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dazwischen

Spielzeit 2021/22

jedesmalanders 2. Ausgabe, 9.2021


Die vergangene Spielzeit stand im LUTZ ganz im Zeichen der Kinderrechte. Mehr denn je fehlten Räume zum Kennenlernen und Auseinandersetzen, zum zart Träumen und wild Ausprobieren. Daher werden wir die neue Saison unter dem Motto dazwischen nutzen, um den Belangen der jungen Generation Gehör zu verschaffen und das Theater gemeinsam neu zu denken. Dazu haben wir neue Formate entwickelt wie das digitale Klassenzimmerstück Mädchen wie die über Mobbing in den sozialen Medien. Doch an erster Stelle steht die direkte Begegnung zwischen Künstler*innen und Publikum – im Theater, in den Stadtteilen und Klassenzimmern und natürlich auch bei unseren beiden Festivals: Aus dem Dunkeln ein Licht zur Feier von 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland und den Schul- und Jugendtheatertagen, wenn die Bühnen des Theaters eine Woche lang den jungen Hagener*innen gehören. Überhaupt wird der Aspekt der Partizipation bei vielen Projekten dieser Spielzeit im Mittelpunkt stehen. Mit der neu gegründeten LUTZ THEATERZENTRALE schaffen wir noch mehr Zwischenräume und Möglichkeiten für junge Menschen, das Theater zu entdecken, selbst zu spielen und unser Programm mitzugestalten. Dazu gibt es Teams für alle Altersgruppen und Sonderprojekte, mit denen wir immer wieder überraschend in den Stadtteilen auftauchen werden – wie der poetische Audio Walk unterwegs durch Altenhagen und Auf zu neuen Welten!, eine theatrale Erkundung von Wehringhausen. Auch im LUTZ feiern wir Premieren für alle Generationen: Adas Universum erforscht die Verbindungen zwischen Musik und Mathematik. In eine irrlichternde TanzTheaterReise verwandeln wir die bunte Welt der Gedichte von Joachim Ringelnatz in Bist du schon auf der Sonne gewesen? Mit Hagener Jugendlichen und Schauspielschüler*innen bauen wir eine Brücke zwischen mittelalterlichen Legenden und modernen RITTER:INNEN. Und in der Dramatisierung von Robert Seethalers wunderbarem Roman Der Trafikant erleben wir eine Coming-of-Age Geschichte in der Zwischenzeit kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs. Wir hoffen, dass Ihr bald in Scharen zu uns kommt und freuen uns sehr auf Euch und Eure Ideen, liebe Zuschauer*innen – Ihr habt uns in den letzten Monaten schrecklich gefehlt! Auf bald im Lutz, Eure Anja Schöne

Interview mit Tobias Hagedorn zu seiner Komposition in ADAS UNIVERSUM Tobias Hagedorn, Komponist für zeitgenössische elektronische Musik, experimentiert gerne mit den grundlegenden Funktionen von Computern und ihrer Tauglichkeit als Musikinstrumente. Gemeinsam mit LUTZ Leiterin Anja Schöne schickt er zwei Schauspielerinnen auf eine Entdeckungsreise zu den Schnittstellen von Mathematik und Musik. LUTZ Dramaturgin Anne Schröder hat mit Tobias ­ ­Hagedorn über seine Arbeit an Adas Universum gesprochen: Tobias, Du bist studierter Organist und kommst damit ursprünglich aus dem ­B ereich der analogen Musik. Wie bist Du zur elektronischen Komposition gekommen und worin liegt der Reiz der elektronischen gegenüber der analogen Musik für Dich? Die Orgel ist ja im Grunde eine Art erster Synthesizer, denn es geht bei der Orgelmusik im Besonderen um die Zusammenstellung der Klänge – auch Register genannt. Diesen Aspekt fand ich schon damals spannend, und da ist für mich die Frage aufgekommen, wie man am Computer Klänge genau berechnen und gestalten kann. So habe ich die elektronische Musik entdeckt. Besonders fasziniert mich, dass in der elektronischen Musik im Grunde alles möglich ist. Das war auch Ada Lovelaces Vision: eine Maschine zu erfinden, die alles berechnen kann – auch Musik. Heute, 200 Jahre später, ist Ada Lovelaces Vision längst Realität und bestimmt Deinen beruflichen Alltag. Glaubst Du, dass Maschinen irgendwann bessere ­Musik komponieren werden als Menschen? Da ist die Frage was „besser“ sein soll?! Natürlich sind Maschinen absolut präzise – präziser als es ein Mensch je sein kann –, beispielsweise darin, einen Rhythmus zu spielen. Aber es geht ja um Kreativität und welche Möglichkeiten uns die elektronische Musik oder der Computer eröffnet. Eine spielerische Herangehensweise steht da für mich absolut im Vordergrund. In welcher Beziehung stehen für Dich Musik und Mathematik? Schon als Kind lernt man, dass es einen Zusammenhang zwischen Mathe und Musik gibt. Das geht bei den Taktarten los. Mir werden immer noch neue Verbindungen bewusst. Zum Beispiel sind die Tonfrequenzen, die auf einem Klavier gestimmt sind, Exponentialfunktionen. Es gibt in der elektronischen Komposition sogar Verfahren, in denen imaginäre Zahlen eine Rolle spielen – es gibt wirklich wahnsinnig viele Verknüpfungen zwischen beiden Bereichen. In der Stückentwicklung Adas Universum haben Anja Schöne und Du eng ­zusammengearbeitet. Text, Spiel und Musik bestimmen in gleichem Maße die ­Inszenierung und stehen als gleichwertige künstlerische Mittel nebeneinander. Kannst Du erläutern, wie sich der Probenprozess diesbezüglich gestaltet hat? Es ist für mich eine neue Erfahrung gewesen, dass es im Vorhinein keine festgelegte Handlung oder Geschichte gab, sondern Anja zunächst ganz viel über die Funktionsweise von auf Algorithmen basierender Musik wissen wollte und die Produktionsprozesse der elektronischen Komposition in szenische Handlung übertragen hat. Die Musik steht also inhaltlich wie inszenatorisch im Fokus – eine völlig neue Herangehensweise und eine große Verantwortung. Neben Ada gibt es noch die Figur der Lia, einem Mädchen aus der Jetzt-Zeit, die wie Ada eine große Erfinderin sein will. Was genau ist ihre Mission?

ADAS UNIVERSUM Diejenigen, die gelernt haben, auf der Schwelle zu den unbekannten Welten zu wandeln, mit dem, was gemeinhin als die exakten Wissenschaften schlechthin bezeichnet wird, können dann mit den schönen weißen Flügeln der Einbildungskraft hoffen, weiter in das Unerforschte zu gelangen, in dessen Mitte wir leben.

Lias Mission knüpft an den Gedanken der open-source an. Dabei geht es darum, dass möglichst viele Menschen aus allen Teilen der Erde gemeinsam an einem Projekt arbeiten und im Austausch miteinander stehen, sich gegenseitig Wissen zur Verfügung stellen. Dieses Prinzip will Lia auf die Erzeugung von Musik übertragen. Sie möchte einen universellen Klangaustausch ermöglichen und dafür eine besondere Sound-Maschine entwickeln. Wozu kann die Musik Deiner Meinung nach der Menschheit in der Zukunft ­verhelfen? Grundsätzlich bin ich ein Vertreter der Haltung, dass alle Künste von jeglichem Funktionalitätsparadigma befreit sein sollten. Mich interessieren künstlerische Prozesse vor allem dann, wenn sie ergebnisoffen sind und ich nicht weiß, wohin mich ein bestimmter musikalischer Weg führt. In dem Zusammenhang kann ­Musik – und Kunst im Allgemeinen – immer eine Alternative darstellen. Sie kann uns aus unseren alltäglichen Denkmustern und Erwartungshaltungen herausholen. Was können unsere jungen Zuschauer*innen ab 8 Jahren erleben und entdecken, wenn sie eine Vorstellung von Adas Universum besuchen? Die Zuschauer*innen können unter anderem erleben, wie algorithmische Musik in den einzelnen Phasen programmiert wird – mit allen Überraschungen und Unfällen, die beim Experimentieren dazugehören. Wir begleiten zwei junge Erfinderinnen auf ihrer Reise in die eigne Fantasie- und Ideenwelt. Herzlichen Dank für das Gespräch! Das LUTZ Team freut sich schon auf die nächste Zusammenarbeit mit Dir bei unserem Projekt Auf zu neuen Welten!

Ada Lovelace – zwischen Fantasie, Poesie und Wissenschaft Die Computer-Pionierin Ada Lovelace hat das LUTZ Team so fasziniert, dass es das erste Stück der Spielzeit auf ihrer Lebensgeschichte aufbaut. Ada wurde zwischen verschiedenen Welten geboren: die Mutter eine strenge Naturwissenschaftlerin, der Vater der leidenschaftliche Dichter Lord Byron, Ada selbst ein Mädchen mit wachem Geist, poetischem Gespür und großem Freiheitsdrang, für die aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine eigene wissenschaftliche Laufbahn unmöglich war. Die als Mädchen nicht zur Schule gehen durfte, sich aber trotzdem immer Zugang zu Wissen verschaffte. Die fasziniert war vom Wandel der Welt durch die neu konstruierten Maschinen und in ihrem Zimmer selbst futuristische Flugapparate entwarf, die ihr größere Freiheit bringen sollten – wie ein mechanisches fliegendes Pferd. Die visionär dachte wie wenige in ihrer Zeit und über hundert Jahre bevor der erste Computer gebaut wurde eine analytische Maschine beschrieb, die auf der Grundlage mathematischer Vorgänge die Welt berechenbar machen sollte. Auch wenn zu ihren Lebzeiten keine ihrer Erfindungen realisiert wurden, hat Ada Lovelace selbst immer an ihre Visionen geglaubt, ihnen mit Wissenschaft und Fantasie Flügel verliehen und das erste Computerprogramm der Welt geschrieben.


Helen Rademacher

Das LUTZ Stück Adas Universum Anja Schöne und Tobias Hagedorn beschreiben ihr Stück als eine musikalische Forschungsreise und empfehlen es für alle ab 8 Jahren: Ada und Lia haben einen großen gemeinsamen Wunsch: sie wollen Erfinderinnen werden. Doch auf welche Erfindungen wartet die Welt? Und wer könnte ein Vorbild sein? Ada taucht in die Welt ihrer Namensschwester Ada Lovelace zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Das wissbegierige Mädchen erfindet neue Wissenschaftszweige wie die Fliegologie und liebt es, große Probleme zu lösen, vor allem mathematische. Sie entwickelt die Vision von einer Maschine, die Bilder erzeugen und Musik komponieren kann. Mit großer Kreativität, Ent­ deckerinnengeist und einem wachen wissenschaftlichen Verstand lässt Ada ihr eigenes Universum lebendig werden. Zweihundert Jahre später kann Lia mit Hilfe von Computerprogrammen Musik komponieren. Sie hat wie Ada eine große Vision: Musik soll die Verbindung zwischen den Menschen stärken und allen gleich zugänglich sein.

Ada Lovelace ist für mich eine sehr inspirierende Persönlichkeit, weil sie alles gegeben hat, um ihrer Fantasie Flügel zu verleihen und ihre Träume wahr werden zu lassen.

≤ : 7

1 5= + 2 8

Charlotte Welling Lia möchte mit Musik die Menschen verbinden und glaubt fest daran, dass die Welt durch Klänge besser werden kann. Ich liebe ihre Überzeugung.

ant k fi a r T r e D

höne rin Anja Sc u se is g e R erin und Gott gend ohne LUTZ Leit n Ju o s v th p á p rv ti o Theaterr 2006 H r- und Lese ten in eine ttheater wa x d Ein Theate te ta S sa ro m P a n it e o eworertragung v en Arbeit g ße Regiearb b h ro Ü sc g ri ie te le D rs st e . n g e ü Mein atisierun meiner k er einen enen Dram werpunkte te ich wied h rf c u S es d r e it d e lz in einer eig m r Spie Trafikant d u eine se z r e r ie e d D h h it re c ie se u t B m fassung is L U T Z Pre roßartige rlich den z und gar g r die zweite n a fü g h s c a – und natü u d A re h . c tü li k e den m ä L n n , e gen. Die ess matisieren ans Herz le eethaler. D S n e rt ll , ist e a b h o Roman dra ic R öchte utors manlektüre A m o n R – e h ie tz c d u is L n h n und da österreic rbesuch im eaterbesuch den Theate Th n e r e ß e d li t h rs e sc an lge, zu nen e Reihenfo re Leser*in e lt ä d r. umgekehrt n a u b k eichs 1938 für jüngere enauso den luss Österr onisten ist h natürlich g g sc ta n ro A P m rs e le a rd dung in te von Seeth d ergreifend: Kurz vo Wien, um eine Ausbil h ic h sc e G z ist un Die vinz nach innen. Fran ro g interessant e P b n r e e u ß d z a s n u e a rm g e el un adt gleich n und Zeit Franz Huch der Großst e re g in a n w n e h ju c b r e u e a L d kommt unheil­ häft für R ät auf das hnung der einem Gesc mit kindlicher Naivit A , e k fi in e ra T s, r e e t ein der eling n und uter Junge, em Autor g r zu mache sante ein herzensg ohner*innen prallt. D en Faschismus spürba umor die ra H d w m e n e e B in h n ie fe re und de den aufz öglicht keit und hung durch r sprachlicher Leichtig en. Dies erm ns ro n d h e ic B ze n u e z ll h o e v aft isten nac nimmt u mit zauberh es Protagon ien der 30er Jahre. Er in se us und te gleichzeitig h ic h as W Gesc enen Milie d e d f g ie u A a h c fz rs n -o e g ra v F Comin urch die öhnliche jährigen e außergew hen Wege d es siebzehn ic in re se n e ie w rv u n k e der Blick d e alyse. Sein eb r Psychoan mit auf sein enso miterl e b d n e e r e n e b d in n ie r* L rü se g te berühe Le tragische ers ud, dem berühmten B ffenden wie e lü in rb e se v s n so u aler n e re lässt . Dass Seeth ert er in eb Sigmund F it ti u k ze z e n fl e ft a re h c h lt is e sc w Freund lässt, dieser Z in diese W us behalten nwerden in orfen-Sein m se w e h is c g h a in sc e a rw F in E n H e m ranz bis öse kann F egungen zu ts des sich ausbreitend B rl e s b a Ü D n r. e e d g tirn. rä ch ren mutig die S Hoffnungst rität angesi g ln d te te n it u In M e ie n in th e ihn se mit sein n Sympa rin mit zum große r bietet ihm e r e b a , ich als Lese n m e macht ihn t if a re h g d e b n u t nich lgerichtig egnen zu zum Schluss usam wie fo wie Franz Huchel beg ra g n e ß a em ­­ enschen t gleicherm en wir ab d Das Ende is urückgelassen, mehr M hne holen. Dort könn msetzung Bü hz er meine U sc b re n ü se u n n e W u g f n m u u e a d ihn Vorstell un darf ich hluss an die sc n A können. N im e r auch gern 30. Oktobe n. hichte rede dieser Gesc


SEPTEMBER 2021 THEATER UNTERWEGS

SO

18.00 Uhr Teo Otto Theater Remscheid

DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE) Komische Oper von Gaetano Donizetti (in italienischer Sprache mit deutschen Übertexten)

MO

18.00 Uhr Großes Haus

WERKSTATT-PROBE Einführungsveranstaltung zum Musical Anatevka von Joseph Stein und Jerry Bock

19 20 DI

21 FR

24 SA

25 26

19.30 Uhr Stadthalle 18.45 Uhr Einführung 18.45 Sinfonikus

1. SINFONIEKONZERT Brahms ∙ Westlake ∙ Dvořák Oboe: Fanny Kloevekorn Leitung: Joseph Trafton ∙ Eintritt 15,50-31 €

19.30 Uhr Kolpinghaus

TREFFEN DES THEATERFÖRDERVEREINS

19.30 Uhr Großes Haus 19.10 Uhr Einführung

ANATEVKA (FIDDLER ON THE ROOF) Musical von Joseph Stein und Jerry Bock (in deutscher Sprache mit Übertexten)

15.00-17.30 Uhr Großes Haus

premiere

DIE BLUME VON HAWAII Operette von Paul Abraham (in deutscher Sprache mit Übertexten) Uraufführung

ADAS UNIVERSUM Eine musikalische Forschungsreise von Anja Schöne und Tobias Hagedorn · Ab 8 Jahren Eintritt 12 / 6 €, Familienkarte 25 €

27 DI

28 MI

29

10.00 Uhr Lutz

ADAS UNIVERSUM Eine musikalische Forschungsreise von Anja Schöne und Tobias Hagedorn · Ab 8 Jahren Schulvorstellung

10.00 Uhr Lutz

ADAS UNIVERSUM Eine musikalische Forschungsreise von Anja Schöne und Tobias Hagedorn · Ab 8 Jahren Schulvorstellung

19.30-22.00 Uhr Großes Haus

Für den Vorstellungsbesuch im Großen Haus und in der Stadthalle ist neben dem Vorzeigen eines amtlichen Ausweisdokumentes der Nachweis (geimpft, genesen, PCR-Test, nicht älter als 48 Stunden) erforderlich. Die Maske darf am Platz abgenommen werden.

Gast: Angela Davis (Sopranistin am Theater Hagen) ∙ Eintritt frei

Eintritt 16,50-40 € 15.00 Uhr Lutz

MO

INFORMATIONEN ZUM THEATER UND KONZERTBESUCH

Eintritt frei (Anmeldung erforderlich)

Eintritt 19,50-48 € SO

Die nächste Ausgabe von „theaterhagen – jedesmalanders“ finden Sie als Beilage der Tageszeitung vom 25. September 2021.

DIE BLUME VON HAWAII Operette von Paul Abraham (in deutscher Sprache mit Übertexten) Eintritt 15-36 €

1. SINFONIEKONZERT Johannes Brahms Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a Nigel Westlake Oboenkonzert Spirit of the Wild Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 9 e-Moll Aus der Neuen Welt Oboe Fanny Kloevekorn Leitung Joseph Trafton

Im 1. Sinfoniekonzert in der Stadthalle kommen die Besucher*innen endlich wieder in den Genuss, ein großes sinfonisches Werk in voller Orchester­besetzung hören zu können: die Sinfonie Aus der Neuen Welt von Antonín Dvořák. Der Komponist suchte in diesem 1893 in New York uraufgeführten Opus eine neue genuin amerikanische Musiksprache zu erschaffen. Tatsächlich ließ er sich von Spirituals und Weisen der Ureinwohner inspirieren, brachte aber ebenso Elemente seiner tschechischen Heimat ein und schuf damit ein Stück Weltmusik. Auch das Oboen­ konzert Spirit of the Wild von Nigel Westlake bringt Landschaft zum ­Erklingen: Der in Perth geborene Komponist bezeichnet sein hochvirtuoses, 2016 verfasstes Werk als „Liebesbrief an die australische Wildnis“. Fanny Kloevekorn, Solo-Oboistin des Philharmonischen Orchesters ­ Hagen, wird den solistischen Part interpretieren. Einleitend stehen­ ­ ­Johannes Brahms’ beliebte, 1873 geschriebene Haydn-Variationen auf dem Programm, in denen ein schlichtes Choralthema die Keimzelle bildet. Auch in dieser Spielzeit werden wieder kostenfreie Einführungen in die Konzerte angeboten: Für Erwachsene um 18.45 Uhr im Großen ­Konzertsaal, für junge Menschen (von 8-12 Jahren) um 18.45 Uhr im ­Sinfonium. Mit freundlicher Unterstützung der Rathaus-Apotheke, Internationale Apotheke Dr. Fehske e.K.

21. September 2021, 19.30 Uhr, Stadthalle Hagen

NACHRUF AUF WERNER HAHN Das Theater Hagen trauert um den so plötzlich am 2. September im Alter von 65 Jahren verstorbenen Werner Hahn. Der vielseitige und überaus beliebte Künstler gehörte seit 1982 als Gesangssolist zum festen Ensemble des Theaters Hagen und begeisterte das Publikum in mehr als 200 Rollen im Opern-, Operetten-, Musical- und Schauspielbereich, darunter u.a. unvergesslich als Papageno in Die Zauberflöte. Zu seinen herausragenden Par­ tien gehörten auch die Titelrollen in der Oper Vincent von Einojuhani Rautavaara und in der 1994 in Hagen uraufgeführten heroisch-musika­ lischen Komödie Cyrano von Jack Beeson. In bester Erinnerung bleibt der gebürtige Salzburger auch als Autor und Regisseur des Märchens zur Weihnachtszeit sowie als Kreator und Moderator des populären Bühnenballs. Doch diese Aufgaben erfüllten den stets neugierigen, kreativen und über eine enorme Energie verfügenden Werner Hahn nicht ausreichend. Er wollte Theater auch jungen Menschen näher bringen und gründete 2000 am Theater Hagen das Kinder- und Jugendtheater Lutz, welches drei Jahre später seine eigene Spielstätte erhielt und das er bis zum Sommer 2017 leitete. Dort, wie auch an verschiedenen Orten in der Stadt, initiierte und realisierte er unermüdlich, ideenreich und mit großer Leidenschaft zahlreiche Produktionen und Projekte – für das junge Publikum, aber auch für Jugendliche, die auf der Bühne als Akteure auftreten konnten. Dabei nahm er nicht nur Kontakt mit Schulen auf, sondern wandte sich auch an Menschen aus Behinderten- und Flüchtlingsheimen, aus Drogenkliniken und Gefängnissen, an Menschen mit verschiedenen sozialen Hintergründen, mit denen er sich intensiv beschäftigte, sie aus ihrem Umfeld herausholte, ihnen die facettenreiche Theaterwelt vermittelte und Stücke mit ihnen erarbeitete. Werner Hahn widmete sich aber auch den älteren Menschen, die im Seniorenclub des Theaters regelmäßig Werke zur Aufführung bringen konnten und trat im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit mit heiteren Gesangsbeiträgen in zahlreichen Altenheimen und Hospizen auf. Das Wirken von Werner Hahn, der unerschütterlich an die verändernde Kraft des Theaters glaubte, und sein Programm im Lutz und außerhalb ­erregten nicht nur regionales Aufsehen, sondern erfuhren auch eine über­ regionale Anerkennung, was u.a. mehrere Preise und Auszeichnungen ­belegen. Seit 2017 arbeitete er am Apollo Theater in Siegen, wo er die Sparte Junges Apollo aufbaute. Das Theater Hagen ist in Gedanken bei seiner Ehefrau, den Kindern und Enkeln.

Schulklassen gelten als getestet. Minderjährige, die nicht im Klassenverband kommen, müssen einen Schülerausweis oder ein Schnelltest-Zertifikat vorlegen (die von den Schulen/ Lehrern ausgestellten Zertifikate werden anerkannt). Beim Besuch der Vorstellungen im LUTZ muss weiterhin eine Maske getragen werden. Das gilt für alle Menschen ab 6 Jahren. Sollte sich an diesen Regeln etwas ändern, wird dies so schnell wie möglich auf der Webseite www.theaterhagen.de und in der Presse bekannt gegeben. Die Gastronomie hat geöffnet. Abonnenten erhalten 20 % Rabatt auf den Ticketpreis für alle Vorstellungen! Wir planen ab Herbst den Theater- und Konzertbesuch auch wieder im Rahmen der regulären Aboreihen zu ermöglichen. Detaillierte Informationen hierzu werden den Abonnenten in Kürze per Post zugesandt. Tauschgutscheine sind bis zum 31. Dezember 2022 gültig. Kartenverkauf und Reservierungen Die Theaterkasse (Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen) ist dienstags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr und eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet sowie telefonisch unter 02331 / 207-3218, per Email (theaterkasse@stadt-hagen.de) oder online über das Reservierungsformular auf der Webseite (www.theaterhagen.de) erreichbar.

Die

theaterzeitung Mediaberatung Hagen

WERKSTATT-PROBE Werkstattgespräch und Offene Probe zur Neuinszenierung des Musicals Anatevka

Die erste Musiktheaterpremiere in der Spielzeit 2021/22 präsentiert das Musical Anatevka von Jerry Bock (Premiere am 25.9.2021, 19.30 Uhr). Als Einstimmung auf dieses Werk und dessen Umsetzung auf der Hagener Bühne bietet das Theater Hagen eine Werkstatt-Probe (Werkstattgespräch und Offene Probe) an. Bei dieser Einführungsveranstaltung erhalten die Besucher*innen durch das Produktionsteam Informationen zu dem Stück, der Inszenierung und Ausstattung und können anschließend eine Probe auf der Bühne erleben. Für den Besuch dieser Werkstatt-Probe ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. An der Theaterkasse sind kostenlose Eintrittskarten erhältlich, die auch telefonisch bzw. per Mail reserviert werden können.

Denis Gramaglia Tel. 02331/917-4146 d.gramaglia@funkemedien.de Alana Schindler (Digital) Tel. 02331/917-4073 Alana.Schindler@funkemedien.de Telefax 0 23 31 / 917 - 41 50

Die Theaterkasse hat am 20.9.2021 ab 17.00 Uhr geöffnet. 20. September 2021, 18.00 Uhr, Theater Hagen (Großes Haus)

Spielplan unter www.theaterhagen.de Impressum: 2. Ausgabe, 9.2021 Herausgeber: Theater Hagen gGmbH · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen Tel. 02331 / 207-3210 Intendant: Francis Hüsers Redaktion: Ina Wragge | Gestaltung: Yuliana Falkenberg Texte: Anja Schöne, Anne Schröder, Ina Wragge Fotos: Marc Behrens, Dagmar Hesse, Yala Pierenkemper, Laura Thomas Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 127.300

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jedesmalanders - 2.Ausgabe 09.2021  

jedesmalanders - 2.Ausgabe 09.2021  

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