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jedesmalanders 7. Ausgabe, 12.2020


Die Frage nach der richtigen Balance von Nähe und Distanz, von Abstand und Kontakt, spielt in Beziehungen immer eine Rolle – zwischen Nationen und ihren Bevölkerungen, zwischen Nachbarn und Freunden, Geschäftspartnern und Kollegen und besonders natürlich in unseren engsten Familien- und Liebesbeziehungen. Alltagspraktisch anschaulich ließen sich hier verschiedene Modelle diskutieren von der Ehe als Haushaltsgemeinschaft bis zur Fernbeziehung. Egal wie nah, egal wie entfernt, ist dabei aber wohl immer nur der Kompromiss lebensfähig: ein Ausgleich zwischen den Extremen einer die andere Person als vollkommen eigenständig respektierenden Distanz, mit dem Ergebnis von Einsamkeit, und einer von allen eingegangenen Alltagsdichte miteinander, die ein unabhängiges Leben der Einzelnen nicht kennt – mit dem Verlust von Individualität. Das Theater nutzt schon immer die künstlerische Gestaltung von Abstand zum Ausdruck unterschiedlicher Zustände von Nähe und Distanz zwischen Figuren, mit denen sich das Publikum mehr oder weniger nah verwandt fühlt. Abstand halten auf der Bühne war daher immer schon ästhetisch. Je größer der in der Krise amtlich vorgegebene Abstand jedoch ist, desto stärker wird wohl auch die Ästhetisierung der Szene, ihre Verkünstlichung: Ein mit zwei Meter Abstand dargestellter Kuss wirkt weniger naturalistisch als ein echter Bühnenkuss, bei dem sich das Publikum fragt, mit welcher Technik die Sich-Küssenden auf der Bühne eigentlich noch professionelle Distanz wahren können. So ist alle Bühnenkunst in den vergangenen Monaten deutlich weniger realistisch geworden, dafür aber manches Mal noch bedeutungsoffener, ja sogar noch sinnlicher, weil die Abstandsregeln unser aller Kreativität herausgefordert haben. Und zwar mit Erfolg, wie ich finde. Wir freuen uns daher sehr darauf, Ihnen möglichst bald möglichst viele von diesen „unter Corona-Bedingungen“ produzierten, neuen ästhetischen Lösungen unseres ewigen Spiels mit Nähe und Distanz zeigen zu können. Ihr Francis Hüsers (Intendant)


2020 war ein Theaterjahr, wie wir es in Hagen noch nie erlebt haben. Wer hätte sich so etwas vor einem Jahr vorstellen können? Die zeitweiligen Einstellungen des Aufführungs­ betriebs, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken; immer neue Planungen, die immer wieder verworfen werden mussten; das Bangen, ob und wie wir spielen dürfen; wie wir zu Experten für Coronaschutzverordnungen, Hygienekonzepte und Mindestabstände wurden ... man könnte endlos darüber schreiben. Doch richten wir unseren Blick lieber auf das, was vor und in und trotz dieser Krise entstanden ist: Die Aufführungen, die wir mit Ihnen gemeinsam erleben durften – sei es im Großen Haus, im Lutz oder in der Stadthalle. Die phantasievollen und kreativen Lösungen, die unsere Mitarbeiter*innen gefunden haben, um auf die neuen Herausforderungen bei Personen­regie, Orchesterbesetzungen, Bühnenbildern und Kostümen zu reagieren. Auf unser Couchtheater, mit dem wir im Lockdown das Theater online in Ihr Wohnzimmer gebracht haben. Die vielen positiven Rückmeldungen zu diesen Lösungen haben uns sehr ermutigt und vor Augen geführt, wie wichtig es war, flexibel und einfallsreich mit dieser ungewohnten Situation umzugehen, und wie unverzichtbar ein lebendiges Theater für die Menschen der Stadt ist. Das Jahr 2020 endet anders als wir es erhofft hatten; aber wir proben unermüdlich und leidenschaftlich weiter, um Sie im neuen Jahr so bald wie möglich mit einem reichen Angebot an neuen Produktionen wieder in unser Theater einzuladen – auch wenn das Zusammenkommen zunächst noch auf Abstand sein sollte. Rebecca Graitl (Leitende Dramaturgin) „Was wär ich ohne dich, Freund Publikum? All mein Empfinden Selbstgespräch, all meine Freude stumm.“ Johann Wolfgang von Goethe


JANUAR 2021 Falls wir spielen dürfen, dann spielen wir:

15 SA

16 SO

17

19.30-20.20 Uhr Großes Haus 19.10 Uhr Einführung

PROLOG – SCHWANENSEE – AUFGETAUCHT

Ballett von Marguerite Donlon; Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky, Sam Auinger und Claas Willeke ∙ Eintritt 16,50-40 €

19.30 Uhr Großes Haus 19.10 Uhr Einführung

DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE)

10.00-10.45 Uhr & 11.15-12.00 Uhr Opus

KRABBELKONZERTE

11.00-11.40 Uhr Lutz

STERNENSTAUB

DI

19 MI

20 DO

21 FR

22 SO

24

Theatererlebnis für die jüngsten Zuschauer von Anja Schöne und Anne Schröder ∙ Ab 2 Jahren

KAMMERKONZERT

Ludwig van Beethoven: Streichquartette Violine: Ilzoo Park, Yutaka Shimoda ∙ Viola: Michael Lauxmann ∙ Violoncello: Katrin Geelvink ∙ Eintritt 12 / 8 €

CHIN MEYER – LEBEN IM PLUS

10.00-11.05 Uhr Lutz

TRANSFORMMATES

Eintritt 13,50-30,50 €

Ein digitales Metamorphosen Adventure Game von Anja Schöne frei nach Ovid · Ab 12 Jahren Schulvorstellung

TRANSFORMMATES

28 FR

29 SA

30

DIE BLUME VON HAWAII

WENN DIE NACHT AM TIEFSTEN (… IST DER TAG AM NÄCHSTEN)

15.00-15.50 Uhr Lutz

POLKA FÜR IGOR

19.30-22.00 Uhr Konzert Theater Coesfeld

Ein Zirkustheater mit Musik und Hund nach dem Bilderbuch von Iris Anemone Paul mit weiteren Geschichten von Anja Schöne. In Zusammenarbeit mit Quamboni, dem Kinder- und Jugendcircus der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hagen · Ab 4 Jahren Premiere

Eine szenische Aufführung der Schubert-Lieder auf Gedichte von Wilhelm Müller

DIE BLUME VON HAWAII

Operette von Paul Abraham (in deutscher Sprache mit Übertexten) THEATER UNTERWEGS

19.30-22.00 Uhr Großes Haus

19.30-21.20 Uhr Großes Haus 19.10 Uhr Einführung

15.00-16.00 Uhr Lutz

MONTY PYTHON’S SPAMALOT

Ein Musical von Eric Idle und John Du Prez, liebevoll aus dem Film Die Ritter der Kokosnuss zusammengeklaut (deutsche Dialoge und englische Songs mit deutschen Übertexten) · Eintritt 19,50-48 € Premiere

„ZART“

Ballettabend mit Choreographien von Francesco Vecchione (Jurema) und Marguerite Donlon (Fragile); Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Frantz Casséus, Miguel Resende Bastos, Johann Sebastian Bach, Michio Woirgardt · Eintritt 19,50-48 €

DIE EISKÖNIGIN

Theatererlebnis für die jüngsten Zuschauer von Anja Schöne und Anne Schröder ∙ Ab 2 Jahren Eintritt 12 / 6 €, Familienkarte 25 €

11.30 Uhr Großes Haus

DIE BLUME VON HAWAII

Operette von Paul Abraham (in deutscher Sprache mit Übertexten)

MÄRCHEN ZUR WEIHNACHTSZEIT ONLINE UND AUF CD Am 27. Dezember 2020 offeriert das Theater Hagen seinem Publikum ein nachweihnachtliches Geschenk: Alle kleinen und großen Märchenfans können sich mit Beginn um 15.00 Uhr auf der Video-Stream: Webseite des Theaters Alice im Wunder27. Dezember 2020 15.00 Uhr land anschauen und die spannenden Abenteuer des Mädchens miterleben. Leider konnte diese als Märchen zur ­ Weihnachtszeit geplante Produktion aufgrund der coronabedingten Schließung des Hauses nicht live aufgeführt werden. Es wurde aber, wie jedes Jahr, eine CD mit den Songs aufgenommen, die an der Theaterkasse für 8 Euro erhältlich ist, Ein fantastisches Märchen zur Weihnachtszeit ­ ­sobald diese wieder geöffnet hat. Mit dem Anhören dieser CD und natürlich dem Anschauen des Streams kann man sich schon mal auf einen Vorstellungsbesuch des in der nächsten Saison dann (wieder) auf dem Spielplan stehenden Alice-Märchens im Hagener Theater einstimmen. Mit freundlicher Unterstützung der Märkischen Bank eG

Alice im

Wunderland

Mit großzügiger Unterstützung der

THEATERKASSE

DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE)

Im Anschluss an die Vorstellung Theatercafé

DIE STUNDE DER KRITIK

theaterzeitung Mediaberatung Hagen Denis Gramaglia Tel. 02331/917-4146 d.gramaglia@funkemedien.de Alana Schindler (Digital) Tel. 02331/917-4073 Alana.Schindler@funkemedien.de Telefax 0 23 31 / 917 - 41 50

Impressum: 7. Ausgabe, 12.2020 Herausgeber: Theater Hagen gGmbH · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Tel. 02331 / 207-3210 Intendant: Francis Hüsers Redaktion: Ina Wragge | Gestaltung: Yuliana Falkenberg Texte: Rebecca Graitl, Francis Hüsers, Ina Wragge Fotos: Andreas Baethe, Dirk Borm, Dirk Burghaus, Yuliana Falkenberg, Mareike Hujo, Leszek Januszewski, Klaus Lefebvre, Oliver Look, Markus Nass,  Olivier Photo, Christian Rolfes, Henning Ross, Inka Vogel, Nora von Marschall Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 54.000

Eintritt 12 / 8 € 18.00 Uhr Großes Haus 17.40 Uhr Einführung

Die

Spielplan unter www.theaterhagen.de

Wolfgang Amadeus Mozart ∙ Antonín Dvořák: Klavierquartette ∙ Violine: Barbara Wanner; Viola: Ursula Staub; Violoncello: Thorid Brandt Weigand; Klavier: Andres Reukauf

Komische Oper von Gaetano Donizetti (in italienischer Sprache mit deutschen Übertexten) ∙ Eintritt 15-36 €

Eintritt frei

Vier Musiker*innen des Philharmonischen Orchesters Hagen haben sich zusammengefunden, um sich den Streichquartetten Beethovens zu widmen. Sie werden dessen erste (1798) und letzte Komposition (1826) für ­diese Gattung präsentieren.

Aufgrund der verschärften Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bleibt die Theaterkasse vom 16.12.2020-10.1.2021 für den Publikumsverkehr geschlossen. Telefonisch und per Email können Sie uns wieder ab dem 5.1.2021 unter 02331 / 207-3218 und theaterkasse@stadt-hagen.de erreichen.

KAMMERKONZERT

zu Der Liebestrank

Hag en

Sonntag, 17. Januar 2021, 11.30 Uhr | Großes Haus Ludwig van Beethoven Streichquartette Nr. 1 F-Dur op. 18, Nr. 16 F-Dur op. 135 Violine: Ilzoo Park, Yutaka Shimoda . Viola: Michael Lauxmann . Violoncello: Katrin Geelvink

Wenn die Welt aus den Fugen gerät, stellt die Kunst alte Fragen neu. Chin Meyer kennt nicht nur die Fragen, die gestellt werden müssen, sondern er liefert als kabarettistischer Lebensexperte und gewitzter Kapitalismus-Versteher messerscharf passende Analysen. Nach dem Motto, wenn die heutige Welt auf dem Kopf steht, sollte man nicht kopflos sein, durchforstet er scharfzüngig und gut gelaunt, geistvoll und bissig, charmant und improvisationsfreudig, musikalisch und überaus unterhaltsam immer wieder die Zusammenhänge von Money, Macht und Moral in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Deutsch-Rock-Punk-Pop-Theater-Party mit Musik von Ton Steine Scherben, Fehlfarben, BAP, Nena, Nina Hagen, Rio Reiser, Die Toten Hosen, Ideal, Extrabreit u.a. · Eintritt 19,50-48 €

WINTERREISE – DER GANZE ZYKLUS

KAMMERKONZERT

Im Th eater

Sonntag, 17. Januar 2021, 18.00 Uhr | Großes Haus

Operette von Paul Abraham (in deutscher Sprache mit Übertexten)

Eintritt 16,50-40 €

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Mit diesem Leitspruch rief der Deutsche Bühnenverein am 30.11.2020 bundesweit zu einem „Aktionstag der Theater und Orchester“ auf, um im ­Namen aller betroffenen Kulturstätten ein Zeichen zu setzen. Für das ­Theater Hagen hatte dieses „Wir sind da“ noch eine sehr konkrete Bedeutung, marschierte man doch an diesem Tag mit einer kostümierten Parade von der Elberfelder Straße 65 zur frisch bezogenen THEATERBOTSCHAFT in die Kampstraße 13. Mit dieser neuen Einrichtung bietet das Hagener ­Theater Interessenten ab Januar die Möglichkeit, sich den verschiedenen künstlerischen Sparten in diesem außergewöhnlichen Kontaktraum nähern zu können.

KABARETT CHIN MEYER – LEBEN IM PLUS

19.30-21.40 Uhr Großes Haus

19.30-22.00 Uhr Großes Haus

SO

Mit freundlicher Unterstützung des Versicherungsbüros Kleine KG, Hagen

Ein digitales Metamorphosen Adventure Game von Anja Schöne frei nach Ovid · Ab 12 Jahren

Eintritt 19,50-48 €

DO

WIR SIND DA – trotz des Lockdowns

Eintritt 15-36 €

18.00-20.00 Uhr Großes Haus

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(vlnr): Joseph Trafton (Generalmusikdirektor), Dr. Andreas Weber (Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Märkischen Arbeitgeberverbandes), Dr. Klaus Fehske (Vorstand der Bürgerstiftung der Theaterfreunde)

Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo | Inszenierung Francis Hüsers | Bühne Alfred Peter | Kostüme Katharina Weissenborn | Choreographie Sean Stephens | Licht Martin Gehrke | Chor Wolfgang Müller-Salow | Dramaturgie Rebecca Graitl Mit Nina Andreeva, Insu Hwang, Sebastian Klug, Dan K. Kurland, Anton Kuzenok, Kenneth ­Mattice, Penny Sofroniadou | Chor des Theaters Hagen | Philharmonisches ­Orchester Hagen

Schulvorstellung 19.30-22.00 Uhr Großes Haus

Premiere: Samstag, 16. Januar 2021, 19.30 Uhr | Großes Haus Weitere Vorstellungen im Januar und Februar: 31.1. (18.00 Uhr), 13.2.2021 (19.30 Uhr) Donizettis 1832 in Mailand uraufgeführte Oper Der Liebestrank handelt von der Liebe und dem Kampf um sie, von ihrer Willkür und Ungleich­ zeitigkeit, vom Leid und Glück, das sie hervorrufen kann. Das Werk gilt als eine der anrührendsten musikalischen Komödien im Belcanto-Stil. Die darin enthaltene melancholische Romanze „Una furtiva lagrima“ ist als ­eines der schönsten Musikstücke für Tenöre in die Operngeschichte eingegangen. Für seine Inszenierung von Der Liebestrank hat Intendant Francis Hüsers zusammen mit Alfred Peter (Bühne) und Katharina Weissenborn ­(Kostüme) eine Musikhochschule als Schauplatz gewählt: Es gibt Einblicke in die Probenarbeit von Gesangsstudierenden mit ihrem Professor, die Donizettis Werk aufführen wollen – nicht nur die Figuren, die sie auf der Bühne verkörpern, haben mit ihren Gefühlen zu kämpfen, sondern auch die Darsteller*innen hinter den Kulissen. Bald vermischen sich Spiel und Realität ...

Ganzheitliches Musikerlebnis für Kinder von 0-2 Jahren und deren Eltern ∙ Leitung: Andrea Apostoli ∙ Erwachsene 6 € / Kinder 1 €

Eintritt 12 / 6 €, Familienkarte 25 €

DI

Komische Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti In italienischer Sprache mit deutschen Übertexten

DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE)

Komische Oper von Gaetano Donizetti (in italienischer Sprache mit deutschen Übertexten) ∙ Eintritt 19,50-48 €

18.00 Uhr Großes Haus

10.00-11.05 Uhr Lutz

Die Bürgerstiftung der Theaterfreunde konnte mit Unterstützung des ­Märkischen Arbeitgeberverbandes einen wertvollen Konzert-Flügel an das Theater Hagen übergeben. Zwei Kapellmeister des Theaters hatten auf ­einer kleinen Deutschland-Tournee dieses herausragende Tasteninstrument mit einem warmen, vollen Klang sorgfältig ausgesucht. Das Theater Hagen sagt: Herzlichen Dank!

Premiere

Eintritt 6 € 11.30 Uhr Großes Haus

ANKÜNDIGUNGEN

Illustration: Emira, Werner-Richard-Schule, Herdecke

FR

BÜRGERSTIFTUNG UNTERSTÜTZT THEATER HAGEN MIT FLÜGEL

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und ein glückliches neues Jahr!

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Profile for Theater Hagen

jedesmalanders - 7. Ausgabe 12.2020  

jedesmalanders - 7. Ausgabe 12.2020  

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