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dezemberheft 2013 


12/2013

inhalt

Die Weihnachtszeit und Silvester im Theater Bremen . . ...... 4 Rossini-Raketen – Silvestergala ...................................................... 6 Die Premieren .................................................................................. 7 – 13 (K)ein Stück der Stunde: Der Kirschgarten . . ............................. 7 Kongo, Show und Amüsement: Mobutu choreografiert .. 11 Familienkonzert Von Maus und Mond . . ................................... 14 Weiter im Spielplan: La traviata und The Pin ........................ 17 Reality Check: Schimmernder Dunst über CobyCounty... 18 Helene Hegemann beim Unendlichen Gespräch ................. 19 Trümmer: Theater Bremen Konzert #23 .................................. 20 Carte Blanche #4: Der Chor des Theater Bremen .............. 21 Getting Lost ............................................................................................. 22 2012 .............................................................................................................. 24 Und außerdem ........................................................................................ 27 JUNGES.THEATERBREMEN ................................................. 29 Pfeil des Monats .................................................................................... 30 Preise ........................................................................................................... 32 Das Geschenkabo ................................................................................. 34 Kontakt ...................................................................................................... 38


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liebes publikum, liebe leserinnen und leser, „Die Welt“, so schrieb der Literaturwissenschaftler Gerhard Bauer zum 100. Todestag von Anton Pawlowitsch Tschechow, Arzt von Beruf und Autor von über 600 literarischen Werken, geboren am 17. Januar 1860 in Taganrog, eine Hafenstadt am Azovschen Meer, gestorben mit 44 Jahren an Tuberkulose am 2. Juli 1904 in Badenweiler, beigesetzt auf dem Friedhof des Novodevicij-Klosters in Moskau, ein halbes Jahr nach der Uraufführung seines letzten Stückes Der Kirschgarten, „die Welt“, so Bauer, „erscheint in Tschechows teilnahmsvoll analytischer Sicht schon annähernd so unübersichtlich und gelähmt, so post-revolutionär, post-reformierbar, jedoch nicht ganz so post-human wie heute“. Das mag sein. Der große Schauspieler und Pantomime JeanLouis Barrault hat es anders formuliert: „Erster Akt: Der Kirschgarten muss vielleicht verkauft werden. Zweiter Akt: Der Kirschgarten wird verkauft werden. Dritter Akt: Der Kirschgarten ist verkauft. Vierter Akt: Der Kirschgarten ist verkauft worden. Der Rest: Das Leben.“ Vielleicht muss man sich an den Blick von Barrault in Kinder des Olymp erinnern, um Tschechows Einverständnis mit der „zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt“ (Albert Camus) verstehen zu können. „Wissen Sie“, sagte er einmal, „man muss arbeiten, ohne Unterlass, das ganze Leben.“ Und: „Es gibt große Hunde und es gibt kleine Hunde, aber alle sind verpflichtet zu bellen.“ Michael Börgerding 3


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die Weihnachtszeit und Silvester im Theater bremen Der Dezember ist der Monat, in dem alles zu viel oder zu wenig ist und in dem man manchmal nicht mehr weiß, ob das nun gerade das Schöne oder eher das Anstrengende ist. Es ist der Monat der zu vielen Verabredungen im Kalender, der zu vielen Menschen in den Geschäften, der zu vielen Geschenke auf den Einkaufslisten, auch der zu vielen Erwartungen an eine Zeit, die immer aufs Neue die Schönste des Jahres werden will. Der Dezember ist auch ein Monat des Zuwenig, der mangelnden Ruhe im lauten Trubel der Vorweihnachtszeit, der fehlenden Muße im Hetzen von einer Veranstaltung zur nächsten und manchmal auch einfach ein Fehlen der Neigung, sich diesem Wirbel schon wieder auszusetzen. Orte des Entkommens vor dem Zuvielen und dem Zuwenigen sind das eigene Zuhause und jenes der Familie oder der Freunde, der Deich, der Wald oder eine Wiese, für manch einen mag es die Kirche sein, aber natürlich ist es auch das Theater, wo man sich gemeinsam wundert über das ewige Zuviel und Zuwenig dieser merkwürdigen Weihnachtszeit und wo man sich dann doch mit Lust dem Mitreißenden dieser Wochen hingibt. Es ist manchmal viel schöner, sich nicht allein zu freuen. Das Programm für Advent, Weihnachten und Silvester

So 1. Dezember, 20 Uhr im 2012: Rentierpunsch mit Nadine Geyersbach und Candlelight Dynamite über

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Hans-C. Andersens Die wilden Schwäne So 8. Dezember, 15 Uhr im 2012: Ein Symposium zu Schimmernder Dunst über CobyCounty (Reality Check) Fr 13. Dezember, 19 Uhr im Moks: Der Messias So 15. Dezember, 15:30 Uhr: Rentierpunsch mit Siegfried W. Maschek zu Krzysztof Kieślowskis Die zehn Gebote Sa 21. Dezember, 20 Uhr im Kleinen Haus: Der Messias So 22. Dezember, 11 Uhr im Theater am Goetheplatz: Von Maus und Mond (Familienkonzert) 16 Uhr im Moks: Schmidts unglaubliche Geschichte 16 Uhr und 20 Uhr im Kleinen Haus: I'm Your Man 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz: Orlando furioso Mo 23. Dezember, 18 Uhr im Theater am Goetheplatz: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny 18:30 Uhr im Kleinen Haus: The Pin Mi 25. Dezember, 18 Uhr im Theater am Goetheplatz: Orlando furioso 18:30 Uhr im Kleinen Haus: Die Affäre Rue de Lourcine Do 26. Dezember, 11 Uhr im Theater am Goetheplatz: Die Brüder Löwenherz 18:30 Uhr im Kleinen Haus: Buddenbrooks 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz: La traviata Di 31. Dezember, 15 Uhr im Theater am Goetheplatz: La traviata, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz: RossiniRaketen – Silvestergala // 20 Uhr im Kleinen Haus: The Pin 23 Uhr im Theater am Goetheplatz: Silvesterparty mit den DJs Gülbahar Kültür und Ralph „von“ Richthoven. Präsentiert durch Funkhaus Europa

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Rossini-Raketen – Silvestergala

Für Feuerwerke braucht es keine Pyrotechnik, kein Schwefelpulver und keine Zündhölzer – Feuerwerke lassen sich auch mit Musik zünden. Wenn der Komponist G ­ ioacchino Rossini Koloraturen in die Luft schießt, dann knallt und blitzt und sprüht es in bunten Tönen, Farben, Formationen, dann lösen sich Worte in Silben auf, Satzenden in Pointen und der Sinn – der Sinn mutiert zu einem herrlich dadaistischen Nonsens, der sich sonst erst nach dem Genuss von dreizehn Piccolo-Fläschchen einstellen würde. Da trifft es sich gut, dass das Sängerensemble und die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Kapellmeister Clemens Heil just den Silvesterabend ausgewählt haben, um unzählige Rossini-Raketen zu zünden, die aus La Cenerentola, L’Italiana in Algeri, Il viaggio a Reims, Il barbiere di Siviglia, La scala di seta und anderen sprühenden Werken des Italieners entnommen sind. Selten dürfte der Übergang ins neue Jahr von so virtuosen Koloraturen und so vielen hohen Cs begleitet worden sein wie 2013. Di 31. Dezember, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz Mit: Christoph Heinrich, Hyojong Kim, Tamara Klivadenko, Martin

Kronthaler, Nadine Lehner, Marysol Schalit, Alexandra Scherrmann, Patrick Zielke, den Bremer Philharmonikern Musikalische Leitung: Clemens Heil

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premiere schauspiel

(K)ein Stück der Stunde?

Alize Zandwijk, Intendantin am Ro Theater in Rotterdam und Regisseurin, kehrt mit ihrer Inszenierung von Tschechows Kirschgarten an das Theater Bremen zurück Man könnte sagen: Tschechows Kirschgarten ist das Stück der Stunde. Besser: es hört nie auf, es zu sein. Krisenzeiten sind die Zeiten dieses Textes. Und in einer Krise befindet sich der Mensch dann doch auch irgendwie immerzu. Was Tschechow seismographisch, oder vielleicht auch prophetisch, von der Obdachlosigkeit des Menschen zu erzählen wusste – zu seinen Lebzeiten, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das Gesellschaftssystem ins Wanken geriet und die beginnende Industrialisierung die Lebensumstände aller radikal veränderte – ist heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern durchgesetzter, sich selbst in den Loop versetzender Soundtrack. „Damals“, sagt der alte Diener Firs an einer Stelle, „damals kannte man das Rezept noch“ und spricht damit, wie eigentlich stets bei Tschechow, unwillkürlich auch das große Ganze aus und nicht nur das, was vordergründig verhandelt wird – hier die Art und Weise, die geernteten Kirschen einzumachen –, denn die Gutsbesitzerin Ranjewskaja fragt nach: „Und wo ist es jetzt, dieses Rezept?“ Darauf Firs: „Vergessen. Keiner kennt es mehr …“ Das Rezept, das keiner mehr kennt – das ist das Tschechowsche Thema schlechthin. Es ist das unsrige. Es ist das Thema des in die Freiheit gesprengten, oder, je nach Perspektive, in die Freiheit entlassenen, modernen Menschen.

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(K)ein Stück der Stunde?

Wir, wie jene Menschen damals, sind beschrieben in diesen Figuren, die nicht recht zu leben noch zu lieben wissen, die ihre Vergangenheit nicht verstehen und keine Vision haben für die Zukunft. Zu der Bewusstseinskrise des Menschen kommt im Kirschgarten eine ökonomische Krise hinzu. Eine zwanghaft über ihre Verhältnisse lebende Gesellschaft ist figuriert, die weiß, dass am Ende ein Argument allen anderen die Berechtigung zu entziehen in der Lage ist: rechnet sich das? Gibt es einen Markt? Was sind die Erträge? Was sich nicht beziffern, in Geldwert taxieren ließ, hatte auch in jenen Tagen schon keine gute Lobby. Denn auch heute redet beispielsweise von Europa, auch so einem potentiellem Kirschgarten, nur in Sonntagsreden mal einer als von einer Gemeinschaft der kollektiven Überzeugungen und Werte. Ansonsten gilt die Staatengemeinschaft den meisten als wasserköpfige Institution der Zahlungen, Transferleistungen und der Bürokratie. Auch Bildung und Kultur brauchen die Legitimation, dass sie sich eines Tages auszahlen werden. Die „Gärten Eden“, wie unser Diskurs­ pate, der Slavist Prof. Dr. Stephan Kissel, Kirschgärten in seinem Vortrag hier am Theater Bremen am 14. Oktober nannte, jene Orte des Immateriellen, der Zerstreuung oder Fokussierung des Geistes, sind permanent in Gefahr. Zuversichtlicher ausgedrückt: Sie brauchen Rückhalt. In Form gemeinschaftlichen Konsens' – wir müssen uns darüber verständigen, was sie uns tatsächlich wert sind. Und uns dann für sie einsetzen. Was auch heißen könnte, für sie zu streiten, auf anderes zu verzichten, erfinderisch zu werden.

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(K)ein Stück der Stunde?

Für jenen Kirschgarten im Kirschgarten, der verkauft werden soll, da man sich ihn scheinbar nicht mehr leisten kann, streitet keiner, verzichtet keiner, keiner wird erfinderisch. Nur der pragmatische Lopachin hat eine Idee: abholzen. Und Ferienhäuser drauf – Immobilien! Schließlich wird er dann auch einfach weg sein. Leider sind die, die den Kirschgarten hätten verteidigen können, sind die Zähne dieser sehnsüchtigen, unerlösten, verunsicherten Gewohnheitstiere, die sie den „Faktizitäten“ der Zeit zeigen könnten, stumpf. Denn das ist es ja: Sie selbst hätten verhindern, sie hätten klar, besonnen, tatkräftig und überzeugt sein müssen. Am Ende ist Tschechows Kirschgarten dann aber ja doch nur ein Text aus einer anderen Zeit? Und ja auch nur unterstelltermaßen ein Stück der Stunde? BvB der kirschgarten

von Anton Tschechow Premiere 12. Dezember, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz Regie: Alize Zandwijk Ausstattung: Thomas Rupert Musik: Maartje Teussink Dramaturgie: Benjamin von Blomberg Mit: Annemaaike Bakker, Martin Baum, Peter Fasching, Guido Gallmann, Nadine Geyersbach, Irene Kleinschmidt, Johannes Kühn, Siegfried W. Maschek, Susanne Schrader, Robin Sondermann, Maartje Teussink dazu FrühStück am 1. Dezember, 11:30 Uhr im 2012

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premiere performance

Kongo, Show und Amüsement: Mobutu choreografiert Katinka Deecke zu der neuen Arbeit von Gintersdorfer/Klaßen: Mobutu choreografiert „Glücklich sind die Menschen, die singen und tanzen.“ (Mobutu Sese Seko) — Willkür, Korruption, Leopardenkappe, Diktatur, Ausbeutung, Unterdrückung, Personenkult, der Boxkampf „rumble in the jungle“ zwischen Muhammad Ali und George Foreman im Jahr 1974: Das sind die Begriffe, mit denen in Deutschland der afrikanische Politiker Mobutu Sese Seko assoziiert wird. Die neue Performance-Arbeit der Artists in Residence Gintersdorfer/Klaßen heißt Mobutu choreografiert und beschäftigt sich mit der Frage nach den politischen und medialen Inszenierungsstrategien des afrikanischen Diktators Mobutu in Zaïre, dem heutigen Kongo. Anhand der opulenten und mächtigen Effekte, die Mobutu zur Feier seiner Herrschaft entwickelte, lassen sich verschiedene Taktiken des politischen In-Szene-Setzens nachvollziehen, die sich auch in medialen und rhetorischen Entscheidungen anderer Länder und Kontinente spiegeln. Der Kongo ist ein Hauptschauplatz der Weltgeschichte im 20. und 21. Jahrhundert, auch wenn wir Europäer gerne weiterhin von der westlichen Hegemonie in der Welt aus­ gehen – die entscheidenden Ereignisse und Verdichtungen finden längst woanders statt. Am Beispiel von Zaïre lassen sich internationale Verflechtungen, wechselnde politische Allianzen und Intrigen und natürlich auch der erbitterte

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Kongo, Show und Amüsement

Kampf um die Rohstoffe mit allen Konsequenzen besonders deutlich zeigen. Mobutu vermochte es geschickt und eigennützig, sich der westlichen Begierden und Ängste zu bedienen und die Berechenbarkeit und Unehrlichkeit internationaler Politik sichtbar zu machen. Mobutu choreografiert wendet sich gegen politische Naivität und Unbeteiligtsein, ist aber auch ein ästhetischer Spaß mit Elementen aus Fashion, Pop und Musik: Amüsement ist kein Verbrechen, auch wenn Verbrecher sich amüsieren! Selten hat eine Regierungsform einen so eigenwilligen Repräsentationsstil gepflegt, in dem „schöne“, weiche Gesänge im krassen Widerspruch zur brutalen Überwachungs- und Ausbeutungspolitik standen. Mobutu wählte kongolesische Musik und traditionellen Tanz als Elemente seiner Propaganda-Maschine. Seine „Kulturförderung“ wirkt sich bis heute aus, die Inhalte der Songs ändern sich, aber seine moralischen und sozialen „Werte“ verbreiten sich weiter: Der Begriff „Kobwaka Libanga“ steht für diese Form der Korruption, die für kongolesische Musiker der angeblich einzig legitime Weg ist, um Ruhm und Reichtum zu erlangen. Gintersdorfer/Klaßen machen sich auf die Suche nach Subversion im kongolesischen Musikgeschäft. Die beiden ivorischen Musiker Gadoukou la Star und SKelly nutzen die Performance zum Kräftemessen mit ihrem kongolesischen Kollegen Dinozord, während der Schauspieler Papy Mbwiti die politische Rhetorik analysiert: Als Sohn von Mobutus Übersetzer erlebte er den finalen Zusammenbruch des brutalen Regimes direkt mit. Der Choreograf Jochen Roller und der Schauspieler Hauke Heumann wiederum halten das Aufeinandertreffen der Darsteller diskursiv zusammen.

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Mobutu choreografiert

von Gintersdorfer / Klaßen Premiere 13. Dezember, 20 Uhr im Kleinen Haus Regie/Konzept: Monika Gintersdorfer Ausstattung/Konzept: Knut Klaßen Dramaturgie: Nadine Jessen Mit: Patrick Mbungu Boyoka alias Dinozord, Hauke Heumann, Papy Mbwiti, Jochen Roller, Eric Francis Parfait Taregue alias SKelly, Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star

Die Kooperation mit Gintersdorfer/Klaßen wird gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes

Mobutus Schwitzhütte (eintritt frei!)

Sauna-Lord und Bademeister: Gabriel Loebell Herberstein Vom 4. – 15. Dezember auf dem Goetheplatz, täglich geöffnet ab 17 Uhr. Jeden Tag gibt es mindestens einen Act: Mi 4. Dezember, 18 Uhr: La sape: Zeig mehr als Du hast! Performance mit Dinozord, Gadoukou la Star & SKelly. Danach: DJ Set mit mickey & marzeki und Abidjaninski Do 5. Dezember, 18 Uhr: Zwei Wochen vor der Premiere Fr 6. Dezember, 18 Uhr: Diskurspate #22: Johnny van Hove // 20:30 Uhr: Hallo Werner Clan Sa 7. Dezember, 18 Uhr: Atalakou: SKelly singt euch nach ganz oben So 8. Dezember, 18 Uhr: Musikclips von Couper-Decaler bis Afro-Goth Mo 9. Dezember, 18 Uhr: Debattier-Club mit den Darstellern: My Congo is not your Congo Di 10. Dezember, 20 Uhr: Boy Division unplugged: Wodka schwitzen! Best dressed all boy cover band Do 12. Dezember, 18 Uhr: Filmscreenings Weitere Programmdetails unter www.theaterbremen.de

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PHIL FÜR DICH – 1. FAMILIENKONZERT

Von Maus und Mond oder: Wer ist der GröSSte?

Eine musikalische Geschichte von Paul Maar Moni, die Möwe, ist weitgereist. Nachdem sie im vergangenen August beim Tag der offenen Tür zum ersten Mal im Theater Bremen Station gemacht hatte, um sich von den anwesenden Kindern einen Namen geben zu lassen, zog sie stolz und frisch getauft weiter. Bei diesem ersten Besuch hatten die Bremer Kinder Moni einen Auftrag mit auf den Weg gegeben: Sie solle künftig regelmäßig in Bremen vorbeischauen, um von der großen weiten Welt zu berichten. Bei ihrer ersten Rückkehr nach Bremen nun bringt Moni eine Geschichte von den Inuits mit, aus dem ewigen Eis: Zwei Inuit-Kinder haben einen Streit, wer von ihnen wohl der Größere sein mag – Moni, die Möwe, würde das nicht entscheiden wollen, sind beide Jungs auf den ersten Blick doch einer so lang wie der andere. Zum Glück ist da noch die weise Großmutter, die sich auch ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht hat. Unter der Leitung des Generalmusikdirektors Markus Poschner spielen die Bremer Philharmoniker diese Uraufführung, die der Dortmunder Komponist Alf Hoffmann nach einem Text des berühmten Kinderbuchautors Paul Maar komponiert hat. So 1. und So 22. Dezember, jeweils um 11 Uhr im Theater am Goetheplatz Musikalische Leitung: Markus Poschner Einrichtung: Caroline Blanck Moni, die Möwe: Alexander Sowoboda

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Moni, die Mรถwe alias Alexander Swoboda


Patricia Andress

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Weiter im Spielplan

Patricia Andress ist Violetta Valéry, Samir Akika auf Meisterschaftskurs in The Pin Sie werden es wissen. Oder es bereits selbst erlebt haben: Patricia Andress katapultiert sich als Violetta in Benedikt von Peters Traviata-Inszenierung ins mythisch Überlebensgroße – wobei sie doch nichts mehr ersehnt, als die einfache, ehrliche und alltägliche Liebe. Und Samir Akika hat in The Pin Zustände eben der Einsamkeit des die Gipfel erstürmenden Künstlers choreografiert. Natürlich, das könnte man Zufall nennen. Wie soll an einem Vierspartenhaus wie dem Theater Bremen gelingen, dass alles sich stets aufeinander bezieht, sich wechselseitig beleuchtet, hintertreibt, pointiert, selbst wenn das Spartenübergreifende Programm ist und nicht nur das Musical Hair ansteht am Ende der Spielzeit, in dem SchauspielerInnen, Akikas TänzerInnen, SängerInnen und die Philharmoniker gemeinsam Fragen nach dem Protestvermögen unserer Zeit stellen wollen. Verständigen wir uns also darauf: Zufall. Alles andere würde an Wunder grenzen. Und Wunder gibt es nur im Theater. la traviata

Do 5. um 19:30 Uhr, Sa 21. um 18 Uhr, Do 26. um 19:30 Uhr, Di 31. Dezember um 15 Uhr im Theater am Goe­theplatz The pin

Fr 6. um 20 Uhr, Mo 23. um 18:30 Uhr, Di 31. Dezember um 20 Uhr im Kleinen Haus 17


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reality check: schimmernder dunst über cobycounty Ein Symposium

„Ich liebe diese Stadt“, sagt die Figur Wesley in Leif Randts Roman Schimmernder Dunst über CobyCounty über die am Meer gelegene Stadt CobyCounty. Es gibt ein bedingungsloses Grundeinkommen und Menschen verschiedener Herkunft leben unter guten ökonomischen Bedingungen friedlich zusammen. CobyCounty ist die Vision einer zukünftigen Stadt mit Licht und Schattenseiten. Wir wollen die Inszenierung zum Anlass nehmen, um im Reality Check die Zukunft Bremens zu visionieren. Dafür haben wir D ­ etlef Schobeß von der Stadtentwicklung Bremen, Oliver Hasemann vom Autonomen Architektur Atelier und J­ oachim Barloschky (angefragt), ehemaliger Quartiersmanager Osterholz-Tenever,, eingeladen, um mit uns über Bremer Stadtentwicklung zu sprechen. „LebenswertUrban-Vernetzt“, wie es im Leitbild der Stadt auf der kommunalen Homepage heißt – ist das unser Bremen? So 8. Dezember, 15 Uhr im 2012

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helene hegemann zu gast! Die Autorin von Axolotl Roadkill und Jage zwei Tiger beim Unendlichen Gespräch Mit ihrem Debütroman Axolotl Roadkill sorgte Helene Hegemann vor drei Jahren für ein mittleres Erdbeben in der deutschen Medienlandschaft. Zuerst zum Fräuleinwunder hochstilisiert, dann als Betrügerin gebrandmarkt, musste Hegemann zwangsläufig die Erfahrung machen, was es heißt im Mittelpunkt des Medieninteresses zu stehen, wo jede Aktion zunächst auf ihr Schlagzeilenpotenzial hin beleuchtet wird. Nun ist Hegemann zurück, und wie! In Köln schreibt und inszeniert sie gerade ihre erste Oper und ihren zweiten Roman hat sie auch veröffentlicht. Jage zwei Tiger heißt er und handelt von zwei jungen Menschen, die ihren Weg in die Erwachsenenwelt suchen. Eine Geschichte über Liebe und auch über Geld. Unterhaltsam und voller Widersprüche. Beim Unendlichen Gespräch wird Hegemann aus dem Roman lesen und dann wollen wir uns gemeinsam mit ihr auf die Suche nach einer Haltung begeben. Zu welcher Welt wollen wir gehören? Mo 9. Dezember, 20 Uhr im 2012

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trümmer Theater Bremen Konzert #23

Die junge Hamburger Band Trümmer ist ein Phänomen. Obwohl sie erst einen Song und kein Album veröffentlicht haben und die Netzpräsenz auf ein Minimum geschaltet ist, waren sie diesen Sommer auf zahlreichen Festivals der Geheimtipp und konnten so etwas wie einen Hype erzeugen. Inzwischen hatten sie im aktuellen „Die Goldenen Zitronen“-Video einen Cameogastauftritt und ein großes Feature bei den Popkulturexperten der „Spex“. Trümmer sind kein verspäteter Hamburger Schule-Abklatsch, Trümmer wollen eine Band sein, die es noch nicht gibt. „Wir haben keinen Bock auf blutleeres Abzappeln. Was wir wollen ist Liebe und Hass, Zerstörung und Euphorie – Lust for Life“, heißt es im Pressetext. Man darf also gespannt sein, was Trümmer im Theater Bremen auslösen: „Die Jugendkultur ist tot, es lebe die Jugendkultur.“ Mi 11. Dezember, 20 Uhr im 2012

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carte blanche #4: der chor des Theater Bremen Wenn ein Chorkollektiv sich selbst in Individuen zerlegt, könnten dabei mehrere Soloabende herauskommen. Tut es aber nicht. Denn wenn zwanzig engagierte ChorsängerInnen beginnen, sich gegenseitig zu inszenieren, am Klavier zu begleiten, Arien verschiedenster Sprachen und Gattungen zu singen, Sushi zuzubereiten und Kuchen auszuteilen – dann formiert sich am Ende eben doch alles zu einem großen gemeinschaftlichen Ereignis. Zu dem das Publikum als bunt gewürfelte Masse kollektiver Einzelgänger staunend geladen ist. Di 10. Dezember, 20 Uhr im 2012 Mit: Franz Becker-Urban, Wolfgang von Borries, Bert Coumans, Lusine

Ghazaryan, Viktor Gukov, Astrid Kunert, Daniel Mayr, Irina Ostrows­kaja, Allan Parkes, Martina Parkes, Daniel Ratchev, Angelika Riedel, Achim Rikus, Karin Robben, Jörg Sändig, Johannes Scheffler, Can Tufan, Daniel Wynarski, Adelheid Zetsche. Es begleitet am Klavier: Jinie Ka

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Giesche trifft …

getting lost Ein Dschungel Camp vom 6. bis 13. Dezember im 2012 Eine Gruppe Überlebender sitzt nach einem Flugzeugabsturz auf einer geheimnisvollen Insel fest, sich selbst, einander und übernatürlichen Phänomenen ausgeliefert. Die Insel zu verlassen scheint unmöglich – auf ihrer Suche nach Auswegen tauchen die Gestrandeten immer tiefer in Vergangenheiten, Zukünfte und Parallelzeiten ein. Jedes Rätsel wird von einem neuen Rätsel abgelöst – soweit das Setting der Kultserie Lost, die weltweit Millionen von Zuschauern vor die Flachbildschirme und somit weit weg von der Realität lockte. Ebenfalls um Orientierung in der Orientierungslosigkeit, oder sagen wir mal um Zeiten der Orientierungslosigkeit, wird es in Artist in Residence Alexander Giesches gleichnamiger Performance gehen, die am 23. Mai 2014 Premiere hat. Die Vorbereitungen laufen bereits, Ideen und Gedanken werden gesponnen. Als nächster Schritt setzen sich Giesche und sein Team im 2012 einem Experiment aus: Was passiert, wenn man alle 6 Staffeln Lost, also 134 Episoden, also 111 Stunden ohne Pause nacheinander anschaut? Was, wenn man in einer Fantasy-Serie verloren geht? 6. Dezember 20 Uhr bis 13. Dezember 20 Uhr im 2012. Zuschauer sind willkommen während der Öffnungszeiten des 2012. Von und mit: Alexander Giesche, Marianne Seidler, Regula Schröter, Andy Zondag und den Anderen Ausstattung: Astrid Mitterlehner

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Getting Lost?


das foyer im kleinen haus

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Früh stück zu der kirschgarten

Als Alize Zandwijk im Herbst vor einem Jahr zum ersten Mal in Bremen inszenierte, beschäftigte sie sich in Dea Lohers Das Leben auf der Praça Roosevelt mit den am Rande Stehenden einer Gemeinschaft in São Paulo, deren Leben und Fühlen nur vermeintlich weit weg von uns ist (die viel besprochene Inszenierung von Lohers Stück Unschuld können Sie aktuell in der Inszenierung von Alexander Riemenschneider sehen). Wenn Alize Zandwijk sich nun mit Tschechows Kirschgarten der anderen Seite der Gesellschaft zuwendet, handelt es sich womöglich nur dem Anschein nach um einen Gegensatz. Wie Zandwijk die ländliche Intelligenzija der russischen Jahrhundertwende nicht nur mit Dea Lohers brasilianischen Figuren von der Praça Roosevelt in Beziehung setzt, sondern wie sie vor allem die Brücke zu uns heute zu schlagen sucht, erfahren Sie bei unserem FrühStück. So 1. Dezember, 11:30 Uhr. Eintritt frei! rentierpunsche mit Nadine Geyersbach / Candlelight Dynamite und Siegfried W. Maschek

Nadine Geyersbach und Candlelight Dynamite erzählen mit drei Mikrofonen, etlichen Musikinstrumenten, Masken, Perücken, Puppen, sonstigem Kleinkram und noch mehr Phantasie eine Geschichte von elf verfluchten Brüdern

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und einer stummen Schwester – Die wilden Schwäne nach Hans-Christian Andersen als Live-Hörspiel mit jeder Menge optischer Gimmicks. Siegfried W. Mascheks Rentierpunschnachmittage gehören für manche Bremer inzwischen ebenso selbstverständlich zur Weihnachtszeit wie die Bescherung selbst. Bei Glühwein und Stollen wird Maschek uns diesmal in die Welt von Krzysztof Kieślowskis Die zehn Gebote mitnehmen. Bibelfest mit Augenzwinkern. So 1. Dezember, ein Tischtheaterspektakel von und mit Candlelight Dynamite: Nadine Geyersbach, Denis Geyersbach, Bastian Sierich und Cornelia Schäfer, 20 Uhr. So 15. Dezember, mit Siegfried W. Maschek, 15:30 Uhr. Eintritt jeweils 5 € diskurspaten #21, #22 und #23

Auch weiterhin begleiten Diskurspaten das Entstehen der Produktionen. Dieses Mal halten die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Helga Gallas zu La Bohème, der Kulturwissenschaftler Johnny van Hove zu Mobutu choreografiert (Nachholtermin vom 22. November) und der Soziologe Prof. Dr. Johannes Huinink zu Herkunft Impulsvorträge und inspirieren das beteiligte Team – und natürlich auch Sie! Mi 4. Dezember, Prof. Dr. Helga Gallas zu La Bohème. 18 Uhr Fr 6. Dezember, Johnny van Hove zu Mobutu choreografiert. 18 Uhr in Mobutus Schwitzhütte (Eintritt frei!) Di 17. Dezember, Prof. Dr. Johannes Huinink zu Herkunft. Ausnahmsweise um 19 Uhr, Treffpunkt ist das 2012 Eintritt jeweils 5 € In Zusammenarbeit mit 25


das foyer im kleinen haus

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Reality check zu cobycounty (siehe S. 18)

So 8. Dezember, Ein Symposium mit Detlef Schobeß, Oliver Hasemann und Joachim Barloschky (angefragt) zu Schimmernder Dunst über CobyCounty, 15 Uhr. 5 € helene hegemann: das unendliche gespräch #11 (siehe S. 19)

Mo 9. Dezember, 20 Uhr. Eintritt 5 € carte blanche #4: der chor des Theater Bremen (siehe S. 21)

Di 10. Dezember, 20 Uhr. Eintritt 5 € trümmer: Theater bremen konzert #23

(siehe S. 20) Mi 11. Dezember, 20 Uhr. VVK 8 €, Abendkasse 10 € theatertreffen: Robin sondermann

Aktuell ist Robin Sondermann in Dea Lohers Unschuld, Elfriede Jelineks Aber sicher! und als Karl Moor in Schillers Räuber zu sehen. Ferner probt er gerade die Rolle Lopachin in Tschechows Kirschgarten in der Regie von Alize ­Zandwijk. Thema für Moderator Jens Schellhass wird aber sicher auch sein, wie es am Filmset des neuen Bremer Tatorts zuging. Mo 16. Dezember, 20 Uhr. Eintritt frei!

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und auSSerdem

zwei WOCHEN VOR DER PREMIERE: MOBUTU CHOREOGRAFIERT

Auch in die neue Arbeit der Artists in Residence Gintersdorfer/Klaßen möchten wir Ihnen Einblicke gewähren. Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen sowie ihre multinationale Künstlergruppe werden Ihnen im Ballettsaal den derzeitigen Arbeitsstand zeigen und das Gespräch mit Ihnen suchen. Do 5. Dezember, 17:45 Uhr, Treffpunkt ist das 2012 Anmeldung unter dramaturgie@theaterbremen.de. Eintritt frei!

Blaumeier: orpheus und eurydike

Aufgrund des großen Erfolgs der Gastspiele im Juni und November haben wir das Blaumeier Atelier eingeladen, ihre Produktion Orpheus und Eurydike noch einmal zu zeigen. Fr 6. Dezember, 20 Uhr im Theater am Goetheplatz Diskurspaten #22: Johnny van Hove

Der Belgier Johnny van Hove promoviert in Gießen über die Geschichte des Kongo und den europäisch-afrikanischen Blick auf das ehemalige Zaïre. Im Dialog mit den afrikanischen Darstellern von Gintersdorfer/Klaßen wird er die Probenzeit durch einen Vortrag bereichern. Im Anschluss gibt es Drinks und den Hallo Werner Clan. Fr 6. Dezember, 18 Uhr Mobutus Schwitzhütte auf dem Goetheplatz. Eintritt frei! In Zusammenarbeit mit 27


und auSSerdem

statt theater disco

mit mickey & marzeki Fr 13. Dezember, 24 Uhr im Kleinen Haus. Eintritt 5 € der messias

eine Weihnachtsfarce von Patrick Barlow Ein Schauspieler als Regisseur, dazu ein weiterer Schauspielerkollege und als Skript die komplette Weihnachtsgeschichte inklusive der Jungfrau Maria, dem Erzengel Gabriel, den Heiligen drei Königen und dem kleinen Jesuskind! Die Ensemblemitglieder Guido Gallmann und Martin Baum nehmen ihre erfolgreiche Zwei-Mann-Inszenierung wieder auf. Fr 13. Dezember, 19 Uhr im Moks Sa 21. Dezember, 20 Uhr im Kleinen Haus theaterpredigt zu tod-krank.doc

Die Theaterpredigt der Pastorin Ingrid Witte beschäftigt sich mit Elfriede Jelineks Tod-krank.Doc. Die Dramaturgin Regula Schröter wird den theologischen Überlegungen folgen und auf den pastoralen Diskurs Antwort geben. So 15. Dezember, 18 Uhr in der Kulturkirche St. Stephani Ximena & Thijs – Work in progress

Mit zwei außergewöhnlichen Gästen aus Peru und Belgien entwickelt Samir Akika ein Probebühnen-Duett. Pur und rau und stets mit einem Bein im Wahnsinn. Sa 21. Dezember, 20 Uhr auf der Probebühne, Treffpunkt Bühnenpforte. Eintritt frei!

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junges.Theaterbremen Moks neu im spielplan: Rico, Oskar und die Tieferschatten / 9+

von Andreas Steinhöfel Rico erlebt aufregende Ferien, bei denen die Bingokugeln in seinem Kopf immer wieder durcheinander geraten. So 1. um 16 Uhr, Di 3., Mi 4., Do 5. Dezember, jeweils um 10:30 Uhr im Moks Theater und Schule Jour Fixe – spielpraktische fortbildung

TheaterlehrerInnen, aber auch alle anderen Interessierten laden wir herzlich zu unserem Impulsworkshop ein. Di 3. Dezember, 16 – 18 Uhr auf der Probebühne, Treffpunkt Kleines Haus Bitte bequeme Kleidung mitbringen. Der Eintritt ist frei!

Informationsveranstaltung mit Probenbesuch für Lehrerinnen und Lehrer

In Mobutu choreografiert beschäftigen sich Gintersdorfer/ Klaßen mit den Inszenierungsstrategien des afrikanischen Diktators Mobutu. Sie wenden sich gegen politische Ignoranz, veranstalten aber auch einen ästhetischen Spaß mit Fashion, Pop und Musik. Wir laden Sie ein, mit uns zu diskutieren und im Anschluss eine Probe zu besuchen. Mi 11. Dezember, 18 Uhr, Treffpunkt Kassenhalle Anmeldung unter: theaterpaedagogik@theaterbremen.de, Eintritt frei! 29


Dass Pferde Zügel brauchen, um in die richtige Richtung gelenkt zu werden, ist eine der vielen hypertrophen Behauptungen des Menschen. In Wahrheit wissen die Vierbeiner nämlich selbst sehr genau, wohin sie gehen wollen. Einige streben zur Wiese mit den saftigsten Grashalmen, andere zur blondgelockten Stute im Nachbardorf – und wieder andere zieht es zum Theater. Bei diesem Exemplar aus dem Delmenhorster Land ist das Bekenntnis zur Bühne gar so entschieden, dass es sich das Logo des Theater Bremen auf die Stirn tätowiert hat. Wusste es doch, dass die Träume von den Brettern, die


die Welt bedeuten, im Zeichen des Pfeils noch intensiver werden – und dass sich, magisch angezogen von der Kraft der tierischen Imagination, manch Schauspieler nachts auf die Koppel verirren wird, um dem treuen Theaterpferd einen Monolog zu spielen. Danke S. R.! Ihre Lieblingspfeile bitte weiter an dramaturgie@theaterbremen.de. P. S.: Dass es sich das Tattoo einzig und allein zugelegt hat, weil es insgeheim auf die Liebe des schönen Einhorns Schneewittchen aus Schimmernder Dunst über CobyCounty hoffte, ist eine haltlose Mär besonders romantischer Seelen.


Reguläre Kartenpreise Preiskategorien Preisgruppen a–l

VI

V

IV

III

II

I

Theater am Goetheplatz A: Schauspiel / Tanz Sonntag – Donnerstag

15,- 20,- 25,- 30,- 34,-

B: Schauspiel / Tanz Premiere und Freitag / Samstag

18,- 21,- 27,- 32,- 36,-

C: Musiktheater Sonntag – Donnerstag

15,- 27,- 35,- 41,- 44,- 48,-

D: Musiktheater Freitag / Samstag

18,- 29,- 38,- 45,- 50,- 55,-

E: Musiktheater Premiere / Galakonzerte

20,- 33,- 41,- 48,- 56,- 62,-

F: Märchen, Familienstück

8,- 10,- 13,- 15,- 17,- 20,-

G: Familienkonzerte:  14 € / 7 € Schüler/innen und Studierende

10,- 10,- 10,- 10,-

Kleines Haus H: Schauspiel / Tanz Sonntag – Donnerstag

15,- 19,- 23,-

I: Schauspiel / Tanz Freitag / Samstag

19,- 23,- 27,-

J: Schauspiel / Tanz Premiere

22,- 29,- 36,-

K: Moks im Kleinen Haus

Einheitspreis 9,- (Erwachsene 18,-)

Schüler/innen und Studierende

9,-

Moks / Brauhauskeller L: Kinder- und Jugendtheater

Einheitspreis 7,- (Erwachsene 10,-)

Vormittagsvorstellungen vom Moks sind für Bremer und Bremer­ havener Schulklassen kostenlos! 32


ErmäSSigte Kartenpreise Schüler/innen, Auszubildende und Studierende bis zum vollendeten 35. Lebensjahr Im Vorverkauf erhalten Sie rund 50 % Ermäßigung für Karten der Preiskategorie I und II. Ab der Preiskategorie III kosten die Karten im Vorverkauf für Vorstellungen im Kleinen Haus 9 € und im Theater am Goetheplatz 10 € (exkl. Konzerte und Sonderveranstaltungen). Am Vorstellungstag sind Karten zum Preis von 9 € / 10 € auch in den Preiskategorien I und II erhältlich. Arbeitslose, Freiwilligendienstleistende und Schwerbehinderte (ab 70 % gdb) Sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse bieten wir Ihnen gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises einen Preisnachlass von rund 50 % auf den regulären Kartenpreis für alle unsere Vorstellungen (exkl. Konzerte und Sonderveranstaltungen) an. Diese Konditionen gelten auch für Begleitpersonen von Schwerbehinderten. Kulturtickets BürgerInnen mit geringem Einkommen erhalten gegen Vorlage der „Grünen Karte“ ein Kulturticket zum Preis von 3 € ab 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung an der Abendkasse, sofern noch Karten verfügbar sind. In den Bremer Bürgerhäusern und den Zweigstellen der Stadtbibliothek können die Kulturtickets für ausgewählte Vorstellungen auch vorab reserviert werden. Informationen unter www.kulturticket.bremen.de. Gruppentarife Besuchergruppen ab 10 Personen erhalten einen Rabatt von rund 20%. Abonnements und Theatercard In unserem Abonnementbüro oder in unserem Spielzeitheft informieren wir Sie über weitere Vergünstigungen, die wir Ihnen mit unseren Abonnements und der Theatercard bieten. blauer montag 20 € auf allen Plätzen! VVK ab Erscheinen des Monatsheftes.

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12/2013

das geschenkabo

Denken Sie manchmal an den hochverehrten Heiligen Bischof Nikolaus von Myra, wenn Sie amVorabend des 6. Dezembers allerlei Süßigkeiten Ihren Liebsten in die Schuhe stecken? Und erinnern Sie noch, wer 1535 diese traditionelle Nikolausbescherung auf den 24. Dezember verlegte, um den Kindern Jesus näherzubringen? So manches Wissen gerät in Vergessenheit und schönes Schenken bleibt keine leichte Sache. Falls Sie sich also derzeit fragen: Was werde ich wohl dieses Jahr zum Nikolaus und zu Weihnachten verschenken?, und dabei etwas verzweifeln, wüssten wir sofort: Schenken Sie schöne und in Erinnerung bleibende Theaterabende voller Sinnlichkeit und Humor und lassen Sie es sich gut gehen bei all den frohen Dezemberfesten! Das Geschenkabonnement für 100 € beinhaltet jeweils zwei frei wählbare Vorstellungen im Theater am Goetheplatz und im Kleinen Haus in der Preiskategorie II (ausgenommen Gastspiele, Sonderveranstaltungen und Premieren). Die ersten 100 Käufer bekommen zu ihrem Geschenkabo eine Flasche Rotwein „Campo Arriba“, gestiftet von Doris von Taube vom Weinkontor St. Petrus.

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bo: Test-A ge, ta s m 10 Sa ro. 10 Eu taz.de

/testa

bo

Zeitung, wenn Sie Zeit haben: taz am Wochenende. Jeden Samstag mit allem Wichtigen zur Woche die war und zur Woche die kommt. Mit neuen Perspektiven auf Gesellschaft, Politik und Kultur. Im Abo oder an Ihrem Kiosk! abo@taz.de | T (0 30) 25 90 25 90 www.taz.de/testabo


danke ans Theatro! *

* Wir wollten einmal Danke sagen. Grund dazu gibt es genug: für die Bereitstellung von Kuchen und Süßigkeiten bei der Aktion „Löwenherz lädt Kinder ein“, für die schöne Geste bei den Premierenfeiern Einen auszugeben, um gemeinsam anzustoßen, die spendable Betreuung unserer besonderen Veranstaltungen und vieles andere mehr.

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12/2013

förderer und sponsoren Die Kooperation mit Gintersdorfer/Klaßen wird gefördert im Fonds Doppelpass der

Symptom Tanz wird gefördert von TANZFONDS PARTNER – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Karin und Uwe Hollweg

Stiftung

Conrad Naber Stiftung Internationales Kulturforum Theater Bremen

medienpartner taz.bremen 37


12/2013

kontakt Theater Bremen

Postfach: 10 10 46, 28010 Bremen Goetheplatz 1 – 3, 28203 Bremen Tel 0421 . 3653 - 0 gf@theaterbremen.de Theaterkasse Mo – Fr: 11 – 18 Uhr, Sa: 11 – 14 Uhr Tel 0421 . 3653 - 333 oder kasse@theaterbremen.de Abonnementberatung Di – Fr: 14 – 18 Uhr, Sa: 11 – 14 Uhr Tel 0421 . 3653 - 344 (Di – Fr: 14 – 18 Uhr) abo@theaterbremen.de Für Schulen und Gruppen Mo – Do: 9 – 16 Uhr, Fr: 9 – 15 Uhr Tel 0421 . 3653 - 340 oder besucherservice@theaterbremen.de Mokskarten für Vormittagsvorstellungen für Bremer Schulen Tel 0421 . 3653 - 345 oder mokskarten@theaterbremen.de Impressum Herausgeber Theater Bremen GmbH Geschäftsführung Prof. Michael

Börgerding (Generalintendant), Michael Helmbold (Kaufmännischer ­Geschäftsführer) Redaktion Benjamin von Blomberg, Katinka Deecke Gestaltung ErlerSkibbeTönsmann, Tim Feßner Druck Druckverlag Kettler GmbH. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. 38


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