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Mit geschickter Hand füllt Theaterdirektor Frank Feitler sein Dreispartenhaus, das Werke in vier Sprachen zeigt. Foto: Anouk Antony

„Eine andere Realität“ Frank Feitler

Der 50. Geburtstag des Großen Theater der Hauptstadt steht 2014 an. Es wird auch das Jahr sein, in dem ein Nachfolger für Direktor Frank Feitler ernannt wird. Dieser hat die Messlatte für Qualität und Erfolg hochgelegt. Sein Saisonprogramm 13/14 lässt Kritiker jubeln und Zuschauer herbeiströmen. 22

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Uli Botzler

uli.botzler@telecran.lu

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as Personalkarussel an der Spitze der wichtigsten Kulturhäuser in Luxemburg dreht munter weiter. Gerade hat die Philharmonie mit Stephan Gehmacher einen neuen Generaldirektor bekommen, da muss im Mudam der Leiter Enrico Lunghi um seinen Job zittern, weil seine Vertragsverlängerung nicht glatt durch den Aufsichtsrat ging im ersten Anlauf. Die Abtei Neumünster versucht im zweiten Anlauf einen Nachfolger für Direktor Claude Frisoni zu finden, der im Dezember in Rente geht. So eben ausgeschrieben worden ist auch der Chefposten im Naturmuseum. Bald werden sich alle Blicke auf die Theater der Stadt Luxemburg richten. Denn ihr Direktor und Intendant Frank Feitler wird

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land angeeignet. Er studierte Germanistik und Philosophie in Luxemburg und Heidelberg und unterrichtete von 1974 bis 1984 Deutsch und Philosophie am Lycée in Echternach. Im Kasemattentheater lernte er einen anderen Theaterbegeisterten, Frank Hoffmann, heute TNL-Direktor und Leiter der Recklinghausener Ruhrfestspiele kennen. Gemeinsam feierten sie erste Erfolge, etwa mit der dramaturgischen Bearbeitung von Rainer Werner Fassbinders „Bremer Freiheit“ (1981). Dem Schillerfragment Demetrius verdankt Feitler seinen Durchbruch, man holte ihn als Dramaturg und Direktionsmitglied an die Baseler Bühnen, später ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. In den 1990ern zeigte Feitler in Luxemburg auch sein Talent als Drehbuchautor beim Film, doch gab er, als die Chance sich bot, der alten Liebe, dem Theater, den Vorzug, ohne aber in all den Jahren selbst zu inszenieren oder Vorlagen zu schreiben. 2015 wird er wieder ein freier Mann sein, so frei, was wetten wir, um wieder Stücke selbst auf die Bühne zu heben, freilich nicht als Regisseur. „Dazu fehlt mir die Ausdauer, mir liegt mehr die Arbeit am Text“, gesteht er. Wie gut sie ihm liegt, zeigte Mitte der 1990er beispielsweise Feitlers Erfolg mit der Stegreifkomödie „7 Lëtzebuerger kréien de Karlspräis“, die auf einer Vorlage von Guy Rewenig beruht, in der er zwölf Jahre nach der Karlspreisverleihung an das Luxemburger Volk 1986 eine satirische Abrechnung mit dem politischen Selbstverständnis der Luxemburger Kleinbürger präsentierte. „Ich habe einen Hang zur leichten Muse, zum Boulevardtheater à la Georges Feydeau, aber es muss erstklassig inszeniert und gespielt sein, was gar nicht so einfach ist wie es scheint,“ erklärt er.

Der Live-Effekt . An seinen allerersten Theaterbesuch

2015, wenn er 65 wird, seine Pensionsrechte geltend machen. Die Nachfolgerfrage stellt sich also, denn „der Übergang soll fließend sein“, wie Feitler sagt. Bevor er aber Abschied feiert, stehen gleich zwei Theaterjubiläen an: zehn Jahre ist es her, dass das Große Theater technisch so in Stand gesetzt wurde, dass es zu den führenden Häusern in Europa aufschließen konnte. 50 Jahre ist es her, dass sich der Vorhang in diesem Kulturhaus der Stadt erstmals hob.

Der Pariser Architekt Alain Bourbonnais gewann 1959 die Ausschreibung. Sein Entwurf ging in Bau, das damals Neue Theater genannte Haus öffnete am 15. April 1964 erstmals seine Türen. Foto: Archive/La Meuse

Doppeltes Jubiläum. Zum doppelten runden Geburtstag schenkt Feitler allen Besuchern besonders poetische, bewegende, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes aufregende Momente. Sein Jubiläumsprogramm 13/14 beweist, was für ein Glücksgriff Feitlers Ernennung 2001 war, bringt er doch ein gutes Gespür dafür mit, in seinem Dreispartenhaus hochwertiges Theater zu bieten, ohne aus dem Auge zu verlieren, wer sein Publikum ist, sein soll und werden kann. „Das Große Theater ist in Luxemburg das einzige Haus, das Opern und Großproduktionen machen kann, und es hat heute ein Publikum, das zu 70 Prozent aus Nicht-Luxemburgern besteht“, stellt Feitler fest. Dass nötige Rüstzeug zum Theatermann hat Feitler sich in seinen Studien, vor allem aber seinen Berufsjahren im Aus-

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kann Feitler sich lebhaft erinnern, wie er jetzt anlässlich der „Luxembourg ist Theater“-Aktion in Berlin verriet: „Bei meinem ersten Theaterbesuch war ich zwölf Jahre alt. Mit meinem Onkel, der Operettenliebhaber war, habe ich ‚Das Land des Lächelns‘ von Franz Lehár mit Rudolf Schock gesehen. Ich war sehr beeindruckt.“ Was ihn fasziniert am Theater, was letztlich den Ausschlag für das Theater und gegen den Film gab, ist die Live-Situation, die Arbeit am Text, die Kunst der Schauspieler, die es so nur auf der Bühne gibt, die jeder Zuschauer spürt, sieht, hört. Diese Faszination für eine andere Realität bricht bei ihm auch nicht ab, weil es im Theater eben magische Momente gibt, „besonders die Momente, in denen ein Schauspieler Facetten einer Figur entwickelt die man so gar nicht vermutet hätte“, erklärt Feitler. Über seinen Posten sagt Feitler, der als guter Hausherr an vielen Abenden die Besucher im Theaterfoyer persönlich empfängt, dass er nur zu einem Drittel aus künstlerischem Management bestehe. Die beiden anderen Drittel machen Finanz- und Personalverwaltung aus. Dass er von einem blau-schwarzen Schöffenrat ernannt worden war, ohne politisch einer der beiden Parteien nahe zu stehen, habe ihm den Rücken gestärkt, meint der Direktor rückblickend. Die freie Hand und angemessene Budgets seitens der Stadt nutzte Feitler geschickt, um das Große Theater in der europäischen Szene zu verankern und Koproduktionen mit Häusern in Brüssel, Paris, London zu machen, für Gastspiele bekannte Kompagnien zu engagieren, Weltpremieren zu feiern und Weltstars ins Haus zu holen, in dieser Saison Oscar-Preisträger Christoph Waltz, der als Opernregisseur debütiert, französischen Kinostars wie Isabelle Huppert, Cecile de France und Mathilda May, große deutsche Theaterleute wie Michael Thalheimer, Ulrich Matthes oder Irm Herrmann, Tanzgrößen wie Sasha Waltz, Mats Ek und Sidi Larbi Cherkaoui und hochkarätige Sängern wie Catherine Naglestad, Georg Zeppenfeld oder Stella Doufexis.

Die Renovation vor zehn Jahren machte das Große Theater zur einzigen Bühne in Luxemburg, die Opern und Großproduktionen zeigen kann. Foto: Gerry Huberty

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Restlos ausverkauft sind die über ein Dutzend Vorstellungen des Broadway-Musical, „West Side Story“ im Januar 2014. Wer noch keine Karten hat, muss sein Glück an der Abendkasse versuchen, wo manchmal Karten von verhinderten Theatergängern landen. Foto: Nilz Boehme

In die Rubrik Populäres gehört im Januar die „West Side Story“, wobei aber selbst Feitler überrascht ist, in welcher Windeseile alle Vorstellungen und selbst die Zusatztermine ausverkauft waren. Auch bei dieser Stückwahl gilt sein oberstes Prinzip: wenn bei ihm etwas auf die Bühne kommt, muss die Qualität stimmen. Im Fall des beliebten Bernstein-Musicals macht die Inszenierung in der Original-Choreographie den besonderen Reiz aus.

lenerer Werke auch etwas zu bieten. „Die Oper war das Gebiet, in dem ich als neuer Direktor mit über 50 am meisten noch etwas zu lernen hatte“, gesteht Feitler, „das macht mich doch zu einem guten Beispiel für das Prinzip des ‚Life-long-learning‘“.

Chance für Luxemburger Machwuchs. So konsequent

wie Feitler für das ausländische Publikum plant – etwa indem er englischsprachige Stücke einkauft –, so erfolgreich hat „Mich faszinieren besonders die Dieser Erfolg mit einem geer es auch verstanden, in allen schickt gemischten Dreisparin dieser Sasion EiMomente, in denen ein Schauspieler Sparten tenprogramm erlaubt es Feitler genproduktionen mit Künstlern im Gegenzug, Produktionen zu aus der Luxemburger Szene Facetten einer Figur entwickelt, die zeigen, die Kritiker und Fans einzubauen. Die Komponisman so gar nicht vermutet hätte.“ entzücken, aber nicht immer tin Catherine Kontz wird im Kassenknüller sind. Beim Dezember ihre Oper „Neige“ Frank Feitler, Direktor und Intendant der Theater der Schauspiel sind es in dieser aufführen, begleitet von den Stadt Luxemburg, über seine Passion für die Bühnenkunst Saison 2013/14 etwa vom United Instruments of Lucillin.  Foto: Anouk Antony Deutschen Theater Berlin das Der Pianist Francesco Tristano Riesen-Griechen-Projekt „Ödimachte im Oktober Tanztheater pus Stadt“, aber auch das preisgekrönte Debüt „Muttersprache mit dem japanischen Tänzer Saburo Teshigawara. Schauspieler Mameloschn“ von Marianna Salzmann. Die Münchener KamLuc Feit darf mit „Die Liebende“ im Januar erneut eine Uraufmerspiele schicken mit ihrem auf einem Bauernhof verorteten führung von Albert Ostermaier aus der Taufe heben. Seine „König Lear“ die meistdiskutierte Shakespeare-Aufführung des erste Inszenierung „Schwarze Sonne scheine“ schickte Feitler Jahres, und Christoph Marthaler kommt jetzt am 14. und 15. im September übrigens auf das bereits erwähnte „Luxembourg November mit seiner in ganz Europa gefeierten Interpretation ist Theater“-Aktion in Berlin. von Horvaths „Glaube, Liebe, Hoffnung“, die dem Besucher Die Saison 2014/15, die seine letzte sein wird, weil er mit 65 Ausdauer abverlangt mit einer Spieldauer von drei Stunden in Rente geht, hat Feitler längst in Planung genommen. Ein Jahr und 15 Minuten. Vorlauf braucht man in der Branche, um Projekte anzuschieben. Das gleiche Konzept gilt im Musikbereich: Mit Verdis „Macht Sie wird sein, wie alle vorher, eine prall gefüllte Wundertüte, des Schicksals“ und dem „Rosenkavalier“ von Strauss bedient quer durch alle Sparten mit großen Namen, aber dieses Mal Feitler die klassisch orientierte Opernklientel, die dazu gerne doch mit vielen alten Bekannten, die darauf halten, Abschied auch aus der Großregion anreist, hält im Gegenzug aber an zu feiern von diesem großen Theaterliebhaber, der vorab eins der Aufführung eines Barock-Werks sowie zeitgenössischem verrät: „Ich höre mit einer Kitsch-Oper auf.“ Es ist Madame Musiktheater fest, um Liebhabern und Kennern ausgefalButterfly von Giacomo Puccini.

Kartenverkauf Die Eintrittspreise im Großen Theater: In der Oper kosten Tickets je nach Platz zwischen 25 und 65 Euro, bei Tanz und Schauspiel zwischen 15 und 25 Euro. Für Kinder, Jugendliche und Studenten sind Karten schon ab acht Euro zu haben. Man kann sich auch aus allen Angeboten ein persönliches Abo-Programm zusammenstellen, mit Rabatt je nach der Anzahl der ausgewählten Vorstellungen. Mehr Informationen unter www.lestheatres.lu. Karten unter www.luxembourgticket.lu oder Telefon 470895-1.

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