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Konversion von Industriebrachen „brownfields� Stadtentwicklung VO SS 2013 Student_ Tatjana Bojanic M.Nr._0831673


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INHALTSVERZEICHNIS Industriebrache - „brownfields“ - Bedeutung

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Ziel des Konversions

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Einfluss von Lage,Größe, Bestand und Umgebung auf die Entwicklungsmöglichkeiten von Industriebrachen

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Gegenstand der Förderung

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Beispiel - Stadt Gelsenkirchen_ Deutschland

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Zuwendungsvoraussetzungen

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Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

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Naturschutz und Landschaftsgestaltung

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Neues, grenziiberschreitendes Leben herbeiführen

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Literatur

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Industriebrache - „brownfields“ - Bedeutung ist eine Brache, die nach der Aufgabe der industriellen Nutzung von Industrieanlagen entsteht. Die Gebäude und Anlagen werden dann dem Verfall preisgegeben und/oder auch rückgebaut (z. B. Industriebrache Krupp in Essen und das ehemalige Ausbesserungswerk Karlsruhe). Einer Umnutzung oder Revitalisierung steht häufig eine Schadstoffbelastung der Böden und Anlagen entgegen, die oft erst nach aufwendiger und kostenintensiver Sanierung möglich ist (z. B. Zeche Zollverein in Essen). Die Wiedereingliederung von Industriebrachen in den Wirtschaftskreislauf wird als Flächenrecycling bezeichnet.

Img.01:

Zeche Zollverein in Essen

Je nach vorheriger Nutzung gibt es die: -Abriss-, Zerfalls- oder Trümmerbrachen -Wohnbrachen -Zechenbrachen -Bodenabbaubrachen -Deponiebrachen -Bahnbrachen -Straßenbrachen -Militärbrachen

Ziel des Konversions

Img.02:

Img.03:

Malmö_Schweden Industriebrache nach Schließung der Werft 1986

Durch die Beseitigung von Brachflächen soll eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützt werden, indem brachgefallene Flächen für neue Nutzungen vorbereitet oder renaturiert, Umweltschäden beseitigt sowie die Inanspruchnahme des Bodens und anderer Ressourcen reduziert oder kompensiert werden. Die Revitalisierung muss von besonderer Bedeutung für die Stadtentwicklung sein, im Zusammenhang mit einem integrierten Entwicklungsansatz und im Einklang mit der Raumordnung stehen.

Malmö_Schweden 1996 Beginn der Neustrukturierung


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Einfluss von Lage,Größe, Bestand und Umgebung auf die Entwicklungsmöglichkeiten von Industriebrachen Natürlich ist es einfacher, auf einer Industriebrache - also einem ausgedienten Industriegebiet - wiederum industriellausgerichtete Aktivitäten anzusiedeln. Teilweise können bestehende Anlagen und Infrastrukturen wieder verwertet werden; außerdem sind keine, besonderen Umklassierungen vorzunehmen. Man kann jedoch nicht sämtliche Industriebrachen über ein und denselben Kamm scheren. Sie sind teilweise sehr verschieden, sei es durch ihre Größe, ihre geographische Lage, ihre Nutzungsgeschichte und natürlich durch ihren sehr unterschiedlichen Belastungssprich Verseuchungsgrad. Wie immer ist eine Verallgemeinerung unkomplett, um nicht zu sagen fragwürdig. Aus diesem Grunde geht es darum erst zu überlegen, und dann zu reden, erst eine vollständige Analyse abzuwarten - inklusive Bodenproben und die Resultate von Probebohrungen – und dann rotes bzw. grünes Licht zu geben.

Img.04:

Sydenham-Pearl brownfield aerial

Gegenstand der Förderung - Vermessungen, städtebauliche Untersuchungen, Planungen und Wettbewerbe, - Grunderwerb, sofern es sich um einen begründeten Fall des Grunderwerbs durch öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaften handelt, - Altlastenbehandlung, sofern der Eigentümer nicht mit einem Bescheid aus dem - Beseitigung von Abfallablagerungen, soweit ein Verursacher nicht zur Tragung der Kosten für die Beseitigung herangezogen werden kann, - Abriss, Beräumung und Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden (Sicherungsmaßnahmen sind dringende und unerlässliche Maßnahmen an erhaltungswürdigen Gebäuden von herausragender kultur- und landesgeschichtlicher Bedeutung, um eine spätere Instandsetzung und Modernisierung zu ermöglichen), - Planung, Herstellung, Erhaltung, Änderung und Rückbau von Erschließungsanlagen - Grün- und Freiflächengestaltung sowie Renaturierung, - Maßnahmen, die eine möglichst auf elektronischen Medien gestützte Öffentlichkeitsarbeit gewährleisten.


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Beispiel - Stadt Gelsenkirchen_ Deutschland Am Beispiel einer innerstädtischen Industriebrachfläche wird gezeigt, wie im Rahmen der Aufstellung eines Bebauungsplans stadtklimatische Belange mittels der Ergebnisse einer Umweltverträglichkeitsprüfung in den kommunalen Planungsvollzug integriert werden können. Untersuchungen, die hierzu exemplarisch in der Stadt Gelsenkirchen durchgeführt wurden, beruhen auf TracerAusbreitungskampagnen, meteorologischen Messungen und numerischen Modellsimulationen (HDKLAM) zur Ermittlung der Kaltluftdynamik. Auf der Basis dieser Daten wurden bewertende Aussagen zum klimatischen Potenzial der Industriebrache für den Ist- und Plan-Zustand vorgenommen.

Img.05: Auszug aus der Planungshinweiskarte der Gesamtstädtischen Klimaanalyse Gelsenkirchen (Kuttler et al. 2000)

Img.04:

Vergleich des Ist-Zustands (links) im Jahr 2002 mit dem Plan-Zustand (rechts) im Plangebiet „Schalker Verein“ (Kuttler et al. 2003)


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Zuwendungsvoraussetzungen

Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Im Rahmen der Revitalisierung von Industriebrachen und Konversionsflächen muss es sich um eine Brachfläche handeln, die in einem städtischen Gebiet oder einer städtischen Randlage liegt und nach 1870 erschlossen und bebaut worden ist. Brachflächen im Sinne dieser Verwaltungsvorschrift sind ehemals industriell, gewerblich, verkehrstechnisch oder militärisch genutzte Flächen, die aufgrund des strukturellen Wandels, der militärischen Abrüstung oder der Umgestaltung von Stadtgebieten nicht mehr genutzt werden. Die Revitalisierung muss von besonderer Bedeutung für die Stadtentwicklung sein, im Zusammenhang mit einem integrierten Entwicklungsansatz und im Einklang mit der Raumordnung stehen.

Art der Zuwendung Die Zuwendung wird im Wege der Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Höhe der Zuwendung Der Fördersatz beträgt maximal 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der durch Eigenmittel zu finazierende Anteil der Gemeinde ergibt sich aus dem Differenzbetrag. Umfang der Zuwendung Gefördert werden Ausgaben grundsätzlich nur, wenn sie notwendig und angemessen sind, das heißt den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen und vom Träger der Maßnahme beziehungsweise des Projektes zu tragen sind. Es werden nur die zusätzlich vorhabensbezogen anfallenden förderfähigen Ausgaben bezuschusst. Die Förderung von Ausgaben für den Erwerb von Grundstücken kommt im Rahmen dieser Verwaltungsvorschrift nur in Betracht, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen dem Kauf und den Zielen der Stadtentwicklung bzw. der Revitalisierung der Brache besteht.


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Naturschutz und Landschaftsgestaltung Am Beispiel ehemaliger Industriestandorte sieht man, wie die Natur auf veränderte Bedingungen reagiert. Sie machen sich oft durch eine Vielfalt an Pflanzenund Tierarten bemerkbar, die man sogar anderswo gar nicht antrifft. Den oft einmaligen Charakter gilt es - wenn möglich - in die zukünftige Nutzung zu integrieren. Industrie + Kultur + Tourismus = Industriekulturtourismus Industriebrachen als neuer Standortfaktor! Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang die (glück liche) Verbindung Industrie, Kultur und Tourismus. Aus einem Geflecht industrieller Strukturen kann ‚Landschaft‘ entstehen und manchmal ist es von ‚Landschaft‘ bis zur ‚Kunst‘ nur ein Schritt. Tun wir doch diesen Schritt! Neues, grenziiberschreitendes Leben herbeiführen Es gibt Industriebrachen mit grenzüberschreitendem Charakter. Eine gute Gelegenheit mit unseren Nachbarn gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Img.04:

Luxemburg_ Hütte Rodange, aus dem Jahr 1975


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LITERATUR gobroomecounty.com de.wikipedia.org http://www.tageblat t.lu REVIT Public private partnership models p.6 w Alexandra Weitkamp, „Brachflächenrevitalisierung im Rahmen der Flächenkreislaufwirtschaft“ www.blauraum.eu MehrWert für Mensch und Stadt: Flächenrecycling in Stadtumbauregionen, Publikation des Förderprogramms REFINA Claude Gengler, Industriebrachen: Stunde der Wahrheit für die Raumplanungspolitik!


GRAZ am 12.07.2013

Stadtentwicklung  

"brownfields"

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