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November 2020 | Nr. 38 | Magazin des TDS Aarau, Hรถhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales

Kraft der Gegenwart Marianne Fankhauser

Suchend unterwegs Felix Studer

Studium bekommt Hand und Fuss TDS-Studierende im Sozial-, Gemeinde- und Wahlpraktikum

GEGENWART


EDITORIAL

Er ist herausfordernd, dieser Alltag mit all den Vorsichtsmassnahmen, um sich und andere nicht anzustecken. Es ist herausfordernd, sich immer wieder neuen Regeln anzupassen. Es ist herausfordernd, mit all den Unsicherheiten – und am TDS mit dem Fernunterricht – zu leben.

Diese Gegenwart fordert uns heraus.

Wir haben Freunde in Südamerika, peruanische Freunde. Sie berichten uns, wie sie nächtelang mit dem nötigen Abstand in Schlangen vor Apotheken anstehen, um Medikamente oder Sauerstoffflaschen für erkrankte Angehörige zu kaufen. Sie berichten uns von Menschen, die kein Geld und Felix Studer, keine Lebensmittel mehr haben, weil Konrektor TDS Aarau sie nun arbeitslos geworden sind – und von keiner Versicherung aufgefangen werden. Diese hängen leere Plastiksäcke an ihre Haustüren. Manchmal legen Passanten Lebensmittel in die Plastiksäcke. Dies lässt meine Herausforderungen und Unsicherheiten in einem anderen Licht erscheinen. Es macht mich dankbar für unsere Versorgung, unsere Spitäler, unser Land. Wofür kann ich Gott danken in dieser herausfordernden Zeit? Wem kann ich danken? Zum Beispiel dem Leiterehepaar im Altersheim in Brienz, in welchem meine Schwiegermutter liebevoll begleitet wird. Der Heimleiter ist TDS-Absolvent – und wie alle Alters- und Pflegeheimverantwortlichen gegenwärtig besonders herausgefordert. Möge Gott ihn und alle in solcher Verantwortung Stehenden ausrüsten mit zusätzlicher Kraft! Dasselbe erbitten wir für alle anderen TDS-Absolventinnen und Absolventen in ihren verschiedenen Verantwortungen. Hoffentlich kann diese Ausgabe des meinTDS auch etwas beitragen zu Ihrer Stärkung in dieser besonderen Zeit. Bald beginnt die Adventszeit, die dazu einlädt, den Blick auf die Ankunft des Messias zu richten, der inmitten von grosser Verunsicherung auf die Welt kam, um den Menschen Frieden zu bringen. Genau diesen Frieden wünsche ich uns allen in dieser besonderen Advents-Gegenwart. Ihr Felix Studer

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ZUM TITELBILD

Das TDS Aarau bereitet Menschen auf eine spannende berufliche Zukunft vor. Im zuweilen hektischen und anregenden TDS-Betrieb ermöglicht der neue Raum der Stille Rückzug: Stillsein vor Gott – Sein statt Tun – Gegenwart statt Vergangenheit oder Zukunft. Ein solcher Stille-Moment ist wie eine Einladung zum Trinken: «Wer Durst hat, soll zu mir kommen ...», sagt Jesus. Er weiss, dass Seele und Geist Nahrung benötigen. Durstlöschen geschieht in der Gegenwart – und lässt sich nicht verschieben. Weise, wer diese Tatsache auch auf das geistliche Leben bezieht. Und den Ort der Quelle regelmässig aufsucht. Im Raum der Stille, zu Hause in einer Ecke, im kurzen Innehalten am Pult oder auf dem Velosattel. Dann wird unser innerer Tank gefüllt – und kann auch unser Umfeld beleben: «Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heisst, Ströme von lebendigem Wasser fliessen.» Matthias Ackermann (Bibelzitate aus dem Schriftzug im roten Kreis, Johannes 7,37b–38; Gestaltung des Kunstobjekts: Anita Sieber Hagenbach)

I N HALT T H E M A : G E G E N WA RT Kraft der Gegenwart

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Marianne Fankhauser

Suchend unterwegs

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Felix Studer

ST U D I E R E N D E I M P RA K T I K U M Übersicht Praktika 2020

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Sozial-, Gemeinde- und Wahlpraktika

«Nicht schnell selber machen ...»

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Dreimal Einblick ins Sozialpraktikum

A M T D S A A RAU Auf Kurs bleiben

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Hinweise zum Kursprogramm

Staatliche Anerkennung

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Mitteilung und Reaktionen

Jubiläen und Verabschiedung

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Gratulationen, Nachruf

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Spenden, Impressum

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Agenda24

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KRAFT DER GEGENWART Marianne Fankhauser

Vor einigen Wochen bin ich beim Lesen eines Buches über die Formulierung «Kraft der Gegenwart» gestolpert. Sie hat sich in meinen Gedanken festgehakt und Fragen angestossen. Wo erlebe und lebe ich die Kraft der Gegenwart? Gerade in diesen Wochen und Monaten, in denen einiges mich (und andere) in ungewohnter Art herausfordert? Oft frage ich am Morgen im Alterszentrum als Erstes: Sind heute die Rahmenbedingungen noch gleich

wie gestern, oder was ist neu? Wo gilt es jetzt, sich neu zu orientieren, anders zu planen? Dies alles benötigte täglich – wirklich in der Gegenwart – Kraft. Ich machte mich auf die Suche nach Bildern und Beispielen aus meinem Leben. Dabei stellte ich fest, dass ich einiges mit meinem Beruf als psychosoziale Beraterin in der Begleitung von jungen und älteren Menschen und als Seelsorgerin im Alterszentrum verbinden kann. BILDER VON KRAFTVOLLEM HANDELN Die jährliche Flossfahrt ist ein Highlight für viele aus der Jungschar. Das Floss steht am Ufer bereit. Die Kids sind zappelig vor Ungeduld. Mit kräftigem Schwung heben die Leitenden das Floss an den vier Seiten auf und tragen es ins Wasser der Aare. Voller Vorfreude hüpfen die Kids aufs Floss – und los geht’s, die Aare hinunter.

Marianne Fankhauser war bis Ende September 2020 Dozentin für Psychologie und Seelsorge am TDS Aarau. Sie arbeitet als psychosoziale Beraterin in der Begleitung von jungen und älteren Menschen und als Seelsorgerin in einem Alterszentrum. Sie hat erwachsene Kinder und wohnt mit ihrem Mann in Unterkulm.

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Im Alterszentrum findet der Herbstmarkt statt. Mitarbeitende und Bewohner*innen haben Gebäck und Gegenstände zum Verkauf vorbereitet. Der fröhliche Handel ist im

Gange, die Schmerzen beim Gehen sind gerade nicht wichtig, manch trauriges Gesicht erstrahlt heute. In beiden Szenen ist die Kraft der Gegenwart – oder die Kraft der Menschen für die Situation der Gegenwart – beobachtbar und spürbar. Voll Energie ist ein weiteres Bild: Vor einigen Wochen verschüttete ein Bergsturz die Strasse über den Lukmanierpass. Für die überraschten Autofahrenden war der energische Druck aufs Bremspedal nötig, um rechtzeitig anhalten zu können und nicht in die Steinblöcke zu fahren. Man konnte noch ins Val Medel gelangen, aber nur mit einem Autoumweg inklusive einem Fussmarsch. Für die Bewohner beidseits des Gerölls brauchte es also schlicht körperliche Kraft für den Weg um die Schlucht herum. Wer gut zu Fuss und trainiert war, schaffte dies. Beim Beobachten dieser Szene (ich musste den Umweg zu Fuss nicht machen) wurde mir bewusst: Das Trainieren von vorhandenen Fähigkeiten wie Gehen ist wichtig. Wenn die Muskeln


schlapp sind, die Atmung schwer, dann wird der Umweg zu gross. Und auch wenn jemand vor Jahren fit war oder nächstes Jahr ein Powertraining beginnen will, nützt dies heute wenig. Jetzt hilft einzig diejenige Kraft, die heute zur Verfügung steht. Ähnlich kann im Gespräch über die Vergangenheit die Frage aufsteigen: Wo habe ich im Leben entschieden gehandelt, wenn ein Weg unpassierbar war? Menschen erzählen mir, dass sie bereuen, einen Weg trotz klarer Warnsignale weitergegangen zu sein. Sie erzählen von einer ungenutzten Bremsmöglichkeit oder von zu wenig Mut für die Wahl eines anderen, vielleicht unbequemeren, aber besseren Weges. Andere brauchen Ermutigung, ihre vorhandenen Fähigkeiten heute wieder zu üben, damit sie kräftig sind, wenn sie gebraucht werden. Der Psychiater und Flugpionier Bertrand Piccard schreibt in «Die richtige Flughöhe» (auf S. 38): «Natürlich muss man die Vergangenheit und die Zukunft in Betracht ziehen, doch das ändert nichts daran, dass der eine Moment, in dem ich mein Leben verändern will, in der Gegenwart liegt. In dem Moment, den ich gerade im Begriff bin zu leben.» In diesem Zusammenhang kam mir auch der Notvorrat unserer Elterngeneration in den Sinn. Sie waren es gewohnt, über Monate an Nahrung für die ganze Familie zu denken. In den Wochen des Lockdowns wurde vielen von uns der Sinn von Notvorrat wieder bewusst, was aus heutiger Sicht zu teilweise erheiternden Begebenheiten führte. Habe ich vorgesorgt – nicht bloss im materiellen Bereich, mit Nahrungsmitteln – sondern auch mit ermutigenden Texten, mit aufbauenden Liedern, mit tragenden Beziehungen? Habe ich seelische Vorsorge-Kraft für schwierige Zeiten angelegt? Ich bin im Alterszentrum einigen Menschen begegnet, die für ihre Seele gut vorgesorgt haben. Eine Frau erzählte mir von ihrer monatelangen Flucht

Habe ich vorgesorgt – mit ermutigenden Texten, mit aufbauenden Liedern, mit tragenden Beziehungen? während dem zweiten Weltkrieg. Sie sagte: «Ich habe gelernt, dankbar zu sein für Kleinigkeiten. Das hilft mir heute jeden Tag.» Ein Mann, den die körperlichen Schmerzen in den letzten Lebenstagen heftig plagten, schilderte: «Ich weiss, dass ich bald zu Jesus gehe. Das ist tief verankert in mir und hilft mir, die Schmerzen zu tragen.» WAS BLEIBT IN MÜHSELIGSCHWIERIGEN ZEITEN? Was hilft denjenigen, deren Kraft erschöpft ist? Ist auch in den Begegnungen mit Erschöpften, mit chronisch oder unheilbar Kranken, am Lebensende Kraft der Gegenwart erlebbar – oder ist es zynisch, hier überhaupt so zu denken? Ich denke, in diesen Situationen erscheint die Kraft in einer anderen Weise: Einmal als mitleidende und mittragende Barmherzigkeit (wie in Luk. 10,29–34). Ein anderes Mal als ausdauernde Begleitung auf einem Weg (wie bei den Emmausjüngern, Luk. 24,13–24). Vielleicht auch einmal mit situationsbezogener und den grossen Zusammenhang schildernder Erklärung (auch in Luk. 24,25–27). In palliativen Situationen habe ich vor allem dies gelernt: Das Warten am Bett einer Person braucht Kraft. Auch Jesus bat: «Wacht mit mir» (Matth. 26,38). Kraft in der Gegenwart erlebe ich auch im Mut zur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst oder zur Annahme der Situation, wie sie jetzt ist. Eine betagte Frau erzählte mir, dass sie ja gewusst habe, dass die Kraft im Alter weniger werde. Aber das Eine sei es, dies zu wissen und das Andere,

damit zu leben und sich jetzt täglich zu fragen: «Wie viel Kraft habe ich heute? Wie weit tragen mich heute die Füsse? Wie viele Begegnungen erträgt meine Seele?» Wenn meine Kraft vorübergehend oder dauernd schwindet, bin ich darauf angewiesen, dass ich in ein Netz von Angehörigen, Freunden, Mitmenschen fallen kann; sie tragen mit ihren vereinten Kräften. Ich kann dieses Netz nicht erst im Notfall knüpfen. Es muss über Jahre aufgebaut und gepflegt werden, damit es vorhanden ist, wenn Not da ist. TROTZ KLEINER KRAFT ODER SCHWACHHEIT VERTRAUEN Vor Jahren erzählte ich einer Kollegin im Zusammenhang mit der Schilderung von der Speisung der fünftausend Personen (Matthäus 14,13–20): «Ich habe ja nur zwei kleine Fische.» Einige Wochen später erhielt ich von ihr eine selbstgetöpferte Schale, innen mit zwei Fischen geschmückt. Diese Schale erinnert mich daran, dass Jesus mit meiner kleinen Kraft etwas anfangen kann. Seine Kraft macht aus meinen Fischen, meinen Möglichkeiten genug für die aktuelle Gegenwart, für die Menschen, die seelische Speise suchen. «Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig», hat Paulus von Gott gehört (2. Kor. 12,9). Meine Schwachheit, meine Begrenztheit wird mir möglicherweise trotz grosser Nähe zu Gott nicht genommen. Sie kann mich plagen, mich ärgern, immer wieder in der Seele reizen wie ein Dorn. Mein Beitrag ist es, trotz allem auf Gott zu schauen. Darauf zu hoffen und zu

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Die aktuelle Situation fordert mich heraus, nicht auf nächste Woche zu warten, sondern jetzt meine Fähigkeiten einzusetzen und darauf zu vertrauen, dass Gott meinen kleinen Beitrag vermehren kann. vertrauen, dass er mit seiner Kraft wirken wird – vielleicht in mir, durch mich oder auch neben mir und ohne mich. In meinem Unvermögen und Nicht-Gelingen, trotz eigenwilligen Umwegen, Versagen und Mutlosigkeit, ist die Gnade, das barmherzige Bei-uns-bleiben Gottes diejenige Kraft, die mich durchträgt. Gerade darf ich miterleben, wie Gott einer Person, die seit Jahren ringt, sucht und kämpft, in einer neuen Art begegnet. Sie weint nicht mehr Tränen der Verzweiflung, sondern Tränen des Aufatmens. Sie erlebt, dass Gott sie über all die Jahre wirklich nicht vergessen hat. Und ich darf tief berührt miterleben, wie die Kraft Gottes zu Seiner Zeit eingreift. So erlebe ich beides in der Gegenwart: Die Kraft Gottes und meine Möglichkeiten. Ich brauche die Kraft der Gegenwart, die jetzt zupackt, die flexibel auf neue Rahmenbedingungen eingeht und die auch bereit ist, Umwege zu machen. Ich brauche die Kraft der Gegenwart, die aushält, was in unserem Umfeld abläuft und die mitträgt, wo die Kraft klein ist oder schwindet. Die aktuelle Situation

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fordert mich dazu heraus, nicht auf nächste Woche zu warten, sondern jetzt meine Fähigkeiten einzusetzen und darauf zu vertrauen, dass Gott meinen kleinen Beitrag (nur zwei Fische – aber immerhin zwei Fische!) vermehren kann. Ich bin sehr dankbar, dass ich abends mit meiner von den gehörten Sorgen und Belastungen müden Seele, meinem leeren Kopf, meinen müden Füssen zu Jesus kommen und zuerst einfach hinsitzen, durchatmen darf. Da bin ich nicht stark, sondern brauche Seine Erquickung. Ich bin dankbar, dass er mir meine Füsse wäscht, meine Seele erleichtert und dem Kopf frische Gedankenluft schenkt. Es ist schön zu beobachten, wie viele mutig und beherzt ihre Kraft in der Gegenwart einsetzen. Die kommenden Wochen und Monate werden dies weiter erfordern. Gott kann aus unseren Beiträgen für viele Menschen Lebensnotwendiges und -wendendes entstehen lassen. Und ER will uns alle in unserer Schwachheit Seine Kraft erfahren lassen. 


SUCHEND UNTERWEGS Über neue Weggemeinschaften in dieser besonderen Gegenwart. Von Felix Studer

TDS-STUDIERENDE UNTERWEGS MIT SUCHENDEN TDS-Praktikantinnen und -Praktikanten erleben in ihren Sozialpraktika, was es bedeutet, mit Suchenden unterwegs zu sein. Und sie begegnen Christus bei den Suchenden. TDSStudierende sowie Absolventinnen und Absolventen erleben im Rahmen von Gemeindeanimation, also von «aufsuchender sozialer Arbeit», dass Gleichgültige zu Suchenden werden, dass Suchende neue Kraft finden, um ihr Leben zu meistern, dass Suchende neuen Anschluss an eine Weggemeinschaft finden. In der Fachsprache geht es um «Empowerment und Teilhabe an der Gesellschaft». Im Neuen Testament ist es ein Aspekt des neuen Reichs von Gott – mit den Worten von Dieter Kemmler: «Errettung bedeutet letztlich Beheimatung.» UNTERWEGS NACH EMMAUS Als zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus trauerten und sich fragten, weshalb Jesus sterben musste, ging der lebendige Auferstandene bereits an ihrer Seite – aber sie hatten ihn

noch nicht erkannt. ER war anders, als sie ihn bisher kannten – und: SIE waren im Krisenmodus. Die Kirchen der Gegenwart waren oder sind auch im Krisenmodus. Vielleicht haben wir am Anfang gedacht, die Corona-Krise sei schnell vorüber. Aber auch wenn sie dann einmal vorbei sein wird: Sollen die Kirchen wirklich zum – vielleicht durchaus bewährten – Altbekannten zurückkehren? Oder wird die neue Gegenwart auch ein neues Handeln der Kirche erfordern? In überschaubaren Gruppen unterwegs zu sein: Ist das gar ein Kennzeichen der Kirche der Zukunft? Wie die Emmaus-Jünger zuerst ernüchtert sind, enttäuscht über den Verlust der grossen Wunder- und Gemeinschaftserlebnisse – und dann plötzlich im gemeinsamen Brechen des Brotes den Auferstandenen erkennen? Unterwegs sein? «Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Mit

Felix Studer ist Konrektor des TDS Aarau und verantwortet den Fachbereich Pädagogik. Er ist verheiratet und wohnt in Niedergösgen.

wem unterwegs sein? Die, die sich Christen nennen, unter sich, oder gäbe es da noch andere Weggemeinschaften? Sind wir vielleicht gerade dann in seinem Namen versammelt, wenn wir mit Suchenden auf ihrem Weg sind? «Die ersten Christen wurden gemäss Apostelgeschichte 9,2 bezeichnenderweise als ‘Leute des Weges’ bezeichnet.» (Dieter Kemmler) Ein Artikel des tschechischen Soziologie-Professors und Priesters Tomáš Halík in der Zeitschrift der «Offensive Junger Christen» hat mich stark angesprochen (Tomáš Halík (2020): Das Grab ist leer – die Kirchen auch. in: OJC-Salzkorn 3 – 2020, Bens-

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heim (D), S. 12–15). Halík schreibt unter anderem über eine Wende vom statischen Christ-Sein hin zum dynamischen Christ-Werden: Eine Gemeinschaft der Suchenden, Diskutierenden, in die Stille Gehenden. Aber nicht eine Gemeinschaft der Gläubigen, welche meinen, sich von den Ungläubigen abheben zu müssen. Wer in seinem Denken und Reden unterscheidet zwischen Christen und Nichtchristen, Gläubigen und Ungläubigen, der läuft Gefahr, sich innerlich bereits von der anderen Gruppe zu distanzieren – oder sie als Missionsobjekt zu sehen. Die Begegnung hat dann ein Gefälle. Ist der Nachbar ein Jahresprojekt («mein VIP») – oder wird er vielmehr zum echten Freund – so wie Jesus den Lazarus als «unsern Freund» bezeichnete (Johannes 11,11)? Das gemeinsame Suchen fehlt, wenn Christen ihr «Christsein» als Unterscheidungsmerkmal oder gar als Qualitätsmerkmal verstehen. Sicher, die Gemeinschaft unter Christen ist stärkend; sie ermutigt und inspiriert – ich möchte sie nie missen! Gleich-

benden. Wie kann im Gegensatz dazu gemeinsames Suchen gelingen? Dieser Frage will ich nachgehen. CHRISTUS AN SEINEN WUNDEN ERKENNEN Der Jünger Thomas war ein Suchender. Er suchte Gewissheit, gab sich nicht mit den Berichten anderer zufrieden. Die Wunden von Christus, an denen Thomas den Auferstandenen erkannte und an denen wir den Auferstandenen erkennen, das sind die Wunden der Welt und die Wunden der Kirche, die Wunden des Körpers, den Christus durch die Menschwerdung auf sich genommen hat (Halík, S. 15). Diese Wunden erspüren wir draussen bei den Suchenden, den Verunsicherten, den Leidenden – wenn wir an ihrer Seite unterwegs sind. Tomáš Halík (S. 14): «Soziologische Studien sagen uns, dass die ‘Beheimateten’ weniger und die ‘Suchenden’ mehr werden. Darüber hinaus steigt jedoch die Zahl (...) der Menschen, denen sowohl religiöse Fragen als auch traditionelle Antworten gleichgültig sind.»

Ist es ein Widerspruch, gleichzeitig «beheimatet» und «suchend» zu sein? zeitig ist es eine Versuchung, mich in die Geborgenheit der Gleichgesinnten zu flüchten und mich von der sogenannten «Welt» abzuheben – und dabei wie ein Angler ausserhalb des Wassers zu stehen und den Angelhaken ins Wasser zu senken. Es ist ein Zeichen der Unsicherheit, wenn ich die Sicherheit der Gemeinschaft mit gleich Denkenden und Glaubenden missbrauche, um mich abzugrenzen von anders Denkenden und Glau-

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Suchende gibt es sowohl unter denen, die sich für gläubig halten als auch unter denen, die sich selbst als ungläubig bezeichnen. Gleichgültige können in herausfordernden Lebenssituationen zu Suchenden werden. ZUVERSICHTLICHES, ZWEIFELNDES UND VERZWEIFELTES SUCHEN Ich frage mich: Ist es ein Widerspruch, gleichzeitig «beheimatet»

und «suchend» zu sein? Oder ist Beheimatung sogar die Voraussetzung zum zuversichtlichen Suchen, während Heimatlosigkeit eher in zweifelndes oder verzweifeltes Suchen mündet? Wo liegt unser Auftrag als zuversichtlich Suchende? Und sind wir dabei nicht selbst manchmal gleichzeitig zweifelnde oder gar verzweifelte Suchende? Ich wage folgende Drei-Quellen-These: 1. Zuversichtlich Suchende schöpfen Kraft aus der Kontemplation, aus der Gemeinschaft mit Gott, aus dem Wort Gottes. 2. Zweifelnd Suchende schöpfen Kraft aus dem Disput, der Diskussion, der ehrlichen Auseinandersetzung mit ihren tiefsten Fragen. 3. Verzweifelt Suchende schöpfen Kraft aus echten und empathischen Begegnungen, wie sie auch im Rahmen der Diakonie geschehen können. Und alle Suchenden schöpfen letztlich Kraft aus allen drei Quellen. Wen oder was suchen wir überhaupt? Suchen wir fertige Antworten oder die Weggemeinschaft mit anderen und mit Christus? Suchen wir Christus dort, wo er sich im Neuen Testament aufhält? In der Einsamkeit und bei den Menschen, die am Rand stehen, die nicht dazu gehören, die nicht als «gläubig» gelten. Damals waren es die Samaritanerin, die Fischer, Hirten, Zöllner; wer ist das in der Gegenwart, im Heute? Wenn wir den Auferstandenen jenseits des leeren Grabs und der leeren Kirchen suchen, dann müssen wir damit rechnen, dass wir ihn zuerst gar nicht erkennen. So ging es auch den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Er ist anders, als wir ihn erwarten. Aber erkennen wir ihn nicht am ehesten bei den Gefangenen, den Asylsuchenden, bei den Zweifelnden und Verzweifelten – und gerade jetzt bei den Verunsicherten? Erkennen wir ihn nicht erst, wenn wir mit ihnen gemeinsam auf dem Weg sind? Nicht als Christen mit Nichtchristen,


sondern als Suchende mit Suchenden. Vielleicht als zuversichtlich Suchende mit verzweifelt Suchenden. Vielleicht als zuversichtlich Suchende mit zweifelnden Suchenden. Aber als Suchende unter Suchenden. KEIN UMWEG ÜBER DAS ALTTESTAMENTLICHE SÜNDENVERSTÄNDNIS NÖTIG Und diese Suchenden erkennen Christus am ehesten in ihrer eigenen Realität. Müssen sie den Umweg machen über das jüdische Sünden- und Opferverständnis vor 2000 Jahren, damit Christus ihnen begegnen kann? Müssen Christen ihnen erklären, dass sie Sünder sind und Christus für sie gestorben ist, dass Gott den Vorhang des Tempels zerrissen hat? Was nützt das jemandem, für den weder die Geschichte vom Sündenfall noch die alttestamentliche Tradition von Blutopfern noch die Vorstellung eines Tempels mit dem abgegrenzten Allerheiligsten auch nur die geringste Bedeutung hat? Wie können wir die gute Botschaft direkt leben und weitergeben? Geht es da nicht um das Wirken Gottes in den Lebensgeschichten der Gegenwart? Ein junger Mann leidet an seiner zerbrochenen Beziehung, macht sich Vorwürfe wegen seines Verhaltens und fragt sich, was denn noch Sinn mache. Wenn da durch ehrliche Gespräche und vielleicht durch das spontane Angebot für ein Gebet Vergebung geschieht im Namen von Christus, Befreiung erlebt wird, eine neue Zuversicht gefunden wird, ein Segen ausgesprochen wird, dann ist «Versagen-Vergebung-Neues Leben» bereits gegenwärtig wie bei den Menschen, denen Jesus in seiner eigenen Zeit persönlich begegnet ist. Das theoretische Wissen um «vier geistliche Tatsachen» oder vier Punkte «THE FOUR» und ähnliche Prinzipien kann ja später hilfreich dazu kommen – muss aber nicht. Die persönliche Begegnung mit Gott prägt die Gegenwart. Wenn aus verzweifeltem Suchen ein zweifelndes oder ein zuversichtliches Suchen

Das ist doch der zutiefst menschliche Wunsch: Gesucht zu sein und entdeckt zu werden! geworden ist, kann daraus theologisches Suchen erwachen – und dann wird auch die Bibel als Ganzes spannend, stärkend und befreiend erlebt werden. Damit schlage ich den Bogen zurück zu Tomáš Halík (S. 15): «Nehmen wir die kommende Zeit als Aufruf zu einer neuen Suche nach Christus an. Suchen wir nicht den Lebenden unter den Toten! Suchen wir ihn mutig und ausdauernd und lassen wir uns nicht dadurch verwirren, dass er uns als Fremder erscheinen mag. Wir werden ihn erkennen an seinen Wunden, an seiner Stimme, wenn er uns vertraut anspricht, an seinem Geist, der den Frieden bringt und die Angst vertreibt.» EIN SUCHENDER GOTT Als Suchende sind wir in wahrlich guter Gesellschaft, denn Christus bezeichnet sich selbst als den Hirten, der die verlorenen Schafe sucht, und der sich so freut, wenn er das Schaf dann entdeckt. Das ist doch der zutiefst menschliche Wunsch: Gesucht zu sein und entdeckt zu werden! Ja, nicht nur Menschen sind Suchende, sondern Gott selbst sucht unermüdlich die Menschen, denn er liebt sie zutiefst. Das Alte Testament

ist voller Geschichten von dieser Suche nach den geliebten Menschen und vom Schmerz Gottes über die ihm fehlende Verbindung mit den Menschen, die wie verlorene Schafe umherirren und den Heimweg suchen. Mein Büro-Kollege und Freund Dieter Kemmler beschreibt das weit treffender als ich es könnte: «Wie die Liebe Gottes uns nachläuft und sucht, das bringt der Psalm 23 auf den Punkt: ‘Lauter Glück und Gnade werden mich verfolgen mein Leben lang ....’ und dann kam Jesus in die Welt mit der einzigen Mission, zu suchen und zu retten, das heisst heimzuführen, und sein Suchen geht sogar so weit, dass der gute Hirte, so nachzulesen im Lukasevangelium Kapitel 15, das gefundene Schaf auf seiner Schulter selbst nach Hause trägt und dann noch sagt, es sei selbst zurückgekehrt (wie «ein Sünder der Busse tut»). Und dann ist Gottes Freude über den Gefundenen so riesengross, weil ihn der Verlust so schmerzte, weil die Gefahr für den Verlorenen so gross war. ‘Freut euch mit mir’ sagt Jesus zu denen, die über seinen Umgang mit Zöllnern und Sündern murrten, ‘freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war!’» 

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STUDIUM BEKOMMT HAND UND FUSS Sozialpraktikum, Klasse II Nach dem ersten Studienjahr werden die Studierenden ins kalte Wasser der Praxis geworfen. Theorien der Sozialen Arbeit werden erprobt, angewendet und mit Erfahrungen verknüpft. Das Sozialpraktikum dauert 18 bzw. 10 Wochen (Vollzeit- bzw. berufsbegleitend Studierende). Hier die Übersicht aller Sozialpraktika, ab Seite 12 drei Interviews. Andreas Dölitzsch Jasmin Graber Melanie Graber

Isabel Helfenstein Lucas Kägi

Ref. Kirchgemeinde JegenstorfUrtenen (Gemeindepraktikum1)

Stefan Maag

e9, Jugend + Kultur, Basel SILEA Aarbrügg, Arbeit für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung, Thun

Katharina Metz

Heilsarmee Zürich, Sozialberatung, Zürich

David Nägele

Wohnheim Felsengrund, Blaues Kreuz, Stein SG

HPV Rorschach, bilden – begleiten – beschäftigen

Marcel Künzle

Stiftung Töpferhaus, Betreutes Wohnen und Arbeiten, Kreativatelier, Aarau WinWin-Markt Herisau, SecondhandEinkaufszentrum, Arbeitsintegration

Novizonte, Tagesstrukturplätze für Menschen mit Mehrfachbehinderung, Kriens

Susanne Morf Stiftung Wendepunkt, Sozialunternehmung, Muhen

Phil Neininger Martina Kloter

Reissverschluss, Arbeits- und Integrationsprogramm der Stadt Bülach

Tim Reifler

Streetchurch Zürich, Jugendkirche und Sozialfirma wg neuewelt für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, Münchenstein

1 Wer in seiner berufsbegleitenden Anstellung im sozialarbeiterischen Bereich tätig ist, kann u. U. anstelle des Sozialpraktikums ein Gemeindepraktikum absolvieren.

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Magdalena Riederer

Pedro Vaz Rodrigues Remo Rüegg

Maura Schnegg

AZB Strengelbach, Wohnen, Tagesstruktur und Berufliche Integration für Menschen mit Beeinträchtigung

Corinne Stalder Laurence Swoboda

Netz4, niederschwellige Quartierund Gassenarbeit der EMK Zürich Heilsarmee Hasenberg, Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankung, Waldkirch SG

Jaël Tomamichel Tiana Vöhringer

Wohnheim Winterthur der Heilsarmee Arche Burgdorf, Wohnen und Arbeiten für Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten Hope Baden, Christliches Sozialwerk

Südkurve Lyss, Arbeitsintegration, Beratung, Schulung und Freizeit

Passantenheim der Heilsarmee, niederschwelliges Schlaf-/ Wohnangebot, Bern

Gemeindepraktikum, Klasse III Das 18-wöchige Gemeindepraktikum absolvieren alle Vollzeitstudierenden im dritten Jahr ihrer Ausbildung. Ursula Eichenberger Rahel Haag Benjamin Hunziker

Ref. Kirche Belp-Belpberg-Toffen

Simea Leuenberger

Ref. Kirchgemeinde Grosshöchstetten

Evang.-Ref. Kirche Basel-Stadt: Gellertkirche

Petra Müller

Ref. Kirche Oftringen

Ref. Kirche Gontenschwil-Zetzwil

Andreas Schindelholz Désiré Stauffer

Evang.-Ref. Kirche Basel-Stadt: Thomaskirche Evang.-Ref. Kirchgemeinde Köniz

Wahlpraktikum, Klasse IV Das 8-wöchige Wahlpraktikum ermöglicht Vollzeitstudierenden, ein Berufsfeld kennenzulernen, das sie besonders interessiert. Daniele Libera

Stiftung Wendepunkt

Ursula Maurer

HEKS

Florian Pfister

Communauté Don Camillo

Christoph Saredi

Lukas Wirth

Ref. Kirchgemeinde Solothurn

Claudia Zaugg

Jugend mit einer Mission

Jasmin Zaugg

Forest Vision Community

Tabea Zurbuchen

Kinderheimat TABOR, Sonderschulheim

Quellenhof-Stiftung

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«NICHT SCHNELL SELBER MACHEN ...»

Menschen mit schweren Beeinträchtigungen, einer von Alkohol geprägten Biografie und Obdachlose – drei TDS-Studierende teilen Erfahrungen aus ihren Sozialpraktika. Die Fragen stellte Matthias Ackermann.

Katharina Metz absolvierte ihr Praktikum im Sozialwerk Novizonte. Die Novizonte Tagesstrukturplätze in Kriens hat Platz für 16 Menschen mit schwerer Beeinträchtigung. Das Sozialwerk mit christlicher Grundlage hat seit bald dreissig Jahren einen Leistungsauftrag mit dem Kanton. Vor ca. acht Jahren entstand die Idee, Menschen mit Migrationshintergrund in der Betreuung zu integrieren. Katharina, hast du ein Praktikum im Bereich «Menschen mit Beeinträchtigung» gesucht? Ja, aber nach langer erfolgloser Suche nach einer solchen Institution in meiner Umgebung, wendete ich mich an die Liste vom TDS mit möglichen Praktikumsplätzen. So

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habe ich die Novizonte gefunden. Ich sagte gerne zu, um ein für mich neues Milieu kennenzulernen. Ich traute mir zu, neben dem sozialpädagogischen Arbeiten auch pflegerische Arbeiten auszuführen. Das war die Bedingung. Hast du früher schon mit Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet? Nein, aber ich hatte keine Berührungsängste. Und während meines Praktikums sind Barrieren, die ich noch hatte, ganz verschwunden. Die Klientinnen und Klienten sind «schwer beeinträchtigt» – das stellt richtig hohe Ansprüche an deren Betreuung. Aber du konntest schon in der ersten Woche grosse Verantwortung übernehmen?

Ja! Im Sommer gab es einige Vakanzen, daher wurde ich schnell eingeführt. Während vier Tagen begleitete ich eine Betreuerin und lernte so die meisten «Handgriffe» der Pflege sowie die Tagesgestaltung. So konnte ich ab dem fünften Tag schon als Hilfsbetreuerin mit wenig Begleitung bei einer Klientin eingesetzt werden. Konntest du wirklich alles übernehmen: Begleitung auf die Toilette, die Mahlzeiten, die Verlegungen ... Fast alles. Die Verlegung – z. B. vom Rollstuhl auf eine Liege – setzt ein grosses Vertrauen (von Seiten des Klienten) und grosse Sicherheit (von Seiten der Betreuungsperson) voraus. Bis dieser Prozess klappt, dauert es manchmal mehrere Monate. Eine Klientin spürt jede Unsicherheit. Sie


signalisiert Abwehr, wenn ihr bei einer Methode nicht wohl ist. Ich hatte anfänglich Mühe, aber nach ca. zwei Monaten habe ich die Verlegungen selbstständig übernommen. Welches sind die Prinzipien und Methoden, nach denen ihr arbeitet? Eines ist: «Der Weg ist das Ziel.» Wir haben Grusskarten für Angehörige gebastelt. Das dauerte fünf Tage. Ich musste immer wieder meinem Impuls widerstehen, etwas rasch selber zu erledigen. Aber damit hätte ich das Ziel verfehlt. Ein anderes Prinzip ist das des Ermächtigens («Empowerment»). Es zeigt sich z. B. in diesen Formulierungen: Die Klientin und ich arbeiten zusammen, aber die Handlungen werden von den Klienten ausgeführt. Ich begleite sie bei ihren Tätigkeiten. Ein Beispiel: Ich hole nicht rasch die Schere, wenn die Klientin sie beim Basteln braucht. Nein, ich begleite sie. Wir gehen nicht zusammen auf die Toilette, sondern ich begleite sie. Die Methode «Unterstützte Kommunikation» wird im Novizonte praktisch schon lange umgesetzt. Dieses Jahr wurde auch ein Konzept dafür ausgearbeitet. Unsere Klientinnen können nicht sprechen und ihre Motorik ist stark eingeschränkt. Wie also kommunizieren wir mit ihnen? Die Mitarbeitenden gehen auf die Bedürfnisse jeder Klientin, jedes Klienten individuell ein. So lernten sie zum Beispiel bei einem Klienten, was Ja und Nein bedeutet: Den Kopf nach rechts und links bewegen. Andere zeigen Ablehnung, indem sie ihren Körper versteifen, und Freude, indem sie ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern. So ist es möglich, dass sie mitbestimmen können und nicht einfach wir für sie ein Programm festlegen.

heutige Tagesthema ist und welche Elemente wann vorkommen: Therapien, Essen, Aktivitäten. Alles wird an einer grossen Magnettafel mit Bildern und Symbolen visualisiert. Dann singen wir drei Lieder. Die Freizeitaktivitäten finden individuell oder in Gruppen statt, je nach Möglichkeiten und Wunsch der Klientinnen und Klienten. Eine Besonderheit von Novizonte ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund angestellt werden. Genau. Auf unserer Etage arbeiteten auch Frauen aus Indien und Pakistan. Einige Migrantinnen machen zum Teil eine Ausbildung als Fachperson Betreuung und können ihre Arbeitskraft einbringen. Im Gegenzug werden sie integriert und lernen etwas über das Miteinander

gelernt. Dadurch konnte ich Unwissen und Vorurteile abbauen. Ich konnte mir z. B. vorher nicht vorstellen, wie man mit ihnen kommuniziert. Ich habe erlebt, wie vielseitig doch die Möglichkeiten sind, wie man mit ihnen unterwegs sein kann. Das Praktikum hat mir den Horizont erweitert. Weiter bekam ich eine grosse Achtung für die Arbeit der Betreuenden. Ich muss mir zugestehen, dass ich dazu – langfristig – nicht in der Lage wäre: Ich habe die Geduld nicht. Die Kommunikation benötigt viel Zeit. Ich habe gelernt, bei allen möglichen Entscheidungen die Klientin einzubeziehen. Ich musste die Handlungen so einplanen, dass wir sie partizipativ durchführen konnten. Das Prinzip der Partizipation, wie

«Das Prinzip der Partizipation, wie wir es am TDS gelernt haben, habe ich im kleinen Rahmen durchbuchstabiert.» Katharina Metz, TDS-Studentin Klasse II

in unserer Gesellschaft. Ihre Arbeit verbindet sie. Eindrücklich zeigte sich dies bei zwei Frauen, die aus zwei benachbarten und verfeindeten Ländern kommen. Sie können darüber reden und geben so ein Beispiel für Versöhnung.

wir es am TDS gelernt haben, habe ich im kleinen Rahmen durchbuchstabiert.

Was hast du im Praktikum für dich oder über dich gelernt?

Es ist ein Selbstverständnis von Novizonte, dass hier das Evangelium gelebt wird. Die tägliche Arbeit startet mit einem kurzen Gebet, an welchem alle Angestellten teilneh-

Novizonte ist eine Institution mit christlicher Grundlage. Wie zeigt sich das?

Wie sieht der Tagesablauf aus? In der Morgenrunde starten Betreuende und die acht Klientinnen und Klienten auf unserer Etage gemeinsam den Tag. Wir erklären, was das

Ich habe viel über den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen

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men. Der Leiter Roland Aeschimann informiert beim Anstellungsgespräch über die christliche Grundhaltung. Bei der Morgenrunde mit den Klienten werden christliche Lieder gesungen. Wie gehen Angehörige anderer Religionen und Weltanschauungen damit um?

Pedro Vaz Rodrigues absolvierte sein Praktikum im Zürcher Kreis 4. Er trifft dabei Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Milieus. Im Netz4 lernte er eine sozialdiakonische Arbeit kennen, welche aus der EMK Zürich im Kreis 4 entstanden ist. An einem Tag pro Woche unterstützt er die Angebote und Beratungen von randständigen Menschen im Chrischtehüsli. Pedro, du hast nun etwa drei Viertel des Praktikums hinter dir. Wie fühlt es sich an? Wenn ich zurückschaue, sehe ich die grosse Anzahl an Neuem, das mir begegnet ist. Neue Situationen, wie z. B. bei Strasseneinsätzen, aber auch Verantwortung, die mir übergeben wurde. Alles in allem: Sehr gewinnbringend. Wie kam es dazu, dass du dich für dieses Praktikum entschieden hast? Ich habe vor meiner Zeit am TDS in einem Internat gearbeitet. Anfang Jahr haben Studierende der jetzigen Klasse IV von ihren Praktikums-

Novizonte sind die christlichen Ausdrucksformen wichtig. Und doch leben die Angestellten Toleranz und Akzeptanz gegenüber allen Menschen zu 100 Prozent. Ich habe das Morgengebet oder das Singen in der Morgenrunde als etwas ganz Selbstverständliches erlebt. Alle können sich beteiligen – in aller Frei-

erfahrungen erzählt. Was Philipp Uebersax von seinem Praktikum im Netz4 erzählt hat, hat mich sehr beeindruckt.

mitgeben. Kleider und Essen helfen temporär; Jesus kann Trost geben in die existenziellen Bedürfnisse hinein.

Du hast Strasseneinsätze erwähnt. Wie läuft ein solcher ab?

Stösst ihr auch auf Widerstand, wenn ihr den Glauben ins Gespräch bringt?

Das Ziel ist primär, bei den Leuten von der Strasse zu sein und ein offenes Ohr für sie zu haben. Das Chrischtehüsli leitet diese Einsätze. Meist verteilen wir auch Essen bzw. gekühltes Wasser im heissen Sommer. Wenn sie Hilfe brauchen, machen wir sie aufmerksam auf unsere Angebote. Beide Werke sind christliche Angebote. Wie verbindet ihr den Glauben mit euren Angeboten? Man könnte sagen, die Tat hat Priorität. Aber das andere – den inneren Hunger sozusagen – nehmen wir auch ernst. Gerade auf der Strasse im Gespräch fühle ich oft, meinem Gegenüber würde es jetzt guttun, ein Wort von Jesus zu hören. Tatsächlich werden Menschen oft berührt, wenn wir ihnen einen Zuspruch von Gott

«Die Tat hat Priorität. Aber den inneren Hunger nehmen wir auch ernst.» Pedro Vaz Rodrigues, TDS-Student Klasse II

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heit. So wird es als etwas Positives und Druckloses erlebt. Eine Kollegin hat mir erzählt, dass sie wieder einen Zugang zu Religion gefunden hat – einfach durch das Morgengebet. Ich spürte Gottes Anwesenheit in der Novizonte – sie steht unter seinem Schutz.

Klar gibt es auch Leute, die skeptisch sind gegenüber dem christlichen Glauben. Im Gespräch hilft mir die theologische Ausbildung des TDS und die Bibelkenntnis. Ich habe erlebt, dass ich z. B. schlechte Erfahrungen mit Christen oder Enttäuschungen Gott gegenüber in ein besseres Licht rücken konnte. Aber das Gegenteil ist oft der Fall. Leute schätzen, dass unsere Angebote einen geistlichen Rahmen haben. Zum Beispiel der Imbiss vom Netz4. Hier werden am Freitagmittag Dutzende Menschen von der Strasse mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Ein kleiner Input – eine Geschichte aus der Bibel, ein Erfahrungsbericht – gehört auch zum Essen. Und das Angebot, dass wir auch persönlich für Gäste beten, wird oft in Anspruch genommen. Welche Angebote hast du im Netz 4 auch noch unterstützt? Das Näh-Café: Ein offener Treffpunkt mit der Möglichkeit, zu nähen. Dann gibt es den Mittagstisch für Jugendliche sowie Freizeit und Coaching Angebote. Hier habe ich oft teilgenommen und mitgearbeitet, manchmal habe ich auch einen Anlass ganz organisiert.


Konntest du dich und deine Talente einbringen? Und bist du auch an deine Grenzen gekommen?

zu halten und nur ein Sandwich zu nehmen. Sie hat mich dann zehn Minuten lang übel beschimpft.

Mir gefällt die Vielfalt. Da ich ein kommunikativer Typ bin, fühlte ich mich rasch wohl bei diesen niederschwelligen Angeboten. Die Hauptleitung eines Anlasses wird mir auch ab und zu anvertraut. Hier bin ich herausgefordert, den Überblick zu behalten. Es geht so viel ab in kurzer Zeit, es ist lebendig und manchmal auch laut und chaotisch.

Wie wurdest du damit fertig?

Bei einer Essensabgabe ermahnte ich eine Frau, sich an die Regeln

Ja, die ist wichtig. Auf der anderen Seite fühlen wir mit den Leuten mit,

Während zehn Wochen fuhr Remo Rüegg täglich mit seinem Velo von zu Hause nach Waldkirch im Kanton St. Gallen. Dort stehen inmitten ländlicher Idylle die Wohn- und Werkstätten der Heilsarmee Hasenberg. Remo half mit bei der Alltagsgestaltung von Männern im Alter von Anfang 20 bis Mitte 80.

Behinderung oder eine psychische Erkrankung eingeschränkt.

Remo, wie kamst du zu diesem Praktikumsplatz?

Ich lernte während diesen zehn Minuten, ihr Verhalten zu trennen von ihr als Person. Mit dieser Sicht konnte ich das Gehörte einordnen. Zudem kann ich es im Gebet ablegen.

wollen für sie da sein, auch wenn es manchmal schwierig ist. Schön ist es, wenn wir positive Auswirkungen unseres Einsatzes sehen. Für eine Frau, die schlecht deutsch spricht, habe ich ein einfaches Telefon gemacht. Sie war so dankbar, ihre Freude darüber war sichtbar. So kommt immer wieder Wertschätzung zurück, manchmal nicht sofort. Es ist wie bei einer Wanderung: Manchmal steil, aber auf dem Gipfel wird man mit einer schönen Aussicht belohnt.

Stichwort Abgrenzung?

Was waren deine Aufgaben? Ich war dem Bereich Wohnen zugeteilt, gestaltete die Freizeit und plante verschiedene Aktivitäten. Ich spielte mit den Bewohnern Tischtennis, führte während den Betriebsferien Nachmittagsausflüge durch und plante die Themenwoche «Mittelalter». Das Thema entstand übrigens

in Zusammenarbeit mit Bewohnern. Bei der Durchführung waren Hauswirtschaft und Werkstätten auch beteiligt. Sind die Freizeitangebote freiwillig? Grundsätzlich Ja. Ab und zu wird jemand zu einem Wohntraining «stark motiviert», z. B. «Bettwäsche wechseln». Für jedes Angebot kann man sich einschreiben, und das auch recht spontan.

Ich war interessiert an der Alkoholproblematik. Ich hatte zwar noch keine Erfahrungen damit, aber ging davon aus, dass ich dem Thema – leider – noch öfters begegnen würde. Zudem machte mich ein Austausch mit einem TDS-Studenten neugierig für den Bereich Betreutes Wohnen. So bin ich beim Hasenberg gelandet. Kannst du uns die Institution Hasenberg kurz vorstellen? Die Institution bietet Männern in besonderen Lebenssituationen vorübergehend oder dauerhaft Wohnung und eine Tagesstruktur in einem geschützten Rahmen an. Viele haben eine Suchtvergangenheit mit Alkohol oder Drogen, einige sind durch eine Dekoration zur Mittelalterwoche der Heilsarmee Hasenberg

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«Früher klang bei mir im Zusammenhang mit Suchtmitteln immer ein Vorwurf an Gott mit. Unterdessen bete ich gelassener.» Remo Rüegg, TDS-Student Klasse II Konntest du gut mit dieser Kurzfristigkeit leben? Ich kenne es von der Jugendarbeit aus meiner Kirche. Tatsächlich wurde im Team das Thema Verbindlichkeit diskutiert. Die Vorbereitung der Angebote braucht Zeit, und oft werden diese nicht genutzt oder schlecht besucht. Konntest du im Praktikum vom Studium profitieren? Auf jeden Fall! Durch das Praktikum bekam die Theorie – Begriffe wie Professionalität, Distanz, Selbstkompetenzen – Hand und Fuss. Doch beim Schreiben des Praktikumsberichts musste ich dann doch oft in

den Unterrichtsunterlagen blättern, damit ich die Theorie korrekt einarbeiten konnte. Welches waren deine Herausforderungen im Praktikum? Konsequent zu sein und es auszuhalten, wenn Klienten sich über mich aufregten. Gerade als Praktikant, der neu war und den Hasenberg, die impliziten Regeln und die «versteckten» Abläufe bei Weitem nicht so gut kennt wie die Klienten, war das teilweise herausfordernd. Ab und zu wird man mal «angeschnauzt» und immer mal wieder bewusst herausgefordert. Zum Glück hatte ich immer volle Rückendeckung vom Team und konnte mir

H INWEIS CHRISTLICHE SOZIALE ARBEIT IN EINER MULTIRELIGIÖSEN GESELLSCHAFT Fragen - Herausforderungen - Chancen Die Fachtagung findet am 19. März 2021 in Aarau statt und richtet sich an Berufspersonen aus sozialen Institutionen und der Gemeindediakonie. (Mit Durchführungsgarantie: Die Tagung findet entweder vor Ort oder online statt. Definitiver Entscheid im Februar 2021.)

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Ziel ist es, Fachpersonen zu ermutigen und zu befähigen, ihr christliches Handeln professionell in die Soziale Arbeit einzubringen. Wir würden uns freuen, Sie an der Fachtagung begrüssen zu dürfen!

in schwierigen Situationen Tipps holen, wie ich zukünftig in ähnlichen Situationen handeln kann. Dabei konnte ich sehr von der Vielfalt im Team profitieren. Die Institution gehört zur Heilsarmee. Wo wurde der christliche Hintergrund sichtbar? Bei einigen freiwilligen Angeboten: Bibelstudiengruppen und Gottesdiensten. Die meisten Angestellten haben einen Bezug zum Glauben. Dem gemeinsamen Abschluss beim Essen geht jeweils ein Zitat zum Nachdenken voran, gelegentlich auch ein Bibelwort. Was hast du gelernt – für dich selber, für dein Studium? Ich lernte Dankbarkeit. Anfänglich empfand ich sie eher in Abgrenzung zu den Bewohnern: Dass ich gesund bin und gut aufwachsen durfte. Das hat sich im Laufe des Praktikums gewandelt. Ich wurde dankbar für die Schritte, welche einige Bewohner machen durften. Was mich am meisten überraschte war, dass ich schliesslich Gott sogar dafür danken konnte, dass es Alkohol und andere Drogen gibt. Früher klang im Zusammenhang damit immer ein Vorwurf an Gott mit: «Warum gibt es diese Suchtmittel? Die Welt wäre eine bessere ohne sie!» Unterdessen bete ich gelassener: «Du, Gott, weisst warum.» Und denke, vielleicht stünde es um einige Menschen noch übler, wenn sie zu anderen Mitteln greifen würden als zu Heroin und Alkohol. Die vertrauensvolle Haltung «Gott weiss, was er tut» möchte ich unbedingt beibehalten. Ausserdem durfte ich lernen, weniger verurteilend zu denken. Die Lebenslage vieler Klienten hatte mich anfangs dazu eingeladen, mich über sie zu erheben – auch wenn ich das wohl nicht bewusst tat. Während dem Praktikum durfte ich immer mehr erkennen, dass diese Menschen vor Gott mindestens so gut dastehen, wie ich. 


AUF KURS BLEIBEN

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«Mit TDS-Kursen auf Kurs bleiben auch in den wechselnden Windrichtungen des gesellschaftlichen Lebens. In den Fragen um ‘Geld und Geist’, um die eigene Berufung oder die Gleichnisse Jesu in einer sozialen Dimension.» Felix Studer

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INSERAT

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TDS-Diplom ist staatlich anerkannt Die Ausbildung «Gemeindeanimation HF» des TDS Aarau ist nun offiziell staatlich anerkannt als Bildungsgang einer höheren Fachschule für Soziales und Erwachsenenbildung. Knapp einen Monat nach der Diplomierung der Pilotklasse (2016–2020) traf das Anerkennungsschreiben des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ein.

Rektor Christoph Schwarz freute sich über die Verfügung, die ihn am 23. September 2020 erreichte. Der Zufall wollte es, dass an diesem Datum die Mitgliederversammlung des TDS Aarau stattfand. So konnte spontan auf die lang erwartete Anerkennung angestossen werden. Im Schlussbericht der eidg. Kommission für höhere Fachschulen wird das TDS Aarau als «seriöse Bildungsinstitution mit modernen Räumlichkeiten und engagierten Mitarbeitenden» beschrieben. Der Prozess wurde durch den Leitexperten Peter Keller und der Fachexpertin Dorothee Foitzik begleitet. Diese bedanken sich bei Christoph Schwarz und seinen Mitarbeitenden für die sehr offene und angenehme Zusammenarbeit.

Schulleitung als sehr hilfreichen Prozess. Im Verlauf der letzten 4 Jahre konnten wir vom Austausch und vom mündlichen wie schriftlichen Feedback viel profitieren und den Bildungsgang kontinuierlich verbessern. Entsprechende Massnahmen wurden von uns identifiziert, priorisiert, geplant und umgesetzt, teilweise bezogen auf den Pilot, teilweise bezogen auf nachfolgende Kurse.»

Auch Rektor Christoph Schwarz lobt die Zusammenarbeit. In seiner Stellungnahme schrieb er:

In der letzten Ausgabe des meinTDS schilderten der amtierende Rektor sowie sein Vorgänger Dr. Paul Kleiner den langen Prozess der Anerkennung. Dieser begann im 2007 und wird nun mit der Anerkennung des Bildungsgangs Gemeindeanimation HF abgeschlossen. Nun gilt: Wer die Ausbildung am TDS Aarau absolviert hat, ist berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel dipl. Gemeindeanimatorin HF bzw. dipl. Gemeindeanimator HF zu führen.

«Die Begleitung durch Herrn Keller und Frau Foitzik erlebten wir in der

Matthias Ackermann, Öffentlichkeitsarbeit TDS Aarau

Reaktionen «Zu Ihrer offiziellen staatlichen Anerkennung des Diploms ‘Gemeindeanimation HF’ gratulieren wir Ihnen herzlich. Wir wünschen Ihnen für diesen wertvollen Ausbildungsgang Gottes reichen Segen und mögen viele Studierende von der Ausbildung profitieren und damit in der Gesellschaft die frohe Botschaft weitertragen.» Daniela Fleischmann, Deborah Schenker, Hope Baden. Das Hope Baden ist ein christliches Sozialwerk und bietet Studierenden des TDS Aarau einen Praktikumsplatz.

«Über diese Mitteilung freue ich mich sehr und gratuliere euch herzlich! Ich weiss ja aus eigener Erfahrung, wie aufwendig und manchmal auch zermürbend solche Anerkennungsprozesse sind, dass sie sich aber insgesamt positiv auf die Entwicklung der Ausbildungseinrichtungen auswirken. Und wie dankbar man ist, wenn Gott das Gelingen nach einer solch langen Phase des Engagements schenkt! Ich finde es für die Bildungslandschaft sehr bedeutsam, dass das TDS nun mit dieser Anerkennung ein wesentliches Ausbildungsprofil besetzt und in der Schweizer Landschaft vertritt!» Prof. Dr. Stefan Schweyer, ordentlicher Professor für Praktische Theologie an der STH Basel.

«Glückwunsch zum Abschluss des Anerkennungsverfahrens und der damit verbundenen staatlichen Anerkennung. Das war ein langer Weg, der nun einen guten Abschluss gefunden hat.» Stefan Mahr ist Schulleiter der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik Zizers

«Ganz herzliche Gratulation zur staatlichen Anerkennung! Paul Kleiner hat mich an manchen strategischen Überlegungen zu diesem Projekt teilhaben lassen. Ich freue mich mit euch, dass dieser lange Weg zu einem erfolgreichen Ziel geführt hat und wünsche euch weiterhin viel Segen im Unterwegssein mit euren Studierenden!» Lukas Amstutz, mennonitischer Theologe und Leiter des Bildungszentrums Bienenberg. Er war einige Jahre Dozent am TDS Aarau.

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B A R E V D N J U B I LÄEN U Marina Wyrsch: Seit fünf Jahren Buchhalterin am TDS Aarau Am 1. Mai 2015 übernahm Marina Wyrsch die Buchhaltung am TDS Aarau. Studierende und Dozierende arbeiteten im Frühling im Homeoffice. So konnten wir ihr 5-jähriges Jubiläum nur in sehr kleinem Rahmen würdigen. Marina Wyrsch ist in einem 30 %-Pensum für die Buchhaltung des TDS Aarau zuständig. Sie ist zudem Leiterin Administration des christlichen Sozialwerks Hope Baden. Sie wohnt mit ihrer Familie in Rohr SO.

In der Buchhaltung laufen viele Fäden zusammen. Wenn ein Betrag nicht stimmt oder ein nötiger Hinweis auf einem Beleg fehlt, fragt Marina nach und klärt die Unstimmigkeit. Dabei nimmt sie auch die Prozesse und Abläufe ins Visier. Unsere Buchhalterin ist also nicht nur zuständig für korrekte Zahlen, sondern optimiert indirekt auch unsere Zusammenarbeit. Mit ihrem Temperament, ihrer Fröhlichkeit, ihrem Interesse an anderen Menschen und an theologischen Fragen bereichert Marina das TDSTeam. Sie klickt sich versiert durch

den Kontenplan, verbucht unzählige kleine und grosse Beträge, überweist pünktlich den Lohn und freut sich über jede Spende. Liebe Marina, ich gratuliere dir herzlich zu deinem Arbeitsjubiläum und sage herzlich Danke für deine wohlwollende und unterstützende (Mit-)Arbeit – eine Arbeit, die oft im Hintergrund geschieht, aber nicht minder wichtig ist. Maya Künzle, Geschäftsführerin

Marianne Fankhauser: Seelsorge gelehrt und praktiziert Marianne Fankhauser wird nach 15 Jahren Lehrtätigkeit am TDS Aarau verabschiedet. Nach 15 Jahren Unterricht im Fachbereich Psychologie und Seelsorge beendet Marianne Fankhauser ihre Lehrtätigkeit am TDS, weil sie auf ihre Pensionierung hin etappenweise ihre beruflichen Tätigkeiten abbauen will. Liebe Marianne, ganz herzlichen Dank für dein langes Mitwirken in

der Ausbildung am TDS! Du hast den Studierenden mit viel Hingabe wichtiges Wissen und Werkzeuge für die seelsorgerliche Begleitung von Menschen mitgegeben. Du konntest dabei in Theorie und Praxis aus deinem reichen Fachwissen deiner Ausbildungen und aus deinen praktischen beruflichen Seelsorgetätigkeiten schöpfen. Regelmässig wurdest du

von Studierenden angefragt, sie bei Diplomarbeiten zu begleiten, in denen sie seelsorgerliche Fragestellungen vertieft bearbeiten konnten. Ich wünsche dir Gottes Segen für den anbrechenden neuen Lebensabschnitt und für die Freiräume, die sich dir neu auftun! Christoph Schwarz, Rektor

Marianne Fankhauser arbeitet weiterhin als psychosoziale Beraterin in der Begleitung von jungen und älteren Menschen und als Seelsorgerin in einem Alterszentrum.

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G N U D E I H C S B

Christoph Schwarz: Unterstützender und wertschätzender Rektor

Christoph Schwarz ist seit zehn Jahren am TDS Aarau. Seit drei Jahren leitet er die Höhere Fachschule umsichtig und engagiert. Lieber Christoph, nun bist du schon seit 10 Jahren am TDS. 2010 begannst du deine Dozententätigkeit am TDS Aarau und am 1. August 2017 hast du auch die Leitung des TDS Aarau als Rektor übernommen. Seither sind unzählige Stunden vom Unterrichten, Planen und Entscheiden vergangen. Du liebst es, dich für das TDS und die Studierenden einzusetzen. Immer wieder fragst du dich: Wie können sie noch besser lernen? Du warst einer der ersten, der sehr aktiv mit den neuen Medien umgegangen bist. Demzufolge warst du schon sehr gut vorbereitet auf die aktuelle spezielle Situation. Du bist sehr unterstützend und wertschätzend anderen gegenüber. Du musst nicht immer im Mittelpunkt stehen, kannst aber deine Meinung sehr klar zum Ausdruck bringen.

Deine Jahre als TDS-Rektor waren geprägt von der Umsetzung der neuen Ausbildung Sozialdiakonie mit Gemeindeanimation. Du hast zahlreiche Stunden damit verbracht, einen Rahmenlehrplan zu erstellen, mit Fachstellen zu verhandeln und mit anderen zusammen zu überlegen, wie sich das TDS weiterentwickeln soll.

Freude und Kraft bei der Ausübung deiner herausfordernden Tätigkeit. Möge Gott dich weiterhin leiten, sodass du deine Vision (siehe meinTDS vom September 2017) für das TDS tatkräftig umsetzen und natürlich auch erleben kannst. Und zuletzt wünschen wir dir weiterhin viel Freude, zusammen mit deiner Frau Britta am TDS wirken zu können.

Nun darf es etwas ruhiger sein, die Früchte dieser Arbeit darfst du ernten mit vielen motivierten Studierenden. Ach ja, deinen Witz und Schalk dürfen wir immer wieder an Vorstandssitzungen erleben und freuen uns darüber.

Ueli Frey, Präsident TDS Aarau

Im Namen des Vorstandes danke ich dir für deinen Einsatz für unser TDS. Wir wünschen dir weiterhin viel

Christoph Schwarz ist Rektor des TDS Aarau.

Karin Härry: Seit fünf Jahren für die Bibliothek zuständig Seit dem 1. April 2015 arbeitet Karin Härry im TDS als Bibliotheksangestellte und hat damit die Verantwortung für deren Betrieb. Seither prägt sie die TDS-Bibliothek mit ihrer Freude an Büchern und an Menschen! Sie verwaltet die Ausleihen, führt den Bibliothekskatalog nach, bespricht mit Lehrkräften die Aktualisierung des Bestandes, bestellt neue Medien und nimmt diese in den Katalog auf. Ihr fürsorgliches Wesen wird von den Studierenden sehr geschätzt: so sorgte sie z. B. für einige bequemere

Stühle. Sie brachte neue Farbe in den Raum und griff gleich selbst zum Pinsel. Auf dem Rückgabetisch finden die Benutzerinnen häufig ein ermutigendes Wort und Süssigkeiten vor. Bei der Büchersuche unterstützt Karin die Studierenden gerne und hilft, die Schätze der Bibliothek aufzufinden. Mit viel Eigeninitiative prägt sie ihren Verantwortungsbereich. Im letzten und im aktuellen Studienjahr wirkt Karin auch in der Klassenbegleitung der Klasse IV mit, ein weiterer sehr geschätzter Dienst! Wir gratulieren dir Karin herzlich zu deinem Jubiläum! Vielen Dank für

dein Engagement mit viel Herz und deinen wichtigen Beitrag am TDS, für die Bibliothek, die Studierenden und für unsere Gemeinschaft. Christoph Schwarz, Rektor

Karin Härry arbeitet mit einem 30 %-Pensum als Bibliothekarin am TDS Aarau. Sie ist zudem Referentin und Autorin.

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N E R E I L U T A WI R GR G E B U RT E N

LENNON MATTEO 24. August 2020 Sohn von Luca und Anne Gehrig. Luca studierte 2015–2019 am TDS Aarau.

ESRA NEMO 2. Oktober 2020 Sohn von Verena und Nemo Bösch. Verena (ledig Pauli) studierte 2014–2018 am TDS Aarau.

JAEL AMY 27. September 2020 Tochter von Michal und Micha Dillier mit Levi, Hanna und Elija. Michal (ledig Günter) studierte 2011–2014 am TDS Aarau.

JESSICA 6. Oktober 2020 Tochter von Debora und André Grünenwald mit Nathan und Adina. Debora (ledig Eggenberger) studierte 2007–2011 am TDS Aarau.

WI R TRAU ERN WILLI SARTORIUS-BLANKART 1928–2020

Wir, von der damaligen Schweizerischen Evangelischen Bibelschule Aarau, haben Pfr. Willi Sartorius ausserordentlich geschätzt für sein freundliches Wesen und vor allem auch für seine Treue, mit der er die Geschicke der Schule mit Rat und

Je nach Lage vor Ort oder mit Übertragung

23. JANUAR 2021, MINO AARAU

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ihm bis heute dankbar für seinen unermüdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung der Schule von der Schweizerischen Evangelischen Bibelschule Aarau zum TheologischDiakonischen Seminar. Pfr. Dr. Dieter Kemmler

DEN TOD ÜBER-DENKEN

TAG DER ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN

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Tat stets förderlich begleitet hat. Von Anfang an war er Mitglied des Schulkomitees und hat nie davon abgelassen, den Zusammenhang von einer gesunden evangelischen Theologie, Evangelisation und Diakonie zu betonen. Er hatte auch immer ein offenes Ohr für die Studierenden in einer Zeit, in der es obligatorisch war, in Aarau zu wohnen. Wir sind

MATTI 13. Oktober 2020 Sohn von Denise und Philipp Jampen. Philipp studierte 2014–2018 am TDS Aarau.

Exegetisch-theologische Gedanken zur Frage nach der postmortalen christlichen Heilsexistenz

Mit TDS-Dozent Dr. theol. Stefan Wenger


SPEN DEN

BITTE UM FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG

Liebe Freunde des TDS Aarau Liebe Spenderinnen und Spender Gleich vorab die ungeschönte Spendenbilanz: Die Spenden ans TDS Aarau sind im Sommer dieses Jahres eingebrochen – nach einem normalen Verlauf im ersten Halbjahr. Der Stand per Ende Oktober ist der tiefste seit 15 Jahren. Zur Erreichung des budgetierten Spendenziels fehlen uns bis Ende Dezember noch mehr als 200'000 Franken. Was heisst dies für den aktuellen Betrieb des TDS Aarau? Unseren Verpflichtungen konnten wir bisher trotzdem nachkommen. Die Kosten der Raumerweiterung wurden zu einem ansehnlichen Teil aus eigener Liquidität finanziert. Trotzdem benötigen wir nach wie vor lang- und auch kurzfristige Kredite von der Bank. Und mittelfristig? Wir sind unbedingt auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen! Sie ermöglicht uns, unsere Ausbildung weiterhin in gleicher Qualität anzubieten. Auch wenn der gemeindeanimatorische Teil der Ausbildung staatlich subventioniert ist: Der kirchlich-theologische Teil kann nicht ohne Spenden aufrechterhalten werden. Herzlichen Dank, wenn Sie sich nach Ihren

Maya Künzle, Geschäftsführerin TDS Aarau

IMPRESSUM

Möglichkeiten daran beteiligen. So können weiterhin Ausgebildete des TDS Aarau Menschen in Kirchen und am Rande der Gesellschaft dienen!

HERAUSGEBER: TDS Aarau. Höhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales SEKRETARIAT: TDS Aarau, Frey-HeroséStrasse 9, CH-5000 Aarau, +41 62 836 43 43, www.tdsaarau.ch sekretariat@tdsaarau.ch LEITUNG: Pfr. Christoph Schwarz, Rektor

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit und grüsse Sie herzlich!

TRÄGERVEREIN: Ueli Frey, Präsident REDAKTION: Matthias Ackermann, Felix Studer GRAFIK/LAYOUT: Matthias Ackermann LEKTORAT: Elisabeth Widmer-Hunziker DRUCK: Koprint AG, Alpnach Dorf AUFLAGE: 3’900 Exemplare, viermal jährlich ABONNEMENT: CHF 20.–/EUR 15.– pro Jahr INSERATE/MEDIADATEN: sekretariat@ tdsaarau.ch; tdsaarau.ch/inserieren

PS: Sozialdiakonie und Gemeindeanimation befähigen Menschen zur Teilhabe, zur Gemeinschaft, zum Aktivwerden. Unterstützen Sie die Ausbildung dazu! Herzlichen Dank!

BILDNACHWEIS: TDS Aarau, Jen Theodore on Unsplash (S. 17) SPENDENKONTO PostFinance AG PC-Konto Nr. 50-1903-6 IBAN CH22 0900 0000 5000 1903 6 (Für EUR siehe tdsaarau.ch/spenden) ZERTIFIKATE/GÜTESIEGEL:

Stand Ende Oktober 2020 in CHF 500'000

1. Daten eingeben Spendenziel 2020 2. Zahlen: TheSans plain 9 3. 'Apostrophe einfügen: 500000 Fehlende Spenden

400'000

bis Ende 2020

480'000 201'200

300'000

Fehlende Spenden bis Ende Oktober 2020

90'400

200'000

Eingegangene Spenden bis Ende Oktober 2020

278'900

100'000 0

Einzelspender 1

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9 10 11 12

201'600

Kirchgemeinden/ Firmen/Institutionen77'300

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AGEN DA STU DIUM Praktika (siehe S. 10–16): Kl. II: Sozialpraktikum bis 13. Dez. 2020 (Vollzeitstudierende) Kl. III (Vollzeitstud.): Gemeinde­ praktikum bis 13. Dez. 2020 Kl. IV: Wahlpraktikum/Diplomarbeit bis 29. Nov. 2020 Weihnachtsferien vom 19. Dez. 2020 bis 3. Jan. 2021

K­­ U RSE www.tdsaarau.ch/kurse | 062 836 43 43 Die Kurse werden im Fernunterricht mit 20 % Rabatt angeboten. Mit der Bibel vertraut werden In vier Jahren durch alle Bücher des Alten und Neuen Testaments Mit Ph. Hendriksen und Th. Härry Nächste Daten: 3.12.2020, 21.1.2021, 25.2.2021, 25.3.2021 Einstieg jederzeit möglich

TDS-Begegnungswoche: Die BeWo wird als Online-Konferenz geplant und wird nicht in Seewis stattfinden. Thema: Inklusion Datum: 11. bis 14. Januar 2021

Frech, fromm, fröhlich, frei. Einführung in die Theologie Karl Barths Martin Brüske, Dr. theol. Sa, 12. Dez. 2020, 9.15 –16 Uhr

Winterferien vom 30. Jan. bis 7. Feb. 2021

Sicher und locker vor Publikum Ladina Spiess, Journalistin und Moderatorin Sa, 9. Jan. 2021, 9.15–16 Uhr

Projekttage «Familie»: Für alle Klassen vom 22.–23. Feb. 2021

SCH N U PPERN www.tdsaarau.ch/schnuppern 062 836 43 43 Schnuppernachmittage Wegen Umstellung auf Fernunterricht finden auch die Schnuppertage digital statt. Jeweils am Dienstagnachmittag am » 1. Dezember 2020 » 9. Februar 2021 Individuelle Schnuppertage von September bis Mai

Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat – Weh dem, der keine Heimat hat Peter Henning, Pfr. Mag. theol. Sa, 20. Feb. 2021, 9.15–16 Uhr Werte, Weltanschauungen, Scham und Ehre – ein Blick hinter die Kulissen fremder Kulturen Johannes und Barbara Müller, interkulturelle Berater Sa, 27. Feb. 2021, 9.00–17 Uhr

A­­ N LÄSSE Tag der Absolventinnen und Absolventen Den Tod über-denken Sa, 23. Januar 2021, Mino Aarau Mit Dr. theol. Stefan Wenger Christliche Soziale Arbeit in einer multireligiösen Gesellschaft Fachtagung 19. März 2021, Aarau (mit Durchführungsgarantie: Vor Ort od. online)

Gott ist gegenwärtig Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten  und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte.  Alles in uns schweige  und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt,  schlag die Augen nieder;  gebt das Herz ihm wieder. Majestätisch Wesen,  möcht ich recht dich preisen  und im Geist dir Dienst erweisen. Möcht ich wie die Engel  immer vor dir stehen  und dich gegenwärtig sehen. Lass mich dir für und für  trachten zu gefallen,  liebster Gott, in allem. Du durchdringest alles;  lass dein schönstes Lichte,  Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen  willig sich entfalten  und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh  deine Strahlen fassen  und dich wirken lassen. Herr, komm in mir wohnen, lass mein’ Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, dass ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, lass mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 1729

Profile for TDS Aarau

meinTDS Nov. 2020  

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