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FLUX ALLES IN BEWEGUNG AUSGABE 10

2017

DAS HAFEN-MAGAZIN


Impressum Herausgeber: Zweckverband Hafen Straubing-Sand Europaring 4 · D-94315 Straubing Telefon +49 9421 785-150 info@hafen-straubing.de Redaktion: Ursula Eisenmann, Ann-Kathrin Kaufmann, Marion Roeske, Andreas Löffert, Stefan Niedermeier Produktion: teamElgato I Werbeagentur GbR www.teamElgato.de Druck: mk-Druck e. K. · 94315 Straubing www.mk-druck.de Gedruckt mit Farben auf Pflanzenölbasis auf 100 % Altpapier, zertifiziert mit dem blauen Umweltengel Fotos Umschlag: Hafen Straubing-Sand


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EIN BLÜHENDER HAFEN Wer ernten will, muss säen. Das ist eine Binsenweisheit. Die Ernteerträge hängen allerdings von der richtigen Mischung der Saat ab. Tatsächlich stimmen uns die Erträge aus dem laufenden Hafengeschäft sehr zuversichtlich. Offensichtlich waren die infrastrukturellen Vorleistungen unserer kommunalen Gesellschafter vor mehr als 20 Jahren die richtige Mischung, um umschlagsstarke Betriebe in unseren Hafen Straubing zu ziehen. Dass diese Betriebe den Blick für neue Mischungen haben, zeigt das Beispiel ADM, das mit Donausoja ein neues Geschäftsfeld für sich gefunden hat (S. 11). Beim Futtermittelwerk der DoFu Donaufutter GmbH versteht es sich von selbst, dass es auf die Mischung ankommt (S. 7). Sowie Waldbauern durch nachhaltige Pflanzung diversifizierter Baumarten dem Risiko des Klimawandels begegnen, so setzt auch unser Hafen mit seiner Tochtergesellschaft, der BioCampus Straubing GmbH, auf die Ernte aus noch zu bestellenden zukunftsfähigen Märkten. Dafür investieren wir zusammen mit dem Freistaat nicht nur in neue Laborräume (S. 4) sondern auch in die Förderung von Start-ups (S. 8) und die Fortbildung von Stakeholdern (S. 12). Damit unsere Geschäfte und die unserer Kunden weiterhin so erfolgreich blühen können, haben wir immer auch die Akzeptanz unserer infrastrukturellen Investitionen im Umfeld unserer Nachbarn im Auge. So entstand gemeinsam mit amtlichen und ehrenamtlichen Natürschützern die Leitidee eines Lebensraums Hafen. Eine sinnbringende Investion, die Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen erfreut (S. 13,14 u. 16). Damit sind wir nun wahrhaft ein blühender Hafen – nicht nur im übertragenen Sinn. Ihr

Andreas Löffert Geschäftsführer

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Schauten Staatssekretär Franz Josef Pschierer im nagelneuen Labor im BioCubator über die Schulter (v. l.): Aiterhofens Bürgermeister Manfred Krä, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, zurzeit ZVH-Verbandsvorsitzender, Landrat Josef Laumer und MdL Josef Zellmeier. (Foto: Fotoatelier am Hafen/German Popp)

Neue Labore im BioCubator Ausbau der Infrastruktur für die industrielle Nutzung von Biomasse Der Ausbau von Infrastruktur für die industrielle Nutzung von Biomasse macht große Fortschritte. Jüngstes Beispiel sind die zwei neuen mikrobiologischen Labore im BioCubator, dem Unternehmerzentrum für Nachwachsende Rohstoffe im Hafen Straubing-Sand. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer hat sie offiziell in Betrieb genommen. Die Labore machen Gründern den Weg frei, Forschung in die Praxis umzusetzen. Um Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen, förderte das Bayerische Wirtschaftsministerium das 600.000-EuroProjekt. Im BioCubator entstanden so zwei mikrobiologische Labore mit insgesamt 250 Quadratmetern Fläche. Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, derzeit Vorsitzender des Zweckverbandes Hafen Straubing-Sand (ZVH) freute sich mit Landrat Josef Laumer und Aiterhofens Bürgermeister Manfred Krä, dass das erste Labor mit 150 Quadratmetern bereits von der CASCAT GmbH, der ersten Ausgründung aus dem Straubinger Wissen-

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schaftszentrum, bezogen wurde. Drei Mitarbeiter, darunter zwei biologisch-technischen Assistenten aus der ebenfalls in Straubing ansässigen Berufsfachschule, sind hier beschäftigt. CASCAT arbeitet an neuen, biobasierten Herstellungswegen für chemische Stoffe, die bisher auf Erdölbasis produziert werden – ein weiterer Beitrag zum Rohstoffwandel in der chemischen Industrie.

den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft. Dank gebührt daher den Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier, Hans Ritt sowie Erwin Huber für ihr Zutun, dass der Zuschuss von annähernd 450.000 Euro genehmigt wurde. So können Straubinger Gründer vor Ort bleiben. Man werde weiter an der Infrastruktur arbeiten, kündigte OB Pannermayr an.

Für das zweite bezugsfertige Labor gibt es bereits vielversprechende Interessenten, berichtete Zweckverbands-Geschäftsleiter Andreas Löffert. Das bestätigt die Aktivitäten, den Hafen Straubing-Sand als „green chemistry port“ zu etablieren und zwar unter anderem für Zucker und Stärke aus regionaler Produktion statt aus Palmöl und Rohrzucker, die aus tausenden Kilometern Entfernung hertransportiert werden. „Straubing soll Modellregion für Bioökonomie und -technologie werden“, bekräftigte Landrat Josef Laumer.

Von der angewandten Wissenschaft wie jetzt im BioCubator verspricht sich Pschierer neue Produktionsansätze und neue Arbeitsplätze. Um in der Biotechnologie weiterzukommen, dürfe es nicht an mangelnder Infrastruktur scheitern. Junge Unternehmen könnten sich diese verständlicherweise nicht leisten. Deshalb springe hier der Freistaat in die Bresche. Pschierer nannte Straubing „eine Herzkammer“ der Biotechnologie, würdigte den Hafen Straubing-Sand als „einen der größten Güterverkehrszentren in Süddeutschland“ und hoffe auf eine aufstrebende Bioökonomie im Freistaat.

Sowohl die ZVH-Spitze wie auch Vertreter von Ministerium und niederbayerischer Regierung sehen Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft heraus als Schlüssel für


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Dr. Fred Eickmeyer von der ESKUSA GmbH (Fotos: Hafen Straubing-Sand)

Wissenschaft diskutieren, Umsetzung erleben Bioökonomie-Experten tagten in Straubing Ihr Themengebiet erkunden konnten die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung „Biobasierte Chemie im Fluss“ am 24. und 25. Oktober 2017 nicht nur im übertragenen Sinne. In Straubing begegneten ihnen die Fragestellungen des Vortragsprogramms fast schon auf Schritt und Tritt: Es ging um Wertschöpfungsketten vom Acker bis zum chemischen Produkt, und alle diese Schritte lassen sich in der „Region der nachwachsenden Rohstoffe“ erleben. „Das Motto der Veranstaltung trifft genau auf unsere Region zu“, sagt Andreas Löffert, Geschäftsleiter des Zweckverbands Hafen Straubing-Sand, dazu. „Wir haben Rohstoffe, wir haben Anlagen – nicht nur für die Produktion, sondern mit dem Hafen und dem Gründerzentrum auch die notwendige Infrastruktur – und wir werden zukünftig mit der geplanten Open-AccessDemoanlage ein einmaliges Angebot für Unternehmen vom Start-up bis zum Global Player.“ Die zweitägige Veranstaltung wurde von der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie mit Unterstützung der BioCampus Straubing GmbH organisiert. Expertinnen und Experten aus Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen aus ganz Deutschland und aus Österreich nutzten die Gelegenheit, sich über neue Entwicklungen bei der Nutzung von Biomasse als Rohstoff zu informieren. Die Aspekte gehen dabei weit über die biotechnologische oder chemische Umwandlung hinaus: Angefangen

von der Logistik, um die dezentral und häufig saisonal anfallenden Rohstoffe zu den Produktionsanlagen zu bringen, über die Prozesse in diesen Anlagen bis hin zu Fragen, welche Produkte so zugänglich sind, wie das Interesse der Verbraucher daran geweckt wird und wie die Bioökonomie ethisch gestaltet werden kann . Auch der Anbau geeigneter Pflanzen, die idealerweise neben der Funktion als industrieller Ressource auch die Biodiversität fördern, gehört zu den Fragestellungen der Bioökonomie. „Pflanzenzüchtung ist in der Lage, die Biomassequalität erheblich zu verbessern, sowohl qualitativ als auch quantitativ“, sagte dazu Dr. Fred Eickmeyer, ESKUSA GmbH, der unter anderem Russischen Löwenzahn als Kautschuklieferanten anbaut und anschaulich darstellte, dass Lupine nicht gleich Lupine ist.

Neben den Fachvorträgen und den ausgestellten wissenschaftlichen Postern war die Besichtigung der sunliquid-Demonstrationsanlage von Clariant im Hafen Straubing ein echtes Highlight, wie auch Prof. Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsführer der DECHEMA, feststellt: „Wir erleben hier, wie sich eine Region gezielt aufstellt; so etwas bekommt man bei einer wissenschaftlichen Veranstaltung selten mit. Zusätzlich hatten wir Gelegenheit, eine Demoanlage zu besichtigen und deren Leiter alle erdenklichen Fragen zu stellen – das ist einmalig!“ Die DECHEMA organisiert regelmäßig Veranstaltungen und weitere Aktivitäten rund um die Bioökonomie. Mehr dazu unter http://dechema.de/biooekonomie.html

Über interessierte 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Tagung „Biobasierte Chemie am Fluss“.

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Innovationspreis für ZAP Firma aus Gründerzentrum revolutioniert die Messung des Flächengewichts

INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNIK Individuelle Problemlösungen von A-U-M im Gründerzentrum Seit Januar 2016 betreibt Antriebstechnik Unverdorben Menacher, kurz A-U-M, im Gründerzentrum seine Geschäfte. „Es gefällt uns hier sehr gut. Beim Start als Unternehmer erhielten wir schnelle und flexible Hilfe in allen Bereichen. Wir wurden perfekt unterstützt. Die Bedingungen sind optimal“, sagt Armin Menacher, der zusammen mit Markus Unverdorben die Geschäfte der Firma führt.

Dr. Ludwig Zerle, Geschäftsführer und Kopf von ZAP-Systemkomponenten (Fotos: Hafen Straubing-Sand)

Das Gründerzentrum im Straubinger Hafen ist eine Innovationsschmiede. Ein gutes Beispiel ist die Firma ZAP-Systemkomponenten GmbH & Co. KG. Für ihren patentierten Röntgen-Rückstreusensor, der einseitig Flächengewicht von verschiedenen Materialien misst, erhielt sie den Innovationspreis der Wirtschaftszeitung in Regensburg. Kopf hinter ZAP ist Geschäftsführer Dr. Ludwig Zerle. Den promovierten Physiker ließ die Idee einer einseitig arbeitenden Messmethode nicht zur Ruhe kommen. Die Vorteile gegenüber der herkömmlichen Messung von zwei Seiten sind immens: Das Mess-System befindet sich in nur einem Gehäuse, die Abstandstoleranz ist hoch und auf Radioaktivität kann verzichtet werden. „Röntgenstrahlen kann man abschalten, Radioaktivität nicht“, erklärt Dr. Zerle. Die neue Technik beschreibt er als einfach, sicher und kostensparend. Und so funktioniert das neue System: Es sendet Röntgenstrahlen aus und misst anhand der zurückgeworfenen Strahlung das Gewicht des Produkts. Sein Einsatzspektrum ist breit. Überall dort, wo die automatische Bestimmung des Flächengewichts nützlich ist, kann die Technik verwendet werden. Sie eignet sich für alles, was in Bahnen produziert wird - zum Beispiel Papier, Folien, Textilien und Vlies­ stoffe.

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Erfolge feiert ZAP bereits mit der PVC-Fußboden-Messlösung. Bei dicken Vliesstoffen - über 100 Gramm pro Quadratmeter - ist die präzise ZAP-Methode den herkömmlichen Messverfahren um Nasenlängen voraus. Die Messgenauigkeit wird mit zunehmendem Flächengewicht immer besser. Bis zu 20.000 Gramm pro Quadratmeter sind möglich. Das Flächengewicht spielt bei der Qualitäts- und Kostenkontrolle eine wichtige Rolle.

Armin Menacher und Markus Unverdorben

Mit Büro, Werkstatt und Lager in Halle 005 hat das aufstrebende Unternehmen im Gründerzentrum ein gutes Umfeld, um seinen Kunden aus dem Maschinenbau und Zulieferern der Automobilindustrie schnell, flexibel und kompetent maßgeschneiderte Lösungen rund um die Antriebstechnik bieten zu können. Guter Service und fachkundige Beratung sind neben hochwertigen Produkten die Säulen des Erfolgs. Kerngeschäft der A-U-M GmbH sind der Handel mit Antriebselementen wie Riemen, Ketten und Lager sowie Dienstleistungen rund um diese Produkte: Das Spektrum umfasst hier Auslegungen, Konfektionierungen und Montagen. Die Produkte werden in der näheren Umgebung selbst ausgeliefert. Schwerere Antriebselemente transportiert der Paketdienst oder die Spedition. Die Nähe zu anderen Jung-Unternehmern wie Marketingunternehmen, Konstruktionsbüros oder Maschinenbauern ist ein großer Vorteil des Gründerzentrums. Sie lässt Synergieeffekte entstehen und ermöglicht ein sehr gutes Zusammenarbeiten, betonen die beiden Geschäftsführer Armin Menacher und Markus Unverdorben.


Das Kraftfutterwerk am Südkai des Hafens in voller Pracht (Foto: Fotoatelier am Hafen/German Popp)

Spezialfutter „made in Straubing“ Das Futtermittelwerk der DoFu Donaufutter GmbH (kurz DoFu), das bereits 2016 seinen Betrieb am Hafen Straubing-Sand aufgenommen hat, ist eine Tochtergesellschaft der Agravis Raiffeisen AG und produziert in ihrem ersten süddeutschen Werk vor allem Spezialfuttermittel, auch aber Fertigfutter für Schweine, Rinder und Pferde. Die Palette umfasst Mineralfutter, Konzen­ trate, Ergänzer und Edelrohstoffe sowie Fertigfutter. Mit dem neuen Werk will Agravis seine Marktposition im süddeutschen Raum festigen und ausbauen. Jetzt wird das Futter für die Region auch in der Region produziert. Dadurch erhöht sich die Schnelligkeit im Futtermittelgeschäft, wovon die Landwirtschaft in der Region profitiert. Über die Agravis-Tochter- und Beteiligungsgesellschaften Derby, Höveler/Blattin, HL Hamburger Leistungsfutter und VitaVis, die schon länger im süddeutschen Markt aktiv sind, werden die Erzeugnisse aus Straubing an Kunden in ganz Süddeutschland geliefert. Mit der Ansiedlung des Agrarriesen wird der Straubinger Hafen seinem Ruf als florierender Agrarstandort gerecht. Das Grundstück am Südkai des Hafens ist 20.000 Quadratmeter groß – 2.000 Quadratmeter sind davon bebaut, Entwicklungspotential ist somit vorhanden. Zum Werk gehören ein Rohwarensilo, eine Mischerei, eine Mineralfutteranlage und eine Presserei.

Dass der Hafen Straubing-Sand als Standort ausgewählt wurde, hat nach Aussagen von DoFu-Geschäftsführer Klaus Feils mehrere Gründe: die zentrale Lage in der Region Ostbayern, die Nähe zu den Märkten Österreich und Tschechien sowie die gute Verkehrsanbindung einschließlich dem direkten Anschluss an den Donauhafen. Auch die Nähe zur Ölmühle Straubing habe eine Rolle gespielt. Klaus Feils freut sich über die funktionierende Nachbarschaft im Hafen StraubingSand und entstehende Synergieeffekte. Seit Beginn des Betriebes im August 2016 hat sich DoFu weiterentwickelt und kann erfreuliches Wachstum verzeichnen. So ist die anfängliche Umschlagstonnage von 1.000 Tonnen auf mittlerweile 3.000 Tonnen pro Monat angestiegen, einhergehend mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl von 4 auf 12 Personen. Seit Beginn des Jahres zählt eine „Müllerin“ zum Personalstamm – eine „ weibliche Seltenheit“ unter den staatlich geprüften Technikern der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide u. Futtermitteltechnik. Unter ande-

rem wird Klaus Feils tatkräftig unterstützt von Produktionsleiter Gerold Babl und Innendienstleiterin Anita Heckendorf. Auch Hafen-Geschäftsführer Andreas Löffert freut sich über die Ansiedlung der DoFu Donaufutter GmbH. Er schätze Klaus Feils als entscheidungsfreudigen Partner und sei sich sicher, dass DoFu die Auslastung des jüngsten und wachstumsstärksten Donauhafens weiter vorantreibe. DoFu habe ich StraubingSand eine Pole Position und Platz zum Expandieren. Die Voraussetzungen seien gut für das Agrarunternehmen, vom Herzen Niederbayerns aus, neue Absatzmärkte zu erobern.

Klaus Feils, Geschäftsführer der DoFu Donaufutter GmbH (Foto: Hafen Straubing-Sand)

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PlanB - Businessplan- und Ideenwettbe

Gesucht und gefunden: Ideen für eine biobasierte Zukunft Staatssekretär Pschierer zeichnet Gewinner des Wettbewerbs „PlanB – Biomasse.Business.Bayern“ aus Eine gute Geschäftsidee für eine Zukunft ohne Erdöl und eine Portion Motivation, diese in einen Geschäftsplan zu gießen – das sind die Hauptzutaten für Erfolg beim Businessplanwettbewerb „PlanB – Biomasse.Business.Bayern“. Der von der BioCampus Straubing GmbH zum zweiten Mal ausgerichtete Wettbewerb suchte nach den besten Geschäftsideen für eine biobasierte Zukunft. Die drei Gründer, die die PlanB-Jury mit ihrem Businessplan von ihrem grünen Erfolgsrezept überzeugen konnten, wurden am 30. Januar 2017 im Rahmen eines großen Prämierungsevents vor 200 geladenen Gästen in der Sennebogen-Akademie im Hafen Straubing-Sand ausgezeichnet. Bei PlanB dreht sich alles um Ideen, die auf Nachwachsende Rohstoffe als die Rohstoffe der Zukunft setzen. „Von der energetischen Bioabfallverwertung über Designartikel aus

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Holz und innovativen Einsatzmöglichkeiten für Fasern bis hin zur kompostierbaren Plastikflasche auf Zuckerbasis – mit PlanB möchten wir Gründern aus der Bioökonomie die Chance geben, ihre Geschäftsideen zu entwickeln, Branchenkontakte zu knüpfen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Andreas Löffert, Geschäftsführer der BioCampus Straubing GmbH zur Eröffnung des Prämierungsevents. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär und PlanB-Schirmherr Franz Josef Pschierer betonte die Bedeutung von Unternehmensgründern für Bayern: „Straubing ist international anerkannter Top-Standort beim Thema‚ Nachwachsende Rohstoffe‘. Mit dem Businessplanwettbewerb PlanB bieten wir auch dem unternehmerischen Nachwuchs ein hervorragendes Sprungbrett für neue Geschäftsideen und Ausgründungen vor Ort. Die eingereichten

Businesspläne zeugen vom enormen innovativen Potenzial Nachwachsender Rohstoffe. Ich gratuliere den Gewinnern und wünsche allen Teilnehmern eine erfolgreiche Zukunft.“ Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr zog Parallelen zwischen den Teilnehmern und der Region Straubing: „Wie wir in der Region der Nachwachsenden Rohstoffe, setzen Sie ganz auf das Innovationspotential der Natur. Ich wünsche Ihnen für heute Abend, aber vor allem für den Aufbau Ihrer Unternehmen alles Gute. Wenn Sie einen perfekten Standort zum Wachsen suchen – sprechen Sie mit uns!“ Für die drei Finalisten des Businessplanwettbewerbs, Heimo Adamski von „4Gene“, Dr. Thomas Decker von der „GreenSurvey GmbH“ und Dr. Friedrich Streffer von der „LXP Group GmbH“, galt es, Jury und Publikum in


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ewerb

Die Gewinner des Businessplanwettbewerbes 2017 mit Staatssekretär Josef Pschierer und Gratulanten. (Fotos: Photographie Rötzer B.)

drei Minuten von ihrer Idee zu überzeugen. Das 4Gene-Team von der TU München präsentierte sein Biotech-Verfahren, mit dem natürliche Duft- und Farbstoffe zu Frühwarnsystemen für Verunreinigungen in biobasierten Flüssigkeiten wie Ölen und Schmierstoffen umgebaut werden. Das Ziel: Ausschuss minimieren und Produktionsprozesse verbessern. Thomas Decker und sein Straubinger Team bieten mit den Services von GreenSurvey gezielte Marktforschung für die grüne Branche. Mit ihren Tools ermöglichen sie Firmen von der Landwirtschaft bis zur Biotechnologie tiefen Einblick in das, was der Markt nachfragt. Als letztes stellte Dr. Friedrich Streffer seine LXP Group vor. Kern der GmbH ist ein neuartiges, mildes Aufschlussverfahren für nicht als Lebensmittel geeignete Biomasse wie zum Beispiel Stroh. Durch das Verfahren werden wertvolle Pflanzenbestandteile wie Zucker und Lignin voneinander getrennt und können in innovativen Produkten wie biobasierter 3D-Drucktinte oder Bioplastikflaschen eingesetzt werden. Über den mit 2.000 € dotierten dritten Platz darf sich das Team von 4Gene freuen. Platz Zwei und 3.000 € sicherte sich Dr. Streffer mit seiner LXP Group. Der Gewinner von PlanB 2017 heißt GreenSurvey GmbH. Zusätzlich zum Preisgeld in Höhe von 5.000 € erhalten Herr Decker und sein Team ein Jahr Mietfreiheit in einer Startereinheit des BioCubators im Hafen StraubingSand. Alle drei bekommen außerdem ein Jahr Businesscoaching bei der Hans-Lindner-

Die Sieger des PlanB-Ideenwettbewerbes (Fotos: Photographie Rötzer B.)

Stiftungund,wiealleanderenPlanB-Teilnehmer auch, Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihres Unternehmens. Neu bei der zweiten Auflage von PlanB war dieses Jahr der angedockte Ideenwettbewerb „100 % Cellulosefasern neu gedacht“. Projektleiterin Claudia Kirchmair stellte das Unternehmen Kelheim Fibres GmbH vor. Gemeinsam mit dem BioCampus suchte es nach Menschen mit kreativen Ideen für ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten von Cellulosefasern, also holzbasierten Fasern, die zu Viskose versponnen beispielsweise als Tampons auf dem Markt sind. Walter Roggenstein, Forschungsleiter bei der Kelheim Fibres GmbH, stellte zusammen mit Commercial Director Matthew North die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs vor. „Uns hat das Konzept von PlanB sehr gefallen. Wir erhielten durch die Ideen und die Begeisterung der Teil­nehmer einen Impuls zur Weiterentwicklung unseres Innovations prozesses zu einem Open Innovation“, so Roggenstein. Den mit 2.500 € dotierten Sieg im Ideenwettbewerb sicherte sich Dr. Jürgen Pettrak mit seiner Idee, hormonell wirksame Stoffe, die durch Medikamente ins Abwasser geraten durch neuartige Faserfilter

abzuscheiden. Der zweite Platz und 1.500 € gingen an Dr. Albert Solleder mit seiner Idee, den Markt für medizinische Wundauflagen für Cellulosefasern zu erschließen. Platz Drei und 500 € sicherte sich Sebastian Kehrer, der Cellulosefasern als Alternative zu Obst- und Gemüsenetzen aus Plastik einsetzen möchte. Nach dem offiziellen Teil verbrachten die Gäste den Ausklang des Events in der einzigartigen Location der Sennebogen-Akademie mit Leckereien von Starkoch Ralf Jakumeit und seinen Rocking Chefs, einer Bierverkostung mit Karmeliten-Chef Christoph Kempf und gutem Brot der Bäckerei Steinleitner. PlanB ist ein Erfolgsrezept für die BioCampus Straubing GmbH und den Standort Hafen Straubing-Sand – die Neuauflage startet in 2018.

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High & heavy cargo Hafen Straubing-Sand bereit für den Schwertransport Ihre Maschinen und/oder Anlagen sind groß und schwer? Die Infrastruktur des Hafens Straubing-Sand ist mit Roll-on/Roll-off-Anlage und Schwerlastplatte bestens für den Schwerlastumschlag gerüstet. Auch Teile von Windkraftanlagen mit extremen Über­ maßen werden hier sicher verladen. Die Zahl der Schwerlasttransporte in In- und Ausland nimmt laufend zu. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau, aber auch in der Landwirtschaft sowie der Baubranche, folgen moderne Maschinen dem offiziellen olympischen Motto „schneller, höher, stärker“. Auf dem Markt der Schwerlastgüter hat sich der Hafen Straubing-Sand einen Namen als leistungsfähiger Umschlagplatz gemacht. Neben Ro-Ro-Anlage und Schwerlastplatte gehören auch umfangreiche Auf- und Abstellflächen sowie drei leistungsstarke Krane zur kundenorientierten Ausstattung. Das heißt konkret: Güter bis zu 35 Tonnen bei einer Ausladung von 8 bis 15 Metern oder bis zu 13 Tonnen bei einer maximalen Ausladung von 27 Metern werden von den drei Kran-Kraftprotzen mit links bewegt. Sind noch schwerere Lasten zu heben, bietet die Schwerlastplatte Aufstellfläche für mobile Schwerlastkrane. Unter anderem werden auch schwergewichtige Windkraftanlagen am Hafen StraubingSand umgeschlagen. Zahlen zeigen das

Potenzial: 6 Schiffe mit 228 Halbschalen wurden ausgeladen; das schwerste Teil wog 52 Tonnen und war fünf Meter breit; die größte Fahrzeugkombination war 98 Tonnen schwer und 25 Meter lang. Die Hafenkrane wurden beim Verladen von einem 450-Tonnen-Mobilkran unterstützt. Bis zu zehn Lastwagen waren zeitgleich im Einsatz und etwa 6.000 Quadratmeter Lagerfläche wurden genutzt. Der Schwerlasttransport via Binnenschiff befindet sich auf Wachstumskurs. Die Schifffahrt punktet durch Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit. Multimodale Transportketten erleben einen Boom. Synergieef-

fekte zwischen den Verkehrsträgern Wasser, Schiene und Straße werden genutzt, um den Schwerlasttransport wirtschaftlich zu gestalten. Die Trimodalität des Hafens Straubing-Sand garantiert einen zuverlässigen Transport der Güter auf dem Wasser, auf der Schiene und der Straße. Auch der wichtige Transportvorund -nachlauf ist bestens geregelt: Über die Autobahn A3 und die Bundesstraße B20 ist der Straubinger Hafen optimal an die Straßeninfrastruktur angeschlossen. Wachsende Probleme auf der Straße haben zur gestiegenen Attraktivität der Schifffahrt für den Schwerlasttransport beigetragen. Man denke nur an Sondertransporte, die das Verkehrsaufkommen zusätzlich erhöhen oder Lastbeschränkungen von Brücken. Die Leistungsfähigkeit der Straßeninfrastruktur sinkt. Oft müssen kostenintensive Umwege in Kauf genommen werden.

Verladung von Windkraftanlagen (Fotos: Hafen Straubing-Sand)

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Hafen Straubing-Sand – wichtiger Standort für das Beschaffungsgebiet in der gesamten Donauregion (Foto: Hafen Straubing-Sand)

Gefragtes Donau-Soja Ölsaatenverarbeiter ADM investiert in Sojaverpressung Einer der größten Ölsaatenverarbeiter, die ADM Spyck GmbH, hat seinen Standort im Hafen Straubing-Sand ausgebaut und ist in die Sojaverarbeitung eingestiegen. Seit Juni 2016 wird hier gentechnikfreier Sojaschrot produziert. Wir sprachen mit Rene van der Poel, General Manager der ADM Spyck GmbH, Werk Straubing, über den Markt für Donau-Soja und den Standort Hafen Straubing-Sand. Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Donau-Soja“?

Wie werden die Sojabohnen nach Straubing transportiert?

Rene van der Poel: ADM hat in die Kapazität für die Verarbeitung von Sojabohnen am Standort Straubing investiert, um der steigenden Nachfrage nach gentechnikfreiem (GVO-freiem) Sojaschrot gerecht zu werden. Mit der neuen Anlage kann das Werk in Straubing GVO-freie Sojabohnen aus der Donauregion verarbeiten und Kunden in Zentral- und Westeuropa mit GVO-freiem Sojaschrot und –öl aus europäischer Herkunft versorgen.

Sojabohnen erreichen unser Werk sowohl mit dem Schiff, dem Lastwagen als auch mit der Bahn.

Wann hat die Produktion in Straubing begonnen und in welchem Umfang?

Straubing ist der ideale Standort: Er liegt nahe an unseren Beschaffungsgebieten in Osteuropa sowie auch unweit von unseren Hauptzielmärkten in Mittel- und Westeuropa.

Unsere neue Produktionslinie für Sojabohnen wurde im Juni 2016 erfolgreich in Betrieb genommen. Wir sind sowohl mit der Produktionsmenge als auch mit der Qualität unserer Produkte zufrieden. Wir freuen uns außerdem, dass wir unseren Kunden nun auch GVOfreies Sojaschrot und -öl anbieten können, das aus in der Donau-Region angebauten Sojabohnen hergestellt wird.

Kunden profitieren davon, weil sie Sojaschrot und –öl aus lokal angebauten gentechnikfreien Bohnen beziehen können.

Wie kommt das Sojaschrot zu den Kunden? Die Kunden erreichen wir hauptsächlich über Straße und Wasserstraße. Warum hat sich ADM für den Standort Straubing entschieden?

Gentechnikfreie Sojabohnen (Foto: ADM Spyck GmbH)

Wie wichtig ist die Donauregion für ADM Straubing? Die Donauregion ist ein wichtiges Beschaffungsgebiet für Raps und GVO-freie Sojabohnen. ADM bietet den Landwirten so eine Absatzmöglichkeit für ihre Ernte. Auch unsere

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Dr. Mirja Wehner (stehend) und Dr. Jochen Schmid (vorne rechts) leiteten den Crashkurs Biotechnologie (Foto: Hafen Straubing-Sand)

Von Wasserstoffhündchen und hungrigen Hefen Crashkurs brachte die spannende Welt der industriellen Biotechnologie näher Was ist ein Enzym? Wofür braucht man Bioreaktoren? Und wieso kann manches Plastik verrotten und anderes bleibt über Jahrhunderte bestehen? Diese und viele weitere Fragen rund um das Themenfeld der Biotechnologie wurden im Rahmen des von der BioCampus Straubing GmbH organisierten „Crashkurses industrielle Biotechnologie für Nicht-Naturwissenschaftler“ beantwortet. Für die chemisch-stoffliche Nutzung Nachwachsender Rohstoffe stellt die industrielle Biotechnologie eine Schlüsseltechnologie dar. In Straubing, der Region der Nachwachsenden Rohstoffe, wird in diesem Bereich besonders intensiv geforscht und auch schon produziert. Doch die industrielle Biotechnologie beschäftigt heute längst nicht mehr nur Wissenschaftler und Forscher. Vom Landwirt, über den Anwalt und den Behördenangestellten bis hin zum Marketingmanager und Politiker: viele nicht aus den Naturwissenschaften stammende Akteure in der Region kommen mehr und mehr mit dem Thema in Berührung. Und so drehte sich vier Wochen lang alles um Wasserstoffhündchen, hungrige Hefen und

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Bakterien, die Geheimnisse der Gene und die Möglichkeiten der chemischen Industrie, Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen wie Plastikflaschen, Waschmittel oder Werkstoffe für die Automobilindustrie. Ziel des Crashkurses war es, einen verständlichen, übersichtlichen und aktuellen Einblick in Thematik und Zusammenhänge zu bieten – maßgeschneidert für fachfremde Teilnehmer und mit Unterhaltungswert. Die Inhalte des Crashkurses gaben darüber hinaus Einblicke in die Grundlagen der Forschung und Lehre am Wissenschaftszentrum Straubing. Der mit 20 Teilnehmern aus Medienlandschaft, Politik, Unternehmen und Verwaltung voll besetzte Kurs wurde von der BioCam-

pus Straubing GmbH in Zusammenarbeit mit dem Chemiecluster Bayern, dem Wissenschaftszentrum Straubing und dem Hochschulstadtverein Straubing erstmals durchgeführt. Dr. Mirja Wehner vom Chemiecluster Bayern und Dr. Jochen Schmid vom Wissenschaftszentrum Straubing führten mit Engagement, Fachwissen und Witz durch die vier Abende, die inhaltlich aufeinander aufbauten. Landrat Josef Laumer und auch Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr als Aufsichtsratsvorsitzender und Vize waren zu Gast, um sich über die industrielle Biotechnologie zu informieren, die in Zukunft eine zunehmend große Rolle in der Region spielen wird. Bei einem entspannten Get-together mit Biergarten-Leckereien am letzten Kursabend ließen die Teilnehmer das Gelernte Revue passieren und auch die eine oder andere Visitenkarte wurde getauscht. Aufgrund der guten Resonanz auf den Kurs und des großen Themenpotenzials plant die BioCampus Straubing GmbH, auch in Zukunft ähnliche Formate anzubieten.


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Ein voller Erfolg – die Radltour im Rahmen des Projekts „LebenSRaum Hafen“ mit knapp 30 Teilnehmer (Fotos: Hafen Straubing-Sand)

Bienen, Schilf und Binnenschiff – Entdeckungsradltour im Hafen Industrie und Natur – dass es sich hierbei keineswegs um einen Gegensatz handelt, zeigte Jürgen Englisch vom Umweltamt der Stadt gemeinsam mit dem Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) und dem Bund Naturschutz bei einer knapp zweistündigen Entdeckungsradltour durch das Hafengebiet. Von den seltenen Sanddünen mit ihrem Silbergrasbewuchs und dem Bestand von gefährdeten Wildbienen über die mit Bienenweide und Energiepflanzen bewirtschafteten Grünflächen bis hin zum zufällig entstandenen und nun dauerhaft geschützten Schilfbiotop – im Hafen gibt es viel Unerwartetes, und vor allem viel Natur zu entdecken. Mit den fachkundigen Auskünften von Jürgen Englisch und interessanten Anekdoten von ZVH-Geschäftsleiter Andreas Löffert konnten die Teilnehmer so viel Neues erfahren und einen besseren Einblick in die Symbiose aus Natur und Industrie, wie sie im Hafen gelingt, bekommen. Die Radltour, zu der knapp 30 Teilnehmer kamen, war die zweite öffentliche Veranstaltung des Projekts „LebenSRaum Hafen“, das der ZVH zusammen mit dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz durchführt. Der Hafen Straubing ist nicht nur Wirtschafts-

raum und Arbeitsplatz, sondern bietet auch für die Tier- und Pflanzenwelt einen Lebensraum, der im Rahmen des Projekts umweltfreundlicher ausgestaltet wird. Neben der extensiven Bewirtschaftung freier Gewerbeflächen in einem Grünflächenkonzept, der Beschilderung der Radwege zum Hafen Straubing sowie der Haltung eines Bienenwagens und Blühwiesen im Hafengebiet werden zukünftig weitere Projekte und Veranstaltungen im Lebensraum Hafen durchgeführt.

Transport logistic 2017 Messeauftritt der Hafen StraubingSand GmbH bei der transport logistic 2017 vom 9.-12.05 2017 in München.

Foto (v. r.): Andreas Löffert, Geschäftsführer der Hafen Straubing-Sand GmbH, mit Rainer Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen (Foto: Hafen Straubing-Sand)

Foto: Podiumsdiskussion am Stand der viadonau zum Thema Young Professionals bauen auf die Donau - Baustoffe mit dem Binnenschiff. Mit Ann-Kathrin Kaufmann, Projektleiterin bei der BioCampus Straubing GmbH (2. v. r) (Foto: viadonau)

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Hermann Wutz an seinem Bienenwagen am Gründerzentrum (Foto: Hafen Straubing-Sand)

Der Hafen als Lebensraum Seit Jahrhunderten nutzt der Mensch Räume für seine Weiterentwicklung – aus Naturflächen werden Äcker, Siedlungsflächen und Gewerbegebiete, in denen Unternehmen unseren Wohlstand garantieren. Diese Wandlungsprozesse von Natur- zu Kulturräumen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Hafengebiets in Straubing-Sand. Der Donauhafen in Straubing-Sand bietet heute hervorragende Bedingungen und Möglichkeiten für Wachstum in einem der größten Güterverkehrszentren Ostbayerns. Wo zahlreiche Arbeitsplätze entstehen und weltweit agierende Firmen die exponierte Lage schätzen, wächst aber auch die Verantwortung der Betreiber. Dem Spannungsfeld zwischen Industrie, Gesellschaft und Umwelt will sich der Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) stellen. Maßgeblich dafür ist das Wissen um die Bedeutung des Wirtschafts-, aber auch des Lebens- und Naherholungsraums entlang der Donau. Das 220 ha große Areal soll ein lebenswertes und lebendiges Hafengebiet sein – für Ansiedler, Beschäftigte und Anwohner, die im Hafen Straubing-Sand Wirtschafts-, Natur- und Lebensraum gleichermaßen erleben können, aber auch für die Natur, die einen Steinwurf von der Industrie entfernt gedeiht. In Kooperation und im engen Dialog mit Ansiedlern, Politik, Bund Naturschutz und Bürgern entsteht so seit Juni 2014 ein Projekt, das kontinuierlich wachsen soll: LebenSRaum Hafen. Nach mehreren Projekttreffen, Verteilung der Verantwortlichkeiten und Ausarbeitung des Konzepts begann Mitte 2015 die Umsetzungsphase für die ersten Projektelemente. Im Mittelpunkt standen dabei „Mensch“ und „Natur“. Im Sommer 2016 sind nun die ersten Ergebnisse sichtbar. Hinter dem BioCubator (Unternehmerzentrum für Nachwachsende Rohstoffe) wurden die

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Obstbäume, darunter Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Mirabellen, mit 20 kleinen Infotafeln versehen. Von der Beschreibung der Frucht, über den Geschmack bis hin zu Verwertungsmöglichkeiten finden sich alle Eigenschaften der jeweiligen Obstsorten auf diesen Tafeln. Es entstand so ein Obstlehrpfad, der sowohl zum Verweilen, als auch zum Informieren und während der Erntezeit zum Naschen einlädt. Auch in den Themenkomplex „Mensch“ fällt die Erschließung und Ausschilderung neuer Fahrradwege, die die Straubinger Innenstadt mit dem Hafengebiet verbinden. Mit der neuen Beschilderung ist es nun leichter, über einen ansprechenden Fahrradweg den Hafen zu erreichen. In einem großen Hafengebiet, wie man es in Straubing-Sand findet, gibt es typischerweise auch viele Freiflächen, die für die Vermarktung vorgehalten werden. Darüber hinaus müssen für jedes bebaute Grundstück ökologische Ausgleichsflächen geschaffen werden. In diesem Bereich setzt der Projektteil „besseres Grün“ an. Ende 2015 wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Straubing ein bisher als Industriefläche ausgewiesenes Areal in eine hochwertige ökologische Fläche umgewandelt. Im Gegenzug wurde aus einer Grünfläche von geringer ökologischer Wertigkeit eine Gewerbefläche. Direkt im Anschluss an das Hafenbecken wurde eine Ausbaggerung eines Altwasserarmes zur Donau hin vorgenommen. So kann verhindert werden, dass sich bei Niedrigwasser regelrechte Fallen bilden, aus denen Fische nicht entkommen können. Ein Großteil der bislang durch konventionelle Landwirtschaft freigehaltenen Flächen im Hafengebiet wurde außerdem einem Landwirt zur Verfügung gestellt, der die Flächen extensiv bewirtschaftet. Mittlerweile finden sich neben dem konventionellen Anbau auf über 20 ha Grünland Einsaaten wie Kleegras

Hirse und Luzerne, Blühflächen, Bienenweiden, Wildkrautflora als Ackerrandstreifen und Energiepflanzenbereiche mit Hanf und Sonnenblumen. Auf den bewirtschafteten Flächen wird möglichst auf mineralische Düngung und chemischen Pflanzenschutz verzichtet. So können die Flächen gepflegt, ausgemagert und von Verbuschung freigehalten werden. Gleichzeitig erhöht sich bei extensiver Bewirtschaftung die Artenvielfalt. Ganz nebenbei sind die blühenden Wiesen auch noch schön anzusehen und laden zu Spaziergängen in der Mittagspause ein. Nach und nach entsteht so inmitten eines erfolgreichen Wirtschaftsstandorts ein lebenswerter Raum, der nicht nur schön aussieht, sondern sowohl der menschlichen Produktivität als auch der Natur Gutes tut.

DUFTE BIENEN Bienen sind wichtig für Pflanzenreichtum und gute Gemüse- und Obsternten. Die über 500 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt und die zumeist einzeln und nicht wie die Honigbiene als einzige Nutzbiene in Stöcken leben, tragen entscheidend zur Biodiversität unserer Natur- und Kulturräume bei. Doch Orte, an denen es schwirrt und summt, werden immer seltener. Ausgeräumte, von Monokulturen und starkem Pestizideinsatz geprägte Landwirtschaftsgebiete und penibelst saubere Gärten gefährden den natürlichen Lebensraum der Bienen. Weniger Lebensraum, weniger Bienen, weniger Biodiversität – ein Teufelskreislauf entsteht. Auch wenn Wildbienen und vom Imker gehaltene Honigbienen vor verschiedenen Herausforderungen stehen: beide freuen sich über ein großes, buntes Angebot an Blüten. Mit den Maßnahmen des Projekts LebenSRaumHafen konnte das Nahrungsangebot für Bienen im Hafen Straubing schon deutlich erhöht werden. Damit die bunten Blüten auch von vielen duften Bienen angeflogen werden, hat der Zweckverband dem BioCubator -Mieter und Landwirt Hermann Wutz Platz für seinen Bienenwagen, einen umgebauten Bauwagen, zur Verfügung gestellt. Zwischen BioCubator, Obstlehrpfad und Grünflächen steht der Wagen nun und dient als Wohnung für derzeit 6 Bienenvölker, die insgesamt ca. 120.000 Bienen umfassen und die sich seit Ende Mai 2016 am großen Blühen im Hafen erfreuen. Vor allem die Lindenblüten der Baumalleen schmecken den gestreiften Insekten. So gut, dass bereits der erste originale Straubinger Hafen-Honig geschleudert werden konnte.


FLUX. DAS HAFEN-MAGAZIN

Clusterpartner im Profil CASCAT GmbH

GreenSurvey GmbH

BioFibre GmbH

Branche: industrielle Biotechnologie, Katalyse

Branche: Holzhandel, Holz­ industrie, Dienstleister

Branche: Biotechnologie, neue Werkstoffe

Gründungsjahr: 2014 Mitarbeiter: 3

Gründungsjahr: Marktforschung Mitarbeiter: 3

Gründungsjahr: 2015 Mitarbeiter: 3

Ansprechpartner: 

Ansprechpartner: 

Ansprechpartner: 

Dipl.-Biol. André Pick Geschäftsführer

Dipl.-Ing. Andreas Gabriel Geschäftsführer

Dipl.-Kfm. Christoph Glammert CEO

Europaring 4 · 94315 Straubing Tel: +49 9421 785-520 info@cascat.de www.cascat.de

Europaring 4 · 94315 Straubing Tel. : +49 9421 869996-1 info@green-survey.de www.green-survey.de

Europaring 4 · 94315 Straubing Tel. +49 9421 785-222 christoph.glammert@biofibre.de www.biofibre.de

„Die Umsetzung unserer Vision soll dazu beitragen, eine neue Ära der Chemischen Industrie einzuläuten.“

„Ihre Herausforderungen: Ihre Märkte. Ihre Produkte. Ihre Kunden. Unsere Lösungen: Marktforschung für die grüne Branche.“

CASCAT ist ein Start-up-Unternehmen im Bereich der industriellen und synthetischen Biotechnologie. Der innovative Ansatz unserer Produktionsprozesse liegt in der intelligenten Kombination von chemischen und biologischen Katalysatoren für eine effiziente Herstellung von Grund- und Feinchemikalien. Hierfür erarbeiten wir in enger Kooperation mit unseren Partnern und Kunden neue, maßgeschneiderte synthetische Prozessrouten, welche zu einer Effizienzsteigerung und Kostenreduktion beitragen. Ein besonderes Anliegen stellt die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe dar.

Die GreenSurvey GmbH ist ein Marktforschungsinstitut mit starkem Fokus auf die grüne Branche. Dazu zählen Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien, Agribusiness, Gartenbau und der Bereich Lebensmittel. Wir differenzieren uns von anderen Marktforschungsunternehmen durch die Vereinigung von branchenspezifischem Fachwissen und einer breiten Methodenkompetenz in der Marktforschung, kombiniert mit einer fundierten wissenschaftlich geprägten Herangehensweise. Dadurch ist es möglich, gezielt und direkt auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen.

Biofibre® entwickelt, produziert und vertreibt naturfaserverstärkte Biokunststoffe auf Basis eines geschützten Produktionsverfahrens für die thermoplastische Verarbeitung zu Formartikeln mit Schwerpunkt Spritzguss.

(Foto: CASCAT GmbH)

(Foto: GreenSurvey)

Nachhaltigkeit definiert sich u. a. durch die Verwendung von Recyclingware als ökoeffizientes Rohstoffmaterial ohne Nutzung fossiler Brennstoffe. Biofibre® kann mit Standardverfahrenstechniken zu Endprodukten weiterverarbeitet werden und sichert somit Ihre Investitionen. Biofibre® stellt ein attraktives Angebot für die nachhaltig produzierende Industrie dar und hilft, Plastikmüll zu vermeiden..

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Schneidig - dieser Hafen Raum für Wirtschaft und Natur - das erfolgreiche Zusammenspiel zeigte sich an einem Samstag im März, im Hafen Straubing. Rund 60 Personen nahmen beim Obstbaumschnittkurs „Schneidig in den Frühling“ auf dem Obstlehrpfad des Gründerzentrums teil. Der Kurs, der unter der fachkundigen Leitung von Josef Löw und Karl-Heinz Scheubeck vom OGV Straubing e. V. stand, war die erste öffentliche Aktion des Projektes „LebenSRaumHafen“ - ein Gemeinschaftsprojekt von Zweckverband Hafen Straubing-Sand und verschiedenen Vertretern des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes. Der Hafen Straubing ist nicht nur Wirtschaftsstandort und Arbeitsplatz für über 2.600 Menschen, sondern auch Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen betonte Stefan Niedermeier, stellv. Geschäftsleiter des ZVH, bei seiner Begrüßung. Im Rahmen des LebenSRaumHafen wird an einer umweltgerechten Ausgestaltung des Hafenareal gearbeitet. Bisherige positive Ergebnisse des Arbeitskreises sind zum Beispiel die extensive Bewirtschaftung freier Gewerbeflächen, Förderung von Wildkräutern, Anlage von Blühflächen, Ansiedlung eines Bienenwagens, Radweg-Beschilderung zum Hafen Straubing und die Initiierung eines neuen Bahnhaltepunkts für den Hafen. Die Identifizierung der Öffentlichkeit mit dem Projekt liegt dem Arbeitskreis am Herzen: Nach dem Obstbaumschnittkurs werden künftig auch weitere Veranstaltungen im LebenSRaumHafen durchgeführt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind.

Hafen Straubing-Sand "FLUX 2017"  
Hafen Straubing-Sand "FLUX 2017"  

Flux – Alles in Bewegung. So präsentiert sich das Magazin des Hafen-Straubing-Team. Die besten Neuheiten rund um den Hafen- und das Industr...

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