Page 1

www.tannheimertal.com

Talblick Sommer 2013

Wandern unter Adlers Augen

04

Wo Radler ins Rollen kommen

10

Zu Tisch im Tal

14

· www.tannheimertal.com

· Das wohl schönste Hochtal Europas.

· ihr gästemagazin


GERLINDE KALTENBRUNNER

Profi-Bergsteigerin

PASSION Futura Pro 34 SL » Women`s Fit Version Hiking Serie www.deuter.com Offizieller Ausrüster des Verbands der Deutschen Berg- und Skiführer

2

TALBLICK


Die etwas andere Einkehrstation Der Kirchturm gehört zum Bergdorf wie das Gipfelkreuz zum Berg: Zeugnisse christ­ licher Kultur und Geschichte prägen auch das Tannheimer Tal. Zugleich ist jedes der Gotteshäuser eine kleine Schatzkammer – und eine Einladung zur inneren Einkehr.

Man muss nicht gläubig sein oder beten können, um die außergewöhnliche Atmosphäre zu spüren, die einen umfängt, wenn man eine der Kirchen oder Kapellen betritt, die überall im Tannheimer Tal zu finden sind. Die Stille dieser Orte, die Geborgenheit des Raums vor den Stürmen des Alltags und die kleinen und großen Kunstschätze, die oft über Jahrhunderte von Handwerkern und Künstlern zur Ehre Gottes und zur Freude der Gläubigen geschaffen wurden – sie alle machen den Besuch in einem der GottesHäuser zu einer schönen Urlaubserinnerung. Mit Nikolaus (Tannheim), Joseph (Zöblen), Wolfgang (Schattwald) und Wendelin

(Grän) sind bekannte Heilige die Patrone der großen Pfarrkirchen in den Orten. Dazu kommen mit „Mariä Heimsuchung“ in Nessel­ wängle und „Mariä Namen“ in Jungholz zwei wichtige Feste der Gottesmutter. Wanderer haben auf ihren Wegen durchs Tal und auf die Berge hinauf zudem gute Gelegenheit, die eine oder andere Kapelle zu entdecken. Die Kreuzkapelle in Rehbach zum Beispiel, am Übergang ins Allgäu gelegen, der Hilfe für Pilger mit Kopfschmerzen nachgesagt wird. Oder die Maria-Heimsuchungskapelle in Gaicht, hoch über dem Pass hinunter ins Lechtal, die auf über 200 Jahre Geschichte zurückblickt.

Die Kreuzkapelle „Eisr Hear im Ölend“ (Unser Herr im Elend) oberhalb von Zöblen schmückt eine Kreuzigungsgruppe und eine Statue des hl. Rochus aus der Zeit um 1680. Und in der Kirche zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit im Weiler Rauth, die 1726 von den Bewohnern erbaut wurde, stehen neben dem Hochaltar von 1680 zwei Figuren der Heiligen Johannes der Täufer und Sebastian, die um 1510 in Oberschwaben entstanden und auf wundersamen Wegen ins Tal gelangten. So wie mancher Wanderer, der heute bei ihnen und den vielen anderen „uneiligen“ Heiligen in den über 30 Kirchen und Kapellen des Tales auf einen kurzen Besuch vorbeischaut.

Wegemarken und Geschichtenerzähler sind die Kirchen und Kapellen im Tannheimer Tal. Die „Maria Hilf“-Kapelle im Tannheimer Ortsteil Bogen, wo‘s hinausgeht zum Vilsalpsee, erinnert an das „Pestjahr“ 1635.

TALBLICK

3


Wandern unter Adlers Augen Friedlich schlummert das Tal in den ­frühen Morgenstunden. Tautropfen glitzern in den Strahlen der aufgehenden Sonne. L­ eise zwitschernd begrüßen die Vögel den Tag. Majestätisch sitzt ein Adler auf dem Gipfel­kreuz der Roten Flüh. Unweit hört er schon das leise Murmeln der ersten ­Wanderer, die den jungen Sommertag auf dem h ­ öchsten Punkt des Berges begrüßen wollen.

4

TALBLICK


Christoph Haller Jäger, Mitglied bei der Bergrettung, Mitwirkender beim Film „Ein Fjord in den Bergen“

„Einer der schönsten Aussichtspunkte im Tannheimer Tal ist das Neunerköpfle. Auf dem Weg mit der Gondelbahn zum Neunerköpfle eröffnet sich dem Bergfreund einer der schönsten Blicke auf die Bergkulisse im Tannheimer Tal. Nach Süden reihen sich die Berggipfel der Allgäuer Alpen nach Osten – immer wieder beeindruckt mich der Blick zur Tannheimer Gruppe. Vom Neunerköpfle aus können auch die verschiedensten Wanderungen in Angriff genommen werden: Über die Usseralpe nach Tannheim, über die Strindenalpe nach Haldensee, über die Gappenfeldalpe zum Vilsalpsee oder über die Landsberger Hütte zum Vilsalpsee. Wenn man eine Bergwanderung macht, sollte man unbedingt festes Schuhwerk verwenden, genügend zu trinken mitnehmen, die Wanderroute ausreichend planen, um ans richtige Ziel zu kommen, und eine gegen Wind und Regen geeignete Kleidung mitnehmen.“

TALBLICK

5


Bevor die fröhlichen Ausflügler jedoch den morgendlichen Frieden des Adlers stören können, breitet das Tier seine Flügel aus und erhebt sich zu seinem alltäglichen Rundflug über seine Heimat, das Tannheimer Tal. Hier haben der Adler und die natürlichen Bergbewohner ein idyllisches Plätzchen zum Leben gefunden, aber auch die Menschen im Tal fühlen sich in der Tannheimer Bergwelt gut aufgehoben. Inmitten von Alpengipfeln und Berglandschaft beherbergt das Tal sechs kleine Orte und lädt Hochtouristen das ganze Jahr über dazu ein, Bergluft zu schnuppern, Gipfel zu erklimmen und Edelweiße zu bestaunen.

Ausflug mit Berggenuss Gerade im Sommer beobachtet der Adler Scharen von selbsternannten Gipfelstürmern, die für Wanderausflüge, Gipfeljausen, Radtouren und Tiefenentspannung in herrlicher Gebirgsatmosphäre in sein Heimattal kommen. Denn ob aktiver Sportler, Familie mit Kindern oder Genussurlauber – was gibt es Schöneres, als den Sommerurlaub in den Bergen zu genießen? Auch der Adler weiß um den atemberaubenden Blick auf das Tal aus den Lüften, den er jeden Morgen mit bedächtigen Flügelschlägen in sich auf-

nimmt. Egal ob Vogel oder Mensch, Sportler oder Wellnesstourist, im Tannheimer Tal kann jeder inmitten herrlicher Natur seine Energiereserven auftanken. Besonders gut kann man den Geräuschen der Bergwelt bei einer Wanderung auf beschützten Wegen oder am Ufer des Vilsalpsees oder des Haldensees lauschen – oder hoch auf dem Gipfel der Roten Flüh wie der Tiroler Adler. Wer keine Flügel wie der Adler besitzt und zunächst einmal ohne die Mühen des Aufstiegs in den „hohen“ Genuss eines Panoramablicks über das Tal und seine umgebenden Gipfel kommen möchte, ist mit den Bergbahnen im Tannheimer Tal gut versorgt. So können Gäste im Tannheimer Tal auch ohne Muskelkater in einen wahrlichen Hochgenuss kommen. Wenn man dann – einmal oben angekommen – doch von des Müllers Lust gepackt wird, locken von den Bahnstationen aus 300 Kilometer Wanderwege sowie unzählige Berghütten und Almen.

Hoch hinaus Auf dem Gipfel, egal ob zu Fuß nach Wanderers Manier oder ganz bequem mit einer der Bergbahnen erklommen, verzaubert zunächst

die Schönheit der Alpen. Dass das Tannheimer Tal bereits mehrfach zum beliebtesten Wanderziel Österreichs gewählt wurde, wundert den Adler kaum. Tausende Wanderer schnüren jedes Jahr ihre Stiefel, packen ihren Rucksack und nehmen die Stöcke zur Hand. Gerade an milden Sommertagen führt sie die Lust am Berg nach oben. Sogar im Hochsommer oder bei Nieselwetter ist der Adler es gewohnt, seine Berge mit den Wanderern zu teilen. Was der Tannheimer Adler wohl denkt, wenn er sie beobachtet? Er weiß ja schon, was die Bergsteiger am Gipfel erwartet: Die Freude, es geschafft zu haben und eine herzhafte Brotzeit auf der Berghütte. Jeder, der selbst schon einmal einen Gipfel erklommen hat, weiß: Die wohlverdiente Mahlzeit nach dem Aufstieg schmeckt einfach am besten. Für den pikanten Gaumen ist hier eine hausgemachte Brotzeit mit selbst gemachtem Käse ein Muss. Gemeinsam mit einem gut gekühlten Weizen oder einem prickelnden Almdudler sind dabei alle Mühen des Aufstiegs schnell vergessen. Auch für den süßen Hunger gibt es in Höhenlage die Rettung. Ein lecker duftender Kaiserschmarrn schmeckt am besten mit Apfelmus oder Puderzucker sowie einem großen Glas Alpmilch. Das Gefühl des geschafften Auf-

Weißt Du, wieviel Gipfel stehen rund ums Tannheimer Tal? Der Adler kann ein Lied davon singen.

6

TALBLICK


stiegs und die Vorfreude auf eine einfache Holzbank sowie die Spezialitäten der Berghütte wird der Adler jedoch nie verstehen.

Aus Sicht eines Adlers Die Rote Flüh bietet für erfahrenere Wanderer mit 2111 Metern Höhe eine willkommene Herausforderung – Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt. Auch der Bscheisser, so amüsant der Name klingen mag, zählt mit seinen 2000 Metern zu den schweißtreibenderen Wanderzielen. Für Ungeübte bieten sich die etwas leichteren Wege an, darunter auch Themenwege. Der Schmugglerpfad gehört zu diesen und lässt die alten Zeiten des Salzschmuggels über die Alpen wieder aufleben. Da die Grenzen zwischen Österreich und Deutschland heute offen sind, gehört der Schleichhandel der Vergangenheit des Tannheimer Tals an. Eltern mit ihren Kindern, aber auch interessierte Erwachsene, können diese hier spielerisch entdecken. Der Schmugglerpfad eignet sich besonders für Familien und dauert zwischen 2,5 und 3,5 Stunden. Ein weiteres spannendes Ausflugsziel ist das größte Gipfelbuch der Alpen auf dem Neunerköpfle. Hier können sich Wanderer auf insgesamt 3 Meter hohen Seiten verewigen. Von Tannheim – Schmieden aus legt man den Wanderweg in etwa 4,5 Stunden zurück. Etwas einfacher ist die Gondelfahrt zur Bergstation Neunerköpfle: Hier beginnt der 1 Kilometer lange 9erlebnisweg zum Gipfel-

buch. Auch der 1870 Meter hohe Gamskopf ist eine Wanderung wert: Auf der Aussichtskanzel finden Wandersmänner und Wandersfrauen den „Panorama-Informator“, ein feststehendes Fernglas, das den Betrachter gleichzeitig über die Namen und Höhen der umliegenden Gipfel aufklärt. Auf dem Gamskopf eröffnet sich ein postkartenreifer Rundblick über das Tannheimer Tal und bringt jedem Bergfreund das Gefühl des Adlers bei seinem morgendlichen Rundflug etwas näher. Von der Bergstation aus ist die Aussichtskanzel in nur 20 Minuten erreichbar.

den grünen Zauber der Gipfelwelt einzutauchen. Die österreichische Enklave Jungholz, das Tiroler Kräuterdorf, ist nur einer von vielen Startpunkten für zahlreiche Sommer­ spazierwege. Schon der Ort selbst ist allerdings einen ausgedehnten Spaziergang wert: Am Dorfeingang werden Besucher von einem Kräutertor begrüßt. Der Ortskern selbst ist geschmückt mit zahlreichen Kräutergärten, Kräuterspiralen oder Kräuterschnecken.

Zusätzlich lädt das Tannheimer Tal seine Besucher zum Spazieren ein. Man muss sich nicht unbedingt hoch hinaus bewegen, um in

Für schwindelfreie Klettermäxe hat das Tannheimer Tal in Nesselwängle den neuen Kletterwald. Hier gibt es insgesamt sieben Parcours mit rund 70 Kletterelementen. Der Waldseilgarten hat seine Pforten seit vergangenem Mai für Kletterfans geöffnet. Ob Groß oder Klein, in den Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen hat jeder seine Freude. Im Eintrittspreis ist die komplette Ausrüstung inklusive. Lediglich gute Schuhe und bequeme Kleidung müssen mitgebracht werden. Nach einer Einführung in die Sicherheitsregeln kann der Spaß in luftiger Höhe beginnen. Wem das an Kletterspaß noch nicht genug ist, dem bietet das Tannheimer Tal insgesamt drei Kletter-

Vertikale Herausforderung

© www.visionall.de

1,5 Kilometer langer 3D Bogen-Parcours

ass! hr Sp e m h r! Noc dienba NEU: er be t h ic s le herheit Noch es Sic

High-Light

SCHLAFEN IM BAUM

s gängig ntliche Durch ersehe v . in e e – loss n system sgesch u a t is gen Aushän

fel mgip l u a B -Kappel. er n Pfronten e h t c a n n o im Pfr annheim esuch. i von T f in die Ihren B u n Sie f a e u r n a i h h a s f n . h u n n miin Hoc ir freue r ca. 15

Das Zentrum für Sport, t Spiel S i l und d S Spaß! ß!

In nu

W

Infos: www.waldseilgarten-hoellschlucht.de


Als Belohnung für die sportliche Leistung am Klettersteig warten Ausblicke, wie sie sonst nur der Adler und seine geflügelten Freunde haben.

steige. An den so genannten Vie Ferrate mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kann man sich in freier Natur austoben. Der Friedberger Klettersteig eignet sich besonders für Anfänger. Erfahrenere Kraxler können sich an den etwas kniffligeren Klettersteigen Lachenspitze und Köllenspitze mit den Schwierigkeitsstufen C und C/D verausgaben.

Hubert Rief Obmann Bergrettung Tannheim

entscheiden, „Ich kann mich gar nicht önste im sch der eig rst tte Kle welcher nnen Kö h nac Je Tannheimer Tal ist. bei tze spi hen Lac die ich empfehle Köldie und tte Hü der Landsberger fänger An le. ng lwä sse Ne in lenspitze dem Klettern sollten auf jeden Fall vor ziehen und e Rat zu rer üh rgf Be einen set und eig rst tte sich mit Helm, Kle ten.“ rüs aus hen chu rgs Be guten

8

Übrigens kommt man von der Lachenspitze aus in den Genuss des bekannten Tannheimer 3-Seen-Blicks: In über 2000 Metern Höhe bietet sich hier auch tatsächlich eine Aussicht wie dem Adler – auf Lache, Traualpsee und Vilsalpsee. Nach dem Abstieg kann man sich dann mit einem Sprung in den kühlen Vilsalpsee oder einem Besuch im Freibad am Haldensee wunderbar belohnen und sich anschließend die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Kräfte tanken Das natürliche Kneippen im frischen Gebirgssee oder Quellwasser abseits des Wanderwegs ist aber nur eine der zahlreichen Wellnessmöglichkeiten im Tannheimer Tal. Mit insgesamt 14 Vier-Sterne-Hotels und einem Fünf-Sterne-Hotel bietet die Senke inmitten der Tiroler Alpen ein breites Spa- und Entspannungsangebot für Körper und Geist.

Von der original Tiroler Schwitzstube über die thailändische Massage bis hin zur AyurvedaAnwendung findet hier jeder Besucher nach einem ausgiebigen Wander-, Spazier- oder Kletterausflug seine persönliche Lieblingsbehandlung. Empfehlenswert ist es, einen kompletten Tag für Spa und Wellness einzuplanen. Das selbst zusammengestellte Verwöhnprogramm lässt keine Wünsche offen – denn wer weiß besser, was uns gut tut, als wir selbst? Mit der frischen Bergluft und der täglichen Bewegung in freier Natur ist das Wellness­ programm im Tannheimer Tal ein Wohlfühlgarant für erholungsbedürftige Urlauber. Ein langer, sonniger Tag geht zu Ende. Der Adler macht sich für seinen letzten Rundflug, bevor er sich in sein Nest zurückzieht, bereit. Auch die letzten Wanderer steigen wieder ins Tal hinab. Die Bergbahn hat bereits geschlossen. Unten erwartet sie ein gemütlicher Rückzugsort nach einem ereignisreichen Tag und ein tiefer und erholsamer Schlaf – denn Bergluft macht müde. Allmählich kehrt Ruhe ein im Tannheimer Tal. Die untergehende Sonne taucht das Tal in märchenhaftes Licht und versetzt die Tiroler Bergwelt in eine zauberhaft anmutende Stimmung. Der Gipfel der Roten Flüh leuchtet rot. Der Adler breitet seine Flügel aus und gleitet übers Tal. Schön, hier zu sein. TALBLICK


MICRO VARIO CARBON

VOLL AUSGESTATTETER FALTSTOCK MINIMALSTES PACKMASS

38 cm mit nur 234 g

Hohe Stabilität durch perfektes Spannsystem. Das bewährte Speed Lock System als Spanntechnik für die LEKI Faltstocktechnologie. 20 cm Verstellweg. Der Aergon Griff mit seiner großen ergonomischen Stützfläche sowie der kantenfreien Außenform sorgt für variabelste Greifmöglichkeiten.

“Der Micro Stick

ist mein optimaler zubringer zu den Kletterspots.“

TALBLICK

Ueli Steck

9


Wo Radler ins Rollen kommen Das Tannheimer Tal bietet mit seinen 22 Rennradstrecken für jeden sportlichen Anspruch das passende Angebot. Kein Wunder, dass das Tiroler Hochtal sich

Pedaleure mit Panorama: Eine Radltour rund ums Tannheimer Tal bietet neben der sportlichen Herausforderung immer auch Vergnügen fürs Auge. Und natürlich darf's auch etwas gemütlicher verlaufen als bei den Rennfahrern im Bild.

zur beliebten Rennraddestination ent­ wickelt hat.

Die schmalen Reifen flitzen über den Asphalt, die Ketten blitzen silbern in der Sommersonne und der Fahrtwind kühlt die erhitzten Wangen. Nicht umsonst ist das Tannheimer Tal unter Rennradsportlern längst kein Geheimtipp mehr. Auf 22 ausgearbeiteten Rennradtouren können Fans der Geschwindigkeit hier zu Rade insgesamt 2.500 Kilometer zurücklegen. Das „schönste Hochtal Europas“ wird allerdings nicht nur den formalen Herausforderungen einer optimalen Rennraddestination gerecht, auch die Kulisse und Atmosphäre des Tannheimer Tals überzeugen die Profis immer wieder. Inmitten der Tiroler Alpen, mit seiner einmaligen Seenlandschaft und den sattgrünen Sommerwiesen, bietet das Tal nicht nur etwas für die Muskeln, sondern auch für die Augen und die Sinne.

Internationale Rennraddestination

Königlicher Hochgenuss Doch ob für ausgedehnte Touren hoch zu Berge oder gezieltes Training für den nächsten Wettkampf, das Tannheimer Tal bietet für jeden professionellen Anspruch die richtige Rennradtour. Hier starten lange Rennradstrecken, beispielsweise ins Allgäu, an den Bodensee oder an den Arlberg. Dabei findet sich für Anfänger sowie Profis garantiert die passende Route, denn von leicht bis schwer sowie von kurz bis ausdauernd ist im Tannheimer Tal für alle Radfreunde etwas dabei – für jeden Anspruch. Wer sich auch kulturell beeindrucken lassen möchte, kann sich auf die Spuren König Ludwigs zum Märchenschloss Neuschwanstein, zum Schloss Hohenschwangau und Linderhof oder zur 10

Burgruine Falkenstein begeben. Königlicher Hochgenuss ist dabei garantiert. Nach der kulturellen oder einfach nur erholsamen Pause in einmaligem Ambiente bietet der Gaichtpass den optimalen Rückweg, auf dem es sich locker wieder nach Hause radeln lässt.

Der perfekte Ausgleich Auch für den sportlichen Ausklang nach gefahrener Route ist das Tannheimer Tal rundum ausgestattet. Die Unterkunftsmöglichkeiten reichen vom 5 Sterne Hotel bis zur einfachen Bergpension und die Gastronomie im Tal hält für jeden Gaumen etwas bereit. Auch das breite Wellnessangebot ist durchaus attraktiv – gerade für Rennradfahrer –, denn nach einem anspruchsvollen Tag auf dem Sattel ist ein entspannender Abend in der Sauna oder ein Besuch auf der Massageliege der perfekte Ausgleich.

16 rennradfreundliche Betriebe bieten Rennradbegeisterten neben gutem Service auch ein handliches Booklet mit 22 Tourenvorschlägen verschiedener Schwierigkeitsgrade. Dieses kann für 9,60 Euro beim Tourismusverband Tannheimer Tal unter +43 (0) 5675 62 20 0 oder www.tannheimertal.com bestellt werden. tannheimertal.com

Bereits vor zwölf Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Tannheimer Tals als internationale Rennraddestination: Der Tross der Österreich Radrundfahrt zog 2001 durch das Tannheimer Tal. Vier Jahre später durfte das malerische Hochtal die Profis der Bayernrundfahrt zu ihrer Auftaktetappe mit den Bergwertungen „Tann­ heimer Tal“ sowie „Jungholz“ begrüßen und auch die Deutschland Tour rollte 2007 durch die beliebte Radsportgegend zwischen Sonthofen, Pfronten und Reutte.

Die schönsten Rennradtouren rund ums Tannheimer Tal

www.tannheimertal.com

info@tannheimertal.com

Tel. +43-5675-6220-0

Fax +43-5675-6220-60

TALBLICK


Radmarathon Tannheimer Tal mit Marcel Wüst, Gerrit Glomser und Stefan Kirchmair Am 21. Juli ruft der Radmarathon ins Tannheimer Tal. Rennradfreunde können dabei auf 130 oder 230 Kilometern Strecke ihre Kondition unter Beweis stellen. Mit einem Höhenunterschied von 930 Metern ist die kürzere Strecke über Pfronten und Reutte zum Wendepunkt in Holzgau besonders für Anfänger und Hobbyradsportler geeignet. Eine größere Herausforderung bietet da schon die 230 Kilometer lange Marathon­strecke. Hier beträgt der Höhenunterschied 2940 Meter. Bei dem anspruchsvollen Auf und Ab ist gute Kondition also Pflicht. Die Marathonis rollen dabei über Lech- und Inntal, bevor sie vom Hahntennjoch, dem Höhepunkt der Strecke, herausgefordert werden. Von dort aus geht es dann rasant zur letzten Hürde, dem Gaichtpass, bevor der Weg zur Ziellinie führt. Als kleine Krafttankstellen sind am Rand der Marathonstrecken immer wieder Versorgungsstationen zu finden.

Rahmenprogramm

Michael Keller , GF TVB Tannheimer Tal cher Mountainbikehis eic err öst r lige ma ehe or des Rad-Marathon sat ani Org , ner Bundestrai Tannheimer Tal

Tal gibt für Die Region Tannheimer . Ein rieher l vie tig rich Rennradler n Facetten alle in z net ren Tou es sig er welliges - von der Rolleretappe üb - ein rge Terrain bis ins Hochgebi en. üg rgn rve Fah königliches

Ein sportliches Rahmenprogramm begleitet den Rad-Marathon Tannheimer Tal 2013 von Montag, den 15. Juli, bis Samstag, den 20. Juli. Am Montag und Dienstag können Rennradfahrer an Ausfahrten mit Stefan Kirchmair, dem zweifachen Gewinner der Rad-Marathons Tannheimer Tal und Ötztal, teilnehmen, zu denen sich ab Mittwoch auch der Ex-Radprofi Gerrit Glomser dazu gesellen wird. Ab Freitag wird auch Marcel Wüst bei den Ausfahrten mit dabei sein. Außerdem finden am Dienstag, Donnerstag und Freitag um jeweils 20 Uhr Vorträge von je Stefan Kirchmair, Gerrit Glomser und Marcel Wüst statt. Als Auftakt des Rad-Marathons Tannheimer Tal gibt es am Samstag, den 20. Juli, außerdem ein buntes Programm mit der Ausgabe der Startunterlagen, der Fahrerbesprechung, einer Pastaparty, einer Autogrammstunde und vielem mehr, bevor dann am frühen Sonntagmorgen die Räder über die Startlinie rollen. Infos unter: www.rad-marathon.at.


Tannheimer Tal Blick …


13


Zu Tisch im Tal Wanderkarte und Speisekarte – was haben sie gemeinsam? Sie weisen uns den Weg zu Genüssen, die einen Urlaub unvergessen machen. Wo diese im Tannheimer Tal zu finden sind, das berichtet diese Serie (Folge 1).

Eine zünftige Brotzeit oder "Jause" bringt Wandersfrau und Wandersmann wieder in Tritt – und gehört zu den Urlaubserinnerungen, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Erinnern wir uns nicht immer noch an jenen legendären Kaiserschmarrn, damals nach dem ersten Skikurs? Oder die herzhafte Knödelsuppe mit Almdudler auf der Hütte, gleich nach dem erfolgreichen Gipfelsturm? „Das schmeckt nach Urlaub“, ist eines der schönsten Geschenke, die wir uns selbst machen können – das kulinarische i-Tüpfelchen zur Erholung nach Maß. Gerade das Tannheimer Tal verfügt über ein sehr vielfältiges Angebot aus seinen Küchen und bittet seine Gäste mit großer Vielfalt zu Tisch. Wo einst, als Tourismus noch ein Fremdwort war, einfache, bäuerliche Kost 14

den Speisezettel bestimmte, zieren heute kreative Ideen von Köchinnen und Köchen das Angebot. Was bis heute gleichgeblieben ist – oder dank der Rückbesinnung auf alte Qualitäten wieder stark im Kommen: Es sind vor allem Zutaten aus der Region, die da zu leckeren Gerichten verarbeitet werden. Egal ob Haubenküche oder Café, ob Traditionsgasthof oder Hotel-Restaurant, ob Berghütte oder Dorfwirtschaft: Wer sich im Tannheimer Tal an einen gedeckten Tisch setzt, darf sich auf sehr schmackhafte Urlaubsmomente freuen. Für die einen ist das

kulinarische Wellness, für die anderen der gastronomische Ausgleich zu sportlichen Aktivitäten. Doch was für alle gleich ist, das sind die Tiroler Gastlichkeit und der unverwechselbare Charakter jedes Hauses – gewissermaßen die Gewürze zu den Gaumenfreuden. In dieser und den folgenden Ausgaben des Talblick geht die Redaktion für Sie auf Wanderschaft quer durchs Tal und sein kulinarisches Angebot. Wir stellen Ihnen die Häuser, die Wirte und die Köche vor und machen Sie mit den Tischen vertraut, an denen auch für Sie immer ein Platz zu finden ist. TALBLICK


Eleganz mit Panorama Am Hang gelegen, ein gutes Stück oberhalb des Talbodens, werfen Gäste an den Tischen auf der Terrasse im „Sonnenhof“ zuerst immer einen oder gar mehrere Blicke auf das weite Panorama, bevor sie in die Karte sehen. Die Qualität der dort verzeichneten Genüsse steht hinter der landschaftlichen Schönheit nicht im Geringsten zurück, die sich vor dem Gräner Hotel, wenige Spazierminuten vom Ortskern entfernt, ausbreitet. Seit Jahren ist das Haus bekannt für seine gute Küche und die grandiosen Eisbecher, die saisonale Küche mit monatlich wechselndem Motto wird für die Verwendung regionaler Produkte respektiert: Lamm aus dem Tal und Pfronten, Wild aus Tannheim, Milch, Käse und Joghurt von der Käserei Biedermann und so weiter. Ob es nun das „Panierte Kalbsbackerl“ als Vorspeise ist oder die Schaumsuppe vom Junglauch, das Steak vom Alpenrind in der Kerbelkruste als Hauptgang oder die „Caramel Knöpfli“ als Dessert: Die Küche des Restaurants „Alt-Grän“ unter Führung von Patrick Müller bewegt sich elegant zwischen den Welten traditioneller Rezepte, modernen Ideen und exotischen Einflüssen. Dabei, und darauf legen Gastwirtin Christina Müller und ihr Mann Rainer großen Wert, spielen die Frische und die

Regionalität der Zutaten eine wichtige Rolle. „Was wir hier servieren, hat immer auch einen Bezug zu unserer Heimat.“ Nicht von ungefähr trägt das Hotel, das von den Gründern Marlies und Richard Müller geführt wird, mit Stolz den Titel eines Bezirkssiegers beim Wettbewerb „Bewusst Tirol“ sowie das österreichische Gastrosiegel „ama“. Ein wahrer Schatz des Hauses verbirgt sich im Keller, genau genommen im Weinkeller. 200 Positionen edler Tropfen verzeichnet hier die Karte, deren Schwerpunkt auf österreichischen Gewächsen liegt. Dazu zählen auch die drei Hausweine, die weit über das hinausragen, was sich sonst hinter diesem Namen verbirgt. Es sind Sonderabfüllungen vom Zweigelt und Grünen Veltliner exklusiv für den Sonnenhof, dazu ein Cuvee, der im eigenen Keller cuvetiert wurde.

Unter der Haube Knuspriger Scampo rosso in Melonensuppe, Raviolini gefüllt mit Tomaten und Jahrgangssardine auf cremiger Burrata, ein Amuse bouche von gebratener Gänseleber auf roten Rüben, eine Kaninchenkrone mit frischen Morcheln und Kohlrabiravioli mit Frühlingskräuterfond – da ruft doch die Zunge gleich Halleluja und der Gaumen auch. Den Testern vom Gault Millau jedenfalls waren ihre gastronomischen Erfahrungen im Hotel Hohenfels wieder drei Hauben wert. Eine gute, kreative und leichte Küche pflegt das kleine, aber feine Landhotel am Fuß des Neunerköpfle schon lange. Die kulinarischen Schätze sind dabei weitgehend den Hausgästen vorbehalten, da das Restaurant nur abends geöffnet ist und nur wenige Tische für Besucher verfügbar sind. Die aber dürfen

TALBLICK

sich an dem erfreuen, was der Gault Millau mit dem schönen Satz zusammenfasst, dass „eine Metamorphose des Namens Hohenfels zu einem gastronomischen Edelstein stattfindet“. Die Tester loben, dass der deutsch-italienische Haubenkoch Raffaele Cesare Cannizzaro sich nicht nur der österreichischen Küche mit besten Produkten aus der heimischen Landwirtschaft verschrieben hat, sondern sich auch mit der mediterranen Küche auseinandersetzt. Selten, so stellt der Gault Millau fest, findet man ein so motiviertes und herzlich agierendes Serviceteam. Die Impulse für den Teamgeist führen die Tester auf die jungen Gastgeber Monika und Wolf-

gang Radi zurück, die auch für das gemütliche Ambiente, die Tischkultur und das persönliche Wohlgefühl verantwortlich zeichnen. Das Credo des Hauses „Wir sind glücklich, wenn Sie zufrieden sind. Wir sind erst zufrieden, wenn Sie begeistert sind“, sehen die Tester nicht nur im Fall der Gastronomie sehr glaubwürdig getroffen. Und wer’s nachlesen will, was da gerade so gut geschmeckt hat: Gerade ist die Neuauflage des Kochbuchs „Feines aus der 5-ElementeKüche“ erschienen, mit dem Hausherr Wolfgang Radi als Co-Autor einen Beitrag zu einer bewussteren, nachhaltigeren und die Sinne ansprechenden Ernährung liefert. 15


In aller Ruhe Die Stube im „Morent“ mit ihren alten Wirtshaustischen, den massiven hölzernen Stühlen und Bänken wirkt auf den ersten Blick sehr überschaubar und traditionell. Gerade mal 20 Plätze hat das kleine Restaurant in Zöblen – und mehr sollen es auch nicht sein, meint der Wirt Ralf Morent. Er hat sich gemeinsam mit seiner Frau ganz dem „Slow Food“

verschrieben, der behutsamen Zubereitung frischer Zutaten zu Speisen, die nicht der Mode und der Lust am Exotischen folgen, sondern der Liebe zum guten Essen und zu dem, was die Natur und die Region gerade hergibt. Da wird der Bachsaibling schon mal mit Tannenreißern gefüllt oder das Berglamm mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Die Karte ist entsprechend übersichtlich, in der Regel haben die Gäste die Wahl zwischen vier Menüs, die Timi Morent, eine gebürtige Ungarin, am holzbefeuerten Herd frisch zubereitet. Die Wartezeiten, bis der Teller auf dem Tisch steht, sind etwas länger, die

Portionen großzügig genug, dass die Gäste ihren Genuss ausdehnen können: „Wir sind keine Schau-mich-nicht-an-Wirtschaft“, spielt Ralf Morent auf den Wert einer gepflegten Unterhaltung bei Tisch an, die gern auch mal die Nachbarn einbeziehen darf. Ungewöhnlich auch, dass keine Tricks angewendet werden, um das gleichzeitige Servieren sicherzustellen. „Wild und Fisch haben unterschiedliche Garzeiten, das ist nun mal so.“ Dass er seine Zutaten aus dem Tal und den angrenzenden Gebieten bezieht, ist zwar Programm beim „Morent“, aber keine Pflicht: „Ich muss nicht jeden Mooszipfel mit Gewalt zu einer Suppe verarbeiten.“ Auch beim Fleisch und beim Fisch bedient sich der Wirt, der selbst zur Jagd geht, ausschließlich heimischer Produkte: „Unsere Wiesen und Wälder, die Bäche und Seen liefern hier hervorragende Qualität“, sagt er. Einen einzigen Nachteil hat das: Wenn etwas aus ist, dann ist es unwiderruflich aus und wird nicht durch Ware anderer Herkunft ersetzt. Was manchem Erstbesucher nicht auf Anhieb einleuchtet, gilt bei Stammgästen inzwischen als verlässliches Markenzeichen.

Wanderers Mahlzeit

Wenn die Sonne ihre Strahlen ins Tal schickt, und seien es auch nur ganz wenige, dann sind die Tische auf der Terrasse vom Gasthaus St. Leonhard schnell gefüllt – und das sommers wie winters. Denn viele Gäste kommen entweder auf den Rad- und Wanderwegen vorbei, die sich zwischen der kleinen Kapelle mit der Zwiebelhaube und dem Heimatmuseum kreuzen, oder sie sind auf der Loipe unterwegs, die ebenfalls gleich am Haus vorbei führt. Ob es der einladende Anblick der Tische unter freiem Himmel ist oder ob verlockende Düfte aus der Küche die Nase gekitzelt haben – wer weiß? Auf jeden Fall ist Ewald Bilgeri, der Wirt, darauf eingestellt, dass seine Gäste ordentlich Appetit mitbringen. 16

Darf’s ein Wiener Schnitzel sein oder eine Pfanne Kässpatzen? Hirschgulasch gefällig oder ein bunter Salat mit Pute? Eine Knödelsuppe vielleicht oder doch lieber ein Kaiserschmarrn? Es sind die Klassiker der Urlaubsküche, mit denen das familiär geführte Haus aufwartet, stets frisch zubereitet und liebevoll angerichtet. Die Portionen haben genau die Größe, auf die es ankommt, wenn sportlich aktive Wanderer, Radler oder Langläufer neue Kräfte tanken wollen. „Wir kümmern uns darum, dass die Einkehr entspannt und das Essen schmeckt“, sagt

Bilgeri. „Das sind zwei Grundbedürfnisse, die jeder mitbringt, und an denen es letztlich hängt, ob man einen Tag genießen kann.“ Seine Speisekarte birgt vielleicht nicht die großen Überraschungen, aber sie hält, was sie dem Gast verspricht. Der Teller, den die Bedienung auf die sorgfältig geschmückten und gedeckten Tische stellt, ist eine Einladung dazu, dem Gaumen eine schöne Urlaubserinnerung zu schenken. „Das gehört zu einer Reise, dass man an landestypischen Gerichten genießt“, meint Bilgeri, der auf solides Handwerk in der Küche Wert legt und auf hausgemachte Spezialitäten. „So bekommt der Urlaub einen guten Geschmack.“ Wer einmal seinen legendären Apfelstrudel probiert hat, der wird verstehen, was damit gemeint ist.

TALBLICK


Bitte mit Sahne In den Tassen klimpern die Löffel, Kaffeeduft durchzieht den Raum, der Geruch von Frischgebackenem lässt dem Eintretenden das Wasser im Mund zusammenlaufen: In der „Käserstube“ mitten in Tannheim herrscht nachmittägliche Betriebsamkeit. „Wir sind die klassische Adresse für Kaffee und Kuchen zwischendurch“, sagt Josef Obwaller, der den Familienbetrieb führt. Morgens steht er seit jeher selbst in der Backstube.

Sacher- und Linzer Torte gehören dazu und natürlich der Apfelstrudel, für viele Gäste „ein unverzichtbarer Bestandteil eines Urlaubs in Österreich und Tirol“. Das sei genau die richtige Begleitspeise für ein paar Postkarten an die Lieben daheim. Genauso wie der Käsekuchen, der noch immer nach dem Rezept der Mutter zubereitet wird, nach dem Motto: „Wenn du was G’scheit’s reintust, dann kommt auch was G’scheit’s dabei raus.“

„Klassiker sind Pflicht“, fasst er kurz zusammen, was dort aus leckeren Zutaten entsteht:

Wobei nicht nur in Obwallers Rezepten Kleinigkeiten den Unterschied machen – die

Weitere Informationen und Reservierungen bei den genannten Restaurants 1 H  otel Sonnenhof Füssner-Jöchle-Straße 5, Grän Telefon + 43 (5675) 6375 post@sonnenhof-tirol.com

Linzer Torte bereitet er zum Beispiel lieber mit Preiselbeeren zu, „damit sie nicht gar so süß wird“. Auch an der Sprache macht sich bemerkbar, dass das Tannheimer Tal in sich die Vorzüge zweier Länder vereint. Weder die deutsche „Schlagsahne“ noch der österreichische „Obers“ wird hier serviert. „Das Weiße oben drauf – das ist bei uns der Schlagrahm“, schmunzelt der Hausherr. „Schmeckt aber genauso gut.“ Und das gilt nicht nur für die Kuchen, sondern im Sommer auch für die Eisbecher.

2 H  ohenfels – das Landhotel Kreuzgasse 8, Tannheim Telefon + 43 (5675) 6286 info@hohenfels.at

4 C  afe St. Leonhard Kienzen 28, Tannheim Telefon + 43 (5675) 6035 bilgeri@cafe-st-leonhard.com

3 G  asthaus Morent Zöblen 14 Telefon + 43 (5675) 20033 feinschmecker@morent.at

5 C  afé Käserstube Kirchacker 7, Tannheim Telefon + 43 (5675) 6350 kaeserstube@obwaller.info

In der nächsten Ausgabe besuchen wir für Sie: Schwarzer Adler, Tannheim | ... liebes Rot Flüh, Haldensee | Schrofen-Hütte, Jungholz | Krinnenspitze, Nesselwängle | Landhotel Rehbach, Schattwald

Zu Tisch im Tal auf einen Blick

Nesselwängle

Haldensee

1 Grän

Schattwald

2 5 Tannheim

Zöblen

4 Kienzen

TALBLICK

3 Jungholz

17


6. Juli: Seen-Lauf Tannheimer Tal

Kleinkunst ruft ins Tal

Atemberaubende Bergkulisse beim Lauferlebnis im schönsten Hochtal Europas

Im Sommer 2013 ist es wieder so weit: An insgesamt sechs Kleinkunstabenden – jeweils um 20 Uhr – werden Einheimische wie Besucher des Tannheimer Tals von Kabarett und Musik verzaubert.

Laufschuhe schnüren und los geht´s durch eine eindrucksvolle Landschaft: Am Samstag, 6. Juli 2013, findet im Tannheimer Tal der SeenLauf statt. Die Läufer haben die Wahl zwischen zwei Strecken, einer 22,2 Kilometer und einer zehn Kilometer langen Runde. Beide führen durch das Naturschutzgebiet am Vilsalpsee. Auch für Kinder werden entsprechende Strecken im Ortskern von Tannheim angeboten. Das neue Organisationsteam vom Skiclub Tannheimer Tal erwartet wieder über 1000 Teilnehmer aus nah und fern zu diesem

Lauferlebnis vor der atemberaubenden Bergkulisse der Tannheimer Berggipfel. Beginn für die 22,2-Kilometer-Distanz ist um 16.30 Uhr, um 16.45 Uhr folgen dann die Läufer und die Nordic Walker über die Zehn-Kilometer-Distanz. Auch der Nachwuchs kann sich sportlich betätigen: Kindern und Schülern steht eine ein und zwei Kilometer lange Strecke zur Auswahl. Der Start der jungen Nachwuchssportler erfolgt sozusagen als „Warm-up“ um 15.30 und um 15.40 Uhr. Erwachsene, die sich bis 22. Juni anmelden, bezahlen 23 Euro. Kurzentschlossene können sich für 28 Euro bis zum Tag des Wettkampfes und bis eine Stunde vor dem Start anmelden. Im Startgeld inbegriffen sind die Verpflegungen während des Laufs und im Ziel. Jeweils die drei Bestplatzierten jeder Klasse sowie die Tagessieger in der Kategorie Lauf erhalten einen Ehrenpokal. Alle Kinder und Jugendlichen erhalten eine „Finisher“-Medaille. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.seen-lauf.com sowie beim Tourismusverband Tannheimer Tal, Vilsalpseestraße 1, A-6675 Tannheim, Telefon +  43 (56 75) 62200

Ein Dorf voller Kräuter Dagegen ist kein Kraut gewachsen? Von wegen! In Jungholz, dem ersten und einzigen Kräuterdorf in den Alpen, finden sich zahlreiche Kostbarkeiten, die uns die Erde schenkt, um die Gesundheit zu fördern, die Krankheit zu vertreiben und unsere Küche besonders schmackhaft zu machen. Nicht nur der großzügige Kräutergarten mitten im Ort mit seinen mehr als 50 Sorten zeugt von der reichen Vielfalt an Pflanzen, deren Schönheit das Auge, deren Duft die Nase und deren Aromen den Gaumen erfreuen. Auch im täglichen Leben der Gemeinde ist das Wissen um die Kraft der Kräuter allgegenwärtig, an dem man auf vielerlei Weise teilhaben kann. Spezielle Kochkurse gehören genauso dazu wie geführte Wanderungen oder Kurse zum 18

Fertigen von Kräutersalben und Kräuterseifen. Was dann noch an Fragen offen bleibt, das beantworten die Kräuterpädagoginen des Dorfs oder die inzwischen kräuterkundigen Bewohner des Orts nur zu gern. Am Sonntag, den 4. August 2013, findet wieder das Kräuterfest in Jungholz statt. Ausgebildete Kräuterexperten verraten den Besuchern, welches Kraut gegen was genau gewachsen ist. Auf dem Kräuter- und Handwerkermarkt zeigen über 50 Aussteller mit zum Teil traditionellen Berufen wie Gamsbartbinder, Hufschmied, Drechsler, Filzer oder Schnitzer von 10 bis 17 Uhr ihre Fertigkeiten. Außerdem können Kinder beim betreuten Basteln mit Kräutern und Blumen Kunstwerke zaubern.

Den ersten Abend der Veranstaltungsreihe gestaltet das abenteuerlustige Musikkabarett MonacoBagage am Freitag, den 10. Mai, mit seinem Programm „Alles, außer gewöhnlich“. Das Motte der vierköpfigen Truppe aus München lautet: Geht nicht, gibt´s nicht. Mit ihrem skurrilen Auftritt entführen sie das Publikum im Saal Tannheim auf eine Safari in das Land Absurdistan. Weiter geht es dann am Donnerstag, den 23. Mai, mit dem Allgäuer A(lb)Traumpaar im Gemeindesaal Schattwald. In Ostallgäuer Mundart unterhalten Sigrid Kraus und Walter Sirch die Zuschauer und zeigen die Welt aus der Sicht des kleinen Mannes. Mit seinem Programm „Vo nix kommt nix“ nimmt das Kabarettduo die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Berufswelt mit humorvollem Allgäuer Charme aufs Korn. Am Mittwoch, den 29. Mai, begeistert Josef Brustmann sein Publikum im Gemeindesaal Grän mit dem Programm „Leben hinterm Mond“. Darin stolpert der oberbayerische Kabarettist über die wichtigsten Momente seines Lebens und stößt immer wieder auf die Unerklärlichkeit des Seins – Seitenschüsse auf Unbeteiligte garantiert. Am Freitag, den 7. Juni, liest Manfred Bomm im Gemeindesaal Schatt­wald Auszüge aus seinem Buch „Grauzone“. Der Kriminalroman ist der dreizehnte Fall des Kommissars August Häberle und führt den schwäbischen Kommissar ausgerechnet – ins Tannheimer Tal. Ein Krimiabend für alle Sinne. Auch Wolfgang „Woife“ Berger alias Der FÄLSCHER trägt zur humorvollen Gestaltung der Kleinkunstabende bei: Am Dienstag, den 18. Juni, kommt der Niederbayer in den Saal Tannheim und überzeugt Kabarettfreunde mit seinem „Best of“ Programm, das Beste von 1993 bis heute, von seinem humoris­tischen Talent in Wortwitz und -gewandtheit. Das große Finale folgt schließlich am Freitag, den 5. Juli, mit dem Auftritt der Musikgruppe Findling aus Tirol im Gemeindesaal Grän. Die Musiker verwöhnen dabei die Ohren der Zuhörer mit Dialektmusik der feinen Art und unterhalten ihre Fans mit ganz besonderen Inhalten. TALBLICK


Feiern mit Tradition Im Tannheimer Tal werden traditionelle Feiertage von allen Einheimischen gelebt. Das Herz-Jesu-Feuer versetzt die Berge auch dieses Jahr wieder in zauberhaftes Leuchten und am Talfeiertag sind die Bewohner des Tals sogar verpflichtet zu feiern.

Rückkehr ins Tal Wenn von den Bergen helles Glockenläu­ ten und leises Muhen ins Tal hinunter­ dringt, dann ist es wieder so weit: Beim Almabtrieb kehren Kühe und Jungvieh zurück in die heimischen Ställe – nach einem grün-satten Sommer auf der Alm.

Ein brennendes Spektakel inmitten der Tiroler Alpen bietet sich Besuchern und Einheimischen am Wochenende vom 8. und 9. Juni 2013 im Tannheimer Tal. Zum alljährlichen Herz-Jesu-Feuer erleuchten die Gipfel und Höhen rund um das Tiroler Hochtal in hellem Feuerschein. Nach jahrhundertealter Tradi­ tion versetzen dabei christliche Symbole und Figuren, aber auch einfache Feuerketten, die Gebirgslandschaft in feuriges Strahlen.

Eine althergebrachte Geschichte Das Geheimnis hinter den symbolstarken Feuerstellen ist sehr praktikabel: Säcke werden mit Biodiesel und Sägemehl gefüllt, in der entsprechenden Form angeordnet und bei Einbruch der Nacht entzündet. Dabei packt traditionsweise die ganze Familie mit an und bereitet das Schauspiel schon Tage vor dem eigentlichen Datum gemeinsam vor. Übrigens ist der Brauch nicht nur im Tannheimer Tal zu finden, sondern in ganz Tirol.

um sich gegenseitig Nachrichten zu senden. Gleichzeitig konnten sie dadurch ihrem christlichen Glauben Tribut zollen.

Das Gelübde Die Vertreibung der französischen Besatzer feiern die Bewohner des Tannheimer Tals jedes Jahr am 17. September, dem Talfeiertag. Sie können nicht anders – sie müssen feiern, denn dazu verpflichtet sie ein Gelübde. Eine Prozession und ein Festgottesdienst erinnern an die mutigen Vorfahren die 1796 die französische Armee in die Flucht schlugen und so eine Fremdherrschaft verhinderten. Ab 11 Uhr geht es dann zum Frühschoppen auf den Festplatz. Mit Musik, Tanz, Unterhaltung und kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region wird bis in den Abend hinein gefeiert.

Ein unvergesslicher Anblick bietet sich im Tannheimer Tal beim alljährlichen Almabtrieb vom 14. bis 21. September. Die Kühe und Jungtiere, die den Sommer über auf der Alm gegrast haben, kehren zurück ins Tal und auf den heimischen Hof. Wenn der Almsommer unfallfrei verlaufen ist, schmückt der Senner das Vieh mit Kränzen, Alpenblumen, bunten Bändern und Glocken und treibt das bunte Kuhrudel den Berg hinab. Begleitet wird die farbenfrohe Tierschar von traditioneller Musik und den Blicken zahlreicher Zuschauer – von Einheimischen wie Besuchern. Denn das Bild, das sich dem Betrachter in spätsommerlicher Alpenkulisse bietet, ist mehr als überwältigend: Rund 600 bunt geschmückte Tiere legen rund 800 Höhenmeter auf ihrem Weg hinab ins Tannheimer Tal zurück, mit Musik, lautem Muhen und Glockenläuten. Ist das Vieh dann wieder unten im Tal angelangt, wird es von den Älplern mit Tanz und Schmaus gefeiert. Aber auch der Almsommer wird verabschiedet – und der Herbst kann so langsam kommen. Am 14., 15. und 20. September finden die Almabtriebe in Schattwald, Jungholz, Haldensee und Nesselwängle statt, am 21. September der Almabtrieb in Tannheim. Der Letzte zählt zu den Schönsten in der gesamten Region.

Das Brauchtum hat eine alte Geschichte: In Zeiten strenger Besatzung durch die napoleonischen Streitmächte im 18. Jahrhundert nutzten die Tiroler die Vorzüge der Alpen und entzündeten Feuerstellen,

IMPRESSUM Sommer 2013 Herausgeber: Tourismusverband Tannheimer Tal, Michael Keller, Geschäftsführer, Vilsalpseestraße 1, A-6675 Tannheim Tel.: +43-5675-6220-0, Fax: +43-5675-6220-60 E-Mail: info@tannheimertal.com, www.tannheimertal.com Verlag: vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg Kleine Grottenau 1, D-86150 Augsburg Tel.: +49-821-4405-0, Fax: +49-821-4405-409 www.vmm-wirtschaftsverlag.de OBJEKTLEITUNG (es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2013): Kathrin Reichherzer, Hans-Peter Engel

TALBLICK

vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg, E-Mail: kathrin.reichherzer@vmm-wirtschaftsverlag.de Redaktion: Ulrich Pfaffenberger, Kathrin Hansel, Martin Walter, Claudia Wohlhüter, E-Mail: talblick@vmm-wirtschaftsverlag.de Grafik: Simone Kronau, Peter Besel (Bildbearbeitung) Fotos: TVB Tannheimer Tal, privat, Fotolia, Ulrich Pfaffenberger Druck: Kessler Druck + Medien GmbH & Co. KG, Bobingen Erscheinungsweise: Zweimal jährlich, jeweils Sommer und ­Winter. Kostenlose Verteilung an Gäste im Tannheimer Tal, Direktversand an Stammgäste.

Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfäl­tig er­ar­bei­tet. Dennoch über­neh­men Autoren, Heraus­geber, Redaktion und Verlag für die Richtigkeit von An­­­ga­ben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für even­­tuelle Druckfehler keine Haftung. Urheberrecht: Alle im „TalBlick“ abgedruckten Beiträge sind urheberrechtlich ge­schützt. Nachdruck oder ander­weitige Ver­wen­dung sind nur mit vorheriger Genehmigung des Herausgebers gestattet.

19


Im Zeichen von Feuer und Eisen Bei Günter Nenning, dem einzigen verbliebenen Schmied im Tannheimer Tal, lebt eine alte Tradition in neuer Form weiter.

Ein Hauch von Werkstattromantik herrscht in der Schmiede von Günter Nenning. Wenn er am Amboss den Hammer schwingt und in der Esse das Feuer glüht, ist eine jahrhundertealte Tradition lebendig.

Gelbroter Schein leuchtet zum offenen Tor heraus in den dämmrigen Abend, begleitet von einer Symphonie mächtiger Klänge, wenn Metall auf Metall trifft. Über den Amboss gebeugt, schwingt ein Hüne von Mann einen schweren Hammer, beleuchtet von den flackernden Flammen eines Feuers im Hintergrund: der Dorfschmied bei der Arbeit. Ein spektakulärer Anblick – und noch dazu ein Bild aus der Vergangenheit. Viel profaner und technischer geht es heute zu, 20

wenn man diesem Handwerker bei seiner Arbeit über die Schulter schaut. Und dennoch ist immer noch ein bisschen etwas von dieser rauen, alten Zeit vorhanden. Bei Günter Nenning zum Beispiel, dem einzigen noch verbliebenen Schmied im Tannheimer Tal. So manches alte Werkzeug ziert noch seine Werkstatt in Zöblen, wenn er auch freimütig einräumt: „Den klassischen alten Dorfschmied gibt es nicht mehr und wird es

auch nie mehr geben. Die Welt hat sich zu sehr verändert. Es besteht kein Bedarf mehr für diese traditionellen Arbeiten.“ Kaputte Deichseln oder Beschläge an Fuhrwerken zu reparieren gibt es heute genauso wenig wie Pflüge zu schmieden oder landwirtschaftliche Werkzeuge. Diese Aufgaben hat die industrielle Übermacht den Schmieden buchstäblich aus der Hand genommen: „Man wird geradezu überrannt von der Fabrik. Das muss man aushalten“, merkt er nüchtern an. TALBLICK


Dennoch lodert noch immer das Feuer. Nenning ist noch immer als Hufschmied gefragt – weit über das Tal hinaus im ganzen Außerfern. „Da gibt’s bis heute nichts Besseres als das Hufeisen“, sagt er. „Alle Experimente mit Kunststoff und so weiter kommen nicht an diese Qualität heran.“ Gelegentlich beschlägt er Arbeitspferde, meistens aber die vierbeinigen Freunde von Hobby- und Freizeitreitern, die sich auf seine Kunstfertigkeit und Präzision verlassen. „Ich führe kein Buch über die Zahl der Beschläge, aber da rührt sich schon etwas, wenn Beschlagperiode ist.“ Dann steht der große, kräftige Schmied früh auf und ist mitunter jeden Tag unterwegs – was ihm als Morgenmensch aber auch leicht fällt. Dass Schmieden nicht nur ein Handwerk ist, sondern auch eine Kunst, zeigt sich bei jenen Arbeiten, die heute viel stärker gefragt sind als früher – die des Kunstschmieds. Wobei Nenning selbst schon das Wort „Metalldesign“ auf seine Visitenkarte hat drucken lassen, denn: „Viele Menschen wissen gar nicht mehr, was ein Schmied macht.“ Gelegentlich Treppengeländer oder Zäune und Tore, vor allem aber Grabkreuze sind da gefragt, die über die typische Form hinaus noch individuelle Merkmale tragen sollen. „Gerade wenn die Arbeit für das Grab von jemandem ist, den man gekannt hat, stecke ich noch immer etwas extra an Ideen oder Formen hinein, ohne dass das auf der Rechnung steht“, meint der Schmied. „Ich schau schon immer, das etwas Persönliches von mir in der Arbeit mit dabei ist.“ Für sich selbst denkt der Mittfünfziger darüber nach, aus der Erfahrung heraus noch etwas ganz Besonderes anzufangen: Er will sich mit Damast befassen. Die uralte Technik der Damaszenerklingen habe ihn schon immer fasziniert sagt er und: „Wer das machen will, muss Schmied sein. Nur der beherrscht die Technik.“ Als Mittelalterschmied bei Festivals auf Schloss Ehrenberg hat er in der Vergangenheit schon mehrfach historische Techniken angewandt und dabei Dinge hergestellt, „die man normal nicht macht“: Essbestecke, Schmuck und die Reparatur von Waffen. „Es ist wirklich immer wieder faszinierend, was der Werkstoff Metall an Möglichkeiten hergibt.“ Es ist ehrliche Begeisterung, die sich in diesen Sätzen äußert. Denn ursprünglich hat Nenning seine Lehre im Fahrzeugbau absolviert, weil damals Schmiede oder Kunstschmiede nicht so „in“ waren. Das Talent jedenfalls liegt ihm im Blut, sind doch schon seine TALBLICK

Handwerk in Perfektion: Kunstvolle Klingen aus der Werkstatt des Schmieds von Zöblen.

Vorfahren dem Handwerk nachgegangen. Seit 1813 ist der Hof am Ortsrand von Zöblen in der Familie und wird überall nur mit dem Hausnamen „Beim Schmied“ bezeichnet. Dass er irgendwann doch noch in deren Fußstapfen getreten ist, hängt mit seinem Leitsatz zusammen: „Es liegt an einem selber, was man aus seinem Können und Wissen macht.“

ans Aufhören: „Das geht schon noch eine Zeit lang.“ Zumal ihm das Tal als seine Heimat richtig ans Herz gewachsen ist. Als begeisterter Bergsteiger und Radfahrer geht er zum Ausgleich von der Arbeit immer wieder auf Entdeckungstour. „Wer hier mit wachen Sinnen unterwegs ist, kann jeden Tag etwas Neues sehen und erleben.“

Wie‘s aussieht, hat er jede Menge Freude daran und denkt noch lange nicht

Und bei Gelegenheit auch einen Schmied treffen... 21


Termine Mai

August

01.05.

Maibaum aufstellen in Junholz mit der Musikkapelle Jungholz

04.05.

Frühjahrskonzert der Musikkapelle Tannheim

09.05. Maifest der Musikkapelle Tannheim bei der Maria-Hilf-Kapelle 10.05. Kleinkunst Tannheimer Tal – MonacoBagage, Wort- und Musikkabarett 17.05.- Anf. Okt

Ausstellung in Felixé Minas Haus – „Wildwuchs: Kräuter im Wandel der Zeit“

23.05. Kleinkunst Tannheimer Tal – A(lb)Traumpaar, Kabarett in Ostallgäuer Mundart 29.05.

04.08. Kräuter- und Handwer­ kermarkt in Jungholz 12.08. Kasperltheater in Tannheim 14.-24.08. Gemälde aus Aquarell und Öl von Hannelore Brückelt in der Raiffeisen-Galerie Augenblick in Tannheim 04.08. Kräuter- und Handwerkermarkt 15.08. Hoher Frauentag und Almfest auf der Krinnenalpe in Nesselwängle mit den Bergstätt-Musikanten

30.08.

Kasperltheater in Tannheim

Kleinkunst Tannheimer Tal – Josef Brustmann, Kabarett

September

Juni 02.06. Ostallgäu Radltour durch das Tannheimer Tal

03.09. Konzert mit Werken von Felix MendelssohnBartholdy in der Pfarrkirche Tannheim

06.06.

07.09.

2. Tannheimer Musikantentreffen im Saal Tannheim

08.09.

10. Füssener Jöchle-Berglauf

Filmabend „More than Honey“ im Felixé Minas Haus

07.06. Kleinkunst Tannheimer Tal – Manfred Bomm, Lesung aus seinem Buch „Grauzone“

12.-29.09. Huanza-Kulturzeit „Blauer Ocker“ aus dem Allgäu in der Raiffeisen-Galerie Augenblick in Tannheim

08.06. Herz-Jesu-Feuer in Nessel­ wängle und Haldensee

14.09. Viehscheid in Jungholz

09.06. Herz-Jesu-Feuer in Grän, Tannheim, Zöblen, Schattwald und Jungholz 08/09.06. Herz-Jesu-Feuer

18.06. Kleinkunst Tannheimer Tal – Wolfgang Berger „Der Fälscher“, Kabarett 21.06.

24-Stunden-Wanderung

22.+23.06. TT-Wandercup in Grän – Wanderwochenende der Tiroler Tageszeitung 26.-30.06.

Best of Wandern „Erfahrungswanderer auf Tour“

28.-30.06.

Morgan-Treffen in Jungholz

Juli 05.-20.07. Kunstlandschaften, Holzskulpturen und Fotografien aus Oberstdorf in der Raiffeisen-Galerie Augenblick Tannheim 05.07. Kleinkunst Tannheimer Tal – Findling, Dialektmusik der feinen Art 06.07. Seen-Lauf Tannheimer Tal (22,2 km und 10 km Strecke) 17.-20.07. Rad-Marathon Tannheimer Tal Rahmenprogramm 21.07. Rad-Marathon Tannheimer Tal 06.07. Seen-Lauf (230 km und 130 km Strecke) 23.07. Platzkonzert Gastorchester aus Belgien bei Felixé Minas Haus in Tannheim 25.07.- „Echt Tirol – Echt Oimerisch“, 10.08. Almgeschichten mit Almfotos 21.07. Rad-Marathon und Lesung mit Irene Prugger in der Raiffeisen-Galerie Augenblick in Tannheim 26.07. Almwanderung mit Lesung auf einer Alm, ab 9.30 Uhr 28.07. 13. Drei-Hütten-Rennen in Nesselwängle, 31.07. Kasperltheater in Tannheim

22

14.09. Almabtrieb in Schattwald 15.09. Almabtrieb in Nesselwängle 17.09.

Talfeiertag

20.09. Almabtrieb in Haldensee 21.09.

Almabtrieb in Tannheim

28.09.

Schafschied in Tannheim

14.-21.09. Almabtrieb

Oktober 03.10. Gemütliche Unterhaltung mit der Illachtaler Stubenmusig auf der Krinnenalpe in Nesselwängle 11.-26.10. 10 Jahre Raiffeisen-Galerie Augenblick Tannheim Jubiläumsausstellung 19.10. Lange Nacht der Außerferner Museen 31.10. Nacht der 1.000 Lichter in der Pfarrkirche Tannheim

Dezember 15.12. Weihnachtskonzert Wiltener Sängerknaben

Sommerliftbetrieb 2013 Tannheim: Täglich ab 01.05. – 03.11.2013 (Mai, Oktober u. November nur bei niederschlagsfreier Witterung!) Schattwald: nur bei niederschlagsfreier Witterung! 18. – 20.05. / 30.05. – 02.06. / 08.06. – 09.06. / 15. – 16.06. / 22. – 23.06. / 29.06. – 30.06. / 06. Juli – 13. Oktober 2013 Grän: 18.05. – 20.05.2013 Durchgehender Fahrbetrieb vom 30.05. – 02.11.2013 Nesselwängle: 09.05. – 12.-05.2013 Durchgehender Fahrbetrieb bei niederschlagsfreier Witterung vom 17.05. – 27.10.2013 TALBLICK


Ab in die Baumkronen!

Erleben Sie die 8 Kletterparcours mit zwei Mega Seilbahnen an der Talstation der Krinnenalpbahn in Nesselwängle. Für Kids ab 6 Jahren, keine Anmeldung und Vorkenntnisse erforderlich.

TALBLICK

· T: +49 (0) 83 23 / 96 80 50

1302a002

www.kletterwald-tannheimertal.at 23


Talblick Sommer 2013  

Talblick - das Gästemagazin im Tannheimer Tal

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you