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| WWW.SAILING–JOURNAL.DE | AUSGABE 02 / 2008 | APRIL / MAI |


vorwort

tornado – the need for speed ... mit 55 Stundenkilometer meterhohe Wellen durchschneiden, sich durch perfektes Bootshandling auf dem Sportgerät halten, mit guter Reaktion und schnellen Entscheidungen das Boot bei plötzlichen Böen oder engen Tonnenrundungen sicher manövrieren und gefährliche Überschläge vermeiden. Das sind atemberaubende Momente! Das wollen die Zuschauer! Zuschauer im Segelsport? Ja – die Tornados haben bei vielen Veranstaltungen vor Tausenden begeisterter Zuschauern gezeigt, dass Segelregatten spektakulär und spannend sind. GUNNAR STRUCKMANN

Neben der Fußball-Weltmeisterschaft und der Tour de France sind die Olympischen Spiele heute das größte Sportereignis der Welt. Diese in Zukunft ohne Tornados? Undenkbar! Der Tornado hat in den vergangenen Jahren einen Standard erreicht, an den andere Katamarane und auch andere olympischen Bootsklassen nicht heranreichen. Seit vielen Jahren kann der Tornado den härtesten Anforderungen bei Segelregatten standhalten. Durch hochwertige und qualitative Verarbeitung in Verbindung mit modernster Kunststofftechnik zählt der Tornado zu den High-End-Katamaranen und hält seit 1976 den olympischen Status. Der Weltseglerverband ISAF hat sich gegen zuschauernahe Rennkurse, telegene Manöver, Highspeed und Action entschieden und wirft somit die attraktivste Segeldisziplin für Olympia 2012 aus dem Programm. Wurde die Entwicklung der Olympischen Spiele zum Medienereignis übersehen? Gerade ist das BMX-Fahren zu einer olympischen Disziplin geworden. Hat man vergessen, dass diskutiert wurde, Segeln aus dem olympischen Programm zu nehmen? Musste nicht eine Reduzierung der Bootsklassen hingenommen werden? Es fällt den Tornado-Seglern und der ganzen Multihull-Gemeinde schwer, die Entscheidung nachzuvollziehen, die die 36 Delegierten des ISAF-Councils auf ihrer Jahrestagung im portugiesischen Estoril im November 2007 getroffen haben. Der neue Vorstand der International Tornado Association will intensiv kämpfen, um die Entscheidung der ISAF rückgängig zu machen und den olympischen Status für Multihulls wieder zurückzuerlangen. Die Tornadoklasse ist eine der wenigen olympischen Disziplinen, in der ein gemischtes Team antreten kann. Multihulls sind attraktiv und telegen und somit die medienwirksamste Bootsklasse im olympischen Segelsport. War`s das? – Soll es wirklich zu einer Abschlussvorstellung der Tornados, der spektakulärsten Bootsklasse bei den olympischen Spielen in Qingdao, kommen? Undenkbar! Das olympische Feuer für die Spiele in Peking ist entfacht worden. Die Zeremonie fand in der antiken Stätte von Olympia auf der Halbinsel Peloponnes statt. Die Flamme wurde trotz zum Teil bewölkten Himmels mit einem Hohlspiegel und mit Hilfe der Sonnenstrahlen entzündet. Nach einem Fackellauf durch Griechenland wird das olympische Feuer am 30. März in Athen an die chinesischen Organisatoren übergeben. Das Feuer wird am 31. März in Peking sein und von dort aus durch die fünf Kontinente reisen. Am 9. August fällt der Startschuss zur ersten Wettfahrt in Qingdao. Wir sind leider nicht dabei. Roland und ich konnten nur einmal das Olympiakriterium erfüllen und sind somit nicht mehr im Rennen um das Olympiaticket. Das ist sehr schade. Ich wünsche allen startenden Mannschaften des DSV „Mast und Schotbruch“ und drücke aus der Ferne die Daumen. Viele Grüße


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editorial

warning words

TOM KÖRBER, CHEFREDAKTEUR

Anfangssätze müssen reinhauen. Den Leser wegblasen. Das heißt, jetzt muss mir einer einfallen. Hier ist er: Die deutsche Sprache verroht. Das sitzt, macht traurig, nachdenklich, beschäftigt, das stimmt nicht. Das stimmt nicht? Nein.

Oft genug habe ich mich mit diesem didaktisch-verbalen Hickhack, mit dem Einfluss der Anglizismen auseinandergesetzt. Darüber gelesen. Gesehen. Gedacht. Nun bin ich nicht Vorsitzender der Dudenredaktion, der man eine gewisse, sagen wir mal, Verknöchertheit nachsagt, und sehe in der wachsenden Zahl der Anglizismen keine Gefahr. Jene Bewahrer unserer Sprachkultur fanden heraus, dass der Anteil griechischer und lateinischer und letztlich französischer Wörter deutlich höher sei. Im Land der Dichter und Denker (das war wohl vor meiner Zeit) definierten sich die Menschen seit jeher mit ihrer Sprache. Als das Land noch in mannigfaltige germanische Stämme mit eigenen Sprachen zersplittert war, bezeichnete der Begriff „Deutsche“ diejenigen, die hinter den römischen Grenzen kein Latein sprachen, sondern in „theodisce“ (Volkssprache) miteinander redeten. Schiller und Goethe verfeinerten und nuancierten unsere Sprache, trugen sie dabei in die Welt hinaus. Experten fordern daher schon lange, nicht zwischen gutem und schlechtem Deutsch zu unterscheiden, sondern zwischen angemessenem und unangemessenem Deutsch. Damit wäre die Sprache der „Bild“ keine schlechte, eher der Zielgruppe angemessen. In einer Zeit, in der mehr Menschen als je zuvor in der Kommunikationsbranche tätig sind, muss man sich schon über so manches wundern. Ein kleiner Exkurs in vergangene, sprachliche Zeiten kann daher nicht schaden. Im Mittelalter beherrschten vor allem lateinische und griechische Einflüsse unser gutes altes Deutsch, etwas später, im 17. und 18. Jahrhundert, war das Französische en vogue, das heute

aus unserer Sprache kaum noch wegzudenken ist. 1870 verordnete Otto von Bismarck, dass die Post 700 französische und italienische Wörter eindeutscht. Denken wir nur an das Couvert. Etwas weiter gefasst an Park, Chic, mondän oder Adresse. So eingedeutscht, dass sie kaum mehr auffallen. Dass das Deutsche im Ausland „verdeutscht“ wird, zeigen folgende Beispiele. In Finnland spricht man von einer „kaffeepausi“, in Tschechien werden „libesbrife“ verschickt, in Russland wird das „buterbrod“ gegessen (mit Käse und Wurst belegt – nur ohne Butter), in den USA stolpert man über „kindergarden“ oder „autoteile“, in Polen geht man auf eine „rejs“. Ein bisschen abstrus kommt der Begriff „Airbag“ daher. In erster Linie irreführend, da Stickstoff drin ist und keine Luft. Entscheidend ist, dass dieser Begriff gar nicht aus Amerika kommt, sondern von Daimler-Benz kreiert und von General Motors übernommen wurde. Zu guter Letzt noch zu einem der meistbenutzten Wörter der Welt: Okay. Man wird’s erahnen, es hat seinen Ursprung in Deutschland. Deutschstämmige Drucker in den USA beschrifteten ihre Korrekturen mit dem Kürzel: ok, was damals „ohne Korrektur“ bedeutete. Zurück kam es als okay. Um mit Goethe zu schließen: „Die Gewalt einer Sprache ist nicht, daß sie das Fremde abweist, sondern daß sie es verschlingt.“

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no.6

inhalt

undzwanzig

vorwort 3 editorial 4 inhalt 6 segelszene 10 shorttrack 16/56 groupama 20 produkte 32 versicherung 34 qingdao 36 sailstyle 54 international 14 60 tioga 74 yacht research unit 86 segelvermesser 96 abonnement 108 kolumne 110 racetracks 111 herstellernachweis 112 ausblick, impressum 113 titel c a r l o b o r l e n g h i / ro l e x


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segelszene

DEUTSCHER HOCHSEEVERBAND HANSA

KIELER WOCHE I

SEIKO/49ER

Wer noch an der Antigua Sailing Week in der Karibik teilnehmen

Ab sofort kann man seine Meldung in allen internationalen und olympischen Klassen über die offizielle Internetsei-

„Seiko fühlt sich dem Sport seit mehr als fünf Jahrzehnten verbun-

möchte, kann das mit dem DHH machen. Vom 20. April bis 5. Mai

te der Kieler Woche (www.kieler-woche.de) abgeben. Die einfache Online-Registrierung für Jollen und Seebahnen

den“, sagte Frank Deckert, Leiter Marketing & Vertrieb bei Seiko

kann man auf einer Cyclades-50.5-Yacht (rund 15 Meter) an dieser tra-

verkürzt den Weg zur Kieler Förde und erspart später lästige Wege vor Ort. Auch die Zahlung des Meldegeldes wird

Deutschland. „Die 49er-Bootsklasse und das Peckolt-Team passen

ditionsreichen Regatta teilnehmen. Acht Plätze stehen zur Verfügung.

sicher und problemlos über die Anmeldeverfahren abgewickelt. Als neuen Service übernimmt die Kieler Woche sogar

sehr gut zu Seiko. Alle drei verkörpern Sport, Dynamik, Zuverlässig-

Der Preis liegt bei 1.990 Euro ohne An- und Abreise.

die Pressearbeit für alle Teilnehmer. Bis zu drei E-Mail-Adressen von Zeitungsredaktionen können pro Boot gemeldet

keit und Kreativität – wie die Marke Seiko und insbesondere unsere

INFO HYS@DHH.DE

werden. Über die täglichen Pressemitteilungen aus Schilksee dringt der Erfolg des Teilnehmers so bis in die heimische

maritimen Uhren. Wir freuen uns sehr über die guten Möglichkeiten,

Tagespresse. Des Weiteren wird das Frauen-Matchrace weltweit das erste Mal bei einer großen Regatta ausgetragen.

der Öffentlichkeit diesen Sport gemeinsam nahezubringen. Speziell

Vier Jahre bevor es olympisch wird.

auch vor dem Hintergrund der spannenden Wettkämpfe in 2008, wie

KIELER WOCHE II

der Kieler Woche, der Olympischen Spielen sowie den Internationalen

Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet am 21. Juni die größte

Teil I, Internationale Klassen: 21. bis 24. Juni

Deutschen Meisterschaften auf der Hamburger Alster.“

Segelsportveranstaltung der Welt und das größte Sommerfest

Teil II, Olympischer Teil: 25. bis 29. Juni

INFO WWW.SEIKO.DE

Nord europas. „Der Besuch der Kanzlerin verleiht unserer Festwo-

Teil III, Match Race Frauen: 25. bis 29. Juni

che besonderen Glanz“, freuen sich Oberbürgermeisterin Angelika

Teil IV, Offshore (Dreiteilung):

Volquartz und Stadtpräsident Rainer Tschorn. Bereits 2006 hatte

21. bis 24. Juni (ORC, OD und IDM der ORC International)

die Kanzlerin die Kieler Woche eröffnet. Daran hat sie offenbar

25. bis 29. Juni (X-35-Europameisterschaft und Farr 40)

sehr gute Erinnerungen.

27. bis 29. Juni (Yardstick, ORC, Werft- und Einheitsklassen). INFO WWW.KIELER-WOCHE.DE

TEAMGEIST Die Berliner Firma freut mitzuteilen, dass sie jetzt auch Veranstaltungen

TRAVEMÜNDER WOCHE

für bis zu 400 Personen realisieren zu kann. Bereits im vergangenen

Wolfgang Tiefensee wird am 18. Juli die 119. Travemünder Woche eröffnen. Der Bundesverkehrsminister übernahm

Geschäftsjahr hatten mehrere Großunternehmen Events in dieser

die Schirmherrschaft über die Traditionsveranstaltung und wird das Ostseebad für zwei Tage besuchen. Die schönste

Größenordnung angefragt. Daher wurde das Veranstaltungsgelände

Segelregatta der Welt erwartet bis zum 27. Juli in mehr als 30 Klassen rund 800 Jollen und Yachten mit etwa 2000

im Südosten von Berlin um eine große Sonnenterrasse und ein Segel-

Aktiven aus dem In- und Ausland. Fünf Titelkämpfe, darunter die ORC-Europameisterschaft der Sportsboote, wurden

loft erweitert und die Flotte vergrößert. Bis 400 Personen können nun

ausgeschrieben. Rund eine Million Besucher feiern jedes Jahr das maritime Festival an Land. Sein Interesse beteuerte

zeitgleich auf sechs Teamsegelkuttern, 20 Flößen und sieben Meter

der Minister den Veranstaltern vom Lübecker Yacht-Club bei einem Treffen Anfang Februar persönlich. Jetzt kam die

langen Expeditionsmobilen den Teamgeist hautnah erleben.

offizielle Zusage aus dessen Büro im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. „Wir sind hocherfreut

AUDI MED CUP

INFO WWW.TEAMGEIST.COM

und fühlen uns vom ‚Ja-Wort‘ auch geehrt“, sagt die Organisationsspitze der TW mit Karin Böge und Claus-Dieter

Die Ingolstädter haben einen Dreijahresvertrag als Titelsponsor des

Stolze. Als oberster Verwaltungschef auch der Bundeswasserstraßen wie der Trave sowie des Regattareviers im Küsten-

Med Cup unterzeichnet. Die attraktive Bootsklasse TP52 erlebt seit ei-

streifen der Lübecker Bucht sei Wolfgang Tiefensee in gewissem Sinne sogar Hausherr und von daher „zuständig“ und

nigen Jahren regen Zulauf. Nach dem großen Fragezeichen America’s

OLIVER KORNBLUM

besonders willkommen. Sein Besuch werte die internationale Regattawoche im olympischen Jahr kurz vor den Spielen

Cup in diesem Jahr sind diese Boote eine beliebte Alternative für viele

Oliver Kornblum zeigt vom 14. März bis zum 30. April 2008 in einer

in China zusätzlich auf, nachdem auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen,

AC-Teams, um sich fit zu halten. 2008 beinhaltet die Tour sechs Ren-

großen Bilderschau neue eindrucksvolle Segelbilder in der Grand

seinen erneuten Eröffnungsbesuch bekräftigte.

nen in fünf Monaten und vier Ländern. Die Regatten beginnen Anfang

Galerie vom Hotel „Abbaye de Talloires“ am Lac d´Annecy in Frank-

INFO WWW.TRAVEMUENDERWOCHE.DE

Mai und enden Mitte September.

reich. Außerdem gibt es einige reizvolle Bilder dieser wunderschö-

INFO WWW.MEDCUP.ORG

nen Landschaft zu sehen. Abbaye de Talloires, Le Port, 74290 Talloires, Tel. 0450607733.

PANTAENIUS RUND SKAGEN 2008

INFO WWW.O-KORNBLUM.DE

Das Highlight der Nordseewoche, die Hochseeregatta Pantaenius Rund Skagen,

IMOCA WELTMEISTERSCHAFT

startet in diesem Jahr am 12. Mai (Pfingstmontag). Die 510 Seemeilen lange Re-

Bernhard Stamm belegte nach einer anstrengenden Saison vor den

gatta führt durch die Nordsee, den Skagerrak, den Kattegat und die dänische In-

beiden Franzosen Dominique Wavre und Jean Pierre Dick den ersten

TEAM SHOSHOLOZA

selwelt bis nach Kiel. Spannend wird es dabei im Kampf um den Streckenrekord.

Platz. Damit übernahm Stamm den Titel von Jean Le Cam, der ihn im

Während andere AC-Teams eine Ausdünnung ihrer Sponsoren

Die Zeit, die es zu toppen gilt, liegt bei 43 Stunden und 46 Minuten. Wird es in

vergangenen Jahr errang. Le Cam wurde Vierter, auf dem fünften

beklagen, gibt das südafrikanische AC-Team einen neuen Sponsor

diesem Jahr gelingen, den von Klaus Murmann mit seiner UCA 2000 aufgestell-

Rang landete Alex Thomson auf seiner HUGO BOSS.

bekannt. Die italienische Uhren und Schmuckmarke „Breil Milano“,

ten Rekord zu brechen? Diese Regatta wird traditionell alle zwei Jahre gesegelt

die Firmen wie D&G Time, D&G Jewels, Seiko, Lorus, Wyler Genè-

und der Sieger mit dem „Pantaenius Rund Skagen“-Preis – einer kunstvollen

ve und Nike Timing vertritt, wird gleichzeitig offizieller Zeitnehmer,

Bronzeskulptur – ausgezeichnet.

SALTWATER

Ausstatter und Sponsor.

INFO WWW.PANTAENIUS.DE

Die CAP SAN DIEGO, das bekannte Museumsschiff aus dem Hamburger Hafen, wird einmalig zur Kieler Woche nach Kiel kommen.

INFO WWW.TEAMSHOSHOLOZA.COM

Dafür steht das Schiff die gesamte Woche zum Chartern frei, für

ST. MORITZ MATCH RACE

mehrere kleine Gruppen, als Exklusiv-Charter, sowie Abendpartys.

KIELER WOCHE III

Die sechste Auflage des St. Moritz Match Race findet vom 2. bis 7. September im Engadin statt und ist auch in diesem

Zur Windjammerparade ist sogar eine Einzelbucherfahrt geplant.

Die Kieler Woche ist um einen starken Sponsor reicher: Die Thyssen-

Jahr Teil der World Match Racing Tour. Das gesamte Preisgeld beträgt über 2 Millionen Franken, in St. Moritz kämpfen die

Nach dem zweiten Wochenende nimmt das Schiff dann Kurs Hei-

Krupp AG geht ab diesem Jahr mit an Bord der weltgrößten Segelver-

Teams um ein Preisgeld von 150.000 Franken. Nach dem Tod von Gründer und OK-Präsident Roni Pieper wurde das Orga-

mat, am 30. Juni 2008 Kiel - Cuxhaven und am 01. Juli 2008 Cux-

anstaltung. Der Kieler Yacht-Club ist seit jeher eng mit dem Konzern

nisationskomitee mit Beryl Pieper, der Tochter des Verstorbenen, und Annalis Suter, seiner langjährigen Assistentin, neu

haven - Hamburg, hier sind noch viele Plätze frei und buchbar. Ab

verbunden. Während der Kieler Woche präsentiert das Unternehmen

besetzt. Dabei bleiben Susi Baillods und – neu als OK-Präsident – Christian Scherrer. Bei den Sponsoren konnten die Ver-

diesem Jahr ist es möglich, wie zu Kaisers Zeiten den America’s Cup

auf rund 50 Quadratmeter Highlights des IdeenParks, einer Technik-

träge mit den letztjährigen Partnern – AFG Arbonia-Forster-Holding, UBS und Badrutt’s Palace Hotel – erneuert werden.

auszutragen. Drei 12mR-Rennyachten liegen in Kiel und stehen zur

Erlebniswelt für Kinder und Jugendliche, in der sich die Besucher mit

Die drei Firmen unterstützen den bestdotierten Segelanlass der Schweiz auch in diesem Jahr als Hauptsponsoren. Trotz

Vercharterung. Somit besteht die Möglichkeit, auf der Förde mit bis

technischen Errungenschaften und Ideen auseinandersetzen können.

oder gerade wegen der unsicheren Situation beim America’s Cup erwartet Scherrer weitere Top-Segler im Engadin.

zu 12 Gästen pro Schiff ein Matchrace zu segeln.

INFO WWW.KIELERWOCHE.DE

INFO WWW.STMORITZ-MATCHRACE.CH

INFO WWW.SALTWATER-ONLINE.DE und 0431.237 66 88.


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segelszene

TRUDELMAUS POKAL

GUTS’N GLORY

OSLO RACE WEEK

O’PEN BIC

Die beliebte Ranglistenregatta der Nordischen Folkeboote vom

Das Segelteam GUTS’N GLORY bekommt zur Saison 2008 eine brandneue Rogers 46! Wie Eigner und Skipper Christo-

Kiel-Marketing GmbH und die Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH (KiWi) laden Firmen

Der Jugenddinghy O’pen BIC steht ab sofort für jedermann zum Test

13- bis 15. Juni, der „Trudelmaus Pokal“, sieht in diesem Jahr auf 30

pher Wuttke mitteilte, wird zur Zeit bei Composite Marine International in Thailand eine Rogers 46 gebaut und voraus-

und wissenschaftliche Institutionen aus Kiel und Umgebung ein, von den guten Beziehungen der Partner Oslo und

bereit! In diesem Jahr gibt es erstmals die Möglichkeit, das beliebte

Jahre Folkebootssport in Laboe zurück. Die Jahr für Jahr steigenden

sichtlich Anfang Mai in Kiel eingewassert. Es ist eine komplette Kohlefaserkonstruktion aus dem renommierten Designbü-

Kiel zu profitieren. In der norwegischen Hauptstadt treffen sie Unternehmer und Wissenschaftler zu Gesprächen und

Dinghy auch außerhalb von Vereinen auf Herz und Nieren zu testen.

Meldezahlen beweisen: nach Laboe kommen nicht nur Segler, son-

ro von Simon Rogers, Lymington/England. Die nach IRC optimierte Yacht besticht durch ihr optimales Regattalayout und

zum gemeinsamen Segeln. Der Aufbau von Netzwerken und Geschäftsbeziehungen steht dabei im Mittelpunkt. Das

Deutschlandweit gibt es bereits mehr als zehn offizielle Testcenter, die

dern auch ihre ganzen Familien und viele Zuschauer immer wieder

ein hohes Geschwindigkeitspotenzial auf allen Kursen. Nach einer intensiven Trainingsphase wird ein erster Test unter

Programm der Oslo Race Week beginnt am Sonntag, 8. Juni, mit der Überfahrt Kiel – Oslo in einer der Kreuzfahrtfähren

O’pen BICs zum Test bereithalten. So sollte jeder in angemessener Entfer-

gern zurück. Mit Meldungen aus dem fernen Binnenland und aus

Regattabedingungen auf der Kieler Woche angestrebt. Der Saisonhöhepunkt wird der Baltic Sprint Cup 2008, auf dem

der Color Line. In der norwegischen Hauptstadt erfolgt am Montag, 9. Juni, der Check-in im Vier-Sterne-Hotel Radis-

nung ein Testcenter finden. Wer zufrieden ist, kann „seinen“ O’pen BIC

Dänemark sind schon rund 40 Meldungen in Reichweite. Die na-

neben der neuen GUTS’N GLORY bisher 16 weitere Yachten für die erstmals ausgesegelte IRC-Wertung gemeldet haben.

son SAS Plaza. Anschließend steht Regattasegeln auf X-41-Yachten mit norwegischen Business-Partnern auf dem Pro-

anschließend direkt über das Testcenter bestellen. Eine Übersicht über

mensgebende TRUDELMAUS ist eines der frühesten Nordischen

Darunter auch das ein Jahr ältere Schwesterschiff YEOMAN XXXII von RORC-Commodore David Aisher aus England.

gramm, bevor am Abend der deutsche Botschafter zum Empfang bittet. Am Dienstag, 10. Juni, ist Zeit für arrangierte

alle Testcenter kann bei BIC Sport Deutschland angefordert werden.

Folkeboote an der Förde. Karl Rehder brachte sein erstes Folkeboot

Neben seinem Engagement als Regattateilnehmer ist Christopher Wuttke mit seinem Unternehmen SE Spezial-Electronic

norwegisch-deutsche Matching-Gespräche mit Unternehmern und Wissenschaftlern, bevor die deutschen Teilnehmer

INFO WWW.CHOPPYWATER.DE

1960 in Kiel zu Wasser. Die heute noch regelmäßig sportlich teilneh-

AG einer der Hauptsponsoren des Baltic Sprint Cup 2008.

am Nachmittag per Flugzeug nach Hamburg und von dort im Bus nach Kiel zurückkehren. Der Reisepreis inklusive

mende zweite TRUDELMAUS im Besitz von Jo Weidinger aus Stran-

INFO WWW.GUTSNGLORY.DE

Fährpassage, Übernachtung und Frühstück im Hotel, Teilnahme am Segeln und an den Matching-Gesprächen, Flug

de, zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass ihr altes Holz sie nicht zum „alten

Oslo – Hamburg und Bustransfer nach Kiel beträgt 990 Euro pro Person (zuzüglich Mehrwertsteuer). „Wer für seinen

Eisen“ macht. In diesem Jahr bieten Uwe und der LRV außer fünf

Standort ein nachhaltiges und gesundes Wachstum anstrebt, muss über den Tellerrand schauen. Oslo und Kiel haben

Wettfahrten auch Fischräuchern, Besichtigung des Seenotrettungs-

WEISSE WIEK

dies erkannt und pflegen ausgezeichnete wirtschaftliche Beziehungen“, so Oberbürgermeisterin und Wirtschaftsde-

kreuzers „BERLIN“, Stegbier, Regattaparty und eine große Tombola

Auf der wildromantischen Halbinsel Tarnewitz, direkt angrenzend an das

zernentin der Landeshauptstadt Kiel Angelika Volquartz. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch bei der Kiel-

mit vielen Sachpreisen (Hauptgewinn: eine nagelneue Fock).

lebendige Ostseebad Boltenhagen, öffnet im April 2008 das neue Urlaubs-

Marketing GmbH unter 0431.901 2986 oder im Internet unter WWW.KIEL-SAILING-CITY.DE

INFO WWW.FLOTTE-KIEL.DE oder WWW.FOLKEBOOT.DE

domizil Weiße Wiek seine Türen. Auf einer Gesamtfläche von 118.000 Quadratmeter können Gäste hier künftig unbeschwerte Ferien direkt am Meer erleben. Das 4,5-Sterne-Komforthotel Iberotel Boltenhagen, die fa-

FAHRTENWETTBEWERB 2007

milienfreundliche Appartementanlage Dorfhotel Boltenhagen sowie die

Die Gewinner des Wettbewerbs 2007 wurden am 8. März 2008 im Rahmen des Fahrtenseglertages in Hamburg ausge-

Marina Boltenhagen, ein Yachthafen mit 290 Liegeplätzen, bilden den Rah-

zeichnet. Die Jury vergab insgesamt 70 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Auch wurden wie jedes Jahr die besonders

men für diese neue Urlaubswelt am Meer. Das Gelände an der Tarnewitzer

begehrten Wanderpreise überreicht. Mit dem „Commodore-Preis“ für „Herausragende Leistung im Fahrtensegelsport“

SEA CLOUD

Hukist für Andreas Hundsdörfer, Geschäftsführer der SEA-SITE GmbH

würdigte die Jury der Kreuzer-Abteilung die dreimonatige Reise (3.700 Seemeilen) des Berliner Ehepaares Dr. Heidemarie

Die SEA CLOUD HUSSAR, die Schwester der legendären Windjammer

und künftiger Hafenmanager, ein ideales Grundstück für eine Marina: „So-

und Dr. Manfred Brandes von Rostock über Schottland und die Färöer nach Island und zurück. Mit einem sportlichen

SEA CLOUD I und SEA CLOUD II, wird ab Winter 2009 im Arabischen Golf

wohl seine Ausrichtung nach Süden, was selten an der Ostsee zu finden

1.300-Seemeilen-Törn ersegelten sich Ute und Dr. Stefan Sendtner-Voelderndorff vom Spandauer Yachtclub mit ihrer

segeln. Im Herbst und im darauf folgenden Frühjahr wird das Schiff wie ihre

ist, als auch der Anschluss an das lebendige Seebad Boltenhagen sprechen für diesen Standort. Dazu kommt der Bedarf

ATALANTE den begehrten „A. G. Nissen Preis“ für die beste Nordseereise. Über den „Arthur-Doerwaldt-Gedächtnis-

Schwestern im Mittelmeer unterwegs sein. Die SEA CLOUD HUSSAR wird

an hochwertigen Liegeplatzkapazitäten, der in diesem Küstenabschnitt noch unzureichend gedeckt ist.“ Mit der Marina

preis“ freute sich Dr. Gerhard Hinz vom Segel-Club Rohrwall, Berlin. Er fuhr mit seiner nur 8,25 Meter langen KORMO-

die Tradition der legendären SEA CLOUD ins neue Jahrtausend fortführen.

Boltenhagen eröffnet ein Hafen, der Raum und Tiefgang bietet. Komfortable Längsliegeplätze ermöglichen den Kunden

RAN IV in den Küstengebieten Norwegens bis zum 65. Breitengrad. Der Alleinsegler legte in drei Monaten fast 3.000

Technisch genügt sie den höchsten Ansprüchen und trägt den Aspekten

dabei einfaches Anlegen und bequemes Ein- und Aussteigen. Der Hafen weist eine Mindestwassertiefe von 3,5 Meter auf,

Seemeilen zurück. Mit einem sportlichen Törn von Cuxhaven nach St. Petersburg sicherte sich der Hamburger Zahnarzt

einer umweltschonenden Antriebstechnik Rechnung. Ergänzend zu den

teilweise wird er sogar bis 7 Meter tief. Die große Eröffnungsparty am 30. April statt. Karten kosten 29 Euro inkl. zwei Tage

Dr. Joachim Heße (Altonaer Segel-Club) den „Ostseepreis der Kreuzer-Abteilung“. Mit vier Mitseglern war er auf seiner

Segeln hat sich die Reederei für einen besonders umweltfreundlichen

kostenlos im Hafen liegen. Karten- und Liegeplatzreservierung unter info@marina-boltenhagen.de.

46-Fuß-Yacht CHARLY sechs Wochen lang über 2.200 Seemeilen unterwegs, wobei auch Tallin und Helsinki besucht

diesel-elektrischen Antrieb entschieden. Als Besonderheit wird die SEA

INFO WWW.WEISSE-WIEK.DE

wurden. Den mit 500 Euro dotierten „Familienpreis der Kreuzer-Abteilung“ gewann die Familie Dr. Jörg Zimmermann,

CLOUD HUSSAR auch über Veranda-Kabinen verfügen. Ein großzügiger

Segler-Verein Stößensee, Berlin. Dieser Sonderpreis wird vergeben für eine besonders familiengerecht geplante und

Fitness- und Wellnessbereich rundet das Segelerlebnis ab. Buchungsstart

durchgeführte Segelreise mit Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren.

für das neue Schiff mit 69 Kabinen (136 Passagiere) ist im Mai 2008.

Weitere Gewinner und INFO WWW.KREUZERABTEILUNG.ORG

INFO WWW.SEACLOUD.COM

SEA CLOUD II WDCS/VOLVO OCEAN RACE

Ein exklusives Golferlebnis bietet eine Reise auf der SEA CLOUD II im November 2008. Entspannt und unter kundiger An-

Das beim diesjährigen Volvo Ocean Race startende TEAM RUSSIA hat

leitung eines Golf-Pros erleben die Teilnehmer drei hochklassige Golfplätze zwischen Malaga und Las Palmas. Der Golfsport

die Zusammenarbeit mit der internationalen Wal- und Delfinschutz-

soll dabei wichtig – aber nicht zu ernst genommen werden. Im Mittelpunkt des Reisekonzeptes steht die Erholung. Auch für

organisation WDCS bekannt gegeben. Die WDCS ist die größte ge-

Begleiterinnen und Begleiter, die keine Golftasche mitnehmen wollen, bietet die Reise viel Abwechslung: beeindruckende

meinnützige Organisation, die sich ausschließlich für den Schutz von

Segeltage, außergewöhnliche Ausflüge in Naturparks und Gärten der Kanarischen Inseln oder auf den Spuren spanischer

Walen und Delfinen und ihrem Lebensraum einsetzt. Andreas Hana-

Künstler. Termin dieser vielfältigen Segelreise ist vom 2. bis 11. November 2008. „Anker los“ heißt es in der spanischen

kamp, Skipper von TEAM RUSSIA, unterstützt die Arbeit der WDCS

Küstenstadt Malaga. Nach einem Zwischenstopp in Cadiz nimmt die SEA CLOUD II Kurs auf Nordafrika. In Agadir steht das

bereits seit mehreren Jahren. Er erklärt: „Das Volvo Ocean Race ist das

erste Highlight für Golfer an: „Des Dunes“ – eine Anlage mit drei verschiedenen Golf-Courses und verschiedenen künst-

größte Yachtrennen, das die Teilnehmer einmal rund um den Globus

lichen Seen, eingebettet in Palmen- und Eukalyptuswälder (Golf-Architekt Cabell B. Robinson). Weiter geht es in Richtung

führt, 45.000 Kilometer auf den Ozeanen dieser Welt. Es gibt jedoch

Lanzarote: Dort wartet eine Runde Golf am Fuße eines erloschenen Vulkans, inmitten farbenfroher inseltypischer Vegetati-

noch ein anderes Rennen und das ist das Rennen gegen die Zeit. Wir

on: der Platz „Golf Costa Teguise“. Es folgt Teneriffa mit „Buenavista Golf“ im Nordwesten der Insel, zwischen Teno-Massiv

müssen jetzt Taten setzen, um Wale und Delfine, die Botschafter der

und dem Atlantischen Ozean (Golfarchitekt Ballersteros). Nach einem weiterem Inselstopp auf Gomera fällt der Anker in

Weltmeere, und ihren Lebensraum zu schützen.“ Die Meeressäu-

Las Palmas auf Cran Canaria. Zwischen den einzelnen Stationen verbringen die Reisenden drei Tage auf Hoher See – ideal,

getiere sind Schlüsselindikatoren für den Zustand der Meere. 2007

um zur Ruhe zu kommen und die nötige Konzentrationsfähigkeit für das Golfspiel mitzubringen. Buchbar ist die Reise ab

wurde die erste Delfinart, der Chinesische Flussdelfin, auch Baiji ge-

2.995 Euro (ab/bis Hafen pro Person in einer Zweibett-Außenkabine; Vollpension und ausgesuchte Tischweine sind im Preis

nannt, offiziell für ausgestorben erklärt. Eine Reihe weiterer Wal- und

inkludiert). Golfpaket mit Greenfees, Golf-Pro, Carts und Wettspielen (optional) zusätzlich buchbar für 495 Euro pro Person.

Delfinarten erwartet in den kommenden Jahren das gleiche Schicksal,

INFO WWW.SEACLOUD.COM oder 040.30 95 92 50

sollte es uns nicht gelingen, globale Maßnahmen für ihr Überleben zu ergreifen. INFO WWW.TEAMRUSSIA.ORG

WILLI GOTTSCHALK Seestücke, Gesichter des Meeres, Wasserwelten – so heißt die Ausstellung des Malers, die vom 19. März 2008 bis 31. Mai 2008 im Helgoländer Rathaus in der Kurverwaltung zu sehen ist. Wasser und Wellen im Auf und Ab der Meere

12MR-WELTMEISTERSCHAFT

wie auch der Lebensbörse – für den Maler Willi Gottschalk ist die Kunst Schaffensprozess und Philosophie zugleich.

Unter WWW.ROBBEBERKING.COM kann ab sofort das Notice of

Genesis, Schöpfung, Erschaffung – pantha rhei, „alles fließt“.

Race heruntergeladen werden.

INFO WWW.ARTLANTIKGALERIE.DE und WWW.HELGOLANDREISEN.DE


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segelszene

ALINGHI-UNFALL

GERMAN OFFSHORE AWARD 2007

ALEXANDER VON HUMBOLDT

SCANSAIL

Am 29. März 2008, bei Windstärken von über 20 Knoten und starkem

Der Reeder Felix Scheder-Bieschin hat mit seiner Hochseesegelyacht VINETA den German Offshore Award 2007 gewonnen.

Die Mitglieder der Sail Training Association Germany (STAG), die auch als Förderverein der Bark ALEXANDER VON HUM-

Ein bis jetzt unbekanntes Charterrevier kann man bei Scansail Yachts in

Wellengang, kenterte der 60 Fuß lange Trimaran FONICA des als Multi-

Die Sport- und Bildungssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexandra Dinges-Dierig, überreichte den Senats-

BOLDT tätig ist, haben während ihrer Jahresversammlung am 08. März 2008 beschlossen, den Überschuss aus ihren

Hamburg für die Saison 2008/09 auf einem Katamaran, einer neuen La-

hull-Berater engagierten Alain Gautier während des ALINGHI-Trainings

preis für das beste deutsche Boot der vorigen Saison am späten Freitagabend (22. Februar) im Festsaal des Rathauses. Mehr

Jahresbeiträgen 2007 ebenfalls für den Neubau zurückzulegen. Mit einer Summe von 200.000 Euro ist das Konto so weit

goon 440, in den Gewässern vor Panama und den Niederländischen An-

vor Lorient. Von den zehn Crewmitgliedern mussten zwei sicherheits-

als 300 Gäste aus der einheimischen und internationalen Segelszene waren der Einladung der deutschen Eignervereinigung

angefüllt, dass mit der ersten Million in 2010 gerechnet werden kann. Eine Spendenaktion innerhalb der „Alex“-Segler

tillen (Curacao und Bonarie) kennenlernen. Das Segelrevier vor der Küste

halber mit einem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden, die

German Offshore Owner’s Association gefolgt und spendeten dem Grand Seigneur des Hochseesports und seiner Mann-

und -Freunde hat begonnen und gewinnt jeden Tag mehr Dynamik. Die Besatzungsmitglieder haben eine Initiative mit

Panamas besteht aus vielen kleinen, vorgelagerten Inseln mit traumhaften

weiteren Segler überstanden den Unfall ohne Verletzungen. Zu den

schaft stehenden Applaus. Der in Lübeck geborene, in Kiel aufgewachsene und in Hamburg wohnhafte Eigner und Skipper

dem Titel„Manöver hart am Wind“ begonnen, mit dem Ziel, weitere Freunde und Gönner für dieses außergewöhnliche

Stränden und verträumten Ankerbuchten. In den Sommermonaten ste-

Geschehnissen sagte Steuermann Ed Baird: „Als wir abfielen, was bei

Scheder-Bieschin (78) hatte die VINETA im Oktober vor Malta beim traditionellen Rolex Middle Sea Race durch extrem stür-

Vorhaben zu gewinnen. Verhandlungen mit weiteren Sponsoren lassen zuversichtlich in die Zukunft sehen, auch wenn

hen die Niederländischen Antillen mit Bonaire, Curacao und Las Aves auf

einem Mehrrümpfer immer die riskanteste Phase ist, sind sowohl der

mische Bedingungen auf Gesamtrang drei gesteuert. Die weiteren Nominierten waren: BAJAZZO von Sven Zoller (Elmshorn),

derzeit weder Beträge noch Namen genannt werden können. Der Baupreis der neuen Bark liegt bei 15 Millionen Euro;

dem Fahrplan. Auf dem Programm von Januar bis Mai stehen einwöchige

leeseitige als auch der mittlere Rumpf ins Wasser getaucht und die Ru-

BELUGA von Christian Plump (Bremen), FRÜHSTÜCKSDIREKTOR von Jörn Bock (Hamburg), INSCHALLAH VI von Volker

erforderlich sind 7 Millionen Euro Eigenkapital. Der Bau soll 2011 beginnen. Wer spenden möchte, kann dies unter der

Segeltörns mit dem Ausgangshafen Miramar/Panama. Die Yacht kann als

der kamen heraus. Von da an war es nicht mehr in unseren Händen und

Andreae (Hamburg), JUXBOX von Jan Meineke/Lars Carstensen (Fehmarn), NORDDEUTSCHE VERMÖGEN HAMBURG von

Bankverbindung: Konto 31003, BLZ 290 200 00, Bankhaus Neelmeyer AG, Bremerhaven, tun.

Vollcharter für einen Preis von 10.000,00 Euro gemietet werden. Für die

wir sind gekentert. Als der Mast aufs Wasser aufgetroffen ist, brach er

Georg Christiansen, OUTSIDER von Tilmar Hansen (Kiel), SUNBIRD DRY von Norbert Drücker (Bremen), WAPPEN VON

INFO WWW.GRUENE-SEGEL.DE

Kabinen-Charter sind 1.300,00 Euro pro Person zu zahlen. Es werden ma-

gefolgt vom hinteren Baum.“ Besonders enttäuscht zeigte sich Baird

BREMEN III von Gerd Spitzley/Sven Nehlsen. „Nicht nur die Preisträger, sondern alle Nominierten haben 2007 herausragende

über die Beschädigung ALINGHI-fremden Eigentums: „ Wir haben eine

Leistungen erbracht“, lobte GER-OO-Vorsitzender Volker Andreae die internationalen Regattaaktivitäten und ermunterte alle

wertvolle Lektion gelernt und müssen nun an die Arbeit zurück, um die

Skipper und Eigner zur verstärkten Abgabe ihrer Startmeldungen in 2008. Im Blickpunkt des Interesses stünde in diesem Jahr

CAMP24SIEBEN

von 14.000,00 bis 16.000,00 Euro für Gesamtcharter und 1.900,00 bis

Dinge für Alain (Gautier) zu reparieren.“

vor allem der vierte Baltic Sprint Cup zur Pflege pan-baltischer Beziehungen, der Mitte Juli zu Beginn der Travemünder Woche

Die Kieler Sportagentur CommEvent bietet in Kooperation mit dem

2.100,00 Euro für Kojencharter. In den Preisen sind der Skipper und die

INFO WWW.ALINGHI.COM

über zwei Wochen in fünf Länder startet, und schon mehr als 50 (!) hochkarätige Teilnehmer verzeichnet. Aber auch im Süden

Camp24sieben erstmals auch ein Übernachtungscamp für 10- bis 16-Jäh-

Hostess sowie Bettwäsche, Handtücher, Tauchflossen, Reinigungsser-

Englands wartet ein besonderer Höhepunkt: David Aisher, Kommodore des Royal Ocean Racing Clubs (RORC) aus London

rige in den Ferien an. Das fünftägige Segelcamp in den Sommerferien 2008

vice, Küchenservice und ein Abendessen enthalten.

und Ehrengast des Festabends, lud ein deutsches Team zum Rolex Commodore’s Cup im Juni nach Cowes auf die Isle of Wight

hat einiges zu bieten. Im Vordergrund steht die Entdeckung des Segelns

INFO WWW.SCANSAILS.DE und 040. 38 84 22

49ER-EM

ein. Aisher kommt mit seiner YEOMAN selbst zum Baltic Sprint Cup.

und der eigenen Möglichkeiten, immer in Kombination mit dem Gruppen-

Im finalen Medaillenrennen erreichten Jan Peckolt und sein Bruder

INFO WWW.GER-OO.ORG

und Teamgeist sowie der größtmöglichen Dosis an Spaß. Das Camp richtet

ximal acht Gäste in vier Kabinen untergebracht, die jeweils mit separater Toilette ausgestattet sind. Die Preise variieren in den Sommermonaten

Hannes vom T-SYSTEMS TEAM 2008 den vierten Platz und schlossen

sich ebenso an bereits erfahrene Segler wie auch an Einsteiger. Das Training

819. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG

somit die EM der olympischen 49er-Klasse als Neunte ab. Nach dem

wird altersgerecht und in individuellen Gruppen durchgeführt, sodass es für

Mit drei Großseglern, fünf Kreuzfahrtschiffen, Marinebooten aus fünf

chaotischen Medalrace mit unbeständigem Wind und vielen Platzie-

jeden Teilnehmer einen persönlich passenden Trainingsplan geben wird.

Ländern, Hafenschleppern, Traditions- und Museumsschiffen, Drachen-

rungswechseln waren die Peckholts erleichtert, dass es in El Arenal für

Gewohnt wird im Ostsee-Jugenddorf Falkenstein. Die Vollverpflegung,

booten sowie rund 100 Motor- und Segelyachten ist der Hamburger Ha-

sie nicht auf die Endplatzierung ankam. Nach dem Vizetitel im Vorjahr

Segelschule, Profi-Unterricht, Schwimmwesten, Rahmenprogramm, Ab-

fen zu seinem 819. Geburtstag voll ausgebucht. Insgesamt werden weit

hatten sie sich dieses Jahr im Hinblick auf die Olympischen Spiele in

schlussregatta, Campshirt, kompetente Reiseleitung und Rund-um-Betreu-

mehr als 300 Schiffe aus der ganzen Welt in Hamburg erwartet. Da der

Qingdao/China auf verschiedene Material- und Manövertests konzen-

ung sind selbstverständlich all inclusive. Zwei Termine stehen zur Auswahl:

Geburtstag dieses Jahr auf Pfingsten fällt, wird vier Tage lang das größte

triert. „So viele intensive Rennen der zehn besten Teams gibt es ja in

vom 04. bis 08. August 2008 und vom 08. bis 12. August 2008.

Hafenfest der Welt gefeiert – vom 9. bis 12. Mai 2008.

einer Saison nicht und jedes davon schult uns im direkten Vergleich.“

INFO WWW.COMMEVENT-KIEL.DE und WWW.CAMP24-SIEBEN.DE

INFO WWW.HAFENBEGURTSTAG-HAMBURG.DE und 040. 300 51 300

Die bereits im EM-Verlauf ausgebaute Gesamtführung sicherten sich Iker Martinez und Xabi Fernandez knapp vor Federico und Aturo Alonso Tellechea. Marcus Baur und Hannes Baumann, ebenfalls T-SYSTEMS TEAM 2008, hatten die EM bereits am Vortag als 28. beendet.

YACHT CLUB ST. PETER-ORDING Rechtzeitig vor Saisonbeginn wählte der traditionsreiche Yacht Club St. Peter-Ording einen neuen Vorstand. Der neue „alte“ erste Vorsitzende ist der bekannte langjährige Deutsche und vielfache Europa-Meister HansWerner Eickstädt und auch seine Mannschaft ist in der Szene bestens

BOATFIT

bekannt. Die meisten „alten“ Mitglieder des Vorstandes setzen ihre Ar-

Ein rundum zufriedenes Fazit zog Aussteller Jens Alberts von der Firma Festool nach drei Messetagen auf der BOATFIT in

beit für die nächsten zwei Jahre fort und werden den ältesten deutschen

Bremen. „So genau hat noch keine Messe meine Zielgruppe angesprochen.“ Und entsprechend haben die Besucher der

Strandsegler-Verein mindestens die nächsten beiden Jahre weiter füh-

Klassiker- und Refit-Messe dann auch eingekauft. Die Besucherbefragung durch das unabhängige Marktforschungsin-

ren. Ende April (26./27.04.08) steht schon die Ausscheidung zur Euro-

stitut Gelzus ermittelte einen Umsatz von zwei Millionen Euro bei den 180 Ausstellern. Begeisterung und Unterstützung

pameisterschaft 2009 und Mitte Mai (10./11.05.08) die Großveranstaltung

deshalb auch bei weiteren Ausstellern: „Wir werden dafür sorgen, dass noch mehr Schweden hierher kommen, denn

St. Peter-International an. Besondere Herausforderungen an den neuen

auch für sie ist diese Messe hochinteressant“, resümierte Lars Lindström, der seinen schwedischen Schärenkreuzer auf

Vorstand: Gemeinsam mit der German Parakart Association Kitesailing e. V.

BOATFIT ausstellte. 10.269 Besucher zählte die Messe- und Ausstellungsgesellschaft Hansa GmbH vom 29. Februar bis

wird die Europameisterschaft 2009 aller Strandsegler und Buggy-Kiter in

zum 2. März auf der BOATFIT. Das sind rund 1.200 mehr als im vergangenen Jahr. Der Termin für die nächste BOATFIT

St. Peter-Ording organisiert. Mehr als 250 Teilnehmer mit mindestens noch

steht bereits fest, und zwar vom 27. Februar bis 1. März 2009.

einmal 250 Helfern und Begleitern werden erwartet. Auch die Anzahl

INFO WWW.BOATFIT.DE

der Zuschauer dürfte dieses Mal alle bisherigen Erfahrungen übersteigen. Spannende Rennen mit internationalen Teilnehmern sind garantiert. INFO WWW.YCSPO.DE

WALE UND WIKINGER IN DER DÄNISCHEN SÜDSEE Die Ostsee verbinden viele Menschen in erster Linie mit Sonne, Strand und Meer. Der Hamburger Reiseveranstalter LaMar zeigt, dass die heimischen Gewässer weit mehr zu bieten haben als Badeurlaub: Meeressäuger wie den Seehund,

WELT AM SONNTAG

Kegelrobben und sogar Wale. In Kooperation mit Umweltschutz-Organisationen erleben die Teilnehmer der Familienreise

Mit dem Foto „In der Robbenkolonie“ gewann Tom Körber den Sven-

intensive Einblicke in die Welt der Meeressäuger und unterstützen die Arbeit zum Schutz der Tiere. Gleichzeitig genießen

Simon-Preis 2007. Eine hochkarätig besetzte Jury (Franz Beckenbauer, Bo-

sie die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten der Reiseziele. Zum Beispiel die dänische Insel Fünen, vom 10.

ris Becker, Kati Witt etc.) wählte das Foto zum Sportfoto des Jahres 2007.

bis 17. Mai 2008 und 9. bis 16. August 2008 als Individual-Reise ganzjährig buchbar.

INFO WWW.WELT.DE

INFO WWW.LAMAR-REISEN.DE


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shorttrack

princess sofia thophy

rolex china sea race Text Dennis Grau © Fotos Carlo Borlenghi/Rolex

Erneut entschied dieses Jahr der wechselnde Wind vor der philippinischen Küste über das Schicksal der potenziellen Sieger in diesem asiatischen Offshore-Klassiker über 565 Seemeilen. Zum Endspurt des Rolex China Sea Race vor den Philippinen waren der lokale Enthusiasmus und die Leidenschaft für die Schifffahrt offensichtlich, so schien es passend, dass der Gesamtsieger die philippinische SUBIC CENTENNIAL war. Echauz und Perez gewannen das China Sea Race 1998 mit demselben Boot und entschieden zehn Jahre später, dass es Zeit sei, es noch einmal zu versuchen. Echauz ist Präsident der philippinischen Segelvereinigung, Oberhaupt der philippinischen Segelmannschaft und war an den Asiatischen Spielen in Manila beteiligt. Das Team der SUBIC CENTENNIAL, eine Sydney 46 vom Yacht-Club Manila, besteht größtenteils aus jungen Leuten, die alle Teil der philippinischen Mannschaft sind, mit dem Australier Jamie Wilmot als Senior Coach. Wieder spielte Taktik eine ebenso große Rolle wie Glück. „Wir versuchten, möglichst nah an der Rhumblinie zu sein – wir wollten nicht südlicher gehen, weil wir hätten festsitzen könnten. Unser Plan war, nah an Rhumblinie zu sein oder eventuell zu versuchen, nördlich der Linie zu segeln, sodass wir am letzen Tag im Vorteil sein würden, wenn wir (den Kurs) weiter hinunter gekommen und die Windbedingungen wie vorhergesagt Nordostwind gewesen wären“, sagte Echauz. Paul Bankowskis Ker 11.3 JAYWALKER gewann das IRC-Rennen der B-Abteilung und wurde nach der SUBIC CENTENNIAL Gesamtzweite nach korrigierter Zeit. Die JAYWALKER lief zunächst auf nordwestlichem Kurs, bis der Wind

Text Andreas Kling

aufhörte, vorübergehend aus Südost kam und erneut einbrach, um die JAYWALKER schließlich wieder aus Nordwesten nach 22:04 Stunden über die Ziellinie zu bringen. Interessanterweise gab es in diesem Jahr keinen klaren Siegerkurs Richtung Philippinen – falls es den jemals gab – einige Boote wie HI FI, JAYWALKER und DREAM entschieden, südlich der Rhumblinie zu segeln, während andere wie SUBIC CENTENNIAL und FORTIS MANDRAKE küstennäher navigierten. Bei der IRC Premier Cruising Division war es Mark Thornburrow aus Hongkong mit seiner Taswell 49 DREAM, der als Erster die Ziellinie überquerte. Dem Skipper gelang es, an die Erfolge aus dem Jahr 2006 anzuknüpfen, als er das Rennen als Gesamtzweiter beendete. Bis Mitternacht machte die DREAM unter Spinnaker ordentlich Zeit gut und kam auf 10 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit, als der Wind 20 Meilen vor dem Ziel einbrach. Es kostete die DREAM sechs Stunden, ins Ziel zu kreuzen.

Zwei Silbermedaillen gab es für das T-SYSTEMS TEAM 2008 bei der 39. Princess Sofia Trophy in Palma de Mallorca: Die 49er-Crew Jan und Hannes Peckolt aus Hamburg und Kiel verpaste den Gesamtsieg um einen Punkt, bilanzierte aber eine gelungene Generalprobe für die am Ostermontag an gleicher Stelle beginnende Europameisterschaft. Johannes Polgar und Florian Spalteholz hatten Rang zwei in der Tornado-Klasse schon am Vortag sicher und waren mit ihrem neuen Boot für die Olympiaausscheidung Mitte April hochzufrieden. Die Ynglingmannschaft Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Höpfner aus Berlin fiel im Medalrace vom zweiten auf den achten Rang zurück und blieb Gesamtsiebte. Petra Niemann siegte im Laser Radial in Abwesenheit der WM-Teilnehmerinnen ungefährdet. Das Medalrace der 49er wurde zum Herzschlagfinale voller Kapriolen. Der auflandige Wind wehte frisch und hatte über Nacht einen hohen Wellengang aufgebaut. Sechs der zehn Finalteams erlebten teils spektakuläre Kenterungen, darunter alle drei Mitbewerber der Peckolts um den Gesamtsieg, die als Spitzenreiter ins Rennen gegangenen waren. „Auch wir mussten das Boot oft runterbremsen, um nicht mit dem Bug einzutauchen“, erklärte Hannes Peckolt, „sonst hätten wir uns genauso überschlagen.“ Als Erste traf es die italienischen Sibello-Brüder, die dadurch frühzeitig ihren zweiten Gesamtplatz einbüßten. Doch auch das deutsche Bruderpaar hatte eine kleine „Schwimmeinlage“. Zu dem Zeitpunkt hatte das auf Leichtwind getrimmte Duo schon einen kleinen Rückstand auf die Führungsgruppe und verlor weiter an Boden. Was es nicht ahnte: Die überlegen führenden Ukrainer Luka/Leonchuk kenterten auch noch und hätten den sicher geglaubten Gesamtsieg beinahe verloren – zumal der 49er der Weltmeister Outteridge/ Austin kurz vorm Ziel aus dem Ruder lief und die Australier Platz fünf nur denkbar knapp vor den Peckolts über die Linie retteten. „Wie dicht wir vor der Verteidigung des ersten Platzes waren, haben wir erst kurz vorm Ziel gesehen“, meinte Jan Peckolt. „‘Gold‘ hatten wir da schon längst abgeschrieben.“ Unglücklich seien sie mit dem zweiten Rang in einem WM-ähnlichen Teilnehmerfeld dennoch nicht, zumal die feierliche Siegerehrung durch Königin Sofia und den selbst segelenden König Juan Carlos auf deren Sommerresidenz erreicht wurde. „Das ist ein sehr festlicher Moment, der uns bislang nicht vergönnt war“, so Hannes Peckolt, „da sind wir richtig stolz drauf.“ „Wir sind regelrecht frustriert“, meinte Ulli Schümann nach dem Yngling-Finale, „wir standen uns hier selbst im Weg.“ Das Medalrace begann zwar glänzend, insofern als das deutsche Trio gleich vorn dabei war und die ersten beiden Tonnen als Zweites und Drittes rundete. Doch dann passierte das Malheur: „Beim Abfallen haben wir das griechische Boot berührt“, berichtete die Steuerfrau. Beim sofort fälligen Strafkringel, eine 360-Grad-Drehung, waren fünf Gegner durchgefahren. Schümann: „Das Feld liegt so eng zusammen, das ist nicht wieder gutzumachen.“ Besonders in der Manöverabstimmung sei noch vieles zu verbessern, so die Mannschaft, aber sie sei zuversichtlich auf dem richtigen Weg.


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rund um

Text Marco Knopp © Foto Rund Um

Zur 58. Rund um vom 6. bis 8. Juni werden zwei Schiffe starten, die noch vor Kurzem im America’s Cup gefahren sind. Die GER 72 und die GBR 52 aus dem Jahr 2003 liegen in diesem Jahr bei Meichle und Mohr und Kreßbronn. Sie sind mit 25 Meter Bootslänge und rund 33 Meter hohen Masten mit Sicherheit die größten Schiffe, die jemals bei der Rund um an den Start gegangen sind. Das Geschwindigkeitspotenzial kann überhaupt nicht eingeschätzt werden. Währenddessen will der gescheiterte Vorjahresfavorit Ralph Schatz wieder mit einem Katamaran antreten, nach Möglichkeit mit einem schnelleren als der Extreme 40 aus der Saison 2007. „Es wird eine unglaublich spannende Rund um in diesem Jahr“, erklärt die LSC-Vorsitzende Christine Holz, „wie sich die America’s Cupper in einer Langstreckenregatta bei wechselnden Windrichtungen und -stärken verhalten – wie ihre Chancen gegen einen modernen Katamaran sind, wissen wir erst im Juni.“ Auch zwei Liberas wurden angekündigt, „die können beim Kampf ums Blaue Band ebenfalls ein Wörtchen mitreden“, so Holz. Sofern die Witterung mitspielt, wird es eine 2,5 Kilometer lange Startlinie vor dem Lindauer Segler-Club geben. „Die südlichen zwei Kilometer sind für die konventionellen Schiffe reserviert, die nördlichen 500 Meter werden mit einer Boje abgetrennt, sodass die Zuschauer an Land die Hightech-Renner direkt vor der Nase haben“, verspricht Christine Holz. Für die Trennung der Startgruppen ist in diesem Jahr der Yardstickfaktor entscheidend. Wer in der Bodensee-Yardsticktabelle einen Faktor von 80 oder niedriger hat, startet in der Gruppe 2, genauso wie auch die Mehrrumpfboote. Es gibt aber noch einen weiteren Höhepunkt bei der Rund um in diesem Jahr. Die Schärenklasse feiert ihr 100-jähriges Bestehen und kommt deshalb an den Bodensee. Der 100 Kilometer lange Kurs führt in diesem Jahr links herum: Start vor Lindau, mit Bahnmarken vor Meersburg, Überlingen, Romanshorn und wieder zurück nach Lindau. Das Kleine Blaue Band fährt Lindau, Meersburg, Romanshorn und Lindau. INFO WWW.LSC.DE

shorttrack


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szene groupama

grandiosgescheitert Text Lukas Petersen © Fotos Yvann Zedda

EINE KENTERUNG BEENDETE ABRUPT DEN REKORDVERSUCH DES RIESEN-TRIMARANS GROUPAMA 3. DOCH AUF DER EWIGEN JAGD NACH IMMER SCHNELLEREN ZEITEN BEIM RITT UM DEN GLOBUS IST DAS ALLENFALLS EINE ZÄSUR.


szene groupama

D

iesmal kam die Hilfe aus der Luft. Für den Schweizer Steve Ravussin kam das, was am Morgen des 18.02.2008 im Südpazifik passierte, einem Déjà-vu gleich. Bei fast sieben Beaufort und Wellenhöhen von fünf bis sieben Meter kenterte nach Materialversagen die bis dato schnellste hochseetaugliche Rennyacht der Welt, das 32 Meter lange und 22,5 Meter breite Dreirumpf-Extremdesign GROUPAMA 3. Für den Schweizer Rennsegler ist damit erneut ein Multihull-Traum geplatzt. Zwei Jahre zuvor war Ravussin solo mit seinem 60-Fuß-Orma-Tri ORANGE PROJECT während der härtesten Mehrrrumpfregatta der Welt, der Route du Rhum nahe der Azoren, auf einen treibenden Container geknallt und später von einem russischen Frachter aus Seenot geborgen worden. Jetzt waren es zwei neuseeländische Helikopter, die ihn und den Rest der zehnköpfigen Besatzung unter Skipper Franck Cammas vor der Südostküste Neuseelands aus dem „unten oben“ treibendem Rumpf des grün-orangen Renners bargen. Nach 24 Tagen auf See ist der Rekordversuch des fast vier Millionen Euro teuren Neubaus gescheitert. Bruno Peyrons Riesenkat ORANGE 2 bleibt somit weiterhin weltschnellstes Boot auf der Route um die „drei Kaps“ (Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin, Kap Hoorn), sprich um den Globus. Chronik eines Rekordversuchs Je nachdem, wie weit man zurückgreifen will, könnte man sagen, dass die Geschichte des GROUPAMA-Rekordversuchs schon vor zehn Jahren begann. 1998 war Franck Cammas ein junger, aufstrebender Segler, als er von französischen Versicherungsgruppe Groupama entdeckt und angeheuert wurde, die 60-Fuß-Orma-Trimarane der Gesellschaft, GROUPAMA 1 und GROUPAMA 2, in den Multicup-Rennen zu steuern. In neun Jahren InshoreRegatten war Cammas fast unschlagbar, mit 46 Podesten und 26 Siegen in 53 Rennen. Der Sponsor beschloss darum, im Jahre 2005 noch eins draufzusetzen und in die Liga der G-Class-Mehrrümpfer einzusteigen. „G“ steht für „Giant“ und bezieht sich auf die Ausmaße der neuen Boote, die im Gefolge des im Jahr 2000 gesegelten No-limits-Vergleichs „The Race“ gebaut worden waren: Fast 40 Meter lange zwei- oder dreirümpfige Segelmonster, von millionenschweren Syndikaten oder exzentrischen Milliardären finanziert, gesegelt und unterhalten, um Rekordmarken auf hoher See zu knacken. Als vorläufiger Höhepunkt dieser Speed- und Materialexzesse ging die Jules Verne Trophy 2004 in die Annalen der Segelgeschichte ein. Das als „Showdown der Giganten“ titulierte Duell zwischen Bruno Peyron, Steve Fossett und dem französischen Segeldandy Olivier de Kersauson war nicht nur erneute Weltrekordjagd, sondern auch Systemvergleich.

Während Peyron und Fossett mit 36 bis 38 Meter langen Kats unterwegs waren, setzte de Kersauson bei seinem GERONIMO auf drei Rümpfe und gewann die Weltumrundung in bis dahin nicht für möglich gehaltenen 64 Tagen. Allerdings „konterte“ die Zweirumpffraktion in Person von Bruno Peyron, der mit seinem 36 Meter langen Katamaran ORANGE 2 nur ein Jahr später Kersausons Rekord mit einer neuen Bestzeit von etwas mehr als 50 Tagen und 16 Stunden pulverisierte. Der Bau der GROUPAMA 3: State of the Art Seitdem gelten Schiff und Rekord als Maß aller Dinge. Gebaut und entworfen wurde die ORANGE 2 auf der bekanntesten Multihullschmiede Frankreichs, der bretonischen Werft Multiplast von Gilles Ollier. Wen wundert es daher, dass auch die GROUPAMA 3 dort entstehen sollte. Beim Entwurf setzte man dagegen auf das weltweit erfolgreichste Konstruktionsbüro im Dreirumpfbereich, die Pariser Designer von VPLP. Die Trimaranschmiede machte mit aufwendigen FEM-Berechnungen (Finite-Elemente-Methode) das Boot extrem leicht. Mit nur 18 Tonnen Gesamtgewicht ist die GROUPAMA 3 fast 12 Tonnen leichter als die Katamarankonkurrenz. Das ist optimal bei mittleren Windstärken bis 20 Knoten, wie sie auf weiten Teilen der Route vorherrschen. Mit 22,5 Meter wurde das Schiff gleichzeitig extrem breit. Das hat Gründe: Die Kräfte, die im Fahrbetrieb des neuen Monster-Tris auftreten, übersteigen sämtliche Vorstellungskraft: „Bei Halbwind bis 100 Grad und ungefähr 25 Knoten Wind (Windstärke sechs) entwickelt der dann bis zu 828 Quadratmeter große Segelplan ungefähr die Kraft eines 1000-PS-Motors“, erzählt Ollier. Viel Breite soll viel Anfangsstabilität bewirken. Auch soll die Rumpfkonstruktion in sich hochfest sein, dennoch aber flexibel genug, um die beim ungleichmäßigen Eintauchen in verschiedene Wellen (Wave-Piercing) auftretenden Scher-, Stauch- und Zugkräfte bestmöglich zu absobieren. Dazu wendeten die VPLP-Designer alle von VPLP und Multiplast in 20 Jahren Trimaranbau gesammelten Erfahrungen auf die Materialverbindungen der letzten Generation, Prepreg-Karbon mit Nomex-Inlets, an. „Bei der Route du Rhum 2002 haben wir gelernt, dass man Nomex nicht überall verbauen kann“, sagt Vincent Prevost, Mitgründer von VPLP. Bei der Regatta hatten 2002 aufgrund von Extremwetter und Materialversagen nur drei von 18 in Frankreich gestarteten 60-Fuß-Trimaranen das Ziel in der Karibik erreicht. Das damals neu verbaute Nomex, ein hauchdünnes, extrem leichtes und gleichzeitig steifes Kunststoff-Wabengewebe,


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das in den Rümpfen als Füllmaterial von zwei bis drei Millimeter starken Karbonschichten umhüllt ist, hatte sich bei Aufschlagsbelastungen aus stumpfen Einfallswinkeln als spröde und rissanfällig erwiesen. Das sollte sich beim Projekt GROUPAMA 3 nicht wiederholen. Dessen Rumpfdesign ist so gerechnet, dass es im Bugbereich von Zentralrumpf und Schwimmern punktuellen Belastungen von bis zu 12 Tonnen pro Quadratmeter standhält. Besonders auf den stürmischen und kalten Südmeeren seien solche Schockbelastungen durch Wellenaufprall an der Tagesordnung, so Ollier. Nicht nur in der Rumpfkonstruktion kam allerneueste Technik zum Einsatz. Auch bei den Materialien, die ein sicheres Bootshandling gewährleisten, ging man auf dem Riesentrimaran neue Wege. Schon 2005 reisten drei Entscheider des GROUPAMA-Teams zu Harken in Pewaukee, um mit dortigen Ingenieuren darüber nachzudenken, mit welcher Technik man die Kräfte auf der GROUPAMA 3 beherrscht und sie möglichst in Vortrieb umsetzt. Heraus kamen Lösungen wie diese: ein Harken „CRX Mega Traveller“, um die mit 22 Tonnen berechneten Kräfte der Großschot zu meistern. Dieser läuft auf einer halbkreisförmigen fast acht (!) Meter langen Schiene, von sechs kurzen Wagen gehalten, die mit hoch belastbaren Rollenlagern bestückt sind. Oder ein fliegender Block zum Dichtholen der Vorsegel, der eine sogenannte „Sichere Arbeitslast“ von 9070 Kilopond (10 Tonnen) garantiert und gleichzeitig mit nur 2,22 Kilogramm Gewicht federleicht ist. Er sitzt an einem Hanepot zwischen den Auslegern und dem Hauptrumpf, da Abmessungen und Segelriss der Fock das Schothorn direkt über dem zwischen den Rümpfen gespannten Netz platzieren und es daher keine Möglichkeit gibt, Beschläge zum Trimmen des Vorsegels anzuschrauben. Bei den genannten Lösungen konnte Harken auf seine Erfahrungen auf kleineren „Orma-60-Tris“ und AC-Yachten zurückgreifen.


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szene groupama

Nicht neu, aber durch die ungewohnten Maße hochgradig kritisch zu beherrschen, sind die gebogenen Steckschwerter, die neben Kursstabilität auch für Auftrieb sorgen sollen. „Sie haben inzwischen eine Länge von 4,50 Meter und ein Gewicht von fast 300 Kilogramm“, sagt Franck Proffitt, der zweite Mann auf der GROUPAMA 3. Der Trimm der Schwerter sei eine der heikelsten Aufgaben an Bord, so Proffitt. „Wir müssen zwar fast nie länger als fünf Minuten richtig ran und topfit sein. Das aber dann auch um vier Uhr morgens bei drei Grad Wassertemperatur“, beschreibt Proffit den Einsatz der Crew an Bord des Segelmonsters. Wie fit sie sind, bewiesen Cammas und Proffitt, als sie am 22.07.2007 mit ihrem Boot in nur vier Tagen, drei Stunden und 57 Minuten von New York Ambrose Light nach Cap Lizard in neuer Rekordzeit über den Atlantik fegten. Welcher Speed in Boot und Mannschaft steckt, zeigte dabei ihr neuer Etmal-Rekord von 792 gesegelten Meilen in 24 Stunden. In sechs Monaten geht es weiter Diese Erfolgsserie wollte man mit dem jetzigen Rekordversuch fortsetzen. Während der 24-tägigen Jagd durch Atlantik und Indischen Ozean schien GROUPAMA 3 das zu gelingen. Nach nur sechs Tagen und sechs Stunden erreichte der am westlichsten Punkt Frankreichs vor Ouessant gestartete Tri bereits den Äquator und hatte gegenüber Peyrons Vergleichszeit fast einen Tag Vorsprung herausgesegelt. Im Südmeer bremsten dann ungünstige Tiefdrucksysteme die GROUPAMA 3 wieder aus und ließen den Vorsprung zwischen Westaustralien und den Kerguelen auf nur 70 Meilen zusammenschmelzen, um dann wieder erneut auf fast 24 Stunden anzuwachsen. Es wäre wohl spannend geworden, wenn nicht das Material versagt hätte. Nach bisherigen Erkenntnissen brach der Backbordschwimmer in hoch belasteter Leepostion. „Die Verbindungen der Beams (Querstreben) mit Zentralrumpf und Schwimmer sind bei jedem Dreirümpfer ein neuralgischer Punkt“, sagt Sam Marsaudon. Auf seiner Werft hat er die IDEC 2, Francis Joyons 30Meter-Tri, gebaut. Der hat gehalten und Joyons bewusst simpel gehaltenes Boot ist mit einer Zeit von 57 Tagen und 13 Stunden seitdem das zweitschnellste Segelboot auf der Route um den Globus. Vielleicht nur noch kurze Zeit. Denn Cammas ist noch lange nicht aus dem Rennen. „Wir werden versuchen, das Schiff auf unserer Basis in Lorient (Bretagne) zu reparieren, um nach einer Optimierungsphase auf See schon Anfang Dezember wieder am Start zu sein“, sagte der Skipper nach seiner Rückkehr in Paris. INFO WWW.CAMMAS-GROUPAMA.COM


produkte

SAILDRIVE 330 Motor Der Saildrive 330 basiert auf dem Viertaktaußenbordmotor F15 von Yamaha.

GARMIN Display

Dieser Motor erfüllt dieselben strengen

COBB Grill

Mit dem Instrumentendisplay GMI™ 10 bietet Garmin ein flexibel einsetzbares, digitales Display, das

Abgasforderungen wie alle anderen

Kennen Sie das? Zünden und ewig warten, bis die Briketts grau sind!

Daten wie Geschwindigkeit, Wassertiefe, Temperatur, Wind oder Treibstoffkapazität anzeigt. Es ist

Marinemotoren von Yamaha, ist aber

Und dazu die manchmal mühsame Anzündung mit diversen Anzündmit-

kompatibel mit NMEA 2000 sowie NMEA 1083 – kann also in die meisten bestehenden Bordnetzwerke

außerdem noch extrem leise. Für den Ein-

tel. Die Zeiten sind nun vorbei. Das Kingsgrill-Brikett zünden Sie in der

eingebunden werden. Mit einem gut ablesbaren 3,5-Zoll-Farbdisplay, unkomplizierter Inbetriebnahme

bau des Motors braucht man nur wenig

Mitte an und zwar direkt mit dem Feuerzeug, ohne jegliche Anzünd-

und der anwenderfreundlichen Bedienung ist das GMI 10 eine Einheit, die für Sicherheit und Kontrolle

Platz, da dieser nur etwa 50 Zentimeter

mittel. Nach zwei Minuten kann was auch immer auf den Grill. Das

an Bord sorgt. Der empfohlenen Verkaufspreis liegt bei 599 Euro, detailliertere Informationen über

lang und 35 Zentimeter hoch ist. Der

umweltfreundliche Brikett ist aus Kokosnüssen produziert, d.h. keine

Ausstattung und technische Daten des GMI 10 gibts auf der Internetseite.

gesamte Motor wiegt circa 50 Kilogramm

Abholzung: alles Naturmaterial, das nachwächst. Ein Kingsgrill-Brikett

INFO WWW.GARMIN.DE

(!) und kann für Boote bis zu vier Tonnen

reicht für 1,5 Stunden Grillen und das ohne schlechtes Umweltbe-

verwendet werden. Beim Segeln hat

wusstsein. Eine Box mit vier Briketts kostet 3,99 Euro.

Drei Typen Rettungsinseln für verschiedene Einsatzgebiete umfasst das

der gesamte Antrieb einen minimalen

INFO WWW.COBB-GRILL.DE

Programm. Alle Rettungsinseln sind mit einer extra breiten Öffnung

Wasserwiderstand, was besonders von

versehen, um eine Bergung direkt vom Rettungshubschrauber zu

Regattaseglern geschätzt wird.

ermöglichen. Die Viking-Rettungsinsel RescYou™ für sechs Personen

INFO WWW.HL-SCHIFFSTECHNIK.DE

VIKING Rettungsinsel

(Küstenrevier) wird in einem Container geliefert. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt 1.294 Euro. Die Rettungsinseln RescYou™ Standard

WATSKI Pflegeserie

BLUBoats

(für offene See im europäischen Bereich) und RescYou™ Pro (für alle

Man könnte sagen: das Resultat ist glän-

Die Produktion der Serie für die blu26 ist im Januar gestartet. Die

Fahrtgebiete) gibt es für vier, sechs oder acht Personen. Sie werden

zend. Die Pflegeserie fürs Boot beinhaltet

ersten vier Schiffe werden bis Mitte des Jahres in der Schweiz ausgelie-

wahlweise im Container oder in einer Tasche geliefert.

Reinigungs- und Poliermittel sowie verschie-

fert. Die blu26 ist ein acht Meter langes Sportsegelboot, das für Match

INFO INFO@GOTTHARDT-YACHT.DE

dene Wachse für Kunststoffrümpfe, Teakrei-

Racing und Flottenregatten, vorrangig in der Schweiz, konzipiert wur-

niger, Persenningreiniger, Imprägniermittel,

de. Zu den ersten Kunden zählt auch die neu gegründete Segelschule

Schlauchbootreiniger und und und … Die

Zug Sailing am Zugersee. Mit zwei blu26 schafft Zug Sailing nicht nur

Preise liegen zwischen 12 und 21 Euro.

eine hervorragende Plattform für den Segelschulbetrieb, sondern bie-

Erhältlich im gut sortierten Fachhandel.

tet auch spezielle Kurse, Corporate Events und Segelsport-Veranstal-

INFO WWW.GOTTHARDT-YACHT.DE

tungen wie Match Racing an ... Technische Daten: Länge: 8,00 Meter, Breite: 2,20 Meter, Tiefgang: 1,80 Meter, Gewicht: 1200 Kilogramm, unsinkbar, Hubkiel, Steckruder, Grossegel: 21 Quadratmeter, Genua: 19 Quadratmeter, Fock: 14 Quadratmeter, Spinnaker: 70 Quadratmeter, Gennaker: 60 Quadratmeter (optional). Die blu26 ist zu einem Preis von 55‘000 CHF (ohne Segel, zuzüglich MwSt) erhältlich. INFO WWW.BLUBOATS.COM

TORQEEDO Motor Der Travel 401 ist einer der vielseitigsten Motoren im Programm der Starnberger Firma. Mit einem Gewicht von nur 11,4 Kilogramm inklusive Akku ist er

SOLIMAR Steuerräder

der leichteste Serienaußenborder der Welt. Der 401 entwickelt die Kraft eines

Gefertigt aus einem Mix aus Karbon und Kevlar erreichen die Steuerräder des

1-PS-Motors, der 801 kommt auf 2 PS. Ein weiterer, unschätzbarer Vorteil ist die

italienischen Herstellers ein Maximum an Stabilität, ohne dabei zerbrechlich zu

umweltfreundliche Nutzung – heute nicht ganz unwichtig. Kein Öl, kein Benzin,

werden. Beide Steuerräder, das TRANSAT und das ADMIRAL, werden in einem

keine Abgase, keine Geruchsbelästigung, vom Lärm mal abgesehen. Selbst die

speziellen und aufwendigen Vakuum-Verfahren hergestellt. Das Ergebnis kann

Lithium-Mangan-Batterie ist herkömmlichen „Antreibern“ überlegen. Man kann sa-

sich sehen lassen: optisch ein Hingucker, sehr stabil und ein echtes Leichtge-

gen: ein politisch korrekter Motor. Ach ja, geliefert wird er in einer wasserdichten,

wicht für die Steueranlage. Das TRANSAT-Steuerrad ist in 90 und 100 Zentimeter

schwimmfähigen Tasche.

Durchmesser, das ADMIRAL von 110 bis 170 Zentimeter erhältlich.

INFO WWW.TORQEEDO.DE

INFO WWW.SAILTEC.DE


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bergung

versicherung

Text Dennis Grau

Bergungen und deren Konsequenzen – in kaum einem anderen Bereich sind unsere Kunden derartig zu überraschen, wenn sie mit der Praxis während und nach einer Bergung konfrontiert werden. Natürlich wird jeder Skipper in der Regel alles tun, um eine bedrohliche Situation zu vermeiden. Jedoch kann bereits ein Motorschaden, ein ausgebrochener Anker oder ein Moment der Unaufmerksamkeit beim Navigieren zu einer Schlepphilfe- oder Bergesituation führen. Und nicht immer wird sich der Helfer mit einer besseren Flasche aus der Bordbar zufriedengeben oder, wie zumeist in deutschen Gewässern, mit einer Spende an die DGzRS. Die Beanspruchung von Bergelöhnen bis zu 100 Prozent des Schiffswertes auch von privaten Bergern, gegebenenfalls zusammen mit einer Arrestierung des Bootes, sind in der Praxis keine Ausnahme und führen in den meisten Fällen zu umfangreichen Maßnahmen: Beginnend mit der Stellung einer Versicherergarantie, um das Schiff aus der Arrestierung zu bekommen, bis hin zum endgültigen Verhandeln der Bergelöhne vor lokalen Gerichten. Geregelt werden Löhne für Bergungen und Schlepphilfen (hier liegt im Unterschied zur Bergung kein akuter Notfall für Schiff oder Besatzung vor) durch das internationale Recht und ein internationales Übereinkommen über Bergungen. Danach ist für die Bemessung des Bergelohnes ein ganzes Bündel von Kriterien maßgeblich, die je nach Situation der Bergung eine entsprechende Gewichtung erhalten. So sind beispielsweise die Summe der geretteten Werte, der Aufwand des Bergers und dessen Gefahr, Wetter- und regionale Bedingungen sowie die genauen Bergemaßnahmen zu nennen. Dabei spielt die berühmte Frage, wer wessen Leine angenommen hat, allenfalls in wenigen Fällen eine Rolle. Nicht selten stellt die ohnehin zumeist hektische und bedrohliche Situation für den Schiffsführer eine erhebliche Belastung

dar. In diesem Zusammenhang noch über Bergelöhne zu verhandeln, ohne die genauen Kriterien deren Bemessung zu kennen, ist daher keinesfalls zu empfehlen. Es kann dem Schiffsführer nur dringend angeraten werden, nicht über konkrete Summen zu sprechen und auch keine derartigen Vereinbarungen zu unterschreiben, ohne mit der Versicherung Rücksprache gehalten zu haben. Im Idealfall kontaktieren Sie uns unverzüglich und lassen unsere Experten die weiteren Verhandlungen führen. Gut zu wissen, dass dann derartige Kosten im (unmittelbar drohenden) Schadenfall über die Kasko-Police vollumfänglich mitversichert sind – ohne Summenbegrenzung. Sollte ein Berger dennoch sofort auf einer Vereinbarung bestehen, empfiehlt sich ausschließlich die sogenannte Lloyds Open Form (LOF) zu vereinbaren. Diese beinhaltet auf der Basis des „no cure – no pay“ (kein Erfolg – keine Bezahlung) auch eine Schiedsgerichtsvereinbarung, welche für spätere Auseinandersetzungen eine wesentlich höhere Rechtssicherheit darstellt. Ansonsten sollte der Versicherer sofort informiert, keine Aussagen über Schiffswerte oder anderes getätigt und ein genauer Havariebericht verfasst werden. INFO WWW.PANTAENIUS.DE

• Geben Sie nur einen Notruf ab, wenn eine unmittelbare Notlage besteht. • Kontaktieren Sie so früh wie möglich Ihren Versicherer. • Treffen Sie unter keinen Umständen Vereinbarungen zur Bergung (wenn, dann Lloyd´s Open Form). • Behalten Sie, falls möglich, das Kommando über die Situation. • Tragen Sie so viel wie möglich zur eigenen Rettung bei, setzen Sie die eigene Crew ein, nutzen Sie die eigene Ausrüstung. • Wenn möglich, machen Sie Notizen oder Aufzeichnungen über die Gespräche mit dem Helfer. • Behalten Sie Karten- und Logbuchaufzeichnungen als Beweismaterial für die Lage zum Zeitpunkt der erhaltenen Hilfe. • Treffen Sie keine Aussagen über den Wert Ihrer Yacht.

© Foto Pantaenius


ein weg entsteht, Text & © Fotos tomkoerber.de

CHINA, DAS REICH DER MITTE, WANKT. NICHT GEOGRAFISCH, HISTORISCH ODER WISSENSCHAFTLICH. EHER KULTURPOLITISCH. WAS HAT DIESES LAND, GROSS WIE EIN KONTINENT, ALLES ERTRAGEN MÜSSEN. GEISTREICHE BLÜTEZEIT MENSCHHEITSGESCHICHTLICHER ERFINDUNGEN, OPULENTE KAISER, DEN ZERFALL IN EINZELNE, VON WARLORDS REGIERTE, TERRITORIEN, DIE BESETZUNG JAPANS, BÜRGERKRIEGE, KOMMUNISTISCHE HERRSCHAFT, KULTURREVOLUTION, ISOLATION, VERARMUNG, ÖFFNUNG. DAS PENDEL SCHLÄGT ZWISCHEN PLAN- UND MARKTWIRTSCHAFT. WER WIRD GEWINNEN? UND, VOR ALLEM, WER VERLIEREN?

wenn man ihn geht

QINGDAO 2008


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travel qingdao

S

eit nunmehr 3.000 Jahren besitzt China die paradox anmutende Eigenschaft, wie seine Sagenfiguren und Herrscher alt geboren zu werden und sich genau dadurch geheimnisvoll wieder zu verjüngen. Der Staat öffnet sich gen Westen, gleichzeitig werden die Bewohner staatlich gelenkt. Firmen nehmen am weltweiten Spiel auf den Finanzmärkten teil, Rendite bestimmt das Handeln im, immer noch, kommunistisch geführten Staat. Wie in einem „Arbeiterstaat“ üblich prallen zwei Welten aufeinander. Reich. Arm. Auf der einen Seite luxuriöses, trendiges Großstadtleben, auf der anderen allgegenwärtige Armut auf dem Land. Während man in Bejing (Peking) im portugiesischen Fusion-Restaurant sitzt und zwischen den besten Weinen und Fleischsorten der Welt wählen kann, könnte man zwei Stunden außerhalb Bejings von armen Bauern erschlagen werden, weil man sich weigert, deren „private Straßenmaut“ zu zahlen. Eine immerwährende Landflucht trifft das Land im Innersten. Die Versorgung der Zentren erfolgte durch die Landwirtschaft, auch dieses Gleichgewicht wankt. Speziell die alte Kaiserstadt Bejing musste sich nie selbst versorgen, das übernahm die Landbevölkerung in der Peripherie. Bis heute hat die Stadt mit dieser veränderten politischen Situation so ihre Probleme. Veränderungen überrollen das Land wie eine Lawine, in der die Chinesen selbst kaum noch mithalten können. Ihr bisheriges Leben wird auf den Kopf gestellt. Die Grundsätze ihrer Erziehung gelten zum Teil nicht mehr. Was ist erlaubt? Wie weit darf ich gehen? Wo endet meine Selbstverwirklichung? Ist es eines Tages vorbei? Auslandsreisen sind Normalität, politische Äußerungen, vor einigen Jahren noch mit Gefängnis bestraft, fast alltäglich. Das, was sich nicht geändert hat, ist die Unberechenbarkeit der Regierung. Militärische und politische Willkür sind stets zugegen und können jederzeit ausbrechen, wie der Besuch des Dalai Lama im Bundeskanzleramt offenkundig offenbarte oder die Besetzung Tibets und der Bau des Vier-SchluchtenStaudamms beängstigend bestätigten.


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Und jetzt Olympia!? Schon lange halten sich Gerüchte über grün angemalte Grünanlagen, über künstlichen Regen (Wolkenbeschuss mit Salzen und Chemikalien) in der Region Bejing (Peking), über künstliche Seen. Alles in allem über eine Perfektionierung der Städte und des Lebens für den Zeitraum der Olympischen Sommerspiele. Die Welt blickt auf China und dieser Blick soll durch nichts getrübt werden. Eine künstliche, entzückende, kleine, temporäre Welt. Das erinnert vielerorts an die Verschönerungstaktik kommunistischer Staatssysteme. Da sind sie wieder, die Zweifel, die Mutmaßungen, das Suchen nach den Fehlern. Dabei meinen es die Menschen ehrlich und geben ihr Bestes, dem Fremden alles recht zu machen. Sogar Polizisten. So durfte ich ganz unproblematisch auf einer Kundgebung der Stadtführung fotografieren. Ich machte mir schon Sorgen, die Bilder prügelnder Soldaten und Polizisten im Hinterkopf, als ich mit meiner Kamera in der Hand die Veranstaltung betrat. Ein weiteres Beispiel, wie überraschend Chinesen sein können. Andere Menschen, denen ich begegnete, vom Fischer bis zum Uni-Professor, waren nicht nur äußerst freundlich, sondern auch wissbegierig, mehr über die Welt außerhalb ihrer Landesgrenzen zu erfahren. Es stellt sich die Frage, mit welchen Maßstäben man dieses Land messen soll und darf. Eine gänzlich andere Mentalität, die Geschäftsbeziehungen zu einer harten Probe für den westlichen Partner werden lassen. Stichworte wie Produktpiraterie, Geschäftsgebaren oder Vertragsauslegung hallen durch die Vorstandsetagen. Während der Arbeiter auf der Straße sich plötzlich mit einem modernen Handy wiederfindet und stapelweise westliche Magazine wie Cosmopolitan an den Kiosken herumliegen sieht, wundern sich die Besucher großzügiger Shopping-Malls keinesfalls über eine üppige Produktvielfalt. Sie erwarten sie sogar. Wie lange die Parteiführung diesen Spagat der „gelenkten Demokratie“ vollführen kann, weiß niemand. Nur eines ist gewiss: Ein Zurück in die Abschottung gibt

travel qingdao

es nicht mehr. Die junge Generation ist an ein westliches Leben gewöhnt und wird Internet, MTV und Coca Cola nicht mehr missen wollen. Die Firmen haben Blut am internationalen Finanzmarkt geleckt. Junge Unternehmer kehren von ihren Studienplätzen aus Deutschland und den USA zurück. Kommunistische Führungen indes ließen es sich immer gut gehen. Marktwirtschaft oder Planwirtschaft? Kommunismus oder Demokratie? Oder gar (wieder) Kaiserreich? Leif Göritz, seit vielen Jahren Leiter des German Centers in Bejing, ist für die Betreuung deutscher Firmen in Bejing zuständig. “China hat seine ganz eigene Form der Marktwirtschaft gefunden, die allen dogmatischen Lehren der Ökonomen zu widersprechen scheint. Man darf nicht vergessen, dass dieses Land in den letzten 20 Jahren Unglaubliches geleistet hat. Olympia und die jetzt anstehende Öffnung zur Weltöffentlichkeit sind eine riesige Herausforderung für die Führung – 2008 wird ein sehr spannendes Jahr für China und die Welt.“ Der Weg der olympischen Segler führt nach Qingdao, einer Stadt am gelben Meer im Osten Chinas. Gleich gegenüber: Südkorea. Die Flugdauer von Bejing nach Qingdao beträgt circa eine Stunde – ähnlich der von Hamburg nach München. Während man in Deutschland nahezu durchs ganze Land fliegt, spult man in China gerade mal ein winziges Bruchstück ab, dessen Strecke man auf der Übersichtskarte ernsthaft suchen muss. Man sagt: Qingdao ist nicht China. Das mag wohl an seiner Geschichte liegen. Qingdao war seines Zeichens noch ein verschlafenes Fischernest, außerhalb des Fokus’ der Briten, Russen und Japaner, als es 1898 den Deutschen in die Hände fiel. Grund dafür war die Ermordung zweier Missionare ein Jahr zuvor. So besetzten des Kaisers Truppen die Bucht und bekamen, als Sühne, die Stadt 99 Jahre lang zugesprochen. Natürlich sollte ein Flottenstützpunkt eingerichtet werden, was für eine städteplanerische Perfektion ganz im deutschen Sinne sorgte.


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travel qingdao

„IN CHINA ÄNDERT SICH SEHR VIEL IN SEHR KURZER ZEIT. DAS HAT GUTE UND AUCH SCHLECHTE SEITEN.“

Die Stadt wurde von Grund auf neu errichtet. Angelegt wurden ein Europäer-, ein Villenviertel, eine chinesische Händler- und Geschäftsstadt sowie zwei Arbeiterviertel. Keine chaotischen Strukturen, sondern rechtwinklig geplante Militärstadt. Alsbald erwarb sie sich den Namen „gesündeste Stadt Asiens und bezaubernder Urlaubsort“. Zumindest bis eine Typhusepidemie einen Großteil der deutschen Soldaten und den Gouverneur hinraffte. 1922 wurde die Stadt dann an China zurückgegeben. Bis heute blieb diese Bauordnung erhalten, zuweilen fühlt man sich in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg versetzt (ähnlich Namibia). Ob St. Michaels Dom, das ehemalige Seemannshaus, das Heilig Geist Kloster, das Rathaus, Observatorium, Diedrichsberg, ehemalige Bismarck-Kaserne oder das ehemalige Kaiserliche Gericht, mehr Deutsches im Ausland geht kaum. Kaum? Das hiesige Bier (Tsingtao Beer) wird bis heute nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut (1906 auf der Münchner Brauereiausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet) und in ganz China getrunken. Auf der Uferpromenade darf man nicht dem Bier die Schuld geben, wenn man vor einer übermäßig großen Beethoven-Büste steht. Ausgerechnet Beethoven, dem Mitbegründer der Wiener Klassik ... Wie auch immer, etwas skurril ist diese Begegnung schon.

Dass die Stadt den Slogan „Qingdao Sailing City“ aus Kiel (Kiel Sailing City) übernommen hat, ist nicht der weit verbreiteten Produktpiraterie geschuldet, sondern einer Segel-Business-Partnerschaft. Seit mehreren Jahren führen beide Städte ein produktiv freundschaftliches Verhältnis miteinander. Delegationen hüben wie drüben versorgen sich seit Jahren mit nützlichen Informationen. So errichtete man in Qingdao mit Support der Kieler einen chinesischen Ableger des erfolgreichen Segelcamps Camp24sieben, in dem chinesische Schulkinder sowie Helfer zu den Olympischen Spielen, unter Anleitung deutscher und internationaler Segellehrer, ausgebildet werden. Chinesen lernen, das Meer nicht nur als Arbeitsplatz zu sehen, sondern gleichfalls als Freizeitstätte. Ein Umdenkprozess von vielen,


Kiel Qindao Business Cup 2006.

die uns gar nicht bewusst sind. Der Kontakt von Qingdao und Kiel umfasst neben den maritimen Segelprojekten auch den Aufbau von Wirtschaftskontakten. Ein Baustein dabei ist, Segeln und Business miteinander zu verbinden. Das Business-Segeln in Qingdao ist seit 2005 erfolgreich von Pit Horst (Geschäftsbereichsleiter der Kiel-Marketing GmbH – KIEL.SAILING CITY) und Leif Göritz (German Center Bejing) initiiert worden. Nach großen Erfolgen in China fand der Cup 2007 das erste Mal auch in Kiel statt. Sinn dieses Cups ist nicht nur, den Chinesen den Segelsport näherzubringen, sondern in erster Linie, die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und China zu verbessern. Das Konzept scheint aufzugehen. „Die Landeshauptstadt Kiel kann sich ideal im internationalen Business als sehr attraktiver Wirtschaftsstandort präsentieren und empfehlen“, sagt Pit Horst. „Und das bei Kontakt zu einer 100-prozentig passenden Zielgruppe. Erfreulich zudem, dass bisher ein Großteil der Projekte durch Partner finanziert worden sind“, resümiert Pit Horst positiv für die Landeshauptstadt Kiel. Einzig und allein das Wetter könnte den Seglern Schwierigkeiten machen. Seenebel, kein bis schwacher Wind, dafür starke Strömungen, so knapp könnte man die Wetterlage im Sommer zusammenfassen. Erste Er-

fahrungen sammelten die Segler bei den Pre-Olympics im vergangenen Jahr, bei denen sie auf genau diese Wetterbedingungen stießen, wie ich sie schon fast ein Jahr zuvor beobachtet habe. Vielleicht finden die findigen Chinesen noch eine Möglichkeit, auch den Wind zu beeinflussen. Daran glauben mag der Autor nicht. Der blickt unter das Glas in seiner Hand und denkt an Produktpiraterie. Auf dem Boden des Wasserglases steht „Made in France“. Ein Lichtblick oder doch nur Fälschung? Im Gespräch mit Mr. LiFenghi, dem zweiten Vorsitzenden des chinesischen Olympischen Segelkomitees. Wie stolz sind die Chinesen auf die Ausrichtung? China ist ein Land mit einer langen Tradition. Die Menschen sind sehr stolz, dass sie die Ausrichter der Olympischen Spiele sind. Das gilt vor allem für Qingdao. Qingdao ist eine Stadt, die seit jeher sehr international ausgerichtet ist, natürlich auch durch die Prägung der deutschen Einwanderer – bis heute. Nehmen wir nur einmal das Bier, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird. Für jede Nation ist es etwas ganz Besonderes, wenn sie die Olympischen Spiele ausrichten darf. So kann das Land viel von seiner Kultur und damit auch seiner Geschichte präsentieren. Alle Menschen dieser Welt haben die Möglichkeit, nach China zu kommen, um

das Land in all seinen Facetten kennenzulernen. Eine Stadt wie Qingdao sticht da schon hervor und ist ein guter Grund, sich für die Zukunft zu platzieren und so einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Qingdao hat weitaus mehr zu bieten als gutes Bier oder eine gute Luft. Es ist nicht nur für uns eine gute Chance, die Stadt zu präsentieren, sondern auch eine gute Möglichkeit, sich als Zuschauer für die Stadt zu interessieren. Aus der Statistik wissen wir, dass Qingdao durchaus eine attraktive Stadt ist und wir höhere Besucherzahlen, auch innerhalb Chinas, verzeichnen können. Alle Menschen sind sehr stolz darauf, die Olympischen Spiele ausrichten zu dürfen. Natürlich ist auch ein großer Druck vorhanden, da die Weltöffentlichkeit auf uns schaut. Aber wir geben unser Bestes. Warum wurde Qingdao für die Segelwettbewerbe ausgesucht? Wir haben viele Besucher aus Europa, aus Australien und den USA. Die meisten kommen zum ersten Mal in unser Land und sind überrascht, dass Qingdao heraussticht. Es unterscheidet sich zu anderen chinesischen Städten ganz erheblich. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur, die man in vielen anderen Städten nicht hat. Wenn man sich den alten Kern anschaut, wird man Strukturen einer europäischen Stadt feststellen. Wir wissen um diese Bedeutung und schützen dieses Refugium, um es für die Nachwelt zu erhalten.


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Mr. LiFenghi, 2. Vorsitzender des chinesischen Olympischen Segelkomitees.

Hochhäuser wird man daher nur im neuen Teil finden. China und besonders Qingdao hat im Segeln eine lange Tradition. Das geht weit zurück. Als Stadt am Meer war es schon seit jeher durch Handelsbeziehungen offener geprägt als inländische Städte. Seit der 1950er-Jahre haben wir hier die National Sailing School. Zu dieser Zeit war die Stadt nicht übermäßig populär. Dies ändert sich nun und als Ausrichter der olympischen Segelwettbewerbe stehen wir umso mehr im Rampenlicht. Qingdao hat eine mehr als 50 Jahre alte Geschichte im Segeln, sogar in Barcelona gab es einen chinesischen Medaillengewinner. Hier wird die ganze Nachwuchsarbeit geleistet, hier stehen die Leistungszentren. Man kann sagen, Qingdao ist Sailing City China. Daher besteht die Städtepartnerschaft mit Kiel? Ich war öfter in Kiel und ich muss sagen, Kiel ist eine wirkliche „Segelstadt“. Dieses Image auf Qingdao zu übertragen, ist eines unserer wichtigsten Ziele. Wir haben gerade erst damit begonnen, konnten aber in kurzer Zeit Fortschritte machen, mit der Hilfe aus Kiel. Für uns ist es ein Traum, der aber gerade erst beginnt. In naher Zukunft möchten wir uns in Asien als Segelstadt präsentieren und in weiterer Zukunft wünsche ich mir, dass man Qingdao weltweit als Segelstadt erkennt und auch wahrnimmt. Wie sieht Ihre Arbeit aus, was ist Ihr Hauptziel? Das olympische Segelkomitee verfolgt natürlich mehrere Ziele. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Ausbau der Hafenanlagen und der kompletten Infrastruktur. Der Ausbau der Marina, der 2004 begann, ist nun nahezu abgeschlossen. In diesem Bereich wird auch das neue Gebäude der Nationalen Segelschule mit allen Trainings- und Regenerationsräumen untergebracht sein. Wir brauchen natürlich noch erfahrene Trainer, die die jungen Segler ausbilden können. Aber nicht nur im Trainerbereich haben wir Bedarf. Auch in anderen Bereichen wie Regattaleiter und Judges müssen wir gut ausgebildetes Personal einsetzen können, um internationale Richtlinien einzuhalten. Das fängt schon bei der Sprache an.

Ein Österreicher auf „Deutschem Boden“ Beethoven auf der Strandpromenade in Qingdao. In einem Jahr soll hier seine Marina entstanden sein. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.


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Vor allem die Jungen lernen Englisch mittlerweile an ihren Schulen, sodass zumindest das nur noch eine Frage der Zeit ist. Es geht weiter im Servicebereich, egal ob im Restaurant und Roomservice oder bei Hotelbuchung, oder nehmen Sie den Sicherheitsbereich. Auch der komplette Organisationsbereich muss westlichen Standards angepasst werden. Das Team, das wir zusammengestellt haben, sammelt die nötigen Erfahrungen, um zu den Austragungen möglichst alles reibungslos ablaufen zu lassen. Seit 2004 sichten wir die ganzen Helfer darum herum. Auch müssen wir uns um den technischen Support kümmern. WLAN-Verbindungen aufbauen, Netzwerke schaffen, Arbeitsmöglichkeiten für die Journalisten bereitstellen, da gibt es eine Menge zu tun. Dann kommt noch das Marketing dazu. Sie sehen, es sind sehr viele Einzelbereiche, für die eine jeweilige Abteilung zuständig ist. Daher findet eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen uns, dem Olympischen Komitee, und der Stadt statt. So ist der Bürgermeister auch Präsident des Komitees. Ebenso arbeiten wir sehr eng mit der Regierung zusammen. Im Endeffekt arbeiten wir für die Regierung. Eine meiner weiterführenden Aufgaben besteht in dem Aufbau von Werften. Und das ist ein komplett neuer Bereich, denn bisher gab es hier keine – zumindest nicht in dieser Form. Neue Optis für Qingdaos Schüler, damit möglichst viele segeln lernen.

Wie verändert sich Qingdao durch die Austragung? Die Stadt verändert sich momentan ständig. Ganz klar, dass die Austragung der olympischen Segelveranstaltungen der Katalysator ist. Natürlich nicht für alles; so haben wir den neuen Flughafen nicht aufgrund der Austragungen gebaut. Aber der Ausbau der Infrastruktur ist ein ganz wesentlicher Faktor, wenn es um eine Stadterneuerung geht. Auch das Bussystem und die Straßen fallen darunter. Auch im Bereich Umweltschutz haben wir eine Menge in der Planung. Das geht von Gewässerschutzmaßnahmen über Aufforstung der Grünanlagen bis zu allgemeinen ökologischen Verbesserungen. Liegen Sie im Zeitplan? Da kann ich nur sagen: Alles ist unter Kontrolle. Wir haben einen sehr detaillierten Plan, der sich nach unten aufgliedert, sodass für jeden Teilbereich ein Ansprechpartner verantwortlich ist. Bei uns heißt das: PDCA. Plan, Do it, Check it, Action. In bestimmten Abständen wird alles kontrolliert, um den Zeitplan abzugleichen. So gehen wir relativ sicher, dass alles im Lot ist. Gleichzeitig kann man Probleme nie ausschließen. Gerade am Anfang geht manches schief. Man muss die Probleme nur erkennen, denn erst dann kann man sie verbessern. Uns macht die Arbeit wirklich sehr viel Spaß, auch wenn es stressig ist. Schließlich bekommen wir so eine Chance kein zweites Mal in unserem Leben.


Wie groß ist das Team? 70 Leute. Für ein Land ohne Erfahrungen auf diesem Gebiet ist das ein großes Team. Für uns ist es das erste Mal, dass wir diese Art von Veranstaltungen aufbauen. Daher haben wir keinerlei Erfahrungen, ob die Anzahl ausreicht. So wie es bis dato aussieht, passt alles wunderbar. Bei den Olympischen Spielen werden diese 70 natürlich nicht reichen, da brauchen wir sehr viel mehr. Aber auch das ist schon geregelt, wir haben mehr Anfragen, als wir brauchen. Werden die Segelwettbewerbe den Segelsport in China promoten? Definitiv ja. Die chinesische Bevölkerungsstruktur ändert sich. Es gibt immer mehr Chinesen, die ihr eigenes Appartement oder ein Haus haben, immer mehr fahren ihr eigenes Auto, das war nicht immer so. Wir sind auch den Verlockungen des Westens ausgesetzt, sodass sich unsere angestammte Lebensweise verändert. Ebenso schnell wie alles andere auch. Junge Leute haben heute Sportmöglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Sie gehen z.B. windsurfen oder lernen das Segeln. Kleinere Kinder können in einem Opti oder Laser segeln, es entstehen Segel-Clubs, bei denen man auch Boote leihen kann. Wie in Kiel haben wir ein Programm über-

nommen, das möglichst vielen Schulkindern den Segelsport näherbringen soll. Eines unser Ziele ist, dass wir eines Tages den Stellenwert Kiels erreichen werden und uns auch Sailing City nennen können. Noch ist es nicht so weit. Kiel ist in Qingdao eine berühmte Stadt. Jedes Jahr kommen Kieler Segellehrer zu uns und lehren uns, wie man segeln lehrt und eine Segelschule geführt wird. Jedes Jahr lernen wir ein bisschen dazu und irgendwann werden wir in der Lage sein, alles selbstständig zu bewerkstelligen. Es ist eine Win-win-Situation, denn Kiel wird durch die Kooperation mit uns in China recht bekannt. Unsere Zusammenarbeit begann zwar mit dem Segelsport, aber dabei soll es nicht bleiben. Wir wollen auch wirtschaftlich enger zusammenrücken und da ist das Segeln doch ein guter Anfang.


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sailstyle

ORKANFAHRT Buch Wilde Stürme, Monsterwellen, Stunden zwischen Leben und Tod. Gefährliche

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Man ist versucht zu sagen: Das Besondere daran ist das Besondere darin.

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Zwölf Jahre reift der Whisky in Bourbon- und Sherryfässern, bis er endlich an

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SEBAGO Schuh

„Ice is nice!“ – Das ist denn auch der Wahlspruch von

Der Victory besteht aus einer Mokassinkonstruktion, d.h. zuerst wird der Schuh dem Fuß angepasst

schwedischen und finnischen Eisbrecher-Besatzungen.

und dann der Leisten geschnitten. Das bedingt eine bessere Passform. Der Schuh wird handgenäht, ist

Der Autor, gelernter Seemann und Journalist sowie

süß- und salzwasserbeständig. Dass er eine rutschfeste Sohle hat, brauchen wir nicht zu erwähnen. In der

studierter Geograf und Germanist, Dr. Peer Schmidt-

Ferse ist ein zusätzliche EVA-Stabilisator eingearbeitet. Der Preis liegt bei 119 Euro.

Walther, hat ihn sich auf Reisen zwischen Nordpol und

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Antarktis zueigen gemacht. Eine Fahrt durchs Eis bedeutet: es poltert, kracht und rumpelt – bis hin zum totalen Stillstand vor meterhohen Barrieren. Wenn über einem

SAMSONITE Trolley

Nordlichtschleier wabern und 25 Grad minus alles erstar-

Was auf den ersten Blick wie ein Riesenigel aussieht,

ren lassen. Wie lange man diese Reisen machen kann?

entpuppt sich beim zweiten Hingucken als wasch-

Die ultraleichte Soft Shell Jacke ist vor allem eins: cool. Und

Gute Frage – die Antwort könnte im Buch stehen.

echter Trolley. Der „SLOTH Duffle with wheels

zweckmäßig, denn sie ist dauerhaft wasserdicht und at-

ISBN 978-3-940459-25-1. Der Preis liegt bei 24,80 Euro.

SuperFabric®“ aus dem Hause Samsonite: Ein moder-

mungsaktiv, hat einen verlängerten Rücken und vorgeformte

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MUSTO EVOLUTION Jacke

Ellenbogen. Was soll man da noch sagen? Anziehen. Gibt’s in

geringes Gewicht, stabile Rollen und, jetzt kommt’s,

Schwarz und Weiß. Über den Fachhandel zu beziehen.

steht gerade, selbst wenn er voll bepackt ist.

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america´s cup Text Dennis Grau

Weiter Unruhe im AC. Nun hat auch noch das TEAM NEW ZEALAND Klage in New York eingereicht. Die Kiwis verklagen das TEAM ALINGHI als auch das ACM. Beiden werfen sie vor, nicht wie vereinbart 2009 einen AC durchzuführen. Das hat zur Folge, dass Segler entlassen werden müssen und Sponsoren abspringen. Die Neuseeländer fordern einen zweistelligen Millionenbetrag als Schadensersatz. Eine zweite Klage basiert darauf, dass Ernesto Bertarelli sich geweigert hatte, das von ihm vorgelegte, umstrittene Protokoll neu zu diskutieren. Grant Dalton, Manager der Neuseeländer, sagte: „Bertarelli hatte die Chance, einen vernünftigen Vorschlag von BMW ORACLE RACING anzunehmen, der damals auch von der Mehrheit der Herausforderer unterstützt und unterzeichnet wurde. Damit wäre es auch möglich gewesen, den Cup wie geplant 2009 zu segeln.“ Lucien Masmejan, ALINGHI-Rechtsberater: „Wir sind enttäuscht, dass EMIRATES TEAM NEW ZEALAND rechtliche Schritte einleitet, nachdem sie den Wettkampf vorher öffentlich anerkannt und sich dazu bekannt hatten. Diese Klagen sind vollkommen unberechtigt, schießen weit am Ziel vorbei und wir werden sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln abwehren. Wie der Rest der Segel-Gemeinde sind wir frustriert über die Verzöge© Foto Gilles Martin Raget/BOR

rungen, welche den America‘s Cup behindern, aber ALINGHI muss als Treuhänder seine Position im aktuellen Rechtsstreit verteidigen und die Integrität des America‘s Cup bewahren. Wir haben wiederholt klargemacht, dass ALINGHI eine rasche Lösung des Rechtsstreits begrüßen würde und will, dass sich die Aktivitäten so schnell wie möglich wieder aufs Wasser verlagern.“ Laut ALINGHI-Sprecher verhalten sich auch die Amerikaner immer noch nicht regelkonform: „2009 ist das korrekte Datum nach der zehnmonatigen Vorlaufzeit, die die „Deed of Gift“ dem Defender gewährt, um seine Verteidigung vorzubereiten. Diese Vorlaufzeit läuft erst wieder, seit Richter Cahn am 19. März 2008 seinen endgültigen Beschluss bekannt gab.

Die Parteien haben sich schon vor Monaten darauf geeinigt, dass die zehnmonatige Vorlaufszeit für die Dauer des Rechtstreits sistiert würde, bis ein endgültiger Beschluss feststeht und die Frist für allfällige Rekurse abgelaufen ist. Aber wie sie es schon wiederholt getan haben, ändert der GGYC auch jetzt wieder seine Haltung, um den Cup um jeden Preis und mit allen Mitteln für sich zu beanspruchen. Die SNG und der GGYC haben sich wiederholt öffentlich dafür ausgesprochen, dass, sollten sie den 33. America’s Cup gewinnen, die 34. Ausgabe 2011 stattfinden soll. Deshalb spielt es für den GGYC keine Rolle und – was noch wichtiger ist – es hat keinen Einfluss auf die America’s-Cup-Gemeinschaft, ob das Rennen im Oktober 2008 oder im Juli 2009 ausgetragen wird. Es sei denn, der GGYC glaubt nicht, dass er gewinnen kann, wenn die SNG eine adäquate Zeitspanne zugesprochen bekommt, um sich auf den Match vorzubereiten.“ Das ALINGHI-Segelteam reiste mittlerweile nach Lorient in Frankreich, um mit dem französischen Segler Alain Gautier auf der FONCIA, (ORMA-60’-OffshoreTrimaran) das Trimaran-Training zu beginnen. Dies im Hinblick auf das bevorstehende „Deed of Gift“-Match, das von BMW ORACLE RACING erzwungen wurde. „ALINGHI freut sich außerordentlich, dass es zu einer Zusammenarbeit mit Alain Gautier kommt. Er ist ein extrem erfahrener Trimaransegler. Da es für uns jetzt gegen BMW ORACLE vor allem darum geht, einen Mehrrümpfer zu designen und zu segeln, wird Alains Erfahrung und Expertise für das Team äußerst wertvoll sein“, betonte ALINGHI-Designkoordinator Grant Simmer. Er fügte hinzu: „Die meisten von uns sind Kielyachten-Segler und haben nur eine begrenzte Erfahrung auf Mehrrümpfern, insbesondere auf großen Multihulls. Deshalb ist dies ein wichtiger Schritt in unserem Lernprozess – wir müssen das Wesen der Mehrrümpfer-Yacht erfassen und wissen, wie man

damit Rennen segelt.“ Das heißt, auch die Segel, die Spieren, die Hardware sowie das generelle Layout und die Abläufe und Verantwortlichkeiten während der Manöver sind ein Thema. Unabhängig von den Streitigkeiten beginnen die Amerikaner ein neues Team auf die Beine zu stellen – genauer auf drei Beine. Denn momentan scheint alles auf ein Trimaranrennen hinauszulaufen. Neben Skipper Russel Coutts werden John Costecki (ehemals ILLBRUCK) und James Spithill (ehemals LUNA ROSSA) mit an Bord sein. Das Treffen, das am 26. März am Genfer See zwischen ALINGHI und BMW ORACLE RACING stattfand, endete indes mit einer herben Enttäuschung für die Schweizer: „Wir sind besonders frustriert über die Aussage des GGYC, dass die Abmachung über eine Sistierung der Frist, die vor Richter Cahn getroffen wurde und dem Titelverteidiger die gemäß der „Deed of Gift“ einzuhaltende zehnmonatige Frist gewährleisten würde, nicht mehr gültig ist, und dass das Rennen im Oktober 2008 stattfinden soll. Der GGYC hat bestätigt, dass er bereits mit dem Bau des Bootes für den America’s Cup Match begonnen hat und behauptet, dass die SNG genügend Zeit habe, bis Oktober 2008 ein Boot zu bauen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, solle die SNG mit einem bestehenden Boot antreten. Dies ist ganz klar eine Fortführung der GGYC-Strategie, den America’s Cup um jeden Preis zu gewinnen, denn das Rennen wäre lächerlich unausgeglichen.“ Bei diesem Hickhack gehen positive Meldungen fast ein bisschen unter. In Frankreich will Marc Pajot bis zum 34. America’s Cup (wie auch immer dieser ausfallen wird) ein weiteres französisches Team namens FRENCH SPIRIT auf die Beine stellen. Bisher mit dabei: Betrand Pacé. INFO WWW.AMERICASCUP.COM

© Foto Jaques Vapillon/Alinghi


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tornado WM

gorch fock feiert 50. geburtstag

Text Andreas Kling

Text & © Foto Lothar Lorenz

Eine steife Brise mit Sturmböen hinderte Roland Gäbler und Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) vom T-SYSTEMS TEAM 2008 daran, den ausgezeichneten und doch undankbaren vierten Gesamtplatz zu verbessern. Es wurde kein Rennen mehr gesegelt.

Hamburg neben Olympia-Bronze 2000 in Sydney schon dreimal die WM-Krone innehatte, wollte er sich für seine diesmal verpasste Olympiaqualifikation mit einem erneuten Weltmeisterschaftstitel entschädigen. „Der eine Leichtwindtag hat uns wichtige Punkte gekostet“, bilanzierte Vorschoter Gunnar Struckmann, „aber wir waren noch an der Spitze dran und hatten unsere Chance geradezu gespürt.“

Die endgültige Entscheidung der Regattaleitung fiel bereits um 12.45 Uhr Ortszeit, als der Nordnordwestwind auf Stärke sieben zugenommen hatte und einzelne Böen mit neun Beaufort über den Hauraki Golf bei Auckland fegten. „Mittags hatten wir erst noch etwas Hoffnung, dass doch gestartet werden würde“, meinte das T-SYSTEMS TEAM 2008 unisono, „denn wir wollten alle unbedingt noch mal aufs Wasser.“ Allerdings mussten auch die deutschen Spitzensegler eingestehen, dass die Bedingungen trotz vergleichsweise moderaten Wellengangs zu heftig gewesen waren. Auch weil außerdem die Sichtweite im Regen nur 200 Meter betrug, stellten die Veranstalter der Takapuna Worlds 2008 die Sicherheit der Crews obenan und brachen die WM vorzeitig ab.

Gemischt fiel die WM-Analyse der NRV-Clubkameraden Johannes Polgar und Florian Spalteholtz aus. Die Favoriten auf die Olympiafahrkarten nach Qingdao/China im August hatten einen Fehlstart in die Weltmeisterschaft hingelegt und sich im weiteren Verlauf nur leicht verbessert. „Aber der vorletzte Tag hatte uns noch mal richtig Mut gemacht“, so Polgar, „denn da waren wir schnell und haben endlich auch gut gesegelt.“ Auch er trauerte dem ausgefallenen Finaltag hinterher, wo es in der Endabrechnung deutlich nach oben gehen sollte. „Mit dem 21. Rang haben wir uns weit unter Wert geschlagen. Das Resultat ist jedoch im Hinblick auf die Olympische Spiele ohne besonders große Aussagekraft“, erklärte der 30-Jährige weiter, „denn wir erwarten in China vor allem Leichtwind. In Neuseeland gab es fast nur frischen bis starken Wind.“

„Einerseits sind wir natürlich stolz auf unsere Gesamtleistung“, meinte Roland Gäbler, „andererseits aber auch enttäuscht, dass es nicht mehr zum Happy End kam.“ Nachdem der fünfmalige Olympiateilnehmer vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV)

Sie ist unbestritten das schönste Schiff der Bundesmarine. Kein anderes deutsches Schiff zieht so viel Aufmerksamkeit auf sich wie die Bark GORCH FOCK II. Ob unter ihrer strahlend weißen Segelgarderobe auf offener See oder weltweit in fernen fremden Häfen, wohin die AAR-Ausbildungsreisen führen. Auch in Rostock, wo sie als Flaggschiff in der diesjährigen Hanse Sail ein gutes Fotomotiv hergibt, oder selbst abgespeckt im Trockendock einer Werft – selbst dort kann der Betrachter ihr noch gute Seiten abgewinnen. Rückblick: Die Bundeswehr stand im Aufbau (1955/56), die junge Bundesmarine brauchte Ausbildungsschiffe für ihren Nachwuchs und die Kiellegung der GORCH FOCK erfolgte am 6. März 1958 in Hamburg auf der Traditionswerft Blohm & Voss (Bau-Nr. 804). Bereits ein halbes Jahr später, am 23. August 1958, wurde der Stapellauf unter den kritischen Augen einer breiten Öffentlichkeit vollzogen. Nicht wenige Mitmenschen (wie der Verfasser, der selbst von 1956-1963 zur See fuhr) standen immer noch unter dem Schock des dramatischen Untergangs der PAMIR (21. September 1957), bei dem 80 Seeleute den nassen Tod fanden.

Schulschiff 1996/97 in 343 Tagen insgesamt 36.000 Seemeilen (66.667 Kilometer) zurück – davon 65 Prozent unter Segel und ihr bestes Etmal (gesegelte Strecke in 24 Stunden) betrug 323 Seemeilen, das sind 13,5 Knoten oder knapp 25 Stundenkilometer. Auf ihrer letzten neunmonatigen Ausbildungsreise im vergangenen Jahr hat die Bark unter dem Kommando von Kapitän Norbert Schatz 13 Häfen in Europa, den USA und Kanada angelaufen und dabei, 90 Prozent unter Segeln, rund 29.000 Seemeilen zurückgelegt. Bis heute rekrutiert die Marine nur Seeoffiziere, die das Segeln auf dem Dreimaster erlernt haben, bevor sie ein eigenes Kommando übertragen bekommen – übrigens seit 1997 erhalten auch Frauen ihre praktische und theoretische Ausbildung auf der GORCH FOCK.

Seit ihrer Indienststellung am 17. Dezember 1958 stand das Schiff immer im Mittelpunkt der Bevölkerung – weltweit. Ob als teilnehmender Segler einer Windjammer-Parade oder im Dienst als diplomatischer Botschafter für Frieden, Freundschaft und Völkerverständigung – wodurch die GORCH FOCK, gern als „Botschafterin in Weiß“ bezeichnet, einen großen Stellenwert in den Herzen aller Schiffsliebhaber gefunden hat. 1959 führte die erste Reise zu den Kanarischen Inseln. Seit 1960 beteiligt sich die jung gebliebene Alte Dame an internationalen Großseglertreffen und Regatten, bei denen sie stets einen der vorderen Plätze erlangte. Sie absolvierte außerdem etliche Transozean-Crossings, wie 1976, als die GORCH FOCK an der OP-Sail zur 200-Jahrfeier der Unabhängigkeit der USA in New York teilgenommen hat. 1987/88 folgte eine Weltumseglung. Dabei hat sie 33.572 Seemeilen, das sind 62.172 Kilometer, an 336 Tage zurückgelegt und in fünf Kontinenten 15 Länder angelaufen und 19 Häfen besucht. Auf einer weiteren Weltreise legte das

In diesem Jahr wird das Marine-Segelschulschiff in der Elsflether Werft an der Hunte generalüberholt. Für die aufwendige Renovierung sind 4,5 Mio. Euro veranschlagt. Dort bekommt die „Botschafterin“ unter anderem einen neuen Farbanstrich, eine neue Kombüse sowie einen kompletten Satz neuer Segel und wird um 60 Tonnen leichter gemacht. So abgespeckt und in neuem Glanz wird die GORCH FOCK die Feierlichkeiten ihres 50. Geburtstages im Heimathafen Kiel starten. Ihren ersten großen Auftritt vor großem Publikum erhält sie als Flaggschiff auf der Windjammer-Parade in der Kieler Woche am 28. Juni 2008. Anschließend, im August, versegelt die schmucke „Marine-Lady“ nach Flensburg zur Flensburg Nautics und in Rostock-Warnemünde ist sie der Star der 18. Hanse Sail. Dort trifft sie auf die GORCH FOCK I, die 75 Jahre alt ist und derzeit in Stralsund restauriert wird, und auf die baugleiche MIRCIA aus Rumänien. Zudem haben die russische Viermastbark KRUZENSHTERN und Polens Vollschiff DAR MLODZIEZY ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten zugesagt. Einen Monat drauf, im September, besucht die GORCH FOCK die Hansestadt Hamburg, von wo aus sie anschließend zu ihrer Herbst-Ausbildungsreise startet.

Auch ein wenig Wehmut herrschte unter den 52 Teilnehmern aus zwölf Nationen. Denn nach dem derzeitigen Stand der Dinge war es vorerst die letzte Weltmeisterschaft als olympische Klasse. In einer sehr umstrittenen Entscheidung hatte der Weltsegelverband ISAF im November den Katamaran aus dem olympischen Segelprogramm für Weymouth 2012 gekippt. Doch dem Votum will sich die Tornado-Klasse nicht tatenlos hingeben. In Neuseeland wurde nochmals bekräftigt, in den kommenden Wochen alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Gremien der ISAF von der Notwendigkeit einer erneuten Abstimmung zu überzeugen, welche Bootsklassen am besten olympisch sein oder bleiben sollten.

1. Darren Bundock/Glen Ashby (Australien) 2. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Kanada) 3. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 4. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 5. Francesco Marcolini & Edoardi Bianchi (Italien) 6. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Niederlande) 21. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 27. Tino und Niko Mittelmeier (Ueberlingen)


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international fourteen Text Jens Holscher © Fotos Rene Speak

EIN BERICHT ÜBER DIE JUBILÄUMSREGATTA DER ÄLTESTEN JOLLENKLASSE DER WELT, DIE INTERNATIONAL FOURTEEN PRINCE OF WALES CUP WEEK 2007, AUSGERICHTET VON DER ROYAL YACHT SQUADRON UND DEM GUNARD SAILING CLUB, IN COWES, ISLE OF WIGHT.


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JEDES LAND HATTE SEINE EIGENE SICHTWEISE IN DER FESTLEGUNG ELEMENTARSTER REGULARIEN, UM DIE KOSTEN DER HERSTELLUNG EINER SOLCHEN JOLLE FINANZIELL ERSCHWINGLICH ZU HALTEN.

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oller Ehrfurcht stehen wir vor diesem großartigen Gemälde in der Royal Yacht Squadron. Das Werk zeigt die AMERICA, jenen legendären Schoner, der damals vor 156 Jahren über den Atlantic nach Cowes segelte, um an dem 100 Guinea Cup teilzunehmen. Weltweit war dies damals die erste Herausforderung, an einer Segeltrophäe teilzunehmen, die nicht ausschließlich unter Mitgliedern des britischen Königreiches ausgetragen wurde, sondern auch von internationalen Gästen der Squadron gewonnen werden konnte. Die AMERICA vom New York Yacht Club siegte damals vor 15 Mitstreitern der Royal Yacht Squadron mit 20 Minuten Vorsprung und verlieh dem Cup bekanntlich seinen neuen, populären Namen. Ein paar Schritte weiter, draußen in dem neuen Anbau der Squadron, bestaunen wir ein weiteres einzigartiges Gemälde dieses historischen Segelvereins, das eine Szene der 150. Jubiläumsregatta des America’s Cup im Solent zeigt. Im Jahr 2001 kehrte die älteste Sporttrophäe der Welt an ihren Ursprung nach Cowes zurück, auf die Isle of Wight. Zwar ohne „die Kanne“ zurückgewinnen zu können, wohl aber um ehemalige America’s Cup Yachten auf dem Solent einmalig zu vereinen. Das Bild zeigt wundervolle Yachten wie die ENDEAVOUR, vielleicht das schönste Schiff der J-Class, sowie erfolgreiche Vertreter der 12er-Klasse und moderne AC-Cupper dicht nebeneinander in der Vorstartphase. Kein neuzeitlicher Dial-up, sondern ein klassisches Round-the-Ends – in Öl und Leinwand.

Neben diesen beeindruckenden Zeitdokumenten des Segelsports steht auf dem perfekt geschnittenen englischen Rasen der Squadron inmitten vieler Menschen eine auf den ersten Blick eher unscheinbare kleine Holzjolle namens BECKY. Ein fein restauriertes Dinghy, das als besondere Leihgabe des Classic Boat Museum in Newport der Yacht Squadron als Veranstalter des diesjährigen Prince of Wales Cup zur Verfügung gestellt wurde. Und dies nicht ohne Grund, denn bekanntlich sind Zeitdokumente des Segelsports in dem königlichen Yachtverein in elitärer Umgebung gut aufgehoben. BECKY ist ein sogenannter Island Fourteen, ein 14 Fuß langes Holzdinghy, das 1923 von Charles Nicholson für den Island Sailing Club in Cowes entworfen und von Keith Beken, einem bekannten Jachtsport-Photographen, bis 1933 gesegelt wurde. Jahrzehnte später tauchte die Jolle wieder auf, wurde liebevoll restauriert und ist heute eine der antiksten noch existierenden bekannten Vertreterinnen der ältesten, international anerkannten Jollenklasse der Welt – der „International Fourteen Foot“-Klasse. 2007 hatte die Royal Yacht Squadron zu einer weiteren Jubiläumsregatta eingeladen, dem Prince of Wales Cup. Vor genau 80 Jahren, als seine Königliche Hoheit, der Prince of Wales Edward Windsor (später Edward VIII.), auf einem Empfang in Kanada war, wurde der Prinz abseits des royalen Programms aus einer Laune heraus in einem kanadischen 14Fuß-Dinghy spontan zum Segeln mitgenommen.


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Das Segeln machte ihm so viel Spaß, dass er zurück in England der dort ansässigen nationalen Fourteen Foot Dinghy Class einen Preis zur jährlichen Ehrung des englischen Meisters stiftete. Kaum konnte er damals ahnen, dass diese Trophäe bald zur begehrtesten Sporttrophäe in der Welt des Jollensports aufsteigen sollte und dass sich in Zukunft sowohl neue Jollendesigns, als auch die meisten Segelsportinnovationen und das seglerische Können von Steuermännern und Vorschotern in dieser weltweit ältesten Jollenregatta zu messen hätten. Der erste Prince of Wales Cup (P.O.W.) wurde am 1. August 1927 im Solent vor Cowes ausgetragen. Der zu segelnde Kurs bestand lediglich aus zwei langen Halbwindkursen ohne einen richtigen Amwindkurs, mit Bahnmarkenrundungen nahe „Egypt Point“ sowie in der „Osbourne Bay“. Start und Ziel des zwei Mal zu absolvierenden und ungefähr zehn Seemeilen langen Kurses war direkt vor der Squadron und versprach für den Gewinner den traditionellen Kanonenschuss aus einem der 22 blankpolieren Geschütze, die direkt vor dem königlichen Yachtverein bisher schon jeden Sieger wichtiger Regatten in Cowes adelten. Die erste Gewinnerin war damals IREX (K 78), entworfen und gebaut von Bruce Atkey in Cowes und gesegelt von seinem Sohn Cecil, zweite wurde RADIANT (K 63), gesegelt von Uffa Fox, und dritte die Jolle VAMOOSA (K 98) mit Morgan Giles als Steuermann. Nun ist die Verbindung des P.O.W. – der

ältesten Jollenregatta der Welt – und dessen 80-jährigen Jubiläums zum America’s Cup – der ältesten Sporttrophäe der Welt – und dessen 150. Jubiläumsregatta in Cowes vor sechs Jahren verständlich. Damals segelten die „Großen“ und die Kanne kehrte zum Jubiläum erstmalig seit Bestehen des America’s Cup wieder zurück nach Cowes. Dieses Jahr folgten nun die „Kleinen“ und der begehrte Cup kehrte ebenfalls zum ersten Mal in seiner Geschichte des P.O.W. wieder zurück zu seinem Ursprung. Noch im selben Jahr (November 1927) wurde von der englischen Fourteen Foot Dinghy Association vorgeschlagen, sich bei dem damals gerade mal 20 Jahre bestehenden Weltsegelverband, der International Yacht Racing Union (I.Y.R.U., gegründet im Jahre 1907 und 1996 umbenannt in International Sailing Federation, ISAF) um die Verleihung eines internationalen Status’ zu bemühen. Bereits weit vor der Jahrhundertwende gab es eine Vielzahl von diesen schon relativ verbreiteten 14Fuß-Dinghys, die ursprünglich auf großen Schonern als Beiboote genutzt wurden. Vorzugsweise dienten diese Jollen damals ab und zu den Kapitänen und der Besatzung dazu, kleine Regatten – nur zum Spaß – gegeneinander auszutragen. Jene Jollen wurden zu dieser Zeit nach unterschiedlichen Vorstellungen in Bauweise und Rumpfdesign entwickelt. Die einzelnen Designs eines 14 Fuß langen Dinghys waren dabei

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SEIT LETZTEM JAHR HAT ES SOGAR EIN DEUTSCHER FOURTEEN-SEGLER IN DAS DEUTSCHE AMERICA’S CUP-TEAM GESCHAFFT. stark regional geprägt und wichen in den verschiedenen Ländern deutlich voneinander ab. Jedes Land hatte seine eigene Sichtweise in der Festlegung elementarster Regularien, um die Kosten der Herstellung einer solchen Jolle finanziell erschwinglich zu halten. Erst durch verstärkte nationale und internationale Beziehungen der einzelnen Vereinigungen entstand um 1920 ein erstes gemeinsames Regelwerk eines 14 Fuß langen Dinghys. Mit der Überarbeitung dieses ersten Regelwerks, das dann schlussendlich nur noch aus fünf Vorschriften zur Festlegung der Länge, der Gesamtsegelfläche, des Gewichts, der Masthöhe und des Verbots jeglichen Zusatzballasts bestand, wurde ihr schließlich als erster Jollenklasse der Welt 1928 der internationale Status von der I.Y.R.U. verliehen. Interessant an dieser geschichtlichen Entstehung der ersten und damit ältesten international anerkannten Jollenklasse der Welt ist ebenfalls deren deutsche Entwicklung. Nach unseren Recherchen im Archiv der nicht mehr existierenden Segelzeitung „Die Yacht“ (Namensvorgänger des Magazins „Yacht“) fanden wir in der Ausgabe vom 24. November 1928 unter der Rubrik „Amtliche Bekanntmachungen“ die offizielle Mitteilung, dass auch der Vorstand des Deutschen Segler Verbandes das 14-Fuß-Dinghy als internationale Klasse angenommen hatte. In zwei weiteren frühen Ausgaben aus dem Jahr 1929 wurde das 14-Fuß-Dinghy ausführlich und anspruchsvoll dem deutschen

Segelpublikum vorgestellt. Es wurde dabei mit dem damals schon mehr verbreiteten 12-Fuß-Dinghy verglichen und erhielt bei sehr kritischer Betrachtung in beiden Ausgaben „unstreitig“ den Vorteil. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es sowohl in raueren Gewässern als auch auf Binnenrevieren klare Vorteile hätte und besonders für „Rennsegler“ sehr interessant sei. Mit ein bisschen Schmunzeln sind die Berichte natürlich schon zu lesen. Beachtenswert ist aber, dass bereits im Jahre 1929 auf den Vorteil einer Konstruktionsklasse gegenüber der Einheitsklasse des 12-Fuß-Dinghys hingewiesen und sie als besonders attraktiv angesehen wurde. So war damals „Karweelbau“ zulässig und weder über Plankendicke noch über Spantenstärke existierten limitierende Vorschriften. Getreu dem Motto des damals führenden Jollendesigners Uffa Fox „weight is only for use in steam rollers“ wurden damals in England Boote schon unter 100 Kilogramm gebaut. Dieser Anspruch führte dazu, dass bereits in den 1920er-Jahren auch in Deutschland über Verbesserungen des 14-FußDinghys innerhalb der wenigen vorgeschriebenen Maße öffentlich diskutiert wurde. Noch im selben Jahr wurde für eine Wettfahrtserie von einem Herrn Erich F. Laeisz der sogenannte Panpreis gestiftet. Die Premiere dieser ältesten uns bekannten deutschen 14-Fuß-Dinghy-Regatta wurde vom 25. bis 27. September 1929 von dem Norddeutschen Regattaverein auf der Alster ausgetragen. Leider existieren nach unserer Recherche wohl durch die Kriegswirren nach


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den 1920er- bis Ende der 1980er-Jahre keine weiteren Dokumente in Bezug auf eine aktive deutsche Regattatätigkeit in dieser Jollenklasse. Dies erklärt auch, dass das „International Fourteen Dinghy“ als Bootsklasse bei uns immer noch eher wenig bekannt ist. Erst seit der Gründung der Deutschen Fourteen Foot Dinghy Klassenvereinigung e.V. im Jahre 1989 erfuhr die Klasse wieder einen Aufschwung und genießt seither eine ansteigende Popularität. Der sich seit ca. 1900 entwickelnde 14-Fuß-Dinghy ist heute kaum mehr wiederzuerkennen (s. Sailing Journal Heft 5/2004). Das jeher als offene Konstruktionsklasse gehaltene Dinghy schrieb nämlich nicht nur Segelgeschichte aufgrund ihres Alters, sondern auch anlässlich ihrer ständigen Weiterentwicklung. Die heutigen Boote vereinen dabei die ausgefallensten Erfindungen des Jollensegelsports, sodass die Klasse heute anerkanntermaßen als DIE „Segeljolle der Welt“ bezeichnet wird. BECKYs Nachfolger sind heute Hightech-Jollen (Skiffs), die unter Doppeltrapez gesegelt werden und komplett aus Karbon hergestellt sind. Mit einem Rumpfgewicht von 74,25 Kilogramm,

einer Masthöhe von 7,6 Meter und einer Gesamtsegelfläche von fast 60 Quadratmeter sind damit 25 Knoten Bootsgeschwindigkeit locker zu erreichen. Doch der Weg bis dahin war lang: Die I14 hat eine Menge Segelsportinnovationen hervorgebracht, die im modernen Jollensport nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehört zum Beispiel die Erfindung des Ausreitgurtes, der allerdings in den aktuelleren Designs eines „Fourteens” schon lange nicht mehr zu finden ist. Eine frühe Variation eines Trapezes, bei dem sich der Vorschoter noch an einem kleinen Griff die ganze Zeit festhalten musste, erschien bereits 1937 auf dem P.O.W. und wurde kurz darauf in den Klassenregeln vom Fourteen-Weltverband wieder verboten. Im Segeldesign wechselte man früh von den Baumwollsegeln hin zu leichteren Materialien wie Nylon für den Spinnaker und Terylene für das Großsegel und die Fock. Bruce Banks brachte in die Klasse ein automatisches Reffsystem für das Großsegel ein, mit einer simultanen Verbindung zum Großfall – heute allgemein bekannt als Rollreff. In den 1960er-Jahren wurde die Wykeham-Martin-Rollfock eingeführt und zwei Jahre später startete Glen Foster


beim P.O.W. als erster Jollensegler mit einer zentrierbaren Großschotvorrichtung und Traveller. Die Amerikanische Flotte war die erste, die zu dieser Zeit wieder das Trapez einführte, deren Vorreiterrolle die englische Flotte in den 1970ern folgte. In Neuseeland wurde mit durchgelatteten Großsegeln experimentiert. Die Segelfläche vergrößerte sich dramatisch, sodass zwangsläufig auch über die Einführung des Doppeltrapezes diskutiert wurde. Die verschiedenen Entwicklungen in unterschiedlichen Ländern barg damals allerdings die Gefahr in sich, dass die Klasse wieder in nationale Klassen zerfallen könnte. Es war an der Zeit, die Klassenregeln weltweit einheitlich zu verändern. Um 1986 wurden radikale Fortschritte für eine neue Generation der Jollen eingeleitet. Nach langem internationalen Diskussionsaustausch wurden das Doppeltrapez (1984) und der asymmetrische Spinnaker eingeführt, der an einem ausfahrbaren Bugsprit gesetzt wurde. Die Boote veränderten sich zu schlankeren, dynamischen, sehr schnellen und aufregend zu segelnden Skiffs. Die Rümpfe waren zumeist aus GFK und die Masten aus Aluminium. Schließlich erfolgte in den 1990er-Jahren in beiden Bereichen der Wechsel zu Karbon. Unsere

These dazu: Mit diesen Neuerungen wurde ein allgemeiner Trend in der Gestaltung nicht nur kleiner Gleitjollen, sondern sogar größerer Yachten eingeleitet, der vielleicht auch dazu führte, dass die America’s Cupper beispielsweise seit 1995 mit den schnellen und gleichzeitig einfach zu segelnden asymmetrischen Spinnakern gegeneinander antreten. Im Jahre 1996 änderten sich zum letzten Mal bis heute die Klassenregeln etwas umfangreicher. Die Masten wurden erneut höher, die Segelfläche wurde nochmals vergrößert, die Spinnakergröße blieb unreglementiert und die Boote wurden aufgrund des überwiegenden Einsatzes des Werkstoffes Karbon noch schmaler und noch leichter. Zu dieser Zeit überlegte die ISAF, wie man das olympische Segeln attraktiver gestalten könne. Es entstanden zahlreiche One-Design-Ableger, die das FourteenKonzept zum Vorbild hatten. Als prominentestes Beispiel sei der 49er genannt, der das olympische Segeln erfolgreich auffrischte. Auch die TornadoKlasse, mit Einführung von asymmetrischen Spinnakern und „BigTop“-Segeln, führte diesen Trend fort.


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Doch die Entwicklung im International Fourteen blieb nicht stehen. Seit dem Jahr 2000 experimentierte man als erste Zweihandklasse der Welt mit verstellbaren Flügeln am Ruderblatt, sogenannte „T-Foils” oder „Hydrofoils”, die jenen Geschossen jetzt endgültig zum Abheben verhalfen (das Sailing Journal berichtete über die neusten Entwicklungen bereits im Heft 1/2007). Dennoch haben bei allen Veränderungen BECKY und die heutigen Skiffs drei Sachen nach wie vor gemein: Beide sind 14 Fuß lang, beide werden von zwei Seglern bedient und beide sind in ihrer Zeit absolut „state of the art“. Dabei verdankt die „International Fourteen“-Klasse die meisten Rumpf- und Ruderblattentwicklungen der letzten Jahre Paul Bieker, jenem bekannten Bootsdesigner, der beim BMW ORACLE RACING jahrelang in der Verantwortung stand und seit letztem Jahr erfolgreich mit der deutschen Werft Speedwave zusammenarbeitet. Diese Innovationsfähigkeit der „International Fourteen“-Klasse bildet eine weitere Parallele zu den heutigen America’s Cuppern. Seit letztem Jahr hat es sogar ein deutscher Fourteen-Segler in das Deutsche „America’s Cup“-Team geschafft. Axel Reinsch wird dabei im Design-Team mitarbeiten. Aber zurück zum P.O.W. Der Prince of Wales Cup ist verbunden mit vielen vergangenen und aktuellen Segelsportpersönlichkeiten. Eine ewige Teilnehmerliste

liest sich wie das „who is who” des Jollensports: Stewart Morris, Charles Nicholson, Uffa Fox, Sir Peter Scott, Paul Elvstrom, Bob Fisher, Phil Morrison, Paul Bieker und viele mehr haben bereits den International Fourteen gebändigt und sind fasziniert von dieser einzigartigen Klasse. Das Jubiläums-P.O.W. 2007 gewann das englische Team Rob and Peter Greenhalgh. Leider konnte die historische Zielrunde aus dem Jahr 1927 aufgrund der starken Wind- und Strömungsverhältnisse an jenem Tag nicht umgesetzt werden. Eine weitere Besonderheit sollte nicht unerwähnt bleiben. Neben den 60 Skiffs nahmen auch zehn sogenannte Classic Fourteens (ab Baujahr 1984) in einer separaten Einzelwertung teil. Diese Sonderwertung gibt es bei jedem P.O.W. und jeder Weltmeisterschaft. Zum 80-jährigen Klassenjubiläum lädt der Warnemünder Segelclub gemeinsam mit der Yachthafen-Residenz Hohe Düne an das womöglich schönste Segelrevier der Ostsee ein. Dabei findet die bei jeder Weltmeisterschaft der International Fourteens auszusegelnde Team-Weltmeisterschaft, bei der vier gegen vier Boote im Team gegeneinander segeln, während der Warnemünder Woche statt. Die Einzelweltmeisterschaft, mit zu erwartenden 90 teilnehmenden Skiffs aus zehn verschiedenen Nationen, folgt im Anschluss, sodass der gesamte Jubiläumsevent vom 9. bis 20. Juli 2008 dauert.


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mer Text & Š Fotos Matt. Mßncheberg arbeitet vorwiegend im Bereich Wassersport und Travel, info@muencheberg-media.com.

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szene tioga

„„

Die Zukunft haben die Leute nur erfunden, um die Gegenwart zu verderben“, sagt Juliette alias Brigitte Bardot im Film „Und immer lockt das Weib“. Zuweilen hat jedoch auch ein Blick in die Vergangenheit seinen Reiz. Roger Vadims erster von insgesamt 26 Filmen spielt im Hafenstädtchen St. Tropez und in der nahen Bucht La Ponche, anno 1956. Der Skandalfilm über ein Waisenmädchen machte das Fischerdorf schlagartig bekannt und zum Treffpunkt des internationalen Jetsets. Zwar haben sich die Stars und Sternchen längst wieder verabschiedet von dem Ort, der wie ein Symbol für die gesamte westliche Côte d`Azur steht. Geblieben sind nur die Tausenden von Touristen, die sich im Sommer täglich durch den Ort zwängen, riesige Motoryachten und hohe Preise. Dort, wo heute am Quai de l`Epi schicke Restaurants, eine Marina und La Capitainerie am Noveau Port beheimatet sind, stand früher eine große, alte Werft. Darinnen und im kristallklaren Wasser davor tummeln sich klassische Yachten, als wäre es das Normalste von der Welt, glaubt man dem fünfzig Jahre alten Zelluloid-Streifen, dem auch Curd Jürgens, Jean-Louis Trintignant und Christian Marquand ihr Gesicht gaben. In jene Zeit Mitte der Sechziger zurückversetzt glaubt sich, wer den Ort mit der harmonisch gewachsenen Architektur, dem natürlichen Hinterland und den weiten Sandstränden heutzutage Ende September bis Anfang Oktober besucht. Denn dann wird das am Ende des 19. Jahrhunderts noch völlig verschlafene 5.600-Seelen-Nest zum Schauplatz einer hochkarätigen Klassiker-Regatta, der Les Voiles de St. Tropez. Es wird kolportiert, die Idee zu den Wettfahrten sei – wie so oft – an einem Bistro-Tisch geboren worden. Fakt ist, dass sich am 29. September 1981 die Swan 44 PRIDE und die 12mR-Yacht IKRA ein spannendes Duell im Golf von St. Tropez lieferten. Die La Nioulargue war geboren und sollte bis 1996 regelmäßig legendäre Yachten und berühmte Skipper anziehen. Nach einer folgenreichen Kollision zwischen den Yachten MARIETTE und TAOS BRETT ruhte die Regattaserie drei Jahre lang und wurde schließlich 1999 unter Les Voiles neu aufgelegt. Mittlerweile – so ist das mit KneipentischIdeen – feierte das Spektakel 25-jähriges Jubiläum.

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Heute wie damals schwoien dicht an dicht klarlackierte Edelholzrümpfe an den Festmacherleinen im Neuen Hafen und am Quai Suffren, glänzt geputztes Messing in der heißen Mittagssonne, laufen maritime Schätze ein und aus. Nur B.B. wird, nachdem sie 2006 als Sponsor der Trophée du Bailli de Suffren Gast in St. Tropez war, dieses Mal wohl nicht kommen. Und auch die stolze weiße Yacht von Eric Carradine alias Curd Jürgens wird nicht mehr am Quai Gabriel Péri festmachen. Dafür lassen sich vom roten Gestühl des Café Sénéquier – manche halten das Café für eines der berühmtesten weltweit – quasi aus der ersten Reihe viele andere maritime Kostbarkeiten aus der Historie des Yachtsportes, wie etwa die TUIGA, bei perfekten Hafenmanövern am quirligen Quai J. Jaurés beobachten. Der Weg in den Ort der Schönen und Reichen führt von Berlin-Schönefeld aus per Billigflieger nach Nizza. Knapp zwei Stunden dauert der Flug in den Süden. Richtung Wärme. Von dort geht es mit dem Bus zum Bahnhof „Nice Ville“, eine halbstündige, preiswerte Stadtrundfahrt quer durch Nizza. Der Zug Richtung Toulon rattert kurze Zeit später über Antibes und Cannes nach St. Raphael. Für zehn Euro gibt es vom Regionalexpress-Fenster aus freie Sicht auf die gewundene Küstenlinie, an der sich in den Städten die Neubaublocks drängen – mit Fahrrädern und der obligatorischen Wäsche auf den Mini-Balkonen. Ankunft im kleinen Städtchen St. Raphael exakt 19.36 Uhr. Doch wo geht’s zum Bus? Zu dumm, dass der letzte Richtung St. Tropez schon um 19.35 Uhr, also exakt vor einer Minute, abgefahren sein soll. Der nächste geht laut Plan erst wieder morgen

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früh um acht. Ein Taxi? Zu teuer. Doch Fahrplan und tatsächliche Ankunfts- und Abfahrtszeit der Busse sind hier, so scheint es, zweierlei: Pünktlich um 20 Uhr lässt der freundliche Busfahrer den Motor an. Er hatte sich – zum Glück – um dreißig Minuten verspätet. Der Blick eine knappe Stunde später auf den nächtlichen Golf von St. Tropez ist beeindruckend. Die Lichter unzähliger auf Reede liegender Yachten, blinkende Seezeichen und der helle Schein des gegenüberliegenden Örtchens Ste. Maxime kontrastieren die rabenschwarze, verführerisch duftende Nacht. Irgendwo auf dem Flüsschen Giscle nahe der Marines de Cogolin nahe La Foux zurrt die Ketsch TIOGA ungeduldig an ihren Festmachern, bereit zum Auslaufen. Wir kommen. Zwei Farben gibt es für eine Yacht. Ein Zitat, das dem bekannten Yachtkonstrukteur Nathaniel Greene Herreshoff in den Mund gelegt wird. Schwarz oder Weiß, „aber nur ein Narr würde sein Boot schwarz anmalen“. Über 2.000 Risse zeichnete der auch Zauberer von Bristol genannte Designer bis zu seinem Tod 1938. Weit weniger bekannt ist indes, dass auch Herreshoffs Sohn Lewis Francis berühmte – und schnelle – Yachten zeichnete. Die 22 Meter lange TIOGA, im Auftrag eines Amerikaners auf der Lie Nielsen- und der Hinckley-Werft auf Kiel gelegt, gehört dazu. Die Ketsch, ein Anderthalbmaster also, bei dem der größere Mast vorn steht und der hintere vor dem Ruder, ist ganz aus Holz gebaut, kein „gefrorener Rotz“ also, als den Nat Herreshoff gern Boote aus Kunststoff bezeichnet hatte. Als Vorbild für die TIOGA diente seinem Sohn Lewis Francis die 1933 bei den Britt Brothers in Lynn/Massachusetts gebaute


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BOUNTY, heute im Besitz des erfolgreichen Seglers und Hanse-Yachts-Werftchefs Michael Schmidt. Das Besondere an der TIOGA: Der Kielschwerter ist ein Wolf im Schafspelz, denn auf Kiel gelegt wurde sie erst im Jahre 1988, gebaut nach Originalplänen des Herreshoff-Sohnes. Zwanzigjährig macht der Neubau unter den echten Klassikern dennoch eine gute Figur. Nur Eingeweihte wissen um das Alter des bei Regatten unter Replik-Ketch in der sogenannten Traditionsklasse startenden stolzen Bootes. „Ein Traum unter Segeln“, sagt Peter Tess. Und kauft die Yacht 2005. Noch im selben Jahr begibt sich der in Bühl und bei St. Tropez lebende Segelbegeisterte auf einen Törn, an dessen Ende er mit seinem Zwanzig-Tonnen-Schiff in knapp vier Monaten 5.400 Seemeilen geloggt haben wird, das sind etwa 1.500 Meilen im Monat. „Ein guter Schnitt“, sagt Tess bei einem ersten Treffen im Hafen von Mahon auf Menorca, „besonders, wenn man bedenkt, dass wir teilweise wegen Starkwindes im Hafen bleiben mussten“. Auf dem von Extremen geprägten Törn bewährt sich die klassisch anmutende Yacht: Von Travemünde geht die Segelreise über Polen, Schweden, Finnland, Irland, Spanien, Portugal und Gibraltar ins Mittelmeer. Nie lässt das Boot die Crew im Stich, lässt sich auch mit kleiner Mannschaft leicht und sicher bedienen. Wo die weiße Yacht mit den Edelholz-Aufbauten auch festmacht, überall sind ihr die Blicke der Liebhaber klassischer Linien sicher. Im Mittelmeer ist es auch, wo die wechselnde, achtköpfige Crew ihre ersten – und einzigen – schlechten Erfahrungen während des Törns macht: „In Marbella wurden wir ohne Grund in drei verschiedenen Häfen abgewiesen, in der Marina del Este in Almerimar verlangte der Hafenmeister eine überhöhte Hafenge-

bühr, und er forderte zudem, dass wir einem BlankoHaftungsverzicht mit Kreditkartenabbuchungsberechtigung zustimmen“. Das war dem anpackenden Tess zuviel: „Wir setzten Segel und steckten unseren Kurs Richtung Cartagena ab“. Doch die positiven Momente überwiegen: Etwa der, als Ende Mai die beiden Herreshoff-Schwestern BOUNTY und TIOGA am Yachtzentrum in Greifswald Seite an Seite im Hafenbecken schwoien. „Das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich Tess, der jeden einzelnen Spant und jede Schraube an Bord kennt, an sein gerade beendetes Segelabenteuer, „das atmete Geschichte“. Tess segelt erfolgreich FD, Lacustre, Vierteltonner, sportlichen Liberas und hat mit der Sarnade sogar ein eigenes, überaus schnelles Fahrtenboot für regattaaffine Segler konstruiert. „Der Riss der Original-Bounty mit seinem kühnen Klippersteven und seinem ausladenden achterlichen S-Spant hat viele Freunde. Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt Tess. Und die Liebe bleibt nicht unerwidert, so scheint es, denn vordere Plätze bei Klassiker-Regatten sind sein süßer Lohn. „Schwarz oder Weiß“, frei nach dem Ausspruch des Vaters von Lewis Francis Herreshoff – für KlassikerFan Peter Tess stellt sich diese Frage nicht. Bei der Voiles de St. Tropez blähen sich die 160 Quadratmeter Segeltuch stolz im Wind, der weiße Rumpf reflektiert die hochstehende Mittagssonne und spiegelt das Boot im Mittelmeer. Hunderte bewundernder Blicke folgen der Ketsch von der Mole J. Réveille und vom Quai d`Estienne d`Orves aus, der bis zum Leuchtturm an der Nordspitze führt. Nur wenige Zuschauer wissen, welch maritime Kostbarkeit mit der TIOGA an ihnen vorbeirauscht.


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Und dass die Dame eigentlich viel jünger ist, als sie vorgibt zu sein. Die staunenden Beobachter an Land winken der Crew auf dem Riss mit den harmonischen Linien zu. Und Peter Tess winkt zurück. Sein Blick geht dabei über die Silhouette von St. Tropez mit seinem markanten, in kräftigen Ockerfarben gehaltenen Kirchturm hinweg, bleibt kurz an der backbord oberhalb liegenden Zitadelle hängen, um weiter zu wandern zur Bucht La Glaye und der daneben gelegenen von La Ponche. Hier steigt heute Nacht eine BBQ-Party mit Live-Musik für die Segler, just an derselben Stelle, wo am Ende der Rue des Remparts im Film-Haus hinter blauen Fensterladen die Hauptdarsteller von „Und immer lockt das Weib“ wohnten. Vorher gibt es jedoch – das ist mittlerweile gute Tradition anlässlich der Wettfahrten in dem kleinen sympathischen „Cote d`Azur“-Städtchen – ein Theaterspektakel, das nicht von dieser Welt zu sein scheint: Viele der an den Regatten teilnehmenden Crews haben sich bunt kostümiert und zeigen, nach Themen geordnet, am Quai F. Mistral wilde Tänze, präsentieren Chansons oder imitieren ein Rugby-Spiel. Eine deutsche Mannschaft hat sich gar aus Pappe, Holz und Papier kleine America´s Cupper gebastelt und sie farbenfroh angepinselt. Mit diesen um den Bauch liefern sie sich vor der strengen Jury und vor Hunderten johlender und frenetisch Beifall spendender Zuschauer spannende Regatten am nordöstlichen Ufer des Hafenbeckens. Natürlich gewinnt letztlich UITG vor ALINGHI und BMW ORACLE RACING. Ein Zeichen für den nächsten Cup-Ausgang? Da ist er wieder. So ein magischer Augenblick, der die Mühsal der Arbeit am Boot vergessen machen lässt. Für den der Segler lebt. Mit der Les Voiles de St. Tropez wird Klassikern und Nachbauten historischer Vorbilder wie der TIOGA einmal mehr eine Zukunft gegeben. Und die Gegenwart wurde von Leuten erfunden, um die Schätze der Vergangenheit bewahren zu können, könnte man meinen – und sie möglichst vielen Fans zugänglich zu machen. Lewis Francis Herreshoff, Brigitte Bardot, Peter Tess und dem gesamten Organisationsteam der Les Voiles um die Societe Nautique de St. Tropez sei Dank.


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Lewis Francis Herreshoff L. Francis, Sohn des bekannten Yachtkonstrukteurs Nathaniel Greene (1848 bis 1938), wurde 1890 geboren, da war sein Vater bereits 42 Jahre alt. 1926 macht er sich in Marblehead/Massachusetts selbstständig und zeichnet ebenfalls Boote. Während L. Francis sich zunächst mit dem Entwurf von Rennyachten beschäftigte, zeichnete er 1929 sein erstes – und einziges – „America`s Cup“-Projekt, die Whirlwind, eine von insgesamt vier Yachten aus der berühmten J-Class-Serie. Der Auftrag artete für Lewis Francis Herreshoff allerdings zum Desaster aus: Die Yacht wurde im Bau viel teurer als erwartet und auch die Klassifizierung bereitete Schwierigkeiten. Einen Namen machte sich der Sohn des Zauberers aus Bristol dennoch: Durch die Biografie über seinen Vater, die er als Autor verfasste. Und durch die Risse so wunderbarer Yachten wie BOUNTY, TICONDEROGA oder ARAMINTA. Seine Ideen und Risse leben fort in Nachbauten wie dem der TIOGA, einem weißen Traum unter Segeln, der nicht nur für die Freunde des L. Francis Herreshoff Ausdruck eines zeitlosästhetischen Yachtdesigns darstellt. (Dem Yachtkostrukteur Nat Herreshoff ist ein bei Delius Klasing erschienener, opulenter Bildband gewidmet, zu dem Franco Pace die Fotos lieferte. Auch die Yachten seines Sohnes Lewis Francis finden dort Erwähnung. Die Les Voiles im Internet: www.snst.org. Zurzeit laufen Planungen für den Bau eines dritten Docks, um die Hafenanlagen von St. Tropez nach Einweihung des sogenannten New Ports – Dock 2 – im Jahre 1960 noch einmal zu erweitern).


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die konkurrenz wegpusten Text Tommes Wolf © Fotos tomkoerber.de

KONZENTRIERT SITZT OLAF MÜLLER VOR SEINEM RECHNER. AUF SEINEM MONITOR VERBINDEN SICH WINZIGE PUNKTE ZU DEM DREIDIMENSIONALEN MODELL EINES SEGELS. DEM SPINNACKER EINES STARBOOTES. SEIT GUT EINEM VIERTEL JAHR BESCHÄFTIGT SICH DER 38-JÄHRIGE MIT EIN PAAR MILLIMETER, DIE BEI OLYMPIA 2008 ÜBER DEN ERFOLG DER DEUTSCHEN SEGLER ENTSCHEIDEN. FÜR DEN INGENIEUR ZÄHLT NUR DER SIEG. SCHLIESSLICH SITZT ER, WENN AUCH IN DIESEM MOMENT NUR VOR DEM RECHNER, IM SELBEN BOOT.

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Olaf Müller ist Wissenschaftler der Yacht Research Unit der Fachhochschule Kiel. An dem Institut für Schiffbau des Fachbereichs Maschinenwesen arbeiten er und seine Kollegen daran, Segelboote schneller und schnittiger zu machen. Ihr derzeitiger Auftrag ist es, das Starboot von Marc Pickel so zu optimieren, dass der deutsche Olympionike bei den Segelregatten in China an der Konkurrenz vorbeisegelt. Dass die Kieler das Knowhow dazu haben, haben sie in den letzten Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Erstes Aufsehen erregten sie beim Volvo Ocean Race 2001. Die YRU sollte für den deutschen Herausforderer, das Team ILLBRUCK, den Kiel optimieren. In Simulationen untersuchten sie verschiedene Ausführungen der Anhangsysteme und fanden heraus, dass bei viel Wind eine lange, bei wenig Wind eine kurze Ballastbombe mehr Stabilität gewährleistet. Die Analysen zahlten sich aus. Das Boot siegte. Mit diesem Erfolg bekam das dreiköpfige Team um den Institutsleiter Kai Graf Aufträge von noch größerer Tragweite. Zuletzt arbeitete es sogar für das US-Team BMW ORACLE RACING, das sich beim America’s Cup 2007 bis ins Halbfinale vorkämpfte. Bei den Olympischen Spielen im August unterstützen die Kieler nun neben Marc Pickel auch den Deutschen Seglerverband. Gerade erst haben sie eine Studie fertiggestellt, um das Handling der 470erBootsklasse zu verbessern. Darin geben sie deutschen Seglern wie der Crew von Stefanie Rothweiler und Vivien Kussatz Tipps für die optimale Sitzposition bei bestimmten Wind- und Wellenverhältnissen. Ziel der YRU ist es, möglichst anwendungsorientiert zu arbeiten, eine präzise und gleichzeitig verständliche Gebrauchsanweisung für jeden Bootstyp zu formulieren. Doch ist dies längst nicht alles. Klassen wie Starboot geben den Ingenieuren auch die Möglichkeit, etwas an der Technik zu variieren. Forschungsschwerpunkt von Müller ist hier die Strömungssimulation. Er zeigt auf kleine grüne Rechtecke, die über den gesamten Monitor verteilt sind.


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„Innerhalb dieses Spielraums ist es nach dem Reglement der olympischen Segelregatten erlaubt, Korrekturen am Segel vorzunehmen“, erklärt er. „Ein paar Pixel machen ein paar Millimeter aus. Und die wiederum die wenigen Sekunden, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.“ Ob die Veränderungen wirklich den gewünschten Effekt erzielen, zeigt sich allerdings erst im Modellversuch. In dem von Müller entworfenen und eigenhändig gebauten Twist Flow Channel werden die theoretischen Ergebnisse auf ihre Richtigkeit überprüft. Das Herzstück der Anlage sind zwei 16 Meter lange Turbinen mit riesigen Ventilatoren. Hinter diesen sind schräg zwischen den Wänden windschnittige Lamellen angebracht, die wie Flugzeugflügel aussehen und die Strömung in Richtung einer Plattform in der oberen Etage umlenken.

Auf dieser steht nun Olaf Müller, vor ihm eine anderthalb Meter lange Modellyacht. Vorsichtig befestigt der Ingenieur den Prototypen eines Spinnakers an dem Nachbau und verteilt dann gut 30 gelbe Punkte über die gesamte Segelfläche. Er geht zurück zu seinem Rechner und startet das Programm. Die Turbinen springen an und mit einem leisen Rauschen bläst der Wind in das Segel. Vier Kameras, die um das Boot herum positioniert sind, fixieren die Punkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und machen Bilder. Kurze Zeit später erscheint auf Müllers Bildschirm ein dreidimensionales Abbild des Segels. „So kann die Kraft des Windes auf das Segel vermessen werden und das Programm kann zur Geschwindigkeitsprognose die Auswirkungen auf die Schnelligkeit des Bootes berechnen“, erklärt der Wissenschaftler. Die Bilder machen außerdem deutlich, wie und an welchen Stellen sich das Segel verformt. Aus ihnen lässt sich später ableiten, wie der Segelschnitt zu optimieren ist, um immer in Form zu sein und möglichst viel Vortrieb zu erzeugen. „Während der Segelmacher früher einen Spinnaker nur nach Bauchgefühl nähen lassen konnte, können wir heute alles explizit berechnen“, sagt Müller.


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Dabei kommen die Modellversuche im Windkanal der YRU fast immer zu 100 Prozent an die Realität heran. Möglich wird dies durch das sogenannte Grenzschichtprofil. Kleine Klötze im unteren Bereich des Tunnels bremsen den Wind ab, wodurch eine vertikale Geschwindigkeitsverteilung entsteht, wie sie auch in der Atmosphäre vorkommt. So kann Müller in dem Windkanal bestimmte Strömungsphänomene untersuchen, die sich derzeit noch nicht am Rechner simulieren lassen. Aus dem Wettstreit Mensch gegen Maschine geht Müller so auf jeden Fall als Sieger hervor. Aber was ist mit dem Wettstreit Mensch gegen Mensch. Weltweit gibt es zwar nur sechs vergleichbare Forschungseinrichtungen, doch der Wettbewerb, in dem sich die YRU befindet, ist hart umkämpft. Bei den Olympischen Spielen in China konkurrieren die Kieler mit renommierten Institutionen wie dem Massachusetts Institute of Technology und der Uni Stanford um die Medaillen. „Wenn Deutschland gewinnt, ist das auch ein Sieg für uns“, sagt Olaf Müller. „Das Wir gewinnt.“

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read the

fucking AUF DEN JACKEN VON BORIS HEPP UND JENS HANNEMANN STEHT IN GROSSEN

DRUCKBUCHSTABEN RTFM. ES IST DIE ABKÜRZUNG FÜR “READ THE FUCKING MANUAL“. DIE GELERNTEN SCHIFFSBAUINGENIEURE SIND MITARBEITER DES TECHNISCHEN AUSSCHUSSES DES DSV, DER 1888 GESCHAFFEN WURDE, UM DAS REGELWERK UNABHÄNGIG ZU VERWALTEN. ALS SEGELVERMESSER STELLEN SIE SICHER, DASS BEI REGATTEN DIE KLASSENREGELN EINGEHALTEN WERDEN. FAST IMMER IST DAS AUCH SINNVOLL. FAST IMMER.

„MAXIMAL IST MAXIMAL. MINIMAL IST MINIMAL. AUCH WENN UNS MANCHE DESHALB ALS KLEINSCHEISSER BEZEICHNEN.“

manual Text Tommes Wolf © Fotos tomkoerber.de


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„Unsere Aufgabe ist es, einen fairen Wettkampf zu gewährleisten“, sagt Boris, der technische Leiter des DSV. Bei Regatten der Einheitsklassen prüfen er und sein Team, ob die Bootsbauer und Segelmacher wirklich gewissenhaft gearbeitet haben. Sie erheben Daten wie die Größe des Segels oder das Gewicht des Bootes und entscheiden dann darüber, ob eine Jolle den Klassenvorschriften entspricht, ob sie sich innerhalb der vorgegebenen Toleranzen bewegt. Ist eine O-Jolle wirklich eine O-Jolle oder doch nur eine Jolle.

Bei den Handicap-Klassen geht es darum, aus den erhobenen Daten die theoretische Leistungsfähigkeit der nicht baugleichen Yachten zu errechnen. Mithilfe des International Measurement System können die Vermesser eine zuverlässige Aussage darüber treffen, wie schnell die Schiffe bei den gegebenen Windgeschwindigkeiten und -winkeln auf den verschiedenen Kursen sein können. Vermerkt werden all diese Daten in dem Messbrief. Er ist so etwas wie der Kraftfahrzeugschein für Yachten. Wenn Aufbauten oder Änderungen an Rumpf vorgenommen werden, müssen sie sich auch auf dem Papier wiederfinden. Denn eins ist sicher: die Vermesser finden sie auf jeden Fall. „Allein durch unsere Präsenz bei einer Regatta ist die Gefahr, dass Teilnehmer bescheißen, schon ziemlich gering“, meint Jens, der ehrenamtlich für den DSV tätig ist. „Zwar kontrollieren wir nur stichprobenartig, doch reicht dies aus, um die meisten abzuschrecken.“ Im Vorfeld der IMS-600-Weltmeisterschaften zum Beispiel rief ihn ein Teilnehmer an und meinte, der Rumpf seines Bootes sei 15 Zentimeter zu lang, ob man da nicht irgendetwas machen könne. „Absägen“, meinte Jens daraufhin, da auch er keine andere Lösung für das Problem sah. Der Eigner ließ sich von ihm versichern, dass er das ernst meinte, bearbeitete den Bug seiner Yacht mit der Laubsäge und nahm an der Regatta teil. „Maximal ist maximal. Minimal ist minimal“, gesteht Boris, „auch wenn uns manche deshalb als Kleinscheißer bezeichnen.“

„WER BEWUSST BESCHEISST UND DAS AUCH NOCH GUT MACHT, DEM IST NUR SEHR SCHWER AUF DIE SCHLICHE ZU KOMMEN.“

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„DU ERWISCHST SIE IMMER. WENN NICHT GLEICH, DANN SPÄTER. JEMAND, DER EINMAL

BESCHEISST ERWISCHT UND DABEI NICHT

Mit ihrem Equipment können die Kontrolleure Boot und Segel auf den Millimeter genau vermessen. Es besteht aus verschiedenen Schablonen, kleinen sowie großen Waagen, diversen Maßbändern bis hin zu Ultraschallgeräten. Dennoch: „Wer bewusst bescheißt und das auch noch gut macht, dem ist nur sehr schwer auf die Schliche zu kommen“, sagt Boris. Der Spanische Seglerverband hatte ihn beauftragt, bei der Copa Del Rey Offshore-Yachten zu kontrollieren. Sein Augenmerk lag insbesondere auf dem Innenballast. Bei einer der Yachten waren die Bleibarren zwar leicht unter den Bodenbrettern versteckt, entsprachen aber auf den ersten Blick der vorgegebenen Größe und laut der Prägung auch dem vorgegeben Gewicht. „Alles in Ordnung“, dachte sich der DSV-Vermesser, merkte dann aber beim Aufstehen, dass die Planken unter ihm nachgaben. Es stellte sich heraus, dass die Eigner die Bleibarren aus Plastik nachgegossen hatten. „Du erwischst sie immer“, sagt Kollege Jens. „Wenn nicht gleich, dann später. Jemand, der einmal bescheißt und dabei nicht erwischt wird, der bescheißt wieder.“

WIRD, DER BESCHEISST WIEDER.“


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Oft werden die Kontrolleure auch von Dritten auf die Vergehen aufmerksam gemacht. Der Segelsport in Deutschland ist selbstkontrollierend und jedes Boot kann gegen ein anderes Protest einlegen. Manchmal sind es auch ehemalige Mitglieder der Crew, die ihr einstiges Boot verraten. Boris und Jens haben deshalb auch schon überlegt, ein Zeugenschutzprogramm ins Leben zu rufen. Ob die Regeln vorsätzlich oder versehentlich missachtet wurden, sehen die Kontrolleure dann ziemlich schnell. „Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob man Blei statt Eisen im Kiel hat oder der Sticker des Eventsponsors falsch platziert ist“, sinniert Jens. Wirklich unsportlich seien aber die wenigsten. Die meisten Segler würde Fehler machen, weil sie das Regelwerk nicht richtig gelesen haben. Aus diesem Grund haben Boris und er sich schließlich auch ihre Jacken mit RTFM beflocken lassen. Damit es trotz dieses Hinweises auf dem Wasser nicht zu irgendwelchen Dramen kommt, versuchen die DSV-Mitarbeiter schon an Land, so viel wie möglich zu beheben. Wenn alles in Ordnung ist, werden Boot und Segel mit einem Aufkleber versehen, sodass die Kontrolleure während der Wettfahrten ziemlich schnell erkennen können, ob es sich auch wirklich um das kontrollierte Material handelt. Entscheidend ist dann nur noch, ob es regelgerecht eingesetzt wird, ob zum Beispiel das Segel innerhalb der Markierung gesetzt ist. Mit einem Motorboot begleiten Boris und Jens das Feld und sind immer auf Höhe des Geschehens. Im Falle eines Verstoßes ist es den DSV-Vermessern als Teil der Jury erlaubt,


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ohne Protestverhandlung Strafen von bis zu 20 Prozent auf die ersegelte Punktzahl auszusprechen, im Wiederholungsfall sogar Disqualifikationen. In der Regel läuft es aber so, dass sie der Wettfahrtleitung Rapport über das Vergehen erstatten und die gesamte Jury über die Ahndung entscheidet. Bei groben Unsportlichkeiten können Boote dann allerdings sogar von der ganzen Serie ausgeschlossen werden. „Viele Segler versuchen, wenn sie erst mal erwischt wurden, über die Regeln zu diskutieren“, hat Jens die Erfahrung gelehrt. „Nur gibt es da nichts zu diskutieren. Das Regelwerk ist so ausgelegt, dass es nichts zu interpretieren gibt.“ Andere fühlen sich, wenn es zu einer Bestrafung kommt, gar persönlich durch die Kontrolleure angegriffen. Bei einer seiner ersten Kieler Wochen wurde Boris von einem israelischen Segler als Nazi beschimpft. Dabei hatte der seine 20 Prozent Strafe aus gutem Grund bekommen. Wirklich unsportlich geht es meist nur bei den Profis zu. „Das Schöne an unserem Job ist, dass wir größtenteils mit Leuten in ihrer Freizeit zu tun haben“, sagt Jens. „Wir ermöglichen es ihnen, ihrem Hobby nachzugehen, dementsprechend dankbar treten sie auch uns gegenüber auf.“ Manchmal machen es allerdings auch die Amateure den Kontrolleuren nicht leicht.

Im vergangenen Jahr war Jens als Vermesser zu den X-35-Weltmeisterschaften auf der Kieler Woche eingeteilt. In der Satzung für diese Klasse ist ein großer Radarreflektor vorgesehen, der allerdings seit Jahrzehnten als veraltet gilt. Bis auf einen Teilnehmer hatten darum alle Boote ein kleineres, moderneres Modell an Bord. Nun kündigte dieser eine Teilnehmer aber an, alle anderen Crews rauszuklagen, wenn sie mit der kleineren Version an den Start gehen würden. Und so musste Jens über 30 Crews anweisen, den großen Radarreflektor nachzurüsten. Das Problem war nur, so viele Radarreflektoren gab es in ganz Schleswig-Holstein nicht. Die Teilnehmer mussten teilweise in Bau- und Elektromärkte fahren, um sich das Vorkriegsmodell selbst zusammenzubasteln. „Manchmal sind wir gezwungen, kleinlich zu sein, obwohl wir es nicht sein möchten“, sagt Boris, „ob es Sinn macht oder nicht, spielt keine Rolle. Im Regelwerk steht es so geschrieben und dieses ist zu befolgen.“ Natürlich sprechen sich die beiden DSV-Vermesser in solchen Fällen auch für Neuerungen in den Satzungen aus. Ob die Vorschläge dann nachher von der Klassenvereinigung umgesetzt werden, ist allerdings einen andere Sache. Dass so eine Regelabänderung mitunter ein langwieriger Prozess sein kann,

„ALLEIN DURCH UNSERE PRÄSENZ BEI EINER REGATTA IST DIE GEFAHR, DASS TEILNEHMER BESCHEISSEN, SCHON ZIEMLICH GERING.“

zeigt die O-Jolle. Seit sie erfunden wurde, besteht ihr Ruderblatt aus einer fünf Millimeter starken Stahlplatte. Diese darf von vorn und hinten angeschliffen sein, eine Profilgebung ist allerdings verboten. Durch modernes Yacht- und Segeldesign fährt die O-Jolle auf Raumwindkurs inzwischen aber so schnell, dass es bei höherem Wellengang ständig zu Strömungsabrissen kommt und die Boote regelmäßig in die Sonne schießen. In der deutschen Klassenvereinigung und dem DSV wird nun schon seit vier Jahren diskutiert, ob eine Profilgebung überhaupt zulässig ist. Ist eine O-Jolle mit dem neuen Ruderblatt überhaupt noch eine O-Jolle oder doch nur eine Jolle? Ein Ende der Debatte ist jedenfalls nicht in Sicht und Boris und Jens überlegen deshalb auch schon ernsthaft, ob sie sich nicht noch eine Jacke mit ITFM beflocken lassen sollten, der Abkürzung für „Ignore The Fucking Manual“.


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o.t. weiß was

vorspiel April! Meine Vorfreude ist kaum noch zu bremsen. Ich freue mich schon auf die Atmosphäre im Hafen. Auf die kleinen Hafenbecken, Wellen, die mich abends in den Schlaf wiegen und die mich nachts nicht wieder einschlafen lassen. Auf das Schlagen der Wanten (unter Seglern zwar offiziell verpönt, aber…), welches mich immer noch in seinen Bann zieht. Ich freue mich auf ein einfaches Frühstück unter Deck (weil das Cockpit ein wenig unbequem und im April auch zu kühl ist) und auf die zweite Tasse Kaffee, dann aber auf dem Deck mit Blick durchs Masten-Dickicht. Der Geruch im Hafen ist in meinem Kopf genauso tief verankert wie der Geruch des Bohnerwachses, das meine Oma immer benutzt hat. Ich freue mich darauf, die Segel zu setzen. Ich liebe dieses komplexe Geräusch. Es ist wie Musik in meinen Ohren. Wenn die Winschen rhythmisch rattern und das Segel dazu erst tiefe und später höhere Knattertöne dazu beisteuert ... traumhaft. Legt sich das Boot dann auf die Seite und nimmt Fahrt auf, ist es so, als ob eine Last von meinen Schultern fällt. Ich und der Wind und das Boot. Die Naturgewalt so intensiv erleben zu dürfen, ist absolut befreiend, weil es minimalisiert. Wichtig sind jetzt nur noch die elementaren Dinge. Steht auch noch der Spi, beginnt meine Seele zu fliegen. Wenn diese Riesenblase vom Wind gebläht vor dem Boot schwebt, komme ich immer wieder ins Träumen und Schwärmen. Ich genieße es, die anderen Boote zu beobachten. Ich liebe die Gegenlichtsiluetten oder die weiß leuchtenden Großsegel vor dunklen Wolkenfeldern. Ich konkurriere leidenschaftlich mit gleich großen Booten und ärgere mich jedes Mal, wenn ein anderes Boot schneller ist. Halse und Wende sind für manche nur ein simples „Umdrehen“ oder ein ordinärer „Richtungswechsel“. In Wirklichkeit ist es fast eine „Frage des Charakters“. Ich finde, man dreht nicht einfach um. Eine Wende will gesegelt werden, geliebt werden, soll das Boot kurz stehen oder soll die Wende unter Fahrt vollzogen werden? Das entscheidet die Situation, aber wenn sie gefahren wird, dann mit Stil. Mit

der Halse, wie ich finde das Königsmanöver, kann man stylisch die Welle runtersurfen und fast ohne Geschwindigkeitsverlust den Bug wechseln. Es ist auch immer wieder ein schönes Gefühl, in den Hafen zu segeln – und damit meine ich tatsächlich, unter Segel bis vor die Box zu cruisen. Der Hafenmeister hasst es, aber es kommt immer mal wieder der kleine Junge in mir durch. Jetzt im Frühjahr ist der Hafen auch noch nicht so voll und er lässt mich ab und zu gewähren. Die ersten Boote wurden schon im Februar zu Wasser gelassen, ein positiver Effekt der Klimaerwärmung ... die Segelsaison hat sich verlängert. Die nächsten Stautermine an der Slipanlage sind Ostern und Himmelfahrt. Wer für Pfingsten gebucht hat, leidet wahrscheinlich unter Rheuma oder hat schlicht wieder einmal das Frühjahr verpennt. Dabei bietet das Frühjahr viel Wind, klare Luft, wenig Stress im Waschhaus, genügend Platz auf dem Wasser und selten Stau auf den zuführenden Autobahnen. Ich liebe die Vorfreude auf die Segelsaison, das ist wie beim Sex, das Vorspiel ist meist das Beste. Verabreden, Aufregung, Kribbeln im Bauch, Spannung, knisternde Erotik! Der Unterschied ist halt nur der, dass nach 30 Sekunden nicht alles schon vorbei ist. text o.t. weiss

racetracks

april mai

juni

racetracks frühling International HHL Schweizer Meisterschaft

30.April – 5.Mai

Europa Laser Cup/ITA

30.April – 6.Mai

RS:X European Championship/FRA Regate Pirelli/ITA

´

1.Mai

– 10.Mai

1.Mai

– 4.Mai

Soling WM/GER

1.Mai

– 4.Mai

Battle of Jutland/DK

2.Mai

– 5.Mai

RORC - North Sea Race/UK

2.Mai

– 2.Mai

Tornado EM/GRE

2.Mai

– 10.Mai

Finn EM/ITA

2.Mai

– 10.Mai

Spring Dinghy Championship/CAN

3.Mai

– 4.Mai

Womans Tune Up/DK

3.Mai

– 4.Mai

Match Race Germany/GER

8.Mai

– 12.Mai

Pfingstbusch/GER

10.Mai – 12.Mai

The Artemis Transat/UK

11.Mai – 1.Juni

Laser Europa Cup/NED

16.Mai – 18.Mai

Rolex Capri Sailing Week/ITA

21.Mai – 24.Mai

Nationals Österreich

22.Mai – 25.Mai

Drachen Cup/ITA

23.Mai – 25.Mai

Jungfrautrophy/CH

24.Mai – 25.Mai

Match Race Germany/GER

27.Mai – 1.Juni

VOLVO Melges 24 WM

28.Mai – 5.Juni

GKSS Spring Cup/SWE

31.Mai – 1.Juni

East Coast Championship

31.Mai – 2.Juni

Koh Samui International Regatta/THA

1.Juni

– 7.Juni

Brindisi - Corfu International Regatta/ITA

4.Juni

– 6.Juni

Sail of White Nights/RUS

4.Juni

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470 EM

5.Juni

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Bergkamen Cup

6.Juni

– 6.Juni

Go for the Gold/USA

7.Juni

– 8.Juni

Westfalen Cup/GER

7.Juni

– 8.Juni

Giraglia Rolex Cup/ITA

8.Juni

– 14.Juni

Star EM/HUN

11.Juni – 18.Juni

J24 WM/ITA

12.Juni – 20.Juni

Al Bareh International Regatta/BAH

18.Juni – 21.Juni

6mR EM/FRA

19.Juni – 24.Juni

X35 EM/GER

21.Juni – 29.Juni

Kieler Woche/GER

21.Juni – 29.Juni

29er Euro Cup 3/GER

21.Juni – 24.Juni

Kieler Woche Match Race/GER

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