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JSDR Magazin Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. | Ausgabe 1 | 2014

Der JSDR w端nscht Euch und Euren Familien

Frohe Ostern 2014


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Inhalt Hartmut Koschyk – der neue Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten............................................................................................................................................4 Hartmut Koschyk trifft Olga Martens....................................................................................................................4 Der JSDR e.V. auf dem Ostermarkt ........................................................................................................................5 Lieber Dr. Bergner, vielen Dank!.............................................................................................................................6 250+5= Wir schreiben Geschichte!.........................................................................................................................8 „Geschichte der Auswanderung in Bildern“ .........................................................................................................10 Katharinas Tage in Sachsen-Anhalt........................................................................................................................12 Gemeinsam bewegen! Sport- und Kulturfest in Kaiserslautern am Weltkindertag.........................................14 Kreatives Karussell und talentiertes Team – JSDR München gibt Gas!.............................................................16 Ideenvielfalt und Adventklänge - Erfolgsperspektiven in Niedersachsen.........................................................17 Kultur und Geschichte zum Anfassen – Musik, Museum und Mehrsprachigkeit in Detmold......................18 Zwei Endeckungsreisen in Buchform: „Volksgruppe Unbekannt“ und „Planet Germania“...........................19 JSDR=Bleibende Freundschaften und viel Abwechslung - Kamila Disendorf im Interview!.........................20 „Städte im Dialog – Partnerschaften für kreative Netzwerke von morgen“......................................................21 Von Matrosen und der Zarin - Eine kreative Reise durch die Geschichte!......................................................22 Deutsch lernen in Russland: Verliebt in Saratov...................................................................................................24 Wieso redet Papa so komisch deutsch?..................................................................................................................25 Junge Stimme zum 9. Deutsch-Russischen Jugendparlament in Kassel: „ Gut, dass man uns ernst nimmt!“.........................................................................................................................26 Kinder machen Kunst mit Köpchen: .....................................................................................................................27 Kreativ-Studio“Prestige“ in Senden........................................................................................................................27 JSDR auf einen Blick.................................................................................................................................................28

Liebe Leserinnen und Leser, ihr blättert hier im Magazin des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR e.V.). Hier berichten wir über unsere Veranstaltungen und Aktivitäten und schreiben über vielfältige Themen. Dies ist die erste Ausgabe in der Geschichte des Verbandes. Die Beiträge wurden, bis auf einige Texte des Bundesvorstandes, von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschrieben, die beim JSDR e. V. aktiv sind. Wir Danken allen Autoren und Fotografen für die Mitarbeit. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das JSDR-Jahr 2013, das sich voll und ganz dem 250-jährigen Jubiläum des Einladungsmanifests Katharina der Großen widmete. Das

Manifest war Thema bei Schulungen, Freizeiten und internationalen Begegnungen, über die in dieser Ausgabe berichtet wird.Der JSDR ist ein freiheitlich-demokratischer, überparteilicher und überkonfessioneller Kinder- und Jugendverband. Wir wollen dazu beitragen, dass sich Kinder und Jugendliche, Studenten und Auszubildende zu kritikfähigen, verantwortungsbewussten Mitbürgern entwickeln, die bewusst handeln und Verantwortung übernehmen. Dabei haben wir die Integrations- und Teilhabechancen von Spätaussiedlern und ihrer Familienangehörigen im Fokus. Auf Bundesebene haben sich in den 5 Jahren der JSDRGeschichte einige traditionelle Tätigkeitsformen etabliert. Das JSDR-Forum in Stuttgart ist ein jährliches Treffen für Vertreter der JSDR-Gruppen. Für jedes Forum wird ein Thema und ein Motto gewählt, zu dem sich die Teilnehmer untereinander und mit ihren Gästen austauschen können. Unsere Themen waren z. B. Integration und Akzeptanz („Wir wollen mehr“, 2009), Identität und Dialog zwischen Generationen mit den Vertretern des Bundesvorstandes und Landesvorstände der Landsmannschaft der Deut-

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schen aus Russland e.V. (2010), politische und kulturelle Partizipation („Zukunft mit Namen. Namen mit Zukunft“, 2011), Auswanderung der Deutschen nach Russland und deutsch-russische Wechselbeziehungen („250 + 5 = Wir schreiben Geschichte!“).

nen heute über 30 Partnerschaftsprojekte berichten, die in Form von Jugendbegegnungen, Fachkräfteaustausch, Workshops, Sprachlagern, Work-Camps, multilateralen Kulturbegegnungen, Wettbewerben usw. realisiert wurden.

Unter den Gästen sind prominente Politiker, Wissenschaftler, Künstler und erfolgreiche Deutsche aus Russland, wie z.B. der Filmregisseur Stanislav Güntner oder damals die einzigen Abgeordneten der Landesparlamente russlanddeutscher Herkunft – Nikolaus Haufler und Walentina Tuchel. Im Rahmen des Forums finden Multiplikatorenschulungen, Workshops, Aktionen und die jährliche Mitgliederversammlung des JSDR statt.

Der JSDR ist in den 5 Jahren seiner Geschichte qualitativ und quantitativ gewachsen. Seit August 2013 ist der JSDR ein eingetragener Verein. Wir sind ein zuverlässiger Partner für die Zuwendungsgeber, unsere Meinung zählt in unterschiedlichen politischen Gremien, wie der DeutschRussische Regierungskommission.

Die jährlichen JSDR- Sport- und Kulturfeste organisieren wir jedes Jahr in unterschiedlichen Bundesländern, immer in Kooperation mit dem Programm „Integration durch Sport“ und in Zusammenarbeit mit den Ortsgruppen der Landsmannschaft, lokalen Vereinen und Verbänden und mit Einbeziehung der örtlichen Integrationsnetzwerke. Teilnehmer der Sportfeste waren jeweils 300 bis 500 junge Freizeit-Sportlerinnen, bis 150 junge Laienkünstler und ca. 500 Besucher. Auch Sportmannschaften der Deutschen Minderheit aus Russland nahmen drei Mal an den bundesweiten JSDR-Sportfesten teil. Die Pflege der Kultur und Geschichte der Russlanddeutschen ist für den JSDR ein besonderes Anliegen. In Seminaren, Aktionen, Kulturtagen, Informations- und Gedenkveranstaltungen, vermitteln wir Wissen an Jugendliche und Erwachsene und machen eine breite Öffentlichkeit auf diese Themen aufmerksam.

Wir machen gemeinsame Projekte mit den Selbstorganisationen der Russlanddeutschen in Russland, Kasachstan und Usbekistan, wir führen große Feste durch und pflegen unsere Kultur und Geschichte, wir haben sogar was für unsere Nachkommen gemacht – einen Baum in Stuttgart gepflanzt! Und das alles in 5 Jahren. Die Fortsetzung folgt! Ein großes Dankeschön geht an alle Ehrenamtlichen, die zur erfolgreichen Geschichte des JSDR beigetragen haben und ganz besonders an alle Autoren, Fotografen, Ideengeber, Motivatoren und Kreative, die an dieser Ausgabe mitgewirkt haben. Wir wünschen viel Freude beim Lesen und freuen uns über digitale Leserbriefe an: jsdr.info@gmx.de Mehr Infos zum JSDR gibt es auf: www.jsdr.de

Unser Zeitzeugenprojekt zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion ist auf Video festgehalten und für alle im Internet zugänglich. In unserer Öffentlichkeitsarbeit werben wir für ein positives Image der jungen Deutschen aus Russland. Ein gelungenes Beispiel dafür sind die Publikationen: die JSDRImage-Broschüre und die Broschüre „Made in Germany – Erfolgsgeschichten der jungen Deutschen aus Russland“. Für Video-Berichte wurde die Web-Seite JSDR-TV eingerichtet (http://vimeo.com/jsdrtv). Auch in sozialen Netzwerken findet Austausch unter JSDR-Mitgliedern aktiv statt. Die Mitglieder des JSDR sind Initiatoren und aktive Teilnehmer der grenzüberschreitenden Partnerschaftsprojekte mit Deutschen in den Herkunftsländern. Seit 2009 wird diese Arbeit im Rahmen der unterzeichneten Partnerschaftsabkommen mit den Selbstorganisationen der Deutschen in Russland und in Kasachstan realisiert. Wir kön-

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IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e. V. Schlossstr. 92 70176 Stuttgart Redaktion und Gestaltung: Tatjana Weber Fotos: JSDR e. V./Autoren der Beiträge Osterhase auf dem Cover: Christiane Fengler/pixelio.de Tulpe auf Seite 5: uschi dreiucker/pixelio.de Blumenstrauß auf Seite 7: Gila Hanssen/pixelio.de


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Hartmut Koschyk – der neue Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Mit Freude haben wir erfahren, dass das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten auch im neuen Bundeskabinett fortbestehen wird. Wir betrachten diese Entscheidung der Bundesregierung als ein Zeichen dafür, dass die Aussiedlerpolitik auch nach 60 Jahren des Bestehens des BVFG erhebliches Gewicht hat. Mit der Ernennung Herrn Koschyk zum Aussiedlerbeauftragten hat dieses Amt einen Politiker mit umfassenden Erfahrungen auf diesem Gebiet bekommen. Wir freuen uns, dass die Organisationen der Spät-/Aussiedler, und unter ihnen auch unser Jugendverband, in der Person von Herrn Hartmut Koschyk einen Insider und einen kompetenten Ansprechpartner bekommen haben. Nachträglich, aber vom ganzen Herzen wünschen wir Hartmut Koschyk viel Erfolg und Schaffenskraft bei seinen wichtigen und umfangreichen Aufgaben als Bundesbeauftragter und hoffen auf eine bereichernde und harmonische Zusammenarbeit!

Hartmut Koschyk trifft Olga Martens Der neue Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, traf sich im März 2014 in Berlin mit der Vizepräsidentin der Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), Frau Olga Martens. Frau Martens ist auch stellv. Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) in Russland und Herausgeberin der „Moskauer Deutsche Zeitung“. Olga Martens berichtete dem Bundesbeauftragten Koschyk über die zurückliegende Präsidiumssitzung der FUEV in Brüssel. Ebenfalls tauschte man sich über die Situation der Minderheiten in der Ukraine aus und der Bundesbeauftragte Koschyk wurde über aktuelle Themen des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur in Russland informiert. Der Internationale Verband der Deutschen Kultur und seine Jugendorganisation der Jugendring der Russlanddeutschen sind seit 2009 Partner unseres Jugendverbandes. In den Jahren der Zusammenarbeit wurden ca. 30 Partnerschaftsprojekte in Form von Jugendbegegnungen, Fachkräfteaustausch, Workshops, Sprachlagern, WorkCamps, Kulturbegegnungen, Wettbewerben und vieles

mehr realisiert. „Die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV, engl.: Federal Union of European Nationalities, FUEN) ist eine offiziell unabhängige Dachvereinigung von Organisationen nationaler Minderheiten Europas mit derzeit zusammengeschlossenen 81 Mitgliedsorganisationen aus 32 europäischen Staaten. Die FUEV verfolgt das Ziel der Erhaltung und Förderung der nationalen Identität, der Sprache, der Kultur und der Geschichte von nationalen Minderheiten. Sie tritt für ein gutnachbarschaftliches, friedliches Zusammenleben von Mehrheitsbevölkerung und Minderheit eines Staates oder einer Region ein und lehnt Separatismus und jegliche gewaltsame Grenzverschiebungsvorhaben ab.“ (Quelle:Wikipedia.de)

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Der JSDR e.V. auf dem Ostermarkt Am 29. März 2014 fand der traditionelle Ostermarkt im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart statt. Der JSDR e. V. war mit seinem Stand dabei. Die Besucher konnten sich über die Geschichte der Russlanddeutschen und über die Arbeit des JSDR e. V. informieren. Wir danken Igor Christ, der den Stand betreut hat. Seine engagierte und kompetente Art hat die Besucher stets überzeugt.

Auf den Bildern: Igor Christ im Gespräch mit Rainer Wiland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments; Gemeinsam mit Vertretern der djo-Deutsche Jugend in Europa BW und der LMDR e. V. am Stand des JSDR e. V.

Wir Wünschen allen Mitgliedern und Freunden des JSDR ein frohes Osterfest.

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Lieber Dr. Bergner, vielen Dank! Sehr geehrter Herr Dr. Bergner, im Namen aller Mitglieder und Freunde des JSDR sagen wir hiermit von ganzem Herzen: Danke für Ihr Engagement! Danke für Ihr offenes Ohr und Ihre hel­fende Hand zu jeder Zeit. Sie haben uns nicht nur als Be­auftragter für Aussiedlerfragen vertreten, Sie standen uns auch persönlich zur Seite. Dieses Engagement hat uns sehr viel Selbstbewusstsein und Antrieb gegeben. Wir danken Ihnen besonders für Ihren Beitrag zur Wiederaufnah­ me der aktiven Tätigkeit der Regie­ rungskommissionen für die Angelegenheiten der Russland­deutschen. Wir sagen auch Danke für Ihre Mitwirkung bei den Ergänzungen zum Bundesvertriebenengesetz, die 2013 verabschiedet wurden. Sie haben den Russlanddeut­schen viele Wege eröffnet. Herzlichen Dank dafür. Als Jugendverband der Deutschen aus Russland sagen wir aber vor allem Danke für Ihr ganz persönliches Engagement für junge Spätaussiedler. Sie erinnern sich sicher an das erste JSDR-Forum 2009, wo sie nicht einfach Gast, sondern aktiver Teilneh­mer der Podiumsdiskussion waren. Schon 2009 sprachen Sie davon, wie wichtig die Themen Geschichte und Identitätsfindung für Deutsche aus Russland sind. „Immer wieder muss ich feststellen, dass gerade bei den jungen Menschen eine gewisse Heimatlosigkeit gegeben ist.“, sagten Sie im Po­dium. Sie erkannten nicht nur den Wert von identitätsstif­tender Arbeit und sprachen darüber. Sie ließen ihren Wor­ten auch immer Taten folgen. Dank Ihrem Einsatz konnten viele Projekte umgesetzt werden, die viele Kinder und Jugendliche in ihrer Identität gestärkt haben. Die Präsentation, die junge Aussiedler aus Deutschland und Vertreter der Selbstorganisationen der Deutschen Minderheit aus vier Staaten der ehemali­gen Sowjetunion gemein­sam im Rahmen der Konferenz „70. Jahrestag der Deportation der Russ­landdeutschen“ in der Aka­demie der Konrad-Adenau­ er-Stiftung am 30. August 2011 zeigen konnten, ist ein sehr lebendiges Beispiel für Ihr Engagement im Bereich der Geschichte und kultureller Rehabilitierung der Russlanddeutschen.

heute noch im Themenfeld Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland. Ein anderer Bereich unserer Arbeit, der Ihnen auch sehr am Herzen liegt, sind Partnerschaften mit den Selbstorganisationen der Russlanddeutschen in den Herkunftsländern. In Ihrer Amtszeit als Aussied-

lerbeauftragter konnten wir mit Unterstützung des BMI über 30 Partnerschaftsprojekte und Maßnahmen realisieren, die jungen russlanddeutschen Aussiedlern in Deutschland und Deutschen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bei der Pflege ihrer kulturellen Identität geholfen haben. Denn, wie Sie selbst sagten, „der Erhalt der Identität ist nur in einem Dialog zwischen den Russlanddeutschen in Deutschen und der deutschen Minderheit in den Herkunftsländern möglich“. Erinnern Sie sich an das JSDR Sport- und Kulturfest in Halle 2012? Da waren Sie doch im wahrsten Sinne des Wortes Teil des Teams, als Sie spontan als Spieler auf dem Volleyballfeld dabei waren! Herr Dr. Bergner, Sie waren von Anfang an Teil unserer großen Familie und wir, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene des JSDR haben Sie nach wie vor gerne bei uns, auch wenn Sie nun nicht mehr den Posten des Aussiedlerbeauftrag­ten bekleiden. Wir freuen uns auf viele spannende Be­ gegnungen in Zukunft und halten Sie gerne über unsere Pläne und Aktivitäten auf dem Laufenden. Noch einmal: Vielen, vielen Dank für Ihr Engagement für Aussiedler, das kann man gar nicht oft genug sagen!

Der Austausch mit Zeitzeugen der Deportation hat die jungen Teilnehmer nachhaltig geprägt. Viele engagieren sich

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250+5= Wir schreiben Geschichte! Jugendforum des JSDR e.V. am 25.10. – 27.10.13 in Stuttgart Das bereits zu einer schönen Tradition unseres Jugendverbandes gewordene Forum fand in diesem Jahr unter dem Motto „250 + 5 = Wir schreiben Geschichte“ statt. Das Jahr 2013 hat für uns – Deutsche aus Russland – eine besondere Bedeutung: vor 250 Jahren lud die Zarin Katharina II. unsere Vorfahren mit ihrem Manifest vom 22. Juli 1763 nach Russland ein. Mehr als 2,5 Millionen Nachkommen damaliger Übersiedler leben heute in Deutschland. (Spät-) Aussiedler aus

An dem JSDR-Forum 2013 haben über 100 Vertreter der JSDR-Gruppen aus ganz Deutschland und ihre Gäste von den Partnerorganisationen aus Russland – Jugendring der Russlanddeutschen, Internationaler Verband der Deutschen Kultur, sowie Vorsitzende der Landes- und Ortsgruppen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. teilgenommen. Auf dem Programm des JSDR-Forums 2013 standen:

Lebendiges Treffen vieler Generationen Deutscher aus Russland. Freunde und Förderer waren auch dabei. den Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben sich gut in die bundesdeutsche Gesellschaft eingegliedert. Gleichzeitig wollen viele von uns die Kultur und Geschichte der Vorfahren erforschen und bewahren. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die Verbände, vor allem die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. und ihre Jugendorganisation, der Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland. Die Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sie wird in der Gegenwart geschrieben und richtet sich in die Zukunft. In seiner 5-jährigen Geschichte hat der JSDR an die historischen Traditionen seines Vorgängers – des JSDR der 50er-80er Jahre geknüpft und die Ideen der neuen Zeit aufgegriffen und entwickelt.

- Vorstellung der Arbeit der JSDR-Gruppen bundesweit und der Überblick über die 5-jährige Arbeit der Jugendorganisation und ihres Bundesvorstandes („Fünf Jahre JSDR: Höhepunkte, Bilanzen, Perspektiven“). - Mitgliederversammlung des JSDR, bei der die Delegierten der JSDR-Gruppen den Jahresbericht des Vorstandes angenommen und die aktuelle Lage des Jugendverbandes diskutiert haben. Als Zeichen der Stärkung eingeschätzt und nochmals einstimmig befürwortet wurde von der Mitgliederversammlung die Eintragung des JSDR in das Vereinsregister. - Multiplikatorenschulung “Gemeinsam offen”, gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, mit dem Themenschwerpunkt Zusammenarbeit der Vereine,

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sowie Vereinsmanagement und praktische Vereinsarbeit. Dr. Christoph Bergner, Jochen Welt, SPD, ehemaliger BeWährend der Multiplikatorenschulung haben die Teilneh- auftragter der Bundesregiering für Aussiedlerfragen und mer die Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Pro- nationale Minderheiten, Olga Martens, Vize-Präsidentin jektideen entworfen. Auch wurden die Möglichkeiten der der Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen Zusammenarbeit bzw. Kooperation besprochen. (FUEV), Herausgeberin der „Moskauer Deutschen Zei- Junior-Programm: an dem JSDR-Forum 2013 nahmen tung“ und Anna Hoffmann, Filmemacherin, Preisträgerin in diesem Jahr sehr viele „Nachwuchs-JSDRler“ teil – des russlanddeutschen Kulturpreises Baden-Württemvierzehn-, fünfzehnjährige Jungs und Mädels aus unter- berg zum Thema „Rolle der Vereine in der Stärkung der schiedlichen JSDR-Gruppen. Trotz ihres frischen Alters deutsch-russischen Beziehungen“ weiter. Moderiert wurbeteiligten sie aktiv an allen Programmpunkten des Ju- de die Podiumsdiskussion von Charlotte Warkentin, der gendforums. Einen besonderen Eindruck hinterließ der Vorsitzenden des JSDR-Bayern. Anschließend bekamen Beitrag der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus die Teilnehmer des Forums und ihre Gäste eine MöglichNRW, bei dem sie das im Sommer 2013 keit bei einer Führung durch die Aussteldurchgeführte Jugendcamp spielerisch lung „Prunk, Pracht und Politik – Die Round tänzerisch vorgestellt haben. manows und Württemberg“ mitzumachen. Zum Höhepunkt des Forums wurde der Festakt “Aus der historischen Tradition In den 5 Jahren seiner Geschichte ist der in die Zukunft: Vereine schreiben JSDR quantitativ und qualitativ gewachdeutsch-russische Geschichte” anlässsen. Der JSDR ist ein zuverlässiger Partlich des 250. Jahrestages des Einlaner für die Politik, seine Meinung zählt in dungsmanifestes der Zarin Katharina II. unterschiedlichen politischen Gremien, wie Der Festakt wurde in Kooperation mit z.B. Deutsch-Russische Regierungskomder djo- Deutsche Jugend in Europa, mission oder Beirat für SpätaussiedlerfraLandesverband Baden-Württemberg gen beim Innenminister. Seit August 2013 e.V. und mit der Förderung durch das ist der JSDR ein eingetragener Verein. SeiInnenministerium Baden-Württemberg ne Kompetenz hat er in verschiedenen organisiert und fand in einem schönen Projekten und Aktivitäten unter Beweis geAmbiente statt – dem Alten Schloss stellt: in gemeinsamen Projekten mit den Stuttgart / Landesmuseum WürttemSelbstorganisationen der Russlanddeutberg. schen in Russland, Kasachstan und UsbeIn ihren Begrüßungsreden gratulierten kistan, in durchgeführten Kursen, MultipliHartmut Liebscher, Vorsitzender der katorenschulungen, Familienseminaren, djo-Deutsche Jugend in Europa, LanKinder- und Jugendcamps. Große Feste desverband Baden-Württemberg e. V. und Veranstaltungen, Sport- und Bildungsund Heinrich Martens, Präsident des maßnahmen, Publikationen, Maßnahmen Internationalen Verbandes der Deutzur Kultur und Geschichte der Russlandschen Kultur – dem JSDR zu dem 5. deutschen – die Liste der Aktivitäten ist Geburtstag. noch lange nicht abgeschlossen. Die FortDr. Alfred Eisfeld, Historiker vom Göttinsetzung folgt! ger Arbeitskreis e. V. hat das „Lernen aus der historischen Tradition“ zum Wir danken ganz herzlich unseren FördeDr. Christop Bergner. Thema seines inhaltsreichen Vortrags rern und Unterstützern: gemacht. dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem In seiner Festrede betonte Dr. Christoph Bergner, parla- Innenministerium Baden-Württemberg, dem Bundesamt mentarischer Staatssekretär, Beauftragter der Bundesre- für Migration und Flüchtlinge, der Arbeitsgemeinschaft der gierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.. die Wichtigkeit der Arbeit des JSDR und seine Funktion als Brückenbauer zwischen Deutschland und den Her- Der JSDR-Bundesvorstand bedankt sich ganz herzlich kunftsländern der Russlanddeutschen. Er begrüßte aus- bei dem OrgaTeam für den reibungslosen Verlauf der Verdrücklich das Bekenntnis des JSDR zu seinem Elternver- anstaltung und bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehband – der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mern des Forums für ihr motiviertes Mitwirken. e. V. ebenso wie den „Schritt in die Selbstständigkeit“ des JSDR – die Eintragung des JSDR in das Vereinsregister. Bundesvorstand des JSDR e.V. Nach einem Medienvortrag über die partnerschaftliche Projekte des JSDR ging es mit der Podiumsdiskussion mit

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"Geschichte der Auswanderung in Bildern" Wettbwerb zum 250. Jahrestag des Manifestes von Katharina der II. Der Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland hat 2013 zusammen mit seinen Partnern aus der Russischen Föderation und Kasachstan einen Wettbewerb durchgeführt. Der Kreativwettbewerb fand im Rahmen des Projektes GIZ-Consultingvertrag „Grenzüberschreitende Partnerprojekte mit russlanddeutschen Dachverbänden“ statt und wurde von dem Bundesministerium des Innern (Deutschland) gefördert. Die kompetente Jury, das aus Fotografen, Historikern, Journalisten und Künstlern bestand, hat nun in jedem Land jeweils einen Gewinner gewählt. Diese Werke wurden als Postkarten gedruckt und an öffentlichen Stellen in Deutschland und in den Herkunftsländern verteilt und ausgelegt und an Entscheidungsträger und Einrichtungen verschiedener Ebenen verschickt. Die Hiermit präsentieren wir die besten Werke aus Deutschland, Russland und Kasachstan. „Wurzel“ von Helene Gette, 26 Jahre alt, München „Ich bin als Russlanddeutsche in Kasachstan geboren, als ich 5 Jahre alt war immigrierte meine Familie nach Deutschland. Mittlerweile bin ich 26 Jahre alt und voll integriert. Ich fühle mich eher als Einheimische, da Deutschland aufgrund der frühen Übersiedelung zu meiner Heimat geworden ist. Ab und an merke ich jedoch, dass viele Traditionen meiner Freunde bzw dieses Landes in unserer Familie unbekannt sind und demnach nicht zelebriert werden. Es ist ein seltsames Gefühl im eigenen Land dennoch nicht 100% der Gebräuche zu kennen. Als ich mit meiner Familie darüber gesprochen habe, entgegneten sie mir dieses Gefühl ebenso zu kennen. Als Russlanddeutsche in Kasachstan zu leben war ähnlich denn dort waren sie beispielsweise nur wenige, die deutsch sprachen, die deutsche Feste im traditionellen Brauch innerhalb der Familie feierten und auf Unverständnis seitens der Einheimischen stießen. Sie waren dort diejenigen, die sich ab und zu doch fremd im „eigenen“ Land fühlten und nicht alle Gebräuche kannten. Die Frage ist wo ist das eigene Land, wo fühlt man sich angekommen? Wenn man als Russlanddeutscher in Kasachstan, Russland und Deutschland fremd ist, wo ist man dann Zuhause?

So viel den der Russlanddeutschen auch ermöglicht wurde, gibt es dennoch die zweite Seite der Medaille: die Wurzellosigkeit. Mit diesem Thema beschäftige ich mich derzeit in meiner Malerei. Das Werk „ Wurzel“ zeigt zwei Personen, die die Erde nach Wurzeln umgraben und näher unter die Lupe nehmen. Rechts oben befindet sich die technische Zeichnung einer Verschlüsselungsmaschine, die wie eine Art Sonne über dem Ganzen steht, demnach wird jedes Ergebnis/ Wurzel die gefunden werden sollte in keinem klaren Licht stehen. Im Hintergrund befinden sich zwei Berge mit zwei Fahnen, die für zwei Länder stehen, das Herkunftsland und das neue Land.Die Form der Berge erinnert scheinbar an eine „(Mutter) Brust“ , um das Heimatgefühl für beide Länder zu äußern. Die Basis des Bildes ist eine Folie auf der Kreislaufschemata gedruckt sind, diese besteht aus dem Wort „Other“ zwei Ortungssymbolen und einem Pfeildiagramm, quasi die stetige „Weiterleitung“ des „andersartigen“. Es soll den sich immer währenden Kreislauf der Wurzellosigkeit über Generationen hinweg verdeutlichen.“ (Helene Gette) „Historische Brücken: ein Herz für Russland” von Anastasia Kretschmar, 16 Jahre alt, Sankt-Petersburg. „Die Übersiedlung gelang auf dem Seeweg aus den Städten Lübeck, Hamburg und Worms nach Sankt-Petersburg, und danach ging es in die Ansiedlungsgebiete.“ „Manifest, erstes Lesen: Ein Blick durch die Zeit“ von Konstantin Danilenko, 21 Jahre alt, Astana; Kasachstan. Autor der Idee und des Motivs: Deutscher Jugendclub "Diamant" „Vor 250 Jahren unterzeichnete die Zarin Katharina II. ein Manifest, das den Ausländern erlaubte, in Russland zu siedeln. Der Erlass fand eine große Resonanz von dem deutschen Volk, das schwierige Zeiten erlebte, und von dem Krieg und Armut aus dem Heimatland floh. Alle diese Veränderungen haben zur Bildung von dem besonderen sozial-ethnischen Stand der deutschen Kolonisten geführt, denen gelang es, die Kultur von ihren Vorfahren aufzubewahren und an künftige Generationen weiterzugeben.“ Der JSDR bedankt sich bei allen Künstlerinnen und Künstlern, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben.

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„„Manifest, erstes Lesen: Ein Blick durch die Zeit“ von Konstantin Danilenko, 21 Jahre alt, Astana, Kasachstan. Autor der Idee und des Motivs: Deutscher Jugendclub „Diamant“

es d r e n ewin G bs: r e w ettbe er d W e t chich s in e g G n „ u der n a w Aus rn“ e d l i B

„Historische Brücken: Ein Herz für Russland” von Anastasia Kretschmar, 16 Jahre alt, Sankt-Petersburg.

„Wurzel“ von Helene Gette, 26 Jahre alt, München.

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Katharinas Tage in Sachsen-Anhalt Vor 250. Jahren erließ Katharina II. ein Einladungsmanifest, dem unsere Vorfahren folgten und aus Deutschland ins Russische Reich übersiedelten. Diesem Ereignis wurde die Jugendbegegnung in Halle an der Saale gewidmet, an der Jugendliche aus Deutschland, Usbekistan, Kasachstan und der Russischen Föderation teilnahmen. Es wurde für einen Theaterauftritt beim Sommerfest in HalleNeustadt geprobt, es wurde mitgeholfen, in der Ruine des Schlosses in Zerbst aufzuräumen, geschichtliche Vorträge (vorbereitet von den Teilnehmern selbst) wurden gemacht, es wurde zusammen mit Jakob Fischer gesungen und über die Geschichte der Russlanddeutschen dissku-

tiert, es wurden die Jugendorganisationen der Deutschen Minderheit in den Herkunftsgebieten und der JSDR vorgestellt, es wurde über das Projekt mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung Dr.Christoph Bergner gesprochen und vieles vieles mehr. Die Teilnehmer der historischen Werkstatt aus 4 Ländern gewannen nicht nur neues Wissen, neue Eindrücke, vor allem gewannen sie aber viele neue Freunde! Vielen Dank an alle, die bei dem Projekt aktiv mitgemacht haben!!

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Gemeinsam bewegen! Sport- und Kulturfest in Kaiserslautern am Weltkindertag Am Weltkindertag, dem 1. Juni 2013 fand in Kaiserslautern (Rheinland Pfalz) das JSDR Sport- und Kulturfest statt, an dem Sportmannschaften und Einzelspieler aus ganz Deutschland um Pokale und Medaillen in folgenden Turnieren kämpften: Hallenfußball, Volleyball, Schach und Tischtennis. Ca. 300 junge Sportler und Gäste des Sportund Kulturfestes erwartete neben den sportlichen Aktivitäten auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Sport ist populär unter Russlanddeutschen sowohl in ihren Herkunftsgebieten, als auch hier in Deutschland. Davon zeugt auch eine hohe Zahl der bekannten Sportler russlanddeutscher Herkunft, wie z. B. der Fußballer Andreas Beck (FC Hoffenheim) oder Ina Menzer, Boxweltmeisterin im Federgewicht. Viele Vereine und Verbände der Spätaussiedler haben sich zur Aufgabe gemacht, über sportliche Aktivitäten zur Integration der Russlanddeutschen in Deutschland beizutragen. Auch für den Jugendund Studentenring der Deutschen aus Russland ist Sport eine der Richtungen der Arbeit, über die sehr viele Jugendliche erreicht werden und ihnen bei ihrer Integration geholfen werden kann. Gute Zusammenarbeit Das JSDR-Sport- und Kulturfest fand in diesem Jahr mit der Unterstützung der Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Kaiserslautern statt (ein ganz besonderes Dankeschön an Valentina Dederer!) und wurde von dem Programm „Integration durch Sport“ und der „Friedlandhilfe e.V.“ unterstützt. Die fünfjährige Tradition der Sport- und Kulturfeste des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland – lokale Vereine in die Vorbereitung und Durchführung der Feste einzubeziehen wurde in diesem Jahr fortgeführt. So wurden z.B. die Schachbretter und Schachfiguren von dem Schachverein SG Kaiserslautern zur Verfügung gestellt, der Schachturnier wurde von Herrn Holger Haase – dem Leiter des Schachtreffs der Apostelkirche Kaiserslautern durchgeführt. Für eine spannende Abwechslung sorgte der Kampfsportklub Shogun Gym mit seinem Leiter Saman Neysi und einigen anderen Teilnehmern des Klubs, die in der Spielpause eine Präsentationsshow gezeigt haben. Das Sport- und Kulturfest fand in den Räumlichkeiten des Schulzentrums Süd in Kaiserslautern statt, welche von

der Stadt Kaiserslautern dem JSDR zur Verfügung gestellt wurden. Diese gute Zusammenarbeit wurde von Vertretern der Kommunalpolitik gewürdigt: Arthur Harutyunyan, der Vorsitzende des Beirates für Migration und Integration der Stadt Kaiserslautern begrüßte die Teilnehmer und Gäste des Sport- und Kulturfestes und betonte die gute Zusammenarbeit des Beirates mit der Ortsgruppe Kaiserslautern im Bereich der Integration und die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen für junge Deutsche aus Russland. Sport Mit Unterstützung unserer freiwilligen Helfer wurden Turniere in Hallenfußball, Volleyball, Tischtennis und Schach durchgeführt. Am Fußballturnier nahmen sieben Mannschaften aus NRW, Baden-Württemberg, Rheinland Pfalz, Saarland und Hessen teil. Den ersten Platz belegte nach einer einjährigen Pause wieder die Mannschaft des SKV Adler. Den Pokal für den 2. Platz bekam die Mannschaft „Sibir“ aus Oberndorf, den 3. Platz belegten die Gewinner des Sportfestes in Halle (2012) aus Stuttgart. Eine Mannschaft aus Frankfurt, die zum ersten Mal an dem JSDR-Sport-und Kulturfest teilgenommen hat, ließ sicher alle Gegner hinter sich und nahm den Pokal für den ersten Platz nachhause mit. Den 2. Platz belegte die Mannschaft SKV Bitburg – die Gewinner des landesweiten Sport- und Kulturfestes in NRW. Den Pokal für den 3. Platz bekam die Mannschaft SKV Adler aus Kürten. Die Platzierung im Tischtennisturnier sah wie folgt aus: 1. Platz – Andrey Scheibel, 2. Platz Waldemar Brill und 3. Platz Michael Ustjanow. Auch für das Schachturnier fanden sich viele Interessierte. Einige Teilnehmer des Turniers spielten in den Pausen Fußball oder Volleyball, es gelang Ihnen aber trotzdem sich auf das Schachspiel zu konzentrieren. Den 1. Platz belegte Roland Schreiner, den 2. – Holger Haase und den 3. – Arthur Kniller. Wie gratulieren allen Gewinnern nochmal ganz herzlich zu ihren Ergokgen beim JSDR-Sport- und Kulturfest!

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Kultur Bei der Eröffnung des Sportfestes konnten sich die Teilnehmer des Festes und alle Gäste über die Tanzauftritte der Jugendgruppen freuen. Die Balettschule Mejder aus Kaiserslautern und der Verein „KUBIS – Kultur-, Bildung-, Sportverein e.V.“ aus Worms sorgten für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. In den Spielpausen konnten sich junge Sportler und Gäste über die Geschichte der Deutschen aus Russland informieren und wurden von Josef Schleicher durch die Ausstellung „Volk auf dem Weg“ geführt, der Ihnen gerne alle Fragen beantwortet hat. Durch das soziale Engagement kann man nicht nur auf Sportfeldern, sondern auch in der Gesellschaft etwas bewegen: mit den positiven Beispielen zeigen junge russlanddeutsche Spätaussiedler eine gelungene Integration, die auf Selbstinitiative und Selbstorganisation beruht. Im Namen des JSDR-Bundesvorstandes bedanke ich mich ganz herzlich bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Sport- und Kulturfestes aktiv mitgewirkt haben, und ein besonderes Dankeschön gilt natürlich allen Sportlern, die leidenschaftlich und fair um die Medaillen gekämpft haben! Aber auch diejenigen, die nicht die ersten geworden sind, haben an diesem Tag etwas sehr Wichtiges gewonnen, und zwar neue Freunde, gute Laune und viel Freude! Elena Bechtold, JSDR-Vorsitzende

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Kreatives Karussell und talentiertes Team – JSDR München gibt Gas! „Haj guck e´mol do JSDR“ hieß es am 24. März 2013 in München. Mädels und Jungs des JSDR München boten rund 100 Zuschauern ein buntes Präsentations-Karussell aus Bühnenprogramm und Animation. Die Stimmung war ausgelassen, es gab ja auch einiges zu feiern: 250 Jahre Einladungsmanifest von Katharina II, 5 Jahre JSDR und und allem voran die Geburtsstunde der JSDR- Ortsgruppe München! Die Gründung am 27.12.2012 sollte doch noch gebührend gefeiert werden. Die einzigartige Feier, die mit einem gemeinsamen „Happy Birthday“ angestimmt wurde war ein voller Erfolg. Neue und erfahrene JSDR-ler waren aktiv dabei. Die Zuschauer bewunderten die Auftritte des außergewöhnlichen Tanzensembles LETAS, den Gesang von Tatjana Eckert und Tochter Katharina und staunten nicht schlecht, als plötzlich Boxer auf der Bühne standen. Die Diplompsychologin Elena Schubert, mischte das Publikum mit Spielen auf, einfach klasse! Die Ortsgruppen Bad Reichenhall und Freilassing mit der Kindertanzgruppe Konfetti boten eine elegante Modenshow und zwei ausgefallene Tänze. Danke für diese tollen Geburtstagsgeschenke! Die gute Laune war richtig ansteckend. In den Folgemonaten kamen immer mehr junge Leute zum JSDR München und das nächste Event stand an. Am 3. August 2013 lud der JSDR München dann zum Team-Building Seminar. Eine Fortbildung für engagierte Jugendliche, aus dem Münchner Raum. Die Psychologin Yanina Zelychenok leitete das Seminar und brachte Talente und Ideen der Teilnehmer zum Vorschein. Spielerisch und und neugierig ließen sich die Teilnehmer auf einander ein und entdeckten teils ganz neue Seiten an sich selbst und den Anderen. Da waren wichtige Erkenntnisse für die Gruppe da-

bei. Hier wurden Potentiale entdeckt, die Energielieferant für erfolgreiche Projekte sind – ein talentiertes Team eben! Wir danken der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V., der Friedlandhilfe e. V. und der EineWeltHaus e. V. für die freundliche Unterstützung. Text: Charlotte Warkentin, Bilder: Roman Wulf

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Ideenvielfalt und Adventklänge Erfolgsperspektiven in Niedersachsen. Ein Familiensportfest, Englisch für Kinder, eine Jugendleiterschulung und einiges mehr planen junge JSDRler in Niedersachsen für 2014. Das ergab die Multiplikatorenschulung zu Methoden der Jugendarbeit am zweiten Adventswochenende 2013 in der Jugendherberge Celle. Zwei intensive Tage voller Austausch und Aktionen für Aktive des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland e. V. (JSDR). Gemeinsam blickten die Teilnehmer auf die Verbandsarbeit innerhalb des JSDR e.V. und auf die Arbeit der djo.

Kaffee, Kuchen und Klaviermusik brachten nicht nur die nötige Konzentration in die Runde, sondern auch ein wenig Adventsstimmung. Dank Svetlana Krukow konnten die Teilnehmer dem Klavierspielen lauschen. Angeregt von neuen Informationen und Eindrücken haben sich die Teilnehmenden sogleich Gedanken um Projekte für das nächste Jahr gemacht. Stichworte wie Sport- und Familienfeste, Kanufahrten, Bergwanderung u.v.m. sind gefallen. Eindeutige Zustimmung fand auch die Jugendleiter Card. Am Abend war gute Laune angesagt, mit gutem Essen, Tanz und Akkordeonmusik von Viktor Sibori. Mit einem kleinen Tanz zur Auflockerung ging es auch am Sonntagmorgen weiter. Weitere Überlegungen zu neuen Projekten wurden gemacht. Voller Elan und Tatendrang will der JSDR Landesverband Niedersachsen Möglichkeiten zur persönlichen, kulturellen und sozialen Entfaltung außerhalb Schule, Universität und Alltag bieten. 2014 steht ganz im Zeichen neuer Projekte und Abenteuer. In diesem Sinne: Toi, toi, toi!

Viele würden jetzt sagen, dass sie an ihrem freien Wochenende und besonders in der Vorweihnachtszeit, am Liebsten die Füße hochlegen. Doch die Teilnehmenden dieser Multiplikatorenschulung hatten etwas Spannenderes im Sinn. In das fast schon idyllische Örtchen Celle, unweit von Hannover, haben sich junge Menschen aus Niedersachsen aufgemacht, die Methoden der Jugendarbeit zu erkunden. Großer Dank gilt hier dem Landesjugendring Niedersachsen für die Förderung.

Text: Julia Schneider Fotos: Dimitri Singer

Nach einem entspannten Ankommen in der Jugendherberge, brachte Anastasia Martens die Gruppe durch Aktionsspiele zusammen. Teddybär „Stjepa“ half beim Kennenlernen und sorgte für eine ausgelassene Stimmung in der Runde. Dann präsentierte Siegfried Dinges die Aktivitäten des JSDR 2013 und informierte zugleich über die Methoden der Jugendarbeit anhand dieser praktischen Beispiele. Im Anschluss folgte eine ausführliche Präsentation der Arbeit der djo – Deutsche Jugend in Europa in Niedersachsen. Antje Sablotny, Bildungsreferentin der djo Niedersachsen informierte auch über die JuLeiCa. Eine JuLeiCa-Schulung steht jetzt auch auf dem Plan des JSDR Niedersachsen für 2014, eine wichtige Qualifizierung für Gruppenleiter.

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Kultur und Geschichte zum Anfassen – Musik, Museum und Mehrsprachigkeit in Detmold „Was haben diese bunten Koffer mit der Geschichte der Deutschen aus Russland zu tun?“ – Fragten sich kleine und große Teilnehmer des Seminars: „Geschichte kennen und Zukunft gestalten – Identität und Integration Hand in Hand“. Der JSDR e. V. und der SKV Adler e. V. bereiteten Kulturinteressierten eine spannende Tagung zur Geschichte der Deutschen aus Russland untermalt mit musikalischen Klängen und einer Autorenlesung. Die russlanddeutschen Autoren Edgar Seibel und Artur Rosenstern waren zu Gast. Die lebendige Kultur der Deutschen aus Russland hat viele Facetten. Musik und Literatur sind zwei Künste, die die Herzen berühren. So auch am dritten Adventswochenende in Detmold. Allexander Böttcher referierte zur Geschichte der Deutschen aus Russland und regte den Austausch zur eigenen Identität an. Geschichte zum Anfassen erlebte die ganze Gruppe im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Für den Spritzer Bewegung, Spiel und Spaß sorgte Igor Kraus mit Aktionsspielen, die auch im JSDR Sommercamp 2013 zum Einsatz kamen.

Am Abend konnte man dem Thema Kultur und Identität auf neue Art lauschen. Die russlanddeutschen Autoren Edgar Seibel und Artur Rosenstern lasen aus ihren Werken, beleitet wurden sie von den Musikern Ella Deppe und Alexander Root. Edgar Seibel sagt dazu: „die Mitglieder und Freunde des JSDR boten mir ein Bild des Aufschwungs innerhalb der

russlanddeutschen Gemeinschaft. Man weiß hier, wie wichtig es ist, junge Leute zu erreichen, sie zu verstehen. Die Autorenlesung wurde durch Musik in den für die Deutschen Russlands wichtigen Sprachen – dem Deutschen, dem Russischen und auch dem Platt – unterstützt. Mit persönlich gefiel es zu sehen, dass man internationale Kontakte mit den russlanddeutschen Communities pflegt, was für die Existenz dieser Volksgruppe, ja für ihre Zukunft allgemein, von hohem Wert ist.“ Das Seminar hatte auch interkulturelle Momente, wie der folgende Ausschnitt aus Edgar Seidels aktuellen Buch ”Volksgruppe Unbekannt – Eine Familie unter Stalinwahn und Volksidiotie” zeigt: ,, … Da stellte mir einer meiner kosovarischen Freunde Burim die berühmte Frage, warum ich denn Deutscher sein wolle. Es beschäftigte ihn, was ich denn an diesen Leuten so bewundernswert fände. Ich kriegte diese Frage nicht selten von Immigranten (und manchmal sogar Deutschen) gestellt. Meine eigene Ahnung auf diesem Gebiet begann sich zu erhärten, weswegen ich nun mehr verstärkt daheim zu Büchern griff. Ich erwiderte Burim mit: ,,Ich will kein Deutscher sein, ich bin einer. Verstehst du? Ich stamme von diesem Volk ab, zu Hause geht man einer Kultur nach, die sich von der der Russen unterscheidet.” ,,Aber die unterscheidet sich doch auch von den Deutschen.”, meinte Shkelqim zusätzlich. Ich: ,,Ja, da hast du recht, aber auch von den Russen.” Agron meldete sich zum Gespräch: ,,Die Sache ist im Grunde nicht schwer, Kollegen. Ich bin Kosovo-Albaner, allerdings weiß ich, ich bin anders als die Menschen aus Albanien. Und jetzt auch schon etwas anders als die im Kosovo …” Zef:,, Ah, Edgar, du bist ”Russlanddeutscher”. In Jugoslawien haben früher ein paar deutsche Gruppen gelebt … Doch die meisten sind heute doch eh vermischt.” Dem letzten Satz stimmte ich nicht zu, nickte nicht, Zef begriff meine Haltung … ”

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„Geschichte kennen und Zukunft gestalten.“, beides beginnt mit Begegnung, Austausch und Gemeinschaft, diese Erkenntnis lag in der Luft, als sich die Teilnehmer verabschiedeten. Wir bedanken uns beim Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge für die Unterstützung dieser vielseitigen Multiplikatorenschulung.

Zwei Entdeckungsreisen in Buchform: „Volksgruppe Unbekannt“ und „Planet Germania“

Die Seele der russlanddeutschen Minderheit hautnah bitter, gefühlvoll aber auch sachlich. Edgar Seibels Werk „Volksgruppe Unbekannt“ entführt ins Leben der ethnisch deutschen Minderheit aus Russland. Seibel nimmt seine Leser mit auf eine 550 Seiten lange Reise, die packend, aufregend und schrecklich zugleich ist. Er zeigt das Schicksal der Russlanddeutschen sachlich aus historischer Sicht, aber auch anhand der Biografien seiner Ahnen und seiner eigenen Biographie. In diesem Werk kommt alles zusammen - Russisches Reich, deutsche Kolonisten im Osten, deutsche Namen, Ahnenforschung, Identitätsproblem, Sowjetunion, Krieg in Afghanistan, Deutschland, wolgadeutsche Mundart, Krisen, Diskriminierungen, Rassismus. Das Buch kann man dire über die Webseite des Autoren auf: seibel-psychedelia.jimdo.com beziehen. Dort präsentiert der junge Autor auch seine anderen Buchprojekte und Termmine zu Lesungen.

Artur Rosenstern lässt in seiner Erzählung „Planet Germania“ seine Hauptfigur berichten und informiert ganz beiläufig, so scheint es, und zugleich humorvoll über die Rückkehr der Deutschen aus Russland in die Heimat der Vorfahren. Protagonist Andrej kommt aus Kasachstan nach Deutschland und will ein „waschechter Wessi“ werden. Doch was macht eigentlich einen echten Wessi aus und wie wird man so ? - Die vielen amüsanten Höhen und Tiefen, die Andrej duchlebt, zeigen den Alltag russlanddeutscher Aussiedler in den 1990gern und erzählen von der Chance fremd zu sein. Ein Buch mit Lachgarantie. Die Erzählung ist im Schardt Verlag erschienen und fasst 155 Seiten. Planet Germania gibt es bei Amazon, über den Verlag, bei Weltbild, oder direkt bei Atur Rosenstern auf www.artur-rosenstern.de.

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JSDR=Bleibende Freundschaften und viel Abwechslung - Kamila Disendorf im Interview! Für die erste Ausgabe unseres Magazins konnten wir Kamila Disendorf für ein Interview gewinnen. Kamila ist 22 Jahre alt und stellvertretende Bundesvorsitzende des JSDR. Sie studiert Russistik und Germanistik in Halle und hat uns erzählt, warum sie gerne beim JSDR aktiv ist. Kamila hat außerdem 2012-2013 ein Jahr als Austauschstudentin in den USA verbracht und war, wie die Fotos zeigen, schon auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood und an den schindelerregenden Wolkenkrazern in New York. Liebe Kamilla, Erzähl uns doch ein wenig von dir. Bist du in Deutschland geboren? Geboren bin ich in Kasachstan in der Stadt Ust-Kamenogorsk. Mein Geburtsort liegt im westlichen Teil des AltaiGebirges. Nach Deutschland kam meine Familie, kurznach meinem 12. Geburtstag. Doch ich hatte keine großen Schwierigkeiten mich in der Gesellschaft zu integrieren und die Sprache zu erlernen, da sowohl meine Großeltern als auch meine Eltern versuchten die deutsche Kultur in unserer Familie zu bewahren; dazu besuchte ich ein deutsches Gymnasium seit dem Kindergarten. Heute studiere ich Russistik und Germanistik in Halle, Sachsen Anhalt. Du bist im Bundesvorstand des JSDR? Seit wann bist du im Verband aktiv und wie kam es zu diesem Ehrenamt? Ja, im Bundesvorstand bin ich achon seit zwei Jahren und es macht mir großen Spaß dabei zu sein. Nicht nur die Mitglieder des Vereins sorgen für eine unbeschreibliche Atmosphäre, sondern auch die Vielfalt der interessanten Veranstaltungen. Sehr gerne engagierte ich mich seit 2011 bei der Vorbereitung der Evente bis ich herzlich eingeladen wurde beim Bundesvorstand mitwirken und dann auch gewählt wurde. Was waren bisher deine Lieblinsmomente beim JSDR? Sehr spanned waren alle Jugendaustauschprogramme an denen ich teilnahm. Ob Sprachcamps im Moskauer Gebiet oder Sotschi. Das Erlebte bleibt unvergesslich und die Kontakte mit den russlanddeutschen Jugendlichen, die ich dabei kennengelernt habe, pflege ich noch heute. Aber auch die Foren des JSDR waren jedes Jahr ein Highlight! Diese bundesweiten Jugendtreffen sind einfach toll! Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre das? Man sagt, dass Wünsche geheim bleiben sollten, damit sie in Erfüllung gehen. Doch ich verrate sie gerne, sobald meine Wünsche Realität geworden sind!

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„Städte im Dialog – Partnerschaften für kreative Netzwerke von morgen“ Mit einem herzlichen Willkommen begrüßten die Einwohner der Stadt Uljanowsk die Teilnehmer der XII. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz. Eine Gelegenheitzum lebendigen Austausch zwischen Deutschland und Russland. Den Besuchern der Konferenz wurden nicht nur Tanz und Gesang geboten, es gab vor allen Dingen Gelegenheit zum Austausch und für die Planung von neuen Projekten. 2014 steht nun das Jugendprojekt: „Wolga-Rhein- die Flüsse der Jugendfreundschaft“ an. Vom 8. bis 11. Juni 2013 hat die XII. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz im russischen Uljanowsk stattgefunden. An der vom Deutsch-Russischen Forum e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Ost-West-Gesellschaften e.V. und der Internationalen Assoziation „Partnerstädte“ Moskau organisierten Tagung nahmen etwa 300 Vertreterinnen und Vertreter aus über 100 deutschen und russischen Kommunen teil. Von deutscher Seite nahmen neben dem Deutschen Botschafter in Russland, Ulrich Brandenburg, dem Vorsitzenden der deutsch-russischen Parlamentariergruppe, Bernhard Kaster, sowie dem früheren Bundesminister Manfred Stolpe zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Kommunen und öffentlichen Organisationen an der Konferenz teil. In Rahmen der Kooperation zwischen der Kreisgruppe

Im Rahmen der Konferenz wurden mehrere Workshops in Bereichen Wirtschaftliche-, Kommunal- und Sozialpolitik angeboten. In der Arbeitsgruppe „Sprache und Jugendaustausch“ könnten die Deutschen aus Russland sich und ihre Arbeit vorstellen und in Diskussion zu Fragen des Jugendaustausches und der Sprachförderung teilnehmen. Ein positives Ergebnis des Workshops war der Beschluss das internationalen Jugendprojektes „Wolga-Rhein- die Flüsse der Jugendfreundschaft“ zu veranstalten. Die Kreisgruppe Münster der , LmDR e.V. ist aktivbei der Organisation dieses Projektes dabei. Den Abschluss des Aufenthaltes in Uljanowsk bildete ein Besuch der evangelisch-lutherischen Kirche, die in diesem Jahr ihr einhundertjähriges Jubiläum feiert und die Ankündigung der Karlsruher Bürgermeister Wolfram Jäger, dass Karlsruhe sich freue, die 13. Konferenz am 29. und 30. Juni 2015 auszurichten. Zugleich verwies er darauf, dass die Konferenz zum 365. Geburtstag der Stadt Uljanowsk stattgefunden habe, und Karlsruhe 2015 sein 300. Jubiläum feiern wird. Die Beziehungen zwischen den Regionen und Städten in Deutschland und Russland bieten auf allen Ebenenneue Möglichkeiten für die Verwirklichung gesellschaftlicher Initiativen und für die Schaffung einer freundschaftlichen Atmosphäre in der Kommunikation die Bürgern beiden Ländern.

Münster der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. und der regionalen deutschen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen der Stadt Uljanowsk hat der Vorsitzende der Kreisgruppe Andreas Wolzenin als der Delegierter an Konferenz teilgenommen.

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Von Matrosen und der Zarin - Eine kreative Reise durch die Geschichte! So wie die Deutschen vor 250 Jahren einst von Deutschland nach St. Petersburg zogen, so reisten 60 Kinder im Sommer 2013 spielerisch von Lindnar nach St. Petersburg, um die Geschichte der Deutschen aus Russland zu verstehen. Diese Abenteuerreise bot das Sommercamp vom 10.-18- August in Lindlar unter dem Motto: „Auf den Spuren der Russlanddeutschen“. Für die Reise bildeten die Campteilnehmer vier Teams: Dobrinka, St.Peter, Hurrikane und Perfekte Welle. Die Reiseroute führte über die Ostsee von Deutschland nach St. Petersburg. An der Spitze der Flotte war der Schiffskapitän - Bunte Welle , Während der Fahrt mussten die Teams eine Reihe von Tests bestehen. Sie schwammen durch Fragen zur Geschichte der Russlanddeutschen und malten mit Kreide kreative Portaits der Zarin, um ans Ziel zu kommen. Während der Fahrt erstellten die Kinder die Campzeitung „RD-Zeitung“, in der die wichtigsten Nachrichten und Ereignisse des Lagers, sowie historische Einsatz über die Geschichte der Russlanddeutschen erschienen. Nach der Ankunft in St. Petersburg, bekamen alle Teilnehmer Urkunden und Medailien und waren zu einem GalaEmpfang bei Katharina II. geladen. Der feierlicher Ball mit einer Theateraufführung von Helen Seifert, die auf «Zugvögel» von Peter und Maria Warkentin basierte, erntete viel Lob und beherzten Beifall und Kindern und Betreuern. Das Sommercamp war eine wunderbare Gelegenheit neue Freunde zu finden, eigene Talente zu entdecken und die Geschichte der Deutschen aus Russland lebendig werden zu lassen. Alle Organisatoren, Betreuer und Künstler haben eine wunderbare, inspirierende und wichtige Arbeit geleistet. Organisiert wurde das zweisprachige Camp vom JSDR NRW, SKV Adler und der Kreisgruppe Münster der Landsmannschaft der deutschen aus Russland. Das Organisationsteam hatte tatkräftige Unterstützung aus Russland, vom Jugendclub „DuzFreund“ aus Omsk und dem Kreativstudio „Prestige“ aus Senden. Für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich beim Bundesministerium des Inneren, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V..

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Deutsch lernen in Russland: Verliebt in Saratov

Sommercamp im Saratov-Gebiet vom 18. bis zum 25. August 2013 chen. Jeden Tag lernten sie durch Quests mehr und mehr über „Nemezia“, wie im russischen Slang Deutschland spaßeshalber genannt wird, oder frischten ihr bereits immenses historisches und kulturelles Wissen auf. Regelmäßig lockerten kleine Gewinnspiele, Aktivierungsübungen, „razminki“ und „bodrilki“ die Arbeitsatmosphäre auf. Dieses Camp war aus meiner Sicht bisher das Beste. Zum ersten Mal erlebte ich, dass alle Teilnehmer in Teams unterteilt wurden und fast jeden Abend etwas zusammen vorführten oder gegen andere Teams antraten. Außerdem achtete man aud einander, was für pünktliche Hin- und Abfahrten oder gute Stadtführungen genau richtig war.

Bereits zum vierten Mal nahm ich als Vertreterin des JSDR als Sprachassistentin für Deutschunterricht an einem Partnerprojekt des JDR (Jugendring der Russlanddeutschen) teil und bin noch rückblickend immer wieder begeistert von den Teilnehmern, der Projektleitung, der genauen, abwechslungsreichen Tagesplanung und der Atmosphäre. Es ist bewundernswert wie viel Mühe sich wirklich alle bei der Arbeit tagsüber geben und die Augenringe verraten, dass sie auch nachts nicht schlafen – wieder beim Vorbereiten des Unterrichts oder der sozialen Aktionen oder auch bei Gesellschaftsspielen wie “shljapa” oder “Mafia”- zu Deutsch „Tabu“ und „Werwolf“.

Der Knoblauch mit Durchhaltevermögen

Mit 10 bis 12 Teilnehmern war jedes Team besetzt, zu denen ein Teamleiter und ein Sprachassistent oder eine Sprachassitentin gehörte. Wir waren als Team „Knoblauch“, zu Russisch originell „tschesnoki“, was in der Be-

Deutschlehrerin undercover

Wenn ich wieder in einem der Häuschen vorbei schaue, lerne ich neue russische Wörter, die ich über die Jahre in Deutschland vergaß, wie „iswilistij“ als auch „sheben“ und dazu mussten die Leute, wenn ich etwas auf Deutsch errate, mich auf Deutsch verstehen – nachts war ich „Deutschlehrerin undercover“. Ein bisschen wie eine „Nemka“ – „Stumme“, so tauften Russen Deutsche wegen ihrer anfänglichen Unkenntnis der russischen Sprache, die im Schweigen mündete – fühlte ich mich manchmal durch meine Wortkargheit im Russischen. Doch nicht gerade wortkarg bestürmte ich stets unbewusst meine Mitmenschen mit deutschen Wörtern, die mir herausrutschten. Auch tagsüber verbesserten die Camp-Teilnehmer zielstrebig ihr Deutsch durch entsprechenden Unterricht in verschiedenen Gruppen mit interessanten Themen wie Film, Sport, Sprüche, Bräuche, Feste, Geografie und Mär-

deutung auf unsere Ehrlichkeit anspielte, stets darum bemüht, für einander zu sorgen, fast täglich neu ein Lied oder ein Stück einzustudieren, deutsche Sprüche zu lernen, Plakate zu malen - unsere kreative Zusammenarbeit, das Durchhaltevermögen sowie die optimistische Einstellung jedes einzelnen als auch unsere Kompromissbereitschaft ließen uns zu einem Ganzen zusammenwachsen. Uns war es nach einer Weile egal, ob wir gewannen oder nicht - entweder wir gewannen oder nahmen einen der ersten drei Plätze ein - uns ist wichtig geworden miteinander zusammen zu arbeiten und uns zu präsentieren, weil uns genau das unglaublichen Spaß gemacht hat. Uns wurde schnell klar, dass wir großes Glück mit den Team-

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mitgliedern haben - gerade weil wir so verschieden waren, harmonierten wir miteinander.

Sozale Aktionen vor Ort als Quelle für Energie und Motivation Täglich wurde an der Ausarbeitung sozialer Aktionen von JdR, der Intensivierung der Spracharbeit sowie der Steigerung des Sprachniveaus gefeilt und das Interesse an aktiver Teilnahme war eine nicht endende Motivationquelle für alle. Wir bekamen Beispiele von bereits erfolgreich durchgeführten sozialen Aktionen und arbeiteten sie in Kleingruppen für den Testdurchgang in Engels weiter aus, um wiederum diese in ähnlicher Art bei sich zuhause zu

veranstalten. Den meisten der russlanddeutschen Teilnehmer blieben die Tänze, Bräuche und Spiele der Kultur unserer russlanddeutschen Vorfahren sehr gut in Erinnerung– und nicht zuletzt wird historisch die Durchführung des Projektes in der geografisch für Russlanddeutsche wichtige Region direkt an der Wolga, dem Saratov-Gebiet, betont. Wie auch letztes Jahr haben wir uns ehrenamtlich engagiert bei einer Putzaktion in einer ehemals russlanddeutschen Kirche sowie bei einer Aufräumaktion auf dem geschlossenen russlanddeutschen Friedhof mit über hundert Jahre alten unterirdischen Gräbern der Stadt Marx. Des Weiteren haben noch einige unserer Teilnehmer russlanddeutschen Frauen, die hautnah die grauenvollen Konsequenzen des Stalinerlasses erlebt haben, bei der Gartenarbeit geholfen, ihnen Fragen über diese Zeit gestellt und sind so noch ein Stück weiter, persönlicher an die Vergangenheit ihrer Vorfahren gekommen.

Mein Fazit: Meiner Meinung nach wird in einem politi-

schen Rahmen Persönlichkeitsbildung und Kulturvermittlung betrieben, die uns nicht nur als Verein, sondern als Russlanddeutsche Kontinent übergreifend vereint und wir als ein starker Standfuß der Gesellschaft in die Zukunft gehen. Und: 24 Stunden/7 Tage die Woche - das war ein Camp, in dem Schlafen etwas für Schwächlinge war! Außerdem: Allein in Deutschland ist man kein „Knoblauch“! (Eleonora Bartel)

Wieso redet Papa so komisch deutsch? Mein Name ist Darina, ich bin 14 Jahre alt und ich möchte einmal davon erzählen, warum mein Papa so komisch deutsch spricht.

(Darina Dinges)

Hier ist meine Erklärung: Papa ist Deutscher aus Russland. Er kommt, um genau zu sein, aus Sibirien. Da er aber deutsche Wurzeln hat, ist er nach Deutschland zurückgekommen. Insgesamt wohnt ganze Familie hier, schon seit 13 Jahren. In diesen 13 Jahren hat mein Papa eine Menge geschafft. Er ist von Heckenschneider bis zum Maschinenbauingenieur aufgestiegen und hat seit Jahren eine vernünftige Arbeit. Man versteht ihn übrigens auch wenn er langsam redet. In Russland ist es aber ganz anders als hier. Dort gibt es Schuluniformen und hier nicht. Das ist auch gut so! Das Essen ist anders und in manchen Dörfern sind sogar noch die Toiletten draußen. Generell ist alles anders aber Papa hat auch gesagt: “Dort sind die Fremdsprachen nicht gefördert worden!“ Ich fasse zusammen: zwei unterschiedlicher Länder, zwei unterschiedliche Kulturen, zwei Sprachen.

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Junge Stimme zum 9. Deutsch-Russischen Jugendparlament in Kassel: „ Gut, dass man uns ernst nimmt!“ Julia Iwakin war vom 1. bis 7. Dezember 2013 beim 9. Deutsch-Russischen Jugendparlament in Kassel dabei. Hier berieten rund 50 Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands und Russlands eigene Lösungsansätze für wichtige Probleme beider Länder. Ausgerichtet wurde das 9. Deutsch-Russische Jugendparlament von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch. Julia berichtete uns von einem Konstuktiven Dialog mit wichtigen Persönlichkeiten aus der Politik, der guten Organisation, und der beeindruckenden rhetorischen Fähigkeiten der Teilnehmer aus Russland. „Da hat man direkt gemerkt, dass in Russland auch in den Schulen debattiert wird.“, so die junge Studentin.

dabei kein Hindernis. War kein Dolmetscher zur Stelle, sprangen russlanddeutsche Teilnehmer gerne ein, oder man unterhielt sich eben mit Händen und Füßen. Als Teilnehmerin dieses Parlaments war ich begeistert davon mit welchen Engagement sich die Jugendlichen für die Politik interessieren und wie ansteckend manche Themen und Diskussionen waren.

Jugendliche aus Russland und Deutschland haben sich in Kassel versammelt um gemeinsam ein Ergebnispapier zu erarbeiten, das die Interessen der Jugendlichen in Bezug Vor allem finde ich gut, dass man uns ernst nimmt . Das auf die Beziehung zwischen Russland zeigt ja die Einrichtung und Aufrechterhaltung des und Deutschland darstellt. Deutsch Russische Jugendparlaments. Hier höJulia Iwakin ist aktives Mitglied des JSDR NRW ren in der Politik angesehene Personen jungen Am Freitag, den 6. Dezember 2013 und war als Betreuerin Menschen zu und stehen ihnen mit Rat und Tat präsentierten die Teilnehmenden des beim JSDR Sommercamp zur Seite. Das man die Jugend ernst nimmt, Jugendparlaments die Ergebnisse 2013 dabei. Sie studiert zeigte auch unsre Teilnahme an der Eröffnung ihrer einwöchigen Beratungen im Wirtschaftsmathematik in des Petersburger Dialogs. Rahmen der Abschluss-Plenarsit- Bielefeld und ist Vorsitzenzung im Rathaus Kassel. Am Abend de der Ortsgruppe Biele- Ausgerichtet wurde das 9. Deutsch Russische vorher hatten die beiden Ko-Vorsit- feld der Landsmannschaft Jugendparlament von der Stiftung Deutschzenden des Jugendparlaments Gele- der Deutschen aus Russ- Russischer Jugendaustausch (Hamburg) und genheit, den Teilnehmenden des 13. land. der Stiftung Internationaler Jugendaustausch Petersburger Dialogs die Ergebnisse (Moskau). ihrer Beratungen vorzustellen. Die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch ist Es wurden vier Ausschüsse gebildet in den die Jugendli- bundesweit das zentrale Koordinierungszentrum für den chen über die Themen diskutieren und auch mit Experten Jugend- und Schüleraustausch mit Russland. Gesellauf dem Gebiet reden konnten. Die Themengebiete bezo- schafter der Stiftung sind das Bundesministerium für Fagen sich auf „Jugend in der Zivilgesellschaft: Sicherstel- milie, Senioren, Frauen und Jugend, die Freie und Hanselung der Finanzierung des Austauschs auf beiden Seiten“ stadt Hamburg, die Robert Bosch Stiftung und der bis hin zu „Jugend als Akteur bei der Überwindung nega- Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Seit ihrer Grüntiver Tendenzen im deutsch-russischen Verhältnis“. dung 2006 hat die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch mehr als 100.000 Jugendliche, Lehr- und Die Stimmung während der gesamten Woche war ausge- Fachkräfte aus Deutschland und Russland in Berührung lassen, selbst wenn die Plenarsitzungen bis tief in die mit dem jeweils anderen Land, seinen Menschen, Nacht gingen. Man hat neue Freundschaften geschlos- seiner Sprache und seiner Kultur gebracht. (Julia Iwakin) sen, nicht nur mit seinen Landsleuten, also mit Deutschen aus Russland, sondern auch zwischen russischen und deutschen Teilnehmern. Selbst die Sprachbarriere war

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Kinder machen Kunst mit Köpchen: Kreativ-Studio“Prestige“ in Senden Im Jahr 2012 hatte der Vorstand der Kreisgruppe Münster der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die Idee das Kreativ Studio „Prestige“ zu gründen und Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund eine aktive und gemeinsame Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Julia Wolzenin zeigte unterschiedliche gestaltungsmethoden und ließ sich von der Kreativität der jungen Künstler begeistern. Wir sind alle gerne dabei. Haben schon viele verschiedene Techniken zum malen und Gestalten gelernt und sind auch konzentriert bei der Sache. Gemeinsam entdeckten wir neue Talente und knüpften Freundschaften. Doch das war noch lange nicht alles. Dank der Unterützung der Bezirksregierung Arnsberg und Friedlandshilfe e. V. findet jetzt nicht nur dreimal in der Woche Unterricht im Kreativstudio statt, und es gab sogar schon eine Ausstellung! Wir treffen uns in der Mariengrundschule Senden und können hier viele interessante Kunstwerke schaffen. Es ist schön sein eigenes Bild zu sehen und zu wissen, wie viel Mühe dahinter steckt. Da man während der Gruppenstunde auch Freunde trifft und miteinander redet, während man kreativ ist, weckt jedes Bild Erinnerungen. Alle, die zum Kreatistudio kommen sind eine gute Gemeinschaft. Wir waren auch kräftig bei der Organisation des JSDR Sommercamps im August dabei. Wir Kinder und Jugendlichen gehören natürlich zum JSDR!

alle haben sich mit Tränen verabschiedet. Diese positiven Emotionen des Sommercamps blieben lange erhalten. Im Dezember 2013 hat im Rathaus Senden eine Ausstellung unseres Studios stattgefunden und wir konnten unsere Kunstwerke präsentieren. Das war sehr aufregend für uns, unsere Kunststücke so offiziell zu veröffentlichen und dafür Anerkennung von Bürgern unsere Gemeinde, und sogar von unserem Bürgermeister zu bekommen. Bei der Eröffnung der Ausstellung haben wir Kinder einen Tanz, unter der Leitung von Anastasia Martens, vorbeireitet. Dem Sendener Bürgermeister Alfred Holz und dem Kulturamtsleiter Günther Melchers haben wir ein Bild als Dankeschön und Erinnerung überreicht. Wir hatten auch eine große Weihnachtsfeier mit einem Theaterstück in der Steverhalle Senden durchgeführt. Über hundert Kinder mit Eltern und Großeltern sind zu der Feier gekommen und haben viele märchenhafte Helden getroffen. Es ist eine lustige und bunte Feier geworden und die Kinder waren auch sehr glücklich. Ich würde das Jahr 2013 sehr erfolgreich für das Kreativ Studio „Prestige“ beschreiben und von alle Kinder unseres Studios den Organisatoren und Sponsoren sehr herzlich danken. Wir alle freuen uns auf die neue Kunst und viel Kreatives im Jahr 2014! (Viktoria Wolzenin)

Das Thema des Sommercamps war: „Auf den Spuren der Russlanddeutschen“ und dem 250 jährigen Jubiläum des Manifests von Katharina II gewidmet. Als Teilnehmerin des Camps kann ich berichten, dass schon allein die Atmosphäre dort ein tolles Gefühl gab. Mit abwechslungsreichem Programm sind 9 Tage viel zu schnell vergangen und

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JSDR Magazin Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. | Ausgabe 1 | 2014

JSDR auf einen Blick Der Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e. V. (JSDR) ist eine überparteiliche und überkonfessionelle Jugendorganisation.

Struktur und Mitglieder des JSDR:

Ordentliche Mitglieder des JSDR-Bundesverbandes sind Einzelpersonen, Jugendgruppen, Initiativen und eingetragene Vereine, die sich zu den Zielen und Grundsätzen des JSDR bekennen. Der bundesweit tätige Verband JSDR vereint zurzeit über 40 Mitgliedsgruppen, das sind JSDR-Initiativgruppen, Sport- und Kulturvereine, Tanz- und Musikgruppen. Die mitgliedsstärksten Gruppen befinden sich in Nordrhein-Westfalen.

Ziele und Inhalte:

JSDR hat satzungsgemäß folgende Tätigkeitsfelder: • Integrationsarbeit, • außerschulische Bildungsarbeit, • Kulturarbeit, • Organisation der Freizeitgestaltung, • identitätsstiftende, interkulturelle und grenzüberschreitende Jugendarbeit. Die regionalen und lokalen Aktivitäten unserer Gruppen sind unter anderem: • Seminare für Kinder und Jugendliche • Seminare für junge Familien • Maßnahmen zur politischen Bildung • Kinder- und Jugendsommercamps • Sport-, Freizeit- und erlebnispädagogische Maßnahmen • Multiplikatorenschulungen Außerdem organisieren die JSDR-Gruppen seit einigen Jahren Kurse für Spätaussiedler „Identität und Integration PLUS“, gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Jsdr magazin - ausgabe 1/2014  
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