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PHILOSOPHIE, RELIGION, LITERATUR UND KUNST CHINAS

Buddha-Statuen und in den Malereien der Höhlentempel von Dunhuang äußerte. Die Tang-Zeit gilt als einer der Höhepunkte der chinesischen Kultur. Hier ragte vor allem die Poesie heraus, die nun feste Schemata für den Gebrauch der Reime und der Worttöne entwickelte. In der bildenden Kunst spielten keramische Grabfiguren (u. a. Pferde) und die Wandmalerei eine große Rolle. Während der Sung-Dynastie kam es zur Entwicklung der Landschaftsmalerei, die zum edelsten Thema der chinesischen Kunst wurde. Der Konfuzianismus erlebte um das Jahr 1000 eine neue Blüte, wurde aber indirekt von buddhistischem Gedankengut beeinflusst.

Kontinuität und Wandel Zu dieser Zeit erschien auch die erste schriftlich niedergelegte profane Literatur, die die Vorbilder für Dramen bildete, die während der ersten Blütezeit des chinesischen Theaters (13./14. Jh.) aufgeführt wurden. Zugleich entwickelte sich der chinesische Roman, der sich in den folgenden Jahrhunderten bei breiten Volksschichten einer wachsenden Beliebtheit erfreute. Während der Ming-Zeit erreichten Farbholzschnitte und die Malerei ein hohes Niveau; sie gilt auch als goldenes Zeitalter des Blauweißporzellans. Seit dem 17. Jahrhundert herrschte eine Kontinuität chinesischer Kunst- und Kulturtraditionen, während erste westliche Einflüsse auf die Malerei sichtbar werden. Im Lauf des 17. und 18. Jahrhunderts erreichte die Porzellankunst ihr höchstes Niveau. Der westliche Einfluss auf die chinesische Kunst und Kultur, der sich im 19. Jahrhundert in der Malerei verstärkte, setzte sich im 20. Jahrhundert fort. In der Volksrepublik China wurde nach sowjetischem Vorbild der sozialistische Realismus gefördert. Nach der Kulturrevolution erholte sich die Kunstszene nur langsam. Die zukünftige kulturelle Entwicklung Chinas wird, soweit derzeit absehbar, in einer Mischung aus der Rückbesinnung auf die alte Tradition und modernen Einflüssen bestehen.

Ambivalentes Fabelwesen des Tierkreises – dem Drachen wird in der chinesischen Kultur eine Vielfalt von teils positiven, teils negativen Bedeutungen zugewiesen.

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Der Brockhaus Bildung21  

Wissen für das 21. Jahrhundert, Leseprobe

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