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theater zeitung MUSIKTHEATER BALLETT SCHAUSPIEL KABARETT PHILHARMONISCHES ORCHESTER LUTZ April 2013

„Mit erfrischendem Humor inszeniert“ (Ruhr Nachrichten)

Komische Oper von Albert Lortzing Rainer Zaun, Maria Klier

Interview

Premiere

Premiere

Moritz Eggert

Selma Ježková

Verrücktes Blut

„Ich möchte dem Publikum die Ängste vor der ‚Neuen Musik’ nehmen“, erklärt der Komponist für Hagen im Gespräch mit dem theaterhagen. Wie ihm das gelingt, lesen Sie auf

> Seite 2 April 2013

(Dancer in the Dark) Eine Oper nach dem gleichnamigen Film von Lars von Trier – ungemein dicht und fesselnd komponiert von dem Dänen Poul Ruders

Großes Theater auf kleiner Bühne! Eines der aktuellsten und reibungsvollsten deutschen Theaterstücke im lutzhagen

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Interview · Moritz Eggert „Ich will das Publikum aus der Reserve locken“ Moritz Eggert im Gespräch theaterhagen: Herr Eggert, Sie sind in der Spielzeit 2012/2013 der Komponist für Hagen. Wie kam es denn dazu? Moritz Eggert: Das kam ganz plötzlich und unvermutet: Florian Ludwig rief mich an und fragte, ob ich dazu Lust hätte. Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, weil ich mit Hagen sehr schöne Erinnerungen verbinde.

experimentieren. Das Reflektieren, Nachdenken und darüber Schreiben hat mich auch beim Komponieren weitergebracht.

Was für Erinnerungen sind das? Hagen wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil es der Ort der zweiten Aufführung meiner für mich sehr wichtigen Oper „Helle Nächte“ war. Mit der Hagener Produktion, die Roman Hovenbitzer damals inszenierte und in der Peter Schöne mitgesungen hat, war ich sehr glücklich. Ihre Kompositionen sind sehr vielseitig und die Mittel zur Umsetzung oft sehr ungewöhnlich. Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben? Das ist immer die schwierigste Frage. Wenn Sie meine Musik als vielseitig bezeichnen, dann ist das für mich ein Lob. Mich interessieren viele Arten von musikalischem Ausdruck, das Ernste, das Absurde, das Komische, das Tragische. Deswegen kann man von einem meiner Stück nicht auf alle anderen Stücke schließen. Ich möchte immer wieder neue Sachen probieren, und fände es erbärmlich, nur in einer Form von musikalischer Sprache zu schreiben, da es so viele Sprachen gibt. Was steckt hinter Ihren Performances? Ich baue performative Elemente in meine Stücke ein, weil ich dem Publikum die eingefahrenen Ängste vor einem „Neuen Musikkonzert“ nehmen möchte. Ich will die Situation durchbrechen und sowohl das Publikum, als auch mich selbst aus der Reserve locken. In solchen Momenten öffne ich mich den Menschen, indem ich peinliche, verrückte oder theatralische Sachen mache. Das durchbricht die normale Konzertsituation. Wie nimmt das Publikum die „Neue Musik“ auf? Im Grunde positiv. Ich habe natürlich auch extreme Erlebnisse gehabt. Von Schlägereien im Publikum, Zuhörern, die Konzerte abbrechen wollten, bis zu enthusiastischer Zustimmung habe ich alles erlebt. Es gibt immer gegensätzliche Meinungen, aber gerade das ist ja interessant. Die schlimmste Beleidigung für mich wäre, wenn sich das Publikum nach dem Konzert das Kinn reibt und sagt: „Es war interessant“. Extremreaktionen interessieren mich, und die möchte ich auch hervorrufen. Sie sind ebenfalls als Autor tätig, unter anderem in Ihrem Bad Blog of Musick und für die Neue Musikzeitung. Was bedeutet Schreiben für Sie? Ich habe früher schon immer gerne Texte zu meinen Stücken geschrieben. Bei meinen ersten Opern habe ich die Libretti selber entworfen. Ich habe auch Texte geschrieben, die ich selber vertont habe. Dann habe ich angefangen, in diesen Texten literarisch zu

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sehr aufwändig ist, weil fast eine ganze Schulklasse daran teilnimmt und das Stück mitgestaltet. Halten Sie musikalische Früherziehung für wichtig? Absolut. Kinder haben ein ganz anderes Verständnis für Kunst und Kultur, wenn sie daran beteiligt sind. Sie müssen ja nicht alle neue Mozarts werden. Es geht viel mehr um das Verständnis der schönen Dinge, die unser Leben ausmachen. Die sind eben nicht nur virtuell, im Internet oder am Computer, sonder ganz real. Wenn man ein Instrument in der Hand hält oder selber singt, ist das ein ganz tolles Erlebnis. Das Gespräch führte Britta Luckas

Moritz Eggert Komponist für Hagen

Gibt es außer dem Schreiben und der Musik noch eine weitere Leidenschaft von Ihnen? Ich habe eine große Sammlung an Brettspielen, an die 1.500. Ich beschäftige mich gerne mit Spieltheorie und Spielverständnis. Das ist auch eine Sache, die das Komponieren befruchtet. Sie gestalten den diesjährigen Philharmonischen Kinder- und Jugendtag am 15. Juni 2013 mit. Erzählen Sie uns davon! Es gibt Menschen, die versuchen Musik für Kinder und Jugendliche zu schreiben, aber es gibt leider sehr wenig Musik, die auch von Kindern und Jugendlichen gespielt werden kann. Da gibt es diesen schönen Spruch von Hindemith: „Machen ist besser als Fühlen“. Beim Philharmonischen Kinder- und Jugendtag hört man unter anderem ein Stück von mir mit dem Titel „Das ganz normale Leben“, welches

Material für ht! c u s e g e c n a rm o rf e P rt e g Eg

Moritz Eggert ist nicht nur als Komponist bekannt, sondern hat auch als Pianist, Performer und Autor auf sich aufmerksam gemacht. Der 1965 in Heidelberg geborene Musiker regt mit seiner Arbeit immer wieder zu kontroversen Diskussionen an und sorgt mit seinen Artikeln für Aufregung in der Musikwelt. In Hagen hat sich Eggert bereits 2006 mit seiner Oper „Helle Nächte“ vorgestellt und große Erfolge gefeiert. In dieser Saison steht sein sinfonisches und kammermusikalisches Schaffen im Fokus.

Termine mit Moritz Eggert: 7. Sinfoniekonzert – Kontraste 23. April 2013 · 20.00 Uhr · Stadthalle Hagen Industrial für Schlagzeug und Orchester 8. Sinfoniekonzert – Fantastisch 14. Mai 2013 · 20.00 Uhr · Stadthalle Hagen Puls Philharmonischer Kinder- und Jugendtag 15. Juni 2013 · Stadthalle Hagen 11.00 Uhr Das philharmonische orchesterhagen geht ins Konzert Text: Paul Maar 18.00 Uhr Das ganz normale Leben

& Jugend

Für die Probenarbeit und Aufführung von Moritz Eggerts „Das ganz normale Leben“ beim Philharmonischen Kinder- und Jugendtag am 15. Juni 2013 werden von März bis Juni leihweise folgende Utensilien gesucht: · 3 Tischventilatoren

· Beatboxing-Equipment

· 1 Elektrobohrer

· 2 Herdplatten

· 1 Staubsauger

· 1 Teekessel

· 6 Cheerleader-Pompons Kontakt: lisa.valdivia@stadt-hagen.de, Tel: 02331/207-3271 Mehr zum Philharmonischen Kinder- und Jugendtag unter www.theater.hagen.de und www.facebook.com/philkijutag

April 2013


Kritiken · Boy‘s & Girl‘s Day „Lebendig, Kraftvoll, Verschmitzt“ – Der Wildschütz Es sind überraschende (...) Einfälle, die die Inszenierungen von Regisseurin Annette Wolf und Ausstatterin Lena Brexendorff zu etwas Besonderem machen. Ihr Humor ist erfrischend und hebt sich angenehm vom konventionell-biederen Schmunzeltheater ab, als das komische Opern meist dargeboten werden. (Ruhr Nachrichten) Intendant Norbert Hilchenbach kann nach den zahlreichen Hiobsbotschaften während der Einstudierung des Stückes entspannen: Mit diesem modernen Wildschütz gelang ihm wie seinem Team eine glänzende Premiere und eine wunderbare Repertoire-Erweiterung. (Ioco – Kultur im Netz) Annette Wolf verzichtet auf Sozialkritik und lässt den Grafen verbotene Kräuter inhalieren, derweil der Opernchor als Dorfbevölkerung sein Dasein mit Alkohol bändigt. (…) GMD Florian Ludwig liebt die deutschen Romantiker und sucht mit den Hagener Philharmonikern einen weichen, geschmeidigen Orchesterklang, der mit goldenem Hörnerglanz jenes

Ensemble

Naturideal beschwört, das sich auf der Bühne längst in psychedelische Dirndl-Erotik verwandelt hat. (Westfalenpost / Westfälische Rundschau) Neben einer passenden Personenführung lebt dieses Stück vor allem von guten Sängerdarstellern, und diesbezüglich kommt man in Hagen erneut vollends auf seine

Kosten. (…) Der von Wolfgang Müller-Salow einstudierte Chor weiß ebenfalls zu überzeugen und das Philharmonische Orchester Hagen rundet unter der Leitung von Florian Ludwig mit frischem Klang, vor allem bei den Holzbläsern, den Abend rundum gelungen ab, so dass es für alle Beteiligten am Ende lang anhaltenden und verdienten Applaus gibt. (Online Musik Magazin)

„Eindrucksvoll, hochemotional und bewegend “ – Abgefahren Ein ganz außergewöhnliches Stück (…). Eindrucksvoll, hochemotional und bewegend. (…) In den Biografien auf der Bühne verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Spiel sowie zwischen Gut und Böse. (WDR 3 Fernsehen) „Männer machen sowas nicht.“ Und doch wurden sie schnell von dem Wunder „Theater“ gefangen und mit dieser Droge infiziert, deren Konsum wohl kaum als schädlich zu bezeichnen ist. Dieses Wunder Theater hat ihnen geholfen, hat ihnen so viel gebracht, dass ihr schwerer Weg aus dem Teufelskreis nun vielleicht viel einfacher wird. (…) Diese Menschen haben den tosenden Applaus verdient, den ihnen das Publikum am Samstag entgegen gebracht hat. Und so hat dieses wichtige Stück nicht nur den Traum der Männer verwirklicht, ihre Geschichte auf die

Ensemble

Theaterbühne zu bringen, es trägt entscheidend dazu bei, dass wir als Betrachter einen Einblick in die Welten derer bekommen, die auf unterschiedlichste Arten und Weisen auf die schiefe Bahn geraten sind. Und es wird in den

Köpfen des Publikums dort ein Nachdenken auslösen, wo zuvor Verurteilung ausgelöst wurde. Schade, dass nur so wenige Vorstellungen angesetzt sind. (Radio 58)

Angebote des theaterhagen

t! Girl‘s Day Ausgebuch

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Am Donnerstag, den 25. April findet der „Girls’ & Boys’ Day 2013“ statt. Das theaterhagen beteiligt sich mit gleich zwei Aktionen daran. Informationen zum Trainingsbesuch beim balletthagen für Jungs und den Probenbesuch von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ für Mädchen gibt es unter www.boys-day.de bzw. www.girls-day.de. Die Anmeldung zu den Aktionen kann ausschließlich über diese Homepages erfolgen!

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Premiere

Gefördert im Rahmen des Fonds Neues Musiktheater 2013

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG OPER IN EINEM AKT MUSIK VON POUL RUDERS TEXT VON HENRIK ENGELBRECHT IN ENGLISCHER SPRACHE MIT DEUTSCHEN ÜBERTITELN

PREMIERE AM 13. APRIL 2013 19.30 UHR · GROSSES HAUS Musikalische Leitung

David Marlow

Inszenierung

Gregor Horres

Ausstattung

Jan Bammes

Video

Volker Köster

Licht

Ulrich Schneider

Dramaturgie

Dorothee Hannappel

Mit: Kristine Larissa Funkhauser (Kathy), Dagmar Hesse (Selma Ježková), Rena Kleifeld (Brenda), Jutta Wermeckes-Krafft (Linda), Dirk Achille / Sebastian Joest (1. Wärter), Raymond Ayers (Bill Houston), Ks. Horst Fiehl (Oldrich Novy), Bernd Könnes (Staatsanwalt/ 2. Wärter), Orlando Mason (Norman), Paul Schlenga (Gene) philharmonisches orchesterhagen

Am Premierentag ist der Komponist Poul Ruders zu Gast und gibt um 18.00 Uhr im Theatercafé eine Einführung in sein Werk.

Werkstatt & Die offene Probe Selma Ježková (Dancer in the Dark) 30. März 2013 · 10.30 Uhr · Theatercafé Zeitgenössische Opern haben einen festen Platz auf den Spielplänen des theaterhagen – und es spricht für die hohe Akzeptanz des Theaters in der Stadt und Region, dass in den letzten Jahren neue und unbekannte Werke wie „Susannah“ oder „Gegen die Wand“ auf reges Interesse stießen und gut besucht waren. Nun wird die Reihe mit der deutschen Erstaufführung einer Oper des wohl bedeutendsten Gegenwartskomponisten unseres Nachbarlandes Dänemark fortgesetzt: Poul Ruders. 1949 geboren, absolvierte er ein Orgelstudium und begann in den 1960er Jahren zu komponieren. Seither hat er ein vielseitiges Oeuvre geschaffen, das weltweit aufgeführt wird. Es umfasst Werke unterschiedlicher Gattungen und Besetzungen, von Solostücken über kammermusikalische Werke bis zu Symphonien; von Liedern über Chorkompositionen bis zu mehreren abendfüllenden Opern. Seine Oper „The Handmaid’s Tale“ (2000) nach dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood trug maßgeblich zum internationalen Erfolg des Komponisten bei. Das Auftragswerk der Königlichen Oper in Kopenhagen wurde in London und Toronto nachgespielt, und bald folgten Aufträge renommierter Institutionen. Die Königliche Oper, das bedeutendste Opernhaus seines Heimatlandes, hat seither zwei weitere Opern bei Poul Ruders in Auftrag gegeben; und auch große Orchester wie die New

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(Dancer in the dark)

Selma

Ježková Yorker und die Berliner Philharmoniker oder das BBC Orchestra baten ihn um Kompositionen. Für die neu gebaute Kopenhagener Oper entstand 2005 ein Werk auf der Grundlage von Franz Kafkas Roman „Der Prozess“; 2010 folgte „Selma Ježková (Dancer in the Dark)“. Allein die Titel dieser Werke geben Hinweise darauf, was für Sujets den Komponisten faszinieren: Sie sind anspruchsvoll, ernsthaft in ihrer Thematik und bieten Charaktere, die von starken Gefühlen angetrieben werden. Ein Kritiker hat einmal Ruders‘ Opernschaffen auf die Formel gebracht, er wolle „den Hörer ins Labyrinth der Seele führen, dahin, wo Musik die Art prägt, wie wir die Welt erfahren“.

Hör mal, die Musik. Kannst du sie nicht hören? Alles hier drin ist Musik. (Selma) In „Selma Ježková“ verarbeitet Ruders einen Stoff, zu dem ihn der Film „Dancer in the Dark“ von Lars von Trier inspirierte. Mit der isländischen Sängerin Björk in der Titelrolle zeigt der Film die verstörende Geschichte einer tschechischen Einwanderin in den USA der 60er Jahre. Lars von Trier zählt zu den Mitunterzeichnern des sogenannten „Dogma“-Manifestes, dessen Regeln – Verwendung von Handkameras an Originalschauplätzen, Verzicht auf künstliche Beleuchtung und Requisiten etc. – auf den Eindruck von Authentizität abzielen. Dieser Film allerdings entsprang dem Wunsch des Regisseurs, einmal ein Musical zu machen, und so geht die realistisch abgebildete, triste

Lebenswirklichkeit der Protagonistin eine eigenwillige Melange ein mit der artifiziellen Traumwelt des Musicals, in die Selma sich immer mehr hineinphantasiert. Von der Vorlage nehmen Poul Ruders und sein Librettist Henrik Engelbrecht sehr ausgewählte Elemente auf. Die Oper bietet – und erfordert – andere Mittel als der Film, um die Geschichte der Titelheldin zu präsentieren. Auf einen einzigen Akt von 70 Minuten Dauer ist die Handlung konzentriert; auf die Musik von Björk verzichtet Poul Ruders vollkommen. Überhaupt gilt sein Interesse viel weniger dem Musical, das nur als Facette des Charakters von Selma bedeutungsvoll bleibt, als dem Traum, in den sie sich flüchtet, glücklich in Erinnerungen an KinoErlebnisse der Kindheit schwelgend und alle Anforderungen des Arbeitsalltags vergessend.

Alles, was ich brauche, ist ein Kredit. Nur für einen Monat. (Bill)

„Selma Ježková (Dancer in the Dark)“ ist Teil der Aktion „Jeder Schüler ins theaterhagen“ des Theaterfördervereins. Der Theaterförderverein finanziert den kostenfreien Besuch von Schulklassen (empfohlen ab Klasse 10) Infos unter: tillmann.schnieders@stadt-hagen.de, Tel: 0 23 31 / 207 - 3223

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Selma Ježková (Dancer in the Dark) Nach Amerika gekommen ist Selma mit einem einzigen Ziel: Ihrem Sohn eine Augenoperation zu ermöglichen, ohne die er zu erblinden droht. Sie selbst, die unter der gleichen Erbkrankheit leidet, ist bereits nahezu blind. Wie viel – oder wenig – sie noch sieht, wird bezeichnender­weise nicht ganz klar. Die Erblindende lebt in einer Gesellschaft, die ihrerseits zu „blind“ ist, Selmas allmählichen Verlust des Augenlichtes zu bemerken – was nicht unerheblich zu der Tragödie beiträgt, als die sich ihr Leben entwickelt. Für die Operation ihres Kindes braucht sie Geld. Dafür arbeitet sie in einer Eisenwarenfabrik, nicht selten Tag- und Nachtschicht hintereinander. Sie sieht die Maschinen kaum noch; umso intensiver sind ihre Visionen des Musicals, in dem sie auftreten will, und für das sie während der Arbeit Texte und Lieder zu memorieren versucht. Darüber macht sie so viele Fehler, dass sie schließlich gefeuert wird. Ihr letztes Geld trägt sie nach Hause und legt es in die Blechdose, in der sie ihre Ersparnisse sammelt: Es ist gerade genug, um den Arzt für ihren Sohn zu bezahlen.

Bring mich einfach um. Wenn du das Geld willst, musst du mich umbringen. (Bill) Finanzielle Schwierigkeiten hat auch Bill, ihr Vermieter. Er zieht Selma ins Vertrauen: Sein Gehalt als Polizist reicht nicht aus für den luxuriösen Lebensstil seiner Frau. Nun ist er pleite und verzweifelt und hat Angst, verlassen zu werden.

Als er bemerkt, dass Selma eine beträchtliche Summe Bargeld in ihrer Küche lagert, versucht er, sie zu bestehlen. Einige Momente lang steht alles auf dem Spiel, wofür Selma gelebt hat. Die Auseinandersetzung der beiden eskaliert. Bald darauf steht Selma vor Gericht. Sie hat Bill ermordet – eine Tat, deren genaue Motive im Prozess nicht geklärt werden. Sie verteidigt sich nicht und für den Richter ist der Fall der Einwanderin (aus einem kommunistischen Land!), die zur Mörderin wurde, schnell klar; er verhängt die Todesstrafe. In einer letzten überraschenden Wendung erfährt Selma, kurz vor ihrer Hinrichtung, dass ihr Sohn erfolgreich operiert wurde. Die Heilung des Kindes kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Verlauf des Stückes zahlreiche Fragen aufgeworfen wurden, auf die keine raschen Antworten möglich sind: große Fragen nach Gerechtigkeit, nach Liebe, nach dem Recht darauf, ein eigenes Leben zu leben – oder einen eigenen Traum zu träumen –, um nur einige zu nennen.

Das Geld ist für Gene. Er muss operiert werden, sonst wird es zu spät. (Selma) „Selma Ježková“ ist das ergreifende Portrait einer Frau, die in einem fremden Land die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln bricht, weil sie ihren eigenen Weg gehen will und gehen muss. Poul Ruders gestaltet diesen Weg als tragisches Schicksal. „Vom ersten Akkord an gibt es kein Zurück – die schmerzliche Geschichte entwickelt sich unerbittlich“, so beschreibt der Komponist die Dynamik der Musik, mit der er das kurze Leben seiner

Protagonistin in eine unerhört dichte, fesselnde Oper gefasst hat.

Ich habe solche Angst. Weitere Termine: 16.4., 25.4., 10.5., 15.5., 19.5. (18.00 Uhr), 22.5., 31.5., 20.6., 5.7., 13.7.2013 – jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

Eine halbe Stunde vor Beginn jeder Vorstellung gibt es eine Einführung im Theatercafé. Zu bestimmten Terminen gibt es überdies Nachgespräche mit Beteiligten der Produktion.

Lehrertisch zu „Selma Ježková“ am 11. April 2013 um 18.15 Uhr im Theatercafé. Zu Gast: Dramaturgin Dorothee Hannappel. Anmeldung erforderlich: www.theater.hagen.de oder miriam.walter@stadt-hagen.de

Materialmappen für den Schulunterricht können kostenfrei bestellt werden bei miriam.walter@stadt-hagen.de, Tel. 02331/207-3282

Der etwas andere, junge Blick hinter die Kulissen mit und von Jeannie Hannibal. Spitzenschuhe. Rosa Tutu. Weiße Strumpfhosen. Klassische Musik. Und eine finster drein schauende Lehrerin mit einem festen Knoten am grauen Hinterkopf. So stellt ihr euch etwa eine Ballettstunde vor? Ich muss zugeben, meine eigenen ersten Ballettstunden waren auch nicht so der Renner. Ein strenger russischer Lehrer, der nur dann seine Miene verzog, wenn sich viele in weiße Strumpfhosen versteckte Mädchenbeine synchron zum Nussknacker bewegten. Und meine Einsicht, mit O-Beinen niemals zur Primaballerina aufsteigen zu können. Fast zehn Jahre später habe ich mein Trauma überwunden und gehe wieder richtig gerne ins Ballett. Wohlgemerkt in eine Ballettaufführung. Ratet mal, wo ich deshalb gerade bin? Genau – im Ballettsaal des theaterhagen zu einer Probe für die neue „TanzTrilogie“. Aus dem obersten Stock des Theatergebäudes blicke ich auf Hagener Wohnbauten. Der Choreograph Ricardo Fernando ist noch nicht da, und so liegen die Tänzer noch gelassen auf ihren Matten. Hier ein paar Dehnübungen, da ein Bein in die Luft gereckt. Was für

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die Tänzer Aufwärmübungen sind, bringt mich schon allein beim Zusehen ins Schwitzen. Dann geht es endlich los. Mit einem dynamischen „So!“ von Ricardo kommen alle Tänzer zusammen. Begeistert kann ich meine Augen kaum von den bewegten Körpern und den verschiedenen „Bildern“ loseisen. Was für eine Körperbeherrschung! Immer auf den Zählzeiten 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 bewegen sich die Tänzer. 5, 6, 7, 8, … 5, 6, 7, 8 … das Zählen wird zu einem Mantra, das auch nach dem Besuch noch in meinem Kopf festsitzt. Verschiedenste Sprünge, Rollen auf dem Boden, Hoch- und Tiefbewegungen, Arme fuchtelnd im Raum drehend, scheinbar durcheinander, aber doch nach einem gewissen Muster tanzend – es ist einfach unglaublich, wie energiegeladen die Tänzer den Ballettsaal in Schwingung versetzen. Schon während des Zuschauens habe ich das Gefühl, dass man diese Eindrücke kaum in Worte fassen kann – dieses Tanzen muss man erleben! Denn das, was sich hinter der

„Tanz-Trilogie“ verbirgt, scheint vor allem eines zu sein – ein Wasserfall aus Emotionen! Natürlich ist die neue „Tanz-Trilogie“ kein klassisches Handlungsballett, bei dem die Geschichte dahinter mehr oder weniger offensichtlich wird. Vielleicht werdet ihr euch auch fragen, was die einzelnen Bewegungen zu bedeuten haben, und euch mit der Deutung ein bisschen schwer tun. Aber ich glaube, dass vor allem diese „freien“ Choreographien es viel einfacher machen, Ballett zu erleben. Lasst euch einfach darauf ein und lasst die Gefühle und Gedanken zu, die euch beim Zuschauen kommen. Und bitte vorher das Ballett-Klischee bei den Spitzenschuhen an der Garderobe abgeben! Bis bald kultich.theaterhagen@gmail.com

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Spielplan April 2013

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus Abo F u. Freiverkauf PK 3

Operette von Jacques Offenbach

19.30 – 22.15 Uhr · Großes Haus Abo G Freiverkauf PK 3

Sa 13

Fr 05

Werkeinführung Selma Ježková (Dancer in the Dark)

19.00 Uhr · Theatercafé

Werkeinführung – Tanz-Trilogie

Eintritt frei

19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Uraufführung

Deutsche Erstaufführung

Oper in einem Akt von Poul Ruders

Selma Ježková PREMIERE (Dancer in the Dark)

Tanz-Trilogie

Ballett mit Choreographien von Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando

Tanz-Trilogie

Ballett mit Choreographien von Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando

Do 04 Die Großherzogin von Gerolstein

Uraufführung

19.30 – 20.40 Uhr · Großes Haus Abo P u. Freiverkauf PK 2

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus Abo C u. Freiverkauf PK 3

Davon geht die Welt nicht unter

Ein Projekt des Seniorenclubs des theaterhagen

So 14 7. Kammerkonzert Klaviertrios

11.00 Kurzführung zu einem Exponat der Museen

19.30 – 21.45 Uhr · lutz

Kombiticket (Führung und Konzert) 9,60 Euro

Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

11.30 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen

Sa 06 Richard O‘Brien‘s The Rocky Horror Show

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus Ausverkauft

Davon geht die Welt nicht unter Freiverkauf 12,- / 6,- Euro

Neue Duowerke für Klarinette und Harfe John Corbett, Klarinette Simone Seiler, Harfe

18.00 Uhr · Elbershallen Hagen, Halle 3

Eintritt frei

Di 16

Werkeinführung – Selma Ježková (Dancer in the Dark)

19.00 Uhr · Theatercafé

Werkeinführung – Don Carlo

Eintritt frei

14.30 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

ZUM LETZTEN MAL

Oper von Giuseppe Verdi · In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Duo Imaginaire

Ein Projekt des Seniorenclubs des theaterhagen

16.00 – 18.15 Uhr · lutz

So 07

Freiverkauf 6,60 / 3,30Euro

Musical von Richard O‘Brien

Don Carlo

Deutsche Erstaufführung

Selma Ježková (Dancer in the Dark)

Oper in einem Akt von Poul Ruders

19.30 – 20.40 Uhr · Großes Haus

15.00 – 18.30 Uhr Großes Haus

Abo G u. Freiverkauf PK 3

Abo N und Freiverkauf PK 1

Di 09 Zorro jagt den Carmen-Schatz

Musiktheater für alle ab 5 Jahren von Jörg Schade, Franz-Georg Stähling und Andres Reukauf

10.00 – 11.00 Uhr · lutz Ausverkauft

Mi 10 Zorro jagt den Carmen-Schatz

Musiktheater für alle ab 5 Jahren von Jörg Schade, Franz-Georg Stähling und Andres Reukauf

Mi 17 Der Wildschütz

Do 11 Zorro jagt den Carmen-Schatz

Musiktheater für alle ab 5 Jahren von Jörg Schade, Franz-Georg Stähling und Andres Reukauf

10.00 – 11.00 Uhr · lutz Schulvorstellung 6,- Euro

Fr 12

Do 18

Fünf-Uhr-Tee mit Edeltraud Kwiatkowski

17.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt 5,00 Euro inkl. ein Getränk

Werkeinführung – Tanz-Trilogie

19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Uraufführung

Tanz-Trilogie

Ballett mit Choreographien von Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus Abo D u. Freiverkauf PK 3

Fr 19

Fly Me to the Moon

Ein Swing-Abend

19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus Abo C Restkarten PK 1

Werkeinführung – Tanz-Trilogie

19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

6

19.30 – 22.20 Uhr · Großes Haus Abo B und Freiverkauf PK 3

10.00 – 11.00 Uhr · lutz Restkarten 6,- Euro

Komische Oper von Albert Lortzing

theaterzeitung

Sa 20 Theater hautnah

Die offene Probe – Die Dreigroschenoper

10.45 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

April 2013


April

Werkeinführung – Tanz-Trilogie

19.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

Tanz-Trilogie

Ballett mit Choreographien von Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus

Verrücktes Blut

PREMIERE

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

Fr 26 Hagener Erstaufführung Verrücktes Blut

19.30 Uhr · lutz

Schulvorstellung 6,- Euro

Gespräch zum 7. Sinfoniekonzert mit Lisa Valdivia und Gästen

11.30 Uhr · Auditorium des Emil Schumacher Museums

18.00 – 20.50 Uhr · Großes Haus

Abo MT und Freiverkauf PK 3

Di 23 Hagener Erstaufführung Verrücktes Blut

Schulvorstellung 6,- Euro

7. Sinfoniekonzert

Werke von Manfred Trojahn, Moritz Eggert, Johannes Brahms Solisten: Peter Sadlo, Schlagzeug; Joseph Moog, Klavier Dirigent: David Marlow

Kontraste

Stadthalle 20.00 Uhr 19.15 Uhr Einführung

Konzertabo und Freiverkauf PK K

Mi 24 Hagener Erstaufführung Verrücktes Blut

Eintritt frei

Sa 27 Werkstatt – Die Dreigroschenoper

Eintritt frei

Freiverkauf 9,00 / 6,00 Euro; Familienkarte 23,- Euro

Werkeinführung – Selma Ježková (Dancer in the dark)

19.00 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Gast: Annette Kern

Freitag, 26. April 2013 · 19.30 Uhr Restaurant Kolpinghaus, Bergischer Ring 18, 58095 Hagen Eintritt frei

April 2013

Werkeinführung – Tanz-Trilogie

17.30 Uhr · Theatercafé Eintritt frei

Theatertreff des Theaterfördervereins

Gioacchino Rossini: Aschenputtel In Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste

11.00 Uhr · Großes Haus

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

So 28 2. Familienkonzert

12.00 Uhr · lutz

Hagener Erstaufführung

Verrücktes Blut

Freiverkauf 12,- /6,- Euro

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

Schulvorstellung 6,- Euro

19.30 – 21.30 Uhr · Großes Haus

19.30 Uhr · lutz

Komische Oper von Albert Lortzing

Do 25 Hagener Erstaufführung Verrücktes Blut

Fly Me to the Moon

Ein Swing-Abend

Abo W Restkarten PK 1

Schulvorstellung 6,- Euro

Abo L/V/VB B und Freiverkauf PK 3

Produktionsgespräch mit den Beteiligten der Neuinszenierung

17.00 Uhr · Opus

19.30 – 22.20 Uhr · Großes Haus

20.00 Uhr · Stadthalle Sinfonium

22.30 Uhr – Theatercafé

Der Wildschütz

mit Werken von Domenico Scarlatti, Wolfgang Amadeus Mozart, Frédéric Chopin und Franz Liszt

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

12.00 Uhr · lutz

Solisten hautnah mit Josef Moog, Klavier

Freiverkauf 15,- /10,- Euro

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

12.00 Uhr · lutz

Schauspiel mit Musik von Franz Wittenbrink

Freiverkauf PK 3

Der Wildschütz

Komische Oper von Albert Lortzing

Die Comedian Harmonists

19.30 – 22.15 Uhr · Großes Haus

Eintritt frei

Theaterstück von Nurkan Erpulat und Jens Hillje

12.00 Uhr · lutz

Freiverkauf 12,- /6,- Euro

So 21

Nach dem Applaus

Gespräch mit den Beteiligten der Produktion

Eintritt frei

Hagener Erstaufführung

19.30 – 20.40 Uhr · Großes Haus

Abo Z u. Freiverkauf PK 3

Oper in einem Akt von Poul Ruders

Abo VB A u. Freiverkauf PK 3

Uraufführung

Deutsche Erstaufführung

Selma Ježková (Dancer in the Dark)

Uraufführung

Tanz-Trilogie

Ballett mit Choreographien von Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando

18.00 – 20.30 Uhr · Großes Haus Abo ThR u. Freiverkauf PK 3

Öffnungszeiten der Theaterkasse und Vorverkaufsstellen auf Seite 8 Die nächste Theaterzeitung erscheint am 24.04.2013

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Rückblick Musikalische Schnitzeljagd

Großes Haus

Bei der „Musikalischen Schnitzeljagd“ am 4. März 2013 haben knapp 600 Kinder das theaterhagen erforscht und dabei im opus, im lutz, im Ballettsaal und im Großen Haus ganz nebenbei die unterschiedlichen Instrumentenfamilien des philharmonischen orchesterhagen kennengelernt. Eine aufregende Ralley und ein großer Spaß für alle Beteiligten! Lutz

Treppenhaus

Ballettsaal

Opus

Konzert- und Theaterkasse

Öffnungszeiten:

Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Telefon: 0 23 31 / 207 - 32 18 · Telefax: 0 23 31 / 207 - 24 46 theaterkasse@stadt-hagen.de · www.theater.hagen.de

Montag: Dienstag – Freitag: Samstag:

geschlossen 14.00 – 19.00 Uhr 10.00 – 15.00 Uhr

sowie jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellung

Neben der Theaterkasse können Theater- und Konzertkarten auch an EVENTIM-Vorverkaufsstellen, an allen Hagener Bürgerämtern sowie online unter www.theater.hagen.de erworben werden.

Bürgerämter der Stadt Hagen:

EVENTIM-Vorverkaufstellen: *

Zentrales Bürgeramt Tel: 02331/207-5777

Buchhandlung DAUB 58706 Menden, Tel: 02373/3065

Bürgeramt Boele Tel: 02331/207-4400

Graphische Betriebe F.W.Rubens KG / Hellweger Anzeiger / GS Fröndenberg 58730 Fröndenberg, Tel: 02373/97730

Bürgeramt Vorhalle Tel: 02331/207-4411 Bürgeramt Hohenlimburg Tel: 02331/207-4402 Bürgeramt Haspe Tel: 02331/207-4401 Bürgeramt Eilpe Tel: 02331/207-4403

IKZ – Anzeigen- und Vertriebsgesellschaft GmbH 58636 Iserlohn, Tel: 02371/8220 Märkischer Zeitungsverlag 58511 Lüdenscheid, Tel: 02351/158333

HAGENinfo 58095 Hagen, Tel: 02331/8099980

Stadthalle Hagen Stadthallenbetriebs GmbH 58093 Hagen, Tel: 02331/3450

Hapag-Lloyd 58099 Hagen, Tel: 02331/690490

Stadtmarketing Witten GmbH 58452 Witten, Tel: 02302/12233

KundenCenter Hagener Straßenbahn AG 58095 Hagen, Tel: 02331/2080

wap Schwelm / Gevelsberg / Ennepetal 58332 Schwelm, Tel: 02336/93770

Wochenkurier Verlags GmbH 58095 Hagen, Tel: 02331/14026 WP / WR Hagen 58097 Hagen, Tel: 02331/3762712 /-13 Ticket Shop Corsopassage 44137 Dortmund, Tel.: 0231/2229290 * Bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen fallen Vorverkaufs- und Systemgebühren an.

Wir sind dann mal weg? Unter diesem Titel haben Hagener Schülerinnen und Schüler am 20. März auf dem Friedrich-Ebert-Platz auf die (drohende) Perspektivlosigkeit in ihrer Heimatstadt hingewiesen. Zu dieser Aktion, anlässlich des Welttages des Theaters für Kinder und Jugendliche, hatte das lutzhagen die Jugendlichen aufgerufen, Koffer anzufertigen, die alle einen ganz persönlichen Wunsch für ein „besseres Hagen“ enthalten. Einige der Koffer sind noch bis nach Ostern im Theater zu bestaunen.

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Premiere · lutz Materialmappen für den Schulunterricht können kostenfrei bestellt werden bei miriam.walter@stadt-hagen.de, Tel. 02331/207-3282

Von Nurkan Erpulat und Jens Hillje Hagener Erstaufführung am 20. April 2013 · 19.30 Uhr · lutz Inszenierung Ausstattung Dramaturgie

Leandra Stampoulis, Philipp Hohmann und Joel Karl-I-Bond haben bereits in mehreren Produktionen des lutz auf der Bühne gestanden. Nico Signoriello ist seit zwei Jahren Mitglied des TheaterJugendClubs

Lehrertisch zu „Verrücktes Blut“ am 19. April 2013 um 19.00 Uhr im lutz. Zu Gast: Dramaturgin Miriam Michel. Anmeldung erforderlich: www.theater.hagen.de oder miriam.walter@stadt-hagen.de

Werner Hahn Jeremias H. Vondrlik Miriam Michel

Mit: Charis Nass, Kübra Sekin, Leandra Stampoulis, Luigi D´Annunzio , Philipp Hohmann, Shkumbin Imre, Joel Karl-I-Bond und Nico Signoriello Großes Theater auf kleiner Bühne! Eines der aktuellsten und reibungsvollsten deutschen Theaterstücke ist im lutz zu erleben: „Verrücktes Blut“ wurde 2010 von Nurkan Erpulat und Jens Hillje für die Ruhrtriennale geschrieben und mit großem Erfolg gespielt. 2011 erhielt „Verrücktes Blut“ den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage, wurde zu den Berliner Theatertagen eingeladen und – als herausragende Auszeichnung – von Theater heute zum Stück des Jahres gewählt. Ganz schnell kommt es in diesem Stück zur Explosion: Eine junge Lehrerin will deutsche Bildungsinhalte vermitteln und prallt dabei auf aggressive, ablehnende Schüler mit Migrationshintergrund. Als aus einem Schülerrucksack eine Pistole fällt, reißt die Lehrerin diese kurz entschlossen an sich. Mit Geiselnahme, Nötigung, Misshandlung und Terror kämpft sie nun für die Werte der Aufklärung und zwingt die Schüler, Schillers „Räuber“ und „Kabale und Liebe“ zu spielen. Ein abgründiger Tanz um Status und Macht beginnt. Lustvoll und provokant geraten Rollenmuster durcheinander. Und ein Sieger bleibt: Friedrich Schiller. Die Hagener Aufführung erhält zusätzliche Brisanz durch die Besetzung: Jugendliche spielen Jugendliche, ohne Schnörkel, direkt und authentisch. Ihre biographischen Hintergründe sind unterschiedlich. Mehrheitlich nicht aus Deutschland stammend, gehen sie größtenteils in Hagen zur Schule, zwei von ihnen besuchen bereits die RuhrUniversität in Bochum. Auf der Theaterbühne spielen diese Unterschiede nicht die geringste Rolle. Die Leidenschaft, auf der Bühne eine gemeinsame Geschichte zu durchleben, eint in wunderbarer Weise.

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und nun zum ersten Mal in einem Jugendstück zu erleben, ebenso wie Kübra Sekin, Luigi D´Annunzio und Shkumbin Imeri. Den jugendlichen Darstellern steht als professionelle Schauspielerin Charis Nass gegenüber, die mit faszinierender Vielfarbigkeit die Lehrerin Sonja Kelich verkörpert (siehe „Künstlersteckbrief“ Seite 12).

Das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Lebenswege und Bühnenerfahrungen erzeugt eine außergewöhnliche Reibung. Der kleine Kosmos unserer Besetzung spiegelt den großen Kosmos unseres bundesdeutschen Alltags wider – einen Kosmos, dessen Konflikte im Theaterstück „Verrücktes Blut“ auf die Spitze getrieben werden.

Weitere Termine: 23.4., 24.4., 25.4., 26.4., 27.4. (19.30 Uhr), 3.5., 14.5., 15.5. (12.00 und 19.30 Uhr), 4.6. (12.00 und 19.30 Uhr) sowie 5.6.2013 – jeweils um 12.00 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

EckStück – Die Ecke zum Stück Beim nächsten EckStück am 8. April 2013 um 16.30 Uhr in der Stadtbücherei auf der Springe kann man die Mitwirkenden des JugendTheaterstücks „Verrücktes Blut“ hautnah erleben. Regisseur Werner Hahn und Dramaturgin Miriam Michel werden spannende Einblicke in die Entstehung der Inszenierung

geben. Außerdem werden die Darsteller von „Verrücktes Blut“ einige Szenen spielen! Bei der Veranstaltungsreihe „EckStück – Die Ecke zum Stück“ handelt es sich um eine Kooperation des theaterhagen mit der Stadtbücherei Hagen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Orchester Duo Imaginaire

7. Kammerkonzert

Klaviertrios

Neue Duowerke für Klarinette und Harfe

14. April 2013 · 11.30 Uhr Auditorium im Kunstquartier Hagen

Sonntag, 14. April 2013 · 18.00 Uhr Elbershallen Hagen, Halle 3

Werner Köhn, Violine Katrin Geelvink, Violoncello Alexander Ruef, Klavier

John Corbett, Klarinette · Simone Seiler, Harfe Eine Veranstaltung des Evangelischen Kirchenkreises Hagen in Kooperation mit dem philharmonischen orchesterhagen

Ludwig van Beethoven: Trio B-Dur „Erzherzog-Trio” Johannes Brahms: Trio C-Dur

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten Das Duo Imaginaire regt seit seiner Gründung zahlreiche Komponisten dazu an, für dieses außergewöhnliche Duo Werke zu schreiben. Die reizvolle Kombination ihrer Instrumente kann in diesem Benefizkonzert für die Arbeit des Evangelischen Kirchenkreises Hagen anhand von zeitgenössischen Werken entdeckt werden, deren Komponisten allesamt einen Bezug zu Westfalen haben.

Das 7. Kammerkonzert vereint Klaviertrios zweier Tonsetzer, die diese Gattung geprägt und spätere Komponisten-Generationen stark beeinflusst haben: Ludwig van Beethoven verlieh dem Cello größere Bedeutung und löste dessen Stimme aus der Abhängigkeit des Klaviers. Sein sogenanntes „Erzherzog-Trio“, dem Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet, gilt als Quintessenz aller Errungenschaften des Komponisten im Bereich der Kammermusik. Man vermutet, dass es das letzte Stück war, das Beethoven selbst als Pianist öffentlich vorgetragen hat. Johannes Brahms wurde durch seine Variationskunst und thematische Arbeit zum Neuerer der Kammermusik. Die Mitglieder des philharmonischen orchesterhagen spielen sein zweites Klaviertrio, dessen Energiegeladenheit mitreißt und nicht mehr loslässt.

Vor Beginn der Kammerkonzerte findet um 11.00 Uhr eine Kurzführung zu einem Exponat der Museen statt.

2. Familienkonzert

Gioachino Rossini: Aschenputtel 28. April 2013 · 11.00 Uhr · Großes Haus In Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste Konzeption und Regie: Werner Hahn · Dirigent: David Marlow Das Märchen von Aschenputtel auf der Bühne zu erleben, hat seinen besonderen Zauber. Junge Nachwuchskünstler von Folkwang Universität der Künste erwecken die Geschichte zusammen mit dem philharmonischen orchesterhagen zum Leben und erzählen von der Suche des Prinzen Don Ramiro nach einer liebevollen Braut. Die Stiefschwestern von Aschenputtel versuchen alles, um sie vom Prinzen fernzuhalten, und verbieten ihr, zu

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Mit großzügiger Unterstützung der

dessen Fest auf das Schloss mitzukommen. Aber der Prinz hat sich, als Diener verkleidet, längst in Aschenputtel verliebt. Als Aschenputtel schließlich doch auf dem Ball erscheint und mit ihrer Schönheit alle anderen in den Schatten stellt, beginnt ein turbulentes Verwechslungsspiel. Ob Aschenputtel und der Prinz noch zusammen finden? Oder gelingt es etwa einer der gemeinen Stiefschwestern, den Prinzen für sich zu gewinnen?

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Orchester 7. Sinfoniekonzert

Kontraste 23. April 2013 · 20.00 Uhr Stadthalle Hagen Solisten: Peter Sadlo, Schlagzeug Joseph Moog, Klavier · Dirigent: David Marlow Manfred Trojahn: Mit durchscheinender Melancholie Moritz Eggert: Industrial für Schlagzeug und Orchester Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 Melancholie und Industriekultur treffen in diesem kontrastreichen Programm aufeinander – eine Begegnung, zu der zwei international gefragte Solisten hinzustoßen: Der Schlagzeuger Peter Sadlo stand mit Dirigenten wie Leonard Bernstein und Daniel Barenboim auf der Bühne und wird in Hagen Moritz Eggerts Solokonzert „Industrial“ spielen, das sich auf die gleichnamige Musikrichtung bezieht. Hier liegt der Fokus auf experimentellen Klängen, die zu einem ekstatischen Erlebnis einladen. Dem steht die melancholische Grundstimmung von Johannes Brahms’ 1. Klavierkonzert gegenüber, das der junge Pianist Joseph Moog aus dem erlesenen Kreis der Young Steinway Artists interpretieren wird. Der Komponist des Klavierkonzerts wird darüber hinaus in dem Orchesterwerk „Mit durchscheinender Melancholie“ von einem weiteren Tonsetzer unserer Zeit porträtiert. Manfred Trojahn wurde bereits mit zahlreichen Kompositionspreisen ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Musikautorenpreis

Peter Sadlo

der GEMA, und seine Oper „Orest“ wurde jüngst von der Fachzeitschrift Opernwelt zur Uraufführung des Jahres gewählt. Mit großzügiger Unterstützung der

21. April 2013 · 11.30 Uhr Auditorium des Emil Schumacher Museums Hochstr. 71 · 58095 Hagen

Junges Podium 23. April 2013 · 19.30 Uhr Sinfonium der Stadthalle Hagen Die Reihe „Junges Podium“ wurde ins Leben gerufen, um dem Musikernachwuchs der Region eine Bühne in einem professionellen Kontext zu bieten. Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ führen im Sinfonium der Stadthalle Hagen, dem Proberaum des philharmonischen orchesterhagen, ihr kammermusikalisches Können vor und bieten eine reizvolle Ergänzung zum anschließenden Sinfoniekonzert des Orchesters. Der Eintritt ist frei.

Solisten hautnah Mit Joseph Moog

Solist des 7. Sinfoniekonzerts 26. April 2013 · 20.00 Uhr Sinfonium (Stadthalle)

Joseph Moog

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In der Reihe „Solisten hautnah“ sind Solisten der Sinfoniekonzertreihe in einem Recital zu hören, so dass sich hier eine weitere Facette ihres künstlerischen Könnens erschließt. Der Pianist Joseph Moog, der jüngst mit dem renommierten International Classical Music Award ausgezeichnet und zum „Nachwuchskünstler des Jahres“ gekürt wurde, beginnt diese Konzertreihe mit Werken von Domenico Scarlatti, Wolfgang Amadeus Mozart, Frédéric Chopin, Johannes Brahms und Franz Liszt.

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On tour

Raymond Ayers, Bariton am theaterhagen, gastierte an der Oper Bonn in einer Aufführung von Gioacchino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ als Figaro, einer Partie, mit der er auch in Hagen bereits große Erfolge feierte. Dominik Wortig, langjähriges Ensemblemitglied am theaterhagen und im letzten Sinfoniekonzert wieder als Gast in Hagen zu erleben gewesen, feierte sein Debüt an der weltberühmten Mailänder Scala in einer Neuinszenierung von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ als Steuermann. Auf der Besetzungsliste weiter zu finden: Bryn Terfel (Holländer), Anja Kampe (Senta), Rosalind Plowright (Mary) und Klaus Florian Vogt (Erik).

Künstlersteckbrief

Name: Charis Nass

Charis Nass ist Schauspielerin, Sprecherin und Performerin. Am theaterhagen ist die 34-jährige in dieser Spielzeit erstmals zu Gast: Ab dem 20. April ist sie in „Verrücktes Blut“ als Sonja Kelich zu sehen. Vorherige Engagements: Theater Essen, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Graz, Junges Schauspiel Düsseldorf, Consol Theater, Westfälisches Landestheater, Projekte mit freien Gruppen und Theatern. Diesen Autor der Vergangenheit bzw. Gegenwart würde ich gerne bitten, ein Stück für mich zu schreiben: Ödön von Horváth. Ich liebe seine Stücke. Mir gefallen besonders seine Figuren und Dialoge. Er zeigt auf eine sehr humorvolle Weise auf, wie oft wir aneinander vorbei reden, obwohl wir miteinander reden. Mit wenigen Sätzen erschafft er Situationen und emotionale Welten. Oder Loriot. Ein Meister des Humors. Meine künstlerisch aufregendste Begegnung war: Immer wieder aufs Neue Menschen zu treffen, die auf ihre ganz eigene, besondere Weise Geschichten erzählen und durch ihre Art berühren.

Dominik Wortig in „Der fliegend Holläder“

Das mir liebste / ideale Publikum ist: Offen und bereit, sich auf das Geschehen auf der Bühne einzulassen und sich berühren zu lassen.

Impressum theaterzeitung April 2013: Herausgeber: theaterhagen · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen · Tel. 0 23 31 - 207 - 3210 Intendant: Norbert Hilchenbach · Redaktion: Adaora Geiger Gestaltung: IDEENpool GmbH, Norma Nierstenhöfer & Thomas Gebehenne Texte: Thilo Borowczak, Adaora Geiger, Werner Hahn, Dr. Maria Hilchenbach, Miriam Michel, Jürgen Pottebaum, Manuel Schneider, Tillmann Schnieders, Lisa Valdivia, Miriam Walter, Imme Winckelmann Fotos: Stefan Kühle, Privat Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 96.000

Förderliches am Rande Liebe Freunde des theaterhagen! Normalerweise wird am Ende dieser Kolumne auf den „Theatertreff“ hingewiesen. Diesmal soll der „Theatertreff“ als Veranstaltung in den Blick genommen werden. Als Dr. Friedel Schneider vor 20 Jahren die Initiative ergriff und den „Theatertreff“ gründete, folgte er einer klaren Idee: Die Mitglieder des Fördervereins sollten einmal im Monat Gelegenheit haben, mit den Theaterleuten ins Gespräch zu kommen. Seit 1992 haben sich so über 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Theaters vorgestellt. Und man darf sagen, das Publikum hat dabei viel über die Menschen am Theater und über ihre Arbeit erfahren: Es kamen Regisseure und Intendanten, Sänger und Sängerinnen, Balletttänzerinnen und -tänzer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Werkstätten und der Verwaltung, aus der Dramaturgie und dem Marketingbereich, Orchestermitglieder und Generalmusikdirektoren. Der Wechsel in der Moderation ist im Juli 2012 erfolgreich vollzogen worden, als Ursula und Jürgen Gerber sowie Michael König die Führung übernahmen. In der Spielzeit 2012/13 haben sich u. a. die Sopranistin Jaclyn Bermudez, der Dirigent Steffen Müller-Gabriel, die Dramaturgin Dorothee Hannappel und Adaora Geiger, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit, in das neu angelegte Gästebuch eingetragen. Wer neugierig geworden ist, der kommt einfach einmal vorbei, jeder ist herzlich eingeladen! Und jetzt – wie gewohnt – der Hinweis auf den nächsten „Theatertreff“. Am 26. April 2013 ist Annette Kern zu Gast, die Soloflötistin des philharmonischen orchesterhagen. Die Veranstaltung beginnt um 19. 30 Uhr im Restaurant „Kolpinghaus”, Bergischer Ring 18. Ihr Theaterförderverein

www.theaterfoerderverein-hagen.de

Diese Rolle schätze ich sehr und möchte sie in Zukunft gerne spielen: „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Franz Kreisler. Kreisler zeigt mit „Lola Blau“ das Leben hinter den Kulissen der Bühne und den Umgang mit der Wirklichkeit. Das Schicksal der Lola ist gleichzeitig auch das Schicksal des 20. Jahrhunderts. „Heute Abend: Lola Blau“ ist

Kulturgemeinde Volksbühne Hagen und Umgebung e. V. Wasserloses Tal 27 · 58093 Hagen

Frühlingssonne, Grill und Bühne Kaum sind die dunklen Tage und die Fastenzeit vorbei, lockt die Sonne ins Freie. Garten- und Gartengrill-Freunde stürzen sich in die laue Abendluft, vergessen die Winterwonnen und selbst das vielseitige Kulturprogramm. So wird für viele Kultureinrichtungen der heranbrausende Sommer auch wirtschaftlich spürbar. Natürlich werden auch Mitglieder der Volksbühne Hagen (vbh) von der Sonne gelockt, dennoch fühlen sich vor allem die Ring-Abonnenten der Kultur abseits vom Grill deutlich verpflichtet. Rund neunzig Prozent der Mitglieder pflegen das Theaterleben im Abonnement. Damit ist und bleibt die vbh eine besonders treue Theatergemeinschaft, die vor allem bei den theaterfernen Gesellschaftsgruppen punkten möchte. Entdecken Sie die ostereierfarbenen vbh-Werbeprospekte und geben Sie die an Ihre Freunde weiter. Die Eintrittspreise der vbh sind absolut frühlingstauglich. Viel Spaß beim Grillen – und einen wunderschönen Theater-Frühling wünscht Ihnen Volker Schwiddessen

Komödie wie auch Tragödie mit gefühlvollen, aber vor allem komischen Songs voll von schwarzem Humor. Dieser Autor bzw. dieses Werk wird meiner Meinung nach heutzutage unterschätzt:  Der österreichische Autor Andreas Okopenko. Vor ein paar Jahren wirkte ich an der Uraufführung seines Stückes „Sterbebett mit Pappendeckeln“ mit. In diesem Stück beschreibt der Autor den sprichwörtlichen Überlebenskampf eines Individuums in oberflächlichen Kommunikationsstrukturen. Das Stück ist richtungweisend für die Vernetzung von Kunstsparten. Es verbindet die Bereiche „Sprache“, „Bildwelt/Medienkunst“ und „Musik“. Sein Schreibstil ist poetisch und direkt zugleich. Diesen Satz über Theater möchte ich niemals wieder hören: Die Frage: „Und was machen Sie beruflich?“ Neben dem Theater ist eine weitere Leidenschaft von mir: Musik und Tanz. Dieses Gericht käme mir nie auf Tisch: Gerichte mit irgendwelchen Innereien.

Ballettfreunde Hagen Liebe Ballettfreunde, am 23. März 2013 haben wir die Premiere vom Ballettabend „Tanz-Trilogie“ mit den drei Choreographen Young Soon Hue, Hugo Viera und Ricardo Fernando gefeiert. Dieser Ballettabend ist dem zeitgenössischen Tanz gewidmet, jeder der beteiligten drei Choreographen hat seinen eigenen Stil, jeder Part des Abends seine eigene Atmosphäre. Die Tänzer müssen das Kunststück beherrschen, sich immer wieder auf eine andere Musikstimmung und tänzerische Arbeitsweise einzulassen. Die Ballettfreunde durften bereits am 2. März 2013 eine Probe von Ricardo Fernandos Stück „Nacht“ erleben und im Ballettsaal hautnah dabei sein, wie die Compagnie einzelne Abschnitte erarbeitete. So wird der lange Weg von der Idee des Choreographen über das Ausprobieren verschiedener Bewegungsabläufe bis zur endgültigen Fassung der Choreographie deutlich. Die Tänzer arbeiten in den Wochen vor der Premiere parallel an allen drei Stücken, obwohl die auswärtigen Choreographen nur kurze Zeit – manchmal terminbedingt lange vor der Premiere – in Hagen anwesend sind. Zur Ballettmatinee, die regelmäßig eine Woche vor der Premiere auf der großen Bühne stattfindet, können die Ballettfans dann einen ersten Eindruck vom Ballettabend sowie viele Hintergrundinformationen bezüglich Musik und Ausstattung erhalten. Es ist äußerst beeindruckend mitzuerleben, wie viel disziplinierte Arbeit und Mühe es braucht, bis der Vorhang sich endgültig zum ersten Mal öffnet und alles so leicht und selbstverständlich aussieht. Lassen Sie sich diesen außergewöhnlichen Ballettabend nicht entgehen!

vbh

Ihre Ballettfreunde Hagen

volksbühne hagen Viel Kultur im Angebot.

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