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Trockenbau

Verlagspostamt: 1010 Wien; Aufgabepostamt: 2700 Wiener Neustadt; P.b.b., 02Z032901M; Preis: 3,50 

Das Fachorgan für die Stuckateur- und Trockenausbau-Unternehmen

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Journal

Wellness für die Ohren

Im Gespräch mit Architekt Prof. Wolfgang Steinlechner

Kreativität mit Handwerk verbinden: Lehrlinge

seit 25 Jahren ein fixer Bestandteil der Medienwelt – Das Trockenbau-Journal

Durch Architektur­besichtigungen bewahrt er sich seine planerische Kreativität

Im Interview mit Vertretern der Berufsschule LBS Graz 5

Wir feiern: Vor einem viertel Jahrhundert hat das Fachmagazin das Licht der Welt erblickt.


Aktuell

Das Architekturbüro TEAM M steht für engagierte und verantwortungsbewusste Persönlichkeiten, die ihre Profession mit Kreativität und Fachkenntnis ausüben. Geschäftsführer und Gründer Architekt Wolfgang Steinlechner hat in den letzten 43 Jahren, gemeinsam mit seinem Team, mehr als 1.600 Pro­ jekte entworfen und größtenteils realisiert. Eine spannende Lebensaufgabe, die ihn noch länger beschäftigen wird, wie er dem TrockenbauJournal in einem Interview erzählt.

Zu Gast bei Architekt Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Steinlechner

Foto: Helmut Reindl/Kommunal

Weil mich Trockenbau überzeugt

Über 1.600 Projekte. Meine Kreativität versuche ich mir zu bewahren, indem ich viel reise und mir Architektur ansehe.

Trockenbau-Journal:

Herr

Professor

Steinlechner, was bezeichnen Sie persönlich als gelungene Architektur? Wolfgang Steinlechner: Das ist ganz einfach

zu beantworten: Das Bauwerk muss in den Ort, in das Ensemble passen. Und der zweite Punkt ist, dass der Bauherr genaue Wünsche hat, die wir erfüllen wollen. Der Bauherr muss zufrieden sein. Und wir müssen mindestens genauso zufrieden sein. TBJ: Ihr Büro beschäftigt sich mit vielen unterschiedlichen Projekttypen. Welche Bereiche finden Sie besonders spannend?

Ich kann an jeder Aufgabe etwas Span3 2016

Trockenbau Journal

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TBJ: Sie bemühen sich, historische Bausubstanz zu erhalten und vermeiden es, Bestehendes abzureißen?

Ja, das ist mir ein Anliegen. Das war beim Parkbad Linz so und gut gelungen ist das etwa auch bei der Musikschule in Peuerbach. Dort haben wir wirklich etwas Gelungenes für den Ort und in Bezug auf den Denkmalschutz gemacht. Die Symbiose zwischen Alt und Neu ist dort eindeutig gelungen, das macht mich selbst sehr glücklich. Als Beispiel, der ehemalige Feuerturm des Schlosses ist jetzt ein Glasturm und ist der Übergang vom alten zum neuen Teil. TBJ: Sie haben seit 1973 – seit dem Bestehen Ihres Architekturbüros – mehr als 1.600 Projekte realisiert. Was treibt Sie persönlich an?

Als Jugendlicher habe ich Radsport als Leistungssport betrieben. Dabei habe ich gelernt, mir Ziele zu setzen und sie dann auch konsequent anzustreben. Im Radsport muss man, wie auch bei der Architektur, durchhalten können. Meine Kreativität versuche ich mir zu bewahren, indem ich viel reise und mir Architektur ansehe. Heuer war ich beispielsweise schon in Portugal sowie in Belgien und Holland.

Spinnerei Traun, Kulturhaus

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TBJ: Wie funktioniert die Arbeit in Ihrem Team? Waren Sie bei jedem der 1.600 Projekte involviert?

Als ich noch HTL-Lehrer und in der Raumordnung tätig war, hatte ich nicht immer die Möglichkeit dazu, mich voll und ganz in jedem Projekt zu engagieren. Jetzt habe ich mehr Zeit. Ich beginne jedes Projekt und arbeite mit, aber der jeweils verantwortliche Mitarbeiter hat viele Freiheiten. Wo es möglich ist, bringe ich meine Erfahrungen mit ein und mein Wissen um die Projekte, beispielsweise beim Umbau der Eishalle Linz. Da war es sehr hilfreich, dass ich mich noch an die damaligen, ersten Überlegungen vom Wettbewerb 1976 erinnern konnte. TBJ: Der Spardruck ist allseits enorm. Wie schränkt Sie das in der Kreativität ein?

Dass man sparsam arbeiten muss, ist Teil der Aufgabe. Ich kann mich nur an ein einziges Projekt erinnern, wo wir eine kostengünstige Lösung vorgeschlagen haben und der Kunde eine teurere wollte. Das war beim glitzernden Glas-Portal des Linzer Casinos, bei dem der damalige CasinosChef, eine prunkvollere Variante bevorzugt hat. TBJ: Thema „Normenflut“. Wie sehen Sie diese: Behindert sie die Kreativität und verursacht sie unnötige Kosten?

Die Normen- und Gesetzesflut kostet enorm viel Geld und hält die Leute vom Denken ab. Weil zum Beispiel einmal ein Kinderwagen in einem Wohnhaus angezündet wurde, muss

SPA Resort Therme Geinberg, Wellness-Ressort

man jetzt Kinderwagenräume bauen. Dabei nehmen die meisten Eltern ihre Kinderwägen ohnehin mit in die Wohnung. Solche Bestimmungen sollten Richtlinien, aber nicht verbindlich sein. Normen schränken zwar nicht unbedingt die Kreativität ein, aber die Umsetzung bringt Erschwernisse und Verteuerungen. TBJ: Gehen wir zu einem viel beachteten Projekt, die Therme Geinberg. Dieses Wellness-Ressort bietet, inklusive dem Hotel und den privaten Villen, alles was das Herz begehrt. Wie sind Sie an dieses Projekt herangegangen?

Ich wusste, dass es in Geinberg eine Quelle gibt, habe mich aber gewundert, dass sie nicht genutzt wird während im benachbarten Bayern drei Thermen gebaut wurden. Gemeinsam mit dem heutigen Chef der VAMED haben wir dann das Projekt in Geinberg entwickelt. Auch hier war Priorität, dass das Projekt den Ort aufwertet. Es war uns wichtig, dass der Raum zwischen Kirche und Thermenplatz attraktiv gestaltet wird. Damit man nicht gleich beim Ankommen einen großen Parkplatz voll Autos sieht, haben wir von Anfang an eine Tiefgarage geplant. Das ganze Projekt ist immer noch in der Weiterentwicklung, und uns fallen nach wie vor neue Ideen dazu ein. TBJ: Was erwarten Sie persönlich von einer Wellness-Oase?

Bei der Planung haben wir uns z.B. überlegt, dass

Fitnessoase Parkbad Linz, Hallenbad & Freibad

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Fotos: Helmut Reindl/Kommunal, TEAM M

nendes finden. Es wird nur dann „unspannend“, wenn wir uns mit einem Bauherrn nicht identifizieren können. Dann nehme ich mir die Freiheit, ein Projekt abzulehnen. Das kommt zum Glück aber sehr selten vor.


A u f e i n Wo rt Wie beschreiben Sie sich in wenigen Worten? Ruhig und fleißig. War „Architekt“ Ihr Traumberuf? Seit ich 17 Jahre alt und in der HTL war, wusste ich, was ich will. Mein dortiger Lehrer war mein Vorbild. Er war immer schlecht vorbereitet, und ich dachte mir: Das kann ich auch. (lacht) Was schätzt Ihr Team an Ihnen? Die Ruhe, die ich habe, und dass ich die Leute „ranlasse“. Welchen Ratschlag hat Ihnen Ihre Mutter/Ihr Vater mitgegeben? Meine Mutter hat mich ermutigt, mir Ziele zu stecken und diese auch zu erreichen. Was würden Sie nie essen? Hunde

man zu einem See immer hinunter gehen soll und nicht hinauf. Daher war klar, dass die Schwimmbecken unten liegen müssen. Wichtig war uns auch, dass man von den Liegen aus auf das Wasser und auf die Landschaft schauen kann. Wenn man sich in einer Therme umsieht, dann bemerkt man, dass Ich habe nur ein die meisten Leute im Wasser steHirn, doch im Team hen, plaudern usw. Dafür muss hat man auf einmal man Rückzugsbereiche anbieten und schafft damit den wichtigen zwanzig geniale Wohlfühl-Effekt. Köpfe. Ich muss TBJ: Wie hoch war hier die Anforderung an eine perfekte Akustik?

nur darauf achten, dass alle Stimmen ins Konzept passen.

Akustik ist immer ein wichtiges Wolfgang Steinlechner, Architekt Thema, selbstverständlich auch in Geinberg. Aber die wahre Herausforderung in einer Therme ist die hohe Luftfeuchtigkeit. TBJ: Wurde Trockenbau eingesetzt?

Ja, und zwar überall in der Therme, weil mich Trockenbau überzeugt. Es gibt nichts Bes- ➝

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Aktuell

seres und Flexibleres. Dank Trockenbau konnten wir auf Änderungen und Bedürfnisse wie z. B. eine neue Zimmeraufteilung im angeschlossenen Hotelkomplex, entsprechend schnell reagieren. TBJ: Spezialprodukte wie z.B. Loch- und Klimadecken. Wie sehr setzen Sie diese

MELODIUM Peuerbach, Kulturzentrum & Musikschule Taubenmarkt Arkade Linz, Shopping mit Vergnügen

Sehr häufig. Etwa gerade jetzt bei der Sanierung einer Schule. Hier kann man mit einer Akustikdecke sehr viel erreichen und im Herbst sind die Räumlichkeiten dann wieder bezugsfertig.

lagen. Die Behaglichkeit, auf die wir in unserem Team sehr achten, ist dort nicht mehr gegeben.

dung aller Anrainer in ein Projekt, damit erhalten wir eine wichtige Akzeptanz der Bevölkerung.

TBJ: Ihr Architekturanspruch beruft sich

TBJ: Welche Art von Projekt würden Sie

darauf, dass die Aufgabenstellung mit der

gerne noch bauen?

TBJ: Sie bauen hauptsächlich in Oberöster-

Raumordnung beginnt. Können Sie uns

reich, das als „Ziegelland“ gilt. Wie groß

das vielleicht am aktuellen Projekt „der

sind hier die Chancen für den Leichtbau?

neuen Spinnerei Traun“ erklären?

Ziegel besitzen ein gutes Speichervermögen. Bevor ich Beton für Außenwände verwende, greife ich lieber zum Ziegel. Die Leichtbauweise vermeide ich bei Außenwänden, denn es muss die Dampfdiffusion stimmen, die Speicherung, und so weiter. In Daytona Beach, wo wir auch ein Projekt hatten, sah ich wie dort Hotels gebaut werden, nämlich als Beton-Rasterbau. Außen wird nur in Leichtbauweise zugemacht, dadurch braucht man drinnen kräftige Klimaan-

Der Trauner Bürgermeister hat den alten Wassergraben um das Schloss wieder belebt. Damit wurde der Platz ideal für das Kulturhaus. Das Gebäude ist so platziert, dass der Blick auf das Schloss erhalten bleibt. Die Funktionen innen müssen einfach passen. Die Außenhaut hat sich als Zitat auf den Namen fast von selbst ergeben. „Spinnerei“ geht auf die ursprünglichen Räumlichkeiten in einer aufgelassenen Weberei zurück. Aber sehr wichtig ist mir auch immer die Einbin-

Bei einem Wettbewerb, der mir sehr gefallen hätte, bin ich leider nur Zweiter geworden, weil man eine Kirche „nicht eingräbt“. In der Gegend gab es sehr unattraktive Hochhäuser und der Kirchturm wäre, aufgrund der Höhe der Häuser, sowieso nicht aufgefallen. Daher habe ich einen Kirchenhügel geplant, bei dem ein Glas-Kirchenspitz herausgeragt wäre. Aber mit dieser Idee bin ich nicht durchgekommen. Daher würde ich gerne noch eine Kirche nach meinen Vorstellungen bauen. TBJ: Wir danken für das Gespräch.

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Fotos: TEAM M

Dinge ein?

Profile for TEAM M Architekten

TROCKENBAU Journal 3 2016 Interview mit Arch. Steinlechner  

Anerkennung des umfassenden langjährigen Schaffens, Erfahrungen im Thermen- und Hotelbau, und Erörterung wer der Mensch hinter 45 Jahre TEAM...

TROCKENBAU Journal 3 2016 Interview mit Arch. Steinlechner  

Anerkennung des umfassenden langjährigen Schaffens, Erfahrungen im Thermen- und Hotelbau, und Erörterung wer der Mensch hinter 45 Jahre TEAM...

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