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theater zeitung MUSIKTHEATER

BALLETT

SCHAUSPIEL

KABARETT

PHILHARMONISCHES ORCHESTER

LUTZ

April 2014

„Umwerfende, spannende Musik – zeitgenössisches und populäres Musiktheater“ Oper von Ludger Vollmer

(WDR 5)

Kristine Larissa Funkhauser Konzert

Premiere

Uraufführung

Tim Fischer

Don Quichotte

Who the hell is Jesus?

„Wir sind hier ja nicht in der Schule!“ – Gut gelaunt gibt sich der charismatische Entertainer im Gespräch mit dem theaterhagen.

Der Ritter von der traurigen Gestalt: Als romantischer Träumer zieht er für die Liebe in den Kampf gegen Windmühlen. Bewegend!

Außergewöhnlich ist an diesem Projekt nicht nur der Aufführungsort: Hagener Jugendliche geben überraschende Antworten auf eine alte Frage.

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Interview · Gastspiel „Man sollte sich selbst mal ausmisten“ – Tim Fischer im Gespräch Fotos: XMAX

wahrscheinlich fast alle Menschen nachvollziehen können, die in einer Beziehung leben und merken, dass man sich in einer Partnerschaft auch sehr eingegrenzt fühlen kann. Die ideale Beziehung zu finden, in der man sich nicht eingesperrt fühlt, das ist ein großes Ziel. Schwierig zu verwirklichen, denn die Eifersucht gehört auch zur Liebe, ist ja quasi der siamesische Zwilling, und der macht es einem dann ganz schön schwer, großzügig zu sein und die Leine locker zu lassen. Aber ich glaube, letzten Endes kommt man darum gar nicht herum: wenn man eine Beziehung führen möchte, muss man auch locker lassen können.

theaterhagen: Herr Fischer, am 3. Mai sind Sie zu Gast bei uns in Hagen… Tim Fischer: Ja, endlich wieder! Ich komme mit meinem neuen Programm „Geliebte Lieder“, das habe ich mir selbst zum 25. Bühnenjubiläum geschenkt. Darin singe ich Lieder, die mir besonders am Herzen liegen. Zum einen sind das die Hits, die mit mir in Verbindung gebracht werden, wie „Rinnsteinprinzessin“ oder „Stroganov“. Dann habe ich mir aber auch gestattet, ganz neue Lieder zu präsentieren, von denen ich denke, dass sie dem Publikum auch sehr viel zu sagen haben, und die vor allem viel Spaß machen. Spaß ist also wichtig? Wir sind ja nicht in der Schule! Die Leute sollen sich in erster Linie amüsieren und aus ihrem Alltag herausgerissen werden. Und nebenbei natürlich auf die Thematiken gestoßen werden, die wirklich wichtig sind: Liebe, Tod und Teufel (lacht). Da es in Ihrem Programm um „Geliebte Lieder“ geht, habe ich mir für unser Interview folgendes überlegt: Ich werde Ihnen ein Zitat aus einem Lied vorgeben, dabei geht es natürlich vor allem um die Liebe. Sie sagen mir dann, was Ihnen dazu einfällt… Gerne! Los geht’s! „Es ist traurig, wenn Liebe erkaltet“… Dieser Satz stammt aus der Feder von Georg Kreisler und wird dann sofort zum großen Brüller: Es ist natürlich wirklich traurig, wenn Liebe erkaltet, aber es kann auch eine Befreiung sein und das ist glaube ich in Kreislers Augen eher der Fall gewesen. Das Lied „Bidla Bu“ handelt von einem Frauenmörder, der sich immer in wunderschöne Frauen verliebt und die dann immer sofort um die Ecke bringt, weil er die ganze Liebe gar nicht ertragen kann. Also ziemlich heftig. „Nur nicht aus Liebe weinen“… Das ist natürlich eine Familienangelegenheit. Meine Großmutter war ja Zarah Leander. Oder Zarah Leander war meine Großmutter. Wirklich? (Lacht) Nein. Meine Großmutter stammte aus Norwegen und hat genauso gesprochen wie Zarah Leander. Sie hat auch gerne gesungen und viele Zigaretten konsumiert und schwarzen Kaffee getrunken. Als ich Zarah Leander das erste Mal im Fernsehen sah, dachte ich: Um Gottes Willen, meine

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theaterzeitung

Großmutter ist ein Ufa-Star! Irgendwie verschwommen beide für mich zu einer Figur, Zarah und meine Oma. „Nur nicht aus Liebe weinen“ ist ein Lied, das mich seit frühester Kindheit begleitet hat, und das ich immer noch wahnsinnig gerne singe, auch weil es eine witzige Geschichte hat: Jeder glaubt, dass dieser Song für Zarah Leander geschrieben wurde. Es ist aber in Wirklichkeit ein altes russisches Volkslied, das für Zarah ein bisschen umgearbeitet wurde. Diese russische Seele, dieses Leidvolle, ist natürlich wahnsinnig intensiv und hat leider wieder einen aktuellen Bezug: Wenn wir an Russland denken, an die Lesben und Schwulen, die dort nicht ihr Leben leben dürfen, dann können wir ihnen vielleicht an dieser Stelle im übertragenen Sinne zurufen: Nur nicht aus Liebe weinen – gebt nicht auf, wir sind an eurer Seite und es wird eine Änderung kommen! „Was kann es schwereres geben, als so mit sich selber zu leben“… Eine Zeile, die eigentlich so klingt, als wäre sie von Hildegard Knef selbst getextet. Sie hat dieses Lied gesungen, „Ich möchte mich gern von mir trennen“. Das ist ein Lied, das mir total aus dem Herzen sprach und teilweise immer noch spricht. Sie haben von sich selbst genug? Ich habe große Schritte nach vorne gemacht: Ich habe mich tatsächlich von all meinem Besitz gelöst. Mein Mann Rolando und ich leben möbliert, haben also wirklich all unser Hab und Gut veräußert, bis vielleicht auf einen Koffer. So ganz von seinem Besitz trennen kann man sich ja nicht, der Steuer-Ordner bleibt immer noch da und auch der Computer, mit dem man den ganzen Kram bearbeitet. Aber wir haben uns von viel Ballast getrennt und das kann eine echte Erleichterung sein. Doch irgendwann kommt man ans Eingemachte, nämlich: Man möchte sich von sich selbst trennen, wie es in dem Lied eben heißt. Wie geht das? Man möchte zumindest die Dinge abwerfen, die man an sich selbst als negativ empfindet und ja, wahrscheinlich ist es gar nicht so abwegig, dann eine Therapie zu machen und sich selbst auszumisten. Da stehe ich jetzt gerade davor. „Ich möchte nicht allein sein und doch frei sein“… Oh ja, natürlich. Das hat jetzt wirklich Hildegard Knef geschrieben, in dem Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Das ist ein Wunsch, den

Und dann kommt zu guter Letzt noch die Frage: „Wo sind die Clowns?“ Nochmal ein Lied, das Zarah gesungen hat. Das schließt an das vorige Lied ganz gut an – nicht allein sein und doch frei sein. Wenn man sich so umschaut, ist es heute ja so, dass die Menschen sich viel schneller trennen und viel weniger gemeinsam aushalten. Bei meinen Großeltern war es noch völlig anders: Die haben bis zum bitteren Ende akzeptiert, dass sie zusammen bleiben und zusammen gehören, auch als sie es gar nicht mehr wollten. Der Spaß und die Freude aneinander ist längst verflogen und man fragt sich, wo ist der Sinn für unsere Beziehung geblieben? Was ist der Grund, dass wir das immer noch miteinander ertragen? Ich glaube aber, dass das auch eine Chance sein kann. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Ich finde schon, dass die Menschen heute sehr bequem sind, was Beziehungen angeht. Man sucht sich dann halt was Neues. Es geht wahrscheinlich darum, das richtige Maß zu finden: nicht zu leichtfertig mit Beziehungen umzugehen, auch mal was zu ertragen. Aber wenn es zu schlimm ist, würde ich immer dazu raten, einen Strich zu ziehen und sich zu trennen. Das Gespräch führte Adaora Geiger

Songs against Aids

Seit 1999 engagiert sich Tim Fischer für Aidskranke in Afrika. Nach Konzerten sammelt er gemeinsam mit seinen Bühnenkollegen Spenden für das Island Hospice in Zimbabwe. Außerdem hat er bereits zwei prominent besetzte Benefiz-Galas veranstaltet. So konnten bisher rund 500.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Auch in Hagen wird Tim Fischer nach der Vorstellung um Spenden für sein Hilfsprojekt bitten! Weitere Infos und Spendenkonto unter www.timfischer.de

April 2014


Kritik · Rückblick · Orchester „Toller Stoff mit wunderbarem Ensemble“ – lola rennt TRailer ansehen! www.youtube.co

m/theaterhagen

Salon

Neue Kunst in Hagen 1. April 2014 · 19.00 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen Eintritt frei

Ensemble

„Das Premierenpublikum war begeistert.“ (theater:pur) „Ohne Gäste, sondern mit stimmlich und darstellerisch überzeugenden Ensemble-Solisten setzt Roman Hovenbitzer diese Filmoper in Szene und beweist, dass das kleine Theater trotz erheblicher Sparzwänge nicht an künstlerischem Niveau eingebüßt hat.“ (Kölner Stadtanzeiger) „Hier wird ein toller Stoff mit einem wunderbaren Ensemble spannend umgesetzt. Kristine Larissa Funkhauser ist in der Titelrolle eine Idealbesetzung, weil sie nicht nur gut singt, sondern mit vollem Körpereinsatz spielt und keine Angst vor ungewöhnlichen Tönen hat. Raymond Ayers zeigt den Manni als liebenswerthilflosen Kleinkriminellen. Rolf A. Scheider kann als Wachmann unvermutet lyrische Akzente ins Spiel bringen. Maria Klier windet sich als Geliebte Jutta mit spitzen Koloraturschreien aus ihrem roten Slip. Und Michail Milanov hat als Obdachloser die einzige Arie, die er so berührend singt, dass die Zeit stillsteht.“ (Westfalenpost / Westfälische Rundschau) „Umwerfende, wirkungsvolle Musik, ein eher abstraktes Bühnenbild – ‚Lola rennt’ ist ein Schritt in die

Richtung eines zeitgenössischen, populären Musiktheaters.“ (WDR 5 Scala) „Uneingeschränkt gelungen ist Roman Hovenbitzers Inszenierung, die vor Fantasie nur so sprüht, die höchst virtuos choreografiert ist (Chor und Extrachor des Theaters Hagen agieren ganz erstklassig), durchaus witzige Momente bereithält und nicht zuletzt dank der Ausstattung von Jan Bammes auch optisch ganz viel Vergnügen bereitet. Overheadprojektoren kommen (sinnvoll) zum Einsatz, Vorhänge senken und heben sich, die Drehbühne ist mächtig aktiv, die Bühnenrückwand wird zur Projektionsfläche für das angestrengte Rennen durch eine Stadt… – und darüber hinaus kann Roman Hovenbitzer auf ein Solisten-Ensemble setzen, dass den mitunter enormen vokalen Anforderungen der Partitur durch und durch gerecht wird.“ (nmz – neue musikzeitung)

Was sagen uns Neue Musik und zeitgenössische Kunst? Wozu brauchen wir sie und wie beeinflussen sie uns? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Salon, der am 1. April im Kunstquartier Hagen stattfindet und gemeinsam vom philharmonischen orchesterhagen und dem Emil Schumacher Museum veranstaltet wird. Der Salon bietet allen Interessierten die Möglichkeit, zum Thema „Neue Kunst in Hagen“ ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung ist öffentlich. Das Mitdiskutieren ist Teil des Programms. Im Gespräch: Ludger Vollmer (Komponist), Christoph Maria Wagner (Komponist für Hagen), Eva Pieper-Rapp-Frick (Kunsthistorikerin), Dr. Monika Willer (Westfalenpost) und Stefan Keim (WDR)

Ludger Vollmer

„Seit Jahren ist das Haus in seiner Existenz bedroht. Doch selbst unterm Damoklesschwert bröckelnder Finanzen sucht man fürs Publikum unver-drossen auch Wege abseits des Mainstreams.“ (Deutschlandfunk)

Christoph Maria Wagner

Lola

rennt

Im Vorfeld der Premiere von „Lola rennt“ am 8. März 2014 hatte sich das theaterhagen etwas ganz Besonderes ausgedacht: „Lola rennt durch Hagen“ hieß die Aktion, die alle Hagenerinnen und Hagener zum Mitmachen aufforderte. An drei Tagen im März war die Theatermitarbeiterin und Performancekünstlerin Miriam Michel als Lola verkleidet in Hagens Innenstadt unterwegs – selbst-

April 2014

Eva PieperRapp-Frick

verständlich rennend. Wer den 1998 erschienenen Film mit Franka Potente in der Titelrolle gesehen hat, wird sich erinnern: Lola ist unschwer an ihren knallroten Haaren zu erkennen. Passanten waren dazu aufgerufen, Fotos von der rennenden Lola zu schießen und diese dem theaterhagen zukommen zu lassen. Unter allen Einsendungen hat das theaterhagen Eintrittskarten für „Lola rennt“ verlost.

Stefan Keim

Dr. Monika Willer

theaterzeitung

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Premiere

Don Quichotte Heroische Komödie in fünf Akten von Jules Massenet Dichtung von Henri Cain In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am 26. April 2014 19.30 Uhr · GroSSes Haus Besetzung Musikalische Leitung

Florian Ludwig

Inszenierung

Gregor Horres

Bühnenbild

Jan Bammes

Kostüme

Yvonne Forster

Chor

Wolfgang Müller-Salow

Mit: Marilyn Bennett, Anja Frank-Engelhaupt, Kristine Larissa Funkhauser, Verena Grammel, Veronika Haller, Maria Klier, Sophia Leimbach, Christine Léa Meier; Dirk Achille, Richard van Gemert, Orlando Mason, Wolfgang Niggel, Keija Xiong, Rainer Zaun Chor des theaterhagen philharmonisches orchesterhagen

… für die er in den Kampf ziehen…

Don Quichotte braucht eine Herzensdame... Als Jules Massenets Oper „Don Quichotte“ 1910 in Monte Carlo uraufgeführt wurde, hatte der Ritter von der traurigen Gestalt bereits einige Reinkarnationen auf der Bühne erlebt: Aus der Romanfigur von Cervantes war um die Jahrhundertwende ein Theaterheld geworden, berühmt, beliebt, vertraut wie Faust, Hamlet oder Don Juan. Massenet griff auf eine aktuelle Dramatisierung zurück, die einen für ihn entscheidenden dramaturgischen Kniff vollzogen hatte: Die „geniale Erfindung, Cervantes‘ Dulcinea, die hässliche Wirtsmagd, durch die wirklich originelle und bildhübsche Schöne Dulcinea zu ersetzen, brachte mich darauf, diese Oper zu schreiben“, erklärte er. Dulcinea wird dadurch greifbar für ihn als eine genuin dramatische Figur – eine Frau, die phantastisch schön ist und doch mehr als pure Projektion und sehnsuchtsvolle Erfindung, eine Frau, der Don Quichotte begegnen, die er begehren und die er um ihre Zuneigung bitten kann.

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theaterzeitung

Dulcinea ist der Anlass für Don Quichottes AbenteuerReise. Gemeinsam mit seinem Diener Sancho Pansa macht er sich auf, um sich nach klassischem Vorbild als Ritter zu bewähren – souverän darüber hinwegsehend, dass weder seine Ausstattung noch sein Pferd Rosinante auch nur annähernd dem Bild des edlen Ritters gerecht werden, das er zu erfüllen trachtet. Dulcineas gestohlenes Collier will er für sie zurück erobern – und zugleich ihr Herz gewinnen. Dafür kämpft er gegen Riesen, von denen Sancho Pansa meint, es wären Windmühlenflügel; und dafür greift er, ohne zu zögern, die ihm haushoch überlegene Räuberschar an, die das Collier an sich genommen hat. Allerdings lassen die Räuber, die ihn ohne weiteres umbringen könnten und das zunächst auch wollen, ihn überraschend wieder laufen. Sogar das Collier händigen sie ihm aus, tief beeindruckt von seinem Bekenntnis zu den Tugenden, die er aus den Idealen des Rittertums gewonnen hat, zu Gerechtigkeit, Reinheit und Güte.

...und für die er sterben kann. Dulcinea allerdings ist auch durch das Collier, das Quichotte ihr in Erwartung der größten Liebesseligkeit übergibt, nicht dazu zu bringen, ihm ihre Hand zu versprechen. Sie ist keine Frau, die man heiraten kann. Don Quichotte zerbricht an ihrer Abweisung und stirbt im Beisein des treuen Sancho Pansa. Ihm hatte der Ritter eine Insel versprochen als Lohn für seine Mühen; nun schenkt er sie ihm als „Insel der Träume“.

Werkstattgespräch & Offene Probe 12. April 2014 · 10.30 Uhr Theatercafé · Eintritt frei

Heroismus: ja… Das Drama, das der Librettist Henri Cain für Massenet bearbeitete, stammt von einem ansonsten völlig unbekannten Autor. Der armselige Dichter Jacques Le Lorrain, der für seinen Unterhalt als Schuster schuften musste, überlebte diesen seinen ersten und einzigen großen Erfolg nur um wenige Tage – was ihm in der Pariser Öffentlichkeit der Belle Epoque immerhin eine kurze Berühmtheit verschaffte. Aus seinem Drame héroique machte Massenet eine Comédie héroique; die kleine Verschiebung im Untertitel verdient Beachtung, denn Massenet war akribisch genau in den Gattungsbezeichnungen, die er seinen Werken verlieh, vom Drame lyrique „Werther“ über die OpéraComique „Manon“ bis zum Drame musical „Thérèse“, um nur einige der Titel zu nennen, die er auf die Opernbühnen seiner Zeit brachte.

...aber mit einer gehörigen Portion Humor! Eine heroische Komödie also strebte Massenet an. Der Komponist, der zutiefst unzufrieden nach einem Misserfolg an der Pariser Opéra mit quälendem Rheuma im Bett lag, als er an „Don Quichotte“ arbeitete, hatte sich genug Humor bewahrt, um zu wissen: Heroismus pur ist etwas aus alten Zeiten. Wenn er ihn für die Bühne seiner Gegenwart retten wollte, was der alte Stoff ja nahelegte, so tat er gut daran, ihn ironisch zu brechen. Was herauskam, ist eine Oper, die in einem ausdrucksstarken Stilmix alte Formen und neue Melodien verbindet, das Heroische

Lehrertisch am 24. April 2014 18.15 Uhr · Theatercafé Anmeldung: www.theaterhagen.de/ theaterpaedagogik

April 2014


Don Quichotte und das Menschliche, klassische Formen und aktuelle Lieder nebeneinander setzt. Dass Massenets Musik dabei keinesfalls beliebig klingt, liegt zum einen an der persönlichen Klangsprache des Komponisten, dem unter anderem Debussy eine „Begabung für klare, helle Farben und flüsternde Melodien“ attestierte. Zum Anderen gewinnt die heroische Komödie ihre Einheit aus der Geschichte, die Massenet in genauer Psychologisierung ihrer Figuren auskomponiert. In deren Zentrum steht, neben allen abenteuerlichen Eskapaden des phantasiereichen Ritters, seine Liebesgeschichte mit der schönen Dulcinea. Denn auch wenn die beiden am Ende nicht zueinander finden können, gönnt Massenet ihnen doch eine sehnsuchtsvolle Übereinstimmung in der Musik.

Don Quichotte: ein zeitloser Träumer Wie verhalten sich Wahrheit und Erfindung? Woher gewinnt derjenige, der die gültige Deutung der Wirklichkeit bestimmt, seine Macht? Und welche Kraft kann die Phantasie eines Einzelnen freisetzen? Solche Fragen waren virulent im illusions-seligen barocken Entstehungszeitraum des Romans – und wieder spannend für Massenets bürgerliches Publikum der Jahrhundertwende, das sich darin übte, hinter der um jeden Preis zu wahrenden

Weitere Termine: 2.5., 7.5., 11.5. (18.00 Uhr), 18.5. (18.00 Uhr), 23.5., 28.5., 1.6. (18.00 Uhr), 15.6. (15.00 Uhr) und 22.6.2014 (18.00 Uhr) – jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

Fassade der Wohlanständigkeit alle möglichen Abgründe zu verbergen. Das Bild, das man von sich entwarf und nach außen präsentierte, war das einzig Entscheidende, auch wenn es dahinter noch so sehr bröckelte. Wahrheit oder Fiktion – egal, so lange niemand die Lüge enttarnte. Dass mit Massenets Don Quichotte eine Theaterfigur ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit und deren Ansprüche an die „Selbst-Optimierung“ des Individuums ihre höchst persönlichen Phantasien auslebte, verschaffte ihr bleibende Faszinationskraft. Die Uraufführung mit dem weltberühmten russischen Bass Fjodor Schaljapin in der Titelrolle wurde ein großer Erfolg, der bald Vorstellungen in Paris und vielen anderen Städten der Welt nach sich zog und Massenets „Don Quichotte“ einen festen, populären Platz auf den internationalen Spielplänen sicherte. In Hagen ist die Oper nun zum ersten Mal zu erleben.

Rosinante

Heute möchte ich Sie einladen, mich durch eine Abteilung unseres Hauses zu begleiten, deren Unterstützung und Hilfe jeder Sänger besonders gern in Anspruch nimmt: die Maskenbildnerei! Wir alle würden ohne die Kolleginnen und Kollegen aus der Maskenwerkstatt im Rampenlicht ganz schön „blass“ aussehen. Sie formen mit viel Fantasie und Können jeden Charakterkopf der verschiedenen Produktionen. Schon viele Wochen vor den Proben beginnen die Vorbereitungen im Ausstattungsteam mit Gesprächen über die Pläne und Ideen des jeweiligen Regisseurs. Für Ron Bomius, den Chefmaskenbildner des theaterhagen, stellt sich dann die Frage: Müssen wir etwas Neues anfertigen oder können wir bereits Vorhandenes abändern? Er entscheidet, was machbar und, in unserem Fall, auch bezahlbar ist. Es wird versucht, so viel wie möglich in den eigenen Werkstätten herzustellen: Glatzen, Perücken, Haarteile, Bärte, Wunden und Warzen, Gesichts- und Komplettmasken (z.B. der Kopf des Froschkönigs im letzten Weihnachtsmärchen) entstehen unter den Händen unserer geschickten Maskenbildner.

April 2014

Die Kunst des Perückenknüpfens liegt u. a. darin, dass man nach dem Ankleben der Teile mit dem speziellen Mastix-Hautkleber kaum einen Unterschied zur normalen Haartracht wahrnimmt. Um den guten Zustand der Anfertigungen zu erhalten, wird jedes Teil nach Ende der Vorstellung sorgfältig aufgearbeitet und auf Styroporköpfen für die nächste Aufführung fixiert. Wie in allen künstlerischen Abteilungen arbeiten auch die Maskenbildner in geteilten Diensten und sind bei Vorstellungen, wie auch das Bühnenpersonal, lange vor den Künstlern im Haus, um alles für den Countdown vor dem Öffnen des Vorhangs vorzubereiten. Wenn die Zeit des Schminkens gekommen ist, muss jeder Hand- und Pinselgriff sitzen. Da ist jede Verzögerung im Ablauf schon eine Störung. Das Gleiche gilt bei schnellen Umzügen und Perückenwechseln. Auch diesen Drahtseilakt der Nerven muss nicht nur der Künstler, sondern besonders auch ein Maskenbildner aushalten können.

Sie sehen, wer sich für diesen Beruf interessiert, muss Kreativität und Geschick mitbringen. Alles Andere erlernt man innerhalb einer Ausbildung von zwei bis drei Jahren mit einer abschließenden Prüfung. Möchte jemand die Karriereleiter erklimmen, so steht ihm nach einigen Erfahrungsjahren der Wechsel an andere Bühnen oder in die Welt des Films und Fernsehen offen. In der Regel bekommt das Publikum nur die schönen Seiten dieser Abteilung zu sehen. Und so soll es schließlich auch sein: An der perfekten Illusion wird in allen Werkstätten des theaterhagen hart gearbeitet. Ihre

theaterzeitung

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Spielplan

Star-Pianist

Kit Armstrong

Mi 09 Uraufführung Who the hell is Jesus?

Di 01 Salon Neue Kunst in Hagen

Journalisten, Künstler und ihr Publikum im Gespräch 19.00 Uhr · Auditorium im Kunstquartier Hagen Eintritt frei

Lionsclub Hagen

7. Sinfoniekonzert

8. April 2014 Stadthalle Hagen

Hagener Erstaufführung Oper von Ludger Vollmer 19.30 – 21.00 Uhr · Großes Haus Abo C und Freiverkauf 18,50 – 33,70 €

Sa 05

Hagener Erstaufführung

orchesterhagen philharmonisch seit 1907

Lionsclub Hagen

Die acht Frauen

Eine Kriminalkomödie von Robert Thomas 19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo Z und Freiverkauf 10,80 – 26,30 €

Oper von Ludger Vollmer 19.30 – 21.00 Uhr · Großes Haus Abo L/VB B und Freiverkauf 18,50 – 33,70 €

do 10

Uraufführung

Lola rennt

Who the hell is Jesus?

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 12.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Schulvorstellung 6,- €

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband Warmband

SERVICE Öffnungszeiten Theaterkasse Mo.: geschlossen Di. bis Fr.: 14.00 – 19.00 Uhr Sa.: 10.00 – 15.00 Uhr

Who the hell is Jesus?

sowie jeweils 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn

Kaltgewalztes Spaltband

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Ausverkauft

Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Tel. 0 23 31 / 207-3218 Fax 0 23 31 / 207-2446 theaterkasse@stadt-hagen.de

Kaltband

Kaltband

Warmband

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Hagener Erstaufführung

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Premiere · Uraufführung

Lionsclub Hagen

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Werkeinführung – Lola rennt 19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Lola rennt

Fr 04 Kurz und gut

Werkeinführung – Lola rennt 19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Kaltband

Kurz und gut

Der kaltwütige Herr Schüttlöffel 19.30 Uhr · Großes Haus Abo K und Freiverkauf 10,80 – 26,30 €

Kaltgewalztes Spaltband Warmband

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

do 03 Kabarett Thomas Freitag

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 12.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Schulvorstellung 6,- €

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

So 06 Klangrede

Gespräch zum 7. Sinfoniekonzert mit Christoph Lang und Gästen 11.30 Uhr Gemeindehaus St. Josef, Schmale Str. 22, 58097 Hagen Eintritt frei

Rockoper von Andrew Lloyd Webber In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln 18.00 – 20.00 Uhr · Großes Haus Abo ThR Ausverkauft

Mo 07 Uraufführung Who the hell is Jesus?

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 12.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Schulvorstellung 6,- € Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

di 08 Uraufführung Who the hell is Jesus?

Lionsclub Hagen

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 12.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Schulvorstellung 6,- €

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Tickets und EVENTIM-Vorverkaufstellen auf www.eventim.de Beim Kartenkauf fallen zusätzliche System- und Vorverkaufsgebühren an.

Jesus Christ Superstar

EVENTIM-Vorverkaufsstellen

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

do 10 It´s tea time

Gäste: Raymond Ayers, Bariton Christopher Bruckman, Solorepetitor Fünf-Uhr-Tee mit Edeltraud Kwiatkowski 17.00 Uhr · Theatercafé Eintritt 5,- € inkl. ein Getränk

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show

Musical von Richard O’Brien 19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus Ausverkauft

Fr 11

Uraufführung

Lionsclub Hagen

Who the hell is Jesus?

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 12.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Schulvorstellung 6,- €

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Philharmonikus

Konzerteinführung für Kinder (7-13 Jahre) und Eltern Ferenc Erkel: Ouvertüre zu „László Hunyadi“ 18.45 Uhr · Stadthalle, Clubraum Freiverkauf 8,- /6,- €

Eine Kriminalkomödie von Robert Thomas 19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo F und Freiverkauf 10,80 – 26,30 €

7. Sinfoniekonzert

mit Werken von F. Erkel, F. Liszt und B. Bartók; Solist: Kit Armstrong, Klavier; Dirigent: David Marlow 20.00 Uhr · Stadthalle 19.15 Uhr Einführung Konzertabo und Freiverkauf 14,40 – 28,- €

22.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Sa 12

Werkstatt & offene Probe

Ungarn

6

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

theaterzeitung

Hagener Erstaufführung

Die acht Frauen

Nachtcafé

Don Quichotte 10.30 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Kurz und gut

Werkeinführung – Terra brasilis 19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei April 2014


APRIL 2014 Sa 12

Zum letzten Mal Uraufführung

Terra brasilis

Choreographien von T. Silvano, H. Rodovalho und L. F. Bongiovanni 19.30 – 21.20 Uhr · Großes Haus Abo MT und Freiverkauf 13,50 – 33,70 €

Uraufführung

Who the hell is Jesus?

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Freiverkauf 12,-/ 6,- €

Warmband Kaltband

Feldmühlenstr. 3 · D - 58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

So 13 8. Kammerkonzert Arcata Trio 11.00 Kurzführung zu

einem Exponat der Museen Kombiticket (Führung und Konzert) 9,60 Eur 11.30 Uhr · Auditorium im Kunstquartier Hagen Freiverkauf 6,60/3,30 €

Mi 16

Lionsclub Hagen

Who the hell is Jesus?

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Geschlossene Vorstellung

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Do 17

Uraufführung

Jesus Christ Superstar

Rockoper von Andrew Lloyd Webber In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln 19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo D und Freiverkauf 15,00 – 37,50 € Uraufführung

Who the hell is Jesus?

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Freiverkauf 12,-/ 6,- €

Lionsclub Hagen

Lionsclub Hagen-Mark

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Fr 18 Karfreitagsmatinee

www.theaterhagen.de

Weitere Vorverkaufsstellen

Bürgerämter der Stadt Hagen

Werke von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach Solisten: Banu Böke, Sopran; Rena Kleifeld, Alt; Stephan Boving, Tenor; Oliver Weidinger, Bass; Andreas Mirschel, Oboe; Dirigent: David Marlow 11.30 Uhr · EvangelischFreikirchliche Gemeinde, Am Widey 6, Hagen Freiverkauf 11,- €

Die Zeit, Die ist ein sonderbar Ding

Zentrales Bürgeramt

Rathausst. 11 · Tel.: 02331 2075777

Bürgeramt Boele Schwerter Str. 168 · Tel.: 02331 207 4400

Eine Lesung des Seniorenclubs zum Karfreitag 18.00 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Eintritt frei

Bürgeramt Hohenlimburg Freiheitstr. 3 · Tel.: 02331 2074402

Bürgeramt Haspe Hüttenplatz 67 · Tel.: 02331 2074401

Bürgeramt Vorhalle Vorhaller Str. 36 · Tel.: 02331 2074411

Bürgeramt Eilpe Eilper Str. 62 · Tel.: 02331 2074403

So 13

Fly me to the moon

Ein Swing-Abend 15.00 – 17.00 Uhr · Großes Haus Abo N und Freiverkauf 17,50 – 43,70 €

Di 15 Kurz und gut

Werkeinführung – Lola rennt 19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Hagener Erstaufführung

Lola rennt

Oper von Ludger Vollmer 19.30 – 21.00 Uhr · Großes Haus Abo VB A und Freiverkauf 18,50 – 33,70 €

Uraufführung

Lionsclub Hagen

Who the hell is Jesus?

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Freiverkauf 12,-/ 6,- €

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Feldmühlenstr. 3 · D - 58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Mi 16

Hagener Erstaufführung

Die acht Frauen

Eine Kriminalkomödie von Robert Thomas 19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo G und Freiverkauf 10,80 – 26,30 €

DIe nächste Theaterzeitung erscheint am 30.4.2014

April 2014

Sa 19 Kurz und gut

Werkeinführung – Lola rennt 19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Hagener Erstaufführung

Lola rennt

Oper von Ludger Vollmer 19.30– 21.00 Uhr · Großes Haus Abo W und Freiverkauf 18,50 – 33,70 €

Uraufführung

Lionsclub Hagen

Who the hell is Jesus?

Kaltgewalzter Qualitätsbandstahl

Lionsclub Hagen-Mark

Feldmühlenstr. 3 · D -58099 Hagen Telefon: 0 23 31/ 365 - 0 Telefax: 0 23 31/ 365 - 150 info@bandstahl-schulte.de www.bandstahl-schulte.de

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19.30 Uhr · Fa. Bandstahl Schulte & Co., Hellweg 81, 58099 Hagen Freiverkauf 12,-/ 6,- €

Kaltgewalztes Spaltband Warmband Kaltband

Mo 21 Fly me to the moon

Ein Swing-Abend 18.00 – 20.00 Uhr · Großes Haus Familienvorstellung 8,75 – 21,85 €

Fr 25 Theatertreff des Theaterfördervereins

sa 26

Mi 30

Gast: Ron Bomius, Chefmaskenbildner Restaurant „Kolpinghaus“ 58095 Hagen Eintritt frei Premiere · Hagener Erstaufführung

Don Quichotte

Oper von Jules Massenet In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln 19.30 Uhr · Großes Haus Abo P und Freiverkauf 15,00 – 37,50 €

Jesus Christ Superstar

Rockoper von Andrew Lloyd Webber In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln 19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo L/V/VB B und Restkarten 15,00 – 37,50 €

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Who the hell is jesus? Uraufführung am 5. April 2014 19.30 Uhr · Bandstahl Schulte Besetzung Inszenierung Choreographie Ausstattung

Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic für Familien mit Kindern ab acht Jahren Zur Passionszeit zeigt das Kinder- und Jugendtheater lutzhagen eine Produktion, die ihre Außergewöhnlichkeit nicht nur dem Aufführungsort verdankt, der Produktionshalle der Fa. Bandstahl Schulte & Co. Rund 40 Schülerinnen und Schüler verschiedener Glaubensrichtungen und Schulformen stellen sich für dieses Theaterprojekt eine 2000 Jahre alte Frage: „Wer war Jesus von Nazareth?“ In monatelanger Probenarbeit finden die Jugendlichen eigene Formate und Ausdruckformen – und so manche überraschende Antwort.

Christian Haase, Schulseelsorger der Hildgardisschule Hagen

„DEMUT und VERGEBUNG“ Christian, wie bist du zum Theaterprojekt „Who the hell is Jesus?“ gekommen? Der Direktor der Hildegardis-Schule, Herr Dr. Jost, hat mich vor ca. einem Jahr angesprochen, dass Werner Hahn die Idee zu einem Theaterstück zur Passionszeit hat und dass er gerne mit unserer Schule zusammenarbeiten würde. Als Schulseelsorger sollte ich mich um die Kooperation kümmern. Ich habe sofort zugesagt, da ich das Hagener Stadttheater liebe und Werner Hahn schon bewundert habe, als ich noch als kleiner Junge im Publikum saß. Das Thema ist natürlich genau mein Anliegen: Wie gehen wir heute mit diesem Jesus um? Was hat er uns noch zu sagen? Welche Fragen begegnen dir in deiner täglichen Arbeit mit jungen Menschen immer wieder? Es gibt zwei große Themen, die junge Menschen in Bezug auf Gott immer wieder beschäftigen. Erstens: Gibt es ihn überhaupt? Zweitens: Wenn es ihn gibt, warum lässt er dann Leid zu? Im seelsorglichen Bereich bin ich mit allen möglichen Themen konfrontiert. Von Liebeskummer bis hin zu schweren, persönlichen Schicksalsschlägen war schon alles dabei. Welche Rolle spielt Jesus in deinem täglichen Leben? Er ist eine Konstante in meinem Leben, da ich jeden Tag morgens und abends zu ihm bete. Er ist wie ein Kompass, den ich immer bei mir habe. Ich brauche ihn nicht ständig aus der Tasche zu holen, wenn ich den Weg kenne, aber manchmal weiß ich nicht weiter, dann ist es gut zu wissen, dass ich mich auf ihn verlassen kann.

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theaterzeitung

Werner Hahn Diana Ivancic Jeremias H. Vondrlik

Mit: Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Altenhagen, Hauptschule Remberg und der Hildegardisschule

Weitere Termine: 7.4., 8.4., 9.4., 10.4. und 11.4.2014 – jeweils um 12.00 Uhr sowie 12.4., 15.4., 16.4., 17.4. und 19.4.2014 – jeweils um 19.30 Uhr.

Welche Werte sind dir wichtig? Neben den Klassikern wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe sind für mich noch Demut und Vergebung ganz wichtig. Ich habe in meinem Leben viel geschenkt bekommen: meine Familie, meine Freunde und ich habe einen Beruf, der mich sehr glücklich macht. Da muss man aufpassen, dass man nicht alles als selbstverständlich hinnimmt und dass man demütig und dankbar bleibt. Vergebung ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, da ich das Gefühl habe, dass wir in einer Gesellschaft leben, die nur noch schwer Fehler akzeptieren kann, obwohl wir alle welche machen. Wenn du vielen Menschen etwas raten könntest, was wäre das? Bleibt neugierig! Seid offen für Neues, lest viel und guckt euch gute Filme an. Geht ins Theater, beschäftigt euch mit anderen Kulturen und seid bereit, euren eigenen Standpunkt immer wieder zu überprüfen und in Frage zu stellen.

Was bedeutet Religion für dich in deiner Arbeit als Regisseur, vor allem mit Jugendlichen? Religion im ursprünglichen Sinne ist die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften. Der Umgang mit jungen Menschen lehrt mich persönlich, Vorzeichen und Vorschriften einer ständigen Überprüfung zu unterziehen und sie im Flusse zu halten. Wenn du einer großen Gruppe von Menschen einen Rat geben dürftest, wie in der Bergpredigt, welcher wäre das? Ich maße mir nicht an, Ratschläge zu erteilen. Für mich persönlich ist eine der großen Herausforderungen die Frage der Nächstenliebe, vor allem aber die der Feindesliebe. Meine zaghaften Bemühungen tun mir gut – sie sind aber immer wieder herausfordernd.

Katharina Müller, Darstellerin

Werner Hahn, Regisseur und Autor

„RESPEKT, VERANTWORUNG, LIEBE“ Werner, wie kamst du auf die Idee zu diesem Projekt? Zu der Projektidee kam ich in zwei Etappen: bei einer privaten Osterfeier während des Essens, als ich über das Osterfest nachzudenken begann; und bei einem Kaminabend mit Freunden des Lionsclubs, als wir die Schließungen christlicher Gotteshäuser in Hagen und Defizite in der christlichen Wertevermittlung erörterten. Welche Rolle spielt Jesus in deinem täglichen Leben? Aus einer extrem konservativ-katholischen Stadt stammend (Salzburg/Österreich), habe ich mich über die Jahre von vielen dogmatischen Glaubensfragen zu lösen versucht. Heute deckt sich meine Lebenshaltung in mehreren Punkten mit der Bergpredigt. Welche Werte sind dir wichtig? Es ist mir wichtig, die Natur zu respektieren, die Würde des Menschen zu achten, Verantwortung für mein Tun zu übernehmen, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, auf mein Gewissen zu vertrauen, meine Zweifel zu akzeptieren und meine Grenzen anzunehmen. Statt zu reden, will ich lieber handeln. Und dann natürlich Liebe.

„VERTRAUEN, EHRLICHKEIT und HOFFNUNG“ Katharina, wie bist du zu diesem Projekt gekommen? In der Schule haben wir regelmäßig Schulgottesdienste. Als im November die Jahrgangsstufe 9, also wir, Gottesdienst hatte, hat unser Schulseelsorger Herr Haase für das Projekt Werbung gemacht. Da mir Theaterspielen sehr viel Spaß macht, habe ich mir einen Flyer mitgenommen – und das war auch gut so!

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Who the hell is jesus? · Ostern Welche Rolle spielt Jesus in deinem täglichen Leben? Er spielt schon eine große Rolle. Da wir eine katholische Schule sind, werden uns oft Projekte zum Thema Glauben angeboten und wir haben regelmäßige Schulgottesdienste. Außerdem bin ich Messdienerin, sodass ich ca. jedes zweite Wochenende in die Kirche gehe. Welche Rolle spielst du in dem Stück? In unserem Stück spiele ich Jesus. Irgendwie ist das die Hauptperson, aber irgendwie gehöre ich auch zur „Masse“. Ist schwierig zu beschreiben. Erst gehöre ich dazu, bin mittendrin und dann stehe ich plötzlich abseits und verstehe die anderen nicht mehr. Denke plötzlich anders als die anderen. Ist schon krass.

Und genau das habe ich gemacht – und es hat sich gelohnt. Was sind für dich wichtige Werte, die du selbst versuchst, einzuhalten? Vertrauen, Ehrlichkeit und Hoffnung bzw. Zuversicht. Zu meiner Familie und insbesondere zu meiner Mutter habe ich sehr, sehr großes Vertrauen und erzähle ihr alles. Ebenso erzählen mir meine Familie und Freunde vieles, sodass ich auch ehrlich und vertrauenswürdig sein muss. Es ist auch wichtig, immer hoffnungsvoll und zuversichtlich zu sein. Denn wenn man nicht an sich glaubt und sich selbst Mut macht, dann hat man im Leben schon so gut wie verloren.

Wenn du ganz vielen Menschen etwas raten dürftest, so wie Jesus das gemacht hat, was wäre das? Das ist eine schwierige Frage. In dem Stück heißt es: „Wenn du etwas gibst, dann mach keinen Lärm darüber.“ Ich habe darüber nachgedacht, wer das tut, und eigentlich machen das ziemlich wenige. Die meisten erzählen am nächsten Tag sofort, was für tolle, soziale Dinge sie getan haben. Die Gier, Lob zu bekommen, ist ziemlich groß. Aber ich hab’s einmal gemacht, etwas Gutes, und nicht darüber gesprochen, und es war ein tolles Gefühl. Und genau das würde ich den Menschen raten. Aber natürlich würde ich ihnen ganz besonders raten, in „Who the hell is Jesus“ zu gehen, dann kann jeder selbst für sich was mitnehmen und darüber nachdenken.

Wie hast du dich auf deine Rolle vorbereitet? Zuerst einmal habe ich meinen Text gelernt. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt – ich glaube, es war kurz vor Weihnachten – habe ich angefangen, bei den Gottesdiensten und vor allem bei der Predigt mal so richtig aufzupassen. Wirklich zuzuhören. Das ist gar nicht so leicht. Gerade die Predigten, die so altmodisch sind, dass ich für den Alltag gar nichts daraus lerne, muss ich erst ins Jahr 2014 übersetzen. Man kann viele Themen auch auf die Medien beziehen.

Ostern am theaterhagen Ostern steht vor der Tür und es stellt sich die schwierige Frage: Eier suchen oder spektakuläre Kultur genießen? Wir sagen: beides! Warum nicht eine Theaterkarte ins liebevoll versteckte Osterkörbchen legen? Das theaterhagen bietet an den Feiertagen ein Programm für alle Altersgruppen und Vorlieben! Los geht es bereits am 18. April um 11.30 Uhr in der Kirche am Widey. In der KARFREITAGSMATINEE des philharmonischen orchesterhagen unter der Leitung von David Marlow und mit namhaften Solisten werden Werke von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel Bach gegeben: Die Besucher erwartet ein ebenso feierliches wie bewegendes Konzert. Am Abend des selben Tages macht sich der Seniorenclub des theaterhagen in einer Lesung zum Karfreitag Gedanken um die Vergänglichkeit des Lebens: „DIE ZEIT, DIE IST EIN SONDERBAR DING“ ist der Titel der Veranstaltung. Die Mitglieder des Seniorenclubs haben zu diesem Thema eigene Texte entworfen, die sie im einzigartigen Ambiente einer alten Fabrikhalle bei Bandstahl Schulte im Lennetal rezitieren werden. In aufwühlenden Worten suchen die Darstellerinnen und Darsteller nach ihrer geschenkten Zeit. Die Lesung korrespondiert mit der Jugendtheaterproduktion „WHO THE HELL IS JESUS“, einem Stück zur Passionszeit, das in diesen Tagen am selben Ort insgesamt elf Mal aufgeführt wird, so auch am Ostersamstag um 19.30 Uhr. Und auch im Großen Haus des theaterhagen spielt Zeit eine wichtige Rolle: Ebenfalls am Ostersamstag, dem 19. April, läuft der Titelheldin in „LOLA RENNT“ die Zeit davon: nur 20 Minuten hat

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sie, um ihrem Freund Manni das Leben zu retten. Es geht um Liebe, Leben, Tod, kurz: um Alles – in dieser spannenden zeitgenössischen Oper von Ludger Vollmer.

Lola rennt

Am Ostermontag lassen wir all diese fundamentalen Fragen weit hinter uns, selbst Hagen ist aus der Ferne nur ein kleiner Punkt auf der großen Erdkugel: Im Swing-Abend „FLY ME TO THE MOON“ geht das Publikum auf Mondfahrt. In der mitreißenden Show verwandelt sich die Bühne in eine glamouröse Showtreppe, auf der und um die herum sich alles um den Swing dreht: Sänger des Ensembles, Orchestermusiker und Tänzer setzen diese Musik in Szene. Ostern gehört traditionell der Familie: Damit keine der zahlreichen Tanten und Onkel draußen bleiben muss, gibt es am Ostermontag alle Karten zum halben Preis.

19. April 2014 · 19.30 Uhr · Großes Haus

Ist Ihnen etwas aufgefallen? Am Ostersonntag bleibt das theaterhagen geschlossen: Auch wir wollen auf Eiersuche gehen. Frohe Ostern!

Karfreitagsmatinee 18. April 2014 · 11.30 Uhr · Kirche am Widey

„Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding“

Oper von Ludger Vollmer

Fly me to the moon Ein Swing-Abend 21. April 2014 · 18.00 Uhr · Großes Haus

Familienvorstellung – is! Alle Karten zum halben Pre

Lesung des Seniorenclubs des theaterhagen zum Karfreitag 18. April 2014 · 18.00 Uhr · Bandstahl Schulte

Who the hell is Jesus? Theater zur Passionszeit von Werner Hahn und Diana Ivancic 19. April 2014 · 19.30 Uhr · Bandstahl Schulte

theaterzeitung

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Die Acht Frauen (Huit Femmes) Eine Kriminalkomödie von Robert Thomas

Premiere am 29. März 2014 19.30 Uhr · GroSSes Haus Darstellerinnen sehr intensiv daran, dass die Art des Gesangs und auch die stimmlichen Qualitäten der Schauspielerinnen den Charakter der jeweiligen Figuren noch besser beleuchten und verstärken. Und selbst meine Klavierbegleitung entwickle ich noch laufend während der Proben, um die jeweilige Figur noch klarer zu umreißen. Habt ihr die Songs aus dem Film übernommen? Nur zwei der Film-Songs haben wir übernommen, und selbst diese werden bei uns auf Deutsch gesungen. Es sind dies das Lied der Köchin Chanel „Um nicht allein zu sein“ und das von Gaby: „Du niemals“. Letzteres in einer Übersetzung des Regisseurs.

Andres Reukauf

Dramaturgin Maria Hilchenbach hat mit dem musikalischen Leiter Andres Reukauf gesprochen: Andres, du hast die musikalische Leitung bei dieser Kriminalkomödie. Was bedeutet das? Es ist ja kein Musical oder gar eine Oper. Das ist richtig: das Theaterstück ist eigentlich ein reines Schauspiel ohne jede Musik. Erst François Ozon hatte für seinen Film die Idee, jeder der acht Frauen ein Lied zu geben. Diese Idee wird seither von den meisten Schauspielregisseuren übernommen, ist aber in keiner Weise vorgeschrieben; natürlich auch nicht, welche Musiknummern verwendet werden sollen. Deshalb stand ich Thomas Weber-Schallauer bereits bei der Wahl der Lieder beratend und kreativ zur Seite. Es geht uns nicht darum, irgendeiner sogenannten Original-Aufnahme nachzueifern; die Musiknummern sollen sehr organisch in das Schauspiel passen. Bei den Proben arbeite ich deshalb mit den

„Die Lieder betonen den Charakter der Figuren“ Was für Lieder haben Regisseur Thomas WeberSchallauer und du für die Damen ausgesucht? Gabys Schwester Augustine interpretiert „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, die ältere Tochter Susanne singt „The Man I Love“, die jüngere Tochter Catherine „My Heart Belongs to Daddy“, Pierrette singt „Yes, Sir!“, und das Hausmädchen Louise „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“. Als Abschluss des Abends singt auch Großmutter Mamy noch einen Song. Da wir kein wirklich passendes Stück fanden, hat Thomas

kurzerhand einen sehr schönen Text gedichtet, zu welchem ich ein neues Lied komponiert habe: „Wenn du jung bist“. Also bist du bei diesem Schauspiel auch als Komponist tätig? Ja: Es war von Anfang an Thomas‘ Idee, das Schauspiel mit einer Art „KriminalFilmmusik“ zu unterlegen. Dazu habe ich eine Titelmusik komponiert, welche sich an HitchcockFilmen orientiert; die Motive aus dieser Musik werden immer wieder während des Abends verwendet, um das Geschehen auf der Bühne zu untermalen, zu verstärken oder zu illustrieren. An welchen Stellen welche Musik passen könnte, entdecken wir zurzeit während der laufenden Proben. Ein sehr spannender und kreativer Prozess! Du bist – anders als bei den „Comedian Harmonists“ – kein Teil des spielenden Ensembles, sondern eher ein „Teil des Bühnenbildes“. Was soll man darunter verstehen? Schon früh war klar, dass die Musik live gespielt werden muss. Dann wurde sehr bald die Entscheidung getroffen, dass ich für das Publikum sichtbar sein werde. Da das Stück aber „Die acht Frauen“ und nicht „Die acht Frauen und der Pianist“ heißt, werde ich so positioniert sein, dass man mich (hoffentlich!) vor allem durch meine musikalischen „Kommentare“ wahrnimmt und nicht als Figur.

Weitere Termine: 5.4., 11.4., 16.4., 8.5., 24.5., 29.6. (15.00 Uhr) und 5.7.2014 – jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben. Die Acht Frauen

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Orchester Ungarn

7. Sinfoniekonzert

Kit Armstrong „Er ist die größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“

8. April 2014 · 20.00 Uhr · Stadthalle Hagen Ferenc Erkel Ouvertüre zu „László Hunyadi“

Franz Liszt Klavierkonzert Nr. 2, „Hungaria“

Béla Bartók Tanz-Suite für Orchester

Alfred Brendel

Solist

Kit Armstrong

Dirigent

David Marlow

Ungarn steht im Fokus des siebten Sinfoniekonzertes des philharmonischen orchesterhagen. Dabei erklingen natürlich die beiden wohl berühmtesten ungarischen Komponisten Liszt und Bartók. Darüber hinaus steht die Ouvertüre zur Ferenc Erkels Oper „László Hunyadi“ auf dem Programm, die in Ungarn so bekannt ist wie hierzulande Mozarts Zauberflöte. Der Solist des Abends ist Kit Armstrong, ein junger, amerikanischer Shootingstar der Klaviermusik, der bereits mit zahlreichen Preisen überhäuft wurde und darüber hinaus auch als Komponist und Naturwissenschaftler von sich reden gemacht hat. Nachdem er Liszts virtuoses zweites Klavierkonzert zu Gehör ge-

Arcata-Trio 13. April 2014 · 11.30 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen

Karfreitagsmatinee

Armstrong studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia und an der Royal Academy of Music in London. Seit seinem siebten Lebensjahr studierte er außerdem an verschiedenen Universitäten Naturwissenschaften. Ein Mathematikstudium schloss er an der Universität von Paris VI mit einem Master ab.

18. April 2014 · Kirche am Widey

„Warum betrübst du dich, mein Herz“, Kantate BWV 138

Franz Anton Hoffmeister Terzett in B-Dur Martin Gerigk Prayer II Johann Nepomuk Hummel Trio in G-Dur

Carl Philipp Emanuel Bach Oboenkonzert B-Dur

Johann Sebastian Bach „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“, Kantate BWV 116

Violine Viola

Solisten

Violoncello

Andreas Mirschel, Oboe · Banu Böke, Sopran Rena Kleifeld, Alt · Stephan Boving, Tenor Oliver Weidinger, Bass

Das Arcata-Trio hat sich im Lauf der letzten Jahre als festes Kammermusikensemble aus Musikern des philharmonischen orchesterhagen zusammengesetzt. Über ihr aktuelles Programm sei nur soviel verraten: Das haben Sie sicher noch nie gehört!

Vor Beginn des Kammerkonzertes findet um 11.00 Uhr eine Kurzführung zu einem Exponat der Museen statt.

April 2014

bracht hat, folgen im Programm mit der sinfonischen Dichtung „Hungaria“ sowie Bartóks Tanz-Suite zwei Werke voller Temperament und Feuer.

Johann Sebastian Bach

8. Kammerkonzert

Zoltan Oppelcz Bijan Fattahy Melinda Riebau

Foto: Gesine Born

Ein wahres Wunderkind ist dieser Kit Armstrong, wenngleich er diesen Ausdruck selbst gar nicht mag. Geboren wurde er am 5. März 1992 in Kalifornien. Im Alter von neun Monaten begann er zu sprechen, wenige Wochen später zu rechnen und als Dreijähriger las er bereits das Wall Street Journal. Mit fünf hatte er den Mathe-Stoff der Highschool durch. Seine Mutter befürchtete, dass er als Mathematikgenie das Leben eines einsamen Wunderlings führen könnte. Als sie merkte, dass ihr Sohn sich anhand von Büchern das Komponieren beibrachte, kaufte sie ihm daher ein Klavier, als ausgleichendes Hobby. Heute ist Musik der Beruf und Mathematik das Hobby.

Dirigent David Marlow Die Karfreitagsmatinee wartet auch in diesem Jahr wieder mit großen Werken der geistlichen Musik von Johann Sebastian Bach auf. Daneben ist aber auch das Oboenkonzert in B-Dur eines weiteren Mitglieds der Bach-Familie zu erleben: Carl Philipp Emanuel Bach feiert 2014 seinen 300. Geburtstag.

Foto: June

Im Alter von 13 Jahren lernte er Alfred Brendel kennen, der ihn seither als Lehrer und Mentor stark geprägt hat. „Er ist die größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“, sagt Brendel über Armstrong. Der englische Filmemacher Mark Kidel hat die einzigartige Beziehung zwischen den beiden in dem Dokumentarfilm „Set the Piano Stool on Fire” festgehalten. Heute ist Armstrong ein gefragter Musiker – sowohl als Komponist wie auch als Klaviervirtuose – und tritt in allen berühmten Konzertsälen der Welt auf. Nebenbei hat er sich viele Fremdsprachen, unter anderem Deutsch, selbst beigebracht und spricht sie fließend. Im 7. Sinfoniekonzert gibt er sein Debüt mit dem philharmonischen orchesterhagen.

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On tour Raymond Ayers Bariton am theaterhagen, gastierte in einer seiner Paraderollen, dem Marcello in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ in einer Neuproduktion am Theater Bremen. Für die Inszenierung zeichnete Benedikt von Peter verantwortlich, die musikalische Leitung lag in den Händen des Bremer GMD Markus Poschner. Die Presse schrieb von einem „fulminanten Theaterabend“.

Künstlersteckbrief Ludger Vollmer Bereits zum zweiten Mal kommt am theaterhagen eine Oper von Ludger Vollmer zur Aufführung. Nachdem „Gegen die Wand“ in der Spielzeit 2010/11 große Erfolge feierte, steht derzeit „Lola rennt“ auf dem Spielplan. „Lola rennt“ entstand 2013 als Auftragswerk für das Theater Regensburg. Weitere Opern des 1961 in Ostberlin geborenen Komponisten sind: „Paul und Paula oder die Legende vom Glück“ (UA Theater Nordhausen 2004); „Schillers Räuber_ Rap’n Breakdance Opera“ (UA Theaterhaus Jena 2009). Derzeit arbeitet er an „Crusades“, einem Auftragswerk für das Theater Freiburg. Das habe ich mir zuletzt im Theater angesehen: „Terra brasilis“ und „Jesus Christ Superstar“ am theaterhagen; fantastisch. Das liebe ich am Theater: Es ist das Konzentrat des Lebens. Das stört mich an meinem Beruf: Nichts so sehr, dass ich mich wirklich beschweren müsste.

Impressum theaterzeitung April 2014: Herausgeber: theaterhagen · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Tel. 0 23 31 - 207 - 3210 Intendant: Norbert Hilchenbach · Redaktion: Adaora Geiger Gestaltung: IDEENpool GmbH, Norma Nierstenhöfer & Thomas Gebehenne Texte: Thilo Borowczak, Adaora Geiger, Werner Hahn, Dr. Maria Hilchenbach, Christoph Lang, Miriam Michel, Jürgen Pottebaum, Manuel Schneider, Tillmann Schnieders, Miriam Walter, Imme Winckelmann Fotos: Stefan Kühle, Klaus Lefebvre, Privat · Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 96.000

Förderliches am Rande Liebe Freunde des theaterhagen! Als Mitglied im Theaterförderverein (TFV) kann man sich stets auf kleine „Extras“ freuen. Besonders beliebt ist die jährliche Theaterreise, die 2014 nach Hannover führt (31.5. - 1.6.). Am Niedersächsischen Staatstheater wird die Oper „Ein Maskenball“ von Giuseppe Verdi besucht. In der Rolle des Renato ist Stefan Adam zu erleben, der von 1995 bis 2001 Mitglied des Hagener Ensembles war. Das ist natürlich kein Zufall, denn es gelingt immer wieder, die Theaterreise so zu planen, dass sie ein Wiedersehen mit ehemaligen Ensemblemitgliedern ermöglicht. Der Ausflug bietet aber nicht nur das Opernereignis mit Stefan Adam, vielmehr gehören eine Stadtrundfahrt und ein Besuch in den Herrenhäuser Gärten zum Programm. So entpuppt sich die zweitägige Fahrt als kleine Kulturreise, dank der einfallsreichen Vorbereitung. Die 50 Plätze waren schnell vergeben, für alle, die diesmal nicht sofort zum Zuge kamen, bleibt die Hoffnung, über eine Warteliste nachzurücken. Am Schluss noch ein Information zu einem anderen ehemaligen „Hagener“: Antony Hermus war mit der Anhaltischen Philharmonie Artist-in-Residence beim KurtWeill-Fest in Dessau (Februar - März 2014). Auch das eine schöne Nachricht. Im Theatertreff am 25. April 2014 dreht sich alles um die Kunst des Schminkens. Chefmaskenbildner Ronald Bomius wird verraten, wie sich unter seinen Händen Künstlerinnen und Künstler in die Figuren verwandeln, die wir Abend für Abend auf der Bühne erleben. Die Veranstaltung beginnt um 19. 30 Uhr im Restaurant „Kolpinghaus” (Bergischer Ring 18). Ihr Theaterförderverein www.theaterfoerderverein-hagen.de

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Gerade in meinem CD-Player: Beethoven: Klaviersonaten mit Alfred Brendel. Wenn mein Weg mich nicht ans Theater geführt hätte, dann wäre ich…: Nicht vorstellbar! Diese Person bewundere ich: Menschen, die so widerständig und mutig in der Stadt stehen und für ihre Sache kämpfen wie Norbert Hilchenbach.

Kulturgemeinde Volksbühne Hagen und Umgebung e. V. Wasserloses Tal 27 · 58093 Hagen

Mehr Service Der Frühling ist da und hat mit viel Grün und Blumenpracht von Hagen Besitz ergriffen. Schneller als gewöhnlich sind auch die ersten Einladungen zum Treffen am Gartengrill eingetroffen. Umso deutlicher sei noch einmal an die Mitgliederversammlung der Volksbühne Hagen (vbh) am 27. April von 11.00 bis ca.13.00 Uhr im Theatercafé (gänzlich ohne Grill) erinnert. Nach den Vorstandswahlen wird es neue Ansprechpartner im Vorstand geben und somit ebenfalls ein Wechsel der Service-Nummern. Schon einmal empfahl die vbh-Redaktion im Mitgliedsheft auf der Titelseite „Bitte lies mich“. Diesmal ist dieser Hinweis nicht zu finden, aber im gerade verschickten Info gibt es alle neuen wichtigen Kontakte ganz exklusiv für Mitglieder. Kartentauscher und Zusatzkarten-Interessenten können sich zudem eine neue Service-Nummer notieren. Freundlicherweise nimmt die Partnerschaftsgesellschaft von Rechtsanwalt Buerger und Steuerberater Schmaltz unter Tel. 02331/3480080 auch Service - Nachfragen zur vbh an und gibt die Telefonnummer Rat suchender Mitglieder weiter. Die Service-Nummer ist natürlich nur werktags zu den üblichen Bürozeiten besetzt. Auch die Rückrufe werden tagsüber erfolgen. Alles Weitere steht im Info. Es aufzubewahren, wäre gut. Bis bald im theaterhagen. Volker Schwiddessen

vbh

Nur wenige Menschen wissen, dass ich…: vor meinem Leben als Musiker und Komponist und neben dem Abitur eine Berufsausbildung zum Werkzeugmacher absolviert habe. Dieses Wort beschreibt mich gerade am besten: Neugieriger, nachdenklicher, skeptischer und leidenschaftlicher Forscher und Entdecker. Mein Motto: Durch Leben lernen.

Ballettfreunde Hagen Liebe Ballettfreunde, als Schatzmeisterin des neugegründeten Ballettfreunde Hagen e.V. habe ich zurzeit erfreulicherweise gut zu tun. Seit Gründung des Vereins am 20. Januar gingen schon mehr als 1000 Euro an Individualspenden auf dem Konto des Ballettfreunde Hagen e.V. ein. Das Ausstellen entsprechender Spendenbescheinigungen bereitet viel Freude, unterstützen die Spendengelder doch unser balletthagen in seiner künstlerischen Weiterentwicklung. Für das zweiwöchige Training durch einen Gastlehrer werden zum Beispiel ca. 1500 Euro an Aufwendungen benötigt, die bei ständig abnehmendem Finanzrahmen des Theaters kaum zu finanzieren sind. Gleichzeitig bieten diese Gastlehreraufenthalte den Tänzerinnen und Tänzern aber die wichtige Möglichkeit, Techniken zu vertiefen, neue tänzerische Inspirationen aufzugreifen und über den „Tellerrand“ des Hagener Ballettsaals hinaus Einblicke in internationale Trainingsmethoden zu erlangen. Aus diesem Grund haben die Ballettfreunde zugesagt, pro Saison mindestens zwei Gastlehreraufenthalte zu finanzieren. Deswegen nahmen die Ballettfreunde auch einen weiteren Spendeneingang von über 1000 Euro hocherfreut entgegen, der dadurch erzielt wurde, dass die Gäste einer Zahnarztpraxiseröffnung in Hagen anstelle von Aufmerksamkeiten großzügig die aufgestellte Spendenbox füllten. Ein herzlicher Dank an alle spendenfreudigen Gäste! Engagement lohnt sich und wird belohnt durch den Genuss hervorragender und leidenschaftlicher Leistungen auf der Bühne unseres theaterhagen! Ihre Schatzmeisterin der Ballettfreunde Hagen

volksbühne hagen Viel Kultur im Angebot.

April 2014


Theaterzeitung April 2014