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GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

 Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Großformatplakat unserer Kampagne »Echte Teilhabe!« in einem Stuttgarter U-Bahnhof.

Um angemessen auf die neuen Herausforderungen im Bildungsbereich zu reagieren, haben wir im Jahr 2016 das Programm »Echte Teilhabe!« entwickelt und mit einer Kampagne begleitet. In diesem Programm arbeiten Fellows hauptsächlich in Vorbereitungsklassen, wo sie zugewanderte Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb, der Integration ins Schulumfeld und der Planung ihres Bildungswegs unterstützen. Unsere Vision basiert auf dem Grundsatz, dass kein Kind zurückbleiben darf – ein jedes hat das Recht, die gleichen Chancen auf gute Bildung und auf volle gesellschaftliche Teilhabe zu erhalten.

Unsere Vision

 Jedes Kind verlässt die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg.


Vorwort GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

Liebe Leserin, lieber Leser, das Schuljahr 2015 / 2016 war für Teach First Deutschland ein besonderes. In Zeiten, in denen die Welt sich ein wenig schneller zu drehen schien als sonst und unsere Gesellschaft, aber im Besonderen auch unsere Schulen, vor ganz neuen Herausforderungen standen, hat sich auch die Arbeit unserer Organisation verändert. Unser Selbstverständnis indes ist geblieben: Bei Teach First Deutschland arbeiten wir dafür, dass jedes Kind ungeachtet seiner Herkunft eine gute Schulbildung erhält, damit es im Leben seinen eigenen Weg gehen kann.  Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg ein bundesweit einzigartiges Programm aufgelegt, um Schulen bei der Aufgabe zu unterstützen, Schülerinnen und Schülern mit Flucht­ erfahrung einen erfolgreichen Start im Schulsystem zu ermöglichen. Sprachförderung steht hierbei klar im Mittelpunkt, aber wir konnten darüber hinaus auch zahlreiche Methoden testen, die neben der fachlichen auch eine soziale Integration fördern.  Insgesamt konnten wir 90 Fellows an Schulen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin und Hessen schicken. Dies ist bisher unser größter Jahrgang und wir sind sehr zufrieden damit, dass sich weiterhin so viele begeisterte – aber auch begeisternde – Talente für die Arbeit an Schulen entscheiden.  Teach First Deutschland hat das erste Jahr seiner 5-Jahres-Strategie »Stärken, Wirken, Wachsen« abgeschlossen. Wir haben viele unserer Ziele erreichen können, insbesondere haben wir autonome Landes­programme aufgebaut, die nun viel passgenauere Antworten auf die Herausforderungen in den Schulen vor Ort finden können. Wir sind stolz darauf, dass wir neue Partner für unsere Arbeit gewinnen konnten, und freuen uns sehr, dass verstärkt regionale Förderer von uns überzeugt sind. Sehr dankbar sind wir all den Unternehmen und Stiftungen, die durch ihre tatkräftige Hilfe dazu beigetragen haben, dass wir in diesem Jahr flexibel rea­ gieren konnten, als unsere Partner in den Schulen es am dringendsten brauchten.  Im kommenden Jahr wollen wir uns Zeit nehmen, von den Innovationen zu lernen und unser Programm weiter an die Bedarfe der Schulen anzupassen. Wir wollen weiterhin langfristige Partnerschaften mit Bundesländern und Förderern aufbauen und so die Grundlagen für ein planvolles, zielgerichtetes Wachstum legen.  Das vergangene Jahr hat Teach First Deutschland verändert, und wir sind sicher: diese Veränderung ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden uns weiter wandeln, und wir tun das gerne, um unsere Partnerschulen noch besser zu unterstützen und den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen, zu der wir in der Lage sind.   Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre!  Herzlich, 

  Ulf Matysiak Geschäftsführender Gesellschafter

Impressum: Teach First Deutschland gemeinnützige GmbH | Hauptsitz: Berlin | Amtsgericht Berlin Charlottenburg, HRB 115905 B | Geschäftsführender Gesellschafter: Ulf Matysiak | Dessauer Straße 28 – 29 10963 Berlin | Telefon / Fax 030 – 26 39 760 -0 / -29 | info@teachfirst.de | www.teachfirst.de | V. i. S. d. P.: Dr. Tobias Ernst | Redaktion: Dr. Tobias Ernst, Anna Leonie Birkholz | Gestaltung: Carolin Oelsner, www.carolin-oelsner.de | Druck: Druckerei Laserline, Berlin | Berlin, März 2017 Bildnachweise: Titel: kemnitzmares GmbH | Seite 2: Bild links sowie Bild rechts: Teach First Deutschland | Seite 6: Bilder oben: Teach For All sowie Teach For All-Partner | Bilder links: spdfraktion.de | Bilder rechts: Deutsches Lehrerforum / Martin Magunia sowie Teach First Deutschland | Seite 8 / 9: Vensenya | Seite 9: Bild rechts unten: Kai Nedden | Seite 12: Teach First Deutschland Spendenkonto: Teach First Deutschland gemeinnützige GmbH | Deutsche Bank Berlin | IBAN: DE38 1007 0124 0111 9114 00 | BIC / SWIFT: DEUTDEDB101


In einem Alter von 15 Jahren erreicht jeder sechste Jugendliche in Deutschland nicht das Grundkompetenzniveau Mathematik. 2

»Im OECD-Raum erzielen sozioökonomisch bessergestellte Schülerinnen und Schüler im Bereich Naturwissenschaften durchschnittlich 38 Punkte mehr als Schülerinnen und Schüler aus weniger begünstig­ten Verhältnissen, was einem Leistungsvorsprung von über einem Schuljahr entspricht. In Deutschland ist diese Differenz mit 42 Punkten größer als im OECD-­ Durchschnitt.«1

Jeder siebte junge Erwachsene (20 – 29 Jahre) hat keinen Berufsabschluss.4 Die beruflichen Perspektiven sind für diese Menschen stark eingeschränkt. Zwischen 17 und 20 % der Kinder und Jugendlichen gehören konstant zur sogenannten Risikogruppe. Das bedeutet laut PISA, dass diese Bevölkerungsgruppe wahrscheinlich keine Ausbildung abschließen wird, da sie schlichtweg nicht auf den Ausbildungsmarkt vorbereitet ist.5 Der sozioökonomische Hintergrund des Elternhauses bestimmt in Deutschland nach wie vor den Bildungserfolg von Kindern und Jugend­ lichen: Er ist verantwortlich für einen Anteil von 16 % der Varianz in den Schülerleistungen. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 13 %.6 Ulf Matysiak: »Sich damit zufriedenzugeben, dass wir in Deutschland davon aus­gehen müssen, dass Kinder aus sozioökonomisch schlechter gestellten Ver­hältnissen im Mittel ein Jahr hinter ihren Mitschülern liegen, wäre fatal.«  

1 OECD PISA ERGEBNISSE (06.12.2016) Die PISA-Studie vergleicht die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern aus 72 Ländern. Die letzte Erhebung, deren Ergebnisse im Dezember 2016 veröffentlicht wurden, konzentrierte sich auf naturwissenschaftliche Fächer.

3 AGENTUR FÜR ARBEIT (2016)

2 EBD.

6 EBD.

4 P ROF. EM. DR. KLAUS KLEMM: BILDUNGSGIPFEL-BILANZ 2014 – DIE UMSETZUNG DER ZIELE DES DRESDNER BILDUNGSGIPFELS, 2014. 5 OECD PISA ERGEBNISSE (06.12.2016)

Die Fakten

Die soziale Herkunft bestimmt noch immer den Bildungserfolg


Die Fakten

Für Kinder mit Migrations­ hintergrund sind die Chancen besonders schlecht. Laut PISA weisen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ein deutliches Leistungsgefälle mit einer Leistungslücke von über einem Jahr gegenüber dem Durchschnittsschüler auf, doch die Ursache für diese Ergebnisse ist nicht primär der Migrationshintergrund. Es ist vor allem der soziale Status, der hierzulande über den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen entscheidet;

UNICEF schätzt, dass im Jahr 2016 in Deutschland etwa

¼ Mio.

so sehr, dass wir auch hier schlechter sind als der OECD-Durchschnitt. Das bedeutet, dass wir einerseits bezüglich beider Gruppen vor den gleichen Herausforderungen stehen, sowie andererseits, dass viele junge Menschen zweifach benachteiligt sind.1

Die UNO geht davon aus, dass etwa

die Hälfte aller weltweit flüchtenden Menschen unter

18 Jahren alt sind, also laut der

GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

Kinder und Jugendliche Schutz vor Krieg, UN-Kinderrechts­konvention als Kinder Verfolgung und Not suchen.2 bezeichnet werden können.3

In Deutschland erzielen Schülerinnen und Schüler mit Mi­grationshintergrund durch­schnittlich 72 Punkte weniger als solche ohne Migrations­hintergrund.4

1 OECD PISA ERGEBNISSE (06.12.2016) 2 HT TPS://WWW.UNICEF.DE/FLÜCHTLINGSKINDER 3 HT TPS://WWW.UNO-FLUECHTLINGSHILFE.DE/FLUECHTLINGE/THEMEN/FLUECHTLINGSKINDER.HTML 4 OECD PISA ERGEBNISSE (06.12.2016)


Die Fakten

Der Anteil junger Menschen bis zum 29. Lebensjahr, die weder in Arbeit noch in Ausbildung sind, betrug 2016 in Deutschland rund 9 % bzw. 1,2 Millionen.1

Bildungsarmut führt zu echter Armut

»Bundesweit nimmt die Kinderarmut zu. Fast zwei Millionen Kinder in Deutschland wachsen in Familien auf, die von staatlicher Grundsicherung leben. 14,7 Prozent der unter 18-Jährigen sind 2015 im Bundesdurchschnitt auf Hartz IV angewiesen. Dieser Anteil ist leicht gestiegen, im Jahr 2011 waren es 14,3 Prozent. In neun von 16 Bundesländern ist der Anteil von Kindern in staatlicher Grund­sicherung zwischen 2011 und 2015 gestiegen.«2

Jugendliche, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, erreichen nicht die nötige Voraussetzung, um ihre berufliche Laufbahn zu bestimmen und ihren Lebens­unterhalt selbst zu verdienen. Ohne Abschluss ist der Beginn einer Ausbildung fast unmöglich und führt zu Arbeitslosigkeit und Armut: Fast die Hälfte aller Arbeitslosen sind Geringqualifizierte, fast jeder Fünfte ohne Berufsabschluss bleibt dauerhaft arbeitslos.3 Gleichzeitig fehlen der Wirtschaft qualifizierte Arbeitnehmer.

ARBEITSLOSENQUOTE 4

20,3% BEI MENSCHEN OHNE BERUFSABSCHLUSS

4,6%

BEI MENSCHEN MIT EINER BERUFLICHEN AUSBILDUNG

2,4 %

BEI MENSCHEN MIT AKADEMISCHEM ABSCHLUSS

14,3%

Rendite

beträgt die von öffentlichen Investitionen in Kitas und Schulen; bereits nach 11 Jahren haben sich solche Investitio­nen amortisiert.5

Amortisationszeit: 11 Jahre

1 OECD (2017), YOUTH NOT IN EMPLOYMENT, EDUCATION OR TRAINING (NEET)  2 HT TPS://WWW.BERTELSMANN-STIFTUNG.DE/DE/PRESSE/PRESSEMIT TEILUNGEN/PRESSEMIT TEILUNG/PID/STEIGENDE-KINDERARMUT-BEEINTRAECHTIGT-CHANCEN-­F UERS-GANZE-LEBEN/ 3 AGENTUR FÜR ARBEIT (2016)  4 HT TP://DOKU.IAB.DE/ARBEITSMARKTDATEN/QUALO_2016.PDF 5 K REBS/MARTIN SCHEFFEL 2016: QUANTIFIZIERUNG DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN UND FISKALISCHEN EFFEKTE AUSGEWÄHLTER INFRASTRUKTUR- UND BILDUNGSINVESTITIONEN IN DEUTSCHL AND, IM AUFTRAG DES BUNDESIWIRTSCHAFTSMINISTERIUM HT TP://KREBS.VWL.UNI-MANNHEIM.DE/FILEADMIN/USER_UPLOAD/KREBS/PDF/BMWI_FINAL_2.PDF


Wirkungsbilanz GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

TEACH FOR ALL

Teach First Deutschland ist Mitglied des globalen Netzwerks Teach For All, welches mittlerweile 42 Länder umfasst. Jährlich lädt Teach For All zur sogenannten Global Conference ein. Im Jahr 2016 stand diese unter dem Motto Reimagining Education und fand mit rund 400 Teilnehmenden in Blagoevgrad, Bulgarien statt. Teach First Deutschland wurde vertreten durch Ulf Matysiak, Tobias Ernst und Pia Amelung, Alumna und Mitglied unseres Aufsichtsrates. Besonders im Fokus stand die Frage, wie sich vor dem Hintergrund der globalen Veränderungen in unseren Lebens- und Arbeitswelten unser Bildungsziel verändern muss; ebenso wie die Art und Weise, wie wir Lernen organisieren. Um dieses Thema zu vertiefen und einen noch besseren Austausch dazu im internationalen Netzwerk gewährleisten zu können, hat Teach For All ein neues Learning Lab gegründet – in welches sich Teach First Deutschland intensiv einbringen wird. http://teachforall.org/en

Strategische Partner und Netzwerke BUNDESVERBAND INNOVATIVE BILDUNGSPROGRAMME E.V.

Wir sind eines der Gründungsmitglieder des Bundesverbandes Inno­ vative Bildungsprogramme e. V. Dieser ist der Zusammenschluss der wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Schulentwicklungs- und Schul­ unterstützungsprogramme. Der Bundesverband tritt dafür ein, dass unser Bildungssystem weit mehr als bisher Chancengerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen sicherstellt. Kinder und Jugendliche müssen auf die Anforderungen einer sich rasant ändernden Welt gut vorbereitet werden, sodass sie handlungsfähig im Sinne von gesellschaftlicher Teilhabe sind. Die Mitgliedsorganisationen arbeiten bundesweit in Schulen und im schulnahen Bereich. Die Wirkung der Arbeit aller Mitgliedsorganisationen ist evaluiert. Der Bundesverband ist die bisher fehlende, nun gebündelte nationale Stimme für ein chancengerechtes und innovatives Bildungssystem. Ein erster öffentlicher Austausch mit der Politik fand bereits im Dezember 2016 statt: Der Bundesverband mitsamt seinen Mitgliedern wurde im Rahmen der Dialogkonferenz »Chancengerechtigkeit und Bildungserfolg: Was kann gesellschaftliches Engagement im Bildungssystem leisten?« in den Deutschen Bundestag eingeladen. Dort wurde u. a. mit Manuela Schwesig, Sandra Scheeres, Hubertus Heil und Oliver Kaczmarek diskutiert, inwiefern die Politik die Arbeit innovativer Bildungsini­tiativen besser unterstützen kann. DEUTSCHES LEHRERFORUM Das Deutsche Lehrerforum ist eine 2015 gegründete Initiative für engagierte Lehrkräfte http://www.innovativebildung.de aller Schulformen. Es fördert den bundesweiten Austausch. Die Vernetzung trägt zur der Wertschätzung ihrer Arbeit und ihres Engagements bei und positioniert ihre Anliegen gegenüber der Politik, Lehrerbildung und Öffentlichkeit. Das Deutsche Lehrerforum ist eine »selbst gestaltete Plattform«, um die Arbeit als Lehrkraft im kollegialen Miteinander weiterzuentwickeln, Handlungsempfehlungen zu formulieren und Ideen in die Breite zu tragen. Insoweit trägt das Deutsche Lehrerforum mittelbar auch zur Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie zur Lehrerfortbildung bei, ohne eine Fortbildungsinstitution zu sein. Es richtet sich an erfahrene Lehrkräfte ebenso wie an engagierte Referendarinnen und Referendare, Lehramtsstudierende und Junglehrerinnen und -lehrer aller Fächer und Schulformen. So nahmen auch im Jahr 2016 wieder Teammitglieder, Fellows und Alumni von Teach First Deutschland am zweiten Deutschen Lehrerforum in Königswinter bei Bonn teil. Das Deutsche Lehrerforum ist eine gemeinsame Initiative von Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen, Heraeus Bildungsstiftung, Stiftung Bildung und Gesellschaft, Stiftung Mercator, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Teach First Deutschland, Vodafone Stiftung Deutschland und Wübben Stiftung. Die Koordination und anlassbezogene Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit zum Deutschen Lehrerforum liegt bei der Stiftung Bildung und Gesellschaft. http://deutsches-lehrerforum.de


82,3 % 81,6 % 56,5 % 50,6 %

unserer Schüler*innen sind sich sicher, dass sie ihren Schulabschluss schaffen werden.

unserer Schüler*innen geben an, dass sie selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben führen.

unserer Schüler*innen wollen sich in ihrem Leben für andere einsetzen.

unserer Schüler*innen sagen, dass sie sich im letzten Jahr in Mathe verbessert haben.

»Sie haben den Unterricht immer gut und interessant gestaltet.«

»Dass Sie ein ganz tolles Lernteam waren und weiter so machen sollen. Man hat sehr viel total gut verstanden und das fand ich mega gut!!! Sie haben einen auch immer gelobt, und allgemein das gute Feedback hat einen motiviert weiter zu machen / lernen!«

»Sie waren sehr nett und haben mir immer geholfen als ich Hilfe gebraucht hatte. Vielen Dank euch.«

SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER

»Die Fellows sind alle super nett [und] sympathisch […]. Die können dazu auch noch super die Aufgaben erklären. Top Leistung.«

»Person, Aufgabe und ›Begabung‹ passen 100 Prozent zu uns!« »Wir wollen unbedingt wieder einen Fellow für unsere Schule. Die Arbeit, die bisher geleistet wurde, ist so wertvoll für unsere Schüler, dass wir nicht darauf verzichten können und wollen.«

SCHULLEITUNGEN

»Er bekommt mit seinem Blick von außen aber auch mit, was die Probleme an Schulen heutzutage wirklich sind und ist somit ein professioneller Vermittler zwischen ›den Fronten‹.« »… eine Erfolgsgeschichte – 4-fach! – Die inzwischen 4 Fellows an unserer Schule waren jeder für sich ›ein Trumpf‹ in unserer pädagogischen Arbeit. Vom Rugby-­ Angebot oder dem Angelkurs bis zum kompetent geführten Förderkurs, von der Unterstützung im Klassenraum im Co-Teaching bis zur Mitgründung der gsm-­ Company und dem Gewinn des Schulpreises der Hamburger Wirtschaft – jedem einzelnen unserer Fellows konnten wir Gelegenheit geben, seine Stärken bei uns zu zeigen und weiter zu entwickeln – eine Win-Win-Erfahrung für beide Seiten! Teach First Deutschland ist das beste Unterstützungsprogramm für Schule, das ich kenne. Außerdem leistet es sowohl für die Gesellschaft insgesamt als auch für den einzelnen jungen Menschen wertvolle Dienste: Die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft ist heute nicht mehr so oft zu finden. Deshalb tun die Fellows den Schulen so unglaublich gut!« »Die Fellows erweitern das Spektrum der Perspektiven auf Schülerinnen und Schüler und deren Handeln. Sie ergänzen Kompetenzen, die in der Schule sonst nicht vorhanden wäre. Fellows sind zuverlässige, engagierte und kreative Partner in der Schulentwicklung.«

»Ich möchte über meine Lehrerinnen einiges sagen. Ich finde meine Lehrerinnen waren die nettesten Lehrerinnen. Die waren immer für mich da egal was passiert ist. Die haben mir Mut und viel Erfolg gegeben. Ich habe mich mit meinen Lehrerinnen sehr wohl gefühlt. Ich habe mich nie geschämt. Wir hatten alle zusammen sehr spaßige zwei Wochen aus meiner Sicht.«

»Wir können anderen Schulen nur empfehlen, sich mit einem Fellow-­Einsatz zu beschäftigen. Für unsere Schule und die Schulgemeinschaft ist die Kooperation mit Teach First Deutschland und die konkrete Zusammenarbeit mit dem Fellow ein richtiger Gewinn.«

»Unser Fellow hat das Kollegium begleitet und die Schüler in den zentralen Aspekten ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung tatkräftig unterstützt und gefördert. – Wir würden uns eine Verlängerung des Projekts an unserer Schule wünschen.« »Durch ihr Studium können Fellows andere Schwerpunktsetzungen in Schule einbringen, die über das Lehramtsstudium nicht zu bekommen sind.« »Unser Fellow realisiert für die Schule Projekte, die wir aus eigenem Antrieb heraus nicht angegangen wären.« »Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Fellow-­Programm sind insgesamt positiv, da unser Fellow durch sein Alter und seine Stellung (eben nicht als Lehrer) einen anderen Zugang zu den Schülern hat und unsere Arbeit somit unterstützt.« »Der uns zugeteilte Fellow war eine Bereicherung für das Schulleben. Er fand schnell sowohl seinen Platz im Kollegium als auch eine vertrauensvolle Basis in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Fellows bringen Leben in die Schule mit ihren mannigfaltigen Kompetenzen. Unser Fellow unterstützte u. a. unsere Schülerinnen und Schüler bei den Vorbereitungen (Lerncamp) zu den Zentralen Abschlussprüfungen mit dem Ergebnis einer hohen Zahl an Qualifikationen für die Sekundarstufe II bzw. mit weniger Schülerinnen und Schülern ohne Abschluss.«

DER FELLOW …

STIMME TEILWEISE ZU

STIMME ÜBERWIEGEND ZU

STIMME VÖLLIG ZU

DURCHSCHNITT (1–5)

… nimmt die Bedürfnisse der Schüler*innen ernst.

2

6

67

4,87

… geht gut auf die Schüler*innen ein.

0

13

60

4,75

… hilft unserer Schule, Schüler*innen im Unterricht besser zu fördern.

1

10

62

4,76

… steigert das Selbstbewusstsein der Schüler*innen, mit denen er eng gearbietet hat.

2

20

51

4,59

75 PERSONEN HABEN AN DER UMFRAGE TEILGENOMMEN.

Wirkungsbilanz

Stimmen aus der Schule


Special Feature »Alumni« GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

Unsere Alumni als Bildungsbotschafter Von ›Ich kann das nicht‹ zu ›Ich nehme die Herausforderung an‹ Alles nur eine Frage der Einstellung?

In seiner Einsatzzeit als Teach First Deutschland Fellow an einer Hauptschule entdeckte Simon Turschner, welches Potenzial in ›benachteiligten‹ Jugendlichen steckt – und was sie daran hindert, dieses zu entfalten. Aus seinen Erfahrungen heraus entstand 2012 das innovative Social Startup VENSENYA. DAS SCHLÜSSELERLEBNIS

Als Teach First Deutschland Fellow setzte sich Simon Turschner für zwei Jahre an einer Kölner Hauptschule für das Ziel ein, seinen Schülerinnen und Schülern einen Abschluss sowie den Anschluss in das Leben nach der Schulzeit zu ermöglichen. Fellows arbeiten außerdem daran, gemeinsam mit den Jugendlichen deren Potenziale zu erkennen, diese ernst zu nehmen und zu entfalten. Während dieser Einsatzzeit als Fellow erlebte Turschner das Schlüsselerlebnis, das ihn zur Gründung des Social Startups VENSENYA motivierte. »Ich hörte die Worte ›Hinter eines Baumes Rinde‹ unterlegt mit Hip-Hop-Beats – einer meiner Schüler spielte mir mit bescheidenem Stolz ein Lied auf seinem Handy vor. Es war seine Stimme. Treffsicher auf den Beat rappte er die Zeilen aus Die Made von Heinz Erhardt. Ich habe meinen Ohren kaum trauen können«, berichtet Turschner. In der Individuellen Förderung hatte er dem Schüler das Gedicht näher gebracht. Alles andere hatte der Jugendliche jedoch selbst beigesteuert: »Er hat das Gedicht auswendig gelernt, seinen eigenen Beat gebastelt, ist in ein Studio gegangen und hat das Gedicht dort aufgenommen.« Turschner

schließt mit einem zufriedenen Lächeln: »Vielleicht war das nur eine Kleinigkeit, doch ich war unglaublich stolz auf diese Eigeninitiative.« Ein gutes Jahr zurück in der Zeit, in der ersten Stunde des Förderunterrichts, war der Lehrer auf Zeit noch wortwörtlich verzweifelt. Unzählige Male habe er dem Jugendlichen vergeblich versucht zu erklären, wie man Zentimeter in Meter umrechne. Einige Monate später – und der zuvor abschlussgefährdete Hauptschüler strebt sein Fachabitur an.

DAS KERNPROBLEM

Wegen solch offensichtlicher Rückstände in Fächern wie Mathematik und Deutsch war es des Öfteren vorgekommen, dass der Schüler sowohl von Lehrkräften als auch von Mitschülern als ›dumm‹ und ›begriffsstutzig‹ bezeichnet wurde – »und genau da liegt das Kernproblem verborgen!«, erklärt Turschner. Äußerungen wie »Ich bin nur ein dummer Hauptschüler« oder »Ich kann das nicht« beobachtete der Fellow im Unterricht oft, und bezeichnet sie als »selbsterfüllende Prophezeiungen«. Diese seien bei Jugendlichen symptomatisch für eine Einstellung, die massiv die Entwicklung hemme und jegliche Motivation schon im Keim ersticke. Die Mo-

tivationspsychologin Carol Dweck beschreibt diesen Zusammenhang in ihrem Buch Mindset unter dem Begriff Fixed Mindset. Jugendliche mit einem Fixed Mindset neigen dazu, Herausforderungen zu vermeiden, schnell aufzugeben und Feedback zu ignorieren. Ein schwieriges familiäres und soziales Umfeld, Vorurteile von Lehrkräften und Gesellschaft sowie das Fehlen positiver Vorbilder projizieren dieses Fixed Mindset auf die sogenannten ›benachteiligten‹ Jugendlichen. Genau das sieht Simon Turschner als die eigentliche Benachteiligung an. Nach der Studie Zukunft der Arbeit der Robert Bosch Stiftung aus dem Jahr 2013 ist in Deutschland knapp jeder dritte Jugendliche sozial, finanziell oder bildungsbenachteiligt – in einem Land, in dem der sozioökonomische Hintergrund den Bildungserfolg noch immer maßgeblich bestimmt. Die Chance, durch Bildung sozial aufzusteigen und am gesellschaftlichen Wohlstand teilzuhaben, ist für diese Jugendlichen dementsprechend gering. Die PISA-­ Ergebnisse aus dem Jahr 2012 führen einem das gesamte Ausmaß dieses gesellschaftlichen Problems vor Augen: Schülerinnen und Schüler der unteren sozioökonomischen Skala (Bottom 25 Prozent) liegen

1 PISA 2012: EU PERFORMANCE AND FIRST INFERENCES REGARDING EDUCATION AND TRAINING POLICIES IN EUROPE (EUROPEAN COMMISSION, 2013) 2 Z.B. PAUNESKU, D.; WALTON, G. M.; ROMERO, C.; SMITH, E. N.; YEAGER, D. S.; DWECK, C. S. (2015): MIND-SET INTERVENTIONS ARE A SCAL ABLE TREATMENT FOR ACADEMIC UNDERACHIEVEMENT. IN PSYCHOLOGICAL SCIENCE 26 (6), S. 784 – 793. 3 YEAGER ET AL. PNAS: TEACHING A L AY THEORY BEFORE COLLEGE NARROWS ACHIEVEMENT GAPS AT SCALE (2016)


Special Feature »Alumni«

im Fach Mathematik mehr als drei Schuljahre hinter den Schülerinnen und Schülern des oberen Bereiches der Skala (Top 25 Prozent) zurück. Aufgrund ihrer Herkunft werden so mehr als zwei Millionen Jugend­liche zu Bildungsverlierern in unserem System – mit gravierenden Folgen für die Zukunft unserer Gesellschaft.

DER LÖSUNGSANSATZ

Geprägt von seinen Erfahrungen aus den zwei Jahren an der Kölner Hauptschule als Teach First Deutschland Fellow sieht Turschner sich als Bildungsbotschafter und möchte gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten. »Es klingt fast schon wie Hexerei«, kündigt er die Lösung zu dem gravierenden Problem an, »doch die Überwindung dieser sogenannten Leistungs­lücke ist mit dem richtigen Mindset der Jugend­lichen möglich.« Schüler mit einer ›Ich nehme die Herausforderung an‹-Einstellung – einem sogenannten Growth Mindset – seien lernbegeistert, hielten trotz Rückschlägen an Zielen fest und nähmen Feed­back ernst. Positive Veränderungen in Richtung eines solchen Mindsets seien außerdem leichter zu erreichen, als man zunächst vermuten würde: Schon eine

Online-­Intervention von nur 15 bis 45 Minuten kann positive Einstellungsveränderungen bewirken. Im Rahmen zahlreicher Experimente an Schulen konnte auf diese Weise die akademische Leistung von benachteiligten Gruppen sig­ni­fikant erhöht werden. Langfristig konnten in einer aktuellen Studie die institu­tio­nel­len Leistungslücken bei fast 10.000 Studien­anfängern sogar um mindestens 31 Prozent reduziert werden. Für den Unternehmer Simon Turschner bietet dieser Wirkungsansatz daher drei große Vorteile: »Er ist höchst effektiv, wirkt langfristig und ist skalierbar.« Daher gründete Turschner das Social Startup VENSENYA – changing mindsets. »Bei VENSENYA begreifen wir benachteiligte Jugendliche als junge Potenzialträger. Unsere Vision ist es, das Mindset der Jugendlichen von ›Ich kann das nicht‹ zu ›Ich nehme die Herausforderung an‹ zu ändern, um deren Bildungserfolg zu erhöhen.« Aber wie geht das konkret? Turschner bezieht sich auf Albert Schweitzer, der feststellte: »Das gute Beispiel ist nicht nur eine Möglichkeit andere Menschen zu beeinflussen. Es ist die einzige.« VENSENYA arbeitet daher nach dem Prinzip des Edutainment (Education und Entertainment)

und macht sich den erheblichen Einfluss sozialer Medien auf Jugendliche zunutze. Unter der Marke #kämpfergeist finden diese auf sozialen Kanälen wie Facebook oder YouTube inspirierende Geschichten positiver Vorbilder in verschiedenen Formaten; beispielsweise als dramatische Web-Serie oder als Interview. Teenager machen somit aufregende transmediale Erfahrungen – sie tauschen sich aus, gestalten aktiv mit und binden sich emotional an Kernbotschaften und Figuren (Entertainment). Währenddessen bewirken psychologische Prinzipien durch die Vorbildfunktion den beabsichtigten Einstellungswechsel (Education). Laut VENSENYA werden die Jugendlichen im Idealfall anschließend selbst Vorbilder, die in ihren jeweiligen Communities wirken. VENSENYA – ein innovatives Projekt, das junge Menschen einbindet und motiviert, und von dessen Umsetzung diese Bevölkerungsgruppe nur profitieren kann. Zum aktuellen Stand sagt Turschner: »Wir planen den Launch unserer ersten produzierten Formate für das Jahr 2017 und sind neben inspirierenden Geschichten zurzeit hauptsächlich auf der Suche nach Menschen, die an uns glauben und uns unterstützen wollen. Aktuell suchen wir daher De­ signer, Entwickler oder Cutter und einen Investor mit sozialer Ader, der schon mit wenig Geld viel Gutes bewirken könnte«.

Sie können Simon Turschner unter simon.turschner@vensenya.com direkt kontaktieren. Weitere Informationen finden Sie auf www.vensenya.de sowie https://vimeo.com/vensenya


Förderer

RÜCKBLICK HAUPTFÖRDERER

≥ 200.000 EUR P.A.

Deutsche Post DHL Group aqtivator gemeinnützige GmbH Fritz Henkel Stiftung Lanxess

Sie machen es möglich! Ohne ihr Engagement ist der gemeinsame Einsatz gegen Bildungsarmut nicht denkbar, denn wir sind ausschließlich über Spenden finanziert. Für die vielschichtige Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren – ob Förderzusage, Privatspende oder Pro Bono-Leistung – sind wir dankbar.

NATIONALE FÖRDERER & REGIONALE HAUPT­ FÖRDERER

Hauptförderer

≥ 100.000 EUR P.A.

Credit Suisse EMEA Foundation Caroline & Dr. Cord-Georg Hasselmann Dietmar Hopp Stiftung Deutschland rundet auf Haniel Stiftung Manfred Lautenschläger Stiftung Reinhard Frank-Stiftung

REGIONALPARTNER

PROJEKTPARTNER ≥ 50.000 EUR P.A.

Accenture Stiftung Barclaycard – Barclays Bank PLC Heinz Nixdorf Stiftung RAG-Stiftung Robert Bosch Stiftung Stiftung Zukunft NRW Triton Beratungsgesellschaft mbH

LOKALPARTNER

GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

≥ 15.000 EUR P.A.

BBBank Stiftung Deutsche Bundesstiftung Umwelt EON S.E. Industrieclub Bremen GAG Immobilien AG Hansewerk Hans-Günther-Adels Stiftung Heike und Horst Hoffmann-Stiftung NOWEDA-Stiftung Stadt Mannheim Vector Stiftung Western Union

BILDUNGSBOTSCHAFTER

≥ 5.000 EUR UNTERNEHMEN ≥ 1.000 EUR PRIVATPERSONEN Antripolis CMS Hasche Sigle Dr. Arend Oetker Dorothea und Benedikt Link Homann Stiftung Holger Hoffmann Intuity Media Lab Kreissparkasse Ludwigsburg Nina Schnabel Sozialfonds IWC Köln-Aggrippina Stiftung Pro Region

Deutsche Post DHL Group

Fritz Henkel Stiftung

aqtivator gemeinnützige GmbH

Die Deutsche Post DHL Group ist unser Partner der ersten Stunde. Im ver­gange­­ nen Schuljahr wurde die Koope­ration, die auch andere Länder­organisationen aus dem Teach for All-Netzwerk umfasst, um drei weitere Jahre verlängert! Wir sagen »Danke« für die wesent­liche finanzielle Förderung und zahl­reiche Bereiche des Engage­ments (u. a. Unterstützung durch Volunteers des Konzerns in Schulprojekten, ehrenamtliches Enga­ge­ment der Postmitarbeiter im Rahmen der Flüchtlingsinitiative des Konzerns, dessen Partner Teach First Deutschland ist).

Das fortwährende Engagement der Fritz Henkel Stiftung ist ebenfalls ein großes »Danke« wert. Die Partnerschaft mit der Stiftung fußt auf enger Zusammenarbeit insbesondere im Rheinland. In diesem Jahr war die Fritz Henkel Stiftung der Gastgeber des Teach-First-Deutschland-Strategie­d ia­l ogs. Die Stiftung ist jedoch nicht nur einer unserer großen finanziellen Unterstützer, sondern gleichzeitig Ratgeber und Förderer vieler Alumni-Initiativen von Teach First Deutschland.

Wir freuen uns, aqtivator einen lang­ jährigen Partner nennen zu dürfen, der uns in strategischen Fragen zur Seite steht und unser Programm qualitativ einen großen Schritt nach vorne gebracht hat. aqtivator hat die Entwicklung und Umsetzung unseres Sommer­trainings ermöglicht und dadurch Rückmeldungen wie diese: »Sie waren sehr nett und haben mir immer geholfen als ich Hilfe gebraucht hatte. Vielen Dank euch.« Herzlichen Dank für eine ausgesprochen vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit!

Regionale Förderer Barclaycard – Barclays Bank PLC

RAG-Stiftung

Haniel Stiftung

Seit 2014 ist Barclaycard unser größter Lokal­partner im Norden – und ist jetzt schon

Die RAG-Stiftung begleitet unser Programm bereits seit seinen Anfängen 2009. Durch die jahrelange Förderung von Fellows im Ruhrgebiet, insbesondere in Bochum, Essen, Dortmund und Duisburg, konnte die Schullandschaft in der Region spürbar gestärkt werden. Wir bedanken uns für das jahrelange Vertrauen und Engagement – auch im Hinblick auf gemeinsame Ideen für die Entwicklung unseres Programms und unsere zukünftige Zusammenarbeit.

Seit Beginn der Partnerschaft mit der Haniel Stiftung im Jahr 2011 haben wir in Duisburg viel erreicht: Durch den zeitgleichen Einsatz von bis zu neun Fellows an Duisburger Schulen konnte ein sog. Fellow-Cluster etabliert werden. Außerdem ist in Duisburg der Fellow-Einsatz in das Kooperationsprojekt »Bildung als Chance« integriert, das die Haniel Stiftung mit den beiden Sozialunternehmen Chancenwerk e. V. sowie apeiros e. V. und uns gemeinsam umsetzt. Vielen Dank für diese erfolgreiche Partnerschaft!

unverzichtbar! In zahlreichen Volunteering-­ Aktionen unterstützen die Mitarbeiter mit ihrem Wissen die Arbeit an unseren Einsatzschulen – ob Workshops zum Thema Money Skills, Bewerbungscoachings oder gemeinsames Englischlernen mit Native-Speakern: unsere Fellows und ihre Schülerinnen und Schüler in Hamburg profitieren von diesem breiten Engagement. Das ist ein großes Danke­schön wert!

Ja, wir brauchen auch Ihre Spende: IBAN: DE38 1007 0124 0111 9114 00 | BIC / SWIFT: DEUTDEDB101

BILANZ

Erhöhte Programmwirkung bei stabilen Ausgaben Eine zentrale Kennziffer, die unsere Organisationskosten ins Verhältnis zur Programmwirkung setzt, sind unsere jährlichen Gesamtausgaben je eingesetztem Fellow. Erfreulicherweise konnten wir diese seit 2013 um ca. 15 % senken. Wir können mit gleichen Mitteln eine größere Zahl an Fellows einsetzen und noch mehr Schülerinnen und Schüler fördern! Im vergangenen Finanzjahr haben wir eine »schwarze Null« geschrieben. Die Einnahmen und Ausgaben sind leicht gestiegen und bewegten sich jeweils bei etwa 2,5 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir unsere Einnahmen um ca. 0,2 Mio. EUR erhöhen, während unsere Ausgaben moderat um gut 0,1 Mio. EUR gestiegen sind. Während wir die Ausgaben für Sachmittel im Vergleich zu

den Vorjahren weiter senken konnten, sind die Personalkosten gestiegen. Im Sommer 2015 haben wir uns für eine stärkere regionale Ausrichtung des Programms entschieden, was auch mit dem Aufbau regionaler Teams einherging. Da sich die neue Organisationsstruktur (ca. 36 VZÄ) erfolgreich eingespielt hat, erwarten wir für das nächste Jahr keine weitere Steigerung der Personalkosten und rechnen hier mit Ausgaben von weniger als 1,8 Mio. EUR. Die Sachkosten werden sich auf einem ähnlichen Level wie in den Vorjahren bewegen. Auch in Zukunft wird die effiziente Mittelverwendung unserer Spendengelder für uns höchste Priorität haben. Die Unterstützung durch die in Vollzeit eingesetzten Fellows kostet nur 300 EUR pro Kind!


Bilanz

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

BILANZ

― AKTIVA ― POSTEN (EURO)

2015

2014

POSTEN (EURO)

2015

2014

10.455,00

18.448,00

1. Anteile an verbundenen Unternehmen

12.500,00

12.500,00

2. Sonstige Ausleihungen

16.006,10

16.005,20

38.961,10 46.953,20

A. IDEELLER BEREICH

A. ANLAGEVERMÖGEN

I. Nicht steuerbare Einnahmen

I. Sachanlagen

1. Zuschüsse 2. Sonstige nicht steuerbare Einnahmen

4.996,14

96.953,98

26.335,18

3.149,56

1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung II. Finanzanlagen

II. Nicht anzusetzende Ausgaben 1. Abschreibungen

-12.455,37

-13.503,90

-1.801.113,02 -1.608.440,97

2. Personalkosten 3. Raumkosten

-101.489,19

-98.225,11

4. Übrige Ausgaben

-459.380,13

-413.398,54

B. UMLAUFVERMÖGEN GEWINN / VERLUST IDEELLER BEREICH

-2.343.106,39 -2.033.464,98 I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

B. ERTRAGSTEUERNEUTRALE POSTEN I. Ideeller Bereich 1. Steuerneutrale Einnahmen, Spenden 2. N  icht abziehbare Ausgaben Gezahlte/hingegebene Spenden

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

13.896,17

167,79

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

12.213,32

26.614,00

4.488,10

14.582,98

II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 406.896,11

401.458,90

3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.654.250,43

2.182.397,99

-212.918,80

-148.933,01

437.493,70 442.823,67

C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

II. Vermögensverwaltung (ertragssteuerneutral) Nicht abziehbare Ausgaben

-0,31

6.842,74

1.865,73

-3,13

GEWINN / VERLUST ERTRAGSTEUERNEUTRALE POSTEN

2.441.331,32 2.033.461,85

483.297,54 491.642,60

BILANZSUMME

C. VERMÖGENSVERWALTUNG ― PASSIVA ― I. Einnahmen

POSTEN (EURO)

2015

2014

1. Ertragssteuerneutrale Einnahmen Miet- und Pachterträge

9.813,32

10.414,00

A. EIGENKAPITAL

205,36

441,58

I. Gezeichnetes Kapital

25.000,00

25.000,00

nicht eingeforderte ausstehende Einlagen

-12.500,00

-12.500,00

Eingefordertes Kapital

12.500,00

12.500,00

312.819,98

491.191,41

0

178.371,43

88.050,14

89.555,85

38.007,82

51.602,68

262,30

606,90

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21.579,87

11.394,82

3. sonstige Verbindlichkeiten

10.077,43

13.162,37

31.919,60 25.164,09

Zins- und Kurserträge

GEWINN / VERLUST VERMÖGENSVERWALTUNG

10.018,68

10.855,58

II. Gewinnvortrag

D. SONSTIGE ZWECKBETRIEBE

III. Jahresfehlbetrag

I. Sonstige Zweckbetriebe 2 (Umsatzsteuerfrei)

B. SONDERPOSTEN FÜR NOCH NICHT VERBRAUCHTE SPENDENMITTEL

1. Umsatzerlöse

27.617,50

4.564,00

2. Sonstige betriebliche Aufwendungen

-149.201,10

-194.372,84

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

-121.583,60

-189.808,84

C. RÜCKSTELLUNGEN sonstige Rückstellungen

GEWINN / VERLUST SONSTIGE ZWECKBETRIEBE

-121.583,60

-189.808,84

E. SONSTIGE GESCHÄFTSBETRIEBE

D. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

I. Sonstige Geschäftsbetriebe 1 1. Umsatzerlöse

15.539,99

16.771,65

2. Personalaufwand / Löhne und Gehälter

-2.200,00

-16.186,69

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

13.339,99

584,96

GEWINN / VERLUST SONSTIGE GESCHÄFTSBETRIEBE 13.339,99

584,96

F. JAHRESFEHLBETRAG

ERFOLGREICH GEPRÜFT DURCH KPMG DEUTSCHLAND.

0 178.371,43

BILANZSUMME

483.297,54 491.642,60


DIGITALE BILDUNG GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016

#begeistertfuerdigitalebildung

dien als sinnvolle Anreicherung ihres Die Zukunft ist digital. Das gilt für Unterrichts zu verstehen. EntspreTeach First Deutschland als Orgachende Fortbildungen sind für den nisation, aber natürlich insbesonaktuellen Fellow-Jahrgang in der Pidere auch für unsere Arbeit an den lotierung. Hierzu stehen wir in kontiSchulen: Es ist unser Anspruch, dass nuierlichem Austausch mit Experten Schüler und Schülerinnen für die Zeit aus der digitalen Bildungsszene, sind nach der Schule mit notwendigen dizunehmend bei einschlägigen Verangitalen Kompetenzen im Gepäck in staltungen zugegen (und als ExperAusbildung, Job und / oder Studium tinnen und Experten gefragt) und starten. Wir wissen, dass Bildungsgestehen in direktem Austausch mit rechtigkeit eine digitale Facette hat: praxiserfahrenen Fellows. Digital-­ Die ICLS Studie aus dem Jahr 2013 MARIE-SOPHIE GUNTRAM, FELLOW JAHRGANG 2015 an­gereichter Unter­richt ist an unse­ legte offen, dass Kinder und Jugendren Einsatzschulen schließlich mit liche aus schwierigen sozialen Konbesonderen Herausforde­rungen kontexten durchaus digitale Medien nut­­ fron­­ tiert, da die notwendige tech­­­ zen – allerdings allzu häufig einseitig nische Ausstattung (vom WLAN bis beschränkt auf informelle Kommunihin zur einer Schulpolitik, die den kation und weniger differenzierten Gebrauch von Smartphones im Un­ Konsum. Mithin brauchen insbesonter­richt vorsieht) meist fernab von dere unsere Schülerinnen und Schüselbstverständlich ist. Zusätzlich unler zusätzliche Angebote, in denen ihterstützen wir die Fellows mit einem nen digitale Kompetenzen vermittelt Service-Paket, um Schülerinnen und werden – an­ge­f angen bei der Beur­ Schüler Inhalte zu vermitteln. Hierzu teilung von Informationen im Intersind wir einem Impuls unseres Partnet über die Weitergabe sensibler /  ners, der Accenture-Stiftung, ge­folgt privater Daten im Netz hin zu praktiund haben gemeinsam mit der Stifschen Anwendungsfertigkeiten gängitung die »Digitale Lernwerkstatt« ger Programme und Applikationen. entwickelt, die wir den Fellows auf Folgerichtig haben wir bei Teach der Sommerakademie im August First Deutschland im vergangenen MARIE CORNELL ZENDER, FELLOW JAHRGANG 2015 2016 erstmalig präsentierten. UnseJahr die Köpfe für eine interne Agenda ren Fellows stellen wir von nun an der »Digitalen Bildung« zusammenausgearbeitete Workshop-Materialien zu verschiedenen  Themen der  Digitaligesteckt. Als wichtigstes Ziel haben wir formuliert, dass wir Fellows für die Wichtigkeit einer digitalen Befähigung ihrer Schülerinnen und Schüler sensibi- sierung zur Verfügung, die sie in Unterrichts- oder Projekteinheiten für ihre lisieren – und natürlich parallel inhaltlich und didaktisch in die Lage versetzen, Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen nutzen können. Volunteers von Acentsprechende Kompetenzen an die Kinder und Jugendlichen zu vermitteln. centure unterstützen Fellows bei Bedarf als Themenexpertinnen und -experten Dies sieht einerseits vor, Fellows mehr dazu zu ermutigen, selbst digitale Me- bei der Durchführung der Workshops.

»Ich plädiere zu viel mehr medialem Umgang in der Schule – als Ausdruck von mehr Reflektion über den Rahmen, in den wir Lerninhalte einbetten.«

»Der Arbeitsmarkt hat (leider) keinen Platz mehr für junge Menschen, die nicht mit Medien umzugehen wissen. Wir tragen daher die Verantwortung dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler nicht ohne digitales Skill-Set von der Schule abgehen!«

DER DIGITALE ANFANG IST GEMACHT! ENTER

Teach First Deutschland | Jahresbericht 2015/2016  

Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit - der aktuelle Jahresbericht der gemeinnützigen Bildungsinitiative Teach First Deutschland wirft e...

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