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Staatskanzlei Dienststelle f端r Statistik

Kanton Thurgau im Fokus

2012

Statistisches Jahrbuch


Herausgeber Redaktionelle Verantwortung

Autoren

Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, Zürcherstrasse 177, 8510 Frauenfeld, www.statistik.tg.ch Ulrike Baldenweg-Bölle, Dienststelle für Statistik, Telefon 052 724 23 96, ulrike.baldenweg@ tg.ch Ulrike Baldenweg-Bölle (Wirtschaft und Arbeit, Staat und Politik) Nicola Egloff (Bevölkerung und Gesellschaft) David Gallati (Bauen und Wohnen, Raum und Umwelt) Andrea Greger (Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden) Viviane Zimmermann (Bildung)

Bildnachweis

Umschlag: Fotolia; Seite 5, Seite 49, Seite 61: David Gallati; Seite 9: DIGITALstock / Kzenon; Seite 27, Seite 31: Andrea Greger

Bezugsquelle

Büromaterial-, Lehrmittel- und Drucksachenzentrale des Kantons Thurgau, www.bldz.tg.ch, Telefon 052 724 30 50, Artikel-Nr.: 01.042.12

Gestaltung Druckerei

Joss & Partner Werbeagentur AG, Weinfelden DKD AG, Schönenberg Erscheint jährlich im dritten Quartal. Ausgabe 2012

Mit finanzieller Unterstützung durch die Thurgauer Kantonalbank.

2


Inhaltsverzeichnis

Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden

6 8

Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden Thurgauer Geschichte in Kürze

Bevölkerung und Gesellschaft

10 15 18 21 24

Bevölkerung Soziale Sicherheit Gesundheit Bildung Gemeindeübersicht

Wirtschaft und Arbeit

28 30 31 32 33 34 35 36

Volkswirtschaft Branchenstruktur Aussenhandel Arbeitsmarkt Einkommen und Löhne Tourismus / Landwirtschaft Banken und Versicherungen Gemeindeübersicht

Bauen und Wohnen

40 42 45 46

Bestand und Struktur der Wohngebäude Bautätigkeit Leerwohnungsbestand / Siedlungsflächen Gemeindeübersicht

Staat und Politik

50 53 56 58

Politik Öffentliche Finanzen Steuern Gemeindeübersicht

Raum und Umwelt

62 64 65 68

Flächenbedeckung und Flächennutzung Verkehr und Mobilität Umwelt Gemeindeübersicht

Kanton Thurgau im Fokus 2012

3


Editorial

«Statistische Informationen helfen entscheidend mit, unsere Welt begreifbar zu machen; in der globalisierten Wissensgesellschaft nimmt ihre Bedeutung noch laufend zu.» Dr. Jürg Marti, Direktor Bundesamt für Statistik, Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2009

Liebe Leserin, lieber Leser «Kanton Thurgau im Fokus» fasst die wichtigsten statistischen Ergebnisse zu den Themenbereichen Bevölkerung und Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit, Bauen und Wohnen, Staat und Politik sowie Raum und Umwelt zusammen. Dabei verzichten wir auf umfangreiche Tabellen. Diese stehen Ihnen auf www.statistik.tg.ch zum Download zur Verfügung. Vielmehr soll «Kanton Thurgau im Fokus» einen ersten Überblick und Einstieg in ein Thema ermöglichen. Jeder Beitrag wird deshalb bewusst knapp und übersichtlich gehalten, schliesst dafür jedoch mit Hinweisen auf weiterführende Informationen. Allen Personen in der kantonalen Verwaltung, die uns mit Daten und wertvollen Hinweisen unterstützt haben, danken wir herzlich. Ebenso bedanken wir uns bei der Thurgauer Kantonalbank für die finanzielle Unterstützung. Wir hoffen, dass auch die neue Ausgabe von «Kanton Thurgau im Fokus» für Sie zu einem hilfreichen Nachschlagewerk wird und dazu beiträgt, den Kanton Thurgau «begreifbar zu machen». Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau Ulrike Baldenweg Nicola Egloff David Gallati Andrea Greger

4


Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden

Kanton Thurgau im Fokus 2012

5


Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden

Bezirke Arbon Frauenfeld Kreuzlingen Münchwilen Weinfelden Nördlichster Punkt: Mitte Rhein Schaarenwiese Diessenhofen

en

Steckborn

en

rn me

m

Ma

Eschenz

len

rs ape

Müllheim

Pfyn Uesslingen- WarthWeinigen Buch

Berg

Felben- Hüttlingen Wellhausen

Bussnang

en Ma tzin g

Stettfurt

Quelle: Amt für Geoinformation Thurgau

6

68.5 6.3 74.8

Kra Schönholzers- Schön wilen Wuppenau

Münchwilen

Eschlikon Sirnach BichelseeBalterswil

Wilen

Fischingen

Uferlänge von Bodensee und Rhein Kanton Thurgau, in Kilometern Bodensee Rhein Total

TobelTägerschen Braunau Bettwiesen

Lommis

90.9 10.4 220.3

Südlichster Punkt: Drei-Kantone-Stein am Hörnliweg

Su

Affeltrangen

Aadorf

Kanton Schaffhausen Total

Bürglen

Thundorf

Wängi

Kanton Zürich

Weinfelden

AmlikonBissegg

Gachnang

119.0

Kemmental

Wigoltingen Märstetten

Frauenfeld

Kanton St. Gallen

Wäldi

Herdern

Hüttwilen

Grenzlängen mit Nachbarkantonen Kanton Thurgau, in Kilometern

Kreuzlin

wi

Homburg

R

Neunforn Tiefster Punkt: Ausfluss der Thur aus dem Kanton (Höhe 370 m ü. M.)

Tägerwilen

in

us

Ermatingen

te

ha

ns

BasadingenSchlattingen

Gottlieben

W ag

le

Schlatt

Berlingen

Sa

Westlichster Punkt: Auf dem Kohlfirst beim Hohmarkstein

Höchster Punkt: Hohgrat (Höhe 991 m ü. M.)

Rickenbach


Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden

Politische Organe1 des Kantons Thurgau Grosser Rat

130 Mitglieder

Regierungsrat2

Monika Knill (Präsidentin) Bernhard Koch (Vizepräsident) Dr. Claudius Graf-Schelling Dr. Kaspar Schläpfer Dr. Jakob Stark

SVP CVP SP FDP SVP

Departement für Erziehung und Kultur Departement für Finanzen und Soziales Departement für Justiz und Sicherheit Departement für Inneres und Volkswirtschaft Departement für Bau und Umwelt

1 ohne Judikative, 2 Amtsjahr 2012/13

Bottighofen

ngen Münsterlingen Altnau Güttingen

cke

gri

Lan

Lengwil

ch

nba

Birwinken

Kesswil Sommeri

Dozwil Uttwil

He

Salmsach

of

nh

fe

Romanshorn

en

Erlen

ulgen

Amriswil nen enta n

ZihlschlachtSitterdorf

Arbon

Hoh

dolfnenberg

Egnach

Bischofszell

Roggwil Horn

HauptwilGottshaus

Östlichster Punkt: Einmündung der Goldach in den Bodensee

Überblick Gemeinden, Kanton Thurgau, 2012 Anzahl Bezirke 5 Anzahl Politische Gemeinden 80 davon bis 1’000 Einwohner 1’001 bis 2’000 Einwohner 2’001 bis 5’000 Einwohner 5’001 bis 10’000 Einwohner über 10’000 Einwohner

14 25 32 3 6

Anzahl Schulgemeinden Primarschulgemeinden integriert in Politische Gemeinde1 Sekundarschulgemeinden Volksschulgemeinden Anzahl Kirchgemeinden2 evangelisch katholisch

92 52 5 16 19 67 51

1 Zusammenschluss Primarschule und Politische Gemeinde 2 inklusive der vier Gebiete, deren Kirchgemeinde im Kanton St. Gallen bzw. Kanton Schaffhausen liegen Quellen: Dienststelle für Statistik, Departement für Erziehung und Kultur, Steuerverwaltung (alle Kanton Thurgau)

Kanton Thurgau im Fokus 2012

7


Der Kanton Thurgau und seine Gemeinden Thurgauer Geschichte in Kürze Jahr 744 1264 1415 1460 1499 1524 – 1529 1531 1712 1713 – 1797 1798 1798 – 1803 1803 1814 1830 – 1831 1837 1848 1849 1869 1875 1895 1920 1941 1990 1990 – 2000 2011

Ereignis Erste Erwähnung des Thurgaus als Pagus Durgaugensis Der Thurgau fällt nach dem Aussterben der Kyburger an die Habsburger. Habsburg verpfändet das Thurgauer Landgericht an die Stadt Konstanz. Die Eidgenossen erobern den Thurgau. Die Eidgenossen erhalten im Gefolge des Schwabenkriegs von der Stadt Konstanz das Thurgauer Landgericht. Reformation 2. Landfrieden: Beginn der Gegenreformation 4. Landfrieden: Übergang zur konfessionellen Parität Die Eidgenössische Tagsatzung kommt in Frauenfeld zusammen. Im März erlangt der Thurgau die Freilassung aus der eidgenössischen Untertanenschaft. Der Thurgau bildet im Rahmen der Helvetischen Republik einen Verwaltungsbezirk ohne legislative Gewalt. Mediationsakte Napoleons: Beginn der kantonalen Selbständigkeit Von konservativen europäischen Mächten beeinflusste Restaurationsverfassung Regeneration: Der Thurgau gibt sich erstmals selbst eine Verfassung. Revidierte Regenerationsverfassung Der Thurgau hilft massgeblich mit, den schweizerischen Bundesstaat zu errichten. Aufhebung der Klöster Anpassung der Kantonsverfassung an die Bundesverfassung Die sogenannte Demokratische Bewegung kommt ans Ziel: Mit der neuen Kantonsverfassung geht der Thurgau von der repräsentativen zur direkten Demokratie über. Als erster Thurgauer wird Josef Fridolin Anderwert Bundesrat. Die Katholisch-Konservativen erhalten Sitz in der Kantonsregierung. Der Grosse Rat wird erstmals nach dem Proporzwahlrecht bestellt. Die Sozialdemokratie zieht in die Kantonsregierung ein. Die neue Kantonsverfassung von 1987 tritt in Kraft. Aufhebung des Gemeindedualismus Justizreform, Reduktion der Bezirke von acht auf fünf

Quelle: Staatskanzlei Thurgau, Kurzbiografie

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch, www.tg.ch

8


Bevรถlkerung und Gesellschaft

Kanton Thurgau im Fokus 2012

9


Bevölkerung

Über 250’000 Menschen leben im Thurgau Die Wohnbevölkerung ist im Jahr 2011 wieder kräftiger als in den beiden Vorjahren gewachsen und stärker als in der Gesamtschweiz. Ende Dezember 2011 hatten 250’640 Menschen ihren festen Wohnsitz im Thurgau. Der Zuwachs 2011 von 1,4 % bzw. 3’570 Personen entspricht etwa der Grössenordnung einer Gemeinde wie Steckborn. In beinahe jeder zweiten Gemeinde lag das Bevölkerungswachstum über dem kantonalen Durchschnitt von 1,4 %. In den letzten fünf Jahren ist der Kanton um 15’750 Menschen gewachsen. Die stärkste Bevölkerungszunahme gab es mit Abstand in der Gemeinde Kreuzlingen.

Aber auch Münsterlingen, Aadorf, Romanshorn, Sirnach und Weinfelden legten bei der Bevölkerung spürbar zu. Im Jahr 2011 hat Romanshorn die Marke von 10’000 Einwohnern überschritten. Eckdaten Bevölkerung und Haushalte Kanton Thurgau, 2011 Ständige Wohnbevölkerung am 31.12. Anteil Frauen, in % Anteil Männer, in % Ausländische Staatsangehörige Anteil in % Wohnbevölkerung nach Altersgruppen, in % 0–19 Jahre

21.7

20–39 Jahre 40– 64 Jahre 65–79 Jahre 80 Jahre und älter Bevölkerungswachstum, Vorjahresveränderung in % Anzahl Kinder je Frau (2010) Durchschnittsalter bei Geburt des ersten Kindes Lebenserwartung bei Geburt, in Jahren (2009/2010)

Bevölkerungswachstum in den Gemeinden Kanton Thurgau, 2011, Vorjahresveränderung in Prozent Kreuzlingen

Frauenfeld Weinfelden

250’640 49.9 50.1 54’573 21.8

Arbon

Münchwilen

starkes Wachstum von 2 % und mehr Wachstum zwischen 1 % und 1,9 % kein Wachstum bzw. moderates Wachstum bis 0,9 % Bevölkerungsrückgang

25.5 37.1 11.5 4.3 1.4 1.51 29.4

Männer Frauen Haushalte (2000) Einpersonenhaushalte

80.1 84.4 91’537 29’047

Paare ohne Kinder Paare mit Kind(ern)

25’365 30’631

Einelternhaushalte Übrige Haushalte

4’492 2’002

Quellen: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik; Bundesamt für Statistik, BEVNAT, ESPOP, Sterbetafeln, Eidg. Volkszählung

Quelle: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik

Wohnbevölkerung1 im Vergleich, Kanton Thurgau, angrenzende Kantone und Schweiz, 2000 – 2011 Anzahl Personen 2000 Kanton Thurgau Gemeinde Frauenfeld Gemeinde Kreuzlingen Gemeinde Arbon Schweiz Kanton St. Gallen Kanton Schaffhausen Kanton Zürich

2

228’875 21’954 17’118 12’906 7’204055 449’399 73’305 1’211’647

Wachstum in % 3

3

3

2006 –2011

2010–2011

6.7 6.6 11.8 5.2 5.9 4.6 4.4 8.4

1.4 1.7 2.0 1.0 1.1 0.9 1.0 1.4

2009

2010

2011

244’365 22’878 18’933 13’430 7’785’806 474’676 75’657 1’351’297

247’073 23’128 19’415 13’512 7’870’134 478’907 76’356 1’373’068

250’640 23’527 19’808 13’647 7’954’662 483’156 77’139 1’392’396

1 Ständige Wohnbev. nach wirtschaftl. (2000) bzw. zivilrechtl. (übrige Jahre) Wohnsitzbegriff 2 Eidg. Volkszählung 3 Thurgau: Kantonale Bevölkerungsstatistik bzw. Schweiz: Bundesamt für Statistik, ESPOP (2009), ab 2010: STATPOP (neues Produktionsverfahren und erweiterte Definition der Wohnbevölkerung)

10


Bevölkerung und Gesellschaft

Zwischen 2005 und 2010 war die Geburtenzahl im Thurgau um über 13 % gestiegen (Schweiz: +10 %). Trotz des stattlichen Anstiegs bewegen sich die Geburtenzahlen im Thurgau aber deutlich unter den Werten von Anfang der 1990er-Jahre, als noch über 3’000 Kinder jährlich im Thurgau auf die Welt kamen. Da im Jahr 2011 neben den Geburten auch die Zahl der Todesfälle zurückging, hat sich der Geburtenüberschuss nur minim verringert.

Bevölkerungsentwicklung nach drei Altersklassen Kanton Thurgau, 1860–2011, in Anzahl Personen 250’000 200’000 150’000 100’000

0

1860 1870 1880 1888 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2011

50’000

0–19 Jahre

20–64 Jahre

65 Jahre u. älter

Quellen: Bundesamt für Statistik, Eidg. Volkszählung; ab 2010: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik

Wanderungsbewegung Thurgau, 1981 – 2010, Wanderungssaldo* in Anzahl Personen 3’000 2’500 2’000 1’500 1’000 500 0 -500 -1’000

1985

1990

1995

Saldo interkantonal

2000

2005

2010

Saldo international

* Zuzüge minus Wegzüge; Quelle: Bundesamt für Statistik, ESPOP

Die grösste Gemeinde im Thurgau, Frauenfeld, zählte Ende 2011 rund 23’530 Einwohnerinnnen und Einwohner, die kleinste Gemeinde, Gottlieben, nur gerade 315 Personen. Etwas weniger Geburten im Jahr 2011 Der zögerliche Trend leicht steigender Geburtenzahlen, der seit einigen Jahren zu beobachten war, hat sich im Thurgau im Jahr 2011 nicht fortgesetzt. Insgesamt kamen 2’340 Babys auf die Welt. Dies sind 56 Neugeborene weniger als im Vorjahr (-2,3 %). Kanton Thurgau im Fokus 2012

Einwanderung aus dem Ausland entspricht gesamtschweizerischem Mittel Die Bevölkerungszunahme ist hauptsächlich auf den positiven Wanderungssaldo zurückzuführen, d. h. mehr Personen ziehen in den Thurgau zu als weg. Nachdem im Jahr 2008 aus dem Ausland rund 2’800 Personen mehr zu- als abgewandert waren, pendelte sich der Zuwanderungsüberschuss in den Jahren 2009 und 2010 bei rund 2’000 Personen ein. Im Vergleich mit anderen Kantonen liegt der Thurgau im Mittelfeld (TG: 8,0; CH: 8,3 Personen je 1’000 Einwohner). Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wiesen Basel-Stadt, Tessin, Waadt, Zug und Genf die höchsten Zuwanderungsüberschüsse aus dem Ausland aus (zwischen 15 und 12 Personen je 1’000 Einwohner). Natürliche Bevölkerungsbewegung Kanton Thurgau, 1981 – 2011, in Anzahl Personen 4’000 3’000 2’000 1’000 0 -1’000 -2’000 -3’000 1981

1986

1991

1996

Lebendgeborene Todesfälle

2001

2006

2011

Geburtenüberschuss

Quelle: Bundesamt für Statistik, BEVNAT

11


Bevölkerung

Veränderung der Wohnbevölkerung nach Nationalität Kanton Thurgau, 2005–2011, Veränderung in Prozent

Saldo der Binnenwanderungen Schweiz und Kantone, 2010, in Personen je 1’000 Einwohner

7 6 5 4 3 2 1 0 -1

Freiburg Aargau Schwyz Thurgau Wallis Obwalden Glarus Luzern Schaffhausen Tessin Solothurn SCHWEIZ Bern Waadt Basel-Landschaft Jura St.Gallen Zürich Uri Nidwalden Graubünden Zug Appenzell I.Rh. Basel-Stadt Genf Appenzell A.Rh. Neuenburg

2005

2006

2007

2008

Schweizer/-innen

2009

2010

2011

Ausländer/-innen

Quelle: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik

Ausländeranteil nach Gemeinden Kanton Thurgau, 2011, Anteile in Prozent Kreuzlingen

Frauenfeld

-8 -6 -4 -2

Weinfelden

0

2

4

6

8 10

Arbon Quelle: Bundesamt für Statistik, ESPOP; eigene Berechnung

Münchwilen unter 10 zwischen 10 und 20 zwischen 20 und 30 über 30 Quelle: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik

Ausländische Wohnbevölkerung nach Nationalität Kanton Thurgau, 2011, Anteile in Prozent Deutschland Italien Mazedonien Portugal Serbien Türkei Kosovo Österreich Bosnien-Herzegowina Spanien Übrige 0

5

10

15

20

25

30

35

Quelle: Bundesamt für Migration, Zentrales Migrationsinformationssystem (ZEMIS)

12

Mehr Zuzüge aus anderen Kantonen Im Vergleich zur Zuwanderung aus dem Ausland tragen die Zuzüge aus anderen Kantonen deutlich weniger zum Bevölkerungswachstum bei. Dennoch nimmt die Nettozuwanderung aus anderen Kantonen nun schon seit 2006 von Jahr zu Jahr zu. Mit einem Binnenwanderungsüberschuss von 788 Personen (dies entspricht 3,2 Personen pro 1’000 Einwohnern) ist der Thurgau im schweizweiten Vergleich im Jahr 2010 an die vierte Stelle hochgerutscht (nach Freiburg, Aargau und Schwyz). Die meisten Kantone (15) registrierten Binnenabwanderungen, so auch die Nachbarkantone Zürich und St. Gallen. Ausländeranteil von 22 % Ende 2011 hatten im Thurgau rund 54’600 Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das ent-


Bevölkerung und Gesellschaft

Bevölkerungsbewegung, Kanton Thurgau, 2000–2011 2000 2009 2010 Geburtenüberschuss Geburten Todesfälle Wanderungssaldo Zuzüge Wegzüge Einbürgerungen Ordentliche Einbürg. Erleichterte Einbürg. Heiraten Scheidungen* je 100 Heiraten

2011

683 2’554 1’871 203 7’433 7’230 681

493 2’310 1’817 2’644 9’855 7’211 875

477 2’396 1’919 2’755 10’041 7’286 691

471 2’340 1’869

491 190

648 227

465 226

1’080 404

1’153 558

1’274 657

1’234 536

37.4

48.4

51.6

43.4

Privathaushalte nach Grösse Kanton Thurgau, 1970 – 2000, Haushalte nach Anzahl Personen, in Prozent 100 % 80 % 60 % 40 % 20 %

* neues Erhebungsverfahren ab 2011. Für die Statistik sind nicht mehr alle Scheidungen von zwei ausländischen Personen verfügbar. Quellen: Bundesamt für Statistik, BEVNAT, ESPOP

0%

1970 1 Person 2 Personen 3 Personen

1980

1990

2000

4 Personen 5 Personen und mehr

Quelle: Bundesamt für Statistik, Eidg.Volkszählungen

spricht einem Anteil von 21,8 % der ständigen Wohnbevölkerung. Deutsche sowie Italienerinnen und Italiener stellen die grössten Ausländergruppen – sie machen zusammen fast die Hälfte der ausländischen Wohnbevölkerung aus. Mit Abstand am meisten Deutsche lebten im Jahr 2011 in der Gemeinde Kreuzlingen (27 % aller Deutschen im Thurgau), gefolgt von den Gemeinden Arbon und Tägerwilen (jeweils 5 %). Die italienischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger wohnten 2011 ebenfalls zahlreich in der Gemeinde Kreuzlingen (16 % aller Italienerinnen und Italiener) sowie in den Gemeinden Frauenfeld (14 %) und Arbon (8 %). Entwicklung der grössten Ausländergruppen Kanton Thurgau, 2000 – 2011, Wohnbevölkerung nach Nationalität

Kreuzlingen ist im Kanton Thurgau die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil. Hier hatte 2011 sogar mehr als jede oder jeder Zweite einen ausländischen Pass. Leichter Rückgang der Eheschliessungen Im Kanton Thurgau wurde im Jahr 2011 wieder etwas seltener geheiratet als im starken Heiratsjahr 2010. Vor allem die Zahl der Eheschliessungen zwischen Schweizer Staatsangehörigen untereinander nahm ab. Im Vergleich zur Gesamtschweiz wurde im Thurgau zwar etwas weniger geheiratet (TG: 4,9; CH: 5,4 Heiraten je 1’000 Einwohner), es liessen sich aber auch etwas weniger Eheleute scheiden (TG: 2,1; CH: 2,2 Scheidungen je 1’000 Einwohner).

Anzahl Personen 2000

2009

2010

2011

Deutschland Italien Mazedonien Portugal Serbien*

5’723 9’547 6’101 2’943 1’328

15’318 8’362 6’237 3’554 4’194

16’748 8’335 6’290 3’714 3’256

17’952 8’346 6’427 3’893 2’893

Türkei

3’578

2’852

2’849

2’847

*Jahr 2000: Teil Jugoslawiens; Quelle: Bundesamt für Migration, ZEMIS

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Einpersonenhaushalte im Vormarsch Zwischen 1990 und 2000* ist die Zahl der Privathaushalte um beinahe 14 % gestiegen. Dabei legten insbesondere die Einpersonenhausalte zu (+30 %). Im Jahr 2000 war fast jeder dritte Haushalt ein Einpersonenhaushalt – 1970 gerade mal 17 %. *Angaben aus der Volkszählung 2010 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

13


Bevölkerung

Konfessionslosigkeit nimmt stark zu Die stärkste Konfessionsgruppe* bildete im Thurgau Ende 2010 mit 39 % die evangelisch-reformierte Landeskirche. Der römisch-katholischen Kirche gehörten 34 % der Wohnbevölkerung an. Zwischen 2000 und 2010 ist der Anteil der beiden grossen Konfessionsgruppen von etwa 78 % auf 72 % zurückgegangen. Der Anteil der evangelisch-reformierten Glaubensgemeinschaft an der Wohnbevölkerung hat dabei leicht stärker abgenommen als jener der römisch-katholischen. Die Gruppe der Konfessionslosen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt (von 7 % auf 16 %). Die islamische Glaubensgemeinschaft blieb beinahe konstant (6 %). Demografi sche Alterung nimmt ihren Lauf Im Jahr 2011 hat sich die Altersstruktur im Kanton Thurgau erneut etwas nach oben verschoben. So reduzierte sich der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner, die jünger als 20 Jahre sind, während vor allem die ältere Bevölkerung (über 64 Jahre) anteilsmässig zugenommen hat. Die 65 – 79-Jährigen sind allein im vergangenen Jahr um 1’070 Personen gewachsen (+3,9 %). Etwas weniger stark hat die Zahl der Hochbetagten über 79 Jahre zugenommen (knapp 200 Personen bzw. +1,9 %). Im Jahr 2035 dürften beinahe doppelt so viele Seniorinnen und Senioren über 64 Jahre im Thurgau leben wie heute. Ein hoher Anteil von Personen im Rentenalter lebt heute am Rhein und am See, namentlich in den Gemeinden Steckborn, Berlingen, Ermatingen, Bottighofen, Kesswil, Romanshorn, Arbon und Horn. Hier betrug im Jahr 2011 der Anteil der über 64-Jährigen 19 % und mehr. *Quellen: Bundesamt für Statistik, Jahr 2000: Eidg. Volkszählung, Jahr 2010: STATPOP (Landeskirchen) und Strukturerhebung (andere Konfessionen)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Bevölkerung und Soziales 14

Alterspyramiden Kanton Thurgau, 1960, 2011 und 2035, Bevölkerung nach Geschlecht, in Anzahl Personen 90 und älter 80–84 70–74 60–64 50–54 40–44 30–34 20–24 10–14 0–4

1960

12’000 8’000 4’000

0

4’000 8’000 12’000

90 und älter 80–84 70–74 60–64 50–54 40–44 30–34 20–24 10–14 0–4

2011

12’000 8’000 4’000

0

4’000 8’000 12’000

90 und älter 80–84 70–74 60–64 50–54 40–44 30–34 20–24 10–14 0–4

2035

12’000 8’000 4’000 Männer

0

4’000 8’000 12’000 Frauen

Quellen: Bundesamt für Statistik, 1960: Eidg. Volkszählung, 2035: Mittleres Bevölkerungsszenario AR-00-2010; 2011: Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik


Bevölkerung und Gesellschaft

Soziale Sicherheit

Renten und Transferleistungen sind wichtige Einkommensbestandteile Im Rentenalter, bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit greift das Netz der Sozialversicherungen. Ergänzt werden die allgemeinen Versicherungsleistungen gegebenenfalls durch individuelle Bedarfsleistungen. Zu diesen Transferleistungen zählen Verbilligungen für Krankenkassenprämien, Ergänzungsleistungen oder Alimentenbevorschussungen. Das letzte Auffangnetz ist die Sozialhilfe. Das Einkommen der Thurgauerinnen und Thurgauer stammte im Jahr 2009 zu rund 70 % aus einer Erwerbstätigkeit. An zweiter Stelle standen die Rentenleistungen. Sie machten 14 % aller Einkünfte aus. AHV-Renten haben um 3 % zugenommen Die ausgeschütteten Rentenleistungen aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sind auch im Jahr 2011 wieder gestiegen. Der Zuwachs fiel mit 3 % stärker aus als im Vorjahr. Insgesamt beliefen sich die im Thurgau ausgeschütteten AHVRentenleistungen auf beinahe 910 Millionen Franken und bestanden zu 95 % aus Altersrenten, zu 4 % aus Hinterlassenenrenten und zu 0,4 % aus Zusatzrenten für Ehepartner oder Kinder. Etwa die Hälfte der AHVRenten werden von der Ausgleichskasse Thurgau Einkünfte natürlicher Personen nach Einkommensquellen Kanton Thurgau, 2009 (100 % = 10’698,9 Mio. CHF)

Erwerbseinkommen (70,6%) AHV-/IV-Renten (9,7 %) weitere Renten/ Pensionen (4,7 %) Vermögenserträge (11,9%) Alimente (1,0 %) Übrige Einkünfte (2,0%)

Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

AHV-Renten* und Anzahl Bezügerinnen und Bezüger Kanton Thurgau, 2001– 2011, jeweils im Monat Dezember (ausser 2001: Januar) 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

2001

2003

2005

2007

2009

2011

100’000 90’000 80’000 70’000 60’000 50’000 40’000 30’000 20’000 10’000 0

AHV-Renten in Mio. CHF (linke Skala) AHV-Bezüger/-innen in Anzahl Personen (rechte Skala) * Altersrenten, Zusatzrenten und Hinterlassenenrenten Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen

entrichtet. Die Geldleistungen der Ausgleichskasse Thurgau sind um 5 % auf 485,6 Millionen Franken gestiegen. Die kräftige Zunahme ist auf die höhere Zahl der Rentnerinnen und Rentner und auf die Teuerungsanpassung zurückzuführen. Höhere IV-Leistungen Obwohl die Anzahl der Bezügerinnen und Bezüger von Geldleistungen aus der Invalidenversicherung (IV) zum zweiten Mal in Folge abgenommen hat, erhöhten sich im Jahr 2011 die ausbezahlten Beträge um 2,4 %. Wie bei den AHV-Leistungen machte sich auch hier die Teuerungsanpassung bemerkbar. Gleichzeitig kam es zu teilweise erheblichen rückwirkenden Auszahlungen für aufgelaufene Fälle aus früheren Jahren. Durchschnittliche ordentliche Altersrenten Kanton Thurgau, 2009 – 2011, jeweils im Monat Dezember, in CHF Männer

Frauen

2009 2010

1’786 1’791

1’819 1’819

2011

1’826

1’848

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen

15


Soziale Sicherheit

Steigende Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligungen Die Ergänzungsleistungen (EL) haben sich im Jahr 2011 um 5 % erhöht, die Zahl der Bedürftigen um kräftige 10 %. Die EL zur IV sind allein um 12 % gewachsen. Gesetzesanpassungen, die ein tieferes anrechenbares Vermögen nach sich zogen, führten zu höheren Ansprüchen. Der minime Rückgang der EL zur AHV (-0,3 %) hängt unter anderem mit der neuen Pflegefinanzierung von Personen in Heimen zusammen. Die individuellen Prämienverbilligungen (IPV) sind, wie die Ergänzungsleistungen, um 5 % gestiegen, hauptsächlich aufgrund höherer Krankenversicherungsprämien. Knapp 40 % der Wohnbevölkerung erhalten eine Prämienverbilligung. Die Zahl der Bezü-

Bezüger/-innen für bedarfsabhängige Sozialleistungen im Verhältnis zur Wohnbevölkerung Kanton Thurgau, 2011, Anteile in Prozent 38,7% erhalten Prämienverbilligung

2,8% erhalten Ergänzungsleistungen

1,6 % erhalten Sozialhilfe

Grössenordnung verschiedener Sozialleistungen Kanton Thurgau, 2011, in Mio. CHF 100 %

AHV-Renten Prämienverbilligungen

Quellen: Amt für AHV und IV, Gesundheitsamt (beide Kanton Thurgau); BFS, Schweizerische Sozialhilfestatistik

IV-Renten

gerinnen und Bezüger ist in den letzten Jahren leicht angestiegen.

Arbeitslosenkasse Ergänzungsleistungen Sozialhilfe 0

200

400

600

800 1’000

Quellen: Arbeitslosenkasse, Amt für AHV und IV, Gesundheitsamt, Fürsorgeamt (alle Kanton Thurgau); Bundesamt für Sozialversicherungen

Auszahlungen der Arbeitslosenkasse Kanton Thurgau, 2010 und 2011, in Mio. CHF 2011

78,2

2010

115,1 0

20

40

3,6 18,4 0,9

25,3 18,2 1,0 60

80

100 120 140 160 180

Taggelder der Arbeitslosenentschädigung Arbeitsmarktliche Massnahmen Kurzarbeits-/Schlechtwetterentschädigung Insolvenzentschädigungen Quelle: Arbeitslosenkasse Thurgau

16

Arbeitslosenkasse mit spürbar tieferen Auszahlungen Die finanziellen Leistungen der kantonalen Arbeitslosenkasse verringerten sich im Jahr 2011 von rund 160 Millionen Franken auf 101 Millionen Franken (-36 %). Die wirtschaftliche Erholung und die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes per 1. April 2011 liessen die Arbeitslosenzahlen rapide sinken. Auch die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit bezogen haben, reduzierte sich merklich, was sich in den ausbezahlten Entschädigungen niederschlug. Stabile Sozialhilfequote von 1,6 % Im Jahr 2011 waren im Kanton Thurgau rund 4’080 Menschen auf Sozialhilfe angewiesen, etwa 50 Per-


Bevölkerung und Gesellschaft

Ausgewählte Sozialversicherungen und Sozialleistungen, Kanton Thurgau, 2009 – 2011 2009

Ausgaben in Mio. CHF 2010 2011

Bezüger/-innen in Anzahl Personen 2009 2010 2011

Sozialversicherungen AHV-Renten1 davon AHV-Renten der Ausgleichskasse Thurgau IV-Renten Entschädigungen Arbeitslosenkasse davon Taggelder (ALE/AM)3 Bedarfsabhängige Sozialleistungen4

864.5 435.8 108.9 168.9 121.6

881.4 462.4 107.6 159.6 135.1

906.0 485.6 110.3 101.1 91.9

41’2212 22’051 7’010

41’8982 23’010 6’886

42’2652 23’528 6’788

8’977

9’667

8’046

Ergänzungsleistungen (EL) davon Ergänzungsleistungen zur AHV davon Ergänzungsleistungen zur IV Prämienverbilligungen5 Sozialhilfe6 davon Öffentl. Sozialhilfeausgaben der Gemeinden davon Kantonsbeitrag für Heimaufenthalte

86.2 44.6 41.6 107.7 20.7 19.6 1.1

92.1 49.7 42.4 119.5 22.3 21.0 1.3

96.9 49.5 47.3 125.6 24.7 23.2 1.5

6’226 3’629 2’597 94’784 3’815

6’369 3’732 2’637 96’356 4’037

7’008 4’070 2’938 96’945 4’083

2.9 7.6

2.6 7.9

2.7 7.9

1’632 1’276

1’522 1’302

1’589 1’263

Alimentenbevorschussungen Stipendien

1 Ausgaben: Schätzungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen 2 Stand jeweils im Dezember 3 Arbeitslosenentschädigung und Arbeitsmarktliche Massnahmen 4 Nettobedarf 5 Inklusive Neubemessungen und EL-Bezüger 6 ohne Alimentenbevorschussungen; Quellen: Amt für AHV und IV, Arbeitslosenkasse, Gesundheitsamt, Fürsorgeamt, Amt für Mittel- und Hochschulen (alle Kanton Thurgau); Bundesamt für Sozialversicherungen; Bundesamt für Statistik, Schweizerische Sozialhilfestatistik

Privathaushalte mit Sozialhilfe nach Fallstruktur Kanton Thurgau, 2011, Unterstützungsquote in % Alleinlebende Alleinerziehende Paare mit 1 Kind Paare mit 2 Kindern Paare mit 3+ Kindern Paare ohne Kind Alle Privathaushalte 0

2

4

6

8

10

12

Hinweis: Bei der Fallstruktur bildet jeweils der Sozialhilfefall die Grundlage für die Auswertung, d.h. ein Fall kann ein oder mehrere Personen beinhalten. Quelle: Bundesamt für Statistik, Schweizerische Sozialhilfestatistik

sonen mehr als im Vorjahr. Die Sozialhilfebeziehenden verteilten sich auf 2’680 Fälle, d. h., pro Sozialhilfefall wurden im Schnitt 1,5 Personen unterstützt. Die Sozialhilfequote liegt bei 1,6 % und hat sich seit drei Jahren nicht verändert. Ein hohes Sozialhilferisiko tragen insbesondere ausländische Personen, geschiedene Frauen und Alleinerziehende mit ihren Kanton Thurgau im Fokus 2012

Kindern. Bei über einem Viertel der Sozialhilfebeziehenden handelt es sich um Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, rund 5 % sind im Rentenalter. Mit zunehmendem Alter nimmt das Sozialhilferisiko ab, weil dann oft andere Sozialleistungen greifen, die der Sozialhilfe vorgelagert sind. Die Thurgauer Gemeinden sicherten im Jahr 2011 mit rund 86 Millionen Franken den Lebensunterhalt von Sozialhilfebeziehenden ab. Da jedoch knapp drei Viertel des ausbezahlten Betrags in Form von Rückerstattungen wieder in die Gemeindekassen flossen, verblieb eine Nettobelastung von 23,2 Millionen Franken. Diese liegt um 10 % höher als im Vorjahr. Weiterführende Informationen • www.statistik.tg.ch Bevölkerung und Soziales («Gesundheit», «Sozialhilfe») • Amt für AHV und IV Thurgau: www.aktg.ch • Bundesamt für Sozialversicherungen: www.bsv.admin.ch 17


Gesundheit

Steigende Gesundheitskosten Die Ausgaben für das Gesundheitswesen haben im Thurgau über die letzten Jahre stetig zugenommen. Die in der obligatorischen Krankenversicherung registrierten Bruttokosten1 sind im Thurgau im Jahr 2010 um 2,5 % auf knapp 660 Millionen Franken gestiegen. Den grössten Kostenanteil machten Behandlungen im Spital aus (46 %). Die Kosten pro Krankenversicherte oder -versicherten lagen im Jahr 2010 im Thurgau rund 460 Franken unter dem schweizweiten Niveau. Auf den Kanton und die Gemeinden entfielen im Thurgau im Jahr 2009 knapp 167 Millionen Franken. Die Zunahme fiel mit 2,4 % deutlich tiefer aus als im Vorjahr. 2009 wurden vor allem die Gemeinden stärker belastet (+12 %), während sich der Mehraufwand des Kantons in Grenzen hielt (+2 %). Gesundheitsausgaben der öffentlichen Hand Kanton Thurgau, 2000 – 2009, in Mio. CHF

Spital (stationär und ambulant) Ärzte Behandlungen (ohne Labor) Medikamente (Arzt und Apotheken) Pflegeheime Physiotherapie Spitex Labor Arztpraxis Laboratorien Übrige 0

10

20

30

40

50

Quelle: Bundesamt für Gesundheit, Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung

Entwicklung der Bruttokosten1 in der Krankenversicherung Kanton Thurgau, 2000 – 2010 Bruttokosten, in Mio. CHF je Versicherte/r, in CHF

*

2000

2008

2009

2010

426.0 1’851

616.9 2’552

642.4 2’633

658.2 2’666

Quelle: Bundesamt für Gesundheit, Obligatorische Krankenversicherung

2000

2007

2008

2009

Total Kanton

85.7 78.8

116.8 111.9

162.8 150.0

166.7 152.5

Stationäre Versorgung Ambulante Krankenpflege Verwaltung und Prävention Gemeinden

71.2 0.0 7.6 6.9

102.2 0.1 9.6 4.9

140.1 0.1 9.9 12.7

142.7 0.1 9.8 14.2

Stationäre Versorgung Ambulante Krankenpflege Verwaltung und Prävention

1.0 3.8 2.0

-3.9 5.9 2.8

0.4 9.6 2.7

1.6 9.7 2.8

* Die Gesundheitsausgaben der öffentlichen Hand werden durch den Nettofinanzbedarf ermittelt. Er wird berechnet durch die Summe der laufenden Ausgaben und der Investitionskosten von Kanton und Gemeinden, nach Abzug aller Einnahmen inklusive Transfers. Quelle: Bundesamt für Statistik, Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens

Vergleichsweise wenig Ärzte Im ambulanten Sektor waren im Jahr 2011 im Kanton Thurgau 357 Ärztinnen und Ärzte tätig. 43 % von ihnen praktizieren im Hauptfachgebiet «Allgemeine Innere Medizin». Knapp 30 % der Ärzteschaft sind Frauen. Im Vergleich zur Ostschweiz und zur Schweiz sind im Thurgau die ambulanten Ärzte dünner gestreut. 18

Struktur der Bruttokosten 1 pro Krankenversicherte/r Kanton Thurgau, 2010, Anteile nach Kostengruppe in %

4’600 Beschäftigte arbeiten in Spitälern In den 13 Thurgauer Krankenhäusern gab es im Jahr 2010 rund 37’100 Hospitalisierungen2. Knapp 4’600 Mitarbeitende betreuten die Patienten. Vier von fünf Patienten stammten aus dem Thurgau. Einschliesslich der Behandlungen in anderen Kantonen kamen die Thurgauerinnen und Thurgauer auf etwa 39’600 Hospitalisierungen, zumeist in Akutspitälern. Zahlreiche Hospitalisierungen von 60 – 69-Jährigen Abgesehen von den Krankenhausaufenthalten in sehr jungen Jahren oder im hohen Alter, steigen im Lebensverlauf die Hospitalisierungen. Die wenigsten Fälle traten im Jahr 2010 bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren auf, die meisten bei älteren Menschen zwischen 60 und 69 Jahren. 1 Bruttokosten: Leistungen der Versicherer in der obligatorischen Krankenversicherung mit Kostenbeteiligung durch die Versicherten 2 Hospitalisierungen: Anzahl Austritte im Erhebungsjahr


Bevölkerung und Gesellschaft

Ärzte, Zahnärzte und Apotheken, Kanton Thurgau, 2000 –2011 Anzahl 2000 2009 1

Ärzte davon Frauen davon im Bereich Allg. Innere Medizin2 Zahnärzte Apotheken

286 57 149 62 23

335 96 108 88 25

je 100’000 Einwohner, 2010 2011 Thurgau Ostschweiz

2010 339 100 107 88 25

357 103 153

Schweiz

136

160

205

35 10

51 13

52 22

1 Ärzte mit Haupttätigkeit im ambulanten Sektor; 2000: Ärzte mit Praxistätigkeit 2 2009, 2010: Ärzte im ambulanten Sektor mit FMH-Titel in Allgemeinmedizin; 2000: Allgemeinpraktiker (einschliesslich Ärzte ohne FMH-Titel); Quellen: FMH, Ärztestatistik; Bundesamt für Statistik, Gesundheitsstatistik

Kennzahlen Krankenhäuser Kanton Thurgau, 2010

Thurgauer Patienten in Krankenhäusern 2010 Hospitalisierungen (Total) im eigenen Kanton im Kanton St. Gallen im Kanton Zürich Thurgauer Patienten in Akutspitälern

39’613 30’786 4’687 2’009

Hospitalisierungen Durchschnittliche Aufenthaltsdauer, in Tagen Pflegetage Pflegetage pro 1’000 Einwohner zum Vergleich: Schweiz

34’364 7.0 240’155 967 1’205

Quellen: Bundesamt für Statistik, Medizinische Statistik, STATPOP

Immer mehr Menschen leben in Alters- und Pflegeheimen In den 53 Thurgauer Alters- und Pflegeheimen lebten Ende 2010 über 2’700 Menschen. Bei den meisten Personen handelt es sich um Langzeitklienten. Die Betreuungsplätze für längere Aufenthalte nehmen absolut gesehen zwar zu, im Verhältnis zur wachsenden Zahl der Rentnerinnen und Rentner stehen jedoch immer weniger Langzeitplätze zur Verfügung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Menschen in Pflegeheimen liegt bei knapp 1’000 Tagen. Jede dritte hochbetagte Person ist auf Pflege durch Spitex angewiesen Die Thurgauer Spitex-Organisationen betreuten im Jahr 2010 über 7’200 Klientinnen und Klienten. 90 % der Organisationen sind ausschliesslich im Thurgau tätig. Insgesamt wurden fast 441’000 Stunden für Kanton Thurgau im Fokus 2012

Anzahl Krankenhäuser (Total) Akutbehandlung* Psychiatrie Rehabilitation

13 4 3 6

Beschäftigte am 31.12., in Personen Anteil Frauen, in % Anteil deutsche Beschäftigte, in % Anteil Beschäftigte ausl. Nationalität, in % Beschäftigte am 31.12., in Vollzeitäquivalenten Hospitalisierungen (Total) von Patienten aus dem Thurgau von Patienten aus dem Kanton Zürich von Patienten aus dem Kanton St. Gallen Bettenauslastung, in %

4’592 75 25 36 3’280 37’140 30’786 2’820 1’091 93

in Akutpflege

100

* Kantonsspital Frauenfeld und Münsterlingen, Klinik Seeschau, Venenklinik Bellevue, Herz-Neuro-Zentrum Bodenssee Quellen: Bundesamt für Statistik, Krankenhausstatistik, Medizinische Statistik

Hospitalisierungen von Thurgauer Patienten in Akutspitälern Herkunftskanton Thurgau, 2010, Anzahl Fälle nach Altersklassen (Total: 34’364 Fälle) 90+ 80–89 70–79 60–69 50–59 40–49 30–39 20–29 10–19 0–9 0

1’000

2’000

3’000

4’000

5’000

6’000

Quelle: Bundesamt für Statistik, Medizinische Statistik

19


Gesundheit Kennzahlen Alters- und Pflegeheime Kanton Thurgau, 2010 Anzahl Alters- und Pflegeheime Beschäftigte am 31.12., in Personen Anteil Frauen, in % Beschäftigte am 31.12., in Vollzeitäquivalenten Kurzzeitplätze am 1.1. Langzeitplätze am 1.1. Rate je 1’000 Einwohner über 64 Jahre zum Vergleich: Schweiz

53 3’221 88 2’257 88 2’844 74.4 67.6

Gesamtzahl beherbergter Personen Durchschnittsalter beherbergter Männer Durchschnittsalter beherbergter Frauen

4’269 81.0 84.9

Quelle: Bundesamt für Statistik, Statistik der sozialmedizinischen Institutionen

Kennzahlen Spitex * Kanton Thurgau, 2010 Spitex-Organisationen (ohne selbst. erw. Pflegefachpers.) Selbstständig erwerbende Pflegefachpersonen Klientinnen und Klienten Beschäftigte, in Personen Beschäftigte, in Vollzeitäquivalenten Geleistete Stunden im Bereich Pflege Hauwirtschaft/Sozialbetreuung weitere Dienstleistungen

44 29 7’240 1’073 383 440’890 261’283 176’173 3’434

* neue Grundgesamtheit: inkl. erwerbswirtschaftliche Organisationen und selbstständig erwerbende Pflegefachpersonen mit mehr als 250 Stunden/Jahr Quelle: Bundesamt für Statistik, Statistik der Hilfe und Pflege zuhause (Spitex)

die erbrachten Leistungen verrechnet, wobei rund 60 % auf die Pflege und knapp 40 % auf den Bereich Hauswirtschaft/Sozialbetreuung entfielen. Etwa jede achte Thurgauerin oder jeder achte Thurgauer über 64 Jahre nimmt pflegerische Spitex-Leistungen in Anspruch. Bei den 80-Jährigen und Älteren ist es beinahe jede oder jeder Dritte. Zunahme demenzbedingter Todesfälle Mit der Alterung der Bevölkerung hat in den letzten Jahren die Zahl demenzbedingter Sterbefälle stark zugenommen. Seit 2009 steht Demenz im Thurgau an dritter Stelle der häufigsten Todesursachen, 1999 stand sie noch an zehnter Stelle. Von den rund 1’800 Sterbefällen waren 38 % auf Krankheiten des Kreislaufsystems zurückzuführen und 26 % auf Krebserkrankungen. Häufigste Todesursachen Kanton Thurgau, 1999 und 2009, Anteile in Prozent Krankh. Kreislaufsystem Tumore Demenz Krankh. Atmungssystem Krankh. Nervensystem Krankh. Verdauungssyst.

Anteil der Personen an der Bevölkerung, die Spitex-Leistungen benötigen Kanton Thurgau, 2010, Wohnbevölkerung mit SpitexLeistungen nach Altersklassen, Anteile in Prozent Pflege 31% 7% 1%

Hauswirtschaft/ Sozialbetreuung 14% 3% 0%

–64 65–79

–65 65–79

80+

80+

Quellen: Bundesamt für Statistik, Statistik der Hilfe und Pflege zuhause (Spitex), STATPOP

20

Ernähr.-/Stoffwechselkr. Unfälle u. äuss. Ursachen Spez. Laborbefunde Suizid Übrige 0

5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 2009

1999

Quelle: Bundesamt für Statistik, Todesursachenstatistik

Weiterführende Informationen • www.statistik.tg.ch Bevölkerung und Soziales («Gesundheit») • www.gesundheitsamt.tg.ch • www.fuersorgeamt.tg.ch


Bevölkerung und Gesellschaft

Bildung

Auf der Sekundarstufe I zeigt sich wie auch in den Jahren zuvor ein deutlicher Unterschied bezüglich der Herkunft zwischen den Schultypen: Während in der Sekundarstufe E 12,9 % der insgesamt 4’204 Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft sind, sind es in der Sekundarstufe G 30,9 % der 2’822 Schülerinnen und Schüler. Von den 30’400 Thurgauer Schülerinnen und Schüler besuchen 2 % eine Privatschule.

Weiterhin Schülerrückgang Im Schuljahr 2011/12 befanden sich rund 40’200 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in einer Ausbildung im Kanton Thurgau (inkl. Privatschulen). Der Schülerrückgang setzte sich auch in diesem Schuljahr fort. Rund 300 Schülerinnen und Schüler weniger als im Vorjahr drückten im Thurgau die Schulbank. 30’400 Kinder und Jugendliche besuchen die obligatorische Schule Im Schuljahr 2011/12 besuchten rund 30’400 Thurgauer Schülerinnen und Schüler die obligatorische Schule (inkl. Privatschulen). 22,5 % der Schülerinnen und Schüler sind ausländischer Herkunft, wobei die meisten dieser Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Mazedonien, Italien, Portugal und der Türkei stammen.

Entwicklung der Schülerzahlen Kanton Thurgau, 2005– 2011, in Anzahl Personen 20’000 18’000 16’000 14’000 12’000 10’000 8’000 6’000 4’000 2’000 0

Durchschnittliche Klassengrössen Kanton Thurgau, Schuljahr 2011 / 12 Kindergarten Primarschule Sekundarschule

2005

2006

davon in Privatschulen davon in Sonderschulen davon ausländischer Herkunft

2010

2011

Sekundarstufe II Tertiärstufe

Quelle: Bildungsstatistik Thurgau

Total

davon in Privatschulen davon in Sonderschulen davon ausländischer Herkunft Sekundarstufe I*

2009

Sekundarstufe I

Eckdaten Volksschule, Kanton Thurgau, Schuljahr 2011 / 12 Schülerinnen und Schüler

davon in Privatschulen davon in Sonderkindergarten davon ausländischer Herkunft Primarstufe

2008

Kindergarten Primarstufe

18.2 19.6 17.9

Quelle: Bildungsstatistik Thurgau

Kindergarten

2007

Lehrerinnen und Lehrer

4’964 39 60 1’174 16’327

männlich 2’509 23 39 588 8’487

weiblich 2’455 16 21 586 7’840

243 385 3’830 9’082 328 182 1’836

123 273 1’973 4’728 185 116 925

120 112 1’857 4’354 143 66 911

Total 379

männlich 1

weiblich 378

1’632

281

1’351

952

486

467

*Inkl. Orientierungsjahr Gymnasium (9. Schuljahr); Quelle: Bildungsstatistik Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

21


Bildung

Steigende Kosten pro Schülerin und Schüler Die Bildungsausgaben der Volksschule haben sich im Kanton Thurgau im Jahr 2010 auf 486 Millionen Franken – also 10,3 Millionen Franken mehr als im Vorjahr – erhöht. Das erneute Kostenwachstum ist unter anderem auf zusätzliche Abschreibungen zurückzuführen, welche aufgrund der guten Ergebnisse getätigt wurden. Auf den Unterricht entfallen 330 Millionen Franken (davon 294 Millionen Franken für Bildungskosten Volksschule, Kanton Thurgau, 2010 Total Kosten pro Schülerin/ in Mio. CHF Schüler in CHF Kindergarten Primarstufe Sekundarstufe I

51 254 181

9’956 15’984 21’191

Quelle: Amt für Volksschule Thurgau

die Lehrerbesoldung), auf die Infrastruktur 110 Millionen Franken und auf die Verwaltung 43 Millionen Franken. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen und des steigenden Gesamtaufwands sind die Kosten pro Schülerin oder Schüler an der Volksschule erneut gestiegen und betragen im Durchschnitt 16’400 Franken. Mehrheit der Jugendlichen in Berufsbildung Auf der Sekundarstufe II besuchten im Schuljahr 2011/12 2’076 Schülerinnen und Schüler eine Mittelschule (inkl. Fachmittelschulen), wobei sich wie bereits in früheren Jahren deutlich mehr junge Frauen als Männer für diesen Ausbildungsweg entschieden. Wie in den Vorjahren befindet sich die deutliche Mehrheit der Jugendlichen, nämlich 5’748 Personen,

Eckdaten Sekundarstufe II, Kanton Thurgau, Schuljahr 2011/12 Schülerinnen und Schüler Total männlich Mittelschulen (ab 10. Schuljahr) 2’076 806 davon in Privatschulen davon ausländischer Herkunft Berufliche Grundbildung*

Lehrerinnen und Lehrer Total männlich weiblich 1’270 395 232

davon in Privatschulen davon ausländischer Herkunft Sonderschulen

46 179 5’748 127 744 417 36 127 30

30 73 3’635 78 437 137 18 45 16

16 106 2’113 49 307 280 18 82 14

davon in Privatschulen davon ausländischer Herkunft

8

3

5

davon in Privatschulen davon ausländischer Herkunft Brückenangebote

weiblich 163

487

323

164

50

20

30

**

* Berufliche Grundbildung an Thurgauer Berufsfachschulen; rund 1’800 Lernende mit Wohnsitz im Thurgau besuchen eine ausserkantonale Berufsfachschule und sind hier nicht mitgezählt. ** nicht nach Schulstufe ausweisbar; Quelle: Bildungsstatistik Thurgau

Eckdaten Tertiärstufe, Kanton Thurgau, inkl. Thurgauer Studentinnen und Studenten in ausserkantonalen Bildungsinstitutionen Studentinnen und Studenten, 2011/12 Abschlüsse, 2011 Total Eidg. FachMaster Doktorate Eidg. Diplom Bachelor Lizentiate/ Diplome ausweise Diplome Universitäten Höhere Berufs- und Fachschulen Fachhochschulen davon PH Thurgau

2’318 1’668 2’418 631

239 454

* Jahr 2010, PH: Pädagogische Hochschule; Quelle: Bundesamt für Statistik

22

117

53* 49 37

432 107

62

143 52 1

40


Bevölkerung und Gesellschaft

in einer beruflichen Grundbildung an einer Thurgauer Berufsfachschule. Berufswahl noch immer geschlechtsspezifisch Junge Männer erwerben mit Abstand am häufigsten einen Lehrabschluss in einem Beruf der Metall- und Maschinenindustrie. Gut vier von zehn männlichen Lehrabgängern schlossen in diesem Berufssegment ab. Bei den jungen Frauen liegen gleich drei Berufsgruppen deutlich an der Spitze: Am meisten LehrabLehrabschlüsse nach Berufsgruppen und Geschlecht Kanton Thurgau, 2011, Anteile in Prozent Metall- u. Maschinenind. Holz und Kork Büroberufe Baugewerbe Zeichner, Techn. Berufe Verkaufsberufe Landwirtschaft Gastgew. u. Hauswirt. Gartenbauliche Berufe Nahrung und Getränke Übrige

gängerinnen schlossen eine Lehre in einem Büroberuf (21,4 %), einem Verkaufsberuf (19,2 %) oder einem Beruf der Heilbehandlung (18,3 %) ab. Hochschulabschlussquote differiert stark nach Hochschultyp Im Jahr 2011 lag der gesamtschweizerische Durchschnitt der Hochschulabschlussquote bei 27,5 %. Der Kanton Thurgau bewegt sich mit einer Hochschulabschlussquote von 22,1 % im interkantonalen Vergleich in den hinteren Rängen. Wird die Hochschulabschlussquote nach Hochschultyp unterschieden, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Bei den Fachhochschulen entspricht die Abschlussquote im Thurgau (13,2%) beinahe jener der gesamten Schweiz (13,6 %). Bei der universitären Abschlussquote hingegen, wo das schweizerische Mittel bei 14,9 % liegt, belegt der Kanton Thurgau mit 9,3 % im interkantonalen Vergleich den Schlussrang. Hochschulabschlussquote nach Hochschultyp Kanton Thurgau und Schweiz, 2000– 2011, in Prozent 25

Männer Total Abschlüsse: 1’259

0

10

20

30

40

20 50 15

Büroberufe Verkaufsberufe Berufe der Heilbehandlung Gastgew. u. Hausw. Berufe Seelsorge/Fürsorge Körperpflege Metall- u. Maschinenind. Nahrung und Getränke Gartenbauliche Berufe Grafisches Gewerbe Malerei Zeichner, Techn. Berufe Textilverarbeitung Holz und Kork Übrige

10 5 0

2001

2003

2005

2007

2009

2011

TG: Universitäre Hochschulen TG: Fachhochschulen CH: Universitäre Hochschulen CH: Fachhochschulen Quelle: Bundesamt für Statistik

Frauen Total Abschlüsse: 932 0

10

20

30

Quelle: Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

40

50

Weiterführende Informationen • www.bista.tg.ch • Schulfinanzen, Amt für Volksschule: www.av.tg.ch Finanzen Schulfinanzen • www.bfs.admin.ch 23


Ausländische Wohnbevölkerung1 (2011)

Ausländeranteil1,2 (2011) in %

Geburtenüberschuss3 (2010)

Wanderungssaldo4 (2010)

Wanderungssaldo4,5 seit 5 Jahren

Bevölkerung1 unter 20 Jahre (2011) in %

Bevölkerung1 65 Jahre und älter (2011) in %

Bevölkerungswachstum1 2010 – 2011, in %

Bevölkerungswachstum1 2006 – 2011, in %

Wohnbevölkerung1 (2011) Total

Gemeindeübersicht

Bezirk Arbon Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn Kesswil Roggwil Romanshorn Salmsach Sommeri Uttwil Total Bezirk

12’315 3’376 13’647 3’949 650 76 4’312 517 1’185 135 2’591 424 980 174 2’941 295 10’076 2’923 1’323 329 515 51 1’757 253 52’292 12’502

27.4 28.9 11.7 12.0 11.4 16.4 17.8 10.0 29.0 24.9 9.9 14.4 23.9

39 -15 6 14 0 2 -2 23 7 1 -2 -1 72

212 134 24 17 11 19 5 -11 118 7 -5 48 579

610 867 50 9 -2 263 51 55 626 -23 7 223 2’736

22.0 19.2 28.2 23.8 24.6 19.7 21.4 26.1 19.6 22.1 20.2 22.8 21.2

16.4 19.2 16.6 14.4 12.9 18.7 19.3 13.2 19.6 14.7 15.3 16.2 17.4

1.5 1.0 1.6 0.2 -0.3 -0.3 -0.5 2.0 3.9 1.5 -0.2 0.3 1.5

7.4 5.2 21.7 1.3 0.9 9.7 2.9 6.4 9.6 1.0 6.8 13.7 6.7

Bezirk Frauenfeld Basadingen-Schlattingen Berlingen Diessenhofen Eschenz Felben-Wellhausen Frauenfeld Gachnang Herdern Homburg Hüttlingen Hüttwilen Mammern Matzingen Müllheim Neunforn Pfyn Schlatt

1’678 833 3’457 1’640 2’503 23’527 3’415 946 1’464 814 1’532 594 2’540 2’643 955 1’959 1’599

11.6 21.8 30.7 15.8 17.5 22.2 11.5 6.7 7.0 8.5 9.3 27.1 19.9 13.3 7.0 12.3 10.5

3 -1 20 2 13 14 11 0 5 -4 8 0 11 21 0 -6 2

6 12 63 17 65 256 11 -6 24 -7 20 2 -3 22 -3 9 21

47 66 129 75 133 1’101 89 -6 9 -26 19 40 96 128 30 50 58

23.4 13.8 19.8 19.7 22.5 19.4 24.9 24.8 22.7 23.0 24.1 21.7 24.4 25.0 18.2 22.7 24.3

15.1 23.8 17.4 17.6 11.5 16.7 11.7 12.7 14.9 12.4 14.4 13.8 12.6 13.3 18.3 12.4 14.0

-0.9 -1.7 1.8 -1.5 1.0 1.7 -0.2 -0.1 -1.6 -0.9 2.4 1.7 0.4 -1.2 -1.3 1.7 -0.1

0.2 6.1 8.7 2.3 8.4 6.6 4.3 3.2 2.4 -2.0 10.5 6.6 4.4 6.3 2.6 6.5 2.8

24

194 182 1’060 259 437 5’231 393 63 102 69 143 161 506 352 67 240 168


Ausländische Wohnbevölkerung1 (2011)

Ausländeranteil1,2 (2011) in %

Geburtenüberschuss3 (2010)

Wanderungssaldo4 (2010)

Wanderungssaldo4,5 seit 5 Jahren

Bevölkerung1 unter 20 Jahre (2011) in %

Bevölkerung1 65 Jahre und älter (2011) in %

Bevölkerungswachstum1 2010 – 2011, in %

Bevölkerungswachstum1 2006 – 2011, in %

Wohnbevölkerung1 (2011) Total

Bevölkerung und Gesellschaft

Steckborn Stettfurt Thundorf Uesslingen-Buch Wagenhausen Warth-Weiningen Total Bezirk

3’642 905 1’129 77 1’326 96 1’069 64 1’611 294 1’227 92 62’103 11’155

24.8 6.8 7.2 6.0 18.2 7.5 18.0

-11 4 7 8 -7 11 111

71 2 -2 3 25 12 620

193 6 -29 12 45 36 2’301

19.8 26.0 24.4 23.3 20.9 19.8 21.2

19.8 11.5 13.0 14.6 16.5 15.8 15.6

4.1 1.5 1.5 0.8 -0.5 -0.2 1.0

6.6 4.0 5.8 2.6 2.8 6.0 5.7

Bezirk Kreuzlingen Altnau Bottighofen Ermatingen Gottlieben Güttingen Kemmental Kreuzlingen Langrickenbach Lengwil Münsterlingen Raperswilen Salenstein Tägerwilen Wäldi Total Bezirk

2’065 383 2’110 610 2’909 767 315 113 1’446 262 2’272 373 19’808 10’038 1’135 125 1’414 261 2’962 1’066 401 27 1’255 321 3’997 1’330 998 111 43’087 15’787

18.5 28.9 26.4 35.9 18.1 16.4 50.7 11.0 18.5 36.0 6.7 25.6 33.3 11.1 36.6

1 11 -20 -3 3 10 32 1 0 8 0 2 5 4 54

-3 10 23 -1 4 39 450 16 -2 104 -10 27 181 30 868

57 141 277 9 52 113 1’907 48 91 375 -8 97 433 64 3’656

24.6 18.1 19.4 14.9 22.6 23.9 18.1 25.1 24.7 20.7 21.4 16.8 23.0 21.4 20.1

13.6 19.9 19.0 18.1 15.8 14.1 17.1 12.3 12.3 15.8 16.0 17.0 15.0 14.6 16.3

4.3 0.7 1.2 2.6 0.2 -0.6 2.0 1.4 3.7 3.3 1.3 -1.8 1.8 1.1 1.8

9.1 8.7 9.8 -2.5 3.9 5.4 11.8 6.3 14.9 20.1 1.0 5.4 9.1 3.9 10.3

14.4 19.9 9.4 7.2 11.9 7.2 10.4

14 3 18 5 6 9 -1

106 -1 30 1 39 9 23

676 -11 105 0 274 -41 56

21.8 22.8 24.0 28.5 22.2 23.4 26.2

14.8 11.1 15.1 12.9 14.8 15.6 11.0

2.4 2.9 0.2 3.1 2.0 -1.0 1.4

11.0 2.6 6.5 6.5 8.7 -0.5 6.5

Bezirk Münchwilen Aadorf Bettwiesen Bichelsee-Balterswil Braunau Eschlikon Fischingen Lommis

8’243 1’082 2’624 706 3’920 2’554 1’116

Kanton Thurgau im Fokus 2012

1’184 215 246 51 468 185 116

25


Wohnbevölkerung1 (2011) Total

Ausländische Wohnbevölkerung1 (2011)

Ausländeranteil1,2 (2011) in %

Geburtenüberschuss3 (2010)

Wanderungssaldo4 (2010)

Wanderungssaldo4,5 seit 5 Jahren

Bevölkerung1 unter 20 Jahre (2011) in %

Bevölkerung1 65 Jahre und älter (2011) in %

Bevölkerungswachstum1 2010 – 2011, in %

Bevölkerungswachstum1 2006 – 2011, in %

Gemeindeübersicht

Münchwilen Rickenbach Sirnach Tobel-Tägerschen Wängi Wilen Total Bezirk

4’873 2’554 7’191 1’379 4’226 2’125 42’593

923 792 1’533 174 559 197 6’643

18.9 31.0 21.3 12.6 13.2 9.3 15.6

24 10 10 1 2 9 110

3 -30 101 -4 62 7 346

66 35 351 41 75 84 1’711

24.4 19.4 22.6 24.3 24.4 27.3 23.2

13.4 14.4 14.2 13.1 14.0 13.9 14.2

2.3 3.4 2.2 -0.2 1.6 2.4 1.9

5.3 6.1 8.9 1.5 4.1 8.8 6.9

Bezirk Weinfelden Affeltrangen Amlikon-Bissegg Berg Birwinken Bischofszell Bürglen Bussnang Erlen Hauptwil-Gottshaus Hohentannen Kradolf-Schönenberg Märstetten Schönholzerswilen Sulgen Weinfelden Wigoltingen Wuppenau Zihlschlacht-Sitterdorf Total Bezirk

2’338 1’278 3’104 1’271 5’507 3’356 2’151 3’186 1’820 618 3’316 2’585 778 3’469 10’440 2’172 1’063 2’113 50’565

298 94 342 89 1’235 858 225 681 178 58 676 304 35 763 2’100 250 68 232 8’486

12.7 7.4 11.0 7.0 22.4 25.6 10.5 21.4 9.8 9.4 20.4 11.8 4.5 22.0 20.1 11.5 6.4 11.0 16.8

16 -4 6 2 -15 15 19 14 10 0 7 19 -3 16 3 3 7 16 131

23 -25 31 4 -41 23 20 32 38 8 -9 14 0 -22 204 25 4 13 342

85 59 114 6 29 88 90 79 -43 -12 88 82 21 -42 794 89 2 26 1’555

23.7 23.8 25.7 25.4 22.4 20.5 25.2 24.2 24.9 28.8 22.3 25.7 29.0 22.0 19.5 21.5 26.6 25.0 22.9

12.8 14.4 14.2 15.2 17.1 13.7 13.5 12.9 10.7 12.5 12.3 12.3 14.4 16.4 18.8 15.1 13.9 13.3 15.1

0.6 1.5 1.2 -2.1 0.8 3.0 2.0 0.3 -0.2 2.1 0.9 4.2 1.7 2.1 1.0 0.8 2.7 1.8 1.3

6.2 5.5 4.3 -0.6 0.8 8.1 7.8 4.0 0.7 2.3 3.4 8.2 4.0 3.0 8.2 1.6 6.4 5.4 4.9

250’640 54’573

21.8

478

2’755 11’959

21.7

15.8

1.4

6.7

Kanton Thurgau

1 Ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2011 gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik (ohne Asylbewerbende, vorläufig aufgenommene Ausländer/-innen und Kurzaufenthalter/-innen) 2 Anteil der ausländischen an der ständigen Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2011 3 Lebendgeborene minus Todesfälle. Der Geburtenübersschuss auf Gemeindeebene ist gemäss ESPOP ausgewiesen. Unter Anwendung der neuen Bevölkerungsdefinition lag der Geburtenüberschuss 2010 auf Kantonsebene bei 477 Personen 4 Zuwanderungen minus Abwanderungen; Angaben Bezirke inkl. interkommunale Wanderungen innerhalb des Bezirkes 5 Kumuliert 2006 – 2010; Quellen: Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik; Bundesamt für Statistik, ESPOP

26


Wirtschaft und Arbeit

Kanton Thurgau im Fokus 2012

27


Volkswirtschaft

2 % des Schweizer BIP erwirtschaftet Im Kanton Thurgau wurden im Jahr 2010 Güter und Dienstleistungen im Wert von 12,1 Milliarden Franken produziert. Damit trägt der Thurgau 2,2 % zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz bei. Die pro Kopf der Wohnbevölkerung erarbeitete Wertschöpfung liegt mit knapp 50’000 Franken unterhalb des Schweizer Durchschnitts. Bruttoinlandprodukt, Kanton Thurgau und Schweiz, 2008 – 2010 Bruttoinlandprodukt (BIP) BIP pro Kopf der Wohnbevölkerung in Mio. CHF*

Anteil Reale Veränd. an CH, zum Vorjahr, in % in %

Industriell und landwirtschaftlich geprägter Kanton 40 % der Beschäftigten sind im Kanton Thurgau im industriellen und gewerblichen Sektor tätig, weitere gut 6 % im land- und forstwirtschaftlichen Sektor. Im Vergleich zur Schweiz sind diese beiden Wirtschaftssektoren damit im Thurgau deutlich stärker vertreten. Der Anteil des Dienstleistungssektors ist im Thurgau hingegen kleiner als im Schweizer Schnitt. Trotzdem arbeitet mehr als jeder zweite Beschäftigte im Tertiärsektor.

in CHF*

Beschäftigung* nach Wirtschaftssektoren Kanton Thurgau und Schweiz, 2008, Anteile in Prozent

2008

TG 12’111.2

TG 2.2

TG 2.9

CH 2.1

TG 50’085

CH 70’766

2009 2010

11’865.7 12’127.3

2.2 2.2

-1.7 1.8

-1.9 2.7

48’470 48’813

68’798 69’957

3,3 6,5 28,5

68,2

*nominal; Quelle: BAKBasel, Wirtschaftsatlas der Kantone

54,0

Wachstum des realen BIP seit 2000 Kanton Thurgau und Schweiz, reale Vorjahresveränderung in % 3.0 2.5 2.0 1.5 1.0 0.5 0.0 -0.5 -1.0 -1.5 -2.0

39,5

1. Sektor 2. Sektor 3. Sektor

Thurgau Schweiz * Vollzeitäquivalente Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

2000 – 2007 Thurgau

2008

2009

Schweiz

Quelle: BAKBasel, Wirtschaftsatlas der Kantone

2010

Auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft Auch im Thurgau ist der Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft in vollem Gang. In den letzten Jahren entstanden mehr und mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Gleichzeitig ging die Beschäftigung im Primärsektor kontinuierlich zurück.

Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Wirtschaftssektoren, Kanton Thurgau, 2001–2008 Arbeitsstätten Beschäftigte Vollzeitäquivalente Total Sektor 1 Sektor 2 Sektor 3 Total Sektor 1 Sektor 2 Sektor 3 Total Sektor 1 Sektor 2 Sektor 3 2001 15’114 3’537 3’073 8’504 105’416 10’561 38’434 56’421 88’715 7’302 36’368 45’045 2005 14’781 3’236 3’047 8’498 106’132 9’211 37’267 59’654 88’515 6’341 35’057 47’116 2008 14’893 3’076 3’088 8’729 115’075 9’016 40’560 65’499 96’253 6’277 38’024 51’952 Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählungen (Datenstand: 29.03.2010)

28


Wirtschaft und Arbeit

Veränd. der Beschäftigung* nach Wirtschaftssektoren Kanton Thurgau und Schweiz, 2005–2008, in Prozent 12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 -6 -8

1. Sektor

2. Sektor

Thurgau

Schweiz

3. Sektor

Gesamtwirtschaft

*Vollzeitäquivalente Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählungen (Datenstand: 29.03.2010)

Viele kleine Betriebe Der Thurgau ist ein Kanton der KMU. Von den knapp 10’000 Unternehmen mit Hauptsitz im Kanton Thurgau sind 87 % Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Vollzeitäquivalenten. Nur gerade 2 % der Betriebe beschäftigen mehr als 50 Vollzeitäquivalente. Knapp die Hälfte der Unternehmen sind Einzelfirmen, ein weiteres gutes Viertel Aktiengesellschaften.

Erfreulicher Zuwachs bei den Arbeitsplätzen Im Kanton Thurgau arbeiteten im Jahr 2008 rund 115’000 Personen. Dies sind gut 8 % mehr als 2005. Damit nahm die Zahl der Arbeitsplätze im Kanton Thurgau prozentual stärker zu als in der Gesamtschweiz. Verantwortlich für die Beschäftigungszunahme im Kanton war zum grössten Teil der dritte Sektor (Dienstleistungen). Insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Detailhandel waren wesentliche Wachstumstreiber. Im zweiten Sektor (Industrie, Gewerbe, Bau) verzeichneten das Baugewerbe, die Herstellung von elektronischen und optischen Geräten sowie der Fahrzeugbau den kräftigsten Zuwachs. Der Thurgau ist vor allem ein Wohnkanton. Die Zahl der Arbeitsplätze liegt mit rund 48 Beschäftigten pro hundert Einwohnern unter dem Schweizer Schnitt. Die Beschäftigungszentren mit regionaler Bedeutung finden sich im Raum Frauenfeld, Weinfelden/Bussnang sowie Kreuzlingen/Tägerwilen/Münsterlingen. Beschäftigungsdichte nach Gemeinden Kanton Thurgau, 2008 Kreuzlingen

Marktwirtschaftliche Unternehmen mit Hauptsitz im Kanton Kanton Thurgau, 2008 Frauenfeld

Unternehmen davon Sektor 2 2’936

Sektor 3 6’725

Untern. mit Hauptsitz im TG nach Grösse

9’661

Mikro (bis 9 VZÄ) Kleine (10 – 49 VZÄ) Mittlere (50 – 249 VZÄ) Grosse (250 und mehr VZÄ) nach Rechtsform Einzelfirma Aktiengesellschaft GmbH Kollektivgesellschaft

8’395 1’064 174 28

2’284 533 98 21

6’111 531 76 7

4’435 2’650 1’943 205

1’146 1’135 568 43

3’289 1’515 1’375 162

161 267

10 34

151 233

Weinfelden

Arbon

Münchwilen

Einfache Gesellschaft Übrige

VZÄ = Vollzeitäquivalente, Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Beschäftigte pro 100 Einwohner bis 24 48,1 bis 60 24,1 bis 36 über 60 36,1 bis 48 Quellen: Bundesamt für Statistik, Betriebzählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010), ESPOP

Weiterführende Informationen • www.statistik.tg.ch Wirtschaft und Arbeit («Beschäftigte», «Unternehmen & Betriebe», «Konjunkturanzeiger») • Thurgauer Wirtschaftsbarometer 29


Branchenstruktur

Kanton der Maschinen- und Metallindustrie Der Thurgau wird stark vom Maschinenbau und der Metallindustrie geprägt. Eine im Vergleich zum Schweizer Schnitt grosse Bedeutung haben auch das Baugewerbe, die Nahrungsmittelbranche und die Kunststoffindustrie. Im Dienstleistungssektor ist im Thurgau das Gesundheits- und Sozialwesen gewichtig. Dieses gehörte in den letzten Jahren zu den grössten Wachstumsbranchen in der Thurgauer Volkswirtschaft, neben dem Baugewerbe und der Sammelgruppe «Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen». Diese umfasst eine breite Dienstleistungspalette, die von der Gebäudereinigung über den Garten- und Landschaftsbau bis zu Wach- und Sicherheitsdiensten und Call-Centers reicht. Neugründungen im Dienstleistungssektor Pro Jahr werden im Kanton Thurgau rund 270 bis 350 Unternehmen neu gegründet. Damit werden jährlich 400 bis 600 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das «typische» im Thurgau neu gegründete Unternehmen ist im Dienstleistungssektor tätig und mit 1,8 Beschäftigten pro Neugründung eher klein. Die zehn beschäftigungsstärksten Branchen Kanton Thurgau und Schweiz, 2008, Anteile an den Beschäftigten der Sektoren 2 und 3 in % Handel* Gesundheits- und Sozialwesen Baugewerbe Freiberufl./wissensch./techn. Dienstl. Metallbe- und verarbeitung

Land- und Forstwirtschaft Industrie, Gewerbe und Bau2 Bergbau, Gew. v. Steinen/Erden Nahrungsmittel und Getränke Textilien, Leder, Bekleidung Be- und Verarbeitung von Holz Papier, Verlag und Druck Chemische/pharmaz. Industrie Gummi- und Kunststoffwaren Glaswaren, Keramik Metallbe- und -verarbeitung Maschinenbau

109 3’079 755 1’786 1’154 1’438 2’088 1’297 5’782 5’019

0.1 2.7 0.7 1.6 1.0 1.2 1.8 1.1 5.0 4.4

Elektron. Geräte, Präzisionsinstr. Fahrzeugbau Möbel Sonst. verarbeitendes Gewerbe Energie- und Wasserversorgung Baugewerbe Dienstleistungen3

3’535 1’996 1’404 394 801 9’923 65’499

3.1 1.7 1.2 0.3 0.7 8.6 56.9

Handel, Reparatur Verkehr und Lagerei Gastgewerbe Information und Kommunikation Kredit- und Vers.-gewerbe Freiberufl./Wissensch./techn. DL

16’151 4’389 4’470 2’080 2’538 5’538

14.0 3.8 3.9 1.8 2.2 4.8

Öff. Verw., Landesverteidigung Erziehung und Unterricht

3’282 5’916

2.9 5.1

Gesundheits- und Sozialwesen Sonstige öffentl. und pers. DL Total

13’620 7’515 115’075

11.8 6.6 100.0

Neugründungen1, Kanton Thurgau, 2007 – 2010 2007 2008

Gastgewerbe Maschinenbau

Unternehmen

Thurgau Schweiz

Verkehr und Lagerei

2

Sonstige wirtschaftl. Dienstleistungen 0

4

8

12

Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

30

Anzahl Anteil in % 9’016 7.8 40’560 35.3

1

1 Sektor 1 2 Sektor 2 3 Sektor 3; Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand 29.03.2010)

Erziehung und Unterricht

* inkl. Reparatur Motorfahrzeuge

Beschäftigte nach Branchen, Kanton Thurgau, 2008 Beschäftigte

16

Industrie Bau Dienstleistungen Beschäftigte

331 40 49 242 565

2009

2010

268 16 38 214 437

347 29 38 280 610

334 27 47 260 582

1 Nur effektiv neu entstandene Unternehmen 2 Inkl. Versorgung Quelle: Bundesamt für Statistik, UDEMO


Wirtschaft und Arbeit

Branchenstruktur / Aussenhandel

Firmenkonkurse, Kanton Thurgau, 2009 – 2011 2009 2010 Firmenkonkurse Industrie Bau Dienstleistungen

2011

137

174

162

12 26 99

15 34 125

10 26 126

Quelle: Konkursamt Thurgau

Die drei Branchen mit der grössten Beschäftigungszu- bzw. -abnahme Kanton Thurgau, Veränderung 2001–2008 in Beschäftigten Grösster Zuwachs Gesundheits- u. Sozialw. Baugewerbe Sonstige wirtsch. Dienstl.

Rund 30 % der Exporte entfallen auf Erzeugnisse der Maschinen-, Apparate- und Elektronikindustrie. Aber auch die Metallbranche (23 % der Exporte) und die Fahrzeugindustrie (15 %) sind gewichtige Exportbranchen. Mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt für die Thurgauer Exportwirtschaft ist Deutschland, wohin über ein Drittel der Ausfuhren fliessen. Bei den Importen stammt sogar rund die Hälfte aus Deutschland. Den grössten Teil der in den Thurgau importierten Waren machen Rohstoffe und Halbfabrikate aus (38 % der Importe), gefolgt von Investitionsund Konsumgütern (je 29 %). Exporte nach Absatzmarkt Kanton Thurgau, 2011, Anteile in Prozent

Grösste Abnahme Druckerzeugnisse Gastgewerbe Maschinenbau -1’000

0

1’000 2’000 3’000 4’000 32,8

35,6

Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

Über ein Drittel der Exporte nach Deutschland Im Jahr 2011 wurden Waren im Wert von knapp 4,2 Milliarden Franken aus dem Thurgau exportiert. Dies waren 3,6 % mehr als im Vorjahr, was angesichts der Frankenstärke ein beachtliches Ergebnis war. Das Exportvolumen lag jedoch deutlich unter jenem der starken Exportjahre 2007 und 2008.

2,5 2,6 3,8

4,2 5,7 5,7

7,2

Quelle: Eidg. Zollverwaltung (Datenstand: 15.05.2012)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Wirtschaft und Arbeit («Beschäftigte», «Gründungen, Konkurse», «Aussenhandel», «Konjunkturanzeiger»)

Exporte, Importe und Handelsbilanzsaldo, Kanton Thurgau, 2007 – 2011 Exporte Importe

2007 2008 2009 2010 2011

in 1’000 CHF 4’828’326 4’821’179 4’269’774 4’016’384 4’161’865

Veränderung zum Vorjahr, in % 15.9 -0.2 -11.4 -5.9 3.6

Deutschland Italien Frankreich USA Österreich Kanada EFTA Ver. Königreich Übrige

Saldo in 1’000 CHF 4’579’961 4’656’164 3’942’916 4’275’435 4’497’438

Veränderung zum Vorjahr, in % 13.9 1.7 -15.3 8.4 5.2

in 1’000 CHF 248’365 165’015 326’858 -259’051 -335’573

Quelle: Eidg. Zollverwaltung (Datenstand: 23.05.2012)

Kanton Thurgau im Fokus 2012

31


Arbeitsmarkt

Deutlich mehr Wegpendler als Zupendler Gut 115’000 Personen arbeiteten Ende 2008 im Thurgau. Er ist ein typischer Wegpendlerkanton: mehr als doppelt so viele Menschen pendeln aus dem Wohnkanton Thurgau zur Arbeit in einem anderen Kanton als in umgekehrter Richtung. Besonders häufig pendeln Thurgauer Erwerbstätige an einen Arbeitsort in den Kantonen Zürich (48 % der Wegpendler) und St. Gallen (41 %). Bei den Zupendlern in den Thurgau überwiegen mit Abstand die St. Gallerinnen und St. Galler (58 %), gefolgt von den Zürcherinnen und Zürchern (27 %). Immer mehr Grenzgängerinnen und Grenzgänger Die Zahl der im Thurgau tätigen Grenzgängerinnen und Grenzgänger nimmt seit einigen Jahren kräftig zu. Lediglich im Rezessionsjahr 2009 stagnierte sie,

wächst seit Anfang 2010 jedoch wieder und erreichte im zweiten Quartal 2012 gut 4’300 Personen. Die vorwiegend in Deutschland wohnhaften Grenzgänger Teilzeitarbeit nach Geschlecht Kanton Thurgau, 2008, Anteile in Prozent

26,1

7,1

Frauen (Kreis aussen)

6,5

44,8 Männer (Kreis innen) 86,5

29,2

Vollzeit Teilzeit 50–89% Teilzeit bis 50%

Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

Kennzahlen Arbeitsmarkt, Kanton Thurgau und Schweiz Thurgau Schweiz Arbeitsplätze, 2008 115’075 4’192’645

Pendler und Grenzgänger, Kanton Thurgau, 2000 (Pendler) bzw. 2. Quartal 2012 (Grenzgänger)

Vollzeit (90 – 100 Stellenprozente), in % 69.0 68.3 Teilzeit I (50 – 89 Stellenprozente), in % 16.3 17.8 Teilzeit II (unter 50 Stellenprozente), in % 14.7 13.9 141’783 4’306’453 Erwerbspersonen1, 2010 Erwerbstätige nach Arbeitsort, Anteile in %, 2000

aus dem Kt. SG, Anteil in % aus dem Kt. ZH, Anteil in % aus dem Kt. SH, Anteil in % Wegpendler1 aus dem Kanton Thurgau (2000)

Arbeitsort in gleicher Gemeinde Arbeitsort im gleichen Kanton

42.7 33.0

54.6 26.2

Arbeitsort ausserhalb eigenem Kanton 24.4 2 Bevölkerung nach höchster abgeschlossener Ausbildung, 2010, Anteile in %

19.3

Keine, obligatorische Schule Berufliche Grundbildung

27.2 45.1

26.6 39.6

7.1

7.7

12.1 7.5

11.4 13.2

1.0 2’855

1.5 122’892

2.3 3.6

3.1 4.6

Matura, Fachmittelschule Höhere Fach- und Berufsausbildung Uni, ETH, Fachhochschule Keine Angabe Arbeitslose, 20113 Arbeitslosenquote, in %, 20113 Stellensuchendenquote, in %, 20113

in den Kt. ZH, Anteil in % in den Kt. SG, Anteil in % in den Kt. SH, Anteil in % Grenzgänger in den Kanton Thurgau (2. Q. 20122) aus Deutschland, Anteil in %

1 Erwerbstätige und Erwerbslose 2 Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren 3 Jahresdurchschnitt; Quellen: Bundesamt für Statistik, Strukturerhebung 2010, VZ 2000, BZ2008; Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau

32

Zupendler1 in den Kanton Thurgau (2000)

11’960 57.6 27.1 7.2 26’817 47.6 41.3 5.4 4’306 95.2

aus Österreich, Anteil in % 3.8 Grenzgänger nach Sektoren und Branchen, Anteile in % Sektor 1

1.2

Sektor 2 Maschinenbau

39.3 10.0

Baugewerbe Herstellung von Metallerzeugnissen Sektor 3 Gesundheits- und Sozialwesen

7.2 5.3 59.5 14.7

Erbringung von freiberufl. wissensch./techn. Dienstl. Handel 1 nur Erwerbstätige über 15 Jahre 2 provisorische Daten Quellen: Bundesamt für Statistik, Volkszählung 2000, Grenzgängerstatistik

8.0 7.7


Wirtschaft und Arbeit

Arbeitsmarkt / Einkommen und Löhne

arbeiten am häufigsten im Gesundheits- und Sozialwesen (15 %) und im Maschinenbau (10 %).

Einkünfte nach Einkommensquellen Natürliche Personen, Kanton Thurgau, 2009, Anteile in % 5.7 3.1

Niedrigere Arbeitslosigkeit als in der Schweiz Die Arbeitslosenquote liegt im Thurgau konstant unter dem gesamtschweizerischen Schnitt. Die schwierigere konjunkturelle Lage machte sich in der zweiten Jahreshälfte 2011 auch auf dem Thurgauer Arbeitsmarkt bemerkbar. Im zweiten Quartal 2012 entspannte sich der Arbeitsmarkt allerdings wieder etwas.

6.2 6.8 14.4 63.8

Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit Renten (AHV/IV, Pensionen) Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit Ertrag aus Wertschriften, Guthaben, Lotterie- und Totogewinnen Nettoertrag Liegenschaft(en) Übrige Einkünfte

Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Löhne machen 64 % der Einkommen aus Die Löhne aus unselbständiger Erwerbstätigkeit machen beinahe zwei Drittel der Einkünfte der Thurgauerinnen und Thurgauer aus. Dazu kommen Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit (7 % der gesamten Einkommen natürlicher Personen). Weitere 14 % der deklarierten Einkommen sind Renten. Erträge aus Wertschriften, Guthaben, Lotterie- und Totogewinnen tragen gut 6 % zu den Einkommen bei, und aus Liegenschaftsbesitz stammen weitere knapp 6 % der Einkünfte. Einkommen unterschiedlich verteilt Der durchschnittliche Thurgauer Steuerpflichtige verfügte im Jahr 2009 über ein steuerbares Einkommen von 48’500 Franken und besass ein steuerbares Steuerpflichtige natürliche Personen nach Einkommensstufen, Kanton Thurgau, 2009 Steuerbares Einkommen in CHF kein steuerb. Eink. 100 –19’900 20’000 – 39’900 40’000 – 74’900 75’000 – 99’900 100’000 – 199’900 200’000 und mehr Total Steuerpflichtige

Steuerpflichtige

Steuerb. Eink.

Anzahl 15’145 29’015 34’338 50’556 14’140 10’882 1’993

in % 9.7 18.6 22.0 32.4 9.0 7.0 1.3

Mio.CHF 0.0 272.7 1’049.8 2’769.5 1’212.5 1’401.7 876.3

in % 0.0 3.6 13.8 36.5 16.0 18.5 11.6

156’069

100.0

7’582.5

100.0

Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Vermögen von gut 190’000 Franken. Über die Hälfte der Steuerpflichtigen wies 2009 ein steuerbares Einkommen von weniger als 40’000 Franken aus, beinahe jeder zehnte Steuerpflichtige verfügte gar über kein steuerbares Einkommen. Auf der anderen Seite kamen 8 % der Steuerpflichtigen auf ein steuerbares Einkommen von über 100’000 Franken. Im Mittel ein Lohn von 5’600 Franken In der Thurgauer Privatwirtschaft erhielten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2010 im Mittel einen monatlichen Bruttolohn von 5’612 Franken (Median). Ein Viertel der Angestellten verdient brutto weniger als 4’600 Franken, ein Viertel mehr als 6’900 Franken. Je nach Anforderungsniveau der zu verrichtenden Tätigkeiten unterscheidet sich das Lohnniveau stark: einfache und repetitive Tätigkeiten werden im Mittel mit gut 4’400 Franken entlöhnt, höchst anspruchsvolle und schwierigste Arbeiten mit gut 9’400 Franken. Wer einen Uni- oder ETH-Abschluss in der Tasche hat, kommt im Schnitt auf einen gut doppelt so hohen Lohn wie Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Wirtschaft und Arbeit («Pendler», «Grenzgänger», «Arbeitslosigkeit», «Löhne», «Einkommens- und Vermögenssteuer») 33


Tourismus / Landwirtschaft

Logiernächtezahlen halten sich wacker Die Thurgauer Hotellerie behauptete sich 2011 trotz starkem Franken gut. Zwar lag die Logiernächtezahl in Hotel- und Kurbetrieben um 0,8 % unter dem Rekordjahr 2010 – mit gut 407’000 Übernachtungen wurde aber trotzdem das zweitbeste Ergebnis seit mindestens drei Jahrzehnten erzielt. Einschliesslich der Logiernächte auf Campingplätzen und in Jugendherbergen wurde 2011 im Thurgau sogar leicht häufiger übernachtet als im Vorjahr.* Im ersten Halbjahr 2012 gingen die Übernachtungen in Thurgauer Hotelbetten um 1,8 % zurück. Im Vergleich zur Gesamtschweiz (-3,7 %) kam die Thurgauer Hotellerie damit jedoch glimpflich davon. Weniger Deutsche und Schweizer Beinahe zwei Drittel der Gäste in Thurgauer Hotel- und Kurbetrieben kommen aus der Schweiz, ein weiteres Fünftel aus Deutschland. Bei den deutschen Gästen hinterliess der starke Franken deutliche Spuren – sie verbrachten 6 % weniger Nächte in Thurgauer Hotelbetten. Aber auch Herr und Frau Schweizer übernachteten weniger häufig in Thurgauer Hotels. * Einige für den Thurgau bedeutende Übernachtungsformen werden in der Beherbergungsstatistik nicht erfasst (feste Standplätze auf Campingplätzen, Ferien auf dem Bauernhof, Bed & Breakfast, Gruppenunterkünfte, Ferienwohnungen, Ausbildungszentren).

2010

2011

129 131 130 Betriebe1 1 3’576 3’648 3’689 Betten Ankünfte 194’259 203’755 198’702 Logiernächte 390’890 410’622 407’398 Mittl. Aufenthaltsd. (in Nächten) 2.0 2.0 2.1 Wichtigste Herkunftsländer (Anteile an Logiernächten in %) Schweiz Deutschland Österreich

61.4 23.8 1.7

1 Jahresdurchschnittsbestand Quelle: Bundesamt für Statistik, Beherbergungsstatistik

34

61.7 23.6 1.9

Nutzgeflügel gewinnt immer mehr an Bedeutung 2011 wurde im Kanton Thurgau soviel Geflügel gehalten wie noch nie. Der Bestand an Nutzgeflügel hat sich in zehn Jahren beinahe verdoppelt. Die Nutztiere konzentrieren sich auf immer weniger Betriebe. Kennzahlen Landwirtschaft, Kanton Thurgau, Stand Anfang Mai 2009 2010 2011 Landbewirtsch. u. Tierhalter 5’136 5’165 5’388 Direktzahlungsber. Betriebe Betriebe mit Land Tierhaltende ohne Land Landwirt. Nutzfläche, in Aren

Angebot und Nachfrage in Hotel- und Kurbetrieben Kanton Thurgau, 2009 – 2011 2009

Landwirtschaft: Strukturwandel setzt sich fort Der Kanton Thurgau zählte Anfang Mai 2011 insgesamt 2’895 landwirtschaftliche Betriebe mit Kulturland, wovon 2’390 Direktzahlungen erhielten. Innerhalb eines Jahres hat die Anzahl der Betriebe mit Direktzahlungen um fünfzig abgenommen. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe verschwanden, während die Zahl der grossen wie auch der Kleinstbetriebe zunahm. Die landwirtschaftliche Nutzfläche war 2011 rund 2,5 % oder knapp 1’300 Hektaren kleiner als vor zehn Jahren. Am stärksten abgenommen hat die Grünfläche (-4 %), während das Ackerland nur moderat rückläufig war (-0,5 %). Ausgeweitet wurden hingegen der geschützte Anbau (Gewächshäuser) und die Dauerkulturen (Obstanlagen, Baumschulen).

61.2 22.4 2.0

Offenes Ackerland Grünflächen Dauerkulturen

2’492 2’927

2’440 2’901

2’390 2’895

2’214 2’487 2’241 5’063’163 5’042’758 5’020’911 1’709’152 1’696’186 1’699’730 3’085’154 3’072’603 3’054’301 234’609

237’938

238’743

6’290

6’315

6’388

Rindvieh Schweine

74’836 194’530

75’373 200’849

75’291 196’417

Nutzgeflügel

963’230 1’049’607 1’081’748

Kulturen im geschützten Anbau Bestände ausgew. Nutztiere

Quelle: Landwirtschaftsamt Thurgau

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Wirtschaft und Arbeit («Tourismus», «Landwirtschaft»)


Wirtschaft und Arbeit

Banken und Versicherungen

Starke Stellung von TKB und Raiffeisenbanken Die Thurgauerinnen und Thurgauer hatten Ende 2011 gut 13,4 Milliarden Franken auf 634’465 Spar- und Anlagekonti bei Banken angelegt. Mit einem Zuwachs von über 8 % nahm die Spartätigkeit bei Banken wie bereits in den Vorjahren kräftig zu. Im Thurgau haben die Kantonalbank und die Raiffeisenbanken eine starke Stellung. Lediglich knapp 15 % der Guthaben auf Spar- und Anlagekonti werden im Kanton Thurgau bei Grossbanken angespart – in der Gesamtschweiz sind es 26 %. Im Hypothekargeschäft liegt der Anteil der Grossbanken im Thurgau bei knapp 18 % – in der Gesamtschweiz bei 30 %.

Spartätigkeit und Hypothekarforderungen nach Bankengruppen Kanton Thurgau und Schweiz, 2011, Anteile in Prozent Spartätigkeit

14,6%

25,9%

Kennzahlen Thurgauer Kantonalbank (TKB), 2009 – 2011

30,2%

Bilanzsumme, in Mrd. CHF Ausleihungen, in Mrd. CHF Kundengelder, in Mrd. CHF Bruttogewinn, in Mio. CHF Eigene Mittel (nach Gewinnverwendung), in Mrd. CHF

74 1% 17,7%

Hypothekarforderungen

Thurgau

2011 mit hohen Feuerschäden, aber geringen Elementarschäden Bei der Gebäudeversicherung Thurgau waren Ende 2011 95’282 Gebäude mit einem Versicherungswert von 77,5 Milliarden Franken versichert. Innert Jahresfrist hat der Versicherungsbestand um rund 1’000 Gebäude zugenommen. Eine hohe Feuerschadenbelastung und eine geringe Elementarschadensumme prägten das Jahr 2011.

Schweiz

Thurgau 85,4%

Steigendes Hypothekarvolumen bei Banken Aufgrund der kräftigen Bautätigkeit stiegen die Hypothekarforderungen der Banken in den letzten Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2011 nahmen die Hypothekarforderungen auf Pfandobjekten im Thurgau um 4,7 % zu und erreichten 27,6 Milliarden Franken.

Schweiz

82,3% 69,8% Grossbanken Kantonalbanken, Raiffeisenbanken, übrige Banken

Gewinnablieferung an Kanton/ Gemeinden, in Mio. CHF

2009

2010

2011

15.7 14.3 9.0 147.0 1.5

16.0 14.7 9.7 131.7 1.6

16.7 15.3 10.3 127.8 1.6

24.0

24.0

25.0

Quelle: Thurgauer Kantonalbank Quelle: Schweizerische Nationalbank

Kennzahlen Gebäudeversicherung Thurgau, 2009 – 2011 2009 2010 2011

Spartätigkeit und Hypothekarforderungen in Banken Kanton Thurgau, 2009 – 2011

Spartätigkeit 1

2009 2010 2011

Inländische Hypothekarforderungen 2

in Mio. CHF

Veränderung zum Vorjahr, in %

in Mio. CHF

Veränderung zum Vorjahr, in %

11’356 12’390

22.4 9.1

25’250 26’371

1.7 4.5

13’424

8.3

27’620

4.7

1 Verpflichtungen der Banken in Spar- und Anlageform, nach Domizil des Kontoinhabers 2 nach Standort der Pfandobjekte Quelle: Schweizerische Nationalbank

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Versicherte Gebäude Versicherungskap., in Mio. CHF Feuerschäden, Anzahl

93’240 74’028.0 335

94’279 75’690.4 262

95’282 77’503.3 372

Schadensumme, in Mio. CHF Elementarschäden, Anzahl Schadensumme, in Mio. CHF

5.3 8’842 45.6

9.9 170 0.3

16.3 773 1.7

Quelle: Gebäudeversicherung Thurgau

Weiterführende Informationen www.snb.ch, www.tkb.ch, www.gvtg.ch 35


443 5’249 468 5’989 14 163 140 2’042 26 376 101 1’059 30 411 90 1’171 326 5’557 22 273 13 327 49 295 1’722 22’912

225 33 19 388 90 16 109 163 70 88 51 55 1’307

1’987 3’037 2’805 3’151 88 56 695 959 200 86 325 718 182 120 566 442 2’374 3’113 81 104 72 204 44 196 9’419 12’186

3.1 1’738 3.6 35’128 1.2 … 1.6 … 1.9 … 2.1 … 1.3 … 1.6 … 3.1 11’441 2.6 … 1.3 … 1.3 … 2.8 84’722

Bezirk Frauenfeld Basadingen-Schlattingen Berlingen Diessenhofen Eschenz Felben-Wellhausen Frauenfeld Gachnang Herdern Homburg Hüttlingen Hüttwilen Mammern Matzingen Müllheim Neunforn Pfyn Schlatt

115 60 212 110 104 1’448 176 72 147 51 121 49 154 139 82 126 112

44 6 22 35 14 57 32 36 91 33 63 14 33 25 41 43 31

29 10 57 26 34 226 46 11 25 6 16 6 42 30 15 26 32

42 634 552 44 133 1’642 49 527 56 1’172 1’165 17’128 98 1’000 25 281 31 732 12 203 42 662 29 419 79 981 84 833 26 302 57 633 49 500

218 19 77 97 53 133 80 101 241 115 183 61 70 65 111 116 99

219 197 39 494 728 837 184 246 879 240 4’413 12’582 415 505 39 141 292 199 35 53 175 304 12 346 527 384 338 430 123 68 276 241 170 231

1.8 … 2.6 6’745 2.9 20’235 2.0 3’303 2.3 … 2.4 33’195 1.2 … 1.7 … 0.7 … 0.8 … 0.9 … 1.3 1’723 2.6 … 1.9 … 0.9 … 1.5 … 1.4 …

36

Logiernächte in Hotel- und Kurbetrieben5 (2011)

Beschäftigte (2008) Land- und Forstwirtschaft 1

161 131 6 70 21 28 12 26 96 14 7 12 584

Arbeitslosenquote 4 (2011) in Prozent

Beschäftigte (2008) Total

78 13 9 119 24 4 18 56 25 20 20 20 406

Beschäftigte (2008) Dienstleistungen3

Arbeitsstätten (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

682 612 29 329 71 133 60 172 447 56 40 81 2’712

Beschäftigte (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

Arbeitsstätten (2008) Land- und Forstwirtschaft1

Bezirk Arbon Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn Kesswil Roggwil Romanshorn Salmsach Sommeri Uttwil Total Bezirk

Arbeitsstätten (2008) Dienstleistungen3

Arbeitsstätten (2008) Total

Gemeindeübersicht


143 1’395 23 258 22 407 37 362 47 373 28 405 2’321 31’401

38 133 152 173 69 66 2’470

487 870 52 73 174 81 57 132 161 143 118 221 9’913 19’018

2.0 12’670 1.1 … 1.0 … 1.1 … 1.6 2’878 0.6 … 2.0 106’596

Bezirk Kreuzlingen Altnau Bottighofen Ermatingen Gottlieben Güttingen Kemmental Kreuzlingen Langrickenbach Lengwil Münsterlingen Raperswilen Salenstein Tägerwilen Wäldi Total Bezirk

128 114 189 19 110 195 1’054 113 105 85 42 82 298 100 2’634

31 2 27 38 100 12 61 40 11 25 16 33 50 446

32 13 44 4 28 31 179 18 20 10 7 14 55 15 470

65 605 99 464 118 978 15 192 44 485 64 637 863 9’769 34 333 45 757 64 2’220 10 140 52 358 210 2’403 35 486 1’718 19’827

99 7 76 142 257 36 185 109 38 58 56 180 113 1’356

163 343 53 404 286 616 51 141 177 166 121 259 2’873 6’860 54 94 205 443 18 2’164 53 29 63 239 568 1’655 115 258 4’800 13’671

2.1 … 1.6 … 2.2 4’421 2.0 … 1.5 … 2.6 … 3.8 35’802 2.7 … 1.6 … 2.9 17’505 0.9 … 2.0 … 2.5 … 2.4 … 2.9 100’222

402 57 165 59 214 225 73

54 17 41 35 17 93 28

95 14 47 11 57 49 15

1’444 88 383 30 691 366 160

1.7 … 2.1 … 1.5 … 0.8 … 2.4 … 1.0 51’887 1.3 …

Bezirk Münchwilen Aadorf Bettwiesen Bichelsee-Balterswil Braunau Eschlikon Fischingen Lommis

Kanton Thurgau im Fokus 2012

253 26 77 13 140 83 30

2’998 209 776 163 1’335 1’180 379

150 39 92 88 48 239 66

1’404 82 301 45 596 575 153

Logiernächte in Hotel- und Kurbetrieben5 (2011)

Beschäftigte (2008) Land- und Forstwirtschaft 1

23 13 24 12 22 15 746

Arbeitslosenquote 4 (2011) in Prozent

Beschäftigte (2008) Total

13 17 55 67 25 21 818

Beschäftigte (2008) Dienstleistungen3

Arbeitsstätten (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

179 53 101 116 94 64 3’885

Beschäftigte (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

Arbeitsstätten (2008) Land- und Forstwirtschaft1

Steckborn Stettfurt Thundorf Uesslingen-Buch Wagenhausen Warth-Weiningen Total Bezirk

Arbeitsstätten (2008) Dienstleistungen3

Arbeitsstätten (2008) Total

Wirtschaft und Arbeit

37


Beschäftigte (2008) Total

Beschäftigte (2008) Land- und Forstwirtschaft 1

Beschäftigte (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

Beschäftigte (2008) Dienstleistungen3

24 3 41 20 68 5 446

70 29 94 22 64 24 591

136 2’146 74 706 223 2’822 46 572 123 1’470 49 293 1’273 15’049

64 9 118 54 176 14 1’157

1’113 161 974 234 667 91 6’402

969 536 1’730 284 627 188 7’490

2.5 … 2.9 … 2.7 … 1.7 … 1.8 … 1.6 … 2.0 69’991

Bezirk Weinfelden Affeltrangen Amlikon-Bissegg Berg Birwinken Bischofszell Bürglen Bussnang Erlen Hauptwil-Gottshaus Hohentannen Kradolf-Schönenberg Märstetten Schönholzerswilen Sulgen Weinfelden Wigoltingen Wuppenau Zihlschlacht-Sitterdorf Total Bezirk

197 105 199 95 318 197 151 172 134 60 179 167 91 205 673 152 114 143 3’352

69 58 52 55 38 43 82 54 56 40 45 49 55 42 43 71 62 46 960

50 10 44 12 77 49 29 43 34 8 41 36 7 49 122 29 21 36 697

78 1’141 37 420 103 1’689 28 306 203 3’187 105 1’125 40 1’755 75 1’336 44 606 12 190 93 1’120 82 966 29 267 114 1’874 508 7’618 52 885 31 351 61 1’050 1’695 25’886

182 523 436 162 120 138 177 460 1’052 164 56 86 100 1’694 1’393 124 394 607 233 1’203 319 186 708 442 148 234 224 107 46 37 125 450 545 120 307 539 150 24 93 126 927 821 116 2’075 5’427 221 393 271 154 84 113 131 328 591 2’726 10’026 13’134

1.4 … 1.3 … 2.1 … 0.9 … 2.4 7’657 2.7 … 2.0 … 2.2 … 1.6 … 1.1 … 2.4 … 1.6 … 1.0 … 2.0 … 2.1 22’135 1.3 … 1.2 … 1.2 … 2.0 45’867

Total Kanton Thurgau

14’893

3’076

3’088

8’729 115’075

9’016 40’560 65’499

2.3 407’398

1 Sektor 1 2 Sektor 2 3 Sektor 3 4 Jahresdurchschnitt 5 Aus Datenschutzgründen werden nur Gemeinden mit 3 und mehr Hotel- und Kurbetrieben aufgeführt. … Keine oder weniger als drei Hotelbetriebe Quellen: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand 29.3.2010), Beherbergungsstatistik; Amt für Wirtschaft und Arbeit Thurgau

38

Logiernächte in Hotel- und Kurbetrieben5 (2011)

Arbeitsstätten (2008) Industrie, Gewerbe, Bau2

230 106 358 88 255 78 2310

Arbeitslosenquote 4 (2011) in Prozent

Arbeitsstätten (2008) Land- und Forstwirtschaft1

Münchwilen Rickenbach Sirnach Tobel-Tägerschen Wängi Wilen Total Bezirk

Arbeitsstätten (2008) Dienstleistungen3

Arbeitsstätten (2008) Total

Gemeindeübersicht


Bauen und Wohnen

Kanton Thurgau im Fokus 2012

39


Bestand und Struktur der Wohngebäude

Jedes siebte Haus nach 2000 gebaut Ende Dezember 2010 zählte der Kanton Thurgau rund 60’000 Gebäude mit Wohnnutzung, in denen insgesamt knapp 116’000 Wohnungen untergebracht waren. Innerhalb von zehn Jahren hat der Wohngebäudebestand kantonsweit um 14 % zugenommen. Jedes siebte Haus stand also zur Jahrtausendwende noch nicht. Das Einfamilienhaus bleibt die meist verbreitete Gebäudekategorie: gut drei von fünf Gebäuden sind Einfamilienhäuser. Gemessen an allen Wohnungen machen die Einfamilienhäuser aber nur knapp ein Drittel aus.

worden. So verzeichnet beispielsweise eine in den 1980er-Jahren erstellte 4-Zimmerwohnung in einem Mehrfamilienhaus eine durchschnittliche Wohnungsfläche von 106 Quadratmetern. Wurde derselbe Wohnungstyp jedoch nach dem Jahr 2000 fertig gestellt, verfügt dieser im Schnitt über rund 125 Quadratmeter Wohnfläche. Aufgrund der ländlichen Struktur im Kanton Thurgau und den damit einhergehenden tieferen Wohn- und Bodenpreisen sind die Wohnungen deutlich grösser als im schweizerischen Mittel. Wohnungen nach Zimmerzahl und Wohnungsfläche Kanton Thurgau, 1981 – 2010 Anteil am Gesamtwohnungsbestand in %

Wohngebäude und Wohnungen nach Gebäudekategorien Kanton Thurgau, 2000 und 2010 2000

2010

Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser Wohngebäude mit Nebennutzung1 Gebäude mit teilw. Wohnnutzung2 Total Gebäude mit Wohnungen Wohnungen in …

30’825 9’714 8’458 3’652 52’649

37’268 10’741 8’588 3’391 59’988

Einfamilienhäusern Mehrfamilienhäusern Wohngebäuden mit Nebennutzung1 Gebäuden mit teilw. Wohnnutzung2 Total Wohnungen

30’825 47’871 16’886 5’873 101’455

37’268 54’996 17’873 5’707 115’844

Wohnungen mit …

1990

2010 Baujahr Baujahr 1981–90 2001–10

1 Zimmer 2 Zimmern 3 Zimmern 4 Zimmern 5 Zimmern 6+ Zimmern

4.2 8.8 21.8 28.8 18.7 17.7

3.2 8.5 20.4 29.0 21.1 17.8

38 61 86 111 143 179

39 64 99 131 167 208

Wohnungen in Einfamilienhäusern

28.4

32.2

158

184

Gebäude mit Wohnungen

1 z. B. Wohnhäuser mit Gewerbe, Bauernhäuser 2 z. B. Verwaltungsgebäude oder Schulhäuser mit Abwartwohnung, Hotels, Spitäler, Heime Quellen: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungszählung 2000, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2010

Trend zu grösseren Wohnungen Im Jahr 2010 wurden in Mehrfamilienhäusern zum grössten Teil Wohnungen mit vier Zimmern erbaut (42 %). Bei den Einfamilienhäusern waren fünf Zimmer am meisten verbreitet (50 %). Dies entspricht dem Trend der letzten Jahre, wobei insbesondere kleinere Wohnungen weniger gebaut werden. Die neuen Wohnungen verfügen nicht nur über mehr Zimmer, auch die einzelnen Zimmer sind grösser ge40

Durchschnittl. Wohnungsfläche in m2

Quellen: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungszählung 1990, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2010

Trotz Bauboom noch viele alte Gebäude Im Kanton Thurgau besteht im Vergleich zur Gesamtschweiz bis heute ein relativ grosser Anteil alter Häuser. Über ein Viertel (26 %) der bestehenden Wohngebäude im Kanton wurde vor 1919 gebaut (CH: 21 %). Bauten aus der Periode 1919 bis 1980 sind im Thurgau im Vergleich zur Schweiz hingegen unterdurchschnittlich vertreten. Nach 1980 intensivierte sich die Bautätigkeit im Kanton. Rund 39 % des gesamten heutigen Thurgauer Wohngebäudebestands wurde in den letzten 30 Jahren gebaut (CH: 33 %).


Bauen und Wohnen

Zunehmende Bedeutung des Wohnens Anfang des letzten Jahrhunderts spielte das Nebeneinander von Arbeit und Wohnen eine bedeutende Rolle. Ein Drittel des heute noch vorhandenen Gebäudebestands, der vor 1919 erstellt wurde, besteht aus Wohnhäusern mit Nebennutzung (Bauernhäuser und Wohnhäuser mit Gewerbe). In den Beständen der darauf folgenden Bauperioden verlor diese Kategorie an Bedeutung. Im gesamten Wohngebäudebestand per Ende 2010 hatten die Wohngebäude mit Nebennutzung nur noch einen Anteil von 14 %. Laufend an Bedeutung gewonnen hat allerdings der Bau von reinen Wohngebäuden, insbesondere von Einfamilienhäusern. Während im Gebäudebestand der in den 1970er-Jahren erbauten Gebäude die Einfamilienhäuser einen Anteil von 72 % ausmachen, sind die nach 2000 konstruierten Gebäude zu 83 % Einfamilienhäuser. Die Beliebtheit des Thurgaus als Wohnstandort ergibt sich unter anderem durch die Erreichbarkeit der Zentren Zürich und St. Gallen, die attraktive Landschaft sowie nach wie vor verhältnismässig günstiges Wohneigentum. Wohngebäude nach Bauperioden und Gebäudekategorien Kanton Thurgau, 2010 Einfamilienhäuser

Total

Mehr- Wohngefamilien- bäude mit Nebenhäuser nutzung1

Gebäude mit teilw. Wohnnutzung2

37’268

10’741

8’588

3’391

Vor 1919

6’172

3’231

5’032

1’461

1919 –1945 1946 – 1960 1961 – 1970 1971 – 1980 1981 – 1990 1991 – 2000 2001 – 2010

2’802 3’369 2’682 4’227 5’567 6’189 6’260

995 989 1’168 947 1’172 1’273 966

822 482 457 442 626 562 165

385 281 293 272 320 264 115

1 z. B. Wohnhäuser mit Gewerbe, Bauernhäuser 2 z. B. Verwaltungsgebäude oder Schulhäuser mit Abwartwohnung, Hotels, Spitäler, Heime Quelle: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2010

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Dominanz des Erdöls für Wärme und Warmwasser nimmt stetig ab Als Energieträger für die Beheizung von Wohngebäuden haben Sonnenkollektoren und Wärmepumpen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2010 heizten rund 14-mal mehr Häuser mit Sonnenkollektoren als dies noch 1990 der Fall war, die Anzahl Wärmepumpen hat sich mehr als verfünffacht. Aber auch der Einsatz von Gas und Fernwärme für Heizzwecke hat zugenommen. Nach wie vor werden jedoch mit Abstand am meisten Häuser (45 %) mit Heizöl beheizt. Gas ist mit 28 % der zweithäufigste Heizenergieträger. Auch für Warmwasser ist Heizöl der Hauptenergieträger. Immer mehr Häuser decken aber ihren Warmwasserenergiebedarf alternativ mit Gas, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren. Bei den nach 2005 gebauten Häusern hat die Wärmepumpe sowohl für die Beheizung als auch für die Warmwasseraufbereitung die Nase vorn, gefolgt vom Energieträger Gas. Wohngebäude nach Energieträgern für die Beheizung Kanton Thurgau, 1990 und 2010, Anteile in Prozent 100 % 90 % 80 % 70 % Andere (Fernwärme, Sonnenkollektoren) Kohle Wärmepumpe Elektrizität Gas Holz Heizöl

60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0%

1990

2010

Quellen: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungszählung 1990, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2010

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Bauen und Wohnen («Gebäude- und Wohnungsbestand») 41


Bautätigkeit

Florierendes Baujahr 2010 2010 lief die Baubranche auf vollen Touren. Für knapp 1,7 Milliarden Franken wurde im Kanton Thurgau gebaut. Unter Berücksichtigung einer schweizweiten Bauteuerung von 0,45 % ergibt sich im Vorjahresvergleich eine reale Zunahme des Thurgauer Bauvolumens von über 7 %. Damit fällt der Anstieg im Kanton deutlich höher aus als der gesamtschweizerische Durchschnitt von gut 4 %. Die Bauinvestitionen (Bauausgaben minus die öffentlichen Unterhaltsarbeiten) erhöhten sich im Thurgau real ebenfalls um über 7 % auf knapp 1,6 Milliarden Franken. Die Zunahme ist vorwiegend auf den stark ausgedehnten Wohnbau zurückzuführen. Deutlich rückläufig waren die Bauinvestitionen hingegen im industriell-gewerblichen Bau. Wohnbau zeigt sich konjunkturresistent Der Wohnbau bestätigte auch im Jahr 2010 seine dominante Bedeutung für die Thurgauer Bauindustrie. Um nominal rund 20 % nahmen die Investitionen in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr zu. Mit einem Anteil von mittlerweile 69 % macht der Wohnbau den Löwenanteil der Thurgauer Bauinvestitionen aus, was

Bauinvestitionen Kanton Thurgau, 2010 In 1‘000 CHF

Veränderung zum Vorjahr in %*

Neubau Umbau Nach Bauwerksart

1'233'951 352'438

12.4 -6.2

Hochbau Tiefbau Nach Auftraggeber

1'512'074 74'315

10.3 -27.4

1'386'485

11.8

199'904

-14.3

1'094'364 228'581

20.3 -19.0

Verkehr und Kommunikation

54'328

-34.9

Bildung und Forschung Gesundheit Freizeit und Kultur Land- und Forstwirtschaft

47'654 43'003 41'954 36'089

-6.6 -3.4 58.7 -0.9

Übrige Infrastruktur

40'416

1.6

Nach Arbeitsart

Private Auftraggeber Öffentliche Auftraggeber Nach Bauobjektarten Wohnen Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen

* Nominale Veränderung Quelle: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik

Bauinvestitionen nach Auftraggebern Kanton Thurgau, 2009 und 2010 2009 2010 Bauinvestitionen Bauinvestitionen in 1’000 CHF in 1’000 CHF Öffentliche Auftraggeber Bund Kanton Gemeinden Private Auftraggeber Privatpersonen Bau- und Immobiliengesellschaften Institutionelle Anleger 2 Private Gas-/ Elektrizitätswerke, Bahnen Übrige Anleger 3 Total

Veränderung zum Vorjahr in %1

Anteil am Total in %

233’147

199’904

-14.3

12.6

33’747 121’264 78’136 1’240’318

21’689 92’267 85’948 1’386’485

-35.7 -23.9 10.0 11.8

1.4 5.8 5.4 87.4

483’904

532’474

10.0

33.6

319’970 32’419 12’067 391’958 1’473’465

397’628 15’676 8’615 432’092 1’586’389

24.3 -51.7 -28.6 10.2 7.7

25.1 1.0 0.5 27.2 100

1 Nominale Veränderung 2 Versicherungsgesellschaften, Krankenkassen, Pensionskassen, Banken, Immobilienfonds 3 Einzelfirmen, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften, Kirchen, Stiftungen; Quelle: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik

42


Bauen und Wohnen

900 600

0

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

300

Neubau

Umbau

Öffentliche Unterhaltsarbeiten Quelle: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik

im nationalen Kontext überdurchschnittlich ist (CH: 52 %). Hauptsächlich wurden dabei Neubauten erstellt (78 %), Umbauinvestitionen waren weit weniger gewichtig. Private als wichtigste Investoren Private Auftraggeber tragen mit 87 % den Hauptteil der getätigten Bauinvestitionen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten private Investoren im Jahr 2010 das Neubauvolumen um beinahe 15 %, während im Umbau die Investitionen in etwa konstant blieben (+1 %). Das Wachstum im Neubau wurde hauptsächlich von den Bau- und Immobiliengesellschaften sowie den Privatpersonen begünstigt. Die mit Abstand wichtigste Bauwerkskategorie von Privaten ist der Wohnbau. Öffentliche Auftraggeber dagegen investieren am meisten in Bauwerke in den Bereichen Bildung, Freizeit und Strasseninfrastruktur. Sowohl im Neuals auch im Umbau tätigte die öffentliche Hand 2010 weniger Investitionen als im Jahr zuvor. Dynamisches Bauwesen Die Dynamik in der Baubranche hat sich auch im Jahr 2011 fortgesetzt. Das per Ende 2010 für das Folgejahr Kanton Thurgau im Fokus 2012

Überdurchschnittlich viele neue Wohnungen im Jahr 2010 erstellt Während des Jahres 2010 wurden im Kanton Thurgau 775 Gebäude mit Wohnungen fertig gestellt, wobei die 573 neuen Einfamilienhäuser den Grossteil (74 %) der Neubauten ausmachen. Es wurden aber auch viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gebaut, so dass insgesamt 1’881 neue Logis fertig gestellt werden konnten. Damit lag die Anzahl der im Jahr 2010 fertig gestellten Wohnungen rund 49 % über dem langjährigen Mittel der letzten 15 Jahre. Knapp jede dritte Wohnung (31 %) wurde als Einfamilienhaus gebaut. Neu erstellte Wohnungen nach Gebäudetypen Kanton Thurgau, 1995 – 2010 80

1’500

70

1’250

60 1’000

50

750

40 30

500

Prozent

1200

20 250 0

10 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

1500

angekündigte Bauvolumen lag zwar etwas niedriger als das Ergebnis 2010 (1,7 Mrd. CHF), dennoch waren Investitionen im Umfang von knapp 1,6 Milliarden Franken geplant. Auch im aktuellen Jahr 2012 sind keine Zeichen einer Abkühlung sichtbar. Gemäss Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich vom Juli 2012 berichteten rund zwei Drittel der Thurgauer Baufirmen von einer guten Geschäftslage. Im zweiten Quartal 2012 hat sowohl die Bautätigkeit als auch die Nachfrage erneut angezogen.

Anzahl Wohnungen

Bauausgaben nach Art der Arbeiten Kanton Thurgau, 1995 – 2010, in Mio. CHF (laufende Preise)

0

in Einfamilienhäusern (EFH) in Mehrfamilienhäusern in übrigen Häusern mit Wohnnutzung Anteil Wohnungen in EFH (rechte Skala) Quelle: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik

43


Bautätigkeit

Die Zunahme bei den neu erstellten Wohngebäuden ist hauptsächlich das Resultat der vermehrten Bautätigkeit von Privatpersonen (+23 %) sowie von Bauund Immobiliengesellschaften (+19 %). Mit Abstand am meisten neue Logis entstanden in Kreuzlingen (312), gefolgt von Frauenfeld (198) und Weinfelden (177). Den höchsten relativen Wohnungszuwachs verzeichnete die Gemeinde Güttingen, wo die im Jahr 2010 fertig gestellten Wohnungen 4,2 % des gesamNeu erstellte Wohnungen pro 1’000 Einwohner nach Gemeinden Kanton Thurgau, 2010 Kreuzlingen

Frauenfeld Weinfelden

Arbon

Münchwilen bis 4 4,1 bis 8 8,1 bis 12 12,1 bis 16 über 16 Quellen: Bundesamt für Statistik, Bau- und Wohnbaustatistik 2010; Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik 2010

ten Wohnungsbestandes ausmachten. Wie auch in den letzten Jahren entwickelte sich die Region rund um Kreuzlingen sehr dynamisch. Kantonsweit waren Ende 2010 bereits rund 2’200 weitere Wohnungen im Bau und für gut 1’300 war die Baubewilligung erteilt. Rege Bautätigkeit der letzten Jahre zeigt Auswirkungen auf Baubranche Der stetige Anstieg der Bauinvestitionen in den vergangenen Jahren hat sich erwartungsgemäss auf die Arbeitsplätze in der Baubranche ausgewirkt. Von 2001 bis 2008 erhöhte sich die Anzahl im Bau tätiger Personen um 18 % auf beinahe 10’000 Beschäftigte. Im Vergleich mit der übrigen Wirtschaft ist die Beschäftigung in der Thurgauer Baubranche überproportional gewachsen. Rund jede vierte Arbeitskraft des zweiten Sektors arbeitet im Bau. Die Mehrheit der Bauunternehmen sind kleine Betriebe mit weniger als neun Vollzeitstellen. Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Bauen und Wohnen («Bau und Wohnbau»), Wirtschaft und Arbeit («Konjunkturanzeiger», «Beschäftigte»)

Kerngrössen des Baugewerbes Kanton Thurgau, 2008 Total Baugewerbe

Hochbau

Tiefbau

Bauinstallation / Ausbau

Arbeitsstätten Beschäftigte Vollzeitäquivalente Lehrlinge Männer Frauen

1’369 9’923 9’342 1’084 8’757 1’166

186 2’074 1’964 117 1’905 169

47 1’240 1’195 68 1’137 103

1’136 6’609 6’183 899 5’715 894

Schweizer Ausländer Vollzeitbeschäftigte (>90%) Teilzeitbeschäftigte (bis 89%) Grenzgänger

7’065 2’858 8’871 1’052 243

1’295 779 1’879 195 31

684 556 1’161 79 26

5’086 1’523 5’831 778 186

Branchenklassifikation nach NOGA 2008; Quelle: Bundesamt für Statistik, Betriebszählung 2008 (Datenstand: 29.03.2010)

44


Bauen und Wohnen

Leerwohnungsbestand / Siedlungsflächen

Wohnungsmarkt entspannt sich leicht Im Jahr 2010 wuchs die Bevölkerung um 2’708 Einwohner. Der Wohnungsbestand erhöhte sich im selben Zeitraum um 1’881 Logis. Mit dieser Angebotserweiterung konnte der zusätzlich entstandene Wohnraumbedarf mehr als abgedeckt werden, und die Anzahl leer stehender Wohnungen nahm in der Folge per Anfang Juni 2011 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder zu. Insgesamt waren 1’677 Wohnungen als unbewohnt gemeldet, was einem Leerwohnungsanteil von 1,45 % entspricht. Schweizweit hat sich der Wohnungsmarkt ebenfalls etwas entspannt, und die Leerwohnungsziffer stieg leicht von 0,92 % auf 0,94 %. Die Zunahme der Leerwohnungen beschränkt sich im Kanton Thurgau allerdings auf die Mietwohnungen. Die Zahl der leer stehenden zum Verkauf ausgeschriebenen Wohnungen (Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser) ging hingegen zurück, was angesichts der rekordtiefen Hypothekzinsen nicht erstaunt. Leer stehende Wohnungen und Leerwohnungsziffer* 2011 (LWZ) nach Zimmerzahl Kanton Thurgau, 1995 – 2011, in Anzahl Wohnungen

Siedlungsfläche dehnt sich weiter aus Die Siedlungsfläche im Thurgau dehnt sich kontinuierlich aus. Die Arealstatistik des Bundesamts für Statistik weist zwischen den Erhebungsjahren 1996 und 2008 zusätzliche Siedlungsflächen von insgesamt über 1’200 Hektaren aus. Gründe für das Wachstum des Siedlungsraumes sind das anhaltende Bevölkerungswachstum, die Verkleinerung der Haushalte (immer mehr Einpersonenhaushalte), das Bedürfnis nach immer mehr Wohnfläche sowie das Mobilitätsund Freizeitverhalten. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner beansprucht im Kanton Thurgau durchschnittlich 503 Quadratmeter Siedlungsfläche. Dies ist im schweizweiten Vergleich (386 m2) überdurchschnittlich viel und unter anderem auf die ländliche Struktur des Thurgaus zurückzuführen. So verteilen sich die Verkehrsanlagen verhältnismässig auf wenige Personen. Aber auch die flächenintensiven landwirtschaftlichen Gebäudeareale und die Flächen mit Einfamilienhäusern haben einen Einfluss auf die Grösse der Siedlungsfläche pro Einwohner. Siedlungsareale Kanton Thurgau und Schweiz*, 2008

1200

in ha

in m2 pro Kopf

1000

Thurgau

Thurgau Schweiz

800 600 400 200

1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 1–2 Zimmer (LWZ: 2,1 %) 4 Zimmer (LWZ: 1,7 %)

3 Zimmer (LWZ: 1,9 %) 5+ Zimmer (LWZ: 0,8%)

1- und 2-Familienhausareal

2’680

111

85

Landwirtsch. Gebäudeareal Industrie- und Gewerbeareal Mehrfamilienhausareal Übriges Gebäudeareal Strassen- und Parkplatzareal Bahnareal Sport- und Grünareal Übrige Siedlungsflächen Total

1’508 1’154 797 1’119 3’234 364 696 622 12’174

62 48 33 46 133 15 31 23 503

34 32 36 36 105 12 25 24 386

* Leer stehende Wohnungen in % des approx. Gesamtwohnungsbestandes des Vorjahres; Quelle: Bundesamt für Statistik, Leerwohnungszählung

* bisher ohne Kantone SG, GR und TI Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik (Datenstand: 31.10.2011)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Bauen und Wohnen («Leerwohnungen»)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Raum und Umwelt («Flächenbedeckung und -nutzung»)

Kanton Thurgau im Fokus 2012

45


Wohngebäude (2010)

Anteil Einfamilienhäuser in Prozent (2010)

Anteil Wohngebäude mit Baujahr 2001– 2010, in %

Wohnungen (2010)

Total Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Private Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Öffentliche Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Leerwohnungsziffer2 (2011)

Gemeindeübersicht

2’413 2’274 162 1’278 357 423 336 788 1’969 353 160 463 10’976

55.0 49.0 70.4 64.6 63.3 50.1 68.2 70.9 54.1 64.6 53.1 66.3 57.3

9.5 9.1 17.9 11.8 10.1 10.4 14.9 18.8 9.6 12.7 13.8 15.1 11.1

5’631 7’008 252 1’799 497 1’310 481 1’172 5’010 608 232 823 24’823

45’097 51’112 5’817 21’779 7’399 15’738 5’649 10’635 67’347 6’475 3’992 1’152 242’192

41’658 47’166 5’817 21’779 7’251 15’542 3’246 10’517 60’509 6’475 3’967 1’116 225’043

3’439 3’946 0 0 148 196 2’403 118 6’838 0 25 36 17’149

0.52 1.18 0.79 0.61 1.41 1.60 1.46 1.28 2.28 4.44 2.59 0.97 1.33

Bezirk Frauenfeld Basadingen-Schlattingen 564 357 Berlingen Diessenhofen 769 Eschenz 561 Felben-Wellhausen 587 Frauenfeld 4’424 Gachnang 996 Herdern 299 Homburg 484 Hüttlingen 269 Hüttwilen 512 Mammern 218 Matzingen 644 Müllheim 718 Neunforn 354 Pfyn 579 Schlatt 523

68.3 64.4 55.0 69.7 70.5 58.0 76.6 63.9 59.7 62.5 66.4 59.2 68.6 67.3 63.3 65.5 71.7

12.4 9.0 13.7 15.2 19.8 10.1 17.8 14.7 10.3 10.0 15.2 6.0 13.2 17.0 9.3 16.1 9.8

719 533 1’754 786 1’080 11’418 1’432 392 606 353 649 345 1’120 1’158 436 831 696

6’299 1’913 13’937 3’982 15’875 168’585 34’926 1’565 11’963 2’526 15’550 1’961 8’871 8’597 5’966 6’137 3’037

6’201 1’913 10’150 3’699 13’244 109’336 34’211 1’555 11’579 2’485 14’718 1’740 8’817 8’347 3’993 5’936 2’935

98 0 3’787 283 2’631 59’249 715 10 384 41 832 221 54 250 1’973 201 102

1.11 0.94 1.37 2.67 1.67 1.34 1.61 0.51 0.83 1.70 0.46 0.87 3.66 1.64 0.23 2.17 1.29

Bezirk Arbon Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn Kesswil Roggwil Romanshorn Salmsach Sommeri Uttwil Total Bezirk

46


Wohngebäude (2010)

Anteil Einfamilienhäuser in Prozent (2010)

Anteil Wohngebäude mit Baujahr 2001– 2010, in %

Wohnungen (2010)

Total Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Private Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Öffentliche Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Leerwohnungsziffer2 (2011)

Bauen und Wohnen

970 365 388 346 498 404 15’829

61.5 75.1 57.2 56.4 59.6 72.8 63.6

9.2 15.6 11.6 11.3 9.8 15.1 12.4

1’863 457 543 458 793 522 28’944

45’576 11’205 2’857 6’291 8’005 10’171 395’795

42’567 10’684 2’226 6’291 7’414 10’132 320’173

3’009 521 631 0 591 39 75’622

1.02 0.00 0.55 1.09 1.77 0.77 1.40

Bezirk Kreuzlingen Altnau Bottighofen Ermatingen Gottlieben Güttingen Kemmental Kreuzlingen Langrickenbach Lengwil Münsterlingen Raperswilen Salenstein Tägerwilen Wäldi Total Bezirk

615 499 823 71 468 805 3’030 366 441 684 155 458 879 358 9’652

69.1 71.1 61.6 35.2 62.2 63.4 51.1 56.6 64.4 70.8 54.8 64.8 65.5 57.3 60.1

15.9 17.0 12.8 7.0 11.5 12.4 16.7 15.8 20.0 17.7 6.5 11.8 15.5 15.9 15.3

910 1’013 1’501 167 689 938 10’132 473 593 1’496 184 692 1’775 436 20’999

17’193 10’740 26’363 1’200 7’821 16’312 162’623 3’894 8’323 19’671 1’992 8’461 31’156 8’557 324’306

17’193 10’740 26’033 1’200 7’807 13’898 153’952 3’894 8’153 12’953 1’806 1’753 30’642 8’557 298’581

0 0 330 0 14 2’414 8’671 0 170 6’718 186 6’708 514 0 25’725

0.22 0.10 0.40 1.80 1.60 0.21 0.76 0.85 0.84 0.87 0.00 0.72 0.45 0.00 0.65

Bezirk Münchwilen Aadorf Bettwiesen Bichelsee-Balterswil Braunau Eschlikon Fischingen Lommis

2’041 280 796 214 979 834 340

69.1 66.4 72.1 57.0 71.4 60.3 65.9

13.9 18.6 14.8 7.5 18.1 9.8 14.1

3’641 488 1’139 284 1’703 1’154 467

89’585 7’454 19’404 3’870 7’135 6’319 3’553

87’528 7’446 19’355 3’780 6’725 6’319 3’553

2’057 8 49 90 410 0 0

2.09 4.92 0.88 0.70 0.59 0.52 1.93

Steckborn Stettfurt Thundorf Uesslingen-Buch Wagenhausen Warth-Weiningen Total Bezirk

Kanton Thurgau im Fokus 2012

47


Wohngebäude (2010)

Anteil Einfamilienhäuser in Prozent (2010)

Anteil Wohngebäude mit Baujahr 2001– 2010, in %

Wohnungen (2010)

Total Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Private Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Öffentliche Bauinvestitionen in 1’000 CHF (2010)1

Leerwohnungsziffer2 (2011)

Gemeindeübersicht

Münchwilen Rickenbach Sirnach Tobel-Tägerschen Wängi Wilen Total Bezirk

1’109 341 1’569 392 1’212 552 10’659

68.7 46.0 64.9 65.8 73.5 83.0 68.1

13.3 9.7 13.9 14.0 11.7 16.5 13.7

2’073 1’207 3’176 611 1’715 826 18’484

33’916 8’447 53’464 2’273 25’044 12’713 273’177

26’613 6’343 52’981 2’273 22’539 11’043 256’498

7’303 2’104 483 0 2’505 1’670 16’679

2.17 2.15 4.82 3.11 1.11 0.85 2.20

Bezirk Weinfelden Affeltrangen Amlikon-Bissegg Berg Birwinken Bischofszell Bürglen Bussnang Erlen Hauptwil-Gottshaus Hohentannen Kradolf-Schönenberg Märstetten Schönholzerswilen Sulgen Weinfelden Wigoltingen Wuppenau Zihlschlacht-Sitterdorf Total Bezirk

678 435 903 401 1’276 761 650 845 506 202 786 691 247 815 2’027 688 348 613 12’872

60.5 55.6 66.7 58.1 57.9 60.6 56.6 67.1 61.7 48.5 61.6 68.7 58.3 64.5 54.5 66.3 61.5 66.2 60.9

14.3 14.5 13.2 10.2 7.1 8.9 9.4 10.9 6.7 8.4 11.1 12.3 10.9 6.5 11.7 15.8 12.4 8.8 10.7

989 545 1’322 534 2’638 1’595 898 1’353 783 256 1’463 1’093 296 1’488 5’116 935 402 888 22’594

13’880 7’812 19’111 4’085 27’642 23’800 13’189 19’331 9’007 1’777 16’119 10’748 5’722 29’284 95’440 17’308 7’120 9’398 330’773

12’323 7’517 17’736 3’857 23’638 21’932 9’608 9’545 8’873 1’777 15’969 10’708 5’692 28’119 73’612 15’278 6’992 9’392 282’568

1’557 295 1’375 228 4’004 1’868 3’581 9’786 134 0 150 40 30 1’165 21’828 2’030 128 6 48’205

1.62 0.92 2.50 0.37 1.82 3.01 0.56 2.22 2.43 1.17 2.12 6.40 0.00 0.94 1.04 1.71 0.50 0.56 1.77

Total Kanton Thurgau 59’988

62.1

12.5

115’844 1’586’389 1’386’485

199’904

1.45

1 Summe der Gemeinden entspricht nicht dem Kantonstotal, da einige Bauprojekte keiner Gemeinde eindeutig zugeordnet werden können. 2 Leer stehende Wohnungen in Prozent des approx. Gesamtwohnungsbestandes des Vorjahres; Quellen: Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2010, Bau- und Wohnbaustatistik 2010, Leerwohnungszählung 2011

48


Staat und Politik

Kanton Thurgau im Fokus 2012

49


Politik

Thurgauer Vertretung im Bundesparlament Nationalratswahlen 2011 bestätigen SVP als wählerstärkste Partei – aber mit Einbussen Aus den Nationalratswahlen 2011 ging mit einer Parteistärke von 38,7 % erneut die SVP als klar wählerstärkste Partei hervor. Im Vergleich zu 2007 büsste sie allerdings spürbar an Parteistärke ein – damals kam sie auf einen Stimmenanteil von 42,3 %. Mit grossem Abstand folgten die CVP mit einer Parteistärke von 14,4 %, die SP mit 12,1 %, die FDP mit 11,2 % und die GP mit 7 %. Auf den nächsten Plätzen erschienen die glp (5,2 %) und die BDP (5,0 %), die im Thurgau zum ersten Mal für Nationalratswahlen kandidierten und auf Anhieb beachtliche Parteistärken erreichten. Die EDU kam auf eine Parteistärke von 3,5 % und die EVP auf eine von 2,9 %. Im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007 legten nur die SP, die EDU und die EVP an Parteistärke zu. Alle anderen Parteien büssten bezüglich Parteistärke ein, hauptsächlich zugunsten der erstmals kandidierenden BDP und glp. Die Wahlbeteiligung an den Nationalratswahlen 2011 lag im Thurgau bei 46,7 % – minim niedriger als 2007 und deutlich tiefer als in der Schweiz (49,1 %).

FDP verliert Nationalratssitz Erstmals seit 1999 verschob sich nach den Nationalratswahlen 2011 die parteipolitische Zusammensetzung der Thurgauer Nationalratsdelegation. Die FDP verlor ihren Sitz an die glp. Neu hält die SVP drei Sitze, die CVP, SP und glp je einen Sitz. Im Ständerat lösten in der Legislaturperiode 2011– 2015 Roland Eberle (SVP) und Brigitte Häberli-Koller (CVP) die beiden bisherigen Thurgauer Ständeräte Philipp Stähelin (CVP) und Hermann Bürgi (SVP) ab. Parteistärken an Nationalratswahlen Kanton Thurgau, 1979 – 2011, in Prozent 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

Übrige BDP glp Grüne FDP SP CVP

SVP

1979 1983 1987 1991 1995 1999 2003 2007 2011 SVP CVP SP

FDP Grüne glp

BDP Übrige

Quellen: Bundesamt für Statistik, Staatskanzlei Kanton Thurgau

Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Thurgau im Ständerat und im Nationalrat Legislaturperiode 2011 – 2015 Partei

Jahrgang

Sitzverteilung der Thurgauer Sitze im Nationalrat nach Partei und Geschlecht, 1979 – 2011

Im Amt Stimmen seit 2011

Ständerat Eberle Roland Häberli-Koller Brigitte Nationalrat Böhni Thomas Graf-Litscher Edith Hausammann Markus Lohr Christian2 Spuhler Peter Walter Hansjörg

Nach Geschlecht 1

Wahl- FDP CVP SP SVP glp Übrige Frauen Männer jahr

40’688 26’777

1979

1

2

1

2

*

0

0

6

1983 1987

1 1

2 1

1 1

2 2

* *

0 1

0 1

6 5

2011

5’736

2005 2011 2011 1999 1999

14’038 20’604 10’670 43’955 36’386

1991 1995

1 1

1 1

1 1

2 2

* *

1 1

1 0

5 6

1999 2003

1 1

1 1

1 1

3 3

* *

0 0

0 1

6 5

2007 2011

1 0

1 1

1 1

3 3

* 1

0 0

2 1

4 5

SVP CVP

1953 1958

2011 20111

glp

1964

SP SVP CVP SVP SVP

1964 1964 1962 1959 1951

1 Nationalrat 2003 – 2011 2 Rückte für die in den Ständerat gewählte Brigitte Häberli-Koller nach; Quelle: Staatskanzlei Thurgau

50

Nach Partei

* Keine Kandidatur 1 1987 und 1991: GP, 1995: FPS Quellen: Bundesamt für Statistik, Staatskanzlei Thurgau


Staat und Politik

Grosser Rat und Regierungsrat An den Grossratswahlen 2012 erreichten die glp und die BDP stattliche Parteistärken Im April 2012 haben die Thurgauerinnen und Thurgauer die 130 Mitglieder des Grossen Rates neu gewählt. Als Siegerinnen gingen die BDP und die glp aus den Thurgauer Grossratswahlen hervor. Die erstmals antretende BDP kam auf Anhieb auf eine stattliche Parteistärke von 4,8 %. Die glp baute ihre Parteistärke von 2,0 % im Jahr 2008 auf 5,9 % deutlich aus. An Parteistärke gewonnen haben ferner die EDU und die SP. Wählerstärkste Partei SVP mit Einbussen Die seit Jahrzehnten wählerstärkste Partei im Thurgau, die SVP, erlitt an den Grossratswahlen 2012 herbe Einbussen. Ihre Parteistärke lag mit 30,5 % deutlich unter dem Spitzenwert von 36,4 %, den die Partei 2008 erzielt hatte. Etwas Federn lassen musste auch die CVP, deren Parteistärke zwischen 2008 und 2012 von 15,9 % auf 14,2 % zurückging. Die GP kam auf eine Parteistärke von 7,7 % – 2008 waren es noch 9,0 % gewesen. Die FDP und die EVP haben ebenfalls leicht eingebüsst. SVP erhält deutlich weniger Grossratsmandate Die Sitzverteilung im Kantonsparlament hat sich nach den Wahlen spürbar verschoben. Die SVP büsste ein

Parteistärken an Grossratswahlen Wählerstärkste Parteien, Thurgau, 1972 – 2012, in Prozent 40 35 30 25 20 15 10 5 0

1972 SVP CVP

1980

1988 FDP SP

1996

2004 glp EDU

GP EVP

2012 BDP

Quellen: Bundesamt für Statistik, Dienststelle für Statistik Thurgau

Parteistärke der SVP nach Gemeinden Kanton Thurgau, Grossratswahlen 2012, in Prozent Kreuzlingen

Frauenfeld Weinfelden

Arbon

Münchwilen Parteistärke der SVP in % bis 30 40,1 bis 50 30,1 bis 40 über 50 Quelle: Staatskanzlei Thurgau

Sitzverteilung im Grossen Rat nach Partei, Kanton Thurgau, seit 1980 Legislaturperiode SVP CVP FDP SP GP

EVP

EDU

glp

BDP

Übrige

Total

1980 – 1984 1984 – 1988 1988 – 1992 1992 – 1996 1996 – 2000 2000 – 2004

37 37 33 32 38 43

31 31 27 26 25 27

26 25 23 23 25 24

27 21 20 23 20 22

* 6 11 10 11 8

8 7 6 6 4 5

* * * * * 1

* * * * * *

* * * * * *

1 3 10 10 7 0

130 130 130 130 130 130

2004 – 2008 2008 – 2012 2012 – 2016

47 51 41

22 22 21

20 18 18

23 17 19

13 11 9

4 6 5

1 3 6

* 2 6

* * 5

0 0 0

130 130 130

* keine Kandidatur; Quellen: Bundesamt für Statistik; Staatskanzlei Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

51


Politik

In den Grossen Rat gewählte* Frauen und Männer Kanton Thurgau, 1980 –2012 Frauen

Männer

Frauenant. in %

1980 1984

7 13

123 117

5.4 10.0

1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012

18 21 24 33 40 36 35

112 109 106 97 90 94 95

13.8 16.2 18.5 25.4 30.8 27.7 26.9

Grossratswahlen 2012, nach Parteien SVP CVP FDP SP GP EVP

5 6 4 11 6 1

36 15 14 8 3 4

12.2 28.6 22.2 57.9 66.7 20.0

EDU

1

5

16.7

glp BDP

1 0

5 5

16.7 0.0

* Stand am Wahltag; Quelle: Bundesamt für Statistik

52

2012

2008

2004

2000

1996

1992

1988

1984

1980

80 70 60 50 40 30 20 10 0

1976

Wahlbeteiligung an Grossratswahlen Kanton Thurgau, 1968– 2012, in Prozent

1972*

Frauen in der Minderheit Nur rund ein Viertel der Grossratsmandate sind in Frauenhand. An den Grossratswahlen 2012 war die Frauenquote im Thurgauer Parlament bereits zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Der höchste Frauenanteil findet sich in der Legislaturperiode 2012 – 2016 in der GP-Fraktion, wo sechs der neun gewählten Mitglieder Frauen sind. Auch bei der SP zogen nach den Wahlen 2012 mehr Frauen als Männer ins Kantonsparlament ein (11 der 19 Sitze).

Wahlbeteiligung erneut gesunken Die Beteiligung an den Grossratswahlen ist erneut gesunken. Weniger als jeder dritte Stimmbürger (30,8 %) machte 2012 von seinem Wahlrecht Gebrauch.

1968

Fünftel ihrer Sitze ein. Sie hält aber mit 41 Sitzen nach wie vor doppelt so viele wie Mandate als die zweitstärkste Partei, die CVP (21 Sitze, -1 Sitz). Am stärksten zugelegt hat die BDP, die auf Anhieb fünf Sitze ergattern konnte. Ebenso verzeichneten die glp (+4) und die EDU (+3) deutliche Sitzgewinne.

* Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1971 Quelle: Staatskanzlei Thurgau

Stabile Zusammensetzung des Regierungsrates Die parteipolitische Zusammensetzung des Regierungsrates ist im Thurgau bereits seit 1986 unverändert. Die SVP hält zwei Sitze, FDP, CVP und SP je einen Sitz. Zusammensetzung des Regierungsrates nach Partei und Geschlecht Kanton Thurgau, seit 1992 Nach Partei

Nach Geschlecht

Wahljahr

FDP

CVP

SP

SVP

1992 1996

1 1

1 1

1 1

2 2

0 1

5 4

2000 2004

1 1

1 1

1 1

2 2

0 0

5 5

2008 2012

1 1

1 1

1 1

2 2

1 1

4 4

Frauen Männer

Quelle: Staatskanzlei Thurgau

Weiterführende Informationen • www.statistik.tg.ch Staat und Politik • www.tg.ch Publikationen Geschäftsbericht (Geschäftsbericht Thurgau 2011, Statist. Anhang) • www.tg.ch Wahlen/Abstimmungen


Staat und Politik

Öffentliche Finanzen

Kantonsfinanzen Positiver Rechnungsabschluss 2011 Die Staatsrechnung des Kantons Thurgau fiel im Jahr 2011 zum dreizehnten Mal in Folge positiv aus. Mit einem Ertragsüberschuss von 28 Millionen Franken in der Laufenden Rechnung lag das Ergebnis zwar merklich unter den Rekordergebnissen der Vorjahre, aber klar über dem budgetierten Betrag. Das positive Resultat kam hauptsächlich durch Mehreinnahmen bei den Steuern zustande. Für die kommenden Jahre zeichnet sich jedoch eine deutliche Verknappung des finanziellen Spielraums ab. Die konsolidierten Ausgaben betrugen im Jahr 2011 1,4 Milliarden Franken. Im Vergleich zum Vorjahr sind Kantonsfinanzen: Rechnungsabschlüsse Kanton Thurgau, 2009 –2011, in Mio. CHF 2009

2010

2011

Laufende Rechnung: Ertragsüberschuss

90.1

73.7

28.1

Investitionsrechnung: Nettoinvestitionen

82.4

84.5

82.4

Gesamtrechnung: Finanzierungsüberschuss

96.6

51.4

16.0

sie um 3,2 % gestiegen. Die grössten Ausgaben im Staatshaushalt entfallen auf die Bereiche Bildung (27 %) und soziale Wohlfahrt (17 %). Die Finanzkennzahlen unterstreichen den gesunden Kantonshaushalt. Das Eigenkapital erreichte im Jahr 2011 262 Millionen Franken, das Nettovermögen 307 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad, der zeigt, in welchem Ausmass die Investitionen aus eigener Kraft finanziert werden können, ist 2011 zwar gesunken. Mit 120 % lag er aber über der mittelfristigen Zielschwelle von 100 %. Kantonsfinanzen: Konsolidierte Ausgaben nach funktionaler Gliederung Kanton Thurgau, 2011, in Mio. CHF Mio. CHF % 384,7 27 239,9 17 199,1 14 168,0 12 133,5 9 124,4 9 81,4 6 34,1 2 24,6 2 19,3 1 1409,1 100

Bildung Soziale Wohlfahrt Gesundheit Öffentl. Sicherheit Allg. Verwaltung Verkehr Finanzen/Steuern Volkswirtschaft Umwelt/Raumordnung Kultur/Freizeit Total 0 100 200 300 400

Quelle: Finanzverwaltung Thurgau

Quelle: Finanzverwaltung Thurgau

Kantonsfinanzen: Entwicklung der Staatsrechnung Kanton Thurgau, 1985–2011, in Mio. CHF 150 100

Selbstfinanzierungsgrad 1, in % Selbstfinanzierungsanteil 2, in % Nettovermögen 3 , in Mio. CHF Bruttoschuld 4, in Mio. CHF Kapitaldienstanteil 5, in % Eigenkapital, in Mio. CHF

50 0 -50 -100 -150

Kantonsfinanzen: Kennzahlen Kanton Thurgau, Staatshaushalt, 2009 –2011

1990

1995

2000

Laufende Rechnung Investitionsrechnung

2005

2010

2015

Gesamtrechnung

2005: ohne Berücksichtigung des Sonderertrags aus den Goldreserven der Nationalbank; Quelle: Finanzverwaltung Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

2009

2010

2011

217.2 10.3 279 783 2.7 260

160.8 7.7 228 750 2.2 260

119.4 5.5 307 763 2.5 262

1 Summe aus Abschreibungen und Ertragsüberschuss der Laufenden Rechnung in % der Nettoinvestitionen 2 Cashflow (Selbstfinanzierung) in % des Ertrags 3 Fremdkapital abzüglich Finanzvermögen und nicht-systematisch abzuschreibendes Verwaltungsvermögen 4 Fremdkapital minus Transitorische Passiven, minus Rückstellungen 5 Passivzinsen und Abschreibungen abzüglich Nettovermögensertrag in % des Ertrags Quelle: Finanzverwaltung Thurgau

53


Öffentliche Finanzen

Finanzen Politische Gemeinden Gesunde Gemeindefinanzen Die Politischen Gemeinden des Kantons Thurgau stehen finanziell kerngesund da. Im Jahr 2010 fielen die Rechnungsabschlüsse erneut überwiegend positiv aus. Das Eigenkapitalpolster konnte noch einmal leicht ausgebaut werden – insgesamt verfügten die Politischen Gemeinden 2010 über eigene Mittel im Umfang von 57,5 Steuerprozenten. Das Nettovermögen wurde im Jahr 2010 markant auf durchschnittlich 323 Franken pro Einwohnerin oder Einwohner aufgestockt. Mit Investitionen sind die Gemeinden im Jahr 2010 insgesamt etwas zurückhaltender geworden. Diese konnten mit selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden. Anzahl Politische Gemeinden mit einem Eigenkapital von ... Steuerprozenten Kanton Thurgau, 2010

Finanzausgleich: Verstärkter Lastenausgleich Im Rahmen des Finanzausgleichs Kanton-Gemeinden wurden im Jahr 2011 17,1 Millionen Franken an finanzschwache und stark belastete Gemeinden ausgerichtet. Dies sind 4 % oder 0,7 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Grund für diese Erhöhung war eine Verstärkung des Lastenausgleichs, um den Rückgang aus den Auszahlungen im Ressourcenausgleich aufzufangen. Im Jahr 2011 profitierten 46 Gemeinden vom Finanzausgleich, drei weniger als 2010. Die Finanzierung erfolgte zum einen durch einen Kantonsbeitrag von 13,9 Millionen Franken und zum anderen durch eine Abschöpfung in Höhe von 3,2 Millionen Franken bei 19 finanzstarken Gemeinden (6 Gemeinden mehr als im Vorjahr). Entwicklung der Finanzausgleichsbeiträge Kanton Thurgau, 2000– 2011, in Mio. CHF Einführung des neuen Finanzausgleichs

30 25

20

Anpassung an NFA

Verstärkung des Lastenausgleichs

20 15

15

10 10

5 100 oder mehr (sehr hohes Eigenk.)

Kantonsanteil

2011

2010

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

0

2001

5

2000

60 bis unter 100 (hohes Eigenkapital)

30 bis unter 60 (ausreichendes Eigenkapital)

0 bis unter 30 (knappes Eigenk.)

unter 0 (Bilanzfehlbetrag)

0

Gemeindeanteil

Quelle: Finanzkontrolle Thurgau

Quelle: Finanzkontrolle Thurgau

Gemeindefinanzen: Kennzahlen, Kanton Thurgau, Durchschnitt aller Politischen Gemeinden, 2009 und 2010 2009 2010 Durchschnitt 2009 –2010 Bewertung Selbstfinanzierungsgrad, in %

106.7

170.5

132.9 sehr gut

Selbsfinanzierungsanteil, in % Nettovermögen pro Einwohner, in CHF

15.8 188

17.4 323

16.6 mittel 256 sehr gut

Investitionsanteil, in % Bruttoverschuldungsanteil, in % Kapitaldienstanteil, in % Eigenkapital, in Steuerprozenten

18.8 60.9 5.4 55.6

14.6 56.6 4.9 57.5

16.8 58.7 5.2 56.5

mittlere Investitionstätigkeit gut mittlere Belastung ausreichendes Eigenkapital

Zur Definition und Interpretation der Gemeindefinanzkennzahlen vgl. Statistische Mitteilungen – Nr. 6/ 2011, S. 23 ff. (Download: www.statistik.tg.ch Staat und Politik «Gemeindefinanzen Politische Gemeinden»); Quelle: Finanzkontrolle Thurgau

54


Staat und Politik

Finanzen Schulgemeinden Solide Finanzlage der Schulgemeinden Die Finanzlage der Volksschule Thurgau ist solide, die Schulgemeinden verfügen über ein tragfähiges Kapitalpolster. Das Jahr 2011 war geprägt von umfangreichen Investitionen in Infrastruktur, Abbau von überhöhtem Eigenkapital sowie Steuerentlastungen. Anfang 2011 ist das revidierte Beitragsgesetz in Kraft getreten, welches insbesondere die weitere Annäherung der Steuerbelastungen unter den Schulen bezweckt. Dadurch konnten die 92 Körperschaften vorerst um durchschnittlich 1,5 Steuerprozente entlastet werden, was einem Steuervolumen von rund 7 Millionen Franken entspricht.

Teil des Eigenkapitalabbaus 2011 ist auf die Realisierung von Infrastrukturvorhaben zurückzuführen. Die allermeisten Schulgemeinden können auf eigene Mittel zurückgreifen. Ende 2011 gab es jedoch drei Schulgemeinden mit einem Bilanzfehlbetrag, der sich insgesamt auf 210’000 Franken summiert. Nettoschuld und Eigenkapital der Schulgemeinden Kanton Thurgau, 2005 – 2011, in Mio. CHF 350 300 250 200 150 100

Geringe Nettoverschuldung Die Nettoschuld pro Einwohner liegt im Durchschnitt aller Schulgemeinden bei 900 Franken pro Einwohner. Im Verhältnis zum Fiskalertrag ist die Verschuldung damit klein. Da im Jahr 2011 überdurchschnittlich hohe Investitionen notwendig waren, stieg die Nettoschuld aller Schulgemeinden 2011 um 9 % auf rund 240 Millionen Franken. Sie liegt damit jedoch markant unter dem Stand von vor zehn Jahren (360 Millionen Franken). Komfortables Eigenkapitalpolster Gleichzeitig verringerte sich das Eigenkapital im Jahr 2011 um 13 Millionen Franken. Mit 167 Millionen Franken verfügen die Schulgemeinden jedoch über ein reichliches Eigenkapitalpolster. Ein wesentlicher

50 0

2005

2006

Nettoschuld

2007

2008

2009

2010

2011

Eigenkapital*

* Inkl. Vorfinanzierungen; Quelle: Amt für Volksschule Thurgau

Weiterführende Informationen • www.statistik.tg.ch Staat und Politik («Kantonsfinanzen», «Gemeindefinanzen», «Finanzausgleich») • Kantonsfinanzen: www.finanzverwaltung.tg.ch www.tg.ch Publikationen Geschäftsbericht • Finanzen Politische Gemeinden: http://gdestat.beedata.ch • Finanzen Schulgemeinden: www.av.tg.ch Finanzen Schulfinanzen

Schulgemeindefinanzen: Kennzahlen, Kanton Thurgau, Durchschnitt aller Schulgemeinden, 2010 und 2011 2010 2011 Durchschnitt 2010 – 2011 Bewertung Selbstfinanzierungsanteil, in % Zinsbelastungsanteil, in % Kapitaldienstanteil, in % Nettoschuld pro Einwohner, in CHF

10.9

7.2

9.1 schwach

-1.0 4.9 881

0.5 6.4 945

-0.3 tiefe Belastung 5.7 mittlere Belastung 909 kleine Verschuldung

Bruttoverschuldungsanteil, in % Eigenkapital, in Steuerprozenten

75.6 39.2

79.8 33.2

77.3 gut 36.3 überhöht

Zur Definition und Interpretation der Schulgemeindefinanzkennzahlen vgl. die Publikation «Schulfinanzen» des Amtes für Volksschule (Download: www.av.tg.ch Finanzen Schulfinanzen); Quelle: Amt für Volksschule Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

55


Steuern

Steuerkraft pro Kopf gesunken Im Jahr 2011 erwirtschaftete der Kanton Thurgau einen Staatssteuerertrag von 531,5 Millionen Franken. Dies sind 6,2 Millionen Franken oder 1,1 % weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist vor allem auf die Steuergesetzrevision 2011 zurückzuführen (Senkung der Einkommenssteuertarife und Einführung des Ehegattenvollsplittings). Infolgedessen ist auch die Steuerkraft zu 100 Prozent pro Einwohnerin oder Einwohner gesunken, und zwar auf 1’807 Franken. Die höchste Pro-Kopf-Steuerkraft haben mit Abstand die Gemeinden Bottighofen und Salenstein (über 4’300 Franken), gefolgt von WarthWeiningen, Gottlieben, Ermatingen und Horn.

Vor allem dank niedrigerer Schulsteuern ist der Gesamtsteuerfuss vielerorts gerutscht. Der Gesamtsteuerfuss, der sich aus den Teilsteuern Staatssteuer, Gemeindesteuer, Schulsteuer und Kirchensteuer zusammensetzt, ist für evangelische Steuerpflichtige in 51 Gemeinden und für Katholiken in 54 Gemeinden gesunken. Juristische Personen profitieren in 54 Gemeinden von niedrigeren Sätzen. Staatssteuerfuss und durchschnittlicher Gemeindesteuerfuss* Kanton Thurgau, 2000– 2012, in Prozent 160 140 120 100

Übersicht Staatssteuerertrag und Steuerfüsse Kanton Thurgau, 2010–2012 Staatssteuerertrag (Brutto), in Mio. CHF Natürliche Personen, in Mio. CHF Juristische Personen, in Mio. CHF Steuerkraft pro Einwohner (100 %), in CHF Staatssteuerfuss, in % Durchschnittl. Gemeindesteuerfuss1, in % Durchschnittl. Gesamtsteuerfuss2 jurist. Personen, in %

80 60

2010

2011

537.7 483.5 54.2 1’845 117 60.6 296.1

531.5 472.2 59.3 1’807 117 59.2 292.8

2012

20 0

2000

2002

2004

2006

2008

Gemeindesteuerfuss

117 58.6 290.9

1 Nach Bevölkerungsgrösse der Gemeinden gewichtet 2 Staatssteuer, Gemeindesteuer, Schulsteuer, Kirchensteuer. Nach Bevölkerungsgrösse gewichtet. Bei mehreren Schul- oder Kirchgemeinden innerhalb einer Politischen Gemeinde wird die Siedlung mit dem höchsten Bevölkerungsanteil (gemäss Volkszählung 2000) berücksichtigt. Quellen: Steuerverwaltung Thurgau, Dienststelle für Statistik Thurgau

Weniger Steuerfusssenkungen Nach den zahlreichen Senkungen der Gemeindesteuerfüsse in den vergangenen Jahren bleiben diese im Jahr 2012 mehrheitlich unverändert. Rund 60 der 80 Gemeinden hielten an ihren Gemeindesteuerfüssen vom Vorjahr fest. Zu Senkungen kam es aber dennoch in 18 Gemeinden (Vorjahr: 35). Der durchschnittliche Gemeindesteuerfuss liegt 2012 bei 58,6 %. In den vergangenen Jahren ist er kontinuierlich gesunken, zuletzt aber nur noch um 0,6 Prozentpunkte. 56

40

2010

2012

Staatssteuerfuss

* Nach Bevölkerungsgrösse der Gemeinden gewichtet Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Die zehn Gemeinden mit dem niedrigsten Gesamtsteuerfuss*, Kanton Thurgau, 2012, in Prozent Steuerfuss in % Gemeinde Bottighofen Salenstein Ermatingen Warth-Weiningen Münsterlingen Neunforn Horn Gachnang Bussnang Gottlieben

Natürliche Personen Juristische Personen Evang. Kath. 234 232.7 232 243 243 243.0 244 244 244.0 258 252 255.8 255 257 255.9 260 251 258.7 259 270 271 274

259 272 274 271

259.0 270.6 272.0 272.9

*Reihenfolge gemäss Gesamtsteuerfuss für Juristische Personen Hinweis: Bei mehreren Schul- oder Kirchgemeinden innerhalb einer Politischen Gemeinde, wird die Siedlung mit dem höchsten Bevölkerungsanteil aufgeführt. Quelle: Steuerverwaltung Thurgau


Staat und Politik

Steuerpflichtige, steuerbares Einkommen und Vermögen, Kanton Thurgau, Natürliche Personen, 2009 Steuerpflichtige1 Steuerbares Einkommen 2

Total Nach Tarifart Ehegatten, eingetragene Partnerschaften, Alleinerziehende (mit Teilsplitting) Alleinstehende (ohne Teilsplitting) Nach Altersklassen 25 und jünger 26 bis 35 36 bis 45 46 bis 55 56 bis 65 Über 65

Steuerbares Vermögen

Anzahl 156’069

Anteil in % 100.0

in Mio. CHF 7’582.5

Anteil in % 100.0

in Mio. CHF 29’760.5

Anteil in % 100.0

69’557

44.6

4’608.1

60.8

18’249.4

61.3

86’512

55.4

2’974.4

39.2

11’511.1

38.7

24’452 20’465 26’391 29’354 23’366 32’041

15.7 13.1 16.9 18.8 15.0 20.5

497.8 940.3 1’538.2 1’862.2 1’409.0 1’335.1

6.6 12.4 20.3 24.6 18.6 17.6

69.3 409.7 2’136.9 5’395.6 7’980.3 13’768.6

0.2 1.4 7.2 18.1 26.8 46.3

1 Veranlagungen 2 Steuerbares Einkommen nach Einkommensstufen: vgl. S. 33; Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Gut verdienende Steuerpflichtige leisten grossen Teil der Steuererträge Mit dem Anstieg der Wohnbevölkerung im Kanton Thurgau wächst auch die Zahl der Steuerpflichtigen. Diese erwirtschafteten im Jahr 2009 ein steuerbares Einkommen von insgesamt knapp 7,6 Milliarden Franken, gut 4 % mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Thurgauer Steuerpflichtige verfügt über ein steuerbares Einkommen von 48’500 Franken und besitzt ein steuerbares Vermögen von gut 190’000 Franken. Allerdings sind die Unterschiede beträchtlich. Über die Hälfte der Steuerpflichtigen wies 2009 ein steuerbares Einkommen von weniger als 40’000 Franken aus. Auf der anderen Seite hatten 8 % der Steuerpflichtigen ein steuerbares Einkommen von über 100’000 Franken und hielten damit knapp einen Drittel des gesamten Steuersubstrats.

Franken aus. Die 80 juristischen Personen mit einem steuerbaren Gewinn von 2,5 Millionen Franken und mehr (0,8 % der Steuerpflichtigen) generierten 51 % des gesamten steuerbaren Gewinns im Kanton.

Rund 10’000 steuerpflichtige juristische Personen Die 10’332 im Jahr 2009 veranlagten steuerpflichtigen juristischen Personen erwirtschafteten einen steuerbaren Gewinn von 1,3 Milliarden Franken. Die überwiegende Mehrheit der Betriebe (87 %) wies einen steuerbaren Gewinn von weniger als 100’000

Tabelle zur Verteilung der Steuerpflichtigen nach Einkommensstufen vgl. S. 33 Quelle: Steuerverwaltung Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

Steuerpflichtige nach Einkommensstufen und Einkommenssteuerertrag Thurgau, Natürliche Personen, 2009, Anteile in Prozent Einkommensstufen in 1’000 CHF 200,0 und mehr 100,0–199,9 75,0–99,9 40,0–74,9

100 %

20,0–39,9

40 %

0,1–19,9 kein Einkommen

20 %

Steuerpflichtige nach Einkommensstufen

80 % 60 %

0% Steuerertrag (einfache Einkommenssteuer zu 100 %)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Staat und Politik («Staatssteuerertrag & Steuerfüsse», «Einkommens- und Vermögenssteuer», «Gewinn- und Kapitalsteuer») 57


Parteistärke SVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke CVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke FDP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke SP (GR-Wahl 2012) in %

Steuerkraft pro Einwohner (2011) in CHF

Gemeindesteuerfuss (2012) in %

Gesamtsteuerfuss1 juristische Personen (2012) in %

Nettoschuld (+) bzw. -vermögen (-) in CHF pro Einwohner2

Finanzausgleich Politische Gemeinden (2011)3: Auszahlung (+) bzw. Abschöpfung (-) in CHF pro Einwohner

Gemeindeübersicht

Bezirk Arbon Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn Kesswil Roggwil Romanshorn Salmsach Sommeri Uttwil

31.7 24.4 38.1 36.4 30.9 26.2 27.1 36.0 22.9 24.6 40.4 35.8

11.1 15.3 4.6 9.4 6.8 18.1 6.5 8.5 16.3 14.4 8.5 7.1

16.3 14.1 8.2 13.6 8.8 21.5 18.8 14.5 14.7 8.5 6.4 21.4

12.0 24.8 5.3 11.4 11.2 14.4 10.9 14.3 18.1 13.8 6.5 9.0

1’472 1’637 1’343 1’538 1’197 2’546 1’773 1’894 1’631 1’313 1’197 1’924

63 76 49 60 66 32 50 52 74 71 61 52

303.5 316.9 283.3 297.7 306.7 259.0 285.2 288.1 306.0 316.0 302.5 277.4

-1’269 738 -4’551 -99 -165 1’185 -2’205 390 -564 -968 -1’417 -3’522

270.1 145.5 56.2 … 215.5 -70.3 … -24.6 13.9 136.1 386.2 -2.2

Bezirk Frauenfeld Basadingen-Schlattingen Berlingen Diessenhofen Eschenz Felben-Wellhausen Frauenfeld Gachnang Herdern Homburg Hüttlingen Hüttwilen Mammern Matzingen Müllheim Neunforn Pfyn Schlatt Steckborn

35.6 30.6 32.2 34.8 35.8 23.4 29.4 33.3 53.6 41.2 36.7 29.9 37.6 32.4 55.0 44.5 37.1 27.1

8.4 7.7 12.9 27.2 10.3 11.8 9.2 20.1 10.9 4.6 16.2 15.7 8.7 18.7 3.0 8.0 4.2 6.7

16.1 23.9 16.1 10.7 9.6 16.1 12.4 7.3 5.7 3.2 11.9 30.7 6.4 15.6 6.9 7.8 22.3 17.7

16.7 15.6 21.4 9.0 13.1 17.8 12.7 19.3 6.8 12.6 11.3 4.6 23.5 9.2 9.8 9.9 12.6 19.6

1’529 2’288 1’771 1’397 1’620 2’248 1’948 1’592 1’491 1’339 1’820 2’397 1’553 1’508 2’040 1’430 1’415 1’728

49 53 47 60 58 60 42 65 67 54 50 40 57 60 48 73 52 69

293.4 289.6 285.8 288.2 292.2 279.0 270.6 300.0 310.2 304.3 279.0 277.1 301.4 304.6 258.7 316.0 294.3 304.5

86 -7 -402 -1’552 -1’024 -1’886 -1’058 1’172 1’016 1’209 -396 -267 -706 -1’079 142 2’104 -1’189 2’110

116.1 -42.5 1.3 106.3 … 22.3 -6.2 226.2 387.7 378.1 143.6 36.2 15.6 … 134.1 72.6 156.7 53.8

58


Parteistärke SVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke CVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke FDP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke SP (GR-Wahl 2012) in %

Steuerkraft pro Einwohner (2011) in CHF

Gemeindesteuerfuss (2012) in %

Gesamtsteuerfuss1 juristische Personen (2012) in %

Nettoschuld (+) bzw. -vermögen (-) in CHF pro Einwohner2

Finanzausgleich Politische Gemeinden (2011)3: Auszahlung (+) bzw. Abschöpfung (-) in CHF pro Einwohner

Staat und Politik

Stettfurt Thundorf Uesslingen-Buch Wagenhausen Warth-Weiningen

30.5 38.3 46.9 41.5 39.4

18.9 7.0 13.7 8.5 14.6

13.8 7.5 8.0 8.6 8.7

11.7 13.8 8.5 13.7 11.1

2’257 1’511 1’499 1’305 2’850

52 57 60 54 35

292.9 304.0 301.8 295.2 255.8

-388 2’718 511 -2’569 -3’120

-37.4 181.4 182.5 70.2 -115.2

Bezirk Kreuzlingen Altnau Bottighofen Ermatingen Gottlieben Güttingen Kemmental Kreuzlingen Langrickenbach Lengwil Münsterlingen Raperswilen Salenstein Tägerwilen Wäldi

27.6 16.9 27.9 31.4 36.8 41.6 21.0 49.6 38.7 25.7 68.4 35.1 25.3 58.6

7.4 10.9 9.7 3.4 9.7 5.8 12.5 5.5 11.6 9.1 3.4 7.8 11.8 3.1

21.8 26.2 23.2 18.7 12.7 10.4 16.5 3.9 9.5 14.9 3.6 15.5 18.6 6.2

15.2 15.4 14.8 13.5 12.4 11.2 23.2 8.4 11.0 14.1 4.4 15.3 13.6 3.7

1’793 4’425 2’607 2’630 1’916 1’622 2’087 1’192 1’586 2’163 1’392 4’324 1’974 1’565

61 39 40 35 60 58 70 70 63 41 75 44 37 55

296.6 232.7 244.0 272.9 303.0 295.6 281.0 304.1 287.9 255.9 317.9 243.0 274.9 302.5

1’827 906 255 -4’629 -444 -1’068 211 -177 -1’587 -293 426 -8’625 -844 -921

-0.8 -319.5 -78.9 -168.8 … 161.9 … 362.1 -3.9 -43.6 432.1 -285.6 -26.6 274.0

Bezirk Münchwilen Aadorf Bettwiesen Bichelsee-Balterswil Braunau Eschlikon Fischingen Lommis Münchwilen Rickenbach Sirnach

31.9 29.5 28.9 44.8 25.4 37.9 40.8 30.2 29.6 30.2

22.3 28.5 36.0 14.6 17.9 28.7 16.8 19.5 16.9 19.8

11.8 10.5 9.7 5.9 17.3 7.5 8.1 15.2 31.1 10.7

9.3 3.1 3.7 5.5 7.8 6.3 2.7 7.4 6.4 12.4

1’709 1’896 1’567 1’261 1’853 1’360 1’772 1’839 1’572 1’719

51 43 44 52 50 70 49 57 46 46

287.4 287.0 286.5 295.3 289.0 314.7 296.5 290.8 278.6 280.1

473 -190 -857 -3’994 578 -101 -442 269 -605 -668

-0.4 … … 376.4 -3.0 375.1 34.3 … 85.1 …

Kanton Thurgau im Fokus 2012

59


Parteistärke SVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke CVP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke FDP (GR-Wahl 2012) in %

Parteistärke SP (GR-Wahl 2012) in %

Steuerkraft pro Einwohner (2011) in CHF

Gemeindesteuerfuss (2012) in %

Gesamtsteuerfuss1 juristische Personen (2012) in %

Nettoschuld (+) bzw. -vermögen (-) in CHF pro Einwohner2

Finanzausgleich Politische Gemeinden (2011)3: Auszahlung (+) bzw. Abschöpfung (-) in CHF pro Einwohner

Gemeindeübersicht

Tobel-Tägerschen Wängi Wilen

35.0 29.1 22.0

28.9 23.9 23.9

6.2 8.6 18.6

1.9 6.8 7.8

1’473 1’757 1’510

50 47 46

293.4 282.4 286.7

1’965 -507 603

102.3 … …

Bezirk Weinfelden Affeltrangen Amlikon-Bissegg Berg Birwinken Bischofszell Bürglen Bussnang Erlen Hauptwil-Gottshaus Hohentannen Kradolf-Schönenberg Märstetten Schönholzerswilen Sulgen Weinfelden Wigoltingen Wuppenau Zihlschlacht-Sitterdorf

45.9 41.6 29.9 38.0 22.1 42.6 30.3 34.9 29.8 46.7 34.2 30.8 51.1 27.8 22.0 34.1 56.4 31.6

7.6 10.7 20.7 12.3 24.6 14.5 14.7 14.2 21.0 10.3 9.8 10.8 15.5 15.2 16.4 10.2 14.6 10.4

8.9 8.2 13.2 7.7 11.0 7.8 13.7 12.3 18.2 7.3 18.7 18.1 5.8 18.0 19.2 11.3 4.2 13.5

6.3 6.8 4.9 9.5 11.2 9.5 10.2 12.3 9.9 8.4 13.6 13.1 5.4 13.6 13.7 13.6 6.3 8.3

1’517 1’266 1’649 1’251 1’574 1’482 1’908 1’378 1’247 1’239 1’338 1’623 1’039 1’570 2’120 1’440 1’282 1’842

46 70 45 65 70 66 50 55 69 69 59 63 50 50 65 65 62 55

294.5 308.0 293.9 320.4 306.3 309.4 272.0 300.5 305.3 315.9 301.8 309.0 302.0 292.7 283.2 308.4 313.3 292.1

329 1’718 -812 -778 1’393 2’807 -2’362 -237 1’709 205 675 787 -388 -1’140 355 1’250 -125 1’155

57.4 242.6 … 442.5 63.5 … 52.2 37.7 192.2 426.1 160.2 23.0 552.6 … -23.1 45.6 413.5 -17.7

Total Kanton Thurgau

30.5

14.2

14.2

13.4

1’807

58.64

290.94

-2565

1 Staatssteuer, Gemeindesteuer, Schulsteuer, Kirchensteuer. Gehört eine Gemeinde mehreren Schul- und/oder Kirchgemeinden an, wird der Steuerfuss des einwohnerstärksten Ortsteils angegeben. 2 Differenz zwischen Fremdkapital und realisierbarem Finanzvermögen pro Kopf der Bevölkerung. Durchschnitt 2009 – 2010 3 Bezüger: 46 Gemeinden; Zahler: 19 Gemeinden (Jahr 2011) 4 Gemeindedurchschnitt (nach Einwohnerzahl der Gemeinden gewichtet) 5 Gemeindedurchschnitt auf Grund der Basiszahlen … Weder Auszahlung noch Abschöpfung Quellen: Staatskanzlei, Dienststelle für Statistik, Finanzkontrolle, Steuerverwaltung (alle Kanton Thurgau)

60


Raum und Umwelt

Kanton Thurgau im Fokus 2012

61


Flächenbedeckung und Flächennutzung

Kantonsfläche* nach Nutzungsarten Kanton Thurgau, 2007/08, Anteile in Prozent (100 % = 991 km2) Erholungs- und Grünanlagen Besondere Siedlungsfläche Verkehrsflächen Gebäudeareal Unproduktives Acker- und Land Futterbau Siedlung 12 % Seen und Flüsse Unproduktiv Landwirtschaft 14 % 52 % Bestockung 21 % Wald

Siedlungsflächen auf dem Vormarsch Das Wachstum der Bevölkerung sowie steigende Ansprüche haben die Siedlungsfläche im Kanton Thurgau zwischen den Jahren 1996 und 2008 um weitere 11,1 % ausgedehnt, obschon die Bevölkerung lediglich um 7,6 % gewachsen ist. In der Gesamtschweiz steht einer Bevölkerungszunahme von 8,8 % ein Siedlungswachstum von 9,2 % gegenüber. Das Siedlungswachstum im Thurgau, wie auch in der Gesamtschweiz, hat sich zwar in der Periode 1996 – 2008 im Vergleich zu 1984 – 1996 etwas abgeschwächt. Dennoch wurden im Kanton Thurgau innerhalb von 12 Jahren über 12 km2 verbaut. Dies entspricht einer Fläche, die grösser ist als diejenige der Gemeinde Kreuzlingen. Jede Minute wurden rund 2 m2 überbaut. Zudem wurde nach 1996 flächenintensiver gebaut, d. h. pro zusätzlichen Einwohner wurde verhältnismässig mehr Siedlungsgebiet beansprucht. Die rege Bautätigkeit führte aber auch zu einer Ausweitung des Wohnangebots. So erhöhte sich der Anteil leer stehender Wohnungen von 0,5 % im Jahr 1990 auf 1,5 % im Jahr 2011. Bevölkerungs- und Siedlungsflächenzuwachs 1984 – 1996 und 1996 – 2008 Schweiz1, Ostschweiz2 und Kanton Thurgau, in Prozent 25 Wachstum der Bevölkerung

Landwirtschaft prägt Landschaftsbild Von der 991 km2 grossen Fläche des Kantons Thurgau wird über die Hälfte landwirtschaftlich genutzt, hauptsächlich für den Acker- und Futterbau. Rund ein Fünftel des Thurgaus ist bewaldet, und knapp ein Achtel der Kantonsfläche gilt als unproduktive Fläche, worin der Bodensee1 den grössten Teil ausmacht. Aber nicht nur die landwirtschaftlichen Flächen dominieren, der Thurgau ist im schweizweiten Vergleich auch überdurchschnittlich stark besiedelt. Gut 14 % der produktiven2 Kantonsfläche ist mit Gebäuden und Verkehrsinfrastruktur bedeckt (CH: 11 %). Innerhalb der Siedlungsflächen belegen die Wohnhäuser und die landwirtschaftlichen Gebäude sowie der dazu gehörende Umschwung knapp die Hälfte des Areals. Ein knappes Drittel sind Verkehrsflächen mit Strassen, Parkplätzen und Bahngeleisen. Industrieareale beanspruchen 10 % der Siedlungsflächen.

Thurgau

20 15

Schweiz 1

10

*inklusive Bodensee Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik 2004/09 (Datenstand: 31.10.2011) 1 In der Arealstatistik wird dem Kanton Thurgau ein Flächenanteil des Bodensees von rund 12’800 ha zugeschlagen. 2 Ohne unproduktive Flächen (Gewässer, Gletscher, vegetationslose Flächen)

62

Schweiz 1 Thurgau

5 Ostschweiz 2

0 Obst-, Reb-, und Gartenbau

Ostschweiz 2

5 10 15 20 25 Wachstum der Siedlungsflächen

1984–1996 1996–2008 Bevölkerungs- und Siedlungsflächenwachstum sind identisch

Während im Kanton Thurgau von 1984 bis 1996 die Bevölkerung prozentual stärker zulegte als die Siedlungsfläche, hat sich dieses Verhältnis danach gedreht. Sämtliche Punkte im grauen Bereich, weisen ein im Vergleich zur Bevölkerungszunahme überproportionales Siedlungsflächenwachstum auf. 1 bisher ohne Kantone SG, GR und TI 2 bisher ohne Kantone SG und GR; Quellen: Bundesamt für Statistik, ESPOP, Arealstatistik (Datenstand: 31.10.2011)


Raum und Umwelt

Arbon

1984 – 1996

Münchwilen Veränderung Siedlungsflächen in % über 25 20,1 bis 25 15,1 bis 20 10,1 bis 15 5,1 bis 10 bis 5

Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik (Datenstand: 31.10.2011)

Wald

Ackerland

Naturwiesen

Fraue feld

Obst-, Reb- und Gartenbauflächen

Weinfelden

900 600 300 0 -300 -600 -900 -1200 -1500

Industrie- und Gewerbeareal

Kreuzlingen

Bodennutzungswandel Kanton Thurgau, 1984 – 1996 und 1996 – 2008, in Hektaren

Verkehrsflächen

Veränderung der Siedlungsflächen nach Gemeinden Kanton Thurgau, 1996 – 2008, in Prozent

maligen Landwirtschaftsfläche entstanden. Der Thurgau als Wohnkanton für Familien widerspiegelt sich auch in den Zahlen der Bautätigkeit. Über drei Viertel (79 %) aller nach 2005 neu erstellten Wohngebäude im Kanton Thurgau waren Einfamilienhäuser, wogegen der gesamtschweizerische Anteil bei 68 % lag.

Gebäudeareal

Landwirtschaft verliert an Boden Die neuen Siedlungsflächen sind hauptsächlich auf Kosten von landwirtschaftlichen Flächen entstanden, da der Wald in der Schweiz streng geschützt ist. Rund 1’230 ha Fläche hat die Thurgauer Landwirtschaft in der Zeitspanne von 1996 bis 2008 eingebüsst. Zeitgleich hat sich das Siedlungsgebiet um 1’220 ha ausgedehnt. Die grössten Bodenverbraucher sind dabei die Ein- und Zweifamilienhausareale. Diese sind für beinahe die Hälfte der neu entstandenen Siedlungsflächen verantwortlich. Aber auch Erholungs- und Grünanlagen sowie Verkehrsflächen sind auf der ehe-

1996 – 2008

Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik (Datenstand 31.10.2011)

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Raum und Umwelt («Flächenbedeckung und -nutzung»)

Kennzahlen zur Bodennutzung, Kanton Thurgau und Schweiz*, 1996 und 2008 Fläche 2008

Veränderung 1996 – 2008

Anteil an Gesamtfläche

Thurgau, in ha 12’174

Thurgau, in ha 1’216

Thurgau, in % 12.3

Schweiz, in % 8.8

Verkehrsfläche Wohnareal Industrie-, Gewerbefläche Übrige Siedlungsfläche Total Landwirtschaftsfläche

3’622 3’609 1’154 3’789 51’497

137 658 119 302 -1’229

3.7 3.6 1.2 3.8 52.0

2.7 2.9 0.7 2.5 39.1

Ackerland Naturwiesen Weiden Obst-, Reb-, Gartenbauflächen Übrige Flächen

26’246 13’888 6’478 4’885 35’416

-774 -680 1’508 -1’283 13

26.5 14.0 6.5 4.9 35.7

13.4 9.0 15.1 1.6 52.1

Total Siedlungsfläche

* bisher ohne Kantone SG, GR und TI; Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik (Datenstand: 31.10.2011)

Kanton Thurgau im Fokus 2012

63


Verkehr und Mobilität

Öffentlicher Verkehr ist immer beliebter Über 36 Millionen Fahrgäste beförderten die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs im Jahr 2011 im Kanton Thurgau und somit 1,2 Millionen Passagiere mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Reisenden verzeichnete die Bahn (71 %), gefolgt von den Buslinien (17 %) sowie den Stadtbusbetrieben in Frauenfeld und Kreuzlingen (8 %). Seit 2003 sind die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr um 58 % angestiegen. Damit trägt der Angebotsausbau Früchte: die fahrplanmässigen Kilometerleistungen wurden im selben Zeitabschnitt um 33 % ausgebaut. Aber auch das Bevölkerungswachstum dürfte zu den Nachfragesteigerungen in den letzten Jahren beigetragen haben. Individualverkehr nimmt weiter zu Trotz stetig steigender Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr wächst auch der Strassenverkehr weiter. Das Verkehrsaufkommen auf den Thurgauer Strassen nahm im Jahr 2011 mit einem Wachstum von 2 % gar überdurchschnittlich zu. Neben dem Bevölkerungswachstum sind wohl auch steigende Mobilitätsbedürfnisse, Anzahl Personenwagen und Motorräder je 100 Einwohner Kanton Thurgau und Schweiz, 1990 – 2011 70 60 50 40 30 20 10 0

1991

1995

1999

Kanton Thurgau

2003

2007

Schweiz

2011

25’555’600 17’411’400 4’403’100 2’552’900 1’188’200 11’172’095 5’331’685

36’331’300 25’963’800 6’139’600 3’073’100 1’154’800 12’974’163 6’558’165

4’816’204 850’000

5’322’864 919’000

Schiff Bestand Motorfahrzeuge

174’206 171’207

174’134 198’847

Bestand Personenwagen

126’377

147’056

Fahrgäste im öffentl. Verkehr Bahn Bus Ortsverkehr Schiff Kilometerleistung im öff. Verkehr Bahn Bus Ortsverkehr

Quellen: Departement für Inneres und Volkswirtschaft Thurgau (Öffentl. Verkehr / Tourismus); Bundesamt für Strassen, MOFIS

der zunehmende Lebensstandard sowie der schwache Euro und der damit verbundene Grenzverkehr für das wachsende Verkehrsaufkommen verantwortlich. Hoher Motorisierungsgrad im Thurgau Der im schweizweiten Vergleich hohe Motorisierungsgrad von 59 Personenwagen pro 100 Einwohner im Thurgau (CH: 52 PW/100 Einw.) ist hauptsächlich auf die ländliche Struktur und die dadurch erschwerte flächendeckende Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr zurückzuführen. Überproportional viele Thurgauer Haushalte besitzen zwei oder mehr Autos. Der Bestand der Strassenmotorfahrzeuge hat seit der Jahrtausendwende um knapp einen Drittel zugenommen. Am höchsten war der Zuwachs bei den Personenwagen, deren Bestand seit 2000 um rund 33’000 Stück (29 %) angewachsen ist. Aber auch die Motorräder haben im selben Zeitraum um knapp 7’000 Maschinen (39 %) zugelegt. Bei den Personenwagen besteht ein Trend zu immer stärkeren Fahrzeugen sowie zum Dieselantrieb.

2011

Quellen: Bundesamt für Strassen, MOFIS; Bundesamt für Statistik, ESPOP, STATPOP

64

Eckdaten Mobilität, Kanton Thurgau, 2005 und 2011 2005

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Raum und Umwelt («Fahrzeugbestände», »Mobilität»)


Raum und Umwelt

Umwelt

2000

2008

2010

Siedlungsabfälle (ohne Wertstoffe)

82’600

85’700

94’000

Wertstoffe (Papier, Glas etc.) Kompostierte organische Abfälle Vergärte organische Abfälle

28’400 30’000 *

30’400 54’300 8’800

30’000 44’100 10’000

251’500

339’100

360’600

Bauabfälle

* nicht erfasst; Quelle: Amt für Umwelt Thurgau

Aushubanfall übersteigt Kiesabbau Für die Ablagerung von unverschmutztem Aushubmaterial stehen vor allem Kiesgruben zur Verfügung. Der Aushubanfall übersteigt jedoch seit mehreren Jahren die abgebauten Mengen. Im Jahr 2010 wurden über 900’000 m3 Aushub abgelagert und knapp 600’000 m3 Kies abgebaut. Das offene Volumen zur Ablagerung von unverschmutztem Aushub in Kiesgruben hat sich von 2003 bis 2010 entsprechend halbiert. Kanton Thurgau im Fokus 2012

3’000 2’500 2’000 1’500 1’000 500 0

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Abbau Auffüllung Offenes Volumen

Quelle: Amt für Umwelt Thurgau

Luftqualität bleibt verbesserungsfähig Ein Grossteil der Luftschadstoffe und des Treibhausgases Kohlendioxid stammt aus dem Verkehr, der Industrie, den Haushalten und der Landwirtschaft. Sie beeinflussen die menschliche Gesundheit, die Qualität von Ökosystemen und das globale Klima. Die lungengängigen Feinstäube (PM10) konnten nach dem Jahr 2000 nur noch unwesentlich reduziert werden. Die Feinstaubwerte liegen insbesondere in den Wintermonaten bei ungünstigen Wetterlagen und vor allem an städtisch geprägten Standorten über dem festgelegten Grenzwert. Beim bodennahen Ozon werden die Grenzwerte häufig und wähFeinstaubbelastung Messstation Frauenfeld, 2001 – 2011, in Anzahl Tagen/Jahr und in μg/m3 50

150

40

120

30

90

20

60

10

30

0

2001

2003

2005

2007

2009

2011

μg/m3

Abfallmengen nach Abfallart Kanton Thurgau, 2000, 2008 und 2010, in Tonnen

Abbau von Kies und Auffüllung mit Aushubmaterial Kanton Thurgau, 2003 – 2010, in 1’000 Kubikmeter

Anzahl Tage/Jahr

Immer mehr Siedlungsabfälle Seit dem Jahr 2000 sind die brennbaren, nicht verwertbaren Siedlungsabfallmengen aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums um 14 % auf 94’000 Tonnen im Jahr 2010 angewachsen. Die ProKopf-Mengen aus dem öffentlichen Sammeldienst bewegten sich jedoch in den letzten Jahren relativ konstant um die 170 kg pro Einwohner und Jahr. Dazu kommen gut 120 kg pro Einwohner an Wertstoffen wie Papier, Glas etc., die gesammelt und wiederverwertet werden können. Beim Verbrennen der Abfälle werden Strom und Wärme gewonnen. Im Jahr 2010 verkaufte die Kehrichtverbrennung Weinfelden 224 GWh Energie. Die Dampf- und Wärmelieferungen entsprechen zusammen rund 22 Millionen Litern Heizöl, und etwa 7’000 Haushalte konnten mit Strom versorgt werden. Aus biogenen Abfällen konnten rund 2 GWh Strom und 1 GWh Wärme produziert werden.

0

Anzahl Tage mit IGW-Überschreitung* (linke Skala) max. Tagesmittel in μg/m3 (rechte Skala) Jahresmittelwert in μg/m3 (rechte Skala) * Immissionsgrenzwert (IGW): Tagesmittelwert > 50 μg/m3; Quelle: Ostluft

65


Umwelt

rend längerer Zeit überschritten, insbesondere an sonnenreichen Sommertagen. Der StundenmittelGrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürfte höchstens einmal im Jahr überschritten werden. In der Stadt Frauenfeld war dies im Jahr 2011 jedoch an 29 Tagen während insgesamt 126 Stunden der Fall, bei der oberhalb von Weinfelden gelegenen Station Weerswilen gar an 37 Tagen während 232 Stunden. Sehr mildes Jahr 2011 Das Jahr 2011 war schweizweit das wärmste seit Messbeginn 1864. Überdurchschnittlich warm und niederschlagsarm waren der Frühling und der Herbst. Im Frühling wurde im Thurgau die ausgeprägte Trockenheit mit weniger als der Hälfte der normalen Niederschlagsmengen für die Landwirtschaft zum Problem. Aber auch der Sommer, welcher vielerorts als eher trüb und kühl empfunden wurde, lag mit seinen Temperaturen als Ganzes über dem langjährigen Vergleichswert der Jahre 1961–1990. Einzig der Ferienmonat Juli fiel zu kühl aus. Er war zudem in der Ostschweiz gekennzeichnet durch heftiges Gewittergeschehen anfangs Monat. Am Ende des Jahres folgte auf einen äusserst niederschlagsarmen November

200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2011 Tänikon 1961–1990 Tänikon

Quelle: Amt für Umwelt Thurgau

66

Mehrheitlich gute Wasserqualität der Thurgauer Fliessgewässer Die Thurgauer Fliessgewässer sind heute mehrheitlich in einem guten Zustand. 65 % der in den Jahren 2009 – 2011 untersuchten Fliessgewässer enthalten eine gute Wasserqualität. Bei den übrigen 35 % treten kleinere oder auch grössere Beeinträchtigungen auf. Verantwortlich hierfür sind nebst den bekannten Belastungsquellen, wie dem Einleiten von gereinigtem Abwasser aus Kläranlagen, vor allem diffuse Hintergrundbelastungen (Niederschlagsabflüsse aus dem Siedlungsgebiet, Drainageleitungen aus der Landwirtschaft, Hochwasserentlastung oder Strassenentwässerung). Die Qualität eines Fliessgewässers wird nicht nur durch die chemische Zusammensetzung des darin fliessenden Wassers, sondern auch durch die Ausprägung des Bachbetts und Uferrandes bestimmt. Von den rund 1’600 Kilometern Bach- und Flussläufen im Kanton Thurgau sind 64 % natürlich oder zumindest wenig beeinträchtigt. Weitere 14 %, das entspricht immer noch einer Länge von 230 km, sind in ihrem Verlauf stark beeinträchtigt und 22 % künstlich oder gar eingedolt. Gewässerqualität* Kanton Thurgau, 2008 – 2010 und 2009 – 2011

Anzahl Untersuchungsstellen

Monatssummen der Niederschläge Stationen Tänikon und Diessenhofen, 2011 und langjähriges Mittel 1961 – 1990, in Millimeter

ein sehr nasser Dezember mit dem Doppelten der langjährigen Niederschlagsmengen.

2011 Diessenhofen 1961–1990 Diessenhofen

60

Gesetzliche Qualitäts- Gesetzliche Qualitätsvorgaben erfüllt vorgaben nicht erfüllt

50 40 30 20 10 0

sehr gut 2008 – 2010

gut

mässig

schlecht

sehr schlecht

2009 – 2011

* Beurteilung der Gewässerqualität anhand der Parameter: gelöster organischer Kohlenstoff, biologischer Sauerstoffbedarf, Ammonium, Nitrit, Nitrat, Orthophosphat, Gesamtphosphor; Quelle: Amt für Umwelt Thurgau


Raum und Umwelt

Auch der Bodensee weist heute eine gute Wasserqualität auf. Der Phosphorgehalt hat sich auf einem natürlich tiefen Niveau – vergleichbar mit Anfang der 1950er-Jahre – eingependelt, nachdem er Ende der 1970er-Jahre Spitzenwerte erreicht hatte und seither stetig zurückgegangen war. Die niedrigen Nährstoffkonzentrationen zeigen sich in der guten Sauerstoffversorgung, welche in der Tiefe des Obersees herrscht. Trinkwasserverbrauch nimmt ab Etwas mehr als 300 Liter Trinkwasser werden durchschnittlich pro Kopf und Tag verbraucht. Seit Jahren sinkt der Verbrauch schweizweit wie auch im Kanton Thurgau kontinuierlich. Ursache dieser Tendenz sind hauptsächlich technische Verbesserungen in der Industrie (z. B. Wasserrecycling) und privaten Haushalten (z. B. Durchschnittlicher Trinkwasserverbrauch pro Einwohner und Tag Schweiz sowie Gemeinden Frauenfeld und Weinfelden, 2000 – 2010, in Liter

Abwasserreinigung wird stetig verbessert In den 21 kommunalen und der einen industriellen Kläranlage im Kanton Thurgau wurden im Jahr 2011 rund 36 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt.1 Die behandelte Menge hat sich in den letzten Jahren trotz Bevölkerungswachstums kaum verändert. Ein grosser Teil der jährlichen Mengenschwankungen wird durch die Niederschlagstätigkeit bestimmt. Der hohe Stand der Reinigungsleistung der Kläranlagen im Jahr 2000 konnte in den letzen Jahren durch Sanierungen und Erweiterungen weiter verbessert werden. Der Wirkungsgrad betrug bei den Schmutzstoffen (Totaler Organischer Kohlenstoff) im Jahr 2011 93,6 %. Durch die Abwasserreinigung fielen 2011 rund 4’880 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz an. Klärschlämme werden für die Energiegewinnung (Vergärung im Faulturm der ARA, Verbrennung) eingesetzt.

Frauenfeld

Weinfelden

2010

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

1 Zusätzlich sind im Kanton Thurgau 98 dezentrale Kleinkläranlagen mit einer Kapazität von 4 bis 50 Einwohnern in Betrieb.

2000

450 400 350 300 250 200 150 100 50 0

Waschmaschinen). Der durchschnittliche Verbrauch pro Einwohner in einer Gemeinde wird durch die industriellgewerblichen Rahmenbedingungen sowie die Witterung beeinflusst und kann stark variieren. Während die Gemeinde Bischofszell im Jahr 2010 knapp 1’200 Liter pro Kopf und Tag verbrauchte, belief sich die Trinkwassermenge in Sirnach lediglich auf gut 200 Liter.

Schweiz

Quellen: Amt für Umwelt Thurgau, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches

Weiterführende Informationen www.statistik.tg.ch Raum und Umwelt www.umwelt.tg.ch

Jahresfrachten der kommunalen Kläranlagen vor und nach der Reinigung Kanton Thurgau 2000 und 2011, in Tonnen pro Jahr 2000 2011 Vor der ARA Nach der ARA Wirkungsgrad Vor der ARA Nach der ARA Wirkungsgrad Schmutzstoffe* Phosphor Ammonium Gesamtstickstoff

3’755 171 1’027

329 91.2 33 80.5 Ungenügende Datengrundlage 663 35.4

4’465 201 745 1’259

287 23 23 635

93.6 88.6 97.0 49.6

* Gemessen als Totaler Organischer Kohlenstoff; Quelle: Amt für Umwelt Thurgau

Kanton Thurgau im Fokus 2012

67


Fläche1 in ha (2008)

Punktfläche2 in ha (2008)

Siedlungsfläche in ha (2008)

Landwirtschaftsfläche in ha (2008)

Bestockte Fläche in ha (2008)

Unproduktive Fläche (z. B. Gewässer) in ha (2008)

Bevölkerungsdichte (2011) (Einwohner/ha Landfläche)

Personenwagenbestand (2011)

Anzahl Personenwagen pro 100 Einwohner (2011)

Gemeindeübersicht

Bezirk Arbon Amriswil Arbon Dozwil Egnach Hefenhofen Horn Kesswil Roggwil Romanshorn Salmsach Sommeri Uttwil Total Bezirk

1’902 594 132 1’842 605 172 447 1’204 875 270 421 434 8’898

1’901 593 131 1’846 614 174 442 1’191 870 263 415 437 8’877

390 369 28 271 82 93 73 171 314 53 29 84 1’957

1’259 191 102 1’435 407 66 239 879 339 190 285 217 5’609

244 25 1 111 124 13 130 138 204 18 101 130 1’239

8 8 0 29 1 2 0 3 13 2 0 6 72

6.5 23.2 5.0 2.3 1.9 15.0 2.2 2.5 11.7 5.0 1.2 4.1 5.9

7’103 7’209 358 2’563 749 1’562 631 1’656 5’018 721 352 1’030 28’952

58 53 55 59 63 60 64 56 50 54 68 59 55

Bezirk Frauenfeld Basadingen-Schlattingen Berlingen Diessenhofen Eschenz Felben-Wellhausen Frauenfeld Gachnang Herdern Homburg Hüttlingen Hüttwilen Mammern Matzingen Müllheim Neunforn Pfyn Schlatt

1’564 356 1’012 1’201 738 2’737 972 1’367 2’415 1’160 1’766 542 771 873 1’136 1’318 1’553

1’567 355 1’004 1’201 734 2’736 981 1’367 2’411 1’159 1’768 543 771 876 1’136 1’314 1’547

129 48 172 125 114 826 173 76 147 70 127 68 118 151 77 119 144

929 95 405 627 407 1’172 632 918 1’664 595 1’021 242 440 444 747 762 770

498 212 371 436 191 667 166 371 591 474 536 233 206 258 275 388 580

11 0 56 13 22 71 10 2 9 20 84 0 7 23 37 45 53

1.1 2.3 3.6 1.4 3.5 8.7 3.5 0.7 0.6 0.7 0.9 1.1 3.3 3.1 0.9 1.5 1.1

1’041 516 1’967 982 1’533 13’829 1’653 554 1’005 503 987 329 1’578 1’772 638 1’236 1’008

62 62 57 60 61 59 48 59 69 62 64 55 62 67 67 63 63

68


Fläche1 in ha (2008)

Punktfläche2 in ha (2008)

Siedlungsfläche in ha (2008)

Landwirtschaftsfläche in ha (2008)

Bestockte Fläche in ha (2008)

Unproduktive Fläche (z. B. Gewässer) in ha (2008)

Bevölkerungsdichte (2011) (Einwohner/ha Landfläche)

Personenwagenbestand (2011)

Anzahl Personenwagen pro 100 Einwohner (2011)

Raum und Umwelt

Steckborn Stettfurt Thundorf Uesslingen-Buch Wagenhausen Warth-Weiningen Total Bezirk

876 636 1’561 1’401 1’184 820 27’959

877 631 1’564 1’400 1’182 824 27’948

159 58 99 97 134 109 3’340

297 410 880 1’039 636 441 15’573

420 160 580 208 342 229 8’392

1 3 5 56 70 45 643

4.2 1.8 0.8 0.8 1.4 1.5 2.3

1’941 661 779 684 974 788 36’958

53 59 59 64 60 64 60

Bezirk Kreuzlingen Altnau Bottighofen Ermatingen Gottlieben Güttingen Kemmental Kreuzlingen Langrickenbach Lengwil Münsterlingen Raperswilen Salenstein Tägerwilen Wäldi Total Bezirk

668 239 1’044 33 949 2’502 1’149 1’085 889 542 767 654 1’152 1’223 12’896

670 240 1’042 36 950 2’505 1’148 1’087 884 540 767 650 1’154 1’222 12’895

107 73 149 14 107 194 552 102 110 142 41 90 210 167 2’058

459 78 423 6 570 1’698 245 794 606 287 517 227 503 850 7’263

99 85 438 6 272 587 316 186 162 108 207 331 424 204 3’425

5 4 32 10 1 26 35 5 6 3 2 2 17 1 149

3.1 8.8 2.8 8.8 1.5 0.9 17.5 1.0 1.6 5.5 0.5 1.9 3.5 0.8 3.4

1’230 1’385 1’808 179 873 1’530 11’105 602 908 1’669 310 882 2’464 779 25’724

60 66 62 57 60 67 56 53 64 56 77 70 62 78 60

Bezirk Münchwilen Aadorf Bettwiesen Bichelsee-Balterswil Braunau Eschlikon Fischingen Lommis

1’993 385 1’227 917 621 3’062 860

1’990 385 1’215 919 615 3’070 863

362 55 121 47 134 193 82

1’060 240 612 634 358 1’435 536

558 88 459 234 120 1’418 225

10 2 23 4 3 24 20

4.2 2.8 2.2 0.8 6.4 0.8 1.3

5’026 652 1’659 413 2’348 1’530 740

61 60 63 58 60 60 66

Kanton Thurgau im Fokus 2012

69


Fläche1 in ha (2008)

Punktfläche2 in ha (2008)

Siedlungsfläche in ha (2008)

Landwirtschaftsfläche in ha (2008)

Bestockte Fläche in ha (2008)

Unproduktive Fläche (z. B. Gewässer) in ha (2008)

Bevölkerungsdichte (2011) (Einwohner/ha Landfläche)

Personenwagenbestand (2011)

Anzahl Personenwagen pro 100 Einwohner (2011)

Gemeindeübersicht

Münchwilen Rickenbach Sirnach Tobel-Tägerschen Wängi Wilen Total Bezirk

779 156 1’241 711 1’643 227 13’822

779 156 1’244 709 1’645 227 13’817

198 63 275 94 236 53 1’913

493 71 629 407 1’121 118 7’714

82 18 307 206 278 45 4’038

6 4 33 2 10 11 152

6.3 16.8 5.8 2.0 2.6 9.4 3.1

2’864 1’441 4’063 949 2’504 1’044 25’233

59 56 57 69 59 49 59

Bezirk Weinfelden Affeltrangen Amlikon-Bissegg Berg Birwinken Bischofszell Bürglen Bussnang Erlen Hauptwil-Gottshaus Hohentannen Kradolf-Schönenberg Märstetten Schönholzerswilen Sulgen Weinfelden Wigoltingen Wuppenau Zihlschlacht-Sitterdorf Total Bezirk

1’442 1’443 1’309 1’235 1’162 1’168 1’891 1’219 1’249 800 1’096 997 1’094 913 1’550 1’715 1’215 1’220 22’718

1’436 1’445 1’313 1’230 1’168 1’167 1’898 1’223 1’249 799 1’094 994 1’093 910 1’554 1’720 1’213 1’219 22’725

160 123 161 98 216 204 174 187 100 72 154 137 82 175 422 199 91 141 2’896

1’041 982 919 934 622 714 1’332 841 881 583 653 651 771 604 768 1’284 892 866 15’338

210 318 224 194 287 206 361 184 221 134 253 197 236 120 335 211 229 201 4’121

25 22 9 4 43 43 31 11 47 10 34 9 4 11 29 26 1 11 370

1.6 0.9 2.4 1.0 4.9 3.0 1.1 2.6 1.5 0.8 3.1 2.6 0.7 3.8 6.8 1.3 0.9 1.7 2.3

1’402 884 1’902 528 3’312 2’078 1’257 2’363 1’092 387 1’964 1’610 447 2’075 5’892 1’243 633 1’120 30’189

60 69 61 42 60 62 58 74 60 63 59 62 57 60 56 57 60 53 60

Total Kanton Thurgau3

86’293

86’262

12’164

51’497

21’215

1’386

2.9 147’056

59

1 Polygonfläche gemäss Arealstatistik 2004/09 des Bundesamts für Statistik 2 Punktfläche gemäss Arealstatistik 2004/09 des Bundesamts für Statistik. Diese beschreibt die Gemeindeflächen als Summe von Rasterquadraten. 3 Flächenangabe ohne Bodensee (Kantonsfläche inkl. Bodensee: 99’102 ha) Quellen: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik 2004/09; Bundesamt für Strassen, MOFIS; Dienststelle für Statistik Thurgau, Kantonale Bevölkerungsstatistik

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