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Team.F SeminarMagazin 1 / 2014

Zum Mitnehmen und Weitergeben.

te ll ti Unges cht su hn Se

Wenn das Warten zur Last wird.

T i telt h e m a

T E a m .F

Ungestillte Sehnsucht Wenn das Warten zur Last wird…

Last versus Chance

E r fa h r u n g s b e r ic h t

s Separate rSemina PROGRAMM slegen zum Au erit und We geben

Es gibt ein Leben nach dem Kinderwunsch


Team.F Neues Leben für Familien.

Impressum Herausgeber: TEAM.F Neues Leben für Familien e. V. Fon 0 23 51. 98 59 48 - 0 info@team-f.de www.team-f.de Redaktionsteam: Siegbert und Sabine Lehmpfuhl Stephan Arnold Christian Siegling Eckhard und Heidi Goseberg

T i telt h e m a

Ungestillte Sehnsucht Wenn das Warten zur Last wird…

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Design und Prepress: Gute Botschafter GmbH Spezialisten für Positionierungsdesign www.gute-botschafter.de Fotos: TEAM.F fotolia.com (bilderstoeckchen, GiZGRAPHICS, Fotofreundin, ChristArt, monropic, morelia1983, Markus Dehlzeit, franky2010, Luis Louro, cobaltstock, anoli, detailblick, guukaa, Coloures-Pic, Syda Productions, Sergey Nivens) istockphoto.com (Mark Bowden, hitoni, Antagain, Andyworks, stevecoleimages) Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG www.ddm.de Druck- und Satzfehler vorbehalten.

4 Ungestillte Sehnsucht 8 Unsere Seminarempfehlungen im Umfeld des Titelthemas 9 Seminar: Ein unerfüllter Kinderwunsch ist kein Spaziergang 10 Last versus Chance 12 Team.F Buchempfehlung: „Entrissen“ 14 Siehe, ich mache alles neu 17 Team.F – Die Lebenspraktiker 18 TEAM.F-Akademie – Unsere Vision für die nächsten Jahre 19 Vorankündigung: Seelsorgekonferenz 2015 20 Männertag 2014: „Mein Vater, mein Sohn und Ich“ 22 Endlich Familie 25 Unterwegs zu Hause – ein Ehe-Mobil-Wochenende. 26 Ehe-Woche à la carte 28 Bittere Tränen – Der tiefe Schmerz der ungewollten Kinderlosigkeit. 31 Team.F – Unterstützen Sie uns 32 Die etwas anderen Kinder 33 Produkte für mehr Zweisamkeit 34 O-TON Seminarteilnehmer: Silvester-Backstube & Vorschau 45 Backstube-Traumpartner – Werde selbst zum Traumpartner! ➜ Das neue Seminarprogramm erhalten Sie separat zum Auslegen, Weitergeben und Nachbestellen.

T E AM . F - Ak a de m i e

Unsere Vision für die nächsten Jahre Nun bin ich Leiter der Team.F-Akademie. Wie fühlt sich das an? 18


Liebe Team.F-Freunde, ein Leben mit leiblichen Kindern ist heutzutage aus unterschiedlichen Gründen immer weniger selbstverständlich. Die zunehmende Problematik des unerfüllten Kinderwunschs ist eine mögliche Ursache. Mit der modernen Reproduktionsmedizin ergeben sich neue Behandlungsmöglichkeiten und damit neue ethische Fragen. Betroffene sehen sich neben dem eigenen Schmerz häufig mit einem Umfeld konfrontiert, das verunsichert ist und ihnen nicht immer hilfreich begegnet. Aufgrund der Komplexität haben wir das Thema bisher nicht aufgenommen. Nun wollen wir bewusst den Anfragen Betroffener begegnen und wagen uns mit diesem Heft und einem ersten Tagesseminar auf einen neuen Weg. Für Außenstehende ist die Brisanz dieser Problematik kaum zu ermessen. Wie viel schwerer ist es für Betroffene, mit aufbrechenden Fragen weise umzugehen und einen gangbaren Weg zu finden! Umso dankbarer sind wir allen, die den Mut aufgebracht haben, uns tiefe Einblicke in eine sehr persönliche Erfahrung zu ermöglichen. Allein die Artikelauswahl gibt uns schon einen Hinweis auf die große Bandbreite und Tiefe dieser Problematik. Die eingeschlagenen Wege sind in Ausnahmesituationen gewachsen, darum sehr individuell und nicht vergleichbar. Wir lassen die Erfahrungen daher sehr bewusst nebeneinander stehen. In aller Unterschiedlichkeit eint Sie jedoch, dass sie an ihren Schwierig­ keiten nicht zerbrochen, sondern gereift sind und sie mit Gottes Hilfe gut bewältigt haben. Die wertvollen Einsichten haben uns sehr berührt und bereichert, aber lesen Sie selbst – es betrifft uns alle, Ihr Redaktionsteam

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Erfahrungs b e r i ch t

Last h e r aversus u s n e h Chance mbarer

Se m i n a r te i l

Wir, Anette und Cornelius, mittlerweile 49 und 46, sind seit 5 Jahren verheiratet und ungewollt kinderlos. 10

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M Ä NN E R T AG

„Mein   Vater, mein Sohn und Ich“

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Se m i n a r P r o g ra m m

Siehe, ich mache alles neu Verliebt, verlobt, verheiratet,– nach einem guten Start wünschten wir uns nun sehr, dass unsere Liebe und Ehe mit Kindern gefüllt ist. 14

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E r fa h r u n g s b e r ic h t

Endlich Familie

Den Segen der Ver­söhnung erkennen und Leben. Was für eine Geschichte – denke ich heute Mit mehreren hundert Männern zusammen zu staunend und bewegt mit einigen Jahren sein ist immer ein einmaliges Erlebnis. 20 Abstand, während ich sie hier in Worte fasse.

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Das Seminarprogramm von März 2014 bis Dezember 2014 erhalten Sie separat zum Auslegen


Ungestillte Sehnsucht Wenn das Warten zur Last wird… Etwa jedes 6. Paar in Deutschland wird nicht so schnell schwanger, wie es sich das gewünscht oder vorgestellt hatte. Zwar bleiben nicht alle langfristig ohne Kinder. Doch niemand kann vorhersagen, wie der eigene Lebensweg weiter verlaufen wird.

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ie Ungewissheit bleibt für viele, mitunter über Jahre. ­ Nach wie vor ist unsere Gesellschaft dazu wenig sprachfähig. Betroffene Paare leiden meist still und geraten nicht selten tief in die Isolation hinein. Die Partnerschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Wenn der Kinderwunsch ein einsames Anliegen ist, kann man sich noch nicht einmal mit dem Anderen in der eigenen Sehnsucht verbünden.

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Verwaiste Eltern Geschiedene

Verwitwete

Alleinerziehende Es gibt viel mehr Betroffene als man denkt!

Unerfüllter Kinderwunsch ist ein weites Feld. Spontan denkt man vielleicht an kinderlose Paare, bei denen die Frau trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr zur fruchtbaren Zeit nicht innerhalb eines Jahres schwanger wird. Darüber hinaus gibt es jedoch eine ganze Reihe Betroffener, die viele gemeinhin in diesem Zusammenhang gar nicht wahrnehmen. Da sind zum Beispiel Singles, Alleinerziehende, Geschiedene, Verwitwete. Sie wünschen sich womöglich (noch) ein Kind, haben aber keinen Partner (mehr oder noch nicht), mit dem sie ihren Kinderwunsch aktiv ausleben könnten. Selbstverständlich können auch Menschen betroffen sein, die ihr Kind früh verloren haben: als verwaiste Eltern oder nach einer Fehlgeburt. Auch homosexuell empfindende Menschen leiden mitunter sehr unter ihrem unerfüllten Kinderwunsch. Noch seltener wird der unerfüllte Kinderwunsch bei denjenigen wahrgenommen, die bereits Kinder haben, die aber nicht wieder schwanger werden – obwohl sie sich noch mehr Kinder wünschen. Das ist nach außen hin oft nicht ersichtlich – und nicht immer in der Transparenz erwünscht, wenngleich es genauso sehr schmerzhaft sein kann. Es ist daher mehr als wünschenswert, dass sich Betroffene nicht gegenein­ ander ausspielen. Denn es geht um das individuelle Empfinden in der Situation: es zu sehen und ihm zu begegnen, anstatt abwertende Vergleiche zu kultivieren. Ursachenfindung

Wurde eine Frau in vorwissenschaftlichen Zeiten nicht schwanger, wähnte man die Ursache dafür ganz klar auf Seiten der Frau. Denn bevor man die biologischen Zusammenhänge verstanden hatte, glaubte man, dass im Samen des Mannes das gesamte Kind sei – und dass dieser es beim Geschlechtsakt der Frau gebe, in deren Leib das Kind dann bis zur Geburt heranwachse. Inzwischen hat man schon lange erforscht und verstanden, dass an der Zeugung stets beide Geschlechter beteiligt sind, indem sie ihre Erbinformation jeweils zur Hälfte weitergeben. Demnach sind logischerweise die Ursachen des unerfüllten Kinderwunschs auch bei beiden Geschlechtern zu erforschen. In jedem Fall erfolgt die Diagnostik in steigender Invasivität. Selbstverständlich beginnt man mit der Krankengeschichte und körperlichen Untersuchung und nicht mit einer

Singles

operativen Bauchspiegelung. In etwa kann man sagen, dass die Verteilung der Ursachen zu 30 % beim Mann, zu 30 % bei der Frau, und zu 30 % bei beiden, also sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegt. Daher ist es stets unerlässlich, beide Partner zu untersuchen. Doch ein unauffälliges Ergebnis ist für betroffene Paare ein zweischneidiges Schwert. Bei immerhin 10 % der Fälle liegen die Gründe trotz ausführlicher Unter­ suchungen im Verborgenen. Einerseits bleibt Ihnen die Hoffnung – sie sind augenscheinlich gesund (theoretisch!), die Frau könnte also schwanger werden. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Doch andererseits erleben sie die Erfüllung der theoretischen Möglichkeit nie praktisch. Das ist eine schwerwiegende Enttäuschung. Beides zusammen genommen bewirkt eine mitunter nervenaufreibende Ambivalenz. Nicht wenige äußern frustriert, dass sie sich von ihrem Körper regelrecht getäuscht fühlen. Wie, bitteschön, soll man unter diesen Bedingungen den unerfüllten Kinderwunsch definitiv ad acta legen können? Vielleicht wird es ja doch noch was? Liegt der Lebensfokus vollständig auf dem Kinder­ wunsch, so kann sich mit dem unerfüllten Wunsch eine unschöne Zwischenzeit manifestieren. Dann fällt es schwer, langfristig Pläne zu machen – denn man kennt die Randbedingungen ja gar nicht.

Ute Buth

Auswirkungen auf die Paarbeziehung

Jeder Mensch aber geht mit Stressoren anders um. Während der eine sich in sich zurückzieht, lebt ein anderer nach außen hin augenscheinlich unbeschwert oder gar überaktiv. Der unerfüllte Kinderwunsch kann Menschen über lange Zeit auf Trab halten. Einen guten Umgang damit zu finden, kostet Energie. Noch mehr Energie kostet es, ein Geheimnis aufrecht zu erhalten. Nicht schwanger zu werden, kein Kind zeugen zu können greift viele Menschen tief im Innersten, an ihrem Kern, ihrer Identität an. Dann tauchen wo­ möglich unliebsame Fragen auf: „Bin ich denn überhaupt eine richtige Frau, ein richtiger Mann, wenn das nicht

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gelingt?“ Aber natürlich! Unsere Identität wird ja nicht erst mit unserer Fruchtbarkeit vervollständigt. Wir sind wunderbar gemacht! Und doch bleibt bei Einzelnen nicht selten ein Stachel zurück. Es gibt viele weitere Aspekte, die Betroffene angreifen. Dazu gehören Wünsche, Fragen und Bemerkungen aus dem näheren oder weiteren Umfeld oder von Fremden. Kommen­tare, die sie als unfaire Unterstellungen empfinden, aber wegen der Tiefe der Problematik auch nicht gleich jedem gegenüber richtig stellen möchten.

Schließlich hängt man sich ja kein Schild um den Hals mit der Erläuterung: „Nein, uns geht es nicht vorrangig um Geld und Karriere!“ oder „Kinder sind uns nicht egal, ganz im Gegenteil, wir wünschen sie uns schon seit Jahren sehnlich!“ Und die Paarbeziehung? Beides ist möglich: Manche Paare schweißt die Notlage erst recht zusammen, andere verlieren sich in Grabenkämpfen, können ihre Prioritäten nicht klären: Wer von beiden trauert denn nun am meisten? Wie wichtig ist das Erfüllen des Kinderwunschs – und zu welchem Preis? Es kann zu erheb­lichen Disharmonien kommen. Diese werden durch den unerfüllten Großeltern – oder Verwandten-­ Kinderwunsch weiter angefeuert: Bloß keine Fragen beantworten ­müssen, tiefe Traurigkeit allein durchleben, um nur ja nicht aufzufallen… Auswirkungen auf die Sexualität

Natürlich muss - um die Chancen auf eigene Kinder nicht zu gefährden - Sex weiterhin stattfinden, nicht wahr? Alles andere wäre ja kontraproduktiv – so denken viele. Dann verordnen sie sich oder dem Partner / der Partnerin während der fruchtbaren Zeit Termine im Bett – und meist unbewusst schleichend eine „Auszeit“ außerhalb der fruchtbaren Tage. Unter dem unausgesprochenen Motto „Nun lohnt es sich ja eh nicht. Und nebenbei gesagt, macht es auch nicht so viel Spaß wie früher. Ehrlich gesagt – aber wer sagt das schon - habe ich das Thema eh satt, den Kaffee auf, bin resigniert, frustriert, wütend und enttäuscht. So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt“–.

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Kontraproduktiv wird es vor allem dann, wenn Sexualität verzerrt auf das Mittel zum Zweck reduziert wird. „Sex nach Plan“ hat schon vielen Paaren weit über den eigentlichen Kinderwunsch hinaus geschadet. Denn der stetige Verlust der Erotik und Romantik zugunsten von technisch optimalen Ausgangsvoraussetzungen, fräst sich in die gemeinsame sexuelle Lerngeschichte ein. „Rien ne vas plus“ – Nichts geht mehr, ist dann nicht selten das traurige Fazit – beim Mann, wenn seine Erektion oder Ejakulation ihm nicht mehr gehorchen will oder bei der Frau, die unterwegs jede Lust an der Intimität verliert, das sexuelle Miteinander nur mühsam abarbeitet, damit wenigstens der nächste Versuch gelingen könnte. Wohlgemerkt geht es hier nicht darum die Sexualität von betroffenen Paaren bewusst schwarz zu malen. Stattdessen will die Deutlichkeit der Ausführungen auf Stolpersteine hinweisen und Wege aufzeigen, wie gesunde Paarsexualität im unwirtlichen Gelände des unerfüllten Kinderwunschs dennoch überleben kann. Paare, die ihrer spontanen Sexualität dennoch Raum geben, auch wenn gerade keine befruchtungsfähige Eizelle mit im Raum ist, geben ihrer Zweisamkeit mehr Weite und eine tiefere Bedeutung weit über den Kinderwunsch hinaus. Der Sinn von Sexualität ist neben Fortpflanzung und Lust die Einheit. Eine größere Nähe kann ich zu keinem anderen Menschen aufbauen. Auch wenn es schwer ist, den unerfüllten Wunsch innerlich wirklich beiseite zu legen - weniger ist mehr. Lang­fristig verliere ich, wenn ich mein Gegenüber, wenn auch subtil, zum Sex hin manipuliere oder zwinge. Endstation Kinderwunsch?

Es kann hilfreich und zugleich unendlich schmerzhaft sein, wenn man sich irgendwann durchringt, den unerfüllten Kinderwunsch endgültig zur Seite zu legen. Viele Fragen sind damit verbunden: Nach all dem Hoffen und Bangen, der ganzen Achterbahnfahrt, soll ich jetzt aufgeben, wegen, trotz und nach so vielen Höhen und Tiefen? Ist das nicht auch ein persönliches Scheitern in unserer Zeit der medizinischen Machbarkeit? Würde es nicht doch noch klappen, wenn wir eine Methode versuchten, die wir bislang ausgeschlossen hatten? Oder würden wir dabei unsere Wertvorstellungen ausverkaufen? Wie viel Geld haben wir bereits investiert – so ganz ohne Gegenwert? Wie viele schlaflose Nächte, wie viele Köpfe haben wir uns zerbrochen – beim ­Grübeln über Wege und Methoden – und womöglich auch bei dem einen oder anderen Versuch, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Was bleibt nun davon? War das alles umsonst?


Es ist ein Segen, wenn beide Partner den Kinderwunsch zur rechten Zeit gemeinschaftlich ad acta legen können. Gedanken zur Neuausrichtung & Tipps für unterwegs

Nicht selten ticken die inneren Uhren der Partner aber unterschiedlich. Was dann? Sprechen Sie nach Möglichkeit schon auf dem Weg immer mal wieder über einen möglichen Plan B. Was ist Ihre Berufung als Ehepaar? Welche Begabungen, welche Träume haben Sie? Gehen Sie dem forschend nach. Wohin können Sie sich bewusst ausrichten? Machen Sie es sich auch hin und wieder klar, an welchen Stellen Sie sich innerlich oder auch äußerlich abkapseln, vom Partner, von der Familie, von Freunden oder Bekannten? Wie können Sie gesunde Grenzen setzen, ohne dahinter verloren zu gehen? An welchen Stellen brauchen Sie einen gesunden Abstand, zum Beispiel von Babysitting-Anfragen, die gern an Sie delegiert werden?

das gelingt, sieht die Welt womöglich mit einem Schlag ganz anders aus. Seien Sie barmherzig miteinander und geben Sie Ihrer Beziehung den ihr zustehenden Stellenwert (zurück). Apropos Stellenwert: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“ (1.Mose 2,24 – Elberfelder) So steht es schon am Anfang der Bibel. Die Ehe-EINheit ist mit Mann und Frau vollständig. Schützen Sie Ihr Eins-Sein und stellen Sie es aufgrund des unerfüllten Kinderwunsches nicht grundsätzlich in Frage. Suchen Sie stattdessen nach Möglichkeit das vertrauensvolle offene Gespräch oder fachkundige Hilfe, wenn sich Fronten abzeichnen oder bereits auf­ gebaut haben. Es ist keine Frage, ein unerfüllter Kinderwunsch ist kein Pappenstiel. Er ist schmerzhaft und kann die Grundfesten des Seins heftig erschüttern. Doch in dem Maße, wie es Ihnen gelingt, sich neben allem vorstellbaren Weitergehen an dieser Stelle, auch dem anderen Leben offen und aktiv und gestaltend zuzuwenden, gewinnen Sie in großem Maß an Lebensqualität (zurück). Ihre Ute Buth

Versuchen Sie immer wieder auch gedanklich durch die Brille des Partners zu sehen. Vergessen Sie dabei nicht, im Vorfeld bewusst die eigene Brille abzulegen. Wenn

Dr. med. Ute Buth (44) ist Fachärztin für Frauen­ heilkunde und Weißes Kreuz Fachberaterin. Die Sexualberaterin nach DGfS (Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung) leitet die Weißes Kreuz ­Beratungsstelle herzenskunst in Bochum (www.herzenskunst-beratung.de). Sie ist Buch­ autorin von „Ich warte noch auf dich – unerfüllter Kinderwunsch – Fachliche Hilfe und persönliche Erfahrungsberichte“ und leitet das im Mai 2014 erstmals stattfindende Team.F Tagesseminar zum unerfüllten Kinderwunsch.

Nicht schwanger zu werden, kein Kind zeugen zu können greift viele Menschen tief im Innersten, an ihrem Kern, ihrer Identität an.

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Ungestillte Sehnsucht

Wenn das Warten zur Last wird…

Unsere Seminarempfehlungen im Umfeld des Titelthemas Der Schmerz der Kinderlosigkeit hat viele Facetten: Trauer und Enttäuschung über den unerfüllten, sehnlichen Wunsch nach Kindern, bei vielen auch tiefe Gefühle von Wertlosigkeit und – wie Sie es in den Erfahrungsberichten nachlesen können, schmerzhafte Erfahrungen mit dem Umfeld, das sicher sehr unsicher ist im Umgang mit Betroffenen, oft aber auch sprachlos, unsensibel, oberflächlich und hart.

Da bietet sich nicht nur unser neues Tagesseminar für Betroffene an, dass wir erstmals in diesem Jahr im Programm haben. Lesen Sie dazu die Vorankündi­ gung auf der nächsten Seite. Weitere Informationen erhalten Sie demnächst auf unserer Webseite und über einen Seminarflyer. Einen geschützten Rahmen, Ihre Verletzungen zu bearbeiten und auf dem Weg der Heilung einen guten Schritt weiterzukommen, finden Sie sicher in unseren „Versöhnt leben“ – Seminaren (Seminarprogramm ab Seite 17). Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen sehr, Ihre Ehebeziehung, die ja durch diese Problematik besonders berührt und einer nicht alltäglichen Belastungsprobe ausgesetzt wird, neu in den Focus zu rücken und zu stärken. Unsere vielfältigen Angebote dazu (ab Seite 4) bieten Ihnen die Mög­ lichkeit, Beziehungsprobleme zu bearbeiten wie auch schöne gemeinsame Zeiten zu zweit zu erleben – beides sind zur Bewältigung wichtige Schritte, Ihre Heidi Goseberg

Unsere Seminarempfehlung: Wie Sie als kinderloses Ehepaar Ihre Beziehung stärken und Ihre Verletzungen bearbeiten können finden Sie vor allem in den folgenden Seminarbereichen: 24. – 27.04.14 BY 14 621 41 Versöhnt leben – Beziehungen klären, Teil 1 Haus Lutherrose 91546 Neuendettelsau bei Ansbach Leitung: Mirjam Fichtelberger und Johann Scharf mit Team Kosten:  165,– € Seminargebühr pro Person plus ab 138,– € VP pro Person Anmeldung: Petra Miß, p.miss@team-f.de 13. – 16.11.14 BB 14 622 61 Versöhnt leben – Beziehungen klären, Teil 2 CVJM Freizeit- und Bildungsstätte 15377 Waldsieversdorf / Märkische Schweiz Leitung: Sabine und Siegbert Lehmpfuhl mit Team Kosten:  165,– € Seminargebühr pro Person plus 96,– € VP pro Person; Einzelzimmerzuschlag 10,– €/Nacht Anmeldung: Edeltraud Wurl, info.bb@team-f.de

➜W  eitere Informationen zu den Seminaren „Versöhnt leben – Beziehungen klären“ finden Sie auf Seite 17 in unserem separaten Seminarteil und unter www.team-f.de/seminare

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V orankündigu n g

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist kein Spaziergang Herzliche Einladung zum Team.F Tagesseminar in Kassel Zur Stärkung von Beziehungen, emotionaler Stabilität und des Glaubenslebens stehen wir großen Heraus­ forderungen gegenüber. Doch Gott hat uns dafür auch besondere Möglichkeiten zur Verfügung gestellt.

Der unerfüllte Kinderwunsch ist vielfältiger als man oft denkt. Viele Menschen sind davon betroffen. Allein jedes 6. Paar in Deutschland wird nicht so schnell Eltern, wie es sich das gewünscht hat. Doch betrifft ein unerfüllter Kinderwunsch viel mehr Menschen als nur kinderlose Paare. Auch Singles, Geschiedene, Verwit­ wete, Alleinerziehende, Eltern, die nicht wieder Eltern werden oder die ihr Kind durch eine Fehlgeburt oder einen frühen Kindstod verloren haben, können genauso unter ihrem unerfüllten Kinderwunsch leiden wie Partner, die den Wunsch in ihrer Beziehung allein haben.

Der unerfüllte Kinderwunsch ist vielfältiger als man oft denkt.

Dieses neue Team.F Tagesseminar gibt Impulse zu folgenden Themen:

• Weise Entscheidungen treffen welche Wege sind gangbar und hilfreich? • Mit unerfülltem Kinderwunsch im Alltag (über)leben • Unerfüllter Kinderwunsch & Sexualität • Ethische Herausforderungen bei unerfülltem Kinderwunsch • Neuen Mut nach Rückschlägen finden • Wenn der Glaube auf dem Prüfstand steht • Endstation Sehnsucht? Gedanken zum Abschied vom Kinderwunsch • Plan B – vieles ist denkbar… Wir empfehlen, das Seminar nach Möglichkeit als Paar gemeinsam zu besuchen, laden aber bewusst auch alle diejenigen ein, denen dies nicht möglich ist. Nähere Informationen veröffentlichen wir demnächst unter www.team-f.de/seminare (Persönlichkeit und Seelsorge) oder unter www.team-f.de/seminare (Ehe/Ehe-stärken) Wir freuen uns auf Sie!

Unsere Seminarempfehlung: 10.05.14 HE 14 652 31 Ein unerfüllter Kinderwunsch ist kein Spaziergang Freie ev. Gemeinde Kassel-Ost 34123 Kassel Leitung: Dr. med. Ute Buth (Frauenärztin) mit Team Kosten:  33,– € Seminargebühr pro Person bzw. 45,- € pro Ehepaar Anmeldung: Petra Miß, p.miss@team-f.de

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Last versus Chance Wir, Anette und Cornelius, mittlerweile 49 und 46, sind seit 5 Jahren verheiratet und ungewollt kinderlos. Rechtsanwaltsfachangestellte und Banker mit ausgef端lltem Alltag. Wir leben die Deutsche Einheit, indem Anette aus Frankfurt am Main und Cornelius aus Chemnitz kommt.

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Es gibt ein Leben nach dem Kinderwunsch, wir freuen uns darauf und geben diesen Mut gerne weiter.

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ugegeben, wir waren für ein Kind mit 41 und 37 schon im fortgeschrittenen Alter, als wir uns kennenlernten. Aber irgendwie war der Wunsch danach - im Gegensatz zu früheren Partnerschaften - bei beiden schnell vorhanden. Cornelius hatte keinerlei Zweifel, dass sich eine Schwanger­schaft nach dem Weglassen der Pille einstellt. Anette hatte mehr Bedenken, ließ sich aber anstecken. Und so vergingen die Monate. Der 12. /13. Tag wurde belastend, ein guter Computer unterstützend für den besten Tag bald angeschafft. Die Äußerungen der Eltern wurden deutlicher, die Hinweise von Freunden, fast alle schon lange Eltern, drängender. Sprich, der Druck, unsere Unsicherheit und Versagensängste nahmen zu. Die erste und zugleich auch letzte Insemination folgte, der „Erfolg“ blieb aus. Dann kamen die ersten körper­lichen Untersuchungen, im Wesentlichen ohne negative Ergebnisse. Irgendwann waren wir soweit, uns intensiver mit dem Thema künstliche Befruchtung und u. a. deren schwierige Finanzierung zu beschäftigen. Hilfreich war, dass wir beide keine ethischen, moralischen oder religiösen Vorbehalte zu diesem Thema hatten. Allerdings verbrachten wir viel Gesprächszeit damit, die körperlichen Wahrnehmungen und Ängste von Anette zu bearbeiten, trug sie doch bei diesen Eingriffen leider die Hauptlast. Verhaltene Freude stellte sich ein, der erste Versuch war erfolgreich und Anette schwanger. Umso größer der Schock, als sich abzeichnete, dass das Kind nicht leben würde und eine Fehlgeburt unausweichlich war. Nach einer unterdrückten Trauerphase entschieden wir uns zu einem 2. Versuch. Die Rahmenbedingungen waren nicht gut, der Druck zu groß und was alles sonst noch eine Rolle gespielt haben mag. Es funktionierte diesmal gar nicht erst. Irgendwie wollten wir aber auch nicht aufgeben. Mit der Zeit und der Verarbeitung sowie unzähligen Gesprächen miteinander wurde aber immer klarer, dass es keinen weiteren Versuch geben wird!

Zurückblickend sind wir beide sehr froh, unserer Überzeugung nach alles getan und jede Möglichkeit ausgelotet zu haben. Dies gilt vor allem deshalb, weil wir es für uns geschafft haben, die Reißleine zu ziehen und nicht in den Strudel der ewigen Versuche zu geraten. Auch haben wir von Anfang an versucht, uns relativ wenig um die vielen gutgemeinten Ratschläge zu kümmern und von außen beeinflussen zu lassen, das war und ist immens wichtig.

Conny und Anette Dachsel

Die zwingend nötige Trauerarbeit erleben wir sehr unterschiedlich Sowohl von der Art als auch vom Zeitraum her. Ein großes Problem dabei ist das Totschweigen nahezu durch das gesamte Umfeld. In den letzten Jahren lernen wir aber immer besser, uns auf unser Leben zu konzentrieren, anstatt unserem Traum vom eigenen Kind hinterherzulaufen, welches uns leider (von Gott?) nicht zugedacht ist. Wir schauen, was wir in unserem Leben wollen, für uns, aber natürlich auch für andere, z. B. für unsere Patenkinder, hier und in Afrika. Es gibt ein Leben nach dem Kinderwunsch. Daran wollen wir zukünftig arbeiten, freuen uns darauf und geben diesen Mut gern weiter. Ihre Conny und Anette Dachsel

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Katrin Behr / Peter Hartl, Knaur 2014

Entrissen – Der Tag, als die DDR mir meine Mutter nahm Dieses Buch erweckte aufgrund eines Focus Artikels vom 23.12.2013 mein Interesse. In „Entrissen“ erzählt Katrin Behr ihre Lebensgeschichte. Als Tochter einer sehr jungen Mutter, die obendrein eher im Westteil Deutschlands leben wollte, wurde sie von den staatlichen Behörden der DDR zur Zwangsadoption freigegeben, nachdem ihre Mutter durch die Stasi inhaftiert wurde.

Die Geschichte ihres Lebens ist atemberaubend. Anhand ihrer Geschichte will ich auch die verschiedenen Phasen und Reaktionen adoptierter Kinder ableiten. Als Ehemann einer ebenfalls adoptieren Frau entdeckte ich erstaunliche Analogien. Siegbert Lehmpfuhl

Die erste Phase ist die Trauerphase.

Sie hat unterschiedliche Gesichter. Ein Neugeborenes trauert anders als ein älteres Kind. Das Verlassen sein ist ein Gefühl, das jedes Kind erleben muss, dessen leibliche Mutter nicht mehr da ist. Dabei ist für das Kind nicht entscheidend, aus welchem Grund die Mutter verloren gegangen ist. In Katrins Fall war es die grausame Verhaftung der Mutter und ein amtlich herbeigeführter Heimaufenthalt. Aber auch der plötz­ liche Tod der Mutter wie im Fall meiner Frau führt zu dem Gefühl der Verlassenheit.

Dazu gesellt sich ein weiteres Gefühl, nämlich das verlorene Vertrauen. Die kleine Katrin hatte darauf vertraut, dass ihre Mama sie wieder abholen wird. Das hatte sie versprochen, als sie abgeführt wurde. Aber sie kam nie wieder. Später wurde deutlich, dass es ihrer Mama bei Strafe verboten war, nach ihrem Kind zu suchen.

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Die nächste Phase ist dann der Bau neuer Beziehungen.

Vom ersten Augenblick der Trennung an hatte Katrin Probleme, Menschen zu vertrauen und neue Beziehungen aufzubauen. Ob es die Kinder im Heim, die Erzieherinnen oder den zweimal misslungenen Versuch einer Unterbringung bei Pflegeeltern betraf. Es zog sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Neue Beziehungen aufzubauen wird begleitet von Angst, Ablehnung und vor allem Misstrauen. Einmal enttäuscht worden sein hieß für Katrin, nie wieder einem Menschen vertrauen zu können. Eine erneute Enttäuschung versucht man oft unter allen Umständen zu vermeiden. Der Adoptivvater hatte es geschafft, einen Zugang zu ihrem Herzen zu finden. Er sollte jahrelang der einzige Mensch bleiben, dem sie sich wirklich anvertrauen konnte. Die Zeiten seiner Abwesenheit von der Familie brachten sie auto­ matisch in die Defensive und wurden besonders als neue Verlassenheit erlebt. Hierin sehe ich die Verantwortung, die Adoptiveltern auf sich nehmen. Zuverlässigkeit ist für die neue Beziehung eine unumstößliche Voraussetzung. Diese Voraussetzung galt für Katrin auch gegenüber ihrer Adoptivmutter, auch wenn die Beziehung nie so intensiv wurde, wie zum Adoptivvater. Nachdem sich ihr Leben in scheinbar gefestigten Bahnen bewegte, kam die Phase der Pubertät.

In diesem Alter brachen die bereits erwähnten Gefühle neu gepaart mit den identitätsbildenden Fragen dieser Altersstufe: „Woher komme ich? Wozu bin ich überhaupt da? Wohin soll mein Leben gehen?“ auf. Jeder Mensch muss sich einmal diesen Fragen stellen. Für sie war die Beantwortung der ersten zwei Fragen nahezu unmöglich. Die existenziellen Fragen nach der Herkunft und dem Sinn ihres Lebens ist für adoptierte Kinder nicht so zu beantworten, wie für andere Menschen. Da ist wieder einmal ein Loch, das sich vor


ihrem inneren Auge auftun kann. Katrin begann, sich Schmerzen zuzufügen, um wahrzunehmen, dass sie existiert. Adoptiveltern sollten sensibel auf ihre Kinder achten und bei besonderen Auffälligkeiten fachlich kompetente Hilfsangebote in Anspruch nehmen. Für Katrin schien es unerreichbar, im Haus ihrer Adoptiv­ eltern emotionale Wärme und Geborgenheit zu finden. Darum gab es nur noch einen Weg für sie: „Bloß raus hier, sowie es dazu eine Möglichkeit gibt!“ Das war in der Zeit, in der sie lebte, praktisch und schnell nur durch eine Hochzeit zu lösen. So entschied sie sich, einen jungen, aufstrebenden Offizier der NVA zu heiraten. In dieser Beziehung erhoffte sie sich, endlich das zu finden, wonach sie suchte. Inzwischen fiel auch die Mauer und es wurde für sie möglich, nach ihrer Mama zu suchen. Viele innere und äußere Hindernisse waren zu über­winden und das „Happy End“ ihrer Suche fiel anders aus, als sich der Leser dieser Autobiographie gewünscht hätte.

Aber auf Katrin Behrs Webseite fand ich folgende Sätze: „Durch meine Kindheitstraumen bin ich in meinen Grundwesen erschüttert worden. Die Traumen reichen mit ihren Ausmaßen bis in die heutige Zeit hinein. Immer wieder fragte ich mich: Warum ich? Warum nahm mir jemand meine leibliche Familie? Wohin gehöre ich nun wirklich? Wer bin ich eigentlich? Werden die Wunden je heilen? Wie wirkt sich das alles auf meine Kinder aus? Werde ich jemals wieder tiefe Bindungen zu Menschen eingehen können? usw.“ Vor Jahren bekam ich eine Bibel geschenkt und sporadisch las ich darin. Zwischendurch lag sie für Monate irgendwo herum. Manche Texte verstand ich einfach nicht. Ich glaubte zwar an Gott, obwohl ich nie religiös erzogen wurde, aber für mich war er nie „greifbar“. Bis … bis eine Freundin mich auf die Predigerin Joyce Meyer aufmerksam machte. Im Internet kann man zu sehr vielen Themen Predigten von ihr (in deutscher Sprache) hören und sehen. Persönlich finde ich sie einfach umwerfend, humorvoll und herzerfrischend. Ihre Predigten sind auf die Realität bezogen und wie wir uns verhalten. Die Predigten sind in Kategorien unterteilt: Gefühle, Liebe, Glaube, Gebet, Angst. Wenn Sie Interesse haben, dann schauen Sie einfach mal auf die Internet­ seite www.joyce-meyer.de und schauen Sie sich eine Predigt an. Vielleicht hilft es Ihnen in Ihrem Leben weiter. Gottes Segen sei mit Ihnen. Ihre Katrin Behr“ (Zitat unter www.zwangsadoptierte-kinder.de mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin Katrin Behr)

Gott will dabei ihr Helfer sein. Er ist auch da, wenn Eltern versagen wie in Ps. 27,10 steht: „Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf.“ Oben erwähnte ich meine ebenfalls adoptierte Frau. Ihre Mama war gestorben. Aber Gott hat Wunderbares in ihrem Leben gewirkt. Der erwähnte Psalm und ihr Taufspruch aus Jes. 43,1: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ haben sich als göttliche Wahrheit und Hilfe gezeigt. Ihr Siegbert Lehmpfuhl

Katrin Behr / Peter Hartl Entrissen – Der Tag, als die DDR mir meine Mutter nahm Verlag: Knaur TB 304 Seiten, Taschenbuch, 8,99 € Zu beziehen ist das Buch über: TEAM.F Lüdenscheid Fon 0 23 51. 98 59 48 0 Fax 0 23 51. 98 59 48 10 info@team-f.de www.team-f.de

Gottes Zusage aus Jesaja 43,1: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ ist eine heilsame Antwort auf quälende Fragen.

Eltern haben eine enorme Verantwortung.

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E r fah r u n g s b e r ic h t

Siehe, ich mache alles neu Verliebt, verlobt, verheiratet,– nach einem guten Start wünschten wir uns nun sehr, dass unsere Liebe und Ehe mit Kindern gefüllt ist. Von Anfang an haben wir unsere Familienplanung bewusst in Gottes Hände gelegt und ihm, unserem Schöpfer, auch den Beginn neuen Lebens anvertraut.

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Als Erinnerung an Miriam habe ich ein Album mit ihrem Ultraschallbild aufbewahrt und ihr einen Brief geschrieben.

ann, zwei Jahre nach der Hochzeit wurde ich schwanger, kaum hatten wir uns an den Gedanken gewöhnt, hat Gott dieses Baby wieder zu sich genommen. Im gleichen Jahr wurde ich wieder schwanger, ich traute mich kaum, mich zu freuen, weil ich Angst hatte, auch dieses Baby zu verlieren.

hat. In den letzten sechs Wochen der Schwangerschaft war auch mein Mann nach einem Unfall krank. Er hatte keine Schmerzen und wir konnten eine gemeinsame „Baby-im-Bauch-Zeit“ genießen.

Dieses Baby konnte schon länger in mir bleiben, aber in der 12. Woche bekam ich Schmierblutungen und ahnte, dass etwas nicht stimmt. Ich kam ins Krankenhaus und wurde mit einem Medikament ruhig gestellt bzw. eher das Baby. Als sich das Ziehen im Bauchraum plötzlich beruhigte, war mir klar, dass auch dieses ­Baby nicht mehr lebt. Als ich vorsichtig aufstand, um mich zu waschen, fiel dieses kleine Baby ganz unvermittelt einfach aus meinem Körper heraus, es lag da unter mir und mir war gar nicht bewusst, was da passierte. Ich stand wohl unter Schock, realisierte jedoch erst Jahre später, dass ich da noch eine Wunde in mir trage.

Daran schlossen sich vier recht unbeschwerte Jahre an und wir waren bereit für ein zweites Kind, auch das war für uns „Chefsache“. Als unser Sohn vier Jahre alt war, wurde ich wieder schwanger, in der 20. SSW wurde festgestellt, dass ich kein oder kaum Fruchtwasser habe. Daraufhin folgten Untersuchungen und der Rat zur Abtreibung, weil unser Kind nur schwammartige Nieren hatte und demzufolge auch mal nicht lebens­ fähig sein kann oder nach der Entbindung sofort an die Dialyse muss.

Ein ganz wichtiger Schritt war für mich, in einem Seelsorgegespräch diesem Kind einen Namen zu geben, mich von ihm zu lösen und auch meinen Schmerz loszulassen. Zwei Jahre später wurde ich wieder schwanger, unser Sohn Benjamin wurde gesund geboren. Ich bekam in der kritischen Zeit schwangerschaftserhaltende Hormone, wurde krankgeschrieben und gönnte mir viel Ruhe und Zeit. Ich habe wieder neu angefangen, auf Jesus zu vertrauen, ihm zu glauben, dass er alles im Blick

Als unser Sohn geboren wurde, war es eine über­ wältigende Erfahrung, einfach nur zum Staunen!

Birgit Heichel

Wir fühlten uns wie auf einem Drahtseil, sehr wackelig und doch ein Netz unter uns.

Jede Untersuchung war ein neuer Tiefschlag. Jede Fahrt nach Erfurt war verbunden mit neuem Hoffen und dann wieder Tränen in der Straßenbahn, wenn ich nach Hause fuhr. Es hatte sich ja doch nichts geändert. Ich wollte mich auf mein Baby freuen, aber die Freude war so gehemmt – das war wohl das Schwerste in dieser Zeit. Wir haben uns mit dem Thema Bauchfelldialyse befasst und wie es ist, wenn das Baby geboren wird und eventuell sofort die Dialyse braucht. Auch die Frage nach einer Spezialklinik stand im Raum. Trotz allem haben wir an ein Wunder geglaubt, dass unser Kind gesund geboren werden kann. Daran hat sich bis heute nichts geändert, ich traue Gott, dem Schöpfer allen Lebens nach wie vor alles zu. Zur Entbindung kam es dann drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Es musste alles ganz schnell gehen. Mir ging es schlecht. Dann wurde unsere Tochter Miriam per Kaiserschnitt geboren. Als ich aufwachte, Stunden nach der OP, teilte mir

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der Arzt mit, dass unsere Tochter drei Stunden nach der Entbindung verstarb. So lag ich erst mal im Aufwachraum, weinte, betete, aber fühlte mich gleichzeitig auch sicher in Gottes Hand. Am nächsten Morgen zur Visite bat ich den Arzt inständig, mein Kind sehen zu können, um mich von ihm zu verabschieden. Er redete es mir vehement aus. Immer wieder hatte er Argumente dagegen, bis ich dann seiner Meinung erlag und meinem Glauben, ich müsse vernünftig sein. Als Älteste von drei Geschwistern hörte und dachte ich oft: „Sei vernünftig!“ Diese Aufforderung sprang in mir jetzt wieder an. Damals habe ich nicht erkannt, wie mich das oft auch zu einer falschen Vernunft führte. Mein Mann und unser Sohn waren unendlich froh, dass ich lebte. Das war für die beiden das Wichtigste. Aber in mir sah es ganz anders aus und trotzdem hatte ich gelernt zu sagen: „dein Wille geschehe…“, auch jetzt. Jahre später habe ich in der Seelsorge für mich auf­ gearbeitet, dass ich mich so manipulieren ließ, von der Meinung des Arztes, habe meine DDR-Vergangenheit bearbeitet, dieses System der Bevormundung auch innerlich verlassen, habe dem Arzt, mir selbst und auch Gott vergeben. Es klingt absurd, aber so verstummten die inneren Vorwürfe mir selbst und auch Gott gegenüber und ich fand Frieden.

Heute arbeite ich in meiner Berufung als Klavier­ lehrerin und Seelsorgerin. Auch durch die Arbeit mit den „Musicalkids“ in unserer Gemeinde habe ich immer wieder viele Begegnungen mit Kindern. So kann ich anderen Kindern nahe sein und ich bin jeden Tag dankbar für unseren erwachsenen Sohn. Ihre Birgit Heichel

Ein ganz wichtiger Schritt war für mich, in einem Seelsorgegespräch diesem Kind einen Namen zu geben, es loszulassen und auch meinen Schmerz loszulassen.

Es ist so wichtig, Erinnerungen aufzuheben

Als Erinnerung an Miriam habe ich ein Album mit ihrem Ultraschallbild aufbewahrt und ihr einen Brief geschrieben. Liebe Worte von wichtigen Menschen sind auch dort aufgehoben und so ist dieses Erleben zu einem Teil meines / unseres Lebens geworden. Auf Miriams Grabstein steht:

„Siehe ich mache alles neu“ Offenbarung 21,5. Diese Zusage aus der Bibel ist unsere Hoffnung. Nach Miriam wurde ich nie wieder schwanger, trotz unserer Bereitschaft. So haben wir es angenommen als unseren Weg.

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Birgit Heichel (48 Jahre) Verheiratet mit Frank, ein erwachsener Sohn Beruf: Krankenschwester, Team.F Mitarbeiterin, Seit 2009 freiberuflich selbständig als Klavierlehrerin, Referentin, Seelsorgerin und Musiktherapeutin im Hospiz und auf der Palliativstation


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Team.F – Die Lebenspraktiker „Wir selbst haben erlebt, dass unser Ehe- und Familienleben tiefer und erfüllter wurde, als wir begannen, Gottes Ratschläge für unsere Familienbeziehungen zu befolgen.“

TEAM.F wurde als christliche Familienarbeit 1987 von den Ehepaaren Lüling und Mühlan gegründet. Die Leitung des Vereins wird seit 2009 verantwortlich von den Ehepaaren Lehmpfuhl und Arnold (s. Foto) wahrgenommen. Schon viele Jahre zuvor waren wir vier als Regionalleiter in Berlin/Brandenburg und Thüringen für TEAM.F verantwortlich tätig. Dankbar sind wir für ein großes Werk mit mittlerweile 40 angestellten und ca. 800 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich mit uns dafür einsetzen, dass Gottes gute Ideen für Paare und Familien und unser gutes Know-how in vielen Beziehungen und Familien zu einem harmonischen und entspannten Zusammenleben beitragen. In unserem Programm finden Sie seit Jahren bewährte und auch aktuelle Angebote mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Ob Sie Single, auf Partnersuche, verliebt, verlobt, verheiratet, Eltern, alleinerziehend, Rat suchend … sind, in Seminaren und Beratungsgesprächen finden Sie bei TEAM.F kompetente Ansprechpartner. Wir freuen uns, Ihnen auf den folgenden Seiten unser umfangreiches Seminarangebot präsentieren zu können. Fühlen Sie sich angesprochen von unseren Inhalten und Zielen oder von den Nöten in Ehen und Familien? Würden Sie unsere Arbeit gerne praktisch in Form von Vorträgen, Seelsorge oder in der Seminarorganisation unterstützen? Dann wenden Sie sich bitte direkt an unsere Regionalleiter vor Ort (Kontaktdaten siehe www.team-f.de oder Seite 40). Wir brauchen jede Unterstützung und wir freuen uns auf Sie!

Ihre Sabine und Siegbert Lehmpfuhl Cornelia und Stephan Arnold

Christliche Seminare für Einzelpersonen, Paare und Familien. Weil jeder ein Zuhause braucht.

Christliche Ausbildung zum Coach, Referent und Berater. Für Mutmacher und Hoffnungsträger.

TEAM.F ist Mitglied der Evangelischen Allianz. Seit dem 1. Juli 2011 sind wir von Team.F eine Partnerschaft mit der Stiftung für Familien­ werte eingegangen.

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A us

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T E a m . F - Ak a de m i e

Unsere Vision für die nächsten Jahre Nun bin ich Leiter der Team.F-Akademie. Wie fühlt sich das an? Bin ich stolz darauf? Was ändert sich für mich? Wenn ich einen Moment innehalte und in mich hineinhöre, dann spüre ich vor allem eines: Freude! Und gleichzeitig sehe ich: da liegt viel Arbeit vor mir!

Nach einer guten und inspirierenden Aufbauarbeit durch Dr. Eberhard und Claudia Mühlan heißt es nun noch einmal zu überlegen, wo wir mit der Team.f-Akademie­ in den nächsten Jahren hinwollen. Was ist unsere V ­ ision? Was wollen wir beibehalten und was muss sich ändern? Welche neuen Impulse sollen gesetzt werden? Daniel A. Just

Fünf Bereiche mit zurzeit 250 Studierenden – das lässt sich doch sehen, kann man damit nicht zufrieden sein? ja und nein. Das Gute und Bewährte möchte ich auf jeden Fall weiterführen, aber einige Dinge müssen aus meiner Sicht geändert werden. Bei allen Überlegungen ist mir eines besonders wichtig: Ich möchte, dass der größte Anteil der Studenten begeistert und kompetent­ das Studium an der Akademie beendet. Jeder Absol­ vent soll mit der Erfahrung und dem Gefühl der Sicher­heit die Akademie verlassen, dass das Studium Kopf und Herz erreicht hat. Ich möchte es mit folgen­ den Begriffen beschreiben: Kompetent – praktisch – authentisch – respektvoll

Das Studium soll Spaß ­machen, Grenzen erweitern und Kompetenzen stärken. 2. Strukturen definieren – die Struktur der Akademie soll einfacher, aber auch gut nachvollziehbar ­werden. Deshalb ist angedacht, drei Schwerpunkte zu setzen: Partnerschaft, Familie und Erziehung und Seelsorge. Damit werden die drei Bereiche ­Ehe­vorbereitung, Fachreferent Ehe und Paarberater ­zusammen gezogen. 3. Module ergänzen – als letzten Punkt möchte ich das Angebot von Modulen nennen. Die Akademie soll in Zukunft so attraktiv werden, dass man sich auch nach dem Abschluss mit interessanten Angeboten weiter qualifizieren kann. Dazu sollen auch kompetente externe Referenten gewonnen werden.

Kompetenz drückt sich für mich in der Kombination Alles in allem soll das Studium an der Team.F-­ von Wissen UND Erfahrung aus. Neben der WissensAkademie ein echter Gewinn sein, der begeistert. vermittlung sollen die Selbsterfahrung und ein großer Praxisanteil Schwerpunkte im Studium an der TEAM.F- Es soll Spaß machen, Grenzen erweitern und Kompetenzen stärken – ein Studium für Kopf, Herz und Hand. Akademie bilden. Wer bei uns studiert, hat sich mit dem Gelernten auch selbst auseinander gesetzt, es hat Es liegt also eine Menge Arbeit vor uns. Aber ich freue in seinem Leben gute, prägende Spuren hinterlassen. mich auf die vor mir liegende Zeit. Wer Anregungen, Ein Studium also für Kopf, Herz und Hand. Ideen oder Ergänzungen hat, kann sich gerne unter ­leitung@team-f-akademie.de melden. So viel zum Allgemeinen. Konkret möchten wir 1. Forschung intensivieren – In den letzten 25 Jahren hat Team.F viel Gutes selbst entwickelt, das vielen Menschen zur Hilfe geworden ist. Ich denke an das ­Familienhaus oder auch an das Haus der Kommuni­ kation. In Zukunft soll der Bereich Forschung inner­halb der Akademie ein noch größeres Gewicht bekommen. Wir wollen Studien sammeln und in Auftrag geben, gute Forschungsergebnisse festhalten und selber durch­führen.

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Ihr Daniel A. Just Leitung TEAM.F-Akademie


V orankündigu n g

Seelsorgekonferenz 2015 – Gottes Wirken in Seelsorge und Beratung • Ermutigung und geistliche Erfrischung • Weiterbildung durch Fachthemen • Alte Freunde treffen, neue Freundschaften schließen • Austausch und Gebet in Kleingruppen 20 Jahre Team.F Seelsorgeschulen

Im Jahr 1995 führte Team.F in Verbindung mit dem Elijah House USA die erste Schule für Gebetsseel­sorge durch. Seither haben über 1200 Teilnehmer unsere Schulen für Gebetsseelsorge besucht. Viele haben eine tiefe Lebensveränderung erlebt; nicht wenige sind heute selbst erfolgreich in Seelsorge und Beratung tätig. Das ist ein Anlass zu großer Dankbarkeit und zu dieser Konferenz, die wir mit den Lehrern der ersten Schulen und den Lehrern der aktuellen Schule gestalten. Leitung Dirk und Christa Lüling

sind Mitgründer von Team.F. Über ihre Freundschaft zu John und Paula Sandford holten sie die Schule für Gebetsseelsorge nach Deutschland, die sie seit über 10 Jahren leiten. Bekannt sind sie auch durch ihre Bücher „Lastentragen, die verkannte Gabe“ und „Ein neues Herz will ich euch geben.“ Stephan und Conny Arnold

gehören seit 2009 zum Leitungsteam von Team.F. Sie verantworten die Region Thüringen und leiten viele Seelsorgeseminare. 

Gastsprecher Charlie Finck (USA)

war leidenschaftlicher Pilot in der U.S. Air Force. Heute ist es seine Leidenschaft, die Botschaft der Hoffnung und Heilung von Beziehungen durch Jesus zu verkünden. Das geschieht durch Vorträge, Seminare und persönliche Seelsorge. In seinem Buch „Wie auch wir vergeben“ schildert er seine Erfahrungen und Einsichten aus vielen Jahren Gebetsseelsorge. Mehr Infos unter: www.libertycross.org/about.html Sandra Skinner- Young (USA)

hat viele Jahre als Seelsorgerin und Lehrerin im Elijah House gearbeitet. Heute ist sie bekannt als Wegbereiterin und international anerkannte Spezialistin für Traumatisierungen, einschließlich der dissoziativen Identitätsstörung, Gewalt und rituellem Missbrauch. Mehr Infos unter: www.acaciaministries.com/de-staff.html Simon und Dagmar Pollit (Elijah House Österreich)

Pollits sind Gründer und Leiter des Elijah House Seelsorgezentrums in Österreich. Neben persönlichen Beratungen bieten sie auch Seminare und Schulen an mit den Schwerpunkten Gebets­seel­sorge, geistliches Wachstum und Prophetie. Mehr Infos unter: www.elijahhouse.at

Ursula Roderus

Ursel Roderus ist Ärztin, christliche Therapeutin (IACP) und Trauma­ therapeutin. Ihr Schwerpunkt ist christlich orientierte Traumabegleitung. An der Team.F-Akademie ist sie mit Lülings verantwortlich für die Studiengänge Seel­sorgerlicher Begleiter und Christlicher Berater.

Seelsorgekonferenz 2015 19. – 22.03.2015 TH Ahorn Berghotel in Friedrichroda (bei Gotha) www.ahorn-hotels.de Anmeldung: Sigrun Brender, s.brender@team-f.de Vor oder nach der Konferenz sind Sandra Skinner Young und Charlie Finck bereit, in Deutschland weitere Vorträge zu halten. Bei Interesse setzen Sie sich bitte rechtzeitig mit uns in Verbindung.

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M Ä NN E R T AG

„Mein   Vater, mein Sohn und Ich“ Den Segen der Ver­söhnung erkennen und leben. Mit mehreren hundert Männern zusammen zu sein, ist immer ein einmaliges Erlebnis. Über die Herausforderungen, Nöte, Sehnsüchte und Freuden oder die Rolle als Männer in unserer Zeit tiefgehende Gespräche zu führen, ermutigt JederMann. Auch das gemeinsame Singen und Beten schafft eine einmalige „Männer“-Atmosphäre. Wo gelingt das Männern im Alltag?

Der TEAM.F Männertag Zeit und Ort: 10. 05.14 ab 9:00 HE 14 731 31 Der Männertag 2014 Jesus Centrum 34134 Kassel Leitung: Top Referenten – u. a. Samuel Koch und sein Vaterund Workshops sowie klasse Outdoorprogramm Kosten:  35,– € pro Person inkl. Seminargebühr, Mittagessen und Getränken bei Anmeldung bis 27.04.14, danach 40,– € pro Person Anmeldung: Petra Miß, p.miss@team-f.de

➜D  er Männertag im Internet: www.männertagteam-f.de

Anmeldung: TEAM.F – Neues Leben für Familien e.V. Christliche Ehe- und Familienseminare Honseler Bruch 30 · 58511 Lüdenscheid Fon 0 23 51. 98 59 48-19 · Fax 0 23 51. 98 59 48-10 Email p.miss@team-f.de

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In der Bibel lesen wir davon, wie sehr sich Gott wünscht, dass sich die Herzen der Väter zu ihren Söhnen wenden, um ihnen Ermutigung, Schutz, Stärke und Identität zu verleihen. Am 10. Mai 2014 öffnen sich wieder die Türen des Jesus Centrums in Kassel für den Team.f Männertag.

Voller Erwartung schauen die Mitarbeiter des Teams auf diesen besonderen Event für Männer.

auch andere zu achten und zu lieben. Der Umkehrschluss ist, wer sich schlägt, wer andere mobbt, ihnen an Leib und Seele schadet, der verliert mehr und mehr die Achtung und Liebe vor sich selbst oder hat sie gar schon verloren.

Was macht diesen Tag so besonders?

Einmalig sind in diesem Jahr vor allem die Referenten. Zum Thema: „Mein Vater, mein Sohn und Ich“ ... der Segen der Versöhnung… (Maleachi 3,24) werden Samuel Koch und sein Vater Christoph sowie Michael Stahl zu diesem Tag anreisen und sprechen. Der Name Samuel Koch ist in einer tragischen Weise mit der Geschichte von „Wetten, dass…?!“ verbunden. Am 4. Dezember 2010 geschah während der Show ein schlimmer Unfall, in den Vater und Sohn verwickelt waren. Der ehemalige Kunstturner Samuel lebt seither mit vielen Einschränkungen und ist auf eine Rundumversorgung und viele Hilfsmittel wie den Rollstuhl angewiesen. Dieser Unfall, der viele Menschen in Deutschland berührte, markiert einen Wendepunkt im Leben von Samuel und seinem Vater. Wie ging es weiter? Was bedeutet dieses absolut belastende Schicksal für die Vater-Sohn-Beziehung? Wo ist der himmlische Vater in diesem Geschehen? Diesen Fragen wollen sich der Vater Christoph Koch und sein Sohn Samuel stellen und uns Männer in diese Dynamik hinein nehmen. Michael Stahl leitet als Anti-Gewalt Trainer eine Schule für Selbstverteidigung und führt eine Security-Firma. Er hat eine eigene tiefe Erfahrung väterlicher Versöhnung durchleben müssen. Er steht als Symbol für den Segen, der daraus erwachsen kann. Heute engagiert er sich besonders für junge Menschen und zeigt Möglichkeiten auf, wie Gewalt, die im eigenen Elternhaus erlebt wurde, nicht das letzte Wort im Umgang mit anderen Menschen bleiben muss. Zu seiner Motivation für diese Arbeit sagt Michael: „Meine Kraft schöpfe ich aus dem Glauben an Gott. Die Motivation andere zu beschützen, Schwache stark zu machen, Übeltätern Grenzen zu setzen u. v. m. basiert auf meinem christlichen Glauben. Die Basis allen friedlichen Lebens ist die Weisung Gottes ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘. Das bedeutet, nur wer sich selbst achtet und liebt, ist fähig

Zufriedene Menschen schlagen sich nie – das ist die Erkenntnis dieser Aussage, die Jesus vor 2000 Jahren in unsere Herzen schrieb. Menschen, die uns mit Gewalt begegnen oder andere mobben, zeigen uns ihre Hilflosigkeit, ihren Mangel an Liebe und Selbstachtung. Deshalb arbeite ich mit Tätern und Opfern.“ Wir freuen uns sehr, dass wir für euch Männer diese Referenten gewinnen konnten. Der Segen der Versöhnung will uns freisetzen, das Erbe unserer Väter positiv zu verarbeiten, selbst ein segnendes Erbe an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben und so eine Kultur zu schaffen, in der wir von falschen Antreibern befreit werden und eine gottgewollte Selbstsicherheit leben und erleben können.

Christof Matthias Verheiratet, 4 Kinder, Regional­ leiter TEAM.F ­Hessen und ­Supervisor.

Der australische Familienpsychologe Steve Biddulph sagt in etwa Folgendes: „Viele Männer werden ein Leben lang angetrieben durch den Wunsch nach der Anerkennung ihres Vaters.“ Dieser Antreiber hindert uns Männer daran, entspannt durch das Leben zu gehen. Samuel Koch und sein Vater Christoph, wie auch Michael Stahl wollen uns in ihre persönliche Lebensgeschichte einbeziehen. Eine Geschichte, die geprägt ist vom Segen oder auch fehlenden Segen des Vaters und den Auswirkungen. In der Bibel lesen wir davon, wie sehr sich Gott wünscht, dass sich die Herzen der Väter zu ihren Söhnen wenden, um ihnen Ermutigung, Schutz, Stärke und Identität zu verleihen. Viele Männer haben das so nicht erfahren und sind auch ein wenig unbeholfen, wie sie es denn anders machen sollen. Männer, lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen! „Mein Vater, mein Sohn und ich“ – Der Segen der Versöhnung. Ein Tag von Männern für Männer mit Impulsen, Referaten, Gesprächen, Lobpreis, Begegnungen, Gebets- und Segenszeiten. Ihr Christof Matthias Team.F Ausgabe 1 | 2014

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E r fah r u n g s b e r ic h t

Endlich Familie Was für eine Geschichte – denke ich heute staunend und bewegt mit einigen Jahren Abstand, während ich sie hier in Worte fasse.

Wir haben davon geträumt, ob es unser Kind schon gibt, wie es ihm geht, wie es wohl aussieht, wie es heißt…


Für uns steht fest, dass Clara das Kind ist, welches wir uns immer gewünscht und auf das wir so lange gewartet haben. Damit wird sie immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen und in unserer Familie haben.

A

ufgewachsen mit drei Geschwistern, begeistert von der Arbeit mit Kindern im Beruf, war die Vorstellung, keine Kinder zu bekommen überhaupt nicht in meinem Lebensplan. Mein Mann teilte diesen Wunsch und nach unserer Hochzeit haben wir uns sehr darauf gefreut, bald Eltern zu werden.

Etwa ein halbes Jahr später wurde ich schwanger.

Leider bekam ich kurz darauf Blutungen und hatte dann eine Fehlgeburt. Danach vergingen Monate des Wartens und Hoffens, aber ich wurde nicht mehr schwanger. Ein Jahr nach der Fehlgeburt begann ich dann mit einer Hormonbehandlung, nicht ganz ohne Nebenwirkungen und so wurden wir an ein Kinderwunschzentrum verwiesen. Die Untersuchungen zeigten keine überragenden Ergebnisse, waren aber okay. In der Folge habe ich mir jeden Monat Hormone gespritzt, die das Eizellenwachstum anregen und dann zu gegebener Zeit ein anderes Hormon, welches den Eisprung auslöst. Das war dann auch der ideale Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr. Ich bekam oft einen Anruf von der Praxis auf der Arbeit mit dem genauen „Stundenplan“ und tatsächlich musste ich mir hin und wieder frei nehmen, weil ich im Schichtdienst arbeitete. Mein Mann hat dann zu Hause manchmal wenigstens ein paar Kerzen angemacht, damit es nicht gänzlich unromantisch war mit diesem Plan im Hinterkopf. Wieder ein halbes Jahr später wurde ich dank der Behandlungen schwanger und verlor auch dieses Kind. Ich wusste inzwischen, wie häufig Fehlgeburten vorkommen und ich hatte Angst, dass ich vielleicht kein Kind bekommen könnte.

Es war schon so schwer, überhaupt schwanger zu werden und dann war es immer so schnell vorbei.

Die Behandlungen im Kinderwunschzentrum gingen weiter, jedoch waren unsere Ergebnisse inzwischen so schlecht, dass man uns zu einer künstlichen Befruchtung riet. Auf natürlichem Weg würden wir kein Kind bekommen können. Der psychische Druck wuchs immens, was sich ungünstig in unseren Werten und unserer Hoffnung niederschlug. Zudem hatten wir mittlerweile auch schon eine Menge Geld investiert. Immer wieder haben wir uns gefragt, ob wir wirklich Kinder haben müssen,

um glücklich zu sein und sind immer zu dem Ergebnis gekommen, dass für uns Kinder zum Leben dazu gehören und wir uns ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen können. Wir waren jedoch nicht länger bereit, uns behandeln zu lassen. Also haben wir über Alternativen nachgedacht. Für uns blieb nur die Möglichkeit einer Adoption bzw. Dauerpflege. Ich erinnerte mich, dass ich schon während meiner Ausbildung den Plan hatte, einmal elternlose Kinder aufzunehmen und so machte ich einen Termin für ein Beratungsgespräch im Jugendamt. Nach diesem Gespräch hätten wir fast aufgegeben. Der Mitarbeiter hat uns dazu geraten, es doch in unserem Alter noch einmal anders zu probieren. Wir waren Anfang und Mitte dreißig, ich halte das für ein gutes Alter, ein Kind aufzunehmen. Wir fühlten uns nicht so recht verstanden. Wie auch immer, es führte kein Weg an diesem Jugendamt vorbei und wir hatten Glück und lernten andere Mitarbeiter kennen, bei denen wir uns besser verstanden fühlten. Es folgten eine sehr ausführliche Bewerbung mit vielen sehr privaten Details und ein Kurs für interessierte Adoptions- und Pflegeeltern. Danach haben wir weitere Fragen beantwortet, Unterlagen ausgefüllt und jeweils einen sehr persönlichen Lebenslauf geschrieben. Zwischenzeitlich waren Mitarbeiter des Jugendamtes bei uns zu Besuch. Dieses Gespräch verlief sehr positiv und uns wurde zugesichert, dass uns auf jeden Fall ein Kind vermittelt wird.


Ich war in heller Aufregung und begann sofort, das Kinderzimmer einzurichten - in neutralen Farben - ich wusste ja nicht, was es wird. Wir hätten auch auf unseren gebuchten Urlaub verzichtet, falls das erforderlich ist. Das war nicht nötig und so verbrachten wir einen wunderschönen Urlaub zu zweit in der Gewissheit, dass wir bald ein Kind bekommen würden! In der Sonne haben wir davon geträumt, ob es unser Kind schon gibt, wie es ihm geht, wie es wohl aussieht, wie es heißt… Wieder zu Hause klingelte unser Telefon und die Mitarbeiterin des Jugendamtes sagte uns, dass sie uns ein kleines Mädchen, 18 Monate alt, mit einem schönen Namen vorstellen möchte. Ich war so aufgeregt, ich konnte kaum noch essen und schlafen. Immer wieder habe ich versucht, mir das kleine Mädchen vorzustellen. Nach dem Wochenende trafen wir die Mutter aus dem Pflegenest, in dem die kleine Clara übergangsweise untergebracht war. Sie hat uns schon einiges über Clara erzählt und dann, endlich, haben wir sie getroffen. Sofort waren wir begeistert und haben uns so über dieses süße Mädchen gefreut. Anschließend haben wir endlich unseren Familien erzählt, dass wir ein Kind bekommen. Die Freude war riesig, zumal alle die ganzen Jahre mit uns mitgefiebert und getrauert haben. In den folgenden Wochen habe ich die Kleine jeden Tag nach der Arbeit besucht und zu Hause ihr Zimmer eingerichtet. Sooft es ging, sind wir zusammen hingefahren. Irgendwann durfte sie uns besuchen, dann mal bei uns schlafen, etwas später hat sie ein Wochenende bei uns verbracht und dann ist sie für immer geblieben! Die erste Zeit war sehr anstrengend und rückblickend muss ich sagen, dass sich die intensive Vorbereitung durch das Jugendamt gelohnt hat. Wir waren auf vieles vorbereitet und konnten mit manchen Reaktionen umgehen, weil wir schon wussten, was auf uns zu kommen kann. Clara hat sich wunderbar bei uns eingelebt, endlich waren wir eine Familie, mit dem Kind, auf das wir so lange gewartet hatten!

Drei Monate nachdem wir Clara bekamen, fühlte ich mich irgendwie schwanger. Das kannte ich schon, hatte ich mir auch oft eingebildet. Ich war mir so sicher, dass meine Hormone wieder durcheinander waren, ich konnte gar nicht schwanger sein, zumal die Ärzte uns versicherten, dass das nicht ging. Zur Sicherheit machte ich einen Test und konnte es nicht fassen, ich war schwanger! Wir haben uns riesig gefreut und trotzdem war ich, was Clara betrifft, unsicher. Ich wusste nicht, wie sie es aufnehmen und ob sie sich nicht zurückgesetzt fühlen würde. Sind wir wohl gerecht und bevorzugen nicht das leibliche Kind? Ganz oft haben wir darüber in der Schwangerschaft gesprochen und für uns steht fest, dass Clara das Kind ist, welches wir uns immer gewünscht und auf das wir so lange gewartet haben. Damit wird sie immer einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen und in unserer Familie haben. Trotz einer aufregenden und zum Teil schwierigen Schwangerschaft haben wir noch die Zeit zu dritt genossen und uns gut kennengelernt. Als dann nicht mal ein Jahr nachdem Clara zu uns kam, unser Sohn geboren wurde, war alles viel einfacher und unkomplizierter als ich dachte. Clara war nie eifersüchtig und Henry ein recht pflegeleichtes Baby. Wir waren wirklich glücklich als Familie und doch nach einiger Zeit offen für ein weiteres Kind. Für uns beide stand jedoch fest, dass wir uns nicht wieder behandeln lassen würden, ich wollte noch nicht mal meinen Zyklus kontrollieren. Darum hätten wir gerne auch ein weiteres Kind adoptiert. Tatsächlich bin ich aber einige Monate später wieder schwanger geworden und wir haben noch einen kleinen Jungen bekommen. Inzwischen ist unsere Familie komplett,

wir haben drei Kinder und wenn ich heute, fast drei Jahre später sehe, wieviel Freude unsere Kinder aneinander haben, dann bin ich mir sicher, dass alles einen Sinn macht und genauso sein sollte, wie es jetzt ist. Isabell Schneider (alle Namen wurden von der Redaktion verändert)

Inzwischen ist unsere Familie komplett…

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B E W Ä HR T E S

Unterwegs zu Hause – ein Ehe-Mobil-Wochenende. Bereits zweimal haben wir mit etwa 10 Paaren eine gemeinsame Fahrt durch die schöne Region Mainfranken unternommen, an ausgewählten Plätzen verweilt, zum Wohnmobilreisen und zur Umgebung passende Impulse gehört, Gemeinschaft wie auch Privatsphäre genossen, uns mit gutem Essen verwöhnen lassen und eine romantische Campertafel in unserer „Wagenburg“ selbst organisiert. Versierte Wohnmobilisten und Einsteiger konnten sich über mangelnden Gesprächsstoff nicht beklagen. Im letzten Jahr sind wir im Juni in die Hochwasserkatastrophe hineingeraten und mussten kurzfristig umorganisieren – das hat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch getan. Unterwegs mit dem „Rolling Home“

Geplante Impulse:

Ein gutes Bild für den gemeinsamen Weg eines Ehepaares: Sich auf den Weg machen, Neues entdecken, neue Perspektiven gewinnen und sich dennoch an einen vertrauten Ort zurückziehen zu können drückt aus, was Wohnmobilreisende schätzen.

• Ankommen und unterwegs sein • Vergeben muss man nicht können • Sich mit Unterschieden arrangieren • Liebe und Romantik • Ein Gang durch den Ehegarten • Der Weg ist das Ziel… u. a.

Sich in einer Beziehung „einzurichten“ und dennoch offen und in Bewegung zu bleiben, bleibt ein Balanceakt in jeder Beziehung. Jedoch auch eine ungeheure Bereicherung, Horizonte zu erweitern, immer wieder aufzubrechen und auf engem Raum und unter wechselnden Bedingungen ein gutes Zusammenspiel zu üben. Als Paar miteinander Entspannung und Abwechslung vom Alltag zu suchen, ist außerdem ein guter Schutz davor, in der Bedeutungslosigkeit zu enden oder aus der Beziehung auszubrechen. An einem langen Wochenende möchten wir eine ausgesuchte Wegstrecke entlang des Mains miteinander teilen, dabei inspirierende Entdeckungsmomente erleben und gute Impulse für die Beziehung gewinnen – integriert in das Schauen, Erleben, Bleiben und Weiterfahren.

Dieses Seminar setzt das Mitbringen eines eigenen bzw. geliehenen Wohnmobils pro Paar voraus (Wohnwagengespanne sind nicht geeignet). Leihfahrzeuge können wir nicht beschaffen.

Heidi und Eckhard Goseberg

Die angegebenen Kosten beinhalten die Stellplatz­ gebühren und gemeinsam organisierte Mahlzeiten. Münzen für Entsorgung und Nutzung von Sanitär­bereichen sollte jeder selbst bereithalten. Für alle weiteren Mahlzeiten und einen Beitrag zur geplanten langen „Camper-Tafel“ ist jedes Paar selbst verantwortlich. Nähere organisatorische Hinweise erhalten Sie mit einem ausführlichen Informationsschreiben rechtzeitig vor dem Seminar. 11. – 15.06.14 BY 14 282 42 „Unterwegs zu Hause“ – ein Ehe-Mobil-Wochenende Main-Franken / Beginn der Tour in Aschaffenburg Leitung: Heidi und Eckhard Goseberg mit Team Kosten: 75,– € Seminargebühr pro Person plus 95,– € pro Person für Stellplatzgebühren und insgesamt drei Mahlzeiten Anmeldung: Petra Miß, p.miss@team-f.de

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Ehe-Woche à la carte Vom 28.09. – 05.10.2013 in Tremosine am Gardasee. Meike und ich freuen uns, es geht los! Wir fahren an den Gardasee. Wir lieben den Gardasee und wir lieben die Arbeit von Team F. Beim Durchstöbern des Jahresprogrammes findet Meike die Ehe-Woche à la carte. Wir schauen uns an und stellen fest, diese Woche grenzt an unseren 30. Hochzeitstag, jawohl, das gönnen wir uns, wir haben hart gearbeitet, jetzt dürfen wir uns miteinander verwöhnen lassen.

Gardasee und Team.F scheint uns eine erfolgversprechende Kombination zu sein.

Wir stehen am Hoteleingang und werden freundlich begrüßt: „Hallo, ich bin der Georg, schön dass ihr da seid, dort liegen eure Namensschilder und die Seminarmappen.“ Wir sehen uns an, Seminarmappe? Arbeiten? Uns wird klar, dass wir uns nicht wirklich mit den Inhalten dieser Woche beschäftigt haben, so irgendwas mit ausschlafen, gutes Essen, ein paar Freizeitaktivitäten, was man eben so macht im Urlaub. Naja, weg können wir nicht mehr, gehen wir es mal langsam an, zur Not können wir uns ja ausklinken, wenn es uns zu viel wird. Das erste gemeinsame Abendessen, eine Vorstellung des Ablaufs durch die Leiter Dagmar und Jürgen Ost, danach stellen sich die Paare kurz vor, es scheint interessant zu werden. Ca. 15 Paare sind angereist, um miteinander und in größerer Runde Gemeinschaft zu haben und die geplanten Impulse sind ausgewogen abgestimmt mit diversen Freizeitangeboten.

Die Mischung stimmt, wir sind in den Bann der EheWoche à la carte hineingezogen, kein Gedanke mehr an ausklinken, bloß nichts verpassen heißt jetzt die Devise. Gute Impulse für Ehepaare im fortgeschrittenen Stadium

Es gibt keine künstlichen Tabus, wir sprechen über Sexualität, den Umgang mit erwachsenen Kindern, aber auch darüber, wie wir die neue Freiheit ohne Kinder mit guten Inhalten füllen. Wir reflektieren einen Teil unserer Vergangenheit und sprechen über ganz praktische Dinge, wie Umgang mit finanziellen Zuwendungen

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an die Kinder und wie man den Umgang mit den alt werdenden Eltern gestalten kann. In Workshops, Impulsreferaten, die unglaublich authentisch gewesen sind, als auch in persönlichen Gesprächen mit anderen Paaren entdecken wir neue Aspekte oder Aspekte neu, die uns in unserer Ehe wichtig sind. Am beeindruckensten war für uns die Entdeckung unserer Eheperson.

Hier haben wir neu erkannt, wie wichtig es ist, dass jeder Mensch eine eigenständige Persönlichkeit ist und bleibt, auch in einer Ehe. Und dennoch entsteht eine neue Eheperson aus den beiden Individuen. Wir haben neu entdeckt, dass Meike und ich eine Schnittmenge in unserer Beziehung haben, die wir gemeinsam gestalten, mit Leben, Liebe, wohlwollender Auseinandersetzung und Vereinigung füllen. Wir haben es plastisch gemacht, in dem wir zwei Kreise so ineinander gezeichnet haben, dass es eine Schnittmenge der beiden gibt, eben die Eheperson und dennoch Teile der Ringe übrigbleiben, die jeder einzelne für sich gestaltet und mit Leben füllt. Das Besondere und von Gott gewollte ist, dass man diese Situation in ein ausgewogenens Verhältnis bringt und sich nicht gegenseitig in seiner Persönlichkeit beschneidet, ohne aber auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen und die Unabhängigkeit voneinander grenzenlos werden zu lassen. Für uns eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Wir haben hart an unserer Ehe arbeiten müssen und sind Gott von Herzen dankbar, dass er uns diese Zeit schenkt, unsere Eheperson neu zu beleben. Es passiert nicht zufällig und beiläufig; um eine gesegnete Ehe leben zu können, müssen wir an unserem Ehebund immer wieder arbeiten und ihn gemeinsam vor Gott reflektieren. Es gab aber auch weitere abwechslungs­ reiche Angebote, miteinander zu wandern, die Gegend zu erkunden, Wellness zu genießen oder wertvolle Informationen über die Region rund um den Gardasee zu erhalten.


Meike und Wolfgang Marquaß, 49 und 52 Jahre. Mit 19 und 22 Jahren sehr jung geheiratet. Nach 4 Jahren Ehe und einer Fehlgeburt bekamen wir zwei wundervolle Kinder und mittlerweile auch schon zwei Enkelkinder Nach einigen schwierigen Lebensphasen ist unser gemein­ samer Weg bis heute Dank der Liebe Gottes und seiner Vergebung zunehmend erfolg­ reich und glücklich. Lesen Sie selbst …

Um eine gesegnete Ehe leben zu können, müssen wir an unserem Ehebund ­immer wieder arbeiten und ihn gemeinsam vor Gott reflektieren. Die Woche endete damit, dass alle Teilnehmer ihre Eheversprechen erneuern konnten, gemeinsam das Abendmahl feierten und sich als Ehepaare segnen ließen. Diese Woche fiel eng mit unserem 30. Hochzeitstag zusammen und wir hatten uns vor dem Urlaub entschieden, uns neue Eheringe zu schenken. Bis zu diesem Moment hatten wir aber keinen Plan, bei welchem Anlass wir die Ringe tauschen wollten. So kam uns dieser Abschluss wie gerufen. Vor allen Anderen und vor Gott erneuerten auch wir unser Eheversprechen und steckten uns gegenseitig unsere neuen Ringe an, es war ein großartiges Gefühl. Was für ein Abschluss! Ehe-Woche à la carte – die Woche hat ihren Namen verdient,

jeder konnte sich das aus dem Angebot herausnehmen, was für ihn wichtig erschien. Für uns war die Woche sehr abwechslungsreich, unterhaltsam und lehrreich, vor allem aber sehr liebevoll gestaltet und durchgeführt.

Herzlichen Dank an alle Mitarbeiter, vor allem Dagmar und Jürgen, aber auch an Gudrun und Georg und Susanne und Christian, die uns mit ihrem Engagement und ihrer Lebenserfahrung durch diese Woche begleitet haben. Möge der Segen, der ihr für uns gewesen seid, tausendfach auf Euch kommen und die Freude, die ihr uns gemacht habt, eure Herzen erfüllen. Unser größter Dank geht an unseren Vater im Himmel, der uns auf so angenehme Weise auf einen Berg der Verklärung mitgenommen hat und gestärkt ins Tal des Lebens hat zurückkehren lassen. Ihre Meike Marquaß

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es für uns heißt: „Schön dass ihr da seid, hier sind eure Namensschilder und die Seminarunterlagen…“ Nehmen auch Sie an unserer nächsten Ehe-Woche á la carte teil und genießen Sie eine Woche lang eine Auswahl von guten Dingen: 27.09. – 04.10.14 14 274 41 Ehe genießen – Ehe-Woche á la carte Village Hotel Lucia I – 25010 Tremosine am Gardasee Leitung: Dagmar und Jürgen Ost mit Team Kosten: 925,– € pro Paar inkl. Seminargebühr und HP 5 % Frühbucherrabatt auf den Komplettpreis bei Buchung mind. 90 Tage vor Seminarbeginn! Anmeldung: Petra Miß, p.miss@team-f.de

➜W  eitere Seminare zum Thema „Ehe – Ehe genießen“ finden Sie in unserem separaten Seminarprogramm ab Seite 8 und auf unserer Website unter www.team-f.de/seminare/ehe/ehe-geniessen

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T E AM . F

E r fah r u n g s b e r ic h t

Bittere Tränen – Der tiefe Schmerz der ungewollten Kinderlosigkeit.

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uf meinem Überweisungsschein für die gynäkologische Tagesklinik las ich als fragliche Diagnose „Sterilität?“. Das Wort traf mich wie eine Keule. Betäubt und fas­ sungslos starrte ich immer wieder auf dieses Wort. Sterilität? Stand es wirklich so schlimm? So klar und deutlich hatte ich unser Problem bisher noch nicht ge­ sehen. Seit zwei Jahren probierten mein Mann und ich, ein Kind zu bekommen. Jetzt waren wir an einem Punkt angelangt, wo wir uns ernste Sorgen machten.

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In dieser Zeit erkannte ich eines Tages plötzlich, dass der Spruch: „Kinder sind ein Geschenk Gottes“ wahr ist. Gott gibt uns kein Recht auf ein Kind. Genauso wenig wie ein Recht auf einen Ehemann oder das Recht auf Gesundheit. Das sind Geschenke, die man im Leben bekommt oder auch nicht... Ich ging also zu meinem Gynäkologen und erzählte ihm von unserer vergeblichen Hoffnung auf eine Schwangerschaft. Mich überraschte es sogar ein wenig, dass der Arzt mein Problem sofort ernst nahm und mich zu einer Bauchhöhlenspiegelung schickte. Diese Operation dauerte vier Stunden, weil ich eine ausgeprägte Endometriose hatte (bei dieser Erkrankung lagert sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, also an anderen Organen im Bauchraum an). Nun begann unser Weg in die medizinische Welt der ungewollten Kinderlosigkeit. Zur Behandlung der Endometriose schoss man mich für sechs Monate medikamentös in die Wechseljahre. Danach stand eine zweite Bauchhöhlenspiegelung an. Mein Mann ließ sich untersuchen, um herauszufinden, ob die Ursache für unsere Kinderlosigkeit bei ihm liegt. Das Ergebnis aller Untersuchungen sagte, dass unsere Bedingungen nicht optimal sind, aber dass wir eine Chance von 50 % haben. Nun mussten wir uns mit den Fragen von möglichen Behandlungen aus der Reproduktionsmedizin auseinandersetzen. Wie weit gehen wir für unseren Kinderwunsch? Lassen wir eine Insemination (Spermienübertragung) machen? Eine künstliche Befruchtung? Was verkraften wir? Was ist für uns ethisch vertretbar, was nicht? Wir ließen uns in einer Kinderwunschsprechstunde beraten. Das Zauberwort mit dem wahrscheinlich größten Erfolg hieß künstliche Befruchtung. Eine Lösung unseres Problems schien so nah zu sein und wurde uns von den Ärzten sehr empfohlen... Doch drängende Fragen ließen uns nicht zur Ruhe kommen: Will ich diese Behandlung über mich ergehen lassen? Verkrafte ich die ganze Sache psychisch? Ich musste damit rechnen, dass eingepflanzte Eizellen wieder abgehen. Was geschieht mit den eingefrorenen, befruchteten Eizellen, die wir eventuell nicht mehr brauchen? Sie werden weggeworfen. Können wir das verantworten? All diese Fragen verlangten nach einer Antwort – und das fiel uns so schwer! Während dieser Kämpfe hofften und beteten wir weiter für ein Wunder von Gott. Wir gingen mit unserer Not zu unserem Pastor. Das Gespräch mit ihm und seiner Frau tat uns sehr gut. Die Gemeindeleitung betete für uns. Auch das gab uns Halt und Trost.

Immer schwerer wurden uns nun die dahingehenden Monate. Jeder Monat barg je nach Zyklushälfte eine große Hoffnung und dann nach Einsetzen der Regel­ blutung eine tiefe Enttäuschung in sich. Dieses ständige Auf uns Ab meiner Gefühle kostete mich sehr viel Kraft. Lange, vielleicht zu lange, behielten wir unsere Sorgen für uns. Es fiel uns besonders schwer, uns in unseren Familien zu öffnen. Als wir endlich sagten wie es uns geht, flossen viele Tränen, aber es war auch erleichternd, die „Katze aus dem Sack“ zu lassen und den versteckten Andeutungen über Enkelkinder, die vielleicht bald kämen, ein Ende zu setzen. Schwer wurden uns nun die vielen gut gemeinten Ratschläge, die uns ungefragt gegeben wurden. Ich weiß nicht mehr, wie viele wunderbare Geschichten von doch noch Schwanger-Gewordenen ich zu hören bekam. Ich hatte das so satt! Am liebsten waren mir die Freunde, die unsere Trauer einfach aushielten und unkommentiert stehen lassen konnten. Die, die sagten: „Ach Mensch, das tut mir so leid. Ich verstehe Gott auch nicht. Aber ich bete für euch.“

Kerstin Stein

Schwanger zu werden und das Kind dann wieder zu verlieren, schien mir unvorstellbar schwer zu sein. Neben dem Gebet für ein Wunder bat ich Gott darum auch immer wieder, dass dies nicht eintrifft und ich bin dankbar, dass Gott dieses Gebet erhört hat. Und ich betete, dass ich mich niemals schmerzerfüllt von Babys und Kindern abwenden muss, weil ich den Schmerz nicht ertrage. Ich wollte in der Lage sein, die Kinder von Freunden und Verwandten zu genießen. Es tat mir jedes Mal unglaublich weh, wenn Freunde oder Geschwister ein Kind erwarteten. Aber ich bin froh, dass ich trotz meiner Tränen in den Augen die Babys in meinen Armen halten konnte. Kinder sind ein Geschenk Gottes

In dieser Zeit habe ich den tiefen Sinn dieses Bibelwortes verstanden. Gott gibt uns kein Recht auf ein Kind. Genauso wenig wie ein Recht auf einen Ehemann oder das Recht auf Gesundheit. Das sind Geschenke, die man im Leben bekommt oder auch nicht... Diese Erkenntnis war für mich wichtig und ich war froh, dass ich das selbst begreifen konnte. Von jemand anderem diese Wahrheit zu hören, hätte mich sicher erst einmal Team.F Ausgabe 1 | 2014

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Jesus meine Fragen und Klagen nicht mehr vorhalte. Das half mir etwas und ich konnte wieder mit Jesus in Beziehung treten, ohne die bohrenden Fragen zwischen mir und ihm als Trennung zu haben. 18 Monate später ging ich zu einer psychosomatischen Reha-Kur in die DE` Ignis-Klinik. Die lange Zeit der körperlichen und seelischen Schmerzen, die Trauer, aber auch zu viel Arbeit und mein Problem, Grenzen zu setzen, hatten mich total erschöpft. Die Kur tat mir sehr gut und jetzt war es an der Zeit, die imaginäre Kiste auszupacken. Wie viel Tränen, Wut und Schmerz waren da drin! Ich warf das Jesus alles vor die Füße. Ich schrieb einen Brief voller Klagen und legte ihn ans Kreuz. Ich „vergab“ Gott(*) die Wege, die Er zugelassen hatte und die ich nicht verstehen konnte. Ich entschied mich, rein vom Verstand her, Jesus wieder zu vertrauen. Ein paar Tage später geschah in einer Andacht in der Klinik folgendes: Der Musiktherapeut am Klavier versuchte, für jeden Patienten auf Gott zu hören und vertonte seine Eindrück in einem Lied. Ohne mich zu kennen, sang er mir von Gott einen sehr persönlichen Zuspruch zu. Ich weinte und war fassungslos über diese Worte, die Gott mir sagte. Sie taten mir so gut!

verletzt... Es tröstete mich, dass in der Bibel das Thema Kinderlosigkeit beachtet wird. Das Leid der kinderlosen Frauen und Männer wird thematisiert. Gott weiß also, wie sehr es schmerzt! Durch Bibelworte, die uns zugesprochen wurden, in denen es um Kindersegen geht, schöpften wir Hoffnung. Und selbst erhielten wir auch in Bibelworten und Liedern kleine Zeichen von Gott, die uns Hoffnung machten. Schließlich wurden wir vor die Wahl gestellt: Entweder der künstlichen Befruchtung zuzustimmen oder Ovulationshemmer als Medikament gegen die Endometriose einzunehmen. Gegen beides waren große Vorbehalte in uns und so baten wir Gott um Zeit und um ein Wunder. Es war furchtbar, zwischen Bangen und Hoffen die Zeit ticken zu hören. Die Lust am Sex war uns schon lange vergangen, aber wir hielten irgendwie durch. Der letzte Monat, die letzten Tage – und meine Regel blieb aus! Zum ersten Mal kaufte ich einen Schwangerschaftstest. Negativ! Ich war am Boden zerstört. Zwei Tage später setzte meine Regel ein und gleichzeitig damit sehr starke Schmerzen. Die Endometriose hatte wieder zugeschlagen, es hatte sich ein neuer Herd gebildet und ich brauchte wieder einmal einen Notarzt, um die schlimmen Schmerzen in den Griff zu bekommen. Ich war so voller Trauer und Schmerz

Nicht schwanger. Nie Kinder haben. Nie Mama gerufen werden. Nie mein Kind abends ins Bett bringen. Nie... Ich weinte bittere Tränen und wollte mich nicht trösten lassen. Dass ich nicht schwanger wurde, damit musste ich ja irgendwie auch rechnen. Ich war fast erleichtert, dass das vier Jahre lange Hoffen jetzt ein Ende hatte und ich richtig trauern konnte. Ich nahm mir in dieser Trauerphase mehr Zeit als sonst für mich, nahm weniger Termine wahr. Das half mir, meinen Gefühlen Raum zu geben. Ich bin ein Typ, der Trauer durch Reden, Schreiben und Malen verarbeitet. Meine Freundin riet mir: „Tue dir jeden Tag etwas Gutes!“ Das befolgte ich und es tat mir gut. Was ich aber nicht verkraftete, war, dass die Endometriose sich in den letzten drei Monaten verschlimmert hatte. Warum ließ Gott das zu? Ich war so enttäuscht und schlitterte in eine ernsthafte Glaubenskrise. Wie sollte ich Gott wieder vertrauen können? Ich wünschte mir so, dass Jesus mich irgendwie besonders ansprechen würde, mich tröstet, mir Frieden schenkt. Aber da war nichts. Absolute Wüstenzeit. Eine Seelsorgerin gab mir den Tipp, dass ich alle meine unbeantworteten Fragen imaginär in eine Kiste lege und

Aber Frieden, Trost und Linderung der Schmerzen. Die Abstände der „Trauerattacken“ wurden größer und die seelischen Schmerzen nahmen ab. Diese Grenzerfahrung mit Gott und dem Leid bergen etwas in sich, das ich fast nicht in Worte fassen kann. Etwas Kostbares ist in mir gereift. Ich habe mich verändert. Ich schreibe diesen Artikel größtenteils aus meiner Perspektive. Vielleicht fragen sich einige Leser, wie das mein Mann erlebte? Mein Mann trauerte und litt nicht so tief wie ich. Er konnte die Kinderlosigkeit leichter aus Gottes Hand nehmen. Am schwersten war für meinen Mann, dass er keine Lösung für mein Leid hatte. Dass er „nur“ an meiner Seite sein konnte ohne wirklich helfen zu können – das war sehr schwer für ihn. Vor einigen Jahren lernte ich „Hannahs Schwestern“ kennen. Ich kann diese Internetinitiative (www.hannahsschwestern.de) sehr empfehlen. Im Forum, im Chat oder auch bei persönlichen Treffen hat man die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Informationen zu vielen Fragen der Kinderlosigkeit zu bekommen. Ihre Kerstin Stein

Kerstin Stein Geboren: 1968 · Verheiratet: Seit 14 Jahren Beruf: Sozialpädagogin, Seelsorgerin

Absolventin der TEAM.F Seelsorgeschule und seitdem Mitarbeiterin bei TEAM.F „Ich lebe in Herrnhut in einer kleinen Lebens­gemeinschaft. Wir begleiten junge Erwachsene mit psychischen Problemen.“ 30

(*) vergeben im Sinne von loslassen, nicht mehr vorhalten, Groll und Bitterkeit aufgeben

Antworten hatte ich keine bekommen.


Team.F – Unterstützen Sie uns. Liebe Freunde, haben Sie gute Erfahrungen mit Team.F gemacht? Viele Paare und Familien sind noch auf der Suche nach Hilfe. Unterstützen Sie unseren wertvollen Dienst, indem Sie uns weiterempfehlen und für uns beten? Die Arbeit von Team.F wird nur zu etwa 40 % aus Seminargebühren finanziert. Um den wachsenden Bedarf an Seminaren und Beratung abzudecken, benötigen wir darüber hinaus finanzielle Unterstützung. Jede Spende ist für uns wertvoll und hilft uns.

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E r fa h r u n g s b e r ic h t

Die etwas anderen Kinder Als wir vor fast 32 Jahren heirateten, war uns irgendwie selbst­ verständlich, dass wir nicht nur ein Paar, sondern eine Familie sein wollten. Das Miteinander kam uns ohne Kinder so unvollständig vor. Doch genau dieser Wunsch erfüllte sich nicht.

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ls wir vor fast 32 Jahren heirateten, war uns irgendwie selbstverständlich, dass wir nicht nur ein Paar, sondern eine Familie sein wollten. Das Miteinander kam uns ohne Kinder so unvollständig vor. Doch genau dieser Wunsch erfüllte sich nicht. So hatten wir viel Zeit zu überdenken, welche Bedeutung Kinder für uns haben. In diesen ersten Jahren hatte unsere Beziehung manche Bewährungsprobe – auch die des unerfüllten Kinderwunsches. Da wir nicht wussten, woran es eigentlich liegt, war jede einsetzende Menstruation eine neue Frustration. Im 9. Jahr unserer Ehe war irgendwie die Zeit für eine neue Einsicht reif geworden: Dass wir nicht Kinder brauchen, um etwas rund zu kriegen. Dass es vielmehr umgekehrt ist und heranwachsendes Leben uns gebraucht. In einem Hauskreis sprach ich darüber, dass wir laut Bibel (z. B. Epheser 5,20) Gott für alles dankbar sein können – auch für etwas, das man als Zumutung empfindet. Da fühlte ich mich von Gott angesprochen: Gut zitiert Dietmar, doch was heißt das konkret? Unter den Dingen, die ich nicht akzeptieren und schon gar nicht dankbar sein konnte, fiel unser unerfüllter Kinderwunsch ins Blickfeld. An diesem Tag war ich bereit zu reagieren und sagte Gott: Ich weiß immer noch nicht, was du dir dabei gedacht hast, aber ich probiere einfach einmal eine neue Position aus. Ich fange jetzt an, für unsere Kinderlosigkeit zu danken. Es vergingen gerade einmal drei Tage, da rief eine Freundin an, dass ihre drei Nichten und Neffen (8, 7 und 5 Jahre) quasi verwaist seien und ein neues Zuhause brauchten. Meine spontane Reaktion war, an die Adresse Gottes zu melden: „Stopp. So war das nicht gemeint.“ Wir haben uns dann für die drei Kinder entschieden und drei Jahre später – auf den Geschmack gekommen – für weitere zwei. Und sie sind uns zu einer besonders ­wertvollen Aufgabe geworden. An ihnen wuchsen wir sogar noch mehr als an den anderen Herausforde-

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rungen, die wir beispielsweise als Pastorenehepaar zu bestehen hatten. Drei Einsichten sind für uns besonders wichtig geworden: Unsere Kinder sind uns anvertraut.

Wir dachten lange, dass es das Schwierigste sei, für Kinder zu sorgen. Aber die weitaus größere emotionale Herausforderung besteht darin, sie loszulassen. Pflege­ eltern müssen sich damit früher und offenkundiger auseinandersetzen. Darin sehen wir einen großen Vorteil. Anderthalb Jahre nachdem wir unsere drei „Großen“ aufgenommen hatten, kam ihr Vater auf die Idee, sie vielleicht doch zu sich zu nehmen. Das war ein harter Brocken für uns. Doch bald wurde uns klar: Wenn wir nicht in der Lage sind, sie wieder für ihren Weg freizugeben, ist das erst mal unser Problem. Wir formen sie nicht nach unserem Bild.

Unsere Kinder haben bei uns ein anderes Lebensmuster als in ihrer Ursprungsfamilie kennengelernt. Das ist, als wenn man eine neue Sprache lernen soll. In schwierigen Situationen werden ihnen unsere Werte dann doch wieder zur Fremdsprache. Dann folgen sie eher dem Vorbild ihres Ursprungs – auch wenn dies für uns und oft auch für sie selbst meist nicht angenehm ist. Doch sie haben überhaupt die Möglichkeit, zwischen den beiden Lebensmodellen wählen zu können. Wenn sich im Erwachsenenalter die Stürme der Identitätskrise gelegt haben, können sie sich freier entscheiden. Sie erfüllen nicht all unsere Träume – und sind doch ein großes Geschenk.

Vieles haben wir ihnen mitgeben können. Aber wir finden uns doch nicht so in ihnen wieder, wie das bei leiblichen Kindern in vielen Stücken natürlicherweise der Fall ist. Unsere Erinnerungen sind von einem großen Reichtum bestimmt, der uns immer begleiten wird. Ihre Ruth und Dietmar Pfennighaus


Wir dachten lange, dass es das Schwierigste sei, für Kinder zu sorgen. Aber die weitaus größere emotionale Herausforderung besteht darin, sie loszulassen.

Dr. Dietmar und Ruth Pfennighaus leben in Marburg und sind in der Weiterbildung für Seelsorge und Heilpflanzenkunde tätig. Ein Seminar der Systemischen Seelsorge „Angenommene Kinder“ findet am 14. – 16. November 2014 in Marburg statt. Es richtet sich an (potentielle) Pflege- und Adoptiv­ eltern sowie erwachsene Pflege- und Adoptivkinder. Näheres finden Sie unter www.isbus.net unter Seminare.

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Silvester-Backstube Mit Traumpartnern feiern und genießen…! Im Dezember 2013 haben wir erstmalig eine SilvesterBackstube für erfahrene Back­stuben-Teilnehmer veranstaltet. In diesem Rahmen bekamen Singles die Möglichkeit in lockerer Backstubenatmosphäre und mit allen Facetten zu feiern und vielleicht sogar mit dem Traumpartner ins neue Jahr zu starten. In dieser Hinsicht wurden wir positiv überrascht. Aber lesen Sie selbst…

Leser berich

ten:

AM.F TEAM Eve vent

„Ich bin imm er noch gan z üb zurückliegen den Tagen in erwältigt von den der Silvesterund kann m Backstube ein Glück n och gar nich t fassen.  Ich fuhr kom plett ohne Er wartungen zumal ich ja auf die Freize bis eine Wo it, che zuvor g damit rechn ar nicht meh ete, von der r Warteliste n können und achrutschen an der Silves zu ter-Backstub und wurde e teilzunehm doch sooo u en nglaublich re Zuerst durfte ich beschen ich durch die kt. liebevolle G wertschätze emeinschaf nde und t in der Gru Traumpartn ppe mir selb er werden u st zum nd meine ‚m teilenden‘ Le ich-selbst-ver benslügen ei ur­ n Stück wei hinaus konn t ablegen. D te ich meine ar über ei spirierenden genen Baust el Referate wei ter aufdecke len durch die ingute Freund n / reflektier in in meiner en, eine Zimmernach andere gute barin finden Beziehungen , viele knüpfen un absoluten Er d – zu mein staunen, wie em durch ein G Himmel – m eschenk dir einen Traum ekt vom prinzen in B oris finden. Da hat mich Gott mit ein em absolut überrascht. perfekten Ja Dass die Jah hresstart reslosung ‚G mein Glück ott nahe zu ‘ (Psalm 73,2 sein ist 8) bereits am neuen Jahre ersten Tag d s so real wir es d ist absolu dir (Stephan t gigantisch ) für deinen . DANKE Segen bei d runde am M er Verabsch ittwoch, ich iedungs­ hatte das G der Freundsc efühl, Gott haft zwisch gibt en Boris und Augenblick mir vom erst an sein Ja.“ en Damaris Kar le

Resilienz – Muskeln für die Seele VORSCHAU: Nächste Ausgabe  as nächste Magazin hat D das Schwerpunktthema Resilienz – Muskeln für die Seele Leitartikel von Prof. Dr. Albert Wunsch E rfahrungsberichte dazu aus unterschiedlichen Lebensbereichen ➜ F reuen Sie sich mit uns auf die

kommende Ausgabe des TEAM.F SeminarMagazins.

Erwartung 34

Team.F Ausgabe 1 | 2014

Vorfreude

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Die Zutaten für dieses einzigartige Single-Seminar: Druck rausnehmen · Bei sich selbst ankommen Die eigene Sehnsucht ernst nehmen · Neuen Menschen begegnen Für andere wertvoll werden · Eine Zeit das Leben miteinander teilen Sich als Teil einer Gemeinschaft erleben · Neues erfahren und entdecken Bedürfnisse aussprechen lernen · Sich an Erwartungen messen lassen Für den anderen attraktiv werden · Spielerisch Aufmerksamkeit gewinnen Neu Freundschaft schließen · Backofen vorwärmen

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TEAM.F Magazin 1/2014