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Johannes Holtkamp Holger Harmeier

ba.m1.3_ws 2010|11 [archipelago of medial body] prof. kazu blumfeld hanada Š mßnster school of architecture 2011 1


01_ [ body interface ]

01.00 01.01 01.02 01.03 01.04

Foto, Jahr „chairless“ by Vitra, Bild, Jahr 2010 Foto, 2010 Foto, 2010 Foto, 2010

In einem ersten Schritt werden die eigenen leiblichen Erfahrungen mit dem Material Pappe, beziehungsweise dem Pappkarton, reflektiert. Das Bild aus der Kindheit, in einem normalen Pappkarton angelehnt und entspannt sitzend, ist in seiner Einfachheit faszinierend. Bei der Analyse des Funktionsprinzips wird deutlich, dass indem der Körper mit Rücken und Beinen gegen gegenüberliegende Seitenwände presst, die vier Seitenwände als Zugband wirken.

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Diese Erkenntnis zeigte die Verwandtschaft mit „chairless“ von Vitra auf, einem geschlossenem Stoffband, dass, indem es Schienbeine und Rücken umspannt, eine entspannte Sitzhaltung ermöglicht.

As a first step own physical experiences with the material cardboard and it‘s most apparent form, the cardboard box, are reflected upon. The childhood-memory of sitting in a cardboard box, propped up and relaxed, is fascinating in it‘s simplicity. By analysing the underlying principle it becomes obvious, that leening the back and the legs towards opposite side panels creates pulling strain in the four side panels.

That shows the relationship to „chairless“ by Vitra, a textile ribbon clasping shin bone and back to create a relaxed seating. 01.01

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Das von seinem Sitzmöbel umhüllt sein, wie in einem Pappkarton, in Verbindung mit dem Funktionsprinzip des Bandes führte zu der Überlegung aus Bändern eine textile Struktur zu schaffen, die den Körper bekleidet. Durch die Bewegung beim Setzen und den entstehenden Raum zwischen den Körperteilen, spannt das Textil einen entsprechend großen Raum auf, der gerade so groß ist die Beine hereinzunehmen. Das umhüllende Textil ermöglicht nun das entspannte, „angelehnte“ Sitzen. Die Reduktion und Einfachheit führt zu einer intensiven Wahrnehmung und dem Verständnis des Zusammenspiels von Leib und „interface“, sowie der Kräfte. Das Material Pappe wird entsprechend seiner Stärke Zugkräfte parallel zur Wellenstruktur gut aufnehmen zu können verwandt. Dies ermöglicht einen minimalen Materialaufwand und damit die Herstellbarkeit aus kleinen Reststücken.

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Being clasped, as in a carboard box, combined with reduction of the seating to a ribbon, concluded in the idea of creating a structure of ribbons, that in a way dresses the body.

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The movement of sitting down creates space between the parts of the body, which allows to pull the legs into the structure and hence to be fully enclosed. The wrapping textile allows relaxed and propped up seating.


Intense perception and the understanding of the interplay between body and interface, and also of the forces, are created due to reduction and simplicity. Despite it‘s simplicity the experience of sitting is completely new.

The use of the material pays duty to the materialimmanent high tensile strength parallel to the wavestructure of cardboard. That allows minimal requirement of material and the use of small pieces.

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02_ [ 7x7x7m]

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Friedrich Kiesler, „endless house“, 1950er Richard Serra, „Intersection II“ Bandsystematik, Rendering, 2010 Richard Serra, „To Lift“ Schnitt, maßstabslos, 2010 Band, Rendering, 2010 Band Perspektive 1, Modellfoto, 2011 Band Perspektive 2, Modellfoto, 2011

Die weiterführende Aufgabe besteht darin, einen 7x7x7m Raum aus dem im ersten Schritt enstandenen „interface“ abzuleiten. Die gegebene Bandstruktur scheint zunächst vielversprechend, da mit einem oder mehreren Bändern komplexe Räume geschaffen werden können, die in ihrer formalen Sprache dem Umschlossensein des „interface“ nahe kommen. 02.00

Zunächst untersuchen wir die vielseitigen Möglichkeiten mit Bändern Raum zu schaffen, darunter verschiedenartige Gewebe, Möbiusbänder, sich aufspaltende Bänder etc.. Mit einer schier unerschöpflichen Formenvielfalt konfrontiert, versuchen wir durch Reduktion und Systematik ein besseres Verständnis der Strukturen zu erlangen. Dabei gehen wir von einem ebenen Band konstanter Breite und linearer Ausrichtung aus. Zuerst muss die Lage des Bandes im Bezug zum Boden definiert werden. Die für uns interessantesten Lagen sind die Querachse senkrecht zur Bodenebene bzw. parallel.

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Während der willkürlichen Experimentierphase ist uns aufgefallen, dass sich die Transformationen auf zwei Operationen reduzieren lassen, abgesehen von der Längen- oder Breitenänderung sind dies das Biegen um die Querachse und das Verdrehen um die Längsachse. Je nachdem, wie weit das Band gebogen wird, wie Anfangs- und Endpunkte zueinander liegen, unterscheiden sich die umschlossenen Räume. Allein aus der Systematik lässt sich jedoch noch kein bestimmter Raum ableiten. So müssen wir wieder einen Schritt zurück gehen und überlegen, wie wir eine dem „interface“ ähnliche Raumerfahrung erzeugen können. Wir erinnerten uns an Richard Serra und seine übergroßen Stahlskulpturen, die mit ihren wenige Zentimeter dicken Wänden, die, indem sie leicht von der Vertikalen, sowie der Geraden, abweichen, Spannung erzeugen und eindrucksvolle leibliche Erfahrungen zu schaffen vermögen. Durch die Tatsache, dass der Mensch stets die perfekte Vertikale als Bezugssystem hinzudenkt, und den statischen Kräfteverlauf zu verstehen ersucht, wird es möglich in einer statischen Form einen Prozess und Dynamik zum Ausdruck zu bringen. In Anbetracht der für eine Bandstruktur relativ beengten Verhältnisse von 7x 7m und insbesondere der Erkenntnis, dass je komplexer eine Bandstruktur wird, sie desto weniger fassbar und willkürlich im Ausdruck wird, haben wir uns für eine minimalistische Raumform entschieden, die, wie wir glauben, dennoch, oder gerade deshalb, in der Lage ist einen eindrücklichen Raum zu schaffen, der in Verbindung zu der Erfahrung mit dem „interface“ steht.

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The secondary task is to derive an 7x7x7m space from the former task, the „interface“. At first glance the given structure of ribbons seems to be of high potential with its ability to form complex spaces, which contribute to the enclosing atmosphere of the interface. Initially we explore the many means to create differentiated spaces by the use of ribbon structures, such as fabrics, Möbius strips, splitting strips etc.

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Confronted with an overwhelming mass of possibilities and forms, we try to gain a better understanding by analyzing the principles of ribbon structures and reducing them to an elementary system. Starting with a strip of constant width and rectilinear orientation we need to define it‘s position regarding the ground. There are two main positions, the transverse axis parallel or perpendicular to the ground. During the phase of random experimentation with ribbon structures we realized that possible operations can be reduced to bending around the transverse axis and twisting along the longitudinal axis. Using just one of the two operations, the possible forms are limited, but by combining both and varying positions regarding the ground and adapting the length due to the number of operations, more complex and interesting forms occur. Just by the inner logic of the system there is no specific, but many spaces developed. Therefore we need go a step back and reflect upon the qualities of the former „interface“ and how it is possible to translate them into a space with similar corporal qualities, without having the same immediacy as before, but more gestural means. We remembered Richard Serra and his giant steel sculptures, with it‘s extremely thin „walls“, which induce high tension and impressive corporal experiences by means of deviating from the perfect verticality and rectilinearity.

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Durch die Tatsache, dass der Mensch stets die perfekte Vertikale als Bezugssystem hinzudenkt, und den statischen Kräfteverlauf zu verstehen ersucht, wird es möglich in einer statischen Form einen Prozess und Dynamik zum Ausdruck zu bringen. In Anbetracht der für eine Bandstruktur relativ beengten Verhältnisse von 7x 7m und insbesondere der Erkenntnis, dass je komplexer eine Bandstruktur wird, sie desto weniger fassbar und willkürlich im Ausdruck wird, haben wir uns für eine minimalistische Raumform entschieden, die, wie wir glauben, dennoch, oder gerade deshalb, in der Lage ist einen eindrücklichen Raum zu schaffen, der in Verbindung zu der Erfahrung mit dem „interface“ steht. Wir gehen von einem 1,6 Meter hohen Band aus, das damit gerade so hoch ist, dass der Kopf den Kontakt zum Außen wahrt. Das Band ist geschlossen und steht auf. Nun drücken wir das Band an gegenüberliegenden Seiten jeweils an der Oberkante auseinander.

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Es wird soweit gedrückt, dass ein Einstieg an den gedrückten Stellen möglich wird. Dabei entsteht, sozusagen als Nebenprodukt, an den anderen beiden Seiten eine identische, aber an der horizontalen gespiegelte Form. Dieselbe Form erzeugt durch ihren inversen Bezug zum Boden einmal eine Öffnung des Raumes, einmal eine Umschließung. Indem man an der heruntergedrückten Seite den Raum betritt und das Herunterdrücken durch das Betreten körperlich nachempfindet, wird der Raumbildungsprozess zusätzlich erlebbar. In der Mitte des Objektes kann ein relativ geschlossener Raum wahrgenommen werden, der es ermöglicht ein „Dach“ über dem Kopf zu haben, indem man sich unter das Band hockt, setzt, oder legt. In der Materialität haben wir uns Richard Serra angeschlossen, da Stahl durch seine Stabiltät, Verformbarkeit, den monolithischen Aufbau, Dauerhaftigkeit und Patina am stimmigsten scheint.

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Due to the fact that people‘s perception always depends on the perfect vertical as a reference, and that they always try to understand the course of forces it becomes possible to achieve dynamics and the visibility of a process within a static form. Considering the relatively dense space of 7x7m, regarding ribbon structures, and especially because we think that the more complex a ribbon structure becomes, the more random it will be, we decided to develop a minimalistic space, which nonetheless is able to evoke intense feelings corresponding to the „interface“, maybe even better due to its simplicity. Starting point is a 1,6m wide ribbon, forming a circle, while standing on its edge. The hight corresponds to the interface, in which you always keep contact to the outside by having your head above the structure. Now we begin to inform the structure by pressing on opposite sides at the upper edge from inside out.

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We push hard enough to bring the upper edge at two points down to 80cm, which is just low enough to allow entering the ribbon at those points. As a natural side effect the two other sides tilt inside and thus form an intimate space while lifting from the ground. By this operation we achieve two almost identical forms, which are totally different in their expression due to their different relation to the ground. Allowing to enter the space at the two sides, which are pressed down, the entering person may connect their pressure on the ribbon with the force which generated the present form and thus makes the process understandable and underlines its corporal dimension. Inside the ribbon one experiences a rather closed space, which allows to crawl and sit or lie beneath the ribbon and is similar to a roof and an archetypical hut. Also it is possible to leave and enter the ribbon by crawling underneath it, which adds another corporal reference. Considering materiality we think steel is appropriate, because its stability, plasticity, durability, patina and monolithic build seem most coherent.

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03_ [ housing in gievenbeck ]

03.00 03.01 03.02 03.03 03.04 03.05 03.06 03.07 03.08 03.09 03.10 03.11

„Die Falte“, Gilles Deleuze, Buchcover „Maison Domino“, Le Corbusier, 1914, Skizze Fotomontage, Holger Harmeier, 2011 Möbiushaus, Ben van Berkel Sichtbeziehung, Skizze, 2011 bespielte Ebenen, Skizze, 2011 Grundriss-Raster, 50x50cm 3x, 2011 Details, Modell Fotos, 2011 Ansicht, Modellfoto, 2011 Perspektiven, Modellfoto, 2011 Rendering, 2011 Ansicht, Modellfoto, 2011

Als letzter Schritt steht die Transformation des „unfunktionalen“ Raumes aus Schritt 2 in ein Wohnhaus in Gievenbeck, Münster an. Zunächst versuchen wir aus einem Band eine komplexere Struktur zu entwerfen, die auch funktionalen Belangen gerecht wird, bzw. dessen Form einen gewissen Mehrwert besitzt und dabei insbesondere im Hinblick auf zeitgemäßes Wohnen den Ansprüchen Rechnung trägt. Bei unseren eigenen Versuchen und auch bei der Betrachtung realisierter Gebäude, deren Entwurf auf ein oder mehrere Bänder zurückzuführen ist, drängt sich uns der Verdacht auf, dass oftmals die formale Geste und Symbolik einen viel höheren Stellenwert einnimmt, als die Raumqualität, seine Funktionalität und der leibliche Bezug. Auch, oder gerade wenn Gille Deleuze und seine Theorie von „Die Falte („le pli“) als Grundlage oder Referenz angeführt werden, muss man überlegen, ob die Übersetzung der Theorie in gebaute Form nicht zu wörtlich genommen wird. 03.00

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Eine weitere Problematik zeigt sich bei der Umsetzung in ein baubares Gebäude. Das vielleicht offensichtlichste Beispiel für die Diskrepanz zwischen formaler Idee und Umsetzung zeigt sich beim Möbius-Haus von UN Studio. Das MöbiusBand ist eigentlich nur noch zu erkennen, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird. So ist eigentlich der diagrammatische Entwurfsansatz bedeutender als die formale Übersetzung in ein Band. Nach vielen vergeblichen Versuchen aus der formalen und theoretischen Idee des Bandes ein stimmiges Raumkonzept abzuleiten haben wir den Zwang des Bandes aufgegeben. So starten wir neu und überlegen welche Möglichkeiten es gibt, den zunächst „leeren Raum“ zu bespielen, um dem bewohnenden Menschen funktionale und atmosphärische Angebote zu machen. Unter den vielen Möglichkeiten sehen wir in folgender Idee das vielleicht größte Potential. Wir gliedern den Raum nicht durch vertikale Wände oder ähnliches, sondern durch ein Ebenenraster, dass mit 35 Zentimetern Ebenenabstand Abmessungen besitzt, die in ihrer Multiplikation eine Vielzahl von Tätigkeiten ermöglicht.

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Dadurch, dass alle Räume auf diesem Körpermaßbezugssystem basieren, erhoffen wir uns Räume zu schaffen, die auch auf unverhergesehene Weise genutzt werden können. Einer der Gründe ,die für diese Offenheit sprechen,ist der gegenwärtige Trend zu prekären Lebensverhältnissen und damit einhergehend öfter wechselnden Bewohnern, Bewohnerkonstellationen sowie Lebensweisen, ein anderer, dass die Bewohner sich ihr Wohnhaus individuell aneignen können sollen und dabei immer wieder neue Plätze finden und tradierte Wohnvorstellungen reflektieren. 03.02

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As a last step we try to transform our „unfunctional“ space from step 2 into a „house“ in Gievenbeck, Münster. Initially we try to generate more complex structures by the use of one ribbon, to contribute also functional concerns and offer new possibilities for contemporary and future living. Reflecting upon our attempts, but also on realized buildings, whose design is based on one or more ribbons, they seem to mainly aim at the image of the ribbon and the formal gesture, but less at certain spatial qualities, functionality or even corporal reference. Even though, or especially when Gille Deleuze and his famous theory of „The Fold“ („le pli“) are claimed as basis or reference, one has to consider whether the direct translation into form can be the appropriate means of applying his theory in architecture.

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Another difficulty shows up when trying to actually build „the ribbon“. The most apparent example of the gap between formal idea and realization may be the möbiushouse by UN studio. To realize the möbius-strip as the formal foundation you need to know that it is there. As a conclusion the diagrammatic approach of the design is far more important than the formal translation into a strip. After many attempts to evolve a coherent spatial concept with the theoretical and formal idea of the ribbon we gave up the constraint of the ribbon. So we start again by exploring different means to differentiate the at first „empty space“, in order to make functional and atmospherical offers. Among the many possibilities we see the most potential in the following idea.

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We organize space not by vertical walls or the like, but by a grid of levels, each level of 35 cm, allowing a multitude of activities due to multiplication of the grid dimensions. Due to the fact, that this space is based upon those corporal dimensions we hope to achieve spaces, which may be used in unforeseen ways. Contemporary precarious living conditions ask for spaces which are not predetermined in terms of function and allow to adapt due to changing habits and ways of living. Therefore we cannot define rooms such as living room, dining-room, kitchen etc. We need a different framework. The volume filled with levels and also the surroundings may help developing a system, because they induce immanent atmospherical zones. The stacking of levels induces two parameters. One is the hight, the higher a space is positioned within the volume, the less insight is possible. The second is the size of the space, the bigger the space, the closer it gets to the outside and the blinds become less effective. We choose plot number 3, because it is more secluded and offers three different surroundings, the forest, the field and housing. In addition we can replace the former trees volume by the volume of levels. The pillars remind of the trees and blend with the forest as an artificial counterpart.

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The first step is to fill the plot volume with levels. Next follows the „Räumen“( Martin Heidegger). We define spatial types concerning intimacy, size and reference to surroundings. Those types have a certain position in the building volume.

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Daher können auch nicht einfach Räume nach typischen Funktionstrennungen eingeplant werden. Wir brauchen ein anderes Bezugssystem. Dabei kann uns das Bauvolumen sowie die Umgebung weiterhelfen, da es immanente Raumzonen gibt. Durch die Ebenenstapelung ergeben sich zwei Parameter. Zum einen ist dies die Höhe des Raumes, je höher dieser liegt, desto weniger Einblick ist von außen möglich, und zum anderen die Größe des Raumes, je größer der Raum ist, desto näher rückt der Raum nach außen und der Sichtschutz wird geringer. Wir haben uns Grundstück Nummer 3 ausgesucht, da es sich im Vergleich zu den anderen Grundstücken mehr von der umliegenden Bebauung absetzt und mit seinen drei verschiedenen Bezügen, Bebauung, Feld und Wald vielseitige Außenraumbeziehungen ermöglicht. Zudem bietet sich das Grundstück an, da wir mit den Ebenen das vorherige Waldvolumen aufnehmen können. Die Stützen der Tragkonstruktion bilden so den künstlichen Widerpart zu den Bäumen und überlagern sich mit diesen.

Der erste Schritt ist das Füllen des Grundstückvolumens mit Ebenen. Dann folgt frei nach Heidegger das „Räumen“. Wir bestimmen zunächst Raumtypen anhand der Faktoren Intimität, Größe und Außenraumbezug. Diese Raumtypen haben jeweils eine ideale Lage im Gebäudevolumen. Dann ordnen wir der, von uns angenommenen, Familie mit zwei Kindern die benötigten Anzahlen der Räume zu. Durch die Gleichzeitigkeit der „Idealräume“ müssen sich diese neu ordnen und in Beziehung zu einander treten. Es entstehen unvorhergesehene

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Durch die Gleichzeitigkeit der „Idealräume“ müssen sich diese neu ordnen und in Beziehung zu einander treten. Es entstehen unvorhergesehene neue Raumkonfigurationen. Um die Raumtiefen auch in „funktionalen“, leibbezogenen Abmessungen zu gliedern, haben wir ein, bzw. drei sich überlagernde Raster angelegt, die mit 50x 50 cm abstrakt genug sind um nicht zu genau bestimmten Körpergrößen zu entsprechen , aber trotzdem als Sitztiefen, Gangbreiten, Liegelängen dienen können. Durch die Überlagerung der Raster ergeben sich zum einen freiere Möglichkeiten und der Ausbruch aus dem rechten Winkel, zum anderen bekommen die Raumsituationen direkte Bezüge zu den Aussenkanten des Hauses.

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Des Weiteren muss der Raum trotz der gewollten Offenheit auch im „Möbelmaßstab“ definiert werden, dies versuchen wir, indem wir den Räumen verschiedene Qualitäten wie Kommunikativität, Zurückgezogenheit, Erholung zuordnen, die sich in Parameter wie, liegen Sitzflächen gegenüber, wie viele Sitzflächen gibt es, gibt es privatere Liegeflächen übersetzen lassen. Der kleinere Maßstab wird auch durch die Gegebenheit geprägt, dass die verschiedenen Bereiche untereinander erschlossen werden müssen, dadurch ergeben sich unvorhersehbare Bereiche,

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As a next step we define how many of each type the family with two children may need. The simultaneity of the spaces inside the volume cause a reconfiguration. To structure the depth of the space also in „functional“, body relating dimensions, we introduce three superposing grids, each orientated to a main side. The grid measures 50x50cm and is abstract enough to fit many people, but at the same time can serve as the depth for sitting, width for walk through or depth for lying down. By superposing the grids we achieve more flexibility, can depart from the right angle and create a reference to the outer edge of the volume and the three completely different surroundings. To define the spaces on a smaller scale, the „furniture scale“, on the one hand we want openness, on the other hand we need to define it. Therefore we define certain qualities such as communicativeness, seclusion, recreation etc. which correspond to parameters such as how are seatings orientated, how many seatings are there, are there smaller places which allow to lie down etc.. Unpredictability is introduced in the smaller scale by the necessity of connecting zones, which unfolds new qualities.

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johannes holtkamp, holger harmeier_doku_ba.m1.3_ws10_11_prof. hanada#425B  
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