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NEUE

ZEITUNG

MdB Walter Link (Diepholz) im OHM:

„Geschichte der Vertreibungsgebiete und 17. Juni 1953 nicht vergessen!“ Aus dem Inhalt NZ aktuell S. 2 AbM-Stelle für das OHM Städtepartnerschaften Vertreibungszentrum S. 3 „Ein Denkmal für die Präsidentin?“ Berlin-Brandenburg S. 4 Nachtwächter und Feuerwehr im alten Berlin Ostpreußen S. 5 Die Kurische Nehrung und das Haff Verbandsleben S. 6 VdV-Kreisverband OV Eystrup – OV Winzlar, Bad Rehbg., Münchehagen Geschichte S. 7 Preußens Aufstieg, Teil I Sudetenland S. 8 Goethes Kuren zu Karsbad Termine S. 9 OHM S. 10 Der deutsche Groß-Segler „Preußen“ Kulinaria S. 11 „Schlesische Klößel“ Umschau S. 12 Dritte „Promi“-Runde ein voller Erfolg

Nach MdB Sebastian Edathy (SPD) war jetzt der CDUBundestagsabgeordnete Walter Link (Diepholz) Gast im Ostdeutschen Heimatmuseum. Seit seine Partei keinen Abgeordneten mehr für den hiesigen Wahlkreis nach Berlin entsendet, betreut Link den Landkreis Nienburg für die Union. Vor Mitgliedern von Vorstand und Beirat des OHM nahm der MdB zu aktuellen Fragen Stellung und ließ sich über das Museum und seine Arbeit unterrichten. Sichtlich beeindruckt stellte er fest: „Ich habe nicht vermutet, daß Sie hier in Nienburg ein derart hoch interessantes Museum haben, das sich der Vermittlung der Geschichte und Kultur der Vertreibungsgebiete aber auch den weltweiten Siedlungsgebieten der Deutschen so engagiert annimmt.“ Zugleich kündigte er einen weiteren Besuch an, der der grenzüberschreitenden Kulturarbeit des Museums gewidmet sein soll. Link, gelernter Sportlehrer und evangelischer Diakon, der dieser Tage sein 20jähriges Parlamentsjubiläum begeht, machte deutlich, daß die ehemaligen Ostgebiete Anspruch haben auf Bewahrung und Darstellung ihrer Werte. Für ihn sei die Notwendigkeit einer geeigneten zentralen Einrichtung, die sich der Vertreibung widmet, ganz klar. Der Abgeordnete, der acht Jahre die Zukunftskommission des Bundestages leitete, sorgt sich um das wachsende Vergessen unserer jüngsten Geschichte insbesondere bei jungen Menschen und sicherte dem Bemühen des OHM, dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 wieder einen angemessenen Stellenwert zu geben, volle Unterstützung zu. LRL

Adressaufkleber Diskutierten im OHM: Diethard Würke, Dieter Lonchant, Walter Link MdB, Referent Eckhard Hecker und Lutz R. Lonchant (v.l.n.r.)


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+ NZ aktuell +++ NZ aktuell +++ NZ aktuell + +++ Nienburg / Weser: ABM-Stelle für das Partnerschaften OHM setzt Zeichen Horst Karrasch, neuer Chef des Nienburger mit Leben erfüllt Arbeitsamtes, brachte eine gute Nachricht. Das OHM erhält kurzfristig eine ArbeitsBeschaffungs-Maßnahme und wird Arbeitgeber mit Rechten, vor allem mit Pflichten. Arbeitsplatz und moderne Techniken sind da, auch Arbeit. Die OHM-Bibliothek ist zu ordnen und zu katalogisieren. Die vielen neuen Exponate bedürfen der Erfassung nach aktuellem Stand. Aus der nur dürftig bestückten Heimatstube von 1996 mit sechs Vitrinen und sieben Gründungsmitgliedern aus der Vertriebenenszene ist ein anerkanntes Museum mit 42 Vitrinen und Schaukästen auf drei Etagen und über 100 Mitgliedern erwachsen, von denen nur 30 % Bindungen an die Ostgebiete haben. Dennoch versieht das Haus seinen Auftrag: Geschichte und Kultur der Ostprovinzen und Siedlungsgebiete zu präsentieren. Doch die Ansprüche der oft von weit angereisten Besucher sind deutlich. Ein hochkarätiger Beirat hilft deshalb mit. Die alte Führung, hat sich um neue Persönlichkeiten erweitert. Sie geben dem Haus Qualität und Ausstrahlung. Das war ein Ziel des OHM. Wer seinen Ruf erhalten will muß sich selbst fordern auch wenn die Verantwortung wächst. Mit der AB-Maßnahme werden Zeichen gesetzt. Wer „A“ sagt muß auch „B“ sagen.

Lesermeinung: „ ... habe soeben die Nr. 3 der NEUEN ZEITUNG erhalten. Enorm, was Sie und Ihre Mitstreiter auf die Beine stellen. Eine tolle Leistung gegen das Vergessen unserer alten Heimat ... “ Hermann Mietz, Dipl.-Kaufmann, Emden

Neue Mitglieder im OHM Wolfgang Gräve (Rentier, Rehburg-Loccum) Rudolf Bleisch (Studiendirektor a. D.) - Walter Bücker (Arbeitsamtsdirektor a. D.) - Heinz Katthöfer (Geschäftsführer) - Jürgen Lucas (Oberstleutnant a. D.) - Dorothea Netteler (Hausfrau) - Susi Noack (Rentnerin, alle Nienburg). rt.

Nienburg / Weser – Las Cruces 10 Jahre Städtepartnerschaft zu Las Cruces in New Mexico (USA) war den amerikanischen Freunden der rechte Anlaß für mehrere Wochen über den großen Teich nach Nienburg zu kommen. Die von Karl-Heinz Artischewski arrangierte gesellige Abschlußveranstaltung im OHM, mit allerlei von den Gästen nach heimischen Rezepturen selbst zubereiteten Speisen und Getränken, machte deutlich, wie gut man sich versteht. Das OHM mit seinen Ausstellungen fand großen Anklang. Gäste-Sprecherin Joyce S. Syfert: „Für künftige Besuche ist ein Abend im OHM für uns alle unverzichtbare Pflicht.“ Nienburg / Weser – Nienburg / Saale Auch in Nienburg / Saale regt sich Interesse, die Städtepartnerschaft wieder zu beleben. Auf dem Empfang aus Anlaß der Pensionierung von Dr. Wilfried Wiesbrock im Weserschlösschen schwelgten Bernburgs Landrat „Ulli“ Gerster und OHM-Chef Dieter Lonchant in alten Karnevalserinnerungen. Hatte man sich doch dereinst mehrfach - mal in Nienburg / Weser, mal in Nienburg / Saale - zu gemeinsamer Narretei getroffen. Zugleich weckte Lonchant Interesse für das historische Traufenhaus. Ergebnis: Das OHM steht auf dem Besuchsprogramm der nächsten Nienburg-Visite der SachsenAnhaltiner ganz oben. Nienburg / Weser – Bartenstein / Bartoszyce Der Partnerschaftsvertrag OHM – Bartenstein / Bartoszyce wird weiter ausgefüllt. Das in Bartenstein geplante „Regionalmuseum Bartoszyce“ soll Wirklichkeit werden. OHM-Beirat Heinz Intemann wird mit einer kleinen Delegation im Frühjahr 2004 erste Gespräche vor Ort führen. Räume sind im historischen Heilsberger Tor vorgesehen. Die alte eichene Einlasstür trägt unverändert die beziehungsreiche Aufschrift: „Heimatmuseum“. LRL


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Ein Denkmal für die Präsidentin?

Mahnmal für die Vertriebenen am Theodor-Heuss-Platz in Berlin

Als in den 80er Jahren die Idee geboren wurde, die Garnisonskirche zu Potsdam in historischer Gestalt wieder erstehen zu lassen, ging Begeisterung um, nicht nur bei Konservativen. Spenden flossen, leider nicht genug. Bis heute zeugt nur ein stählerner Glockenstuhl am einstigen Standort vom geschichtsträchtigen Vorhaben. Das wohl gemeinte Unterfangen kümmert vor sich hin. Als Erika Steinbach, MdB, agile Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, vor drei Jahren den Einfall hatte, ein „Zentrum gegen Vertreibung“ zu schaffen, widerfuhr ihr Zuspruch bei Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen. Geplant wurde ein millionenschweres Projekt in Berlin mit Museum, Bibliothek und weltoffener Bildungsstätte – hochqualifiziertes, zahlreiches und entsprechend teures Personal inbegriffen. Bundesländer und Parteien signalisierten Interesse und Hilfsbereitschaft, allerdings in Grenzen. BdV-Mitglieder überwiesen sogleich ihr Scherflein, Sponsoren verhießen reiche Zubußen. Nun schwächelt der Spendenfluß. Die BdV-Kasse selbst gibt wenig her. Nicht einmal zum Umzug von Bonn in die Hauptstadt hatten die Eigenmittel gereicht. Während nahezu alle bedeutenden Organisationen ihre Residenz in Berlin längst gefunden haben, mußte ausgerechnet der heißeste Befürworter des Regierungssitzes Berlin wegen fehlender Gelder passen. Jetzt sollen Bund und Länder beim Vertreibungszentrum beispringen. Steinbach: „Versprochen ist versprochen“. Doch der Politik geht es nun, da gezahlt werden soll, um Inhalte und Standort. Öffentliche Gelder sollen nur dann fließen, wenn „weltweit alle Vertreibungen des 20sten Jahrhunderts dokumentiert werden“ und „Berlin ist wenig geeignet“, meint man in der Hauptstadt, im Gleichklang mit den geschickt taktierenden Polen. Da gilt es aufzupassen, daß für die Vertreibung der Deutschen überhaupt noch ein Plätzchen bleibt und der Standort nicht nach Auswärts wandert. Mit ihrer Initiative legt die BdV-Präsidentin zugleich Hand an die sechs bedeutenden bisher öffentlich geförderten, landsmannschaftlich orientierten Museen, die bundesweit bereits unter anderem „Flucht und Vertreibung“ dokumentieren. Denn Doppelfinanzierungen durch Bund und Länder wird es künftig nicht geben. Das weiß auch Frau Steinbach. So ist alsbald in den Ländern die Schließung wertvoller Sammlungen zu befürchten, die wegen stark rückläufiger Besucherzahlen aus eigener Kraft nicht überleben können. Dies gilt es rechtzeitig abzuwenden. Auch regt sich politischer Widerstand gegen eine Trägerschaft durch den Bund der Vertriebenen. Alte Feinde finden sich im Vorurteil wieder vereint. Die mühsam errungene öffentliche Akzeptanz der Vertriebenen steht auf dem Spiel. Dem BdV droht Ausgrenzung. Interessierte Kreise favorisieren bereits geschickt das „Deutsche Historische Museum“ als gute Adresse zur Präsentation des Vertreibungsgeschehens. Der Schnellschuß der Präsidentin droht Rohrkrepierer zu werden. Eine gute Idee darf notwendige Weitsicht nicht ersetzen. „Die Frau ist immer für eine Überraschung gut“ meinte kürzlich CDU-Chefin Angela Merkel über Fraktionskollegin Steinbach. Das sagt eine Menge. Bleibt zu hoffen, daß das „Zentrum gegen Vertreibung“ zum Schluß nicht zum Denkmal für die Präsidentin verkümmert. Eine würdige Gedenkstätte haben wir bereits: das Mahnmal auf dem Theodor-Heuss-Platz in Berlin. ....


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Nachtwächter und Feuerwehr im alten Berlin „Berlin Mitte“ um 1850

Ich erinnere mich an meine Kindheit um das Jahr 1845: Die Häuser wurden damals allabendlich Punkt 10.00 Uhr vom Nachtwächter unseres Wohnbezirks „Berlin-Mitte“ verschlossen. Hatte man seinen Hausschlüssel vergessen – er hatte ein fürchterlich großes Volumen - mußte man nach dem Wächter rufen oder ihn herbeipfeifen. Dieser saß gewöhnlich in irgend einem warmen Keller und war sehr ungehalten, denn er mußte sowieso alle Stunde seine Runde machen, wobei er laut die Zeit ausrief. Schrecklich war es, wenn man ihn tuten hörte. Dann war Feuer ausgebrochen und bald hörte man die Pferdespritzen der Feuerwehr durch die Straßen rasseln. Wenn die Gespanne an unserem Haus vorbei rasten, waren wir immer froh, denn es brannte dann nicht bei uns. Vorher hatten die Feuerwächter, die nachts von den Türmen der Kirchen Ausschau hielten, mit ihren Laternen die Nachtwächter auf die Gefahr

aufmerksam gemacht. Bei kleineren Bränden schwenkten sie eine weiße Laterne, bei Großfeuer eine rote. Dazu läuteten sie Sturm von den Türmen. Zugleich gaben Tamboure und Hornisten der Polizeiwachen Alarm. Das alles zusammen ergab einen schauerlichen Klang. Bald rannten die zum Löschdienst verpflichteten Bürger mit Ledereimern aus dem Haus oder schleppten die großen, mit Wasser gefüllten Kübel, die in jeder Straße standen, „Feuertinen“ genannt oder auch die in den Spritzenhäusern aufbewahrten Handspritzen zum Ort des Feuers. Jedes Haus hatte zu diesem Zweck eine Nummer, die die Einsatztage regelte. Da jedoch die Löschgerätschaften oft nicht in Ordnung waren und nur wenige Leute eingesetzt wurden, war manches Haus schon niedergebrannt, ehe die Retter ankamen. Heute, im Jahr 1910, ist das alles viel besser geworden. Agathe Nelli-Ruthenberg

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Wer im Ostdeutschen Heimatmuseum die Abteilung „Ostpreußen – Danzig“ betritt, steht rechter Hand vor einem wandgroßen Diorama, das die Kurische Nehrung mit Fauna und Flora und dem vorgelagerten Haff zeigt. Der Dünenstreifen, 97 km lang und zwischen einem halben und vier km breit, findet bereits in alten Chroniken aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Erwähnung. Er diente einer Heerstraße, die ostwärts nach Memel und Livland führte und die in früher Zeit von litauischen Reitern, später von Ordensrittern benutzt wurde. Auch Alexander von Humboldt fuhr 1829 über die Nehrungsstraße nach St. Petersburg. Seinen Namen erhielt die Landzunge von den Prussen (Nestland = Nehrung) und den im Baltikum beheimateten Kuren, die sich bald fest ansiedelten und mit Letten und Deutschen vermischten. Sie lebten von Fischfang und Ackerbau. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts entstanden beliebte Badeorte. Schon früh wurden Burgen, zum Schutz der schnellen Straßenverbindung und Gasthöfe „Krüge“ zur Versorgung von Pferd und Reiter errichtet: Sarkau, Kunzen, Rossitten, Nidden, Negeln, Karweiten, Schwarzort und Sandkrug. Da einige Stationen bald von der großen Wanderdüne verschüttet wurden, legte man Dünenbefestigungen an und überzog diese mit Gehölzen und Strandhafer, was aber erst im 19. und 20. Jahrhundert zum Erfolg führte.

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Das Kurische Haff, gespeist aus dem Brackwasser der Mündungsarme der Memel, reicht vom Samland in nördlicher Richtung hinauf bis nach Memel, wo es im Memelländer Tief in die Ostsee mündet. Das Westufer erhebt sich bis zum Dünenwall der Nehrung und fällt zuweilen steil ab ins Haff. Die Ostküste ist flach, der Boden schilfig und schwammig. Auf dem Haff kreuzten noch bis zum Ende des 2. Weltkrieges die Kurenkähne mit ihren großen Segeln und geschnitzten, bunten Kurenwimpeln, die den Herkunftsort der Schiffe verrieten. Wegen des Hauptdurchzugsgebietes der Krähenschwärme wurden die Bewohnen am Haff auch „Krähenbieter“ genannt. Düne, Tier- und Pflanzenwelt sind uns geblieben – so wie es das Panorama zeigt. Die Kurenkähne sucht man heute vergebens. LRL

Elche an der samländischen Nordküste


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Verband der Vertriebenen im Landkreis Nienburg (VdV) Kreisvorsitzender Dieter Lonchant, seit 1989 durch einstimmige Wiederwahl im Amt, wurde auf der Hauptversammlung am 17. Oktober 2003 von den Delegierten der Ortsverbände (OV) und Landsmannschaften (LM) erneut einstimmig wiedergewählt (1 Enthaltung). Der weitere Vorstand: Walter Gleich (LM Pom.), Anna Holownia (LM Bln-Brandbg.), Teresa Lonchant (OV Liebenau), Klaus Praßler (LM Schles.), Helmut Schreiber (OV Steimbke), Anton Scherbaum (LM Sudetenld.), Werner Stirnat (LM Ost/Westpr.), Ida Hörner und Peter Ungemach (beide LM Deutsche aus Rußld.). Zugleich wurde die neue Satzung des Verbandes einstimmig gebilligt. Wegen Beitragsforderungen des Landes - BdV war der Nienburger Kreisverband auf der Delegiertenversammlung des VdV – Nienburg mit einstimmigem Beschluß am 3. September 2001 aus dem Kreisvorsitzender Dieter Lonchant Niedersachsen -BdV ausgeschieden. Der Landes - BdV hatte je Mitglied und Monat den Landesbeitrag von ursprünglich 0,60 DM auf 1,20 DM heraufgesetzt. Die Mitglieder aller Ortsverbände hatten die ihnen zugemutete Beitragserhöhung abgelehnt. Da eine Austrittswelle zu befürchten war, mußte der Austritt leider vollzogen werden.

VdV-Ortsverband Eystrup Wie immer gut besucht war die Nachmittagsveranstaltung am 10. Oktober im Gasthaus Brinkmann. Bei leckerem Kuchen und gutem Kaffee fand Vorsitzender Herbert Winkler den rechten Ton für die unbeschwerte, gelungene Veranstaltung. Kreisvorsitzender Dieter Lonchant brachte Grüße aus Nienburg und lobte die Aktivitäten des Vorstandes, besonders die „Reisemarschälle“ Günther Riedewald und Alfred Schindler für ihre gut geplanten und wie immer ausgebuchten Busfahrten.

VdV-Ortsverband Bad Rehburg, Münchehagen, Winzlar

Stellv. Scholz und Vorsitzender Beilfuß im OHM

Herausgeber: in Zusammenarbeit mit dem „Verband der Vertriebenen im Landkreis Nienburg“ (VdV) - Redaktion und Layout: Lutz R. Lonchant Gastkommentator: Leo Warner. Aufl. 700 Expl. Anschrift: Weserstr. 5 - 31582 Nienburg, Tel.: (05021) 91 15 63 oder Tel. / Fax: (05021) 92 44 01. Nächste Ausgabe: Februar 20 04.

Reiseleiter und langjähriger Vorsitzender Ewald Beilfuß fand viel Anklang mit der Tagesfahrt am 12. August 2003 in den Tierpark Stukenbrock. Sowohl Hin- und Rückfahrt bei schönem Wetter durch die malerische Landschaft, als auch die Fahrt durch die Freigehege mit vielen seltenen Tieren, waren ein Erlebnis besonderer Art. Beilfuß, ältester Vorsitzender der Kreis-Nienburger Verbände, gilt als guter Tip für Kurz- und Langreisen. Auch die von ihm gestalteten Treffen im Bad Rehburger Café Hockemeyer erfreuen sich großer Beliebtheit. An der Kaffee-Veranstaltung am 24. Oktober nahmen für den VdV - Kreisverband Anna Holownia und Inge Koslowski teil.


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Der Aufstieg Preußens Teil I (1415 – 1786)

Friedrich II., der „Philosoph von Sanssouci“ und Voltaire

Die Entstehung des preußischen Staates ist das Werk der Hohenzollern, die seit 1415 im Kurfürstentum Brandenburg regierten. Hinzu traten das aus den Resten des Deutschordens-Staates hervorgegangene spätere Ostpreußen, das der Hochmeister Markgraf Albrecht von Brandenburg 1525 in ein weltliches Herzogtum der Hohenzollern verwandelte und das 1618 an Kurbrandenburg fiel, sowie die rheinischwestfälischen Gebiete Kleve, Mark und Ravensberg. Mit dem Großen Kurfürsten (1614 – 1688) begann der Aufstieg des brandenburgisch-preußischen Hohenzollernstaates. Er schuf eine Kriegsflotte mit der er sich 1683 erste Kolonien an der afrikanischen Guineaküste sicherte. Mit seinem schlagkräftigen Heer erwarb er Hinterpommern, Halberstadt, Minden und die Anwartschaft auf das Herzogtum Magdeburg. Friedrich III. (1688 – 1713), eifriger Förderer der geistigen Kultur und bedeutender Bauten, krönte sich 1701 als Friedrich I. in Königsberg zum „König in Preußen“. König Friedrich Wilhelm I. (1713 – 1740), als Soldatenkönig bekannt, schuf in Heerwesen und Verwaltung bei strenger Sparsamkeit und Ordnung dauerhafte Grundlagen für einen auch vom Ausland respektierten selbstbewußt handelnden Staat. Das von ihm geschaffene zur Pflichttreue erzogene Beamtentum wurde Rückgrat des preußischen Staates. 1720 schlug er die Schweden und gewann Vorpommern bis zur Peene. Friedrich II. (1740 – 1786), der Große Friedrich, eroberte er in drei gewaltigen Kriegszügen (1740 – 1763) fast ganz Schlesien von den Österreichern, gewann Westpreußen, erbte Ostfriesland und sicherte für Preußen den Rang einer europäischen Großmacht. Friedrich gewährte volle Glaubens- und Gewissensfreiheit, wurde als „Philosoph von Sanssouci“ europaweit geachtet und war beim Volk als Landesvater außerordentlich beliebt. Bereits zu Lebzeiten wurde Friedrich der Große als der „Alte Fritz“ zur Legende. rt.


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Wilhelm Pleyer:

Karlsbad / Sudetenland

Goethes „Kuren“ zu Karlsbad

Als Goethe im Jahre 1818 zur Kur in Karlsbad weilte, besuchte ihn regelmäßig sein Leibarzt, der weimarische Hofmedikus Dr. Wilhelm Rehbein, der wie gewöhnlich mit ihm gekommen war. Er traf Goethe bei bester Laune an, die sich ohne weiteres aus der Flasche Wein erklären ließ, die Goethe vor sich stehen hatte. Der Geheimrat schenkte dem Arzt ein und forderte ihn auf, mit ihm auf die Gesundheit zu trinken. Sein Zungenschlag verriet, daß er auch allein dem guten Tropfen kräftig zugesprochen hatte. Der Arzt verwunderte sich und fragte den Geheimrat, was denn eigentlich los sei. Goethe ließ ihn wissen, er habe Geburtstag. Doktor Rehbein stellte sofort richtig: „Exzellenz, Sie irren, heute ist doch nicht der 28. August!“ – „Was, nicht mein Geburtstag“, entgegnete Goethe und begab sich mit schwankenden Schritten zum Wandkalender. Mit nachdenklicher, ernster Mine kam er zurück. „Nun, da schau mal einer an!“ sagte er. „Da hab ich mich heute umsonst besoffen.“ Tags darauf liebäugelte Goethe mit einer reizenden jungen Dame und kam alsbald auch ins Gespräch. Die Schöne wußte, daß er ein berühmter Dichter war und versicherte, sie habe alle seine Werke mit großem Vergnügen gelesen. Auch „Die Glocke“, (allerdings ein Werk Friedrich Schillers). Goethe fand das schlanke Wesen reizend und in Erwartung schöner Stunden, verzieh er die Unkenntnis, obwohl er zu dieser Zeit gerade mit Schiller nichts im Sinn hatte. Bald darauf wurde ihm eine dicke Bankiersgattin aus Prag vorgestellt, die sich ebenso bewandert ausgab in des Dichters Werken. Goethe fand allein wegen ihrer üppigen Leibesfülle wenig Gefallen an der Dame. Als diese dann - in Begeisterung erglühend - auch noch begann, eine von ihr Goethe zugeschriebene Gedichtzeile zu zitieren, ergriff er unter Verzicht auf möglich Genüsse sofort die Flucht: „Fest gemauert in der Erden, steht die Form aus Lehm gebrannt ...!“ LRL

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E Aus der Sonderausstellung

von Dieter Lonchant

Der deutsche Groß-Segler „Preussen“ Weiße Segel über blauen Wogen: Das Fünfmastvollschiff „ Preussen“, 5.800 BRT, 6.806 qm Segelfläche, Breite 16,4 m, Länge ü. Alles 133 m.

Seine Feinde waren keine gegnerischen Kriegsschiffe, sondern einzig und allein die tobenden Naturgewalten und menschliches Versagen. Im Mai 1902 lief der größte Segler seiner Zeit, das Fünfmastvollschiff bei Johann C. Tecklenborg in Geestmünde vom Stapel und erhielt den Namen „Preussen“. Schon zwei Monate später zog es als Frachtsegler über die Meere und die harten Männer der Crew bewiesen auf unzähligen weiten Reisen, daß sie mit ihrem stolzen Schiff umzugehen verstanden. Mehr als einmal betrug die zurückgelegte Fahrtroute über 10.000 Seemeilen und unzählige Male durchschnitt der Steven der „Preussen“ die Wogen der berüchtigtsten Schifffahrtsstraße der Welt um Kap Hoorn. Schnelligkeitsrekorde des alsbald berühmten Vollschiffes waren dabei an der Tagesordnung. Im November 1910 beendete ein jäher Schicksalsschlag das Leben des stolzen Windjammers: Am 31. Oktober läuft die „Preussen“ in Hamburg mit 8.000 Tonnen gemischter Ladung aus. Der mächtige Laderaum ist bis an die Raumbalken mit Koks und Zement vollgepackt, während ein aus verschiedenen Stücken bestehendes Frachtgut das Zwischendeck füllt, darunter Klaviere, die zum Weihnachtsfest in Chile erwartet werden. Starke Schlepper ziehen das Schiff die Elbe herauf und durch den Kanal. Am 5. November um 22.00 Uhr löst man die Leinen und geht mit eigener Segelkraft auf Fahrt. Es herrscht dichter Nebel. Wenige Stunden später wird die „Preussen“ durch einen heftigen Stoß und fürchterliches Krachen erschüttert. Sie ist mit dem unaufmerksamen englischen Dampfer „Brighton“ kollidiert. Schwer beschädigt kann sie noch aus eigener Kraft die englische Küste erreichen aber dort strandet sie. Der größte Teil der Ladung kann geborgen werden. Doch das Schiff selbst geht verloren. Am 16. Dezember 1910 sinkt die „Preussen“ im Sturm bei den Felsen von Dover. Ein maßstabgerechtes Modell des Groß-Seglers mit Bildern und seiner Geschichte präsentiert das OHM im Rahmen seiner derzeitigen Sonderausstellung, die über 40 Schiffstypen in Modellen und Texten, einschließlich interessanter Exponate aus alter und neuer Zeit vorstellt.


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Verband der Vertriebenen im Landkreis Nienburg (VdV) Kreisverband Vorsitzender Dieter Lonchant ERB  24. Nov. 18.00 Uhr Traufenhaus Nienburg OHM-Club, Teresa Lonchant: Kulinarien zum Advent“  

29. Dez. 18.00 Uhr Traufenhaus Nienburg OHM-Club, Diethard Würke: „Literarischer Kaminabend“ 26. Jan. 04 18.00 Uhr Traufenhaus Nienburg OHM-Club, Programm in Vorbereitung

Ortsverbände im VdV ORTSVERBAND EYSTRUP Vorsitzender Herbert Winkler  

07. Dez. 15.00 Uhr Gasthaus Brinkmann Eystrup, Vorweihnachtsfeier 25. Jan. 04 15.00 Uhr Gasthaus Brinkmann Eystrup, Jahreshauptversammlung

ORTSVERBAND STEIMBKE Vorsitzender Gotthard Simon V  03. Dez. 15.00 Uhr Gasthaus Duensing Steimbke, Adventsfeier ORTSVERBAND REHBURG Vorsitzender Gerhard Bartsch 

13. Dez.

15.00 Uhr Katholisches Pfarrheim Stadt Rehburg, Adventsfeier

ORTSVERBAND WINZLAR / BAD REHBURG Vorsitzender Ewald Beilfuß 

12. Dez.

15.00 Uhr Kaffee Hockemeyer Bad Rehburg, Adventsfeier

ORTSVERBAND MARKLOHE Vorsitzender Günter Fischer 

noch kein Termin

ORTSVERBAND LIEBENAU Vorsitzende Teresa Lonchant 

11.. Dez.

16.00 Uhr Hotel Sieling Liebenau, Adventsfeier

ORTSVERBAND STEYERBERG Vorsitzender Georg Walter 

14. Dez.

15.00 Uhr Deutsches Haus Steyerberg, Adventsfeier

ORTSVERBAND UCHTE Vorsitzender Willi Joseph 

17. Dez.

15.00 Uhr Gasthaus Hofmeister Uchte, Adventsfeier

ORTSVERBAND DIEPENAU Vorsitzende Hilde Exner 

noch kein Termin

Landsmannschaften im VdV LM BERLIN – BRANDENBURG Vorsitzende Anna Holownia 

03. Dez.

18.00 Uhr Traufenhaus Nienburg Adventsfeier

LM OST / WESTPREUSSEN - WEICHSEL / WARTHELAND Vors. K.-H. Artischewski   

21. Nov. 15.00 Uhr Traufenhaus Nienburg, Schabberstunde 20. Dez.. 15.00 Uhr Kanu-Club Nienburg, Adventsfeier 16. Jan. 04 15.00 Uhr Traufenhaus Nienburg, Schabberstunde

LM POMMERN Vorsitzender Walter Gleich  

04. Dez. 16.00 Uhr Hotel „Zur Sonne“ Nienburg, Adventsfeier 08. Jan. 04 15.00 Uhr Traufenhaus Nienburg, „Pommernnachmittag“

LM SCHLESIEN / HEIMATGRUPPE RÜBEZAHL Vorsitzende Christa Hahm 

07. Dez.

15.00 Uhr Bürgerhalle Nienburg Adventsfeier

LM SUDETENLAND Vorsitzender Friedrich Schmidt 

noch kein Termin

LM DEUTSCHE AUS RUSSLAND Vorsitzender Wendelin Jundt 

noch kein Termin

Museumsleiter Dieter Lonchant 

Dienstag, 03. Februar 2004, 18.00 Uhr Traufenhaus Nienburg Sonderveranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Nienburg

Maximilian Heidenreich, Fregattenkapitän Deutsche Marine Wilhelmshaven, ehem. Kommandant des Bundesmarine-Versorgers „Nienburg“: „Einsatz vor Mogadischu / Somalia“ Dieter Lonchant: „Faszination Seefahrt“, Führung durch die Ausstellung „Schiffe & Schicksale“


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Köstlichkeiten aus Schlesien Tipps vom Fach:

Chefköchin Teresa Lonchant

. .

Der

stellt vor:

Kartoffelklöße „Schlesische Klößel“ Zutaten: 1 kg Pellkartoffeln, 250 g Mehl oder 200 g Grieß, 1 Ei, evtl. Semmelwürfel und etwas Butter. Anwendung: Die gekochten, geschälten Kartoffeln stampfen oder durch die Kartoffelpresse drücken, mit Mehl oder Grieß, Salz und Ei vermischen und rasch zu einem Teig kneten, der nicht an den Händen kleben darf – sonst noch etwas Mehl oder Grieß hinzufügen. Einen Probekloß formen, ihn in Mehl wälzen, sofort in kochendes Salzwasser einlegen und auf kleiner Flamme aufgedeckt etwa 15 Minuten gar ziehen lassen. Wenn der Kloß zu weich wird, dem Teig noch etwas Mehl oder Grieß hinzufügen. Nun von dem Teig 4 bis 5 cm dicke Rollen formen und davon Klöße abschneiden. Zur Verfeinerung können in Butter angeröstete Semmelwürfel in die Mitte eines jeden Kloßes eingerollt werden. Vor dem Einlegen in kochendes Salzwasser jeden Kloß in Mehl wälzen. Es muß darauf geachtet werden, daß die Klöße sofort nach der Zubereitung ins kochende Salzwasser kommen, also rechtzeitig das Wasser aufsetzen! Wieder auf kleiner Flamme aufgedeckt 15 Minuten gar ziehen lassen. Guten Appetit!

Das -Team wünscht Ihnen . ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten „Rutsch“ in das neue Jahr!


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Dritte „Promi“-Runde erneut voller Erfolg Weserrundfahrt, Vortrag, Diskussion und geselliges Miteinander mit Imbiß und gutem Schluck im OHM. Sie waren dabei: Manfred Bertram, Bernd Brieber, Walter Bücker, Harald Ellmenreich, Harald Frerking, Maximilian Heidenreich, Heinz Intemann, Dieter Isensee, Horst Karrasch, Heinz Katthöfer, Dieter und Teresa Lonchant, Gerhard Lilje, Jürgen Lucas, Dr. Eilert Ommen, Gunter Rahlfs, Wilhelm Schlemmermeyer, Lutz Sass. (nicht auf dem Foto): Sebastian Edathy, Heinrich Eggers, Gero Sommerfeld, Karl-Heinz Schroeder, Manfred Tannhauer.

Nach den „Promi“-Runden mit dem ehemaligen Berliner Innensenator Heinrich Lummer („Sicherheit und Ordnung“), dem seinerzeitigen polnischen Landrat Janusz Dabrowski, Bartenstein / Bartoszyce Ostpreußen („Von der Völkerverständigung zur Freundschaft“) ging´s bei der dritten Runde um die Seefahrt. Passend zur OHM-Ausstellung „Schiffe & Schicksale“ standen im Mittelpunkt Schiffe, die den Namen „Nienburg“ trugen, sowie Windjammer und Motorschiffe, zu denen Nienburger Seeleute Bindungen hatten und haben. VIPs der Runde und zugleich Referenten waren die Fregattenkapitäne Maximilian Heidenreich und Harald Ellmenreich, ehemalige Kommandanten des Bundesmarine-Trossschiffes „Nienburg“, das verkauft, heute unter kolumbianischer Flagge Dienst tut. Spannend und aufschlußreich waren die Berichte über die Reisen des Marine-Versorgers, insbesondere über den Einsatz der „Nienburg“ beim Entsatz deutscher Soldaten bei den Unruhen in Mogadischu / Somalia. Organisator, OHM-Beirat Gero Sommerfeld, hatte 22 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, denen OHM-Chef Dieter Lonchant das OHM und sein Wirken vorstellte. Nach einer amüsanten, vom Wetter begünstigten Weserfahrt auf der Privat-Yacht „Kleine Nienburgerin“ und nach Vorträgen und Diskussionen, endete drr Abend bei bester Laune. Die Zahl der OHM-Mitglieder wurde vermehrt. Das Museum hat erneut Freunde hinzugewonnen. LRL

Neue Zeitung Nr. 08 2. Jahrgang 2003  

Informationen des Ostdeutschen Heimatmuseums

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