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JANUAR 2020 | 35

MEHR RAUM FÜR DEN UNTERRICHT AM TDS AARAU

Gute Atmosphäre

60 Jahre TDS

Scham in Konflikten

Das Schulleitungsteam im Interview über die Raumerweiterung am TDS Aarau S. 8

Teil 1: Die Raumgeschichte des TDS Aarau. Von Felix Studer  S. 12

Die Begegnungswoche auf dem Hasliberg mit Madeleine Bähler S. 18

Zeitschrift des TDS Aarau, HF Kirche und Soziales


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inhalt Titelthema: MEHR RAUM

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Editorial: Wohltuende Weite Felix Studer, Konrektor

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Mehr Raum

für einen zukunftsgerichteten Studienbetrieb

Räume, die zur guten Atmosphäre beitragen

Interview mit dem Schulleitungsteam des TDS Aarau

Kolumne: Bauen heisst Vertrauen Beat Schmid, Bauleiter

In drei Minuten vom Zug ins Klassenzimmer Felix Studers Raumgeschichte des TDS Aarau

Scham in Konflikten Madeleine Bähler referierte an der Begegnungswoche auf dem Hasliberg

Campus: Projektmarkt

Galerie: Gratulationen

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Anders als ein Schulraum Der Raum der Stille wurde von Anita Sieber Hagenbach gestaltet.

TDS-Begegnungswoche Einblicke auf eine Woche unter dem Motto der 20er-Jahre

Galerie: Tag der Absolventinnen und Absolventen Office: Spendenbarometer

Agenda

meinTDS 2020 | 35 INHALT  3


WOHLTUENDE WEITE Lieben Sie den Blick in die Weite auch? Den Blick auf einen See, die Sicht übers Mittelland bis zur Alpenkette? Umgekehrt kann ein schmales Tal oder ein Tunnel unangenehm beengend wirken. Vor 33 Jahren erreichte mich die Anfrage, als Dozent am TDS zu arbeiten. Wir kannten die Schule damals nicht und befürchteten im ersten Moment, das könnte für uns «zu eng» sein. Erste Gespräche überzeugten uns dann schnell, dass da eine wohltuende Weite im Denken und Glauben gelebt wird: Christus im Zentrum und rundherum viel Platz für unterschiedlichste Menschen. Damals fiel mein Blick auf Verse aus Jesaja 54,2–3: «Mach dein Zelt grösser! Spanne deine Zeltdecken aus, ohne zu sparen! Verlängere die Seile und schlag die Zeltpflöcke fest ein! Denn nach Süden und Norden wirst du dich ausbreiten.» Im Buch Jesaja wurde diese ermutigende Aufforderung an Gottes Volk gerichtet: Befreit aus der Gefangenschaft soll es in sein Land zurückkehren. Als Jungschärler und Camper hat mich das Bild natürlich angesprochen: Ein grosses Zelt mit gut verankerten Pflöcken und weitem Ausblick! Das ist es auch, was die Atmosphäre am TDS bis heute ausmacht: Unter Gottes Verheissungen grosszügig denken und glauben, Raum schaffen für Menschen, Visionen entwickeln für die Zukunft. Ausgebildete, die ins Land hinausziehen, nach Süden und Norden, Osten und Westen. Das vermitteln auch unsere neuen Räume: Wohltuende Weite, Raum für die Stille vor Gott, helle Pausenzonen für Gespräche, moderne Zimmer zum gemeinsamen Studieren, Platz zum Feiern. Lassen Sie sich in dieser Ausgabe des meinTDS doch mit hineinnehmen in die Dankbarkeit, mit der wir uns über die neuen Räume freuen!

Felix Studer, Konrektor

4  EDITORIAL meinTDS 2020 | 35


Thema Einweihungsfeier der neuen Räume des TDS Aarau: Konrektor Felix Studer und Christoph Kunz, Präsident der Baukommission, durchschneiden das Band.

Mehr Raum

für einen zukunftsgerichteten Studienbetrieb Das TDS Aarau ist räumlich an seine Grenzen gestossen. Volle Klassen und zeitgemässe Unterrichtsformen erforderten mehr Raum. Pünktlich aufs 60-Jahre-Jubiläum wurden am 13. Januar zusätzliche Räume im Umfang von 450 m2 eingeweiht. Das Architekturbüro Kreis Hirschi AG realisierte in nur sechs Monaten dieses grosse Umbauprojekt des ans TDS angrenzenden Gebäudes; Innenwände wurden herausgerissen und es entstand ein völlig neuer Grundriss. Diese Raumerweiterung war nötig: Noch nie gingen so viele Studierende ein und aus am TDS wie ab Januar 2020. Nach einigen Monaten in verschiedenen

Praktika studieren nun wieder alle vier grossen Klassen am TDS Aarau. Zwei Klassen werden nun in neuen Klassenzimmern unterrichtet. Diese sind geräumig, hell und technisch auf dem neusten Stand ausgestattet. Zwei Ruheräume, ein Raum der Stille sowie ein zweiter Pausenbereich mit Teeküche tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei.

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Thema Malermeister Kurt Kloter war unzählige Stunden mit Pinsel und (grüner) Farbe am Wirken.

und den neuen Räumen im Aarehaus wird Der Durchgang zwischen (bisherigem) Haupthaus durch einen Reissverschluss visualisiert.

Die Studierenden sind « begeistert! Gelobt werden die Atmosphäre und die grosszügigen Platzverhältnisse. Marcel Kempter

Epochal Zum ersten Schultag in den neuen Räumen wurde am Montag, 13. Januar über Mittag eine Einweihungsfeier mit Apéro abgehalten. Christoph Kunz, Vorstandsmitglied des TDS Aarau und Präsident der Baukommission, meinte zu den anwesenden Studierenden, Angestellten und am Umbau Beteiligten: «Für uns ist dies eine notwendige Raumerweiterung. Überblickt man aber die grössere Geschichte des TDS Aarau, so könnte man sagen: Epochal!» Zuvor umriss Felix Studer, Konrektor des TDS Aarau, die Raum-Geschichte des TDS Aarau: «Die Geschichte zeigt ein beeindruckendes Zusammenspiel von vorausschauender Planung und Gottes Leiten.» Der Kauf eines alten Giebeldachhauses im Jahr 1971 war richtungsweisend. Zuerst als Internat benutzt, wurde es 1991 abgerissen. Der Neubau dient seit 1992 als Schulgebäude. Die Nähe zum Bahnhof wird einerseits von den pendelnden Studierenden sehr geschätzt. Anderseits macht er das Haus für Seminare und Kurse sehr attraktiv. Die angrenzende Liegenschaft, die dem TDS nun diese Raumerweiterung ermöglicht, konnte 2004 erworben werden. «Falls wir mal mehr Platz benötigen, wäre vorgesorgt» – so die Haltung damals. 6  THEMA meinTDS 2020 | 35

»

Gruppenarbeiten, Pausenraum, Ruheraum, Raum der Stille Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen! «Am TDS gehen anfangs Woche 130 bis 140 Leute ein und aus», so Konrektor Felix Studer. Zu den Studierenden von vier vollen Klassen kämen Gaststudierende, Mitarbeitende und Dozierende hinzu. Zudem brauche es für zeitgemässe Unterrichtsformen einfach mehr Ausweichmöglichkeiten für Gruppenarbeiten. Dies ist nun möglich: Jeder Klasse steht zusätzlich zum Klassenzimmer ein Gruppenraum zur Verfügung. Hinzu kamen noch andere Bedürfnisse. Rektor Christoph Schwarz: «Auch die Studierenden brachten ihre Ideen ein. So stehen ab jetzt zwei Ruheräume mit Liegen bereit – für ein Nickerchen an einem langen Schultag. Ein Raum der Stille wurde auch gewünscht.» Für letzteren wurde die Künstlerin Anita Sieber Hagenbach beauftragt. Ihre Gestaltung verleiht dem Raum etwas Sakrales, eine Atmosphäre abseits vom Unterricht. Hier soll ein «Sein vor Gott» möglich sein, wie die Künstlerin sagt (siehe S. 16–17).

Begeistert über die grosszügigen Platzverhältnisse Die Reaktionen der Studierenden seien durchwegs positiv, meinte Marcel Kempter. Der Hausverwalter leistete einen Sondereinsatz in der Umbauphase. Er war erfreut über die Reaktionen: «Die Studierenden sind begeistert! Gelobt werden die Atmosphäre und die grosszügigen Platzverhältnisse.» Ein Student meinte in der ersten Pause nach dem Unterricht im neuen Klassenzimmer: «Die schallgedämpfte Decke macht extrem viel aus. Der Geräuschpegel im Unterricht ist geringer – so lässt es sich konzentriert arbeiten!» Rektor Christoph Schwarz zitierte Psalm 24: «Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch (brecht die Mauern ein am TDS!), dass der König der Ehre einziehe!» Zum Schluss der Eröffnungsfeier bat Christoph Schwarz um Gottes Schutz und Segen für das Schaffen, Lernen und Studieren in den neuen Räumen. Matthias Ackermann


13. Januar 2020: Erstes Unterrichten in den neuen Klassenzimmern: Klasse III bei Thomas Härry

Studierende der Klassen III und IV: Erste Pause im neuen Pausenbereich

Applaus bei der Einweihungsfeier am TDS Aarau im Pausenbereich des umgebauten Teils

«Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!» Rektor Christoph Schwarz bei seiner Ansprache an der Einweihungsfeier der neuen Räume des TDS Aarau

Das TDS Aarau im 2020 Die Raumerweiterung fällt mit zwei weiteren Meilensteinen der TDS-Geschichte zusammen: Das 60-jährige Jubiläum sowie der Abschluss der staatlichen Anerkennung nach einer 4-jährigen Pilotphase. An der Eröffnungs- und Diplomfeier am 30. August 2020 in der Stadtkirche Aarau gibt es in diesem Jahr besonders viel Grund zum Feiern.

Die Raumerweiterung war im Januar 2020 Anlass für Berichterstattungen in der Aargauer Zeitung (Bild), im IdeaSpektrum und im livenet.

meinTDS 2020 | 35 THEMA 7


Thema

RÄUME, DIE ZUR GUTEN ATMOSPHÄRE BEITRAGEN Am 13. Januar 2020 wurden die neuen Räume am TDS Aarau eingeweiht. Voraus gingen eine halbjährige Umbauphase und davor eine grosse Planungs- und Konzeptarbeit. Matthias Ackermann sprach im Dezember 2019 mit dem Schulleitungsteam des TDS Aarau. Rektor Christoph Schwarz, Konrektor Felix Studer und Geschäftsführerin Maya Künzle berichten über die Suche nach der optimalen Lösung des Raumproblems. Und über das Zusammenspiel mit Bauleitung, Mietern und Studierenden. Sie skizzieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des TDS Aarau in grosser Dankbarkeit. Seit 1992 findet der Schulbetrieb des TDS Aarau in der Liegenschaft an der Frey-Herosé-Strasse 9 statt. Wann kam der Gedanke auf, dass der Schulbetrieb eine räumliche Erweiterung braucht? Christoph Schwarz (Rektor): Das neue Diplom «Gemeindeanimation HF» ist staatlich anerkannt und wird in die Sozialdiakonie-Ausbildung integriert. Seit dem Studienstart 2016 haben wir dadurch grössere Klassen. Zwei unserer bisherigen Klassenzimmer sind jedoch zu klein für 8  THEMA meinTDS 2020 | 35

eine 25er-Klasse. Im November 2017 hat der Konvent beim Vorstand beantragt, Abklärungen für zusätzliche Räume treffen zu können. Felix Studer (Konrektor): Im Dezember 2017 habe ich eine Hochrechnung unseres Platzbedarfs aufgrund von Normzahlen gemacht. Die ergab ein Mehrbedarf von 310 (minimal) bis 448 (optimal) Quadratmetern. Ich schrieb damals an den Vorstand: «Es ist ja bald Weihnachten, also dürfen wir Wünsche haben ...» Tatsächlich haben wir

nun das Optimum mit 454 m2 sogar ein wenig überschritten. Sind solche Normzahlen eine Vorgabe des Kantons? FS: Der Kanton Zürich gibt sie für den staatlichen Schulbetrieb vor: Klassenzimmer, Gruppenräume, Pausenbereiche, Büroräume. Wir haben diese als Empfehlung in der Planung berücksichtigt. Für eine Schulraumerweiterung war die benachbarte Liegenschaft naheliegend. Gab es auch andere Varianten? CS: Klar diskutierten wir vorab auch Alternativen, etwa einen Anbau an das bestehende Gebäude oder externe Schulzimmer hinzuzumieten. Jedoch: Schon der Kauf des Aarehauses1 war mit der Absicht verbun1 Die mit dem Hauptgebäude angrenzende Liegenschaft, welche dem TDS Aarau gehört, bisher fast gänzlich vermietet wurde und nun nach dem Umbau zu einem grossen Teil durchs TDS Aarau benutzt wird. Die Liegenschaft gehörte vorher den Aarewerken, daher die Bezeichnung Aarehaus.


Die Schulleitung im neuen Pausenbereich: Felix Studer, Konrektor; Maya Künzle, Geschäftsführerin; Christoph Schwarz, Rektor

den, damit eine Raumreserve für eine künftige Erweiterung zu haben. FS: Wir können noch weiter zurückgehen: Als wir 1992 den Neubau hier an der FreyHerosé-Strasse 9 realisierten, träumten wir schon davon, dass das Aarehaus dereinst auch einmal uns gehören könnte, da wir diesen Neubau teilweise im Baurecht auf dem Land der Liegenschaft Aarehaus erstellen mussten. Maya Künzle (MK; Geschäftsführerin): Bei einem Anbau hier hätten wir die Ausnützungsziffer überschritten. Dass wir die Möglichkeit einer Erweiterung ins angrenzende Haus haben, dass wir überhaupt hier in Bahnhofnähe sind – all dies ist Gottes Führung und Leitung zu verdanken. Nun ist es soweit: Aufgrund der Entscheidungen und Umstände von damals können wir das TDS nun so erweitern. Was ging dir als Geschäftsführerin durch den Kopf vor zwei Jahren, als die Entscheidung bevorstand, welche einen grossen Finanzbedarf nach sich ziehen würde? MK: Erst einmal der Mieter, ein kantonales Amt, dem wir kündigen mussten: Wie würden es die Leute aufnehmen? Würde es mit dem geplanten Termin klappen? Und dann die Frage, wie wir mit den ausfallenden Mieteinnahmen von 85’000 Franken pro Jahr klarkommen würden. Und, wie ging es mit der Kündigung? MK: Sehr gut. Wir haben mit den verantwortlichen Personen das Gespräch gesucht. Weil wir in all den Jahren sehr unkompliziert mit ihnen unterwegs waren und auch Wohlwollen von ihnen spürten, ging das problemlos. Es stellte sich dann heraus, dass der Umzug und der Zeitpunkt auch für sie ideal war. Lass uns noch genauer zum Hauptgrund der Raumerweiterung kommen: Wozu brauchen wir eigentlich neue Räume? FS: Ein moderner Unterricht benötigt mehr als einen Raum pro Klasse. Die Modul- und Lektionenverteilung haben wir schon vor einigen Jahren derart verändert, dass wir hauptsächlich Blöcke zu vier Lektionen anbieten. Es ist offensichtlich, dass bei ganzen Halbtagen zum gleichen Thema nicht ein-

fach referiert werden kann. Diese Tendenz zeichnete sich schon vor über 10 Jahren ab: Mehr Gruppenarbeiten, kleine Forschungsaufträge, die dann ins Plenum gebracht und diskutiert werden. Diesbezüglich kamen wir an die Grenzen: Wenn vier Klassen gleichzeitig Unterricht hatten und dieser

Wenn « vier Klassen

Windschutzverglasung eingerichtet haben. Von Frühling bis Herbst gibt’s dort eine erweiterte Pausenzone. FS: Die Zahl unserer Studierenden und Angestellten spricht für sich: 104 Studierende, 10 Dozierende, 6–7 Angestellte in der Verwaltung, insgesamt 40 Gaststudierende am Montag oder Dienstag, das ergibt an diesen Tagen 130 bis 140 Leute im Haus. Ein weiteres Bedürfnis war auch die Dusche für Leute, die mit dem Velo anreisen oder Sport über Mittag betreiben.

gleichzeitig Unterricht hatten, so sassen die Studierenden bei Gruppenarbeiten zum Teil im Treppenhaus.

Bisher hatte man bei einer Veränderung immer schon den übernächsten Schritt im Blick. Was, wenn der Andrang weiterhin so gross ist? CS: Bisher konnten wir nicht alle Studierenden aufnehmen, wir mussten bei 25 Personen als maximale Klassengrösse einen Schnitt machen. Es könnte sein, dass wir dereinst mit einer Klasse pro Jahrgang nicht mehr auskommen. Auch dieses Szenario wäre mit der neuen Raumsituation möglich.

Felix Studer, Konrektor

Wie wird sich das soziale Gefüge am TDS verändern? Wir werden einerseits mehr Studierende sein, anderseits sind diese in den Pausenzeiten auch noch räumlich getrennt. MK: Wir sind gespannt und haben schon viel darüber diskutiert: Werden die Studierenden sich weniger vermischen?

»

jeweils auch Gruppenarbeiten enthielt, so sassen die Studierenden z. T. im Treppenhaus und draussen vor dem Haus. Der Platz in den Pausenbereichen genügte nicht. Wir planten deshalb zu jedem Klassenzimmer einen weiteren Gruppenraum sowie einen zusätzlichen Pausenbereich mit Stehtischen – auch für Gruppenarbeiten. Die bisherigen zwei kleineren Klassenzimmer werden neu als Gruppenräume eingesetzt. Einige Räume für ausserhalb des eigentlichen Schulbetriebs habt ihr auch vorgesehen. CS: Es gab ein Bedürfnis nach einem Raum der Stille. Bei unseren langen Unterrichtstagen war auch der Wunsch nach einem Ruheraum da – für einen Mittagsschlaf. In der Cafeteria wurde es über Mittag oder in den Pausen bei hoher Belegung zu laut und zu eng. Man konnte sich nicht mehr genügend erholen. MK: Hier haben wir ja schon Abhilfe geschaffen, indem wir auf der Terrasse eine

CS: Studierende melden nach ihrem Studium zurück, sie hätten vor allem zu der angrenzenden oberen und unteren Klasse Kontakt. Mit diesen haben sie gemeinsam Unterricht im Modul Bibelkunde. Ich gehe nicht davon aus, dass es grosse Veränderungen geben wird. FS: Wir haben genug Gefässe, wo die Gemeinschaft über alle Klassen möglich ist: Begegnungswoche im Januar, wo die Gruppenbildung bewusst klassendurchmischt organisiert wird. Jede Woche haben wir Community – ein Gottesdienst – mit allen Studierenden. Wenn man die Studierenden nach dem Gemeinschaftsaspekt am TDS fragt, dann kommt fast immer das Stichwort «Klassengemeinschaft», erst danach die Schulgemeinschaft. Die Klassengemeinschaft kann aufgrund des Ausbaus meinTDS 2020 | 35 THEMA 9


Die Baukommission des Umbaus: Bea Baumann (Bauzeichnerin; Kreis Hirschi AG), Beat Schmid (Bauleitung; Kreis Hirschi AG), Marcel Kempter (Hausverwaltung TDS Aarau), Matthias Kreis (Geschäftsinhaber; Kreis Hirschi AG), Christoph Kunz (Vorstand TDS Aarau, Vorsitz Baukommission), Maya Künzle (Geschäftsführung TDS Aarau), Felix Studer (Konrektor TDS Aarau)

noch besser gepflegt werden, also sehe ich eher einen Gewinn durch die neue Raumsituation. Wie ist der ganze Umbau über die Bühne gegangen? Wer war alles beteiligt? MK: Die Baukommission ist zusammengesetzt aus zwei Mitgliedern des Vorstands: Christoph Kunz, der auch den Vorsitz innehat, und Hansjörg Burger. Vom Konvent ist Felix Studer dabei, dann Marcel Kempter als Hausverwalter und ich als Geschäftsführerin. Beim Architekturbüro fiel die Wahl auf Kreis Hirschi AG, mit Beat Schmid als Bauleiter. Er kennt das TDS und insbesondere das Hauptgebäude bestens, war er doch schon beim Neubau – damals als Hausverwalter – mitbeteiligt. Mit Architekt und Bauleitung haben wir zuerst eine Auslegeordnung gemacht: Was ist möglich unter den gegebenen Umständen? Welche Bedürfnisse haben wir? Für den Zeitplan und die Kostenschätzung haben wir im November 2018 von der Mitgliederversammlung die Zustimmung eingeholt. Wir haben so geplant, dass der Durchbruch (laute Arbeit) in den Sommerferien stattfindet, aus Rücksicht auf die Mieter im Aarehaus und den Schulbetrieb. Insgesamt ist alles sehr gut gelaufen. Es tauchten immer wieder Fragen auf und Änderungen mussten entschieden werden. FS: Das Architekturbüro hat eine tolle Arbeit geleistet, allen voran der Bauleiter Beat Schmid, aber auch Matthias Kreis und Bea Baumann in der Planung; das Kostendach konnte man einhalten, es wird voraussichtlich sogar ein wenig unterschritten. Könnt ihr Genaueres zur Finanzierung sagen? MK: Das Kostendach beträgt 1.3 Millionen 10  THEMA meinTDS 2020 | 35

Franken, aufgeteilt in 200’000 Franken für die Möblierung und 1.1 Millionen für die Umbaukosten. Bei der Planung sah ich, dass wir rund 500’000 Franken aus der eigenen Liquidität beisteuern konnten. Der

Ich freue mich, « dass junge Leute begeistert sind, sich für Gottes Reich ausbilden zu lassen. Ihnen wollen wir gute Bedingungen und guten Unterricht bieten.

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Christoph Schwarz, Rektor Rest wurde uns problemlos von der Bank als Kredit zugesagt. Nun konnten wir bisher sogar 600’000 Franken selber finanzieren und mussten bis heute (Stand Januar 2020) nur 200’000 Franken als Kredit beantragen. Inwiefern seht ihr auch Gottes Versorgung im gelungenen Umbau und in der Tatsache, dass es auch finanziell aufgeht? FS: Wir haben auf jeden Fall viel Grund zur Dankbarkeit über Gottes Versorgung.

Primär sind wir aber dankbar über den Frieden in unserem Haus und in der Zusammenarbeit von uns Angestellten. Die gute Atmosphäre am TDS, welche Leute – Schnupperer, Gaststudentinnen, Mieter – immer wieder betonen, ist ein Geschenk von Gott. Der Schulbetrieb ist geprägt von guten Beziehungen unter den Studierenden, aber auch zwischen Dozierenden und Studierenden. Natürlich trägt die Raumerweiterung auch zur guten Atmosphäre bei – keine Enge-Gefühle, tiefer Lärmpegel. CS: Das grosse Interesse an unserer Ausbildung sehe ich auch als Gottes Versorgung – und Auftrag zugleich! Die Raumerweiterung ermöglicht uns, mehr Studierende aufzunehmen. Mit der Folge, dass Menschen in Gottes Reich arbeiten und mitwirken können. Ich freue mich, dass junge Leute begeistert sind, sich für Gottes Reich ausbilden zu lassen. Ihnen wollen wir gute Bedingungen und guten Unterricht bieten, damit sie für ihre Aufgaben gut vorbereitet werden können. Die neuen Räume sollen Gottes Reich dienen. FS: Christoph, du hast uns kürzlich eine Rückmeldung von Diakonie Schweiz weitergegeben: «Das TDS hat überall seine Absolventen, ist der grösste Player.» Wenn man vom Segen spricht, dann muss man sich fragen: Wo spürt man in der Gesellschaft diesen Segen? CS: Ja, letztes Jahr wurde eine Studie gemacht über die Situation des Diakonats in der Deutschschweiz. Dabei kam heraus, dass das TDS Hautpausbildnerin ist für Diakonie in den Kirchen. Und dass die Reformierte Kirche sehr dankbar ist, dass das TDS für sie diese Ausbildung anbietet.


Kolumne Beat Schmid, Bauleiter

Ein grosses « Plus ist das Netzwerk, das wir haben: Dozentinnen, Praxisausbildner, Kirchgemeinden mit Ausbildungsplätzen.

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Maya Künzle, Geschäftsführerin

MK: Ein grosses Plus ist auch das Netzwerk, das wir haben: Viele Unterrichtende, Praxisausbildnerinnen, Kirchgemeinden mit Ausbildungsplätzen. Und Geldgeber, die uns unterstützen: Einzelpersonen, Kantonalkirchen, Kirchgemeinden, Firmen, Institutionen … Auch dafür bin ich dankbar – sie alle tragen auch zum Gelingen bei. CS: Geldgeber hast du erwähnt. Wir haben in der Zeit, als wir uns über den Umbau Gedanken machten, gerade ein Legat erhalten. Konnten wir den Umbau dank dem Legat bewältigen? MK: Jein. Dank dem Legat hatten wir mehr flüssige Mittel und mussten somit später Kredit beantragen. Aber das Legat kam zum grossen Teil in einen Fonds für die langfristige Sicherheit im Falle eines Rückgangs von Studierenden. FS: Aber das Legat war natürlich ermutigend … Mit Maya Künzle, Felix Studer und Christoph Schwarz sprach Matthias Ackermann.

Bauen heisst Vertrauen Auf der Suche nach einem bestimmten Dokument geriet mir mein ehemaliger Arbeitsvertrag des Theologisch-Diakonischen Seminars in die Hände. Als ich 1992 die Stelle als Hausverwalter unterzeichnete, standen die beiden Gebäude an der Frey-Herosé-Strasse im Endausbau und das Studentenhaus im Binzenhof in einer Umbauphase. Dabei konnte ich sogleich mein Fachwissen als Schreiner in den Kommissionen sowie auch am Endausbau einbringen. Sehr gerne denke ich an diese Zeiten zurück. Ich fragte mich damals oft, wie gross das Vertrauen an unseren Gott doch sein muss, um einen Kredit im Bereich von mehreren Millionen zu sprechen. Was birgt die Zukunft wohl in sich? Erweist sich der Standort des Seminargebäudes nahe beim Bahnhof als richtig? Wie wird es wohl um die Studentenzahlen stehen? Mehr als 14 Jahre durfte ich als Hausverwalter am TDS arbeiten. Mit unserer grossen Familie wohnten wir in der Attikawohnung des Schulgebäudes. Diese Zeit war geprägt von Veränderungen. Der Binzenhof wurde an eine Privatperson verkauft und das Nachbargebäude Aarehaus vom TDS erworben. Im Jahr 2006 trat ich eine neue Stelle als Bauleiter im Architekturbüro Kreis Merz GmbH an. In der Tätigkeit als Bauleiter ist es mir sehr wichtig, das anvertraute Geld – den Kredit – gut zu verwalten. Die Bauherrschaft hat oft klare Vorstellungen. Es ist eine grosse Herausforderung, den Unternehmen und den einzelnen Facharbeitern anhand einer Plangrundlage und Visualisierungen ein exaktes Bild vom Endausbau zu vermitteln. Deshalb ist es besonders wichtig, bei jedem Projekt ein Team mit jedem einzelnen Handwerker zu einem WIR zusammenzuführen. Nur so können Qualität, Kosten und Termine eingehalten werden. Bei der Erweiterung der Schulräume am TDS war ich Bauleiter. Ich durfte die Worte Jesajas wieder ganz neu erleben: «Wer auf Gott baut und ihm vertraut, braucht nichts zu fürchten» (Jes. 28,16). Wir hatten keinen Unfall und keine Überraschungen. Wir erlebten ein Miteinander auf der Baustelle. Die Kosten und Termine konnten eingehalten werden. Was für ein Segen durften wir durch dieses Projekt erfahren! Im Namen der Unternehmen bedanke ich mich beim TDS Aarau für das Vertrauen! Danke, dass wir durch dieses Projekt unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen durften. Beat Schmid ist Bauleiter bei Kreis Hirschi AG und hat in dieser Funktion die Raumerweiterung am TDS Aarau geleitet. Der gelernte Schreiner war von 1992 bis 2006 Hausverwalter am TDS Aarau. Er wohnt mit seiner Familie in Gränichen.

meinTDS 2020 | 35 KOLUMNE 11


Start der Bibelschule Aarau Im Pfarrhaus der Minoritätsgemeinde

1960

Kauf des «Klosters» an der Frey-Herosé-Strasse 9 als Internatsgebäude

1971

Kauf des ehemaligen Hotels «Binzenhof» als Schulgebäude

1973

IN DREI MINUTEN VOM ZUG INS KLASSENZIMMER Die Raum-Geschichte des TDS Aarau

In drei Minuten vom Zug ins Klassenzimmer – und umgekehrt! So nah steht das TDS an der Frey-Herosé-Strasse beim Bahnhof; das ist ideal für unsere Studierenden, die grösstenteils aus der ganzen Deutschschweiz per SBB ans TDS pendeln. Das war aber nicht immer so, wie ein kurzer Rückblick auf die räumliche Entwicklung des TDS Aarau zeigt. Von Felix Studer, unter Einbezug der Festschrift von Peter Henning: Peter Henning (2010). Glauben. Verstehen. Handeln. 50 Jahre TDS Aarau, eine Festschrift. Aarau: TDS Aarau. 1. Gründerjahre Angefangen hat alles 1960 mit drei landeskirchlichen Pfarrern und vier Studierenden ganz in der Nähe des aktuellen Standorts, im damaligen Pfarrhaus der landeskirch12  THEMA meinTDS 2020 | 35

lichen Minoritätsgemeinde an der Augustin-Keller-Strasse in Aarau. Bereits im Jahr 1961 wuchs die Schülerzahl der «Schweizerischen Evangelischen Bibelschule» auf 14 Personen an; der Unterricht erfolgte nun

an der Bahnhofstrasse 30 in den Räumen der Minoritätsgemeinde. Für die schnell wachsende Schule wurde 1962 westlich von Aarau, auf dem an die Stadt angrenzenden Eppenberg (Kanton Solothurn) ein


Einzug ins neue Seminargebäude an der Frey-Herosé-Strasse 9

Raumerweiterung im angrenzenden Aarehaus

1992

grosses Stück Land (252,7 Aren) erworben – allerdings in der Landwirtschaftzone. Ein internationales Aufbaulager, bestehend aus Lutheranern, Reformierten, GriechischOrthodoxen, Mennoniten, Moslems und einem Buddhisten, packte fröhlich und zuversichtlich mit Schaufel und Pickel die Vorbereitungsarbeiten für die Kanalisation an – aber Hindernisse im Bewilligungsverfahren verunmöglichten schliesslich den Bau des geplanten Zentrums mit 30 Alterswohnungen, Schülerinternat, Schulungsräumen und öffentlichem Ferienlagerhausbetrieb. Viel bescheidener wurde dann ein Doppeleinfamilienhaus an der Schönenwerderstrasse gemietet und 1971 kaufte die Schule die Hälfte eines alten Giebeldachhauses an der Frey-Herosé-Strasse 9 als Internatsgebäude. Der damalige Vereinspräsident Gerhard Henny bezeichnete das Internatshaus visionär als «Brückenkopf für die weitere Entwicklung unseres Werkes». 2. Waldrandidylle Im Jahr 1973 konnte das ehemalige «Hotel Binzenhof» am Landhausweg 22 in Aarau, am Waldrand in Richtung Unterentfelden gelegen, erworben werden. Der alte, aber

2020

zweckmässige Bau diente in der Folge während 18 Jahren als Internat mit Küche, als Schulhaus mit Rektorat und Sekretariat – und das grosse Klassenzimmer verwandelte sich tagtäglich ab 12 Uhr in den Speisesaal, also zurück zu seinem Ursprung als Gaststube. Dass es in den Unterrichtspausen Gemüse zu rüsten gab, war eine Selbstverständlichkeit. Im Jahr 1976 stieg die Schüler/-innenzahl erstmals auf über 30 Personen. Eine tiefe «Lebens-, Glaubensund Lerngemeinschaft» nahm einen hohen Stellenwert ein. Für ledige Studierende galt weiterhin die Internatspflicht, Verheiratete mussten sich im Umkreis von 10 Kilometern ansiedeln – und das galt auch für die Hauptdozierenden. So wurden trotz grösserer Nachfrage maximal 35 Studienplätze angeboten. 1980 konnte an der Frey-Herosé-Strasse 11 die zweite Hälfte des Giebeldachhauses erworben werden; dies ermöglichte es, mehr Studierende aufzunehmen; 1985 waren es schon über 40. Der Binzenhof kam dabei spürbar in die Jahre. Mein Schreibtisch stand in der «kleinen Bibliothek», einem schmalen Raum mit Büchergestellen entlang den Wänden. Dort klemmten wir auf

gut zwei Meter Höhe Balken zwischen die hohen Büchergestelle, da diese bei jedem Schritt so bedrohlich schwankten, dass sie einzustürzen drohten. Im Klassenzimmer sassen im Winter Studierende in T-Shirts direkt neben der fast glühenden Heizung, gleichzeitig andere in dicke Winterkleider gehüllt neben den undichten Fenstern. Das alles tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. 3. Aufbruch Im August 1989 reichte die Schule ein Baugesuch für einen Neubau am Waldrand neben dem Binzenhof ein. Das Modell versprach ein beeindruckendes Seminargebäude mit viel Glasflächen. Die Vorfreude war gross – ebenso die Enttäuschung, als das Projekt 1990 trotz viel Enthusiasmus und Gebet wegen Einsprachen begraben werden musste. Die erfolgte Absage liess aber erst die viel bessere Idee entstehen, an der Frey-Herosé-Strasse, am Ort des alten Internats, einen Neubau zu planen. Bereits 1991 lag dank dem grossen Einsatz des Architekten Werner Hauri und des Baukommissionspräsidenten Hans-Peter Lang die Baubewilligung vor. Der 1991 erfolgte Namenwechsel zum «Theologisch-DiakomeinTDS 2020 | 35 THEMA 13


Start der Bibelschule Aarau 1960

Studierende im Binzenhof, ca. 1980

nischen Seminar Aarau» steht auch gegen aussen für die Aufbruch-Stimmung. 1992 erfolgte der Einzug ins neue Seminargebäude, das sich bis heute ausgezeichnet bewährt. Gleich anschliessend sollte der Binzenhof ausgehöhlt und als modernes «Studentenhaus» mit Mensa-Anbau neu gestaltet werden.

verwalter Marcel Kempter und sein Team verwaltet.

Mit beeindruckender Energie wurden beide Bauprojekte in den Jahren 1991-1993 realisiert. Studierende, Mitarbeitende und Dozierende standen auf der Baustelle «Binzenhof» als Hilfsmaurer und generell als Bauarbeiter im Einsatz, viele Menschen leisteten Freiwilligenarbeit, an Sponsorenläufen und weiteren Anlässen wurden beträchtliche Geldsummen gesammelt. Der Finanzverantwortliche im Vorstand, Hansjörg Burger, agiert seit 1978 mit viel Geschick sowie Fachwissen und tut dies bis zum heutigen Tag! 1993 wurde unter der Leitung des Architekten Werner Setz der neue Binzenhof vollendet. Allerdings veränderten sich die Bedürfnisse nach Wohnraum und gemeinsamen Mahlzeiten im Lauf der folgenden Jahre; die Studierenden wünschten immer weniger «obligatorische» Mahlzeiten, auch wurde 1998 die «Wohnpflicht» in Aarau abgeschafft; neue Formen der Gemeinschaftspflege wurden gesucht und gefunden. Der Binzenhof wurde von immer mehr Aussenstehenden bewohnt und schliesslich per 1. Januar 2008 verkauft, wird allerdings weiterhin durch den TDS-Haus14  THEMA meinTDS 2020 | 35

4. Durchbruch Im Juli 2004 konnte das an das Seminargebäude angrenzende Wohn- und Geschäftshaus Bleichemattstrasse 4 von den Aarewerken erworben werden. Dieses Aarehaus erbrachte seither willkommene Mieteinnahmen – und über die Hälfte des Gebäudevolumens dient nach einem WandDurchbruch im 1. Stock nun seit Januar 2020 als erweitertes Schulgebäude. Das Architekturbüro Kreis Hirschi AG realisierte in nur sechs Monaten dieses grosse Umbauprojekt; Innenwände wurden herausgerissen und es entstand ein völlig neuer Grundriss. Die Verantwortlichen Matthias Kreis (Architekt) und Beat Schmid (Bauleitung) sowie Bea Baumann (Bauzeichnerin) waren schon beim Bau des Seminargebäudes 1991–92 dabei und dadurch bestens mit den Gegebenheiten vertraut. Mit den nun frisch eingeweihten Räumlichkeiten können die gemäss SchulraumNormen errechneten Raumanforderungen vollumfänglich abgedeckt werden. Die Räume erlauben den professionellen Betrieb einer Höheren Fachschule. Neben jedem Klassenzimmer steht nun ein Gruppenraum zur Verfügung, moderne Unterrichtsformen begünstigen die Aktivierung und Partizipation der Studierenden, digitale Wandtafeln ermöglichen zeitgemässe Präsentationsformen. Ein von Anita Sieber Hagenbach künstlerisch gestalteter Raum

der Stille lädt zum Gebet ein, Ruheräume bieten Rückzugsmöglichkeiten, auch eine zweite Pausenzone mit Tee-Küche trägt dazu bei, dass die unterdessen über 100 Studierenden und zusätzlich über 40 Gaststudierenden unter optimalen Bedingungen ohne räumliche Beengung sowohl konzentriert arbeiten als auch eine entspannte Studiengemeinschaft bilden können. Dazu bevölkern jährlich über 200 Kursbesucher/innen die Gebäude. Wir sind Gott dankbar für diese räumlichen Möglichkeiten und weiterhin hoch motiviert, eine sowohl theologisch als auch sozial fundierte Ausbildung zum Dienst in Kirchen, Werken und sozialen Institutionen anzubieten. Wiederum signalisiert eine diesmal sanfte Anpassung des Namens den Durchbruch zu einer neuen Phase: «TDS Aarau. Höhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales». Das TDS Aarau ist schweizweit die grösste Ausbildungsinstitution im Berufsfeld Sozialdiakonie. Die wachsenden Anmeldezahlen machen Mut, die neuen Räumlichkeiten füllen sich mit Leben!

Felix Studer, lic. phil. I, Konrektor des TDS Aarau


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Thema «Das Privileg eines Stille-Moments» – der neue Raum der Stille des TDS Aarau

ANDERS ALS EIN SCHULRAUM Der Raum der Stille wurde von Anita Sieber Hagenbach gestaltet. Für die Ausgestaltung des Raums der Stille wurde die Künstlerin Anita Sieber Hagenbach beauftragt. Sie hat im 2011 bereits das Treppenhaus des TDS-Gebäudes künstlerisch gestaltet. So war es naheliegend, dass der Stilleraum die gleiche Handschrift trägt. Matthias Ackermann sprach mit ihr in den letzten Tagen der Fertigstellung. Anita, welches war dein Auftrag? Für die Baukommission war schon länger klar, dass bei einer Vergrösserung des TDSSchulraums auch ein Raum der Stille oder eine Kapelle – der Name war damals noch nicht entschieden – eingeplant werden sollte. Ich wurde für die Gestaltung angefragt und hatte innerhalb des Budgets freie Hand, einen Vorschlag einzureichen. Welche Ausgangslage fandest du vor? Im dafür vorgesehenen Raum im Parterre bestand eine halbrunde Wand aus Glaskacheln. Bald wurde klar, dass diese Glas16  THEMA meinTDS 2020 | 35

steinwand zum Zentrum werden und die Ausrichtung bestimmen sollte. Die Lichtdurchlässigkeit hatte aber auch ihre Tücken: Hinter der Glassteinwand befindet sich der Eingang in den neu umgebauten Gebäudeteil. Die – zwar unscharfen – Silhouetten von ein- und ausgehenden Menschen wären eine Ablenkung. Aber du wolltest die Glassteinwand stehen lassen und das Element Glas in die Gestaltung einbeziehen. Die Glaskacheln mit ihrer unregelmässigen Oberfläche inspirierten mich dazu, die Fläche optisch in eine Art «Wasserwand»

zu verwandeln. Dieser Effekt konnte mit einer blau hinterleuchteten Abdeckwand verstärkt werden. Zudem löste sich damit auch das Problem der Durchsicht. Das Blau der Wand ist im Blau des TDS-Logos enthalten und das Thema «Wasser» bezieht sich auf den Vers aus Johannes 7,37b–38: «Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heisst, Ströme von lebendigem Wasser fliessen.» Welche Ideen leiteten dich zudem beim Gestaltungs- und Farbkonzept? Nebst dem genannten Vers, der mich in der Gestaltung hauptsächlich inspirierte, war mir zudem wichtig, dass der Raum sich von den Schulräumen abhebt. Man soll in eine neue Welt treten. Hier soll etwas anderes geschehen als in einem Schulraum.


Bildreihe rechts (v. o.): Die Künstlerin beim Konzipieren des Schriftzugs Der dunkle, steinfarbene Teppich fügt sich gut ins Raumthema ein. Die Wände wurden mit sandfarbenem Lehm verputzt. Das Zentrum des Raums: Der gebrochene Kreis mit dem Schriftzug aus Johannes 7,37b–38: «Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heisst, Ströme von lebendigem Wasser fliessen.»

Im Zentrum der Glassteinwand steht ein Kreuz-Objekt. Welche Überlegungen stecken dahinter? Der Kreis steht für die Vollkommenheit Gottes. In der Vertikalen und in der Horizontalen wird der Kreis auseinandergebrochen, wie auch der Leib Christi gebrochen wurde. Die zwei Fugen, die sich in der Glassteinwand unterhalb der Bruchlinien befinden, sind vergoldet. Diese goldene Linie taucht dann auch in den Fenstern wieder auf, die das Wassermotiv aus der Glassteinwand in eigener Sprache weiterführen. Wie hast du Wände, Decke und Boden gestaltet? Die Gestaltung soll sich dem Raumthema unterordnen. Die ursprüngliche Idee war ein Steinboden. Da der Raum jedoch die Möglichkeit bieten soll, auf Gebetsschemeln zu beten, fiel die Wahl dann auf einen dunklen, steinfarbenen Teppich. Die Decke und die Wände wurden mit einem sandfarbenen Lehm verputzt, um damit Assoziationen an Sand und Wüste zu erwecken. Wenn Gott uns in der Wüste begegnet und unseren Durst stillt, werden aus uns «Ströme von lebendigem Wasser fliessen», wie dies in den beiden Versen aus Johannes 7 ausgedrückt wird. Dieser Bibelvers ziert auch das zentrale Kreuz-Objekt. Ja genau. Er ist dort eher ornamental, als Schrift-Bild gestaltet, die Lesbarkeit steht nicht im Vordergrund. Wichtig war mir, dass der Text nicht zu «laut» daherkommt, sondern in die gesamte Raumgestaltung integriert ist. Und die Möbel? Die Möbel sollten schlicht und funktional sein. An der Rückwand befindet sich eine Sitzbank, im Raum stehen Hocker und Gebetsschemel. Die u-förmigen Hocker aus Ahorn wurden im christlichen Sozialwerk, der Arche in Burgdorf, hergestellt. Ein pas-

sender Tisch sowie ein Schrank für die nötigen Utensilien im Raum ergänzen die Ausstattung. Wozu dient der Raum der Stille? Was wünschst du dir, dass dieses Angebot auslöst? Ich wünsche mir, dass Studierende und Angestellte sich das Privileg eines Stille-Moments gönnen. Hoffentlich gelingt es ihnen, sich ab und zu aus dem dichten Schulbetrieb auszuklinken. Die Atmosphäre im Raum der Stille soll dazu anregen, die Gegenwart von Gott zu suchen, mit ihm im Gespräch zu sein oder auch einfach in der Stille vor ihm zu verharren und sich neu füllen zu lassen. Oft ist man zu beschäftigt, zu gestresst oder zu abgelenkt für solche Stille-Momente. Was würde helfen? Es ist immer auch eine bewusste Entscheidung und ein Setzen von Prioritäten. Bestimmt hilft es, die Momente der Stille im Tagesablauf fix einzuplanen. Herzlichen Dank, Anita, für das Gespräch! Danke auch für deine Arbeit und deine Verbundenheit mit dem TDS Aarau. Wir sind gespannt, was uns durch den Raum der Stille geschenkt werden wird. 

Anita Sieber Hagenbach ist freischaffende Künstlerin und lebt in Unterendingen. www.art-asi.ch

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Lounge

Madeleine Bähler referierte an der Begegnungswoche (BeWo)

SCHAM IN KONFLIKTEN Mit dem Motto Zündstoff verbrachte das TDS eine Woche auf dem Hasliberg. Als Referentin wurde Coach und Organisationsberaterin Madeleine Bähler eingeladen. Sie schulte die angehenden Sozialdiakon*innen in einem «kooperativen» Umgang mit Konfliktsituationen. Matthias Ackermann traf sie nach dem Mittwoch-Referat. Madeleine, du referierst nun schon den dritten Tag hier an der Begegnungswoche (BeWo). Wie gefällt es dir? Ich finde die Atmosphäre toll. Die Studierenden gehen auf das Thema ein und bringen ihre Erfahrungen und Ideen ein in den Gruppenzeiten. Das Thema heisst Zündstoff. Was habt ihr bisher genau thematisiert? Am Montag haben wir verschiedene Konfliktlösungsstile angeschaut. Menschen neigen dazu, in Konflikten hauptsächlich auf eine der folgenden fünf Arten zu reagieren: Wettbewerb, Vermeiden, Nachgeben, Kompromiss, Kooperation. Die Studierenden konnten sich selber mittels Fragebogen zu einem Konfliktlösungsstil zuteilen. Was kam dabei heraus? Was zu erwarten war: Die am häufigsten vertretenen Konfliktlösungsstile sind die Konfliktvermeidung und der Kompromiss. Hängt wohl auch mit dem christlichen Kontext, unserer Kultur sowie unserer Ausbildung zusammen? 18  LOUNGE meinTDS 2020 | 35

Genau. Bei Börsen-Dealern wäre bestimmt der Wettbewerb vorherrschend. Und hier in der Schweiz sind wir sozusagen auf «Kompromiss» geimpft. Kooperation ist leider als Konfliktlösungsstil nicht sehr bekannt.

1. Scham infolge Missachtung 2. Scham als Folge von Grenzverletzungen 3. Scham aufgrund von Ausgrenzungen 4. Integritätsscham, d. h. Scham infolge Verletzung/Missachtung eigener Werte

Und für diesen Stil setzt du dich ein? Ich finde ihn wertvoll. Er sucht eine Lösung, bei welcher der Gewinn für beide Seiten maximiert wird (im Gegensatz zum Kompromiss, welcher manchmal eher den Schaden, die Zugeständnisse auf beide Seiten gerecht verteilen soll). Das sog. HarvardModell, welches auf dem kooperativen Stil aufbaut, haben wir gestern kennengelernt und anhand eines Fallbeispiels geübt.

Die Kunst ist es, einen Konflikt zu benennen und gleichzeitig Wertschätzung und Würdigung kommunizieren zu können (Punkt 1).

Heute hast du das sogenannte restaurative Modell erwähnt und den Zusammenhang mit der Schamthematik hergestellt: Den anderen nicht unnötig beschämen, sondern die Menschenwürde im Blick behalten. Wie gelingt das? Stephan Marks (2013, S. 8–10) erwähnt vier wesentliche Quellen von Scham, die zugleich Wegweiser für einen menschenwürdigen Umgang sind:

Der Ansatz will Ausgrenzung (Punkt 3) verhindern: Also z. B. mein Gegenüber nicht an den Pranger stellen, tagelang anschweigen oder aus Informationen ausschliessen, bewusst nicht zu einem Meeting einladen. Wie sähe das z. B. aus in einem typischen Konflikt zwischen einem pubertierenden Sohn und seinem Vater? Die problematischen Themen klar und respektvoll benennen und angehen. Die beiden können jedoch die Beziehung in anderen, von dem Konfliktthema unbelasteten Bereichen trotzdem pflegen. So kann die Distanz, welche sich z. B. in gegenseitigem Schweigen


zeigt, aufgeweicht werden. Verstehe ich es richtig: Eine Haltung, die sich in mein Gegenüber hineinversetzt und sich immer wieder fragt: Wie kann ich ihm – in der Aufarbeitung unseres Konflikts – ersparen, dass mein Verhalten ihn zusätzlich beschämt und damit der Konflikt möglicherweise eskaliert. Ja, das könnte z. B. heissen: achtsam sein auf die wunden Punkte meines Gegenübers. Nehmen wir das Beispiel von Menschen mit einer Hörbehinderung. Es ist sonnenklar, dass hier Ausgrenzung – aufgrund der Behinderung – ein grosses Thema ist, in jeder Biografie erlebt wurde und ein besonders wunder Punkt ist. Eine hörbehinderte Person erzählte, dass sie an einer Weiterbildung eine Referentin bat, ein spezielles zusätzliches Mikrofon anzustecken während ihres Referats. Dies lehnte die Referentin ab mit dem Hinweis, mit so einer Beeinträchtigung gehöre sie sowieso nicht in diese Weiterbildung. Der zweite Punkt ist die Grenzverletzung. Hier werde ich aufgefordert, den Schutzraum zu respektieren, den mein Gegenüber braucht. Das kann z. B. heissen: Ich überlege mir gut, wo ein Streitgespräch stattfindet und welche Informationen anschliessend weitergegeben werden; ich ziehe einen Kommentar eines Konfliktpartners nicht vor dem Team ins Lächerliche; ich plaudere keine privaten Details vom andern aus. Der Fokus liegt auf dem Respekt gegenüber der anderen Person mit der Frage: Was bietet einen sicheren Raum für die Konfliktbearbeitung? Und der vierte Punkt: Scham infolge Verletzung eigener Werte Wenn wir von Menschen Dinge verlangen, die im Widerspruch mit ihren Werten sind, kann das zu Gewissensscham führen. Es entsteht ein innerer Konflikt, der sich irgendwann auch in einem äusseren Konflikt manifestiert. Deshalb ist es wichtig, über individuelle und gemeinsame Werte ins Gespräch zu kommen. Ein menschenwürdiger Umgang sucht nach Lösungen, die Gewissenskonflikte vermeiden. Wovor schämen sich Leute in deinen Konfliktgesprächen? Viele schämen sich, dass sie überhaupt Konflikte haben, resp. diese nicht selber lösen können. Weitere potentiell beschämende Konfliktgespräche drehen sich z. B. um Probleme am Arbeitsplatz als Folge von erhöhtem Alkoholkonsum. Oder um psychische Probleme, die dazu führen, dass

jemand nicht mehr genug leistungsfähig ist – in unserer Kultur ein häufiger Grund für viele Konflikte. Aber es kann auch das penetrante Parfum einer Mitarbeiterin im Grossraumbüro sein, worüber man sich ärgert. Wo man aber auch Angst hat, die Person zu verletzen und zu beschämen, wenn man es anspricht. Wenn eine Vorgesetzte dem Problem auf die Spur gehen muss, kann sie aber doch nicht um den heissen Brei herum reden? Nein, sie muss den Alkohol bzw. auch die psychische Situation etc. ansprechen. Aber sie kann sich dabei auf das Nötigste beschränken. Sätze wie «ich hätte nie gedacht, dass jemand wie du ein Problem mit Alkohol hat» sind völlig überflüssig. Ich fand das Vorgehen eines Mitarbeiters mutig und gut: Ein Chef stauchte regelmässig Mitarbeiter*innen aufs Übelste zusammen, wenn er von ihnen bezüglich eines Fehlers und dessen Bearbeitung aufgesucht wurde. In einer Besprechung sagte ein Mitarbeiter seinem Chef, er brauche ihn nicht zu beschimpfen, er schäme sich nämlich selber schon genug. Er wäre dankbar, wenn sie sich auf den weiteren Umgang mit dem Problem konzentrieren und nach Lösungen suchen könnten. Dieses Beispiel zeigt sehr gut die Rolle von Scham in Konflikten. Hast du noch andere Beispiele, wo die Scham eine grosse Rolle spielt? Im kirchlichen Umfeld oder anderen stark werteorientierten Organisationen: Man vertritt hohe Ideale und schämt sich, wenn man merkt, dass man ihnen selber nicht gerecht wird. Zu Recht «zum Schämen», bin ich geneigt zu sagen. Ja, hier könnte die Scham eine positive Wirkung haben und uns einladen, überfordernde Ideale kritisch zu reflektieren oder auch eine gesunde Portion Demut an den Tag zu legen. Du hast auch die Wendung «sich schämen dafür, dass man sich schämt» eingebracht. Das kann z. B. geschehen, wenn ich mich schäme, weil eine Person, die ich betreue oder in meinem Team ist, etwas tut, das mir peinlich ist, aber eigentlich möchte ich doch grosszügig, tolerant etc. sein.

Das «Vorwärtsschauen», die «Lösungsorientierung» kann überbetont werden. Es gibt Situationen, wo sie zu kurz greifen. Wie kann sich dies negativ auswirken? Mir kommt eine Mobbing-Geschichte in den Sinn. Eine Mediatorin hat den Prozess meiner Meinung nach viel zu früh beendet. «Wir müssen vorwärts schauen», hiess es. Pro-Forma-Entschuldigungen wurden ausgesprochen. Das reicht nicht bei den massiven Verletzungen, die geschehen sind. Du meinst, Mobbing ist nicht einfach ein Ausrutscher? Im Gegenteil, es ist ein in der Tiefe fest zementiertes Ungerechtigkeitssystem. Dies zu überwinden fordert ein genaues Hinschauen. Im Idealfall gelingt es, dass Handlungen und ihre Wirkung thematisiert und gehört werden. Ebenso sollten Absichten hinter den Handlungen erläutert und kritisch reflektiert werden. Dann muss um diese Fragen gerungen werden: Was würde mir helfen, dass die Beziehung wieder hergestellt würde? Was wäre ich bereit, einzubringen? Welche Wiedergutmachung wäre möglich oder wie sieht eine faire Trennung aus? Usw. – darum geht es morgen! Was kann geschehen, wenn man diesen Weg abkürzt? Das Gefühl, dass nicht fair entschieden wurde, kann das «Opfer» bald wieder einholen. Dieses Gefühl drängt das Opfer, seine Ehre wiederherzustellen. Dies wird erneut zu einer Eskalation führen. Herzlichen Dank für das Gespräch! Ich wünsche dir weiterhin das gute Gespür bei deinen friedensstiftenden und beratenden Einsätzen in deinem Beruf! Das Gespräch mit Madeleine Bähler führte Matthias Ackermann.

Madeleine Bähler, 1961, arbeitet freiberuflich als Coach und Organisationsberaterin bso in Birsfelden und Basel. Sie absolvierte verschiedene Aus- und Weiterbildungen in der Schweiz und in den USA (Diakonie, Theologie, Paar- und Familientherapie, Mediation, Organisationsentwicklung). www.pro-action.ch

Morgen wirst du über «transformative Gesprächsprozesse» referieren. Was hat es damit auf sich? meinTDS 2020 | 35 LOUNGE 19


Campus

G

– G I T H C I R D L O

Viel kreatives Potential Der Weg in die Begegnungswoche auf dem Hasliberg führte uns auf einem kleinen Umweg durch eine Zeitmaschine direkt in die zwanziger Jahre. Aufmerksamen LeserInnen ist es sicherlich nicht entfallen, dass wir uns momentan am Anfang der Zwanzigerjahre befinden. Nur eben hundert Jahre später. Schnell wurde deutlich welch kreatives Potential StudentInnen des TDS an den Tag legen können. Der thematische Inhalt der BeWo bestand aus dem Thema «Zündstoff». Konkret hielt Madeleine Bähler vier Referate über Konfliktmanagement. Wie es sich für Gruppen von StudentInnen gehört, kamen aber auch Spiel und Spass nicht zu kurz. Oft bis früh in die Morgenstunden wurde gespielt und allerlei Schabernack getrieben. «Happy Birthday Jan!» an dieser Stelle! Sebastian Rüthy, Klasse IV

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T D S - B E G E G N U N G S W O C H E   


– 1920ER-JAH

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Campus

Am Projektmarkt wurden Projekte der Klasse II vorgestellt.

VIEL INVESTIERT, SEHR ERMUTIGT

Die Studierenden des TDS Aarau üben Projektmanagement ganz konkret. Im ersten Studienjahr realisieren sie ein Projekt nach den Regeln des Projektmanagements – ein Modul, welches von Astrid Schatzmann und einigen auswärtigen Dozierenden unterrichtet wird. Sehr spannend und informativ ist der Projektmarkt: An einem Nachmittag im Januar stellten die Studierenden der Klasse II denjenigen der Klasse I ihre Projekte vor. So konnten Erfahrungen und Motivation weitergegeben werden. Hier ein paar Einblicke. Homecamp für Jugendliche Das Projekt von TDS-Student Joel Ringgenberg: Eine Kinderwoche der reformierten Kirche Leutwil-Dürrenäsch, in welcher er während seiner Studienzeit angestellt ist. Seine Herausforderung: Genug Jugendliche fürs Team zu finden. Seine Lösung: Er bietet die Mitarbeit im Paket mit einem Homecamp an, welches vor der Kinderwoche stattfindet. Joel Ringgenberg: «Die Jugendlichen lieben es, unter sich zu sein. Mit dem Homecamp kann ich sie packen, und sie sind dann eher bereit, sich auch in die Kinderwoche zu investieren.» Kleingruppen-Leadership-Weekend Rahel Zimmermann arbeitet bei der Freikirche GPMC in Thun. Ihr Projekt: Ein Kleingruppen-Leadership-Weekend. Rahel wollte damit allen engagierten Kleingruppenleiterinnen und -leitern ein grosses Danke und Wertschätzung für ihren Ein-

Die «Herzwerk-Drehscheibe»: Hier werden Diakonie-Bedürfnisse angenommen und dann weitergereicht.

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satz entgegenbringen. Mit 70 Teilnehmenden war es ein Erfolg. Die Atmosphäre sei geprägt gewesen von Dankbarkeit, Spass und dem Verbundenheitsgefühl, dass alle an der Gemeinde mitgestalten. Rahel Zimmermann: «Die am TDS gelernten Tools für die Projektplanung waren sehr hilfreich. Die Unterlagen habe ich so verfasst, dass sie weiterverwendet werden können. Tatsächlich werden sie im 2020 für ein weiteres Weekend wieder verwendet.»

tungszeit. Das Projekt war für sie sehr ermutigend. Noemi: «Wir erlebten Gottes Leiten in unseren Sitzungen, wir waren ein super Team, spürten eine starke Einheit. Alle haben viel investiert.» Luca: «Es hat alles wunderbar geklappt, ich bin mega überwältigt.» Manuela Nufer: «Wir konnten mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen Gemeinschaft geniessen und das Leben feiern. Gott ist uns vorausgegangen, nichts ist schiefgelaufen.»

Interkulturelles Buffet Noemi Rossi, Luca Villardita und Manuela Nufer stellten ein interkulturelles Buffet auf die Beine. Die Freikirche GvC Winterthur bietet Deutschkurse an für in die Schweiz migrierte Menschen. Hier wurde eingeladen und 200 Personen kamen zu einem Abend mit feinem Essen, Spiel und Spass. Die drei TDS-Studierenden erlebten eine intensive und bereichernde Vorberei-

Diakoniemonat «In unserer Gemeinde haben wir festgestellt, dass Diakonie fehlt,» erzählt Andreas Schindelholz. «In meinem Projekt habe ich mitgeholfen, einen Diakoniemonat ins Leben zu rufen. Daraus ist das Projekt «Herzwerk» entstanden, welches eine Drehscheibe ist für gegenseitige Hilfe vor Ort. Matthias Ackermann

Projektmarkt am TDS Aarau: Rahel Zimmermann erzählt einer Klasse-I-Studentin von ihren Erfahrungen im Projekt «Leadership-Weekend».


Atelier

Buch-Tipp: Neues Leben in der Kirche Impulse für die Gemeindeentwicklung und den Gemeindeaufbau

Marcel Hauser, TDS-Absolvent aus Zofingen, hat nach 20 Jahren Tätigkeit in der Gemeindeberatung ein Buch herausgegeben. Es vermittelt ein Grundwissen und Instrumente für die Gemeindeentwicklung. Marcel Hauser schreibt: «Mit der Publikation will ich Freude wecken und Mut machen: Freude an der Arbeit in der Kirche und Mut für die eigene Gemeindesituation.

Die Chancen bisheriger und neuer Formen werden herausgearbeitet und mit vielen Beispielen veranschaulicht.» Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Auf www. hauser-beratung.ch ist es als E-PDF und als ePub mit freiwilligem Unkostenbeitrag downloadbar – inkl. Arbeitsblätter und Hilfsmittel.

Weiterbildungsangebote In Zusammenarbeit oder in Partnerschaft mit dem TDS Aarau

TDS Aarau ist Mitveranstalter

Fachtagung

Mit Referat u. a. von Kathrin Hunn, TDS Aarau

TDS Aarau ist Partner

Christliche Soziale Arbeit in einer multireligiösen Gesellschaft Fragen – Herausforderungen – Chancen

Zielgruppen

Fachpersonen aus sozialen Institutionen und der Sozialdiakonie

Was will die Tagung?

Christliche Fachpersonen befähigen, professionelle Beziehungen und Arbeitsfelder religionssensibel zu gestalten.

Freitag, 27. März 2020 9.30 – 16.15 Uhr TDS Aarau

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Galerie

18. Januar 2020 – der Tag der Absolventinnen und Absolventen stand im Zeichen des neuen Berufstitels Gemeindeanimation HF

WHAT WOU LD J ESUS A S Dass das TDS sich im Aufschwung befindet, steht in direktem Zusammenhang mit dem Begriff «Gemeindeanimation». Er benennt ein neues – staatliches – Berufsdiplom, welches seit vier Jahren Teil der TDS-Ausbildung ist. Damit wurde die TDS-Ausbildung erweitert. Das schlägt sich nieder in einem noch breiteren Stellenmarkt, vollen Klassen und hat die Raumerweiterung am TDS Aarau mitverursacht. Doch was ist Gemeindeanimation eigentlich? In den letzten Jahren wurde am TDSStoffplan gefeilt. Im TDS-Konvent zeigte sich: Gemeindeanimation integrieren unsere Fachleute unterschiedlich in den einzelnen Disziplinen. Also wurde gefeilt an der Umsetzung im Curriculum. Der Konvent des TDS Aarau beschloss, den Begriff Gemeindeanimation dem Kreis der Absolventen vorzustellen. Von unterschiedlichen Seiten wurde er den Anwesenden am Tag

der Absolventinnen und Absolventen nähergebracht. Die gegen 80 Anwesenden wurden am Samstagmorgen mit Gipfeli und Kaffee empfangen. Wer genug Zeit hatte, durfte auch schon mal die umgebauten neuen Räume besichtigen. Aber vor allem freute man sich, ehemalige Klassenkolleginnen zu treffen und mit alten Bekannten auszutauschen, bevor es im Plenum losging.

Teilhabe an Gemeinschaft und Gesellschaft Nach einer Begrüssung gab Kathrin Hunn eine Einführung in den Begriff Gemeindeanimation. Sie zeigte, dass diese in alle vier Bereiche des kirchlichen Auftrags hineinwirken kann: Zeugnis, Gemeinschaft, Liturgie und insbesondere Diakonie. Sie gab auch eine erste Definition: «Die Gemeindeanimation unterstützt Menschen, teilzuhaben an Gemeinschaft und Gesellschaft.» Danach wurden verschiedene Begriffe, die eng verknüpft sind mit Gemeindeanimation, vorgestellt. Soziale Arbeit im Sinn von Gemeindeanimation beginnt mit einer Lebensweltorientierung – ein Blick in die subjektive Wahrnehmung der Lebenswelt einer Per-

Eintreffen und Austausch

Simon Wälchli vom Rat der Absovlentinnen und Absolventen

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Rektor Christoph Schwarz über Inklusion


G E M E I N DE AN I M ATOR DO? son. Mit dazu gehört das Kennenlernen des Sozialraums: Wer sind die Menschen in einem Sozialraum? Wie sind die Interaktionen? Gemeindeanimation will sich am Willen und an den Interessen der Bevölkerung orientieren. Kathrin Hunn: «Als Gemeindeanimatorin versuche ich, mit den Beteiligten Prozesse in Gang zu bringen und nicht Produkte anzubieten.» Christoph Schwarz gab einen Überblick über den Begriff Inklusion: «Menschen müssen sich nicht ans System anpassen, sondern das System passt sich ihnen an.» Am Beispiel von kirchlicher Arbeit: «Nicht: Was können wir Jugendlichen, Migranten, einer bestimmten Zielgruppe anbieten? Eher: Im Team brauchen wir eine Jugendliche, einen Migranten, usw. Und gemeinsam planen wir …»

Als Gemeinde­« animatorin versuche ich, mit den Beteiligten Prozesse in Gang zu bringen und nicht Produkte anzubieten. Kathrin Hunn

»

Nicht eigene Ideen, sondern Bedürfnisse der Teilnehmenden Astrid Schatzmann führte zwei weitere Teilaspekte von Gemeindeanimation ein: Empowerment – «Ermächtigung». Sie skizzierte eine Arbeitsweise, welche Menschen darin unterstützt, ihre Möglichkeiten und Ressourcen klarer oder neu zu sehen und einzusetzen. Die Partizipation – «Teilhabe» – lasse Menschen nicht nur teilnehmen (an einem Angebot), sondern lasse sie aktiv mitgestalten. «Am TDS lehren wir im Modul Projektmanagement, nicht eigene Ideen und Projekte im Fokus zu haben, sondern nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden zu fragen», so Astrid Schatzmann. Im Anschluss an die Kurzreferate wurde Klasse-IV-Student Thomas Hadorn vorFortsetzung nächste Seite

Astrid Schatzmann über Soziale Gerechtigkeit

Student Thomas Hadorn im Spontan-Interview

Sozialdiakon Remy Beusch gibt einen Erlebnisbericht.

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Galerie zur Hochzeit ANNA JOSSEN & DANIEL MAIER 6. Juni 2020 an einem Waldrand in Waldenburg oder (bei schlechtem Wetter) in der ref. Kirche Bubendorf. Daniel studiert 2017–2021 am TDS Aarau.

Wir gratulieren zur Geburt ANIQUE 20. Juni 2019 Tochter von Nadja und David Blatter mit Levi und Kaleb. David studierte 2010–2014 am TDS Aarau.

YARON ENEAS ALEXANDER 17. Oktober 2019 Sohn von Kathrin und Sebastian Salvisberg. Kathrin (ledig Studer) studierte 2011–2015 am TDS Aarau.

LEMUEL 10. September 2019 Sohn von Annina und Karl Dittli mit Davino und Alona. Karl studierte 2012–2016 am TDS Aarau.

DAVID 21. Oktober 2019 Sohn von Kathrin und Jacques Baumann. Kathrin (ledig Blaser) studierte 2011–2015 am TDS Aarau.

Fortsetzung von Seite 23

gestellt. Er hatte seine Diplomarbeit kürzlich eingereicht unter dem Titel «Ansätze der Gemeinwesenarbeit in der Kirchlichen Unterweisung». Die Befragungen, die er für seine Arbeit durchführte, machte er nun exemplarisch mit Freiwilligen aus dem Publikum. Eine Sozialdiakonin erzählte dabei, wie es ihr gelang, 8./9.-Klässler fürs Mitwirken beim Kinderprogramm einzubeziehen. In der Pause wurde eine Führung durch die neuen Räume angeboten. Die Teilnehmenden staunten über die technische Entwicklung und erzählten aus ihrem TDS-Leben vor zehn, zwanzig, vierzig Jahren. «Kampf gegen ...» und «Einsatz für ...» «Ist es gerecht, wenn ein Kind bessere Noten macht, weil die Eltern Nachhilfe zahlen?» Mit dieser und ähnlichen Fragen leitete Astrid Schatzmann über zum Aspekt Soziale Gerechtigkeit. Sie zitierte die Leitlinien der Heilsarmee. Deren Einsatz sei ein Kampf gegen Ausbeutung, Armut usw., aber auch ein Einsatz für Gerechtigkeit, Hoffnung, Würde, Heil und Freiheit, für Gleichberechtigung, für nachhaltige wirtschaftliche Möglichkeiten usw. Als praktisches Beispiel berichtete Sozialdiakon Remy Beusch, wie er in seiner Arbeit der Wohnungsnot in Uster begegnet. Am Anfang stand ein alleinerziehender Vater, 26  GALERIE meinTDS 2020 | 35

der einfach keine Wohnung fand, weil er die Kaution nicht bezahlen konnte. Daraus entstand eine Idee, ein Projekt und schliesslich ein Angebot der Reformierten Kirche: Der Wohnfonds. Theologie und Soziale Arbeit gegenseitig integriert Zum Abschluss sprach Christoph Schwarz über das Verhältnis von Theologie und Sozialwissenschaften am TDS Aarau. Es seien unterschiedliche Dimensionen, die wir nicht gegeneinander ausspielen sollten oder können. Die Ausbildung sei in allem ein Bauen am Reich Gottes. Gottes Wirken gehöre dazu, aber auch die Erkenntnisse aus der (Sozial)wissenschaft. Beide Ansätze dürften sich gegenseitig kritisieren und befruchten: «In einem Gleichnis von Jesus fragen wir u. a., wo hier Partizipation oder Integration vorkommt. In Modulen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit streben wir eine Verknüpfung mit biblischen Inhalten an.» Dann informierte Rektor Christoph Schwarz die Anwesenden über die Entwicklungen am TDS Aarau. Simon Wälchli vom Rat der Absolventinnen und Absolventen verdankte den Konvent mit Knabbereien und übergab diese Astrid Schatzmann «zur sozial gerechten Verteilung». Matthias Ackermann


Office

Spendenbilanz 2019

ZIEL FAST ERREICHT

Impressum

Liebe Freunde des TDS Aarau Liebe Spenderinnen und Spender Lange waren die Spendeneingänge im letzten Jahr verhalten. Immerhin – und das war ermutigend – war der Spendenstand Ende Monat jeweils meist leicht höher als im Vorjahr. Die Monate November und Dezember brachten Erleichterung: Wir können das Spendenjahr 2019 dankbar und zufrieden mit einem Ertrag von CHF 462‘000 (96 % des Spendenziels) abschliessen. Zusätzlich erhielten wir Beiträge von den Deutschschweizer Kantonalkirchen. Das Spendenziel für 2020 bleibt bei CHF 480‘000. In den letzten fünf Jahren konnte der Spendenbedarf um CHF 50‘000 nach unten angepasst werden. Ich danke allen Spenderinnen und Spendern, (Kantonal-)Kirchen, Firmen und Institutionen, welche uns unterstützt haben. Herzlichen Dank, dass Sie unseren Studierenden die Ausbildung in Sozialdiakonie und Gemeindeanimation ermöglichen – auch im neuen Jahr!

HERAUSGEBER: TDS Aarau. Höhere Fachschule Theologie, Diakonie, Soziales Sekretariat: TDS Aarau, Frey-Herosé-Strasse 9, CH-5000 Aarau, +41 62 836 43 43, www.tdsaarau.ch sekretariat@tdsaarau.ch Leitung: Pfr. Christoph Schwarz, Rektor Trägerverein: Ueli Frey, Präsident KONZEPT: Werbestadt AG, Winterthur REDAKTION: Matthias Ackermann, Felix Studer GRAFIK/LAYOUT: Matthias Ackermann

Herzliche Grüsse

LEKTORAT: Elisabeth Widmer-Hunziker

Maya Künzle, Geschäftsführerin

DRUCK: Koprint AG, Alpnach Dorf

PS: Trotz staatlichen Subventionen für die gemeindeanimatorische Ausbildung sind wir auch weiterhin auf Ihre Unterstützung für den kirchlich-theologischen Teil angewiesen – herzlichen Dank für Ihren Beitrag auch im 2020!

AUFLAGE: 3'900 Exemplare, viermal jährlich

INSERATE/MEDIADATEN: sekretariat@tdsaarau.ch

Stand Ende 2019 in CHF 500'000

1. Speichern als Spendenziel 2019 2. Objekt>Diagramm>Daten Zahlen eingeben Spalte für Fehlende Spenden Spalte aus bisNumbers Ende 2019 3. Zahlen: TheSans plain 9 4. Apostrophe' einfügen Spenden Eingegangene

400'000 300'000

bis Ende 2019

480'000 17'600 462'400

200'000

Einzelspender 328'000

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Kirchgemeinden/ Firmen/Institutionen134'400

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ABONNEMENT: CHF 20.–/EUR 15.– pro Jahr

BILDNACHWEIS: TDS Aarau POSTCHECKKONTO SCHWEIZ (CHF): Aarau 50-1903-6 IBAN: CH22 0900 0000 5000 1903 6 EURO-KONTO: Neue Aargauer Bank Konto: 0882-440718-92 IBAN: CH71 0588 1044 0718 9200 0 BIC: AHHBCH22XXX

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Stand Ende Januar 2020 in CHF 500'000

1. Daten eingeben Spendenziel 2020 2. Zahlen: TheSans plain 9 3. 'Apostrophe einfügen: 500000 Fehlende Spenden

400'000

bis Ende 2020

480'000 453'800

300'000

Fehlende Spenden bis Ende Januar 2020

13'800

200'000

Eingegangene Spenden bis Ende Januar 2020

26'200

100'000 0

Einzelspender 1

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20'800

Kirchgemeinden/ Firmen/Institutionen5'400 meinTDS 2020 | 35 OFFICE  27


agenda STUDIUM

Frühlingsferien vom 4.–19. April 2020 Diplomreise (Klasse IV) 14.–18. April 2020, Casa Moscia, Ascona

TDS-KURSE

märz bis juli 2020

Abschlussprüfungen 15.–26. Juni 2020

Interessiert an unserem Studium?

Alle Informationen zum Studium und zum Anmeldeverfahren finden Sie auf unserer Homepage: tdsaarau.ch/schnuppern

Zum Titelbild An diesem Montagmorgen ist vieles anders. Nach einer längeren Praktikumspause werden wieder alle Studierenden unterrichtet. Es sind mehr denn je: Am 13. Januar 2020 sitzen zum ersten Mal 104 Studierende (plus einige Gaststudierende) in den vier Klassenzimmern. Klassen III und IV haben das Privileg, die

Betrachte Jesus! Die Botschaft des Hebräerbriefs Mo, 20. April, 4. und 11. Mai 2020, 19–21 Uhr Dieter Kemmler, Pfr. Dr. theol.

Das Kursprogramm 2020/21 erscheint im nächsten meinTDS.

EVENTS

SCHNUPPERN

Ab 27. Juni 2020 Sommerferien und Praktikumszeit

Die Spezial-Schnuppertage für den Herbst/ Winter 2020/21 werden demnächst publiziert.

Von der Kunst, gute Entscheidungen zu treffen Do, 26. März 2020, 19–21 Uhr Thomas Härry, Theologe M. A., Buchautor, Dozent TDS Aarau

Entscheidungsprozesse gemeinsam gestalten Do, 23. April 2020, 19–21 Uhr Thomas Härry, Theologe M. A., Buchautor, Dozent TDS Aarau

Gruppendynamikwoche (Klasse I) 22.–25. Juni 2020

Für einen individuellen Schnuppertag bis Mai 2020 melden Sie sich bitte im Sekretariat (062 836 43 43).

Unser Beten – nicht fromme Pflicht, sondern befreiendes Privileg Sa, 29. Februar 2020, 9.15–12.15 Uhr Peter Henning, Pfr. Mag. theol.

Christliche Soziale Arbeit in einer multireligiösen Gesellschaft 27. März 2020, TDS Aarau Das TDS Aarau ist Mitveranstalterin. «wachet und betet», Universität Fribourg Studientage zur theologischen und gesellschaftlichen Erneuerung 17.–19. Juni 2020 Das TDS Aarau ist Partner.

neuen Klassenzimmer einzuweihen. Ihr Unterricht findet in hellen Zimmern mit schallgedämpften Decken, einer elektronischen Wandtafel, schöner Ausleuchtung und auf ergonomischen Stühlen statt. Das Mittagessen wärmen sich die Studierenden in der neuen Teeküche und setzen sich an einen Tisch im neuen Pausenbereich mit den Wänden in frischem Grün. 

meinTDS-Abonnement 2020

Damit wir meinTDS zum günstigen Posttarif für Zeitschriften versenden können, erheben wir eine Abonnementsgebühr. Jede Spende gilt automatisch als Bezahlung des Abos. Auch im Mitgliederbeitrag ist das Abo inbegriffen. Für eine baldige Überweisung des Abo-Beitrags von CHF 20.–/EUR 15.– sind wir Ihnen dankbar. Allen, die das Abo 2020 bereits bezahlt haben, danken wir herzlich.

Profile for TDS Aarau

meinTDS Feb. 2020  

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