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Ines Krämer, Miriam Azzab

[ Medien / Kunst / raum _2.0.1. ] 1_ [ spaces of poetics ]

ba.m1.2_ss 2013 1_[ Spaces of poetics ] prof. kazu blumfeld hanada © münster school of architecture 2013

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01_ [ re-defining our body ]

01.00 Walter Benjamin 01.01 Berliner Kindheit um Neunzehnhundert 01.02 Modell_Fotoreihe 01.03 Zitat 01.04 Zeichnungen 01.05 Schränke

Walter Benjamin

Walter Benjamin

Am 15.07.1892 wird Walter Benjamin in Berlin geboren. Er wächst in einer großbürgerlichen jüdischen Familie auf. Nach dem Abschluss des Abiturs im Jahre 1912, beginnt er sein Studium der Philosophie deutschen Literatur und Psychologie. Sein Studium bringt ihn von Freiburg über München nach Berlin und schließlich Bern. Im Jahre 1919 schließt er seine Promotion mit dem Tiltel: „Begriffe der Kunstkritik in der deutschen Romantik“ ab. Nach der Promotion versucht sich Walter Bejamin als Schriftsteller in Berlin, jedoch gelingt es ihm nicht sein eigenes Zeitschriftenprojekt zu realisieren. In dieser Zeit knüpft er unter anderem Kontakte zu Theodor W. And. und Siegfried Krak. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Sowjetunion und einiger Zeit in Moskau, flieht Walter Benjamin nach Ausbruch des Krieges endgültig nach Paris und arbeitet dort für das Frankfurter Institut für Sozialforschung sowie an eigenen Projekten,dort entsteht der viel zitierte Aufsatz, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“(1936), verschiedenen Bantlaire-studien und das so genannte Passagen werk, welches unverändert bleibt. Kurz nach dem eigentlichen Kriegsausbruch entsteht sein letzter Text,“die Thesen über den Begriff der Geschichte“ Als die Nazis in Paris einmarschieren, flieht er nach loufres und versucht von dort aus nach Spanien zu kommen. Als jedoch die Auslieferung an die Nazis droht nimmt Walter Benjamin sich am 26.09.1940 im spanischen portbon das Leben. Ein Denkmal dort, erinnert noch heute an ihn.

Walter Benjamin is born 15.07.1892 in Berlin. He grows up in upper middle class Jewish family. After the completion of the baccalaureate in 1912, he began his study of German literature, philosophy and psychology. His study takes him from Freiburg to Munich, Berlin and finally Bern. In 1919 he completed his PhD with the Title „Concepts of Criticism in German Romanticism“ After the graduation,Walter Bejamin tries as an author in Berlin, however, he does not succeed his own magazine project.

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During this time he attaches contacts with Theodor W. And. and Siegfried Krak. After a short stay in the Soviet Union and some time in Moscow, Walter Benjamin flees,after the outbreak of war, finally to Paris and works there for the Frankfurt institute of social research as well as in own projects. There develop the much quoted essay, „The Work of Art in the Age of Mechanical Reproduction „(1936), various studies and Bantlaire the passages, which staid unmodified. Shortly after the actual outbreak of war, walter Benjamin created his last text, „The Theses on the Philosophy of History“ When the Nazis march into Paris, he flees to loufres and tries to get to Spain. When his extradition to the Nazi threat, Walter Benjamin committed suicide(26.09.1940) A memorial there, still remembers him.


Berlin um Neunzehnhundert,Walter Benjamin Berlin

Berlin um Neunzehnhundert,Walter Benjamin

Die autobiographische Schrift „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“ besteht aus einem Vorwort und zweiundvierzig Fragmenten. Es ist jedoch zu erkennen, dass es sich in seinem Werk nicht um eine klassische Autobiographie handelt, was im Inhalt schnell deutlich wird. So verarbeitet er nicht nur individuelle Erinnerungen sondern auch die kollektive Geschichte des „Berlin um 1900“ Dieser Fakt macht Walte Benjamins Werk jedoch umso interessanter. Er verfasst Erinnerungen aus seiner Kindheit und verknüpft diese mit den gegenwärtig geschehenen. Denn wenn man sich an seine Kindheit und Jugend erinnert, dann geht das kaum ohne die eigene Position um Hier und Jetzt mit einzubauen.

The autobiographical writing „Berlin Childhood around nineteen“ consists of a preface and forty-two fragments / short prose pieces. To recognize is,that it isn´t ia classic autobiography. So he not only processes personal memories, he also make allowances for the collective history of the „Berlin 1900“ This fact makes Walte Benjamin‘s work more interesting. He writes from his childhood memories and links them with the currently happened.Because if somebody remembers his childhood and youth, then its pretty hard without thinking about his own position of here and now.

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„Ich musste mir Bahn bis in den hinteren Winkel machen; dann stieß ich auf meine Strümpfe, welche da gehäuft und in althergebrachter Art, gerollt und eingeschlagen, ruhten, so daß jedes Paar das Aussehen einer kleinen Tasche hatte. Nichts ging mir über das Vergnügen, meine Hand so tief wie möglich in ihr Inneres zu versenken“

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Schränke

Cupboards

»Der erste Schrank, der aufging, wann ich wollte, war die Kommode. Ich hatte nur am Knopf zu ziehen, so schnappte die Tür aus ihrem Schlosse mir entgegen. Drinnen lag meine Wäsche aufbewahrt.« 1 – Mit diesen Sätzen beginnt eines der kurzen Textstücke, die Walter Benjamins Erinnerungssammlung Berliner Kindheit um Neunzehnhundert ausmachen. Eingeleitet wird mit diesen Zeilen das Kapitel »Schränke « In diesem Fragment steht die kindliche Neugierde im Zentrum. „Ich musste mir Bahn bis in den hinteren Winkel machen“…“durch Hemdchen und Leibchen…“aus diesen Zeilen wird deutlich, dass das lyrische Ich den Weg, um die Socke zu finden als verschachtelten Aufbau wahrnimmt. Dabei muss es mehrere Schritte absolvieren um das „begehrte“ zu greifen. Die Socken liegen unter Hemden in einer zu öffnenden Schublade in einer Kommode, die in einem Raum steht, der wiederrum nur ein Teil eines gesamten ist. Im Modell ist dieser Aspekt aufgegriffen durch ineinander verschachtelte Rahmen, von denen man den hintersten, in dem sich der gesuchte Gegenstand befindet, durch herein greifen nach vorne ziehen kann.

„The first cupboard that came up when I wanted was the dresser. I had to just pull the knob, the door snapped at me. My clothes were kept inside.“ With these words one of the short text, that make up the collection of Walter Benjamin‘s Berlin Childhood Memories to nineteen starts. Introduced with these lines the chapter „Cupboards“ starts. In this fragment is the focus on child‘s curiosity. „I had to path up in the back corner to make“ ... „through undershirts and Jerseys ...“ In these part of the text it cames clear the lyrical perceive the way to find the sock as a interleaved structure. It have to complete several steps to to access the „coveted“. The socks are under shirts - in an opened drawer - in a chest of drawers, standing in a room, which is only part of a whole. In the model, this aspect is taken up by interleaved frames, from which you can pull the final one with the searched object,access by entering forward,step by step.

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„Ich bewundere, wie soviel Anspruchslosigkeit vereint mit soviel Herrlichkeit bestehen könne“

„Das Form und Inhalt, Hülle und Verhülltes, >> Das Mitgebrachte << und die Tasche eines waren. Eines - und zwar ein Drittes: jener Strumpf, in den sie beide sich verwandelt haben“

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Lesekasten

Readbox

„Ich bewundere, wie soviel Anspruchslosigkeit vereint mit soviel Herrlichkeit bestehen könne“ Hier bewundert das lyrische Ich, wie aus einzelnen Buchstaben Wörter werden können, die sich außerdem ineinander verkreuzen und sich so Buchstaben „teilen“. Im Modell dargestellt durch einen Soma Würfel, bei dem aus gleichmäßigen kleinen Würfeln unterschiedlich zusammengesetzte Elemente wiederum zu einem großen einheitlichen Würfel addiert werden können.

„I admire how much unpretentiousness can exist together with so much glory,“ Here the lyrocal admired, how words which composed of individual letters that also cross into each other and get as „share“ letters. The model illustrated by a Soma-Cube show uniform small cubes combined to different elements, which also can be added together to a large cube.

Im Kapitel Schränke befindet sich das lyrisch ich einer Art spielerisch, abenteuerlichen Entdeckung. Es handelt sich hierbei um einen Zustand der Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit, in der aber nur der Strumpf bleibt.Der geheimnisvoll erfühlbare, verborgene Inhalt der Tasche „das Mitgebrachte“verschwindet mit einem Griff genauso wie die Verhüllung. Dies wird in den abschließenden Sätzen zur oben geschilderten Situation deutlich. „Nicht oft genug“, schreibt Benjamin, „konnte ich so die Probe auf jene rätselhafte Wahrheit machen, dass Form und Inhalt, Hülle und Verhülltes. Das Mitgebrachte und die Tasche eines waren. Eines – und zwar ein Drittes, jener Strumpf, in den sie beide sich verwandelt hatten“ In Walter Benjamins Schrankkapitel sind damit die Oppositionen von Hülle und Verhülltem, Mitgebrachtem und Tasche, Form und Inhalt als nicht klar von einander zu trennen. Abstrahierend dargestellt,durch eine Pyramide aus vier gleichen Dreiecken, bei der man das Äußere ins Innere und das Innere ins Äußere kehren kann.

In Chapter cupboards, the lyrical er is in a kind of playful, adventurous discovery. It is a condition of invisibility and visibility,where only the „sock“ remain. The mysterious, hidden content of the bag disappears just as suddenly as the covering. This is evident in the final sentences of the situation above. „Not often enough,“ Benjamin writes, „I was able to make the sample on that puzzling truth that form and content, shell and veiled. This „brought along“ and the bag were one. One - and a third, that sock in which they both had transformed. In Walter Benjamins cupboard chapter the oppositions cover and disguised, brought along and bag, form and content are not to separate clearly from each other. Abstractly shown by a pyramid of four similar triangles, where you can turn the outside to inside and vice versa.

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In einem folgendem Schritt wurden die Modelle der beiden Fragmente verbunden, sodass aus dem Rahmensystem nun ein Würfel herausgezogen werden kann, dessen Äußeres durch Klappen der Seiten zum Inneren wird. Dieses Objekt ist sehr nah an der Handlung des Textes, denn es beschreibt, wie das lyrische Ich im Text die Socken aus dem „verschachtelten System Kommode“ zieht und das Innere zum Äußeren werden lässt.

In a following step, the models of the two fragments were combined. Out of the framesystem you can take a cube, this cube can be removed. The exterior side can be flaped to the interior side. This property is very close to the action of the text, because it describes how the lyrical pull out the sock from the „interleaved system dresser“ and let the interior become exterior.

Das Endmodell erforderte eine weitere Entfernung vom Text; eine Entwicklung des Modells zu einem autonomen, eigenständigen Objekt, das dennoch in Verbindung zum Text steht. So werden die starren geometrischen Formen zu organischeren rundliche. Das Modell soll nicht mehr durch Schieben oder Ziehen veränderlich sein. Als Material wurde angelehnt an die Stofflichkeit der „Hemden“ und „Leibchen“ durch die das lyrische Ich greift, Papier verwendet. Das Prinzip der Strukturierung des Papiers, bei der durch simple gerade Knicke eine komplexe Form entsteht ist angelehnt an das Zitat „Ich bewundere, wie soviel Anspruchslosigkeit vereint mit soviel Herrlichkeit bestehen könne“. Die Form des Modells erinnert wiederum an den Aspekt, dass sich das Innere ins Äußere und das

The final model required a further distance from the text, a development of the model into an autonom, independent object that is still connected to the text.The hard geometrical shapes get soft. The model should not be variable by pushing or pulling. By using paper, the material is based on the materiality of „shirts“ and „Jerseys“. The complex shape defined by simple foldings refer on the quotation„I admire how much unpretentiousness can exist together with so much glory,“ The shape of the model extends from interior to the exterior and vice versa.

Äußere ins Innere wölbt.

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Ines Krämer, Miriam Azzab

[ Medien / Kunst / raum _2.0.1. ] 2_ [ space of absence]

ba.m1.2_ss 2013 2_[ Spaces of poetics ] prof. kazu blumfeld hanada © münster school of architecture 2013

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02.00 Robert Morris 02.01 Untitled _Two Cubes,1965 02.02 Portland Mirrors,1977 02.03 Untitled_L-Beams,1965 02.04 Arbeitsmodelle

Robert Morris Bei Robert Morris handelt es sich um einen amerikanischen Bildhauer,Konzeptkünstler und Schriftsteller. Er wurde 1931 in Missouri geboren und studierte unter anderem an dem Art Institute in Kansas City, an der California School of Fine Arts in San Francisco und am Reed Collage in Portland, Philosophie und Kunstgeschichte. Zu Anfang seiner Karriere war er in den Bereichen Improvisationstheater und Film aktiv. Nachdem er sich verschiedenen künstlerischen Strömungen widmete, wandte er sich dem Minimalismus zu. Neben Donald Judd zählt Robert Morris zu den wichtigsten Vertretern des Minimalismus. Die Minimal Art wird oft als Reaktion auf den abstrakten Expressionismus verstanden. Robert Morris Werke entwickelten sich stetig in Richtung der Dreidimensionalität. In diesen Werken standen klare Formen, Struktur und Körper im Vordergrund. Ein Hauptaugenmerk liegt auf Skulpturen, die durch Symmetrie und klare Linien bestimmt sind. Diese Klarheit bewirkt das Formdetails nicht von der Intension des Kunstwerks ablenken. Robert Morris bevorzugte Sperrholz, Stahl, Alluminium, Drahtgitter, Fiberglas und leicht fallenden Filz. Eine weitere Ausdrucksweise war die Benutzung von Spiegeln als Erweiterung der Wirklichkeit, sowie die Verdeutlichung der Grenzenlosig- keit. Seine Werke lies er zum Bestandteil des Raumes werden, sodass ein Trennen nicht mehr möglich war. Kunstwerk, Umgebung und der Betrachter fusionieren zu einer Einheit. Für Robert Morris werden erst durch den Betrachter die Werke zur Kunst.

Robert Morris Robert Morris is an American sculptor, conceptual artist and writer. He was born in 1931 in Missouri and studied at the Art Institute in Kansas City, at the California School of Fine Arts in San Francisco and at Reed Collage in Portland, philosophy and art history. At the beginning of his career he was active in the areas of improvisational theater, and film. After he devoted himself to different artistic movements, he turned to the minimalism. In addition to Donald Judd, Robert Morris is one of the most important representatives of the Minimalism. Minimal Art is often understood as a reaction to abstract expressionism. Robert Morris works developed steadily in the direction of threedimensionality. In these works, clear shapes, structure and body were in the foreground. A main focus is on sculptures that are determined by symmetry and clean lines. This clearness effected in the form of details do not distract from the intention of the artwork. Robert Morris preferred plywood, steel, aluminum, wire grate, fiberglass and slightly falling felt. Another mode of expression was the use of mirrors as an extension of reality, as well as the clarification of the boundlessnes. Robert let his works become part of the space, so that a separation is not possible. Art, surroundings and the observer merge into one.

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Robert Morris

â&#x20AC;&#x17E;Einfachheit der Form entspricht nicht unbedingt einer Einfachheit der Erfahrungâ&#x20AC;&#x153;

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aufgesetzte Pyramide Grundfl채che Boden/Decke Wandfl채chen

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Das Objekt entwickelt sich aus einer Kombination der Studien des letzten Projekts. Seine äußere Hülle wirkt komplex und organisch, doch ist aus einfachen geometrischen Dreiecken zusammengesetzt. „Ich bewundere, wie soviel Anspruchslosigkeit vereint mit soviel Herrlichkeit bestehen könne“ schreibt Walter Benjamin. Er beschreibt seine Faszination dafür, wie aus etwas Einfachen etwas Komplexes entsteht. Genau diese Faszination soll Passanten auf das Objekt aufmerksam machen, sie hinleiten und ihr Interesse wecken, das Innere des Objekts zu erkunden. Betritt man das Objekt durch seinen dreieckigen Eingang, so erwartet einen ein Eindruck, den man von Außen betrachtet nicht vermuten würde. Alle Dreiecke sind innenseitig mit Spiegeln verkleidet. Verspiegelte Dreieckspyramiden stehen im Raum, stellen sich dem Betrachter in den Weg und verschwimmen mit dem Raum. Das Innere des Körpers löst sich auf. Man erkennt keine Raumgrenzen mehr, weiß nicht, wo der Raum hinführt. Es fordert vom Betrachter sich zurückzuerinnern an die äußere Betrachtung. So muss sich der Betrachter den Raum ergehen, muss ihn erleben und fühlen, so wie sich Walter Benjamin in seiner Kindheit den Weg durch die Kommodenschublade zu den begehrten zusammengerollten Socken gebahnt hat. Hat der Betrachter einmal das Objekt betreten, spiegelt auch er sich in die Unendlichkeit, verschwimmt mit dem Raum und verbindet sich mit ihm. Erst durch den Betrachter wird das Objekt lebendig, erst so wird es zum Kunstwerk. Genau wie die Werke von Robert Morris. Auch er spricht von Unendlichkeit und einer Verbindung von Körper und Raum. Gleichzeitig spiegelt sich die Natur, das ÄUßERE, durch eine oberseitige Dreiecksöffnung in das INNERE des Objekts, multipliziert und verzerrt sich. Es bringt dem Betrachter die Natur wieder nahe, macht sie interessant, indem sie durch Verzerrung verändert wird. Ein Aspekt, der in Robert Morris „Two Cubes“ eine wichtige Rolle spielt.

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The object develops from a combination of studies of the last project. Its outer shell is complex and organic, but it is formed of simple geometric triangles put together. „I admire how so much frugality can exist together with so much glory,“ Walter Benjamin writes. He describes his fascination for how something complex is made of something simple. Exactly this fascination is to catch the passengers attention to the object and to arouse their interest to explore the interior of the object. Entering the property through its triangular entrance, you get an impression that you would not expect from watching the outside. All the triangles are lined with mirrors inside. Mirrored triangular pyramids are standing in the room, devidingin the way and blur with the space. The interior of the body dissolves. It can be seen no more space limits, you do not know where the space goes. It asks the viewer to imagine the external viewing. Thus, the viewer must endure the space to experience it and feel it, as Walter Benjamin has paved the way through the cupboard to the coveted rolled up socks in his childhood. Once the viewer has entered the object, it is reflected into infinity, blurred with the space and connects to it. Only by the viewer, the object becomes a work of art. Just like the works of Robert Morris. He also speaks of infinity and a compound of body and space. At the same time, the nature, the OUTSIDE, multiplied by a topside triangle opening in the INSIDE of the object and distorted. It brings the viewer close to nature again, makes it interesting by being altered by distortion. One aspect that plays an important role in Robert Morris „Two cubes“.


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Ines Krämer, Miriam Azzab

[ Medien / Kunst / raum _2.0.1. ]

3_ [pavilion for münster sculpture project]

ba.m1.2_ss 2013 3_[pavilion for münster sculpture project] prof. kazu blumfeld hanada © münster school of architecture 2013

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02.00 Robert Morris 02.01 Untitled _Two Cubes,1965 02.02 Portland Mirrors,1977 02.03 Untitled_L-Beams,1965 02.04 Arbeitsmodelle

Alle zehn Jahre findet in Münster das Münster sculpture project statt; eine Kulturveranstaltung, die aus der Sozialen Plastik zu Zeiten von Joseph Beuys entstanden ist. Dabei präsentieren Künstler ihre Werke im öffentlischen Raum. Sie stellen die Schnittfläche von Urbanität, Sozialem, Landschaft, Politik und Kunst in Frage. Der Pavillon soll Zentrum für das Projekt sein. Es ist ein Ort um sich zu informieren, zuzuhören und zu verweilen. Am Standort des Pavillons kommen die in Frage gestellten Aspekte zusammen. Hier trifft Urbanität (nahe Bahnhof, Servatiplatz und Ludgerikreisel) auf Landschaft (Park und Promenade), Politik (nahe Rathaus) und Kunst (Skulptur auf dem Grundstück: „Drei rotierende Quadrate“ von George Rickey). Der Pavillon soll den unscheinbaren Park wiederbeleben, dessen Qualitäten aufgrund des Durchgangswegscharkters momentan größtenteils ungesehen bleiben; ganz im Sinne der Sozialen Plastik. Wichtig ist, dass der Pavillon den Park formt und ihm seinen Durchgangscharakter nimmt und den Bürgern die Natur des Parks nahebringt. Abgeleitet von der Form des Teiches, der den Rand des Parks säumt, macht der Pavillon eine umarmende, einladende Geste in Richtung Bahnhof. Er lädt die ankommenden Leute ein, sich hier zu treffen und zu verweilen. Zu dieser Richtung öffnet sich der Pavillon, denn hier muss man einen Akzent setzen, um trotz aller Sinnesüberreizungen durch Verkehr und Stress auf den Pavillon aufmerksam zu machen. Zur Seite der Promenade hin hält sich der Pavillon hingegen relativ geschlossen, denn hier, wo es eher ruhig zugeht, entsteht bei den Passanten die Neugierde, zu entdecken was sich hinter dem Gebäude verbirgt. Das bestehende Wegesystem wird beibehalten, sodass sich der Pavillon in drei Teile splittet. Dennoch sind die Wege nun nicht mehr nur Durchgang, denn zwischen den drei Gebäudeteilen bildet sich ein Innenhof, der als Treffpunkt dient. Geht man zwischen den Gebäuden her, so befindet man sich in einem Schnittbereich von Innen und Außen.

Every ten years the Münster sculpture project takes place, a cultural event that has emerged from the social sculpture of Joseph Beuys at times. The artists showcase their works in public space. Make the cut surface of urbanity, social affairs, landscape, politics and art in question. The pavilion is to be a center for the project. It is a place to inform yourself, listen and linger. At the site of the pavilion the aspects called into question come together. Here urbanity (near train station, and Servatiplatz Ludgerikreisel) meets landscape (Park and Promenade), politics (near City Hall) and art (sculpture on the plot: „Three rotating squares“ by George Rickey). The pavilion should revive the inconspicuous park which qualities currently remain largely unseen because of his character of just passing through, in the spirit of social sculpture. It is important that the pavilion forms the park and takes this kind of character and engaging citizens in the nature of the park. Derived from the shape of the pond that lines the edge of the park, the pavilion makes an embracing, welcoming gesture towards the station. It invites the incoming people to meet and spend time here. The pavillon opens to this direction because here you have to put an accent to draw attention despite all the senses overstimulations through traffic and stress. The side of the pavilion towards the promenade holds relatively closed, however, because here‘s where things get rather quiet, arises the curiosity to discover what hides behind the building at the passengers. The existing road system will be maintained, so that the pavilion splits into three parts. However, the roads are no longer just “walking-throughs” because between the three sections of the building, a courtyard, which serves as a meeting place, is formed. When you walk between through the buildings, you‘re in an intersection of interior and exterior.

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Die Gebäude öffnen sich durch große Glasscheiben und verbinden sich untereinander durch überkragende Dächer ohne sich zu berühren. Sie sind getrennt, aber wirken dennoch als Einheit. Befindet man sich in ihrem Innenraum, so kann man von einem Gebädeteil in den nächsten sehen. Des Weiteren wird das Äußere, die Natur, durch große Fensteröffnungen ins Innere gebracht, um widerrum eine Verbindung von Innen und Außen zu schaffen. Auch die auf dem Grundstück vorhandene Skulptur „Drei rotierende Quadrate“ von George Rickey wird durch eine große Fensteröffnung thematisiert und für die Leute auch innerhalb des Gebäudes sichtbar. Der Pavillon schirmt sich nicht von seinem Standort ab, sondern bezieht ihn mit allen seinen Eigenschaften ein. Die organische Form des Pavillons ergibt sich aus geometrischen Dreiecken, die ein interessantes Schattenspiel darlegen. Es thematisiert das Zusammentreffen von harter Stadtarchitektur mit organischer Natur, was an diesem Ort vorzufinden ist. Die ungewohnte Form des Pavillons soll widerrum das Interesse der Passanten wecken. Es ist ein künstlerisches Spiel mit Form und Inhalt. Von Außen ist der Pavillon mit hellem Holz verkleidet, um den Naturcharakter des Parks inmitten des Stadtraums beizubehalten. Der Innenraum hingegen ist weiß gehalten. In seiner Klarheit setzt er den Akzent auf das räumliche Erleben und die Lebendigkeit des Schattenspiels.

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The buildings open through large glass panels and connect by overhanging roofs without touching each other . They are separated, but still act as a unit. If you are in its interior, you can see from one part of the building to the next. Furthermore, the exterior, the nature, is brought inside through large window openings to the interior to create a connection between inside and outside. Also the present sculpture „Three rotating squares“ by George Rickey is addressed by a large window opening and visible to the people within the building. The pavilion does not shield himself from the park, but involving it with all its properties. The organic shape of the pavilion is derived from geometric triangles that demonstrate an interesting play of shadows. It deals with the contrast of hard city architecture with organic nature, which is to be found at this location. The unusual shape of the pavilion is moreover to attract the interest of passers-by. It is an artistic interplay of form and content. From the outside, the pavilion is clad with light wood to maintain the natural character of the park in the middle of urban space. The interior, however, is kept white. In its clarity, it places emphasis on the experience of space and the vitality of shadows.


ANSICHT SÜD/OST

ANSICHT NORD/OST

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12,14 5

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,75 10

wc

7,75 m2

Lagerraum 33,77 m2

wc

8,09 m2

Abstellraum 30,24 m2

wc

11 ,95 5

8,30 m2

7 11,6

79,22 m2

5

10 ,0 85

12 ,00 5 8,68

wc

4,74 m2

wc

4,85 m2

28,91 m2

Mitarbeiterraum 16,52 m2

11,59 m2

29,69 m

9,5 75

Lagerraum 2

11,0 75

GRUNDRISS KG

11,72 5

5

,72 10

11 ,90

Vortragssaal/ Austellungsraum 195,77 m2

,40 11

11 ,59

10 ,0 0

8,21

CafĂŠ/Bibliothek

10,815

10,28 5

9,5 75

283,27 m2

11,03

13,61

5

5,97

9,46

11,41

Shop

121,72 m2

20,03

GRUNDRISS EG

14,6 05

13,345

Terasse

84,74 m2

,10 14

GRUNDRISS 1.OG 24


+ 8.90m

+ 3.40m OkFF

+ 0.00m OkFF

- 3.00m OkFF

SCHNITT A-A

SCHNITT B-B

SCHNITT C-C

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Krämer azzab