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theater zeitung MUSIKTHEATER BALLETT SCHAUSPIEL KABARETT PHILHARMONISCHES ORCHESTER LUTZ Januar 2013

Fly me to the Moon Ein Swing-Abend

„Hohe Kunst und beste Unterhaltung“ (Westfalenpost / Westfälische Rundschau)

Marilyn Bennett, philharmonisches orchesterhagen

Interview

Premiere

Uraufführung

Götz Alsmann

Die Großherzogin von Gerolstein

Lucy und der Hungerbauch

„Ich werde täglich von Fremden mit ‚Götzimausi’ angesprochen“, erzählt der promovierte Musikwissenschaftler im Gespräch mit dem theaterhagen

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Die lebenslustige Adlige will den einfachen Soldaten Fritz, doch der will sie nicht: Politische Satire und ohrwurmtaugliche Arien – selten hat Operette mehr Spaß gemacht!

Kindgerecht und mit Humor die Welt erklären: Der zweite Teil der Trilogie zu den großen Zukunftsfragen unserer Weltgemeinschaft

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Interview · Gastspiel „Der Chansonnier ist ein Beschreiber“ – Götz Alsmann im Gespräch theaterhagen: Guten Morgen erstmal! Götz Alsmann: Guten Morgen. Haben Sie denn schon gefrühstückt? Ich frühstücke eigentlich nie, wenn wir unterwegs sind. Wie verbringen Sie Ihre Tage, wenn Sie auf Tour sind und monatelang fast jeden Tag woanders? In der Regel schlafe ich etwas länger, als ich das zuhause tun würde, und wenn die Städte interessant sind oder etwas zu bieten haben, dann versuche ich, mir eine Ausstellung anzuschauen oder so etwas in der Art. Ich habe gerade das Privileg, dass wir zwei Tage am Stück in derselben Stadt sind, in Frankfurt, da gehe ich ins Städel Museum und schaue mir die Ausstellung „Schwarze Romantik“ an. Sie werden wahrscheinlich öfter erkannt, wenn Sie in der Öffentlichkeit unterwegs sind, oder? Ja, das ist so. Und auch angesprochen? In der Regel sehr freundlich. Kommt es manchmal vor, dass Fremde Sie mit „Götzimausi“ ansprechen? Das passiert täglich. Wirklich? (lacht) Ja. Vor allem ältere Damen über die Straße hinweg. Das hätte ich, ehrlich gesagt, nicht gedacht. Jaja… Der Spitzname kommt doch ursprünglich von Ihrer Kollegin Christine Westermann, oder? Die hat sich das ausgedacht, ja. Und viele Leute haben das dann aufgegriffen. Seit 1996 moderieren Sie zusammen mit Christine Westermann die Sendung „Zimmer frei“ im WDR-Fernsehen. Die Gäste scheinen Ihnen bisher nicht auszugehen? Nein. Ich staune selbst: Es gibt einen Haufen interessanter potenzieller Gäste, die wir noch gar nicht bei uns hatten. Und seit eineinhalb Jahren laden wir Gäste hin und wieder auch noch ein zweites Mal ein. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht. Am 19. Januar sind Sie bei uns in Hagen zu Gast mit Ihrem Programm „Paris!“. Können Sie ein bisschen zum Inhalt erzählen? Das Programm basiert eigentlich auf der Idee, die wir hatten, als wir das Album „In Paris“, aufgenommen haben, mit berühmten französischen Chansons. Das haben wir eben in Paris gemacht: Wir sind an einen mythischen Ort der französischen Musikgeschichte gefahren, ins Studio Ferber im 19. Arrondissement. Das ist das zweitälteste überhaupt existierende Pariser Studio, in dem wirklich Musikgeschichte geschrieben wurde. Aber vor allem sind dort Aufnahmen quasi aller großen Chansonniers entstanden: Gilbert Bécaud, Henri Salvador, Serge Gainsbourg, Dalida, Michel Legrand… Die haben alle in diesem Studio gearbeitet. Und in „Paris!“ verbinden Sie dann Chansons mit „deutschem Jazzschlager“? Das ist ein Satz, den irgendjemand mal so gesagt hat. Es ist bekanntlich so, dass meine Band und ich unsere Musikrichtung als „Jazzschlager“ bezeichnen. Das heißt eigentlich nur, dass wir jazzähnliche Musik in deutscher Sprache spielen. Meine Definition des „deutschen Schlagers“ war ja immer ganz einfach die eines „Liedes in deutscher Sprache“, denn es gibt eine lange Tradition des Schlagers, die der

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Foto: Jerome Bonnet

heutigen Reduzierung auf die Ballermannmusik Hohn spricht: Es gibt die Tradition des von Jazz inspirierten Schlagers, des deutschsprachigen Vortragsliedes, des durchaus an internationalen Vorbildern orientierten Schlagerliedes der 20er, 30er, 40er und 50er-Jahre. Dagegen ist das, was heutzutage meist unter dem Namen „Schlager“ verkauft wird, doch eine eigentlich unzulässige Einengung des Schlagerbegriffs. Und an diesem speziellen Abend geht es wirklich zu 100 Prozent um entweder französischstämmige Lieder oder, hier und da, um deutsche Lieder, die die Stadt Paris zum Thema haben. Was unterscheidet Chansons von deutschen Liedern? Kann man da einen generellen Unterschied ausmachen? Was den heutigen deutschen Schlager angeht, kann man sehr viele Unterschiede feststellen. Was die früheren Schlager angeht, ist es nicht ganz so eindeutig. Bei den Chansons ist der Sänger immer der Überbringer einer Geschichte. Selbst wenn es eigentlich keine

gibt, er hat den Gestus eines Geschichtenerzählers. Der Chansonnier ist ein Beschreiber, er stellt Situationen dar, er beschreibt einen Gemütszustand, er beschreibt einen Hergang, er beschreibt eine Stimmung. Das ist dem aktuellen deutschen Schlager nicht immer zu eigenen. Haben Sie sich auf einer Ihrer Tourneen schon einmal die Stadt Hagen angeschaut? Ach, ich war schon so oft in Hagen! Was hat Hagen, was Paris nicht hat? Da fällt mir jetzt auf Anhieb ehrlich gesagt nichts ein. Obwohl... doch: Ich würde sagen, den Wacholder, der in Haspe hergestellt wird. Eversbusch. Legendärer Wacholderschnaps! Letzte Frage: Welche Frage möchten Sie nie wieder in einem Interview hören? Tragen Sie diese Frisur auch privat? Das Gespräch führte Adaora Geiger Das Konzert am 19. Januar 2013 ist restlos ausverkauft.

Der blaue Engel Schauspiel nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann und dem Film „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg Fassung des Theaters in der Josefstadt Wien von Peter Turrini

27. Januar 2013 · 18.00 Uhr Großes Haus „Da er Rath hieß, nannte die ganze Schule ihn Unrat.“ – Der tyrannische und verknöcherte Gymnasiallehrer Professor Rath, der sein bisheriges Leben der Mission der Bildung untergeordnet hatte, gerät auf der fanatischen Jagd seiner ihn peinigenden Schüler in die Fänge eines verwirrend-fremdartigen Dunstkreises, der erotischen Halbwelt. Er begegnet Lola, einer „Barfußtänzerin“ im Tingeltangel-Variéte „Der blaue Engel“. Für Unrat bleibt sie die „Künstlerin“; auch dann noch, als er sich um Ruf und Stellung sorgen muss und diese schließlich verliert. Gerd Silberbauer lotet die Zerrissenheit der Figur zwischen preußischer Disziplin und der totalen Selbstaufgabe, zwischen Beruf und Liebe, Ehre und Spott fantastisch aus. Den tragischen Niedergang des liebestollen Professors spielt Silberbauer so packend, dass das Publikum in atemloser Stille mitfühlt. (Amberger Zeitung) Die Inszenierung von Frank Matthus ist bereits zum zweiten Mal äußerst erfolgreich auf Tournee und der mit Gerd Silberbauer (u.a. SOKO 5113) großartig besetzte Professor Rath sorgt für überschwängliche Kritiken.

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Kritiken „Mit der ganzen Magie des Spiels“ – Die Prinzessin auf der Erbse Weihnachtsmärchen sind der Prüfstein schlechthin für Theaterteams; ein Kinderpublikum ist unbestechlich. „Die Prinzessin auf der Erbse“ bezaubert und fesselt die Mädchen und Jungen mit der ganzen Magie des Spiels, welche die Wundermaschine Theater aufbieten kann. Denn Hilchenbach erzählt das Stück nicht künstlich aus der Hocke heraus, sondern auf Augenhöhe. (Westfalenpost / Westfälische Rundschau) Mit seinem Humor liegt Autor Werner Hahn goldrichtig. Seine Gags zünden bis zum Schluss. (…) Das Hagener Weihnachtsmärchen ist ein Musical – und die Musik von Andres Reukauf alles andere als Kinderkram. Seine Arrangements verbinden komplexe Jazzund Rockelemente mit eingängigen Melodien und haben mit dem Libretto einen entscheidenden Punkt gemeinsam: Es ist immer jede Menge los darin. Selten hat ein Kinderstück so gut funktioniert. (Ruhr Nachrichten)

Die Choreographie überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute, und all diese guten Zutaten sorgen auch von Anfang an für Freude, Spaß, Kichern und glanzvolle Augen; nicht nur beim jungen Publikum. (…) Und wer als Theaterbesucher nur ein Quäntchen Empfindsamkeit besitzt, dem bleibt der Zauber (…) noch weit über diese Vorstellung erhalten – vielleicht ein Leben lang. (Radio 58) Die hervorragenden Bühnenbilder von Malte Lübben verzauberten ohne von der Handlung abzulenken. Das Schauspieler-Team war sangesstark und unglaublich tanz-talentiert (…) und zudem wunderbar von Kristina Ayers ausstaffiert. (Stadtanzeiger)

Stefanie Köhm

„Eine Mondreise zum Verlieben “ – Fly Me to the Moon Die Swing-Revue ist eine musikalische Sternstunde und wurde von einem restlos glücklichen Publikum im ausverkauften Haus bei der Premiere mit langem Beifall im Stehen gefeiert. (…) Hier gibt es große Gefühle: Romantik, Glamour, Erotik und immer wieder eine Prise augenzwinkernder Ironie. Oscarnacht-verdächtige Kostüme und Tanzeinlagen verwöhnen dazu das Auge. Die Stars des Abends sind die beliebten Hagener Opernsänger, die mit dem Swing-Programm ihre unglaubliche Vielseitigkeit beweisen. Das tun sie sichtund hörbar gerne. Solisten und Orchester haben auf der Bühne genauso viel Spaß wie das Publikum im Saal. (…) Kapellmeister Steffen Müller-Gabriel liebt diese Musik und hat ein wunderbares Gespür für das leichthändige Fingerschnippen, das erst die SwingRhythmen lebendig werden lässt. Andres Reukauf hat die fantastischen Arrangements geschrieben. Die Hagener Philharmoniker werfen sich mit Wonne auf diese Herausforderung und verstärken die gesungenen Träume der Sänger mit opulent-sinnlichen Klangfarben. (…) „Fly Me To The Moon“ ist ein Abend zum Verlieben. Das Theater Hagen zeigt damit, dass ein traditionelles Opernhaus neue Wege im Musiktheater-Genre entdecken kann, indem es hohe Kunst und beste Unterhaltung kreativ verknüpft. (Westfalenpost / Westfälische Rundschau) Wer neues Publikum gewinnen will, muss alte Pfade verlassen. Das Theater Hagen hat mit der aktuellen Silvester-Produktion diesen Schritt gewagt (…). „Fly Me To The Moon“ ist ein Programm, das Spaß macht. (…) Die Inszenierung lebt vom Glamour der prächtigen Kostüme (Christiane Luz), der Showtreppe im RetroLook (Bühne: Jan Bammes) und den Choreographien von Ricardo Fernando. Gemessen an der Begeisterung, mit der das Publikum die Premiere feierte, wird sich das Theater um die Auslastung nicht sorgen müssen. (Ruhr Nachrichten) Jeffery Krueger steppt bei Singin’ in the rain, Orlando Mason biegt seine mehr als zwei Meter Körpergröße grazil bei einem pas de

Marilyn Bennett, Tanja Schun, Steffen Müller-Gabriel, Jaclyn Bermudez

deux, Raymond Ayers posiert wie Sinatra in seinen besten Zeiten! Ein weiteres Kabinettstück: das Trio Marilyn Bennett, Tanja Schun, Jaclyn Bermudez. In chicem Blau auftretend, zeigen die Damen in entzückender Slapstick-Manier Perfektion - von den Schrittfolgen bis zum letzten synchron getupften Augenaufschlag! Und alle Sechs gestalten ihre wunderbaren Solosongs, jeder auf seine Art, einfach großartig! Ricardo Fernando und Carla Silva setzen tänzerisch Akzente: das Paar genießt augenscheinlich seine Auftritte mit großem Vergnügen bei eleganter Leichtigkeit. (…) Schließlich muss das

Publikum ran, von Geräuschakrobatik bis zum vielhundertfachen Chor, der durch die heiligen Hallen dröhnt – ein Mordsspaß! (…) Jammerschade, dass beim stürmischen Schlussapplaus zwei Meister ihres Faches fehlten, die überproportionalen Anteil am Erfolg hatten: die beiden Arrangeure A. Reukauf und R. Janotta. Was sie an raffinierter Instrumentations- und Arrangierkunst leisteten, war internationale Klasse (…) Ein geradezu „therapeutischer Abend“, der die Ohren und Augen wieder frei macht für exzellente Qualität und für so manchen medialen Unterhaltungsschrott entschädigt! (Wochenkurier)

Die 24. Schul- und Jugendtheatertage werden in dieser Spielzeit am 17. und 18. Juni veranstaltet. Anmeldeschluss ist der 11. Januar 2013. Infos und Anmeldebogen sind in der Theaterpädagogik erhältlich bei miriam.walter@stadt-hagen.de, Tel: 02331 / 207 - 3282

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Premiere OPERETTE IN DREI AKTEN

DEUTSCHE FASSUNG DES THEATERHAGEN UNTER VERWENDUNG DER ÜBERSETZUNGEN VON MICHAEL QUAST / RAINER DACHSELT UND BETTINA BARTZ

PREMIERE AM 12. JANUAR 2013 19.30 UHR · GROSSES HAUS

Musikalische Leitung

Steffen Müller-Gabriel

Inszenierung

Roman Hovenbitzer

Choreographie

Ricardo Fernando

Bühnenbild

Hermann Feuchter

Kostüme

Anna Siegrot

Dramaturgie

Dorothee Hannappel

Chor

Wolfgang Müller-Salow

Mit: Dagmar Hesse (Großherzogin von Gerolstein), Jeffery Krueger (Fritz), Richard van Gemert (Prinz Paul), Rainer Zaun (General Bumm), Andreas Lettowsky (Graf Pück) Tillmann Schnieders (Baron Grog), Ks. Horst Fiehl (Nepomuk), Maria Klier / Tanja Schun (Wanda) Opernchor und Extrachor des theaterhagen balletthagen, philharmonisches orchesterhagen Statisterie des theaterhagen

Theater hautnah – Die offene Probe 29. Dezember 2012 · 10.45 Uhr Theatercafé Werkstatt – Die Großherzogin von Gerolstein Produktionsgespräch mit den Beteiligten 5. Januar 2012 · 17.00 Uhr · Opus

Die Großherzogin zur Weltausstellung „Die Großherzogin von Gerolstein“ von Jacques Offenbach stammt aus dem Jahr 1867 – ein Datum, das besonderer Erwähnung wert ist. Die Uraufführung im Théâtre des Variétés fiel auf den 12. April – genau einen Monat und einen Tag später als die Premiere eines anderen Werkes auf dem aktuellen Spielplan des theaterhagen, nämlich des Verdi’schen „Don Carlos“ (noch in der französischen Urfassung) nur wenige hundert Meter entfernt, in der Pariser Opéra.

Groß herzogin Die

TEXT VON HENRI MEILHAC UND LUDOVIC HALÉVY

von

MUSIK VON JACQUES OFFENBACH

Gerolstein

Beide Aufführungen liefen zeitgleich mit der Pariser Weltausstellung, die im selben Frühjahr, am 1. April 1867, ihre Pforten öffnete. Es wird wohl ungeklärt bleiben, ob die 10 Millionen Besucher der Ausstellung, darunter zahlreiche gekrönte Häupter, hauptsächlich nach Paris kamen, um das Prestigeprojekt Napoleons III. anzusehen, oder nicht doch vielmehr, um das Pariser Leben zu genießen, und das hieß nicht zuletzt: die Aufführungen der Werke Verdis und Offenbachs zu erleben. Hortense Schneider, der ersten Sängerin/ Darstellerin der Großherzogin jedenfalls wird ein reger Kontakt nachgesagt zu den zahlreichen fürstlichen Bewunderern, die sie im Theater und wohl auch in ihrer Privatwohnung aufsuchten. Die Diva, die Offenbach bereits in den Operetten „Die schöne Helena“ und „Blaubart“ Sensationserfolge beschert hatte, wurde so stark mit der Rolle der Großherzogin identifiziert, dass sie eines Tages in ihrer Kutsche am Gelände der Weltausstellung vorfuhr, an dem Eingang, der ausschließlich für den Hochadel reserviert war, mit dem Ruf „La Grande Duchesse de Gerolstein“ Einlass begehrte – und erhielt!

„so“, die Ortschaft ist nicht realistisch als ein authentischer Schauplatz gewählt. Vielmehr steht sie stellvertretend für die deutsche Kleinstaaterei im Besonderen und für korrupte, provinzielle politische Systeme und ihre von privaten Bündnissen gesteuerten Machtverhältnisse im Allgemeinen. Insofern ist die deutsche Kleinstadt, deren Namen Offenbach und seine Librettisten übrigens aus einem seinerzeit populären Roman mit dem Titel „Les Mystères de Paris“ entlehnt hatten, wirkungsvolle Camouflage auch für die Verhältnisse im eigenen Land.

Männer in Uniform Und was für Verhältnisse das sind! Da zetteln die beiden Machthaber des Kleinstaates – Graf Pück Graf Pück

War es so? Wahrheit und Satire Diese Anekdote spiegelt auf amüsante Weise, wie sich Wirklichkeit und Satire im Werk Offenbachs durchdringen. Man wird nie wissen, was Bismarck gedacht haben mag, der ebenfalls zu den Besuchern der Aufführung zählte und murmelte, „so ist es“. Im echten Gerolstein war es natürlich nicht

Kostümfigurinen von Anna Siegrot

Großherzogin

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Die Großherzogin von Gerolstein und General Bumm General Bumm – einen Krieg an, nur um ihre adelige Vorgesetzte, die Großherzogin, zu beschäftigen. Denn diese könnte ja sonst auf falsche Gedanken kommen, zum Beispiel sich verlieben oder gar verheiraten mit jemandem, der dann selber Macht beanspruchen könnte. Heiraten soll sie, wenn es nach Bumm und Pück geht, nur einen: Den von ihnen favorisierten Prinz Paul, für den die Großherzogin aber leider gar kein Interesse zeigt.

Das kostet ihn beinahe das Leben, denn weder ist die Großherzogin geneigt, einen Korb von einem Untergebenen zu akzeptieren, noch sind die Herren Bumm, Pück und Paul willens, die Machtbefugnisse, die sie schließlich immer schon hatten im schönen Gerolstein, von einem dahergelaufenen Soldaten in Frage stellen zu lassen. Doch dann gerät ein weiterer attraktiver Mann ins Blickfeld der Großherzogin und die überraschenden Privilegien werden Fritz genauso schnell wieder entzogen, wie er sie erhielt.

Der Plan, die amüsierwillige Dame durch militärische Aktionen zu unterhalten, geht allerdings gründlich schief. Denn kaum sammeln sich die Truppen zum Abmarsch in die Schlacht, stellt sich heraus, dass sie diese jungen Männer in ihren Uniformen ganz besonders schmuck findet. Vor allem einer hat es ihr angetan, der Schütze Fritz, den sie im Handumdrehen durch die Truppenhierarchie aufsteigen lässt bis zum Oberbefehlshaber ihrer Armee. Was zwar die Machtverhältnisse in ihrem Staat auf den Kopf stellt, Fritz aber nicht im Mindesten dazu bewegen kann, für die adeligen Avancen seine Liebe zu seiner Verlobten Wanda in Frage zu stellen.

Das geistreiche Libretto ist in ebensolche Musik gesetzt. Couplets und Chöre sind voller Witz und Charme, immer mitreißend und, bei aller Virtuosität des auch mal rasanten Tempos, emotionsgeladen und bewegend. Mit diesem Werk war Offenbach, der „Mozart von Paris“, auf dem Weg, sein eigenes Genre zu kreieren, die „Offenbachiade“, die zeitweilig zum Synonym wurde für Operetten schlechthin, oder jedenfalls die besten des Genres.

Die „Offenbachiade“

Dazu gehört zum einen der überschäumende Witz, der mal satirisch, mal deftig, mal clownesk, mal schlagfertig das Publikum in Atem hält. Ebenso wichtig sind aber auch eingestreute Momente größerer Ernsthaftigkeit, die den Figuren plastische Tiefe verleihen.

Die anhaltende Aktualität dieser Militärsatire mit ihrem Spott über unsinnige Kriegstreiberei lässt sich leider nicht bestreiten. Dass gerade diese Operette immer wieder ein besonderes Interesse von Künstlern wie Zuschauern auf sich zieht, verdankt sich aber auch der besonderen Verquickung von politischem Kalkül und privater Klüngelei, die Offenbach hier vorführt. Die Liebeswirren geraten ins komische Räderwerk politischer Machtansprüche, die sich ihrerseits aus einer längst überholten Vergangenheit ableiten. Wie Offenbach eine verkrustete politische Klasse bloßstellt, in der alle hemmungslos nur auf den Vorteil bedacht sind, macht deutlich: Das fiktive „Gerolstein“ ist von hohem Wiedererkennungswert, damals wie heute. Weitere Termine: 18. / 25.1., 3.2. (15.00 Uhr), 15. / 24.2. (15.00 Uhr), 13. / 16./ 28.3., 4.4., 12.5. (18.00 Uhr), 2.6. (18.00 Uhr), 12.6. sowie 2.7.2013 jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

Lehrertisch zu DIE GROßHERZOGIN VON GEROLSTEIN am 10. Januar 2013 um 18.15 Uhr im Theatercafé. Zu Gast: Dramaturgin Dorothee Hannappel. Anmeldung unter www.theater.hagen.de oder miriam.walter@stadt-hagen.de Materialmappen für den Schuluntericht können kostenfrei bestellt werden bei miriam.walter@stadt-hagen.de Tel. 02331/207-3282

Der etwas andere, junge Blick hinter die Kulissen mit und von Jeannie Hannibal. 8.440 km. So weit ist es per Luftlinie von Big Spring, Texas, USA, nach Hagen. Eine ganz schön beachtliche Entfernung, die Wiley Mcintosh zurückgelegt hat, um als Rotary Austauschschüler nach Deutschland zu kommen. Doch der 18-jährige hat schon nach kurzer Zeit ein Stück Heimat in Hagen gefunden, denn bereits in Amerika war er ein leidenschaftlicher Schauspieler. Wiley hat nicht nur das Schauspielern im Jugendclub des theaterhagen, sondern auch Hagen selbst auf den ersten Blick wirklich gut gefallen. Und auch auf ein Interview mit mir hat er sich sofort eingelassen…

Dabei hat er auch seine Vorbehalte gegen Schule: Denn wer fühlt sich und seine Gedanken nicht manchmal im Alltag eingeengt und in bestimmte Bahnen gelenkt? Bestimmt kommt dir das auch bekannt vor. Wiley meinte zu mir: „In der Schule sagen dir die Lehrer, was du zu tun und zu lassen hast und wie die Dinge gemacht werden sollen, du hast keinen Freiraum für dich und deine Ideen. Im Theater ist jede Idee willkommen, jede Art und Weise etwas zu tun, wird akzeptiert – es gibt wirklich eine außergewöhnliche Welt zu entdecken.“

Wenn man mit Wiley ins Gespräch kommt, merkt man schnell, dass Theater seine Welt ist. Nachdem er nächsten Sommer die Schule abgeschlossen hat, will er in den USA Theater im Hauptfach studieren und somit seiner Leidenschaft nachgehen. Aber er ist kein Tagräumer: „Seien wir ehrlich, die Theaterindustrie in Amerika hat nicht viel Geld übrig. Wahrscheinlich werde ich Lehrer an einer High School – aber das ist toll.“

Besonders gut gefallen hat mir Wileys Einschätzung darüber, ob Theater jedem offen steht: „IT’S OPEN FOR EVERYONE, DUH!” – Es ist natürlich für jeden offen! Er ist der Ansicht, dass das Theater schon längst wie ein Dinosaurier ausgestorben wäre und nur noch als Legende in Geschichtsbüchern existieren würde, wenn es nur für bestimmte Leute gedacht wäre: „Menschen von heute und morgen, Menschen

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wie du und ich, wir halten das Theater am Leben!“ Was hältst du davon, auch ein „Lebensretter“ fürs Theater zu werden? Vielleicht gefällt dir das gemeinsame Theaterspielen mit anderen Leuten genauso gut wie Wiley. In den Jugendclubs des theaterhagen sind auf jeden Fall alle willkommen. Oder schreib mir mal, wie es dir in einer Vorstellung gefallen hat! Wiley zum Beispiel war erst einmal ganz erstaunt, dass deutsche Theater so „liberal“ sind. Die amerikanischen Theater sind anscheinend viel „konservativer“. Also kein Grund zu denken, dass es hinter den Türen des theaterhagen langweilig zugeht…. ;-) Aber sieh‘ selbst! Bis dahin,

kultich.theaterhagen@gmail.com

theaterzeitung

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Spielplan Januar 2013 Di 01 Neujahrskonzert Wien – Moskau

Musik von Strauss, Tschaikowski, Glinka u.a. Solistin: Maria Klier, Sopran; Dirigent: GMD Florian Ludwig

18.00 Uhr · Stadthalle Freiverkauf 16,- – 30,- Euro

Fr 11

Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

Sa 12 PREMIERE Die Großherzogin von Gerolstein

Abo F Freiverkauf PK 1

Sa 05 Werkstatt Die Großherzogin von Gerolstein

Produktionsgespräch mit den Beteiligten der Neuinszenierung

Abo P Freiverkauf PK 2

Mi 16 Fly Me to the Moon

Abo B Freiverkauf PK 3

Do 17

Kindertheater von Markus Hardenbicker In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Zahngesundheit Hagen

9.00 & 10.30 Uhr · lutz

Eintritt 5,00 Euro inkl. ein Getränk

Kindertheater von Markus Hardenbicker In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Zahngesundheit Hagen

9.00 & 10.30 Uhr · lutz Geschlossene Vorstellungen

Eintritt frei

ZUM LETZTEN MAL

Ballett von Ricardo Fernando Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski

Eine interaktive Performance von dorisdean

Ausverkauft

Fr 18

22.30 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Geschlossene Vorstellungen

Hagener Erstaufführung

Gastspiel

Götz Alsmann – Paris! 19.30 Uhr · Großes Haus Ausverkauft

So 20

Herzlich willkommen in der Synagoge Drei Religionen und ihr gemeinsamer Boden

11.00 Uhr · lutz

Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’

Freiverkauf 6,- Euro

Eine interaktive Performance von dorisdean

19.30 Uhr · Opus Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

Do 10 Hagener Erstaufführung Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’

Sa 19

Kindertheater von Markus Hardenbicker In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Zahngesundheit Hagen

9.00 & 10.30 Uhr · lutz

Operette von Jacques Offenbach

Abo C Freiverkauf PK 3

Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

Die Großherzogin von Gerolstein

19.30 Uhr · Großes Haus

19.30 Uhr · Opus

Mi 09 Superzahni und die Karieshexe

Der Nussknacker

19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus

Hagener Erstaufführung

Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’

Werkeinführung – Der Nussknacker

19.00 Uhr · Theatercafé

Geschlossene Vorstellungen

Di 08 Superzahni und die Karieshexe

Fünf-Uhr-Tee mit Edeltraud Kwiatkowski

17.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

Ein Swing-Abend

19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus

17.00 Uhr · Opus

Mo 07 WIEDERAUFNAHME Superzahni und die Karieshexe

Operette von Jacques Offenbach

19.30 Uhr · Großes Haus

Ein Swing-Abend

19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus

Eine interaktive Performance von dorisdean

10.00 Uhr · Opus

Fr 04 Fly Me to the Moon

Hagener Erstaufführung Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’

Eine interaktive Performance von dorisdean

10.00 Uhr · Opus Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

Gespräch zum 5. Sinfoniekonzert mit GMD Florian Ludwig und Gästen

11.30 Uhr · Stadtbücherei Hagen, Springe 1

Eintritt frei

Fly Me to the Moon

Ein Swing-Abend

18.00 – 20.00 Uhr · Großes Haus Abo ThR Freiverkauf PK 2

Die nächste Theaterzeitung erscheint am 30.01.2013

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theaterzeitung

Januar 2013


Januar

Uraufführung

Lucy und der Hungerbauch

Konzerteinführung für Kinder (7-13 Jahre) und Eltern Arvo Pärt: Cantus in memoriam Benjamin Britten

PREMIERE

Di 22

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter von Werner Hahn und Hans Steinmeier

18.45 Uhr · Stadthalle · Clubraum

11.00 · lutz

Ausverkauft

Freiverkauf 6,- Euro

5. Sinfoniekonzert

mit Werken von Arvo Pärt, Edward Elgar u. Antonín Dvo ák Solist: Sebastian Klinger, Violincello; Dirigent: Paul Mann

Very British

20.00 Uhr · Stadthalle 19.15 Uhr Einführung

Konzertabo und Freiverkauf PK K

Mi 23

Eurostudio Landgraf 18.00 Uhr · Großes Haus Abo VB A u. Freiverkauf PK 4

Mo 28 Uraufführung Lucy und der Hungerbauch

Werkeinführung – Don Carlo

Eintritt frei

Don Carlo

Schulvorstellung 6,- Euro

Di 29 Uraufführung Lucy und der Hungerbauch

19.00 – 22.30 Uhr · Großes Haus Abo L / V / VB B und Freiverkauf PK 2

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter von Werner Hahn und Hans Steinmeier

10.00 Uhr · lutz

Oper von Giuseppe Verdi In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Fr 25

Schauspiel nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann und dem Film „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg

18.30 Uhr · Theatercafé

Hagener Erstaufführung

Der blaue Engel

Die Großherzogin von Gerolstein

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter von Werner Hahn und Hans Steinmeier

10.00 Uhr · lutz

Operette von Jacques Offenbach

Schulvorstellung 6,- Euro

19.30 Uhr · Großes Haus Abo F Freiverkauf PK 3

Sa 26 Die Comedian Harmonists

Richard O‘Brien‘s The Rocky Horror Show

Musical von Richard O‘Brien

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus

Schauspiel mit Musik von Franz Wittenbrink

Restkarten PK 2

19.30 – 22.15 Uhr · Großes Haus Freiverkauf PK 3

Mi 30 Uraufführung Lucy und der Hungerbauch

Porträtkonzert Moritz Eggert

Moritz Eggert, Klavier Mitglieder des philharmonischen orchesterhagen Moderation: GMD Florian Ludwig und Moritz Eggert

10.00 Uhr · lutz Schulvorstellung 6,- Euro

20.00 Uhr · Stadthalle · Sinfonium

Do 31

Freiverkauf 15,- / 10,- Euro

Werkeinführung – Don Giovanni

18.30 Uhr · Theatercafé

So 27 4. Kammerkonzert Viola

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter von Werner Hahn und Hans Steinmeier

Eintritt frei

11.00 Kurzführung zu einem Exponat der Museen

Kombiticket (Führung und Konzert) 9,60 Euro

11.30 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen

Freiverkauf 6,60 / 3,30 Euro

ZUM LETZTEN MAL

Don Giovanni

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

19.00 – 22.15 Uhr · Großes Haus Abo D und Freiverkauf PK 2

Theatertreff des Theaterfördervereins

PREISKATEGORIE

Eintrittspreise

I

II

III

IV

V

VI

1

43,70

39,40

35,00

28,50

24,00

17,50

2

37,50

33,70

30,00

24,50

20,50

15,00

3

33,70

30,60

27,00

22,00

18,50

13,50

4

26,30

23,80

21,00

17,00

14,80

10,80

M

10,00

10,00

7,50

7,50

5,00

5,00

K

28,00

26,00

24,00

22,20

17,80

14,40

Januar 2013

Gast: Adaora Geiger

Freitag, 25. Januar 2013 · 19.30 Uhr Restaurant Kolpinghaus, Bergischer Ring 18, 58095 Hagen Eintritt frei

Konzert- und Theaterkasse Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Telefon: 0 23 31 / 207 - 32 18 · Telefax: 0 23 31 / 207 - 24 46 theaterkasse@stadt-hagen.de · www.theater.hagen.de Öffnungszeiten : Montag: Dienstag – Freitag: Samstag: geschlossen 14.00 – 19.00 Uhr 10.00 – 15.00 Uhr sowie jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellung

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Weihnachtsideen: Verschenken Sie Theater! Richard O’Brien’s

THE Rocky H orror Show

Richard O’Brien’s

THE Rocky H orror Show

René Kollo · Mein Berlin!

Eine Hommage an Walter und Willi Kollo 7. März 2013 · 19.30 Uhr · Großes Haus Mit dem philharmonischen orchesterhagen unter der Leitung von GMD Florian Ludwig

Carmen

26.12.2012 (18.00 Uhr), 26.1., 14.2., 9./ 31.3. (18.00 Uhr), 26.4. sowie 15./ 27.6.2013 - jeweils um 19.30 Uhr, soweit nicht anders angegeben.

Dorn

röschen (reloaded)

Oper von Georges Bizet AB 8. Juni 2013

Ballett von Ricardo Fernando Musik von Peter i. Tschaikowski AB 2. Februar 2013

Flexibel und günstig: Wahl-Abos Der ganz persönliche Spielplan – selbst zusammengestellt!

Bühnenball

So kann sich jeder Beschenkte seine Lieblingsvorstellungen aussuchen. Geschenkgutscheine gibt es mit jedem Wunschbetrag!

Don

Carlo

Oper von Giuseppe Verdi Vorstellungen am 22.12., 30.12.2012. (18 Uhr), 23.1.; 17.2. (18 Uhr), 22.2., 5.3. und 7.4.2013 (15 Uhr) jeweils 19.00 Uhr, soweit nicht anders angegeben

th eateretzen zu Bes

am 8. und 9. Februar 2013

Die individuelle Geschenkidee: Geschenkgutscheine

20.2., 6.3., 26.3.,14.5. und 11.7.2013 – jeweils 19.30 Uhr

Das Phantom rockt die Oper!

Schnupperabo ab 36,85 Euro Fünf Vorstellungen im Großen Haus

Neben der Theaterkasse können Theater- und Konzertkarten auch an EVENTIM-Vorverkaufsstellen, an allen Hagener Bürgerämtern sowie online unter www.theater.hagen.de erworben werden. Bürgerämter der Stadt Hagen: Zentrales Bürgeramt Tel: 02331/207-5777 Bürgeramt Boele Tel: 02331/207-4400 Bürgeramt Vorhalle Tel: 02331/207-4411 Bürgeramt Hohenlimburg Tel: 02331/207-4402 Bürgeramt Haspe Tel: 02331/207-4401 Bürgeramt Eilpe Tel: 02331/207-4403

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theaterzeitung

EVENTIM-Vorverkaufstellen: * Buchhandlung DAUB Unnaer Straße 7, 58706 Menden, Tel: 02373/3065 Graphische Betriebe F.W.Rubens KG / Hellweger Anzeiger / GS Fröndenberg Markt 1, 58730 Fröndenberg, Tel: 02373/97730 HAGENinfo Körner Straße 27, 58095 Hagen, Tel: 02331/8099980 Hapag-Lloyd Kabeler Str. 4, 58099 Hagen, Tel: 02331/690490

KundenCenter Hagener Straßenbahn AG Körner Straße 25, 58095 Hagen, Tel: 02331/2080

wap Schwelm / Gevelsberg / Ennepetal Hattingerstr. 43, 58332 Schwelm, Tel: 02336/93770

IKZ – Anzeigen- und Vertriebsgesellschaft GmbH Theodor-Heuss-Ring 4-6, 58636 Iserlohn, Tel: 02371/8220

Wochenkurier Verlags GmbH Frankfurter Str. 90, 58095 Hagen, Tel: 02331/14026

Märkischer Zeitungsverlag Schillerstr. 20, 58511 Lüdenscheid, Tel: 02351/158333

WP / WR Hagen Schürmannstr. 4, 58097 Hagen, Tel: 02331/3762712 /-13

Stadthalle Hagen - Stadthallenbetriebs GmbH Wasserloses Tal 2, 58093 Hagen, Tel: 02331/3450

Ticket Shop Corsopassage Hansastr. 44, 44137 Dortmund, 0231/2229290

Stadtmarketing Witten GmbH Marktstr. 7, 58452 Witten, Tel: 02302/12233

* Bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen fallen Vorverkaufs- und Systemgebühren an.

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lutz · Uraufführung Umweltstück für Kinder ab dem Vorschulalter von Werner Hahn und Hans Steinmeier

Uraufführung am 27. Januar 2013 Regie Ausstattung Dramaturgie

Werner Hahn Jeremias H. Vondrlik Miriam Michel

Mit: Lucia Balazova, Thomas Bauer, Fabienne Hahn, Joel Karl-I-Bond, Paulin Sander Frau Dr. Hollerweger, was genau ist eigentlich die Welthungerkrise? Der Begriff an sich legt nahe, dass es sich um eine krisenhafte Situation handelt, die die ganze Welt oder zumindest große Teile davon betrifft. De facto ist es aber so, dass der Welthunger vorwiegend in den Entwicklungsländern krisenhafte Ausmaße annimmt, während die Industrienationen durch übermäßigen Fleischkonsum, Lebensmittelverschwendung und Börsenspekulationen das Problem nur verstärken. Genau genommen müsste man von einer Weltlebensmittelverteilungskrise sprechen. Was kann man als einzelner Mensch tun, um etwas zu verbessern? Erstens sollte man weniger oder keine Tiere essen, denn: Fleisch ist Lebensmittelverschwender Nummer eins! Vegetarismus und Veganismus sind ein Schritt zur Lösung globaler Probleme wie Welthunger und Klimawandel. Zweitens sollte man bewusst essen, das heißt: nur so viel zu essen, wie man braucht, sowie regional und saisonal einzukaufen. Und drittens ist es wichtig, über den eigenen Tellerrand schauen, denn: So lange der Hunger in der Welt als das Problem „der anderen“ betrachtet wird, ändert sich nicht viel.

lerweltshäuser und regionale Abokisten sind eine Alternative. Die Händler dort wissen in der Regel mehr über die Waren und ihre Herkunft. Von der Verbraucherzentrale NRW gibt es einen Einkaufshelfer. Auf einigen Lebensmitteln findet sich auch ein QR-Code, der nachvollziehen lässt, woher die Waren kommen. Und ein Besuch bei www.foodwatch.de lohnt sich immer. Gibt es kindgerechte Informationen zu diesem Thema, die für alle zugänglich sind? Fatalerweise behandeln Kindermedien das Thema Ernährung oft sehr einseitig. Sie zielen vorwiegend darauf ab, die Ernährungspyramide zu vermitteln, „gutes“ Gemüse vom „bösen“ Fast Food abzugrenzen, Zucker zu verteufeln und Vitamine zu glorifizieren. Mit Antibiotika verseuchtes Fleisch und mit Giftstoffen belastete Trauben werden genauso ausgeblendet wie Nahrungsketten und Produktionsprozesse. Sendungen wie „logo!“ oder „Erde an Zukunft“ und Kinderseiten im Internet zum Beipiel von Greenpeace, WWF oder www.ecokids.com sind gute Informationsvermittler. Inwiefern halten Sie ein Stück wie „Lucy und der Hungerbauch“ für wichtig? Die Killermücke Lucy hat schon bei ihrer ersten „Mission“ gezeigt, dass ein komplexes Thema wie Klimawandel auch für die Kleinsten zugänglich gemacht werden kann. Lucys typisch kindliche Weltsicht, ihre unvoreingenommene Neugier sowie ihre witzige

„Shalom“ – mit diesem Gruß verbinden Juden den Wunsch nach Frieden. Werner Hahn und der Theologe Thomas Haensel laden für diese Familienmatinee Gäste ein, die ihren Glauben auf ganz berührende Weise mit Gesang zum Ausdruck bringen.

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Dr. Elisabeth Hollerweger ist Dozentin für Kulturökologie und Literaturdidaktik an der Universität Siegen. Zurzeit forscht sie zum Thema „Umweltdiskurse in Kinder- und Jugendliteratur/Kinder- und Jugendmedien“. „Lucy und der Hungerbauch“ ist mit ihrer wissenschaftlichen Begleitung entstanden. Weitere Termine: 28./ 29./ 30.1., 19./ 20./ 21.2., 24.2. (11.00 Uhr), 7./ 8./ 23./ 24.5.2013 – jeweils um 10.00 Uhr, soweit nicht anders angegeben

SONDERVERANSTALTUNGEN zu „Lucy und der Hungerbauch“: Am 13.Januar 2013 veranstaltet das lutz ein SYMPOSIUM zum Thema Ernährung und Lebensmittelüberfluss. Am 23. Januar 2013 findet um 19.00 Uhr im lutz eine LESUNG zum Thema Nahrung statt. Weitere Informationen unter www.theater.hagen.de

2 Sonntag, 20. Januar 2013 11.00 Uhr · lutz Ab 4 Jahren

Dr. Elisabeth Hollerweger

Lehrertisch zu „Lucy und der Hungerbauch“ am 25. Januar 2013 um 17.00 Uhr im lutz. Anmeldung unter www.theater.hagen.de oder miriam.walter@stadt-hagen.de

Wie kann ich herausfinden, wo meine Lebensmittel herkommen und wie sie produziert wurden? Siegeldschungel und Bioskandale führen zu Verwirrung und Resignation. Wochenmärkte, Bioläden, Al-

Shalom – herzlich willkommen in der Synagoge.

Hartnäckigkeit machen sie zur Sympathieträgerin und zur Identifikationsfigur. Deshalb hoffe ich, dass Lucy im lutz viele Kinder „wachkillern“ wird und auch auf anderen Bühnen landen kann.

„Lucy und der Hungerbauch“ ist Teil der Aktion „Jeder Schüler ins theaterhagen“. Gruppenreservierungen bei tillmann.schnieders@stadt-hagen.de Tel. 02331/207-3223

EckStück – Die Ecke zum Stück Im Rahmen der Kooperation mit der Stadtbücherei Hagen werden am 14. Januar 2013 um 16.30 Uhr in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Stadtbücherei auf der Springe einige Darsteller aus „Lucy und der Hungerbauch“ Texte zu den Themen

Welthungerkrise, Essenverschwendung und Lebensmittelherstellung lesen. Außerdem gibt es Hörproben von Songs aus dem Theaterstück, die wieder von Hans Steinmeier komponiert wurden.

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Opus · Orchester Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt´ Eine interaktive Performance von dorisdean

Hagener Erstaufführung am 8. Januar 2013 um 19.30 Uhr im Opus Wie lebt man mit einem andersfähigen Körper in einer Gesellschaft, die nicht auf Rollstühle, Blindheit und fehlende Gliedmaßen ausgerichtet ist? Warum gibt es so wenige körperbehinderte SchauspielerInnen und SängerInnen? Wie barrierefrei sind Theaterbühnen? Wieso scheuen wir uns, einen körperlich eingeschränkten Menschen nach seiner Behinderung zu fragen? Fragen wie diese weckten bei der Theaterkompanie dorisdean den Wunsch, eine Performance über Körperbehinderung zu entwickeln. Die Auseinandersetzung sollte nicht didaktisch sein. Sie sollte keine Lösungen für das Problem des Unbehagens im Kontakt mit körperlich veränderten Menschen anbieten. Ziel der Theaterarbeit ist, die Aufmerksamkeit gegenüber den Mit-Menschen zu fördern und jene neugierige Freude an den Gegensätzen zu vermitteln, die die Mitglieder von dorisdean selbst in ihrer künstlerischen Arbeit zwischen behinderten und nichtbehinderten DarstellerInnen erleben. „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt´“ ist eine interaktive Performance, bei der jeder Gast ganz Mensch sein darf. Kein Besucher wird ausgestellt oder vorgeführt. Es gibt keine Zuschauer, sondern nur Teilnehmer an einem außergewöhnlichen Theaterabend bzw. -vormittag. Atmosphärisch angesiedelt in einer Rendevouz-Situation der 1920er Jahre, entführen Nadja Godzina, Charis Nass, Debbie Krönung und Miriam Michel zusammen mit „Elisabeth“-Darstellerin Patrizia Kubanek/ Katrin Gabler auf eine Reise zur individuellen Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung. Die außergewöhnliche Spielform ermöglicht Erfahrungen, die durch reines Konsumieren von Text und Schauspiel nicht vermittelt werden könnten. Die Begegnungen finden im barrierefreien Opus des theaterhagen statt. Die Besucherzahl ist auf 40 Personen begrenzt.

Foto: Nils Müller

„Jede mögliche Quelle von Peinlichkeit für den Stigmatisierten in unserer Gegenwart wird zu etwas, wovon wir instinktiv spüren, dass er sich dessen bewusst ist, auch bewusst, dass wir uns dessen bewusst sind, ja sogar bewusst unserer Situation von Bewusstsein hinsichtlich seiner Bewusstheit; dann ist die Bühne bereitet für den unendlichen Regress wechselseitiger Rücksichtnahme …“ (Stigma: Erving Goffmann) www.dorisdean.de

Neujahrskonzert Wien – Moskau 1. Januar 2013 Stadthalle Hagen · 18.00 Uhr Maria Klier, Sopran Dirigent und Moderator: GMD Florian Ludwig Werke von Strauß, Tschaikowski, Suppé, Glinka u.a.

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Weitere Termine: 9.1. (19.30 Uhr) sowie 10.1. und 11.1.2013 (jeweils 10.00 Uhr)

Nadja Godzina Foto: Nils Müller

Mit einem Blick in die russische Seele beginnt das philharmonische orchesterhagen das Neue Jahr, ohne dass natürlich das traditionelle Wiener Flair zu kurz käme. Dabei darf der Urvater der eigenständigen russischen Kunstmusik Michail Glinka ebenso wenig fehlen wie die beliebten Melodien der Familie Strauß, die aus keinem Neujahrskonzert wegzudenken sind. Auch Peter Tschaikowski wird unter anderem mit seinem Walzer aus der Oper „Eugen Onegin“ zu diesem Brückenschlag zwischen Wien und Moskau beitragen. Besonders freuen darf man sich auch auf die Sopranistin Maria Klier, die diesem Start in das Neue Jahr einen außergewöhnlichen Zauber verleihen wird!

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Orchester 5. Sinfoniekonzert

4. Kammerkonzert

Very British

Viola

22. Januar 2013 20.00 Uhr Stadthalle Hagen

27. Januar 2013 · 11.30 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen

Arvo Pärt: Cantus in memoriam Benjamin Britten Edward Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester Antonín Dvo ák: Sinfonie Nr. 8 „Die Englische“

Benjamin Britten: Lachrymae - Reflections on a Song of Dowland Udo Hartlmaier: Sonate für Viola und Klavier Paul Hindemith: Sonate für Viola und Klavier

Solist: Sebastian Klinger, Violoncello Dirigent: Paul Mann Im 5. Sinfoniekonzert wird des Dirigenten Graham Jackson gedacht, der ursprünglich für dieses Konzert engagiert war und im letzten Sommer im Alter von gerade einmal 45 Jahren verstorben ist. Für das Dirigent konnte stattdessen Paul Mann gewonnen werden, der 1998 als Sieger aus dem Dirigierwettbewerb „Donatella Flick“ des Londoner Sinfonieorchesters (LSO) hervorgegangen ist und bis 2008 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Odense (Dänemark) war. Er war es auch, der das LSO mit Jon Lord (Komponist für Hagen 2011/12) und dessen weltweit beachteten „Concerto for Group and Orchestra“ unter seiner Leitung zusammenbrachte.

Porträtkonzert Moritz Eggert 26. Januar 2012 20.00 Uhr Sinfonium (Stadthalle Hagen) Moritz Eggert, Klavier Mitglieder des philharmonischen orchesterhagen Moderation: GMD Florian Ludwig und Moritz Eggert Moritz Eggert mischt die Musikwelt auf – und zwar nicht nur mit seiner Musik, sondern auch als Performer, Autor und Pianist. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, nennt der Komponist in seinen Artikeln als „Bad Boy“ in der Neuen Musikzeitung sowie in seinem

Michael Lauxmann, Viola · Malte Kühn, Klavier Sebastian Klinger

Der Solist des Abends genießt ebenso internationales Renommee: Sebastian Klinger gewann 2001 den Deutschen Musikwettbewerb in Berlin und hat sich seither national wie international einen Namen gemacht. Künstler wie Gidon Kremer, Lang Lang oder Julia Fischer gehören zu den musikalischen Partnern des Cellisten. Im 5. Sinfoniekonzert spielt er das Cello-Konzert des englischen Komponisten Elgar, der zu den bekanntesten Tonsetzern seines Landes gehört.

„Bad Blog of Musick“ die Dinge beim Namen und sorgt damit immer wieder für kontroverse Diskussionen. Auch in seinem breiten kompositorischen Schaffen schlägt er gerne außergewöhnliche und originelle Wege ein. Besondere Beachtung fand sein Klavierwerk „Hämmerklavier“, das mit dem Kompositionspreis der Osterfestspiele Salzburg ausgezeichnet wurde. Darin kommt Eggerts Können als Pianist, Performer und Komponist eindrücklich zur Geltung. In diesem Porträtkonzert sind weitere kammermusikalische Werke in verschiedenen Besetzungen zu hören, die der Komponist selbst und/oder Musiker des philharmonischen orchesterhagen interpretieren. Auf diese Weise entsteht ein musikalisches Porträt dieses Multitalents mit der scharfen Zunge und den flinken Pianistenfingern, das neugierig macht auf mehr!

Im 4. Kammerkonzert steht ein Instrument im Mittelpunkt, das auch heute noch zu unrecht im Schatten anderer steht: „Von allen Instrumenten im Orchester ist die Viola dasjenige, dessen ausgezeichnete Eigenschaften man am längsten verkannt hat“, wusste auch Hector Berlioz. Von den ausgezeichneten Eigenschaften der Bratsche kann man sich in diesem Kammerkonzert allemal überzeugen: Hier wird die Musik des 20. Jahrhunderts anhand der zwei inzwischen „klassisch“ gewordenen Komponisten Britten und Hindemith dargestellt und durch den Hagener Komponisten Hartlmaier lokal verankert. Michael Lauxmann und Malte Kühn nehmen sich dreier Werke an, die traditionelle Stilmittel und Satztechniken aufgreifen und in neue Zusammenhänge bringen, so zum Beispiel die Kunst der Fuge (Hindemith und Hartlmaier), die Reflektion eines barocken Lautenliedes von John Dowland (Britten) oder Variationen eines volksliedartigen Themas (Hindemith).

Malte Kühn, Michael Lauxmann

Moritz Eggert

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Künstlersteckbrief

Sabin Tambrea – vom theaterhagen auf die ganz große Bühne

Name: Dorothee Hannappel

Dorothee Hannappel ist seit dieser Spielzeit Dramaturgin am theaterhagen.

Ende Dezember läuft der aufwendig produzierte Film „Ludwig II“ in den deutschen Kinos an. Sabin Tambrea spielt darin die Hauptrolle. Angefangen hat alles in Hagen (und darauf sind wir natürlich mächtig stolz)…

Vorherige Engagements: Theater Am Turm, Frankfurt, Staatstheater Schwerin und Darmstadt, Bühnen der Stadt Köln, Staatstheater Kassel.

…Sabin Tambreas Anfänge als Schauspieler sind untrennbar mit dem theaterhagen verbunden. Als Sohn einer rumänischen Musikerfamilie kam er in jungen Jahren nach Hagen. Die Geige sollte sein künstlerischer Lebensmittelpunkt werden, sein unbändiges Drängen auf die Bühnenbretter jedoch obsiegte: Von der ersten Stunde an gehörte er zum Ensemble des lutz, spielte zu einer Zeit an der jungen Bühne, als die Darsteller vor und nach der Vorstellung noch selbst die Kulissen schleppten, lebte drängendes Pubertieren in unterschiedlichsten Kostümen aus und raste zwischen Abi-Prüfungen und Schlussproben zu Shakespeares gesammelten Werken hin und her. Auch auf der großen Bühne war er in mehreren Rollen zu erleben, vom Zauberflötenknaben bis hin zum revoltierenden Perchik in Anatevka. Die Liste seiner Rollen ist lang, die Erinnerung an große Bühnenmomente ist reich – und die Freundschaft mit dem lutz ist ungebrochen tief.

Meine musikalisch / künstlerisch aufregendste Begegnung war: Als Zuschauerin: Heiner Goebbels „Ou bien le débarquement désastreux – Oder die glücklose Landung“ im Theater am Turm 1993. Es war die erste Vorstellung, die ich, frisch nach dem Studium ans TAT engagiert, dort sah und ich war fassungslos. Mir war das ganz neu, diese Verbindung von Musik, Bild, Text, Bewegung. Eine großartige Aufführung.

Bei der Hagener Filmpremiere am 21. Dezember 2012 im Cinestar wird Sabin Tambrea anwesend sein. Vom theaterhagen ein kräftiges toi, toi, toi!

Impressum theaterzeitung Januar 2013: Herausgeber: theaterhagen · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen · Tel. 0 23 31 - 207 - 3210 Intendant: Norbert Hilchenbach · Redaktion: Adaora Geiger Gestaltung: IDEENpool GmbH, Norma Nierstenhöfer & Thomas Gebehenne Texte: Adaora Geiger, Werner Hahn, Dr. Maria Hilchenbach, Miriam Michel, Jürgen Pottebaum, Manuel Schneider, Tillmann Schnieders, Lisa Valdivia, Miriam Walter, Imme Winckelmann Fotos: Stefan Kühle, Privat

In meiner Arbeit: Hier muss ich die Begegnungen mit einigen Regisseuren nennen. Sehr beeindruckt haben mich die Klugheit und Genauigkeit im Denken und Spielen, die Frank-Patrick Steckel auf der Probe verbreitet, die unbeirrbare Skepsis, mit der Werner Schroeter alles Hohl-Konventionelle von der Probe zu vertreiben wusste, und die intelligente Phantasie, mit der Lorenzo Fioroni seine szenischen Übersetzungen erfindet. Das mir liebste Publikum ist: Ich freue mich, wenn Menschen im Theater neugierig sind, anspruchsvoll und offen.

Foto: Dominik Ketz

Dieser Komponist bzw. dieses Werk wird meiner Meinung nach heutzutage unterschätzt: Da gibt es viele. Besonders leid tut es mir um Viktor Ullmann, der es verdient hätte, viel öfter gespielt zu werden. Er konnte seine Partituren zwar aus Theresienstadt hinausretten, ehe er ermordet wurde, aber die Umwege, auf denen sein Werk die Öffentlichkeit erreichte, waren lang, so dass man es leider heute kaum noch kennt. Diesen Satz über Musik/Theater möchte ich niemals wieder hören: „Das geht so nicht.“ Neben der Musik/dem Theater ist eine weitere Leidenschaft von mir: Das Wandern. Dieses Gericht käme mir nie auf Tisch: Die Salzteig-Kekse, die ich mit meinem Sohn als Christbaumschmuck bastele.

Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 96.000

Förderliches am Rande Liebe Freunde des theaterhagen! Am schönsten ist es, die Adventszeit mit den Augen der Kinder zu erleben. Und wenn diese Kinderaugen begeistert und verzaubert dem Weihnachtsmärchen im Großen Haus folgen, dann ist das sicher das schönste Argument dafür, dass diese Stadt ein Theater unterhält. Das Spardiktat der Stadt trifft alle Ämter, also auch das Theater. In Krankheitsfällen darf nur auf schriftlichen Antrag hin eine Aushilfe engagiert werden, und selbst kleine Sachausgaben bedürfen der Genehmigung. Und einiges deutet darauf hin, dass das Theater wieder einmal grundsätzlich um seine Existenzberechtigung kämpfen muss. Dennoch sehen tausende Kinder aus Hagen und Umgebung „Die Prinzessin auf der Erbse“ nach Hans Christian Andersen. Wer kann sich vorstellen, dass diese Kinder in Hagen demnächst vor geschlossenen Theatertüren stehen? Wer will diesen Kindern sagen, sie sollten doch in eine Nachbarstadt fahren, wenn sie ein Weihnachtsmärchen sehen wollten? Gerade in dieser kritischen Situation kommt es darauf an, dass alle Theaterfreunde ihre Solidarität mit den Menschen bekunden, die Abend für Abend dafür sorgen, dass sich im theaterhagen der Vorhang hebt und das Spiel beginnt. Um den Vorsitzenden Klaus Hacker in seinem letzten Rundbrief an die Mitglieder zu zitieren „Jetzt sind Sie gefordert ... zeigen Sie, dass Ihnen das Theater wichtig ist, und bekennen Sie Farbe! Sprechen Sie die Politiker in Ihrem Wahlbezirk an, schreiben Sie Leserbriefe ... Helfen Sie mit, die Entscheidungsträger im Rathaus davon zu überzeugen, dass das Musiktheater in Hagen überleben muss.“ Das neue Jahr beginnt der Förderverein am 6. Januar 2013 mit dem traditionellen Neujahrsempfang im Opus. Die Mitglieder sowie alle Theaterinteressierte sind an diesem Sonntag ab 11.00 Uhr herzlich willkommen. Im Theatertreff am 25. Januar 2013 ist Adaora Geiger zu Gast, die seit dieser Spielzeit als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Verantwortung trägt. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Restaurant „Kolpinghaus”, Bergischer Ring 18. Der Theaterförderverein wünscht seinen Mitgliedern und allen Theaterfreunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. Ihr Theaterförderverein www.theaterfoerderverein-hagen.de

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theaterzeitung

Kulturgemeinde Volksbühne Hagen und Umgebung e. V.

Ballettfreunde Hagen

Wasserloses Tal 27 · 58093 Hagen

als ehrenamtliche „Begleiter“ des theaterhagen möchten wir den Start in das Neue Jahr dazu nutzen, allen Mitarbeitern des Theaters, die trotz existentieller Sorgen und bürokratischer Hürden Spitzenleistungen vollbringen, für das kommende Jahr alles Liebe und Gute zu wünschen und unseren Dank dafür auszusprechen, dass sie, allen Widerständen zum Trotz, Unterhaltung und Anregung auf hohem künstlerischen Niveau anbieten. Sie ermöglichen uns, in einem Meer seichter, weichgespülter Unterhaltungs-Fastfoodkost, Inseln geistiger Anregung und Erbauung zu finden.

Es wird… Das neue Jahr ist angebrochen – und Hagens unrühmliche Finanzsituation könnte modellhaft für politische Qualen auf Landes-, Bundes- oder Europaebene stehen. Dennoch bleiben Glanzpunkte in dieser Stadt. Hagens grüne Umgebung und das Theater, sowie das bürgerliche Engagement in Sport, Kultur und in vielen sozialen Bereichen gehören unbedingt dazu. Bleibt zu wünschen, dass den politischen Managern in Hagen doch noch etwas gelingen möge, was den in der Kommunalwahl gegebenen Vertrauensvorschuss rechtfertigen könnte. Den unermüdlichen Ehrenamtlichen sei gewünscht, dass sie im Rahmen krauser Sparkonzepte möglichst wenig missbraucht werden. Die Hoffnung schließlich stirbt bekanntlich zuletzt und daher sei auch 2013 gedämpft optimistisch in die Zukunft geblickt. Einige Gewissheiten gibt es zumindest: Das Theater-Team ist einmalig! Entsprechend gut ist der Spielplan. Nimmt man auch dies der Stadt, dann bleibt wenigstens der Wald. Man sieht sich – hoffentlich nicht nur beim Wandern. Ihr Volker Schwiddessen

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volksbühne hagen Viel Kultur im Angebot.

Liebe Ballettfreunde,

Wer das Anrecht auf Kulturinstitutionen an Bevölkerungszahlen oder Ausgaben pro Kopf festmachen möchte, begeht einen Denkfehler, der das historisch gewachsene und bewährte föderale Kulturangebot bedroht. Städte, die aufgrund schwächerer Infrastruktur Bevölkerung an attraktive Ballungsräume verlieren, werden nicht konkurrenzfähiger, indem man darüber hinaus noch die kulturelle Identität dieser Städte zerstört. Vielmehr wäre es angebracht, die Bedeutung der Kultur hervorzuheben, sie zu unterstützen und als Marketingstrategie für betriebliche Neuansiedlungen zu nutzen. Hagen: Besitzerin eines 100-jährigen Bürgertheaters, renommierter Museen und einer lebendigen alternativen Kulturszene sowie reich an sportlichen Angeboten; Genießen Sie ein reiches bürgernahes Sport- und Kulturangebot, ohne dem Stress und der Anonymität einer Metropole ausgeliefert zu sein. – So oder ähnlich könnte man werben. Dies setzt aber voraus, dass man das Angebot seiner Stadt kennt und schätzt; da kommen einem bei manchen Entscheidungsträgern jedoch Zweifel… Dass sich viele Bürger für ihr Theater engagieren, steht jedoch fest: Der erstmalige Verkauf von selbstgebackenem Weihnachtsgebäck und Ballettkalendern, den Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam mit den Ballettfreunden am 1. Advent auf dem Hagener Weihnachtsmarkt veranstalteten, war ein voller Erfolg. Der Erlös von mehr als 1000 Euro kommt den Projekten des balletthagen zu gute. Viele anregende Stunden in unserem theaterhagen wünschen Ihnen auch im Neuen Jahr die Ballettfreunde Hagen.

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Theaterzeitung Januar 2013