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CHF 12.–

3.2012

www.technica-online.ch www.marktspiegel.ch

fachzeitschrift für die maschinen-, elektro- und metallindustrie

TITELBILD

Dämpfungssystem URThermoplast-Pst la op m er Th

Zerpanungswerkzeuge Wirtschaftlich Hightech-Komponenten produzieren

Automation als Produktionsfaktor

24

Werkzeugmaschinen Das Vertikal-Drehzentrum von Emag, auf dem extrem kleine und grosse Losgrössen problemlos «just in time» produziert werden können.

34

Schweissen Die Frage, wie sich Kunststoffteile möglichst gut und dauerhaft verbinden lassen, beschäftigt die Experten, seit Langem. Was möglich ist, zeigt die Lasys.

38

Druckluft Das Förderprogramm ProEDA hat zum Ziel, innert drei Jahren eine Gesamteinsparung von 37 GWh zu erzielen. Die Unternehmen können nur profitieren.


Name Dr. Christian Altenbach, Certified LabVIEW Associate Developer Beruf Forschender Augenarzt Fachgebiet Biophysik Mit LabVIEW kann ich ... ... Daten mit benutzerdefinierten Algorithmen interaktiv analysieren und darstellen Aktuelles Projekt Darstellung von Änderungen an der Molekularstruktur während der Aktivierung des Lichtrezeptors Rhodopsin

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©2012 National Instruments. Alle Rechte vorbehalten. LabVIEW, National Instruments, NI und ni.com sind Marken von National Instruments. Andere erwähnte Produkt- und Firmennamen sind Marken oder Handelsbezeichnungen der jeweiligen Unternehmen. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

056 2005151


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EDITORIAL

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Perpetua mobilia oder von nichts kommt nichts In Zeiten wie diesen, in denen das EuroPerpetuum mobile gefunden zu sein scheint, kam bei der Redaktion die dazupassende Nachricht über den Newsticker, dass auch die Technik wieder einmal den Sprung wagt, die bisweilen einengende Theorie zu überwinden. In besagtem Fall geht es um den Energieerhaltungssatz, den schon eine ganze Reihe von Forschern verständlicherweise für ziemlich restriktiv empfunden hat. Die Verlockung, als Erfinder eines Perpetuum mobile bekannt zu werden, so stellt man fest, ist noch immer vorhanden. Warum auch nicht? Der Ruhm dürfte deutlich über jenem liegen, welchen zum Beispiel Andrew Wiles und Richard Taylor einheimsen konnten für die mathematische Entschlüsselung des Grossen Fermatschen Satzes. Ohne deren Leistung mindern zu wollen, aber sie wäre vergleichsweise ein Klacks gegenüber der Erfindung eines Perpetuum mobile. Allein die ungleich längere Suche (rund 860 vs. 360 Jahre) hebt deren Bedeutung ins Unermessliche und dass bereits die klügsten und profiliertesten Männer der Erfinderszene, wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, es nicht geschafft hatten, mit Schwerkrafträdern und anderen äusserst durchdachten Konstruktionen den Formalismus der damals noch unbekannten aber insgeheim existierenden theoretischen Physik durchbrechen zu können. Auch das sagt schon alles.

In einem abgeschlossenen System ist die Summe aller Energien konstant.

Bei der neusten Nachricht ging es jedenfalls darum, dass Forscher ziemlich nahe an ein Perpetuum mobile kommen, na ja – kommen wollen, und nun angestrengt weiter brüten, um in Zukunft selbstversorgende Telefone zu produzieren. Ist dies einmal geschafft, werden selbstversorgende Kühlschränke, Roboter, Fabrikhallen, Städte und dann Welten folgen – so einfach ist das. Beim Verifizieren der Meldung hat sich blitzschnell gezeigt, dass der erste Hauptsatz der Thermodynamik selbst im allerbesten Fall unangetastet bleiben wird, da die Forscher einfach aus etwas (nämlich Restlicht) etwas machen (nämlich 90 Prozent Energierückgewinnung – im besten Fall eben). Was die Nachricht erspriesslich macht, ist allerdings nicht die hypothetische Fast-Erfindung des Perpetuum mobile, sondern der anhaltende Glaube an die Möglichkeit. Man könnte hier von einem «heiteren Anarchismus» reden, wie in Paul Feyerabend zu Recht forderte. Der weltberühmte und berüchtigte ehemalige ETH-Professor packte dies in die Formel «Anything goes». Das klingt ein wenig knapp und doch so breit, dass sie viele schon missverstanden haben. Wahrscheinlich nun auch die Ökonomen, falls sie denn Feyerabend lesen und nicht Grimm. Dass die Wirtschaftsfachleute jetzt vor den Ingenieuren ein Perpetuum mobile entwickeln konnten, ist nicht tragisch. Letztere haben jedenfalls die Demütigungen mehrerer Entlarvungen bereits hinter sich, wie zum Beispiel jene, die das «Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum» von Johann Ernst Elias Bessler anno 1712 einbrachte. Da halt von nichts auch nichts kommt, musste eben Besslers Frau, sein Bruder und die Magd im geheimen Nebenzimmer über einen verborgenen Mechanismus die perpetuierliche Maschine abwechselnd antreiben.

(Julius Robert Mayer,1814–1878) Eugen Albisser, Chefredaktor Technica


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INHALTSVERZEICHNIS

UNKT BRENN P

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Virtual Reality

Virtual Reality erlaubt es, Produkte von der Entwicklung bis zum Verkauf dreidimensional zu erleben. Was lange Zeit nur Grosskonzernen vorenthalten war, ist dank massgeschneiderter Lösungen jetzt auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich.

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Zerspanungswerkzeuge

Produktionsdaten wie Schnittwerte und Zeitspanvolumen sind bei Lohnfertigungsbetrieben noch wichtiger als in der übrigen zerspanenden Industrie. Deshalb haben sie ein besonderes Interesse an den leistungsfähigsten und wirtschaftlichsten Werkzeugen.

26

Werkzeugmaschinen

Das Thema Hausausstellung gewinnt bei der Intensiv-Vermarktung von Investitionsgütern und technischen Produkten immer mehr an Bedeutung. Das Technologie-Duo DMG und Mori Seiki treibt diese Strategie zu höchster Blüte, wie die Hausausstellung 2012 in Pfronten zeigte.

Fokusthema: Konstruktion/CAx, Seite 10, 48, 50, 52

3 Editorial 4 Nachrichten 8 Märkte und Unternehmen Fritz Studer: Der Weg zum Branchenleader Robotec: Ein Goldroboter zum Jubiläum 10 Brennpunkt – Eintauchen ins 3D-Modell – Interview: «Virtual Reality ist auf dem Weg in den Alltag»

FACHMESSEN Wire und Tube 13 Join the best worldwide In Düsseldorf will man sich aussagestark präsentieren. Resultat: Flächenzuwachs Easyfairs Automation 15 «Besser als Kundenbesuche» Entspannte Atmosphäre und reger Informationsaustausch in Winterthur

FACHARTIKEL Werkzeugmaschinen und Werkzeuge 17 Turbinenrotoren sicher bearbeiten Hocheffektive Zerspanungswerkzeuge zur Produktion von Hightech-Komponenten 20 PKD und MMS – die Kombination bringts Arbeits- und Umweltschonung sowie Effizienz müssen sich nicht ausschliessen 22 Automation als Produktivitäts-Faktor» Automationslösungen vom Palettenwechsler bis zum integrierten Robotersystem

24 Die Kosten direkt herunterdrehen Drehzentrum «VL 2 P»: schwingungsarm zu hoher Oberflächengüte

44 Umfassende Nachhaltigkeit Von der Auswirkung, wenn eine Druckluftanlage generalerneuert wird

26 Allgäuer Machine Tool Power Fünf Weltneuheiten an der Hausausstellung gezeigt; 17 folgen noch im 2012

46 Ein Kistenstapler ohne Durststrecke ABB-Roboter im Einsatz bei Müller Bräu in Baden

28 «Sie haben Anforderungen, wir Lösungen» MAG peilt den Schweizer Markt intensiver an. Ein Interview

Industrial IT 48 «Durchlaufzeit erheblich reduziert» CAE-Plattform von Eplan als Rückgrat der Datendurchgängigkeit bei Althaus

Fügen-Trennen-Formen 30 Aluminiumteile punkten – ja, das geht! Innovatives Widerstands-Punktschweissverfahren fügt Aluteile zusammen

50 Getriebe für die Zukunft Kissling steigerte Qualität und Entwicklungsprozesse mit Solidworks

33 Produktivitätsschub beim Biegen Neue Generation der Universalbiegezelle TruBend Cell 5000

52 Kaum installiert, schon wird produziert 24 h nach der Installation von Delmia V6 Maschining wurde präzise produziert

34 Kunststoffe schweissen mit Licht Laser-Durchstrahlschweissen funktioniert berührungslos

54 Störungen in Echtzeit erkennen Shop Floor-Management – und Fehler werden in Sekundenschnelle lokalisiert

36 Prozesssicherheit auch bei Losgrösse 1 Flexibilität und Prozesssicherheit in der Fügetechnologie

Bildung 56 Fachgerecht trennen Der Recyclist: junger Beruf mit grossem Potenzial

Automations- und Antriebstechnik 38 Energie und Kosten sparen Das Druckluft-Förderprogramm ProEDA sieht den entscheidenden Erfolgsfaktor

57 Packesel für die Intralogistik Semesterarbeit der ABB TS aus der Fachrichtung Konstruktionstechnik

40 Gesamteinsparungen von 37 GWh Interview zum Druckluftprogramm ProEDA mit Matthias Zemp, Enerprice Partners AG

58 Von «Machern» für «Macher» VIM? Das ist doch – ja, genau! Der Verein «macht» Industriemeister und darf feiern

42 Es muss nicht immer Elektromechanik sein Pneumohydraulische Antriebszylinder sind universell einsetzbar

60 Der Hydrauliktrainer Bosch Rexroth – 50 Jahre Kompetenz in der Wissensvermittlung


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Shop Floor Management

M E C H AT R O N I K

I

Maschinenstillstand, Fehlersuche, Wartezeit, Verschwendung: Ungewollte Störungen gehören zum Alltag in der Industrie. Doch jede Fertigung lässt sich optimieren. In der «Fabrik 2.0» ermitteln webbasierte IT-Systeme die Leistung von Anlagen in Echtzeit.

Vom Zeichenbrett zur 2D-Konstruktionssoftware, dann 3D und nun das Eintauchen ins Virtuelle Modell selbst. Jeder Technologiesprung brachte weitere Qualitäten und Erleiterungen für die Konstrukteure. Wie VR, 3D und Datendurchgängigkeit helfen, zeigt diese Technica-Ausgabe aus verschiedenen Perspektiven.

I

Konstruktion CAx

BAUGRUPPEN

Fokusthema

12 Ausgabe 3/20

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KONFEKTIONIERUNG

INHALTSVERZEICHNIS

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN SVBF – Planung und Produktion 61 Editorial

64 Neue Energieexperten braucht das Land Weiterbildungsmodule der FHNW und des Vereins Energie Zukunft Schweiz 65 Zeiterfassung mit der Stoppuhr im Ärmel Innovation bei der zeitlichen Erfassung von Arbeitsabläufen 66 Logistik in der Klemme Buchbesprechung: Integrales Logistikmanagement von Paul Schönsleben

OSEC – Export Forum 67 Mit Innovationen zum Exporterfolg Das Aussenwirtschaftsforum zeigt, wie Schweizer KMU erfolgreich exportieren 67 Zusatznutzen für exportorientierte KMU Neue Kooperation zwischen der Osec und der SIHK

68 Produkte 73 Lieferantenverzeichnis 78 Technica Rapport Wie zukunftsfähig ist die Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie? 79 In dieser Ausgabe/Impressum 80 Agenda US 3 TechniKnacknuss/Vorschau

ZUM TITELBILD:

Thermoplast-PURThermoplast Die Firma Kundert hat eine preiswerte Sandwich-Verfahrenstechnik entwickelt, bei der sich die Eigenschaften der beiden Werkstofffamilien Polyurethan (PUR) und Thermoplast auf ideale Weise ergänzen. Das PUR-Element zwischen den Thermoplasten dient als Dämpfung (oder Toleranzausgleich) und substituiert technisch aufwändige und teure Lösungen. Durch ein kostengünstiges Herstellungsverfahren wird die innovative Lösung besonders interessant. Auf den modernen KundertProduktionsanlagen sind viele Kombinationen von verschiedensten Thermoplasten mit den unterschiedlichsten PUR-Werkstoffen möglich.

FLUIDTECHNIK

I

62 Erfolgsfaktor Innovationskultur Innovativ sein wollen alle, die Kultur dafür schaffen, gelingt nur wenigen

Kupplungen Drehmomentbegrenzung, Reduktion von Schwingungen, Ausgleich von Versatz und Winkelfehlern: Das sind nur einige der hervorragenden Eigenschaften von Wellenkupplungen.

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NACHRICHTEN

Sie kamen trotz Kälte In Zürich kamen an der Easyfairs Maintenance 2012 die Anbieter und potenzielle Kunden des gesamten Instandhaltungs- und FM-Bereichs zusammen. Die Fachmesse legte im Vorjahresvergleich wieder zu: 89 Unternehmen präsentierten in der Messehalle 3 in Zürich-Oerlikon ihre Dienstleistungen und Produkte zu über 30 Themen aus den Bereichen Instandhaltung/Wartung, FM (Facility Management), Industrielle Lösungen sowie Produktionssicherheit, Schutz und Umwelttechnik. Insgesamt machten sich 1376 Besucher bei eisiger Kälte zur Messehalle 3 auf. Begleitet wurde die Messe von 10 learnShops mit Live-Demonstrationen und Erfahrungsberichten. Bei den vier Guided Tours konnten sich die Teilnehmer detaillierte Einblicke in ausgewählte Themen verschaffen. www.easyfairs.ch

Girmatic AG übernimmt Vektor

«Es läuft unverändert rund bei Schuler»

Die Girtec AG, eine Schwestergesellschaft der Romanshorner Girmatic AG, hat die Unternehmensteile Antriebstechnik und Hydraulik der Vektor AG, Nänikon, mit sieben Mitarbeitenden übernommen. 2006 war die Girmatic AG als Spin-off eines Unternehmensteils der damaligen Hydrel AG entstan-

Bei der Schuler AG, dem Mutterhaus der Beutler Nova AG mit Sitz in Gettnau LU, gehen die Geschäfte derzeit sehr gut. Das Unternehmen verbuchte voraussichtlich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2011/12 einen Auftragseingang von rund 390 Millionen Euro. Die Bestellungen fielen somit höher aus als in den vergangenen drei Vorquartalen. Der Umsatz betrug in den ersten drei Monaten etwa 276 Millionen Euro (Vorjahr 178 Millionen Euro). Die vollständigen Quartalszahlen legt das Unternehmen Ende Februar 2012 vor. «Es läuft unverändert rund bei Schuler, wir knüpfen an das vergangene Rekordjahr an», sagte Schuler-Vorstandschef Stefan Klebert. Auch bestätigte er die Prognose für das laufende Jahr. Demnach erwartet der Pressenhersteller für das Gesamtjahr 2011/12 einen Umsatzanstieg auf mindestens 1,1 Milliarden Euro und einen weiteren Zuwachs beim operativen Ergebnis. Potenzial sieht Schuler auf den Wachstumsmärkten in Asien, im Ausbau bestehender Geschäftsfelder und in mindestens zehn Produktneuheiten, die 2012 auf den Markt kommen sollen. Zudem plant der Konzern mit rund 50 Millionen Euro das grösste Investitionsprogramm seit einem Jahrzehnt unter anderem in den Maschinenpark und die Informationstechnologie. www.schulergroup.com www.beutler-nova.com

GVS meldet Abwärtstrend für 2012 Mit einem Gesamtumsatz von rund 1,15 Milliarden Schweizer Franken sind im Giesserei-Verband der Schweiz (GVS) 54 überwiegend kleine und mittelständische Industrieunternehmen zusammengeschlossen, denen es trotz der Eurokrise 2011 gelungen ist, einen Absatzzuwachs zu erzielen. Die abgelieferten Tonnagen stiegen im Vergleich zu 2010 um 10,9 Prozent auf 87 180 Tonnen. Doch schon der letzte Quartalsabschluss 2011 zeigte deutlich die zu erwartende negative Entwicklung für das laufende Jahr. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang des Gesamtumsatzes von rund 5 Prozent gerechnet, wie eine Umfrage unter den GVS-Vorstandsmitgliedern zeigt. «Die Eurokrise erzeugt zunehmend eine ungenügende Profitabilität. Das bestätigen bereits die Ergebniszahlen des letzten Quartals in 2011», erläuterte Marcel Menet, Geschäftsführer des GVS. www.giesserei-verband.ch

Geschäftsführer Christoph Girsberger.

Ihr kreativer Partner in der

Blechverarbeitung und im Apparatebau

Karl Fischer AG Industriestrasse 6 CH-5616 Meisterschwanden

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Ein Unternehmen der ESTECH Gruppe.

den. Mit rund 40 Mitarbeitenden beliefert sie seither schwergewichtig Unternehmen aus der Werkzeugmaschinenbranche, aber auch aus der chemischen, der Lebensmittelindustrie sowie aus der Verfahrens- und der Bahntechnik. «Dieser Zukauf ist eine sinnvolle Ergänzung für die Girmatic AG», betont Inhaber und Geschäftsführer Christoph Girsberger. Vorteilhaft sei besonders die Nähe zu Zürich und zur Westschweiz. Zur Übernahme der elektrischen und elektromechanischen Antriebstechniklösungen der Vektor AG wurde die Girtec AG gegründet. Sie wird Schweizer Vertriebspartnerin für den Maschinenbaukonzern Linde Hydraulik. Die Girmatic AG in Romanshorn und ihre Schwestergesellschaft Girtec AG in Nänikon sind neu unter einem Holdingdach der Girsberger Group AG zusammengefasst. www.girmatic.ch

Ein Schuler-Mitarbeiter bei der Montage einer Grosspresse.


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NACHRICHTEN

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Neue Generation bei Ernst Fischer AG Seit geraumer Zeit führt Roland Gutjahr seine Tochter schrittweise in die Ernst Fischer AG ein. «Ich freue mich, dass meine Tochter immer mehr Verantwortung in der Firma übernimmt», erklärt der noch CEO Roland Gutjahr. In einigen Jahren soll sie das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitenden selbstständig

• Befestigungselemente und Halterungen für die Industrie • Befestigungselemente für die Baubranche • Montage- und Installationssysteme • Produktionstechnologie für Befestigungselemente • Lagerung, Vertrieb, Betriebsausrüstungen Die Mitglieder der Geschäftsleitung (v.l.n.r.): Severin Preisig, Diana Gutjahr, Roland Gutjahr. (Bild: zvg) führen. Diana Gutjahr betreut bereits heute die Bereiche Administration, Personal und Controlling und ist Mitglied der Geschäftsleitung – als eine der wenigen Frauen in dieser Branche. «Eine gewisse Skepsis war natürlich vorhanden, doch ich habe durch meinen Willen und Einsatz gezeigt, dass ich für diese verantwortungsvolle Aufgabe bestens gerüstet bin», erklärt Diana Gutjahr. Während dessen ist Severin Preisig für die operativen Bereiche verantwortlich und ist ebenfalls in der Geschäftsleitung. Die gelernte Betriebsökonomin FH bringt spürbar einen neuen Wind in das über 100 Jahre alte Unternehmen, das ihr Vater seit 1977 führt. Zu Beginn noch ein kleiner Schlossereibetrieb ist die Ernst Fischer AG heute eines der grösseren unabhängigen und soliden Stahl- und Metallbauunternehmen der Schweiz. «Vor Kurzem haben wir das Corporate Design wie auch das Logo modernisiert, damit die Kompetenz und Qualität des Unternehmens bereits im Logo sichtbar wird», erklärt Diana Gutjahr. www.efag.ch

• Information, Kommunikation und Services

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Registrieren Sie sich vorab um ermäßigten Eintritt zu erhalten

Schneider Electric in den Top 4 Schneider Electric ist ein weiteres Mal für sein Engagement im Bereich nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden: In der Liste der «Global 100 Most Sustainable Corporations in the World» erreichte das Unternehmen auf Anhieb Platz 26. Das Ranking wurde von Corporate Knights, einer kanadischen Organisation für «Clean Capitalism», zusammengestellt. Damit ist Schneider Electric das führende Unternehmen in seiner Branche und gehört zu den Top 4 der Schweizer Unternehmen in den Global 100. Dazu Gilles Vermot Desroches, Senior Vice President für nachhaltige Entwicklung bei Schneider Electric: «Unsere Nachhaltigkeitsphilosophie basiert auf der Einsicht, dass für unsere Umwelt viel auf dem Spiel steht. Wir packen diese Herausforderungen so an, dass unsere Kunden, der Planet und alle unsere Stakeholder profitieren.» Zu Schneider Electric in der Schweiz gehören auch die Unternehmen Feller, APC und Gutor. Schneider Electric Schweiz beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeitende und wird von CEO und Country President Roger Karner geführt. www.schneider-electric.ch www.global100.org

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NACHRICHTEN

Tornos expandiert in die Oberflächenbehandlung Erstmals in seiner Geschichte dringt der Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller Tornos in einen neuen Bereich vor, der nicht zu seinen üblichen Kernkompetenzen gehört. Damit will das Unternehmen eine völlig neuartige Lösung vorstellen. Mit der Gründung des in Yverdon ansässigen 7-köpfigen Start-up Cyklos SA erhofft sich die Gruppe, eine wegweisende Rolle in der Lieferung von Lösungen für die Oberflächenbehandlung einer ganz neuen Generation einzunehmen. Die Cyklos-Technologie ermögliche den Produktionsbetrieben die Vertikalisierung von Prozessen, für die zuvor spezielle Räumlichkeiten und vertiefte Chemiekenntnisse notwendig waren. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren werden die Teile mit der Cyklos-Technologie in Rotation versetzt, was die Qualität der Behandlung erheblich verbessern soll. Diese Technologie beruht auf einem vor zwei Jahren von der Tornos Holding erhaltenen Patent. Seither hat sich der Maschinenhersteller der Entwicklung und Industrialisierung der ersten Cyklos-Anlage gewidmet. Die ersten dieser A300 genannten Anlagen wurden bereits ausgeliefert. www.tornos.ch www.cyklos.com

Grattis på födelsedagen!

ABB Schweiz stärkt Heimpräsenz

Walter Meier steigert Profitabilität

«Grattis på födelsedagen!» – so gratuliert man in Schweden zum Geburtstag. Am 31. Januar galten die Glückwünsche einem Jubilar mit besonders langer Tradition. An diesem Tag feierte der schwedische Sandvik-Konzern den 150. Jahrestag der Unternehmensgründung. Die Sandvik-Erfolgsstory begann im Jahr 1862, als Göran Fredrik Göransson die Högbo Stål och Jernwerks AB gründete und wenig später mit der Produktion von

ABB Schweiz hat ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 präsentiert. Dabei zeigte sich, dass der Umsatz von 3,57 Milliarden Franken (2010: 3,60 Mrd. CHF) dank des hohen Bestellungseingangs der Vorjahre gehalten werden konnte. Allerdings spürte der Konzern nun beim Bestellungseingang die Abkühlung der Weltwirtschaft; er ging von 3,61 Mrd. CHF im Jahr 2010 auf 3,36 Milliarden Franken im 2011 zurück. Mit Blick auf die weltwirtschaftliche Lage und den harten Franken habe ABB Schweiz deshalb noch konsequenter auf ihre Stärken gesetzt, sagte Jasmin Staiblin, Vorsitzende der Geschäftsleitung. ABB Schweiz hat 2011 weiter gezielt in die Zukunft investiert. Bei ABB Semiconductors in Lenzburg wurde das mit 200 Millionen Franken grösste Investitionsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Im Kanton Tessin wurde Trasfor übernommen und die Akquisition von Newave, einem innovativen Unternehmen im Bereich der unterbrechungsfreien Stromversorgung, soll in Kürze abgeschlossen werden. «Damit ergänzen wir unser Produktportfolio und stärken zugleich unsere Präsenz im Heimmarkt», sagt Jasmin Staiblin. www.abb.ch

«Walter Meier hat erneut ein sehr gutes Geschäftsjahr hinter sich», kommentiert CEO Silvan G.-R. Meier das Jahresergebnis 2011. «Der Umsatz konnte trotz negativer Währungseffekte nahezu gehalten werden, alle anderen Leistungswerte lagen über dem bereits sehr guten Vorjahr. Es freut uns zudem sehr, dass das EBIT im Jubiläumsjahr mit CHF 56,5 Mio. einen Rekordwert in der 75-jährigen Walter Meier-Geschichte erreichte.» Der Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von CHF 641,7 Mio. (Vorjahr 645,4 Mio.). Vor dem Hintergrund des starken Schweizer Frankens kehrte sich das teilweise kräftige Wachstum in den überwiegend international ausgerichteten Konzernbereichen Luftbefeuchtung und Tools bei der Umrechnung in einen Umsatzrückgang. Mit gut 22 Prozent weist der Konzernbereich Fertigungslösungen das mit Abstand grösste Umsatzwachstum aus. Hauptgrund hierfür war eine in dieser Grössenordnung unerwartet rasche Erholung der Metall verarbeitenden Industrie in der Schweiz. www.waltermeier.com

Stahl für Bohranlagen startete. Als offizielle Marke trat Sandvik erstmals 1876 bei der Weltausstellung in Philadelphia, USA, auf. 1921 nahm die Produktion von rostfreiem Stahl Fahrt auf; heute beschäftigt der Konzern 47 000 Menschen in über 130 Ländern. Sandvik Coromant, Tochtergesellschaft des schwedischen Stahlunternehmens, ist seit seiner Gründung im Jahre 1942 massgeblich am Erfolg des Sandvik-Konzerns beteiligt. Der Werkzeugspezialist wird den 150. Geburtstag am 22. Juni mit Mitarbeitenden aller Geschäftsbereiche feiern. www.sandvik.ch

Rekordwirkungsgrad von 33,9 Prozent Das Photovoltaik-Unternehmen Semprius, an dem Siemens als strategischer Partner beteiligt ist, hat bei hoch konzentrierenden Photovoltaik-Modulen einen Rekord-Wirkungsgrad von 33,9 Prozent erreicht. Dass man mehr als ein Drittel der Sonnenenergie direkt in Strom umwandeln kann, stellt in der Branche einen Meilenstein dar, denn führende Modulhersteller erreichen derzeit einen maximalen Modulwirkungsgrad von etwa 20 Prozent mit monokristallinen und etwa 16 Prozent mit polykristallinen PVModulen. Im Juni 2011 hatte Siemens einen Anteil von 16 Prozent an Semprius erworben, um die innovative Solartechnologie zügig weiterzuentwickeln und zur Marktreife zu führen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 soll dort die Serienfertigung für hoch konzentrierende PV-Module anlaufen. Und eine kleine Notiz am Rande zu Siemens, die aber Beachtung verdient: Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2011 die Anzahl seiner Erfindungen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gesteigert – auf rund 8600 Erfindungen, das sind fast 40 pro Arbeitstag. In Europa hat das Unternehmen damit erstmals den Spitzenplatz bei den PatentAuf Rekordjagd mit den hoch konzentrierenden Photovoltaikanmeldungen erreicht. www.siemens.ch/energy Modulen von Semprius. (Bild: Semprius)

Leichtbauformat Autos und Züge sollen energiesparender werden. Die Hersteller versuchen daher, die gängigen Materialien durch leichtere zu ersetzen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT in Pfinztal haben nun ein Polyurethan-basierendes Sandwichmaterial entwickelt, das extrem belastbar ist – gemeinsam mit Bombardier GmbH, Krauss-Maffei Kunststofftechnik GmbH, Bayer MaterialScience AG, der DECS GmbH, dem DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte, der Universität Stuttgart und dem Karlsruher Institut für Technologie. «Mit dem neuen Material können wir das Gewicht der Bauteile um mehr als 35 Prozent reduzieren, und die Kosten um 30 Prozent», sagt Kuppinger. Die Stabilität des Bauteils erreichen die Forscher durch einen Sandwich-Aufbau: Aussen befindet sich jeweils eine glasfaserverstärkte Polyurethanschicht, innen ein Kern aus Pappwaben. www.fraunhofer.de


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Gute Ertragslage für Feintool Das internationale Technologieunternehmen hat seine positive Geschäftsentwicklung im Kurzjahr (1. Oktober bis 31. Dezember 2011) fortgesetzt: der Auftragseingang ist gegenüber der Vorjahresperiode um 4,6 Prozent auf CHF 100,0 Mio., der Umsatz um 11,2 Prozent auf CHF 101,2 Mio. gestiegen. Dabei erzielten alle Segmente und Regionen ein positives operatives Ergebnis, auf Gruppenebene sind zusätzlich die durch die Umstellung des Geschäftsjahres verursachten, einmaligen Aufwendungen in Höhe von CHF 0,8 Mio enthalten. Entgegen teils zurückhaltender Erwartungen im Industrieumfeld rechnet Feintool nur mit einer leichten Normalisierung der Branchenkonjunktur und bleibt trotz der herrschenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten optimistisch. www.feintool.com

Sulzer mit neuem CEO Der Verwaltungsrat von Sulzer hat einstimmig Klaus Stahlmann zum neuen CEO ernannt. Klaus Stahlmann, 51, verfüge über umfassende globale Erfahrungen in vielen Schlüsselmärkten von Sulzer und einen starken Leistungsausweis in der Führung von Unternehmen, teilte das Unternehmen mit. Klaus Stahlmann war von 2010 bis 2011 CEO von MAN Diesel und Turbo. Wegen einer Korruptionsaffäre aber verliess er diesen Arbeitgeber. Nach einer eingehenden Analyse sei der Sulzer-Verwaltungsrat aber überzeugt, dass Klaus Stahlmann die hohen Anforderungen von Sulzer an die Integrität und Compliance erfüllt. Klaus Stahlmann sagte: «Ich freue Klaus Stahlmann, CEO Sulzer. (Bild: zvg) mich auf meine neue Aufgabe als CEO von Sulzer. Das Unternehmen ist ein Marktführer in seinen Schlüsselmärkten und hat eine starke technologische Basis, die ausgezeichnete Möglichkeiten für nachhaltigen langfristigen Erfolg bietet.» Klaus Stahlmann übernahm das Amt als CEO von Sulzer von Jürgen Brandt, der seit 1. November 2011 als CEO ad interim wirkte und sich jetzt wieder ganz auf seine Funktion als CFO konzentriert.

Technica mit 3D-CADDownloadportal online Eine Meldung in eigener Sache: Technica präsentiert neu ein 3D-CAD-Downloadportal. Unter der neuen Registerkarte auf der Homepage stehen den Lesern aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie nun 3D-CAD-Modelle zum schnellen und einfachen Download zur Verfügung. Basierend auf der PARTcommunity Technologie der Cadenas GmbH können die Nutzer ab sofort CAD-Modelle in 85 gängigen Formaten downloaden und sich zusätzlich ein übersichtliches 3D-PDF-Datenblatt anzeigen lassen. Das neue Technica-PARTcommunity-Downloadportal bietet neben seiner Benutzerfreundlichkeit und dem übersichtliches Design auch einzigartige Suchfunktionen. www.technica-online.ch

NACHRICHTEN

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Lieferantenbewertung: Hainbuch top Der Spannmittelhersteller Hainbuch aus Marbach, in der Schweiz vertreten durch Utilis Müllheim AG, wurde vom Ditzinger Maschinenbauer TRUMPF in der aktuellen Lieferantenbewertung wieder als «Premium Lieferant» eingestuft. HAINBUCH hat die Erwartungen, wie schon in den Jahren davor, in allen drei Bewertungssegmenten übertroffen. Jährlich werden die wichtigsten Lieferanten im Rahmen des Lieferantenmanagementsystems in den Kategorien Termintreue, Qualität und Zusammenarbeit bewertet. Die Statusvergabe basiert auf einer 12-monatigen Leistungsbewertung und schliesst alle Lieferungen an die TRUMPF Gruppe weltweit ein. www.hainbuch.com www.utilis.com

Überzeugende Leistung

Darwin21-Projekte nehmen Gestalt an Die Initiative Darwin21 hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche für Technik zu begeistern. Bereits zwei Mal ist dies gelungen, nun ist die 3. Generation nahe daran, der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Bei Endress+ Hauser Flowtec in Reinach jedenfalls fand das sogenannte Captains Meeting statt, das zweite notabene, wo sich rund 40 Personen trafen: die beteiligten Teams, Team- und Projektsponsoren. Gespannt verfolgten sie, wie der bisherige Fortschritt der Arbeiten zum aktuellen Thema PET-Flaschen bei allen Beteiligten vorangeht. Spannende Projekte, attraktive Events, fordernde Termine: Darwin21 scheint gut unterwegs zu sein. Bereits vom 13. bis 22. April werden die Teams «flyPET to Basket», «PET-Hybridkraftwerk» und «Wasserspiel» während 10 Tagen ihre Projekte im Rahmen der tunBasel.ch präsentieren – ein erster Stresstest für die Anlagen. Am 20. Juni werden die Projekte durch 16 Fachleute aus Unternehmen des SwissT.net juriert. Kurz danach startet das Online-Voting, das bis zur Fachmesse Sindex geführt wird, wo alle Projekte noch einmal ausgestellt und von den Besuchern bewertet werden. Ein kurzes und zusammenfassendes Video gibt es auf http://bcove.me/1dbjafo2. www.darwin21.ch

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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

Fritz Studer AG: Von der mechanischen Werkstätte zum Branchenleader

Zuversicht und Innovationen zum Jubiläum Die Fritz Studer AG ist auch mit 100 Jahren ausgesprochen «rüstig», sprich unternehmungslustig geblieben. Mit Innovationen bei den Schleifmaschinen, modernster Produktionstechnik und dem richtigen Umfeld erwartet der weltweite Branchenleader beim Rundschleifen auch im laufenden Jubiläumsjahr ein mindestens zehnprozentiges Wachstum. 25% mehr Aufträge brachte schon das abgelaufene Geschäftsjahr. MARTIN GYSI

F

ür den Markterfolg braucht es einerseits findige Köpfe, andererseits auch den Einsatz von Spitzentechnologie in der eigenen Fertigung. Neuste Produktionskonzepte wie Studer PuLs sind tragende Säulen und der Inbegriff einer Unternehmensphilosophie, die in sämtlichen Disziplinen Vorteile verschafft. Dazu gehören selbstverständlich auch die interne Soft- und Hardware-Entwicklung und die Zusammenarbeit mit führenden Forschungsinstituten. Der Fokus auf die Produktionskonzepte bildete interessanterweise bereits bei der Firmengründung die Basis für den Geschäftserfolg: Weil Firmengründer Fritz Studer damals zur Bearbeitung von genauen Teilen eine Schleifmaschine fehlte, konstruierte der junge Firmenchef kurzerhand ein Eigenfabrikat. Als erste Erfindung liess der damals 33Jährige die geräuschlose Umsteuerung des Tisches patentieren. Damit legte er den Grundstein zu einer sehr erfolgreichen Geschichte. Studer ist heute weltweiter Branchenleader bei komplexen Schleifprozessen.

Detailpflege bringt Kundennutzen. Aus Sicht der Kunden sind es in erster Linie die Innovationen bei den Maschinen und wenige bei der Produktionstechnik, die ihm unmittelbaren Nutzen bringen. Die Geschichte von Studer ist deshalb auch eine Geschiche der Produktinnovationen. So war Studer unter vielem anderem die erste Firma, die es be-

herrschte, auf ein und derselben Maschine mehrere Schleifscheiben zum Einsatz zu bringen: Ein wesentlicher Schritt in die Zukunft, effizientere und cleverere Bearbeitungen durchzuführen. Und die Technologieführerschaft soll selbstverständlich weiter gepflegt werden. Im Durchschnitt werden rund 5% des Umsatzes in die Produktentwicklung investiert. Darunter gibt es drei Schwerpunktgebiete: • Produktpflege - Verbesserung der laufenden Produkte • Neuentwicklungen – Maschinen-Entwicklungsprojekte mit terminlicher Zielvorgabe für die nahe Zukunft • Innovationen – Visionsthemen, bei denen auch

Neben den Produktinnovationen bilden innovative Produktionskonzepte eine Konstante in der Studer-Geschichte: Hier die nach dem Fliessprinzip organisierte Montageabteilung. (Bild: zvg)

gesponnen werden darf, ja gesponnen werden soll! Die Budgetaufteilung beträgt in etwa je 40% für die beiden ersten Themen – Produktpflege und Neuentwicklung – und 20 % investiert Studer für die «richtige» Zukunft – ganz nach dem Motto: «Was wäre, wenn wir aufhören zu fragen: «Was wäre wenn?» Hinter dieser Fragestellung verbirgt sich der Drang, nicht nur Fragen zu stellen, sondern nach Lösungen zu suchen. Träume sind dazu da einen Schritt zu weit zu gehen. Am Ball bleiben. Die Studer-Technologie-Kompetenz wird für über 400 Schleifversuche und Tests mit einem Customer Center und einem Tech Center unterstrichen. Maschinen von Studer werden in einigen Jahren leichter und dynamischer gebaut sein. Zusätzliche Intelligenz und Sparsamkeit im Energieverbrauch werden sie auszeichnen. Mit dem Label Bluecompetence will Studer beim Bau und Betrieb ihrer Maschinen im Endeffekt den CO2-Ausstoss senken. Im eigenen Applikationszentrum mit modernster Infrastruktur nehmen sich mehr als 80 Ingenieure und Konstrukteure solcher Problemstellungen an. Für begeisterte Kunden, aber auch zum Schutz der Umwelt. ●

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Robotec feierte ihr 10-jähriges Bestehen mit einer grossen In-House Show

Ein Goldroboter zum Jubiläum An der «Faszination Roboter» allein konnte es nicht liegen, dass so viele Interessierte zur In-House Show der Robotec Solutions AG nach Seon reisten, dafür war die Besucherschar zu international. Offensichtlich lag es eher am Geschäftserfolg des seit 10 Jahren aktiven Systemintegrators. 500 eingesetzte Fanuc-Roboter bedeuten nicht nur viele Kunden, die einmal selbst sehen wollten, woher ihre Anlagen kommen, sondern einen ebenso zufriedenen Lieferanten, der mit einem «goldenen» Roboter als Jubiläumsgeschenk ins aargauische Seetal reiste. MARTIN GYSI

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ie zehnjährige Firmengeschichte der Robotec Solutions AG in Seon ist eine Erfolgsgeschichte. Am Anfang stand die Übernahme eines Zweimannbetriebs in Schaff-

hausen durch den heutigen Inhaber Nick Koch. In der Zwischenzeit ist daraus ein stattlicher Betrieb geworden, der pro Jahr rund 6 Millionen Franken Umsatz macht und je nach Projektstand und Auftragslage 15 bis 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt – Tendenz weiter steigend: Im Mo-

ment steht eine Erweiterung der Produktionsfläche an und für den eigenen Greifer- und Vorrichtungsbau wurde eine zusätzliche Fräsmaschine bestellt. Damit ist auch schon angetönt, dass sich Robotec nicht als «Roboterhändler», sondern als Systemintegrator versteht. Die eigene Wertschöpfung liegt


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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

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beim Bau des Automationssystems, angefangen beim Engineering über den Bau gewisser Schlüsselkomponenten wie Greifer bis zur Programmierung, Montage und Inbetriebnahme der ganzen Zelle. Anspruchsvoller Prototypenbau. Weil der Einsatzzweck dieser Zellen sehr unterschiedlich ist – jede Zelle ist in der Regel ein Prototyp – stellt auch das Engineering und der Bau der Zelle hohe Anforderungen und viel Verständnis für die Technologie der Kundenbranche. Nick Koch legt deshalb bei der Personalrekrutierung viel Gewicht auf gut ausgebildete Generalisten. Dabei kommt ihm entgegen, dass er ausgesprochen attraktive berufliche Herausforderungen anbieten kann, mit dem Effekt, dass sich geeignete Kandidaten meist von selbst melden. Die für diesen «Einzelzellenbau» unabdingbare enge Zusammenarbeit zwischen Engineerig und Zellenbau unterstützt Koch dadurch, dass er Arbeitsplätze der Engineering-Crew in unmittelbarer Nähe der Produktionshallen plaziert. Kernelemt der Robotec-Automationszellen ist und bleibt der Roboter. Auch diesbezüglich Fährt Nick Koch eine eher unübliche Strategie, indem er sich auf einen einzigen Lieferanten fokussiert: Fanuc Robotics. ●

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bis 90mm/s Wiederholgenauigkeit: 0.005mm im Totpunkt Dauerschmierung: 10Mil. Doppelhübe Stromversorgung: 230VAC 50/60Hz Antrieb: Bürstenloser Servomotor Regel-/Steuereinheit: Digitaler Positionierregler 3.5‘‘ Touchpanal-Bedienung Systemanbindung: Profibus DP (Opt.) CAN Open / RS232 Leistungsbedarf: 2000Watt Gewicht: 25kg Abmessungen: 200x336x330

Christoph Strahm, Geschäftsführer Fanuc Robotic Switzerland (links), überreicht Robotec-Inhaber Nick Koch den «goldenen» Roboter. (Bild: zvg)

Vergoldeter Dank für 500 gelieferte Roboter. Diese Lieferantentreue freut natürlich zuerst einmal den Partner. Christoph Strahm, Geschäftsführer von Fanuc Robotics Switzerland, bedankte sich anlässlich der Jubiläums-In-House Show mit einem besonderen Geschenk für den 500. gelieferten Roboter: Einen in dieser einmaligen vergoldeten Indsutrieroboter. Die Einmarkenstrategie hat aber auch für Robotec Vorteile. Nicht zuletzt kann man als international tätiger Systemintegrator in gewissen Fällen am weltweiten Service von Fanuc partizipieren.

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Der Einsatz von Virtual Reality in der Industrie

Eintauchen ins 3D-Modell Virtual Reality erlaubt Ingenieuren und Marketingabteilungen, Produkte von der Entwicklung bis zum Verkauf dreidimensional zu erleben. Was lange Zeit nur Grosskonzernen vorenthalten war, ist dank massgeschneiderter Lösungen jetzt auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich. MICHAEL BENZING

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irekt im Sitzungsraum entsteht vor den Anwesenden die geplante, riesige Fabrikanlage. Alle Teile sind dreidimensional dargestellt, aber in den Konstruktionsfarben gehalten und erscheinen daher irreal. Kein Wunder: Diese Anlage ist mittels 3D-Projektion ins Situngszimmer geholt worden, und die Teilnehmer können sie nur mittels spezieller Virtual-Reality(VR)-Brillen sehen. Aber nur zum Anschauen ist dieses Modell nicht: Man kann zwar einem Kunden ein 3D-Modell des bestellten Produktes vorführen, aber auch gleich weiterentwicklen, schneiden wie in einem CAD-Programm, Bemassungen anbringen, da und dort Änderungen vornehmen. In ihrer anspruchsvollsten Anwendung ist das vollständige Eintauchen in die grafische Simulation möglich, womit das «Erleben» einer geplanten Fa-

des 3D-Modells jeder Beteiligte exakt, von was der andere spricht. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Wann VR das erste Mal angewandt wurde, ist nicht ganz klar. Michael Adrian vom französischen Softwareentwickler Dassault Systèmes sieht die Anfänge bereits in den 70er-Jahren beim US-Militär. In der folgenden Dekade hätten sich das Bostoner «Massachusetts Institute of Technology» (MIT) und die NASA mit Virtual Reality beschäftigt. Industriell hatte die Erdöl- und Gasbranche laut Adrian die Pionierrolle inne, Ziel war die Visualisierung von Geländedaten und die Planung von Bohrungen. Laut Andreas Kunz von der ETH Zürich gab es vor etwa 20 Jahren zudem erste Anwendungen für Robotersteuerung und Flugsimulatoren. Heute sind die Anwendungsgebiete vielfältig geworden. Siemens beispielsweise nutzt die Techno-

Beim Entwicklen mit VR ist das vollständige Eintauchen in die grafische Simulation möglich. (Bild: Rainer Jensen, ICIDO)

brik, Anlage, Maschine keine Utopie mehr ist. Der Vorteil der VR: Damit sehen alle das genaue Abbild des Produktes, bevor auch nur eine echte Schraube eingesetzt wurde. Die VR «erlaubt Interaktionen mit der virtuellen Realität auf eine natürliche und intuitive Weise» heisst es etwa bei Ci-Base, einem Unternehmen, deren Ziel es ist, die virtuelle Entwicklungswelt den mittelständischen Unternehmen näherzubringen. Und dort soll die Technologie in Zukunft auch hin und nicht allein den Konzernen vorbehalten bleiben. Denn das erlebbare Modell spart nicht nur Geld und Zeit, sondern es schafft auch Planungssicherheit. Schliesslich weiss nach dem Betrachten

logie, um neue Fabriken zu planen. Mit der neuen Methode soll die Planungszeit des Layouts auf die Hälfte verkürzt werden, bei grösseren Projekten sind das schnell einmal sechs Monate oder mehr. Mithilfe eines Verfahrens namens Intuplan können die Planer sämtliche Maschinen und Anlagen als massstabsgetreue Miniaturen beliebig anordnen und so im Handumdrehen mehrere Modelle erstellen. Es verbindet die herkömmlichen Bauklötzchenmethode mit digitalen Werkzeugen: Aus den vorhandenen dreidimensionalen CAD-Daten werden Maschinen und Anlagen mit einem 3D-Drucker ausgedruckt. Da die Modelle exakt und detailliert dargestellt werden, sehen die Planer sofort, wie

viel Platz zur Bedienung und zur Materialbeschaffung benötigt wird. Sind die verschiedenen Szenen erst einmal erstellt, werden sie eingescannt und somit für alle digital verfügbar gemacht. Ein anderes Projekt des deutschen Unternehmens ist der Quadrocopter, der automatisch Videos aufnimmt und Umgebungen in 3D erstellt. Ziel ist es, digitale Modelle komplexer Innenräume oder Szenarien zu schaffen. Mit dem Miniheli soll maschinelles Sehen möglich werden, um Gebäude planen oder schwer zugängliche Orte wie Windkraftanlagen oder Strommasten kontrollieren zu können. Das Fluggerät misst knapp einen Meter im Durchmesser und besitzt vier Rotoren. Es tastet seine Umgebung mit Laser ab, optische Sensoren und Videokameras registrieren jedes Detail. Vor dem Einsatz werden die Systeme durch gestütztes Lernen trainiert. Unterschiedliche Lösungen. Die Kosten für «Virtual Reality Equipments» fallen je nach Anwendungszweck sehr unterschiedlich aus. «Das hängt von der Hardware ab», erklärt Professor Daniel Thalmann vom Virtual Reality Lab der EPFL Lausanne, «man bekommt ein HMD (Head-Mounted Display, die Red.) und einen entsprechenden PC bereits für ein paar Tausend Franken, anspruchsvollere Lösungen können aber auch zwei bis drei Millionen kosten.» Richtig angewendet, lässt sich mit der VR-Technologie im Gegenzug viel Geld sparen. Michael Adrian von Dassault Systèmes nennt dafür ein konkretes Beispiel: Bei einem Anlagenbauer beträgt die Zeitersparnis mithilfe einer VR-Ausrüstung alleine bei Planungsdurchsprachen erfahrungsgemäss etwa 25 bis 45 Prozent. Denn: An einer Planungssitzung nehmen durchschnittlich sechs Ingenieure teil, zwei Sitzungen zu zwei Stunden pro Tag stehen auf dem Programm. Die Ersparnis beträgt bei 35 Prozent somit rund vier Stunden pro Sitzung. «Die Anschaffung lohnt sich auch überall dort, wo mehrere fachfremde Gruppen eng miteinander verzahnt werden müssen», erklärt Michael Adrian, «dies betrifft nicht nur unterschiedliche Ingenieursdisziplinen, sondern auch die Kommunikation zum Bedienpersonal, Marketing, Management, Vertrieb oder zu externen Stellen wie Behörden oder Zulieferern.» ● www.ci-base.de www.icido.com www.icvr.ethz.ch www.plm.automation.siemens.com www.vrlab.epfl.ch


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Interview mit Andreas Kunz vom Innovation Center Virtual Reality der ETHZ

«Virtual Reality ist auf dem Weg in den Alltag» Dr. Andreas Kunz vom Innovation Center Virtual Reality der ETH Zürich beobachtet einen grundsätzlichen strukturellen Wandel der Technologie. Dadurch wird eine Vielzahl von Anwendungen möglich. Von Michael Benzing — technica: Dr. Andreas Kunz, vielleicht beginnen wir bei den Grundlagen: Wie funktioniert eigentlich ein 3D-CAD-Modell genau? Kunz: Das ist heutzutage eine mathematische Beschreibung einer Geometrie, ein sogenanntes Volumenmodell. Die mathematische Beschreibung kann einerseits durch Grundkörper wie Würfel, Kreis oder Zylinder gemacht werden, welche über Boolsche Operationen miteinander verknüpft werden. Andererseits können aber auch Polynome hohen Grades eingesetzt werden, mit denen ein Kurven- oder Flächenverlauf beschrieben wird. Weist man dem Volumen nun noch weitere Eigenschaften zu, beispielsweise Materialeigenschaften, dann kann ein solches Modell auch für weitere Aufgaben eingesetzt werden, beispielsweise für die Berechnung der Wärmeausdehnung einer Struktur. Für den Einsatz in der virtuellen Realität werden aber typischerweise nicht solche 3D-CAD-Modelle eingesetzt, sondern sogenannte Oberflächenmodelle, die nur das Aussehen beschreiben. Das erspart wertvolle Rechenleistung, die für andere Aspekte eingesetzt werden kann: Eine fotorealistische Darstellung in Echtzeit, ein verzögerungsfreies Interagieren mit den Objekten oder realistische Beleuchtungsmodelle. — Die Virtual Reality ist noch eine junge Technologie. Hat sich dennoch bereits herauskristallisiert, wo sich ihr Einsatz am besten eignet? Die Virtuelle Realität hat in den letzten Jahren einen entscheidenden Wandel gemacht. Das heisst: Weg von den monolithischen Installationen und hin zu Anwendungen, die im täglichen Leben sowohl im Beruf als auch im Alltag eingesetzt werden. Interaktive Bildflächen, 3D-Fernsehen, aber auch der sogenannte Multitouch auf Smartphones sind letztendlich Technologien, die sich aus dem Bedarf heraus entwickelt haben, mit den Daten in der virtuellen Welt zu interagieren. Darüber hinaus haben auch viele Algorithmen, beispielsweise für eine realistische Darstellung virtueller Objekte

bei geringer Prozessorbelastung, den Weg in die täglichen Anwendungen gefunden. Beispiele sind Maschinenbau, Medizin, Architektur, Chemie, Ausbildung. Nicht zu vergessen ist natürlich der grosse Bereich des Entertainments, von den Spezialeffekten bis hin zu den PC-Games. — Wer benutzt die Technologie derzeit? Ist es eine Nische für Forschung und Grosskonzerne oder arbeiten auch KMU damit? Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass VR nicht mehr nur den sogenannten Global Players in der Industrie vorbehalten ist, sondern zunehmend auch kleine mittelständische Unternehmen diese Technologie nutzen, um ein besseres Interface zu den immer grösser werdenden Datenmengen zu haben. In der Schweiz sind es momentan vor allen Dingen die KMU, die als Triebfeder für den Einsatz neuer Technologien, darunter auch VR, gelten. Sie erhoffen sich damit einen entscheidenden Marktvorteil gegenüber Mitbewerbern. — Kann man auch beziffern, für wen sich eine solche Anschaffung lohnt? Sie lohnt sich für alle, die in regelmässigen Abständen grosse Datenmengen visualisieren oder die Daten in einer geeigneten Form verändern müssen. Bei einer Investitionsplanung sind aber nicht nur die Kosten für die Hard- und Software zu berücksichtigen, sondern die komplette Kette zur Erzeugung der Daten und zu deren Wiederverwertung. Wird beispielsweise schon digitale Geometrie in einem anderen Gebiet eingesetzt, etwa CAD, dann fallen die Investitionskosten in der Regel geringer aus. Neben der reinen Hard- und Softwarebeschaffung ist aber auch der Zeitaufwand zur Einführung einer neuen Technologie relevant. Sehr häufig geht man hier mit falschen Vorstellungen an den Start. Der Kauf von teurer Hard- und Software ist noch kein Garant für den erfolgreichen Einsatz einer neuen Technologie. Häufig werden die Einführungszeit und die damit verbundenen Kosten unterschätzt. — Was meinen Sie damit? Ist das Arbeiten in der VR-Umgebung so viel komplizierter? Diese Fehleinschätzung resultiert nicht aus der komplexen Bedienbarkeit der VR-Umgebung, sondern, wie häufig bei der Einführung neuer Technologien, aus der Notwendigkeit, sich in die neuen Hilfsmittel einzuarbeiten. — Dennoch können beim richtigen Einsatz auch erheblich Kosten gespart werden. Ja, und die Höhe der Kostenersparnis ist abhängig vom Einsatzfall der virtuellen Realität. Darunter können zum Beispiel die Einsparung von Reisetätigkeiten fallen bis hin zum Ersatz physischer Prototypen und allen damit entstehenden Kosten. Der wichtigste Aspekt ist aber die Zeiteinsparung, die durch den Einsatz der virtuellen Realität erreicht werden kann. Die Visualisierung von Ideen oder Lösungen, die Möglichkeit der schnellen Änderung von Entwürfen, sowie die Fähigkeit, auch über Netzwerke zusammenarbeiten zu können, verkürzen entweder die Entwicklungszeit signifikant oder lassen in vergleichbarer Zeit mehr Iterationszyklen zu. Vorteilhaft ist auch die frühzeitige Einbindung des Kunden und seiner Ideen, wodurch die Gefahr eines nicht angepassten Produktes oder einer Fehlinterpretation der Kundenwünsche reduziert werden kann. ●

Dr. Andreas Kunz


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INTERVIEW

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Wire und Tube ●

Wire und Tube 2012 – zwei Fachmessen – ein Auftritt

FACHMESSEN

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FACHMESSEN

«Join the best worldwide» Wer in den Branchen Draht, Kabel und Rohre produziert, verarbeitet und handelt, der darf als Aussteller in Düsseldorf nicht fehlen. Mit insgesamt 2442 (Stand 2/12) Ausstellern bieten Wire und Tube vom 26. bis 30. März einen rekordstarken Auftritt in den Düsseldorfer Messehallen. Belegt sind derzeit über 107 000 Quadratmeter netto.

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ereits acht Wochen vor Messebeginn melden beide Veranstaltungen einen beeindruckenden Flächenzuwachs. Die Wire hat ein Flächenplus von 10,4 %, bei der Tube sind es 8,8 %. Wer einmal in Düsseldorf ausgestellt hat, merkt schnell, wie wichtig es ist, seine Innovationen aussagestark zu präsentieren. Dazu gehört auch ein entsprechender Messestand. Das führt in diesem Jahr dazu, dass viele Unternehmen ihre Flächen enorm vergrössert haben, sich also noch intensiver als zuvor präsentieren wollen.

Verbesserte Rahmenbedingungen. Mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung nach dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich die Rahmenbedingungen auch für die Draht- und Kabelindustrie wieder merklich verbessert. Die Branche partizipiert hier unmittelbar vom Boom in den für sie wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Automobilindustrie und ihren Zulieferern sowie dem Energiesektor. Die Modernisierung von Stromnetzen oder der Ausbau der Infrastruktur in Ländern wie China, Indien und Brasilien sind wichtige Faktoren, die für die Draht- und Kabelbranche auf den wichtigsten globalen Absatzmärkten günstige Bedingungen schaffen. Dabei ist zu erwarten, dass mittelfristig die Schwellenmärkte die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben werden. Auch die Rohrbranche hat sich seit 2010 weltweit vom scharfen Einbruch des Jahres 2009 deutlich erholt. Speziell die Stahlrohrindustrie rechnet mittelfristig wegen der zunehmenden Bedeutung des Energieträgers Gas, der Planung neuer Explorationsprojekte, Leitungs- sowie Kraftwerksbauten mit positiven Impulsen für ihr Geschäft. Die globale Stahlrohrproduktion erreichte 2010 mit rund 125 Mio. Tonnen wieder das Vorkrisenrekordniveau. >>

Traditionell ist die Wire die weltweit wichtigste Leistungsschau für Drahthersteller und Weiterverarbeiter. (Bild: zvg)


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FACHMESSEN

● Wire und Tube

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Vorsprung von China wächst. Vom Aufschwung Die Tube-Aussteller 2012 befinden sich in den Halkonnten auch die Stahlrohrhersteller der EU-Län- len 1 bis 7.0 und in der Halle 7a. Insgesamt werder profitieren. Gegenüber dem Vorjahr legte die den an fünf Messetagen rund 70 000 FachbesuProduktion 2010 um rund 15 Prozent auf über 13 cher aus der ganzen Welt in den Düsseldorfer Mio. Tonnen zu. Der Zuwachs kann freilich nicht Messehallen erwartet. Traditionell ist die Wire die darüber hinwegtäuschen, dass die europäische weltweit wichtigste Leistungsschau für DrahtherStahlrohrbranche ihren besten Zeiten weiterhin steller und Weiterverarbeiter. So präsentiert sie 2012 Maschinen und hinterherläuft, in deAnlagen zur Drahthernen sie fast 18 Mio. Wire und Tube auf einen Blick stellung und -veredeTonnen Stahlrohre her- Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag (26. bis 29. lung sowie Maschinen stellte. Der Abstand März 2012) jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr; Freitag zur Bearbeitung von zum weltweit führen- (30. März 2012), bis 17.00 Uhr. Draht. Ausserdem werden Stahlrohrland Chi- Tickets können online bestellt werden und sind für den Spezialmaschinen na ist jedenfalls auch beide Messen gültig. zur Herstellung von 2010 weiter gewach- Infos: www.wire.de und www.tube.de Feindraht oder zum Lasen. Mehr als die Hälfte der EU-Stahlrohrproduktion entfällt auf ge- ckieren von Kupferdrähten sowie Wickelmaschinen schweisste Rohre bis 16 Zoll Durchmesser, bei de- für die Spulenfertigung gezeigt. nen 2010 ebenso Zuwachsraten zu verzeichnen Die Bereiche Umformtechnik, Federherstellungswaren wie im Segment der nahtlosen Rohre. Bei maschinen, Werkzeuge zur Verfahrenstechnik, den geschweissten Grossrohren blieb die Produkti- Grundstoffe, Spezialdrähte und Kabel als Rohstoffe ergänzen das Angebotsspektrum. Der Bereich onsmenge in etwa konstant. der Kupferdrähte (coil winding) als WachstumsDer Ausgangspunkt: positive Stimmung. Die Aus- markt Nummer eins spielt ebenfalls eine wichtige steller der Wire 2012 präsentieren ihre Innovatio- Rolle auf der kommenden Wire: Kupferdrähte sind nen in den Messehallen 9 bis 12 und 15 bis 17. bei der Automobilindustrie, der Elektrik, der Elekt-

Bis zu 80 % Energie sparen

ronik und der Telekommunikation zu unverzichtbaren Komponenten geworden. Starker Anstieg der Aussteller auf der Tube. Die positive Entwicklungsgeschichte der Tube steht derjenigen der Wire in nichts nach: Gestartet im Jahr 1988 mit 147 Ausstellern, waren es 2010 bereits 1174 Unternehmen. Auch hier lag der Anteil internationaler Aussteller mit 833 Firmen deutlich über dem der deutschen Beteiligungen. Die meisten europäischen Tube-Aussteller kamen 2010 aus Italien, der Türkei, den Niederlanden, Frankreich, Grossbritannien, der Schweiz und Österreich. Bei den aussereuropäischen Regionen lagen wiederum Unternehmen aus China, Indien, den USA und Kanada an der Spitze der Tube-Ausstellerstatistik. Beide Messen gehören weltweit zu den Global Playern in ihren Branchen und haben einen Anteil von nichtdeutschen Besuchern von 60 Prozent bei der Wire und 52 Prozent bei der Tube. ●

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Easyfairs Automation ●

FACHMESSEN

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Easyfairs Automation Schweiz – Branchentreff in der Eulachstadt

«Besser als Kundenbesuche» Knapp 130 Unternehmen präsentierten Ende Januar in den beiden Eulachhallen in Winterthur Automatisierung von A bis Z. Das Fazit: Über 1900 Besucher suchten lange und vertiefte Gespräche mit den Ausstellern.

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ass gross nicht immer besser ist, zeigte einmal mehr die Easyfairs Automation Schweiz am 25. und 26. Januar in den beiden Eulachhallen in Winterthur. Auch mit «nur» rund 130 Unternehmen präsentierte die Messe das komplette Spektrum von Dienstleistungen und Produkten rund um das Thema industrielle Automation. Das angenehme Ausstellungsklima sowie die fachkompetenten Firmen sorgten für eine entspannte Atmosphäre und liessen einen regen Informationsaustausch zu. Neben den bewährten learnShops und dem Maschinenbauforum (siehe Kasten) dem KMU-Podium mit dem Schweizerischen Institut für KMU an der HSG sorgte auch das Podiumsgespräch unter Führung von Werner De Schepper für geistigen Zündstoff.

Reiseführer inklusive. Wer ob der geballten Ladung an technischer Innovation Gefahr lief, den Überblick zu verlieren, war bei den «Guided Tours» bestens untergebracht. Unter fachmännischer Führung wurde das Publikum rund eine Stunde durch die Messe geführt und mit ausgesuchten Firmen und Produkten vertraut gemacht: Zur Produktions-Automatisierung gab es von den Firmen Beckhoff, B & R, Satomec, der LeanFactory Group und von der SUVA viel Insiderwissen, unter anderem zu Produktionssteuerung, Lean Production, Safety@Work, Kostenkontrolle und optimierter Produktions-Automatisierung. Zum Thema Energieeffizienz boten B & R, Sigmatek, LinMot/NTI

und Th. Zürrer konkrete Tipps von Profi zu Profi. «Die Thematik der Energieeffizienz hat mich sehr interessiert und die Firmen, welche darüber gesprochen haben, taten dies sehr informativ», resümierte Besucher Mark Richards von der Humanikin GmbH zum Abschluss der Tour. Zufriedene Gesichter. Aussteller wie Besucher kamen an der Messe auf ihre Kosten. Martin Reh, Bereichsleiter Vertrieb & Marketing von Phoenix Contact: «Wir haben sehr interessante Neuprojekte besprechen können und sind sehr glücklich, wie das Ganze hier abläuft. Vom Stand über die Besucher, bis hin zum Ausstellungsort Winterthur, der sich als gutes Einzugsgebiet sogar bis Lyss und Basel präsentiert, ist alles sehr zufriedenstellend. So viele Kundenbesuche hätten wir gar nicht realisieren können, wie wir hier Berichte schreiben konnten.» Paolo Salvagno, Geschäftsführer B & R Schweiz, fand die Guided Tours eine sehr gute, neue Idee und ist das nächste Mal wieder dabei. Beat Meili, Geschäftsführer Sigmatek Schweiz AG, gefiel es «sehr gut, denn es hat viele Besucher, alle wichtigen Hersteller sind vertreten und der Standort Winterthur ist super». Die nächste Automation Schweiz findet am 23./24. Januar 2013 wieder in Winterthur statt. ●

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Auf die Plätze, Forum, los Bereits zum zweiten Mal agierte das in Kollaboration mit Sigmatek realisierte Maschinenbauforum an der Messe Automation Schweiz als Informations-Brückenbauer in der industriellen Automations- und Konstruktionsbranche. Erneut standen aktuelle Trends und Entwicklungen im Maschinenbau im Fokus. Durch fundierte Vorträge hat sich das Maschinenbauforum zu einem zentralen Austausch-Event gemausert. Zwei der Vorträge hier in Kürzestform: Schaltschrank aus dem Netz. Am Donnerstag präsentierte Daniel Elsener, Eplan Software & Service AG, den Schaltschrank aus dem Netz. Dieser kann mittels Browser per Drag-anddrop konfiguriert und anschliessend automatisch und effizient verdrahtet werden. Als Backbone der Konfigurationsoberfläche kommt das Eplan Engineering Center (EEC)

zum Einsatz, das in Echtzeit die gesamte IT-Infrastruktur integriert und somit eine vollautomatische Abwicklung des Kundenauftrags ermöglicht. Moderne Engineering-Verfahren. Adrian Mischler von Sigmatek zeigte eloquent auf, dass die Anforderungen im Maschinenbau laufend stiegen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, sind moderne Engineering-Verfahren, bei denen die einzelnen Software-Module einer komplexen Maschine wie in einem Baukastensystem zusammengesetzt werden können, zwingend geworden. Daher haben sich Bereiche der klassischen Software-Entwicklung aus Flexibilitätsgründen, wie zum Beispiel die SPS-Programmierung, das objektorientierte Programmieren und entsprechende Engineering Tools, durchgesetzt. www.maschinenbauforum.ch

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FACHMESSEN

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Werkzeuge ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Hocheffektive Zerspanungswerkzeuge zur wirtschaftlichen Produktion von Hightech-Komponenten

Turbinenrotoren sicher bearbeiten

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FACHBERICHTE

Lohnfertigungsbetriebe erzielen ihre Wertschöpfung aus der Bearbeitung von Kundenwerkstücken. Daher sind Produktionsdaten wie Schnittwerte und Zeitspanvolumen noch wichtiger als in der übrigen zerspanenden Industrie. Deshalb gilt bei Lohnfertigern ein besonderes Interesse an den leistungsfähigsten und wirtschaftlichsten Werkzeugen.

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ie Firma CNC Maschinenbau in Wolkersdorf bei Wien ist ein bemerkenswertes Unternehmen dieser Sparte. Mit einem beeindruckenden Maschinenpark und einem beispiellosen Know-how in der Grossteilebearbeitung. Längst hat man die Rolle des «simplen» Zulieferers verlassen und ist mittlerweile anerkannter Partner für namhafte, weltweit agierende Unternehmen im Energie- und Kraftwerksektor. Für viele der zu bearbeitenden Werkstücke ist das Fertigungs-Know-how bei CNC Maschinenbau deutlich höher als beim Kunden selbst. In einigen Fällen ist beim Kunden selbst gar keine Fertigungsmöglichkeit mehr vorhanden. Ebenso imponierend wie die Bearbeitungsmöglichkeiten ist die gesamte Entwicklung der CNC Maschinenbau GmbH.

Im Jahre 1991 von Ing. Heinz Pitsch gegründet, war schon im darauffolgenden Jahr die Übersiedlung mit sieben Mitarbeitern in eine grössere Miethalle notwendig. Bereits im Jahre 1995 wurden eigene Produktionshallen in Wien in Betrieb genommen, die dann 1998 aufgrund des notwendigen Platzbedarfes vergrössert wurden. Da am Standort Wien eine weitere Expansion nicht möglich war, wurde 2009 die jetzige Produktionsstätte im Gewerbepark Wolkersdorf bezogen. Hier sieht Heinz Pitsch als Geschäftsführer der CNC Maschinenbau GmbH das Potenzial für ein weiteres kontinuierliches Wachsen seines Unternehmens gegeben. Eine Spezialisierung und Konzentration auf die Kernkompetenz ist auch für Zulieferer der Schlüssel zum Erfolg, denn nur mit dem richtigen Maschinenpark, erfahrenen und hoch motivierten Mitarbeitern sowie dem notwendigen Know-how ist die regionale und überregionale Reputation zu erklären, die sich die Firma CNC Maschinenbau mittlerweile erarbeitet hat. Speziell im Bereich der Rotorenfertigung für Gas- und Dampfturbinen geniesst man den Ruf des absoluten Spezialisten. Um hier die Marktstellung zu festigen und noch auszubauen, entschied >>

Schruppfräser D = 800 mm zur Wicklungsnutbearbeitung mit Rundbürste und Kaltdüse. (Bilder: Ingersoll)


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeuge

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Heinz Pitsch als Inhaber, weiter zu investieren, und zwar in Maschinen und Know-how. Technologie, Prozesssicherheit und letzten Endes auch die Standzeiten der Werkzeuge sollten verbessert werden. Bei der Maschine fiel die Wahl auf ein JuaristiBohrwerk MP7RAM. Zur Optimierung der Werkzeug- und Bearbeitungsstrategie entschied sich Heinz Pitsch mit seinem Team für Ingersoll-Werkzeuge und die Unterstützung durch Ing. Karl Böhm (Ingersoll-Verkaufsleitung Österreich). Ingersoll-Werkzeuge im Einsatz auf dem neuen Bohrwerk. Im Team wurde das Bearbeitungskonzept für die ersten Rotoren festgelegt. Ing. Robert Blauensteiner (Leiter Produktion) und Sascha Rziha (Programmierung) von der Firma CNC Maschinenbau arbeiteten zu diesem Zweck eng mit Karl Böhm zusammen. In der ersten Stufe werden Rotoren aus Material 26NiMoV144 mit 28 Wicklungsnuten bearbeitet. In Folge sind weitere Rotoren in verschiedenen Grössen zur Bearbeitung geplant. Jede einzelne der 28 Wicklungsnuten wurde in sieben Schritten bearbeitet: Beim ersten und zweiten Schnitt kamen Ingersoll-Scheibenfräser, Durchmesser 800 mm mit Schnittbreiten von 38 mm und 34 mm zum Einsatz. Als Hartmetallsorte wurde IN 2045 eingesetzt.

Maschinenbediener Adrian Dobrita bei der Bearbeitung der Wicklungsnuten.

Zur Optimierung des Zerspanungsprozesses wurden eine Rundbürste und eine Kaltdüse eingesetzt. Die Bürste verhinderte ein «Kleben» und Doppeltschneiden der Späne. Durch den Einsatz der Kaltdüse wurde die Standzeit der Wendeschneidplatte wesentlich erhöht. Der Wechsel der Wendeschneidplatten erleichtert. Bei einer Schnitttiefe von 115 mm und einem Tischvorschub von 190 mm/min ist eine optimale

Leistung der Maschine gesichert. Die anschliessende Schlichtbearbeitung der Wicklungsnuten wurde mit einem Scheibenfräser Durchmesser 800 mm und einem Bearbeitungsvorschub von 622 mm durchgeführt. Als nächster Arbeitsschritt wurden am Ende der Wicklungsnuten die Verschlussnuten gefräst. Die Verschlussnuten wurden in zwei radialen Schnitten mit einem Wendeplatten-Schaftfräser

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die Führungsschule der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie


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LÖSUNG BEKANNT Im Zentrum unserer Tätigkeit steht immer der Kundenwunsch. Massgeschneidert auf die verschiedensten Fertigungsaufgaben entwickeln wir die effizientesten und wirtschaftlichsten Fertigungslösungen. Bearbeitungsmaschine Juaristi CNC-Bohrwerk mit Rotor.

geschruppt. Für die zwei radialen Schlichtschnitten mit 0,3 mm Aufmass wurde ebenfalls ein Präzisionswendeschneidplattenfräser mit Wendeschneidplatten der Qualität IN 2040 eingesetzt. Kaltdüse hat sich bewährt. Für diese Schlichtbearbeitung wurden bisher geschliffene Hartmetallwerkzeuge eingesetzt, da man nur so die geforderte Genauigkeit und die Ansprüche an die Oberfläche erzielen konnte. Ingersoll ist es gelungen, diese Hartmetall-Werkzeuge durch moderne Wendeschneidplattenwerkzeuge zu ersetzen. Sowohl bei der Schrupp- wie auch bei der Schlichtbearbeitung der Verschlussnuten kam die Kaltdüse zum Einsatz, die sich auch hier bestens bewährt hat. Als letzte Operation wurden die 20 Dehnungsnuten mit einem Sehnenmass von 397,93 mm, einer Tiefe von 111,5 mm und einer Breite von 10,6 mm bearbeitet. Die Dehnungsnutbearbeitung wurde mit einem Scheibenfräser, Durchmesser 540 mm, ausgeführt. Die eingebauten Wendeschneidplatten besassen einen Radius von 2,5 mm. Auch bei dieser Bearbeitung wurde die Kaltdüse erfolgreich eingesetzt. Bei allen Bearbeitungsschritten wurden die gemeinsam festgelegten Schnittwerte in der Praxis übertroffen, sodass die beteiligten Herren der Firma CNC Maschinenbau sowohl mit den eingesetzten Ingersoll-Werkzeugen wie auch mit der Unterstützung vor Ort durch Karl Böhm äusserst zufrieden waren. Aufgrund des guten Gesamtergebnisses plant man bei CNC Maschinenbau schon die nächsten gemeinsamen Projekte mit Karl Böhm und Ingersoll. ●

INGERSOLL WERKZEUGE GMBH D-35708 Haiger Vertretung in der Schweiz: Firma Schnegg Tools AG, 2563 Ipsach, 032 333 70 33 info@schnegg.ch, www.schnegg-tools.ch

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeuge

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Höhere Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit PKD-Werkzeugen und MMS-Minimalmengenschmierung

PKD und MMS – die Kombination bringts Arbeits- und Umweltschonung sowie Produktions-Effizienz müssen sich nicht ausschliessen. Die Kombination PKD-Werkzeuge und MMS-Minimalmengenschmierung bei der Alu-Lagerrahmen-Bearbeitung bringt dafür den Beweis. EDGAR GRUNDLER

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n vielen Bereichen der zerspanenden Metallbearbeitung wird unnötigerweise nach wie vor mit grossen Mengen an Kühlschmierstoffen bearbeitet. Dem Wort «unnötigerweise» kommt hier gleich mehrfach Bedeutung zu, denn zum einen ist die Devise «viel hilft viel» längst überholt. Zum anderen gewährleistet die Schwallkühlung mit grossen Mengen noch lange nicht, dass der Kühlschmierstoff auch dahin gelangt, wo er am dringendsten gebraucht wird, nämlich direkt an der im Eingriff befindlichen Schneide. Mit der MMS-Minimalmengenschmierung gibt es eine Alternative, mit der auf einen Schlag gleich zwei Probleme gelöst werden, nämlich sparsamer und in vielen Fällen absolut ausreichender Einsatz von Kühlschmierstoffen bei gleichzeitig gezieltem Eintrag des Kühlmittelstrahls in die Schneidzone. Zwar ist dies auch mit herkömmlicher oder mit Hochdruck-Kühlschmierung möglich, jedoch setzt dies wiederum entsprechende Pumpenleistungen und Tankvolumen sowie den Einsatz von vergleichsweise viel elektrischer Energie voraus. So weit, so gut, doch bei zerspanungstechnischen Prozessen sind noch ganz andere Aspekte zu betrachten. Zumal die Bestrebungen nach kürzeren Bearbeitungszeiten und reduzierten Taktzeiten sowie verringerten Werkzeugkosten und maximaler Energie- und Betriebsstoffe-Effizienz weitere Herausforderungen darstellen. So geschehen auch bei einem deutschen Automobil-Hersteller, der die Bearbeitung eines in grossen Serien zu produzierenden Bauteils (Alu-Lagerrahmen) optimieren und gleichzeitig die Taktzeiten verkürzen sowie die Wirtschaftlichkeit erhöhen wollte.

VHM-Tieflochbohrer.

Alternativen zur herkömmlichen Bearbeitung gesucht. Bis dato wurden die Alu-Werkstücke auf einem Bearbeitungszentrum mit konventionellen Werkzeugen und unter Einsatz herkömmlicher Kühlschmierung in mehreren Einzelschritten bearbeitet. Damit waren aber bestimmte Taktzeiten pro Bearbeitung bzw. Teil vorgegeben. Zur Lösung der anspruchsvollen Bearbeitungsaufgabe holte sich der Hersteller dann

den Lösungsvorschlag, auf die Kombination PKD-Werkzeuge und MMS-Minimalmengenschmierung zu setzen. Des Weiteren empfahlen die Techniker von HAM sowohl den Einsatz von multifunktionalen PKD-Sonderwerkzeugen als auch von Standard-Werkzeugen wie zum Beispiel Tieflochbohrern aus Vollhartmetall. Schliesslich wurde von HAM für die komplette Bohr-, Senk- und Reib-Bearbeitung von Bohrun-

PKD-Feinstbearbeitungswerkzeug.

den süddeutschen Werkzeug-Spezialisten HAM Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier GmbH ins Boot. Nach Analyse der einzelnen Bearbeitungen und weiterer werkstückspezifischer Anforderungen (Material, Bearbeitungsstrategie, Qualität), erarbeiteten die Anwendungs-Techniker zusammen mit dem Kunden

gen, Fasen und Planflächen ein aus fünf Werkzeugen bestehendes Set zusammengestellt, das die hoch produktive Teilefertigung auf einer Maschine erlaubt. Zudem arbeiten jetzt alle Werkzeuge mit Minimalmengenschmierung bei einem Druck von lediglich 6 bis 8 bar.

(Bilder: HAM Hartmetall-Werkzeugfabrik Andreas Maier GmbH)


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Mit der Kombination PKD und MMS zum Erfolg. Zum Einsatz kommen folgende HAM-Standard- und Sonderwerkzeuge: Ein multifunktionales Sonder-Kombi-Werkzeug mit drei PKD-Wendeschneidplatten und einem VHM-Einsteckbohrer zur Komplettbearbeitung der Kernlochbohrung und einer Planfläche in einem Arbeitsgang. Dadurch konnte die Taktzeit um 12,3 Sekunden verringert und gleichzeitig die Standmenge von ehemals 18 000 auf nunmehr 40 000 Teile erhöht werden. PKD-Feinbohrwerkzeug mit vier Schneiden und ungleicher Teilung sowie mit Vorschneidstufe zum Vorbohren und Reiben (eine Schneide ist im µm-Bereich einstellbar) der Lagerschale. Die Taktzeit konnte hier um 28 Sekunden reduziert, die Standmenge von zuvor 30 000 auf jetzt 40 000 Teile erhöht werden, und es wird jetzt nur noch ein Werkzeug anstatt früher zwei benötigt, wodurch ein Arbeitsgang, ein Werkzeug und der Werkzeugwechsel entfallen. Vollhartmetall-Tieflochbohrer für Aluminium in Standardausführung mit 4 mm Durchmesser anstatt eines früher eingesetzten Einlippentiefloch-

Fertigungssysteme für präzise Metallteile

Kombiwerkzeug mit PKD-WSP und VHM-Einsteckbohrer.

bohrers für 30 ⴛ D, Taktzeitverringerung um 7 Sekunden sowie Standmengen-Steigerung von früher 6000 auf jetzt 7000 Werkstücke. Vollhartmetall-Tieflochbohrer in Standardausführung für Aluminium mit 5,0 mm Durchmesser anstatt des vorher genutzten Einlippentieflochbohrers für 40 ⴛ D, Taktzeiteinsparung 11 Sekunden und Erhöhung der Standmenge von 6000 auf 9000 Werkstücke; PKD-Feinstbearbeitungswerkzeug zur Bearbeitung einer weiteren Bohrung in einem Durchgang, Einsparung bei der Taktzeit 16 Sekunden, Standmengenerhöhung von 20 000 auf 30 000 Teile, anstatt vorher zwei jetzt nur noch ein Werkzeug im Einsatz, dadurch Wegfall eines Arbeitsgangs, eines Werkzeugs und natürlich auch des Werkzeugwechsels.

Ob Drehmaschinen, Schleifmaschinen, Verzahnungsmaschinen, Laserschweißmaschinen, Bearbeitungszentren oder elektrochemische Metallbearbeitung – die EMAG Gruppe bietet für jeden Anwendungsfall das optimale Fertigungssystem.

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Beweis erbracht. Mit den hier dargestellten mannigfachen Einsparungen bezüglich Bearbeitungszeiten, Arbeitsgängen, Werkzeugen und Werkzeug-Handling sowie schliesslich der Umstellung von konventioneller Kühlschmierung auf Minimalmengenschmierung ist der klare Beweis erbracht, dass im Bereich der Zerspanung noch sehr viel Ratio-Potenzial steckt. Dieses zu heben kommt vor allem weniger neuen HochleistungsBearbeitungszentren, sondern in erster Linie der praxisnahen Prozessauslegung mit entsprechender Werkzeugausrüstung zu. Der Erfolg bei der Bearbeitung der Lagerrahmen aus Aluminium verdeutlicht zudem, welche Ergebnisse möglich sind, wenn man eingefahrene Geleise verlässt und unkonventionellen Bearbeitungslösungen die Chance gibt, sich bewähren zu können. ●

www.emag.com


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Die Automationslösungen der Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH auf einen Blick. (Bilder: Hermle)

Automationslösungen vom Palettenwechsler bis zum integrierten Robotersystem

Automation als Produktivitäts-Faktor Um für die Kunden die Vorteile der effizienten Teilebearbeitung bezüglich wettbewerbsstarker Produktivität sicherstellen zu können, bietet die Hermle AG nicht nur hochleistungsfähige Maschinen, sondern auch eine angepasste Automations-Peripherie für das Werkstück-Management. Da in Zukunft nicht nur die Serien-, sondern auch die Kleinserien- und Einzelteil-Fertigung automatisiert ablaufen muss, wurde bereits im Jahr 1998 die HLS Hermle Leibinger Systemtechnik GmbH gegründet.

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it seinem Liefer- und Leistungsprogramm an CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren hat sich das mittelständische Technologie-Unternehmen Maschinenfabrik Berthold Hermle AG weltweit etablieren können. Bezüglich der flexiblen und dabei hoch produktiven 5-Achsen-Komplett-Simultanbearbeitung setzen die BAZ's der C-Baureihe international die Massstäbe und gelten als Synonym hinsichtlich hoch dynamischer Präzisionsfertigung und Langzeit-Genauigkeit. Mit der für den jeweiligen Anwendungsfall angepassten Automations-Peripherie beschäftigt sich die Hermle Leibinger Systemtechnik GmbH mit Sitz in Tuttlingen. Das aktuell 80 Personen zählende Spezialisten-Team von HLS befasst sich mit der Entwicklung, Herstellung und Integration von Magazinen, Handhabungstechnik und Materialfluss-Einrichtungen für das Werkstück-Handling im Umfeld der Bearbeitungszentren. Im Vordergrund steht dabei zwar die Automatisierung von Hermle-BAZ's, jedoch werden auf Wunsch auch Werkzeugmaschinen anderer Hersteller sowie vor allem andere Technologien (Finishbearbeitung, Reinigen, Prüfen) in die Systeme integriert.

Komplettlösungen aus einer Hand. Da sich die Abläufe in einem Sondermaschinenbau-Unternehmen anders darstellen als in bei einem Serienhersteller, agiert die HLS als eigenständige Einheit, nutzt jedoch alle relevanten Ressourcen des Mutterhauses. Der grosse Vorteil für die Kunden resp. Anwender ist, dass sie funktionierende Komplettlösungen aus einer verantwortlichen Hand bekommen und sämtliche mechanischen sowie steuerungs- und softwaretechnischen Schnittstellen intern abgeklärt sind. Ausserdem übernimmt die bekanntlich sehr gute Kundendienstorganisation von Hermle alle entsprechenden Servicearbeiten, sodass der Kunde hier nur einen einzigen kompetenten Ansprechpartner hat. Für HLS Direktor Gerd Schorpp steht fest, dass sich durch komplexere Aufgaben bei der Systemintegration die Anforderungsprofile stark verändert haben, weshalb er die HLS sowohl als Sondermaschinen-Hersteller wie als Systemintegrator sieht: «Je nach Struktur des Anwenders und seiner Fertigungstechnik-Ausrichtung gilt es, den entsprechend angepassten Automatisierungsgrad zu präferieren. Ein Serienfertiger hat andere Ansprüche als ein Einzelteil- und Kleinserien-Herstel-

ler. Deshalb bieten wir, in enger Abstimmung mit unserer Mutter bzw. anderen Herstellern, perfekt abgestimmte Komponenten, die wir bei uns konstruieren und montieren und dann beim Kunden integrieren. Für die Fertigung der Bauteile, Baugruppen und Subsysteme nutzen wir die Kapazitäten im Stammhaus, wodurch wir auch in Bezug auf die Lieferfähigkeit und die Termintreue an einem Strang ziehen. Da wir, im Gegensatz zu externen Sondermaschinenbauern und Systemintegratoren, ausserdem über das spezifische zerspanungstechnische Know-how und damit auch über die Kompetenz für Prozesslösungen verfügen, begibt sich der Kunde mit uns auf die sichere Seite.» Zerspantechnik- plus Automations-Kompetenz. Für die zumeist individuellen Projektlösungen greift HLS auf einen modularen Baukasten zurück, der z. B. standarisierte Komponenten wie Palettenwechsler, Palettenspeicher, Paletten- und/oder Werkstück-Magazin- und Handlingsysteme, Robotersysteme inklusive Paletten- und/oder Werkstück-Magazin sowie Werkzeug-Zusatzmagazine beinhaltet. Je nach Anforderungen sind dann lediglich noch


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Werkzeugmaschinen ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Robotersystem RS 2 adaptiert an ein 5-Achsen-Bearbeitungszentrum C 40 U dynamic. Das Robotersystem in Modulbauweise für das Handling von Werkstücken und/oder Paletten.

Anpassungen vorzunehmen, wodurch sich der Sondermaschinenbau-Aufwand auf einen überschaubaren Anteil reduziert und eine klare Kalkulation ermöglicht. Das Systemlösungs-Portfolio von HLS fächert sich wie folgt auf: Palettenwechsler und Palettenspeicher. Den Einstieg in die automatisierte Teilefertigung ermöglichen Standard-Palettenwechsler verschiedener Baugrössen (Palettengrössen 400 x 400, 500 x 500, 630 x 630, 800 x 800 und 1000 x 800 mm), die an die Bearbeitungszentren adaptiert werden. Die Palettenanzahl beträgt dabei ohne Speicher je nach Typ zwei oder drei Stück und mit Speicher dann zwischen sieben und 21 Paletten. Mit den Palettenwechslern wird hauptzeitparalleles Rüsten Realität und die Fertigung kann je nach Bearbeitungszeit pro Teile über einen bestimmten Zeitraum mannarm/mannlos erfolgen. Darüber hinaus lassen sich zwei und mehrere BAZ's zu FFS-flexiblen Fertigungssystemen verketten. Paletten- und/oder Werkstück-Magazine. Eine andere Art des Einstiegs in die automatisierte Teilefertigung bieten die IH-Systeme der Grössen IH 30, IH 60 und IH 100. Dabei handelt es sich um in sich geschlossene, an die BAZ's zu adaptierende standardisierte Einheiten inklusive Handlingsystem, in denen je nach Grösse bis zu 90 Paletten oder Werkstücke magaziniert und über einen Teleskoparm automatisch zugeführt bzw. nach der Bearbeitung wieder rückgelagert werden können. Damit ist je nach Bearbeitungszeit der Werkstücke autarkes Arbeiten im Ein- bis Mehrschichtbetrieb möglich. Die IH-Systeme sind je nach Grösse für Transportgewichte bis 30 kg (IH30), 60 kg (IH60) oder 100 kg (IH100) ausgelegt.

Roboterzellen/Robotersysteme. Für das Segment automatisierte Teilefertigung kleinerer bis mittlerer Werkstücke steht die standardisierte Einheit RS05 zu Verfügung. Dabei handelt es sich um eine sehr kompakte, in sich geschlossene Einheit, die nur 2 m2 Stellfläche benötigt und mit einem Roboter versehen ist. Verbunden mit einer Lineareinheit holt der Roboter verschiedene Werkstücke mit einem Gewicht bis zu 5 kg aus dem Magazin und befördert sie in den Arbeitsraum der Maschine. Nach dem Bearbeiten kann der Roboter die Werkstücke zunächst auch einer Reinigungs- und einer Trocknungsstation zuführen, bevor dann schliesslich die Rücklagerung ins Magazin erfolgt. Das Robotersystem RS1 ist als kompakte Zelle für die flexible Fertigung aufgebaut und mit einem Roboter für Traglasten bis 60 kg ausgerüstet. Der Roboter versorgt ein BAZ und kann wahlweise Paletten oder direkt Werkstücke handhaben. Die Werkstück- oder Palettenmagazine sind hier dem Bedarf entsprechend zu konfigurieren. Das Robotersystem RS2 ist speziell zum Paletten-Handling mit max. 270 kg Transportgewicht ausgelegt. Hierfür kommen dann Container-ähnliche Schwerlast-Paletten-Magazine zum Einsatz, wobei ein Magazin wiederum bis zu sechs Schwerlastregale enthalten kann. Zudem ist die Anbindung von bis zu drei Bearbeitungszentren machbar, wodurch sich der Nutzungs- und Anwendungs-Bereich nochmals erweitert. Als Ergänzung dazu ist das Robotersystem RS2 Kombi zu verstehen, das im Mix und damit hoch flexibel sowohl das Paletten- als auch das Werkstück-Handling erlaubt.

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Werkstück-Handling mit 500 oder 1000 kg. Die grösseren Robotersysteme RS3 und RS4 stehen dann für das Handling von Paletten verschiedener Abmessungen (RS3 630 x 630 x 400 mm bzw. RS4 1000 x 800 x 800 mm) und mit Transportgewichten bis 500 bzw. bis 1000 kg. Die Magazine dafür lassen sich nach Bedarf individuell konfigurieren und es können auch zwei Bearbeitungszentren integriert werden. Grundsätzlich sind die Robotersysteme RS2, RS3 und RS4 als «Plattformen» entwickelt, auf deren Basis sich dann kundenindividuelle Lösungen gestalten lassen. Eine weitere Variante stellt das Robotersystem RS 2L dar, bei dem es sich um eine Roboterzelle handelt, in welcher der Roboter auf einer 7. Achse linear verfährt und aus dem linear angeordneten Magazin mehrere in Reihe aufgestellte BAZ's versorgt. Die Robotersysteme lassen die hoch effiziente Teilefertigung an sieben Tagen Realität werden, was nicht zuletzt durch die bereits 120 installierten

Robotersystem mit zwei Palettenmagazinen beim Beladen eines 5-Achsen-Hochleistungsbearbeitungszentrums (die vordere Wand der Schutzumhausung wurde zur Verdeutlichung entfernt).

Roboter-gestützten Fertigungssysteme von Hermle nachdrücklich unter Beweis gestellt wurde und wird. Insgesamt arbeiten bis heute über 200 komplexere Fertigungssysteme mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad, eben genau so, wie er für den jeweiligen Kunden passt. ●

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● Werkzeugmaschinen

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Drehzentrum VL 2 P sorgt für Qualität und Produktivität

Die Kosten direkt herunterdrehen Der Kostendruck in vielen Zulieferunternehmen nimmt auch im Jahr 2012 weiter zu. Sie erwarten z. B. mehrheitlich ansteigende Kosten beim Einkauf der Rohstoffe, steigende Energiepreise, aber auch einen zunehmenden Preisdruck vonseiten der Kunden. Eine zentrale Lösung sehen viele in der Produktion selbst: Flexible und effektive Abläufe müssen dafür sorgen, dass einerseits die Kosten sinken und andererseits mit einer hohen Bauteilqualität die Wettbewerbsfähigkeit ansteigt.

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ermehrt müssen extrem kleine und grosse Losgrössen «just in time» produziert werden (und das nicht selten auf einer Anlage). Dazu kommt, dass selbst grossvolumige Produktionsprozesse immer wieder neu ausgelegt werden, weil sich die allgemeine Marktsituation schnell wandelt. Für den Bereich des Drehens erfüllen die Vertikal-Drehzentren von Emag diese Bedingungen mustergültig. Mit der VL 2 P (Futterdurchmesser 160 mm) bietet Emag nun eine Maschine, die sowohl für Lohnfertiger und Drehteilehersteller als auch für die Automobilindustrie geeignet ist.

Umfassende Lösung für das Drehen. Wie sollen die Produktionsplaner in kleineren und mittleren Unternehmen auf diesen Wettbewerbsdruck und diese Marktdynamik reagieren? Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer der Emag Salach Maschinenfabrik, verweist in diesem Zusammenhang auf einen echten «Kostenkiller» – das Vertikal-Drehzentrum VL 2 P von Emag: «Es gibt natürlich viele Faktoren, die bei der spanenden Bearbeitung von Bauteilen die Kosten entscheidend beeinflussen – von der allgemeinen Ausbringungsmenge über die Standzeiten der Werkzeuge bis hin zur eigentlichen Bauteilqualität. Wir haben bei der Entwicklung diese Faktoren allerdings auch ganzheitlich im Blick gehabt. Die VL 2 P weist deshalb ganz unterschiedliche Stärken auf. Es ist eine umfassende Lösung für den Drehbereich, technisch raffiniert und

auf der Grundlage unserer jahrelangen Erfahrung konstruiert.» Auf der Maschine können Werkstücke bis 100 mm Durchmesser in zwei Aufspannungen in einer Maschine komplett bearbeitet werden. Dabei kommen zwei Arbeitsspindeln, die im Pendelbetrieb arbeiten, zum Einsatz. Das bedeutet, während die erste Spindel die erste Seite des Werkstücks bearbeitet, belädt sich die zweite Spindel automatisch über das Pick-up-Verfahren. Damit steht das nächste Rohteil direkt für die Bearbeitung zur Verfügung. Nach der Bearbeitung des ersten Werkstücks «pendelt» der Revolver zur zweiten Arbeitsspindel und produziert weiter. Damit ergeben sich kürzeste Span-zu-Span-Zeiten. Von Grund auf die Qualität im Fokus. Bei der VL 2 P sind die Emag-Konstrukteure wortwörtlich «von Grund auf» die Aufgabe angegangen: Bereits der Maschinengrundkörper weist ein Alleinstellungsmerkmal auf, das sich in jeder Produktionssituation bemerkbar macht. Es ist aus Mineralit. Der Polymer-Beton hat ein achtfach besseres Schwingungsverhalten als Grauguss. Ist die Maschine einmal im Einsatz, lassen die «Folgen» dieses Konstruktionsdetails nicht lange auf sich warten, wie Guido Hegener erklärt: «Eine schwingungsarme Maschine führt direkt zu einer besseren Oberflächengüte bei

Kompakter Arbeitsraum und kurze Wege, optimale Voraussetzungen für kurze Span-zu-Span-Zeiten.

Werkstücke bis 100 mm Durchmesser und 150 mm Länge werden auf der VL 2 P bearbeitet.

den bearbeiteten Bauteilen. Ausserdem steigt die Standzeit der Werkzeuge an.» Automation inklusive. Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal der Vertikal-Drehzenten von Emag ist die Automation. Das Erstaunliche dabei: Sie ist gewissermassen integraler Bestandteil der äusserst kompakten Anlagenkonzeption. Zum Einsatz kommt eine umlaufende Kette, die mit Schlepprahmen für den Teiletransport ausgestattet ist. Auf diese Weise werden die Bauteile direkt in eine Pick-up-Station transportiert und anschliessend bearbeitet. Weil sich diese Aufnahme ausserhalb des Arbeitsraums abspielt, können dem vorbeilaufenden Transportband im vorderen Bereich der Maschine jederzeit Fertigteile entnommen und neue Rohlinge aufgelegt werden. Eine flexiblere und gleichzeitig universellere Automationslösung lässt sich kaum denken. Das Be- und Entladen einer Vielzahl von unterschiedlichen Werkstücken ist damit völlig unproblematisch realisierbar. Kurze Verfahrwege – kurze Nebenzeiten. Geht es allgemein um das Thema Kosten im Maschinenbau, ist zumeist von den sogenannten Nebenzeiten die Rede – also den Sekunden, in denen die Arbeitsspindel nicht produktiv arbeitet und beispielsweise der nächste Rohling beladen wird. Wie schlägt sich die VL 2 P in diesem Bereich? «Wir ha-


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ben diese unerwünschten Nebenzeiten bei der Konstruktion dieser Maschine natürlich im Blick gehabt. Der Wechsel zwischen den Werkstücken ist unschlagbar schnell, weil der Verfahrweg zwischen Arbeitsspindel 1 und Arbeitsspindel 2 minimal ist. Zeiten für das Be- und Entladen der Werkstücke erfolgen hauptzeitparallel. Damit gehen sie nicht in die Span-zu-Span-Zeit ein», erklärt Guido Hegener. Vom Futterteil bis zur kleinen Welle. Bleibt mit Blick auf die Investitionsentscheidung eines Zulieferunternehmens und Drehteileherstellers vielleicht noch eine Frage übrig: Welche Erfahrungen hat Emag mit diesem vertikalen Maschinenkonzept und seiner aussergewöhnlichen Automation gesammelt? Funktioniert das Konzept auch in der Praxis? «Absolut», bestätigt Guido Hegener. «Zunächst einmal blicken wir allgemein auf bereits 2500 ausgelieferte VL-Maschinen zurück. Dabei orientieren wir uns bei der Konstruktion immer wieder an den Bedingungen beim Anwender. Auf diese Weise werden die Stärken der Maschinen zielgerichtet eingebracht.» Die auf den Vertikal-Drehzentren produzierten Stückzahlen und Bauteile sind dabei denkbar unterschiedlich: Zahnradrohlinge lassen sich

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damit genauso effektiv produzieren wie Flansche oder Nockenstücke. Dass die Emag vor diesen Möglichkeiten auch in Zukunft verstärkt auf das erfolgreiche Konzept setzt, kann nicht überraschen. «Die VL 2 P ist für Werkstücke mit kurzen Laufzeiten bestens geeignet und besticht mir kürzesten Taktzeiten sowie hoher Qualität. Diese Vorteile überzeugen immer wieder aufs Neue», betont Guido Hegener abschliessend. ●

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Die VL 2 P ist eine zweispindlige Pendeldrehmaschine für die Komplettbearbeitung von Futterteilen in zwei Aufspannungen.

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Das Horizontalzentrum NHX 4000 von Mori Seiki wird mit den Steuerungen Mapps IV oder Siemens 840D operate angeboten.

Das neue Horizontal-Bearbeitungszentrum DMC 60 H linear.

DMG/Mori Seiki-Hausausstellung – 71 Maschinen und Exponate «live»

Allgäuer Machine Tool Power Das Thema Hausausstellung gewinnt bei der Intensiv-Vermarktung von Investitionsgütern und technischen Produkten immer mehr an Bedeutung. Das Technologie-Duo DMG und Mori Seiki treibt diese Strategie zu höchster Blüte, wie 530 zur Hausausstellung 2012 in Pfronten verkaufte Maschinen und ein sattes Auftragsvolumen von 163,4 Mio. Euro eindrucksvoll belegen. EDGAR GRUNDLER

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lle Jahre wieder finden sich im Februar im Werk Deckel Maho Pfronten des Gildemeister-Konzerns die Brancheninsider der zerspanenden Metallverarbeitung ein. Traditionell eröffnen die Allgäuer damit den FachmesseReigen des Jahres, wobei das Wort Hausausstellung in der Tat nur unzureichend beschreibt, was in Pfronten sozusagen abgeht. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Leistungsschau der Sonderklasse im Bereich Metallbearbeitung; zumal hier nicht nur 71 Maschinen und Exponate, sondern gleichzeitig auch fünf Weltneuheiten präsentiert wurden. So kurz nach der vergangenen EMO erneut Weltneuheiten vorstellen zu können, zeigt ausserdem, dass es die beiden sich mehr und mehr verflechtenden Partner DMG und Mori Seiki ernst meinen mit ihrer Partnerschaft. Denn diese umfasst mittlerweile nicht nur Vertriebs-, Finanz-, Marketing-, Service- und Schulungs-Kooperationen, sondern auch die Entwicklung und Produktion von Maschinen. In dem Fall betrifft dies die Baureihe NHX 4000 von Mori Seiki, die ab sofort in Stückzahlen in Pfronten gebaut wird. Damit erfährt der Standort Pfronten, der als DMG-Kompe-

tenzzentrum für die Maschinen zur 5-Seiten-/ 5-Achsen-Komplettbearbeitung gilt, eine weitere Aufwertung, nämlich hinsichtlich Präzisions-Horizontalbearbeitungszentren, bei denen DMG mit der eigenen DMC H-Baureihe bis dato in einer ganz anderen Richtung unterwegs war. DMG Mori Seiki Europa AG kommt nach Dübendorf. Damit schliesst sich mehr als nur der Technologiekreis, denn in unmittelbarer Umsetzung befindet sich die Gründung und Etablierung der DMG Mori Seiki Europa AG, die in Dübendorf ihren Sitz haben wird. Die DMG Mori Seiki Europa AG wird zu 60 % von DMG und zu 40 % von Mori Seiki getragen und steuert europaweit, Deutschland ausgenommen, das Geschäft sowie die 26 Technologiezentren mit insgesamt rund 750 Mitarbeitenden. Strategisch macht das durchaus Sinn und folgt konsequent der Linie, die ganze Welt mit einem Netz von Vertriebs- und Produktionszentren zu überziehen, wobei in jeder Region oder in jedem Land immer derjenige Partner quasi die Führungsrolle übernimmt, der im jeweiligen Markt bereits oder eben am besten etabliert ist. Mit ein bisschen Fantasie lässt sich durchaus erahnen, wohin die Reise der beiden Partner Gildemeis-

ter DMG und Mori Seiki unter der gelebten Devise «Kooperation stärkt Innovation» geht – nämlich in Richtung Weltkonzern für alle Belange der zerspanenden/abtragenden Metallbearbeitung. Die Highlights der Performance-Demonstration. Im Bereich Horizontalzentren repräsentiert die neue DMC 60 H linear die Leistungsspitze bezüglich Schnelligkeit, Dynamik und hoher Präzision. Modular konzipiert, kann optional auch ein Schwenkrundtisch installiert werden, der auf dem Horizontalzentrum dann 5-achsige Bearbeitungen erlaubt. Wie schon erwähnt, erfährt das Programm an Horizontalzentren mit der neuen NHX 4000 von Mori Seiki eine ideale Abrundung, vor allem auch dahingehend, dass dieses Modell künftig wahlweise mit der Siemens-Steuerung 840 D solutionline oder neu auch mit der Mapps IV-Steuerung ausgerüstet wird. Im Bereich Fräs-Dreh-Zentren zeigte DMG das neue Modell DMU 85 FD MonoBlock. Diese stellt die grössere Schwester und gleichzeitig die technologische Erweiterung des CNC-Universalbearbeitungszentrums DMU 65 MonoBlock mit Palettenwechsler dar. Ausgelegt für die 5-Achsen-Simultan-/Komplettbearbeitung, unterstützt der Palettenwechsler den Einsatz in der Produktion bis hin


Schall macht Messen für Märkte technica 3.2012

Werkzeugmaschinen ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Hochleistungs-Drehzentrum CTX beta 800 4A mit Twin-Konzept für die anspruchsvolle 4-Achsen-Komplettbearbeitung.

zur Serienfertigung von anspruchsvollen 5-Achsen-Werkstücken. Die vierte Neuentwicklung betrifft ebenfalls das Segment Fräsen, nämlich die Baureihe DMU, wobei sich die Neuheit auf den Typ DMU 80 eVo mit Palettenwechsler bezieht. Kennzeichen sind hier kompakte Bauweise, sehr gute Fräsleistungen, schnelle Werkzeug-Wechselzyklen und damit sehr kurze (unproduktive) Nebenzeiten. Komplettiert wird das brandneue Fräsmaschinen- und Bearbeitungszentren-Quintett durch die Weltpremiere der Drehmaschine CTX beta 800 4 A von Gildemeister. Dabei handelt es sich um eine CNC-Drehmaschine mit zwei Revolvern, die, in Verbindung mit einem integrierten Querhub der Gegenspindel-Reitstockkombination, eine ungeahnte Bandbreite an Bearbeitungsmöglichkeiten mit sich bringen. Zudem ergeben sich durch die «Trifix»-Präzisionsschnittstelle minimale Werkzeug-Rüstzeiten und der optional lieferbare DirectDrive-Antrieb sorgt für einen weiteren Produktivitätsschub. 2012: 23 neue Werkzeugmaschinen. Mit der Vorstellung von gleichzeitig fünf Weltneuheiten zeigt das Kompetenz-Duo DMG und Mori Seiki einmal mehr seine Schlagkraft hinsichtlich Neuentwicklungen für die Fertigung von Dreh- und Frästeilen. Allerdings bilden die fünf Neulinge doch nur die Spitze des Eisbergs, denn zur kommenden Metav in Düsseldorf und erst recht zur AMB im Herbst 2012 in Stuttgart wird es wieder zahlreiche Neuheiten aus DMG- und aus Mori Seiki-Land geben. Für das ganze Jahr 2012 sind 17 Weltneuheiten von DMG und weitere sechs von Mori Seiki, also zusammen 23 Neuvorstellungen, geplant bzw. in Vorbereitung. Abzüglich der in Pfronten gezeigten fünf Weltneuheiten verbleiben damit noch 18 neue Maschinen für die Teilfertigung in allen denkbaren Varianten und Grössen, auf die man allemal gespannt sein darf.

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26. Control Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung

08.–11. MAI 2012 STUTTGART

. Messtechnik . Werkstoff-Prüfung . Analysegeräte . Optoelektronik . QS-Systeme

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DMG (SCHWEIZ) AG 8600 Dübendorf, 044 824 48 48 info@gildemeister.com, www.dmgschweiz.ch Josef Binkert AG (Mori Seiki) Werkzeugmaschinen 8304 Wallisellen,044 832 55 55 info@josef-binkert-ag.ch www.josef-binkert-ag.ch

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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— MAG peilt den Schweizer Markt intensiver an

«Sie haben die Anforderungen, wir die Lösungen» MAG ist einer der führenden Anbieter individueller Produktions- und Technologielösungen. Aus Traditionsmarken der internationalen Werkzeugmaschinenindustrie wie Cross Hüller, Forest Liné, Hüller Hille, Modul, Witzig & Frank, Hessapp, Ex-Cell-O, Honsberg und Boehringer entstand seit 2005 ein neues, global operierendes Unternehmen. Von Edgar Grundler Schwerpunkte der Aktivitäten von MAG sind die Luft- und Raumfahrt, Automotive und Nutzfahrzeugbau, Schwerindustrie, Energie- und Förderanlagen, Schienenverkehr, Solarenergie, Windkraftanlagen und der Maschinenbau. MAG liefert Werkzeugmaschinen, Fertigungssysteme und Dienstleistungen im Bereich der automatisierten Fertigung, Dreh- und Frästechnologie, Fertigung von Fahrzeugantrieben, Verbundwerkstoffverarbeitung, Wartung und Instandhaltung, Automations- und Steuerungstechnik, sowie Kernkomponenten für Werkzeugmaschinen. Welche Ziele verfolgt MAG in der Schweiz? Wir befragten Dr. Georg Speith, Industrial Equipment MAG IAS GmbH.

Speth: Wir arbeiten mit einem lokalen Vertriebspartner, der BWB Werkzeugmaschinen AG in Wetzikon, zusammen. Dieser bietet mit lokalen Niederlassungen in verschiedenen Kantonen einen direkten, mehrsprachigen Zugang zu unseren Produkten. — Wer übernimmt den Service, wer bietet Schulungen? Speth: Wir haben mit der Lumag AG aus Roggliswil einen kompetenten Partner für Service und Schulungen vor Ort. Wie alle unsere Servicepartner werden die Techniker der Lumag bei uns im Haus an unseren Maschinen geschult.

— technica: Bei MAG sind mehrere sehr bekannte Werkzeugmaschinenhersteller und damit verschiedene Fertigungstechnikkompetenzen gebündelt. Wie lautet die Vertriebsstrategie für die Schweiz? Dr. Georg Speth: Unsere Dreh-, Fräs,- Wälzfräs- und Mehrtechnologiemaschinen vertreiben wir in der Schweiz mit Unterstützung unseres lokalen Vertriebspartners. Gemeinsam stehen wir unseren Kunden als Ansprechpartner für alle Technologien sowie Software- und Servicelösungen zur Verfügung. Wir wollen in naher Zukunft die Ansprache des Schweizer Marktes weiter intensivieren, um den Anwendern die starken Marken, die unter MAG vereint sind, und den dadurch entstandenen Mehrwert zu verdeutlichen.

— Die Schweizer MEM-Industrie zeigt sich besonders in der Metallbearbeitung sehr heterogen. Welche Produkte und Leistungen aus Ihrem Portfolio sehen sie als sehr gut geeignet für die Schweizer Anwenderkundschaft an? Speth: Das Angebot an unsere Kunden lautet: Sie stellen die Anforderungen, wir bieten die Lösung. Unser breites Angebot an modularen Maschinen lässt sich flexibel an vielfältige Fertigungsaufgaben anpassen. So eignet sich zum Beispiel unsere DUS-Baureihe in verschiedenen Grössen und Leistungsklassen für eine grosse Bandbreite an Drehanwendungen. Für die Horizontalbearbeitung ist unsere umfangreiche NBH-Baureihe als 4- und 5Achs-Version mit Plattenwechsler sehr gefragt. Im Bereich der Vertikalbearbeitung bietet unsere NBV-Baureihe unterschiedlichste Konfigurationsmöglichkeiten, ob als 5-Achsen- oder Fräs-Dreh-Variante für komplexe Freiformflächen oder als hochproduktiver Doppelspindler NBV 250 DUO für Massenkleinteile, z. B. in der Geräte- oder Uhrenindustrie. — Sie haben im Umfeld der vergangenen EMO mit der in Ihrem Haus

Dr. Georg Speth, President Industrial Equipment, MAG IAS GmbH.

— Welche Produkte werden in der Schweiz vertrieben? Speth: Dem Schweizer Markt steht unser gesamtes Zerspanprogramm inklusive aller Serviceprodukte zur Verfügung. Unser Portfolio deckt eine grosse Bandbreite an Fertigungslösungen für unterschiedliche Werkstückgrössen, Volumina und Materialien ab. Darüber hinaus können wir auch die Prozessauslegung anbieten, das heisst wir decken bei Bedarf alle Aspekte der Fertigungsaufgabe ab, um grösstmöglichen Nutzen zu gewährleisten. Wir können dank unseres breiten Produkt- und Leistungsspektrums als «Allrounder» antreten und so unseren Kunden viel Abstimmungs- und Koordinationsaufwand und somit bares Geld sparen. — Wer sind die Ansprechpartner für die Schweizer Kunden in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz?

lancierten «Kryogenen Zerspanung» für ziemlichen Wirbel gesorgt. Wo sehen Sie hier Ansatzpunkte für einen breiteren Einsatz gerade auch in der technikaffinen Schweiz? Speth: Die kryogene Zerspanung ist wirtschaftlich interessant für alle Kunden, die Materialien wie Titan, Inconel, Stahl oder auch hochfesten Guss bearbeiten. Durch die Erhöhung der Schnittdaten und der Werkzeugstandzeit können erhebliche Kostenvorteile realisiert werden. Andererseits können auch nicht metallische Materialien wie z. B. amorphe Werkstoffe oder Glas in bisher nicht vorstellbarer Weise gestaltet werden. Diese kommen Anwendern aus den Bereichen Medizintechnik, Aerospace, der Automobilindustrie bzw. deren Zulieferbetrieben zugute. Auch für Umwelt und Mitarbeitende bringt der Stickstoffeinsatz Vorteile. Die herkömmlichen Kühlschmierstoffe sind eben nicht nur teuer, sondern auch umweltschädlich. — Die Kundenanforderungen an die Zerspantechnikdienstleister werden immer höher und komplexer. Ist die angestrebte und von Ihrem Haus auch schon öfters praktizierte Technologieintegration die richtige Antwort darauf? Zum Beispiel auch für die Einzelteil- oder Kleinserienfertigung? Speth: Absolut, denn der Trend geht weiterhin klar zu kleinen Losgrössen und kurzen Abrufzeiten. Somit gilt es, die Anzahl der notwendigen Aufspannungen weiter zu reduzieren. Auf diese Weise können wertvolle Nebenzeiten für das Rüsten eingespart werden. Ganz zu schweigen von den fallenden Investitionskosten, da ja ganze Maschinen (samt deren Instandhaltung, Vorrichtungskosten usw.) entfallen können.


Werkzeugmaschinen ●

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— Mit der neuen Specht-Baureihe hat MAG IAS den Weg zur hydrau-

likfreien Werkzeugmaschine beschritten. Was versprechen Sie sich davon bzw. welchen Nutzen haben die Anwender wirklich? Speth: Unsere im eigenen Haus entwickelten elektromechanischen Aktuatoren ermöglichen den kompletten Verzicht auf Hydraulik in der Maschine und sparen somit Energie und Kosten. Der neue Specht 600 E ist nur die erste Maschine, bei der hydraulische Aktuatoren komplett durch elektromechanische E-Aktuatoren ersetzt wurden. Diese kommen beim Werkzeughandling, im Rundtisch, den Spannsystemen, der Spindel und beim Palettenwechsler zum Einsatz. Die neue Produktreihe an E-Aktuatoren wurde komplett von Corcom, dem MAG Geschäftsbereich für Kernkomponenten, entwickelt und gebaut. Der energieaufwändige Dauerbetrieb einer Hydraulikanlage entfällt, die elektromechanische Aktivierung erfolgt bedarfsgerecht. Zudem werden Fluide, Chemikalien und Lösungsmittel aus dem Prozess genommen, was eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Umweltverträglichkeit mit sich bringt. Unseren Kunden bringt der Hydraulikverzicht neben dem Umweltaspekt einen dreifachen Nutzen: Die Betriebskosten werden durch entfallende Wartungsmassnahmen und Schonung der Baugruppen reduziert und Hallenfläche und Energie werden eingespart. Schliesslich ergeben sich auch kürzere Zykluszeiten, im Ganzen also eine wirklich kostenoptimale Lösung. — Ihre persönliche Einschätzung: Wo sehen Sie die zerspanenden bzw. abtragende Fertigungstechnik zum Ende des Jahrzehnts?

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Speth: Ich denke, diese Entwicklung lässt sich ganz gut am Beispiel der Perspektiven der E-Mobilität gegenüber dem Verbrennungsmotor in der Automobilindustrie verdeutlichen. Das Elektroauto wird in den nächsten Jahren an Marktanteilen gewinnen, den klassischen Verbrennungsmotor aber nicht komplett verdrängen können. Für die zerspanende Fertigungstechnik wird dies bedeuten, dass zwar in einigen Teilen die Zerspanung durch den Einsatz neuer Materialen (vor allem Verbundwerkstoffe verschiedenster Art) verschwinden wird. Dafür ergeben sich aber andere Aufgaben. So werden einige Presswerkzeuge verschwinden, dafür aber die Bearbeitung von Leichtbaurahmen hinzukommen. — Stellt MAG IAS an der Prodex 2012 in Basel aus? Mit einem eigenen Stand als Hersteller oder über Vertretungen? Unser Vertriebspartner BWB wird unser Portfolio auf der Messe präsentieren, natürlich werden wir ihn dabei tatkräftig auch vor Ort unterstützen. — Herr Dr. Speth, wir danken Ihnen herzlich für das interessante Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Unternehmen weiterhin viel Erfolg!

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3.2012 technica

Die Anlage zum Widerstandspunktschweissen mit DeltaSpot läuft bei Georg Fischer in Altenmakt seit dem Start der Serienproduktion im Jahre 2008 prozesssicher. (Bilder: Fronius)

Alois Edtbauer und Wolfgang Hinsteiner sind mit dem Projektverlauf und der Anwendung DeltaSpot ausserordentlich zufrieden und sehen weitere Perspektiven der Anwendung.

Innovatives Widerstands-Punktschweissverfahren fügt Alu-Fahrzeug-Türrahmen

Aluminiumteile punkten – ja, das geht! Aluminium ist mit dem konventionellen Widerstandspunktschweissen nur sehr eingeschränkt fügbar. Der Automobil-Zulieferer Georg Fischer Automotive hat am österreichischen Standort Altenmarkt jedoch eine alternative Version dieses Verfahrens für Verbindungen am Türrahmen des neuen Porsche Panamera gewählt. Die gefügten Teile aus beschichtetem AluminiumDruckguss und -Blech bestehen die Qualitätstests und erfüllen die hohen Ansprüche der Fachleute hinsichtlich Effektivität sowie Produktivität der Fertigung.

I

m Mittelpunkt der Lösung steht DeltaSpot, das innovative Widerstandspunktschweissverfahren mit umlaufenden Prozessbändern von Fronius. Es beseitigt die qualitäts- und prozessbezogenen Hindernisse, die beim üblichen Punkten von Aluminium im Weg stehen.

Giesserei-Erfahrung seit über 200 Jahren. Das Giessen von Metall bildet bei Georg Fischer seit der Unternehmensgründung vor über 200 Jahren eine Kernkompetenz. «Zum Beispiel Aluminium- und Magnesium-Druckgiessen – diese Verfahren werden hier an unserem Standort Altenmarkt eingesetzt», erklärt Alois Edtbauer, der gelernte Werkzeugmacher, Giesserei-Fachmann und jetzige Facheinkäufer für Giessereiausstattung und -material. Ing. Wolfgang Hintsteiner, Leiter Beschichtung und verantwortlich für die Porsche Panamera-Türen, ergänzt mit Informationen zum konkreten Aufgabenbereich: «Wir fertigen Strukturbauteile wie Federbein-Aufnahmen und Türrahmen.» Beide Experten berichten über eine besondere Lösung, für die sie neue Wege beschritten haben. Tür und Türrahmenversteifung verbinden. Auf den ca. 3 mm dicken Rahmen von vier Fahrzeugtüren aus Aluminium-Druckguss, bestimmt zur Montage in den Porsche Panamera, ist ein 2 mm dickes Versteifungsblech zu fügen. Es besteht gleichfalls aus einem Aluminium-Werkstoff. «Um die fertigungstechnischen Optionen zu erkunden, untersuchten

wir mehrere Fügeverfahren auf ihre Eignung und ihre Wirtschaftlichkeit», berichtet Wolfgang Hintsteiner. «Zur Auswahl standen das konventionelle Widerstandspunktschweissen, das Rührreibschweissen, das Clinchen, das Stanznieten mit Vollnieten sowie ein Klebeprozess in Kombination mit einem Punktschweissverfahren. Hinzu kam DeltaSpot, ein von Fronius entwickeltes Widerstandspunktschweissverfahren, dessen Stärken besonders im Fügen von Aluminium liegen sollen. Deshalb nahmen wir Kontakt mit Fronius auf, informierten uns darüber und bezogen DeltaSpot unvoreingenommen in unsere Wahl ein.» Nachdem gemäss der ersten Untersuchungsergebnisse das herkömmliche Widerstandspunktschweissen sowie das Nieten, Kleben und Clinchen aus fertigungsökonomischen oder prozesstechnischen

Gründen entfallen waren, blieben zwei Alternativen: Zum einen das Rührreibschweissen, zum anderen das Widerstandspunktschweissen mit DeltaSpot. Bezeichnend für dieses Verfahren ist ein Prozessband, das den Kontakt zwischen Elektrode und Werkstück sowohl unterbindet als auch indirekt vermittelt. Es hilft den Elektrodenverschleiss drastisch zu reduzieren und macht den Wärmeeintrag in die Fügestelle regel- bzw. optimierbar. Spritzerfreiheit gefordert. Vier verschiedene Fahrzeugtüren eines Satzes sind per Punktschweissverbindung mit der Innenversteifung zu versehen. Das Gewicht der Fensterrahmen beträgt je 1,6 kg und die Teile aus Aluminium-Druckguss wiegen je 4,5 kg. Sie sind mit einer Antioxidationsschicht ausgestattet. Dafür werden vorgängig die bestehende

Georg Fischer Automotive Bis ins Jahr 1802 reicht die Geschichte von Georg Fischer (GF) zurück. Von Beginn an bildete der Metallguss eine Kernkompetenz. Mit seinen12 Produktionsstandorten und rund 5500 Mitarbeitenden weltweit erwirtschaftete GF Automotive 2010 einen Umsatz von 1,12 Mrd. Euro. Von der Produktidee über ihre Realisierung bis hin zur Betreuung der Serienproduktion agiert GF Automotive als Partner der Automobilindustrie und deren Zulieferer. Das Werk im österreichischen Altenmarkt, seit 1999 unter dem Dach von Georg Fischer, hat sich auf den Strukturteilebereich spezialisiert, zum Beispiel mit der Herstellung von Halterungen für Federbeine und Türen bei body-in-white. Hier sind rund 600 Mitarbeitende tätig. Sie bringen ihre F & E-Kompetenz sowie ein anerkanntes Know-how in der Bearbeitung von Druckguss, insbesondere Aluminium und Magnesium, in das Unternehmen ein. Georg Fischer GmbH & Co KG, A-8934 Altenmarkt / St. Gallen +43 3632 335 801, www.automotive.georgfischer.com


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Oxidschicht abgebeizt und eine dünne Lage TitanZirkon (TiZrSiO4) aufgetragen. «Beim Bauteil liegt eine Hauptdichtung zwischen Tür und Rahmen an der zu fügenden Stelle. Das bedeutet, hier muss es nahezu spritzerfrei zugehen. Der wärmebedingte Verzug am Werkstück muss in engen Toleranzgrenzen bleiben, und wir müssen ihn durch nachträgliches Richten ausgleichen können», erläutert Wolfgang Hintsteiner. Er geht vertiefend auf die Auswahlkriterien ein: «Damit ist herkömmliches Widerstandspunktschweissen ungeeignet. Denn es verursacht erstens zu viele Spritzer, und zweitens wegen der unkontrollierbaren, punktuell starken Wärmeeinbringung entsteht im angeschweissten Blech die gefürchtete Kurzwelligkeit. Im Unterschied zu grossflächiger Formveränderung lässt sie sich nachträglich nicht mehr korrigieren. Dann ist die gesamte Tür mit der unansehnlich gewellten Oberfläche nur noch Ausschuss.» Wegen der Anforderung der besonders hohen Massgenauigkeit am Aussenflansch fielen auch die Optionen des Clinchens und Stanznietens weg. Ausschlusskriterium waren vor allem die intolerabel, formverändernd einwirkenden mechanischen Kräfte. Die beim Stanzen und Nieten in kurzen Abständen im Werkstück entstehenden Knicke und

Wellen würden unannehmbare Oberflächenschäden bilden. Klebeverbindungen hingegen entstehen formschonend, sind jedoch während des Aushärtens nicht belastbar. Der Kleber verursacht ausserdem Oberflächenverunreinigungen, die nachfolgende bzw. parallel laufende Fügeprozesse stören würden. Kleben und mit Kleben kombinierte Fügeverfahren entfallen deshalb ebenfalls. Beim für Aluminium und seine Legierungen prädestinierten Rührreibschweissen wird die Wärme für das Schweissbad aus dem Anpressdruck und der Reibung des verschleissfesten rotierenden Werkzeuges erzeugt. So sind die Probleme im Zusammenhang mit der elektrisch und thermisch isolierenden Aluminium-Oxidschicht umgangen, und es entsteht nahezu spritzerfrei eine ausreichend feste Verbindung. Rührreibschweissen lässt sich neben grossflächigen und linienförmigen Schweissungen auch für «Punkte» einsetzen. «Fertigungstechnisch blieb das Rührreibschweissen in unserem Anwendungsfall jedoch DeltaSpot unterlegen. Denn Rührreibschweissen ist stark von der Wanddicke der Teile abhängig. Wegen der Gusstoleranzen müssten wir vor jedem Schweissvorgang exakt die Dicke der zu verbindenden Teile ermitteln und berücksichtigen. Dies würde den Fertigungsprozess unakzeptabel ausbremsen.»

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Vorteile erkennen und nutzen. Ihre Entscheidung für das neue Widerstandspunktschweissen und für die Investition in die DeltaSpot-Anlage halten Alois Edtbauer, der damalige Projektleiter, und Wolfgang Hintsteiner, der Schweisspraktiker, für eine gute Wahl. Besonders, nachdem sich DeltaSpot in der Fertigungspraxis seit dem Jahr 2008 bewährt hat. Der Ingenieur nennt nutzenrelevante Besonderheiten der Anwendung: «Mit DeltaSpot haben wir den Prozess im Griff. Mit dem Prozessband erzeugen wir wiederholgenau einen gleichmässigen Punkt – exakt 5 mm im Durchmesser und 16 Punktverbindungen in jedem Werkstück. Wir schweissen im Takt von zirka 100 Sekunden eine dieser Türen ohne Nacharbeit an der Oberfläche. Optisch zeigt sich ein sehr sauberer Punkt, den wir durchaus auch für sichtbare Flächen einsetzen könnten. Der Wechsel des Prozessbandes dauert weniger als 15 Minuten und wird erst nach rund 5000 Punkten erforderlich. Das heisst, wir schweissen ohne Unterbrechung rund 300 Porsche-Panamera-Türen. Pro Tag fertigen wir für 185 Panameras je vier Türen.» Nur einmal pro Band sind auch die Elektroden auszutauschen. Zum Vergleich: Unter adäquaten Bedingungen könnten Anwender mit dem konventionellen Widerstandspunktschweissen nur >>

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Im Takt von ca. 100 Sekunden schweissen die Fachleute bei GF pro Fahrzeugtür 16 Punkte von exakt je 5 mm Durchmesser.

20 Punkte setzen. Das würde praktisch eine Elektrodenreinigung pro Tür bedeuten! Die an den Fahrzeugtüren in Altenmarkt gefügten Verbindungen bestehen die Zug-Scher-Prüfung. «Eventuell entstehender Formverzug ist geringfügig, tritt grossflächig und in geringen Abständen auf. Wir können ihn durch Richten leicht korrigieren», erklärt Wolfgang Hintsteiner. Alois Edtbauer ergänzt: «Das Verfahren DeltaSpot schafft problemlos mit nur geringer mechanischer Krafteinwirkung und ohne zusätzliche mechanische Hilfsstoffe stabile Verbindungen der zwei Materialien. In unserer Anwendung hat es sich ausser-

dem als ein kostengünstiges Fügeverfahren erwiesen. Denn im Vergleich zum Stanznieten, das wir anfangs als die einfachste Lösung sogar präferiert hatten, brauchen wir keinerlei Zusatzmaterial. Im laufenden Fertigungsprozess – wir fahren rund um die Uhr 15 bis 16 Schichten wöchentlich – müssen wir nur einmal im Monat den Hauptantrieb schmieren. Einmal jährlich führen die Service-Fachleute von Fronius Wartungsarbeiten aus.» Rückblick, Aussicht und Wünsche. Auf das zielgerichtet und erfolgreich ausgeführte Projekt zurückblickend, hebt Alois Edtbauer die gute Koopera-

DeltaSpot: Funktion und Nutzen Zwischen Elektrode und Werkstück läuft im Rhythmus der Punktschweissungen ein Prozessband. Das Aluminium legiert – falls dieser Effekt noch auftritt – auf das nach jedem Schweisspunktieren weiter geförderte Band, statt wie bisher auf die fixe Elektrode. Der «gebrauchte» Abschnitt verlässt so den Kontaktbereich. Für alle Schweisspunkte herrschen somit identische Bedingungen. Die Prozessbänder unterbinden den direkten Kontakt zwischen Elektrode und Werkstück. So schützen sie die Elektroden vor Verunreinigungen oder anderen Einflüssen, die von der Werkstückoberfläche ausgehen. Dies stabilisiert den Schweissprozess und erhöht die Elektrodenstanddauer signifikant. Ausserdem können keine Elektrodenpartikel auf die Werkstückoberfläche auflegieren. Zudem verbessern sie die Kontaktsituation und schonen die Werkstückoberfläche. Das Prozessband schafft Punkt für Punkt eine neue Elektrodenkontaktfläche zum Werkstück. Dies vermeidet Oberflächenspritzer und vergrössert das Prozessfenster. Im Vergleich zu einer Folge von konventionell 20 bis 30 Punktverbindungen erreicht DeltaSpot je nach Materialart und -paarung bis zu 10 000 Punkte mit lediglich einem Prozessband. Dem entspricht eine Bandlänge von 70 m und ein Abstand von 7 mm zwischen 2 Punkten. Anschliessend genügt ein Bandwechsel für die nächste Serie. Ein wesentlicher Vorteil des Prozessbandes ist die Möglichkeit, gezielt den Wärmehaushalt im Werkstück zu beeinflussen. Denn zu den bisherigen Kontakt- und Materialwiderständen kommt der Material- und Kontaktwiderstand des Prozessbandes. Er generiert bei eingeschaltetem Strom zusätzlich Wärme. Das Ergebnis: Mehr Wärme im Werkstück bei gleichzeitig niedrigerer elektrischer Leistung. Mit unterschiedlichen Materialien und Beschichtungen des Prozessbandes kann der Anwender die Gesamtbilanz der Wärme im Werkstück und ihre Verteilung modifizieren. Über das Prozessband lassen sich flexibel jeweils optimale Bedingungen herstellen, z. B. zum Fügen verschiedener Materialien, unterschiedlicher Dicken oder Mehrfachblechverbindungen. Fronius Schweiz AG, 8153 Rümlang 0848 37 66 487, sales.switzerland@fronius.com, www.fronius.com

tion mit dem Schweisssystem-Partner hervor: «Die Zusammenarbeit gleich nach Projektstart gestaltete sich ausserordentlich eng. Unser Anwendungsfall von DeltaSpot war auch für die Fronius-Partner etwas Neues. Sie haben deshalb unser AnlagenEquipment vom Test bis zur Serienanwendung erprobt und optimiert. So haben wir die X350-Zange für unsere Anwendung mit einem stärkeren Trafo bekommen, der auch eine höhere Kühlleistung bringt. Davor hatten wir mit unserem Partner in Wels auf unseren Fall spezifizierte Zug-Scher-Versuche durchgeführt. Sie sind mit Engagement bei der Sache, für uns stets erreichbar und zur Stelle, wenn nötig.» Für die Gusstüren entwickelten und installierten die Experten von GF eine spezielle Vorrichtung zum exakten Positionieren und schulten die daran tätigen Mitarbeiter. «Die Anlage läuft prozesssicher», freut sich Alois Edtbauer. Aus den erreichten Zielen und guten Erfahrungen entwickelt Wolfgang Hintsteiner weitere Wünsche: «Die Aufzeichnung über die gesetzten Schweisspunkte, als Protokoll der einzelnen Tür zugeordnet, wäre hilfreich für die Qualitätsdokumentation. Wenn wir die Daten aus der Steuerung exportieren könnten, wäre das Ende der Band-Standzeit im Voraus erkennbar. Dann könnten wir die Lebensdauer der Elektroden weiter erhöhen.» Beide Experten sehen die Perspektive positiv. «Für Anwendungsfälle wie bei uns, mit schweissbarem Guss, definierter Oberfläche, Antikorrosionsbeschichtung und gegebener Zugänglichkeit ist DeltaSpot erste Wahl», erklärt Wolfgang Hintsteiner. «Wir können unseren Kunden jetzt für solche Anwendungen einen alternativen Fertigungsschritt anbieten und haben damit Wettbewerbsvorsprung gewonnen.» Und Alois Edtbauer fügt hinzu: «Ich gehe davon aus, dass sich hier bei uns bald neue Anwendungen ergeben werden.» ●


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Neue Generation der Universalbiegezelle TruBend Cell 5000

Produktivitätsschub beim Biegen Schöner, schneller, geschmeidiger: Trumpf hat die neuste Generation der Universalbiegezelle TruBend Cell 5000 vorgestellt, die sich vor allem durch eine verbesserte Zusammenarbeit von Biegemaschine und -roboter auszeichnet. Die Fahrbewegungen des BendMasters sind noch abgestimmter und auch die Bahnsteuerung wurde weiterentwickelt. Diese und weitere Massnahmen haben – je nach Anwendung – Produktivitätssteigerungen um bis zu 30 Prozent zur Folge.

B

ei kürzeren Durchlaufzeiten wird das einzelne Teil günstiger – das Produktivitätspaket der TruBend Cell 5000 reduziert die Teilekosten deshalb um etwa einen Fünftel. Und das bei einem sehr breiten Teilespektrum, denn die Biegezelle richtet sich an Betriebe, die eine flexible Automatisierungslösung für die Bearbeitung von Blechteilen aller Grössen suchen. Dementsprechend stehen für die Integration in die automatisierte Biegezelle fünf Maschinentypen mit unterschiedlichen Presskräften, Abkantlängen und Einbauhöhen zur Verfügung. Sie sind wiederum jeweils mit Vier- oder Sechsachs-Hinteranschlag konfigurierbar. Für jede Applikation lässt sich zudem der passende Greifer installieren: Ein Zangengreifer für kleine oder ein Vakuumgreifer für grosse Bauteile – die bis zu 4 m lang und 100 kg schwer sein können. Dank spezieller Baukästen können die Greifer vor Ort selbst konstruiert und gefertigt werden – das spart Zeit und erhöht die Flexibilität. Genauso wie die Fähigkeit des Biegeroboters, nötige Greiferwechsel automatisch selbst durchzuführen.

Die Universalbiegezelle fertigt rund um die Uhr produktiv und mit durchgängig hoher Qualität. (Bilder: Trumpf Maschinen AG)

Die optimierten Verfahrwege des BendMaster tragen wesentlich zur Produktivitätssteigerung der Zelle bei.

Blechsensor erleichtert Automatisierung. Um bei der automatisierten Bearbeitung eine hohe Prozesssicherheit und Teilequalität zu gewährleisten, kommt ein spezieller Blechsensor zum Einsatz. Er führt bei jedem neuen Teilestapel eine Groblageerkennung durch, bei der er die Teilegeometrien erfasst und mit dem geladenen Biegeprogramm abgleicht. Dann misst er die Höhe des Blechstapels und errechnet daraus die maximale Annäherungsgeschwindigkeit. Vor jedem Zupacken detektiert der Sensor dann die exakte Lage der obersten Platine. Dies ermöglicht es, dass der Greifer sie in korrekter Position aufnehmen kann.

Mit Förderbändern und Palettenförderern lässt sich der Materialfluss nach individuellem Bedarf gestalten.

Wirkungsvolle Sicherheitsausstattung. Damit er dabei nie zwei Teile auf einmal zu fassen bekommt, werden Zangenteile per Kamera überwacht und Doppelbleche dann per Druckluft vereinzelt. Für Vakuumteile verfügt der BendMaster in der C-Achse über eine integrierte Doppelblecherkennung, bei der drei Quarzsensoren das Gewicht der Platine messen. Sollte der Greifer zwei Bleche erwischt haben, werden sie durch die Erzeugung einer Wölbung «auseinander geschält». Die etablierte ACBWinkelsensorik und eine zusätzliche Hinteranschlagsensorik komplettieren die Sicherheitsausstattung.

Der Aufbau der Zelle ist sehr variabel und lässt sich für den gewünschten Materialfluss, die zu fertigenden Bauteile und das erwartete Produktionsvolumen individuell gestalten. So ist beispielsweise die Länge der Bodenfahrbahn in Zweimeterschritten frei wählbar. Mit einem Palettenförderer können hauptzeitparallel neue Platinen in die Biegezelle transportiert und fertige Teile nach draussen gebracht werden. Mit einem Förderband ist es möglich, Kleinteile oder nicht stapelbare Bauteile parallel zum Biegevorgang auszuschleusen. Insgesamt unterstreicht

das Aussehen der neuen TruBend Cell 5000 den abgeschlossenen, kompakten Charakter der Anlage. Mit einem Schaltschrank im modernen Boxdesign und einem weissen Schutzzaun mit bläulichen Scheiben stellt das Design einen optischen Bezug zur TruBend Cell 7000 her – der erfolgreichen Schwesteranlage, die auf das hochproduktive Biegen von Kleinteilen spezialisiert ist. ● TRUMPF MASCHINEN AG 6340 Baar, 041 769 66 66 info@ch.trumpf.com, www.ch.trumpf.com


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LASYS 2012: Laser-Durchstrahlschweissen funktioniert berührungslos

Kunststoffe schweissen mit Licht Die Frage, wie Kunststoffteile sich möglichst gut und dauerhaft verbinden lassen, beschäftigt die Experten, seitdem es diese Werkstoffe gibt. Was möglich ist, zeigt die Lasys, internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung, vom 12. bis 14. Juni 2012 in Stuttgart.

S

chon seit Ende der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts werden thermoplastische Kunststoffe mit dem Laser geschweisst, doch nach wie vor gilt das Verfahren als hoch innovativ. Am häufigsten ist in der Praxis das Laser-Durchstrahlschweissen anzutreffen. Dabei ist in der Regel eines der beiden Bauteile für die vom Laser eingesetzte Wellenlänge transparent, das andere absorbiert die Laserenergie, beispielsweise durch Beimischung von Russ. Im Energie absorbierenden Bauteil entsteht Wärme, die sich durch leichtes Zusammenpressen beider Bauteile auf das obere Bauteil überträgt. Dadurch schmelzen die Teile in der Randzone auf und bilden eine Schweissnaht, die beide sicher verbindet. Eingesetzt werden meist effiziente Diodenlaser, deren relativ geringe Leistung und Strahlqualität völlig ausreicht, um die Kunststoffe aufzuschmelzen. «Das Laser-Kunststoffschweissen unterscheidet sich deutlich vom Schweissen metallischer Materialien», erklärt Frank Brunnecker, Vice President Bereich Laser Welding der LPKF Laser & Electronics AG in Erlangen, da «der Laserstrahl zunächst den oberen, lasertransparenten Fügepartner durchdringt und seine Energie erst in der unteren, laserabsorbierenden Komponente freisetzt». Das Ergebnis sei eine saubere, sichere und optisch anspruchsvolle Schweissnaht in einem besonders wirtschaftlichen Prozess.

Den Rahmen konventioneller Fügeverfahren sprengen. Peter Bruns, Leiter Anwendung und technischer Service der Limo Lissotschenko Mikrooptik GmbH, Dortmund, ergänzt, dass «das LaserDurchstrahlschweissen Anwendungen ermöglicht, die mit traditionellen Fügeverfahren nur schwer oder gar nicht möglich sind». Der entscheidende Vorteil gegenüber den meisten anderen Fügeverfahren sei die berührungslose, direkte Wechselwirkung des Laserlichts mit dem Kunststoff. So sei beispielsweise das konkurrierende Ultraschallschweissen abhängig vom guten mechanischen Kontakt der Sonotroden mit dem Kunststoff. Peter Bruns weist auf einen weiteren Vorteil hin: «Das Laser-Durchstrahlschweissen ermöglicht die optische Integration einer Onlineüberwachung des Fügeprozesses beispielsweise durch die Leistungsüberwachung des Diodenlasers und die Überwachung beziehungsweise Regelung der Prozesstemperatur, was bei ‹mechanischen› Schweissverfahren nicht möglich ist.»

Das Laserlicht durchdringt die oberen Schichten, wird vom unteren Fügepartner absorbiert (A) und dessen Erwärmung (B) an den oberen Partner weitergegeben (C). Unter Druck verschmelzen beide (D). (Grafik: Acsys)

Tachometer eignen sich ideal für das Durchstrahl-Kunststoffschweissen: Tachometerblende auf eine Fixiervorrichtung zum Verschweissen des transparenten Abdeckglases mit dem Gehäuse. (Foto: Acsys)

Prozesssicherheit und Homogenität gesteigert. Limo setze praktisch alle bekannten Verfahren wie Kontur-, Quasisimultan-, Simultan- oder Maskenschweissen ein. So zeigt das Unternehmen auf der Lasys 2012 seine refraktive Mikrooptik, mit der sich massgeschneiderte Strahlformung wie Linien-, Flächen- und Kreis-/Ringverteilungen effizient erzielen liessen. Bruns: «Das simultane, also gleichzeitige Schweissen der gesamten Schweisskontur in einem Schuss, ermöglicht eine optimale Prozesssicherheit mit sehr guter Homogenität und Flankensteilheit und durch an die Materialeigenschaften angepasste Intensitätsprofile der Laserstrahlung.» Ein Beispiel sei der sogenannte «M-Shaper» für das Konturschweissen mit fasergekoppelten Diodenlasersystemen: «Dabei wird das Intensitätsprofil des Laserspots als für den Schweissprozess optimale runde Verteilung mit innen liegendem, definiertem Minimum ausgeprägt.» So liessen sich besonders homogene, porenfreie Schweissnähte

ohne Spritzer und Zersetzungsspuren herstellen, wie sie beispielsweise beim Fügen von Kunststofffolien mit sehr kleinem Prozessfenster gefordert seien. Anwendung: Gehäuse mit Klarsichtfenster verschweissen. «Vor allem aus der Automobilindustrie ist der Laser als wertvolles Werkzeug nicht mehr wegzudenken», sagt Thilo von Olnhausen, Marketingleiter der Acsys Lasertechnik GmbH, Kornwestheim. So habe man die Laserbearbeitungsanlage Barracuda speziell zum Verschweissen von Tachometerblenden modifiziert, wobei das Gehäuse mit der Klarsichtscheibe laserverschweisst werde. «Der Vorteil dieser Methode ist», so Thilo von Olnhausen, «dass keine Schrauben oder jegliche andere Fixierungen wie Kleber oder Klammern benötigt werden, und durch den reversierenden Rundtisch eine zeitparallele Beladung ermöglicht wird.» Der Laser dringt durch die transparente Tachometer-


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NEUESTE GENERATION Schweißroboter G3 sichtscheibe und wird vom darunter liegenden lichtundurchlässigen Tachogehäuse absorbiert. Von Olnhausen: «Der Kunststoff erhitzt sich im Bruchteil einer Sekunde über den Schmelzpunkt hinaus und verflüssigt sich, die punktuelle Hitze des dunklen Kunststoffes schmilzt den transparenten Kunststoff der Tachosichtscheibe, sodass beide unterschiedlichen Kunststoffe nach dem Erkalten fest miteinander verschweisst sind.» Trend: wirtschaftlicher und kompakter. Parallelen zur Metallbearbeitung lassen sich bei den Zukunftstrends erkennen: So geht die Entwicklung in Richtung wirtschaftlicher und kompakter Multifunktionslösungen. «Eine Anlage soll möglichst viele Aufgaben rationell, schnell und in perfekter Qualität in einem Arbeitsgang erledigen», erklärt von Olnhausen. Die Antwort auf die steigenden Anforderungen zeigt Acsys auf der Lasys in Form des Laserbearbeitungssystems Barracuda Multi. Es könne Kunst-

ten Kunststoffen ermöglichen, sodass diese gefügt werden können.» In diesem Spektralbereich seien die meisten Kunststoffe auch ohne Absorberzusatz absorbierend für den Laserstrahl. «Die Herausforderung bei jeder Laserschweissung besteht in der Abstimmung zwischen Bauteildesign und -material, einem geeigneten Laserschweissprozess sowie der richtigen Anlagentechnik.» Solche Klar-KlarVerbindungen mit höchsten visuellen Ansprüchen würden immer wichtiger, insbesondere in der Medizintechnik, wo es auf eine besonders sichere und hygienische Verarbeitung ankomme. Der Laserprozess sei abriebfrei und benötige keine Zusatzstoffe wie Klebstoffe. Darüber hinaus biete das Laserschweissen gleich mehrere Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Prozess. Bruns: «Beispiele sind die Fügewegüberwachung, die Pyrometerkontrolle der Erwärmung der Schweissnaht oder auch die patentierte Reflexionsdiagnostik, die den erfolgreichen Schweissvorgang sicher detektiert.» Auf der Lasys 2012 zeigen vom 12. bis 14. Juni

Die Panasonic Roboter der TA / TB Serie und die neue G3 Steuerung erfüllen die Kundenforderungen nach fortschrittlichen Roboteranwendungen zum MIG/MAG/WIGSchweißen.

Beim Durchstrahl-Laserschweissen von Kunststoffen ist in der Regel der eine Teil transparent. Vom dahinter liegenden opaken Teil wird der Laserstrahl absorbiert und erhitzt die Randbereiche beider Teile, die so verschmelzen können.

stoffe beschriften, gravieren, schneiden und schweissen. Optional ausgestattet mit einem Mehrkopfsystem, könne es beispielsweise Bauteile mehrseitig bearbeiten. Für weitere Arbeitsvereinfachung sorge das «Live-Adjust-System» (LAS): Mittels einer Kamera lässt sich das Werkstück exakt positionieren und reduziert so den Einrichtungsaufwand. Neuere Entwicklungen auf Basis längerer Diodenlaser-Wellenlängen ermöglichten mittlerweile sogar die Verbindung zweier transparenter Kunststoffe. Frank Brunnecker von LPKF: «Es sind neue Produkte mit langen Wellenlängen zwischen 1470 und 1550 nm mit ausreichend Laserleistung verfügbar, die eine ausreichend hohe intrinsische Absorption in für kürzere Wellenlängen transparen-

rund 200 Aussteller in der Halle 4 ihre Innovationen und Weiterentwicklungen rund um die Lasertechnologie. Im Fokus stehen Laserapplikationen und Produktlösungen, Laser-Fertigungssysteme für die Mikro- und Makro-Materialbearbeitung sowie für die Feinwerktechnik. Die Lasys richtet sich gezielt an Anwender und Anbieter der Lasermaterialbearbeitung. Mit ihrer branchen- und zugleich materialübergreifenden Konzeption ist sie einzigartig in der Messelandschaft. ● LASYS 2012 Int. Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung Landesmesse Stuttgart GmbH D-70629 Stuttgart, +49 711 18560 2255 www.messe-stuttgart.de

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FÜGEN-TRENNEN-FORMEN

● umformende Werkzeugmaschinen

3.2012 technica

Flexibilität und Prozesssicherheit in der Fügetechnologie

Prozesssicherheit auch bei Losgrösse 1 Dass die Prozesssicherheit bei mechanischen Fügeprozessen von Serienteilen mithilfe einer Kraft-Weg-Überwachung gewährleistet werden kann, leuchtet ein. Anspruchsvoller wird diese Aufgabe bei Losgrösse 1, wenn nicht langwierige und damit kostenintensive Umrüst- und Einfahrvorgänge resultieren dürfen. Bei Huba Control wird diese Herausforderung mit SchmidtPressen erfolgreich gemeistert.

B

eim Betreten der Produktionshallen von Huba Control fällt rasch auf, wo eine der Herausforderungen in der Produktion liegt. Einzelarbeitsplätze und vollautomatische Fertigungslinien stehen nebeneinander. Markus Müller, Leiter Prozesstechnik bei Huba Control: «Wir decken viele Wünsche unserer Kunden ab, sind flexibel und schnell. Dadurch bewegen sich unsere Jahresstückzahlen je nach Produkt zwischen 1 Stück und 3 Mio. Teilen.» Der technische Produktebetreuer Michael Baumgartner erläutert, was dies für die Produktion bedeutet: «Wir sind auf flexible und trotzdem prozesssichere Betriebsmittel angewiesen. Bei einer Losgrösse von 1 Stück können wir es uns nicht erlauben, mittels vielen Testteilen die Prozesse einzufahren. Auf Anhieb richtig ist wichtig!» Die Produkte werden nach dem One-piece-flowPrinzip produziert und montiert. Sie werden unter anderem mittels Hand- oder Servopressen – je nach Aufgabe und Losgrösse – mechanisch gefügt, d. h. verpresst, gebördelt und verstemmt. Die Mitarbeitenden richten somit eine Presse oft mehrmals pro Tag um. Einfache Werkzeuge und Vorrichtungen helfen, die Produktionskosten tief zu halten. «Die Schmidt Pressen passen genau in unser Konzept. Uns überzeugen das grosse Spektrum von 160 N bis 250 kN, Optionen wie die mechanische Rückhubsperre oder die Feineinstellung, manuelle Pressen mit Kraft-Weg-Überwachung – und dies alles aus einer Hand», erklärt Markus Müller die Entscheidung, ausschliesslich Schmidt Pressen einzusetzen.

Herausforderungen. Die Schmidt Pressen stehen weltweit für erstklassige Fügetechnologie. «Dies hat seinen Preis, Schmidt Pressen sind teuer», bestätigen Müller und Baumgartner. Doch bei Huba Control werden bei der Wahl der Betriebsmittel nicht nur die Investitionskosten in den Vordergrund gestellt. «Dank der genauen Fluchtung von der Tischbohrung zum Stössel können wir einfache Vorrichtungen bauen. Diese lassen sich auch schnell umrichten. Wir sparen also Vorrichtungskosten und können schneller umrüsten.» Die Gesamtbetriebskosten, Total Cost of Ownership, sind somit tiefer als mit anderen Pressenkonzepten. Lösungen mit Ergonomie. Huba Control setzt manuelle Pressen sowie eine hybride Anlage ein. Mit manuellen Pressen führen die Mitarbeitenden Prozesse wie Verstemmen, Einpressen und Bördeln

durch. Im Einsatz stehen Zahnstangen- und Kniehebelpressen. Die manuelle Presse Typ 307 mit Kraft-Weg-Überwachung gewährleistet eine 100-%-Kontrolle eines Prozesses. Bei den Kniehebelpressen setzt Huba Control in erster Linie auf die sogenannten Unterzugpressen. Michael Baumgartner dazu: «Wir konnten die Ergonomie der Handarbeitsplätze mit den Unterzugpressen von Schmidt Technology verbessern. Die Mitarbeitenden bewegen ihre Arme unterhalb der Herzlinie und ermüden weniger.» Die Energie der Mitarbeitenden bei Huba Control soll in erster Linie in die Produktion und die stetige Verbesserung fliessen. Und nicht aufgrund unergonomischer Arbeitsweise verpuffen. Huba Control hat seit rund einem Jahr eine sogenannt hybride Anlage im Einsatz. In einem teilautomatisierten Handbestückungs-Arbeitsplatz sind eine elektrische Servopresse sowie eine pneumatische Presse zusammengefasst. Dabei übernimmt die Bedienperson das Einlegen und Entnehmen der Teile sowie das Starten des Fügeprozesses per Knopfdruck. Die eigentliche Fügeaufgabe wird durch die Presse übernommen, wobei die Steuerung die Parameter Weg und Kraft regelt und überwacht. Dank dem modernen und modular aufgebauten Steuerungssystem PressControl 5000 reicht eine Steuerung für beide Pressen aus. Die Bedienperson hat nur einen Bildschirm, wo sie alle relevanten Informationen ablesen kann. «Diese Sonderlösung hat anfangs wegen der Software einiges Kopfzerbrechen bereitet», blickt Markus Müller zurück. «Aber Schmidt Technology konnte trotz hoher Auslastung einen interessanten Termin offerieren und diesen auch einhalten. Das Steuerungskonzept überzeugt.»

Produktbetreuer Michael Baumgartner (links) und Markus Müller, Leiter Prozesstechnik der hybriden Anlage.

Die Kraft-Weg-Überwachung auch bei den Handpressen sorgt selbst bei kleinen Losgrössen für sichere Fügeprozesse.

Manuelle Pressen mit und ohne Kraft-Weg-Überwachung sowie mit Computer und installierter Schmidt Software Control Tool.


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Hybride Anlage mit pneumatischer Presse und Servopresse. Die Ergonomie am Arbeitsplatz hat bei Huba Control einen hohen Stellenwert. (Bilder: zvg)

Studienbeginn tudienbeginn Ok Oktober tober 2012

Informationsabende: Positive Erfahrungen. «Wir sind positiv überrascht worden», erklären Müller und Baumgartner. «Die Handhabung der Pressen ist einfach erlernbar und verständlich.» Somit war auch nur eine kurze Einführungszeit notwendig und Huba Control konnte mit den neuen Pressen schnell in die Produktion übergehen. «Die Produkte der Huba Control sind den Pressen von Schmidt Technology sehr ähnlich: innovativ, prozesssicher und zuverlässig». Diese Aussage von Markus Müller fasst die junge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Herstellerin von Druckmesstechnik und der Pressenherstellerin prägnant zusammen. Die Zusammenarbeit geht weiter. Bei Huba Control gehört in der Montage neben der Industrialisierung von neuen Systemen auch die Optimierung von laufenden Produkten dazu. Markus Müller: «Abhängig vom Produktelebenszyklus entscheiden wir, ob ein Prozess nach wirtschaftlichen oder ergonomischen Überlegungen überarbeitet wird.» Da man bei Huba Control bereits wieder Bedarf an weiteren Schmidt-Pressen mit Steuerung hat, informierte sich Markus Müller an der Motek 2011 in Stuttgart über das aktuelle Angebot. Er konnte bei dieser Gelegenheit die brandneue Steuerung PRC600 für manuelle und (hydro-)pneumatische Pressen mit Kraft-Weg Überwachung testen. «Ich freue mich auf die neue Steuerung, welche noch einmal eine Vereinfachung in der Handhabung erlaubt». ●

Datum:

Montag, 7. Mai 2012 Montag, 20. August 2012

18:15 Uhr 18:15 Uhr

Ort:

ABB Technikerschule, Fabrikstrasse 1, 5400 Baden

Zielpublikum: Damen und Herren mit abgeschlossener einschlägiger Berufslehre oder mit gleichwertigen Kenntnissen.

Detailinformationen finden Sie auf unserer Website www.abbts.ch

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Huba Control Die Huba Control AG mit Sitz in Würenlos AG entwickelt, fertigt und verkauft Komponenten zur Erfassung der physikalischen Grössen, Druck und Strömung. Darunter werden sowohl Druckschalter, Sensoren, Drucktransmitter als auch Differenzdrucktransmitter und Durchflusssensoren verstanden. Huba Control AG, 5436 Würenlos 056 436 82 00, info.ch@hubacontrol.com www.hubacontrol.com

Schmidt Technology Die Schmidt Technology GmbH gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Pressensystemen. Das Spektrum umfasst manuelle, pneumatische, hydropneumatische sowie elektrische Pressen. Schmidt Technology GmbH, 3210 Kerzers 031 755 40 71, infoCH@schmidttechnology.ch www.schmidttechnology.ch

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Fluidik

3.2012 technica

Förderprogramm ProEDA

Energie und Kosten sparen dank effizienter Druckluft Druckluft wird heute in fast jedem Unternehmen eingesetzt, ist aber auch eine kostspielige Energieform. In der Schweiz arbeiten zirka 6000 Betriebe mit Druckluft. Damit wird die energieeffiziente Produktion immer mehr zu einem Erfolgsentscheidenden Faktor für die Industrie. Und hier setzt das Förderprogramm ProEDA an. ANNETTE VON KIECKEBUSCH-GÜCK

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ann immer Druckluft bereits im Betrieb verfügbar ist und etwas bewegt werden muss, wird der Betriebsmechaniker daher eine Druckluftlösung favorisieren. Unterschiedliche Anwendungen benötigen aber unterschiedliche Druckbereiche. Es ist nicht sinnvoll, den gesamten Bedarf auf den maximal benötigten Druck zu verdichten und anschliessend den Druck für Anwendungen mit geringem Druckbedarf wieder zu reduzieren. Deshalb ist es nötig, die Druckbereiche in verschiedene Kategorien einzuteilen. Entsprechend der Kategorie sind geeignete Erzeugungssysteme einzusetzen. Da aber die Betriebskosten für Druckluft je nach Anwendung massiv teurer sein können als etwa beim Einsatz eines elektrischen Antriebs, empfiehlt es sich, auch Alternativen zu prüfen.

Effiziente Drucklufterzeugung. Neuanlagen sollten im Hinblick auf einen sparsamen Energieeinsatz sorgfältig geplant werden. Entscheidend dabei ist, wie gut die Druckluftanlage für die Bedürfnisse des Betriebs ausgelegt ist. Bei der Berechnung des Wirkungsgrads einer Anlage bildet man das Verhältnis von Kompressorleistung (kW) und Luftfördermenge (m³/min). Im Standarddruckbereich läuft eine optimierte Anlage bei einem Wert von 6 kW/m³/min. Grundsätzlich sollte eine Druckluftanlage fähig sein, den Maximalbedarf im Betrieb gerade noch knapp abzudecken. Ein grosser Druckluftspeicher hilft bei unstetem Bedarf, er braucht aber auch Platz. Bei zu gross dimensionierten Druckluftkompressoren summieren sich Leerlaufverluste, da sie mit ihrer Leistung nur eine kurze Zeit benötigen, um den erforderlichen Druck im Netz aufzubauen. Dann stoppt der Kompressor, aber nicht der Motor, welcher noch ein paar Minuten leerlaufen muss, weil sonst mit zu vielen Starts die Gefahr einer Überhitzung droht. Eine Alternative sind Frequenzumrichter(FU)-geregelte Kompressoren, welche im Bereich von 40–80% einen guten Wirkungsgrad aufweisen. Darunter fallen die FU-Verluste ins Gewicht, und weil die Verdichtereinheit für einen gewissen Bereich optimal ist, wird sowohl darunter wie darüber die Effizienz beeinträchtigt. Es ist deshalb für den Anwender wichtig, den genauen Bedarf in seinem Betrieb zu verschiedenen Betriebszeiten zu kennen. Dazu empfiehlt sich eine Messung des

Verbrauchs über mindestens eine Woche. Dies wird in der Schweiz mit dem Förderprogramm ProEDA unterstützt. Vorher ist zu hinterfragen, ob die Druckluft überall richtig eingesetzt wird: • Bestimmung der minimalen Druckanforderungen (Druckluftmenge und -qualität, Druckniveau, Redundanz), die einzuhalten sind. • Der Arbeitsdruck sollte möglichst niedrig gehalten werden, denn jedes zusätzliche bar erhöht den Energieverbrauch um rund 6–8 %. Druck machen ist jedoch auch immer eine Frage der Feinabstimmung. Zu viel Druck blockiert – zu wenig Druck bringt keine Leistung. • Der maximale Druckabfall im Verteilnetz sollte 1 bar nicht überschreiten. • Der Optimierung dienen auch Leitungsrohre mit ausreichendem Querschnitt und glatter Innenoberfläche. • Druckluft betriebene Werkzeuge können evtl. durch elektrisch betriebene ersetzt werden. • Druckluftanlagen, die mit unterschiedlichem Luftbedarf laufen, arbeiten im Teillastbereich häufig im Leerlaufbetrieb. Dies um Erwärmung durch zu häufige Anläufe zu begrenzen. Oft ist dann die Betriebszeit im Leerlauf höher als im Normalbetrieb. Wenn man Leerlaufverluste reduzieren will, kann eine Aussetzregelung die Lösung sein. • Wenn Klarheit über den Bedarf besteht, lässt sich die Effizienz auch in der Druckluftzentrale optimieren. Dies wird erreicht mit der Wahl des richtigen Kompressors oder mit der richtigen Kompressorenzusammenstellung. Gerade bei Verwendung mehrerer Kompressoren kann man mit Kompressoren verschiedener Leistungsklassen ideal den wechselnden Bedarf im Betrieb abdecken. Die übergeordnete Steuerung sorgt dafür, dass immer die richtigen Kompressoren in ihrem

effizienten Bereich laufen. Das Druckniveau kann genau eingehalten werden, womit auch Verluste durch ein sonst eher grosses Druckband vermieden werden. • Wo früher oft zwei identische Kompressoren aus Gründen der Redundanz und gleicher Ersatzteile eingesetzt wurden, empfiehlt es sich im Sinne der Effizienz, anstelle des zweiten Kompressors zwei zusätzliche kleiner dimensionierte Einheiten einzusetzen. Teure Leckagen. Die elektrische Energie für betriebliche Antriebssysteme wird zunehmend teurer. Durch einfache Massnahmen zur Optimierung der Druckluftanlagen könnten diese Betriebe jedes Jahr Tausende von Franken an Energiekosten sparen. Druckluftanlagen haben häufig ein Energieeinsparpotenzial zwischen 5 und 50 % Energie, wobei die meisten Effizienzmassnahmen mit Amortisationszeiten von weniger als zwei Jahren wirtschaftlich sehr attraktiv für die Unternehmen sind. Obwohl technische Verbesserungen für die Steigerung der Energieeffizienz von Druckluftanlagen wirtschaftlich sinnvoll sind, werden diese oft nicht genutzt. Leckagen finden sich in der Druckluftverteilung und zum grössten Teil in den Druckluftverbrauchern (Maschinen mit mehreren Ventilen und Zylindern). Am einfachsten lassen sich die Leckageverluste senken, wenn Verbraucher und Verteilnetzbereiche voneinander abgetrennt werden, wann immer sie nicht gebraucht werden . Wenn Leckagen hörbar sind, dann sind es schon heftige Verluste, welche sich summieren. Viele Leckagen sind jedoch (ohne spezielle Geräte) kaum hörbar, erst recht, wenn laute Produktionsgeräusche den Hintergrund bilden. Grössere Leckagen findet man eher, wenn man abends oder am Wochenende gezielt danach sucht.

Drei-Phasen-Fördermodell. ProEDA zahlt einen relativ grossen Anteil an der Grobanalyse, um Firmen Gelegenheit zu geben, das Einsparpotenzial im Bereich Druckluft abzuklären.


technica 3.2012

Druckluftfirmen können mit einer Messung an der Druckluftaufbereitungsanlage die Summe der Leckageverluste bestimmen und mit Spezialmikrofonen auch lokalisieren. Prinzipiell sollte mindestens einmal pro Jahr gezielt nach Leckagen gesucht werden. Dabei hilft der 3-Schritte-Check auf www.druckluft.ch. Damit können Ineffizienzen bei Druckluftsystemen identifiziert und beseitigt werden.

Fluidik ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

Ersatz und die Neubeschaffung von Druckluftanlagen gefördert werden. ProEDA ergänzt die Kampagne «Effiziente Druckluft» von energieschweiz mit einem finanziellen Anreiz und richtet sich an Industrie- und Gewerbebetriebe mit grösserem Druckluftbedarf. Enerprice Partners AG, Root Längenbold, leitet als Trägerschaft (Lead Partner) das Programm ProEDA zusam-

Ölfrei verdichtender Turbokompressor ZH350+ von Atlas Copco mit Antriebsleistungen bis hin zu ca. 350 kW. (Bild: Atlas Copco)

ProEDA fördert Investitionen in effiziente Druckluftanlagen. Die Energiekosten von Druckluftanlagen machen über den gesamten Lebenszyklus bis zu 80% der Gesamtkosten aus. Eine mittelgrosse Anlage (30 kW) verursacht jährliche Energiekosten von rund 15 000 Franken. Diese Kosten lassen sich mit einfachen Massnahmen stark reduzieren, da bestehende Anlagen oft grosse Optimierungspotenziale aufweisen. Die praxisorientierte Kampagne ProEDA «Programm Energieeffiziente Druckluft» hat zum Ziel, Druckluftbetreiber über die Kosten- und Energieeinsparpotenziale von Druckluftanlagen zu informieren und innert drei Jahren eine Gesamteinsparung von 37 GWh zu erzielen. Finanziert wird ProEDA durch ProKilowatt, die wettbewerblichen Ausschreibungen des Bundesamtes für Energie (BFE). Mit dem Programm sollen Optimierungsmassnahmen, Investitionstipps für den

Rollen und Räder

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men mit den Industriepartnern Atlas Copco, Haug, Servatechnik, Ingersoll Rand, Kaeser Kompressoren, Prematic AG und Vektor AG sowie mit dem Branchendachverband Swissmem als Kommunikationspartner. Das Programm läuft von 2011 bis 2014. Es ist für elektrisch betriebene Druckluftanlagen mit 15 kW bis 300 kW Leistung konzipiert. Die Fördermittel und damit die Anzahl der Anlagenüberprüfungen sind begrenzt. Das Ziel von ProKilowatt ist es, mit dem Förderbeitrag von 800 000 Franken ein Maximum an Strom zu sparen. Daran richten sich die Auswahl der zu überprüfenden Anlagen und der Fördersatz für die vorgeschlagenen Massnahmen aus. Es besteht kein Anspruch auf Fördermittel. Das Fördermodell besteht aus drei hintereinandergeschalteten Phasen:

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Grobanalyse: Die Grobanalyse dauert ca. zwei Stunden und dient der Abklärung des Ist-Zustands sowie der am einfachsten zu realisierenden Massnahmen. Diese beziehen sich meistens auf Druckluftverbraucher und Druckluftverteilung und weisen ein kurzes Pay-back für den Anlagebetreiber auf, das heisst, die Kosten für die Umsetzung solcher Massnahmen werden meist innert kurzer Zeit wieder eingespart. Zudem wird festgestellt, ob sich im konkreten Fall eine Detailanalyse lohnt. Sie kostet den Betreiber 180 Franken. Detailanalyse: Eine Detailanalyse inklusive Ausmessen der Anlagen zeigt auf, welche Betriebspunkte die bestehenden Anlagen aufweisen und wie sich die Energieeffizienz mit Investitionen und/ oder durch Kleinmassnahmen verbessern lässt. Die Detailanalyse wird durch einen Industriepartner ausgeführt. Am Ende der Analyse steht ein Massnahmenplan. Aufgrund der Messungen wird sichergestellt, dass die Anlage optimal betrieben und richtig dimensioniert wird. Die Analyse wird zu 50% des fixen Beitragssatzes über das Programm finanziert, wenn anschliessend eine Mindestumsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen erfolgt. Ansonsten ist der Beitrag auf 25 % festgelegt. Umsetzung: Mit der Umsetzung der in der Detailanalyse aufgezeigten Investitionen werden die Massnahmen umgesetzt. In Abhängigkeit von der erzielten Energieeinsparung wird ein Investitionsbeitrag geleistet, welcher sich zwischen 12 % bis 20 % bewegt. Massgebend ist die Einsparung gegenüber dem Weiterbetrieb der Anlage ohne Massnahmenberücksichtigun§g über die Lebensdauer der Anlage. Firmen mit Anlagen, welche die Rahmenbedingungen erfüllen, können sich bei ProEDA (www.enerprice-partners.ch/proeda) anmelden. ●

www.prokilowatt.ch www.enerprice-partners.ch/proeda www. druckluft.ch www.atlascopco.ch/ www.industrie-energieeffizienz.de/ technologien/druckluft.html

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Fluidik

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Interview zum Druckluftprogramm mit Matthias Zemp, Enerprice Partners AG

Gesamteinsparung von 37 GWh erwirken Das Unternehmen Enerprice Partners AG ist ein Beratungsunternehmen für optimierte Energiebewirtschaftung und leitet als Trägerschaft das Programm ProEDA für effiziente Druckluftanlagen. Dieses wird durch ProKilowatt, den Wettbewerblichen Ausschreibungen des Bundesamtes für Energie (BFE) für Energieeffizienz-Projekte und Energieeffizienz-Programme finanziert. Ein Interview mit Enerprice-Partners-Berater Matthias Zemp. Von Annette von Kieckebusch-Guck — technica: Enerprice hat sich als Energiepartner im Markt positioniert. Wo sehen Sie Ihre Chancen? Zemp: Als Beratungsunternehmen unterstützt Enerprice Partners AG Industrie- und Gewerbekunden bei der Minimierung der Energiekosten. Wir zeigen Anschluss- und Beschaffungsoptionen auf und begleiten unsere Kunden auch bei der effizienten Energienutzung. Der Energiemarkt verändert sich rasch. Wir kennen die Rahmenbedingungen im Detail und können so für unsere Kunden rasch deren Potenziale erkennen, um die Energiekosten zu reduzieren. — Wie kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Enerprice und ProKilowatt? Von unseren Kunden wissen wir, wie viel Abgaben diese bezahlen und auch, wo die grossen Effizienzpotenziale sind. Mit ProEDA können wir über Beratung und Förderbeiträge vielen KMU- und Industriebetrieben helfen, ihre Druckluft zu optimieren, um langfristig Energie und Kosten zu sparen. ProKilowatt unterstützt ProEDA mit Fr. 767 000.–. Dafür verpflichtet sich Enerprice Partners AG eine Gesamteinsparung von 37 GWh zu erwirken. Energieperspektiven des Bundesrates erfordern nebst neuen Energiequellen grosse Einsparungen, sprich Effizienzoptimierung. Hier setzt ProKilowatt und ProEDA an, indem die Energieabgabe KEV denjenigen zurückgeführt wird, welche Investitionen in die Effizienz tätigen.

dazu eine Offerte für einen effizienteren Ersatz der Drucklufterzeugung. Zudem erhält er noch eine Förderzusage, wenn er diese investitionsintensivere Massnahme umsetzt. Der Förderbeitrag kann je nach Einsparung bis zu 20 % der Investitionskosten betragen. . Wird die effiziente Massnahme umgesetzt, dann erhält der Kunde den Förderbeitrag, er spart jedes Jahr Energie, ProEDA kommt seinem Versprechen an Einsparungen näher und unsere Stromnetze und Kraftwerke werden entlastet. — Für wen ist eine Teilnahme an ProEDA sinnvoll? Das Druckluftprogramm ProEDA erfordert einen Analyseaufwand, welcher nur dort wirtschaftlich vertretbar ist, wo auch entsprechende Einsparungen erzielt werden können. Deshalb richtet sich das Programm an Anlagen ab 18 kW und bis 300 kW. Wie bei allen Förderprogrammen sollen Mitnahmeeffekte vermieden werden, zum Beispiel durch sehr alte Anlagen, welche sowieso ersetzt werden. Bei solchen Anlagen können wir nur einen Teil der Einsparungen anrechnen und entsprechend reduziert sich der Förderbeitrag. Eine Anlage um 50 kW verursacht je nach Betrieb Stromkosten von mehreren 10 000 Franken im Jahr, und nicht selten kann mit einer effizienteren Anlage und dichterem Netz bis zu einem Drittel davon eingespart werden. — Welchen Nutzen hat der Kunde durch Ihre Beratung und durch Ihre

— Können Sie konkrete Praxisbeispiele aus dem Druckluftbereich geben? Druckluft ist universell nutzbar für Hebe- und Schiebebewegungen, zum Transport von Materialien in Pulverform und Flüssigkeiten(Einblasen) wie auch zum Sandstrahlen. Auch wird sie eingesetzt zum Reinigen, Kühlen und «Belüften», wobei hier unbedingt gesagt werden muss, dass dies typisch sehr ineffiziente Anwendungsformen sind, die nach Möglichkeit alternativ gelöst werden sollten. — Wie funktioniert ProEDA und worin liegt der Wert der Fördermassnahmen? Zemp: Wenn sich eine Firma bei ProEDA anmeldet, prüfen wir zuerst, ob es die Programmkriterien erfüllt und schätzen das Einsparpotenzial ab. Ist das o.k., dann vereinbaren wir einen Termin für die 1- bis 2-stündige Grobanalyse. Dies kostet den Kunden Fr. 180.– und vermittelt einen Überblick zu möglichen Einsparpotenzialen. Bei der Grobanalyse besichtigen wir das Druckluftsystem von der Aufbereitung bis zum Verbraucher und besprechen dabei mit dem Druckluftverantwortlichen der Firma deren Gebrauch und zeigen einfache Sparmassnahmen auf. Grosses Einsparpotenzial liegt in der Drucklufterzeugung, doch für dessen Ermittlung braucht es eine seriöse Messung des Druckluftverbrauchs. Ist dort ein relevantes Einsparpotenzial absehbar, so empfehlen wir eine Detailanalyse mit entsprechender Messung durch einen Druckluftanbieter/Industriepartner von ProEDA. ProEDA übernimmt zwischen Fr. 600.– und Fr. 1700.– der Detailanalysekosten. Mit der Grobanalyse weiss der Kunde, wie er mit wenig Aufwand und Investition den Druckluftverbrauch minimieren kann. Mit der Detailanalyse erhält er genaue Kenntnis über den Stromverbrauch seines Druckluftsystems und

Unterstützung? Der wirtschaftliche Kundennutzen ist für uns zentral. Der Kunde entscheidet schliesslich, ob er die Energieeffizienzmassnahmen umsetzen will, denn über 80 % der Investitionskosten bezahlt er letztlich immer noch selber und Mehrinvestitionen müssen eine kurze Paybackzeit aufweisen, damit sie umgesetzt werden. Es braucht eine Detailanalyse mit Messung zur Ermittlung der Betriebskosten und zur Berechnung der Einsparungen, um daraus den Payback bestimmen zu können. Mit ProEDA und der Detailanalyse verpflichtet sich der Lieferant, eine möglichst energieeffiziente Lösung anzubieten und die Einsparungen gegenüber der bestehenden oder einer herkömmlichen Anlage aufzuzeigen. So können wir herstellerneutral Wissen vermitteln, das richtige Vorgehen aufzeigen und den Kunden zu klugen Entscheidungen verhelfen. Gerne bieten wir zusätzlich unser Know-how bei der Energiebewirtschaftung und für andere Effizienzprojekte an. Ob mit oder ohne ProEDA, wir empfehlen allen Einkäufern eine energieeffiziente Variante mit auszuschreiben und die Betriebskosten bei der Vergabe mitzubetrachten. — Herr Zemp, besten Dank für dieses Gespräch.

Matthias Zemp


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Fluidik

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Energieeffiziente Pneumohydraulik-Antriebszylinder

Es muss nicht immer Elektromechanik sein Pneumohydraulische Antriebszylinder sind universell nutzbare, flexibel einzusetzende und energieeffiziente Antriebslösungen für den Pressen-, Maschinen- und Vorrichtungsbau. Sie stellen eine technische sowie auch sehr wirtschaftliche Alternative zu konventionellen Hydraulik-, Pneumatik- und elektromechanischen Antrieben dar. EDGAR GRUNDLER

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raft-/Weg-kombinierte Antriebseinheiten oder Antriebszylinder, wie sie für Pressen, Vorrichtungen, Maschinen und Arbeitsstationen benötigt werden, sind in aller Regel grossformatig, schwer und träge und haben einen hohen Energie- sowie Wartungsbedarf. Ausserdem erfordern sie umfangreiche Anschlusskonstruktionen, bringen einen recht hohen Installationsaufwand mit sich und lassen sich nur mit hohem Aufwand feinfühlig steuern. Um jedoch die immer anspruchsvolleren Press-, Stanz-, Füge-, Druck- oder Einpressvorgänge sowohl technisch als auch bezüglich Investition und Betriebskosten wirtschaftlich realisieren zu können, sind jedoch Kraft-/Weg-kombinierte Antriebslösungen erforderlich. Denn Operationen wie Stanzen, Lochen, Ausklinken, Schneiden, Prägen, Verdichten, Pressen, Richten, Nieten, Clinchen, Punkt- oder Buckelschweissen, Biegen, Ziehen, Spannen, Einpressen, Verstemmen und dergleichen mehr müssen heute nicht nur reproduzierbar exakt, sondern auch möglichst energieeffizient ablaufen.

Technische und wirtschaftliche Alternative. Doch der Reihe nach: Im Normalfall werden zur Erzeugung hoher Press- und Druckkräfte wahlweise mechanische, hydraulische oder mechanisch-pneumatische bzw. mechanisch-elektrische oder vollelektrische Antriebe verwendet. Diese bauen massiv, haben entsprechend ein hohes Gewicht und lassen sich nur mit enormem technischen Aufwand feinfühlig genau steuern. Zudem sind sie aufwändig anzufertigen und verbrauchen nicht nur schon bei ihrer Herstellung, sondern vor allem auch im Betrieb jede Menge Ressourcen und Energie. Was Wunder, dass sich die Konstrukteure und Maschinenbauer nicht erst seit den Diskussionen um nachhaltige Ressourcenschonung und Energieeffizienz nach technischen und dabei auch in jeder Hinsicht wirtschaftlichen Alternativen umsehen. Das deutsche Technologie-Unternehmen TOX Pressotechnik GmbH & Co. KG in Weingarten bietet der Industrie dazu schon seit Langem eine Alternative, nämlich das pneumohydraulische Antriebs- und Presszylindersystem «TOX Kraftpaket». Dieses wird in seinen verschiedenen Ausführungen mittlerweile weltweit verkauft und setzt vor allem bezüglich Anwendungsvielfalt und Energieeffizienz nach wie vor und erst recht heute die Massstäbe.

Druckluft plus Hydraulik ergibt Pneumohydraulik. Bei dem pneumohydraulischen Antriebs- und Presszylindersystem handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um eine kompakte zylinderförmige Einheit, die lediglich mit Druckluft betrieben wird. Die Druckluft treibt dabei ein geschlossenes Ölzylinder- und Ventilsystem an, mit dem per Druckumwandlung sehr hohe Press- und Druckkräfte erzeugt werden. Der Clou dabei ist, dass die Druckluft zum einen für die schnelle Zu- und die schnelle Rückstellung des Arbeitskolbens in die und aus der Arbeitsposition sowie auch für den eigentlichen kurzen Krafthub und die Erzeugung der erforderlichen Presskraft genutzt wird. Dadurch lässt sich gegenüber herkömmlichen Press- und Druckkraft-

Ein TOX-Pressensystem mit Standardantriebszylinder TOX-Kraftpaket. (Bilder: zvg)

antrieben sehr viel Energie einsparen. Im Vergleich zu den herkömmlichen hydraulischen Antrieben sind zudem schnellere Arbeitszyklen möglich. Ausserdem sind die Betriebskosten und der Wartungsaufwand in der industriellen Praxis minimal. Schliesslich können auch die Anschlusskonstruktionen vereinfacht und damit weitere Kosten gespart werden. Power wie ein Hydraulikzylinder. Wie erwähnt ist für den Betrieb nur ein Druckluftanschluss erforderlich, während Hydraulikzylinder immer auch ein entsprechendes Aggregat benötigen. Des Weiteren verbindet man mit der Hydraulik Leckagen, Schmutz, Wartung und (Schlauch)Reparaturen. Deshalb ist eine ganzheitliche Sichtweise angebracht, wenn es um die Suche nach antriebstechnischen Lösungen bzw. Alternativen bezüglich des Aufbaus und der Ausrüstung von Pressen, Vorrichtungen und Maschinen geht. Im Handling, im Aufbau und in der Ansteuerung ähnlich einem Pneumatikzylinder, dabei aber die Power wie ein Hydraulikzylinder – was nach der Quadratur des Kreises klingt, ist als pneumohydraulische oder auch hydropneumatische Antriebseinheit bei TOX Pressotechnik schon lange Stand der Technik und in Standard- und Sonderausführungen für Presskräfte von 2 bis 2.000 kN erhältlich. Ein grosser Vorteil des patentierten pneumohydraulischen Antriebskonzeptes ist darin zu sehen, dass solche Zylinder die ideale Kombination zwischen den bekannten Leistungsmerkmalen der Pneumatik und denen der Hydraulik darstellen, u. a. durch im Vergleich hohe Kolbengeschwindigkeiten (Pneumatik) und geballte Kraft auf kleinstem Raum (Hydraulik). Weitere Vorteile sind die im direkten Leistungsvergleich zur Hydraulik wie zur Elektromechanik kompakten Baumasse, der automatisch einsetzende Krafthub sowie die sehr einfache Ansteuerung über standardisierte Ventiltechnik. Leistungsfähig und dauerbelastbar. Pneumohydraulische Antriebszylinder bedeuten niedrigerer Energieverbrauch, hohe Verschleissfestigkeit, hohe Hubfrequenzen, schonender Einsatz der Werkzeuge und reduziertes Geräuschniveau. Der Arbeitsweg ist in die drei Abschnitte luftbetriebener Eilhub, pneumohydraulischer Krafthub und luft-


Fluidik ●

technica 3.2012

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

Ein TOX-Kraftpaket in betriebsbereiter Standardausführung.

und VH, wobei P für einen speziellen Schweisszylinder und VH für einen ebensolchen Schweisszylinder mit Vorhub steht. betriebener Rückhub unterteilt. Zudem basieren die Zylinder selbst auf einer präzisen, hochleistungsfähigen Mechanik, einem doppelt gelagertem Arbeitskolben, einem hermetisch geschlossenen Dichtungskonzept und einem wirksamen Dämpfungssystem. Das Lieferprogramm umfasst heute je eine Baureihe Standard- und Kompaktzylinder S und K, eine sogenannte KT-Baureihe, bei der Arbeitszylinder und Druckübersetzerteil separate Einheiten bilden und somit mehr Einbauflexibilität bieten, die Baureihe S.50 mit einstellbarem Krafthub und eine Kompaktbaureihe K.51 mit Gesamthubeinstellung. Zudem gibt es eine Variante RP speziell für Prägearbeiten, die Bauform O, die nur einen Krafthub aber keinen Eilhub aufweist sowie die Versionen P

Individuell-flexible Auslegung möglich. Als weitere Ausrüstung wäre eine Dämpffunktion zu nennen, die zu schonenderen Abläufen beim Stanzen, Fügen, Clinchen, Verstemmen und Prägen usw. führt und den Verschleiss des Werkzeuges wie der Antriebseinheit verringert. Den vorläufigen Schlusspunkt der TOX-Kraftpaket-Antriebszylinder bildet die Baureihe line-Q, wobei es sich hier um eine technisch vereinfachte und damit kostengünstige Ausführung handelt. In der Praxis erreichen die Antriebseinheiten millionenfache Hubzahlen ohne Ausfall und ansonsten ist von Zeit zu Zeit nur der Austausch von Verschleissteilen wie z. B. Dichtungen erforderlich. Je nach Anwendungsfall sind hohe Hubfrequenzen mit 100 Hübe/Minute problemlos zu realisieren. Bei den Gesamthüben sind je nach Bauart 32 bis 400 mm und bei den Krafthüben zwischen 3 und 400 mm möglich. Damit ist eine individuell-flexible Auslegung für unterschiedlichste Anwendungen in der Produktion und in der Montage gegeben. Darüber hinaus sind in vielen Schweisszangen pneumohydraulische Zylinder als Druckerzeuger eingesetzt, wobei die Schweisszangen entweder stationär in Schweissstrassen eingebaut sind oder als kompakte Komplettzangen mittels Industrierobotern beliebig positioniert werden können. Top bei kurzen Zykluszeiten und langen Hüben. Bereits aus dieser Aufzählung wird klar, dass mit den Antriebs- und Funktionseinheiten die unterschiedlichsten Bearbeitungs- und Pressaufgaben platz-, energie- und kostensparend und damit in mehrfa-

Die Grafik zeigt den Energieverbrauch mit der Pneumohydraulik (nur grün) und mit einem Hydraulikantrieb (gelb + grün).

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cher Hinsicht wirtschaftlich zu erledigen sind. Als weitere Einsatzgebiete wären Spannvorrichtungen und Ähnliches zu nennen, wobei durch die im Bedarfsfall grossen Öffnungshübe mit Rückhub-Eilgang die Werkstücke schnell und einfach einzulegen/zu entnehmen sind. In Verbindung mit den kurzen Krafthüben lassen sich schnelle Zykluszeiten realisieren, was in der Praxis zu einer Verringerung der unproduktiven Nebenzeiten führt und die Produktivität der investitionsintensiven Fertigungsund Montageeinrichtungen spürbar steigern hilft. Da die Antriebszylinder oftmals in ein- bis mehrschichtig genutzten Vorrichtungen, Maschinen und Anlagen eingebaut sind, müssen sie natürlich auch den hohen Ansprüchen an Dauerleistungsfähigkeit und maximaler technischer Verfügbarkeit genügen. Wie angedeutet, kommen die leistungsfähigen, langzeitbelastbaren Antriebszylinder heute sowohl in Pressen und Standardmaschinen als auch in Sondergeräten zur Verwendung. Die Anwendungen betreffen alle Industriezweige und reichen bis in die Lebensmitteltechnik, die bekanntlich besondere Anforderungen stellt, etwa bezüglich der Energieversorgung. Ein pneumohydraulischer TOX-Kraftpaket-Antriebszylinder benötigt lediglich den besagten Druckluftanschluss, ein hydraulisches System benötigt ein Aggregat und dieses muss in einer dichten Wanne installiert sein. Der technische wie finanzielle Aufwand ist folglich deutlich höher. Letztlich sind es aber doch besonders die Energie- und damit die Betriebskosten, die bei der Hydraulik erheblich zu Buche schlagen. So bietet das pneumohydraulische Antriebssystem gerade bei kurzen Zykluszeiten und langen Hüben erhebliche Vorteile. Da es durchaus auch weniger zeitkritische oder auch Anwendungen mit nur kurzen Hüben gibt, wird mit dem KTSystem einen saubere Alternative für Ein- und Mehrzylinderlösungen angeboten, für die ebenfalls nur ein Druckluftanschluss erforderlich ist. ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Fluidik

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Kaeser Kompressoren / Ernst Schweizer AG – Generalerneuerung einer Druckluftanlage

Umfassende Nachhaltigkeit Die Metallbaufirma hat Erfolg mit ihrem umweltorientierten Denken, Handeln und den daraus entspringenden Produkten. Beim ganzheitlichen Streben nach mehr Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit unterzog das Familienunternehmen auch die hauseigene Druckluftversorgung einer genauen Prüfung – und liess sie anschliessend erneuern.

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ls ein führender Metallbauer fertigt die Ernst Schweizer AG innovative Produkte für maximale Energieeffizienz, die Bauherren und Architekten auch mit ihrer Ästhetik überzeugen. Dazu gehören etwa Fassaden und Holz-Metall-Systeme mit sehr hohen Dämmwerten, Sonnenenergie-Systeme und Glasfaltwände für höchste energetische Ansprüche. Viele von ihnen sind zur Verwendung in Minergie- oder gar Minergie-P-Bauten vorzertifiziert; einige sind für noch strengere Standards entwickelt worden und kommen in Plusenergiehäusern zur Anwendung. Doch darüber hinaus achtet Schweizer insgesamt auf geringe Umweltbelastung und sparsamen Ressourcenverbrauch während der gesamten Produktelebensdauer – von Rohstoffgewinnung über Herstellung, Montage und Anwendung bis hin zu Rückbau und Entsorgung.

Nachhaltige Unternehmensführung. Was bei anderen Firmen erst seit ein paar Jahren der Fall ist, als Zeitgeist sozusagen, gehört bei der Ernst Schweizer AG seit Jahrzehnten zu den Grundwerten. Dazu gehört aber nicht nur ein umweltorientiertes Denken und Handeln, sondern sich der sozialen Verantwortung bewusst zu sein. Diese sich auferlegten Firmenwerte gehören für die Firma zu einer sich nachhaltig entwickelnden Gesellschaft, deren Ziel es ist, gleiche Chancen auch für künftige Generationen zu schaffen. Mit den im Leitbild definierten «Schweizer-Erfolgspunkten» zu nachhaltiger Unternehmensführung differenziert sich das Metallbauunternehmen: zuverlässige, innovative Leistungen für Kunden; die Umweltbewusstsein bei Produkten und im ganzen Unternehmen; Sichern der Wettbewerbsfähigkeit durch Wirtschaftlichkeit und Effizienz; faires, verantwortungsvolles Zusammenarbeiten mit Partnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit dieser gelebten Nachhaltigkeit will Schweizer für die ganze Branche wegweisend sein und auch andere davon überzeugen, denselben Pfad zu begehen.

Druckluft wird bei Ernst Schweizer AG u.a. zur Steuerung bei den Fertigungsautomaten benötigt.

Wirtschaftlich erfolgreich. Das Konzept der Nachhaltigkeit vermag nicht nur ideell zu überzeugen, sondern kann im hart umkämpften Markt bestehen, wie zum einen die 2010 erwirtschafteten Zahlen zeigen, die zu den besten in der Geschichte der Ernst Schweizer AG zählen. Zum anderen belegt der Blick auf langfristige Kennzahlen den nachhaltigen Firmenerfolg: In 32 Jahren stieg der Umsatz um 181% und die Zahl der Vollzeitstellen um 94%. Die Umweltbelastungspunkte und die Treibhausgas-Emissionen aus dem Strom- und Wärmeverbrauch verminderten sich im gleichen Zeitraum um 29% resp. 72%, während sich der Endenergieverbrauch lediglich um 20% erhöhte.

Kurzporträt KAESER KOMPRESSOREN ist Anbieter von Produkten, Dienstleistungen und kompletten Systemen zur Versorgung von Produktionsund Arbeitsprozessen mit dem Energieträger Druckluft. Die Systemlösungen umfassen Drucklufterzeugung, Druckluftaufbereitung sowie Druckluftverteilung und zielen auf optimale Gesamtwirtschaftlichkeit ab. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie sehr hoher Produktqualität helfen Kaeser-Systemlösungen den Druckluftanwendern, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Im kontinuierlichen Dialog mit seinen Kunden entwickelt das Unternehmen zukunftsweisende Konzepte für die kontinuierliche Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit (Life-CycleCosts) und zur Erzielung höchstmöglicher Verfügbarkeit der Druckluftanlagen. ERNST SCHWEIZER AG wurde 1920 in Zürich als Bauschlosserei gegründet und seit 1965 im Besitz der Familie Schweizer hat das selbstständige Familienunternehmen neben dem Sitz in Hedingen weitere Standorte in Möhlin, St. Gallen und Affoltern am Albis sowie neun Verkaufsbüros in der ganzen Schweiz. Das im Säuliamt beheimatete Traditionsunternehmen erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von CHF 160 Mio. Schweizer beschäftigt rund 650 Mitarbeitende, davon 50 Lernende. Anfangs 2010 übernahm Schweizer das Traditionsunternehmen Tobler Metallbau AG in St. Gallen mit rund 18 Mitarbeitenden.

Der Anteil erneuerbare Energien nahm dabei von 5,7 % auf 69,9 % zu (Quelle: Nachhaltigkeitsbericht 2010). Mehr Druckluft mit weniger Energie. Bei diesen stetigen Bemühungen um mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wurde auch die Druckluftversorgung einer genauen Prüfung unterzogen: Hier waren drei 55-kW-Schraubenkompressoren eines anderen Anbieters installiert, welche erst mit einem Sigma Air Manager (SAM) von Kaeser Kompressoren zu einem einigermassen zufriedenstellenden Zusammenwirken gebracht werden konnten. Eine genaue Analyse der Druckluftauslastung und die anschliessende Auswertung der Daten mit dem Kaeser Energie-Spar-System (KESS) führte zu einer Generalerneuerung: Zwar tun in der neuen Druckluftstation jetzt vier Schraubenkompressoren Dienst (drei Anlagen vom Typ Kaeser ASD 37,


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Fluidik ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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22 kW, eine drehzahlgeregelte Anlage Kaeser CSD 102 SFC, 55 kW), welche allerdings sehr viel bescheidener zu Werke gehen: Lieferte die ersetzte Station mit der installierten Leistung von 165 kW 21,9 m3/min, so sind nunmehr lediglich 121 kW elektrische Antriebsleistung installiert, mit welchen die vom bewährten SAM koordinierte Kaeser-Station 20,2 m3/min liefert. Ersparnis: ca. 110 000 kWh oder rund CHF 16 500 pro Jahr. Weitere deutliche Energie- und Geldersparnis bringt die nahtlose Einbindung der Station in das betriebsweite Wärmerückgewinnungskonzept. Unternehmensleiter Hans Ruedi Schweizer: «Damit wir unsere 24-h-Produktion sicherstellen können, steht für uns hohe Verfügbarkeit im Vordergrund. Die Versorgung muss dabei aber möglichst energieeffizient erfolgen. Die Nutzung der Abwärme war für uns daher ein absolutes Muss.» (ea) ● KAESER KOMPRESSOREN AG 8105 Regensdorf, 044 871 63 63 info@swiss@kaeser.com, www.kaeser.com

Die neue Druckluftstation mit vier Schraubenkompressoren geht viel bescheidener zu Werke. Die Ersparnis: ca. 100 000 kWh oder rund CHF 15 000 pro Jahr. (Bilder: Kaeser Kompressoren)

Ernst Schweizer AG, Metallbau 8908 Hedingen, 044 763 61 11 info@schweizer-metallbau.ch www.schweizer-metallbau.ch

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Industrial Handling

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ABB-Roboter im Einsatz bei Müller Bräu in Baden

Ein Kistenstapler ohne Durststrecke Einen solchen Muskelprotz wünscht man sich beim Kistenstapeln: Er schuftet wie drei Schwerarbeiter, deckt einen grossen Arbeitsbereich ab, verfügt über eine geringe Taktzeit und nicht unwichtig bei dieser Aufgabe, er arbeitet, ohne ein Feierabendbier nehmen zu müssen. In der Badener Traditionsfirma Müller Bräu trägt ein ABB-Roboter zu einem effizienten Produktionsprozess bei.

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ier brauen hat in Baden Tradition: Seit 1897 wird an der Dynamostrasse Hopfen und Malz mit eigenem, frischen Quellwasser vergoren, das in einer Pipeline durch die halbe Stadt transportiert wird. Neun verschiedene Biersorten von Lager bis Urweizen, von alkoholfrei bis trüb, werden hier nach dem neuesten Stand der Technik gebraut. Längst wird das Bier in modernen Tanks fünf Wochen bei tiefen Temperaturen gelagert, aber noch immer erinnert das Sudhaus mit seinen imposant glänzenden Kupferbottichen an die alten Zeiten – Tradition und Fortschritt ist das Motto.

Modernisierte Produktion. In einem hart umkämpften Verdrängungsmarkt, der von Grosskonzernen dominiert wird, kann sich die Brauerei H. Müller AG als eine der vier grössten eigenständigen Schweizer Brauereien behaupten. «Wir haben in den letzten acht Jahren massiv in unsere Infrastruktur investiert und die Produktion modernisiert», erklärt Felix Meier, Geschäftsführer der Müller Bräu. In diesem Prozess musste auch die Kistenstapelanlage erneuert werden. Allerdings gab es dort ein Platzproblem: Mitten in dem engen Raum stand eine tragende Säule, die man nicht herausreissen konnte. Da die herkömmlichen Trockenplatzbewirtschaftungsanlagen viel

Das Platzproblem umgangen: Der gelenkige Arm beansprucht wenig Platz und deckt dennoch einen grossen Arbeitsbereich ab. (Bild: ABB)

zu gross für die Platzverhältnisse waren, kam man schnell auf eine Roboterlösung. Denn Roboter sind effizient, robust, beweglich und brauchen wenig Standfläche. Verschiedene Anbieter wurden angefragt, ein Systemintegrator, der ABB-Roboter einsetzt, bekam den Zuschlag. Grosse Effizienz bei wenig Platzbedarf. «Uns hat die individuell angepasste Lösung mit dem ABBRoboter am besten zugesagt», erinnert sich Meier. Denn statt eines beim Palettieren üblichen 4-Achsroboters wurde hier ein 6-achsiger IRB 6600 eingesetzt. Dieser deckt dank seines gelenkigen Arms einen grossen Arbeitsbereich ab und bewegt sich um Zentimeterbreite an der Säule entlang. Im Roboter sind zahlreiche Softwarefunktionen wie Kollisionserkennung und elektronische Bahnstabilisierung integriert, die geringe Taktzeit ermöglicht einen hohen Durchsatz – und damit eine optimal geregelte Leistungsfähigkeit pro Quadratmeter. Denn der Roboter macht zwei Jobs gleichzeitig: Einerseits greift er links in die angelieferte Palette mit den leeren, ungewaschenen Bierflaschen, stellt immer acht Harassen zusammen auf das Förderband, das zur Wasch- und Abfüllanlage führt. Andererseits nimmt er rechts die fertigen vollen Harassen wieder vom Tisch herunter und stapelt sie für die Auslieferung auf die Palette. Bei dieser Arbeit muss

er bis zu 270 Kilo Gewicht heben. Früher leisteten drei Mitarbeitende diese Schwerarbeit. Diese gehen jetzt anderen, körperlich weniger anstrengende Aufgaben nach. Lösungsorientierte Zusammenarbeit. Pro Tag werden bei Müller Bräu bis zu 60 000 Flaschen verarbeitet. 70 000 Hektoliter beträgt der Gesamtabsatz inklusive Handelsware pro Jahr, abgefüllt wird das Müller Bräu in 35 verschiedene Behältnisse und acht Harasstypen. «Der Roboter ist dabei zweifaches Nadelöhr. Dank der präzisen Programmierung von ABB ist er jedoch auf die verschiedenen Prozesse bestens abgestimmt und kann schnell umgestellt werden», führt der Geschäftsführer aus. Überhaupt kann Meier das Roboter-Team von ABB nur loben: Die Zusammenarbeit war immer kooperativ und lösungsorientiert. «Wir als Mittleres Unternehmen sind auf Automatisierung angewiesen und können uns nur dank effizienten Produktionsprozessen und bester Qualität behaupten», erklärt Meier. Sagt’s und trinkt einen Schluck des Müller Bräu Zwickelbiers, das der ABB-Roboter eben mitgeholfen hat zu verpacken. (ea) ● ABB ROBOTICS SCHWEIZ 8048 Zürich, 058 586 05 15 info@abb.ch, www.abb.ch/robotics


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INDUSTRIAL IT

● Konstruktion/CAx

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Eplan/Althaus AG – CAE-Plattform als Rückgrat der Datendurchgängigkeit im Unternehmen

«Durchlaufzeit um ein Drittel reduziert» Die schweizerische W. Althaus AG, ein Komplett-Dienstleister für die industrielle Automation, setzt die Eplan-Plattform als Rückgrat der Datendurchgängigkeit ein. Die Migration auf Eplan Pro Panel brachte einen Quantensprung in Sachen Prozessoptimierung.

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utomation ist für uns kein Fremdwort» – der Wahlspruch der W. Althaus AG übertreibt nicht. Rund 5000 Schaltschränke, von der Einzel- und Seriensteuerung bis zum Prototyp, und ca. 800 Kleinsteuerungen liefern die Spezialisten für industrielle Automation jährlich aus dem schweizerischen Aarwangen in alle Welt. Die komplett durchautomatisierte Floatglas-Produktionsstrasse in Südkorea mit Rund-umdie-Uhr-Verfügbarkeit gehört ebenso zum Kunden-Portfolio wie Schweizer Solaranlagen oder Förderanlagen in der Lebensmittelindustrie. Das familiengeführte Unternehmen bietet mit seinen rund 110 Mitarbeitern das komplette Dienstleistungsspektrum von der Projektierung, Hard- und Softwareentwicklung bis zur Auslieferung, Inbetrieb- und Endabnahme. Schaltschränke, Klemmenstege, Bedien- und Steuerpanels fertigt Althaus selbst auf über 6000 m2 Produktionsfläche. Auch die Kabel- und Aderkonfektionierung erfolgt im eigenen Haus. Das Elektro-Engineering mit Eplan Electric P8 und Eplan Pro Panel, dem 3DSystem für den Schaltanlagenbau, erledigen die Althaus-Konstrukteure komplett.

Integrative Prozesse, 3D-Daten inklusive. Die Vielseitigkeit der Eplan-Plattform kommt dieser flexiblen Firmenphilosophie entgegen: «Wir machen unseren Kunden keinerlei Vorgaben, weder über die verwendeten Materialien und Komponenten noch hinsichtlich der Einbindung von Gerätesteuerungen», erklärt Marco Schneider, Betriebsleiter der W. Althaus AG, die nicht umsonst Solution Partner einer Reihe namhafter Steuerungshersteller ist. Das setzt zwar die sorgfältige Pflege komplexer Artikeldatenbanken voraus; mit Eplan sei das aber gut zu bewerkstelligen: Die Materialdaten der meisten Hersteller können in 3D direkt eingelesen werden und den Abgleich mit Datenbanken von Kundenseite habe man mit einer selbst programmierten Lösung noch effektiver gemacht. Mit Flexibilität und einem hohen Automatisierungsgrad in Konstruktion und Produktion stellt sich Althaus den hohen Anforderungen im Wettbewerb. Die Vorlaufzeiten der einzelnen Projekte werden immer kürzer, schnelle Materialbestellung und minimale Durchlaufzeiten sind entscheidende Faktoren. Mit ATHAS, dem «Althaus Terminal Handling System», hat das Aarwangener Unternehmen aktuell eine herstellerunabhängige Universallösung für die automatische Herstellung von Klemmenstegen per Roboter auf der Basis von Eplan Pro Panel entwickelt, das seit Kurzem auch

Klemmenlieferanten und anderen Schaltschrankherstellern im Vertrieb angeboten wird. Nicht jedes Mal «bei null» beginnen. «Wir setzen auf einen möglichst hohen Automatisierungsgrad», bringt es Marco Schneider auf den Punkt. Für ihn ist die Eplan-Plattform deshalb nicht einfach Engineering- und ECAD-Software, sondern Rückgrat der Datendurchgängigkeit im Unternehmen. Bereits realisierte Projekte können aus den Datenbanken aufgerufen und wiederverwendet werden; so müssen die Althaus-Konstrukteure nicht jedes Mal «bei null» beginnen, wenn ein Kunde bei einer Nachbestellung Modifikationen verlangt. Standardisierung und Modularisierung

Neue Dimension: Eplan Pro Panel. Einen Quantensprung in Sachen Datendurchgängigkeit und Prozessoptimierung brachte die Migration von Eplan Cabinet auf das neue Eplan Pro Panel, das die W. Althaus AG als eines der ersten Schweizer Unternehmen eingeführt hat. Mit der neuen Generation der Software für den Schaltschrank- und Schaltanlagenbau wird jetzt über die gesamte EplanPlattform hinweg durchgehend mit 3D-Daten gearbeitet. Die Vorteile liegen für Roland Ackermann, Leiter Elektrokonstruktion, auf der Hand: Die Eplan-Plattform ist jetzt optimal integriert, der Wegfall bisher erforderlicher Zwischenschritte beim Datenaustausch bringt mehr Zeitersparnis und Fehlersicherheit, die Leistungsfähigkeit ist deutlich ver-

Marco Schneider: «Wir setzen auf einen möglichst hohen Automatisierungsgrad»

sind ein Schlüssel für mehr Effektivität. Vordefinierte Bausteine, Komponenten und Teilprojekte können samt den benötigten Artikeln und Materialien in den Eplan-Datenbanken als Makro hinterlegt und auf Folgeprojekte übertragen werden. Auch das ERP-System ist an Eplan gekoppelt – der Vorteil: Mit den automatisch generierten und angepassten Stücklisten kann Material, das nicht im eigenen Lager verfügbar ist, frühzeitig und genau nach Bedarf ohne kostspielige und zeitfressende Fehlbestellungen geordert und zugleich die Lagerhaltung effektiver organisiert werden. In Zeiten knapper Ressourcen und dadurch bedingt oft langer Lieferzeiten ist das bereits ein wichtiger Pluspunkt, meint Marco Schneider.

bessert und die Bedienung ist einfacher geworden – auch für Neueinsteiger. «Durch die 3D-Grafik ist die Simulation besser geworden, man sieht gleich, wo man was platzieren muss, und kann Kollisionspunkte schon von vornherein vermeiden», ergänzt Roland Ackermann; das erspare zeit- und kostenintensive nachträgliche Korrekturen. Vor allem aber können er und sein Team viel flexibler arbeiten: Weil alle Projektdisziplinen auf einheitlicher Datenbasis vernetzt sind und Änderungen oder Aktualisierungen sofort durchgehend bis hinab in die Stücklisten registriert werden, «kann ich auch mit dem gerätebasierten Montageaufbau beginnen und die Informationen für Schaltplan und Verbindungsdefinitionen später hinüberziehen» – das ge-


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INDUSTRIAL IT

Standardisierte Prozesse: Elektroschemata, Klemmen- und Aufbaupläne werden über die Eplan-Plattform generiert.

he schon «fast wie Windows, per Drag&Drop», meint der Elektrokonstruktionsleiter augenzwinkernd. Durchgängig bis in die Fertigung. Die Kommunikationsstärke schätzt Betriebsleiter Marco Schneider an den Eplan-Lösungen besonders. Beispiel Metallbearbeitung: Althaus setzt für flache Montageplatten eine schnelle Laserschneidmaschine mit einem Gewindeschneidkopf als ungewöhnlicher Zusatzausstattung ein, ausserdem ein 4-Achsen-CNCBearbeitungszentrum für Platten-, Kasten- und Gehäusebearbeitung. Die erforderlichen Bearbeitungsdaten werden in Eplan Pro Panel erzeugt und direkt in die Maschinensteuerung eingelesen. So wissen die Bearbeitungszentren ohne Übertragungsfehler, wo Gewinde, Löcher oder Ausschnitte für Kabelführung, Schalter oder Anschlüsse gesetzt werden müssen. Über Eplan werden nicht nur Elektroschemata, Materiallisten, Klemmenund Aufbaupläne generiert, sondern auch die Bearbeitungsdaten für das Kanal- und Schienenablängsystem, den Verdrahtungs-Assistenten und den bereits erwähnten Klemmensteg-Montageautomaten. Die automatische Kabelkonfektionieranlage erhält die benötigten Informationen zu Kabellängen, Litzen, Bündelung und Beschriftung ebenfalls direkt aus Eplan auf Grundlage der Schaltplan- und 3D-Kabelrouting-Daten und erzeugt damit einbaufertige und eindeutig beschriftete Kabelbündel. «Wenn unsere Mitarbeiter in der Produktion mit dem Aufbau beginnen, ist alles da, alles vorgerüstet; sie setzen praktisch einen ‹Bausatz› zusammen und müssen sich Material und Aufgaben nicht umständlich aus den Montageplänen zusammensuchen», resümiert Marco Schneider.

Das rechnet sich bereits ab Stückzahl 1, erläutert der Betriebsleiter: Das Tempo steigt, und gleichzeitig werden Fehler minimiert. Zeit- und kostenintensive Korrekturen lassen sich vermeiden, und nicht zuletzt kann das Personal flexibler eingesetzt werden. Serien- und Routineaufgaben können bei diesem hohen Vorbereitungsgrad auch nicht spezialisierte Mitarbeiter übernehmen. Bei Althaus kümmern sich die Mitarbeiter jeweils in Teams um Aufbau, Verdrahtung und Qualitätskontrolle; geprüft wird manuell und automatisch mithilfe der selbst entwickelten Teststeuerung «Panel Scout».

(Bilder: W. Althaus AG)

Prozess um 30 Prozent beschleunigt. Die möglichst weitgehende Standardisierung und Automatisierung der Prozesse durch den Einsatz der EplanPlattform hat die Durchlaufzeiten im Unternehmen um ein rundes Drittel reduziert, schätzt Marco Schneider. Die gesamten Produktionsunterlagen sind durchgängig, verlässlich und komplett aus einem Guss; die Projektdokumentation entsteht quasi im Vorbeigehen. Wer so arbeiten will, braucht freilich zum einen ein gewisses Umsatzvolumen, das die Investition in die erforderliche Infrastruktur trägt, und flexible, mitdenkende und mitziehende Mitarbeiter, deren Weiterqualifikation das Unternehmen sich ebenfalls einiges kosten lässt. Mit den besten verfügbaren Technologien zu arbeiten, ist bei der W. Althaus AG schliesslich Unternehmensprinzip. Dabei schaut man gern auch mal über den Tellerrand und tut etwas für ressourcenschonenden Energieeinsatz: Auf dem Dach der neuen Produktionshalle liefert eine 380-kW-Photovoltaikanlage umweltfreundlichen Solarstrom. (ea) ●

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Eplan Pro Panel bringt 3D ins Projekt. Änderungen lassen sich disziplinübergreifend bis in die Stücklisten integrieren.

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INDUSTRIAL IT

● Konstruktion/CAx

3.2012 technica

Kissling AG konstruiert und optimiert Entwicklungen mit Solidworks Premium und Solidworks Enterprise PDM Software

Getriebe für die Zukunft Die Kissling AG gehört seit Jahren zu den führenden Anbietern von innovativen Getriebelösungen. Die Vorteile des mittelständischen Familienunternehmens sind neben einer schlanken Firmenstruktur auch die hohe Flexibilität, die es ermöglicht, individuelle Antriebslösungen zu produzieren. Die Entwicklungsabteilung bei Kissling vertraut dabei unter anderem auf die 3D-CAD-Lösung Solidworks Premium sowie Solidworks Enterprise PDM für das Produktdatenmanagement.

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ie Gründung der Firma Kissling geht auf das Jahr 1925 zurück. Seitdem entwickelt und baut das Unternehmen Getriebe, die sich damals wie heute durch Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit auszeichnen. Zum Einsatz kommen sie in Seil- und Achterbahnen, Zement- und Zuckermühlen sowie in Papiermaschinen, Extrusionsanlagen, Rührwerken, Prüfständen und Kraftwerken. Im Jahre 2009 wurde gleichzeitig mit der Namensänderung in «Kissling AG» auch der Umzug an den heutigen Hauptsitz des Unternehmens nach Bachenbühlach vollzogen. Ein Standort, der Platz für Wachstum bietet. «Heute beschäftigen wir 40 Mitarbeitende, darunter sechs Konstrukteure – Tendenz steigend», erzählt Mauro Zaccone, Verkaufsleiter bei der Kissling AG. «Nachdem wir vor gut vier Jahren die Konstruktion von 2D auf 3D umgestellt und 2008 auch eine Produktdatenmanagementlösung eingeführt haben, konnten wir unsere Entwicklungsprozesse beschleunigen und auch die Qualität unserer Getriebe nochmals erhöhen. Das bleibt am Markt nicht unbemerkt.»Die Kissling AG liefert neben kleinen industriellen Serien überwiegend Einzelstücke aus. Im Bild ein AstroGetriebe mit Leistungsverzweigung für hohe Übersetzungen.

Unterstützung bei Fragen rund um die Solidworks Lösungen bietet die Solid Solutions AG, autorisierter Solidworks Vertriebspartner mit langjähriger Erfahrung im Projektgeschäft. Die Konstrukteure von Kissling besuchten bei Solid Solutions beispielsweise Seminare zu den Themen Konstruktionsrichtlinien und Normteile, die gerade den überwiegend jungen Konstrukteuren eine gute Basis boten. «Wir beschäftigen sehr viele junge Mitarbeiter, die zu ihren theoretischen Kenntnissen praktische Erfahrungen sammeln müssen. Dabei geht es nicht nur um das Know-how in der Konstruktion, sondern auch im Maschinenbau, wie etwa dem Zusammenbau eines Getriebes. Daher war es uns bei der Einführung der Solidworks CAD Software sehr wichtig, gleich von Beginn an so effizient wie möglich zu arbeiten», so Zaccone. Auch ein Marketinginstrument. Überzeugende Kriterien der Solidworks Premium Software waren neben der Anwenderfreundlichkeit auch das einfache Modellieren, mit dem sich Änderungen schnell und einfach vornehmen lassen. Die Teamkonstruktion wird zudem durch die FeatureStruktur unterstützt, die eine personalübergreifende Modellierung erst möglich macht. Darüber hinaus stehen laut Zaccone Funktionen wie die automatische Bemassung, die Verknüpfung von Elementen oder auch der Import von Beschriftungen aus dem Modell in die Zeichnungen bei den Konstrukteuren hoch im Kurs. Da sich Kissling für das Premium-Paket entschieden hat, stehen den Mitarbeitern neben den CAD- auch Simulationsund FEM-Funktionen zur Verfügung. Die Möglichkeit, bewegte 3D-Modelle darzustellen, kommt dabei hauptsächlich im Marketing zum Tragen, wie etwa

bei der Darstellung eines Getriebes auf der Website oder in Kundenpräsentationen. FEM-Berechnungen mit der SolidWorks Premium Software werden für die grobe Gehäuseauslegung herangezogen. Alle anderen Berechnungen von Maschinenelementen erfolgt durch KISSsoft, einem Softwarepaket, das ursprünglich aus dem Unternehmen Kissling hervorgegangen ist und heute unabhängig entwickelt und vertrieben wird. Kleinserien und Prototypen. Die Kissling AG liefert neben kleinen industriellen Serien, wie etwa einem Planetengetriebe für einen Kunden, überwiegend Einzelstücke aus. Diese Prototypen basieren zwar ebenfalls auf Standardkomponenten, dennoch haben die Kunden von Kissling grossen Einfluss auf ihre Bestellung. Mauro Zaccone: «Wenn man wie wir Prototypen verkauft, dann hat man schnell eine individuelle Skizze auf Basis der Kundenwünsche und der spezifischen Leistungsdaten gezeichnet. Mit dieser Layoutzeichnung entscheidet der Kunde über die Auftragsvergabe. Sind die Forderungen erfüllt, geht es an die Grundkonstruktion und im weiteren Verlauf an die Detailkonstruktion des Getriebes. Dabei muss jeder Auftrag sprich jedes 3D-Modell von Grund auf neu aufgebaut werden. Auch wenn das anfänglich zeitraubend erscheinen mag, so haben wir sehr schnell festgestellt, dass die Wiederverwendung von Bauteilen in 3D deutliche Einsparungen bringt. Das Anlegen einer Normteilbibliothek war hierbei sehr hilfreich.» Sinnvolles Produktdatenmanagement. Um die Wiederverwendung von Teilen und Baugruppen weiter zu optimieren, wurde schnell klar, dass der nächste logische Schritt die Implementierung einer automatisierten Produktdatenverwaltung war. Auch hier begleitete die Solid Solutions vor drei Jahren die Einführung von Solidworks Enterprise PDM. «Wir haben einen Benchmark-Test initiiert, den die Solidworks Lösung klar für sich entschied. Mit diesem Produkt haben wir ein anwenderfreundliches Werkzeug für die Produktdatenverwaltung gefunden, das die Effizienz im gesamten Entwicklungsprozess bei Kissling erhöhte», erklärt Zaccone. Im CAD-Bereich werden heute mit Solidworks Enterprise PDM alle projektspezifischen Daten verwaltet wie etwa Zeichnungen, Skizzen oder Worddokumente eines Kunden. Die PDM-Lösung verwaltet neben Solidworks und anderen CAD-Daten auch Office-Dokumente, PDF, Bilder sowie Berechnungen aus dem Softwarepaket KISSsoft.


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Konstruieren mit 3D und die Einführung von Enterprise PDM führten zur Qualitätssteigerung. (Bilder: Kissling)

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neering-Betrieb sind und die komplette Fertigung ausgelagert ist, sind aktuelle Datenbestände ein absolutes Muss!» Mithilfe der Workflow-Funktionen von Solidworks Enterprise PDM setzte Kissling Arbeitsabläufe auf, die Revisionskontrollen besser steuer- und kontrollierbar machen. Dadurch können Zeitvorgaben besser eingehalten und die Weitergabe falscher oder noch nicht freigegebener Daten an die Fertigung vermieden werden. «Wir sind mit Solidworks Enterprise PDM rundum zufrieden und sehen es als ein Programm, auf das wir nicht mehr verzichten möchten», fasst Zaccone zusammen. «Eine CAD-Entwicklung ohne unser PDM-System können wir uns nicht mehr vorstellen.» ●

Durch ein von Kissling gut ausgewähltes Archivierungssystem ist man überdies in der Lage, alle mit einem Projekt in Verbindung stehenden Daten einschliesslich aller Kommunikationsprozesse wie E-Mails oder Telefonkontakte abzulegen und für spätere Rückfragen bereitzuhalten. Zeitvorgaben besser eingehalten. Die Archivierung hilft den Mitarbeitern, in der Konstruktion nicht nur Prozesse nachzuvollziehen, sondern auch Teile bzw. Baugruppen für aktuelle Konstruktionen wiederzufinden und zu nutzen. Laut Zaccone unterstützen hierbei auch die tabellarischen Modellierungen im CAD, durch die man Teile immer wieder einsetzen kann und diese nicht wie früher teilweise neu erstellen muss. Derzeit wird die PDM-Lösung nur in der Technik genutzt, allerdings ist die Anbindung an andere Abteilungen in Zukunft geplant. «Künftig möchten wie die Vorteile auch anderen Mitarbeitern zugänglich machen, um Fehler im gesamten Unternehmen, von der Konstruktion und Entwicklung über den Einkauf und die Fertigung bis hin zum Vertrieb, zu vermeiden. Auch arbeitet ein Team derzeit daran, die internen Abläufe im Änderungswesen zu verbessern und den Workflow in der gesamten Firma noch stärker anzupassen», erläutert Zaccone. «Insgesamt soll die Fehler-

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INDUSTRIAL IT

● Konstruktion/CAx

3.2012 technica

Die Carbomill AG setzt Delmia V6 Machining ein

Kaum installiert, schon wird präzise produziert Die Carbomill AG, Seon, setzt als Kompetenzzentrum für die mechanische Bearbeitung von Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen und Formenbau auf den Einsatz von Delmia V6 Machining. Präzision auf den Punkt bringen ist das Credo und galt für alle Beteiligten. Schon 24 Stunden nach der Installation konnten die Schweizer hochgenaue Formen fräsen.

E

ine Start- oder Projektphase gab es für die Firma Carbomill in Seon nicht. «Wir musste von der ersten Minute an effizient arbeiten, sonst wäre die Unternehmung zum Scheitern verurteilt gewesen», erzählt Patrick Meyer, der die Carbomill AG im Juni 2011 gründete. Zu den Startbedingungen zählten: Viel Mut, eine teure CNC-5-Achs-Fräsmaschine, die Software Delmia V6 Machining und einige Kunden, die ihm von Beginn an ihr Vertrauen schenkten, aber auch sofort erstklassige Produkte und Einhaltung der eng gesetzten Termine erwarteten. «Unter diesen Umständen war das reibungslose Funktionieren der Prozesse bei Carbomill extrem wichtig», erklärt Patrick Meyer. «Unabdingbar dabei war es, dass die Software und ihre Schnittstellen vom ersten Augenblick an prozesssicher funktionierten.» Und das taten sie dank der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Dassault Systemes, Carbomill und der Helbling IT Solutions, Zürich, die für den Vertrieb und Support vor Ort verantwortlich ist.

Höchste Oberflächengüte und Genauigkeit. Bei der Bearbeitung von Produkten, insbesondere bei CFK-Strukturteilen für die Hightech-Industrie, werden höchste Ansprüche an die CAM-Programmierung, den Umgang mit den Materialien und den richtigen Werkzeugeinsatz gestellt. «Mit unserer hochmodernen und dynamischen CNC-gesteuerten Fünfachs-Fräsmaschine bieten wir eine Bearbeitungsqualität in höchster Oberflächengüte und Genauigkeit an», betont Patrick Meyer. Dies gilt für den Formenbau wie für die Herstellung von Strukturteilen aus verschiedensten Materialien, u. a. CFK-Komponenten in direkter Verbindung mit Titan, Aluminium oder Honeycomb. Diffizile Vorgehensweise. «Durch unser Fachwissen in der Herstellung von Komponenten aus Faserverbund-Werkstoffen verstehen wir den gesamten Produktionsprozess und können so strukturelle Schäden an den sehr teuren Komponenten, die aufgrund der mechanischen Bearbeitung entstehen können, verhindern. Die Fräsbearbeitung von Faserverbund-Werkstoffen verlangt nach einer absolut diffizilen Vorgehensweise, angefangen bei der CAM-Programmierung, über die Aufspannung bis zur eigentlichen Bearbeitung.» Der eigene Lehren- und Spannvorrichtungsbau eröffnet den anspruchsvollen Kunden aus Luft- und Raumfahrt, dem Rennsport, aber auch Forschung und Medizin, ungeahnte Bearbeitungsmöglichkeiten und neue Perspektiven in Design und Konstruktion.

«Wer V5 kann, kapiert V6 sofort». «Die meisten unserer Kunden arbeiten heute mit Catia. Das ist praktisch der Standard. Da macht es natürlich absolut Sinn, wenn wir für unsere CNC-Maschinen Delmia V6 Machining einsetzen. Dabei haben wir den grossen Vorteil, dass wir keine Schnittstelle brauchen, was die Arbeitsprozesse insgesamt natürlich sehr vereinfacht und schneller macht», erklärt Patrick Meyer. «Wir haben uns direkt für Delma V6 Machining entschieden, weil wir bei anderen Unternehmen in der Vergangenheit bereits erfolgreich mit den Ver-

Besonders schätzt Patrick Meyer auch die neue integrierte Werkzeugdatenverwaltung. Hier können komplexe Werkzeugaufbauten verwaltet werden ohne die bisher notwendigen zusätzlichen separaten Produkte. Die Bedienung und Simulationen sind dank kürzerer Rechenzeiten jetzt viel schneller. Stets auf aktuelle Daten zugreifen. In der PLM-Umgebung von V6 kann Carbomill einfach auf stets aktuelle Daten wie Fertigungsressourcen, NC-Programme, Bauteilversionen oder Aufspannungen zugreifen. Dies führt zu einer höheren Standar-

Carbomill-Gründer Patrick Meyer: «Die Software und die Schnittstellen mussten vom ersten Augenblick an prozesssicher funktionierten.» (Bilder: Dassault Systèmes)

sionen V4 und V5 gearbeitet haben», sagt Patrick Meyer. «Bei V6 gibt es einige neue Operationen. Die Benutzeroberfläche ist z. B. jetzt viel übersichtlicher und effizienter. Es werden weniger Clicks benötigt, um ans Ziel zu kommen. Der Aufbau ist logischer und intuitiver. Wer V5 kann, kapiert V6 sofort», resümiert der Jungunternehmer. Probleme schon frühzeitig erkennen. Delmia V6 Machining erlaubt Fertigungsunternehmen die Planung, Detaillierung, Simulation und Optimierung ihrer Bearbeitungsprozesse. Durch die enge Integration zwischen der Werkzeugmaschinen-Simulation und der Definition der Werkzeugwege können NC-Programmierer mögliche Probleme schon frühzeitig während der NC-Programmierung erkennen und lösen.

disierung und Automatisierung bei der Erstellung von NC-Programmen durch Ablage und Wiederverwendung des unternehmerspezifischen Fertigungswissens (Intellectual Property) im PLM-System. Auch die Datenverwaltung ist für Patrick Meyer jetzt noch komfortabler, da sie jetzt nicht mehr File-basiert ist, sondern direkt und jederzeit Zugriff auf den aktuellen Datenstand durch Nutzung einer zentralen unternehmensweiten Datenbank erlaubt. Die datenbankbasierte Verwaltung hat den Vorteil, dass sie hinsichtlich ihrer Struktur flexibel ist und daher individuell gestaltet und aufgebaut werden kann. Bei ähnlichen Bauteilen Zeit sparen. «Jeder Kunde hat andere Wünsche und Bedürfnisse. In der Datenverwaltung lassen sich die verschiedenen


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tionsfunktionen verbessert die Zusammenarbeit zwischen Konstrukteur und NC-Programmierer bzw. NC-Programmierer und Maschinenbediener. So ist beispielsweise auch der Support nun viel einfacher und schneller. Delmia V6 Machining liegt auf einem eigenen Server, der den externen Zugang sowie eine exklusive Bearbeitung von aussen erlaubt. Hier zeigt sich das Team von Janos Barko der Firma Helbling IT Solutions aus Zürich als idealer Partner. Der wichtige Support steht praktisch rund um die Uhr zur Verfügung. Und das war bei Carbomill auch von entscheidender Bedeutung.

Markus Schwarz, Programmierer bei Carbomill, vor der CNC-5-Achs-Fräsmaschine. Die Bearbeitung von Faserverbund-Werkstoffen verlangt eine diffizile Vorgehensweise, angefangen bei der CAM-Programmierung, über die Aufspannung bis zur eigentlichen Bearbeitung.

Produkte flexibel und kundenspezifisch ablegen. Dokumentationen sind einfacher nachverfolgbar und können jetzt mit wenig Aufwand auf den Bildschirm geholt werden», betont Patrick Meyer. «Dies ist besonders bei Folgeaufträgen, die häufig Ähnlichkeiten mit vorangegangenen Aufträgen aufweisen, von hohem Nutzen. Denn mit wenig Aufwand ist auf dem Bildschirm ersichtlich, was für den neuen Auftrag relevant ist . So vereinfacht sich die Herstellung neuer, ähnlicher Bauteile nicht nur, sondern spart wertvolle Zeit ein. «Dank der integrierten Datenbank und der vereinfachten Hand-

habung von Delmia V6 Machining ist beim CNCProgrammierprozess ein Zeitvorteil von zehn bis zwanzig Prozent zu verzeichnen», ist Patrick Meyer überzeugt. Support nun viel einfacher und schneller. In einer einzigen abgesicherten Umgebung von der Konstruktion bis zur Fertigung sind eine bessere Zusammenarbeit aller internen und externen Projektbeteiligten und ein einfaches Lifecycle-Management möglich. Die Nutzung einer gemeinsamen System-Plattform mit integrierten Kommunika-

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Installieren und gleich produzieren. Insgesamt dauerte die Installation drei Tage. Die alten Datensätze konnten einfach und unkompliziert übernommen werden. Nach der folgenden viertägigen Schulung war alles implementiert und die komplette Produktion konnte beginnen. «Bereits einen Tag nach der Installation haben wir Teile gefräst und zur Zufriedenheit des Kunden abgeliefert», freut sich denn auch Patrick Meyer und lobt nochmals die ausgesprochen positive Zusammenarbeit der Beteiligten von Dassault Systemes, Helbling IT Solutions und Carbomill. (ea) ●

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● MES

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Anforderungen, um die Fertigung zu optimieren mit Shop Floor Management

Die Fabrik 2.0 erkennt Störungen in Echtzeit Maschinenstillstand, Fehlersuche, Wartezeit, Verschwendung: Ungewollte Störungen gehören zum Alltag in der Industrie. Doch jede Fertigung lässt sich optimieren – mit Shop Floor-Management: In der «Fabrik 2.0» ermitteln webbasierte IT-Systeme die Leistung von Anlagen in Echtzeit – Fehler werden in Sekundenschnelle lokalisiert und können sofort eliminiert werden. P H I L I P P E H O LT H U I S

S

chweizer Präzision ist weltweit geschätzt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Immer mehr industriell fertigende Unternehmen erkennen, dass sie sich durch Flexibilität und Ressourceneffizienz vom Wettbewerb differenzieren müssen. Ein Hebel dazu ist, die eigene Produktion kontinuierlich zu verbessern – Verfügbarkeit, Leistung, Qualität. Das geht nachhaltig nur mit intelligent vernetzter Software auf der Planungs- (Top Floor) und der Produktionsebene (Shop Floor). Ein Unternehmen, in dem jeder in seinem Bereich – vom Maschinisten bis zum Manager – Störungen sofort erkennen und abstellen kann, wird auch dauerhaft die Produktivität steigern. Bis zu 20 Prozent verbesserte Anlagenleistung in einem Jahr sind drin.

Vorteil integrierte Shop Floor-Lösung: Vom Werker bis zum Manager hat jeder den Leistungsstand der Maschinen an seinem Bildschirm vor Augen. (Bilder: zvg)

Der Weg dorthin heisst: Shop Floor-Management. Es liefert Technologie- und Prozesslösungen, welche dafür sorgen, dass Daten in der Fabrik in Echtzeit präzise gemessen und in die Unternehmensplanung eingespeist werden. Zu den Unternehmen in der Schweiz, die ihre Produktion durch Shop Floor-Management dauerhaft optimieren, zählen

unter anderem MPS Micro Precision Systems und Synthes. Die Produkte dieser Unternehmen zählen zum Besten, was die Schweizer Industrie zu bieten hat. MPS beispielsweise hat seit 2009 die Forcam Shop Floor-Lösung «Factory Framework» im Einsatz. Nach erfolgreicher Pilotierungsphase werden heute

mittlerweile mehr als 80 Maschinen mit der Technologie gesteuert. In einem «Fertigungsleitstand» können die MPS-Mitarbeiter die Produktion in Echtzeit laufend überwachen und justieren, das Management arbeitet mit objektiven Produktionsdaten. Doch was genau macht ein modernes Shop Floor-Management aus? Anforderung 1: Wertorientierung. Der erste Schritt ist, einen objektiv messbaren Wert zu definieren, der Verschwendung in der eigenen Produktion aufzeigt und damit reduzierbar macht. Häufig genutzt wird die Kennzahl OEE – Overall Equipment Effectiveness (Betriebsnutzungszeit). Zudem wird ein Produktionsbereich festgelegt, in dem eine leistungsstarke MES-Produktionssoftware (Manufacturing Execution System) zum Einsatz kommen soll. Es ist ratsam, einen «Problembereich» auszuwählen, um das neue MES in einer Pilotphase zu installieren, während die Produktion weiterlaufen kann, und um zügig Erfolge zu erzielen.

Einheitliche Kennzahl: Viele Unternehmen messen die Gesamtanlagen-Effektivität (OEE – Overall Equipment Effectiveness) visualisiert an den Bildschirmen von Machern und Managern.

Anforderung 2: Transparenz. Ziel ist, objektive Leistungsdaten der Maschinen zu erfassen und zusammen mit Produktionszielen dorthin visuell zu kommunizieren, wo sie benötigt werden. Deshalb muss das MES technologisch auf höchstem Niveau sein – webbasiert, unicode-fähig, sekundengenau. Letzteres ermöglicht so genanntes Complex Event Processing (CEP). Das aus der Finanzwirtschaft stammende CEP ist eine Technologie zur Echtzeit-Analyse von grossen Ereignis-Strömen innerhalb von Millisekunden. Was in Zürich und an anderen Börsen Geldströme erfasst, hat Forcam für die Produk-


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tionssteuerung erschlossen. Webbasiertes CEP mit Unicode ermöglicht es, sich in Echtzeit an jedem Ort der Welt und in jeder Sprache über den exakten Leistungsstand von Maschinen, Anlagen und ganzen Fabriken zu informieren. Leistungsfähige MES-Technologie lässt sich zudem an Maschinen unterschiedlicher Hersteller anschliessen. Durch einen flexiblen Maschinenkonnektor sind auch heterogene Maschinensteuerungen möglich. Werden zusätzlich alle Daten direkt im Hauptspeicher (Live Cache) vorgehalten, entsteht eine zentrale Plattform zur Echtzeit-Messung aller gewünschten Leistungszustände in der Produktion – Fehler, Ausschuss, Soll-Ist-Vergleiche, Betriebsnutzungszeiten, Optimierungspotenziale. Immer wird eine Abweichung vom Soll werden sofort erkennbar. Anforderung 3: Synchronisation. Sind die Ziel-Messdaten definiert und die Maschinen angeschlossen, sollten Produktion und Prozesse bedarfsgerecht synchronisiert und fein gesteuert werden – Bedarf und Produktion, Kapazitäten und Ziele. Zusätzlich werden ERP-Planung (Enterprise Ressource Planning) und Produktion, Top und Shop Floor, integral vernetzt. Die nahtlose Echtzeit-Verknüpfung erfolgt per Adapter. Auch in der SAP-Welt sind keine Modifikationen am Standard oder zusätzliche Lizenzen erforderlich. In SAP sammelt ein «MES-Verteiler» alle Daten und führt die konfigurierbaren Aktionen aus – Auftragsdaten, Maschinenkapazitäten, Schichten, Stammdaten. Die Kommunikation funktioniert auf verschiedensten Technologien (RFC/IDOC, SOA, PI). Der Wirkungsgrad von Standard-ERP wird so deutlich erhöht. Anforderung 4: Standardisierung und moderne Führung. Schliesslich ist eine Regelkommunikation zwischen allen Beteiligten – vom Werker bis zur Geschäftsleitung – nötig. Nur so verändern sich Abläufe, die bislang regelmässig für ungewollte Ausfälle gesorgt haben – der Startschuss für einen

Das Auge fertigt mit: Zum Shop Floor-Management gehört auch ein übersichtliches Hallen-Layout – wie hier beim Technologie- und Weltmarktführer im Bereich Umformtechnik Schuler Pressen in Göppingen.

nachhaltigen Optimierungsprozess. Erst die standardisierte Kommunikation von Soll- und verlässlichen Ist-Daten auf allen Ebenen führt zu stabilen Prozessen, senkt die Kosten und steigert die Produktivität. Doch die Technologie drängt den Menschen nicht in den Hintergrund. Im Gegenteil: Die klügste Technologie ist nutzlos, wenn die Mitarbeiter, die sie anwenden sollen, nicht von ihr überzeugt sind. Ein moderner Führungsansatz und glaubwürdige Überzeugungsarbeit sind notwendig, um mögliche Technologie-Ängste zu beseitigen und eine Prozessoptimierungskultur entstehen zu lassen. Diese Kultur wird wachsen, sobald für jeden erkennbar

wird, dass das Mehr an präzisen Messdaten letztlich die Produktivität steigert und für eine höhere Standort- und Arbeitsplatzsicherheit sorgt. ●

FORCAM FORCAM GmbH 88045 Friedrichshafen, +49 7541 39908 0 info@forcam.de, www.forcam.de Autor Philippe Holthuis ist Country Manager Schweiz des IT- und Beratungshauses FORCAM GmbH

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BILDUNG

● Ausbildung

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Junger Beruf mit grossem Potenzial: der Recyclist

Fachgerecht trennen Den Beruf des Reyclisten gibt es erst seit zehn Jahren. Er kann also noch als zartes Pflänzchen bezeichnet werden. Doch die Rohstoffwiederverwertung und damit die Ausbildung von qualifiziertem Personal gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um der steigenden Komplexität Rechnung zu tragen, hat das Berufsbild grosse Veränderungen erfahren. DANIEL WAGNER

Hans Wild (62) ist Präsident des Berufsbildungsverbandes Recycling Ausbildung Schweiz. R-Suisse ist die Trägerorganisation für die Ausbildung der Recyclistinnen und Recyclisten EFZ in der Schweiz. Er hat zusammen mit einer kleinen Kerngruppe diesen faszinierenden Beruf vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Seither zieht er auf ehrenamtlicher Basis die Fäden, aus Überzeugung, wie er sagt. «technica» sprach mit ihm über das grosse Potenzial und die Herausforderungen für die rund 100 Ausbildungsstätten und die 40 Lernenden, welche diesen Beruf jedes Jahr ergreifen. — Herr Wild, was hat sie vor einem Jahrzehnt dazu bewogen, den Beruf des Recyclisten ins Leben zu rufen? Als Inhaber eines Recyclingunternehmens in Dübendorf war ich während Jahrzehnten tagtäglich mit der Wiederverwertung von Rohstoffen aller Art konfrontiert. Die steigende Sensibilisierung in der Gesellschaft betreffend Rohstoffrückgewinnung hat mich dazu bewogen, diese spannende Ausbildung zu lancieren. Wir alle wissen, dass viele der wertvollen Rohstoffe nicht nachwachsen und somit nicht in unbegrenzten Mengen verfügbar sind. Deshalb kommt der fachgerechten Trennung und Wiederverarbeitung eine immer grössere Bedeutung zu.

Das ist in der Tat ein guter Vergleich. Die stetig steigenden Rohstoffpreise und knapper werdenden Ressourcen erhöhen zwangsläufig den Druck, diese wertvollen Stoffe der Wiederverwertung zuzuführen, statt sie gedankenlos zu entsorgen. — Inwiefern sind da der Berufsmann und die Berufsfrau gefordert? Die Vielfalt der im Recyclingbetrieb angelieferten Rohstoffe fordern den Lernenden immer wieder aufs Neue heraus. Metall ist nicht gleich Metall. Beim Kupfer beispielsweise unterscheiden wir zwischen 15 verschiedenen Unterarten, dasselbe trifft auch auf Aluminium und weitere Metall- oder Papiersorten zu. — Der Recyclist wird zuweilen auch als «Beruf zweiter Klasse» gehandelt. Weshalb ist das so? Die fachlichen Kompetenzen werden manchmal unterschätzt. So mancher Jugendliche stösst erst dann auf unseren Beruf, wenn es mit dem angestrebten Traumberuf nicht geklappt hat. Aus Sicht der fachlichen Anforderungen kann man diese Berufsausbildung durchaus mit jener des Polymechanikers oder Automechanikers vergleichen.

— Sie können auf das erste Jahrzehnt der Ausbildung zurückblicken. Wie hat sich dieser Beruf zwischenzeitlich entwickelt? In den ersten zehn Jahren stand der Fokus bei der Wiederverwertung von Metall, Stahl, Papier und Karton. Aufgrund des erhöhten Bewusstseins, sorgsam mit den knapper werdenden Rohstoffen umzugehen, ist die Wertstoffpalette zwischenzeitlich grösser geworden.

— Was tun Sie, um dieses Image zu korrigieren? Es geht nichts über eine kompetente Information. Schliesslich ist keinem Lernenden gedient, wenn er seine Ausbildungszeit beispielsweise wegen Überforderung abbrechen muss. Wir wissen aber, dass wir als kleiner Verband nie die Mittel haben wie eine grosse Berufsbildungsorganisation.

— Das blieb für die Berufsausbildung nicht ohne

— Wie sieht es mit den Anforderungen aus? Ein ausgeprägtes technisches Verständnis, praktische Folgen? Hans Wild, Präsident R-Suisse (Bild: R-Suisse) Richtig! Im August 2011 haben wir die erste BerufsbilVeranlagung, sorgfältige Arbeitsweise und eine kräfdungsreform mit Erweiterung der Wertstoffpalette ertige Konstitution sind gefragt. Dieser Job ist bestimmt folgreich abgeschlossen. Neu zur Grundbildung hinzunichts für Stubenhocker, arbeitet man doch mehrheitgekommen sind Aushub und Rückbau in der Baubranlich draussen, und das bei jeder Witterung. Grips ist che, der Elektroschrott, die Elektronikbauteile und die Kunststoffe. natürlich genau so gefragt wie das Zupacken im Recyclingbetrieb.

— Der Beruf hat also eine markante Aufwertung erfahren. Dank dieser Reform ist der Beruf noch attraktiver geworden. Der sehr spannende Ausbildungsweg widerspiegelt das gesamtheitliche Recyclingwesen in der ganzen Schweiz? Das Pflänzchen ist zwar noch sehr zart, sein Wachstum ist aber unverkennbar und das Zukunftspotenzial enorm.

— Wie sieht es mit den Weiterbildungsmöglichkeiten aus? Während der Ausbildungszeit können begabte Schülerinnen und Schüler am Bildungszentrum Zürichsee in Horgen die Berufsmaturitätsschule besuchen, welche zweifellos ein gutes Sprungbrett für interessante Weiterbildungsmöglichkeiten nach der dreijährigen Lehre eröffnet. Die höhere Fachprüfung werden wir so schnell wie möglich ebenfalls anbieten. ●

— Weshalb ist aus dem zarten Pflänzchen noch keine ausgewachsene Pflanze geworden? Haben Sie ihm zu wenig Wasser gegeben? Nein, selbstverständlich nicht (lacht). Bei der Entwicklung von Berufsbildern rechnen wir in bedeutend längeren Zeitperioden. Denken Sie beispielsweise an handwerkliche und industrielle Berufe. Mit der Technologisierung haben sich auch diese Berufe verändert. Das geschah aber auch nicht von heute auf morgen. — Bei der genaueren Betrachtung hat der Recyclist also einen geradezu raketenartigen Start hingelegt.

RECYCLING AUSBILDUNG SCHWEIZ R-SUISSE 9006 St. Gallen, 071 246 51 10 romana.heuberger@r-suisse.ch, www.r-suisse.ch Autor Daniel Wagner, Fachjournalist, 8640 Rapperswil


Ausbildung ●

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BILDUNG

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Semesterarbeit von Studierenden der ABB TS der Fachrichtung Konstruktionstechnik

InCarrier – der «Packesel» für die Intralogistik Fahrerlose Transportfahrzeuge nehmen im Umfeld der modernen Intralogistik eine immer bedeutendere Rolle ein. Der InCarrier bietet eine Plattform für fast jeden Anwendungsbereich und ist eine interessante Alternative zu den aktuell eingesetzten, sicherheitstechnisch veralteten Fahrzeugen. Von Daniel Birrer, Marc Furter, Fabian Lüscher und Michael Kuhn

B

ereits heute erfüllen in vielen Unternehmen fahrerlose Transportfahrzeuge die Anforderung nach schnellen Durchlaufzeiten. Dabei sind die hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität ein Hauptgrund für den Einsatz solcher Systeme. Bei der Weiterentwicklung im Rahmen dieser Arbeit standen neben der Effektivitätssteigerung vor allem Sicherheit und Zuverlässigkeit im Vordergrund. Deshalb wurden beim InCarrier die Fahrzeugabmessungen bewusst klein gehalten, um eine maximale Manövrierbarkeit zu gewährleisten. Speziell wurde Wert auf ein günstiges Antriebsleistungsspektrum mit niedrigem Energieverbrauch gelegt, um eine maximale Einsatzdauer mit einer Batterieladung zu ermöglichen. Mit einer maximalen Zuladung von 1000 kg können Steigungen von bis zu 5 Prozent problemlos gefahren werden. Das Fahrwerk wurde speziell dafür ausgelegt, um Aufzüge und Gebäudeübergänge passieren zu können. Die Fahrzeugkonstruktion bietet

Semesterarbeit bei ABB TS Im Rahmen ihrer praxisorientierten Ausbildung an der ABB Technikerschule in Baden bearbeiten die Studenten gruppenweise reale Problemstellungen aus Industrie und Wirtschaft, die zu mehr als 90 Prozent auch umgesetzt werden. Von künftigen Technikern muss vorausgesetzt werden, dass sie über ihre Tätigkeit und ihre Ergebnisse verständlich berichten können. Als Teil der Semesterarbeit wird unter anderem ein publikationsreifer Medienkurzbericht verlangt, wie ihn die Technica in loser Reihenfolge unter der Rubrik «Bildung» veröffentlicht.

Der erste Prototyp des Fahrzeuges InCarrier wurde bis Ende 2011 fertiggestellt, getestet und optimiert.

multifunktionale Aufbauten in Kombination mit verschiedenen Navigationsarten. Die optionale hydraulische Abstützung ermöglicht das genaue Positionieren und die sichere Übergabe der Zuladung. In Zukunft soll auch der Transport eines Industrieroboters möglich sein. Sicher und intelligent. Zur Erkennung von Hindernissen und Gefahren kommen Sicherheits-Laserscanner zum Einsatz, welche auch gleichzeitig den Fahrweg des Fahrzeugs erfassen können. Diese sogenannte «Freie Navigation» erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Fahrzeuge erheblich. Dank einer modernen, leistungsstarken Steuerung und der erwähnten Sicherheitstechnik wird der kombinierte Einsatz dieser vollautomatischen Fahrzeuge mit

halb automatischen oder manuellen Flurförderzeugen im gleichen Arbeitsfeld erheblich sicherer und zuverlässiger. Den Zugriff auf die Steuerung und die im Fahrzeug gespeicherten Produktionsdaten erhält man direkt über ein LCD-Eingabepanel. Die ersten Fahrzeuge werden Anfang 2012 ausgeliefert, wobei erste Offerten für die Industrie bereits ausgestellt werden konnten. Entwicklungsprojekt als Abschlussarbeit. Die Projektierung und Realisierung des gesamten Fahrzeugs wurde von vier Studenten der ABB Technikerschule im Rahmen einer abschliessenden Semesterarbeit durchgeführt. Auftraggeber des Projekts war FörSt-Intralogistik GmbH mit den Unterstützungspartnern Indumont AG und Graber AG. ●

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BILDUNG

● Weiterbildung

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20 Jahre VIM, der Verein für höhere Fachprüfungen für den Industriemeister im Maschinen- und Apparatebau

Von «Machern» für «Macher» VIM? Das ist doch – ja, genau: VIM ist der Trägerverein zur Förderung der Ausbildung zum Industriemeister. Dieser Verein wird nun 20 Jahre alt, exakt in dem Jahr, in dem der Gesamtarbeitsvertrag, auf den die eidgenössischen Prüfungen abgestützt sind, 75 Jahre alt wird. Grund genug also, dies doppelt zu feiern. Und sich weiterhin mit ganzer Kraft einsetzen für die höhere Berufsbildung.

T

rotz seines langjährigen Bestehens hat der VIM nie den Bekanntheitsgrad erreicht wie das Reinigungsmittel mit den gleichen drei Buchstaben. Und ausserdem ist er auch einiges unbekannter bei den Frauen. Es war sogar eine reine Männerwelt, als vor 20 Jahren die ersten 40 Kandidaten zur Prüfung zugelassen wurden. Von denen erhielten 34 das eidgenössische Diplom, also 85 Prozent aller Teilnehmer. Diese Quote hielt sich erstaunlicherweise bis zum heutigen Tag: Im Jahr 2012 traten 80 Männer zur viertägigen Prüfung an; die Erfolgsquote lag ebenfalls bei 85 %. Das deutet auf Konstanz hin. Und in der Tat: Die Entwicklung verlief ruhig – mit einem Zwischentief allerdings. Einerseits waren im Jahr 2000 58 Kandidaten zur Prüfung zugelassen und im 2007 kam gar der Tiefpunkt mit 38 Kandi-

daten. Anderseits ging auch die Erfolgsquote zwischenzeitlich abwärts und erreichte mit 74 % im 2011 auch hier einen Tiefstand. Was war geschehen? Es war die erste Prüfung nach der Überarbeitung von Berufsbild und Prüfungsinhalt, nach Inkraftsetzung der neuen Prüfungsordnung. Im Zentrum steht neu die Handlungsorientierung; geprüft wird vermehrt die Anwendung des Wissens. Das war zwar schon früher mit der Fallstudie so, jedoch weit weniger ausgeprägt. Wer die VIM-Prüfung erfolgreich bestehen will, muss sich zwangsweise die Frage stellen, wie er oder sie das erforderliche Wissen und Können erreicht? Grundsätzlich ist ein Selbststudium möglich, lautet die Antwort des VIM. Der Besuch von Kursen ist nicht vorgeschrieben, aber ohne Vorbereitungskurs meldet sich niemand zur Prüfung. Die Swissmem-Kader-

schule (www.swissmem-kaderschule.ch), die Zentralstelle für Weiterbildung ZbW (www.zbw.ch) und die IBZ Schulen für Technik Informatik Wirtschaft (www.ibz.ch) bieten Kurse an (in der Westschweiz nur die Swissmem-Kaderschule). Der Industriemeister als «Produkt». Die Ausbildung zum Industriemeister ist so breit definiert wie seine Bezeichnung. Der Industriemeister ist heute in allen Aufgabenbereichen und Hierarchiestufen vom Abteilungsleiter bis zum Geschäftsführer anzutreffen. Zahlreiche verwandte Industriezweige, wie Bahnunternehmen, Kunststoffverarbeiter, Servicefirmen usw., profitieren für ihre Führungskräfte von dieser Ausbildung. Schwergewicht sind die Fächer Führung und Instruktionsmethodik, Betriebswirtschaft und Produktion, übergreifendes Fach-

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Weiterbildung ●

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wissen sowie – je nach Ausbildungsanbieter – Projektmanagement. Hauptnutzen der Ausbildung ist der hohe Praxisbezug, welcher die Voraussetzung schafft, dass Teilnehmende ihr neues Wissen bezüglich Führungs- und Fachkompetenz im betrieblichen Alltag umgehend anwenden können. Der Industriemeister ist ein «Macher», der für seine Mitarbeitenden optimale Arbeitsbedingungen schafft, damit sie hohe Wertschöpfung und Effizienz erzielen. Die Ausbildung wird daher laufend den neuen Bedürfnissen in der Industrie ange-

Agenda 20 Jahre VIM: Zeit zum Feiern! Und das gleich in zweierlei Hinsicht: aus Sicht des VIM und mit Blick auf den Gesamtarbeitsvertrag der MEM-Industrie. Denn die höhere Fachprüfung für den Industriemeister ist ein Gemeinschaftswerk zwischen ASM – heute steht der Verbandsname Swissmem im Vordergrund – und den fünf Arbeitnehmerorganisationen, die den Gesamtarbeitsvertrag unterzeichnet haben. Und dieser wird in diesem Jahr 75-jährig. Am 27. April in Zürich (Technopark) und am 24. Mai in Bex (Saline) finden deshalb Jubiläumsveranstaltungen statt, in deren Rahmen auch die diesjährigen Diplome vergeben werden.

passt, in der aktuellen Wirtschaftssituation mit einem speziellen Fokus bei der Prozessoptimierung sowie beim kostenbewussten und betriebswirtschaftlich nachhaltigen Denken und Handeln. Bedeutung der höheren Berufsbildung. Die höhere Berufsbildung ist für die MEM-Branche ausserordentlich wichtig. Die Geschichte der höheren Berufsbildung hat nicht erst vor 20 Jahren begonnen. Vor dem Industriemeister gab es den Werkmeister und die Werkmeisterprüfung – und natürlich die darauf vorbereitenden Kurse. Doch der Wert der ausseruniversitären Weiterbildung für die Wirtschaft wird international in aller Regel verkannt. Die OECD beginnt aber zu verstehen, dass zur Tertiärbildung nicht nur die Hochschulen und ihre Absolventinnen und Absolventen zählen (Bereich Tertiär A). Die volkswirtschaftliche Bedeutung der höheren Berufsbildung (Bereich Tertiär B) kann für die Schweiz nicht hoch genug geschätzt werden. Als grosser Vorteil erweist sich hier der Umstand, dass Branchenvertreter, die den Ausbildungsbedarf für ihre Betriebe am besten kennen, die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte mitbestimmen. Es handelt sich schliesslich um Weiterbildungen mit hohem Bezug zur betrieblichen Praxis. Die Branchenkenner wissen auch am besten,

BILDUNG

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wie hoch die «Messlatte» bei den Prüfungen gelegt werden muss. Soll unabhängig bleiben. Bildungspolitisch geht es dem VIM darum, dass die höhere Berufsbildung unabhängig bleibt und inhaltlich weiterhin von der Wirtschaft geprägt ist. Die Forderungen verschiedener Kreise, dass der Staat mehr Subventionen ausschütten muss – bis zur vollen Kostendeckung –, aber beim Bildungsinhalt nichts zu sagen hat, gehen dem Verein zu weit. Ein Zustupf, ja, aber «wer zahlt, befiehlt», heisse es doch. Konsequenterweise müsste also eine sehr umfangreiche Subventionierung mit staatlicher Regulierung einhergehen. Genau das will die Trägerschaft des VIM nicht, zu der die Verbände und Gewerkschaften Swissmem, VSAM, Unia, Syna, SKO, KV Schweiz und der SVBF gehören. Da der VIM paritätisch organisiert und die Industriemeisterprüfung im Gesamtarbeitsvertrag solide verankert ist, sei die nötige solide Basis gegeben, erklärt der Verein. (ea) ● VIM 8953 Dietikon, 044 744 48 11 info@industriemeister.ch www.industriemeister.ch

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BILDUNG

● Weiterbildung

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Kurzinterview

Der Hydrauliktrainer

Bosch Rexroth hat seit 5 Jahren mit dem «Blended Learning» ein zeitgemässes Schulungskonzept im Angebot. Hat es sich auch etabliert? Walter Bend: Bosch Rexroth Schweiz gibt sein Know-how und Praxiswissen in allen Antriebstechnologien in Form von eLearning und Präsenztrainings weiter. Blended Learning kombiniert die Vorteile beider Lernformen. Dieses Konzept kommt den Anforderungen von Unternehmen und Einzelpersonen entgegen. Das eLearning, sprich das eigenständige Lernen am PC, verkürzt die Ausfallzeit am Arbeitsplatz und erlaubt eine freie Zeiteinteilung. Es eignet sich sehr gut, um die Teilnehmer vor dem zweitägigen Präsenztraining auf einen einheitlichen Wissensstand zu bringen. Im Präsenztraining liegt der Fokus auf praktischen Übungen sowie dem Wissensaustausch und der Beantwortung individueller Fragen. Blended Learning ist ideal für die Vermittlung von Basiswissen in den verschiedenen Antriebstechnologien.

Wer konkurrenzfähig bleiben will, muss diesem Wissen die Chance geben, in vielen Köpfen zu reifen und zu wirken. Es muss verteilt und vermittelt werden: den eigenen Mitarbeitern – und den Kunden. Aber wie vermittelt man Wissen am besten?

I

n den 1960er-Jahren begann das Unternehmen, Mitarbeitenden wie Kunden die Grundlagen der Hydraulik in technischen Trainings zu vermitteln. Die ersten offiziellen Schulungen fanden 1962 mit 15 Teilnehmern pro Kurs statt. Die Zahl stieg kontinuierlich: 1987 nahmen jährlich bereits 2500 Interessierte an den Trainings teil. Mit den wachsenden Teilnehmerzahlen wuchs auch das Schulungsangebot. Schon bald entwickelten sich aus den Kursen mehrtägige Vortragsreihen, anlagenbezogene Fachseminarreisen sowie Fachvorlesungen und Fachvorträge an Instituten. Lehrmittel gab es für die noch junge Technologie der Ölhydraulik anfangs nicht. Darum entwickelte die Ausbildungsabteilung für die theoretisch ausgerichteten Seminare ein eigenes: «Der HydraulikTrainer», das erste hydraulische Lehrhandbuch, ist heute ein Klassiker, das noch immer zu den Standardwerken zählt. Der erste Band wurde in 25 Sprachen übersetzt und ist mittlerweile in einer Auflage von rund 500 000 Exemplaren weltweit im Umlauf. Als die praktische Vermittlung von Wissen an Bedeutung gewann, entwickelte Rexroth für praxisorientierte Seminare eigene Schulungssysteme. Die theorieorientierten Kurse wurden darum Mitte der 1960er-Jahre durch Praxistrainings und

neue Lehrmittel ergänzt: Der Hydropraktikator war das erste Praxislehrsystem, das in den Kursen zur Inbetriebnahme und Wartung ölhydraulischer Anlagen zum Einsatz kam. Weitere Systeme für die Proportional- und Servotechnik, für die Pneumatik und Mechatronik folgten bald. Die Schulungsteilnehmer bauten daran Schaltungen selbst auf und lernten so das Verhalten von Geräten kennen. Die Entwicklung von Rexroth zum Systemund Automationsspezialisten in den Neunzigern spiegelte sich auch in den Schulungskonzepten wider: Neue Antriebs- und Steuerungstechnologien und die Simulation von Systemen wurden zunehmend wichtiger und fliessen bis heute in die Lehrsysteme mit ein. Wo früher der Fokus auf einzelnen Komponenten lag, stehen heute komplexe Systeme im Mittelpunkt der Trainings. (ea) ● BOSCH REXROTH SCHWEIZ AG 8863 Buttikon, 055 464 61 11 info@boschrexroth.ch, www.boschrexroth.ch

Der Hydropraktikator aus dem Jahr 1971.

Wo früher der Fokus auf einzelnen Komponenten lag, stehen heute komplexe Systeme im Mittelpunkt der Trainings. Im Bild ein modernes Automationstrainingssystem. (Bilder: Bosch Rexroth)

Wie viele Kurse und Seminare werden Sie im Jubiläumsjahr 2012 abhalten? Für 2012 sind in der Schweiz 32 Trainings ausgeschrieben, was einer Steigerung von 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Erfahrungsgemäss steigt die Nachfrage nach Trainings in der zweiten Jahreshälfte an. In diesem Fall bietet die Trainingsmannschaft bei Bosch Rexroth zusätzliche Termine an und führt auch Seminare speziell auf Kundenwunsch durch. Welche Kurse sind derzeit sehr angesagt? In der Schweiz ist das zum einen das viertägige Präsenztraining «Basiswissen in der Hydraulik». Hier spiegelt sich die Tatsache wider, dass nur wenige Grundausbildungen diese Technologie abdecken und Wissen vermitteln. Handwerker, die in den Bereichen Montage und Instandhaltung arbeiten, haben somit entsprechenden Schulungsbedarf. Zum anderen gibt es eine starke Nachfrage nach Trainings im Bereich der elektrischen Antriebs- und Steuerungstechnik. Zu den Interessenten zählen nicht nur Elektriker, die ihre Produktkenntnisse vertiefen möchten, sondern auch Mechaniker aus dem Instandhaltungsbereich. Letztere sind bei ihrer Arbeit immer wieder mit der Elektrik konfrontiert und müssen die Schnittstellen beherrschen. Die Bedeutung von technologieübergreifendem Know-how nimmt generell zu. Mit Blick auf den Inhalt haben Kunden oftmals individuelle Anforderungen an die Trainings, die Bosch Rexroth bei der Ausgestaltung berücksichtigt. Die Fragen beantwortete Walter Bhend, Sales Drive & Control Academy, Bosch Rexroth Schweiz AG


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EDITORIAL

Lebensbalance

VERBÄNDE & ORGANISATIONEN

«Deshalb sollte, wer seine Selbstwirksamkeit erhöhen möchte, darauf achten, dass sich sein Leben sozusagen in Balance befindet.» Zitat aus einem Artikel zur Personal- und Persönlichkeitsentwicklung in «KMU life». In Balance mit was? Neben dem beruflichen Engagement kommt die Familie zu kurz, das Engagement in der Gemeinde oder in Freizeitgruppen fällt ganz weg und ein Hobby mit Freunden zusammen pflegen kann man vergessen. Zur Balance gehören jedoch genau diese Dinge, die ein Gegengewicht zum Beruf bilden. Können sie nicht gepflegt werden, fällt ein wesentlicher Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung weg. Doch nicht nur das, denn auch die Psyche leidet unter der fehlenden Balance. Sogenannte Persönlichkeits-

(Bild: bbroianigo/pixelio.de)

störungen sind die Folge. Vom einfachen Tick über Sucht bis zu intrigantem Misstrauen, sadistischem Verhalten bei paralleler Unterwürfigkeit, hin zu zwanghaften Vorstellungen, narzisstischem Wahn und nachhaltiger Depression finden sich fast alle neurotischen Spielarten. Wer nun glaubt, hier werde übertrieben, sollte sich mal in den psychiatrischen Ambulatorien umsehen. Gebot der Stunde sei – wie gepredigt wird –, dass die Mitarbeitenden im Unternehmen ihre «Beschäftigungsfähigkeit» ständig verbessern, ihre «Selbstwirksamkeit» aufbauen und ihre Life-Balance gefälligst in Ordnung halten sollen. Dass daneben noch eine veritable Leistung verlangt wird, ist keine Frage. Selbstwirksamkeit ist das Zauberwort der Personalführung des 21. Jahrhunderts. Selbstwirksamkeit heisst, seine Persönlichkeit, seine Fähigkeiten und sein Potenzial radikal in den Dienst des Jobs zu stellen. Nicht das Unternehmen betreibt mehr Personalentwicklung und -schulung, sondern ich betreibe mich selbst, ich werde für das Unternehmen ein Joker, immer auf dem Sprung, meine Qualitäten anzureichern, zu ergänzen und zu verbessern. Das Personal pflegt dabei die fachliche «Beschäftigungsfähigkeit» als Überlebenstraining, die «Selbstwirksamkeit» ist permanentes Selbstmarketing, immer schon den nächsten Job im Visier. Bei Lichte besehen ist Life-Balance die ständige Challenge, das Privatleben unternehmenstauglich zu machen. iPhone und iPad sind App-gestärkt daher unentbehrliche Ferienbegleiter. So bleibe das Leben in Balance, heisst es. Doch das ist nicht «life balance», sondern «life burning».

Planung + Produktion, das offizielle Organ des Schweizerischen Verbandes für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik, SVBF www.svbf.ch


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SYSTEM UNTERNEHMEN – Die Innovationskraft eines Unternehmens hängt von seiner Betriebskultur ab

Erfolgsfaktor Innovationskultur Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass der Erfolg weitgehend von der Fähigkeit zur Innovation abhängt. Nur wenigen gelingt es aber, in ihrer Organisation eine Kultur zu schaffen, die Kreativität und Innovation fördert. VON JENS-UWE MEYER

D

ie meisten Unternehmen sind Innovationspioniere, wenn man ihren Hochglanzbroschüren und Jahresberichten glaubt. Doch wie sieht die Realität aus? Um dies zu ermitteln, befragte die «Ideeologen Gesellschaft für neue Ideen mbH» 194 Verantwortliche in den Bereichen Business Development und Produktentwicklung sowie Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen im deutschsprachigen Raum zur Innovationskultur in ihrer Organisation. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwar erachten die meisten Unternehmen die Fähigkeit zur Innovation als zentralen Erfolgsfaktor, doch wenn es darum geht, Ideen wirklich voranzutreiben, treten sie oft auf die Bremse. Die Befragung ergab unter anderem, dass nur in jedem dritten Unternehmen Innovation ein Teil des täglichen Tuns ist. 70 Prozent belassen es bei Ankündigungen oder gehen Innovationen halbherzig nach. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen lähmen sich und ihre Mitarbeiter durch lange Entscheidungswege. Eine wirkliche «Macherkultur» hingegen – also ein Umfeld, das kreativen Köpfen zwar einen Rahmen vorgibt, sie aber ansonsten «machen» lässt – existiert nicht einmal in jedem sechsten Unternehmen. Und in drei von vier Unternehmen wird Innovation nur so lange gefördert,

als sie nichts kostet. «Innovationsbudgets», mit denen Mitarbeiter überzeugende Ideen rasch umsetzen können, gibt es gerade mal in jedem vierten Unternehmen. Beim Thema «Innovation» extrem uninnovativ. Was ist Wahnsinn? Der ehemalige US-Präsident Benjamin Franklin drückte es so aus: «Immer wieder dasselbe tun und dabei auf andere Ergebnisse hoffen.» Genau das tut ein Grossteil der Unternehmen, wenn es um das Thema Innovation geht. Sie setzen immer wieder auf die «bewährten» Prozesse, um Innovation voranzubringen. Dabei ist spätestens seit Mitte der 90er-Jahre bekannt, dass Innovation sich durch schwerfällige Prozesse nicht effektiv steuern lässt. Und zahlreiche Studien belegen, dass die klassischen Innovationsprozesse mit Verantwortlichkeiten, Schnittstellendefinitionen und klaren Regeln nur für eine Art von Innovation geeignet sind, nämlich für Detailverbesserungen, die nah dran am Bestehenden sind. «Echte» Innovationen hingegen brauchen andere Managementkonzepte und Innovationsmodelle – zum Beispiel solche, wie sie die Forscher Teresa Amabile (Harvard Universität) sowie Alan G. Robinson und Sam Stern von den Universitäten Massachusetts und Oregon entwickelt haben, um Innovation wendiger, kreativer und schneller zu machen. Sie beruhen meist auf der Idee kleiner Start-up-Teams

im Unternehmen, die eigenverantwortlich handeln, schnell und flexibel Hürden überwinden und sich ihre Themen mitunter sogar selbst suchen. Kreativität nach Vorschrift. Noch lassen sich die Rahmenbedingungen für Innovation in den meisten Unternehmen mit folgenden Worten umreissen: viele Regeln und Vorschriften und wenig Kreativität. Selbst in den Innovationsabteilungen deutscher Unternehmen müssen Regeln genau eingehalten werden: Bei vier von fünf Befragten ist der Regelbruch – selbst im begründeten Ausnahmefall – nur sehr eingeschränkt möglich. In 35 Prozent der Unternehmen dominieren die Regeln so sehr, dass man ihr Streben nach Innovation als «Kreativität nach Vorschrift» bezeichnen kann. Nur in 28 Prozent aller Unternehmen sind Kreativität und kreatives Denken hoch angesehen. Und gar nur 24 Prozent trauen sich, «Querdenker» einzustellen. Genau dies sind aber die Erfolgsrezepte der Unternehmen, die mit innovativen Managementansätzen ganze Märkte revolutioniert haben, wie etwa Amazon und Samsung. Sie alle setzen auf Prinzipien, die den meisten befragten Unternehmen noch fremd sind: schnell und wendig mit einem hohen Mass an Selbstverantwortung. Innovation mit Vollkasko-Schutz. Warum halten so viele Unternehmen an ihren schwerfälligen Inno- >>

Höhere Fachschule

Höhere Berufsbildung

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Logistikfachmann/-frau Prozessfachmann/-frau Industriemeister/in Bauführer/in (IBZ-Diplom) Bauleiter/in Hochbau Bauleiter/in Tiefbau Metallbau-Werkstatt- und Montageleiter/in Metallbau-Konstrukteur/in Metallbaumeister/in Elektro-Installateur/in Elektro-Projektleiter/in Elektro-Sicherheitsberater/in Praxisprüfung gemäss NIV

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vationsprozessen fest? Ein Grund ist das Bedürfnis nach Absicherung seitens des Managements. Geordnete Prozesse täuschen ihm Sicherheit und Kontrollierbarkeit vor. Dieses 90er-Jahre-Managementdenken ist ein Teil des Problems – denn in ihm kommt der Gedanke nicht vor: «Lasst uns die Dinge doch einfach mal ausprobieren. Und wenn die ersten Versuche scheitern? Dann lernen wir daraus und tasten uns so an die Lösung heran.» Das tradierte Managementdenken eignet sich für stabile Zeiten, aber nicht für Zeiten des schnellen Wandels. Heute gilt für hochinnovative Unternehmen, dass sie in ihrer Organisation eine Kultur des Expe-

Innovativ wollen alle sein, aber nur 24 Prozent der befragten «Innovationsmanager» trauen sich, einen echten Querdenker in ihr Team zu holen. (Bild: Gert Altmann, Pixelio)

rimentierens etabliert haben. Amazon-Gründer Jeff Bezos ist zum Beispiel überzeugt: «Man muss ein Unternehmen so organisieren, dass die Struktur eine möglichst hohe Zahl von Experimenten zur gleichen Zeit zulässt.» Genau damit tun sich Unternehmen im deutschsprachigen Raum schwer. Innovation gerne, aber bitte ohne Risiko. Nur knapp jedes fünfte Unternehmen fördert aktiv Experimente, die restlichen sichern sich zuvor durch Studien und Analysen ab. Und nur 12 Prozent akzeptieren «schlechte» Ideen als Teil des kreativen Prozesses. Neue Wege gehen – doch kein Neuland betreten. Die Forderung, neue Wege zu denken, gehört heute zum festen Repertoire der Innovationsrhetorik. Sie jedoch wirklich zu gehen, ist etwas anderes. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass in den meisten Unternehmen die Einstellung dominiert, Innovation solle im Rahmen des Bestehenden und Bekannten angestrebt werden. Deshalb würden sich nur 24 Prozent der befragten «Innovationsmanager» trauen, einen echten Querdenker in ihr Team zu holen. Und nicht einmal jedes vierte Unternehmen sorgt dafür, dass die eigenen Denkwege regelmässig von aussen infrage gestellt werden.

Auch hier ist eine Denkschranke am Werk: Wenn Manager über das Unternehmen sprechen, dann haben sie meist die Gebäude und die Mitarbeiter im Kopf. Doch das Unternehmen ist mehr. Zu ihm gehören auch die Kunden, Partner, Zulieferer und Dienstleister, ja sogar die Freiwilligen im Internet, die zum Beispiel Apps für neue Handy-Betriebssysteme programmieren. Diese Denkweise, Unternehmen nach der Formel «Gebäude plus Mitarbeiter» zu definieren und nicht als System anzusehen, ist weit verbreitet. Sie ist eine Ursache dafür, dass frischer Wind von aussen in den meisten Unternehmen eher ausbleibt. Es gibt mehrere Innovationskulturen. Ein weiteres Ergebnis der Studie «Erfolgsfaktor Innovationskultur» ist: Die Unternehmen haben verschiedene Innovationskulturen. Diese unterscheiden sich unter anderem dadurch, wie (pro-)aktiv das Thema «Innovation» angegangen wird. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass mal das Streben nach Innovation die gesamte Organisation und mal nur einzelne Bereiche oder Mitarbeiter(-gruppen) umfasst. Vier Grundtypen können bei der Innovationskultur unterschieden werden: proaktive Innovatoren, passive Innovatoren, reaktive Innovatoren und Zufallsinnovatoren. • Proaktive Innovatoren: Knapp 20 Prozent aller Unternehmen konnten aufgrund der Befragung als proaktive Innovatoren eingestuft werden. In ihnen wird Innovation durch einen enormen Einsatz in allen Bereichen vorangetrieben. Sie haben ambitionierte strategische Ziele, sie arbeiten mit Hochdruck an neuen Ideen und setzen dabei Regeln ausser Kraft, die dem Erfolg im Weg stehen. Die proaktive Innovationskultur ist offen für Veränderungen und neue Managementkonzepte; Mitarbeiter initiieren eigene Innovationsprojekte und treiben diese voran. Unternehmen mit einer proaktiven Innovationskultur schöpfen ihr kreatives Potenzial aus. Dieser Ansatz funktioniert nur, wenn alle Bereiche unter Volldampf an Innovationen arbeiten und der absolute Wille zu Spitzenleistungen besteht. Als Ertrag erhalten diese Unternehmen eine Innovationsfähigkeit und -kraft, die es ihnen nicht nur erlaubt, auf Marktbedürfnisse schnell zu reagieren, sondern Märkte zu gestalten – etwas, was den passiven Innovatoren schwerfällt. • Passive Innovatoren: 36 Prozent der Unternehmen zählen hierzu. Sie stellen weniger Ressourcen als die proaktiven Innovatoren für Innovationen bereit, und die Leistung ihrer Innovationsbereiche ist geringer. Passive Innovatoren haben Prozesse etabliert, mit denen sie Ideen ohne ambitionierte Ziele vorschriftsgemäss vorantreiben. In diesen Unternehmen existiert weder eine ausgeprägte Kultur der Leidenschaft noch eine Führungskultur, die Ideen und Innovationen fördert. Dieser Typ Innovationskultur eignet sich dafür, langsam und stetig Produkte und Dienstleistungen zu verbessern, sodass zum Beispiel nach Plan jedes Jahr eine verbesserte Modellreihe präsentiert wer-

Infos zum Artikel Der Autor. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Ideeologen-Gesellschaft für neue Ideen GmbH, Baden-Baden, Deutschlands erster Beratungsfirma für unternehmerische Kreativität (meyer@ideeologen.de) und Autor der Bücher «Das Edison-Prinzip: Der genial einfach Weg zu erfolgreichen Ideen» und «Kreativ trotz Krawatte – vom Manager zum Katalysator: Wie Sie eine Innovationskultur aufbauen.» An der Handelshochschule Leipzig hat er den ersten Lehrauftrag in Deutschland für «Corporate Creativity» inne. http://www.ideeologen.de Die Studie. Die Studie «Erfolgsfaktor Innovationskultur – das Innovationsmanagement der Zukunft» von Jens-Uwe Meyer ist im Verlag BusinessVillage erschienen. Sie kostet 297 Euro. Weiterführende Artikel. Auf www.p-p-plus.ch finden Sie in der Kategorie «System Unternehmen» u. a. die folgenden Artikel: • Fünf Verkehrsregeln für ein erfolgreiches Business Process Management • Unternehmenserfolg am gesellschaftlichen Wertbeitrag messen • Mehr Wohlstand, weniger Ressourcen • Supply Chain Management auf dem Prüfstand • Bedeutung von Finanzcontrolling stark gestiegen • Mitarbeiter, Kollegen oder Kunden in kurzer Zeit schulen • Unternehmen müssen eine Changekultur entwickeln • Mehr Wertschöpfung, weniger Administration im Unternehmen • Logistik durch die Nadelöhre der Innenstadt • App, App and away – das App-Nachschlagewerk für Logistik.

den kann. Solange keine Wettbewerber in den Markt eindringen, kann diese Kultur auf Jahre eine solide «Qualität» sicherstellen. Grosse Sprünge hingegen fallen schwer. Von passiv zu aktiv. Der Wechsel von einer passiven zu einer proaktiven Innovationskultur gelingt Unternehmen nur langsam. Strebt die Führung eines Unternehmens einen solchen «Change» an, muss sie sich zunächst gegen die Kultur des passiven Verbesserns durchsetzen. Denn die jahrelang gelernte Innovationsroute macht es für die Mitarbeiter schwer, plötzlich umzudenken. Neben diesen Innovationskulturen, die (weitgehend) die gesamte Organisation durchdringen, existieren zwei weitere Kulturen, die sich meist nur auf einzelne Bereiche oder Hierarchie-Ebenen beziehen: die reaktive und die zufällige Innovationskultur. • Reaktive Innovatoren: Rund ein Viertel der Unternehmen gehört hierzu. Sie verfolgen ambitionierte strategische Ziele, doch die Kultur ist nur >>


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darauf ausgerichtet zu reagieren: entweder auf Marktanforderungen oder Anordnungen der Geschäftsleitung. Ein proaktives Verhalten seitens der Mitarbeiter sowie eine kreativitätsfördernde Kultur spielen nur eine untergeordnete Rolle. Unternehmen mit einer solchen Innovationskultur sind, wenn sie handeln, sehr effektiv. Doch es dauert lange, bis sie handeln. Eine solche Kultur lässt sich gut mit einer Fast-Follower-Strategie vereinbaren – dem Ansatz, erst einmal abzuwarten, welche Innovationen auf dem Markt Erfolg haben, um sie dann zu kopieren. Doch die Fast-Follower-Strategie birgt Risiken: Sie täuscht Sicherheit vor, weil andere den Markt bereiten. Gerade in Branchen, in denen Geschwindigkeit wichtig ist, werden FastFollower schnell von innovativeren Mitbewerbern abgehängt. Zudem laufen reaktive Innovatoren ständig Gefahr, ihre hochgesteckten Ziele nicht zu erreichen, weil sie sehr stark auf Individuen setzen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Führung die richtigen Massnahmen erkennt und die Innovationsstrategie darauf ausrichtet. Ausserdem muss es der Führung gelingen, die Mitarbeiter zum Handeln zu motivieren. Fehlt der Führung (auf Dauer) die visionäre

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und treibende Kraft, besteht die Gefahr, dass reaktive Innovatoren im Innovationswettbewerb unterliegen. • Zufalls-Innovatoren: 16 Prozent der Unternehmen zählen zu dieser Gruppe. Ihrer Innovationskultur fehlt die strategische Ausrichtung. Für diese Unternehmen gilt, dass es zwar Mitarbeiter und Teams gibt, die Ideen – meist in ihrem Wirkungsbereich – und die entsprechenden Prozesse zur Verwirklichung entwickeln, doch dass die Vorgaben aus der Chefetage fehlen. Dieser Innovationstyp schöpft das kreative Potenzial der Organisation nicht aus, weil die Kreativität im Unternehmen nicht in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Prozesse stehen den Mitarbeitern eher im Weg, als dass sie Innovation fördern. Anreize zum kreativen Denken sind nicht gegeben. Innovation geschieht in diesen Unternehmen nicht aufgrund, sondern trotz der Kultur. Neue, gute Ideen entstehen oft tatsächlich zufällig oder scheinbar zufällig – als Resultat des Engagements von Einzelnen. In solchen Unternehmen können einzelne Teams Grosses bewirken. Häufig erlahmt der Wille zur Innovation bei den Mitarbeitern aber mit der Zeit, weil ihre Ideen nicht aufgegriffen und weiter verfolgt werden.

Die richtige Innovationskultur etablieren. In vielen Unternehmen wird darüber diskutiert, wie wichtig die Kultur für die Innovationsfähigkeit und -kraft einer Organisation ist. Auf diese Frage gibt neben der wissenschaftlichen Literatur auch die Studie «Erfolgsfaktor Innovationskultur» eine klare Antwort: Innovation wird von Menschen gemacht, nicht von Prozessen. Und: Die Kultur ist entscheidend für die Innovationsfähigkeit und -kraft eines Unternehmens. Also sollte das Management darauf hinarbeiten, die Kultur in die gewünschte Richtung zu entwickeln. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass bei diesem Prozess Konflikte entstehen. Denn jede Kulturveränderung setzt das Aufgeben von Denkund Verhaltensgewohnheiten und -routinen voraus. Entsprechend wichtig ist es, dass die für das Innovationsmanagement verantwortlichen Personen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Innovationskulturen kennen und den Mitarbeitern (und Führungskräften) verdeutlichen können, wo deren Stärken und Schwächen liegen. Ausgehend von der Ist-Kultur kann dann die neue Soll-Kultur definiert und gezielt aufgebaut werden, sodass die strategischen Ziele erreicht werden. ●

WEITERBILDUNG – Weiterbildungsmodule der Fachhochschule Nordwestschweiz und des Vereins Energie Zukunft Schweiz

Neue Energieexperten braucht die Schweiz Markt und Politik verlangen vermehrt nachhaltige Energiesysteme und innovative Lösungen im Baubereich – eine Herausforderung für Energie- und Baufachleute aller Disziplinen.

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er Verein Energie Zukunft Schweiz (www.energiezukunftschweiz.ch) hat sich zum Ziel gesetzt, auch mit Programmen zur Wissensvermittlung erneuerbare Energien zu fördern. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (www.fhnw.ch) bietet zusammen mit Energie Zukunft Schweiz drei Weiterbildungsmodule an: CAS (= Zertifikatslehrgänge) Erneuerbare Energien. Holzenergie, Wärmepumpen, solarthermische und photovoltaische Anlagen sowie Geothermie und Biogas stehen im Zentrum dieses Zertifikatslehrgangs. Neben Konzepten und Hinweisen zur Planung und Optimierung von Anlagen werden gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten und betriebliche Aspekte behandelt. CAS Energieeffizienz. Neben Konzepten und Hinweisen zur Planung und Optimierung von Anlagen werden gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten und betriebliche Aspekte behandelt. CAS Energieberatung. Der Zertifikatslehrgang «CAS Energieberatung» zu Theorie und Praxis der Energieberatung am Bau vermittelt Know-how und praktisches Wissen über die energetische Gebäudeanalyse, das Abschätzen der wichtigsten

Einsparpotenziale und deren Umsetzung in eine erfolgreiche Vorgehensberatung bei der Sanierungsplanung. Aufbau der Module. Das Weiterbildungsangebot legt besonderen Wert auf einen praxisorientierten Unterricht. Die Trägerunternehmen von Energie Zukunft Schweiz (EBL, IWB, GVM, AEK, a.en und SWG) verfügen über eine langjährige Praxiserfahrung. Fachleute aus diesen Unternehmen engagieren sich beim Lehrgang als Dozenten und geben so ihre Erfahrung weiter. Anlagenbesichtigungen erlauben einen Einblick hinter die Kulissen, Fallstudien ermöglichen eine vertiefte und realitätsnahe Auseinandersetzung mit den Technologien. Das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot der FHNW umfasst sechs CAS-Module (Erneuerbare Energien, Minergie, Minergie ECO, Management Skills Bau und Energie sowie Energieeffizienz und neu Energieberatung), welche zu einem DAS-Diplom mit Abschluss «DAS Energieexperte» kombiniert werden können. Durch die Zusammenarbeit mit den vier anderen Fachhochschulen des deutschsprachigen Raums kann auch ein MasterAbschluss absolviert und der Titel «MAS in nachhaltigem Bauen» erworben werden.

Angesprochen sind Fachleute aus Architektur- und Ingenieurbüros, von Behörden und Immobilienverwaltungen, die bereits über Berufspraxis und einen Hochschulabschluss verfügen (eine gleichwertige Grundausbildung wird anerkannt). Der Unterricht verteilt sich, neben der Einstiegswoche, auf jeweils einen Tag pro Woche während dreier bis vierer Monate. Kursort ist Muttenz. ●

Fachartikel auf www.p-p-plus.ch www.p-p-plus.ch bietet rund 700 Fachartikel in den Kategorien: Bücher / Infothek / System Unternehmen / Forschung + Entwicklung / Kommunikation / Weiterbildung / Zukunft / Mensch und Arbeit / Wirtschaft / Energie.

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SYSTEM UNTERNEHMEN – Innovation bei der zeitlichen Erfassung von Arbeitsabläufen

Zeiterfassung mit der Stoppuhr im Ärmel Unternehmen, die im globalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen ihre Prozessabläufe optimieren. Ein neues System ermittelt die Zeiten automatisiert und senkt die Produktionskosten. VON MARTIN WOITAG

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Exakt, automatisiert, preiswert, stressfrei. Bislang wird diese Aufgabe meist von Personen durchgeführt, die mit der Stoppuhr oder mit digitalen Zeitboards hinter den Mitarbeitern stehen, um die Dauer jeder einzelnen Bewegung zu ermitteln. Allerdings ist diese Vorgehensweise nicht objektiv, fehlerträchtig und für alle Beteiligten mit Nachteilen verbunden: Für die Angestellten ist der Stressfaktor hoch, möglicherweise führen sie die Tätigkeiten nicht in der üblichen Geschwindigkeit durch. Die Unternehmen müssen einen hohen personellen Aufwand betreiben und dementsprechend hohe Kosten tragen. Der Bedarf an exakteren, automatisierten und preiswerten Lösungen ist daher gross. «Drei in einen Ärmel integrierte streichholzschachtelgrosse Sensoren nehmen die Bewegungen von Hand und Arm präzise auf und messen Beginn und Ende der einzelnen Arbeitsschritte», erläutert Martin Woitag, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Das kann beispielsweise Hinlangen, Greifen, Vorrichten, Fügen, Prüfen oder Loslassen sein. Die miteinander verketteten Sensormodule befinden sich auf Höhe des Ober- und Unterarms sowie an der Hand. Der Mitarbeiter muss sich lediglich die beiden Ärmlinge überstreifen. (Bild) Wie eine zweite Haut liegen sie eng, aber dennoch bequem an und beeinträchtigen den Beschäftigten nicht. «Mit der bisherigen Stoppuhr-Methode lassen sich von einem Prozessorganisator je nach Situation maximal fünf Personen gleichzeitig erfas-

Drei in einen Ärmel integrierte streichholzschachtelgrosse Sensoren nehmen die Bewegungen von Hand und Arm präzise auf und messen Beginn und Ende der einzelnen Arbeitsschritte. (Bild: Lintje)

sen. Mit unserer Lösung können Zeitaufnahmen automatisiert und ohne zusätzlichen Personalaufwand sogar an mehreren Arbeitsplätzen parallel erfolgen. Entscheidend sind die höhere Genauigkeit und Objektivität des Systems», sagt Woitag. Inertiale Messtechnik. Bei ihrer Lösung setzen der Forscher und sein Team auf Inertialsensoren, die die Beschleunigungen und Drehraten der Arme und Hände in den drei Achsen X, Y und Z ermitteln. Im Gegensatz zu anderen Bewegungserfassungssystemen wie etwa GPS funktioniert die inertiale Messtechnik ohne weitere Infrastruktur, die Inertialsensoren können Positionen von Objekten im Raum selbstständig erkennen. «Darüber hinaus muss unsere Lösung nicht aufwändig kalibriert werden. Ein Tool zum einmaligen Einlernen der Messpunkte direkt am Montagearbeitsplatz genügt», so Woitag. Eine PC-Applikation komplet-

DIPL.-WIRT.-ING. MARTIN WOITAG Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF www.iff.fraunhofer.de Weiterführende Artikel Auf www.p-p-plus.ch finden Sie in der Kategorie «System Unternehmen» u. a. die folgenden Artikel: • Automatisierte Feinbearbeitung im Werkzeugbau • Flugzeugbau im Robotertakt • Aufbruch in eine neue Servicewelt • Erschwingliche Fabrikdaten-Simulation • FabLab: Do it yourself, aber professionell!

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erkzeuge greifen, Bauteile montieren, bestücken, zusammenfügen und verschrauben, Komponenten lackieren, Maschinen bedienen – unzählige Arbeitsschritte sind erforderlich, bevor ein Produkt verpackt und ausgeliefert werden kann. Doch wie viel Zeit benötigen die Mitarbeiter für die einzelnen Arbeitsschritte? Wie lange dauert der manuelle Montageprozess? Unternehmen in der industriellen Fertigung müssen die Arbeitsabläufe der Angestellten ständig prüfen und optimieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das Erfassen von Ablaufzeiten ist für sie unerlässlich, um die einzelnen Vorgänge zu analysieren. So können sie beispielsweise weite Greifwege, ungünstig platzierte Bauteile, zu häufige Werkzeugwechsel oder uneinheitliche und überflüssige Bewegungen identifizieren, die zu Zeitverlusten führen und einen effizienten Produktionsprozess verhindern.

tiert das System. Die Software berechnet und rekonstruiert die Bewegungsabläufe auf Basis der Sensordaten. Sie zerlegt die Abläufe in Bewegungsabschnitte und bestimmt die zugehörigen Zeiten. Derzeit können die Ärmlinge für logistische und fertigungstechnische Montageaufgaben an Sitzarbeitsplätzen verwendet werden. Im nächsten Schritt wollen die Magdeburger Forscher das System so auslegen, dass sich auch Montagevorgänge analysieren lassen, bei denen ein Werker steht oder sich im Raum bewegt. Geplant ist ausserdem, mithilfe der Inertialsensoren Körperhaltungen zu bestimmen und so zu prüfen, wie ergonomisch ein Arbeitsplatz gestaltet ist. ●

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BUCHBESPRECHUNG – Operations und Supply Chain Management innerhalb des Unternehmens und unternehmensübergreifend

Logistik in der Klemme Integrales Logistikmanagement beschäftigt sich mit den Kostentreibern des Unternehmens, den Auswirkungen auf die Logistik und einem adäquaten Supply Chain Management. A L O I S A LT E N W E G E R

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ogistik ist ein weites Feld, und das vorliegende Buch «Integrales Logistikmanagement» greift tief in das betriebswirtschaftliche Hinterland, um die unternehmerische Vernetzung der Logistik mit anderen Teilbereichen des betrieblichen Handelns und seinen für die Logistik bestimmenden Kosten zu zeigen. Vernetzung heisst in diesem Falle «Chain». Und das Buch ist ein sich über 1000 Seiten erstreckendes Cost Chain Management mit den entsprechenden Kostenfeldern. Doch der Begriff «Kette» greift bei diesem Buch zu kurz. Vielmehr handelt es sich um eine Darstellung des betriebswirtschaftlichen Raums, in dem der Autor dann die logistisch relevanten Schnittstellen und Verknüpfungen herausarbeitet. Die vom Autor Prof. Paul Schönsleben (ETH) zugrunde gelegte inhaltliche Struktur zeigt deutlich, dass er logistische Fragestellungen in zahlreiche betriebswirtschaftliche Schlüsselthemen eingearbeitet hat. Das hat für den Leser einerseits den Vorteil, dass Logistik nie isoliert abgehandelt wird, aber anderseits logistische Problemstellungen in den unterschiedlichsten Kapiteln platziert sind. Dabei besteht die Gefahr – oder die Chance oder das Risiko, je nach eigenem Empfinden –, dass man sich bei der Lektüre einzelner Kapitel wie «Nachfrage und Bedarfsvorhersage» oder «Planung in die begrenzte Kapazität» in diese Themen vertieft und von der in aller Regel durch Klarheit, Knappheit und Stichhaltigkeit bestimmten Präsentation gefesselt wird. Abschweifung wird hier Methode, der man gerne durch die souverän behandelte Unternehmenswelt folgt. Doch kehren wir zur Struktur des Buches zurück: Die ersten 174 Seiten behandeln «Logistik, Operations und Supply Chain Management» sowie das «Supply Chain Design»; es sind die für den Autor wesentlichen Elemente, um den Begriff «integral» im Titel des Buches mit Inhalt zu füllen. Vorab das Kapitel über Supply Chain Design wurde gegenüber den früheren Auflagen wesentlich ergänzt und mit neuen Themen ausgebaut, so mit den Bestimmungen zum lokalen Wertschöpfungsanteil, der Steueroptimierung einer globalen Supply Chain, der Anlagenstandortplanung oder dem Risikomanagment einer Supply Chain. Die vom Autor formulierte Definition von Supply Chain geht deutlich über die herkömmliche Zentrierung auf Logistik als Lager-, Transport-, Verteil- und Entsorgungsmanagement hinaus, heisst es doch: «Zur Entwicklung und Herstellung von Produkten einer gewis-

sen Komplexität wird die Wertschöpfung auf verschiedene Unternehmen oder organisatorische Einheiten eines Unternehmens verteilt, welche zusammen die Supply Chain bilden. Erst so kommen die notwendigen Kompetenzen zur qualitativ hochstehenden, schnellen und wirtschaftlichen Wertschöpfung zusammen.» Wesentlich bei dieser Definition ist, dass das Wort «Logistik» gar nicht mehr vorkommt, sondern dass die optimale Organisation des Wertschöpfungsprozesses des Unternehmens im Zentrum steht. Wenn man hier eine Kritik anbringen möchte, dann höchstens den Hin-

durch häufige Auftragswiederholung auszeichnen. Viele dieser Methoden stammen aus dem MRPIIbzw. dem ERP-Konzept. […] Das Kapitel 12.2 liefert zudem eine vertiefte methodische Begründung des Lean/-Just-in-time-Konzepts.» Besondere Aufmerksamkeit verdient Kapitel 8, in dem ERP- und SCM-Software zur IT-Unterstützung der Informationslogistik behandelt werden. Zum Abschluss einer ersten Leserunde sind die Texte «Systems Engineering und Projektmanagement» sowie «Ausgewählte Teilkapitel des Informationsmanagements» zu empfehlen, welche Methoden und Techniken des Projektierens und der Informationsverarbeitung aufzeigen. Triple-A-Inhalte. Die Verständnisführung durch die Texte ist transparent und erschöpfend. Zahlreiche grafische Darstellungen, Tabellen und Diagramme tragen zur Durchdringung der Thesen, Definitionen und Leitsätze bei, die wiederum in Kästchen oder grau unterlegt hervorgehoben werden. Dabei wäre bei den Darstellungen die Verwendung von mehr Farbe sicher angemessen und würde den Seiten den manchmal überbordenden Grauton nehmen. Praktisch sind die mit jedem Kapitel verbundenen Zusammenfassungen und Schlüsselbegriffe sowie Szenarien und Übungen für Studierende. Dass die Inhalte Triple A sind, braucht bei dieser Autorenschaft und der Riege sachkundiger Gehilfen und Fachfrauen nicht besonders hervorgehoben zu werden. «Integrales Logistikmanagement» ist, soweit wir die Szene überblicken können, zumindest im deutschsprachigen Raum Standard. Dass dem Buch in seiner englischen Version in bisher vier Auflagen der Sprung in die USA gelungen ist, zeigt nachdrücklich seinen Stellenwert an. •

weis, dass der Buchtitel Understatement betreibt und dem Inhalt in seiner Breite und Tiefe nicht ganz gerecht wird. Damit gehen potenzielle Leser verloren, was einfach schade ist. Eine Lesefolge des Buches, wie wir sie empfehlen. Die Kapitel bis Seite 174, d. h. die oben besprochenen Texte zur Supply Chain, eignen sich gut als Einführung in den Denkansatz von Paul Schönsleben. Wer sich beim weiteren Lesen enger an logistische Schwerpunkte halten möchte, sollte mit Teil B, «Methoden der Planung und Steuerung in komplexen logistischen System» (Seite 465) weiterfahren. Schönsleben umschreibt den Inhalt von Teil B wie folgt: «Die Methoden und Verfahren in den Kapiteln 9 bis 16 umfassen also alles, was zur Gestaltung von Logistiken nötig ist, die sich nicht

Infos zum Buch Titel: Integrales Logistikmanagement. Operations und Supply Chain Management innerhalb des Unternehmens und unternehmensübergreifend. Autor: Paul Schönsleben Springer Verlag, 6., bearbeitete und erweiterte Auflage, 2011, XXVIII, 1040 Seiten, geb., 535 Abb., 93 davon in Farbe. ISBN 978-3-642-20380-0 Ladenpreis: Fr. 175.– Kontaktadresse: paul.schoensleben@ethz.ch


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Export-Forum osec

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Aussenwirtschaftsforum 2012 – wieder mit Export Award

Mit Schweizer Innnovationen zum Exporterfolg «Take off! Mit Schweizer Innovationen zum Exporterfolg», so lautet das Motto des diesjährigen Aussenwirtschaftsforums vom 29. März 2012 in Zürich. Der von der Osec organisierte Schweizer Exporttag führt den Teilnehmenden vor Augen, wie Schweizer KMU Innovationen erfolgreich exportieren. Erstmals mit dabei sind die Leiter aller 18 Swiss Business Hubs (SBH), die der Schweizer Exportwirtschaft im Ausland die Türen öffnen. Im Weiteren wird am Aussenwirtschaftsforum zum fünften Mal der «Export Award» verliehen.

A

m 29. März 2012 dreht sich in der Messe Zürich alles um Innovation. Das von der Osec organisierte Aussenwirtschaftsforum ist Treffpunkt der exportierenden KMU und nimmt sich in diesem Jahr einem für die Exportbranche zentralen Thema an. Ohne Innovation bei Produkten und Dienstleistungen wäre die Schweizer Exportwirtschaft keine solche Erfolgsgeschichte. Denn Innovation lässt sich auf dem Weltmarkt häufig auch dann noch absetzen, wenn die Frankenstärke längst zum limitierenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Darüber wird am Aussenwirtschaftsforum, an dem rund 500 Besucher aus Wirtschaft und Politik anwesend sein werden, rege diskutiert – und es werden erfolgreiche Fallbeispiele aus verschiedenen Branchen präsentiert. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmenden von Trends und Entwicklungen in der Weltwirtschaft – und sie erhalten wertvolle Tipps für ihr Exportgeschäft.

Prominente Keynote-Referenten. Keynote-Referenten sind Hans-Olaf Henkel, früherer Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der zum Thema «Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?» spricht, sowie Douglas Rushkoff, US-amerikanischer Medientheoretiker, Autor und Kolumnist. Er spricht zu «Global Business in a Bottom-up World». Weitere Referenten sind Monika Walser, CEO Freitag lab.ag, Marcel Näpflin, CEO Urimat Schweiz AG, Frank Brinken, CEO StarragHeckert Holding AG, Hanspeter Ueltschi, Verwaltungsratspräsident und

Inhaber der Bernina International AG, sowie Yves Rossy, alias «Jet Man», der als Pilot und Erfinder erläutern wird, wie «Durchstarten» zum Erfolg im Ausland beitragen kann.

Alle Vertreter der Swiss Business Hubs vor Ort. Zum ersten Mal am Aussenwirtschaftsforum vollständig vertreten sein werden die Leiter der 18 Swiss Business Hubs (SBH). Als Teil des Osec-Netzwerks sind die SBH in Wachstums- und Schwerpunktmärkten bei Schweizer Vertretungen und bei bilateralen Handelskammern angesiedelt. Aufgrund ihres Marktwissens werden die Experten der SBH den Teilnehmenden detailliert Auskunft zu den wichtigsten Exportmärkten der Schweizer Aussenwirtschaft geben können. Denn sie kennen die lokalen Gepflogenheiten und wissen, wie man die Türen zu Entscheidungsträgern öffnet und dort den Zugang zu Regierungen und Behörden erhält, was vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen hilfreich sein kann.

Die Jury hat folgende Unternehmen für die Verleihung nominiert: Kategorie «Success»: – V-Zug AG, Zug, www.vzug.ch – Implenia Industrial Construction Ltd, Wallisellen, www.implenia.com – Maxon Motor ag, Sachseln, www.maxonmotor.ch Kategorie «Step-in»: – Trunz Water Systems AG, Steinach, www.trunzwatersystems.com – Berhalter AG, Widnau, www.berhalter.com – Alipro AG, Hittnau, www.alipro.ch Weitere Informationen unter: www.osec.ch/awf

Erneute Verleihung des «Export Award». Am diesjährigen Aussenwirtschaftsforum wird zum fünften Mal der «Export Award» von einer sechsköpfigen Jury verliehen. Als Anerkennungspreis ehrt der Award je ein Schweizer Unternehmen in den Kategorien «Success» und «Step-in». In der Kategorie «Success» geht es um nachweisliche Erfolge im Exportgeschäft, in der Kategorie «Step-in» hauptsächlich um junge Expansionsprojekte, die im Rampenlicht stehen. ●

Neue Kooperation zwischen der Osec und der SIHK

Zusatznutzen für exportierende KMU

O

sec und die Vereinigung der kantonalen und regionalen Industrie- und Handelskammern (SIHK) haben auf Anfang 2012 eine neue Rahmenvereinbarung über eine engere Zusammenarbeit abgeschlossen. Die Vereinbarung regelt insbesondere die Kooperation bezüglich der komplementären Unterstützung von Schweizer KMU, die ausländische Märkte besser erschliessen und bearbeiten wollen.

Im Zentrum der Bemühungen der Osec und SIHK steht der unveränderte Wille, exportorientierte KMU in allen Schweizer Regionen mit den verschiedenen Dienstleistungsangeboten der beiden Organisationen optimal unterstützen zu können. Ein weiteres Kernstück der neuen Vereinbarung ist die Zusammenarbeit in Bezug auf die gegenseitige Information und Publikation von exportrelevanten Themen und Veranstaltungen über die jeweiligen Kommunikationskanäle der kantonalen Industrie-

und Handelskammern bzw. der Osec. Zudem umfasst die Vereinbarung auch Punkte wie die gegenseitige Vermittlung von Exportanfragen von KMU sowie die Organisation von gemeinsamen Veranstaltungen, die in verschiedenen Regionen der Schweiz durchgeführt werden. Die Partnerschaft zwischen der Osec und der Vereinigung der kantonalen und regionalen Industrie- und Handelskammern steht unter dem Motto «Wachstum durch Internationalisierung». ●


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PRODUKTE

BITO-LAGERTECHNIK

Wenns richtig sauber sein muss Für die optimale Bereitstellung und Lagerung von Zutaten, Zwischen- und Fertigprodukten bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken zeigt die Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH mit Hauptsitz in Meisenheim auf der Anuga FoodTec (27. bis 30. März 2012, Köln) effektive System-Lösungen. Der Lagerspezialist präsentiert unter anderem verschiedene lebensmittelechte Kunststoffbehälter-Systeme und auch Regalsysteme, die sich für den Einsatz in der Food-Branche eignen. Dazu gehören besonders Palettendurchlaufregale, die nach dem FiFo-Prinzip (First in – First out) funktionieren und dadurch die Einhaltung von Mindesthaltbarkeitsdaten unterstützen. In der Bodenebene können die Rollenbahnen, auf denen die Paletten in einem Durchlaufsystem von der Beschickung bis zur Entnahmeseite laufen, als hochklappbare Variante aufgerüstet werden. Das ermöglicht die einfache Reinigung. Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH an der Anuga FoodTec in Köln: Halle 7.1/Stand 020 BITO-Lagertechnik, Bittmann AG, 6343 Rotkreuz 041 790 20 64 info@bito.ch, www.bito.ch

AGATHON AG

B & R

Neue Verkaufsunterlagen, mehr technische Informationen Der Bereich technische Informationen wurde im neuen Produktkatalog stark ausgebaut. Das Schweizer Unternehmen unterstreicht damit seine technische Kompetenz als Hersteller von Standardprodukten und kundenspezifischen Sonderanfertigungen. Der Agathon Normalien Katalog wird so zum technischen Handbuch/Nachschlagewerk für Führungselemente und bietet dem Anwender, nebst umfassenden Produktinformationen, auch allgemeine Grundlagen zu den Produkten wie Auswahlhilfen, Funktionsbeschreibungen, Einsatzmöglichkeiten, Einbau- und Wartungshinweise. Die Produktgruppen sind in entsprechende Register geordnet und nach Normen respektive Einsatzgebiet gegliedert. Die Artikelsuche und Auswahl ist dank Stichwortverzeichnis oder gruppierten Bildverzeichnissen, mit Seitenhinweis, einfach und übersichtlich. Die einzelnen «Normseiten» wurden sauber strukturiert und beinhalten nebst Produktfoto, Massbild, Informationstext auch eine Tabelle mit allen für die Auswahl und den Einbau relevanten Abmessungen. Der Navigationstitel und die Seitennummerierung erleichtern das Auffinden des gesuchten Artikels. Der Katalog wird als Ringbuch, im lesefreundlichen A4-Format und in elektronischer Form als PDF-Katalog, mit entsprechender Navigation (Links), auf CD oder als Download-Version auf der Agathon Homepage angeboten. AGATHON AG, Normalien, 4512 Bellach 032 617 4502, normalien@agathon.ch, www.agathon.com

Präzises Steuern von Smart Grid Applikation nach IEC 61499

Capture the Concept. Mit COMSOL Multiphysics verwirklichen Sie Ihr Konzept: Sie analysieren sämtliche physikalisch relevanten Aspekte Ihres Entwurfs – und das schnell und effizient.

comsol.com /showcase

Das Energy Department des AIT «Austrian Institute of Technology» arbeitet an der Zukunft der Energieversorgung. Dazu gehören Automatisierungskonzepte für die intelligente Stromverteilung in sogenannten Smart Grids als Voraussetzung für den massiven Einsatz erneuerbarer Energieformen. Da es sich dabei um verteilte Systeme mit heterogener Hardwarestruktur handelt, empfehlen die Einführungsstrategien für IKT-basierte Energiesysteme die Anwendung der internationalen Norm IEC 61499. Mit dem Ziel, hardwareunabhängige, portable Steuerungsanwendungen zu schaffen, definiert sie ein allgemein gültiges Modell für verteilte Steuerungssysteme. Aus der IEC 61131 weiterentwickelt, ersetzt sie deren zyklisches Ausführungsmodell durch ein ereignisgesteuertes unter Verwendung eines objektorientierten Ansatzes mit Funktionsbausteinen. Für die Kommunikation mit abgesetzten Ein-/Ausgabeeinheiten in dezentralen Architekturen am besten geeignet ist wegen seiner Unabhängigkeit von der Topologie, seiner Fähigkeit zu direkter Querkommunikation und seiner Verfügbarkeit als Open Source Powerlink. Dessen Integration in das offene, der IEC 61499 entsprechende Steuerungssystem 4DIAC gelang Filip Andrén und Thomas Strasser vom AIT auf einfache Weise durch Einführung von Objektklassen für Master- und Slave-Knoten und für die Konversion zwischen zeit- und ereignisabhängigen Abläufen. B & R, Industrie-Automation AG, 8500 Frauenfeld 052 728 00 55, office.ch@br-automation.com, www.br-automation.com


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PRODUKTE

BECKHOFF

SCHMERSAL

PEWATRON

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HEXAGON

Kompakte Antriebslösungen bis 5 A direkt in der Busklemme

Hexagon beschleunigt Roboterprogrammierung für Weisslichtmessungen

Häufig sind Antriebslösungen überdimensioniert und im Hinblick auf Energieverbrauch und Kosten uneffizient. Beckhoff setzt hier auf Modularität, skalierbare Leistung und kompakte Bauformen. Die EtherCAT-Servoverstärker der Serie AX5000 für die mittleren und hohen Leistungsklassen sind durch Antriebslösungen in den I/O-Systemen, in IP 20 und IP 67, ergänzt. Die Anschaltungen im Format von Busklemmen (IP 20) unterstützen AC- und DC-Motoren, Schrittmotoren und – als Neuheit – auch Servomotoren. Für den schaltschranklosen Einsatz sind EtherCAT-Box-Module (IP 67) für Schritt- und DC-Motoren verfügbar. Durch die Einbindung in das I/O-System werden der Verdrahtungs- und Inbetriebnahmeaufwand erheblich vereinfacht sowie der Platzbedarf und die Kosten reduziert. Eine preiswerte Antriebslösung, beispielsweise für Verstell- und Zusatzachsen, bieten Schrittmotoren: Im Leistungsbereich bis 5 A stellen die Schrittmotoren der Serie AS1000 zusammen mit den entsprechenden I/O-Baugruppen eine Komplettlösung bereit. Für hochdynamische Positionieraufgaben ist die Servomotorklemme EL7201, für das EtherCAT-Klemmensystem, ausgelegt. Sie integriert einen vollwertigen Servoverstärker inklusive Gebersystem in einer 12-mm-Klemme. Die EL7201 ist für den direkten Anschluss von Servomotoren bis 200 W geeignet. Die Kombination mit den Servomotoren der Baureihe AM3100 ermöglicht die Realisierung einer kostengünstigen Servoachse.

CoreView 6.0, die neueste Software von Hexagon Metrology für Weisslicht-Messsysteme von Cognitens, ist nun mit «CoreView Teach Pro» ausgestattet. Dieses neue Modul zur Offline-Programmierung vereinfacht die Erstellung von Messabläufen für WeisslichtRoboterzellen. CoreView Teach Pro reduziert Zeit und Aufwand bei der Programmierung von Messabläufen mit Cognitens WLS400A-Systemen. Dank des neuen Moduls lassen sich Messungen mit Cognitens WLS400A von jedem Computer aus programmieren, selbst wenn keine direkte Verbindung zum Roboter besteht. Durch die Verwendung der Offline-Tools, der 3D-Visualisierung und der Algorithmen, die den Anwender bei der Definition des idealen Messvorgangs unterstützen, lässt sich der Zeitaufwand für die Programmierung um bis zu 50 Prozent reduzieren. «CoreView Teach Pro» optimiert die Messreihenfolge und sorgt für eine effiziente Roboterbahn. Das Softwaremodul schlägt die optimale Zahl zu messender Kacheln vor. Die Anwender profitieren von vollautomatisch ermittelten Arbeitsabläufen, können das Programm jedoch auch manuell ändern. Die neuen Funktionen zur Offline-Programmierung können auch für die Optimierung von bereits vorhandenen Messroutinen genutzt werden. CoreView Teach Pro ist für alle neuen Systeme verfügbar, aber auch bestehende Cognitens WLS400A-Installationen lassen sich upgraden.

Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

Vorerst stehen drei verschiedene Varianten zur Auswahl; weitere folgen: Der PEWALog-4A ermöglicht den Anschluss von vier externen 3oder 4-Leiter-Sensoren mit einem Messsignal von 4...20 mA; der PEWALog-5V ist für Signale von 0...5 VDC vorgesehen; und der PEWALog-3V schliesslich für Sensoren mit einem Ausgangssignal von 0…3 VDC bei einer Auflösung von 12 bit. Standardmässig werden alle Datenlogger mit einem internen Absolutdrucksensor bestückt. Die Messaufgaben des Anwenders definieren dabei die Ausstattung des vielseitigen Loggers: Zur Wahl stehen nebst dem Absolutdrucksensor auch ein Temperatur-, Feuchte-, und Lichtsensor (wahlweise intern im Gehäuse oder extern an einem Kabel) sowie ein Sensor zur Beschleunigungs- bzw. Bewegungskontrolle in allen drei Koordinatenachsen zur Verfügung. Der 3-Achsen-Beschleunigungssensor mit Fast Peak-Funktion erlaubt bei einer Messung von bis zu 1600 Werten pro Sekunde und Achse die Speicherung des betragsmässigen Maximalwertes einmal pro Sekunde. Die Analogeingänge sind mit Alarm-Ausgang, geschalteter Speisung (nur 3 V) und mit Eingang zum Starten und Stoppen der Datenaufzeichnung ausgestattet. Die Messraten und die Speicherraten können unabhängig zwischen 1 Sekunde und 12 Stunden eingestellt werden, und es können über zwei Millionen Messwerte im Mini-Logger gespeichert werden. Ist keine Dauerspeisung über die 6-Volt-Anschlussbuchse möglich, eignet sich der PEWALog dank dem leistungsstarken Lithium-Polymer-Akku (2300 mAh) trotzdem auch für Langzeitmessungen. Auslesen lassen sich die Aufzeichnungen per mitgelieferter Software und USB-Kabel an jedem Laptop oder PC.

Multifunktionale Sicherheits-Lichtvorhänge und -Lichtgitter Die Sicherheits-Lichtvorhänge und -Lichtgitter SLC/SLG 440 bieten eine Vielzahl von Funktionalitäten, die bei herkömmlichen Geräten nur als Option bzw. in separaten Baureihen zur Verfügung stehen. Dazu gehören zum Beispiel die ortsfeste und bewegliche Objektausblendung, eine Ausblendung mit variablem Randbereich sowie eine doppelte Quittierung. Die Baureihe SLC 440 für die Gefahrstellenabsicherung ist mit einer Auflösung von 14 und 30 mm für Schutzfeldhöhen von 170 bis 1770 mm lieferbar. Für die Bereichsabsicherung stehen Sicherheits-Lichtgitter SLG 440 mit Schutzfeldhöhen von 500 bis 900 mm und Reichweiten bis 12 m zur Verfügung. Mit beiden Baureihen lassen sich Sicherheitskreise bis PL e (EN 13849) bzw. SIL 3 (IEC 61508) aufbauen. Die Funktionsauswahl erfolgt im Parametriermodus. Die 7-Segment-Anzeige bietet eine Auswahl an, die bedienerfreundlich ohne PC-Software mit nur einem Befehlsgerät (Taster) ausgewählt und im System gespeichert wird. Eine Schützkontrolle (EDM) gehört ebenso zur serienmässigen Ausstattung wie die Funktionen Automatikbetrieb, Wiederanlaufbetrieb und Strahlcodierung. Damit vereinfacht sich aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbauers die Lagerhaltung: Unabhängig von den Einsatzbedingungen wird immer ein und dasselbe Modell verwendet. Dank der kompakten Bauform (Profilabmessungen 28 x 33 mm) eignen sich die neuen Sicherheits-Lichtvorhänge und -Lichtgitter von Schmersal auch für beengte Einbauräume. Schmersal (Schweiz) AG, 8905 Arni 043 311 22 33, info-ch@schmersal.com, www.schmersal.ch

Hexagon Metrology, 5035 Unterentfelden, 062 737 67 37 mail.ch@hexagonmetrology.com, www.hexagonmetrology.com

Datenlogger PEWALog: robustes Multitalent

PEWATRON AG, 8052 Zürich, 044 877 35 02 info@pewatron.com, www.pewatron.com


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PRODUKTE

IGUS

ARP

BIBUS

Industriekomponenten gewinnen Designpreis

ARP lanciert kleinsten Barcode-Scanner der Welt

Dass sich gutes Design bei Haltbarkeit und Kosteneffizienz auszahlt, beweisen Produkte der Igus GmbH in Millionen von Anwendungen. Auch die Jury des renommierten iF Product Design-Award schätzt das Produktdesign der Kölner Kunststoffspezialisten: Seit 1987 wurden mehr als 20 IgusWettbewerbsbeiträge ausgezeichnet. 2012 erhalten vier Produkte aus den Bereichen Linearführungen und Low-cost-Automatisierung Auszeichnungen in der Kategorie «Industrie». Das Design einzelner Komponenten ist massgeblich für die Leistung eines Komplettsystems verantwortlich. Darauf aufbauende durchdachte Baukastensysteme erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten der Nutzer enorm. Diese Philosophie trifft auf die Mehrzahl der Igus-Produkte und -Werkstoffe zu, so der Hersteller, auch auf die jüngst ausgezeichneten Produkte. Darunter ist zum Beispiel die intelligente Förderkette «pikchain». Deren Herzstück sind speziell entwickelte Förderkettenglieder und eine kontinuierlich mitlaufende e-Kette. Über eine Drehdurchführung versorgt das Modul die einzelnen Kettenglieder konstant mit Energie, Medien und Signalen. Jedes Kettenglied kann mit Saugern, Werkzeugen, Greifern, Sensoren oder Kameras bestückt werden und ist mit bis zu 5 kg belastbar. So erledigt die «pikchain» Transport, Bearbeitung, und Kontrolle 30 Prozent schneller, da sie unnötige Leerfahrten vermeidet. Sie kann mit verschiedensten Antriebskonzepten ausgerüstet werden und vertikal, horizontal sowie auf der Seite liegend zum Einsatz kommen. Längen bis zu 30 m und Geschwindigkeiten bis zu 3 m/s sind möglich.

bDer Einsatz von Barcodes ist populär und wird im geschäftlichen Alltag immer wichtiger. ARP präsentiert nun zwei besonders kleine, handliche Mini-Scanner für die Hosentasche: Eine Version mit USB und eine Wireless-Version mit Bluetooth. Der USB Mini Barcode-Scanner von ARP gilt als derzeit kleinste Ausführung der Welt. Der 10-Gramm-Winzling ist der perfekte Scanner für den Arbeitsplatz. Kleiner als viele USB Sticks kommt dieser hochwertige Barcode-Leser nirgends in den Weg. Im Büro, im Lager, im Labor, in Schulungsräumen oder im Aussendienst lässt sich in Sekundenschnelle ein Barcode einlesen: Einfach am USB Port einstecken und scannen! Der Mini-Scanner ist – sobald am Computer angeschlossen – in der Tat eine äusserst hilfreiche Keyboard-Ergänzung. So etwa für Lagerarbeitsplätze, Verkaufs-Tresen, Warenausgabeschalter usw. Auch bei engsten Platzverhältnissen lassen sich Produkte und Etiketten schnell und bequem einlesen. Der Wireless Mini BarcodeScanner von ARP kann noch flexibler eingesetzt werden, da keine feste Verbindung zum Computer notwendig ist. Die Daten gelangen kabellos via Bluetooth vom Mini-Scanner zum Rechner oder zu mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones. Die Reichweite von 10 Metern ermöglicht auch Installationen, bei denen der Rechner z. B. unter einem Tisch steht oder das Tablet auf einem Regal platziert ist. Der integrierte Akku hat eine Laufzeit von bis zu acht Stunden und wird mit dem mitgelieferten USB-Kabel aufgeladen. ARP liefert den USB Mini Barcode-Scanner (Artikel-Nr. 875630) inkl. USBAnschlusskabel (1,7 m) zum Preis von nur CHF 139.– und den Wireless Barcode-Scanner (Artikel-Nr. 876589) für CHF 149.–. Auf www.arp.ch werden weitere Barcode-Scanner in allen Dimensionen angeboten.

igus Schweiz GmbH, 4623 Neuendorf 062 388 97 97, info.ch@igus.ch, www.igus.ch

ARP Schweiz AG, 6343 Rotkreuz 041 799 09 09, info@arp.ch, www.arp.ch

Präzisions-Kugelgewindetriebe geschliffen Mit den Vorteilen von kurzen Kommunikationswegen und der Unterstützung bei Ihnen vor Ort sowie der stetigen Weiterentwicklung unserer Produkte bieten wir Ihnen die Zusammenarbeit an, diese Kugelgewindetriebe als Schlüsselkomponente mit höchster Präzision und maximaler Bearbeitungsgeschwindigkeit in Ihrer Maschine zu integrieren. Unsere geschliffenen Kugelgewindetriebe bieten hohe dynamische und statische Tragzahlen, geringere Losbrechmomente und ein besseres Umlenkverhalten. Sie wurden von führenden europäischen Herstellern hochdynamischer Werkzeugmaschinen geprüft und werden auch in deren Maschinen eingesetzt. Es ist unser Bestreben, Ihnen den besten Service mit dem höchsten Mehrwert zu bieten. Wir übernehmen für Sie die komplette Auslegung zum Hubsystem inklusive der Antriebstechnik. Sie sparen die zeitraubende Beschaffung vieler Einzelkomponenten. Technische Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern: • hohe Steifigkeit und höhere Eigenfrequenz • geringeres Losbrechmoment bei gleicher Vorspannung • höhere dynamische und statische Tragzahlen bei gleichen Abmessungen • niedrige Temperatur und geringere Betriebsgeräusche • hohe Vorschubgeschwindigkeiten und Drehzahlen • weicherer Lauf und besseres Umlenkverhalten • höhere Standzeiten und grössere Lasten möglich. BIBUS AG, 8320 Fehraltorf, 044 877 50 11 info.bag@bibus, www.bibus.ch


technica 3.2012

PRODUKTE

KUBO

Treuer Begleiter durch die Unterwasserwelt Die Aquatimer Deep Two ist das Flaggschiff der Taucheruhrenlinie der IWC Schaffhausen. Mit dem mechanischen Tiefenmesser bietet sie ein Höchstmass an Sicherheit. Kubo Form AG war mit ihrem Know-how an der Entwicklung der Uhr beteiligt. Wer taucht, begibt sich nicht nur in ein faszinierend fremdes Element, sondern auch in die Hände der Technik. Tauchtiefe, Tauchdauer, Auf- und Abstiegsgeschwindigkeit, Dekompressionsstopp – alles muss stimmen. Damit der mechanische Tiefenmesser mit der Maximaltiefenanzeige realisiert werden konnte, entwickelte die Kubo Form AG in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren der IWC eine spezielle Membrane. Diese liegt unter einer zweiten, mit einer Abdeckung versehenen Krone auf der linken Gehäuseseite und ist die Grundlage des gesamten Druckmesssystems. Über Mikrobohrungen im Deckel der Krone wirkt der Wasserdruck auf die gefederte und mechanisch geführte Membrane und drückt dabei einen Stift ins Innere des Gehäuses. Diese genau definierte Bewegung betätigt ein Hebelwerk und lenkt über ein Räderwerk die beiden Messzeiger für die jeweils aktuelle Tauchtiefe und die erreichte Maximaltiefe bis 50 m. Das Anforderungsprofil an Kubo Form AG sah mit einem Aussendurchmesser von 7,5 mm und einer Dicke von 0,15 mm sehr kleine Dimensionen vor. Darüber hinaus wurde nach einem stabilen Werkstoff verlangt – und das bei jedem Batch – sowie ein sehr tiefer Druckverformungsrest vorausgesetzt. Das Resultat präsentiert sich in einer wunderschönen, präzisen Uhr, die nicht nur Tauchern Freude macht.

BECKHOFF

NI

NI-LabVIEW-Toolkit für Prognose und Überwachung von Maschinenzuständen National Instruments erweitert die Funktionalität der Systemdesignsoftware NI LabVIEW mit dem Watchdog Agent Prognostics Toolkit für NI LabVIEW, das im Bereich der Prognose und Überwachung von Maschinenzuständen eingesetzt wird. «Viele Unternehmen suchen nach einer systematischen Vorgehensweise für das schnelle Entwickeln und Einsetzen von Prognosen für die Fehlervermeidung, die Überwachung von Maschinenzuständen und die Maschinenwartung», erklärte Dr. Jay Lee, Professor und Leiter des Center on Intelligent Maintenance Systems. «Das neue Watchdog Agent Prognostics Toolkit für NI LabVIEW stellt eine bedienfreundliche Lösung für die vorbeugende Wartung und Prognose dar.» Ingenieuren steht mit dem Toolkit eine sofort einsatzfähige Prognoselösung zur Verfügung, die zu einer deutlichen Effizienzsteigerung bei der Entwicklung von Anwendungen im Bereich der Prognose und Überwachung von Maschinenzuständen führen kann. Das Toolkit nutzt die leistungsstarken Signalverarbeitungsfunktionen von LabVIEW und die umfangreichen Analysefunktionen der NI Sound and Vibration Measurement Suite und bietet eine Reihe von Algorithmen, darunter logistische Regression und statistische Mustererkennung, eine Kohonen-Karte, ein Gauss’sches Mischmodell und eine Support-Vektor-Maschine (SVM). Weitere Informationen unter www.ni.com/watchdogagent. Ausserdem kann eine Testversion heruntergeladen werden. National Instruments Switzerland, 5408 Ennetbaden, 056 200 51 51 ni.switzerland@ni.com, www.ni.com/switzerland

Kubo Form AG, 8307 Effretikon, 052 354 29 29 info@kubo.ch, www.kubo.ch

Leistungssprung mit Intel-Prozessoren der zweiten Generation bBeckhoff setzt bei der Integration der zweiten Intel-Prozessorgeneration auf den neuesten Stand der Technik und nutzt deren Leistungsreserven sowie die modulare Mehrkernarchitektur, um den Funktionsumfang der Automatisierungsplattform noch weiter auszudehnen. Die Prozessoren mit der neuen Sandy-Bridge-Architektur und 32-nm-Strukturbreite zeichnen sich durch geringe Verlustleistung aus. Im Unterschied zur ersten Generation verfügen die CPUs über eine neue, interne CPU-Architektur, einen höheren Second-Level-Cache, eine schnellere Onboard-Grafikkarte sowie einen schnelleren DDR3-Speicher. Beckhoff setzt ausschliesslich auf die langzeitverfügbaren Prozessoren der Embedded-Linie. Beckhoff führt die Sandy-Bridge-Prozessoren quasi «flächendeckend» in seine Industrie-PC-Serien mit ATX-Motherboard, wie die Schaltschrank-Industrie-PCs C5102, C61xx, C62xx und C66xx, die Einbau-Panel-PCs CP65xx und die Panel-PCs C33xx und C36xx, ein. Bei den Baureihen mit 3½-Zoll-Mainboard werden die Schaltschrank-IPCs C65xx, C69xx und C5210, die «Economy»-Einbau-Panel-PCs CP62xx und CP72xx sowie die neuen Multitouch-Einbau-Panel-PCs CP22xx mit der neuesten Prozessorgeneration ausgestattet. Auch bei den Embedded-Geräten der Serie CX2000 halten die neuen Intel-Prozessoren Einzug, sodass nun die Multicore-Prozessortechnologie auch für den Hutschienen-PC zur Verfügung steht. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

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Erfolgreich exportieren. Wir helfen, Grenzen zu überschreiten. Nutzen Sie unsere Beziehungen. osec.ch I

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3.2012 technica

PRODUKTE

MEWA

NORELEM

WENGLOR

OLAER

MEWA-Arbeitsschutz-Katalog 2012

Flexibel, kompatibel, sofort lieferbar

Damit aus guten Ideen grosse Werke werden, braucht es Geschick, Kreativität, Beständigkeit … und das richtige Handwerkszeug. Letzteres findet man im neuen Katalog von MEWA: Übersichtlich gestaltet präsentiert er ein umfangreiches Sortiment von Arbeitsschutz-Artikeln. Von modernen Sicherheitsschuhen über Schutzhandschuhe bis zum Wundverband – hier findet man alles für die tägliche Bestleistung am Arbeitsplatz – ob auf der Baustelle, in der Werkstatt oder am Empfang. Mit dem richtigen Schuh fängt alles an. Er gibt Halt im Arbeitsalltag. Entsprechend umfangreich ist im neuen MEWA-Katalog die Auswahl an Sicherheitsschuhen für verschiedenste Anforderungen. Dass sie nicht nur gut passen und richtig schützen, sondern auch so schick wie ein Freizeitschuh aussehen, beweist gleich eine ganze Reihe von Modellen. Mechanische Beanspruchung, Chemikalien, Schnittverletzungen – Schutzhandschuhe sollten sorgfältig ausgewählt werden, um gegen die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu bestehen. Deshalb erklärt der MEWA-Katalog einfach und klar, welcher Handschuh für welchen Einsatz geeignet ist. Darüber hinaus gibt es Handschuhe in vielen Farben und Varianten für Freizeitund Sportaktivitäten. Dank hilfreichen Produktinformationen zum Thema Arbeitssicherheit ist der MEWA-Katalog Edition 2012 inzwischen ein unerlässliches Nachschlagwerk und praktisches «Werkzeug» für die tägliche Arbeit in Handel, Handwerk und Gewerbe. Katalogbestellungen per Telefon 062 745 19 00 oder per E-Mail: info@mewa.ch.

Profilführungssysteme von Norelem kommen insbesondere in den Bereichen Materialzuführung, Montage- und Automatisierungstechnik zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch besondere Robustheit und hohe Steifigkeit aus und erlauben dynamische Beschleunigungen von bis zu fünf Metern pro Sekunde. Weil die Profilführungsschienen und Führungswagen gängigen Normen und Standards entsprechen, können sie vergleichbare Linearführungssysteme anderer Hersteller ersetzen. Die Lieferzeit beträgt zwei bis fünf Tage. Norelem-Profilführungsschienen aus Stahl verfügen über induktiv gehärtete und geschliffene Laufbahnen. Diese sind in einem Winkel von 45 ° angeordnet: Je vier Kugelreihen pro Laufwagen verteilen die Lasten gleichmässig in vier Richtungen, das System kann somit hohe Belastungen von allen Seiten aufnehmen. Dank eines integrierten Schmierverfahrens sind die schienengebundenen Profilführungssysteme extrem wartungsarm und im Dauereinsatz für Temperaturen bis zu 80 ° C ausgelegt. Die von oben anschraubbaren Profilführungsschienen sind in vier unterschiedlichen Grössen erhältlich, der Längenzuschnitt erfolgt nach Kundenwunsch (maximal bis 4000 mm). Je nach Anforderung und Platzverhältnissen stehen vier unterschiedliche Typen von Führungswagen (von standard bis kompakt) aus Vergütungsstahl und mit Wälzlagerstahlkugeln zur Verfügung. In der Standardvariante sind Führungswagen mit Kugelumlaufführung nach Genauigkeit N ohne Vorspannung (Z0) vorgesehen. Höhere Genauigkeits- und Vorspannungsklassen sind auf Anfrage lieferbar. Weil Norelem-Profilführungssysteme gängigen Marktstandards entsprechen, ersetzen sie problemlos vergleichbare Linearführungseinheiten anderer Anbieter.

MEWA Service AG, 4852 Rothrist, 062 745 19 00 info@mewa.ch, www.mewa.ch, www.youtube.com/mewaDEbh

norelem Normelemente KG, DE-71702 Markgröningen +49 (0)7145 206 0, info@norelem.de, www.norelem.de

Lichtgitter für vielfältige Messaufgaben Der Sensorhersteller Wenglor erweitert sein Produktspektrum an optoelektronischen Sensoren um Lichtgitter für Messaufgaben, die für verschiedenste Anwendungen u. a. in der Logistik-, Holz- und Automobilindustrie bestimmt sind. Die Lichtgitter arbeiten nach dem Schrankenprinzip; je nachdem, welche und wie viele Strahlen von einem Objekt unterbrochen werden, schaltet der Schaltausgang. Ein Analogausgang gibt die Messwerte als entsprechende Spannung (0 ... 10 V) oder Strom (4 ... 20 mA) aus. Die neuen Lichtgitter für Messaufgaben können u. a. zur Bahnkantensteuerung, zur Höhen- und Positionskontrolle sowie zum Erfassen und Vermessen von Objekten und Konturen eingesetzt werden. Sie lassen sich über ein menügesteuertes OLED-Display direkt am Gehäuse intuitiv und schnell einstellen – ohne zusätzliche Software oder externe Programmiereinheiten. Unterbrochene Strahlen werden in Form eines Balkendiagrammes am Display des Gehäuses angezeigt. Die messenden Lichtgitter von Wenglor sind in zwei Bauformen erhältlich: «Allround Lichtgitter» verfügen über eine leuchtende Endkappe zur Anzeige des Schaltzustands, die rundum gut sichtbar ist. Der Status ist sofort ersichtlich; eine Diagnose unmittelbar möglich. Der Strahlabstand von 30 mm und Messfeldhöhen von 150 bis 1800 mm gewährleisten eine Reichweite von 3000 mm. «Hochauflösende Lichtgitter» in Messfeldhöhen von 50 bis 200 mm hingegen erfassen mit einem präzisen Strahlabstand von 2 mm selbst kleinste und flache Objekte bis zu einer Reichweite von 2000 mm. wenglor sensoric ag, 8405 Winterthur 052 244 09 11, info.ch@wenglor.com, www.wenglor.com

OLAER – Ihr zuverlässiger Partner für Hochdrucktechnik Olaer baut kundenspezifische Hochdruckanlagen von transportablen, einfachen Geräten bis zu vollautomatischen, computergesteuerten Systemen für einen grossen Bereich industrieller Anwendungen. Olaer bietet Ihnen: • Engineering • Druckluft angetriebene Hochdruckpumpen für Drücke bis 7000 bar • Druckluftverstärker bis max. 380 bar • Gaskompressoren für Drücke bis 2400 bar • Hochdruckhomogenisatoren • Prüfstände • Umfüllanlagen • Hochdruck-Systeme • Druckbehälter • Hochdruck-Ventile, Kugelhähne, Fittings und Rohre • eigene Serviceabteilung. Unsere Stärken: • langjährige Anwendungserfahrung und Fachwissen • Flexibilität und Zuverlässigkeit • kundenspezifische Lösungen • qualitativ hochstehende Produkte. Fordern Sie den Übersichtsprospekt an und lassen Sie sich überzeugen. Olaer (Schweiz) AG, 3186 Düdingen 026 492 70 00, www.olaer.ch, info@olaer.ch


technica 3.2012

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Abdeckungen/ ร–l(nebel)abscheider

Automaten-Drehteile

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Automatisierung Antriebe und Steuerungen

Bodenmatten

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Antriebstechnik

18

 ## ' *'  %    ) ## ' * !"%!  '   % #& "% %!"  ((( %

LIEFERANTEN UND INTERNETADRESSEN

technica 03.11

ZF Services Schweiz AG

CNC-Drehen

     

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CNC-Werkzeugmaschinen

Arbeitsschutz

Dampfkesselvermietung Automatisches Beladen und Entladen

Decolletagearbeiten

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3.2012 technica

LIEFERANTENVERZEICHNIS

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Kabel

    

Gebläse/Radialventilatoren

       

Klimageräte und Ventilatoren Diamantwerkzeuge Gravieren Kompressoren und ZubehÜr

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Gummi-PUR-Silikon-Schaum-cfkWalzen-Rollen

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Messwerkzeuge Ff‰jÂ…lÂ…fn 2; 6†ŠŠq{lj…‰Š…f‰‰j ĂƒĂƒ Ă&#x;¸|¸ ZSÂ…j{wq{lj{ Rjw0 |Ă&#x;Ă‹ ÂˆÂşĂ› ĂƒĂƒ ĂƒĂƒÂ´ :f– |Ă&#x;Ă‹ ÂˆÂşĂ› ĂƒĂƒ ĂƒÂˆ ”””0wf‰jÂ…lÂ…fn0hn 8žGfqwO q{k})wf‰jÂ…lÂ…fn0hn

Lineartechnik

Schichtdicken-Messgeräte Normteile

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Putztextilien

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Schweissen


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LIEFERANTENVERZEICHNIS

Schweisskonstruktionen

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Werkzeugmaschinen Josef Binkert AG Werkzeugmschinen CH-8304 Wallisellen Grabenstrasse 1 Telefon: 044 832 55 55 Telefax: 044 832 55 66 info@binkertag.ch www.binkertag.ch

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Tieflochbohren/-Arbeiten

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Ultraschall-Reinigungsanlagen

Werkzeuge Wälzlager

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Walter Meier (FertigungslÜsungen) AG Bahnstrasse 24 • 8603 Schwerzenbach Telefon 044 806 46 46 • Fax 044 806 47 47 ch.machining@waltermeier.com • www.waltermeier.com


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LIEFERANTENVERZEICHNIS

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3.2012 technica

TECHNICA RAPPORT

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie glänzt mit Rekordwerten – und die Schweiz?

Wie zukunftsfähig ist die Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie? Mit dem Lauf der Zeit präsentiert sich die Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie so zerklüftet wie die Bergregionen. Zwar kann der nachhaltige Erfolg Deutschlands hier nur bedingt als beispielhaft gelten, jedoch geben die Zahlen und das internationale Ranking Anlass genug für eine nachdenkliche Betrachtung in Richtung eigener Position. EDGAR GRUNDLER

D

ie Zahlen, die anlässlich der Jahrespressekonferenz 2012 des VDW Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken vorgestellt wurden, lassen an Eindeutigkeit keine Interpretation zu: Die Schweiz gehört nur noch bedingt dazu! Denn abgekoppelt von der Schweizer und dem Rest der europäischen Werkzeugmaschinenindustrie hat sich 2011 für die Deutschen im Export ein Zuwachs von 33% ergeben und für das laufende Jahr 2012 wird nochmals ein Wachstum von gut 5% erwartet. Damit erwirtschaftete die Branche in 2011 stolze 13,1 Mrd. Euro, wovon auf den wichtigsten Markt China gut 2 Mrd. entfielen. Nr. 2 als Absatzmarkt ist nach wie vor die USA, wobei hier ein Zugang beim Auftragseingang von über 70% (!) deutlich macht, dass die Amerikaner die Zeichen der Zeit erkannt haben und endlich wieder in die lange vernachlässigte Produktionstechnik investiert wird.

Gewaltige Steigerung?! Ein weiterer Erfolgsgarant aber ist der heimische deutsche Markt, der mit 38% überproportional wuchs und sich damit europaweit als zusätzliche «Boommaschine» darstellte. Da kann es kaum verwundern, dass auch die entsprechenden Technologie-Importe anzogen, nämlich um 43%, wovon in erster Linie traditionell (wie lange noch?) die Schweiz und darauf folgend Japan profitierte. In Zahlen: Deutschland exportierte in 2011 für 331 Mio. Euro Werkzeugmaschinen in die Schweiz, die Schweiz exportierte in 2011 für 793 Mio. Euro Werkzeugmaschinen nach Deutschland, was gegenüber 2010 einer Steigerung von gewaltigen 40% entspricht!

Schweiz hinter der Türkei. Also alles in Ordnung, könnte man meinen. Aber weit gefehlt, denn in der Weltproduktion an Werkzeugmaschinen taucht die Schweiz gegenüber früheren Jahren wiederholt nicht mehr unter den ersten Fünf (China, Japan, Deutschland, Südkorea, Italien) auf, sondern landet abgeschlagen je nach Sichtweise sogar hinter der Türkei. Da ist es wenig hilfreich, dass die Chinesen oder auch die Türken viel Lowund wenig Mid- und so gut wie gar keine Hightech-Maschinen liefern; zumal es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis die Wettbewerber aus Fernost auch hier ihre Claims abstecken. Ein enormer Vorteil Deutschlands ist, dass hier nach wie vor im grossen Stil produziert wird, wobei der hohe Automatisierungsgrad der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit ist. Ironie des Schicksals: In den zahlreichen KMU der Schweiz ist ein höherer Automatisierungsgrad vorzufinden als in vergleichbaren und auch grösseren deutschen Betrieben. Doch werden in der Schweiz weniger Werkzeugmaschinen aus eigener Produktion, sondern vielfach solche aus dem Fernen Osten automatisiert. Sonderkonjunktur. Ob es am Angebot liegt? Oder haben so manche Schweizer Hersteller von Werkzeugmaschinen gar kein Interesse am vermeintlich zu kleinen (Produktions-)Markt Schweiz? Jedenfalls haben viele deutsche Metallverarbeiter für die heimischen (und auch für die Schweizer!) Hersteller eine Art «Sonderkonjunktur» herbeigeführt, wie man aus dem starken Schweizer Export von 793 Mio. Euro unschwer ablesen kann. Und was ist mit dem Schweizer Markt, was mit dem «Rest» des Weltmarkts? Spielen da Schweizer Werkzeugmaschinen-Hersteller überhaupt noch eine wichtige Rolle?

Der Realität ins Auge schauen. Ausserdem sollte ein Aspekt nicht unter den Tisch fallen: «Zu den Besonderheiten des traditionell starken Lieferlandes Schweiz gehört, dass in der Schweiz viele Tochterfirmen deutscher Hersteller beheimatet sind, die ihre Mütter in Deutschland bedienen», so Martin Kapp, Vorsitzender des VDW und geschäftsführender Gesellschafter der Kapp Gruppe in Coburg, in seinen Ausführungen an der Fachpressekonferenz. Auch hier geben die nackten Zahlen Auskunft darüber, was Sache ist. Martin Kapp führte ergänzend aus: «Im Jahr 2010, also dem ersten Nachkrisenjahr, produzierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie für 1,1 Mrd. Euro im Ausland, nämlich in 13 Ländern. Der Schwerpunkt der Auslandsproduktion lag hier in der Schweiz, gefolgt von den USA und weiteren europäischen Ländern, während es in China noch starken Nachholbedarf gibt.» Anlass zur Besorgnis. Ausgehend von den Vorjahren 2008 und 2009 und einem eher bescheidenen Volumen, entsprechen die 1,1 Mrd. Euro einer Steigerung um 160 %, wovon wiederum der grösste Teil auf die Produktion in der Schweiz zurückzuführen ist. Gewichtet man also den 793 Mio. schweren Export wirklich «neutral», reduziert sich die eigentliche Transfer-Leistung aus der Schweiz in Richtung Deutschland und hinsichtlich des gesamten Schweizer Werkzeugmaschinen-Exports, auf ein Mass, das Anlass zur Besorgnis um die Zukunftsfähigkeit der Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie geben muss. Dass diese Interpretation nicht jedem Branchen-Insider gefällt, ist in Kauf zu nehmen, dürfte aber ihren Beitrag zur überfälligen Neupositionierung der Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie leisten. ●

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technica 3.2012

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6, 46 37, 57

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IMPRESSUM

69 36

Abecon AG

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IBZ Schulen

AGATHON

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ICIDO

Althaus

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igus

Aroflex

65

Ingersoll

17

ARP

70

INTEGRAL concept

70

Atlas Copco

38

Intermess Dörgeloh

14

B&K Messtechnik

55

Jakob Keller

31

B&R Industrie-Automation Bauberger Baumgartner Beckhoff Automation

15, 68

KAESER Kompressoren

62, 65 10 53, 70

41, 44

23

Kägi + Co

29

39

KATZ-

80

Kissling

50

69, 71

Berufsbildungszentrum

57

Kubo Form

71

Betriebswirtschaftliches Institut

58

Landesmesse Stuttgart

34

Beutler Nova Bibus Binkert, Josef Bito-Lagertechnik Bittmann Bosch Rexroth

4 3, 70

Loga Tech Mack Brooks Exhibitions Ltd

9 5

26

Messe Düsseldorf

68

Messe München

12

MEWA Service

72 54

14, 60

13

BWB Werkzeugmaschinen

28

MPS Micro Precision Systems

Carbomill

52

MTP Mig-Tig-Plasma

35

Ci-base

10

National Instruments

US 2, 71

Cognex

54

norelem Normelemente

72

COMSOL

68

Olaer

72

Condecta

51

OSEC

67, 71

Dassault Systemes

52

P.E. Schall

Denkmotor

80

PEWATRON

69

Deutsche Messe

25

PHOENIX CONTACT

15

27

DIHAWAG

US 4

Prokilowatt

38

DMG (Schweiz)

6, 26

Reiden Technik

80

Durolaminat

43

Robotec Solutions

4, 15

R-Suisse

EMAG

21, 24

Sandvik

Enerprice Partners

38, 40

Schmersal

easyFairs

8 56 6 69

EPFL

10

SCHMIDT Technology

37

EPLAN

48

Schnegg Tools

17

Ernst Fischer Ernst Schweizer, Metallbau Estech Industries ETHZ

5 44 4 10

Schneider Electric Schuler sfb Bildungszentrum Siemens

5 4, 54 58 6, 10, 45

FAULHABER MINIMOTOR SA

7

SIGMATEK

15

Feintool

7

SMC Pneumatik

47

FFHS Fernfachhochschule

59

Solid Solutions

50

FHNW

64

Suhner Abrasive Expert

31

FHS St. Gallen

59

Sulzer

FORCAM

54

Suva

Fraunhofer Institut Fritz Studer Fronius Schweiz Georg Fischer Automotive

6, 65 8 30, 37 30

Swiss Technology Network

7 80 7

Swissmem Kaderschule

18

Swissmem

58

TORNOS

6

Giesserei-Verband

4

TOX Pressotechnik

42

Girmatic

4

TRUMPF Maschinen

16

Univer

51

Gutekunst + Co.KG Hainbuch

15 7

Utilis

7

20

VIM

58

Hans Eberle

29

Walter Meier

Helbling

52

wenglor sensoric

Hermle

22

HAM-Präzision Swiss

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6, 19 72

die fachzeitschrift für die maschinen-, elektround metallindustrie ISSN 0040-0866, 61. Jahrgang 2012 www.technica-online.ch, www.marktspiegel.ch Total verkaufte Auflage: 1692 Exemplare Total Gratisauflage: 7452 Exemplare Ausgezeichnet mit dem Zertifikat «Schweizer Qualitätszeitschriften QFZ» des Verbandes Schweizer Presse Kontakt Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. +41 (0)58 200 56 50, Fax +41 (0)58 200 56 51 Geschäftsführer Dietrich Berg Leiterin Zeitschriften Ratna Irzan Redaktion «technica», Neumattstr. 1, Postfach, CH-5001 Aarau, Tel. +41 (0)58 200 56 42, Fax +41 (0)58 200 56 61 Eugen Albisser, Chefredaktor, Tel. +41 (0)58 200 56 41 Martin Gysi, Masch.-Ing. FH, Tel. +41 (0)58 200 56 29 Externe redaktionelle Mitarbeiter Edgar Grundler, Alois Altenweger SVBF-Teil «Planung und Produktion» Offizielles Organ des Schweizerischen Verbands für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik SVBF Schweiz, 8021 Zürich, www.svbf.ch Redaktor: Alois Altenweger, lic. rer. pol., Tel. +41 (0)34 402 56 69, a.altenweger@zapp.ch Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Produkte und Highlights sind kostenpflichtig. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Leiter Werbemarkt Jürg Rykart, Tel. +41 (0)58 200 56 04 Anzeigen Peter Spycher, Tel. +41 (0)58 200 56 33 Verena Müller, Tel. +41 (0)58 200 56 42 Susanna Franzoni, Tel. +41 (0)62 721 00 00 Anzeigentarif unter www.technica-online.ch Verkauf Marktspiegel Susanna Franzoni, Tel. +41 (0)62 721 00 00 Leiter Marketing/Online Valentin Kälin Aboverwaltung abo@technica-online.ch Tel. +41 (0)58 200 55 70 Preise Abonnementspreis: Fr. 95.– Ausland: Fr. 95.– plus Postgebühren Layout/Produktion Pia Zimmermann Druck Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner CEO: Christoph Bauer www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB: AZ Anzeiger AG, AZ Fachverlage AG, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Vertriebs AG, AZ Zeitungen AG, Basellandschaftliche Zeitung AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Solothurner Zeitung AG , Radio 32 AG, Vogt-Schild Druck AG, Vogt-Schild Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG


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3.2012 technica

AGENDA

Agenda SUVA-Live-Events: ��Ein Unfall vor Gericht» Es ist ein Tag wie jeder andere in der Muster Maschinenbau AG. Kurz vor der Znünipause will Polymechaniker F.U. noch rasch die Einstellung seiner CNC-Drehmaschine für eine anspruchsvolle Produktionsserie prüfen. Er überbrückt einen Überwachungsschalter, um die Maschine bei offener Schutztüre bedienen zu können. Als er sich ins Maschineninnere beugt und sich darin abstützt, geschieht es: Er rutscht ab. Seine Hand gerät zwischen das Werkstück und die sich bewegenden Maschinenteile und wird zerquetscht. Dieses realistische Szenario eines Unfalls nach der Manipulation einer Schutzeinrichtung hat sich zum Glück nicht wirklich ereignet. Es dient der Suva aber als Grundlage, um diesen Frühling an drei Live-Veranstaltungen die straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen von Arbeitsunfällen auszuleuchten. Das Event «Ein Unfall vor Gericht» wird insgesamt dreimal durchgeführt und zwar an verschiedenen Orten. Am 2. Mai in St. Gallen, am 10. Mai in Lausanne und am 15. Mai in Olten. Richter und Anwälte aus den Regionen Lau-

Die Hand eines Polymechanikers wird bei einem Unfall zerquetscht. Die Suva spielt die Gerichtsverhandlung dazu live vor Publikum durch. (Bild: Suva)

sanne und Olten spielen auf authentische Weise sowohl einen Straf- als auch einen Zivilprozess durch: in Lausanne auf Französisch, in St. Gallen und Olten auf Deutsch. Die Suva richtet sich mit dieser Informationsveranstaltung vorab an Firmeninhaber, Produktionsleiter und Sicherheitsbeauftragte aus den betroffenen Branchen sowie Sicherheitsfachleute. Veranstalter: Suva Orte: St. Gallen, Lausanne Olten Datum: 2.Mai, 10. Mai, 15. Mai 2012 Anmeldeschluss: 30. März 2012 Infos: www.suva.ch/gerichtsfall

Hausausstellung 2012 in Reiden Wenn kundenspezifische Lösungen anstatt Standardmaschinen gefragt sind, setzen viele auf den kompetenten Maschinenbau der Reiden Technik AG. Von der ersten Idee bis zur

vollendeten Werkzeugmaschine wird jahrelang aufgebautes Know-How eingesetzt, um die kundenorientierte Lösung zu gestalten. Die diesjährige Hausausstellung gibt den Besuchern einen Einblick, wie dies möglich ist. Am 29. und 30. März von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Zielgruppe: Die Ausbildung richtet sich primär an Formteilentwickler und Konstrukteure, Verfahrenstechniker und Designer. Der Kurs vermittelt wichtige Grundlagen zum Gestalten und Berechnen von Kunststoffteilen, so dass die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Konstruktionsaufgaben schneller und sicherer zu lösen. Viele weitere Kurse sind auf der Homepage des Veranstalters ersichtlich.

besteht die Möglichkeit alle Abteilungen zu durchlaufen. Der Zeitpunkt ist exakt so gewählt, damit verschiedene Maschinenprojekte in unterschiedlichen Fertigungsphasen betrachtet werden können. Neben den bewährten Baureihen können auch zwei «Reiden RX18», die neuesten und grössten Maschinenbaureihe dieses Traditionsunternehmens aus der Zentralschweiz, in verschiedenen Projektphasen bestaunt werden. Mit an dieser Hausausstellung sind auch weitere namhafte Firmen wie Blum Novotest, Heidenhain, Vischer & Bolli, Fischer, Fibro, Schunk, Walter und x-data.

Veranstalter: Reiden Technik AG Ort: Reiden/LU Datum: 29./30. März 2012 Zeit: 9 – 16 Uhr Infos: www.reiden.com/HA2012

Kurs – Konstruieren mit Kunststoffen Der Kurs gibt eine Einführung in die kunststoffgerechte Konstruktion und Auslegung von thermoplastischen Formteilen, welche typischerweise im Spritzgiessverfahren hergestellt werden. Basierend auf den werkstoffkundlichen Grundlagen wird anhand illustrativer Beispiele die beanspruchungs- und verarbeitungsgerechte Gestaltung behandelt. Vertieft werden die Dimensionierung von Formteilen sowie spezifische Eigenheiten wie Schnappverbindungen, Rippenkonstruktionen bis hin zu Orientierungen, Schwindung und Verzug. Durch Teilnehmer mitgenommene Anwendungsbeispiele sind hoch willkommen und können in einem abschliessenden Workshop analysiert werden.

Veranstalter: Kunststoff Ausbildungs- und Technologie-Zentrum (KATZ) Dauer: 2 Tage Datum: 4./5. April 2012 und 15./16.11.2012 Ort: Aarau Kursleiter: Dr.-Ing. Jürg Küffer, Leiter Institut für Produkt- und Produktionsengineering an der FHNW in Brugg-Windisch Mitbringen: Taschenrechner Kosten: CHF 1220.– Infos: www.katz.ch Megatrend «Einfachheit» strategisch nutzen Die Welt wird zusehends komplexer. Oft leider auch unnötig kompliziert. Der Wettbewerb führt dazu, dass Produkte ständig neue, zusätzliche Funktionen und Eigenschaften erhalten. Dienstleistungen werden ausgebaut und in unterschiedlichsten Variationen angeboten. Die zunehmende Komplexität führt zu hohem Zeitaufwand, grösserer Fehleranfälligkeit, mehr Schulungsaufwand, Mehraufwand im Unterhalt. Und zu mehr Kundenfragen. Und das, obwohl der Mensch sich zunehmend nach dem Gegenteil sehnt: nach unkomplizierten und verständlichen Produkten und Dienstleistungen. Einfachheit schaffen ist keineswegs trivial. Beispiele aufzeigen und Know how vermitteln, wie Einfachheit geschaffen wird: Dies sind die Ziele des Simplicity Forums. Zielgruppe: Entscheider von grossen und mittelständischen Unternehmen. Insbesondere Leiter von Marketing, Vertrieb, Produkt-Management oder Produkt-Entwicklung. Geschäftsführer und Unternehmer. Veranstalter: Quai72 und Denkmotor Datum: 17. April 2012 Ort: Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), Rüschlikon Zeit: 8:30 - 12:30 Uhr Kosten: 300.– Teilnehmerzahl: max. 60 Anmeldung: simplicity@quai72.com Infos: www.denkmotor.com


technica 3.2012

VORSCHAU/TECHNIKNACKNUSS

TECHNIKNACKNUSS Das Rätsel für technisch versierte Kreuzworträtselfreunde. Umlaute: 1 Buchstabe Das Lösungswort können Sie auf unserer Homepage www.technica-online.ch in der Rubrik «TechniKnacknuss» eingeben. Einsendeschluss: 20.4. 2012. Unter den Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei Expl. von «Rezepte für Marie», die schönsten Klassiker der französischen Familienküche. Ein stimmungsvolles Buch von Manfred Meeuwig, Marjolein Vonk im Wert von Fr. 34.90

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Vereinte ZueigMusiknung stücke

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Staat in Westafrika

Land am Gibraltar

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2

unglückliches Goal

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6

Scheitelpunkt

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5

6

7

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Die richtige Lösung des Kreuzworträtsels in technica 01-12 lautete MONTIEREN. Die Gewinner des Buches «Albert Hofmann und sein LSD» sind: Franzi Schuster, Luca Soldati und Jesus Arenillas.

D O M A K A R K E D E I M G L G R O B S O U O B S

Z O L L R A S A N T

E P I L O G A B S U D

S I E L E S A S E L I A E N D E A R

S S T A T S I K A L K A L I

T E U L E

M A K E B L E I E R P A P R L E E T R I S L E E E R

T T E B E N R E A B I Z E R E N B U T A G A G E L

VORSCHAU Ausgabe 4 18. April 2012

Fachmessen

Robotik

Steuerungen

Hannover Messe, Siams, Control, Sensor+Test, Automatica, Lausannetec: Die Zeit der Fachmessen hat begonnen. technica-Leser müssen aber nicht warten, bis die Messen ihre Tore öffnen: Die Redaktion war fleissig unterwegs und hat die Neuigkeiten notiert.

Was kann robotergestützte Automation zu einer wettbewerbsfähigen Produktion und damit zur Erhaltung des Werkplatzes Schweiz beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Sonderteil der swissRobotics.net in der nächsten Ausgabe.

Der Anteil der Software an der Gesamtentwicklung einer Maschine oder Anlage nimmt stetig zu. Wichtig ist es daher, die Softwarequalität auch bei steigender Komplexität der Applikation hochzuhalten. Einen wesentlichen Beitrag liefert hier die Simulation.


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Technica 2012/03