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len netten Menschen, beispielsweise, die ich kennengelernt habe. Die landschaftlichen Eindrücke: Steinböcke und Murmeltiere mal hautnah erleben zu können. Wir hatten Tage, da sind wir keinem anderen Menschen begegnet, das war schon sehr beeindruckend. Zudem hat mir das minimalistische Leben gefallen: Man wird rausgerissen aus dem sozialen Rundumprogramm mit facebook, youtube, Instagram & Co. Du kommst auf den Berg und es gibt erst mal nichts außer der Natur und ein paar Steinen. Hier die Schönheit zu erkennen, zu erkennen wie grandios es ist, wie ich leben darf, was ich machen darf. Das war für mich wahnsinnig faszinierend. Gibt es neue Träume/neue Ziele die du ins Visier genommen hast? Ja (lacht). Ich werde diesen Sommer die Seven Summits im Stubaital machen. 3 Gletscherberge und 4 gletscherfreie Gipfel stehen auf dem Programm. Ich habe dafür 3 Wochen vorangeschlagen, inklusive Pausetagen.

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Wird Dich im Stubai auch wieder ein Team begleiten? Ja. Es ist wieder ein Team dabei und wir werden einen Film produzieren. Du kletterst ja auch sehr aktiv, wie bist du zum Klettersport gekommen? Zum Klettern bin ich durch eine Postkarte gekommen, die ich mir in Rosenheim am Bahnhof gekauft habe. Da stand drauf „Kämpfe für deine Ziele“, ich fand den Spruch absolut passend und dann war da eben der Fels abgebildet mit einem breiten Riss in der Mitte. Als ich das Motiv näher inspizierte, habe ich in dem Riss einen Kletterer entdeckt, der am rechten Bein eine Prothese getragen hat. Das hat mich richtig angefixt! Ich habe noch im Zug zwischen Rosenheim und meinem Heimatbahnhof in der Kletterhalle in Karlsruhe angerufen und gefragt ob ich mal klettern probieren könnte, halt nur mit einem Bein. Der Kletterhallenbesitzer meinte, das müsste man mal ausprobieren. Letztlich hat er mir dann einen Kletterkurs geschenkt und ich habe sofort gespürt: Das ist voll meins! Die physische und psychische Beanspruchung gefällt mir. Wenn ich viel und schwer klettere habe ich kaum Phantomschmerzen. Vielleicht, weil das ganze Adrenalin anderweitig abgebaut wurde. Letztlich spiegelt das Klettern mein Leben wider: Du bist unten, schaust dir die Wand an und denkst, oh Gott, wie soll ich denn da hochkommen. Genau wie bei meiner Krankheitsgeschichte: Ich war ganz unten und musste mich hochkämpfen. Du bist mit der mehrfachen Eiskletterweltmeisterin Angelika Rainer im Berghaus-Athletenteam. Seid ihr ab und an zusammen in den Bergen unterwegs? Ehrlich gesagt ich habe Angelika noch nicht kennengelernt. Ich würde sie aber gerne mal kennenlernen und was mit ihr machen. Ich möchte ohnehin gerne mit dem Eisklettern anfangen und da könnte ich mir gut vorstellen gemeinsam mit Angelika etwas zu unternehmen. Das Interview führte Susa Schreiner Fotocredits: Jaqueline Fritz | David Biedert

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Aktiv in den Alpen | Herbstausgabe 2018  

Outdoor und Freizeit vom Allgäu bis nach Südtirol

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