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Fahrerin Jennifer FLANIGAN Š Foto Tim McKenna

Covershot Laird Hamilton Š Foto Tim McKenna

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inhalt

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editorial

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news

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advertisement

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event / snow show

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event / kiteloop contest

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gewinnspiel

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travel / indonesien

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travel / marokko

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travel / bali

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travel / bonaire

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event / ion photo award

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event / ion man 2008

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event / poseidon inferno ll

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gerd schrader

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shopempfehlungen

82

impressum


D

er Tag, an dem ich mit dem Druck des nahenden Redaktionsschlusses im Nacken dieses Editorial schreibe, ist einer jener

bitterkalten im Januar, die einen beim Anblick des quasi schockgefrosteten Fensters dazu bringen, den Gedanken einer Krankmeldung in Betracht zu ziehen. Nachdem allerdings fünf Minuten später die Sonne durch mein Fenster blitzt und mein Freund mich durch seinen recht großflächigen Schlafstil an die kalte Zimmerwand presst, beschließe ich nun doch, aufzustehen und mich bei der Arbeit einzufinden. Als ich nach einiger Zeit vor meinem alten VW-Bus stehe und circa 254 Versuche benötige, um das Türschloss zu bändigen, fällt mir auf, dass ich noch nicht einmal im Besitz eines Eiskratzers bin. Ach, wer braucht den Scheiß schon, die Scheibe ist sowieso von innen gefroren und ich hab momentan keine Lust darauf, weiße Flocken durchs Auto schwirren zu sehen. Eine 15 x 15 Zentimeter große Fläche, freigekratzt mit einem Teil meiner Parkscheibe, muss reichen und die Lüftung funktioniert ja auch noch, zumindest ab und zu. Nachdem ich dann acht Minuten später schweißgebadet, weil fast von einem LKW von der Straße gefegt, vor dem Verlag parke, hat das Eis innerhalb meines Autos noch nicht mal angefangen zu tauen – weshalb ich mir fest vornehme, auf der Heimfahrt einen Eiskratzer de luxe (am besten mit integriertem Handwärmer) und eine Familien-Jahrespackung Türschlossenteiser zu besorgen. Ja, man merkt, es ist nun Winter und deshalb möchten wir in dieser Ausgabe des Free-Magazins noch einmal den Sommer in unsere bereits staubige Erinnerung zurückrufen. In Berichten über die USA bis hin nach Bali findest du hier kleine Träumereien für die kalten Tage. Unterhaltsames wird dir beim ION Photo Award geboten, der dieses Jahr erstmals in Kiel ausgetragen wurde, und dem ION Man, der am Gardasee stattfand. Um die Jahreszeit jedoch nicht ganz zu ignorieren, kannst du in unserem nachweihnachtlichen Gewinnspiel traumhafte Preise absahnen. Viel Spaß bei dieser Ausgabe des Free-Magazins …


Komperdell bringt ihre bisher sicherste und mehrfach ausgezeichnete Protektorweste auf den Wassersportmarkt. Die Weste liegt eng und rutschfest an und garantiert höchsten Schutz für Rücken, Nacken und Steißbein. Bei dem Fall eines Aufpralls verhärtet sich die sonst flexible Weste und leitet die Energie auf die gesamte Fläche des Protektors weiter. Somit kommt es nicht nur punktuell zu harten Stößen, sondern die Krafteinwirkung verteilt sich. Die Komperdellweste ist universell auf dem Wasser, auf der Piste oder im Skatepark einsetzbar. www.komperdell.com

Pünktlich zu Saisonbeginn des Wassersportjahres präsentiert der Berliner Mari-Team-Verlag seine komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage des „Bordbuch Berlin“. Wer Berlin oder Brandenburg auf dem Seeweg erkunden möchte, ist mit der Neuauflage bestens bedient. Das Bordbuch Berlin gilt als Standardwerk zu allen Fragen des Wassertourismus und enthält viele Anregungen, Tipps und Ansprechpartner von Verbänden, Behörden, Vereinen und Firmen. Ab dem 1. März 2009 ist das 144-seitige Bordbuch Berlin für 12,95 Euro im allgemeinen Buch- und Zeitschriftenhandel sowie direkt beim Mari-Team-Verlag (Tel.: +49 30 64167798, E-Mail: info@muencheberg-media.com) erhältlich.

Mit dem Camaro Seamless hat Camaro den ersten Surfanzug ohne Nähte geschaffen. Mit einer völlig neuen Methode werden die einzelnen Teile des Anzugs nicht durch Nadel und Faden zusammengenäht, sondern mit speziellen Schweißgeräten verbunden, was die Elastizität erhöht und einen besseren Komfort beim Einstei-

Das 2009 Global Wave von Naish fühlt sich in allen Bedingungen zu Hause und eignet

gen bietet. Eine weitere Neuheit ist die geruchsneu-

sich hervorragend für die Nord- und Ostsee. Der universelle Shape ermöglicht leichtes

tralisierende, feuchtigkeitsregulierende und wärmende

und frühes Angleiten und hat genügend Speed auch für Flachwasserspots. Mit dem neu-

„Bamboo“-Innenbeschichtung. Diese Bambusnaturfasern

en 70-Liter-Board wurde die 2009er-Palette erweitert, Kontrolle und leichtes Handling

bieten einen unvergleichlichen Tragekomfort und lassen

hatten bei diesem Shape oberste Priorität. Ein schnelles Waveboard für starke Winde mit

die Haut besonders bei Allergikern und Neurodermitis

überlegener Performance sowohl bei stürmischen Bedingungen als auch bei Jumps. Die

entspannt bleiben. www.camaro.at

komplette Naish-Palette für 2009 kann im Naish-Testcenter Pelzerhaken getestet werden. www.powertrading.de


Das Rambler ist das ultimative Trapez für alle Freizeitwindsurfer und Racer. Das Trapez hat eine mittlere bis niedrige Hakenposition und eine erhöhte Rückenlehne. Der „Stick Flex Slalom“-Gürtel sorgt für einen sicheren und festen Halt. Weitere Features: neue MPL-Hakenführung für einen besseren und festeren Sitz sowie für eine bessere Hakenposition, 3D-Rückenkissen, Neopren-Softkanten und Beingurte, in die sich schnell und einfach einsteigen lässt. Ein sehr gutes Trapez für alle, die gern länger auf dem Wasser sind, ohne lästige Einstellungen immer zu erneuern. www.prolimit.com

Als Nomaden werden Menschen oder Gesellschaften bezeichnet, welche ein nicht sesshaftes Lebenskonzept wählen. Somit ein äußerst treffender Name für eine Uhr, welche jeden Outdoor-Enthusiasten ansprechen dürfte. Neben den standardmäßigen Features einer Digitaluhr schafft es „The Nomad“, Barometer, Höhenmesser und Kompass zu vereinen. Für 160 Euro hast du die Wahl zwischen dem schwarzen, dem weißen oder dem gelben Design, mit denen du dich sowohl auf dem Wasser als auch in der Diskothek blicken lassen kannst. www.freestyleusa.com


Für die ganz harten Surfer bringt die Marke Tekkno Trading pünktlich zur Wintersaison die neue Spätherbst-, Winter- und Frühjahrs-Wetsuitkollektion „TIKI“ unters Volk. Besonders sticht der Anzug „Prodigy“ hervor. Der bequeme, superwarme und halbtrockene Anzug kommt in 6/5/2 und als besonderes Feature ist er mit Heizpads ausgestattet, um die wichtigen Körperbereiche zu wärmen. Der Preis liegt bei 259 Euro. www.tikisurf.co.uk

Endlich gibt es wieder gute Lektüre für alle Wassersportfans. Die Surflegende Jürgen Höhnscheid berichtet in seinem Buch „Mein Arbeitgeber ist der Wind“ über seine Erfahrungen und Erlebnisse der vergangenen 50 Jahre und hat mit mehr als 500 Bildern eine sensationelle Zeitreise durch die Funsportgeschichte auf Papier

Wer über Ostern noch nichts vorhat, der kann vom 4. bis zum 25. April 2009 mit Wind-

gebracht. Erschienen ist das Buch bei uns im Terra Oce-

surfing Silbersee in den Urlaub fahren. Testveranstaltungen und Stand Up Paddling stehen

anis Verlag und kann direkt (+49 431 9969977/info@

unter anderem auf dem Programm, wie auch Tennis, Volleyball, Reiten und vieles mehr.

terraoceanisverlag.de) oder über den Surfhandel für

Ausgebildete Surflehrer erleichtern allen Anfängern das Surfen und geben den angehenden

26,90 Euro bestellt werden.

Profis noch jede Menge Tipps zum Wasserstart, Powerhalse oder auch verschiedenen Tricks. Weitere Informationen über Daten und Preise erhältst du unter www.surfontour.de.

Die Ski & Boarderweek, das größte einwöchige Snowboardevent Europas, war der Treffpunkt für alle Schneehungrigen! 5000 internationale Freeskier und Boarder machten sich in der Woche vor Weihnachten auf den Weg nach Frankreich, um eine Woche Sonne, Pisten und Parks, Musik, Partys und fette Wettkämpfe hautnah zu erleben! Val Thorens ist mit 2300 Metern die höchst

Am 28. Dezember startete die Longboard Surf´n Style Week der Surfschule Rapa Nui.

gelegene Skistation Europas. Sie ist Teil der Trois Val-

Jeden Tag wurden die schönsten Longboardspot der Insel angefahren, um dir die besten

lées, dem größten zusammenhängenden Skigebiet der

Oldstyle-Moves beizubringen. Allen Teilnehmern standen Top-Longboards der Marken

Welt, welches bis auf eine Höhe von 3200 Meter reicht

Donald Takayama, Kalama, Nat Young, Robert August und Woodies zur Verfügung. Die-

und damit absolute Schneesicherheit garantiert!

ses Camp richtete sich an alle Surfer, die ihre ersten Erfahrungen in den grünen Wellen

www.ski-boarderweek.de

schon gesammelt haben und nun ihr Können verbessern wollten. www.rapanui-surfschool.com/news-wellenreitschule


SINGEN,

D

ie liebenswerten LocoRoco kehren in LocoRoco 2 von Sony Computer Entertainment Deutschland auf PlayStation Portable (PSP) zurück. In einer melodischen Mission ver-

suchen sie, ihre Welt vor der Zerstörung durch schlechte Musik zu retten. Die LocoRoco leben auf ihrem weit entfernten Planeten in friedlicher Harmonie in den Tag hinein, als sie plötzlich von den bösen Moya überfallen werden, deren grauenhaftes Lied jedem und allem das Leben aussaugt. Wieder einmal müssen die LocoRoco ihren Planeten retten und auch diesmal machen sie dabei wunderschöne Musik. Mit den einfach zu bedienenden Tasten des PSP-Systems muss der Planet der LocoRoco hin- und herbewegt werden, damit die kleinen wabbeligen Wesen Musiknoten und Instrumente aufsammeln können, während sie übers Land und erstmals auch unter Wasser hüpfen. Je mehr Musik gesammelt wird, desto schöner trällern die LocoRoco ihre Melodien, die die Natur ihres Planeten vor der Zerstörung durch die schauderhafte Musik der Moya bewahrt. Erlebe, wie die Gesänge der LocoRoco lauter und fröhlicher werden. Mit jeder eingesammelten Musiknote stimmt ein zusätzlicher Sänger ein, mit jedem neuen Instrument entsteht eine andere Rhythmusvariation. Und je mehr neue Elemente eingesammelt werden, desto größer und voller wird das Musikstück der LocoRoco und es entsteht das Gefühl, ein persönliches LocoRoco-Musical zu komponieren! Den Spieler erwarten 25 dynamische neue Umgebungen, sechs neue Minispiele und zahlreiche versteckte Herausforderungen, einschließlich eines Kampfes im Ad-hoc-Modus für vier Spieler. Die LocoRoco haben dabei eine Menge neuer Tricks auf Lager, wie GrashalmSpringen, in Muscheln klettern, tauchen und natürlich singen! Außerdem treffen sie auf eine ganze Riege geheimnisvoller Charaktere, die sie vor die Wahl stellen: Freund oder Feind? Wenn du Interesse hast, einen lustigen Kite mit LocoRoco-Branding zu gewinnen, um genauso schön und cool über das Wasser zu hüpfen, dann schreib eine Mail an tim@free-magazin.de und beantworte folgende Frage: Wer ist „Tingalo“ und wie hilft er dir in dem Spiel? www.locoroco.com


Gewinne einen

Suzuki Grand Vitara dank der Warsteiner snow-show.tvAktion!

et -zwei.n s hoch © Foto

Wer sich in den kalten Wintertagen mal was richtig Gutes tun

sollen die Clips entweder mit den vor Ort leihbaren HD-

möchte, der sollte in die österreichische Ski- und Lifestyle-

Camcorder oder einfach mit einem eigenen Handy. Ist der

Metropole Ischgl fahren, um sich bei der Warsteiner Snow

Dreh erst mal im Kasten, kann er auf der Homepage der

Show so richtig auszutoben. Vom 29. November bis zum

Warsteiner Snow Show (www.snow-show.tv) selbstständig

13. April steht hier der absolut coole Funpark, der mit

hochgeladen werden.

steilen Rampen und schmalen Obstacles eine absolute Herausforderung aller Schneehasen darstellt. Täglich von 9

Aber nun kommt das Beste: Nicht nur Ski- oder Snowboarder

bis 16 Uhr gibt es die Möglichkeit, den 20.000 Quadratmeter

dürfen an diesem Wettbewerb teilnehmen! Auch Wellenreiter,

großen Funpark abzufahren, auf Rails zu sliden oder sich

Windsurfer oder Kitesurfer können beim großen Videoaward

einfach nur auf die Après-Ski-Party vorzubereiten. Wer

ein Wörtchen mitreden, sofern sich die Filme mit einem

Ischgl kennt, der weiß, dass es kaum einen besseren Ort

Winterthema beschäftigen! Parallel zur ersten Votingphase,

gibt, um Lifestyle und Sport miteinander zu kombinieren.

die bereits im Gange ist, ist schon die zweite Runde des Videowettbewerbs eingeläutet. Bis zum 1. Februar 2009

Um nach den körperlichen Einsätzen auf Pisten oder

kannst du deinen eigenen 60-Sekunden-Winter-Videoclip

Tanzflächen der Langeweile vorzubeugen, haben sich

auf die oben genannte Homepage hochladen und selbst zu

Warsteiner und ProSieben etwas ganz Besonderes einfallen

den Gewinnern zählen. Die Online-User haben dann die

lassen. Schlaue Köpfe mit viel Fantasie sind gefragt, denn

Möglichkeit, in vier Votingphasen die besten Videos nach

die beiden Premium-Brands suchen den kreativsten Winter-

Ischgl zu bringen, wo am 13. April 2009 die Endausscheidung

Videoclip des Jahres!

bei dem abschließenden Videoaward stattfindet.

Der Hauptgewinn ist ein Suzuki Grand Vitara im Wert von

Wer genau in der prominenten Jury sitzt, wird an dieser

31.000 Euro! Dieses coole Gefährt wird im Finale am 13.

Stelle noch nicht verraten, aber sie ist verantwortlich dafür,

April in Ischgl von einer prominenten Jury vergeben. Regeln

wer den begehrten Hauptgewinn mit nach Hause nehmen

gibt es nicht viele, außer dass der Clip nicht länger als 60

darf. Eventuell bist es ja du, der mit dem Suzuki Grand Vitara

Sekunden sein darf und etwas mit Winter zu tun haben

nach Hause düst oder ein tolles Wochenende inklusive

soll. Der Ort und die Motive bleiben also den einzelnen

Übernachtung, Top of the Mountain Easter Concert und VIP-

Regisseuren selbst überlassen. Aufgenommen werden

Zugang in Ischgl gewinnt! Also ran an die Kamera!


Text Ruben Griesbach © Fotos Tim Walser

DER KITELOOPCONTEST – EIN WETTKAMPF DER ANDEREN ART Den KLC gibt es jetzt seit vier Jahren und er ist bisher, dank der vielen Fahrer, stetig gewachsen. In diesem Contest geht es nicht darum, in einem Heat, der vielleicht acht Minuten lang ist, sein Können abzuspulen und darauf zu hoffen, dass einen die Judges besser bewerten als den zweiten Wettstreiter. Es geht nicht darum, ein K.-o.-System möglichst erfolgreich zu bestehen und um ein Weiterkommen in die nächste Runde zu bangen. Denn was wäre schlimmer, als bei guten Bedingungen nicht mehr aufs Wasser zu dürfen? Und am wenigsten geht es darum, sich sowohl auf dem Wasser als auch auf der abendlichen Eventparty für die nachfolgenden Tage zu schonen.

Der Kiteloopcontest zielt in erster Linie auf Spaß hin, was nicht zwangsweise heißt, dass das Niveau geringer ausfällt. Ganz im Gegenteil: Die Fahrer haben das gesamte Wochenende Zeit, sich und ihre besten Tricks zu präsentieren. Somit gleicht das Ganze eher einer Supersession mit Kollegen und Freunden ohne zu hohen Leistungsdruck. Man bekommt das Gefühl, sich gegenseitig mit seinen Kollegen hochzupushen, und genau dieses Gefühl ist es doch, das wir am meisten nach einer guten Session auf dem Wasser lieben. Die Zufrieden denheit, zu wissen, dass man alles gegeben hat und sich völlig verausgabt hat. (Dann kann

man sich am Abend wohlwollend in den Sessel lehnen.) Somit lockte der Kiteloopcontest nich nur nationale Größen wie Stefan Permin, Mathias Larsen, Tim Kummerfeld oder Rick nicht Jens Jensen, sondern es kamen auch internationale Fahrer wie das Kite-Urgestein Franz Olry nach Deutschland, um beim KLC zu starten. Der Event wurde großzügig von vielen tatkräftigen Sponsoren unterstützt. Somit gab es das neue neueste Kite-Material von Slingshot, Airush, Twintail und Famous Frank zu testen. Die Jungs von Shisha stellten ihre Sitzsäcke und die Eventklamotten. Für die Hungrigen wurden tagsüber süße italienische Spezialitäten am Strand verteilt und abends lud das Vapiano in Kiel zu einem Ridersdinner für alle Fahrer ein. Red Bull kümmerte sich sowohl um Musik als auch um die kkoffeinhaltigen Getränke. Für die obligatorische Party am Abend sorgte das Free-Magazin. E Am Ende blieb den KLC-Teilnehmern lediglich die Anspannung, endlich zu erfahren, wer i Sinne der Fahrer einen der sechs Titel verdient hatte. Das waren im Jahre 2008: sich im Most Powerful Kiteloop Franz Olry; Highest Kiteloop Lasse Schneppenheim; Most TechniK Rick Jensen; Best Girl Overall Nicole Schönekäß; Best Wipeout Tim Kummercal Kiteloop fled un und Pascal Rutsch konnte sich den diesjährigen Titel des Most Impressive Rookie sichern.


Fahrer Tim Kummerfeld

Fahrer Matze Larsen

Fahrer Lasse Schleppenheim

Fahrer Franz Orly

Fahrer Holger Gรถtz

Fahrer Rick Jensen

Gewinner Tim Kummerfeld, Rick Jensen, Lasse Schleppenheim

Fahrer Crowd

Fahrer Franz Orly


SO, WEIHNACHTEN IST VORBEI, UND WIE ICH DEN GROSSTEIL DER LESER KENNE, WURDET IHR REICH BESCHENKT. DOCH DAS, WAS MAN BEKOMMT, IST JA BEKANNTLICH NICHT IMMER DAS, WAS MAN SICH GEWÜNSCHT HAT. AUS DIESEM GRUND HABEN WIR UNS FOLGENDES NACHWEIHNACHTLICHES „JULKLAPP-GEWINNSPIEL“ AUSGEDACHT, UM DIR NOCH EIN PAAR KLEINE LECKERLIES ZU BESCHEREN: ICH STELLE DIR EINE FRAGE ODER AUFGABE UND DU BEKOMMST IM GEGENZUG TOLLE PREISE VON MIR ALS GABE UNTER DEN BEREITS AUSGETROCKNETEN TANNENBAUM GELEGT, DEN DU WAHRSCHEINLICH AUS BEQUEMLICHKEIT IN DEN NÄCHSTEN TAGEN ALS FEUERHOLZ VERBALLERN WIRST. SCHREIB EINFACH EINE MAIL AN: TIM@FREE-MAGAZIN.DE UND GIB DEINE ADRESSE, DEN PREIS UND DIE ANTWORT AN.


Wer liebt es nicht neue Shirts zu haben? Für dich haben wir eins von zwei coolen Shirts von Nine-Plus und ein Shirt von Austin-Surfboards, wenn du mir folgende Frage beantworten kannst: Wer ist denn eigentlich dieser „Austin“? www.waxheaddistribution.com

EA-Sports hat das wohl bekannteste Brettspiel – „Monopoly“ – 1

auf alle Konsolen gebracht. Das Videospiel Monopoly World überträgt das klassische Brettspiel in die digitale Welt, erweitert es um moderne Funktionen und Neuerungen und bleibt dabei der 70-jährigen Tradition der ursprünglichen Marke treu. Wenn du eines von drei „Monopoly World“-Spielen auf entweder Playstation2, Playstation3 oder der Xbox 360 gewinnen willst, dann schreib mir schnell, welches die teuerste Straße beim klassischen Monopoly ist. www.electronic-arts.de 3

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Northcore hat nicht nur sensationelle Boards, sondern auch Accessoires, die euch ungemein weiterhelfen. Die USB-Armbänder mit 512 MB Speicherplatz können coole Xtreme-Sportler ganz locker um das Handgelenk tragen, um Musik oder Fotos den besten Kumpels zu zeigen. Wenn du eines von fünf Datenträgern haben möchtest, schick mir ein „Weihnachtsfoto“.

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Die Jungs von Holmstroem haben seit einigen Wochen endlich neue Shirts fertig und wie gewohnt guten Stoff an den Start gebracht. Um eins von den frischen Shirts zu gewinnen, musst du einfach folgende Frage beantworten. Was hat Kalle dir zu den Vorfahrtsregeln zu sagen? Kalle findest du auf der Internetseite www.holmstroem.de.

Wie schon in der News erwähnt, haben wir auch eine der coolsten Uhren – und zwar „The Nomad“ von Freestyle-World – zu verlosen. Es ist egal, ob du am Strand oder in der Wüste stehst, die Uhr funktioniert immer sicher und zuverlässig. Damit du beziehungsweise der Weihnachtsmann nie wieder zu spät kommt, schreib mir schnell eine Antwort zu folgender Fra-

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ge: In wie vielen Farben gibt es diese Uhr? www.freestyleworld.com

Die Drei! Windsurfing Journal, Kitelife oder Free-Magazin, welches der Magazine soll unter dem ausgetrockneten Tannenbaum liegen? Wir verlosen insgesamt zehnmal ein Jahresabo für ein Magazin deiner Wahl. Bestimmt kennst du aus der Grundschule noch die gute alte Tradition des Gedichtevortragens… Wenn du nie wieder eine Ausgabe verpassen möchtest, schick mir eine Mail mit einem selbst gereimten Weihnachtsgedicht. www.free-magazin.de, www.windsurfing-journal.de, 6

www.kitelife.de


Text & © Fotos Erik Aeder, Übersetzung Julia Übelhör

HEUTZUTAGE GIBT ES KAUM EIN REISEZIEL, ÜBER DAS NICHT BEREITS MINDESTENS ZWÖLFMAL IN MAGAZINEN ODER TV-SHOWS BERICHTET WURDE. DIE WASSERSPORTWELT JEDOCH FINDET IMMER WIEDER NEUE WEGE, OFT BESUCHTE REISEZIELE ZU EINEM ERNEUTEN ABENTEUER ZU MACHEN. Ich hatte dieses Jahr das Glück, Robby Naish und Michi Schweiger sowie den Naish Kite Team Rider Reo Stevens bei einer Mission treffen zu dürfen. Um herauszufinden, wie viele Sportarten man an einem Tag im schönen Lakey Peak auf der Insel Sumbawa ausführen kann, machten wir uns zu viert auf die abenteuerliche Reise nach Indonesien. Bereits die Fahrt vom Flughafen zum Dorf, falls man es überhaupt so nennen kann, war der reine Nervenkitzel. Die Hupe des Holzgespannes, das als Taxi diente, wurde die Hälfte der zweistündigen Fahrt über allein dazu genutzt, den unseren Wagen ziehenden Ziegenbock zu animieren oder Hunde und Hühner zu verscheuchen, die ihr Glück beim Ausweichen desselbigen versuchten.

Nach der abenteuerlichsten Fahrt meines Lebens kamen wir endlich an unserem Hotel an. Das Amin Gati gilt als das beste Hotel in Lakey Peak. Für 35 Dollar bekamen wir hier eine Nacht im Doppelzimmer inklusive Frühstück mit Kaffee, Toast, Früchten und einem Smoothie. Das morgendliche Omelett erhielt man für einen Aufschlag von einem Dollar. Die Zimmer waren sauber und mit Moskitonetzen, TV und Klimaanlage ausgestattet. Der Hotelpool bot zusätzlich ausreichend Abkühlung, war jedoch bei all dem Wasser außerhalb der Behausungen nur eine minimale Ablenkung für die Gäste. Das hoteleigene Restaurant war das beste der Umgebung, es überzeugte nicht nur durch ausgezeichnetes und günstiges Essen, sondern auch durch abgespielte Surf- und Kitefilme. Doch der eigentliche Grund unserer Reise war nicht das gute Essen, wir waren hier, um Wellen und Wetter zu genießen und die neuen Stand Up Paddle Boards von Naish zu testen. Der größte Break hier im Umkreis war der berühmte Lakey Peak, vor einer Riffplatte mit der Größe eines Fußballplatzes und einem zweistöckigen Holzturm in der Nähe, der einen perfekten Platz zum Fotografieren und Beobachten bot. Dieser Platz fesselt Pros und Anfänger gleichermaßen, vor allem wegen der fast perfekten Barrels, die in beide Richtungen laufen. Am Morgen des ersten Tages machten wir uns bereits zu früher Stunde auf den Weg. Am Strand angekommen, sprinteten Robby und Michi sofort ins kühle Nass, um die perfekte Welle für ihre Stand Up Paddle Boards zu suchen. Ich selbst charterte ein klassisches Indo-Style-Boot, um zum Line-up zu gelangen und einige Fotos zu schießen.


Der Kapitän, der sich bereit erklärte, mich mit seinem Boot durch den engen Channel zu führen, wurde von seinem Bruder unterstützt, der ihm permanent Richtungsanweisungen gab. Beide gaben als anscheinend eingespieltes Team eine kompetente Bootsmannschaft ab … Plötzlich wies jedoch der Bruder auf ein Korallenriff hin, das sich direkt vor uns befand. Der Kapitän steuerte direkt darauf zu und machte keine Anstalten, zu wenden. Nach erneutem, diesmal mündlichem Hinweis fingen beide an, angeregt miteinander über die missverständlichen Handzeichen zu streiten, weshalb wir immer bedrohlicher auf das Riff zuschwenkten. Glücklicherweise erwischten wir in letzter Sekunde den nächsten Swell und konnten dem vermutlich sicheren Tod entkommen.


Nachdem der erste Schock überwunden war, machten wir uns auf die Suche nach einem schönen und sicheren Platz zum Fotografieren, an dem die Brüder guten Gewissens ihren Anker werfen konnten. Ich fragte vorsichtshalber noch einmal nach, ob der Ort auch „sicher“ sei, als uns auch schon ein Set erwischte und wir mittendrin statt nur dabei waren, als mehrere drei bis vier Meter hohen Wellen auf uns niederpreschten. Wir packten sofort unsere Sachen und änderten abermals unsere Position. Vom zweiten Schrecken des heutigen Tages erholt, fanden wir glücklicherweise noch ein kleines und durchaus ungefährliches Plätzchen, an dem mir dann noch der eine oder andere Schnappschuss von Robby und Michi gelang, die sich schon köstlich über meinen Höllenritt amüsierten.

Als wir mittags eine kleine Verschnaufpause einlegten, erzählten mir die beiden begeistert von der Klarheit des Wassers und kleinen Seeschlangen, die mehrmals versucht hatten, auf Robbys Board zu kriechen. Später an diesem Tag schwamm ich am selben Spot, an dem die beiden zuvor gesurft waren, und hielt unbewusst nach kleinen Wellen mit schlangenähnlichem Muster Ausschau. Das Riff war bedeckt mit den verschiedensten Wasserlebewesen, von Pflanzen zu Anemonen bis hin zu Seeigeln. Haie, Aale und andere Raubfische sind hier zwar nicht üblich, trotzdem ist eine Begegnung mit diesen Tieren nicht ausgeschlossen. Zurück an Land fiel mir auf, dass durch die aufkommende Ebbe bereits ein ziemlich niedriger Wasserstand herrschte. Robby erklärte mir daraufhin, dass hier eine sehr hohe Tidendifferenz von bis zu drei Meter herrscht. Bei Vollmond ist es sogar durchaus möglich, dass das Ufer drastisch durch die brechenden Wellen verändert wird. Am nächsten Tag traf bereits früh der erwartete große Swell ein und das Wasser war voll von gierigen Surfern. Die Stand Up Paddle Boards wurden von Robby und Michi auf Herz und Nieren getestet. Naishs neue kurze, aber breitere Boards waren perfekt zum Catchen und Abfahren der Wellen, vor allem für Robby, der Barrel nach Barrel hinter sich ließ. Späte Take-offs waren ebenfalls kein Problem für die neuen Boards und beide Jungs hatten wahnsinnig viel Spaß. Als der Swell nach einiger Zeit ab- und der Wind zunahm, wurden die Kites in die Lüfte gelassen.


Ein perfekter Sideshorewind blies vom Hafen her, weshalb hier vor allem im August Kiter aus diversen Gebieten aufeinandertreffen. Reo war kaum noch zu bremsen und innerhalb weniger Minuten im Wasser. Robby gesellte sich zu ihm und beide lieferten mir optimale Motive für meine Kamera. Michi, als einsamer Windsurfer auf hoher See, verlangte den Wellen alles ab, da sich die Wetterverhältnisse jeden Moment ändern konnten. Nachdem der Wind später abgezogen war und sich der Tag dem Ende neigte, entschieden wir uns dafür, eine kleine abendliche Fotosession bei Sonnenuntergang zu starten. Ich lief zum Hotel zurück, packte meinen Unterwasserfotokram zusammen und startete den Rückmarsch. Auf dem Weg zum Strand entdeckte ich Aale, die sich übers trockene Riff den Weg ins Wasser suchten, und hoffte, dass ich auch diesmal von in Neoprenanzüge kriechenden Seeschlangen verschont wurde. Den ersten Shot des Abends lieferte mir Michi, der jedoch beim Austreten aus der Welle zögerte, weil er Angst davor hatte, mich zu erwischen. Stattdessen fiel er unglücklich vom Brett und wurde von eben diesem an der Lippe getroffen. Nach der Session besuchten wir daher Simon, einen Arzt aus der Schweiz, und seine Freundin Sharon, die beide im Bungalow neben uns wohnten. Als harter Kerl verweigerte Michi sofort eine Betäubung … Glücklicherweise – Simon meinte, er habe sowieso nichts zum Betäuben vor Ort. Nachdem die Lippe wieder repariert war, luden wir die beiden auf ein Bier ein. Sämtliche Überredungsversuche, damit Sharon im Krankenschwesternkostüm auftauchte, schlugen leider fehl. Allerdings schlossen wir Freundschaft mit den beiden und ich hatte endlich auch ein Model für meine Unterwasserfotos gefunden. Die Zeit auf Indonesien verging leider viel zu schnell, acht Tage später wurde es für uns schon wieder Zeit, zu gehen. Allerdings beschlossen wir alle, zu diesem Ort zurückzukehren, um noch mehr traumhafte Plätze zu erkunden, die Indonesien so zahlreich zu bieten hat. Vorerst war unser Aufenthalt hier ist jedoch erstmal zu Ende und der abenteuerliche Ritt zum Flughafen wartete auf uns …


LETZTES JAHR, AUF MAUI, SAH ICH MIR EIN SURFMAGAZIN AN, WEIL EIN ARTIKEL SEINE AUFMERKSAMKEIT AUF MICH GEZOGEN HATTE: SIEBEN WELTSPOTS MIT SCHÖNEN WELLEN, DIE MAN GESURFT SEIN MUSS. EINER DIESER SPOTS WAR MAROKKO. TAJ BURROW STAND AUF DEM DAZUGEHÖRIGEN FOTO IN EINER RIESIGEN BARREL. MAROKKO IST NICHT SO WEIT WEG VON HOLLAND, ABER ICH WAR NOCH NIE DA GEWESEN. DAS WOLLTE ICH ÄNDERN. FÜR MICH WAR ES EIN NEUES LAND UND DAS ERSTE MAL, DASS ICH EIN ARABISCHES LAND MIT MUSLIMISCHER KULTUR ERLEBEN WÜRDE. WENIGER ALS EIN JAHR SPÄTER CHECKTEN MEIN FREUND DAN UND ICH AUF DEM FLUGHAFEN SCHIPHOL/AMSTERDAM MIT UNSEREM WINDSURF-, SURF- UND SUP-EQUIPMENT EIN. UNSER FLUG FÜHRTE UNS NACH AGADIR/MAROKKO. DIE VORHERSAGEN FÜR WIND UND WELLEN IN DEN NÄCHSTEN ZWEI SEPTEMBERWOCHEN SAHEN GUT AUS. LUCKY US!


Aber … wie läuft das da in Marokko? Wie ist das für eine blonde Frau wie mich, die es gewohnt ist, in Bikini und Shorts rumzulaufen, zu surfen und zu windsurfen? Und was bedeutet „Ramadan“? (Wir hatten mitbekommen, dass der ganze Monat September Ramadan sein sollte.) Glücklicherweise konnte ich eine Freundin fragen, die für drei Jahre nach Libyen gezogen ist. Sie gab mir einige Tipps: In einem typischen (konservativen) arabischen Land sollte eine Frau nicht Shorts, Bikini oder Tank Top tragen. Klamotten mit langen Armen und Beinen zeigen, dass ein Ausländer die muslimische Kultur respektiert. Die einheimischen Frauen bedecken ihr Gesicht und ihren Körper. Andere Männer sollen bestimmte Teile des Körpers nicht betrachten können. In einigen Städten (es gibt noch einige, aber nicht mehr viele) ist es nicht einmal üblich, dass eine Frau sich allein auf der Straße bewegt. Sie gehört ins Haus. Auch dominiert der Mann zu Hause; wenn eine Frau einen Mann heiratet, dann gehört sie zu ihm und soll ihm gehorsam sein. Hmmm ... Das ist schon ganz anders, als ich es gewohnt bin!


In Tagazout, ungefähr 20 Kilometer von Agadir entfernt, hatten wir ein Appartement und ein Auto gebucht. Es gibt da viele Surfspots und mit etwas Wind dazu auch gute Windsurfspots! Die Küste ist endlos – und die Welle ebenso. Mit der Wettervorhersage per Internet und Telefon sowie einer Karte von der Küste war es einfach, im Umkreis von vier Stunden die besten Bedingungen zu finden. Wir besuchten unseren marokkanischen Freund Boujmaa einige Tage: Er ist PWA-Windsurfproi, kommt aus Essaouira und zeigte uns seine Heimatstadt und seinen Homespot. Der bescherte uns übermasthohe Wellen und viel Wind (wir waren mit 3.7 überpowert). Wir lernten auch noch seine sehr netten Freunde kennen, was uns sehr gefreut hat. Außerdem waren wir eingeladen, ein originales marokkanisches Abendessen mit seiner Familie zu teilen. Das war wirklich etwas Besonderes. Da Ramadan war, konnten die Locals nur bis 4:50 Uhr morgens essen und trinken – bis die Sonne aufging. Dann mussten sie warten, bis die Sonne um 18:50 Uhr wieder untergegangen ist. Auch das Rauchen oder Alkoholtrinken war in dieser Fastenzeit nicht erlaubt. Das bedeutete auch, dass die örtlichen Bars keinen Alkohol ausschenkten und viele Geschäfte geschlossen waren. Natürlich konnten Dan und ich essen und trinken, aber wir wollten es aus Respekt gegenüber den Einheimischen nicht tun, weil sie es hätten sehen können.


Marokko ist eines freies und liberales arabisches Land, Boojmaa konnte uns erklären, wie sich heutzutage die Kultur entwickelt hat. Natürlich gebe es noch „alte“ Gebiete, wo alles ganz konservativ abläuft, aber viel habe sich schon geändert hier in Essaouira und anderen mehr touristischen Städten. Manche Mädels laufen jetzt auch ohne „Burka“ durch die Straßen und bedecken nicht immer mehr ihr Gesicht. Sie tragen hübsche Jeans und Longsleeve-Shirts. Ein schulterfreies Top oder Shorts sollten sie allerdings noch nicht tragen. Auch können die Frauen sich ihren Ehemann selbst aussuchen. Früher wurden die Frauen mit einem Mann verheiratet, den die Familie ausgesucht hat. Heutzutage heiraten marokkanische Männer auch Frauen aus Europa. Alles ändert sich und wird etwas freier. Alkohol war früher verboten, aber jetzt trinkt die Jugend durchaus alkoholische Getränke. Für Touristen wie mich ist die Frage, wie man sich angemessen verhält, abhängig davon, wo man ist. In touristischen Städten ist es okay, im T-Shirt herumzulaufen, aber im eher konservativen Hinterland überhaupt nicht. Ich würde empfehlen, Longsleeves zu tragen oder sich mit einem „Sarong“ die Arme zu bedecken. Von kurzen Shorts würde ich abraten, weil das im Allgemeinen als nicht respektvoll aufgefasst wird.


Natürlich gab es einige Touristen, die im Bikini am Strand lagen, aber das kam eigentlich nur bei den Hotelanlagen vor. Das einzige Mal, dass ich gesündigt ahabe, war bei einer meiner letzten Sessions Stand up Paddling. Es war zu warm für einen Wetsuit und deswegen waren ein Bikini und ein T-Shirt die Lösung für mich. Dass gerade Ramadan war, hatte für uns zur Folge, dass viele Locals nicht auf dem Wasser waren. Den ganzen Tag nicht zu essen oder zu trinken, ist schon hart, und zur Ramadanzeit soll man zudem nicht zu viel Spaß haben – sagt der Koran. Für uns war das wieder ein Glück, weil die Wellenreitspots so nicht besonders dicht besucht waren. Von Holland oder Deutschland ist ein Trip nach Marokko einfach, schnell und günstig. Und eine tolle Erfahrung ist es allemal. Ich danke Marokko für die guten Surfbedingungen und die „neue“ Kultur, die mir bisher unbekannte Blickwinkel eröffnet hat.


ALS ICH LETZTES JAHR MIT DEM SURFEN ANGEFANGEN HABE, HÄTTE ICH NIE IM LEBEN GEDACHT, DASS ICH JEMALS DEN WELLEN HINTERHERREISEN WÜRDE. OBWOHL ICH GEBÜRTIGER KIELER BIN, WAR ICH DEM WASSERSPORT NIE BESONDERS ZUGENEIGT. GANZ IM GEGENTEIL. ICH HATTE IMMER DIESE BILDER IM KOPF, VERSTÄRKT DURCH VERSCHIEDENSTE BEGEGNUNGEN IN EINSCHLÄGIGEN KIELER-SZENE-SCHUPPEN, DIE IMMER WIEDER BESTÄTIGTEN: ENDLESS SUMMER, PERFEKTE WELLEN UND DAS WILD-ROMANTISCHE LEBEN VON MAKELLOSEN SPINNERN. GEILE WELLE! HANGING LOOSE!? NICHTS FÜR MICH! ICH ALS LEIDENSCHAFTLICHER FUSSBALLPROLET WÄRE SO NIE AUF DIE IDEE GEKOMMEN, MIT DEM SURFEN ANZUFANGEN ODER DIES GAR ALS SPORT ZU BEZEICHNEN. MIR GINGEN DIE LEUTE IN MEINEM FREUNDESKREIS AUF DEN SACK – JA ALEX, DU BIST GEMEINT –, DIE ANDAUERND WÄHREND DER SPORTSCHAU VON IRGENDEINER NOCH SO TOLLEN WELLE BERICHTETEN. WAS KANN BESSER SEIN ALS FUSSBALL?


lifornien: schönes Wetter, schöne Frauen, große Wellen … Dort wollte ich auch mal hin. Hatte mich das Endless-Summer-Virus nun also doch noch infiziert? Darüber dachte ich kein bisschen nach. Ich stellte mein Leben um und suchte immer nach Möglichkeiten, zu surfen und dem grau-tristen Alltag in Deutschland zu entfliehen. Aber wohin denn jetzt? Bali. Immer wieder klang Bali in meinen Ohren. Und wo verdammt liegt Bali? Irgendwie wusste ich das nicht wirklich. War das nicht das „Mallorca der Asiaten und Australier“? Sind da nicht vor wenigen Jahren fundamentalistisch motivierte Attentate von hirnlosen Idioten ausgeübt worden, die Hunderte Menschen in den Tod rissen und tausendfaches Leid verursachten? Und ist es nicht doch die Insel der Götter und der 1.000 Tempel? Tja, wo ist denn jetzt Bali? Nach ein wenig Recherche im Internet wurde meine Neugier immer größer. Alles klang noch besser als meine Assoziationen: 30 Grad, konstante Wellen, perfekte Wassertemperatur, ein neuer Kontinent, weit weg von Deutschland, Eintauchen in eine völlig neue Welt …

I

ch habe mir jahrzehntelang die Knochen auf

So fragte ich im Sommer 2007 in meinem Freundeskreis, ob jemand Lust hätte, mit-

irgendwelchen Bolzplätzen aufgerieben, um einmal

zukommen, weil sich in meiner Magengegend ein flaues Gefühl einstellte, beim Gedanken,

das Glück zu haben, Profi zu werden. Mit ein we-

ganz allein nach Asien zu reisen. Ich? Meine wenigen Brocken Englisch sind nicht beson-

nig mehr Disziplin, Professionalität und weniger Tresen-

ders. Und können DIE überhaupt Englisch? Abgesehen von meiner unbändigen Weltoffen-

ausschweifungen hätte ich es ja auch geschafft. Aber ich

heit, die mir schon südlich der Hamburger Elbe als drohende Unsicherheit des fremden

bin, wie ich bin, und so blieb es nur ein Traum und ich

Territoriums ins Gesicht geschrieben steht! Keiner wollte mit. Ich hörte nur Aussagen wie:

kickte in Amateurklassen vor mich hin. Nach jahrelanger

„Am Arsch der Welt?“ – „Viel zu teuer!“ – „Weißt du denn, wo das liegt? Das ist Indone-

Hingabe für den Fußball bemerkte ich, dass ich dabei

sien!“ – „Die Wellen sind viel zu groß für dich!“ – „Da erkrankst du an Hepatitis, Syphi-

war, meinen Körper einfach immer weiter zu zerschroten.

lis oder stirbst an der Vogelgrippe, wenn du nicht vorher ersäufst!“ – „Wir fahren lieben

Schier endlose Schmerzen nach jedem Training. Nichts

zum Atlantik. Alles viel günstiger! Komm doch mit!“ Ich hörte nicht darauf. Meine innere

war ohne Schmerzen möglich. Aufstehen? Wie soll das

Stimme sprach eine andere Sprache. Ich war auf der Suche. Auf der Suche nach dem Per-

gehen! Aber irgendetwas in mir trieb mich hoch und sag-

fekten. Nicht nur bezüglich der Wellen. Auch nach Freiheit und der Zufriedenheit, die ich

te: „Geil! Heute wieder Bolzen!“ Ich schluckte vor jedem

durch den Verlust meines geliebten Fußballs verloren hatte. Mir fielen die Worte meines

Training wie viele andere auch meine Schmerztabletten

australischen Surfguides Mike auf Fuerte ein, der nahezu jede Welle auf der ganzen Welt

wie Bonbons, in der Hoffnung, dass mein Körper die Be-

geritten war und mir immer wieder sagte: „Bali. Tufan, mein Freund, vergiss Hawaii und

lastungen aushält, um vielleicht am Wochenende gegen

vergiss alles andere. Egal was andere suchen. Du findest es in Bali.“

die Amateurmannschaft eines Bundesligisten auflaufen zu können. Diese bedingungslose Hingabe für sportliche Er-

Zumindest wusste ich jetzt, dass es in Indonesien lag. Und Mike konnte ich ver-

folge – ja eher Aufopferung – können vielleicht nur die

trauen. Und ich begann, meiner Stimme zu vertrauen. Auch wenn das bedeutete, es ganz

Leute verstehen, die diesen Sport wirklich lieben. Nach-

allein zu schaffen. Dabei fiel mir ein, dass Mike auch von Surfcamps auf Bali sprach. Ich

dem ich mit dem Fußball allerdings aus beruflichen Grün-

suchte sofort im Internet. Es prasselten Unmengen von Seiten auf mich ein. Ich klickte

den aufhören musste, befielen mich große Depressionen.

mich durch und fand eine Seite, die mich besonders ansprach. www.kimasurf.com war auf

Ich war nicht mehr der gleiche Mensch wie früher. Kör-

Deutsch und Englisch gehalten und gab mir schon ein wenig Sicherheit. Die im Hinter-

perlich unterfordert. Ohne Motivation für – aus meiner

grund laufende balinesisch klingende Musik war einerseits die Verlockung des Unbekann-

Sicht – stupides Eisenbiegen in verschwitzten Fitnesspaläs-

ten und gleichzeitig wie ein freundlicher Willkommensgruß. Ich rief die Aachener Telefon-

ten und Ähnlichem. Alles, wofür ich bisher gelebt hatte,

nummer an und es meldete sich eine sympathisch klingende Stimme. „Hallo. Kima Surf,

war dahin. „Digger, geh mal surfen! Das ist was für dich!“

Roland am Apparat.“ Ich hatte hundert Fragen und tausend Befürchtungen. Im Gespräch sagte Roland unter anderem: „Du wirst ganz schnell Anschluss finden, es gibt hier alles,

„Digger, geh mal surfen! Das ist was für dich!“ Im-

was du brauchst, hauptsächlich deutschsprachige Campteilnehmer. Normale Impfungen,

mer und immer wieder musste ich mir das Geseier von

unter anderem Hepatitis, sind völlig ausreichend.“ Er konnte ganz authentisch alle meine

Alex vom Free-Mag anhören. Er schaffte es, mich im

Sorgen zerstreuen. Trotzdem empfand ich noch innere Hindernisse, die mein Bruder Tay-

März 2007 nach Fuerte zu „zwingen“, um aus meinem

fun zunichtemachte, indem er mich „treusorgend“ zur Surfsafari 2007 nach Bali buchte. Ein

Alltagstrott zu entfliehen und meinem Leben eine neue

Klick und schon war er seinen Bruder mit den liebevollen Worten „Verpiss dich endlich, du

Richtung zu geben. Vielleicht hattet ihr das ja damals

Penner! Wird Zeit, mal was anderes zu sehen!“ los.

schon gelesen? „Tufan on Tour“ im Girls Special Juni 2007. Schwamm drüber … Ich sammelte erste Erfahrun-

Die Kima-Leute nahmen mir die Flugsuche ab und bereits in Kürze hatte ich alles

gen auf Fuerte, in Dänemark und auch in Deutschland an

bereit. Kiel – Frankfurt – Kuala Lumpur – Denpasar. Ich war vier Wochen im Surfcamp

Nord- und Ostsee. Dabei dachte ich an die Atlantikküste,

„Green Room“ in Seminyak, das in der Nähe der Touristenmetropole Kuta liegt. Surfsafari

die Wellenreiterparadiese Hawaii, Tahiti, Australien, Ka-

war das Motto, doch diese Wundertüte hatte viel mehr zu bieten, als ich es mir je in


meinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Als ich von meinem Abenteuer Bali

sung zu finden, und dabei blieb es nicht nur beim Guiding,

zurückkam, sprach ich nur noch davon: vom Surfen, freundlichen Menschen, interessanter

sondern es entwickelten sich vertrauensvolle Beziehungen,

Kultur und der Lebensweise – überall lachende Gesichter, die meinen intensiven Surfalltag

die mich einerseits ermutigten, größere Wellen in Angriff

begleiteten. Und ehrlich gesagt: Teuer ist was anderes, vier Wochen Kanaren, Frankreich

zu nehmen, aber andererseits waren die Guides auch wie

oder Spanien usw. können locker teurer sein als Bali und haben auch nicht die Swell- und

Eltern, die ihr Kind vor gefährlichen Situationen schützen.

Wettergarantie. Auf Bali wird eben auf einem ganz hohen Niveau gemeckert, was Wellen

Ich hatte jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner, der

und Wetter angeht. Ich hatte die Insel lieben gelernt und vor allem: Es war noch nicht

mir Zusammenhänge über Wellen, Herangehensweisen und

genug. Ich erzählte allen meinen Leuten immer und immer wieder davon. Der eine oder

Techniken erklärten. Was ich sehr beeindruckend fand, war

andere war sicher auch davon genervt. Alex sagte zu mir: „Wenn das so faszinierend ist,

auch die Offenheit und Toleranz der Locals gegenüber den

dann fahr doch noch mal hin und vor allem schreib darüber und lass andere Menschen an

Neulingen wie mir. Ich hatte auch auf den Kanaren öfter

deinem Erlebten teilhaben.“

am eigenen Leib Situationen erlebt, dass Local Surfer sich besitzergreifend und aggressiv gegenüber Anfängern und

Nach kurzem Kontakt mit dem Surfcamp Kima (bedeutet auf Griechisch Welle) als

Urlaubssurfern verhalten haben. Auf Bali gab es diese Situ-

vertraute Anlaufstelle, das eigentlich mehr für mich geworden war als nur ein Surfcamp,

ationen kaum und wenn, dann war es milder und man hat-

sondern eher mein Zuhause auf Bali, bin ich dieses Jahr für sechs Wochen nach Bali geflo-

te immer die Gelegenheit, mit einem Lächeln alles zum Po-

gen. Kiel – Frankfurt – Singapur – Denpasar. Vier Wochen Kima-Surfcamp und zwei Wo-

sitiven zu wenden. Ich spürte, dass es die Insel der Götter

chen allein auf eigene Faust. Diesmal wurde ich beim zweiten Camp „Balangan“ auf der

sein musste, weil vieles mit einem Lächeln geregelt wird.

Halbinsel Bukit für zwei Wochen einquartiert, das nach dem Motto „eat, sleep, surf“ betrieben wird. Dieses Camp ist im traditionellen balinesischen Stil gehalten. Hundert Meter

Das indonesische Flair, was ich auf der Internetseite mit

weiter findet sich die Klippe von Balangan, wo eine der schönsten Linkswellen, die ich je

der Musik und den Fotos gespürt hatte, fand ich vor al-

erlebt habe, täglich wie an einer Schnur gezogen entlang des Riffes bricht. Mir fehlen die

lem in Keramas, an der Ostseite von Bali. Diese Welle hat

Worte, um diese Schönheiten von Natur und Umgebung zu beschreiben. Wie in einem

mich besonders beeindruckt, weil sie an einem diesigen

wundervollen Traumland, in dem ich nicht mehr nur Tufan, sondern ein Teil der Natur war.

Tag mit strömendem Regen ca. 20 Meter vom schwarzen Sandstrand entfernt rechtsbrechend auf einer gewaltigen Riffplatte sozusagen explodierte, während von einem Warung (Imbiss), bei dem wir saßen, balinesische Musik auf einem Kassettenrekorder lief, was diesen Augenblick noch intensiver untermalte und mir sagte: Du bist ganz weit weg von zu Hause. Wir sahen sehr gute Surfer nah am Strand, die diese lang gezogene Welle surften, die sich mit unbeschreiblich großen Wassermassen barrelte. Obwohl wir draußen saßen, war alles so nah, als ob wir eins

Auch nachts konnte ich mich diesem Gefühl nicht verschließen, denn im Bett liegend hörte

wären mit den Surfern, die sich in diese unzähmbaren

ich die heranrasenden Wellen auf der ca. 200 Meter entfernten Riffplatte nahezu explo-

Wassermassen stürzten. Es war eine große Freude und

dieren. Es kam mir vor, als ob im 10-Sekunden-Takt ein Güterzug an mir vorbeidonnerte.

purer Genuss, ihnen dabei zuzusehen. Innerlich wuchs

Und auch dazwischen hatte ich nie das Gefühl, einsam zu sein, da ein Gecko, ein Hahn

mein Wunsch, dies irgendwann auch mal zu schaffen. Es

und eine Kuh wetteiferten, mich mit ihren Gesängen in den Schlaf zu wiegen. Ich fand

war ganz anders als in Padang Padang, die die biestigste

trotzdem zum Schlaf, da es sich wie im Paradies anfühlte und ich mit zwei, drei kühlen

Welle auf Bali ist, allerdings so weit draußen, dass man

Bierchen im Kopf und in angenehmer Gesprächsrunde eine zusätzliche Gelassenheit dazu

keinen wirklichen Bezug zu ihr bekommt. Darüber hinaus

entwickeln konnte. Hier war ich richtig.

begeisterten mich die kleinen Indokids, die mit veralteter Ausrüstung, ohne Leash und vor allem mit kaum vorhan-

Wenn diese Linkswelle von Balangan bis zu einem Meter geht, dann ist die Welle für

denen Schwimmfähigkeiten mit einer Leichtigkeit und Na-

mich als Neuling einfach genial. Aber wenn vom großen Swell gesprochen wurde, wusste

türlichkeit die Wellen ritten, wie ich es dort bei keinem

ich, dass dies für mich eine nahezu unlösbare Herausforderung bedeuten würde. Bukit hat

ausländischen Surfer je gesehen habe.

es wirklich in sich: Zahlreiche paradiesische Buchten und Weltklassewellen mit den Namen Uluwatu, Padang Padang, Green Ball, Impossibels, Bingin, Dreamland und viele mehr. Diese

Samstags hatten die Guides frei, das bedeutete, dass

Auswahl an Surfspots lag mir täglich zu Füßen. Das Kima-Surfcamp bot je nach Können Surf-

freitagabends Barbecue und Party angesagt waren. Da-

touren zu den verschiedenen Surfspots an, die mit Sternen von eins bis fünf klassifiziert wa-

rüber hinaus bot das Kima-Team für die Samstage Tou-

ren. So erhielt ich jederzeit den hilfreichen Überblick, wo ich mit welchem Guide hin wollte.

ren an, um mit den Teilnehmern Land, Leute und Kultur

So ergab es sich, dass ich manchmal allein mit den Surfguides oder eben in einer größeren

auf Bali zu erkunden: Vulkanbesteigungen, Schnorcheln,

Gruppe unterwegs war. Je nach persönlichem Bedarf kam jeder auf seine Kosten. Und dies

Kletterparkbesuche, Ausflüge in andere Städte, Tempel-

mehrfach am Tag. Das Kima-Team hat dabei stets drauf geachtet, für alles immer eine gute Lö-

besichtigungen, Reisen zu Nachbarinseln, Besuche von


Familien, die auf Bali leben, um das traditionelle Leben noch intensiver kennenzulernen. Sonntags gab es den sogenannten Daytrip, bei dem sich alle Teilnehmer des Surfcamps an einem Spot trafen, um gemeinsam den Tag zu genießen – am Strand zu chillen, gemeinsam zu surfen, zu kicken oder auch abends beim Barbecue Spaß zu haben. Dies war immer ein besonderer Anlass, sich wiederzusehen, sich besser kennenzulernen und sich über die Eindrücke und das Erlebte auszutauschen. Zwei Wochen Balangan waren so eindrucksvoll, dass ich nach dieser schnell verflogenen Zeit nicht mehr zurück ins Hauptcamp „Green Room“ nach Seminyak wollte, das ich im vergangenen Jahr lieben gelernt hatte. Diese Abgeschiedenheit und Ruhe von Balangan, dieses Einssein mit der Natur und die vertrauensvollen menschlichen Begegnungen hatten mich derart berührt, dass ich beim Verlassen des Camps wehmütig zurückblickte. Ich hatte mir durch übertriebene Vorbereitung für diesen Baliaufenthalt beim Eisenbiegen und durch überflüssiges Armdrücken auf Partys leider Reizungen an beiden Armen zugezogen, die sich bereits nach dem vierten Tag in Balangan zu beidarmigen Sehnenentzündungen entwickelten. So versuchte ich, diese mit Schmerzmitteln zu ertragen und trotz der Schmerzen so viel wie möglich zu surfen. Leider ging es trotz der Schmerzmittel nur eine halbe Stunde am Tag. So kam es dazu, dass die meisten dieses Paradies genießen konnten und ich draußen mit schmerzverzerrtem Gesicht in meiner geistigen Hölle stand. Aber das war auch der Tag von Olli aus dem Kima-Team, der Surfguide surfte die Welle seines Lebens in Balangan. (Während ich an diesem Tag den Arschtritt meines Lebens bekam.) Lies selbst, wie er diese Welle erlebt hat. SELAMAT PAGI Olli Mosch: „Seit einigen Tagen warteten wir auf den angekündigten Swell, nachdem die letzten Tage eher flach ausgefallen waren. Mir fiel es also nicht wirklich schwer, das Bett zu verlassen, als Simon an meinem komplett ramponierten Fuß zog und mir leise zuflüsterte: “Schlepp deinen Arsch ins Line-up.“ Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber wie es sich schon am Vorabend ankündigte, hörten sich die Wellen verdächtig groß an. Da ich auf die Schnelle keinen Wetsuit fand, lieh ich mir Simons Lycra und zog mich auf dem Weg zur Klippe an. Von ihr aus ergab sich dann der Blick, auf den alle gewartet hatten: ca. zwei bis drei Meter hohe Sets, die in perfekten Lefthandern zum immer noch dunklen Strand liefen. Alle drei Sections liefen und das Line-up war leer. Simon und ich paddelten in Richtung Middels und warteten auf die nächsten Sets. Das Wasser war warm und wurde von den ersten Sonnenstrahlen orange und silber gefärbt. Es herrschte absolute Ruhe und es gab keine Menschenseele um uns herum. Nur der in der Ferne zu hörende Muezzin brach diese Stille, was dieses irreale Bild nur vervollständigte. Als das erste Set einrollte, paddelte ich in einer kleinen Kurve zum Peak, merkte jedoch schnell, dass mein zu großer Respekt mich

hinderte, alles zu geben, um die Welle zu bekommen. Von Set zu Set schienen die Wellen immer größer zu werden und ich beschloss, bei der nächsten Vollgas zu geben. Sie kam, ein wunderschönes Set und weit und breit keiner, der sie mir nehmen konnte. Ich paddelte hart, stand auf und ging sofort auf die Kante. Nach einem weichen Buttom Turn hielt ich mich auf mittlerer Höhe und schaute links die Welle runter. Eine perfekte, kopfhohe Linke,


deren Ende ich nicht mehr sehen konnte. Hinter mir mach-

hatte leiden müssen. Einige hatten Cuts an Hände, Füße, Rücken und sogar im Gesicht.

te sie langsam zu und barrelte sich in sicherem Abstand.

Vor allem hervorgerufen durch unvorsichtiges Surfen, weil teilweise nicht auf die Ratschlä-

Ich wusste, das ist meine Welle. Ich fuhr sie hoch und

ge der Guides gehört wurde. Der medizinische Standard ist auf einem sehr guten Niveau.

wieder runter, wurde schneller, fuhr einen Bottom Turn

Kleine Blessuren sind ja in jedem Sport möglich, aber beim Surfen habe ich kennenge-

und dann, an der Lippe angekommen, einen Top Turn.

lernt, dass es besonders wichtig ist, sich an die Regeln zu halten, damit man sich selbst

Wieder fiel mir auf, dass in diesem perfekten Moment

und die Gesundheit anderer nicht aufs Spiel setzt. Schließlich sind es Naturgewalten, die

eine absolute Ruhe herrschte, kein Wind, kein Muezzin,

man nicht beherrschen kann, sondern nur respektieren. Man darf höchstens den Moment

kein Gedanke in meinem Kopf. Nur ich, die Welle und die

mit ihnen genießen. In Seminyak im „Green Room“ in der kleinen Oase angekommen,

mittlerweile orange-gelbe Sonne. Ich wollte so lange wie

flehte mein Körper mit jeder Faser: „Pause!“ Da ich das ja schon als Fußballer erlebt hatte,

möglich in diesem Moment bleiben und surfte die Wel-

hörte ich auf diesen Hilfeschrei und so machte ich das Beste daraus und schloss mich mit

le, bis sie die Kraft verließ. Ich war euphorisch und stolz,

Leuten zusammen, die weniger zum Surfen da waren als zum Genießen und Feiern.

stand im ca. knietiefen Wasser auf dem Riff und hielt mein Im „Green Room“ schlägt das Herz der Kima-Surfcamps, diese Station bietet besonders umfangreiches, qualitativ hochwertiges Surfmaterial für alle, ob Einsteiger oder Profi. Es wird auf Details geachtet: Zum Beispiel darauf, dass jedes Surfboard ein speziell geshaptes Design hat. Darüber hinaus erlebte ich eine besondere Geborgenheit, wie in einer Familie. Allein die Anwesenheit der Angestellten, denen jederzeit das Bemühen anzusehen war, uns eine schöne Zeit zu ermöglichen, erfreute mich jedes Mal. Alles geschah immer mit einem Lächeln und einer aufrichtigen, warmherzigen Freundlichkeit. Naomiboard über den Kopf in den Himmel. Nicht, weil

Kaum war ich hier, vergaß ich die Sehnsucht nach Balangan, die ich jederzeit mit einer

ich die Welle bezwungen habe, sondern weil ich für eine

Surftour dahin hätte stillen können. Seminyak hatte noch mehr Möglichkeiten zu bie-

kurze Zeit Teil von ihr sein durfte. Ich paddelte zu Simon,

ten: Fahrräder, Mofa oder Auto zum Ausleihen – hier hat man den Vorteil, zentraler zu

ohne den ich noch immer in meinem Prinzessinenbett lie-

sein und auch mal ins Viertel Seminyak oder zum Partyzentrum Kuta fahren zu können.

gen würde, und konnte gar nicht aufhören, ihm von dieser

Man kann es lieben. Man kann es hassen. Ich mag es. Ob günstiges und leckeres Essen

Welle zu erzählen. Ich weiß, dass er mich versteht und er

und andere alltägliche Dinge, die einem mit Offenheit und einem Lächeln begegnen. Es

selbst ein Typ für diese euphorischen Momente ist, aber

ist nicht alles Gold, was glänzt. Viele aufdringliche, aber immer freundliche Straßenver-

dieser Moment war wohl wirklich meiner. Kein Wunder,

käufer, man muss sich halt daran gewöhnen. Ich mit osmanischer Herkunft hatte eher

dass Robbys Kamera, mit der er vom Strand aus Fotos

Spaß dran. Viel mehr Probleme hatte ich mit den fetten und ekelhaften Walrössern, die

schoss, in diesem Moment den Akku aufgab, man hätte

sich manchmal reihenweise am Strand rekelten und von drei bis vier balinesischen Mas-

ihn nicht festhalten können. Die zweite und dritte Welle

seurinnen durchkneten ließen. Die es einfach ausnutzten, sich wie ein König oder eine

war fast identisch, nachdem ich böse Wipeouts einstecken

Königin zu fühlen, und zu Hause nicht mal die Kohle hatten, sich ein ordentliches Essen

musste. Dieser perfekte Moment, in paradiesischer Umge-

leisten zu können. Also nicht falsch verstehen. Das Massieren an normalen Stellen liegt

bung mit meinem Freund Simon, war für mich genau das,

in der Tradition dieses Volkes. Es gibt so viele Massagesalons (Spa), wo man sich nach

wofür sich Wipeouts, Waschgänge, Fahrereien zum Spot

einem anstrengenden Surftag den Muskelkater rausmassieren lassen kann …! Na ja, kann

und Verletzungen lohnen und warum ich immer wieder

man vermutlich nicht ändern. Aber vielleicht das: Katalysatoren sind eine tolle Erfindung.

rauspaddle, dieser eine epische Moment.“

Tausende von Mofas und Autos, die sich durch die Straßen von Kuta und Umgebung schlängeln, machen das Atmen manchmal zu einer doch anstrengenden Sache. Die Luft

Wie Olli beschrieben hat, ist es dieser Moment. Jeder

ist eben nicht immer die sauberste und man sehnt sich nach Frischluft, welche man aber

muss leiden, bevor er an sein Ziel kommt. Nicht nur ich

auch zur Genüge am Strand bekommt.


Trotzdem ist ein Mofa die beste Möglichkeit, durch diese überfüllte und laute Stadt voranzukommen. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren in ihrer Entwicklung explosionsartig vorangekommen. Trotz allem ist es so, dass man alle Beach Breaks von Kuta und Umgebung vom „Green Room“ zu Fuß entlang des Strands erreichen kann. Die Beach Breaks sind unter anderem nach den Hotels oder Bars benannt, die in der Nähe sind. Sowohl Hard Rock, Sahid, Allam Kulkul, Padma, Gado Gado, Double Six als auch Kudeta sind strömungsstarke Line-ups und zum Schwimmen eher ungeeignet, wie man an den roten Strömungsflaggen am Strand erkennen kann. Die gewaltige Kraft des Indischen Ozeans ist jederzeit zu spüren. Ich habe oft gemerkt, dass ich Situationen unterschätzt habe. Ich paddelte bei „Baggerseegeplansche“ raus und hatte bei aus dem Nichts kommenden Riesensets große Schwierigkeiten, wieder an Land zu kommen. Ich bekam zu spüren, dass wirklich jeder Spot, jede eigene Welle ihren eignen Charakter hat, und ich musste lernen, diese zu erkennen und meine Technik zu verbessern und darauf abzustimmen. Ich lernte, mehr auf meinen Körper zu hören und mich nicht wahllos begeistert in irgendwelche Gefahren zu stürzen. Es ist mir mittlerweile nicht wichtig, Riesenwellen surfen zu wollen, sondern im jeweiligen Augenblick die Freude, Energie und Leidenschaft gemeinsam mit der Welle zu erleben. Dieses Gefühl kannte ich früher vom Fußball, ich verlor es vor Jahren. Und jetzt habe ich es dank guter Freunde und vieler guter Tipps wiedergefunden. Ich bin dem Kima-Team sehr dankbar, dass es mich in dieser Zeit begleitet hat und es mich als alleinreisenden Neuling auf alles mir Unbekannte freundlich und familiär, wie ein sich gut kümmernder Bruder, vorbereitet hat. Durch alle Bemühungen und Reisen, sogar manchmal Strapazen, die ich auf mich nahm, erreichte ich allerdings mehr als beim Fußballsport. Abgesehen davon, dass während beider Aufenthalte auf Bali komplett gesund geblieben bin (bleibt bitte von den Klimaanlagen fern), bin ich offener geworden, lerne intensiver viele neue Menschen und Kulturen kennen. Und vor allem habe ich dabei verstanden, was es bedeutet, wenn man sagt „Der Weg ist das Ziel“. Ich freue mich auf viele neue Abenteuer und vielleicht sehen wir uns ja bald mal wieder in meiner neu gewonnen Heimat Bali wieder. Vielen Dank, Kima-Team, für diese besondere Zeit mit euch. Auch für eure jederzeitige Gastfreundschaft, als ich nach meiner beendeten Campzugehörigkeit zehn Tage auf eigene Faust über Bali zog. Vielen Dank allen neu gewonnenen Freunden und vor allem vielen Dank den Menschen, die mir diese neue Leidenschaft ermöglicht haben: Alex , Eliane und Timmi vom Free-Mag, Henning, René, Tayfun und mein Vater Mümin. Wie du surfst nicht? „Digger, geh mal surfen! Das ist was für dich!“


Text Tim Jacobsen © Fotos Janine Nicolai-Jacobsen

DIE WENIGSTEN DEUTSCHEN HABEN JEMALS VON BONAIRE GEHÖRT. BONAIRE? IST DAS NICHT EINE STADT IN FRANKREICH? FALSCH – BONAIRE IST EINE HÜBSCHE, KLEINE INSEL IN DER KARIBIK NAHE DER NORDKÜSTE VENEZUELAS UND GEHÖRT ZU DEN NIEDERLÄNDISCHEN ANTILLEN. VIELLEICHT SCHON MAL ETWAS VON CURACAO ODER ARUBA GEHÖRT? GLEICH DANEBEN LIEGT BONAIRE, DIE ÖSTLICHSTE DER SOGENANNTEN ABC-INSELN MIT EINER EINWOHNERZAHL VON GERADE MAL 14.000 MENSCHEN.


Bonaire ist ein Mix aus Karibik, Südamerika und Holland. Palmen, Sandstrände, aber auch viele karge, ruppige Steinwüsten, riesige Kakteen, Mangrovenwälder und ein Nationalpark im Norden der Insel, der in den regenreicheren Monaten von September bis Dezember an die Filmkulisse von Jurassic Park erinnert. Frei lebende Esel und Ziegen versperren dir gelegentlich den Weg auf den schmalen Straßen und rosafarbene Flamingos geben das Wahrzeichen von Bonaire ab. Bonaire ist eine Insel voller kräftiger Farben. Türkis leuchtendes Wasser rund um die ganze Insel bildet den Kontrast zu den riesigen weißen Salzbergen in Kegelform neben den pink- und mintfarbenen Salzwasserfeldern. Saftig grüne Mangrovengebiete stechen vor dem tiefblauen Meer an der Ostküste hervor. Im Zentrum der kleinen Stadt Kralendijk findet sich altholländische Architektur in karibischen Farben, ein bunter und fröhlicher Ort mit lächelnden Gesichtern, schwarz und weiß. Hier spürt man karibisches Flair mit europäischen Zügen. Gute Restaurants sorgen für frischen Fisch und karibisch-europäische Speisen. Tourismus ist auf Bonaire nur wenig zu spüren, dagegen menschenleere Strände ohne Souvenirverkäufer, die dich mit Hoffnung auf zwei Dollar Umsatz bis zu vier Kilometer verfolgen. Wer den Sport auf dem Wasser liebt, ist auf Bonaire goldrichtig. Windsurfen, Kitesurfen, Tauchen, Wakeboarden – und das alles bei traumhaften Wassertemperaturen und kräftigen Passatwinden. Der Sport-Reiseveranstalter Karibiksport hat sich auf die Insel Bonaire spezialisiert und bietet Pauschalreisen für Wassersportler an. Ganz nach Wunsch lässt man sich bei Stefan und Inka, Inhaber von Karibiksport (www.karibiksport.de), Sportreisepakete zusammenstellen. Bei Karibiksport werden die Urlauber von Anfang bis Ende persönlich betreut und mit Tipps vor Ort versorgt. Während Stefan und sein Team im Büro Gelsenkirchen sich um Flugbuchung, Ausstellung der Sicherungsscheine, die Zustellung der Reiseunterlagen und die Kommunikation vor der Reise kümmert, sorgen Inka und Michiel direkt auf Bonaire für die ankommenden Gäste. Die Crewmitglieder von Karibiksport sind selbst große Fans dieser kleinen bezaubernden Insel und begeisterte Wassersportler und Taucher. Wann immer ein Wunsch aufkommt, kann er bequem und kostenlos über Handy geäußert werden. Sei es „Wie und wo kann ich mal das Wakeboarden ausprobieren?“ oder „Wo kann ich mir am besten Mountainbikes ausleihen?“ … Bonaire ist sicher in den Händen gewisser Freestyler. Beim Jibe City erlebst du täglich, wie die Profis Tati, Tonki oder Caesar auf dem Wasser trainieren und ihr neusten Tricks ausprobieren. Ein gestandener Diablo Clew first ist schon ein Schwierigkeitsgrad, den nur Profis erreichen – diese Tricks allerdings noch mit einer Leichtigkeit und einem Lächeln auf das grünblaue Wasser zu zaubern, ohne dabei einen Spritzer Wasser abzubekommen, ist noch etwas anderes. Das Wasser hat ja dort nur 28 Grad und wer möchte bei den Temperaturen freiwillig nass werden? Zwischendurch wird auch gern mal ein Segel aus seiner Verankerung genommen, in die Luft geschleudert und nach einigen Umdrehungen wieder auf dem Brett aufgefangen, als wäre nichts gewesen. Das Jibe City Surfcenter befindet sich direkt am Strand der acht Quadratkilometer großen Bucht Lac Bay im Osten der Insel, welche sich perfekt für alle Windsurfer jeder Könnerstufe eignet. Mit dem topaktuellen Material wie HiFly-, Goya- und RRD-Boards kombiniert mit Gaastra Sails können wirklich alle ihre Freude auf dem Wasser haben. Konstante Passatwinde sorgen von Dezember bis August für täglichen Spaß auf dem Wasser. Das vorgelagerte, etwa vier Kilometer lange Barrier Reef schützt die türkis und mint schillernde Bucht und ermöglicht den Anfängern ein ruhiges Erlernen in der stehtiefen Lagune, auf feinstem Sandgrund und ohne Wellen. Für die Fortgeschrittenen Windsurfer gibt es einen Channel direkt auf das offene, karibische Meer, mit ordentlich Swell. Leider ist es Kitern nicht erlaubt, die wunderschöne Bucht zu durchkreuzen. Dafür steht dir aber das offene Meer vor dem Riff mit drei bis fünf Meter hohen Welle zur freien Verfügung. Für all diejenigen, die lieber auf Flachwasser stehen, ist der Beach Atlantis auf der anderen Seite der Insel genau das Richtige.


Bei ablandigem Wind kannst du hier Spaß auf spiegelglatter Wasseroberfläche haben. Aber lass dich nicht von dem türkisfarbenen Wasser und den ganzen bunten Fischen unter dir aus dem Rhythmus bringen. Falls dann doch einmal was daneben gehen sollte, steht ein Boot bereit, welches dich wieder aus dem Wasser fischt und sicher an Land zurückbringt. Bei Wind steht an diesem Spot der Kitebus von Roan und seiner Crew von KiteBoardingBonaire, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch Kurse für Anfänger anbieten. Leckere Snacks und Erfrischungen zaubert Roan im Handumdrehen aus seinem Bus, sodass einem genialen Kitetag nichts mehr im Wege steht. Das Kontiki Beach Resort gehört zu den angesagtesten Windsurf- und Kiteresorts auf Bonaire. Es befindet sich direkt an der Windsurflagune Lac Bay, nur wenige Minuten vom Jibe City entfernt. Bis zum Kitesurfspot Atlantis sind es nur zehn Minuten mit dem Pick-up. Verschiedene Studios, Apartments sowie eine Villa für größere Gruppen oder Familien mit Blick auf das Karibische Meer lassen die Abende vergehen wie im Fluge. Nach einem ausgepowerten Tag trifft man sich, um einen Sundowner oder leckere Speisen auf der Terrasse des KonTiki Restaurants zu genießen. Gerade hat man mit dem holländischen Koch und Kitesurfinstructor Otto noch Wind und Wasser geteilt, nun steht er für dich bereit, um karibische Genüsse zu zaubern. Die Welt ist klein, Bonaire ist kleiner! Die Insel Bonaire zu besuchen, nur um Windsurfen oder Kiten zu gehen, wäre mehr als fatal. Auf jeden Fall sollte man sich direkt nach der Landung auf dem wohl farbenfrohesten Flughafen der Welt (alles in Rosa, die Farbe der Flamingos) bei Budget Car Rental ein Auto mieten, um die Insel zu erkunden. Mit 288 Quadratkilometer Fläche ist die Insel die zweitgrößte der ABC-Inseln. An Nummer eins ist Curaçao gesetzt und wird gefolgt von Aruba.


Die ersten Tipps und Tricks sollte man sich über Karibiksport oder die Touristikinformation einholen. Es gibt ein paar Dinge, die man beachten sollte. So ist es zum Beispiel nicht erlaubt, einfach in das Wasser zu gehen, ohne sich eine Umweltplakette zu holen. Keine Angst, hierbei handelt es sich nicht um eine Feinstaubplakette, um auf der Insel zu fahren, sondern lediglich um eine Gebühr zur Erhaltung des Marineparks und der Korallenriffe. Seit fast 40 Jahren wird die Unterwasserwelt durch den Marine Park bewacht, so darf zum Beispiel auf Bonaire nicht geankert werden, um die empfindlichen Korallen und Meerestiere nicht zu beschädigen. Erst kürzlich wurde Bonaire zum gesündesten Riff der Karibik gekürt, und dabei soll es auch bleiben. Bei einer Inselrundfahrt mit dem Auto entlang der Küste kannst du die Riffe durch das kristallklare Wasser von oben betrachten und wann immer dir danach ist, mit Schnorchel und Maske ins Meer hüpfen und die bunte Unterwasserwelt aus nächster Nähe erforschen. Mit einer Karte zur Fisch- und Korallenbestimmung kann das Schnorcheln schnell zum Hobby werden. Über 60 Tauch- und Schnorchelplätze ermöglichen dir einen leichten Zugang ins Wasser, oft über Steinstrände, Sandstrände oder flache Felsen. Die B-Insel ist auch bei anderen Wassersportlern einer der beliebtesten Plätze der Welt. Unter Tauchern ist die Insel schon lange kein Geheimtipp mehr, denn die unzähligen Einstiegsmöglichkeiten direkt vom Ufer aus und die wohl schönste Unterwasserwelt locken jährlich viele Taucher nach Bonaire. Wenn man sich für Wassersport „unterhalb der Oberfläche“ interessiert, dann sollte man unbedingt bei Gerrie, dem Chef von Yellow Submarine und Dive Friends Boanire,


vorbeischauen. Mit seiner PADI Tauchschule und den besten Tauchlehrern und Divemasters

Direkt am Strand stehen kleine BBQ-Grills bereit, um von

der Insel bringt er dir die schwebende Unterwasserwelt in einer sensationellen Art und Wei-

dir in Beschlag genommen zu werden. Was ist schöner, als

se näher. Eine größere Anzahl an Korallen, Fischen und auch Farben wird man wohl nur auf

ein herrliches BBQ in der Sonne bei 28 Grad Wassertem-

wenigen Flecken der Erde zu Gesicht bekommen, selbst wenn man „nur“ mit dem Schnorchel

peratur? Richtig, ein kühles Bier darf nicht fehlen.

und einer Brille unterwegs ist. Jeden Montagabend werden dann auf der Yellow Submarine Rum Punch Party auf dem kleinen Pier vor dem Tauchcenter bei Sonnenuntergang die Tauch-

Hier auf der Insel wird überwiegend „Polar“-Bier getrunken,

erlebnisse ausgetauscht. Achtung: Die wichtigste Regel beim Tauchen heißt „Atmen“ und das

was seinem Namen alle Ehre macht. Sollte man am Wochen-

sollte man wirklich nicht vor Aufregung vergessen, wenn man sich das Wasser mit Papagei-

ende mal zwei, drei Polar zu viel getrunken haben, dann gibt

fischen, Schildkröten und Adlerrochen teilt. Wer selbst keine Unterwasser-kamera im Urlaub

es die Möglichkeit, ins „Little Havanna“ zu gehen. Die Bar

dabei hat, braucht aber nicht auf die Unterwasserfotos oder -videos verzichten. In der Tauchsta-

im Zentrum von Kralendijk mausert sich am Abend zu einer

tion fragt man einfach nach Suzanna von Capture Photos aus Ungarn und schon kommt die

kleinen Diskothek, wo sich Jung und Alt bei „YMCA“ bis

immer gut gelaunte Wasserfotografin und Videofilmerin mit zu den nächsten Tauchgängen,

hin zu Housebeats die Hände reichen. Anton, der Besitzer

um die richtigen Momente für immer zu dokumentieren.

des Clubs, ist gleichzeitig DJ und Organisator von Livegigs und somit in der Lage, die Wünsche der Gäste in Musik zu

Auf dem offenen Meer kann es dir schon mal passieren, dass du beim Wakeboarden dei-

formen. Je mehr Polar man trinkt, desto lustiger wird es!

ne Kontrolle verlierst, da viele Delfine um dich herum einfach neugierig geworden sind. Mit kleinen Sprüngen begleiten sie dich und das Boot meist ein paar Minuten, bevor sie wieder

Nicht erschrecken, wenn auf einmal ein überdimensionales

abtauchen. Auch Fliegenfische sagen immer mal wieder „Hallo“, indem sie mehrere Hundert

Schiffshorn tutet und eine große Wand mit vielen Fens-

Meter über das Wasser fliegen und dann scheinbar unkoordiniert wieder in die Wellen stür-

tern sich zwischen die kleinen Häuser Kralendijks und das

zen. Bevor du allerdings ein Speedboot bei Ger & Ria von „Bonaire Boat Rental“ anmietest

Meer schiebt, es könnte die Queen Mary 2 oder eines der

(übrigens ohne Bootsführerschein möglich), solltest du Folgendes beachten: Es gibt eine kleine

karibischen Kreuzfahrtschiffe sein, die von November bis

unbewohnte Insel namens Klein Bonaire, die ihrem großen Bruder Bonaire ein paar Kilometer

April der Insel Bonaire gern einen Besuch abstatten. Wenn

vorgelagert ist. Doch diese kleine Insel hat es in sich: Weite, weiße Strände, herrlich, türkis-

solch ein Kreuzfahrtschiff am Townpier liegt, kann man es

karibisches Wasser und tolle Riffe zum Schnorcheln erwarten dich dort. Man sollte immer ein

von der ganzen Insel aus sehen, sogar vom Washington

wenig Zeit einkalkulieren, um dort einen Stopp einzulegen, der wirklich unvergessen bleibt.

Slaagbai Nationalpark im Norden der Insel.


Eine Fahrt durch diesen Park lohnt sich für jeden Inselbesucher. Man nehme einen geländegängigen Pick-up oder Wrangler, eine Kühlbox mit Getränken, Schnorchelausrüstung und festes Schuhwerk mit. Zwei Sandwege mit zahlreichen Schlaglöchern führen durch den Park und es empfiehlt sich die Außenroute, um das aufgewühlte Meer an den Felsen meterhoch spritzen zu sehen. Besonders beeindruckend sind die Blow Holes, bei denen man meint, ein riesiges Walross schnaubend vor sich im Wasser zu haben. Der Weg führt vorbei an einer kleinen Süßwasserquelle, wo die großen grün-grauen Leguane neugierig auf dich zugelaufen kommen. Die kleine und kürzere Autoroute passiert den Fuß des höchsten Berges von Bonaire, den Brandaris mit 241 Meter, den man frühmorgens auch ersteigen kann. Die Aussicht über die Insel von dort aus ist phänomenal. Auf keinen Fall ausgelassen werden sollte der kleine idyllische Sandstrand Wayaka 2. Beim Schnorcheln entdeckt man hier gewaltige Elchgeweihkorallen, zwischen denen riesige Regenbogenpapageienfische grasen. Wer noch nie geschnorchelt hat, kann sich auch einem organisierten Schnorchelausflug in kleinen Gruppen anvertrauen. Besonders beliebt sind die Segel- und Schnorchelausflüge auf einer der Segelyachten oder Katamarane mit Drinks, Snacks, Ausflug nach Klein Bonaire und einfach den Sonnenuntergang an Bord genießen. Wassersport, Sonnenbaden, Entdeckungstouren – die Insel Bonaire hat für jeden Geschmack etwas zu bieten!


Info: „Bonaire“ (Karibik) • 288 Quadratkilometer Fläche, die zweitgrößte der ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curaçao) • Hier leben circa 14.000 Menschen. • Hauptstadt Kralendijk • Bonaire Marine Park, ein einzigartiger Meerespark im gesamten Küstenbereich der Insel und der größte der Welt • Amtssprache ist Niederländisch. Papiamentu ist Umgangssprache (75 Prozent der Bevölkerung), eine Mischung aus Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch und Englisch. • Die offizielle Währung Bonaire ist der Niederländische Antillen Florin; US-Dollar werden überall auf Bonaire als Zahlungsmittel akzeptiert.

Info Web: Reiseveranstalter: Karibiksport, www.karibiksport.de Tel. Deutschland: 0209 7901736 Tel. Bonaire: 00599 7869490 mail@karibiksport.de Mietwagen: Budget Car Rental Touristinformation: www.tourismbonaire.com Unterkunft: Kontiki Beach Club, www.kontikibonaire.com Tauchschule: Dive Friends Bonaire, www.dive-friends-bonaire.com Surfstation: Jibe City, www.jibecity.com Kitesurfstation: KiteBoardingBonaire, www.kiteboardingbonaire.com Bootsverleih: Bonaire Boat Rental (über Karibiksport) Beste Restaurants: La Guernica (Tapas), Kontiki und Bambu


Text Julia Übelhör

KLAPPE DIE VIERTE. Nach drei Jahren harten Wartens schaffte es das Free-Magazin 2008 nun endlich, den be-

Die fertigen Fotostorys wurden dann am Samstag-

gehrtesten Award unter der europäischen Wassersportszene in den hohen Norden zu holen.

abend im Luna Club in Kiel auf einer großen Party

Der „ION Man“ feierte am Gardasee seine Premiere und so war die Standortverlegung des

den vielen Gästen präsentiert und durch eine drei-

einmaligen Fotocontests von ION die logische Konsequenz. Vom 18. bis 20. September 2008

köpfige Jury bewertet.

konnten nun also alle Kieler Sprotten und Zugereiste beweisen, dass die kreative Wassersporthauptstadt tatsächlich Kiel heißt.

Bereits Wochen vor dem Event wurden zahlreiche Bewerbungseinladungen versendet, um für ordentlich

Doch nicht nur die Location war in diesem Jahr eine neue. Getreu dem Free-Magazin-Motto,

Konkurrenz und Motivation zwischen den zahlreichen

dass alle Wassersportarten cool sind, durfte vom Wind- über Kitesurfer bis hin zum Wellen-

Teilnehmern zu sorgen. Am Donnerstag trafen sich alle

reiter jede Fraktion teilnehmen. Des Weiteren verfügte jedes Team über eine Stimmberechti-

angemeldeten Teams in den Räumen des Terra Oceanis

gung bei der Präsentation und Bewertung der anderen Gruppen.

Verlags, um bei Bier und Pizza das weitere Vorgehen des Events von Cheforganisator Tim Jacobsen erzählt

Ziel des ION Photo Awards war es auch 2008, eine kreative und actionreiche Story

zu bekommen. Die Teams konnten sich beschnuppern,

mit Bildern zu erzählen, die unsere Funsportarten und Lifestyle kombiniert. Die Teams

wurden darüber informiert, auf was bei der Bewertung

hatten bei der Gestaltung ihrer Präsentation völlig freie Hand, es gab keine Regeln.

der Bilder und der Präsentation Wert gelegt wird, und

Lediglich das Thema, mit dem sich die Story beschäftigen sollte, wurde vorgegeben.

erhielten endlich das heiß ersehnte Motto.


Das mühsam ausgetüftelte Thema des diesjährigen Wett-

die Präsentationsform vor Ort. Leider stellte sich bei der samstagabendlichen Darbietung der

bewerbs lautete eigentlich „Windsurfer versus Kitesurfer“.

Kunstwerke im Luna Club heraus, dass während der letzten Tage ein reger Teamverschleiß

Allerdings zwang die schlechte Windvorhersage die Orga-

vorherrschte. Von anfänglich zehn Gruppen schafften es leider nur fünf zur Präsentation, da-

nisatoren zu einem Mottowechsel. Mit „Surf in the City“

für konnten diese umso mehr Preise absahnen, unter anderem eine Ladung ION Neoprenan-

bot sich allen Funsportlern ein riesiger Interpretationsspiel-

züge, ION Rucksäcke, Taschen und T-Shirts.

raum, was später vor allem der Jury sehr zu schaffen machen sollte, da sich die Bewertung der sensationell kreati-

Alles in allem lieferte jedes Team interessante und individuelle Fotos zum kurzfristig improvi-

ven Ideen mehr als schwierig gestaltete.

sierten Thema, jedoch konnte nur ein Team zum Sieger gekürt werden. Auf den folgenden Seiten möchten wir die organisatorischen Anstrengungen der einzelnen Teams würdigen, in-

Die Jury bestand aus vier Stimmen: Eventkoordinator Tim

dem wir die besten Werke präsentieren und jede Gruppe zu Wort kommen lassen. Den An-

Jacobsen, Sex-Maschine Hendrik Mersch (1.000 Dank an

fang machen unsere Gewinner …

den Mann für alles) und Verlagsboss Alexander Lehmann. Die vierte Stimme wurde aus den Einzelbewertungen aller

Lediglich ein Team fehlt bei unserer Berichterstattung. Die Zweitplatzierten waren entgegen

Teams untereinander ermittelt. Im Vordergrund der Be-

vorheriger Absprachen so clever, ihre wirklich sensationellen Bilder einem anderen Magazin

wertungen standen die Idee, Story, Bildqualität, Kreativität

zuerst anzubieten. Kann man machen, muss man aber nicht. Das kommt dabei raus, wenn

und Umsetzung des Themas. Ein weiterer wichtiger Punkt:

man mit einem Frosch knobelt und das Gehirn gewinnt.


Das Team … Holmstroem, Platz 1 Holmstroem gründete sich bereits 2001 aus einer Handvoll Syltern und Kielern. Angetrieben von dem Gedanken, das nordische Surfen zu repräsentieren, entstand ihr Surf-, Art- und Streetlabel. Seitdem auf vielen Events vertreten, war das Team auch auf dem diesjährigen ION Photo Award am Start, repräsentiert von Fabian Aschenbach, Henrik Jamaer, Jan Rothkranz, Jonas Bronnert und Freunden, die sie bei den Aktionen unterstützten. Sie packten ihre Sachen: Bretter, Kamera, Snacks, Groupies und ne Kiste 5,0er, dann nahmen die Dinge ihren Lauf und eine Aktion führte zur nächsten. Aus Insiderinformationen war bekannt, dass durch die Umbaumaßnahmen an der Schwentine-Schleuse eine nicht zu unterschätzende Stromschnelle entsteht. Im Vergleich zum Eisbach: schneller, härter, größer. „Klick, Foto, weg.“ Als Nächstes tauchte das Team in tiefe Gewässer hinab und traf heulerartige Wesen. “Klick, Foto, raus.“


Team:

Holmstroem

Mitglieder:

Henrik Jamaer, Jonas Bronnert, Jan Rothkranz, Fabian Aschenbach.

Fotos:

Rico, Lina Stagneth, Tjark&Birte

Kategorie:

Wellenreiten

Event in 3 Worten: 1) Klick 2) Foto 3) Sieg Links:

www.holmstroem.de

Doch die derbste Aktion sollte noch folgen. „Das geht nicht!“ – „Ey aller, scheiß drauf.“ – „Ja und wer soll’s machen, ich mach’s nicht!“ Pause. Bier. Dann fand sich noch ein kompromissloser Söldner, der dem Gesetz die Stirn bot. Versuch Nummer eins scheiterte kläglich. Ohne Schleppleine dem Fördedampfer hinterher paddelnd und von den LOUF-Gästen mit abwertenden Blicken begutachtet – auch eine Reaktion. Doch auf unsere pünktlichen KVG-Dampfer ist Verlass. Eine Stunde später sah die Reaktion dann anders aus, als Henrik wahrhaftig hinter dem Fördedampfer mit seinem Wellenreiter an der Leine die Heckwelle rippte ... „Klick, Foto, weg.“


Fotos Lars Wehrmann

Eine hundert Meter lange Leine, ein Verkehrsschild als Umleitung und ein Auto! Fertig ist der SurfspaĂ&#x; in der City.


Letzte Worte Alles in allem hatte das Team viel Spaß beim Produzieren der Bilder und würde sich über mehr Events in dieser Richtung freuen. Ihr Glückwunsch geht an die anderen Teams, die auch ebenfalls mit fetten Fotos scoren konnten! „Grüße gehen raus an unseren Freund Finn Stagneth (Ruhe in Frieden), der uns bei den Sessions inspirierte, und Julian Stoß, der die abendliche Präsentation voll und improvisierend über die Bühne brachte.“ Wer mehr über das Team erfahren möchte, sollte unbedingt ihrer Homepage einen Besuch abstatten. Dort findest du aktuelle Berichte, Fotos, Videos, Shirts und mehr.


die 4 windsurfing Das Team … Die 4 Windsurfing, Platz 3 Das verlagsintern und -extern gegründete Team aus Eliane Lehmann, Andreas Sawitzki, Kalle Graeper und Michael Trapp entschied sich nach reiflicher Überlegung und Inspektion der jüngeren abenteuerlustigeren Gruppen gegen Actionbilder und verpackte seine Ideen in einer fast schon drehbuchreifen Story. Sie handelt von zwei Freunden, die sich schon seit ihrer Jugendzeit kennen. Beide beschließen, endlich wieder Zeit miteinander zu verbringen, und planen, einen gemeinsamen Surftrip in der Stadt zu verwirklichen. Mit ihren Brettern unter dem Arm ziehen sie gemeinsam los, immer auf der Suche nach der perfekten Location, werden allerdings von allen Spots durch den bösen Herrn Trapp von der Stadtverwaltung vertrieben. Nachdem sie zum vierten Mal verscheucht wurden, beschließen sie, ihn in seinem Büro zu überfallen und ein Dokument unterzeichnen zu lassen, das ihnen gestattet, in der gesamten Stadt zu surfen.


Ihr Plan funktioniert einwandfrei, jedoch mit einem kleinen Zugeständnis an den sicherheitsfanatischen Verwaltungsbeamten: Die beiden dürfen nur surfen, wenn sie in voller Schutzmontur stecken. Die grobe Story wurde bereits im Vorfeld durch mehr oder weniger hartes Brainstorming entwickelt, die Locations wurden jedoch wie bei den meisten Teams spontan ausgewählt. Mit aufgeriggtem Segel und eingezwängt in Neopren streifte das Team durch Einkaufspassagen, Autowaschanlagen und Goldfischteiche und zog so die Aufmerksamkeit vieler Passanten sowie der Sicherheitsbeamtin des Citti Parks auf sich, die bereits am Vortag mit einer anderen Gruppe Windsurfer zu kämpfen hatte.


Letzte Worte Das gesamte Team war beeindruckt von der Motivation und Kreativität der jüngeren Mitstreiter als auch von den unterhaltsamen Präsentationen, welche durch leicht alkoholisierte Moderatoren glänzten. Weiterhin positiven Anklang fand das Thema „Surf in the City“, das viele unterschiedliche Interpretationen zuließ und somit für reichlich abwechslungsreiche Bilder sorgte. Als wichtigen, aber auch einzigen Kritikpunkt erwähnten sie das nicht vorhandene Freibier, was bestimmt auch Anklang bei den anderen Teams gefunden hätte und beim (eventuell) nächstjährigen Award sicherlich und hoffentlich Beachtung finden wird.

Team:

Die 4 Windsurfing

Mitglieder:

Eliane Lehmann, Andreas Sawitzki, Kalle Graeper, Michael Trapp

Fotos:

Ange Sawitzki

Kategorie:

Windsurfen

Event in 3 Worten:

1) voll 2) der 3) Hammer

Links:

www.nordstern-media.de www.pedaliero.de www.media4motion.de www.realnature.tv


Das Team … 4 Nurses, Platz 4 Den vierten Platz machten unsere vier Krankenschwestern. Das Team „4 Nurses“ um Bony-Beatrice Lewandowski, Andreas Jansen, Rick Jensen und Alec Schandert ist wie bereits alle bisher vorgestellten Gruppen seit Längerem befreundet. Mit ihrer Fotostory wollten sie zeigen, welches Revier außerhalb des Wassers noch als surfbar gilt. Mit einer frisch beschafften Kamera und einem vorher höchst durchdachten Konzept bewaffnet, machte sich das Team auf die Socken, um letztendlich doch wieder alles Geplante über den Haufen zu werfen und ihrer spontanen Kreativität freien Lauf zu lassen.

In Neopren und Badesandalen eingehüllt waren die vier zu Fuß unterwegs und ließen von Tiefkühltruhen im Laden ihres Vertrauens bis hin zu Radiointerviews nichts aus. Die Vielzahl der daraus entstandenen Fotos spricht für sich. Mit waghalsigen Sprüngen von diversen Brücken zogen sie nicht nur die Blicke der Passanten auf sich, sondern auch die der Polizei, die dieses Wochenende mit reichlich Surfern zu tun hatte. Nachdem sich eines der Teammitglieder vor einigen Wochen bereits buchstäblich den Arsch aufgerissen hatte (dazu imposante Bilder unter www.rickjensen. de), konnte das Team gegen Ende des Wettbewerbes lediglich mehrere zerbrochene Wellenreiter und verhältnismäßig kleine Schnittwunden ihr Eigen nennen.


Letzte Worte Sehr positiv bewerteten sie die Fördedampfer-Session der Sieger, welche auch allgemein auf viel Anerkennung stieß. Als Neuerung für nächstes Jahr würden sie sich jedoch mehr Gewichtung der gegenseitigen Teambeurteilung wünschen, um an ein objektiveres und authentischeres Ergebnis zu gelangen. Zusätzlich würde sich das Team über eine Beobachtungsperson freuen, die die jeweiligen Teams die Tage über begleitet und die Arbeitsund Herangehensweise dokumentiert, um eine bessere Gesamtübersicht des erbrachten Aufwands zu erhalten. Letztendlich hatten jedoch auch die Krankenschwestern viel Spaß bei der Fotoerstellung und würden natürlich wie jedes andere Team auch im nächsten Jahr wieder am Contest teilnehmen. Team: Mitglieder:

4 Nurses Alec Schandert, Bony-Beatrice Lewandowski, Andreas Jansen, Rick Jensen

Fotos:

Alle & co.

Kategorie:

Wellenreiten

Event in 3 Worten: 1) Abgefahren 2) Einmalig 3) Krasse Aktionen Links:

www.rickjensen.de


T a u c h e n ERLEBEN!

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Hotsails Das Team … Hotsails, Platz 5 Kommen wir nun zu den letzten Mitstreitern des diesjährigen ION Photo Awards. Die Teilnahme des Teams „Hotsails“, bestehend aus Leon Jamaer, Ole Wilms, Torben Sonntag und Dominic Voß (auch liebevoll „Vozzy“ genannt), stand schon vor Antritt unter keinem guten Stern, da sie unglücklicherweise einen Ausfall durch einen spontanen Achillessehnenriss zu verzeichnen hatten. Von ihren Sponsoren zwangsrekrutiert, gelang dem Team trotz schwerbehindertem Anhang eine Fotostory, die sowohl witzig als auch actionreich war. Achilles, der bestaussehende Surfer aus Kiel, hat ein kleines Problem: Sein Körper verträgt keinen Alkohol. Nach einer durchzechten Nacht (mit zwei bis drei Bier) wacht er mit gerissener Achillessehne auf und beschließt, endlich nach einem Nachfolger Ausschau zu halten. Verzweifelt sucht er nach Ersatz, allerdings bleiben nur zwei potenzielle Kandidaten übrig: Ionman und Hotman. In mehreren Prüfungen sollen sie unter anderem der Bevölkerung den einzigartigen Surfspirit näherbringen oder Achilles ihre freshen Surferskills zur Schau stellen. Letztendlich meistern beide Anwärter ihre Aufgaben so bravourös, dass sich Achilles dafür entscheidet, beide zu engagieren, weshalb Kiel nun im Besitz von zwei neue Surfhelden ist: Ionman und Hotman.


Die Hauptmotivation des Teams wurde dadurch begründet, auf Kosten des Sponsors – mit gutem Gewissen – illegale Aktionen realisieren zu können. Leider hatten sie so viel „Pech“ dass ihnen weder beim Durchstreifen des Citti Marktes noch beim Entern der Stena Line Gesetzeshüter oder Ähnliches in die Quere kamen. Wahrscheinlich hatten diese einfach zu viel mit zwei der anderen Teams zu tun …


Letzte Worte Auch das Team Hotsails wird nächstes Jahr wieder am Start sein, an noch auffälligeren Orten und mit mehr verbrecherischem Tatendrang. Als Verbesserungsvorschlag würde sich das Team einen besseren Plan B (falls Flaute) und mehr kriminelle Energie beim zentralen Event (Kleiner Kiel) wünschen. Wer sich übrigens die überaus gelungene Präsentation von Ole, Leon, Torben und Vozzy ansehen oder mehr über die Jungs erfahren möchte, sollte unbedingt auf ihrer Website vorbeischauen.

Team:

Hotsails

Mitglieder:

Leon Jamaer, Ole Wilms,

Fotos:

Hotsails-Team

Kategorie:

Windsurfen

Torben Sonntag, Dominic Voß

Event in 3 Worten: 1) Party 2) Pils 3) Piruetten Links:

www.shorebreak.net


Abschließend ist festzustellen, dass der ION Photo Award in Kiel eingeschlagen ist wie eine Bombe. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die diesen Event ermöglicht haben: Da wäre in erster Linie natürlich das Wetsuitlabel ION, das wir nicht nur aufgrund seiner innovativen Eventansätze sehr schätzen, sondern weil es auch eines der ganz wenigen Neoprenbrands ist, das sich offen zu Windsurfern und Kitesurfern bekennt und diese beiden Gruppen nicht wie viele andere großen Marken als „schwulen Schrott“ bezeichnet. Auch die Organisatoren rund um Chef Tim Jacobsen und seine Sekretärin Mi-Ma-Merschinger haben wieder ganze Arbeit geleistet. Letztendlich bedanken wir uns aber vor allem bei den Teams, die den diesjährigen ION Photo Award mit viel Potenzial, Kreativität und Engagement zu einem einschneidenden Erlebnis gemacht haben. Es zeigten sich viele unterschiedliche Interpretationsweisen des Themas „Surf in the City“, wodurch wiederum viele eindrucksvolle Bilder entstanden. Es darf auf die Fortsetzung des ION Photo Awards in Kiel gehofft werden …


ION MAN 2008

Text Tim Jacobsen © Fotos Fiore/www.fotofiore.com & Tim Jacobsen

WAS KOMMT DABEI HERAUS, WENN MAN EINEN LUFTHANSAPILOTEN, EINEN SÜDAFRIKANER UND DREI FLASCHEN ROTWEIN AN EINEN TISCH SETZT? DIE KREATIVSTE EVENTIDEE DES JAHRES:


Da bis auf das Windsurfing Journal die Fachpresse diesen unglaublich witzigen und inno-

zukommen würde, aufgeklärt. Aus dem Bereich Wind-

vativen Event mehr oder weniger totschwieg, fassen wir an dieser Stelle noch einmal die

surfen wurden sich folgende Disziplinen ausgedacht:

wichtigsten Ereignisse des ION MAN 2008 zusamen. Wenn man mal ehrlich ist hätte zu

Freestyle, GPS-Speedsurfing, Jumpsession und ein Stand

den meisten Magazinen eine ausführliche Berichterstattung über diesen besonderen Event

Up Paddlerace standen auf dem Programm. Andere

ohnehin nicht gepasst, da ein Großteil der Teilnehmer unter 50 Jahre alt war …

Wettkämpfe wie Table Soccer, Poker, Longest Golfdrive, Uphill Race, Gokart Race und Night Performance soll-

Fred Niedner von Stehsegelrevue.com und Craig Gertenbach als Fanatic Product Manager

ten sich aber mit den erstgenannten abwechseln. Für

saßen wie in der Einleitung beschrieben eines Abends zusammen und hatten nach diver-

den Terra Oceanis Verlag gint das Windsurfing Journal

sen Gläsern feinsten Rotwein nicht nur eine, sondern gleich zehn zündende Ideen! Zehn

Team mit vier Mann an den Start, um die Fahne für die

Teams sollten sich finden, um sich gegeneinander in zehn verschiedenen Disziplinen zu

schreibende Zunft hochzuhalten. Das Team bestand aus

duellieren. Nach genauer Definition ist ein „Duell“ ein freiwilliger Zweikampf mit gleichen,

Ocean-Jump-Veteran und Freestylespezialist Tilo Eber,

potenziell tödlichen Waffen, die von den Kontrahenten vereinbart werden, um eine Ehren-

Testcrewmitglied und Tresenprofi Torben Sonntag, Ver-

streitigkeit auszutragen. Duelle unterliegen traditionell festgelegten Regeln und sind heute

lags-Chef-vom-Dienst und Pokerface Tim Jacobsen und

in den meisten Ländern verboten. Aus diesem Grund wurde der ION Man auch nicht in

natürlich durfte der Chefredakteur Alexander Lehmann

Deutschland, sondern im mafiosireichen Italien ausgetragen, wo der letzte Handkuss oder

auch nicht fehlen. Die erste Disziplin Table Soccer fand

eine geschenkte rote Rose noch große Bedeutung hat. Als „Waffen“ wurden verschiedens-

direkt im Anschluss an die Begrüßung durch Fred statt.

te Objekte gewählt, die mehr oder weniger auch tödlich sein könnten: Golfschläger, Go-

Erwartungsgemäß setzte sich hier das Team North Sails

Karts, … Einige dieser Objekte und das, was mit ihnen angestellt wurde, waren bestimmt

verdient durch. Marketingmanager Alexander Hasch

gefährlicher als die alten Pistolen, die früher benutzt wurden.

und Andre Paskowski fegten alle Mitbewerber ungeschlagen vom Tisch. Mit ausgelassener Stimmung feier-

Kaum waren die Teams angereist, ging es auch schon los. In der Villa Cian wurden alle

ten die Protagonisten den Start des ION Man noch bis

von Chef-Organisator Fred Niedner begrüßt und über das, was alles auf die Gladiatoren

in die Nacht hinein.


© Foto Fiore/www.fotofiore.com

Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Beim Mistral Stand-Up-Paddle-Race ruderte

mit 10 Punkte in diesem Wettbewerb. Langsam nahm

Windsurfing Journal Crew-Mitglied Torben Sonntag die Konkurrenz in Grund und Boden.

die Ora zu und so riefen die beiden Headjudges Hand

Mit großem Vorsprung deklassierte er die anderen Teams und sicherte so dem Wind-

uns Robin nach einer Stärkung am Pier zur Speedy

surfing Journal zum ersten Mal die volle Punktzahl. Zur Ora am Nachmittag entschieden

Jump Session. Dank des sensationellen Windsurfing-

die beiden Headjudges Hans Voglsamer und Robin Hartwig, die Freestyle Super Session

shops „Shaka“ aus Torbole, der den „Speedy“ gechar-

zu starten. Team Fanatic flog kurzerhand Freestyle Weltmeister Gollito Estredo ein, da

tert hatte, sollten sich nun alle Teams mit allen Fahrern

war der erste Platz schon mal fest verplant. Um Platz zwei kämpften Andre Paskows-

über die Heckwellen des Touristendampfers jagen. Als

ki vom Team North Sails und Gardaseelocal Matteo Guazzoni von unseren Kollegen von

das Boot aus Torbole am Pier ankam, war von der Ora

Funboard Italia. Andre setzte sich hauchdünn durch und wurde am Ende verdient Zwei-

leider nicht mehr viel übrig. Warum auch immer, aber

ter. Hinter dieser übermächtigen Konkurrenz belegte Tilo Eber vom Windsurfing Journal

Gollito Estredo braucht nicht einmal Wind, um zu glei-

Team einen sensationellen vierten Platz. Am Abend stand dann das Gokart-Race auf dem

ten und so war seine Performance wieder einmal un-

Programm. Torben Sonntag bewies erneut, dass er nicht nur schnell am Tresen, sondern

schlagbar. Aber auch die anderen drei Kandidaten aus

auch auf dem Weg dorthin ist und konnte diese Disziplin als sehr guter Dritter für das

dem Fanatic Team, Craig Gertenbach, Fred Niedner

Windsurfing Journal beenden. Er musste sich lediglich dem North Sails Team und Fun-

und Filippo Buratti, machten eine gute Figur und spran-

board Italia Team geschlagen geben.

gen den Sieg nach Hause. Die meisten Teams hatten Probleme, überhaupt im Gleiten auf die Heckwelle zu

Am Freitagmorgen wurden die Teilnehmer von einem starken Vento geweckt. GPS-

treffen. Auch das Windsurfing Journal Team hatte es

Speedwindsurfing stand auf dem Programm und Windsurfing Journal Chefredakteur

nicht leicht. Torben kam gar nicht aus dem Quark, Tilo

Alexander Lehmann zeigte den Kollegen mal eben, wo der Frosch die Locken hat. Mit

schaffte es immerhin drei oder vier Mal und zeigte sehr

sensationellen 63,7 km/h deklassierte er den Zweitplatzierten Craig Gertenbach von Fa-

gute Sprünge, und Alexander hatte sich für die Wave-

natic (56,8 km/h), der auch in der Tatsache keinen Trost finden konnte, dass Alexander

session glücklicherweise sein 7.8er Warp und sein 124-

ihn mit einem Board aus seiner Company schlug. Zur windlosen Mittagszeit holte Fred

Liter-Falcon-Slalomboard geschnappt und war damit we-

Niedner beim Longest Golf Drive am besten aus und sicherte dem Team Fanatic da-

nigstens in der Lage, über die Heckwellen zu springen.


Dass es keine Toten bei diesem Unterfangen gegeben hat, war eher Zufall. Dank der Wahl des „richtigen“ Materials konnte das Windsurfing Journal diesen Wettbewerb als Zweiter beenden, vor dem North Sails Team und Funboard Italia. Die Wettbewerbe zu Wasser waren damit beendet und nur noch drei Disziplinen standen auf dem Programm. 22:00 Uhr – Moby Dick – Poker! Tim Jacobsen für das Windsurfing Journal schaffte die Sensation und blieb bis zum Schluss am Tisch. Er musste sich lediglich Pokerface Andre Paskowski geschlagen geben. Durch den zweiten Platz (und den 25 Wodka-Red Bull) berauscht stieg er anschließend mit 800 Atü auf dem Kessel in die „Night Performance“-Wertung ein. Wir sind uns sicher: So eine Show hat Torbole noch nicht gesehen! Alle Teams gaben Vollgas und holten den Karneval an den Gardasee. Und das mitten im Sommer… Das Team von Funboard Italia, die im Caesar-Look Matteo Guazzoni durch die Gassen trugen, landete zusammen mit dem Windsurfing © Foto Fiore/www.fotofiore.com

Journal dank einer unglaublichen Performance von Tim Jacobsen in diversen aufblasbaren Kostümen auf Platz 1. Letzter Tag. Katerstimmung. 30 Grad im Schatten. Up-HillBiking. Stefan Schmolzer vom Team Shaka kam eine gefühlte Stunde vor allen anderen ins Ziel. Als Zweiter radelte Philipp Greeve vom Team Windinfo.eu vor Fanatic Boss Craig Gertenbach über die Ziellinie. Damit war die letzte Disziplin absolviert. Am Abend ließ dann Moderator Roberto Hoffmann noch einmal während des gemeinsamen Diners den Event Revue passieren. Vier Tage mit sensationellen Wettkämpfen hatten die 36 Teilnehmer erfolgreich hinter sich gebracht. Natürlich wurde permanent ein wenig mitgerechnet und so machten sich neben dem North Sails und dem Fanatic Team auch wir Hoffnung auf den Gesamtsieg. Und es sollte tatsächlich gereicht haben. Das Windsurfing Journal konnte sich gegen Fanatic auf Platz zwei und North Sails auf Platz drei durchsetzen. Seit langem haben wir nicht mehr so viele begeisterte Gesichter in der Windsurfbranche gesehen. Was die Organisatoren und Helfer rund um Fred Niedner mit diesem ION Man auf die Beine gestellt haben, ist mehr als beeindruckend. Nächstes Jahr ist der Verlag mit einem eigenen Team sicherlich wieder am Start, um seinen Titel zu verteidigen. Wir hoffen auf noch mehr Teams, noch mehr Competitons und noch mehr Action, auch wenn das kaum noch möglich sein wird. Vielen Dank an ION für die Unterstützung solch innovativer Events. So bringt man den Sport nach vorne! Einen kompletten Artikel mit allen Details findest du im Windsurfing Journal Nummer 4. Versandkostenfrei bestellbar für 4,80 Euro unter info@terraoceanisverlag.de.


ör tzke & Julia Übelh © Fotos Pascal Ma Text Tim Jacobsen

MBER 2008 IM JAHR AM 13. DEZE ES ES DI ND FA R PORTLE ET, R ALLE WASSERS LECKEREN BUFF UHR MIT EINEM NACHTSFEIER FÜ :00 EIH 20 W E UM ST S IT ÖS RE GR BE DIE USS FIEL ABER BEREITS T. DER STARTSCH UHR WAR DANN AT :00 ST 22 EL KI CH IN NA É RZ FFEN. KU NACHTCAF H! DLAGE ZU SCHA L AUF DEN TISC STÄNDIGE GRUN GTEN DIE HEBE LE AN E E ST EIN GÄ H E SIC DI UM UND BEISAMMENSEIN M GESITTETEN te Moves SCHLUSS MIT DE Uhr verschiedens ss noch vor 24:00 da so , rrliches as llg in Vo ser kennt. „E he n Turntables b zwischen seine fen auf dem Was ur ga es g ur Kit seinen d mb t un Ha mi s au ind tra DJ Moisi nur vom W tech, der ex , die man sonst iel Andi von Aero en isp rd Be wu m nn wir igt zu we ze te ge nn ins und Tricks ll zu tun. De Getränke“, gr tten alle Hände vo allem jede Menge ha r n vo und se d Tre de un t En m es de zu tsf Weihnach Sause dann nungen hinter r morgens war die st war. Die Bedie rei Uh ge 0 wir an d 8:0 un rlin t, Um Be ! ch s Mädels au n sich wüns dann ist es feiern mit allem, was ma rty htig gut können, Pa ric r es pe su ein r e tle ein or war Wassersp use geschickt. Es idon Inferno III. wurden nach Ha nn es heißt: Pose we n, die letzten Gäste he se zu er ed wi r Jah m in diese hoffen, euch auch


follow the light G e r d S c h r a d e r. 1 9 6 7 – 2 0 0 9 .

Manchmal kann der Tod eine Erlösung sein.

Als er 1994 seine Firma TOMAHAWK auf-

Wenn Schmerzen übermächtig werden, der Wille

baute, ließ er sich von niemandem beirren,

schwächer wird, das Unvermeidliche die Oberhand gewinnt. Niemand kann die Gedanken nachvollziehen, die in einem reifen, wenn man weiß, was geschehen wird. Gerd wusste es. Ich sah es in seinen Augen. Auch wenn er stets behauptete, es ginge ihm gut. Eine Schutzbehauptung, um seine

und als 1999 das Kiten aufkam mit TWINTAIL Kiteboards erst recht nicht. Sukzessive baute er über Jahre hinweg seine Firma aus, bis schließlich der Onlineshop und die Kiteschule dazugehörte. Alles mit Blick auf die Ostsee. Mit und ohne Grillen.

Krankheit nicht zu nah an sich heranzulassen. Er lebte ein zeitloses Leben. Er war verschlosTypisch. Solange ich ihn kannte – und das sind nun schon rund 15 Jahre – folgte er seinen Instinkten und seinem Bauch, danach schaltete

sen, aber geradeaus. Letztlich starb er so, wie er lebte. Ich kann ihn verstehen, denn ich leide an derselben Krankheit wie Gerd, nur dass der

er auf seinen Kopf um. Dann konnte ihn niemand

Krebs nicht ausgebrochen ist. Ich sage das

von seinen Ideen abbringen. Das war auch schon

nicht, um Mitleid zu erhaschen, sondern um

so, als er noch mit Buddy und „Käse-Wein-Gerd“

sein, für viele nicht immer nachvollziehbares,

in der WG in der Herderstraße lebte. Ich werde

Verhalten zu relativieren. Ich wusste um seine

nie vergessen, wie er mir (intoniert von der HOT-

Schmerzen, seine Ohnmacht, sein Verstecken

SAILS-WG inklusive Andy Wirtz) ein Geburtstags-

vor sich selbst, seinen Schutzegoismus, sein

ständchen sang. Gerd und singen ...

Text Tom Körber © Foto Henning Alberti

Leiden. Und. Seine Erlösung.


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Männerbein in Presswursthülle

D

ie Röhrenjeans. Seit einiger Zeit erlebt sie ihr großes Revival auf dem Modemarkt, denn „Retro“ ist ja bekanntlich wieder in. Sie ist ein erstaunliches Phänomen, denn

als einziges Kleidungsstück ist sie imstande, aus einer zierlichen Gazelle ein unförmiges Walross zu zaubern. Anfänglich den Frauen vorbehalten, um ihre zarte Figur noch betonter zur Schau stellen zu können, begeben sich mittlerweile auch immer mehr modebewusste „Männer“ auf einen Streifzug durch den Kleiderschrank ihrer Freundinnen. Dabei scheinen sie nicht mal ein schlechtes Gewissen zu bekommen, was allerdings durch den Begriff „metrosexuell“ erklärt werden könnte. Doch wollen Frauen so was überhaupt sehen? Dürre Hühnerbeine und keinen Arsch in der Hose oder Jungs, auf die die Walrosstheorie zutrifft? Beim besten Willen nicht! Man munkelt, es existieren Jungs, denen Röhrenjeans stehen, allerdings ist mir noch kein Angehöriger dieser äußerst seltenen Spezies begegnet. Ebenfalls kann ich mir nicht erklären, wie diese Hosen erstens bequem sein sollen und wie man sich darin zweitens überhaupt ausreichend bewegen kann. Als Verfechterin der Baggypants tun selbst mir als Frau beim Anblick solcher Hosen die Eier weh. Gut, Baggys können auch scheiße aussehen (vor allem die bestickten, vergoldeten oder die, die unten in Strümpfe gesteckt werden), aber hast du schon mal jemanden Röhrenjeans baggy tragen sehn? Das sieht nicht nur aus, als hätte er in die Hose

ART DIRECTION Jan Weisner | www.outline-graphix.de Fon +49 (0)431 64 73 173 | weisner@o-graphix.de GRAFISCHE UNTERSTÜTZUNG Matthias Falk, Maria Malmberg, Jonas Bronnert MITARBEITER DIESER AUSGABE Kirsa Stoltenburg, Manuel Grafenauer, Torben Sonntag, Michi Trapp, Jonas Wagner, Mart Kuperij, Meiko Heike Möller, Julia Übelhör, Jonathan Klinck. CHEF VOM DIENST Tim Jacobsen FOTOGRAFEN Tim McKenna, Erik Aeder, Kima, Lars Wehrmann, Henning Alberti, Tim Wasmer, Ruben Grießbach, Pascal Matzke, Julia Übelhör, Fiore, Hochzwei, Tim Jacobsen, Anne-Marie Reichmann und Freund, Espresso-Bar Team, Janine NicolaiJacobsen, Inka Lübke, Andreas Sawitzki, Andreas Jansen, Rick Jensen, Bony Beatrice Lewandowski, Alec Schandert, Torben Sonntag, Rico Fischbock, Tjark Rumohr, Lina Stagneth SHOPANZEIGENLEITUNG Tim Jacobsen, tim@free-magazin.de DIGITAL IMAGING Imprint Digital Foto Kiel ERSCHEINUNGSWEISE Alle drei Monate

geschissen, man meint sogar fast zu erkennen, wie es demjenigen die Beine runterläuft …

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Bei Rockbands und Skateboardern bereits seit Jahren fester Bestandteil geworden, fassen

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die mittlerweile berühmten Röhrenhosen (oft auch Tight Pants genannt) nun ebenfalls in der Snowboardindustrie Fuß, wo sie die Grenzen des bereits gereizten Sehnervs völlig sprengen. Früher in Baggys unterwegs, schmeißen sich etliche Snowboard-Pros heutzutage in hautengen leopardenfellgemusterten Hosen oder Leggins in Jeansoptik über Kicker und Rails. Dabei machen sie sogar einen sonst sehr stylishen Trick wie den Frontboard zu einem Presswursterlebnis. Die Schuldfrage allerdings bleibt offen. War es die Retrowelle, die Modeindustrie oder vielleicht sogar Chuck Norris, der schon vor vielen Jahren der Röhrenhose zu ersten Erfolgen verhalf? Ich kann leider nur hoffen, dass diese Modeerscheinung (vor allem im Snowboardbereich) bald einer neuen weichen wird, denn diese Hosen sind einfach so schlecht wie Uri Geller. Liebe Männer, ich bitte euch, denkt doch vor eurem nächsten Einkauf einmal darüber nach, wie unmännlich ihr in diesen Hosen ausseht, immerhin zeigen sie nicht nur eure bisher erfolgreich verhüllten Hühnerbeine oder Schwimmringe (gilt auch für Frauen!), sondern auch alles mehr oder weniger Vorhandene in eurem Lendenbereich. Zusätzlich solltet ihr euch Gedanken über zu enge Hosen und eure Zeugungsfähigkeit machen, denn wie bekannt ist, benötigt eure „Männlichkeit“ kältere Temperaturen als in solchen Hosen gegeben … Oder

VERLAG Terra Oceanis Verlag | www.terraoceanisverlag.de GESCHÄFTSFÜHRER Alexander Lehmann Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Aufnahme in elektronische Datenbanken sowie sonstige Vervielfältigungen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Herausgeber. Für unverlangt eingesandtes Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. ANZEIGEN Nordstern Media Eliane Lehmann e.lehmann@nordstern-media.de Fon +49 (0)431 71 97 888 www.nordstern-media.de Im Terra Oceanis Verlag erscheinen die Titel: Windsurfing Jahrbuch (www.windsurfing-jahrbuch.de), Pedaliéro (www.pedaliero.de), Sailing Journal (www.sailing-journal.de), Brett (www.brettmag.de), FreeMagazin (www.free-magazin.de), Kitelife (www.kitelife.de) und Silent World (www.silent-world.eu) Infos unter: www.terraoceanisverlag.de

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