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Jetzt erst recht Nachwuchswettbewerb des Theater Drachengasse Das Corona-bedingt nachgeholte Finale 2020 Die Finalist*innen Laura Gericke, Coline Meret Lola Jud, Clarissa Karrasch, Viktoria Steiber, Roland Wendling stell dir vor du wärst eine fliege an der wand Anna Lena Bucher, Lilly Busch, Jakob D’Aprile, Lukas Gander, Marlene Hauser, Josefin Kwon, Charlotte Lorenz, Tamara Semzov, Marie Sturminger, Benedikt Werth Rebel Clown Misery Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann, Meera Theunert Security Desi Bonato, Jessica Comis, Aurelia van Kempen, Eva Sommer Das Schnitzel erfüllte Paradies ZAK – zentrum für antidisziplinäre kunst – präsentiert: UFO: Ultra Fett Original

Gesamtdauer: ca. 80 Minuten

Team Drachengasse Coaching: Karin Koller Video, Licht, Ton: Michaela Pink, Matthias Vanura Bühnentechnik: Hannes Stockinger, Gregor Wallner Fotos: Andreas Friess, Barbara Pálffy Grafik: Köhler WD Projektleitung: Kathrin Kukelka-Lebisch


Jetzt erst recht Die Projekte stell dir vor du wärst eine fliege an der wand Die Fliege nervt. Die Fliege setzt sich fest. Und obwohl die Fliege klein ist, nervt sie dich immer noch. Denn irgendwie ist sie ja doch da, um mit ihr umzugehen. Ein Gedankenexperiment. Stell dir vor, du wärst eine Fliege an der Wand. Ich bitte dich nicht mal, ich sage es dir nur. Und wenn ich es dir sage, dann stellst du es dir ja sowieso schon vor, also automatisch, ganz automatisch vor deinem inneren Auge in deinem Kopf. Das geht doch gar nicht anders. Oder ist da wieder dieser Widerstand in dir? Und wo fängt der an? An der Grenze zwischen Impuls und Kontrolle stellen wir die Frage nach der Existenz von kontrollierten Impulsen und impulsiver Kontrolle in den Raum. Dann müssen wir nur noch mit ihrer Widersprüchlichkeit umgehen. Ein Projekt von Laura Gericke, Coline Meret Lola Jud, Clarissa Karrasch, Viktoria Steiber, Roland Wendling

Foto: Barbara Pàlffy


Das Team Laura Gericke wurde 1992 in Geseke geboren. Seit 2018 Studium Regie und Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) Hamburg. Sie schloss 2018 das Studium Kultur der Metropole an der HafenCity Universität erfolgreich ab, während sie bereits eigene Performances, Installationen, Texte und Kurzfilme umsetzte und seit 2016 als freie Regieassistentin u. a. im Thalia Theater tätig war. 2013–2018 war sie Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seitdem Umsetzung eigener Theater- und Filmarbeiten sowie Hörstücke. Zuletzt wurde 2020 ihr Projekt ich tät hörstück schreiben (Co-Regie: Roland Wendling) vom Verband für aktuelle Musik Hamburg (VAMH) in Zusammenarbeit mit der Behörde für Kultur und Medien gefördert. 2019 gründete sie gemeinsam mit dem Kameramann Leon Daniel BLAUGRAU FILM. Für die Jahre 2020 und 2021 erhält sie das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Coline Meret Lola Jud wurde 1992 in Paris geboren. Nach verschiedenen Praktika am Grand Theatre in Genf, dem Theater Basel und dem Luzerner Theater absolvierte sie eine Schneiderlehre am Theater Neumarkt in Zürich. Danach war sie für die Spielzeit 2016/17 und 2017/18 Kostümassistentin am Luzerner Theater und arbeitete parallel als Kostümbildnerin in der freien Szene mit verschiedenen Kollektiven; zuletzt mit Soom Project für A’void (2017) und Kaokç – black swan (2020) und der Gruppe Grenzgänger für nichts wollen (2018). Seit März 2018 studiert sie Kostümdesign bei Reinhard von der Thannen an der HAW in Hamburg und arbeitet weiterhin an freien Produktionen unter anderem auf Kampnagel. Clarissa Karrasch wurde 1996 in Lüneburg geboren. Nach zahlreichen Theatererfahrungen in ihrer Kindheit und Jugend studierte sie nach dem Abitur zunächst Theaterpädagogik und wechselte dann zum Studienfach Schauspiel an das Hamburger Schauspielstudio Frese, welches sie nach dreijähriger Ausbildung im August 2020 mit der Bühnenreife abschloss. Während ihrer Ausbildung stand sie in zahlreichen Kooperationen – unter anderem mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) – auf der Bühne. Neben der Schauspielerei ist sie als Sprecherin tätig (Weiterbildungen im Bereich Synchron unter anderem bei Ingo Meß), schreibt eigene Texte und singt. Zudem arbeitet Clarissa Karrasch im Bereich Theaterpädagogik an Schulen und unterrichtet dort Theater. Viktoria Steiber wurde 1992 in Rheinland-Pfalz geboren, absolvierte dort ihr Abitur und sammelte erste Erfahrungen im Schauspiel. 2013 zog sie nach Hamburg, schloss 2016 mit der staatlich anerkannten Bühnenreife am Bühnenstudio der darstellenden Künste ab und war seither in verschiedenen Bühnen- und Filmproduktionen zu sehen, unter anderem in Produktionen auf dem Kampnagel und am Deutschen Schauspielhaus sowie in unterschiedlichen Formaten auf ZDF, ARD, weiteren öffentlich-rechtlichen Sendern und Netflix. Sie arbeitet zudem als Sprecherin und Model und schreibt eigene Texte. Roland Wendling wurde 1991 in Stuttgart geboren. Genreübergreifende Kunstprojekte auf, neben und hinter der Bühne. Ab 2005 Vernetzung mit dortigen Kulturschaffenden über Bands, klanggestalterische Inszenierungen und Gruppierungen. 2010 Soloprojekte; bekannteste Pseudonyme: #, FAKT, Featuring Und Andere (Veröffentlichungen u. a. auf Spam und Cosmic Winnetou). Aufbau des Linotsing Artscenters in Maseru, Lesotho. Mitveranstalter der Konzertreihe Sonopol in Hamburg 2017. Seit 2018 Mitglied des Performance-Trios ikw mit Mathew Rogers und Felix Mayer. 2019 Mitwirkender bei Raumschiff Atopia auf Kampnagel in Hamburg mit der Performancegruppe JAJAJA.


Rebel Clown Misery Das Gefühl, dass wir uns in einer politischen Zeitenwende befinden, beherrscht die aktuelle Medienlandschaft. Die Figur des Clowns scheint dies perfekt zu repräsentieren. Närrische Freude am Chaos, die Lust an der Zerstörung, grotesker Gewalt, Sadismus und Anarchie werden ihm dabei zugeschrieben. In Rebel Clown Misery dreht ein Filmteam eine Dokumentation über eine Gruppe Närr*innen, die, verborgen unter ihren Masken, für die Erneuerung oder Zerstörung des Alten kämpfen. Was geschieht dabei mit der närrischen Subversion und Systemkritik? Ist es möglich, innerhalb der medial vermittelten Realität Widerstand zu leisten? Und wer bestimmt, was böse, was gut ist? Ein Projekt von Anna Lena Bucher, Lilly Busch, Jakob D’Aprile, Lukas Gander, Marlene Hauser, Josefin Kwon, Charlotte Lorenz, Tamara Semzov, Marie Sturminger, Benedikt Werth

Foto: Andreas Friess


Das Team Anna Lena Bucher wurde 1991 in Bern geboren und wuchs in Melbourne und Bern auf. Sie ist frischgebackene Schauspielabsolventin des Mozarteums Salzburg. Schon in ihrer frühen Jugend begann sie sich intensiv mit Tanz und Theater auseinanderzusetzen; im Studium der Theaterwissenschaften in Bern, auf der Bühne des Konzert Theater Bern in Stücken von Marcel Leemann als Performerin und Tänzerin oder als Regisseurin der multilingualen Stückentwicklung Leben 2.0 an der Jungen Bühne Bern. Vor und während ihres Studiums arbeitete sie mit den Regisseur*innen Ives Thuwis – De Leeuw, Sebastian Nübling und Ebru Tartıcı Borchers und gastierte zuletzt mit dem Stück Flex (Regie: Suna Gürler) des Jungen Theater Basels am Schauspielhaus Zürich. Mit Leidenschaft behandelt sie auf der Bühne und im Privaten politische Themen, ist eine laute und engagierte Feministin und nicht zuletzt temperamentvolle Tänzerin. Lilly Busch wurde 1990 in Berlin geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft in Berlin und São Paulo sowie Comparative Dramaturgy and Performance Research in Frankfurt am Main und Brüssel. Parallel diverse Praktika, unter anderem am Maxim Gorki Theater, bei Theater der Zeit, am Goethe-Institut São Paulo und am NTGent. Im Anschluss arbeitete sie im Fachbereich Theater/Tanz am Goethe-Institut in München und war als freie Dramaturgin tätig, unter anderem am Schauspiel Stuttgart und am Schauspielhaus Wien. Gelegentlich übersetzt sie aus dem Portugiesischen, zuletzt Zumbi von Joel Rufino dos Santos für die Reihe Neue Subjektile (Turia + Kant). Seit der Spielzeit 2020/21 ist sie Dramaturgin am Schauspielhaus Wien. Jakob D’Aprile wurde 1996 in Berlin geboren. Bevor er sein Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien begann, spielte er bei P14, dem Jugendtheater der Volksbühne am RosaLuxemburg-Platz und arbeitete mit Christine Groß für Frank Castorf‘s Judith und Service/No Service von René Pollesch. Zusammen mit alten Mitgliedern von P14 gründete er die Buckower Bande, die mit ihrer ersten Uraufführung DER JUX das Strandbad Buckow bespielten. Zusätzlich war er Gast am Schauspiel Köln in Kinder der Nacht (Regie: Melanie Kretschmann) und am Schauspielhaus Wien in Angstbeisser (Regie: Anna Marboe). Ebenso für Eine Amerikanische Nacht unter der Regie von Charlotte Lorenz, wo er ebenfalls auf der Bühne stand. Außerdem wirkte er in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit. Lukas Gander wurde 1993 in Innsbruck geboren. Er studierte von 2012 bis 2016 Schauspiel an der Kunstuniversität Graz. Seitdem ist er als freier Schauspieler und Performer tätig. Mehrfache Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Regisseur Henri Hüster (u. a. IRRE, Theater der Nacht) am Lichthof Theater in Hamburg sowie mit dem Choreographen und Regisseur Michael Laub (Remote Control Productions) am HAU in Berlin und bei ImPulsTanz (Fassbinder, Faust and the Animists, Rolling). Außerdem war Lukas Gander als Gast am Schauspiel Dortmund für das Stück Triumph der Freiheit #1 in der Regie von Ed. Hauswirth engagiert. Seine erste Premiere in Wien hatte er mit Schwieriges Thema am Kosmos Theater in der Regie von Milena Michalek. Im Sommer 2020 spielte er die Rolle des Benvolio in Romeo und Julia bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf. Zuletzt war er am Klabauter Theater in Hamburg unter der Regie von Henri Hüster in Publikumsbeschimpfung zu sehen. Marlene Hauser wurde 1996 in Oberösterreich geboren und studierte am Max Reinhardt Seminar Schauspiel, das sie 2019 abschloss. Während des Studiums spielte sie in Theaterproduktionen am Volkstheater Wien und im Theater Nestroyhof Hamakom und wirkte in mehreren Filmproduktionen mit, unter anderem in dem Kurzfilm Die Trud von Veronika Franz und Severin


Fiala und dem Spielfilm 3Freunde2Feinde von Sebastian Brauneis. In der Saison 20/21 ist sie Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt. Josefin Kwon absolvierte im Februar 2019 ihren Kostümbildabschluss an der Universität der Künste Berlin. Bereits vor und während ihres Studiums arbeitete sie als Hospitantin und Assistentin am Staatstheater Mainz, am Maxim Gorki Theater und am Theater Aufbruch. Eigene Arbeiten entstanden in Theater- und Filmprojekten in Berlin, München und in Stuttgart im Stuttgarter Stadttheater, Wagenhalle Stuttgart, HfS Ernst Busch, Theaterakademie August Everding und der freien Theater- und Filmszene. Zuletzt entwarf sie im November 2020 das Kostümbild für die Theaterinstallation Jetzt Immer (Regie: Klemens Hegen). In der Brotfabrik Berlin entstand 2019 ihre erste Arbeit mit Charlotte Lorenz als Kostümbildnerin für Eine amerikanische Nacht. Charlotte Lorenz wurde 1990 bei Frankfurt am Main geboren und wuchs zweisprachig, deutschfranzösisch auf. Sie studierte Theater- und Kulturwissenschaft in München und Rennes. In ihrer Bachelorarbeit setzte sie sich mit der Gestaltung zeitgenössischer Rituale auseinander. Während des Studiums sammelte sie zudem in München und Paris Erfahrungen als Regieassistentin. Von 2016–2021 studierte sie Schauspielregie an der HfS Ernst Busch. 2017 entwickelte sie Sterben Lernen über den Beruf des/der Simulationspatienten/in. 2019 entstanden die Arbeiten THE ONE und Eine Amerikanische Nacht, das in der Brotfabrik Berlin zu sehen war. Im Herbst 2021 wird ihre Diplominszenierung Reich der Träume, in der sie sich mit dem widersprüchlichen Leben des Psychoanalytikers Wilhelm Reich auseinandersetzt, im bat Berlin zu sehen sein. Im März 2021 erhielt Charlotte Lorenz zusammen mit Josefin Kwon und Jakob D’Aprile für CONTACT HIGH / Zukunftsszenarien ein Recherchestipendium vom Fonds Darstellende Künste e.V. Tamara Semzov wurde 1992 in Charkow in der Ukraine geboren. Sie studierte Schauspiel an der Kunstuniversität Graz und schloss das Studium 2015 mit ihrer Soloarbeit Malenkaya Strana – Kleines Land ab. 2014 erhielt ihr Jahrgang den Ensemblepreis beim 25. Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender in München für Katzelmacher (Regie: Nina Mattenklotz). Während des Studiums gastierte sie am Schauspielhaus Graz und war dort anschließend 2015–2019 festes Ensemblemitglied. Sie arbeitete unter anderem mit Claudia Bauer, András Dömötör, Dominic Friedel, Ed. Hauswirth, Alia Luque, Franz-Xaver Mayr, Blanca Rádóczy, Bernadette Sonnenbichler und Claudia Bossard. In deren Jelinek-Inszenierung von Das Werk war Tamara Semzov im Jänner 2020 am Kosmos Theater in Wien zu sehen. In der Spielzeit 2020/21 spielt sie in der Uraufführung von Ewe Benbeneks Tragödienbastard am Schauspielhaus Wien. Seit der Spielzeit 2019/20 arbeitet sie frei und lebt in Berlin, Wien und Graz. Marie Sturminger (*1993) studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für Angewandte Kunst Wien. 2011 sammelte sie am Residenztheater München sowie im Theater de l‘Atelier Paris erste Berufserfahrungen. Bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf gestaltete sie gemeinsam mit Paul Sturminger das Bühnen- und Kostümbild für Minna von Barnhelm und Romeo und Julia (Regie: Veronika Glatzner). Mit Veronika Glatzner arbeitete sie bereits 2017 bei K.s FRAUEN, einem installativen Stationentheater. Im Lichthof Theater Hamburg und am Konzert Theater Bern arbeitete Marie als Kostümbildnerin mit Henri Hüster für die Romanadaption Irre von Rainald Goetz 2017, gefolgt von Über die Schwierigkeit nein zu sagen und Schuld und Sühne zusammen. 2019 absolvierte sie ein Auslandssemester für Scenografia an der Accademia di belle Arti di Firenze, nachdem sie 2017 an der Norwegian Theater Academy gastierte und sowohl als


Performerin bei Rooms (Dan Safer) und im Bereich Video bei The Angel Show (Bianca Casady/Cocorosie) mitwirkte. Marie ist auch im Video- und Filmbereich tätig. Benedikt Werth, 1994 geboren und aufgewachsen im Rheinland. Nach dem Abitur folgte eine einjährige Hospitanz und Assistenz in der Dramaturgie am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Er absolvierte seinen Bachelor in Kultur der Metropole an der HafenCity Universität Hamburg mit Fokus auf Visuelle Anthropologie. Währenddessen produzierte er verschiedene Video-Arbeiten für Theater und Internet. Seit 2018 studiert er Kunst und Film unter Thomas Heise an der Akademie der bildenden Künste Wien.


Fotos: Andreas Friess, Barbara Pàlffy


Security Das sind die Sonnenseiten von struktureller Gewalt: Man muss nichts persönlich nehmen. Es ist ein Privileg, mit Gewalt nicht rechnen zu müssen. Ein weißer, heterosexueller Mann sieht sich nicht als Opfer, und Gewalt, Diskriminierung und Anfeindungen betreffen immer die Anderen. Aber was passiert, wenn es doch anders kommt und man auf einmal Opfer ist? Wenn Erfahrungen wie Schmerz, Hilflosigkeit und Ohnmacht die Gewissheit der Unverwundbarkeit und die alten Sicherheiten hinwegfegen? Ein dokumentarischfiktionaler Abend, der ein persönliches Erleben einbettet in den gesellschaftlichen Diskurs über Gewalt. Ein Projekt von Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann, Meera Theunert Wir bedanken uns bei Arena Wien für die Leihgabe der Absperrgitter.

Foto: Barbara Pàlffy


Das Team Franz-Xaver Franz, eigentlich Franz-Xaver Schumacher, lebt und arbeitet in Wien und Innsbruck. Er schreibt, inszeniert und spielt selbst. Alleine und im Kollektiv, etwa mit dem PerformanceEnsemble Postmodern Talking. Auftritte unter anderem im Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Köln, Werk X Wien. Er ist außerdem Moderator und Kabarettist. Sein erstes Solo-Programm Speed Hating hatte 2019 im St. Pauli Theater Hamburg Premiere. Er hat für Radio Freirad und Radio FM4 gearbeitet. Aktuell: Postmodern Talking. the pmk residency (Showformat) und Ischgl. Ein aprés Aprés Ski (Herbst 2021). Zahlreiche Stipendien und Förderungen, etwa das Dramatiker*innenstipendium der österreichischen Bundesregierung, TKI open, stadt_potenziale. Lia Sudermann ist Performance- und Videokünstlerin, lebt und arbeitet in Wien. Sie inszeniert und spielt Theater, etwa mit dem Performance-Kollektiv Postmodern Talking. Auftritte u. a. im Werk X Wien, FFT Düsseldorf und TAK Berlin. Als Kabarettistin u. a. bei PCCC* Comedy Club Wien. Zuletzt: Gepflegte Revolution. Über Pflege und anderes Sorgen im BRUX Innsbruck und Postmodern Talking – the pmk residency. Ihr abendfüllender Dokumentarfilm Zum Schluss bleibt nur die Berberitze über forensische Psychiatrie lief u. a. auf dem One World Festival in Bukarest und beim Stranger Than Fiction Dokumentarfilmfestival in Köln. www.postmoderntalking.com Meera Theunert studierte Psychologie in Erlangen und Theaterregie in Hamburg und Ouagadougou. Sie gründete 2012 in Fürth das Theater Die Monade in ihrer Abstellkammer, wo sie vor allem zu später Stunde zu Performances, Lesungen und künstlerischen Interaktionen verschiedener Art einlud. Sie war vier Spielzeiten am Staatstheater Nürnberg als Regieassistentin, Souffleuse und Inspizientin beschäftigt, bevor sie 2015 das Regiestudium in Hamburg aufnahm. 2016 stieß sie zum Festival-Kollektiv Kulturflut Skandaløs e.V. und war Co-Kuratorin des Theaterprogramms des Skandaløs Festivals und der Bühne Schuhkarton auf dem Fusion Festival 2019. Ihre Arbeiten waren auf diversen Festivals zu sehen, u. a. beim Körber Studio Junge Regie, auf dem OUTNOW! Festival Bremen und dem MS Artville in Hamburg. Es verbindet sie eine langjährige künstlerische Arbeitsbeziehung mit dem Performance Kollektiv Postmodern Talking und der Performerin und bildenden Künstlerin Anna Kuch. Sie lebt als freischaffende Regisseurin in Hamburg.


Das Schnitzel erfüllte Paradies ZAK – zentrum für antidisziplinäre kunst – präsentiert: UFO: Ultra Fett Original Das Wiener Schnitzel, das Wahrzeichen Österreichs, ist ein kulinarisch eingebürgerter Diebstahl. Oswald Wiener zieht Parallelen: Das Schnitzel ist eigentlich wie der Wiener selbst, man kann alles unter einer Panier verstecken. Warum sind Schnitzelursprungsnarrative wie jenes vom Feldmarschall Radetzky und seinem Cotoletta Milanese oder die Herkunftsgeschichte aus dem alten Byzanz so heiß debattiert? Wieso ein kläglich kleiner panierter Fleischlappen – ein verstaubtes Museum, wie George Tabori es in seinem Stück Die Ballade vom Wiener Schnitzel betitelt – den Österreicher mitten ins Herz trifft? Wann das Wiener Schnitzel zum Götzenbild geschmackloser Wahlsprüche populistischer Politik wurde? Wodurch es in unterschiedlichem Kontexte wie Klimakrise, Migration oder Kapitalismuskritik zu Religion und flachsiger, trockener, fader Weltanschauung mutierte? All diese Fragen werden in UFO: Ultra Fett Original nicht beantwortet. Die sakrale Räumlichkeit des Theater Drachengasse, Bar&Co wird Schauplatz einer surrealen Schnitzelprozession, die den österreichischen Schnitzelfetischismus ad absurdum führt und von dessen Vor- und Nachgeschmack eingenommen wird. In UFOs Offenbarung ist das Wiener Schnitzel das fleischgewordene Alltagsritual, das autonomes Denken und Handeln limitiert. Die Schnitzelaktion filetiert die Politik mit emotionalisierten Symbolen. Sie ist eine rauschhafte, lustvolle Einverleibung, das Paniertsein an sich, der kollektive Verdauungsgang des unschuldigen Fleisches in seiner scheinheiligen und dreifaltigen Umhüllung: Mehl – Ei – Brösel. Ein Projekt von Desi Bonato, Jessica Comis, Aurelia van Kempen, Eva Sommer

Foto: Andreas Friess


Das Team Desi Bonato has a passion for movement from a very young age. She graduated at Codarts, Rotterdam Dance Academy and worked as a company dancer for two years in Amsterdam at the Het Internationaal Danstheater as well as in Israel at the Kibbutz Contemporary Dance Company. Since 3 years she is based in Vienna working as a freelancer in Austria and abroad. In 2019 she worked for the Festspielhaus St. Pölten and since last year she joined the team of Das Bernhard Ensemble at the Das Off Theater. Recently she has been performing in Tanzquartier Wien with the production Force Majeure. On the side Desi is teaching to professional and non-professional dancers and has been working on her own projects in cooperation with UFO and Pablo & Guy. Jessica Comis (*1994, Italy) is a multidisciplinary artist who’s aim it is to influence physical space with an artistic practice that engages the viewer in an all-encompassing, three dimensional experience – eliminating the boundary between art and audience. How spaces choreograph and how bodies perform within space is a focal point in her artistic research. Her work has been realised in a multitude of capacities as well as in collaborative roles with international artists, developing her practice to include disciplines such as costume, set and prop design, sculpting, installation work and more recently contemporary dance and performance art. Her first solo exhibition Mega Myriad Machine in collaboration with audio visual artist Scott Sinclair opened at Gr_und in April 2018. She is a co-owner of the artist run creative space Polyphony (Berlin), having organised events there in the framework of CTM festival / Transmediale. She is currently studying at the Academy of Fine Arts in Vienna in the class of Carola Dertnig. Aurelia van Kempen ist transmediale Malerin und 1994 in Bayern geboren. In ihrer Kunst setzt sie sich konzeptuell mit Fragen der Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität auseinander. Ihre Arbeitsweise ist prozessual und medienübergreifend. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien. Eva Sommer (*1992) lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, nahm an diversen Workshops bei Impulstanz Wien der SNDO Amsterdam teil und trainiert regelmäßig im Tanzquartier Wien. Derzeit studiert sie in der Klasse performative Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Nach Assistenzen an diversen Wiener Staats- und Off-Theatern, beschließt sie 2017, das Movement Lab UFO zu gründen. Seit 2020 entwickelt sie gemeinsam mit Nora Aaron Scherer das Projekt ZAK – zentrum für antidisziplinäre kunst. Eva Sommer baut und spielt mit absurden, irritierenden, humorvollen Umgebungen und Situationen. Sie arbeitet mit Körper, Film, Installation und kollaboriert unter anderem mit Akteur*innen, Tänzer*innen, Soundkünstler*innen, Filmemacher*innen und Performancekünstler*innen. UFO ist Beobachterin der Absurdität des modernen Lebens und zeichnet aus distanzierter Position zur Wiener Kultur einen Gegenentwurf zu vorgefundenen Regeln, Werten und Normen. UFO ist ein Performancephänomen das als Movement Labor ins Leben gerufen wurde und generiert Umgebungen, die die Autonomie des Subjekts unterstützten. ZAK – zentrum für antidisziplinäre kunst – ermöglicht Kollaboration in einem freien, stets veränderbaren Rahmen und ist Dachverband der Kollektive CULO und UFO.


ZAK steht für die experimentelle Aneignung unterschiedlicher Medien, Darstellungsformen und Ästhetik. ZAK wirkt der Trennung von Populär-, Sub- und Hochkultur entgegen, bedient sich an Praxen der bildenden und der darstellenden Kunst und lässt sich in keinen bekannten Kunstkanon rubrizieren.

Nachwuchswettbewerb Jetzt erst recht Das Corona-bedingt nachgereichte Finale 2020 gestreamt aus dem Theater Drachengasse/Bar&Co Online-Premiere am 27. Mai 2021 um 20 Uhr Weitere Streaming-Termine: 28. Mai und 2., 4. und 5. Juni 2021 um 20 Uhr

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Programmheft JETZT ERST RECHT  

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