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Büez

Mittwoch, 25. März 2015

Unser Handelsbetrieb macht rund 1 Mio. Jahres­ umsatz – allerdings mit grossen saisonalen Schwan­ kungen. So erleben wir immer wieder Liquiditäts­ engpässe. Was halten Sie in dieser Situation vom ­sogenannten Factoring?

chern. Dazu stehen Ihnen zwei Versicherungen in Form von Finanzderivaten zur Verfügung. Um das Währungsrisiko zu minimieren, kann ein Devisentermin­ geschäft abgeschlossen werden. Es handelt sich hierbei um eine Art Versicherung gegen Währungskursveränderungen. Dieses Termingeschäft erlaubt Ihnen bereits heute, den Währungskurs in einem Jahr abzusichern. So haben Sie Planungssicherheit. Vereinfacht dargestellt: Liegt der aktuelle Kurs bei 1.06 Franken je Euro, könnte ein Absicherungskurs zu knapp 1.06 Franken in einem Jahr vereinbart werden. Ganz gleich, ob der Kurs bis dahin bei 1.00 oder 1.20 Franken liegt – Sie werden Ihren abgesicherten Euro-Umsatz zu 1.06 Franken tauschen können. Dieses Devisentermingeschäft ist mit relativ geringen Absicherungskosten verbunden und kann häufig über Hausbanken abgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit sind Devisenoptionen. Damit können Sie sich gegen eine Frankenabwertung versichern, im Falle einer Aufwertung aber dennoch von dieser profitieren. Beispielsweise kann ein Mindestkurs von 1.06 Franken abgesichert werden. Liegt der Franken in einem Jahr dann bei 1.20, können Sie die Versicherung ungenutzt verfallen lassen und den Euro-Betrag zum höheren Satz ein­ tauschen. Aufgrund der erhaltenen Chance fallen bei Devisenoptionen allerdings deutlich höhere Absicherungskosten an. Die beiden «Währungsversicherungen» helfen IhSebastian nen, Umsatz- und Gewinnschwankungen vorübergeBodemer, Unternehmens- hend abzufedern. Generelberater, Autor len Auf- oder Abwertungsund Dozent im trends kann man sich jeBereich Finanz- doch nicht entziehen. Solkann nur mit effizienund Risikoma- chen ten Prozessen, nachhaltinagement, Bo- gen Kostenstrukturen und demer Consul- Innovationen begegnet ting, Männedorf werden. www.bodemer.ch

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eim Factoring tritt ein Unternehmen seine Rechnungen gegenüber Kunden oder Abnehmern laufend an ein Finanzinstitut ab. Das Finanzinstitut («Factor») bezahlt die ausstehenden Summen sofort an das Unternehmen (den «Factoring-Kunden»), sobald es die Forderung übernimmt. Auch trägt der Factor das Ausfallrisiko und erledigt das Debitoren-Management. Dafür erhebt er eine Factoring-Gebühr und einen Zins. Für ein Unternehmen ergeben sich durch Factoring drei grosse Vorteile: Es ist gegen Zahlungsausfälle abgesichert, sein Debitoren-Management wird entlastet, und – für Ihren Fall der interessanteste Punkt – es profitiert von einer verbesserten Liquidität. Zu beachten ist allerdings, dass Factoring nur für Betriebe in Frage kommt, die ihre Leistungen zu 100 Prozent vor der Rechnungsstellung erbringen. Zudem stellen einige Factors Mindestumsatz-Anforderungen. Es gibt aber auch Institute, die sogar Start-ups entsprechende Daniel Lösungen anbieten. So ist Trochsler, es also auf jeden Fall Geschäftsleiter empfehlenswert, diese KMU Finanz AG, interessante Möglichkeit St. Gallen genauer zu prüfen. www.kmufinanz.ch/

Ich möchte den Energie­ verbrauch in meinem Unter­ nehmen senken und habe dazu schon von «Green IT» gehört. Was ist das genau und wie erfahre ich, ob es für mein Unternehmen in Frage kommt?

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nter Green IT versteht man zum einen die umweltverträgliche Nutzung von IT-Geräten. Zum anderen gehört auch der Einsatz von IT dazu, wenn damit an anderer Stelle Energie gespart wird. Mit unseren Geräten für Informatik und Telekommunikation verbrauchen wir in der Schweiz jährlich etwa so viel Strom, wie das Atomkraftwerk Mühleberg produziert. Aus Studien weiss man: Mindestens ein Drittel davon verpufft ungenutzt – der geringe, aber dauernde Stromverbrauch wird nicht bemerkt. Schon einfache Massnahmen reduzieren den Verbrauch beträchtlich. Während Sitzungen oder in der Mittagspause können Computer und Drucker beispielsweise in den Ruhezustand versetzt, über Nacht und am Wochenende sollten sie konsequent abgeschaltet werden. Auch eine Reduktion der Bildschirmhelligkeit spart Strom ein. Oft sind Computer zudem überdimensioniert, das heisst, sie verbrauchen viel Energie für Leistungen, die gar nicht benötigt werden. Wird ein Gerät erneuert, macht deshalb ein optimal dimensionierter

Ersatz Sinn. Viel Strom, Wartungs­ arbeiten und – längerfristig – Kosten können auch durch eine Zentralisierung der Informatik im Unternehmen gespart werden. Beispiele dafür, dass dank Technik an anderer Stelle weniger Energie ­benötigt wird, sind Videokonferenzsysteme oder mobiles Arbeiten. Erstere machen viele Geschäftsflüge un­ nötig, Letzteres ersetzt den täglichen Arbeitsweg. Und beide reduzieren ­ den CO2-Ausstoss. Auch der Versand von E-Rechnungen oder elektronischen Handbüchern anstelle von Papierversionen schont Ressourcen. Green IT steht also für einen ganzen Strauss von Massnahmen und macht in verschiedener Hinsicht Sinn: fürs Budget, fürs Klima und nicht zuletzt für das Image des Unternehmens. Gute Argumente, die eigentlich für jeden Betrieb gelten, also auch für Ihren! Lassen Sie sich beraDr. Doris Slezak, ten, welche Green-ITÖkologin und Massnahmen für Sie in Umweltberate- Frage kommen. Mehr Informationen rin, greenITplus auf www.greenit.s-i.ch GmbH, Bern und auf www.proofit.ch.

Unser Dienstleistungs­ unternehmen hat ein grosses Auftragsvolumen im EU-Raum. Nach dem Frankenschock frage ich mich: Wie kann ich künftig das Währungsrisiko im Auge behalten?

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unächst sollten Sie bei allen Offerten in Euro die Währungsentwicklungen berücksichtigen. So können Sie jeweils die aktuelle Marge kalkulieren. In einem zweiten Schritt ist diese Marge abzusi-

Einer meiner Mitarbeitenden will eine berufsbegleitende Weiter­ bildung machen. Soll ich mich an den Kosten beteiligen? Und wenn ja, mit welchem Betrag und welchen Vereinbarungen?

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Monica Fischer, Geschäftsführerin Fischer Consulting, HR Services & Management Advisory, Küssnacht am Rigi

enn Sie sich an den Ausbildungskosten beteiligen, tätigen Sie damit eine Investition in Ihren Mitarbeitenden. Eine Kostenbeteiligung macht also durchaus Sinn, sofern auch Sie ein Interesse daran haben, dass er die ­Weiterbildung absolviert. Der Betrag ist dabei der Grösse Ihres Unternehmens anzupassen. Ich empfehle Ihnen, dass Sie als Arbeitgeber rund zwei Drittel der Ausbildungskosten übernehmen und der Arbeitnehmende ein Drittel selbst bezahlt. Sie können sich zudem mit ­Zeitgutsprachen oder der Übernahme von Spesen beteiligen. Sinnvollerweise zahlen Sie die Kosten semesterweise aus. Auch sollten Sie den Verlauf der Ausbildung begleiten und mit Ihrem Mitarbeitenden besprechen. Optimal ist es, wenn er zudem die Möglichkeit bekommt, das erlernte Wissen schrittweise im Betrieb umzusetzen. Das beflügelt die Motivation, und Sie profitieren ­beide von einer Win-Win-Situation. Oft werden Mitarbeitende vertraglich an die Firma gebunden, wenn diese sich an Weiterbildungskosten beteiligt. Die Dauer einer solchen Bindung sollte zwei Jahre nicht überschreiten. Scheidet der Mitarbeitende vorzeitig aus, wird eine Rückzahlung pro rata fällig. Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, ob es sinnvoll ist, einen Mitarbeitenden binden zu wollen. www. fischer-hrservices.ch

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