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6. – 8. OKTOBER 2017

6. – 8. Oktober 2017 Informationen unter Programmheft www.JEANPAULTAGEBADBERNECK.de


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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK

HERZLICH WILLKOMMEN IN BAD BERNECK Die JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK, unter der künstlerischen Leitung des renommierten Schauspielers und Rezitators Hans-Jürgen Schatz, werden seit 2014 zum vierten Mal inszeniert. Mit diesen literarisch-musikalischen Festtagen verfolgen wir den Anspruch, im kulturellen Bereich Außergewöhnliches zu bieten. Künstler mit internationalem Bekanntheitsgrad werden Ihnen mit ihren Beiträgen ein wunderbares Wochenende schenken. Mit dem stetig steigenden Publikumszuspruch während der JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK hat auch die Anzahl derer zugenommen, die uns auf unterschiedlichste Weise unterstützen. Wir sagen allen herzlichen Dank, die zum Gelingen des Wochenendes beitragen. Sehr geehrte, liebe Gäste, genießen Sie diese besonderen drei Tage in unserer Stadt. Gelegen in einer wunderschönen, kulturhistorisch bedeutsamen Landschaft, bietet Bad Berneck mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, einer vorbildlichen sozialen Infrastruktur und den abwechslungsreichen Freizeitmöglichkeiten die besten Voraussetzungen als Stadt zum Wohnen und Erholen. Die mittelalterlichen Burgruinen, der historische Marktplatz, das dichte Wander-, Nordic-Walking- und Fahrradwegenetz sowie der idyllische Kurpark und der in Bayern einmalige Dendrologische Garten, mit denen Bad Berneck sich als regionale Außenstelle der Landesgartenschau Bayreuth 2016 präsentierte, erfreuen Gäste wie Einheimische gleichermaßen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie mit dem Programm der JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK begeistern könnten und auch Sie in den kommenden Jahren als Stammgast jeweils am zweiten Wochenende im Oktober in der Stadt der Romantik willkommen heißen dürften.

Ihr

Jürgen Zinnert

1. Bürgermeister

Alexander Popp

2. Bürgermeister


Grußwort

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„Luther hatte himmlischen Mut im Herzen“ Martin Luther legt im Jahr 1506 das Mönchgelübde ab. Dadurch gehört er einer Kirche an, die in sich stark zerstritten ist. Der Papst in Rom muss um seine Vorherrschaft gegen abtrünnige Gruppen innerhalb der Kirche kämpfen. Daneben ist der Ablasshandel für den Papst und die Kirche ein blühendes Geschäft. Die Gläubigen haben Geld zu zahlen, wenn sie ihre Zeit im Fegefeuer verkürzen möchten. Das Fegefeuer, die unmittelbare Strafe nach dem Tod für die Sünden im Leben, gehört im Mittelalter zum Alltagsdenken. Der Ablasshandel und damit das Machtsystem des Papstes werden für Luther zum Stein des Anstoßes. Mehr und mehr gewinnt die Idee der Freiheit eines Christen für Luther an Bedeutung. Freiheit meint für ihn, den freien inneren Glauben an Gott und Jesus Christus, der nicht durch das weltliche Machtsystem des Papstes vermittelt zu werden braucht. Diese Idee und die Kritik am Ablasshandel führt er in seinen 95 Thesen aus, die 1517 in Wittenberg veröffentlicht werden. Es ist allerdings nicht belegbar, dass er diese Thesen an die Kirchentür geschlagen hat, obwohl es damals gang und gäbe ist, Bekanntmachungen an die Kirchentüren zu hängen. Die Kirchentür dient als eine Art Schwarzes Brett. Aber der Hammerschlag an die Tür, mit dem die Reformation vermeintlich beginnt, ist eher unwahrscheinlich. Auf welche Art die Veröffentlichung auch vor sich ging, Luthers Thesen sollen die Kirche für immer verändern. Die Reformation beginnt. Auch auf dem folgenden Konstanzer Konzil denkt Luther nicht daran, seine Thesen zu widerrufen. Im Gegenteil! Er unterstreicht seine Kritik noch, indem er dem Papst fehlerhaftes Handeln unterstellt. Dadurch ist der Freiheitskämpfer Luther geboren, der sich vehement gegen die Macht des Papstes stellt. Die Lesart „Luther als Freiheitskämpfer“ übernehmen Jean Paul und seine Zeitgenossen im 18. und 19. Jahrhundert. Für Jean Paul selbst und für andere Größen seiner Zeit wie z.B. Goethe und Herder, steht Martin Luther für Auflehnung gegen Obrigkeiten und somit für individuelle Freiheit. Offenbar spielt das 300 jährige Jubiläum der Reformation im Jahr 1817 keine Rolle für Jean Paul, nirgends findet sich ein Hinweis darauf, dass er den aus diesem Anlass abgehaltenen Jubiläumsgottesdiensten in Bayreuth beiwohnt. Somit stehen für


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Jean Paul weniger die Reformationsfeierlichkeiten als mehr die Person Luther im Vordergrund. Auch für spätere Autoren wie Heinrich von Kleist, Heinrich Heine oder Thomas Mann bleibt Luther von entscheidender Bedeutung.

„Selberlebensbeschreibung“ Ähnlich wie Luther verknüpft sich Jean Pauls Leben eng mit der Kirche und der Theologie, stammt er doch aus einer Theologenfamilie. Er soll ebenfalls Theologie studieren, weil das „Kirchenschiff als Proviantschiff“ verstanden wird, da es ein lebenslanges Gehalt sichert. Jean Paul bricht das Studium ab und verzichtet auf das „Proviantschiff“ – anders als sein Vater. Dieser ist Kantor in Wunsiedel, Joditz und Schwarzenbach. Das sind dann auch die Orte und die jeweiligen Altersstufen der Kindheit Jean Pauls, von denen er in seiner Autobiographie, der „Selberlebensbeschreibung“ erzählt. Dort vergleicht er die arme Herkunft seines Vaters mit derjenigen Luthers: „Mein Vater […] konnte wie Luther die Schule nur als sogenannter Alumnus oder armer Schüler genießen.“ In der Gottesackerkirche zur Hl. Dreifaltigkeit in Wunsiedel, Jean Pauls Geburtsort, ziert ein Porträt von Jean Pauls Vorfahre Kaspar Konrad Saher das Kirchenschiff. Saher war ebenfalls Theologe. Dass er einer traditionellen Theologenfamilie entstammt, heißt allerdings noch nicht, dass sich der kleine Jean Paul in der Kirche zuhause fühlt. Im Gegenteil ist es gerade der Raum der Kirche selbst, der ihm Angst macht: „Sogar am Tage befiel mich bei einer besondern Gelegenheit zuweilen die Gespensterscheu. Wenn nämlich bei einem Begräbnis der Leichenzug mit Pfarrer, Schulmeister und Kindern und Kreuz und mir von der Pfarrwohnung an bei der Kirche vorüber zu dem Kirchhof neben dem Dorfe sich mit seinem Singgeschrei hinausbewegte, so hatt‘ ich die Bibel meines Vaters durch die Kirche in die Sakristei zu tragen. Erträglich und herzhaft genug ging es im Galopp durch die düstere stumme Kirche bis in die enge Sakristei hinein; aber wer von uns schildert sich die bebenden grausenden Fluchtsprünge vor der nachstürzenden Geisterwelt auf dem Nacken?“ Mit diesen Ängsten ist Jean Paul zu der Zeit nicht alleine. Neben dem christlichen Glauben sind alle Formen von Geister- und Aberglauben weit verbreitet. Diese Vorstellungen nehmen häufig Einfluss auf die Erziehung, sodass es zu der Zeit viele Menschen mit wunderlichen Vorstellungen gibt. In medizinischen Abhandlungen finden sich dazu sogar Therapievorschläge.


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Jean Paul beginnt mit der Niederschrift der „Selberlebensbeschreibung“ im Jahr 1818, aber er trägt die Idee zu diesem Werk bereits seit langem mit sich herum. Er bereist die Orte seiner Kindheit wie Joditz und Hof und sammelt viel Material über sich. Bereits einige Zeit zuvor wendet er sich zum Beispiel an seinen früheren Förderer Pfarrer Vogel, um zu erfahren, wann sein Vater die Organistenstelle in Wunsiedel übernommen hat.

Die „Selberlebensbeschreibung“ besteht aus drei Vorlesungen, in denen sich Jean Paul zum vortragenden „gegenwärtigen Professor der Geschichte von sich“ erhebt. Einige Jahre zuvor erscheint Goethes Autobiographie „Dichtung und Wahrheit“ (1813) und beginnt so: „Am 28. August 1749, mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich; die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau, und kulminierte für den Tag.“ Jean Paul parodiert diese Passage, indem er die „Selberlebensbeschreibung“ mit den Worten beginnt: „Es war im Jahr 1763, wo der Hubertsburger Friede zur Welt kam und gegenwärtiger Professor der Geschichte von sich; – und zwar in dem Monate, wo mit ihm noch die gelbe und graue Bachstelze, das Rotkehlchen, der Kranich, der Rohrammer und mehre Schnepfen und Sumpfvögel anlangten, nämlich am 21ten März […] am Morgen um 1½ Uhr.“ Mächtige Sternkonstellationen bei Goethe weichen bescheidenen Singvögeln bei Jean Paul. In beiden Texten wird die Geburt zu einem bedeutenden Ereignis erhoben. Mit dem Hubertusburger Friede sind die Friedensverträge gemeint, durch die der Siebenjährige Krieg beendet wird. Die Verträge werden am 15. Februar 1763 unterzeichnet. Bereits nach den Erinnerungen an sein frühes Leben stellt Jean Paul die Arbeit an der Autobiographie im Jahr 1819 ein. Die „Selberlebensbeschreibung“ bleibt ein Fragment: „Man müsste von sich 2 oder 3 widersprechende Selbstbiographien schreiben, um eine 4te rechte zu machen.“ Aber nicht nur die Unmöglichkeit der Wahrheit des eigenen Lebens nahezukommen, erweist sich als Problem. Es ist die Form der Autobiographie selbst, die Jean Paul zum Erzählen unpassend erscheint. Denn anders als bei einem Roman darf er ja nicht erfinden, nicht phantasieren. Er langweilt sich schrecklich beim Schreiben − nicht jedoch das Publikum beim Lesen oder Vorlesen. Das einmalige Ereignis


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des ersten Kusses wird eindringlich geschildert. Auch philosophische Gedanken kommen zu Wort, wenn Jean Paul bei seiner Identitätssuche feststellt: „Ich bin ein ich.“

Von Martin Luther zu Johann Sebastian Bach Die Kirchenmusik und ihre Bedeutung für den Gottesdienst gehen ebenfalls auf Luther zurück. Denn erst durch ihn erfährt die Musik eine deutliche Aufwertung als Teil des Gottesdienstes. Für Luther ist das Singen und Mitsingen in der Kirche ein wichtiges Anliegen, wodurch eine Reformation des Gottesdienstes einsetzt und das Gesangbuch – wie man es heute kennt – erst entsteht. Auch das Gesangbuch ist somit eine Errungenschaft der Reformation. Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird in Eisenach geboren. Hier ist Martin Luther zweihundert Jahre zuvor in die Lateinschule gegangen. Wie Luther singt Bach in der dortigen Georgenkirche und singt auch Lutherlieder. Somit kommt Bach bereits als Kind eng mit Luthers Werk in Berührung. Er setzt sich lebenslang intensiv mit Luthers Texten auseinander und liefert mit 30 Vertonungen (von 37 Lutherliedern) zahlreiche, noch heute oft gesungene Kirchenlieder. Bachs Vertonungen deuten Luthers Texte auf kreative Weise. So verleiht Bach Luthers berühmten Kantatenzyklus „Alles, was von Gott geboren“ (BWV 80) 1715 in Weimar ein neues musikalisches Gewand. Diese Kantate enthält als Schlusschoral „Mit unser Macht ist nichts getan“ die zweite Strophe von Martin Luthers berühmten Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Martin Luther in Jean Pauls Werk Martin Luther und Jean Paul ähneln sich in ihrer hohen Wertschätzung der Freiheit. Jean Paul kämpft als Autor permanent mit der Zensur. Beide begehren gegen Obrigkeiten auf, beiden ist eigen, dass ihre Werke Kritik an der weltlichen und geistigen Herrschaft äußern. Ähnlich wie Luther zielt Jean Pauls Kritik an Religion hauptsächlich auf die zeitgenössischen weltlichen Strukturen der Kirche. In der „Vorschule der Ästhetik“ (1804) bringt er dieses Thema auf den Punkt: „Ja ich hätte von euch erwartet, daß Sie […] an Luther gedacht hätten, der, wie man liest, so hart gegen den Papst und Heinrich schrieb, daß


Programm 2017

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6. – 8. OKTOBER 2017 man die Feder draußen vor der Stubentüre auf dem Papiere kratzen und knarren hörte, wiewohl das Geschriebne nachher noch stärker lärmte.“ Name und Bedeutung Luthers durchziehen Jean Pauls gesamtes Werk. In „Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz“ heißt es: „Wenn der Teufel (nach Luther) Gottes Affe ist, so konnte das Staatsmännchen bei seinem Fürsten als dem göttlichen Ebenbilde schon nichts weiter werden als das Affen-Äffchen.“ Martin Luther lebte 300 Jahre vor Jean Paul. Dennoch stehen beide mit ihrem Werk für die gleichen Werte, tief überzeugt vom Freiheitsrecht des Menschen. Jean Pauls Satz aus „Dr. Katzenbergers Badereise“ ist deshalb wohl zuzustimmen: „Möge Luther – dieser geistige Donnermonat – uns reformieren und beleben.“

6. – 8. OKTOBER 2017

Gefördert aus den Mitteln der Lutherdekade Reformationsjubiläum 2017 in Bayern

Informationen unter www.JEANPAULTAGEBADBERNECK.de

Informationen unter www.JEANPAULTAGEBADBERNECK.de www.jeanpaul-badberneck.de www.jean-paul-tage-bad-berneck.de www.facebook.com/JEANPAULTAGEBADBERNECK IMPRESSUM V.I.S.D.P

REDAKTION: Dr. Michael Mayer, Hans-Jürgen Schatz

Der Text „Luther hatte himmlischen Mut im Herzen“ wurde von Michael Mayer für dieses Programmheft verfasst. VERANTWORTLICHER HERAUSGEBER: Stadt Bad Berneck, Tourist-Information,

Bahnhofstr. 77, 95460 Bad Berneck, www.badberneck.de

LAYOUT, SATZ & DESIGN: temporausch | Markus Spiske, www.temporausch.com

LAYOUT UND GESTALTUNG: GMK GMBH & CO. KG, BAYREUTH, WWW.GMK.DE

Wir danken

LAYOUT UND GESTALTUNG: GMK GMBH & CO. KG, BAYREUTH, WWW.GMK.DE

Michael Mayer


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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK

Freitag, 6. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Großer Saal im Gemeindehaus am Kirchenring

JEAN PAUL „SELBERLEBENSBESCHREIBUNG“ Gelesen von Hans-Jürgen Schatz In der Fragment gebliebenen Autobiographie erzählt Jean Paul aufschlußreich und humorvoll aus seinen Kinder- und Jugendjahren in Wunsiedel, Joditz und Schwarzenbach. Er läßt uns an Schulbesuch, Furcht vor Geistern, Lesen, Schreiben, Armut, Bescheidenheit, dem ersten Kuß, der Erkenntnis „Ich bin ein Ich“ und der Schönheit seiner Heimat teilhaben.

Samstag, 7. Oktober 2017, 17.00 Uhr

Saal im KuKuK (Kunst und Kultur im Alten Kindergarten e.V.)

„ALLES ODER NICHTS. VISION, TRAUM UND WIRKLICHKEIT“ Poetische Bildwelten des Irrationalen bei Luther, Goethe und Jean Paul Vortrag von Dr. Heike Spies, Düsseldorf Ausgehend von Luthers bildhaften Teufelsvorstellungen setzt der Vortrag zwei literarische Texte zueinander in Beziehung: J.W. von Goethes „Märchen“ (1795) und Jean Pauls berühmte „Rede vom toten Christus“ (1796). Ausdrucksstark in poetischen Bildern und Dialogen thematisieren beide Werke auf unterschiedliche Weise die tiefe Erlösungssehnsucht des Menschen.


Programm 2017

Samstag, 7. Oktober 2017, 19.30 Uhr Evang.-Luth. Dreifaltigkeitskirche

„ALLES, WAS VON GOTT GEBOREN“ Johann Sebastian Bach (Musik) und Martin Luther (Texte) PROGRAMMFOLGE Johann Sebastian Bach (1685-1750) Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-dur BWV 1007 1. Prélude 2. Allemande

Auch mit gedämpften, schwachen Stimmen aus BWV 36

3. Courante

Willkommen, werter Schatz aus BWV 36

4. Sarabande

Alles, was von Gott geboren aus BWV 80

5. Menuet I/II 6. Gigue PAUSE

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Air aus der Suite No. 3 D-dur BWV 1068

Heil und Segen aus BWV 120

Wohltemperiertes Klavier II Präludium E-Dur BWV 878

Merkt und hört, ihr Menschenkinder aus BWV 7

Wohltemperiertes Klavier II Fuge E-Dur BWV 878

Der Friede sei mit dir - Welt, ade, ich bin dein müde - Nun, Herr, regiere meinen Sinn aus BWV 158

Konzert A-dur BWV 1055 für Oboe d‘amore, Streicher und B.C.

Claudia Barainsky (Sopran), Andreas Schmidt (Bariton) Bettina Sartorius, Philipp Bohnen, Christoph von der Nahmer (Violine), Martin von der Nahmer (Viola), Knut Weber (Violoncello), Ulrich Wolff (Kontrabaß), Andreas Wittmann (Oboe), Hendrik Heilmann (Orgel) (Mitglieder der Berliner Philharmoniker)


Programm 2017

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 9.30 Uhr Evang.-Luth. Dreifaltigkeitskirche

Gottesdienst Hans-Jürgen Schatz liest in diesem Festgottesdienst unter der Überschrift „Einem Manne wie Luther eine neue Ehre erzeigen“ aus „Dr. Katzenbergers Badereise“ von Jean Paul. Dekan Thomas Guba widmet seine Predigt diesem Text. […]lassen wir nicht mehre Köpfe unter einen Lorbeerkranz zusammenkommen oder auf dem Mansfelder Triumphwagen nicht recht viele Sieger einsitzen: so sind wir bei der Nachwelt ( auf die wir alles bringen) zu wenig entschuldigt, daß wir einem Manne wie Luther erst so spät nach der letzten Ehre eine neue erzeigten, und daß er […] ebenso ein Jahrhundert und länger vor der seinigen sterben mußte, wir müßten uns denn damit helfen – was ebenso erbärmlich als notwendig wäre –, daß wir auf Luthers Denk-Statue oder Kirche wenigstens von zwei Jahrzahlen eine wegließen, entweder das Geburtjahr der Statue oder sein eignes.  (Jean Paul: „Dr. Katzenbergers Badereise“)

Sonntag, 8. Oktober 2017, 15.30 Uhr Burgkapelle Stein

MARTIN LUTHER „TISCHREDEN“ In dieser Konzertlesung stellen Dekan Thomas Guba und Hans-Jürgen Schatz gemeinsam mit Bernecker Bürgern ausgewählte Tischreden von Martin Luther vor. Der Gitarrist Franz Halász spielt Suiten für Laute solo von Johann Sebastian Bach.


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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK

Mitwirkende

Dr. Heike Spies

Franz Halász (Gitarre)

studierte an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf Germanistik und Geographie. Sie promovierte 2006 über das gesamte Briefwerk Annette von Droste-Hülshoffs („Literatur in den Briefen Droste-Hülshoffs“). Seit 1991 am Goethe-Museum Düsseldorf zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, übernahm sie 1996 das Amt als Kustodin und stellvertretende Leiterin des Goethe-Museums und ist Vorstandsmitglied der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung. Seit 1995 Vorträge auf nationaler und internationaler Ebene zu ‚Goethe in seiner Zeit‘ und Annette von Droste-Hülshoff, dazu zahlreiche Veröffentlichungen von Aufsätzen und ausstellungsbegleitende Publikationen. Heike Spies ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der 2009 in Düsseldorf gegründeten Thomas Mann-Gesellschaft, außerdem ist sie seit vielen Jahren die Vorsitzende der Theatergemeinde Düsseldorf e.V.

Der deutsche Gitarrist Franz Halász gehört seit dem 1. Preis beim Andres Segovia Wettbewerb zu den individuellsten und erfolgreichsten Vertretern seiner Zunft. Zahlreiche Gesamteinspielungen wichtiger Komponisten der Gitarrenliteratur sowie eine Hingabe an das Oeuvre der Kombination Gitarre und Klavier prägen sein Schaffen und haben ihm einen festen Platz in der Welt der Diskographie gesichert. Die intensive Auseinandersetzung mit Kammermusik war stets ein wichtiger Bestandteil seiner weltweiten Konzerttätigkeit und brachte die Zusammenarbeit mit so bedeutenden Künstlern wie Boris Pergamenschikov, Patric Gallois, Siegfried Jerusalem, Robert Aitken, Andras Adorjan, Isabelle Faust, Ingolf Turban, Wen-Sinn Yang, Hariolf Schlichtig und Alban Gerhardt. Franz Halász übernahm 2010 den Lehrstuhl für Gitarre an der Hochschule für Musik und Theater München.


Mitwirkende 2017

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Claudia Barainsky

Andreas Schmidt

studierte an der Hochschule der Künste Berlin bei Ingrid Figur, Dietrich Fischer- Dieskau und Aribert Reimann.

studierte Gesang bei Ingeborg Reichelt in Düsseldorf und Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin. 1983 wurde er sofort an die Deutsche Oper Berlin engagiert.

Sie debütierte mit der Titelpartie in Aribert Reimanns „Melusine“ an der Semperoper Dresden. Dort folgten Mozarts „Zauberflöte“ und „Entführung aus dem Serail“ und „Der Rosenkavalier“. Sie gastierte u.a. an den Opernhäusern in Berlin, Wien, Brüssel, Amsterdam sowie beim Lincoln Center Festival New York, den Salzburger und den Bayreuther Festspielen und arbeitete mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Herbert Blomstedt, Daniel Harding und Marek Janowski. Für ihre herausragende Interpretation und Darstellung der Titelpartie in Aribert Reimanns deutscher Erstaufführung „Medea“ an der Oper Frankfurt wurde Claudia Barainsky mit dem Deutschen Theaterpreis „DER FAUST“ ausgezeichnet. Ihr großes Konzertrepertoire umfaßt Kantaten, Oratorien, Orchesterlieder und Liederabende.

Er gastierte u.a. an den Staatsopern von Wien, München und Dresden, am Covent Garden London, an der Bastille und der Grand Opéra Paris, der Mailänder Scala sowie an der Metropolitan Opera New York. Neben Engagements in Salzburg, Glyndebourne und Aix sang er sieben Sommer den Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen unter Barenboim und Thielemann und fünf Sommer den Amfortas in „Parsifal“ unter Sinopoli, Eschenbach und Thielemann. Zahlreiche Funk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren die künstlerische Bandbreite des Sängers von Bach bis Rihm, ebenso wie die weit mehr als 130 Plattenproduktionen. 1997 wurde Andreas Schmidt vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg der Titel „Kammersänger“ verliehen.


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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK

Andreas Wittmann

Knut Weber

(Oboe)

(Violoncello)

Sein erstes Engagement führte ihn direkt zu den Berliner Philharmonikern, deren Mitglied er seit 1986 ist.

studierte in Köln bei Claus Kanngiesser und dem Alban Berg Quartett sowie in Berlin bei Wolfgang Boettcher. Weitere wichtige Impulse erhielt er von Heinrich Schiff, Frans Helmerson, David Geringas, Siegfried Palm und dem Beaux Arts Trio.

Dort prägte ihn anfangs vor allem die Erfahrung der Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan. Als Solo-Oboist wirkte er mehrere Jahre im Bayreuther Festspielorchester unter so bedeutenden Dirigenten wie Giuseppe Sinopoli, James Levine und Daniel Barenboim. Darüber hinaus widmet er sich einer regen Tätigkeit als Solist, Kammermusiker und Pädagoge im In- und Ausland. Er war viele Jahre Dozent an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, deren Leitung er von 2013 bis 2015 inne hatte. Derzeit ist er u.a. auch als Gastdirigent des Orquesta Sinfónica Salvador de Bahia (Brasilien) und des Orquesta Sinfonica Monterrey (Mexiko) tätig und leitet außerdem regelmäßig das Sinfonie Orchester Berlin sowie das Sibelius Orchester Berlin.

Bevor er 1998 in die Cellogruppe der Berliner Philharmoniker aufgenommen wurde, war er Gründungsmitglied des von Claudio Abbado ins Leben gerufenen Mahler Chamber Orchestra. Knut Weber tritt weltweit als Solist und Kammermusiker auf, häufig als Mitglied der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, den Stradivari Solisten Berlin und dem Berliner Philharmonischen Klavierquartett. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a. Emmanuel Pahud, Rainer Honeck, Nelson Freire und Mitsuko Uchida. Knut Weber ist Gewinner des internationalen Cellowettbewerbs in Liezen 1995, des Brahms-Wettbewerbs in Pörtschach 1996 und des Domenico Gabrielli Wettbewerbs in Berlin 1999.


JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK – PROGRAMMVORSCHAU 2018

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12. – 14. Oktober 2018 Freitag, 12.10.2018, 19.30 Uhr Großer Saal im Gemeindehaus am Kirchenring

„Wie herrlich leuchtet mir die Natur“

Der Mensch und Naturphänomene zu Jean Pauls Zeit Lesung mit Regina Lemnitz und Hans-Jürgen Schatz

Samstag, 13.10.2018, 17.00 Uhr Saal im KuKuK (Kunst und Kultur im Alten Kindergarten e.V.)

„Jean Paul und der Garten der Romantik“ Vortrag von Hans von Trotha

Samstag, 13.10.2018, 19.30 Uhr Evang.-Luth. Dreifaltigkeitskirche

„Mozart auf der Reise nach Prag“

Erzählung von Eduard Mörike mit Musik von W.A. Mozart Hans-Jürgen Schatz (Rezitation), Katherina Müller (Sopran), Christoph Brunner (Baßbariton) Hendrik Heilmann (Klavier), Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Sonntag, 14.10.2018, 9.30 Uhr Evang.-Luth. Dreifaltigkeitskirche

Gottesdienst

In diesem Gottesdienst rezitiert Hans-Jürgen Schatz Texte von Jean Paul, denen Dekan Thomas Guba seine Predigt widmet.

Sonntag, 14.10.2018, 15.30 Uhr Saal im KuKuK (Kunst und Kultur im Alten Kindergarten e.V.)

Der Springbrunn plaudert noch immerfort

Ein literarischer Spaziergang durch Parks und Gärten Regina Lemnitz und Hans-Jürgen Schatz (Rezitation), Katherina Müller (Sopran), Christoph Brunner (Baßbariton)


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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK 2017  

JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK 2017 vom 6. bis 8. Oktober 2017 - Programmheft Künstlerische Leitung: Hans-Jürgen Schatz facebook.com/JEANPAULTA...

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JEAN PAUL TAGE BAD BERNECK 2017 vom 6. bis 8. Oktober 2017 - Programmheft Künstlerische Leitung: Hans-Jürgen Schatz facebook.com/JEANPAULTA...

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