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September 2021 | Nr. 41 | Magazin des TDS Aarau, Höhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales

Geht fröhlich und mit Verantwortung! Diplom- und Eröffnungsfeier

Können Träume wahr werden? Anna Shammas

«Ich weiss, wohin ich gehöre.» Joël Studer neu am TDS Aarau

TRÄUME


EDITORIAL

Wovon träumen unsere Studierenden? Da gibt eine grosse Fülle! Ich sehe keine desillusionierte junge Generation, sondern viel Hoffnung (siehe S. 12–13)! Einige Stichworte daraus: Lebensgemeinschaft, Raum für alle, Werden wie Jesus, Liebe und Annahme.

Vom Traum der Einheit

Im Kontrast dazu steht der gegenwärtig manchmal leider ruppig gewordene Umgang miteinander in der Gesellschaft bei Meinungsverschiedenheiten. Wer nicht der Mainstream-Meinung entspricht, läuft Gefahr, ausgegrenzt zu werden, sei dies z. B. in sexualethischen Fragen, im Umgang mit der Gesundheitspoli- Christoph Schwarz, Rektor TDS Aarau tik, usw. In Deutschland gründeten Professorinnen und Professoren ein «Netzwerk Wissenschaftsfreiheit» mit aktuell gegen 600 Mitgliedern gegen dieses Klima, wo abweichende Meinungen auch in der Wissenschaft an den Rand gedrängt werden. Ist es nicht erstaunlich, wie «divers» die Gruppe aussieht, welche Jesus als seine Jüngerschar berufen hatte? Da stehen sich ein Kollaborateur der römischen Besatzer (Matthäus) und ein Angehöriger der aufständischen Zeloten (Simon) gegenüber. Das wird zu heftigen Auseinandersetzungen geführt haben! Aber der «neue Wein» von Jesus (siehe S. 8–9) machte es möglich. Vor Gott werden menschliche Unterschiede zweitrangig: «Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.» (Gal. 3,28) Einheit trotz Unterschieden! Die Jüngerinnen und Jünger durften und mussten miteinander üben, trotz der grossen Unterschiede immer wieder eins zu werden. Darunter verstehe ich: einander zu lieben und liebevoll zu behandeln. Und unterschiedliche Meinungen und Prägungen auszuhalten. Davon träume ich heute, und hoffe, dass gerade wir Christen diese Haltung in unsere Gesellschaft einbringen können. Im Wissen darum, dass dies möglich wird aus der Vergebung und Versöhnung durch Jesus Christus. Herzlich,

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I N HALT D I P LO M - U N D ERÖFFNUNGSFEIER

«Geht fröhlich und mit Verantwortung!»5 Neuer Wein

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Festpredigt von Pfr. Wilfried Bührer

G E H E N U N D KO M M E N Rein ins Berufsleben!

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Wohin gehts mit dem Diplom?

ZUM TITELBILD

Wertschätzender Umgang

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19 Studierende starten am TDS Aarau.

Träumen zum Studienstart

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Die neue Klasse stellt sich vor.

T H E M A : T RÄU M E Können Träume wahr werden?

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Anna Shammas

A M T D S A A RAU «Ich weiss, wohin ich gehöre.»

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Joël Studer neu am TDS Aarau

Träumen wird oft mit einem Blick himmelwärts assoziiert. Umgesetzt wurde dieses Bild spontan mit einigen Klasse-I-Studierenden in einer Unterrichtspause auf der Terrasse des TDS Aarau. Mehr über ihre Träume verraten diese auf den Seiten 12–13.

Sekretärin, Buchhalterin und Lektorin20 Elisabeth Widmer-Hunziker

Gratulationen, Wechsel bei den Dozierenden

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Spenden, Impressum

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Agenda24

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«GEHT FRÖHLICH UND MIT VERANTWORTUNG!» Diplom- und Eröffnungsfeier des TDS Aarau am 29. August 2021

Mit «O Happy Day» startete die Diplomklasse die Feier in der gut besetzten Stadtkirche Aarau (siehe Bild 1, nächste Seite). Sie erinnerte sich mit etwas Wehmut an den gleichen Anlass vor vier Jahren, den sie mit ebendiesem Lied eröffnete: «Wir wollen unsere Freude über unseren Abschluss ausdrücken. Wir sind dankbar für alles, was wir am TDS lernen durften.» So Jasmin Zaugg, welche zusammen mit Tabea Zurbuchen die Feier moderierte (Bild 2).

Dann stellte sich die neue Klasse vor – mit einem unterhaltsamen Videoclip. Jede Studentin, jeder Student zeigte darin eine kurze Sequenz aus seinem bis vor kurzem ausgeübten Beruf: Die Bäckerin backt nochmals feine Zöpfe, die Bauphysikerin breitet alle Pläne aus, der Telematiker werkelt an einer Anschlussdose – darauf gehen sie aus dem Bild, ihrer neuen Ausbildung entgegen. Danach stellten die neuen Studierenden sich «live» vor: Zuerst nach Region, Alter, Geschlecht (Bild 3). Und merkten dann, dass diese Kategorien unwichtig sind gegenüber der einen Frage: Was bringst du mit zur Bereicherung der Klasse? Alle zeigten einen Gegenstand aus ihrem früheren Beruf, der für eine einzigartige Kompetenz

oder Eigenschaft der Person steht. Die Festpredigt wurde von Pfr. Wilfried Bührer gehalten (Bild 4, siehe Predigt auf S. 8–9). Er ist Kirchenratspräsident der evang. Landeskirche des Kantons Thurgau. Seit vielen Jahren ist er mit dem TDS Aarau verbunden und freut sich über die zahlreichen Studierenden, welche im Kanton Thurgau ihre berufsbegleitende Ausbildungsstelle haben. 24 DIPLOME, 1 ZERTIFIKAT «Die vier Jahre haben euch als Personen verändert.» Rektor Christoph Schwarz leitete die Diplomübergabe ein. «Geht fröhlich und mit Verantwortung in eure Aufgaben», sprach er der Diplomklasse zu. 24 Absol-

ventinnen und Absolventen nahmen darauf ihr Diplom in Sozialdiakonie und Gemeindeanimation HF entgegen. Einmal wurde das Zertifikat «Katechetik/Jugendarbeit» vergeben. Die Dozierenden des Konvents übergaben die Diplome jeweils begleitet von einem Bibelvers und einem Segenswunsch (Bilder 5 und 6). VERANTWORTUNG, BRÜCKEN UND VERSÖHNUNG Und dann hätte Ueli Frey am liebsten zu einer mehrseitigen Laudatio angesetzt. Der Präsident des TDS Aarau verabschiedete nämlich Felix Studer, der soeben pensioniert wurde (Bild 7). Während 34 Jahren war er Dozent und später auch Konrektor am TDS Aarau. «Er half

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auch mit, wenn ein Velo eine Panne hatte», erinnert sich der Präsident an die Zeit, als er als Student in einer Retraite unterwegs war mit Felix. Er habe persönlich – und ebenso das ganze TDS Aarau – Felix Studer und seiner Frau Erika sehr viel zu verdanken! Er überreichte Felix Studer einen originell gestalteten Koffer mit Büchern, Restaurantgutscheinen und einem schönen Reisebatzen für Camperferien. Umgekehrt dankte auch Felix Studer dem ganzen TDSTeam, den Studierenden und dem TDS-Vorstand für die Gemeinschaft, Motivation und Bereicherung, die er durch sie erfahren hatte. Er gab dem TDS einen dreifachen Wunsch mit: «Tragt Verantwortung in der Gesellschaft, Verantwortung als Antwort auf das Wort, baut Brücken zwischen Landes- und Freikirchen, zwischen Theologie und Sozialem und lebt Versöhnung mit Gott und untereinander.»

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«FÜLLT SIE MIT EURER PRÄGUNG!» Dann wurde Felix Studers Nachfolger eingesetzt: Joël Studer verantwortet seit Anfang August den Bereich Pädagogik und ist Mitglied des Konvents des TDS Aarau. Ueli Frey wünschte Joël, dass er seine ganz eigenen Spuren ins TDS tragen kann (Bild 8). Als Konrektorin wurde neu Kathrin Hunn-Vogler eingesetzt (Bild 9). Sie ist schon seit einigen Jahren Mitglied des Konvents des TDS Aarau. Von Ueli Frey wurden sie mit Blumen und einer fast leeren «Schatzkiste zum Füllen mit deiner Prägung», von den Studierenden und den Gästen mit viel Applaus in ihrem neuen Amt willkommen geheissen. Im Anschluss an die Feier in der Stadtkirche Aarau lud das TDS Aarau die Studierenden und ihre Angehörigen ein zu einem Imbiss ins Schulgebäude. 

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NEUER WEIN Pfr. Wilfried Bührer

Die Diplomklasse stellte über die Eröffnungs- und Diplomfeier des TDS Aarau das Thema New Wine. In der hier leicht gekürzten Festpredigt teilte Pfr. Wilfried Bührer seine Gedanken zur Bibelstelle, in welcher von neuem Wein die Rede ist: Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst reissen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche sind hin. Nein, neuen Wein füllt man in neue Schläuche, so bleibt beides erhalten. (Matth 9, 16–17).

KEINE HALBHEITEN «Isch dulde keine ‘alb’eiten!» – Dieser Ausspruch eines militärischen Vorgesetzten aus der Romandie blieb vielen haften und machte währen dieser ganzen Militärdienstzeit die Runde. Er fiel mir wieder ein, als ich über den biblischen Abschnitt mit dem neuen Wein in alten Schläuchen nachdachte. «Keine Halbheiten» – das könnte eine gute Zusam-

Pfr. Wilfried Bührer ist Kirchenratspräsident der Evang. Landeskirche des Kantons Thurgau. Seit vielen Jahren ist er mit dem TDS Aarau verbunden.

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menfassung dessen sein, was Jesus sagen wollte.

Sie bringen es auf den Punkt: entweder ganz oder gar nicht.

«Keine Halbheiten», – das ist eine Stossrichtung, die zur Verkündigung von Jesus passt. «Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, taugt nicht für das Reich Gottes» (Lukas 9, 62). Und Paulus spitzt es zu: «Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden» (2. Kor. 5, 17). Die Redewendung «von Saulus zu Paulus» meint einen radikalen Sinneswandel; nicht Paulus und doch noch ein bisschen Saulus oder umgekehrt. Neuer Wein in neuen Schläuchen! – Nicht zufällig haben es verschiedene dieser biblischen Redensarten zu geläufigen Redewendungen in unsrer Sprache gebracht.

AUCH WENN ES WEH TUT Die Textwahl vom neuen Wein und das Thema New Wine, das prominent auf dem Einladungsflyer erscheint, hat mit dem Lied zu tun, das wir anschliessend hören werden. Dort geht es zunächst aber nicht um die Frage, ob der neue Wein in alte oder neue Schläuche abgefüllt werden soll, sondern um die Frage, wie es überhaupt zu neuem Wein kommt: «In the crushing in the pressing you are making new wine.» «Durch Zermalmen und Pressen machst du neuen Wein», und anschliessend ist von «surrender» die Rede, im Sinne von: ich akzeptiere diesen Prozess, auch wenn er schmerzlich ist! Und dann


die Bitte: «Jesus bring new wine out of me.» Also, auch wenn es weh tut: «Jesus, mach neuen Wein aus mir.» Ich bin froh um dieses Lied und seinen Inhalt. Man könnte, wenn man vom Bibeltext ausgeht, ja jetzt rasch zur Frage übergehen: «Welche neuen Schläuche braucht es?» Und so tun, als wäre der neue Wein selbstverständlich immer schon vorhanden und brauche es nur noch zeitgemässe Gefässe. Oder sogar so, dass zeitgemässe Gefässe von selbst neuen Wein hervorbringen. Das scheint mir in der gegenwärtigen Kirchenpolitik da und dort das Problem zu sein: Man diskutiert neue Gottesdienstformen, neue Gemeindestrukturen, neue Finanzflüsse … aber alle diese «neuen Schläuche» machen ja nur dann Sinn, wenn auch neuer Wein da ist. NEUE KRAFT, NEUE FREIHEIT, NEUES FEUER Woher kommt dieser neue Wein? Woher kommen Menschen, die mit ganzer Seele Christ(inn)en sein wollen? Und wollen wir überhaupt, dass neuer Wein entsteht? In der Bridge des erwähnten Lieds ist von neuem Wein, neuer Kraft, neuer Freiheit und neuem Feuer die Rede. Das alles kommt nicht allein aus Reorganisationen und aus neuen Strukturen, sondern hat auch mit Zuwendung zu Menschen zu tun, sei es mehr im evangelistischen Sinn oder mehr im diakonischen Sinn. Wo es gelingt, Menschen, insbesondere junge Menschen, auf den Glauben hin anzusprechen und zu begeistern, wird es für diesen neuen Wein dann durchaus neue Schläuche brauchen. Ich bin überzeugt, dass sich diese auch finden oder schaffen lassen. Es geht darum, Räume zu schaffen, wo etwas von Gottes Wirklichkeit erlebt werden kann. Dass nicht für alle das gleiche Setting dafür geeignet ist, liegt auf der Hand. Dabei geht es nicht nur um Unterschiede zwischen den Generationen; auch das Milieu, die Herkunft, die Alltagskultur, die aktuelle Befind-

lichkeit etc. unterscheiden sich. Die Ausbildung im Bereich sowohl der Theologie als auch der Diakonie ist sicher eine Hilfe, dies wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Und

Dinge entstehen nicht von selbst. Sie sind mit Arbeit, mit Anstrengungen, mit Konflikten, mit Entbehrungen verbunden. Umso grösser dann aber die Freude, wenn die Arbeit geleistet

«Alle diese ‘neuen Schläuche’ machen ja nur dann Sinn, wenn auch neuer Wein da ist.» mindestens so wichtig wie das theoretische Lernen ist es, das Leben zu teilen. Was hat Jesus in seiner kurzen Zeit der irdischen Wirksamkeit anderes getan, als mit seinen Jüngern und vielen andern das Leben zu teilen?

ist und das Produkt vorliegt oder geerntet werden kann.

ALT UND NEU NEBENEINANDER Dabei geht es nie ohne Konflikte ab, auch im kirchlichen Leben nicht. Wir leben in einer Zeit, da sich sehr schnell sehr vieles verändert. Das ist konfliktträchtig. Wir müssen das aushalten. Es wird nebeneinander alte und neue Schläuche geben. Es wird klassische Kirchenmusik und Popularmusik geben. Es wird traditionelle Sonntagmorgengottesdienste und Celebrations am Freitagabend geben. Es wird Formen kirchlichen Lebens geben, die auf Anhieb gar nicht als solche erkennbar sind. Nicht immer steht Kirche drauf, wo Kirche drin ist. Und auch das Umgekehrte gilt, leider! Ja, und dann geht es schnell einmal um das liebe Geld. Es wird Diskussionen um die Zuteilung der Finanzen geben, wahrscheinlich zunehmend härtere, weil die Finanzen knapp werden.

Rüstet euch innerlich aus mit der Rüstung der richtigen Überzeugung. Verlasst euch mit dem Schild des Glaubens auf Jesus Christus. Vertraut darauf, dass die Verbindung mit ihm eure Superkraft ist, damit ihr in dem Moment, wenn das Leben euch auf die Probe stellt, das Richtige tun könnt.

Das alles soll uns nicht entmutigen. Jesus (und die Bibel überhaupt) redet häufig in Bildern. Und auffallend häufig sind es Bilder, die mit Freude verbunden sind: Ernte, Wein, neue Kleider, neue Schläuche … Alle diese

1 «Weil, wo neuer Wein ist, da ist neue Kraft, da ist neue Freiheit und das Gottesreich ist da. Ich lege meine alten Flammen ab, um heute dein neues Feuer zu verbreiten.»

Ich schliesse mit einem Zitat aus dem Lied, das wir anschliessend hören werden:.

‘Cause where there is new wine1 There is new power There is new freedom And the Kingdom is here I lay down my old flames To carry Your new fire today (Brooke Ligertwood / Hillsong)  

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REIN INS BERUFSLEBEN! Die Liste der Tätigkeitsfelder der Diplomklasse liest sich wie die TDS-Infobroschüre: Spitzenreiter sind Sozialdiakonie und Katechetik in einer reformierten Kirchgemeinde. Die gemeindeanimatorische Qualifikation ermöglichte auch Anstellungen in der offenen Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Arbeitsagogik. Aber wie kommt es zu einer Anstellung in Südkorea? «Es ist eine lange Geschichte. In einer persönlichen Gebetszeit hat mir Gott den klaren Auftrag gegeben, nach Südkorea zu gehen. Ich bin dem Impuls nachgegangen und konnte in einer südkoreanischen Kirchgemeinde mein Wahlpraktikum absolvieren. Am Ende haben sie mir eine Stelle angeboten, die ich mit Freude angenommen habe. Da es das Berufsfeld Sozialdiakonie dort eigentlich nicht gibt, wird das eine interessante Zeit für uns alle werden.» So Jasmin Zaugg auf eine entsprechende Nachfrage. Anfang September ist sie bereits wieder ausgereist.

Mirjam Blaser, Sozialdiakonin, Ref. Kirche Zofingen / Ruth Blumenstein, Oberstufenlehrerin, Triengen (LU) / Michael Braun, Weiterführendes Studium in Sozialer Arbeit, Fachhochschule Ostschweiz / David Froese, Papi und Hausmann / Micael Hunziker, Theologiestudium, Uni Fribourg; KUW-Lehrer, Ref. Kirche Jegenstorf / Daniel Jossen, Sozialdiakon Jugend / Junge Erwachsene, Evang. Kirchgemeinde Grabs-Gams (SG) / Florian Kunz, Sozialdiakon, Wangen bei Olten, Schwerpunkt Jugendarbeit; Schulsozialarbeiter, Thalheim an der Thur und Flurlingen; CAS «Soziale Arbeit in der Schule», Hochschule Luzern / Aliena Kurz, Katechetin und Sozialdiakonin für Jugendarbeit, Ref. Kirche Jegenstorf & Urtenen/Schönbühl / Elisabeth Lendenmann-Heeb, Sozialdiakonin, Leiterin Zentrum am Buck, Ref. Kirche Oberwinterthur / Daniele Libera, Arbeitsagoge, Stiftung Wendepunkt, Muhen / Pascal Lottenbach, Jugendarbeiter, Ref. Kirche Dübendorf-Schwerzenbach / Caroline Matter, Seniorenund Freiwilligenarbeit, Ref. Kirche Kilchberg / Ursula Maurer, Sozialdiakonin, Ref. Kirche Gränichen / Melanie Moser, Sozialdiakonin/

Katechetin, Ref. Kirchgemeinde Lützelflüh / Florian Pfister, Zivildienst, Ref. Kirche Bern-Bethlehem / Julia Rüthy-Scheuner, Sozialdiakonin/Katechetin, Ref. Kirchgemeinde Buchholterberg und Ref. Kirche Köniz / Christoph Saredi, Sozialpädagoge, Diakonische Stadtarbeit Elim, Basel / Philipp Uebersax, Zivildienst in der Jugendarbeit, Ref. Kirche Frauenfeld / Lukas von Gunten, Sozialdiakonie/Jugendarbeit, Ref. Kirche Weiningen ZH / Eva Weinhold, Sozialdiakonin, Ref. Kirchgemeinde Dürnten; Katechetin, Ref. Kirchgemeinde Hettlingen / Melissa Widmer, Sonderpädagogisches Zentrum Bachtelen; Churchplanting-Projekt der ETG, Biel / Lukas Wirth, Sozialdiakon Bereich Jugend, Ref. Kirche Solothurn / Ralph Wittwer, Standortleiter in der offenen Kinder- & Jugendarbeit Jugendwerk Hindelbank-Krauchthal / Claudia Zaugg, Jugenddiakonin, Evang. Kirchgemeinde Weinfelden / Jasmin Zaugg, Gemeindemitarbeiterin, Big Forest Community Church in Busan, Südkorea / Tabea Zurbuchen, Leiterin des Ressorts «Next Generation» (Kinder-, Jugend- und Familienarbeit), ETG Zürich

WERTSCHÄTZENDER UMGANG 19 Studierende starteten ihre Ausbildung am TDS Aarau. Der erste Tag war voll bepackt mit Informationen rund ums Studium. Daneben gab es Raum für Begegnungen und ein erstes Eintauchen in die TDS-Kultur. Der erste Tag war intensiv: Konrektorin Kathrin Hunn-Vogler und Rektor Christoph Schwarz führten die Stu-

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dierenden ein ins Studium: Abläufe, Regeln, Kultur und Anforderungen. Ein Kennenlern-Anlass am Abend des ersten Schultags ermöglichte persönliche Begegnungen zwischen Dozierenden, Angestellten der Verwaltung und den Studierenden der neuen Klasse. Schwungvoll leitete Kathrin Hunn-Vogler durch den Abend. Spielerisch und in Tischgesprächen lernte man sich kennen.

«Die Du-Kultur macht einen enormen Unterschied. Ich fühlte mich ernst genommen. Ich finde es toll, dass sich hier Angestellte und Studierende auf Augenhöhe begegnen.» So ein Student der neuen Klasse I nach dem ersten Tag am TDS Aarau. Eine Studentin ergänzte: «Man spürt, dass es hier nicht nur um Wissensvermittlung geht. Die Angestellten nehmen uns ernst und zeigen auch ihr Herz.»


Die 24 soeben diplomierten Absolventinnen und Absolventen des TDS Aarau

Die 19 neuen Studierenden der Klasse I (eine Studentin fehlt auf dem Bild) kurz vor der Eröffnungs- und Diplomfeier

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TRÄUMEN ZUM STUDIENSTART Wovon träumst du? Wie verbindest du deine Träume mit dem Entscheid, ans TDS zu kommen? Die 19 neuen Studierenden der Klasse I verraten es uns. «Ich träume von einer Lebensgemeinschaft auf dem Land, die ich mitgestalte.» Ruth Armbruster, 37, Bauphysikerin aus Zürich

«Ich träume davon, dass ich mit meinem Einsatz und meinem Programm einen Jugendlichen so für die Kirche begeistern und motivieren kann, wie ich es selbst erlebte in meiner Konfirmationszeit.» Urs Frischknecht, 25, Telematiker aus Arnegg SG

«Ich träume davon, meine Mitmenschen zu unterstützen und sie anzustecken mit Freude, Einfallsreichtum und dem Mut, über sich hinauszuwachsen.»

«Mein Traum ist es, anderen mit dem christlichen Glauben auf Augenhöhe zu begegnen und sie so optimal zu begleiten.»

Cyrill Baumann, 22, Drucktechnologe aus Münchenbuchsee

Milena Herger, 20, Bäckerin-KonditorinConfiseurin aus Schöftland

«Ich träume davon, dass Christinnen und Christen den Reichtum entdecken, der im Leben mit Jesus verborgen liegt.» Joel Berger, 27, Polygraf aus Münchenbuchsee

«Ich träume von einem Gemeindebau-Projekt in der Schweiz und im Ausland. Und von integraler Mission: Das Evangelium praktisch leben in Verbindung mit sozio-ökonomischer Beratung.» Teferi Kassa Biratu, 46, Projektleiter aus Ehrendingen

«Ich möchte eine Wegbegleiterin werden für alle, die ihre Öllampe auffüllen möchten. Durch das TDS kann ich meinen eigenen Glauben festigen.» Caroline Ecker, 20, Fachfrau Kundendialog aus Oftringen

«Ich träume vom Strand in Südfrankreich und dem endlosen Blick in die Weite des Meeres. Ich träume von einem Raum, der genug Platz für alle findet. Ich träume von neuen Aufbrüchen und Abenteuern in Gemeinschaft und für mich persönlich.» Samuel Hofer, 24, Systemgastronomiefachmann EFZ aus Liestal

«Mein grösster Wunsch ist es, immer mehr zu werden wie Jesus. Ich träume von einer Schweiz, in der immer mehr Menschen zu Jesus stehen und für ihn leben.» Nathanael Hotz, 23, Motorgerätemechaniker EFZ aus Chur

«Ich träume davon, Menschen – insbesondere Jugendliche – auf ihrem Weg zu oder mit Jesus zu begleiten und sie dabei ganzheitlich zu fördern.» Benjamin Jenni, 24, Informatiker Applikationsentwicklung aus Muttenz

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«Ich träume von einem Ort, der Menschen Raum gibt, ihre Gaben einzusetzen, egal aus welchem sozialen Hintergrund sie kommen.» «Mein Wunsch ist es, mein Herz, meine Zukunft nach Gott auszurichten und auch andere Menschen zu ermutigen, dies zu tun. Die Ausbildung am TDS gibt mir die nötigen Werkzeuge mit auf den Weg.» Tabea Luginbühl, 20, Fachfrau Betreuung Kind aus Wil SG

«Dass sich jeder Mensch wertvoll und geliebt fühlt, ist mein grösster Traum. Ich wünsche mir eine Welt mit weniger Leid und mehr Liebe. Dank dem TDS kann ich mich professionell der Förderung von Menschen widmen und so die Liebe Gottes weitergeben.» Dunja Mehr, 25, Informatikerin aus Basel

«Ich träume von einem Ort, der Menschen Raum gibt, ihre Gaben und Fähigkeiten einzusetzen, egal aus welchem sozialen Hintergrund sie kommen: Ein Haus mit Gastronomie, Workshops, Kulturabenden, Tanzstudio, Werkstatt, Atelier, Gebetsraum etc.» Gabriela Roth, 34, Kauffrau aus Interlaken

«Ich träume von einem Ort, wo man Gott erleben, kennenlernen und anbeten kann. Ein Ort, wo man einfach sein kann. Am TDS will ich mehr über die Gemeindearbeit lernen und wie man solche Orte schaffen könnte.» Hanna Röthlisberger, 20, Fachmaturandin aus Weinfelden

«Ich träume von einer Welt mit weniger Druck und festgefahrenen Regeln. Eine Welt, in der sich Menschen frei entfalten können.»

«Ich möchte möglichst unterschiedliche Menschen – in Bezug auf Alter, Herkunft usw. – in mein Leben integrieren und unterstützen. Ich träume von einem offenen Haus, auch im Rahmen einer Familie. Am TDS übe ich den Umgang mit Menschen, festige mich biblisch und lerne, mich abzugrenzen.» Samira Schär, 23, Kauffrau EFZ aus Steffisburg

«Ich träume von einem erfüllten Leben, in dem ich all meine Liebe, Freude und Herzlichkeit weitergeben kann. Mit dem Studium am TDS kann ich diesen Traum im Beruf ausleben.» Gabriella Scozzafava, 23, Kauffrau EFZ aus Erlinsbach SO

«Ich träume von Liebe, Annahme und Zugehörigkeit für uns alle – bei Gott Realität, auf Erden ein Mangel und ein Suchen danach. Am TDS werde ich für meinen Traumjob vorbereitet und ausgerüstet.» Elisabeth Spillmann, 50, Pflegefachfrau HF aus Kreuzlingen

«Ich träume davon, dass andere und ich so angenommen werden, wie wir sind, und dass unsere Stärken wertgeschätzt werden. In unserer kirchlichen Jugendarbeit habe ich diese Annahme erlebt. Ich wünsche mir, dass andere sie auch durch mich erleben. Am TDS will ich dazu ausgerüstet werden.» Martina Wyss, 21, Konditorin-Confiseurin aus Lyss

Nicole Salvalaggio, 27, Kunstpädagogin aus Birmenstorf AG

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KÖNNEN TRÄUME WAHR WERDEN? Anna Shammas

Anna Shammas hat vor vier Jahren ihr Studium am TDS Aarau beendet. Dass es überhautp dazu kam, war die Erfüllung eines grossen Traums, der ihr lange unmöglich schien. Im folgenden Bericht erzählt sie uns ihre Geschichte und macht Mut zum Träumen – nach Gottes Art.

Vor vielen Jahren, als ich noch ein junges Mädchen war, habe ich davon geträumt, im kirchlichen Dienst zu arbeiten und Theologie zu studieren. Dort, wo ich geboren und aufgewachsen bin, schien mein Traum aus verschiedenen Gründen unmöglich zu sein: Familiäre Situation, Distanz zu einer theologischen Schule und viele andere Gründe. Als ich in die Schweiz imigriert bin, habe ich meinen Traum definitiv verabschiedet. Die Hürde, um solch einen Traum zu erfüllen, war ja viel zu gross. Minderwertigkeit und Ohnmachtsgefühle beherrschten mich. Ich konnte hier keine Sprachschule besuchen, habe die Sprache bloss im Alltag gelernt. Keine Wurzeln, keine Bindungen und kein Job ... Das Leben war ein Mix aus Verlustschmerzen und existenziellen Ängs-

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ten – bis zu dem Punkt, wo ich Gott neu begegnet bin und entdeckt habe, dass er sich um mich kümmert, dass ich ihm viel wert bin. Diese grosse Entdeckung hat meine Ängste besiegt. Aber mein grosser Traum blieb unmöglich, ja sogar absolut unvorstellbar. Als mir bewusst wurde, dass ich Mundart nie beherrschen werde, dachte ich, dass ich keiner Kirchgemeinde in der Schweiz nützlich sein kann, und dass ich unfähig bin, eine theologische Ausbildung zu absolvieren. Das neue Leben in einer freundschaftlichen Beziehung zu Gott hat mich jedoch gelehrt, wie ich trotz verlorener Träume in Freude und Dankbarkeit leben kann.

FÜR MICH ZU SPÄT ZUM TRÄUMEN Eines Tages verliess ich den Bahnhof Aarau bei der hinteren Treppe. Mit einer Freundin ging ich die Strasse hoch und bemerkte zum ersten Mal das Gebäude mit den roten Erkern. Meine Freundin informierte mich, dass dieses Gebäude eine theologische Schule ist. Mit grosser Bewunderung schaute ich das Gebäude an und war überrascht, dass diese Schule so nahe von meinem Wohnort war. Eine tiefe, süsse, altbekannte Stimme erwachte sofort in mir. Aber leider war es für mich zu spät, davon zu träumen, dachte ich mir. In den nächsten Tagen, Monaten und Jahren bin ich immer wieder vorbeigegangen und habe reingeschaut. Ich habe jeweils eine Frau beobachtet, die dort gearbeitet hat. Jedes Mal träumte ich davon und betete im Herzen, ob Gott mir die


Möglichkeit geben würde, auch da zu arbeiten. Dazu müsste ich zuerst im Unterricht sitzen und lernen, wie die Studierenden, die ich auch sah. Ach ... schon wieder war der alte Traum am Erwachen. Ich blieb treu in meinem Gebet und brachte mein Anliegen vor Gott – für mich der höchste Traum, der mir fast unmöglich schien. VIELLEICHT AM TDS AARAU? Dann bin ich doch in einen kirchlichen Dienst eingestiegen. Jeder Schritt auf diesem Weg war eine eigene Geschichte, die ich hier nicht ausführe. Eines Tages fragte mich mein Vorgesetzter, ob ich mich ausbilden lassen will für meinen Dienst. Ich war vor lauter Freude fast ausgeflippt: «Ja, ich will, aber wie und wo?» Er antwortete: «Wie? Das passiert zuerst durch Gebet und Vertrauen. Aber wo? Vielleicht am TDS Aarau!» «Schockiert vor lauter Freude» – so meine Gefühlslage in diesem Moment. Darauf ging ich an ein Schnuppergespräch ans TDS. Dabei erwähnte ich meine Befürchtung: «Ich bin doch eine Last für die Schule!» Mein Gegenüber antwortete: «Ja, wir sind uns dessen bewusst, aber gerne wollen wir diese Last tragen.» Seine Antwort hat mich tief berührt. In diesem Moment habe ich Gottes Hand erlebt. Seine Aussage wurde dann Wirklichkeit: Ja, ich war eine Last, aber die Schule hat mich nicht nur gerne getragen, sondern auch befähigt und geschult, so dass ich meines Traums würdig wurde. Nach 15 Jahren ist dieser in Erfüllung gegangen, in «God’s perfect timing» – Gottes perfektem Zeitplan. TRÄNEN DER DANKBARKEIT Am ersten Schultag begrüsste der Klassenlehrer mich: «Du bist herzlich willkommen am TDS Aarau!» Da sagte Gott zu mir: «Und ich schenke dir einen Platz hier als Prinzessin und Tochter von mir.» In diesen Augenblick liefen heisse Tränen der

Dankbarkeit aus meinen Augen. Ich konnte es nicht glauben! Juhuuuui – Papa hat es getan …!

vielen Dozierenden geprägt wurde, wollte ich auch andere Menschen prägen.

«Ich wusste damals ganz genau, dass ich so etwas nicht erreichen kann. Und doch konnte ich nicht aufhören zu träumen.» GOTTES DIENERIN VON GANZEM HERZEN Ich habe von Herzen versucht, Gottes unverdientem Geschenk gemäss treu zu leben. Viele Stunden habe ich mit Übersetzen verbracht, und viele weitere Stunden übte ich mich in der deutschen Rechtschreibung. Vor allem habe ich mich für die neue Prägung geöffnet. Ich wollte von jedem Wort profitieren und von jeder dozierenden Person etwas Neues lernen. Ich wollte Gottes Dienerin sein, so wie er es sich vorstellt, von ganzem Herzen. Alle Aufgaben am TDS konnte ich «mit seiner Hilfe» ausführen. Ich habe es geschafft – trotz all meiner Schwächen! Weil er mir versichert hat, dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist. Während meinem letzten Studienjahr habe ich gemerkt, wie ich mich während den vier Jahren verändert habe. Die süsse Stimme in mir ist wieder erwacht und ich habe angefangen zu träumen. Dieses Mal habe ich davon geträumt, dass ich am TDS unterrichte. Ich wollte dieses Feuer und Vertrauen in mir allen zukünftig Dienenden weitergeben. Ich wollte mein Herz mit Studierenden teilen, sie motivieren, unvorstellbare Schritte mit Gott zu tun. So wie ich von

Nun, dieser neue Traum war noch verrückter als der alte. Ich wusste damals ganz genau, dass ich so etwas nicht erreichen kann. Und doch konnte ich nicht aufhören zu träumen. Ich wollte etwas beitragen zu Gottes Mission in der Schweiz. Und am TDS wäre ich gerade an der Quelle von zukünftigen Mitarbeitenden ... Auf der anderen Seite sah ich mich als zu schwacher, unwürdiger Mensch für eine solch grosse Ehre. Zwei Jahre nach dem Studium bekomme ich unerwartet einen Anruf Anna Shammas leitet zusammen mit ihrem Mann die Arabische Gemeinde der EMK Aarau und unterrichtet am TDS Aarau das Modul Transkulturelle Kompetenzen. Dazu sagt sie: «Ich vermittle den Studierenden, wie man für Menschen, welche in die Schweiz migriert sind, Heimat sein kann – auch als Kirche. Dieser Einsatz kann bei den Betroffenen einen Heilungsprozess auslösen. Mir ist es deshalb so wichtig, dass er professionell gestaltet ist. Integration gelingt dann, wenn wir die Menschen dort abholen, wo sie stehen – und sie nicht in unser System zwingen. Dieses Anliegen lebe ich in meinem Beruf und kann es nun meinen Studierenden vermitteln.»

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«Kindlich ist nicht kindisch, sondern die Art, wie Kinder sich auf ihren himmlischen Vater verlassen können. Vertrauen heisst nicht immer, alles zu bekommen. Manchmal heisst es auch, etwas zu verlieren und trotzdem zu glauben, dass Gott gütig ist.»

vom TDS mit einer Anfrage, ob ich bereit bin, am TDS zu unterrichten. Wiederum liefen heisse Dankbarkeitstränen grosszügig. Ich sagte zu Gott, dass ich solche Ehre und Aufgabe nicht verdient habe. Aber halt – die Gnade ist immer unverdient! KINDLICHER GLAUBE STATT HELDENTATEN Gott sagte mir damals, dass er meine Bereitschaft, mein Herz und den kindlichen Glauben in mir braucht. Er bräuchte keine Heldentaten oder grosse Begabungen. Wesentlich sei ein Glaube – wie Kinder, die sich einem Vater total anvertrauen können. Dieser Traum ist wieder erfüllt worden. Den ersten Unterrichtstag erlebte ich ähnlich wie meinen ersten Schultag am TDS vor vielen Jahren. Meine Gefühle waren wiederum: «Ich kann es nicht. Aber ich weiss genau, dass du, Gott, es kannst. Und ich bin bereit für dein Wirken in mir.» KINDLICH – NICHT KINDISCH Meine Träume sind noch nicht beendet. Immer wieder kämpfe ich zwischen der Realität und Gottes Wahrheit. Meine Realität sagt, dass ich nichts habe und niemand bin.

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Aber Seine Wahrheit sagt, dass er diese Welt mit mir (und mit uns allen!) gemeinsam verändern will. Darum will ich auf keinen Fall den kindlichen Glauben in mir verlieren. Kindlich ist nicht kindisch, sondern eine spannende Art und Weise, wie Kinder sich auf ihren himmlischen Vater verlassen können, auch wenn die irdischen Umstände etwas anderes sagen. Vertrauen heisst nicht immer, alles zu bekommen. Manchmal heisst es auch, etwas zu verlieren und trotzdem zu glauben, dass Gott gütig ist. Aber die Kraft zu träumen trägt in vielen Situationen durch. TRÄUMEN NACH GOTTES ART Tatsache ist, dass wir alle eingeladen sind, mit Gott unglaubliche Träume zu erleben. Aber wenn wir träumen wollen, dann sollen unsere Träume seiner Kraft angemessen sein und sich nicht auf unsere eigenen Möglichkeiten beschränken: «Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt. Ihm gehört die Ehre in der Gemeinde und durch Jesus Christus in allen Generationen, für Zeit und Ewigkeit! Amen.» (Eph. 3,20–21)

Dieser Bericht ist kein Phantasiegeschichte, sondern ein Teil einer grossen Lebensgeschichte, die durch Gottes Treue erlebbar wurde. Ich habe gelernt, dass Gott all meine Träume wichtig sind. Er erwartet von mir keine besonderen Fähigkeiten, weil er mich befähigen kann. Er prüft mein Herz und meine Motivation. Wenn ich in der richtigen Herzenshaltung bete, dann gibt er nur eine der folgenden drei Antworten: «Dein Traum wird in Erfüllung gehen» oder «Warte, es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt» oder «Vergiss es – ich habe für dich etwas viel Besseres bereit.» Auch wenn manche Träume unerfüllt bleiben: Der Herr bleibt immer treu. Träumt weiter, liebe Leserinnen und Leser, und denkt daran: Unsere Träume sollen an Gottes Kraft gemessen werden und nicht an unseren begrenzten Möglichkeiten. Er hat viele Geschichten mit unterschiedlichen – normalen oder sogar schwachen, scheinbar unwürdigen – Menschen geschrieben. Vielleicht ist Ihre Geschichte die nächste ... 


«ICH WEISS, WOHIN ICH GEHÖRE.» Joël Studer hat im August 2021 als Mitglied des Konvents, als Fachbereichsleiter Pädagogik und als Dozent am TDS Aarau zu arbeiten begonnen. Im Gespräch mit Matthias Ackermann erfahren wir, wie das Interesse für diese Stelle im November 2020 heranreifte, warum ihm Psalm 23 wichtig ist und wovon er träumt. Zudem verrät Joël uns etwas über seine Leidenschaft – die Musik.

Joël, wie ist dein beruflicher Werdegang? Nach meiner Matura habe ich Germanistik und Geografie studiert mit dem Ziel Kantilehrer. Während meines Studiums habe ich begonnen, in einer Festanstellung auf der Sekundarstufe zu unterrichten. Diese Stufe hat mir zugesagt, und so habe ich mein Studium angepasst. Nach mei-

nem Bachelorabschluss bin ich zur Pädagogischen Hochschule gewechselt und habe den Master gemacht als Lehrperson der Sekundarstufe I. Das war vor vier Jahren? Seither hast du als Lehrer gearbeitet? Ja, und zwar habe ich eine Kleinklasse in Mellingen übernommen. … also das «unterste» Niveau. Warum das?

Joël Studer verantwortet den Fachbereich Pädagogik des TDS Aarau. Er wohnt in Buchs AG.

Ich bin ein Generalist, habe viele Interessen, und habe mir auch da gesagt: Warum nicht? Zudem reizte es mich, auch konzeptionell in diese Stufe zu investieren, sie aufzufrischen und den Ruf ein wenig «aufzupolieren». Ich plante jedoch, nach

ein paar Jahren die Stufe zu wechseln und als Seklehrer zu arbeiten. Ich habe bald auch die Praxislehrerausbildung gemacht. So konnten angehende Lehrpersonen ihr Praktikum bei mir absolvieren. Sie zu begleiten, mit ihnen den Unterricht zu planen, durchzuführen und zu reflektieren, hat mir sehr zugesagt. Wie kam es zur Anstellung am TDS? Natürlich hatte ich von meinem Vater (Felix Studer, der den Fachbereich des TDS Aarau während 34 Jahren leitete, Anm. d. Red.) mitbekommen, dass eine Nachfolge für ihn gesucht wurde. Er hat auch uns Kinder – drei von vier sind wir Lehrpersonen – einbezogen in die Suche

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«Pädagogisches Arbeiten ist nicht ‘one way’, sondern ein Hin und Her, ein Unterwegssein mit Menschen.» und uns gefragt, ob wir passende Personen kennen würden. Erst als die Stelle im Herbst 2020 ausgeschrieben wurde, begann ich mich auch persönlich dafür zu interessieren. Ich dachte mir, dass die Stelle eigentlich gut zu mir passen würde. Ich habe mich beworben, war aber ganz offen. Mir gefiel ja der Lehrerberuf sehr. Als es dann in Richtung Entscheidung ging, merkte ich, dass es mich jetzt schon «wurmen» würde, wenn es nicht klappen würde. Aber es klappte: Der Vorstand hat dich dann ja einstimmig gewählt. Ja – ich bin dankbar. Es geschah, was ich in meinem Leben oft erlebt habe: Ich lege Gott die Entscheidung hin und gehe vorwärts. Wenn es nicht sein soll, dann schliesst sich (oder er) die Tür bzw. öffnet sich die richtige. Was gefällt dir am TDS? Mir gefällt die Breite! Es ist eine Ausbildung mit mehreren Abschlüssen. Die Ausbildung ist staatlich und kirchlich breit abgestützt. Die Studierenden sowie Dozierende und Angestellte kommen aus unterschiedlichen Hintergründen – ein bereicherndes Setting. Was gefällt dir an deinem Job? Die Breite der Aufgaben: Unterrichten, Studierende in den Praktika begleiten und die Leitungsarbeit im Konvent. Durch die gemeinschaftlichen Elemente am TDS bin ich nahe bei den Studierenden. Wiederum habe ich Kontakte nach aussen in verschiedenen Gremien und Arbeits-

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gruppen oder mit den Kirchgemeinden, welche Praktikumsplätze anbieten. Diese Mischung gefällt mir! Was gefällt dir an deinem Fachbereich Pädagogik, den du verantworten wirst? Ich kann meinen Beruf weitergeben: Die Freude am Unterrichten. Pädagogisches Arbeiten ist nicht «one way», sondern ein Hin und Her, ein Unterwegssein mit Menschen. Dabei versuche ich jeweils, einen guten Mittelweg zu finden. Konkret kann das bedeuten, dass wir im Unterricht theoretische Grundlagen anschauen, sie praktisch umsetzen und mit meinen Impulsen und Erfahrungen «würzen». Gleichzeitig sollen auch die Studierenden ihre Lebenserfahrung, ihre Fähigkeiten und Ideen

einbringen können. Daraus ergibt sich ein spannendes und praxisorientiertes Lernfeld. Welcher Kirche fühlst du dich verbunden oder zugehörig? Ich bin reformiert aufgewachsen. Durch die Jungschar bin ich in der Minoritätsgemeinde in Aarau heimisch geworden. Jahrelang habe ich Jungschar erlebt und mitgeleitet. Daraus entstanden viele Beziehungen. In der Jungschar, gerade aber auch in den Gottesdiensten konnte ich auch musikalisch Erfahrungen machen und einbringen, als Bandleiter, Bandmitglied oder auch als Co-Leiter des Bereichs Anbetung. Und: In dieser Gemeinde habe ich auch meine Frau Priscilla kennengelernt. Sie war während ihres TDSStudiums dort angestellt für Kinderund Jugendarbeit. Was ist dir in deinem Glauben, deiner Spiritualität wichtig? Worship ist für mich ein wichtiger Zugang zum Glauben an Gott. Dann aber auch die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Als wissenschaftlich geprägter Mensch habe ich zu-


dem einen «kopfgeprägten» Zugang. Während meines Studiums besuchte ich auch Theologie-Vorlesungen, das war lehrreich und interessant.

aber auch schnell in den grösseren Städten der Deutschschweiz. Und Priscilla arbeitet im Raum Olten als Katechetin.

Mein Glaube war «immer schon da» – ein tiefes Vertrauen in Hochs und in Tiefs: Ich weiss, wohin ich gehöre.

Was machst du in deiner Freizeit – als Entspannung, als Leidenschaft?

me verwirklichen. Gerne würde ich mal eine längere Tournée mit einer Band machen. ... fürs TDS

Hast du ein Leitwort, einen Lieblingsvers, einen wichtigen Gedanken aus der Bibel? Ja, den Psalm 23 (ist auch «meine» Zahl – z. B. in meinem Geburtsdatum enthalten), insbesondere der Vers 6: «Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.» Der Psalm ist meine Hoffnung, meine Lebenseinstellung. Auch die Erfahrung, dass nicht alles gut ist und einfach läuft, ist im Psalm eingebettet (z. B. im Vers 4, dem dunklen Tal). Diesen Psalm habe ich auch schon musikalisch umgesetzt. Wie lebst du privat?

Musik machen steht hier an vorderster Stelle! Mir macht das Musizieren mit anderen Spass, ich habe schon in vielen Bands gespielt. Aktuell spiele ich in zwei Projekten: Neighbor begann als Duett mit einer Nachbarin, Gesang und Gitarre. Teilweise sind wir auch in grösseren Formationen unterwegs. Dann bin ich Teil von Hautle & Friends. Wir interpretieren sehr bunt und eigenwillig berndeutsche Klassiker von Patent Ochsner, Mani Matter, Züri West und anderen. Mir macht das Bandleben Spass, das Üben, das Zusammensein, das gemeinsame Essen, das Unterwegssein, die Konzerte … Ich lese auch gern, bin gern unterwegs mit Freunden.

Dass es weiterhin relevant und aktuell bleibt. Dass es in der sich verändernden Kirchenlandschaft dynamisch bleibt. ... für die Welt «Frieden auf Erden» klingt zu abgedroschen. Vielleicht so: Dass wir Menschen interessiert bleiben aneinander. Dass wir das Gegenüber wahrnehmen, ernst nehmen – und zwar als Mensch, nicht auf seine Meinung über ein bestimmtes Thema oder sein Auftreten reduziert. Dass wir konsensorientiert sind, gerade auch in der Politik. Dass wir wieder lernen, die Welt nicht in schwarz-weiss, sondern in all ihren Graustufen wahrzunehmen. Und schliesslich: Dass wir im Sinne des erwähnten Psalms 23 hoffnungsvoll leben lernen.» 

Welche Träume hast du? Für dich persönlich …

Ich wohne mit Priscilla, meiner Frau, in Buchs. Die zentrale Lage ist gut für uns, man wohnt im Raum Aarau, ist

Joël Studer vor seinem neuen Arbeitsort

Was meine Musik-Leidenschaft betrifft, konnte ich schon einige Träu-

«Ich träume davon, dass wir das Gegenüber wahrnehmen, ernst nehmen – und zwar als Mensch, nicht auf seine Meinung über ein bestimmtes Thema oder sein Auftreten reduziert.» meinTDS 2021-3

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SEKRETÄRIN, BUCHHALTERIN UND LEKTORIN DER ERSTEN STUNDE

Elisabeth Widmer-Hunziker war fast ihr ganzes Leben lang mit dem TDS Aarau verbunden. Sie war die erste Sekretärin des TDS, langjährige Buchhalterin und bis vor kurzem noch Lektorin des meinTDS. Matthias Ackermann sprach mit ihr zum Abschied von ihrer Zusammenarbeit.

Elisabeth, wann begann deine Verbindung zum TDS Aarau? Nach der Handelsschule an der Aargauischen Kantonsschule Aarau war ich während drei Jahren Sekretärin bei der Firma Trüb in Aarau. Dann wurde ich angefragt, ob ich für die SEB – die Schweizerische Evangelische Bibelschule Aarau, wie das TDS damals hiess – die Sekretariatsarbeiten übernehmen könne. Bisher wurden diese von den Gründungspfarrern selbst erledigt. Ich sagte zu und begann im Januar 1964 im Pfarrhaus der Minoritätsgemeinde

an der Augustin-Keller-Strasse in Aarau zu arbeiten. Im gleichen Haus wohnten die Pfarrfamilie und auch Studierende.

meine jüngste Schwester hat später elf Jahre lang das Sekretariat geführt.

Wie kam es dazu?

Die SEB ist gewachsen – und damit auch die Adresskartei. Es nahm viel Zeit in Anspruch, die Adressen von Hand auf die Dankesbriefe zu drucken. Zudem mussten die allmählich schlecht lesbar gewordenen Adressmatrizen, mit denen auch die Zeitschrift «Was geht bei uns?» adressiert wurde, erneuert werden. So unterstützte ich ab 1978 meine Schwester phasenweise. Sie gab mir privat jeweils einen Fünfliber für jedes Kistli, gefüllt mit neu beschrifteten Adressmatrizen in den legendären Rena-Einsteckrahmen.

Ich hatte Kontakt zur Minoritätsgemeinde und der sogenannten Töchtergruppe. Deshalb kannte ich den Pfarrer, der mich angefragt hatte. Es wurde mir klar, dass das nun mein Auftrag war, und es folgte eine gesegnete Zeit. Als ich 1968 geheiratet habe, konnte ich die Arbeit getrost abgeben – an meine Schwester. Auch

Später bist du wieder eingestiegen?

Und dann wurdest du Buchhalterin?

Elisabeth Widmer mit ihrem Mann Ernst und Hündin Luna auf ihrem Balkon in ihrem Haus in Gränichen

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Ab 1979 war ich mit einem kleinen Pensum als Buchhalterin angestellt. Als es dann 1988 darum ging, auf den Computer umzustellen, war ich sehr daran interessiert und war auch beim Kauf mit dabei. Anschliessend habe ich sofort alle Adressen in den Computer eingetippt, damit sie in Zukunft mühelos ausgedruckt werden konnten. Dann kam die gesamte Buchhaltung dazu, welche mir von Hansjörg


«Ich musste beim Arbeiten jeweils den Wecker stellen, damit ich rechtzeitig fürs Kochen wieder zu Hause war.» Burger übergeben wurde. An dieser interessanten Arbeit mit dem Computer hatte ich grosse Freude und ich musste anfangs sogar jeweils den Wecker einstellen, damit ich rechtzeitig fürs Kochen wieder zu Hause war. Diese Buchhaltung machte ich gerne von 1988 bis Ende 2008. Die lange Zeit am TDS war für mich sehr wertvoll im Wissen, dass Gott mich hier ans TDS gestellt hatte. Es war auch wertvoll, miteinander als Team mit Gott unterwegs zu sein. Du hast auch mitgeholfen bei der Zeitschrift bzw. dem Infoblatt des TDS? Ja, zu der Zeit, als Elisabeth Kemmler und Felix Studer das «Was geht bei uns?» herausgaben – so ums Jahr 1989 – habe ich mit dem Lektorieren begonnen, später folgten das TDSinform und das meinTDS. Es war mein Anliegen, dass diese Hefte ohne Druckfehler zu den Leuten gehen. Denn wie schnell konnten sich Fehler in die Texte einschleichen: Rechtschreibung, Zeichensetzung, Zahlen, Namen, Kursdaten, Infos etc. – für mich war es immer wieder spannend, auf Fehlersuche zu gehen, und ich freute mich jeweils sehr, wenn ich sie gefunden hatte, bevor das Heft gedruckt wurde.

… und das bis vor Kurzem! Das Lektorieren machte mir in all den Jahren viel Freude und die Texte waren stets spannend, lehrreich und ermutigend. Trotzdem bot ich in den letzten Jahren immer wieder an, meinen Job jemand anderem zu überlassen. Aber ich konnte immer wieder überzeugt werden, weiterzumachen. Es war mir einfach ein grosses Anliegen … Felix Studer bot nun an, nach seiner Pensionierung das meinTDS weiter redaktionell zu begleiten. Da kam die Frage auf, ob er im gleichen Zug das Lektorat auch übernehmen soll. Ja genau, da war es für mich klar: Jetzt ist der Moment da, ich gebe das Lektorat gerne an Felix weiter. Für die sehr gute und gefreute Zusammenarbeit mit dir, Matthias, danke ich dir herzlich. Ich wünsche dir und Felix nun viel Freude und Gottes Segen mit dem meinTDS. Nun hast du Zeit für anderes? Ja, für unsere Yorkshire Terrier-Hündin Luna, an ihr habe ich grosse Freude. Sie braucht täglich Auslauf und das Spazieren mit ihr tut meinem Rücken gut. Und unser Haus und der Garten brauchen auch Pflege. Ehrenamtlich habe ich vorläufig

noch eine kleinere Arbeit mit einer Buchhaltung. Ich bin dankbar, dass ich mit meinem lieben Mann Ernst hier leben kann. Unser Sohn wohnt mit seiner Familie in unserer Nähe, sodass wir uns regelmässig sehen können, und unsere beiden Enkelkinder machen uns immer viel Freude. Und – in Zukunft werde ich mich natürlich auch stets gespannt auf das meinTDS freuen! Liebe Elisabeth, ich danke dir herzlich, auch im Namen des TDS Aarau, für dein grosses Engagement, welches du im Laufe der vielen Jahrzehnte fürs TDS aufgebracht hast. Teils unentgeltlich, teils mit kleinem, später auch mit angemessenem Gehalt. Dein Gespür für Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen habe ich bewundert. Deine Flexibilität, wenn das Layout mal wieder verspätet war, habe ich geschätzt. Und deine fröhliche Art hat mich in unseren – meist telefonischen – Begegnungen stets aufgeheitert. Ich wünsche dir viel Freude mit deinen zwei- und vierbeinigen Nächsten und unbeschwerte Stunden, wo du Haus, Garten, die Natur und das Zeithaben geniessen kannst. 

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N E R E I L U T A WI R GR G E B U RT E N

LIARA 8. Februar 2021 Tochter von Sandra und Christoph Joller mit Elina und Jana. Sandra (ledig Zaugg) studierte 2010–2014, Christoph 2011–2015 am TDS Aarau.

HENRY 16. Mai 2021 Sohn von Debora und Jonas Heiniger. Debora (ledig Knuchel) war 2012–2018 Sekretärin des TDS Aarau.

LYNN JAËL 25. Februar 2021 Sohn von Evelyne und Peti Gutknecht mit Nino und Tim. Peti studierte 2011–2015 am TDS Aarau.

MICHAEL EMANUEL 12. Juni 2021 Sohn von Andrea und Niklaus KloseHolstein mit Ella Annina. Andrea studierte 2001–2005 am TDS Aarau.

ELIAS NATHANAEL 27. April 2021 Tochter von Regula und Matthias Fässler mit Jael. Regula (ledig Keller) studierte 2009–2013, Matthias 2010–2014 am TDS Aarau.

HANNA 13. Juni 2021 Tochter von Lea und Matthias Weber mit Alena. Lea (ledig Rohrer) studierte 2013–2017 am TDS Aarau.

ELIN MIRJANA 13. Mai 2021 Tochter von Delona und Dani Brack mit Alia und Loris. Delona (ledig Steiner) studierte 2011–2015 am TDS.

JONATHAN ELIAH 24. Juni 2021 Sohn von Christine und Simon Weinreich mit Mathea und Timeo. Christine (ledig Plattner) studierte 2008–2012 am TDS Aarau.

MATHEO PETER 9. August 2021 Sohn von Darya und Lukas Sievi. Lukas studierte 2009–2013 am TDS Aarau.

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ELIN JARA ✝ 23. August 2021 Tochter von Björn und Simone Lautenschläger mit Mia. Björn studierte 2015–2019 am TDS Aarau.

Wechsel bei den Dozierenden des TDS Aarau Wir verabschieden mit herzlichem Dank für die wertvolle und kompetente Mitarbeit ...

Christoph Alder, Situationsanalyse

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Christoph Stebler, Homiletik

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Rebecca Altorfer, Evangelistik

... und heissen herzlich willkommen am TDS Aarau

Severin Frenzel, Situationsanalyse, Organisationssoziologie, Soziale Ungleichheiten

Andreas Wiedmer, Praxisbegleiter


SPEN DEN

Spenden machen Träume wahr

Liebe Freunde des TDS Aarau Liebe Spenderinnen und Spender Der diesjährige Spendenverlauf zeichnet sich durch seine Unregelmässigkeit aus: Tiefe Eingänge im Januar und Februar, erfreuliche Monate März und April, zwei Monate mit nur 50 % des budgetierten Einnahmen, ein sehr guter Juli und ein schwacher August. Manchmal «träume» ich von einem Spendeneingang, der gleichmässiger übers Jahr verläuft. Dann wiederum staune ich über einen «Supermonat» mit sehr vielen oder einzelnen sehr grossen Spenden. Diese breite Unterstützung stimmt mich dankbar: Ihnen gegenüber als Spenderin und Spender – ob privat, kirchlich oder institutionell – aber auch Gott gegenüber, der den Finanzbedarf des TDS besser im Blick hat als wir selbst. Insgesamt können wir mit einem in etwa gleich hohen Spendenstand wie in den letzten Jahren ins letzte Drittel dieses Jahres starten. Für Ihre bisherige Unterstützung und Ihre künftigen Beiträge bis Ende Jahr sind wir sehr dankbar. Um unser Ziel zu erreichen, fehlen uns bis Dezember CHF 240’000 oder 50 % der budgetierten Spenden.

Maya Künzle, Geschäftsführerin TDS Aarau

IMPRESSUM

Mit Ihrer finanziellen Unterstützung tragen Sie zur Erfüllung der Träume unserer Studentinnen und Studenten der Klasse I (S. 12–13), aber natürlich auch der Studierenden in den drei anderen Klassen bei. Ist es nicht wunderbar, dass wir als TDS Aarau unseren Beitrag leisten können, damit Träume, wie Anna Shammas sie hatte (S. 14–16), möglich werden?!

HERAUSGEBER: TDS Aarau. Höhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales SEKRETARIAT: TDS Aarau, Frey-Herosé-Strasse 9, CH-5000 Aarau, +41 62 836 43 43, www.tdsaarau.ch sekretariat@tdsaarau.ch LEITUNG: Pfr. Christoph Schwarz, Rektor TRÄGERVEREIN: Ueli Frey, Präsident REDAKTION: Matthias Ackermann, Felix Studer GRAFIK/LAYOUT: Matthias Ackermann LEKTORAT: Felix Studer

Herzliche Grüsse

DRUCK: Koprint AG, Alpnach Dorf AUFLAGE: 3’800 Exemplare, viermal jährlich ABONNEMENT: CHF 20.–/EUR 15.– pro Jahr INSERATE/MEDIADATEN: sekretariat@ tdsaarau.ch; tdsaarau.ch/inserieren BILDNACHWEIS: TDS Aarau; zVg SPENDENKONTO PostFinance AG PC-Konto Nr. 50-1903-6 IBAN CH22 0900 0000 5000 1903 6

PS: Ihre Spende lohnt sich. Dank ihr können Studierende ihren Traum von Versöhnung und Annahme in der Welt umsetzen.

(Für EUR siehe tdsaarau.ch/spenden) Spenden ans TDS Aarau sind steuerabzugsfähig. ZERTIFIKATE/GÜTESIEGEL:

Stand Ende August 2021 in CHF 500'000

0. Speichern unter … Spendenziel 2021 1. Daten eingeben 2. Zahlen: TheSans Spenden plain 9 Fehlende 3. 'Apostrophe einfügen: bis Ende 2021 500000

400'000 300'000

Fehlende Spenden bis Ende August 2021

200'000

Eingegangene Spenden bis Ende August 2021

100'000 0

480'000 238'400 24'500 241'600

Einzelspender 176'400 1

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Kirchgemeinden/ Firmen/Institutionen65'200

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AGEN DA STU DIUM

SCH N U PPERN

Praktika Klasse II: Sozialpraktikum bis 17. Oktober 2021 (Teilzeit) bzw. 12. Dezember 2021 (Vollzeit) Klasse III (Vollzeit): Gemeindepraktikum bis 12. Dezember 2021 Klasse IV: Wahlpraktikum/Diplomarbeit bis 28. November 2021 Herbstferien vom 2. bis 17. Oktober 2021

www.tdsaarau.ch/schnuppern 062 836 43 43 Spezialschnuppertage jeweils Dienstagnachmittag am » 9. November 2021 » 7. Dezember 2021 » 1. Februar 2022 » 1. März 2022 Individuelle Schnuppertage von September bis Mai

K­­ U RSE www.tdsaarau.ch/kurse | 062 836 43 43 Das macht Sinn – mit der Bibel vertraut werden In vier Jahren durch die Bibel Philipp Hendriksen, Thomas Härry Die Bücher Jeremia und Klagelieder 18. Okt. 2021, 19–21 Uhr Der Brief an die Epheser 25. Nov. 2021, 19–21 Uhr Der Brief an die Kolosser 9. Dez. 2021, 19–21 Uhr Der Brief an die Philipper 20. Jan. 2022, 19–21 Uhr Gottglaube versus naturalistischer Atheismus Felix Ruther 25. Sep. 2021, 9.15–16.00 Uhr Konflikte und Resilienz 5 beste Bücher und mehr Karin Härry 3./10. Nov. 2021, 19–21 Uhr

A­­ N LÄSSE Tag der Absolventinnen und Absolventen Sa, 22. Januar 2022 Mit Dr. theol. Walter Dürr

Neue Perspektiven – Chancen meiner Pensionierung Hansurs und Elisabeth Walder, Johannes Hunziker 6. Nov. 2021, 9.15–16.30 Uhr Jugendarbeit heute Philipp Frei 6. Nov. 2021, 9.15–16.00 Uhr Leben auf der Durchreise … Den 1. Petrusbrief entdecken Stefan Wenger 13. Nov. 2021, 9.15–16.00 Uhr Die sieben Ich-Bin-Worte Dieter Kemmler 15./ 22./29. Nov. 2021, 19–21 Uhr Entspannt und authentisch auf der (digitalen) Bühne Ladina Spiess 8. Jan. 2022, 9.15–16.00 Uhr

Wie ein Traum wird es sein Wie ein Traum wird es sein, wenn der Herr uns befreit zu uns selbst und zum Glück seiner kommenden Welt Der Blinde blinzelt in die Sonne dem Tauben verrätst du ein Wort und er nickt wer stumm gewesen spricht die Wahrheit der lahme Mann schiebt seinen Rollstuhl nach Haus Geduckte heben ihre Köpfe Enttäuschte entdecken: Die Welt ist so bunt Verplante machen selber Pläne die Schwarzseher sagen: Es ist alles gut! Die Alleswisser haben Fragen der Analphabet liest die Zeichen der Zeit wer nichts besitzt spendiert für alle die Herrschenden machen sich nützlich im Haus Wie ein Traum wird es sein, wenn der Herr uns befreit zu uns selbst und zum Glück seiner kommenden Welt Lothar Zenetti (1926–2019)

Profile for TDS Aarau

meinTDS Sept. 2021  

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