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Photo: courtesy of Schluter S.A.

setzt werden kann, muss jeder auf die Details achten und sich ständig an die schnellen Entwicklungen in diesem Sektor anpassen. Auch wenn die oben genannten Trends beim Spezialitätenkaffee, insbesondere die Bewegung hin zu Nachverfolgbarkeit, zu einer größeren vertikalen Integration im Gourmet-Sektor führen, darf man nicht die Notwendigkeit von Spezialisten in den einzelnen Bereichen übersehen. Der GourmetSektor basiert auf Güte und der Weg dorthin ist der Trend. Um diese Güte auf allen Ebenen erreichen zu können, steht es außer Frage, dass jedes Glied in der Kette seinen Platz hat und seinen Beitrag zu mehr Wert leistet. Wenn eines der Glieder den Wert nicht mehren kann, dann ist es logisch, dass es nicht zur Güte beiträgt und möglicherweise keine Existenzberechtigung mehr hat.

Coffee beverages on sale in a vending machine in Japan Kaffeegetränke-Automatenverkauf in Japan roles, but it can only do it successfully if it recognises the differentiated skill sets and requirements of each of the sectors. Most will find it easier and cheaper to outsource operations in those areas which are not their direct focus, and in which they have not already a developed skill base. Bill Gates, in his book, Business at the Speed of Light, envisages a modern company structure in which the entire company is outsourced, with a link being maintained through the benefits of the internet and modern communications. This leads to a lean and flexible structure, which can be set up, altered, and closed at any moment, and which is able to adapt to an ever-changing business environment. Thus, whilst there is a desire in the gourmet industry to bring producers and consumers closer together – which is a good thing that can only enhance the industry – there needs to be a realism that recognises the intricacies involved in doing so. The projects often led by NGOs that seek to create direct links frequently fail to recognise the important role that the NGO itself is fulfilling and the consequent reliance of such projects for their sustainability on the NGO’s continued presence. To sideline the trade by replacing them with charitable/NGO expertise may create what is perceived to be increased vertical integration, but that may disintegrate when the true costs involved become a reality, or when the NGO’s project ceases to be funded.

The training of producers in marketing and risk management can only strengthen their position in the market and is a positive development. However, their limited real access to the financial tools required to do this effectively remains a problem. Similarly, the recent calls for more ‘added value’ in origin through roasting need to be kept in perspective. With a very small percentage of the retail market being for single origin coffees (and this despite the growth in the gourmet movement), the large capital investments needed in equipment, heavy transport costs for roasted coffee, and its limited shelf life need to be weighed against the benefits that could be derived on spending the time and money on investments to improve green coffee quality through best practices in growing and processing. In conclusion, the coffee industry is a complex one made up of many and varied sectors, each requiring different expertise. The trade has a key role to play in a sustainable and successful gourmet industry. There have been myriad benefits of the increased understanding between the different parts of the coffee industry, and the trade needs to recognise this and make sure that it is adding value by promoting it. Those who regard the trade as simply idle middlemen, making money at the expense of the producer, might do well to recognise the added value in the roles which it continues to fulfil.

Es ist möglich, dass ein einzelnes Unternehmen versuchen kann, all die genannten Rollen zu spielen, aber Erfolg ist nur dann beschieden, wenn die verschiedenen Fähigkeitskombinationen und die Anforderungen an die einzelnen Sektoren bekannt sind. Für die meisten ist es einfacher und billiger den Betrieb jener Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören und in welchen man nicht bereits über entwickelte Kenntnisse verfügt, auszulagern. In seinem Buch Business at the Speed of Light entwirft Bill Gates eine moderne Firmenstruktur, in welcher das gesamte Unternehmen ausgelagert wird und die Verbindung Dank des Internet und der modernen Kommunikationsmittel erhalten wird. Das führt zu einer schlanken und flexiblen Struktur, die eingerichtet, verändert und jederzeit gekappt werden kann und sich an eine sich ständig verändernde Unternehmensumwelt anpassen kann. Obwohl die Gourmet-Industrie den Wunsch hat Produzenten und Konsumenten enger zusammen zu führen - eine gute Sache, die der Industrie nur dienen kann - muss man die damit verbundenen Schwierigkeiten auch realistisch sehen. Die häufig von NROs angeführten Projekte auf der Suche nach direkten Verbindungen übersehen gelegentlich die wichtige Rolle, die eine NRO zu erfüllen hat und die Notwendigkeit konsequenter Verlässlichkeit auf solche Projekte durch nachhaltige Präsenz der NRO. Die Umgehung des Handels durch gemeinnützige oder nicht offizielle Organisationen kann die angestrebte gestiegene vertikale Integration erzeugen, kann sich aber auch nachteilig auswirken, wenn die damit verbundenen Kosten zur Realität werden oder für das Projekt der NRO keine Mittel mehr vorhanden sind. Die Schulung der Produzenten in Marketing und Risikomanagement kann deren Position auf dem Markt nur stärken und ist eine positive Entwicklung. Allerdings bleibt ihr begrenzter Zugang zu den finanziellen Werkzeugen weiterhin ein Problem. Auch der Ruf nach ‘mehr Wert’ des Ursprungserzeugnisses durch Rösten muss beachtet werden. Mit einem sehr kleinen Markteinteil (und dies trotz der wachsenden Gourmet-Bewegung) von Single-Origin-Kaffee, müssen die notwendigen, großen Kapitalinvestitionen, die hohen Transportkosten für gerösteten Kaffee und die begrenzte Haltbarkeit gegen die Vorteile aufgewogen werden, die sich aus dem Zeitaufwand und den Investitionen in die bessere Qualität von grünem Kaffee durch besten Anbau und Verarbeitung ergeben. Abschließend sei gesagt, dass die Kaffeeindustrie ein Komplex ist, der aus vielen und unterschiedlichen Sektoren besteht, wobei man auf jedem Sektor andere Erfahrungen braucht. Der Handel hat eine Rolle in der nachhaltigen und erfolgreichen Gourmet-Industrie zu spielen. Das wachsende Verständnis zwischen den verschiedenen Teilen der Kaffeeindustrie hat zu unzähligen Vorteilen geführt; der Handel muss dies erkennen und garantieren, dass man diesen Trend durch die Lieferung von mehr Wert fördern muss. Jene, die den Handel als den einfachen Mittelsmann sehen, und Geld auf Kosten der Produzenten machen, tun gut daran, den zusätzlichen Wert zu erkennen, welchen die verschiedenen Rollen weiterhin generieren werden.

Café Europa • Voice of the Speciality Coffee Association of Europe • No. 25 • 2006 • 10 •

Cafe Europa June 2006  

Cafe magazine for Europe

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