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LudwigstraĂ&#x;e

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Foto III Sommersemester 2010/11 Prof. Michael Kerstgens Thea Kast 721323

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Meine StraĂ&#x;e

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Exposé In der Porträtserie meiner Straße zeige ich Hundebesitzer und ihre Vierbeiner aus meiner Nachbarschaft. Diese inszenierten Portraits orientieren sich bildsprachlich an einer Vorlage von August Sander, mit dem Titel „Notar“. Der Inhaltliche Schwerpunkt der Serie bezieht sich auf die Auseinandersetzung zwischen Hund und Herrchen, den charakterlichen Assoziationen, äußerlichen Ähnlichkeiten und auch der Wiederspieglung des sozialen Standes, da die bildnerische Einbeziehung der Wohnverhältnisse als zusätzliches Indiz dafür gilt. Trotz der Inszenierung gewinnt der Betrachter einen kleinen Ausschnitt der individuellen Lebenswelten meiner Nachbarn, in Beziehung zu ihren Haustieren.

Ableitung Wie schon in dem Exposé beschrieben, orientierte ich mich bildsprachlich an dem Fotografen August Sander. Sander zeigt die Menschen in typischer Umgebung und mit charakteristischer Kleidung. Er ist in die Stilrichtung der neuen Sachlichkeit einzuordnen, welche sich durch die extreme Nüchternheit des Fotografen gegenüber seinem Subjekt und der zurückhaltenden Bildsprache auszeichnet. Mir war zu Beginn der Aufgabe klar, dass ich die Menschen in der Straße portraitiern will, in der ich auch aufgewachsen bin. Nach ausgiebiger Recherche festigte sich mein Thema und wurde zu dem Beschriebenen Vorhaben, Diese Menschen mit ihren Hunden abzulichten. Schon öfters musste ich über die große „Ähnlichkeit“ zwischen manchen Hundebesitzern und ihren Vierbeinern schmunzeln. Ich wollte die Menschen so zeigen, wie sie auch normalerweise mit ihren Hunden auftreten. Ich kündigte mich einige Tage vorher bei den zu Portraitierenden an und lies ihnen die Klamottenwahl frei. Ich positionierte sie vor ihrem Haus, dabei war es mir wichtig ein Stück ihres Wohnumfeldes zu zeigen. Handelt es sich um einen Neubau, ein älteres Haus oder gar eine Villa? Besonderen Wert legte ich darauf, dass die Menschen den Blick nicht direkt in die Kamera richteten, sonder auf einen entfernten Punkt schauten. Der Gesichtsausdruck sollte dabei selbstbewusst und stark sein.

August Sander (* 17. November 1876 in Herdorf, Landkreis Altenkirchen (damals Rheinprovinz, heute Rheinland-Pfalz); † 20. April 1964 in Köln) war ein deutscher Fotograf. Sander gilt heute als einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Bildatlas Menschen des 20. Jahrhunderts hat er ein „epochemachendes“ Fotoprojekt geschaffen. Sanders Werk umfasst Landschafts-, Natur-, Industriearchitektur- und Stadtfotografie, berühmt aber ist er hauptsächlich für seine Porträtkunst, wie sie exemplarisch in der Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts ausgeführt ist. In dieser Serie versuchte er einen Querschnitt ausgehend von der Gesellschaft der Weimarer Republik zu geben. Beginnend mit der „Stammmappe“ – Bauernportraits aus dem Westerwald – unterteilt er sein Werk in sieben Gruppen: „Der Bauer“, „Der Handwerker“, „Die Frau“, „Die Stände“, „Die Künstler“, „Die Großstadt“ und „Die letzten Menschen“. Sander entwickelt eine „inszenierende“ Bildauffassung, indem er die Menschen in typischer Umgebung, mit charakteristischer Kleidung oder auch berufsspezifischen Attributen zeigt. Er nennt seine Arbeit „Das Antlitz des deutschen Menschen“. Mit der umfangreichen Porträtserie ist ein fotografisches Bildarchiv mit fast enzyklopädischem Anspruch entstanden. Quelle: wikipedia

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Momentaufnahmen Einige der Personen, die ich fotografierte, schafften es auf Anhieb das umzusetzen, wonach ich suchte. Bei anderen wiederum war es schwerer ein gutes Foto zu finden. Ich bemerkte, wie viele sich an ihren Hund lehnten oder ihn ununterbrochen kraulten, um die Situation für sie leichter zu machen. Oder wie einige ohne Unterlass mit diesem redeten und ich es kaum schaffte, ein Foto mit geschlossenem Mund zu finden. Da ich es bei dieser Fotoserie nicht nur mit Menschen zu tun hatte, musste ich mich auch darum kümmern, den Hund ins rechte Licht zu rücken. Es gab da die Vierbeiner, die sich ohne Probleme neben ihrem Herrchen platzierten und still waren, aber auch die, die sich immer wieder schlafen legten, sich umdrehten oder mich und meine Kamera als Bedrohung empfanden und mich anbellten. Der Faktor Tier stellte sich somit als teilweise unberechenbare Komponente heraus. Allerdings bleibt anzumerken, dass auch nicht jeder Zweibeiner mit einfachen Instruktionen eines Fotografen klar kam. Das Kurzprojekt entwickelte dadurch eine interessante Eigendynamik. Letztendlich versuchte ich zu dem sachlichen Ausgangspunkt in meinen Aufnahmen zurückzukehren, um den formellen Stil der Serie und der Bildsprache zu erhalten.

Fazit Abschließend kann ich sagen, dass ich in diesen zwei Wochen, in denen ich die Fotos gemacht habe, viel lernte. Ich hätte zu Beginn nicht gedacht, dass Wettereinflüsse, wie z.B. hartes Sonnenlicht, die Aufnahmebedingungen derartig erschweren würden. Dies hatte zur Folge, dass ich bei einer Verabredung für Fotoaufnahmen, vor Ort feststellen musste, dass nur zu bestimmten Tageszeiten fotografieren mit reinem Tageslicht möglich war und ich deshalb mehrmals die Häuser der Hundebesitzer aufsuchen musste, um Lichtsituation und Inszenierung miteinander abstimmen zu können. Ich musste zu aller erst an jedem Haus vorbeilaufen und den Standpunkt der Sonne ausfindig machen. Dann konnte ich eine Uhrzeit ermitteln, in der Schatten vorhanden war. Anfangs dachte ich, ich könne die Leute auch in die Sonne stellen, doch als diese die Augen zukniffen, die Farben viel zu hell waren und die Kontraste zu extrem waren, wurde mir die enorme Wichtigkeit des Schattens klar. Zudem hatte ich schon immer ein Problem damit, fremde Leute anzusprechen. Da ich in dieser Zeit an vielen Türen klingeln musste und ich gar keine andere Wahl hatte, als mich zu trauen, fällt mir dieses heute auch viel leichter. Mir ist klar geworden, dass die Menschen nicht mehr als nein sagen können und es keinen Grund gibt, mit dieser Angst durch die Welt zu laufen. Ich denke, dass diese Serie nicht unbedingt aus 13 Bildern bestehen muss. Man könnte sie noch problemlos fortführen, im Grunde hat sie sich aber auch schon nach fünf Bildern erklärt. Es gibt in dieser Reihe einige Bilder, bei denen es sich interessante Details finden lassen, wie die Spieglung des Mannes im Fenster auf dem letzten Bild, oder der geschlossene Rollo hinter dem Jungen mit dem gestreften Pulli (S.16). Die Farbigkeit der Haare, des Hundes und der Hauswand (S.10), die Fußstellung von Hund und Herrchen (S.11), der Burgencharakter des Hauses und der starre, böse anmutende Blick von Frau und Hund (S.17) zum Beispiel, all das sind Dinge, die ich interessant finde. Auch der soziale Kontrast zwischen dem älteren Herrn und der älteren Dame (S.14-15) wie er extremer kaum sein könnte, fasziniert mich. 21


Protagonisten

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GĂźnther M. und Kira

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Karin C. und Asra

Seite 9

Michelle B. und Cara

Seite 10

Andreas W. und Willy

Seite 11

Katarina M. und Bella

Seite 12

Christoph G. und SchrĂśder

Seite 13

Malise B. und Kimmie

Seite 14

Konrad F. und Timmy

Seite 15

Tim M. und Lola

Seite 16

Beate B. und Snoopy

Seite 17

Mundi K. und Pablo

Seite 18

Andrea S. und Hercules

Seite 19

Ludwig L. und Benny

Seite 20


Meine Strasse  

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