehen ist Teil der Komposition. Worte sind Teil der Musik. Das Ohr als „Lehrmeister“ der Sprache und der Musik. Vom Naturlaut zum Wort, als sogenannte orale „VorSchrift“. Vom Geräusch zur Musik. – Lange sprachen wir über Architektur, Schwingungen, Indifferenzen, zerstörte Städte, zerstörte Pläne, Visionen und Realität – vielleicht weil dieses Viertel so anders erscheint, so unerwartbar strukturiert, auch aber weil die Stadt als soziale Struktur jeden einzelnen von uns auf verschiedene

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MUSIKTHEATER

Weise spiegelt. Später unterhielten wir uns nur noch über Beziehungen: funktionierende wie nicht funktionierende, über Funktionen in Beziehungen, sinnvolle wie weniger sinnvolle, gewünschte wie aufgezwungene, über das Funktionieren und das Ende von Beziehungen, wenn alles funktioniert, über Erwartungen, Süchte und Sehnsüchte, und darüber, dass manchmal ein Ortswechsel hilfreich sein kann. Beziehungen sind Experimente. NOTIZ VOM 3. MÄRZ 2016

– Goethe sieht im Verhalten chemischer Verbindungen zueinander das Muster menschlicher Beziehungen. Die Komposition von Wahlverwandtschaften ist eine Versuchsanordnung. Eine Theorie. Am Anfang einer deduktiven Theorie steht ein Axiom, eine grundlegende Aussage, eine Wertschätzung. Das erste Axiom heißt Charlotte. Es ist die Bedingung, dass es Charlotte gibt. Wichtig ist zu sagen, dass ein Axiom, bezogen auf eine Theo­rie, unbewiesen ist. Die Theorie ist allerdings das Vergessenwollen des Sterbens: Das eigene Leben im anderen finden. – Armin Petras hat Goethes 1809 erschienenen Roman Die Wahlverwandtschaften nicht behutsam überschrieben. Vielmehr kann man von einer literarischen Neubebauung sprechen. Um im architektonischen Bild zu bleiben: Das Gebiet, das der Roman durchschreitet, wurde gleichermaßen entkernt wie zeitgemäß neu kartographiert. Geblieben sind Goethes zentrale Figuren, und, vielleicht am bedeutsamsten, die grund-

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legende Bedingung der Versuchsanordnung: die Affinität chemischer Stoffe als Paradigma menschlicher Konstitution. NOTIZ VOM 2. JUNI 2016

– Die Komposition der Wahlverwandtschaften besteht aus 17 Szenen, 17 Experimenten, 17 Konstellationen aus Anwesenheiten und Abwesenheiten, emotionaler Gewissheit und Ohnmacht. – Menschen verlieben sich, Paare trennen sich, das ist millionenfach so und, wiewohl immer anders, nichts fundamental Neues. Neu und modern ist dagegen Goethes Annahme, der Konflikt zwischen Vernunft und Leidenschaft, alle zwischenmenschlichen Beziehungen, verhielten sich analog zu chemischen Prozessen in der Natur – ein seit Jahrtausenden postulierter Gegensatz zwischen Mensch und Natur wird nicht nur infrage gestellt, seine Aufhebung wird zur Grundbedingung dieses Experiments über Liebe. Die neuere Hirnforschung hat diese Annahmen der Stofflichkeit menschlichen Denkens und Fühlens nicht nur bestätigt, weiterentwickelt und ausformuliert, sondern stellt Fragen, die in beinahe epischem Maß das menschliche Selbstverständnis berühren: Ist der Mensch deterministisch? Gibt es überhaupt den freien Willen, die freie Entscheidung? Da beginnt das Experiment. NOTIZ VOM 4. NOVEMBER 2016

– Im Nebeneinander der Figuren, im Auftürmen der Theoreme, der mehrdeutigen Untersuchungen, die am Ende in der Gewissheit münden: Es gibt viele Tode im Leben. Wir

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MUSIKTHEATER

erschaffen die Welt durch betrachten, und wir verlieren die Angst durch benennen; indem wir dem Unheimlichen einen Klang, einen Laut widmen, bändigen wir unsere Angst vor dem Verstand in unserem Körper. – Nur wenige Wochen nach unserem Gespräch im Hansaviertel hat uns Armin Petras die erste Rohfassung des Librettos geschickt. Das Figurentableau war auf sechs Protagonisten geschrumpft – quasi auf eine Experimentieranordnung unter Idealbedingungen (bei Goethe sind es über 30). Petras’ Sprache unterscheidet sich stark von der Vorlage. Da beginnt das Experiment. NOTIZ VOM 3. JANUAR 2017

– Wie entrinnt man dem Tod im Leben // den Toden // die Textstruktur findet sich im Anfangen /Aufkeimen (Gefühl)/ Anfertigen // der Garten / die Esse / die Tagebücher / Girlanden / der Yachthafen // Kahn usw. // wer fertig ist, ist tot (er ist völlig fertig) // das Gehirn ist 37°C warm //es gibt folglich Wärmebewegung // folglich Zufall? – Wir komponierten erste serielle Strukturen, Texturen, tonale Gefüge, die sich in atonale verlieren, filmmusikalische Atmosphären, erste vokale Verläufe, und immer wieder: Text als Musik und Musik als leitmotivische Zeitachse. NOTIZ VOM 24. FEBRUAR 2017

– Das gesungene wie auch gesprochene Wort sind jeweils Aggregatzustände verschiedener Bedeutungen. Der Übertritt von einem zum anderen ist bei jeder Figur immer poten-

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tiell möglich. Das Hindurchfassenkönnen durch die Musik erleichtert das Anfassen der Wörter. – Peu à peu wächst die Komposition ins Leben. Peu à peu verstofflichen sich Klänge und Worte. Peu à peu vergrößert sich die Laborgemeinschaft. Die Gespräche mit dem Regisseur Stephan Kimmig und dem Dramaturgen Ingo Gerlach, die Entwürfe der Bühnenbildnerin Katja Haß und das zugeneigte Lektorat unseres Dirigenten Clemens Heil wirken sinnhaltig zurück auf Struktur und Anordnung des musikalischen Materials. NOTIZ VOM 26. NOVEMBER 2017

– Das Bild des Menschen in den Wahlverwandtschaften ist berührend, weil sich die Frage nach der Schuld nicht stellt. „Ich muss mir vorstellen können, dass die Erde die Macht besitzt. Ich muss mir vorstellen, dass sie ihre physische chemische Grundlage ins Gleichgewicht gebracht hat, ehe sie sich daran gemacht hat, das zu erschaffen, was sie nach wie vor erschafft, nämlich Produkte, die das produzierende Prinzip reproduzieren, z. B. Kastanienbäume oder Menschen. Ich muss mir vorstellen, dass die Menschheit auf eine gemeinsame Bildersprache zu tendiert, die diese Macht und ihre natürlichen Gleichgewichtszustände ausdrücken kann. Dass der einzelne Mensch, ungestört, ein Spiegel des irdischen Zustands ist und dass Menschen in Gemeinschaft ein chemisches Gedicht zu Ehren der Erde und ihrer Sonne sind.“ (Inger Christensen) – Viel Vergnügen dabei!

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BĂźhnenbildmodell zu Wahlverwandtschaften


PREMIERE MUSIKTHEATER

KÜRSTNER/VOGEL: WAHLVERWANDTSCHAFTEN Eine Uraufführung „Die fortwährende Anstrengung, sich selbst als den glücklichsten Menschen der Welt erleben zu müssen, macht uns für andere zum Albtraum. Es gibt kein Gegenüber mehr, nur noch Erfüllungsgehilfen, Wegabschnittsgefährten, Claqueure, Liebe auf Zeit.“ (Gregor Eisenhauer) — Glücklich zu sein ist eine existentielle Herausforderung. Gemeinsames Glück bleibt vor allem ein Experiment, ein Projekt – in Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften, genauso wie heute, im Zeitalter der ständigen Selbstoptimierung: „bist du dir sicher mit mir / mit unserem plan / brauchst du einen ort zum flüchten“ – fragt Charlotte in Armin Petras’ Libretto nach Motiven des Romans. Und damit spricht sie ihren und wahrscheinlich auch den Zweifel vieler an, die trotz eines sicheren Status‘ nie sicher sein können, sich nicht doch wieder zu etwas Neuem oder jemand Neuem hingezogen zu fühlen. DAS STÜCK

Musiktheater von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel Text von Armin Petras nach Motiven des Romans von Johann Wolfgang von Goethe Charlotte und Edouard haben sich für ein gemeinsames Leben auf dem Land entschieden, zurückgezogen, umgeben von der Natur. Ihr Plan vom gemeinsamen Haus, Garten und gelebter Zweisamkeit wird jäh unterbrochen, als Edouards Bruder Otto, der sich verschuldet hat, und Tilly,

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die Ex-Stieftochter von Charlotte, bei ihnen Quartier nehmen. Plötzlich fühlen sich die beiden zu den jeweils anderen hingezogen, erkennen in ihnen die vermeintliche Besetzung einer Leerstelle, die der Partner nicht mehr füllen kann. „fühlst du dich einsam bin ich dir zu wenig“, heißt es in Armin Petras’ Überschreibung, die in ihrer schonungslosen Direktheit die Fragilität einer Beziehung und die immerwährende Anstrengung, sich selbst und dem anderen zu genügen, bloßlegt. Die Komponisten Thomas Kürstner und Sebastian Vogel widmen sich – nach Anna Karenina – erneut einem Klassiker der Weltliteratur, den sie in ein spartenübergreifendes Musiktheater übersetzen. DER REGISSEUR

Die Uraufführung Wahlverwandtschaften ist die erste Arbeit des vielfach ausgezeichneten Regisseurs Stephan Kimmig in Bremen. Geboren in Stuttgart, arbeitete er von 1988 bis 1996 als freier Regisseur in der niederländischen und belgischen Off-Theater-Szene und kam 1991 nach Deutschland zurück, arbeitete unter Friedrich Schirmer in Freiburg, von 1998 bis 2000 am Schauspiel Stuttgart als fester Regisseur sowie regelmäßig am Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen, dem Wiener Burgtheater und am Thalia Theater Hamburg. Seit 2009 ist er Hausregisseur am Deutschen Theater Berlin unter Ulrich Khuon. Premiere 24. Februar, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz Musikalische Leitung: Clemens Heil Regie: Stephan Kimmig Bühne: Katja Haß Kostüme: Anja Rabes Video: Rebecca Riedel Dramaturgie: Isabelle Becker, Ingo Gerlach Mit: Annemaaike Bakker, Markus John, Nadine Lehner, Hanna Plaß, Robin Sondermann, Patrick Zielke. Es spielen die Bremer Philharmoniker

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PREMIERE SCHAUSPIEL

S˛IPAL: EIN HAUS IN DER NÄHE EINER AIRBASE Fremde Heimat Eine Kleinfamilie mit türkischen Wurzeln gibt ihre Existenz in Deutschland auf und begibt sich an die Peripherie der ihr bekannten Welt. Gerüstet mit einer Geschäftsidee des Vaters, zieht sie kurz entschlossen ins eigene Ferienhaus nach Adana, einer Großstadt im Südosten der Türkei, unweit der syrischen Grenze. Urlaub in der Heimat fühlt sich vertrauter an, als das Leben in ihr. Und die nach Sommerfrische duftenden Orangen schmecken plötzlich nach Überlebenskampf. Denn die Familie ringt um ökonomische Stabilität und kulturelle Identität. Akın Emanuel Şipal kennt Adana und Umgebung aus eigener Erfahrung und Beobachtung gut. In seinem neuen Stück nimmt er die geschichtsträchtige Region des „Fruchtbaren Halbmondes“ unter die Lupe, in der sich vergangene Zeiten und explosive Gegenwart überlagern. Ein Haus in der Nähe einer Airbase ist eine große Erzählung, eine sensible Familiengeschichte und eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem deutschen Blick auf die Türkei. ZUM STÜCK

von Akın Emanuel Şipal, Uraufführung Im Angesicht des niederbrennenden Familienbesitzes, eines Hauses in Adana, rollt sich die Familiengeschichte auf. Mit dem Haus brennt auch der Traum des Vaters nieder, als erfolgreicher Geschäftsmann aus Deutschland in die alte tür-

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kische Heimat zurückzukehren und mit dem Verkauf von Solaranlagen ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich erfolgreich zu agieren. Doch es kommt alles anders als geplant: Die Sonnenenergie des Vaters findet keine Anhänger, auch die Praxisgründung der Mutter ist schwerer als gedacht, die Tochter verliebt sich in einen in der Airbase stationierten Soldaten. Das Leben im Sehnsuchtsort erweist sich als harter Kampf mit dem Faktischen. Und die Erfahrung, dass Heimat auch Fremde bedeuten kann, trifft hart. DER REGISSEUR

Frank Abt arbeitete, nach dem Studium der Theaterwissenschaften in Berlin und Paris, als Regieassistent am Thalia Theater Hamburg. Dort entstanden die ersten Regiearbeiten; es folgten Inszenierungen am Volkstheater München, Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Stuttgart, Deutschen Theater Berlin, Maxim Gorki Theater Berlin. Seit der Spielzeit 2012/13 arbeitet Frank Abt kontinuierlich für das Theater Bremen. Unter anderem inszenierte er die Familienstücke Robin Hood und Die Brüder Löwenherz, den Liederabend Jetzt musst du springen, die Uraufführung Herkunft von Oskar Roehler und die – bislang – drei Teile umfassenden Abende der Knausgård-Reihe Sterben, Lieben und Spielen. Premiere 2. Februar, 20 Uhr im Kleinen Haus Diskussion mit dem Autor nach jeder Vorstellung Regie: Frank Abt Bühne und Kostüme: Susanne Schuboth Musik: Nihan Devecioğlu Video: Rebecca Riedel, Elisa Gómez Alvares Dramaturgie: Viktorie Knotková Mit: Irene Kleinschmidt, Siegfried W. Maschek, Marco Massafra, Fania Sorel

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PREMIERE MOKS

BIEDERMANN: ELTERN – EIN FORSCHUNGSUNTERFANGEN Eine Lecture Performance „Die Fragen eines Kindes sind schwerer zu beantworten als die Fragen eines Wissenschaftlers.“ (Alice Miller) — Wie lässt sich Elternschaft definieren? Wissenschaftlich lässt sie sich in drei Bereiche aufteilen – die biologische, die rechtliche und die soziale Elternschaft. Doch was bedeutet dies zum Beispiel in Gefühlsskalen aus Kindersicht? Was steht höher im Kurs, die leibliche oder die soziale Elternschaft? Kann es auch mehr als zwei Eltern geben? Wie steht es mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren – fehlt dann eine Mutter oder ein Vater? Was passiert, wenn man Eltern mal wie ein Saurierskelett auseinandernimmt und wieder zusammensetzt? In welche Schubladen ordnen wir ihre Einzelteile ein und welches Merkmal gehört auf welche Karteikarte? Und wissen wir nach der Sezierung der Eltern-Wesen mehr? Eltern, so scheint es, sind zu vielfältig, als dass man eine Definition und Bedienungsanleitung für Duden und Schulbuch herausbringen könnte. DAS STÜCK

von Hannah Biedermann und Ensemble Im Vorfeld der Premiere werden Kinder in elternfreien Zonen aufgesucht. Gemeinsam mit dem künstlerischen Team schließen sie ein Bündnis des Perspektivwechsels und erforschen, was Eltern alles sind oder sein könnten. Das Format der Lecture Performance ist ein Versuch, der Wirklichkeit

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in aller Unübersichtlichkeit und Vielfältigkeit zu begegnen und ihr durchs Brennglas der künstlerischen Verdichtung eine neue Ordnung zu geben. DIE REGISSEURIN

Hannah Biedermann gehört zu den experimentierfreudigsten Regisseur*innen im Kinder- und Jugendtheater. Sie setzt sich für das Recht von Kindern auf ihre ganz eigene Kunst ein. Ihre Arbeit ist von ihrem Interesse und ihrer Suche nach genreübergreifenden und interdisziplinären Formen jenseits klassischer Narrative für junges Publikum geprägt. In ihren Stückentwicklungen wird ein Thema nie ausschließlich aus der Perspektive des Publikums gewählt, sondern immer auch aus der Erwachsenensicht der Macher*innen untersucht und erzählt. 2007 gründete sie die Theatergruppe pulk fiktion, mit der sie bis heute Produktionen realisiert, die bei nationalen und internationalen Festivals gezeigt werden. 2016 wurden sie mit dem George Tabori Förderpreis ausgezeichnet. Sie selbst erhielt im gleichen Jahr den Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler NRW und 2017 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Premiere 25. Februar, 16 Uhr im Brauhaus Regie: Hannah Biedermann Bühne und Kostüme: Mascha Mihoa Bischoff Musik: Sebastian Schlemminger Dramaturgie: Paulina Papenfuß Mit: Judith Goldberg, Julian Anatol Schneider, Christoph Vetter

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Fania Sorel und Nadine Geyersbach in Der gute Mensch von Sezuan


ONE MORE TIME

ZUM LETZTEN MAL Il barbiere di Siviglia, Bang Bang, Der gute Mensch von Sezuan, Amerika und Tom Sawyer

Mein schönster Moment ist der erste Auftritt des Herrenchores, wenn sie als Musiker ein Ständchen bringen sollen. „Piano pianissimo, senza parlar!“ (Leise, sehr leise, ohne zu sprechen“), heißt es da, aber immer wieder fällt einem der Herren der Geigenkasten auf den Boden. Und mit Gesangseinsatz fallen sie schließlich alle. Im Il barbiere di Siviglia gibt es noch viele weitere solcher „Kracher“ – und dieses Konzept funktioniert den ganzen Abend. (Angelika Riedel, Chorinspizientin und Ltg. Statisterie) Ich habe ich es endlos genossen, ein Teil der BANG BANG Band zu sein, welche einfach einmalig ist und sich durch eine magisch musikalische Schwarmintelligenz auszeichnet. Jeder zu 100% ein Individualist vereint wiederum zu einem eigenen Wesen. Ich habe dies so noch nie so erlebt, bin sehr dankbar dafür und jetzt natürlich traurig, dass es enden muss. (Andy Einhorn, Musiker bei BANG BANG) In den Endproben berieten und diskutierten wir auf der Seitenbühne, ob das Klima der Inszenierung nicht noch düsterer, härter, trostloser sein muss. Doch gerade das ist das besondere an Alizes Stücken – die (soziale) Härte in einen poetischen Raum zu übertragen, der zwischen Melancholie und

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ONE MORE TIME

Leichtigkeit zu flirren beginnt. So geht es mir auch mit Der gute Mensch von Sezuan – jedes Mal fliegen die drei Stunden an mir vorbei, aber die Fragen Brechts bleiben haften. (Marianne Seidler, Dramaturgin) Bei einem meiner Probenbesuche entwickelte sich eine lustige Szene. Alexander Riemenschneider und Jaroslav Rudiš waren im intensiven Gespräch über die Musik in dieser Sequenz und auf der Bühne sprachen die Schauspieler*innen über dieselbe Szene. Alex und Jarnoth probierten irische Tanzschritte und hatten großen Spaß dabei. Irgendwann löste sich Suse mit ihrem Regenschirm aus der Gruppe und bewegte sich als Qualle nach links von der Gruppe weg. Dieses vermeintliche Chaos, das sich zuerst größtenteils im Rücken des Regisseurs entwickelte und sehr, sehr unterhaltsam war, ist in Teilen immer noch in der Inszenierung zu sehen. Und ich habe viel Freude daran, mich bei jeder Aufführung von Amerika wieder an diesen Moment bei der Probe zu erinnern. (Christian Kemmetmüller, Leiter Beleuchtung) Eine sehr schöne Aufgabe bei Tom Sawyer war die Arbeit an den Häusern. Durch ihre Unterschiedlichkeit und die besondere Größe konnten wir sehr ins Detail gehen. Für jedes Haus war das geeignete Material zu finden, um es perfekt zu imitieren – je nachdem ob Stein, Holz, Putz, Dachziegel oder Glas dargestellt werden sollten. Das zusätzlich installierte Licht brachte sie dann auf der Bühne buchstäblich zum Strahlen! (Chantal Pichois, stellv. Malsaalvorstand)

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GASTSPIEL

ESCENA ESPAÑA 2018

Zwei ausgewählte Theaterstücke auf Spanisch mit deutschen Übertiteln Das Instituto Cervantes Bremen organisiert in Zusammenarbeit mit dem Theater Bremen und in Kooperation mit der Spanischen Botschaft in Berlin und der Universität Bremen zwei Abende, die sich dem Theater auf Spanisch widmen. Es geht nicht nur darum, die zur Zeit besten Werke auf der Bühne zu zeigen, sondern auch darum, die Arbeit darzustellen, die hinter jedem Stück steht und ihre Verbindung zu aktuellen gesellschaftlichen Bewegungen. Selbstporträt eines jungen spanischen Kapitalisten / Autorretrato de un joven capitalista español

von Alberto San Juan Alberto San Juan, Gründungsmitglied des Ensembles Animalario, präsentiert das Solo-Bühnenstück Autorretrato de un joven capitalista español, in dem er seine stets kritische Sichtweise mit Humor versetzt und auf unsere Gegenwart und Geschichte verweist. Nach der Aufführung steht der Autor, Schauspieler und Regisseur für ein Publikumsgespräch bereit (Sp./Dt.) und spricht über das Teatro del Barrio, eine Initiative, die von ihm vorangetrieben wurde. Das Teatro del Barrio ist eine künstlerische, politische und kulturelle Plattform, die, nach dem Modell des kooperativen Managements, die Bedeutung und Funktion eines Theaters als Instrument für gesellschaftlichen Wandel hervorhebt und den Bürger*innen ein Werkzeug an die Hand gibt, um kul-

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GASTSPIEL

turelle und politische Veränderungen des 21. Jahrhunderts aktiv mitzugestalten. Do 8. Februar, 20 Uhr im Kleinen Haus Eintritt 20 € / 9 € erm. Der Kartograph / El cartógrafo

von Juan Mayorga Im heutigen Warschau hört Blanca die Legende des Ghetto­ kartographen. Dernach beharrte ein alter Kartograph, während alles um ihn herum zusammenbrach, darauf, die Karte dieser gefährdeten Welt aufzuzeichnen; da ihn aber seine Beine nicht mehr trugen, konnte er nicht selbst die erforderlichen Daten sammeln und schickte ein Mädchen, seine Enkelin, um danach zu suchen. Der Legende nach hieß das Mädchen Blanca, das sich obsessiv auf die Suche nach der alten Karte machte und, ohne es zu wissen, sich damit auch auf die Suche nach sich selbst begab. Der Kartograph ist eine Arbeit – eine Karte – über diese Suche und über diese Legende. Nach der Aufführung wird es ein Publikumsgespräch (Sp./ Dt.) mit Juan Mayorga, einem der bedeutendsten spanischen Theaterautoren, und den vielfach ausgezeichneten Schauspieler*innen Blanca Portillo und José Luis García Pérez geben. Sa 10. Februar, 20 Uhr im Kleinen Haus Eintritt 25 € / 9 € erm. In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Bremen, der Spanischen Botschaft in Berlin und der Universität Bremen

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CLUB

ÄTNA FREEDA BEAST Aftershow: Llyphon ÄTNAs Erscheinen auf dem Radar der deutschen PopLandschaft geriet so eruptiv, wie ihr Name vermuten lässt. Das Dresdner Electro-Pop-Duo war einer der Geheimtipps des letztjährigen Reeperbahn-Festivals und tourte gleich im Anschluss durch einige der angesagtesten Clubs der Republik. Ihre Musik lebt von Kontrasten: die minimalistischen Beats von Drummer Demian treffen auf die effektgeladene Intensität von Sängerin Inéz. In der Zusammenarbeit mit Starproduzent Moses Schneider entstehen daraus behutsame und eindringliche Pop-Hymnen, mit denen ÄTNA derzeit Kritiker und Bühnen von Rotterdam bis Istanbul im Sturm einnehmen. Sehnsüchtig erwartet wird das Comeback von Freeda Beast. Mit ihrem Sound zwischen wallendem Dubstep und organischem Trip-Hop haben die Bremer schon UK-Legende Tricky auf dessen Tour begleitet. Zuletzt wurde es stiller um das Projekt um Sonja Frieda Pauls und Timo Warkus, nun melden sie sich fast fünf Jahre nach ihrem Debütalbum Me and My Monster mit brandneuem Material und in neuer Live-Besetzung endlich auf der Bühne zurück. Im Anschluss spielt Llyphon eines seiner bass- und melodiegetriebenen DJ-Sets. Sa 3. Februar, 21 Uhr im Kleinen Haus, Einlass 20 Uhr VVK 10 € / AK 12 € Präsentiert von Spex, MusikBlog, ByteFM und MusikMussMit

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FAMILIENKONZERT

VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET – AB IN DIE FLATTERWOCHEN Monis und Wolles Abschied Es ist die letzte musikalische Expedition von Moni und Wolle. Welches Thema dürfte sich da besser eignen als: die Liebe. Seit Jahrhunderten ist sie in der Musik das Thema Nummer eins: in der spanischen Romanze oder anderen Liedern, die unter den Fenstern gesungen wurden, in Opern oder kleinen wie großen „romantischen“ Orchesterstücken. Unzählige Male wurde die wohl berühmteste Liebesgeschichte aller Zeiten von Romeo und Julia in Musik gesetzt. Aber wie klingt eigentlich die Liebe? Ist es mehr Bauchkribbeln, Vogelgezwitscher oder berührende Streichermelodien? Steht Wolle die rosarote Brille gut und wird Moni seiner Möwin ein Ständchen unter dem Balkon singen? All das gilt es gemeinsam zu entdecken, bevor die Hochzeitsglocken läuten und Moni endgültig in die Flitter-Flatterwochen davonfliegt! Eine musikalische Liebesgeschichte wird sich bei diesem Konzert wiederholen: die zwischen den Bremer Philharmonikern und dem Jugendsinfonieorchester Bremen-Mitte. So 11. Februar, 11 Uhr im Theater am Goetheplatz Auch am So 18. Februar, 11 Uhr im Theater am Goetheplatz Musikalische Leitung: Martin Lentz Szenische Einrichtung: Caroline Blanck Bühne und Kostüme: Christina Hoenicke Dramaturgie: Isabelle Becker Mit: Wolfgang von Borries, Marysol Schalit, Alexander Swoboda. Es spielen die Bremer Philharmoniker und das Jugendsinfonieorchester Bremen-Mitte

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LESUNG

OLGA GRJASNOWA: GOTT IST NICHT SCHÜCHTERN Lesung und Gespräch mit der Autorin Die Presse ist sich darin einig, dass Olga Grjasnowas neuer Roman Gott ist nicht schüchtern unbedingt gelesen werden muss: „Diesem Roman liegt eine tiefere Wahrhaftigkeit zugrunde.“ (FAZ), „(...) was ein Roman erreichen sollte: dass man die Welt nach dem Lesen anders betrachtet.“ (FAS) und „Mit Gott ist nicht schüchtern veröffentlicht die junge Autorin Olga Grjasnowa eine hochdramatische Geschichte über zwei syrische Flüchtlingsschicksale. Ein beklemmend realistischer Roman.“ (Spiegel). Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbaidschan, geboren und hatte längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland, Israel und der Türkei. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. 2014 erschien Die juristische Unschärfe einer Ehe. Beide Romane wurden auch für die Bühne dramatisiert. Mo 12. Februar, 18 Uhr im Theater am Goetheplatz (Foyer). Eintritt 5 € Moderation: Dr. Silke Behl In Kooperation mit globale° – Festival für grenzüberschreitende Literatur

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WINTERGÄSTE

Gespräche mit bekannten Persönlichkeiten – live und im Radio Neugier lohnt sich bei den Wintergästen! Auch dieses Jahr kommen im Januar und Februar Prominente und Feingeister, Weitgereiste und Lebenskünstler*innen, helle Köpfe und schräge Vögel ins Rangfoyer des Theater Bremen. Die Moderator*innen Katrin Krämer und Alexander Brauer entlocken ihren Gästen unvergessliche Erlebnisse und witzige Anekdoten. Mit Max Raabe, dem Sänger mit Leidenschaft für die 20er und 30er Jahre (20. Januar), Ulrike Krumbiegel, der Schauspielerin mit neuer Hauptrolle (27. Januar), Andreas Hoppe, TV-Tatort-Kommissar „Kopper“ (3. Februar), einem Überraschungsgast (10. Februar) und Christian Sievers, TV-Journalist und ZDF-Anchorman (17. Februar). Sa 20. und Sa 27. Januar; Sa 3., Sa 10. und Sa 17. Februar, jeweils um 11 Uhr im Theater am Goetheplatz

(Foyer) – und live auf Bremen Zwei. Eintritt frei! Frühstücks-Reservierungen sind möglich: Tel 0421 . 32 60 48

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Ödipus / Antigone


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UND AUSSERDEM

THEATERTREFFEN: PAUL-GEORG DITTRICH

Gleich mit seiner ersten Inszenierung für das Musiktheater, Wozzeck, wurde er für den Theaterpreis DER FAUST nominiert und für seine Interpretation von La Damnation de Faust ein Jahr später gleich noch einmal. Dabei startete Paul-Georg Dittrich nach seinem Regiestudium als Schauspielregisseur und fiel durch seine entschiedene, multimediale Formensprache auf. Mit Daniel de Olano kommt er im Rahmen der Reihe TheaterTreffen ins Gespräch. Mo 12. Februar, 20 Uhr im noon / Foyer Kleines Haus. Eintritt 5 € / frei für Bremer Theaterfreunde SPOTLIGHT #4: NATHALIE MITTELBACH

Internationalität ist dem Musiktheater eingeschrieben: Die Schweizer Mezzosopranistin Nathalie Mittelbach, die in den USA ausgebildet wurde, und die russisch-belgische Pianistin Polina Bogdanova, gestalten ein Programm um Kompositionen von Hector Berlioz und Francis Poulenc, kombiniert mit Werken deutscher Zeitgenossen. Di 13. Februar, 20 Uhr im Theater am Goetheplatz (Foyer) Eintritt 15 € / 9 € erm. KANTINE 22: JE NE REGRETTE RIEN

Marysol Schalit und Alice Meregaglia – ein Cabaret Abend Im zweiten Abend der Reihe bietet die Schweizer Opernsän-

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gerin einen Einblick in die melancholische, aber durchaus extreme Welt des Cabarets und der Chansons. Mit Edith Piaf, Zarah Leander und Kurt Weill lädt sie zu einem intimen Abend des Mysteriums und der Verführung in die Kneipen der 30er bis 60er Jahre ein – ohne Rauch, aber mit einer Achterbahnfahrt durch Abgründe, Rausch und Euphorie. Do 22. Februar, 22 Uhr in der Kantine. Treffpunkt ist die Bühnenpforte. Eintritt 5 € YEAH YEAH CLUB

Wenn Jens Mahlstedt und GU in die Plattenkiste greifen, bringen zwei Szenegrößen die Tanzfläche zum Glühen. Der eine bereist seit Jahrzehnten die wichtigen Spots des internationalen Clubgeschehens, der andere ist einer der Köpfe hinter dem legendären Bremer Urban Jazz Groove-Kollektiv. Funk trifft auf Soul, Hip-Hop auf Jazz, und über allem stehen die Liebe zum Vinyl und das Gespür für den Groove. Trust the DJs. Sa 24. Februar, 22 Uhr im noon. Eintritt 8 € Präsentiert von Bremen Zwei

EIN-SICHTEN: EFFI BRIEST

Fontane erzählt in Effi Briest das Scheitern einer Ehe. Paartherapeutin Petra Nordhaus steigt in den Ring und analysiert ihren Niedergang. In 12 Runden werden Konfliktszenen dieses Zweikampfes verlesen, und anschließend kommentiert. Ob Altersunterschied, Beruf und Ehe, Kinderwunsch oder Fremdgehen, die Themen haben sich kaum geändert. Di 13. Februar, 20 Uhr im noon. Eintritt frei!

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JUNGES.THEATERBREMEN

Moks WAISEN

von Dennis Kelly „Regisseur Konradin Kunze hat das 2011 uraufgeführte Kammerspiel des englischen Dramatikers Dennis Kelly für das Moks als nachhaltig verstörende Parabel inszeniert. Das ist stark, ganz stark sogar.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier) Das Abendessen von Danny und Helen wird jäh unterbrochen, als Helens Bruder Liam blutüberströmt hereinplatzt. Er versichert, nur einem Jungen zu Hilfe gekommen zu sein, der niedergestochen wurde. Während Helen sich schützend vor ihren vorbestraften Bruder stellt, ist Danny zunehmend irritiert von dessen widersprüchlichen Äußerungen. Der englische Dramatiker Dennis Kelley hat mit Waisen einen packenden Plot entwickelt, der aktuelle gesellschaftliche Fragen nach Schuld, Verantwortung und Zivilcourage aufwirft. In einem Kammerspiel führt er vor Augen, wie leicht moralische Grundwerte korrumpierbar sind, sobald eigene Interessen im Vordergrund stehen. Mo 5., Di 6., Mi 7., Do 8. und Fr 9. Februar im Brauhaus Junge Akteure und Musiktheater STADT OHNE STRASSEN

Interaktives Musiktheaterprojekt Wenn geheime Gucklöcher in deinen Wänden auftauchen,

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die Türen nicht mehr verschließbar sind und schließlich jeder aus der ganzen Stadt dich in den vier Wänden deines Zimmers beobachten kann, dann bist du in der Stadt ohne Straßen. Wirst du dir deine Privatsphäre wieder zurückerobern? Oder gibst du dich dem unheimlichen Reigen der anderen Stadtbewohner hin? In seinem Manga The City without Streets beschreibt der japanische Autor Junji Itō eindrücklich das Zusammenfallen der Privatsphäre in den vier Wänden des Elternhauses. Wir entwickeln, inspiriert durch Itos Geschichte, ein interaktives Theatererlebnis, das mit der eigenen Privatsphäre und dem Hinaustreten in den öffentlichen Raum spielt: Wir laden die Zuschauer*innen in die Stadt ohne Straßen ein. Zusammen mit der Komponistin Katharina Susanne Müller werden Möglichkeiten ausgelotet, szenische Vorgänge durch musikalische Aktion zu erweitern. Mi 28. Februar, 19 Uhr im Brauhauskeller Eintritt 3,50€ / Mit Clubcard Eintritt frei Weitere Vorstellung am Do 1. März Leitung: Levin Handschuh und Katharina Susanne Müller

Theaterpädagogik EINFÜHRUNG FÜR LEHRER*INNEN IN EFFI BRIEST

Kommen Sie mit dem Regieteam ins Gespräch und lassen Sie sich vorab über das Konzept der Inszenierung informieren. Mit anschließendem Probenbesuch. Di 27. Februar, 18 Uhr im noon / Foyer Kleines Haus

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Auch wenn er mit seinem bezaubernden Weiß zum romantischen Verweilen und spielerischen Treiben einlädt und die Kälte des norddeutschen Winters ein klein wenig versüßt, gibt er dem aufmerksamen Betrachter noch einen weiteren Denkanstoß, der zunächst – im wahrsten Sinne des Wortes – verborgen bleibt: „Decke auf!“. Unter dem Schnee liegt eine tiefere Wahrheit. Und so müssen wir nicht nur die Gehsteige vor unseren Haustüren räumen, sondern auch hinter die weiße Pracht


unseres Lebens blicken, um zu einer profunderen Welt zu kommen. Denken Sie vielleicht das nächste mal dran, wenn Sie einen Schneemann bauen oder einen Schneeball durch die dünne Sorbet-Eisdecke eines Teichs im Bürgerpark werfen. Beweisen Sie Ihr Gespür für Schnee! Danke D. H. und L. H.! Ihre Lieblingspfeile bitte weiterhin an dramaturgie@theaterbremen.de


Liebe

liegt in der Luft

1932 entspinnt sich eine zarte Romanze: Ihrem Tagebuch vertraut eine junge Bremerin ihre groĂ&#x;e Liebe zum Prinzen Friedrich von PreuĂ&#x;en an. Ein zauberhaftes Lesebuch mit zahlreichen historischen Fotografien und Originaldokumenten. Mehr Lesestoff im Buchhandel oder unter

w w w. s c h u e n e m a n n - v e r l a g . d e


ERMÄSSIGTE KARTENPREISE

SCHÜLER*INNEN, AUSZUBILDENDE UND STUDIERENDE Für die Vorstellungen im Theater am Goetheplatz und im Kleinen Haus sind Karten zum Preis von 9 € erhältlich (exkl. Konzerte und Sonderveranstaltungen). ARBEITSLOSE, FREIWILLIGENDIENSTLEISTENDE UND SCHWERBEHINDERTE (AB 50 % GDB) Sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse bieten wir Ihnen gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises einen Preisnachlass von rund 50 % auf den regulären Kartenpreis für alle unsere Vorstellungen (exkl. Konzerte und Sonderveranstaltungen) an. Diese Konditionen gelten auch für Begleitpersonen von Schwerbehinderten. KULTURTICKETS Bürger*innen mit geringem Einkommen erhalten gegen Vorlage der „Grünen Karte“ ein Kulturticket zum Preis von 3 €. In den Bremer Bürgerhäusern und den Zweigstellen der Stadtbibliothek können die Karten für ausgewählte Vorstellungen reserviert werden. Ansonsten erhalten Sie diese immer ab Montag für Vorstellungen der laufenden Woche an der Theater­kasse, sofern noch Karten verfügbar sind – www.kulturticket.bremen.de. GRUPPENTARIFE Besuchergruppen ab 10 Personen erhalten einen Rabatt von rund 20%. THEATERCARD 50 / THEATERCARD 25 Unsere TheaterCard 50 ermöglicht einen Preisvorteil von rund 50 % und die neue TheaterCard 25 von rund 25 %. Sie sind gültig für jeden Termin, jede Spielstätte und jede Preiskategorie (exkl. Gastspiele, Konzerte und Sonderveranstaltungen) und ab dem Kaufdatum 1 Jahr gültig. BLAUER THEATERTAG Musiktheater 20 € / Schauspiel 15 € auf allen Plätzen!

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Print-à-porter Die neue taz. Getragen von Vielen. 10 Wochen täglich taz für 10 Euro. Sind Sie dabei? taz.de/new-paper

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02/2018

FÖRDERER BREMER THEATERFREUNDE FÖRDERKREIS JUNGES.THEATERBREMEN Karin und Uwe Hollweg

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02/2018

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Börgerding (Generalintendant), Michael Helmbold (Kaufmännischer ­Geschäftsführer) Redaktion: Dany Handschuh Szenenfotos: Jörg Landsberg Gestaltung: ErlerSkibbeTönsmann, Tim Feßner Druck: Druck & Verlag Kettler GmbH. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. 46


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