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Projekte

Urbanes Leben

Teamarbeit

Rückblicke

RAINVILLE LIGHTS

B A R M B E K- S Ü D

NEUE ECKE STELLINGEN

VERNETZES WOHNEN

UNSER VERTRIEBSTEAM

KIEFHOLZAT E L I E R S

TORHAUS A PA R T M E N T S


Vorwort HAMBURG TEAM MAGAZIN

Schwierige Märkte – neue Impulse Trotz dichten Alltagsgeschäfts blieb auch wieder Platz für ein bisschen Kür: Unser Kunstprojekt »Rainville Lights« mit Michael Batz begleitete die letzte Bauphase an der Elbchaussee mit spektakulären Lichtbildern, und ebenfalls in den Rainville Appartements läuft noch bis Oktober ein Projekt zum Thema »Vernetztes Wohnen«, in dem Smart-Home-Technologien auf ihre Alltagstauglichkeit getestet werden. Über diese und viele andere Themen, die uns beschäftigen, lesen Sie im vorliegenden Magazin, bei dessen Lektüre wir Ihnen viel Spaß wünschen!

Abhebende Grundstückspreise und ein hart umkämpfter Markt um attraktive Flächen haben uns in den vergangenen zwölf Monaten genauso beschäftigt wie die Fertigstellung mehrerer Bauvorhaben in Hamburg und Berlin. Bei der allgemein herausfordernden Marktentwicklung verlassen wir uns auf unser Gespür für entwicklungsfähige Lagen und schauen dabei auch über unsere angestammten Heimatmärkte Hamburg und Berlin hinaus. Damit es auch im eigenen Haus nicht am notwendigen Projektentwicklernachwuchs mangelt, haben wir ein eigenes Trainee-Programm entwickelt, um Einsteigern, die sich in die komplexe Welt der Projektentwicklung einarbeiten wollen, einen entsprechenden Rahmen zu bieten.

Peter Jorzick, Christoph Kleiner

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Inhalt HAMBURG TEAM MAGAZIN

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Projekte

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R A I N V I L L E A P PA R T E M E N T S

Mit den »Rainville Lights« initiierte Hamburg Team ein einzigartiges Lichtkunstprojekt in Hamburg.

Urbanes Leben

S TA D TENT WICKLUNG

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Barmbek-Süd: citynaher Standort mit vielen Gesichtern und reichlich Potenzial Projekte

NEUE ECKE

S T E L L I N G E N Wohnen an dieser

befahrenen Kreuzung schien lange Zeit eher unwahrscheinlich. NESt beweist nun das Gegenteil.

Projekte

TORHAUS

A P A R T M E N T S Schöner Nachfolger:

Architektur mit historischem Touch

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Interview

Projekte

N E W S Das Neueste aus unserer

Projektarbeit Urbanes Leben

N E W S Hamburg – Wien:

ein Städtevergleich anlässlich unserer Teamtage in Österreichs Hauptstadt Impressum

M I C H A E L B AT Z

Ein Gespräch mit Hamburgs bekanntem Lichtkünstler

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Urbanes Leben

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Rückblicke

VERNETZTES WOHNEN

K I E F H O L Z-AT E L I E R S

Wie smart lässt es sich heute wohnen? In den Rainville Appartements wird die Praxis getestet.

Aus einem ehemaligen Fabrikgebäude in Berlin Alt-Treptow ist ein Standort für die Kreativwirtschaft geworden.

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Teamarbeit UNSER VERTRIEBSTEAM

Gemeinsames Ziel: glückliche Kunden

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Projekte R A I N V I L L E A P PA R T E M E N T S

Rainville LIGHTS Leuchtende Fassaden und Bäume, die ihre wie in Farbe getauchten Äste in den Himmel strecken. Unter dem Titel Rainville Lights initiierte Hamburg Team an der Elbchaussee ein einzigartiges Lichtkunstprojekt.

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FA K T E N

Dreiklang aus Blau, Weiß und Rot

Rainville Appartements Elbchaussee 23, 25 Rainville Lights Lichtkunstprojekt Februar – April 2016 Finissage 18. April 2016 Lichtinstallationen Michael Batz Fotografie Michael Zapf

A

hatte César de Rainville, ein Flüchtling seiner Zeit, den die Wirren der Französischen Revolution aus der Heimat getrieben hatten, an dieser Stelle ein Gartenlokal eröffnet, das das Hamburger Bürgertum an den Wochenenden zahlreich aufsuchte: Rainvilles Garten. Es entwickelte sich fortan zu einem Ort intellektueller Atmosphäre und geistiger Liberalität. Feuerwerke, illuminierte Gartenfeste und Konzerte lockten die Gäste das ganze Jahr über an diesen besonderen Ort. An diese Zeit erinnert heute noch der Straßenname Rainvilleterrasse. Mit den »Rainville Lights« ist erstmalig in Hamburg ein privates Wohngebäude noch während der Bauphase illuminiert worden. »Es ist ein mutiger und aufregender Schritt, den Hamburg Team hier unternommen hat«, kommentiert Michael Batz. »Die Lichtgestaltung war gewissermaßen ein Nomade des Baufortschritts, schrieb sich flexibel und rücksichtsvoll ein in die Fertigstellung der Gebäude, machte sie damit zugleich kenntlich und interpretierte sie als Energiefeld.« Im doppelten Sinne handelte es sich damit um ein Projekt, das nicht nur am Fluss lag, sondern sich auch noch im Fluss befand. »Ein passender Kommentar zur Gegenwart«, vermerkt Batz, der mit diesem Kunstprojekt die Weiterentwicklung dieses Ortes mit einem leuchtenden Schlusspunkt versehen hat.

n einem regnerischen Februarabend dieses Jahres hieß es »lights on« in den Rainville Appartements. Mit zunehmender Dämmerung erstrahlte das Gebäude zur Elbchaussee hin immer deutlicher in einem Dreiklang aus Blau, Weiß und Rot. Orangefarbene und violette Leuchtröhren, die im zentralen Baum des Innenhofes hingen, verlängerten das Lichtszenario in das Gebäudeensemble hinein. So gestaltete sich der Auftakt von »Rainville Lights«, einem von Hamburg Team initiierten Lichtkunstprojekt mit dem Künstler Michael Batz, das das neue Gebäudeensemble zwei Monate am Ende des Bauprozesses begleitete und inszenierte. »Licht ist eine sichtbare Story«, erläutert Michael Batz. »Am Auftakt der Elbchaussee erzählt sich hier zwischen Heine-Park und ehemaliger Seefahrtsschule mit Hamburger Grundfarben, Rot und Weiß, und natürlich Blau eine Geschichte der Toleranz, der Weltoffenheit und der Kultiviertheit. Raum- und Punktlicht ergänzen einander, das Ensemble als Ganzes mit dem Zusammenklang von Architektur und Natur ist Thema.« Das Lichtkunstprojekt stellt damit Bezüge zum aktuellen Zeitgeschehen her und schlägt gleichzeitig auch eine Brücke zur Geschichte des Ortes, an dem sich die Rainville Appartements befinden. Ende des 18. Jahrhunderts

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INTERVIEW

Blau ist der totale Rock ’n’ Roll Denkt man in Hamburg an Lichtkunst, dann denkt man an Michael Batz. Im Interview spricht er darüber, wie man mit Licht Geschichten erzählen kann, welche Bedeutung Farben dabei haben und was ihn bei den Rainville Appartements inspiriert hat.

Was bedeutet Licht für Sie? Licht ist eine Sprache und für mich der elementarste Diskurs seit Bestehen des Universums. Es ist ein Aufeinandertreffen von Energie und Materie. Dadurch entsteht Sichtbarkeit, und das ist für mich eine Art von Sprache, und aus dieser Polarität – Subjekt vs. Objekt in aller Regel – entsteht ein Text. Licht ist also eine universelle Sprache, und wenn wir künstlerisch oder technisch damit umgehen, ist es gleichzeitig eine Erzählung der Nacht und damit auch eine zweite

Michael Batz ist Theatermacher, Autor und Lichtkünstler

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Erzählung der Stadt unter der Kondition der Dunkelheit. Wann haben Sie damit begonnen, Geschichten durch den Einsatz von Licht zu erzählen? Das kam über das Theater. Ich bin vom Schreiben zum Theater, vom Theater zum Licht und vom Licht eigentlich wieder zum Schreiben bzw. zum Erzählen gekommen. Es begann in Marburg an einer Studentenbühne, für die ich Stücke schrieb. Als eines Tages der Beleuchter krank war, musste ich ran. Ich hatte keine Ahnung, wie das

funktionierte, und habe ausprobiert und gesehen, was sich durch Licht auf der Bühne veränderte. Das war so eine Art Schlüsselerlebnis für mich. Ich bekam auf einmal ein Gefühl für dieses scheinbar nur technische Medium, dafür, was es erzählen, welche Stimmung und Atmosphäre es erzeugen kann. Alles andere ist bloß noch eine Übertragung auf den Stadtraum beziehungsweise auf den öffentlichen Raum. Aber das Theatralische, die Erzählweise, ist eigentlich immer dieselbe. Wie viel Licht und welches Licht braucht denn die Stadt? Bei diesem Thema haben wir es heute natürlich auch mit subjektiven Empfindungen und Partikular­ interessen zu tun. Versuchen Sie einmal, in einer Stadt die gesamten Fassaden in einer Straße zu illuminieren. Sie müssen sämtliche Eigentümer mit ins Boot holen und einen Konsens herbeiführen hinsichtlich eines Grundverständnisses, was Licht in ihrer Straße soll, und nicht nur in ihrer Straße, sondern auch möglichst in der nächsten Straße, im Quartier, vielleicht sogar in der ganzen Innenstadt. Das kann schnell zu einer Art Wettrüsten führen nach dem Motto »Wer wird am meisten gesehen«. Deswegen sind Lichtprojekte im öffentlichen Raum immer politische Projekte, die der Abstimmung und eines Konsenses bedürfen. Und immer kommen wir dabei auf die Anfangsfrage: Was ist Licht, und wie viel Licht brauchen wir in einer Stadt, wie ist das kompositorisch abgestuft? Welche Stadt­ funktionen brauchen welches Licht, und wo liegt die Orientierungsmitte einer Stadt? Im Modell der europäischen Stadt ist das ja noch relativ einfach. Da, wo sich Rathaus,

Wie mit Farbe übergossen

Kirche und Marktplatz befinden, da ist in etwa die Mitte. In asiatischen Städten ist das zum Beispiel über Licht definiert. Dort, wo es am hellsten ist, da ist die Mitte, denn die haben ja kein Rathaus oder keine Kirche, sondern sie haben viele Rathäuser, viele Kirchen und hohe Gebäude, aber da, wo es am hellsten ist, da ist die Mitte. Bei Tage ist das häufig kaum zu erkennen. Welche Bedeutung haben die Farben in Ihren Lichtkompositionen? Farben sind Gift, und Gift ist ja sehr ambivalent. Es ist bis zu einem gewissen Grad Medizin, nimmt man jedoch zu viel davon, dann ist es Gift. Ich bin, was permanente Projekte und Inszenierungen angeht, mit Farben sehr vorsichtig. Da bleibe ich in der Regel beim Weiß, denn das ist etwas, was sich in der Wahrnehmung am wenigsten abnutzt und dem Objekt gegenüber eine gewisse Materialtreue hat. Sobald ich auf Farben setze, muss ich auf Bewegung und auf Veränderung setzen. Das heißt, ich muss entweder die Farbe in der Intensität steigern, oder ich muss Farbwechsel einführen. Farben schreien nach Veränderung, vor

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allem je stärker und je intensiver sie sind. Deswegen lassen sie sich mit allen Freiheiten, die das mit sich bringt, bei temporären Projekten sehr gut einsetzen. Woran orientieren Sie sich bei der Wahl der Farben? Blau kommt bei Ihren Lichtinstallationen beispielsweise sehr oft vor. Das stimmt. Blau setze ich sehr häufig ein, weil es eine eher kommentarfreie Farbe ist, die nicht so vordergründig mit Konnotationen besetzt ist wie etwa Rot oder Gelb. Teilweise ist es auch so, dass man sich allgemein im urbanen und noch viel stärker im maritimen Bereich auf Blau konzentriert. Im maritimen Bereich ist es die einzige Farbe, die überhaupt noch zulässig ist, denn Rot und Grün sind Schifffahrtsfarben mit konkreten Bedeutungen. Gelb wiederum ist die Farbe für die gewerbliche, industrielle Landschaft, und Weiß im Hafen – so könnte man sagen – ist zu langweilig, erzählt nichts. Im urbanen Kontext ist Blau relativ selten, ist aber als Ereignisfarbe besetzt, denken Sie an die Feuerwehr oder die Polizei. Das heißt, wenn ich in dem ganzen »Lärm« der Stadt noch gesehen werden will, dann muss

Architektur und Natur als Lichtbild


ich auf die blaue Farbe setzen. Blau gilt ja als kühl, ruhig, vertrauenerweckend, unauffällig, aber vom energetischen Zustand ist es die höchste Energie, die kürzeste Welle – das ist reinste Power. Das ist der totale Rock ’n’ Roll, auch wenn er nicht so wirkt. Und dieser Widerspruch, der ist wunderbar. Mit den Rainville Appartements haben Sie erstmalig ein privates Gebäude beleuchtet. Bedeutet das einen prinzipiellen Unterschied in der Herangehensweise? Nein, für mich macht es keinen Unterschied, ob privat oder öffentlich. Für mich ist es die gleiche Verantwortlichkeit beim Konzept. Die eigentliche Frage ist: Welche Bedeutung hat ein Objekt für das Quartier und für die Betrachtung? Und ich muss sagen, dass ich im privaten Bereich vielleicht noch vorsichtiger bin als im öffentlichen, denn ich darf nicht übertreiben. Schnell könnte sonst der Verdacht aufkommen, das tut hier jemand aus kommerziellem Interesse und nicht, weil er künstlerisch interessiert ist. Was waren für Sie die wesentlichen Koordinaten für die Beleuchtung in Rainville? Erst einmal natürlich die Geschichte des Ortes, die ja auch eine Flüchtlingsgeschichte ist. In diesem Punkt sind wir ja gerade sehr sensibilisiert. Wenn man die Zeitungen und Chroniken der dama-

Finissage, 18. April 2016

ligen Zeit anschaut, dann war das durchaus auch damals ein großes Thema in Hamburg, einem kleinen Hamburg, in das auch zu jener Zeit sehr viele kamen, eine bestimmte Klasse von Menschen, vielfach aristokratischer Herkunft, von denen Hamburg letztlich profitiert hat. Und dann waren für mich natürlich die Themen Heinrich Heine, der Park, das Wasser, die Elbe wichtig. Für mich ist der Ort hier so eine Art Grenzstein – je nachdem, von welcher Seite man ihn anfährt, stellt er eine Auftakt­ oder eine Endsituation dar. Hier verlässt man die innere Stadt beziehungsweise fährt in sie hinein. Diese Grenzmarkierung fand ich sehr interessant. Ebenfalls interessant war für mich das Skulpturale des Gebäudeensembles, das ja auch wieder aus Gebäude, Park, Raum und Blick-

beziehung besteht. Das ist sehr schön, wenn man so ein vielschichtiges Objekt vor sich hat. Was war für Sie das Besondere daran, ein Gebäude zu illuminieren, das sich noch im Bauprozess befand? Zunächst einmal war das Spannende die relative Unberechenbarkeit. Es gibt Pläne, die sich aber im Detail ändern können. Abläufe werden umgestellt, die einzelnen Gewerke haben ihr eigenes Tempo, die Stromversorgung wandert mit ihnen während des Baufortschritts mit. Spiegelungen und Reflexionen wechseln zum Teil, etwa wenn draußen Planen aufgehängt werden, Wasserpfützen nach Regen entstehen oder der Wind die Leuchtstoffröhren in den Bäumen zum Schaukeln bringt. Die Verbindung von bestimmbaren und eben nicht bestimmbaren Faktoren war schon sehr besonders. Diese parallele Lichtinszenierung zum Ende der Bauzeit hat zu vielen Mischlicht-Situationen geführt, und es sind daraus sehr reizvolle Bilder entstanden.

Gesamtes Interview im Netz

Michael Batz ist Theatermacher, Autor und Lichtkünstler. Zu seinen bekanntesten Hamburger Lichtinstallationen gehören der »Blue Port« im Vorwege der Hamburg Cruise Days und die »Blue Goals« während der Fußballweltmeisterschaft 2006. Sein Hamburger »Jedermann« ist jeden Sommer auf der Freilichtbühne in der Speicherstadt zu sehen.

Blaue Stunde mit Blick auf die Elbe

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Projekte

FA K T E N

Neue Ecke Stellingen

NEUE ECKE STELLINGEN

Lage Hamburg-Stellingen Kieler Str. 418 – 424 Sportplatzring 41– 45 Projekt Neubau von 55 barrierefreien Mietwohnungen WK-Effizienzhaus 40 (EnEV 2009) Nutzflächen 3.180 m2 Wohnfläche (1.– 5. OG) 470 m2 Bürofläche und 155 m2 Gemeinschaftsfläche (EG) Parken Tiefgarage mit 24 Stellplätzen 6 Stellplätze im Außenbereich Projektierung 2010 – 2013

An der Ecke Kieler Straße/Sportplatzring, einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Hamburgs, ist ein neues Mietshaus entstanden. Nicht wirklich ein Ort zum Wohnen, so scheint es auf den ersten Blick. Doch das Pilotprojekt Neue Ecke Stellingen – kurz NESt genannt – hat erfolgreich den Gegenbeweis angetreten.

Bauzeit 2013 – 2015

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Fahrradwegenetzes werden langfristig dazu beitragen, dass Stellingen sein Gesicht verändern und als Wohnlage an Qualität gewinnen wird. Im Rahmen all dieser Veränderungen stellt die Bebauung der Neuen Ecke Stellingen einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Baustein dar. Sie setzt an der städte-

is zu 120.000 Fahrzeuge passieren die Kreuzung Kieler Straße/Sportplatzring täglich. Dort, wo heute der Neubau steht und damit der lange verwaisten Ecke wieder ein Profil gibt, befand sich früher ein Sammelsurium kleinerer gewerblich genutzter Gebäude. Assoziieren konnte man diesen Ort früher vor allem mit einem Antiquitätenhandel, der dort seinen Sitz in einem alten Gebäude hatte, und der schlichten Tatsache, dass gleich hinter der Ecke die Auffahrt auf die A7 liegt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Im Rücken der Neuen Ecke Stellingen ist derzeit ein neues großes Wohnquartier in Planung. Durch geschickten Flächentausch wird auf dem Gebiet der heutigen Sportplätze am Sportplatzring Raum für Hunderte von Wohnungen geschaffen. Der geplante Autobahndeckel und der weitere Ausbau des

Barrierefreies und energieeffizientes »NESt«

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INTERVIEW

Hochinnovatives Projekt

Durch den Neubau ist ein ruhiger Innenhof für alteingesessene und neue Bewohner entstanden

baulich schwierigsten Stelle ein Signal und wird damit zum Impulsgeber für weitere städtebauliche Entwicklungen im Umfeld. Das als Energieeffizienzhaus 40 (EnEV 2009) errichtete und mit Mitteln der Hamburger Wohnungsbaukreditanstalt (heute IFB Hamburg) geförderte Gebäude erfüllt alle Anforderungen an den Emissionsschutz und kann trotzdem mit der Optik eines normalen Wohngebäudes aufwarten. Die verglasten Loggien zur Straßenseite stellen dabei eine wichtige Facette im Schallschutzkonzept dar und suggerieren gleichzeitig einen ähnlich hohen Fensteranteil wie bei anderen Wohngebäuden. Außerdem stellen sie den Bewohnern einen Außenraum zur Verfügung, der durch seine geschützte Anlage den Wohnraum erweitert. 55 Wohneinheiten, alles Zwei-ZimmerWohnungen mit Größen zwischen 43 und 65 m2, dazu drei Gewerbeeinheiten und ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss umfasst das komplett barrierefreie Gebäude, das zu-

Die Eingangsbereiche können sich sehen lassen

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Warum lag die Ecke Kieler Straße/Sportplatzring so lange brach? Es fand sich einfach lange Zeit kein Investor, der ein Konzept in der Tasche hatte, um die bestehende Nachkriegsbebauung aus kleinen gewerblichen Bauten aufzuheben und diese Ecke neu zu strukturieren. Sie war zu laut und zu unattraktiv. Hätte man noch zu Beginn der 2000er­Jahre gesagt: Hier kommt mal ein Wohngebäude hin, dann wäre das Gelächter unter den Stadtplanern ein lautes gewesen. Was bedeutet die Neubebauung mit Wohnungen an dieser Stelle für die Weiterentwicklung des Stadtteils Stellingen? Das, was da gebaut worden ist, ist wegweisend, weil es die größten verfügbaren Potenziale für den Neubau hebt, die wir haben: nämlich Flächen an bereits völlig erschlossenen Straßen mit kompletter Infrastruktur. Im Rücken der Neuen Ecke Stellingen entsteht demnächst ein neues Quartier, das 600, mit angrenzenden Flächen insgesamt fast 800 neue Wohnungen haben

Dr. Torsten Sevecke ist gebürtiger Hamburger und promovierter Jurist und seit 2010 Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel.

wird. Die ganze Entwicklung konnte angeschoben werden, weil ein Projektentwickler gezeigt hat, dass es geht, an dieser schwierigen Ecke guten Wohnraum zu bauen. Und das Projekt zieht weitere Siedlungsimpulse nach sich, wie man ja an der Bautätigkeit entlang der Kieler Straße und des Sportplatzrings verfolgen kann. Insofern kann man schon sagen, dass NESt die Funktion einer Art Speerspitze für die weitere Stadtteilentwicklung an dieser Stelle gehabt hat. Das Projekt NESt hatte Pilotcharakter. Worum ging es da genau?

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Der offizielle Titel war »Pilotprojekt für das Wohnen an stark verlärmten Hauptstraßen«, und es ging darum, ein Vorreitermodell für weitere Projekte dieser Art zu schaffen. Und das Haus wird Schule machen, da bin ich mir sicher. Man muss doch eins sehen: Grundstücke in solchen Lagen sind im Vergleich günstig. Und wenn man qualitativ guten Wohnungsbau bei halben Kosten für das Grundstück an diese Stellen bringen kann und nur den Mehraufwand für die technische Ausrüstung des Gebäudes in Sachen Lärmschutz hat, dann rechnet sich das. Wir haben derzeit einen klaren Trend, dass zunehmend an den Hauptverkehrsstraßen, an den Tangentialen und an den Magistralen, Planrecht geschaffen wird, damit dort unter maximaler Ausnutzung der Grundstücke Wohnungsbau entstehen kann. Bei der intensiven Suche nach Flächen für dringend benötigten Wohnungsneubau sind das wichtige Ressourcen, die wir auf diese Weise aktivieren können.


»Es ist uns nicht schwergefallen, uns zu verkleinern. Das war hier ein echter Neuanfang für uns.« M ON I K A UN D N OR BER T FR E Y M A R K

Nach langem Suchen endlich angekommen: Barbara und Hans-Peter Hunckel

und das hohe Verkehrsaufkommen an dieser Stelle scheinen nicht im Fokus der Bewertung dieses Wohnraumangebotes zu stehen. Für Barbara und Hans-Peter Hunckel war die Wohnung ein echter Glücksfall. »Wir haben vier Jahre lang gesucht«, sagt Barbara Hunckel, »und haben dabei einiges gesehen.« Sie mussten aus ihrer Wohnung in LemsalMellingstedt ausziehen und etwas finden, was finanzierbar war. Doch in dem Segment, in dem sie suchten, war das Angebot rar, die Mitbewerber waren zahlreich und die Angebote selbst oft in jämmerlichem Zustand. Nach den vielen negativen Erfahrungen hat sie das Gebäude mit den tollen Eingängen und dem fast edel anmutenden Fahrstuhl begeistert. »Es ist alles modern und einladend hier«, fasst Barbara Hunckel ihre Eindrücke zusammen. »Ich finde auch das Konzept großartig«, sagt Hans-Peter Hunckel. »Neben der Barrierefreiheit mit Fahrstuhl und bodengleichen Duschen gibt es hier einen Gemeinschafts-

dem über eine Tiefgarage verfügt. Die Mieterzielgruppe sind Menschen ab 60 Jahren. Schnell waren alle Einheiten vermietet, und die Bewohner und Bewohnerinnen er-

»Unsere Kinder sagen immer: Mensch, ist das gemütlich bei euch!« B A R BA RA UN D HAN S-PE T ER HUN CKEL

freuen sich heute an den Annehmlichkeiten eines Neubaus und der guten Ausstattung, über die das Gebäude verfügt, allen Auflagen und dem engen Budget eines geförderten Wohnungsbaus zum Trotz. Lärmbelastung

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Ehepaar Freymark im Blumenmeer ihrer Loggia

raum, den alle Mieter nutzen können.« Dass es einen separaten Fahrradkeller gibt, gefällt den Hunckels ebenfalls gut, denn sie haben kein Auto. Gefahren wird daher mit dem Rad, ins Niendorfer Gehege oder gleich um die Ecke zu Hagenbecks Tierpark, für den sie sich eine Jahreskarte besorgt haben – Ersatz für die nun nicht mehr so üppig vorhandene Portion Natur vor der Tür. Ansonsten bewegen sie sich mit dem öffentlichen Nahverkehr, an den sie jetzt ja bestens angeschlossen sind. »Früher konnten wir zwar vom Wohnzimmer aus die Pferde auf der Koppel beobachten, dafür war der Weg zum nächsten Arzt und zum Einkaufen lang«, resümiert Hans-Peter Hunckel, und seine Frau ergänzt: »Natürlich gibt es schönere Wohngegenden, das ist ganz klar, aber wir haben uns gut eingelebt und fühlen uns wohl hier.« Und für beide endet damit auch eine wechselvolle Zeit des Suchens und der Rückschläge, und es kehrt endlich wieder Ruhe in den Alltag ein.

Im Gegensatz zu Ehepaar Hunckel sind Monika und Norbert Freymark fast aus der Nachbarschaft zugezogen. Über 36 Jahre lang hatten sie in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Alsenstraße in Altona-Nord gewohnt, in der auch die beiden Kinder groß geworden waren. Obwohl sie vieles mit ihrer alten Heimat verband, hatten sie doch gemerkt, dass das Leben im 3. Stock ohne Fahrstuhl anfing, beschwerlich zu werden. Nach der Besichtigung der Musterwohnung an der Neuen Ecke Stellingen im Mai 2015 stand für sie daher fest, dass der Ortswechsel eigentlich nur Positives bereithielt. Ihre Wohnung mieteten sie dann später sogar vom Papier, ohne sie vorher noch einmal gesehen zu haben. »Wir waren uns sicher, dass sie uns gefallen würde«, bestätigt Norbert Freymark. Und später kamen sie ab und zu an die Kreuzung und haben den Baufortschrift fotografiert – »aus reiner Vorfreude auf den Bauabschluss und den nahenden Umzug«, verrät seine Frau. Heute haben sie es sich gemüt-

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DREI FRAGEN AN

Komplexe Herausforderung

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Welche Konsequenzen hatte dieser starke Fokus auf den Schallschutz für Planung und Bau des Gebäudes?

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Wohnungsbau trotz hoher Lärmbelastung – wie geht das? Zunächst einmal wurde im Erdgeschoss des Gebäudes eine gewerbliche Nutzung integriert. Durch dieses überhohe Geschoss sowie die massiven Brüstungen an der Straßenseite liegen die Fenster des ersten Wohngeschosses bereits fünf Meter über dem Straßenniveau. Ferner wurden die Schlafräume zum ruhigen Innenhof ausgerichtet. Die Fassade erhielt einen zweischaligen Aufbau, und es wurden Schallschutzfenster eingesetzt. Die verglasten Loggien stellen einen weiteren Baustein im Schallschutzkonzept dar. Sie schaffen zum einen Aufenthaltsqualität für die Bewohner und ermöglichen es zum anderen, dahinterliegende Bauteile einfacher auszuführen.

Der Schallschutz war an diesem Standort sicherlich eine Herausforderung. Komplex wurde die Aufgabe aber dadurch, dass es einen ganzen Katalog weiterer Anforderungen an das Gebäude gab, die es zu integrieren galt. Beispielhaft seien hier nur die hohen energetischen Anforderungen (WK-Effizienzhaus 40) und die Barrierefreiheit genannt. Mit jedem dieser Faktoren potenzierte sich der Komplexitätsgrad und führte in der Planung zu Zielkonflikten, die häufig nur durch einen erhöhten Aufwand zu lösen waren. Diesen Mehraufwand mit dem eng gesteckten Budget des geförderten Wohnungsbaus in Einklang zu bringen war eine weitere Herausforderung.

Frank Lauhoff ist verantwortlicher Architekt für das Bauvorhaben NESt gewesen. www.lauhoff-architekten.de

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Welche Erfahrungen haben Sie als Architekt aus diesem Projekt gezogen?

Die klare Vorgabe des Bauherrn, hier einen zukunftsweisenden, kostengünstigen und doch soliden Wohnungsbau entstehen zu lassen, der dem Lärm trotzt, hat das gesamte Projekt getragen und dabei geholfen, die vielen Hindernisse im Planungsprozess und im Genehmigungsverfahren zu überwinden. Ich persönlich konnte ein weiteres Mal sehen, wie sich die Rolle des Architekten immer mehr vom Gestalter und Planer in Richtung Moderator verschiebt. In das Projekt waren insgesamt zwölf Fachplaner eingebunden. Das verdeutlicht die Komplexität solcher Aufgaben, die heute nur von interdisziplinären Teams und nicht mehr aus einer Hand gelöst werden können. Das Resultat kann sich dafür sehen lassen: ein für den Standort optimiertes Gebäude, in dem 55 Parteien ein neues Zuhause gefunden haben.

Grundrisse mit offenen Küchen ermöglichen eine großzügigere Raumgestaltung

lich eingerichtet und ihre Loggia in eine kleine Blumenoase verwandelt. »Früher hatten wir einen Balkon«, berichten beide, »den konnten wir aber aufgrund des Verkehrs in der Alsenstraße nie richtig nutzen. In unserer Loggia dagegen sitzen wir sehr viel, und es ist auch bei leicht geöffneten Glaselementen nicht zu laut.« Obwohl der Wechsel Monika Freymark beschäftigt hat, war sie bereits nach einer Woche so richtig in ihrer neuen Behausung angekommen. Letztlich brauchte dann wohl die stattliche grauweiße Katzendame Käthe, die mit den Freymarks umgezogen ist, am längsten, um sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben. Aus der Perspektive der Bewohner ist die Neue Ecke Stellingen also viel mehr als ein erfolgreiches Pilotprojekt, das beweist, dass innerstädtisches Leben auch gut an viel befahrenen Stellen möglich ist. Denn alle haben sie nach einem Zuhause für den nächsten Lebensabschnitt gesucht und dabei ihr »NESt« gefunden.

Gute Optik auch im Treppenhaus

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Projekte TO R H A U S A PA R T M E N T S

Ein neues Gebäude ist an die Stelle des ehemaligen Torhauses im Friedrichsberger Park gerückt. Die gelungene Übersetzung des Vorgängerbaus in die Moderne wahrt jedoch das vertraute Erscheinungsbild an diesem Ort.

Bekannte Größe in neuem Gewand 21


»Es sollte keine historisierendromantische Interpretation des Vorgängerbaus werden.« FRANK PAWLIK

Das Original: 1912 als Eingangsgebäude für das ehemalige Krankenhaus Friedrichsberg erbaut

Das wiederaufgebaute Torhaus vor dem Abriss, 2012: weit entfernt vom Original

Der Nachfolger: die neuen Torhaus Apartments, April 2016

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I

m Frühjahr dieses Jahres konnten die neuen Bewohner in die Torhaus Apartments einziehen, ein Gebäude, das sich so harmonisch in sein Umfeld einpasst, als hätte es schon immer dort gestanden. Zu Recht drängt sich dieser Eindruck auf, denn in gewisser Weise verfügt der Neubau tatsächlich bereits über eine lange Geschichte. An seiner Stelle stand früher das sogenannte Torhaus Eilbek. Es war das Eingangsgebäude des früheren Krankenhauses Friedrichsberg, wurde 1912 im Rahmen der Erweiterung der Krankenhausanlage errichtet und später nach schweren Kriegsschäden in deutlich veränderter Form wieder aufgebaut. Durch die Neustrukturierung der heutigen Krankenhausanlage, die in einem neuen Klinikgebäude zusammengefasst wurde, der heutigen Schön Klinik Eilbek, kam Teilen der früheren Krankenhausanlage keine Funktion mehr zu, darunter auch dem Torhaus. Die frei werdenden Flächen wurden für den Wohnungsbau genutzt. Anfängliche Pläne, das bislang für Verwaltungszwecke genutzte Torhaus zu erhalten und in Wohnraum umzuwidmen, scheiterten aus verschiedenen Gründen. Nach kontroversen Diskussionen auf Stadtteilebene genehmigte


INTERVIEW

Weiterbauen als Leitmotiv Was wurde von der Gestalt des früheren Torhauses beim Neuentwurf gewahrt? Zunächst wurde der Tordurchgang mit seinem originalen Bogenmaß und den flankierenden massiven Erkern übernommen, das Gebäude sozusagen um diesen herum geplant. Die Gliederung der Fassaden mit ihren vertikalen und horizontalen Friesen und Ziegelreliefs lieferte, ebenso wie die repetitive Reihung der Fensterelemente, die Vorlage für den Neuentwurf, den so eine gewisse Feinmaßstäblichkeit und Handwerklichkeit von üblichen modernen Gebäuden unterscheidet. Worin zeigt sich die architektonische Neuinterpretation des Torhauses? Da der Vorgänger, errichtet Anfang des vergangenen Jahrhunderts als ein- bis zweigeschossiges Eingangsgebäude mit großen Walmdächern, nach dem Krieg gestalterisch reduziert und mit einem Flachdach versehen worden war, war »Weiterbauen« das Leitmotiv. Der Neubau hat

Frank Pawlik ist Dipl.-Ing. Architekt mit eigenem Architekturbüro in Hamburg.

ein Attikageschoss erhalten, das sich in seiner Farbigkeit vom Volumen des ehemaligen Bestandes abhebt. Die Schichten der Geschichte haben wir identifiziert, subtil ablesbar gemacht und als Gliederungsebene über die Fassaden gelegt. Wichtig war es, keine historisierend-romantische Interpretation des Vorgängerbaus zu entwerfen, der diese Eigenschaft gar nicht hatte. Woran erkennt man, dass man heute ein Wohngebäude vor sich hat?

Da es darum ging, das Erscheinungsbild des alten Torhauses zu transportieren, war dies tatsächlich eine anspruchsvolle Aufgabe, denn ein modernes Wohngebäude ist barrierefrei und somit ohne Sockel, hat wegen identischer Geschosshöhen keine Hierarchisierung in der Fassade und benötigt heutigen Ansprüchen genügende Balkone. Wir haben durch teilweise Zusammenfassung der Erdund Obergeschossfassaden erreicht, dass der Neubau eine sockelartige Basis erhält. Die Balkone sind durch Materialstärke, Farbe und eine »leise« Detaillierung in die Fassaden eingewebt, sodass sie wenig räumliche Präsenz zeigen, mehr gliedernde Elemente sind. Die Vertrautheit des massiven Vorgängerbaus, verbunden mit der nun wieder möglichen Durchwegung des Tores an dieser exponierten Stelle zwischen Quartier und Stadtraum, konnte wiederhergestellt werde – glückliches Ergebnis eines langen Gedanken- und Bauprozesses.

der Bezirk den Abriss und machte damit den Weg frei für einen Neubau, der auf dem identischen Fußabdruck seines Vorgängers entstanden ist. Dabei wurden der Tordurchgang als besonderes, identitätsstiftendes Element des historischen Gebäudes und die originalen Schmuckelemente des Torbogens, die heute wieder an ihrer ursprünglichen Stelle angebracht sind, erhalten. Öffentliches Wegerecht durch das Tor wurde wiederhergestellt und der Neubau in den modernen Kontext von Park und neuer Wohnbebauung im Umfeld eingegliedert. Dem historischen folgte dabei ein moderner Backsteinbau, der sich in Farbe, Oberflächenstruktur und Brand der Ziegel an seinen historischen Vorgänger anlehnt. Die Treue zum roten Backstein betont gleichsam die Insellage des Torhauses gegenüber den benachbarten neuen Wohnhäusern mit ihren weißen Putz- oder grauen Klinkerfassaden. Das Produkt kontroverser Diskussionen, durchdachter Planung und sorgfältiger Abwägungen ist nun ein Gebäude, das mit anspruchsvoller Architektur den Ausgleich zwischen Vergangenheit und Zukunft sucht und dabei allen Anforderungen an modernes Wohnen Genüge leistet.

Altes Torhaus, Luftbild 2008

Visualisierung der Torhaus Apartments, 2014

Weitere Fotos im Netz Torhaus Apartments, Luftbild 2016

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Projekte NEWS

Nominierung MIPIM AWARD 2016

Neues Entree am Überseering 30

Neues Quartiersprojekt in der City Nord Gemeinsam mit unseren Joint-Venture-Partnern, der Otto Wulff Bauunternehmung und der Berliner Christmann-Gruppe, haben wir Ende vergangenen Jahres die ehemalige Oberpostdirektion am Überseering 30 in der Hamburger City Nord er worben. Nach dem Rückbau, der 2017 erfolgen soll, wollen wir dort ein gemischt genutztes Quartier errichten, in dem zu 70 % Wohnraum, davon ein Drittel gefördert, entstehen wird. Bereits im Sommer 2015 wurde ein zweistufiger städtebaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt, aus dem das Hamburger Büro KBNK Architekten als Sieger hervorging. Auf Grundlage dieser Planung wird zurzeit ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren durchgeführt, das Mitte 2017 zum Abschluss gebracht werden soll. Geplant sind insgesamt ca. 70.000 m2 Bruttogeschossfläche oberirdisch, davon ca. 50.000 m2 Wohnungsbau und 20.000 m2 Gewerbeflächen.

Über die Nominierung unserer Hansaterrassen für den MIPIM Award haben wir uns sehr gefreut, auch wenn wir dann später leider keine Auszeichnung erhalten haben. Insgesamt waren nur vier deutsche Projekte unter den 44 Nominierten. Die Hansaterrassen waren das einzige deutsche Wohnungsbauprojekt. Der anlässlich der Nominierung erstellte Kurzfilm zeigt die Qualitäten dieses Projektes, das nach dem Entwurf von blauraum Architekten gebaut wurde.

Weitere Infos im Netz

Fest für NESt Ende vergangenen Jahres sind die Bewohner der Neuen Ecke Stellingen (NESt) eingezogen. Anfang Juli feierten wir im neuen Innenhof ein Fest für die neu hinzugezogenen Mieter von NESt und die Mieter der Bestandsgebäude gegenüber am Dörpkamp und weihten damit gleichzeitig den Gemeinschaftsraum ein, der ab sofort im Erdgeschoss des Neubaus zur Verfügung steht. Das regnerische Juliwetter hatte ein Einsehen, so dass die Veranstaltung draußen an einer langen Tafel im Hof stattfinden konnte.

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Blick in den Innenhof Richtung Schönhauser Allee

Puhlmannhof fertiggestellt In Berlin konnten wir im Sommer die Arbeiten am Puhlmannhof in Prenzlauer Berg erfolgreich zu Ende bringen. Auf dem ca. 3.100 m2 großen Grundstück ist ein kleines neues Quartier mit 40 Eigentums- und Mietwohnungen, 3.700 m2 Bürofläche und 10 Einzelhandelsgeschäften im Erdgeschoss entstanden, alles gruppiert um einen mit Bänken und Spielplatzelementen gestalteten Innenhof. Dieser öffnet sich zur Kastanienallee hin und erweitert damit die beliebte Flaniermeile mit ihren vielen Geschäften und Cafés. Ein Tordurchgang erhält gleichzeitig die

gewachsene Verbindung zur Schönhauser Allee. Der Einzug der neuen Mieter und Eigentümer wird sich noch bis ins 3. Quartal des Jahres erstrecken. Die ersten Läden haben bereits eröffnet. Durch den Einzug der deutschlandweit vertretenen Kommunikationsagentur fischerAppelt und der Berliner Werbeagentur DIE BOTSCHAFT wird der Puhlmannhof gleichzeitig zu einem neuen Agenturstandort in einem der lebendigsten Kieze der Stadt. Sämtliche Bausteine des neuen Quartiers konnten bereits vor Baufertigstellung verkauft werden.

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Planungsstand in Charlottenburg

Rainville Appartements vollendet

Weitere Infos im Netz

Schöne Architektur mit herrlichem Ausblick auf Park und Elbe ist an der Elbchaussee entstanden. Die Natursteinfassade und bodentiefe Fenster mit Sonnenschutzelementen aus Holz geben diesem Wohnort eine fast mediterrane Note. Die ersten Eigentümer sind im Sommer eingezogen. www.rainville-appartements.de

Verkäufe in der Europacity 2015 gab das Abgeordnetenhaus grünes Licht für den Bau von Wohnungen auf den sechs Baufeldern südlich des künftigen Stadtplatzes in der Berliner Europacity, die wir gemeinsam mit unserem Joint-Venture-Partner CA Immo entwickelt haben. Auf vier Baufeldern (BF 9–12) werden ca. 550 Wohnungen entstehen, davon 506 als Mietwohnungen. Nach erfolgreicher Baurechtschaffung wurden diese von unserem Joint Venture an das Hamburger Unternehmen Richard Ditting GmbH & Co. KG veräußert. Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt haben bereits begonnen. Im Rahmen der Bebauung entstehen auch eine Kita mit ca. 65 Plätzen und etwa 1.600 m2 BGF Einzelhandelsfläche. Weitere zwei Baufelder (BF 7+8) wurden an die BUWOG Gruppe veräußert, die dort ein Bürogebäude mit 13.900 m2 BGF und weitere 200 Wohnungen, die als Eigentumswohnungen geplant sind, errichten wird. Für das Wohnungsbauprojekt ist Hamburg Team als Service-Developer für die BUWOG Gruppe tätig. Mit diesen Verkäufen konnte die Entwicklung des südlichen Wohnquartiers am neuen Otto-Weidt-Platz erfolgreich abgeschlossen werden.

Europacity: Wohnquartier südlich vom Otto-Weidt-Platz

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Die Planungen für das Bauprojekt an der Quedlinburger Straße in Berlin-Charlottenburg konkretisieren sich. Auf ehemals gewerblich genutzten Flächen werden wir eine Mischung aus frei finanzierten Mietwohnungen, preisgebundenen Mietwohnungen und Eigentumswohnungen mit insgesamt etwa 10.500 m2 Wohnfläche errichten. Das Bauvorhaben wird Hand in Hand mit einem weiteren Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück entwickelt, auf dem der Projektentwickler Evoreal ebenfalls Wohnungen plant. Derzeit laufen Gespräche mit einer kommunalen Wohnungsgesellschaft hinsichtlich der Errichtung eines Solitärgebäudes auf einem ebenfalls angrenzenden Baugrundstück. Die Baumassenstudie zeigt, wie eine zusammenhängende Planung der Baukörper über die drei Grundstücke hinweg aussehen könnte: Die Neubauplanung stellt die alte Blockrandbebauung wieder her und ergänzt sie um ein Gebäude im Innenhof der bestehenden Wohnbebauung. Derzeit laufen die Vorabstimmungen für den vorhabenbezogenen B-Plan mit dem Bezirk.

Bestandsgrundstück (in Rot Grundstück von Hamburg Team)

Aktueller Planungsstand (Baumassenstudie)

Projekt Vogelweide nimmt Gestalt an Die Planung für unser neues Bauvorhaben an der Vogelweide in HamburgBarmbek geht voran. 147 Wohnungen, davon 44 öffentlich geförderte und 57 frei finanzierte Mietwohnungen sowie 46 Eigentumswohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 9.800 m2,

werden dort in unmittelbarer Nähe zum U-Bahnhof Dehnhaide entstehen. Das Gebäudeensemble, das fünf bis sieben Geschosse haben wird, schließt die Baulücke zur Straße hin und erstreckt sich mit einem Querriegel, von dem weitere zwei

Der Neubau aus der Luft

Grüner Innenhof

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Gebäudeflügel links und rechts abgehen, in die Tiefe des Grundstücks hinein. Auf diese Weise entstehen zwei grüne, geschützte Innenhöfe. Derzeit läuft das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren. Wir rechnen mit einem Baustart im Jahr 2017.


Urbanes Leben STADT E N T W I C K LU N G

Im Süden begrenzt vom Eilbek-, im Norden vom Osterbekkanal, besticht Barmbek-Süd mit seinen Wasserlagen. Hier am Alten Löschplatz treffen altes und neues Barmbek, Arbeiten und Wohnen zusammen und lassen einen Ort mit ganz besonderem Flair entstehen.

Ein Hauch Amsterdam 31


Bartholomäus-Bad – früher Badehaus, heute Wellnesstempel

Hochbetrieb auf der Veloroute 6 entlang der Wandse

B

Stadtteil schlägt, befinden sich noch Relikte vergangener Zeiten, die die Verwüstungen des Krieges überlebt haben, wie z. B. der alte Schützenhof, gelegen an der gleichnamigen Straße, und nur ein paar Schritte weiter Barmbeks ältestes Haus von 1860. Dort, so wird erzählt, soll sich der legendäre Lord von Barmbek, örtlicher Einbrecherkönig zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zeitweise als Kneipenwirt verdingt haben. In direkter Nachbarschaft liegt das Bartholomäus-Bad, das vor etwa 125 Jahren erbaut wurde, um im damals dicht bebauten Arbeiterviertel Barmbek die hygienischen Verhältnisse zu verbessern. Obwohl nicht mehr ganz original erhalten, ist es dennoch ein architektonisches Highlight. Heute hat sich für das Gebiet mit Straßennamen großer Musiker wie Bach, Mozart oder Beethoven der Begriff Komponistenviertel herausgebildet, und die Wohnlage gilt als etabliert. »Historisch betrachtet ist das eine erstaunliche Wendung«, sagt

etrachtet man Barmbek-Süd auf dem Stadtplan, dann fällt sofort das Straßennetz ins Auge. Die sechsspurige Hamburger Straße, eine Errungenschaft der autogerechten Stadt der Sechzigerjahre, scheint den Stadtteil regelrecht in zwei Hälften zu zerschneiden, bevor sich der Verkehr an der Dehnhaide auf mehrere Straßen verteilt. Am Barmbeker Markt ist man dann angekommen. Doch hinter diesem Namen verbirgt sich kein Marktplatz, kein urbaner Begegnungsraum, sondern nur eine große Kreuzung, an der die U-Bahn auf ihrem Viadukt vorbeizieht. Nach einer gewachsenen Mitte des Stadtteils sucht man vergeblich. Die Trennung in Barmbek-Nord und Barmbek-Süd erfolgte Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus verwaltungstechnischen Gründen, und vom ehemaligen Kern, dem Dorf Barmbek, das im Bereich der heutigen Hufnerstraße lag, ist heute nichts erhalten. Westlich der Schneise, die die Hamburger Straße in den

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Solitär aus früheren Zeiten mit typischer Backsteinumbauung

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INTERVIEW

Aufwertung ohne Verdrängung Was trennt eigentlich Barmbek-Nord von Barmbek-Süd? Barmbek-Nord ist das Barmbek der Zwanziger- und Dreißigerjahre, das heißt, es ist zu dieser Zeit im großen Stil bebaut worden. Der ältere Kern Barmbeks liegt in Barmbek-Süd. Heute sind beide Teile durch den Osterbekkanal getrennt. Das ist aber eine reine Verwaltungsgrenze. Historisch gesehen war die Bebauungsgrenze etwas weiter nördlich, an der Hellbrockstraße. Bis dorthin wies Barmbek bis zum Ersten Weltkrieg eine geschlossene gründerzeitliche Bebauung auf. Das heutige BarmbekNord war damals noch unbebaut. Die Trennung in Nord- und Süd-Barmbek erfolgte erst 1951. Hat Barmbek-Süd ein Zentrum? Vom historischen, dörflichen Zentrum ist praktisch nichts mehr übrig. Es lag etwa im Bereich Hufnerstraße / Brucknerstraße. Mit stärkerer Verstädterung bildete sich bis zum Zweiten Weltkrieg die Hamburger Straße mit ihren Geschäften als Zentrum heraus. Nach dem Krieg versuchte man mit

Reinhard Otto DiplomGeograph und seit mehr als 25 Jahren aktiver Mitstreiter der Geschichtswerkstatt Barmbek e.V., beschäftigt sich intensiv mit der Barmbeker Regionalgeschichte.

dem Einkaufszentrum Hamburger Straße daran anzuschließen, doch durch die komplette Abschottung funktioniert es heute nur nach innen. Jetzt steht das Gebiet um den Barmbeker Bahnhof als neue Mitte für Barmbek im Fokus. Da passiert gerade viel, und das finde ich eine schöne Sache. Was sind die Qualitäten dieses Stadtteils? Das sind zunächst ganz klar die Kanäle, im Süden der Eilbekkanal und im Norden der Osterbekkanal. Insbe-

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sondere letzterer hat sich vom ehemaligen Industriekanal zur reinsten Freizeitoase entwickelt. Dann natürlich die Nähe zum Stadtpark und zum Zentrum. Darüber hinaus gibt es viele kulturelle Angebote. Wir haben eine Menge kleiner privater Theater, und diese Szene wird größer. Auch das Hamburger Konservatorium hat hier jetzt mit dem Haus Flachsland eine Dependance. Kulturell ist also einiges los. Und, ganz entscheidend: Hier ist – im Gegensatz zu Barmbek-Nord – noch Platz für eine Weiterentwicklung, für städtische Nachverdichtung. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Ich wünsche mir Vielfalt, zum Beispiel eine gastronomische Bandbreite vom Edelrestaurant bis zur asiatischen Garküche, eine künstlerische und wirtschaftliche Bereicherung durch neue Existenzgründungen und eine bunte Mischung auch in Hinblick auf die Menschen, die hier leben. Letztlich wünsche ich mir eine Aufwertung des Stadtteils ohne Verdrängung, und genau das ist hier machbar.

Wohnschiffe auf dem Eilbekkanal

Inga und Isabel vom »Café Schmidtchen«

Reinhard Otto von der Geschichtswerkstatt Barmbek. »Hier befand sich damals das schlimmste, das am engsten bebaute und proletarischste Barmbek. Niemand aus den angrenzenden Stadtteilen Uhlenhorst oder Hohenfelde hätte damals freiwillig das Quartier um die Humboldtstraße betreten.« An manchen Ecken zeigen sich noch Überreste der früheren gründerzeitlichen Bebauung, einzelne Häuser, die allen Zerstörungen getrotzt haben und wie Solitäre aus der Nachkriegsbebauung ragen. Östlich der Hamburger Straße hat vor allem die Umorganisation des ehemaligen Krankenhauses AK Eilbek – Mitte des 20. Jahrhunderts fälschlicherweise so benannt, um es vom weiter nördlich gelegenen AK Barmbek abzugrenzen – Impulse für die Schaffung von neuem Wohnraum gesetzt. Eine Besonderheit dabei war, dass hier auch erstmalig viele Baugruppen gleichzeitig Grundstücke zur Verwirklichung ihrer Wohnungsbauprojekte erwerben konnten. Darunter auch die Baugemeinschaft »Til-

sammans« mit dem schwarzen Haus, das sich durch seine herausfordernde Architektur von Paolo Fusi deutlich von den umliegenden Gebäuden absetzt. Der Ort mit dem angrenzenden neuen Friedrichsberger Park ist ein Paradies für Familien mit Kindern. Grüne Lage, verkehrsberuhigte Straßen, Schulen und Sportvereine im direkten Umfeld. Gleichzeitig fährt man von der nahe gelegenen Dehnhaide nur exakt zehn Minuten mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof. »Ich empfinde das als echte Qualität, so zentral zu wohnen«, sagt Olaf Koring von Tilsammans. Nur was Kneipen und Restaurants angeht, da sehe es noch recht mager aus, sind sich die Baugruppenmitglieder einig und wünschen sich schon ein wenig mehr Urbanität so wie in Winterhude oder Ottensen. Ein kleiner Lichtblick ist das »Café Schmidtchen«, das im vergangenen Jahr in das umgebaute Gebäude der ehemaligen Pathologie an der Friedrichsberger Straße eingezogen ist. Inhaber Falk

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»Aus diesem Miteinander ergeben sich großartige Dinge.« KO N RAD ROTH F U CHS

Baugruppe Tilsammans – das schwarze Haus Zwölf Parteien haben sich hier für ein Leben unter einem Dach zusammengefunden. Initiatoren des Projektes waren Doortje und Konrad. »Wir haben nach einer Wohnsituation gesucht, in der man zwar nicht mehr wie in WG-Zeiten den Kühlschrank teilt, aber in einer Gemeinschaft lebt. Vor allem wollten wir gern mit Familien zusammenleben und haben von Anfang an auf große Wohnungen gesetzt, denn das ist das, was dem Stadtteil fehlt«, sagt Doortje, und ihr Mann ergänzt: »Es gab nur eine Bedingung für alle, die mitmachen: Den Architekt bestimmen wir, denn wir wollten hochwertige Architektur und ebenso hochwertigen Lärmschutz innerhalb des Gebäudes.« Mitstreiter wurden gesucht und gefunden,

alles Familien bzw. Paare, die sich ein Leben mit vielen Kindern im Haus gut vorstellen konnten. Kay sieht das als Riesenvorteil: »Daher ist der Zusammenhalt hier einfach ein anderer.« Bei Olaf und Franca sind sogar die Nachbarn Paten des mittleren Sohnes geworden. »Das hätte ich am Anfang nicht gedacht, dass man sich als Nachbarn so nah ist, dass man so etwas macht«, sagt Olaf. Was war für Tilsammans der Schlüssel zum Erfolg? »Vor allem ein guter Berater, in etwa gleiche finanzielle Möglichkeiten und funktionierende Behörden«, fasst Konrad zusammen. Zwar hat es mit fünf statt gedachten zweieinhalb Jahren etwas länger bis zum Umzug gedauert, und aus finanziellen Gründen

Initiatoren Doortje und Konrad Rothfuchs

sind ein paar Dinge weggefallen, wie z. B. der Gemeinschaftsraum, den sich Doortje gewünscht hatte. Aber insgesamt ist aus dem Projekt schönste Realität geworden. Und die hält seit acht Jahren an.

Das schwarze Haus setzt einen deutlichen Akzent am neu bebauten Erika-Mann-Bogen

Keine zwanghafte Versammlungskultur. Manchmal wird spontan auf der Rampe vor dem Haus abgestimmt

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Der neue Friedrichsberger Park

Alter Schützenhof – eines der ältesten Gebäude im Stadtteil

Hocquel, der bereits Cafés an der Großen Elbstraße, in Othmarschen und an der Schanze betreibt, scheint an das Potenzial des Standortes zu glauben, an dem er nach einer recht komplizierten Planungszeit sein viertes Café eröffnet hat. Das schmackhafte Angebot an Torten und Frühstücksvarianten ist in jedem Fall ein sehr gutes Startkapital. Dass es hier im gewerblichen Sektor generell ein bisschen mehr sein dürfte, das meint auch Reinhard Otto: »Bei der Errichtung größerer Wohneinheiten sollte, auf den jeweiligen Standort bezogen, auch über die Einplanung zeitgemäßer Gewerbeflächen, z. B. für die Gastronomie, nachgedacht werden.« Eine Bereicherung für den Stadtteil wird in jedem Fall der moderne Entwurf eines Handwerkerund Gewerbehofs, den die steg Stadterneuerungsgesellschaft gerade an der Ecke Holsteinischer Kamp / Marschnerstraße plant. Kleine und mittlere Betriebe aus den Bereichen Handwerk, Craft, Kreativwirtschaft und Kultur sollen hier ein Zu-

hause finden. »Ausschlaggebend für die Standortwahl sind unter anderem die sehr gute Anbindung an die U-Bahn-Station Hamburger Straße sowie die Nähe zum HAW-Standort Finkenau gewesen«, erläutert Kurt Reinken, Projektleiter der steg. »Denn neben etablierten Betrieben möchten wir vor allem junge Start-up-Unternehmen durch die zentrale Lage, günstige Mietpreise und einen innovativen Nutzermix ansprechen.« Es bewegt sich also was im südlichen Barmbek. Und hier ist auch Bewegung im wahrsten Sinne des Wortes gemeint. Entlang der Eilenau ist zwischen Richardstraße und Friedrichsberger Straße als Teil der Veloroute 6 eine der ersten Fahrradstraßen Hamburgs entstanden, auf denen Fahrräder Vorfahrt haben und sich der übrige Verkehr unterordnen muss. »Ich finde, dass das den Stadtteil entschleunigt hat«, sagt Konrad Rothfuchs von Tilsammans. »Und das hat auch so einen Hauch Amsterdam.«

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Dschungel in der Großstadt. Der Eilbekkanal auf Höhe Wagnerstraße bei sommerlicher Gewitterstimmung


Urbanes Leben VERNETZTES WOHNEN

Schlaues HAUS

Das Schlagwort der vernetzten Welt heißt smart. Auch beim Thema Wohnen. Aber was verbirgt sich dahinter eigentlich genau? Was heute schon alles geht und ob es dabei hilft, den Alltag zu verbessern, das wird gerade in den Rainville Appartements getestet.

K

Schaut nur der Nachbar zum Blumengießen vorbei, oder ist es ein Einbrecher? Überwachungskameras sind ein wichtiger Baustein im Sicherheitssystem, aber für manchen gewöhnungsbedürftig.

ühlschränke, die automatisch Milch im Internet nachbestellen, Waschmaschinen, die selbst entscheiden, wie viel Waschpulver jede Ladung benötigt, Steuerung von Heizung und Licht vom Urlaubsort aus – heute alles kein Problem mehr. Die Einsatzmöglichkeiten der Smart-Home-Technologien sind vielfältig, und ständig kommen neue Applikationen auf den Markt. »Wir haben hier im Smart Apartment 112 Geräte miteinander vernetzt, darunter Haushaltsgeräte, Sensoren, Kameras, Steckdosen und Lampen«, sagt Marco Apel von der COMPUTER BILD, die das Smart-Apartment-Projekt gemeinsam mit der Telekom initiierte. »Dabei liegt der Schwerpunkt bei den Anwendungen auf den Bereichen Wohnkomfort, Entertain, Sicherheit und Energieeffizienz.« Die dafür

»Auch technische Laien können sich da einarbeiten.« T EST ER CHR I STOPHER

erforderliche Verwandlung der ehemaligen Musterwohnung der Rainville Appartements in ein smartes Apartment ging schnell vonstatten. »Wir wollten zeigen, was heute ohne große Eingriffe in die Bausubstanz bereits durch pures Nachrüsten alles möglich ist«, sagt Marco Apel. Weil funkbasiert gearbeitet wird, geht alles ohne lästiges Kabelverlegen, und Baumaßnahmen sind überflüssig – perfekt also auch für Altbauten oder Mietwohnungen. Nur sollte eine stabile Internetverbindung vorhanden sein und im besten Fall Glasfaserkabel zur Verfügung stehen.

Alle Anwendungen der Smart-Home-App sind über das Tablet zu bedienen

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Der Markt für Smart Home wächst, und längst ist er nicht mehr nur auf das Luxus- und Premiumsegment begrenzt. Eine Studie von Deloitte sieht vier Treiber für das weitere Wachstum: Zunächst schafft die zunehmende digitale Vernetzung die infrastrukturellen Grundlagen und sorgt für die Verbreitung mobiler Endgeräte, die als Bedienlösungen für Smart-Home-Anwendungen geeignet sind. Zeitgleich sorgen die demografische Entwicklung und eine Zunahme von Single-Haushalten für eine gesteigerte Nachfrage nach Ferndiagnostik und Überwachungsmöglichkeiten. Durch den Cocooning-Trend erhält das eigene Zuhause wieder einen höheren Stellenwert, und es wächst die Bereitschaft, es mit entsprechenden smarten Angeboten zu vernetzen und dafür auch Geld zu investieren. Und schließlich macht ein steigendes Umweltbewusstsein das Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu wichtigen Themen im Alltag und beflügelt die smarte Heimautomation. Vieles davon ist im Smart Apartment an der Hamburger Elbchaussee erfahrbar. Mitte Juli haben bereits sieben ausgewählte Tester-Paare das smarte Heim über ein langes Wochenende bewohnt und dabei unterschiedliche Aufgaben gelöst, individuelle Beleuchtungssituationen programmiert, das Audiosystem in allen Räumen getestet, mit Backofen oder Waschmaschine »kommuniziert«, ein Leaving-Home-Profil erstellt, das alle Geräte ausschaltet, wenn man die Wohnung verlässt, und den Sicherungsmodus aktiviert, und ihre Erfahrungen mit Überwachungskameras gemacht. Am Ende hat jedes Tester-Paar per Videoaufzeichnung ein Feedback hinter-

»Ich nutze die Funktionen gern, habe aber keinen Spaß daran, sie vorher zu programmieren.« T EST ER I N J EN N I FER

Funkgesteuerte Soundbox

Das Streamen von Spielfilmen & Co. über die gängigen Internetanbieter macht unabhängig von Fernsehprogrammen.

Alle Funktionen lassen sich über eine App per Tablet oder Smartphone steuern, auch von außerhalb per Zugriff über das Internet.

Perfekte Beleuchtung für jede Lebenssituation lässt sich individuell für jeden Raum programmieren und mit einem Fingertipp abrufen.

Schlaue Haushaltsgeräte optimieren Waschmittel- und Stromverbrauch und schonen die Umwelt.

Von Testerin Sabrina für gut befunden: 1 a-Sounderlebnis, ob mit oder ohne Kopfhörer

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Frei wählbare Lichtfarbe

Taster an Türen und Fenstern zeigen an, ob diese geöffnet oder geschlossen sind.

lassen. Marco Apel bilanziert: »Besonders gut sind bislang die Gadgets für Audio und Licht angekommen, etwas schwieriger wird es beim Thema Kamera.« Daniel und Svenja fassen ihre Erfahrungen damit wie folgt zusammen: »Im Flur und auf der Terrasse stört uns eine Kamera nicht, doch im Wohnbereich ist das unangenehm – selbst, wenn nur wir die Bilder sehen können«. Neben dem Schutz der Privatsphäre klingt hier das Thema Datenschutz durch, das im digitalen Zeitalter sehr präsent und auch beim Smart Home zu berücksichtigen ist. Denn bereits vergleichsweise harmlose Daten wie z. B. die Höhe der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung können Aufschlüsse über längere An- oder Abwesenheit von Bewohnern geben und dürfen nicht in falsche Hände geraten.

Sensoren registrieren jede Bewegung und geben entsprechende Infos an die Schaltzentrale

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INTERVIEW

Und können sich die Tester auch vorstellen, Geld für so manchen Wohnkomfort daheim auszugeben? Dominik und Sabrina bejahen das, nur wirklich gut funktionieren müsste das gesamte System. Und da sei an einigen Stellen »noch ein bisschen Engineering-Bedarf«, meldet Tester Daniel zurück. Selbst wenn noch nicht alles hundertprozentig ausgefeilt ist und nicht gleich jeder der Tester in eine smarte Anschaffung für die Wohnung investieren wird: Alle haben sie viele neue Erfahrungen mitgenommen und im Gegenzug auch gleich die eine oder andere Anregung für zukünftige Weiterentwicklungen hinterlassen. Melanie und Benedikt z. B. wünschen sich eine Sprachsteuerung, mit der man alles regeln kann: »Das wäre perfekt. Dann könnten wir vom Fernseher bis zur Kaffeemaschine alles bequem per Sprache steuern, und die Nutzung wäre viel intuitiver als das Navigieren via Tablet oder Smartphone. Man könnte z. B. sagen: ›Jetzt gehe ich ins Bett‹, und automatisch geht das Licht aus und der Nachtmodus an.«

»Das Einzige, was mich ein bisschen an der App gestört hat, sind die vielen Klicks.«

Alltagstauglichkeit auf dem Prüfstand Nora & Christopher beim Ausprobieren der App

Optimal eingestellte Heizfunktionen schonen Umwelt und Geldbeutel. Schutz vor Durchfeuchtungsschäden durch kleine vernetzte Feuchtigkeitsmelder.

T ESTE R I N S A BR I N A

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Smart-HomeProjekt zu initiieren? Wir wollten dieses Thema, das allgemein sehr theoretisch bearbeitet wird, im Alltag erlebbar machen. In den vergangenen Jahren sind eine Menge neuer Produkte auf den Markt gekommen. Ob sie sich als sinnvoll im Alltag herausstellen, lässt sich nur durch täglichen Gebrauch über einen gewissen Zeitraum herausfinden. Das wollten wir testen und unsere Leser da miteinbeziehen. Welche Erkenntnisse konnten Sie nach den ersten zwei Monaten gewinnen? In Summe sind wir überrascht, wie offen und interessiert die Bewohner alles ausprobieren. Natürlich kommen die unterschiedlichen Produkte verschieden gut an, unsere Tester brauchen in der Regel eine gewisse Eingewöhnungszeit, und es klappt nicht immer alles. Aber die Möglichkeit, das gesamte Angebot in Ruhe ausprobieren

Alexander Krug ist Mitglied der Chefredaktion bei der COMPUTER BILD. Auch privat ist für ihn vernetztes Wohnen ein Thema.

zu können, wird sehr positiv bewertet. Und das Zusammenspiel aus toller Architektur, schönem Apartment und hochwertigen Technikprodukten gefällt allen. Wie sehen Sie die Zukunft für Smart-Home-Technologien? Die reine Vernetzungsfähigkeit von Haushaltsgeräten wird in drei bis fünf Jahren Standard sein. Bei der aktiven Nutzung der vielen bestehenden Möglichkeiten sehe ich einen längeren Gewöhnungsprozess. Anders sieht es aus, wenn aus einer konkreten Notwendigkeit heraus, z. B. beim Einbruchs-

Der Funk-Wassermelder steht auf dem Boden und schlägt Alarm, wenn er feuchte Füße bekommt

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schutz, ein bestimmtes Produkt angeschafft wird und damit der Sprung in ein vernetztes Wohnen erfolgt. Woran hapert es noch? Ganz klar am Standardisierungsthema. Es gibt derzeit mehrere Funkstandards, und jeder Anbieter hat für die Steuerung seine eigene App. Was heute noch fehlt, ist eine komplett branchenübergreifende Lösung, die alle Einzelanwendungen integriert. Denn nur dann, wenn man Abhängigkeiten zwischen allen einzeln verfügbaren Geräten schaffen und verschiedene Wenn-dann-Szenarien programmieren kann, ist es ja richtig interessant. Aber an dieser Standardisierung wird gearbeitet. Die Magenta-Smart-Home-Plattform der Telekom, mit der wir im Apartment arbeiten, zeigt schon, wohin die Reise geht, denn sie ermöglicht bereits recht umfänglich eine marken- und geräteübergreifende Kombination von Produkten diverser Hersteller unter einem Dach.


Urbanes Leben NEWS FA K T E N

Hamburg – Wien Ein Städtevergleich anlässlich unserer Teamtage 2016

Einwohnerzahl (2015) Einwohnerzahl in 2030 (Prognose) Bevölkerungsdichte Einw./km2 (2015) Wohnungen gesamt (2011) davon im Besitz der Stadt (%) Mietpreisbindung verfällt (bei öffentl. Förderung)

U

nsere Teamtage führten uns dieses Jahr nach Wien, wo wir uns einen Eindruck davon verschaffen konnten, wie Österreichs Hauptstadt mit der Schaffung von neuem Wohnraum verfährt und welche großen Stadtentwicklungsprojekte es dort gibt. Bei aktuell vergleichbarer Einwohnerzahl weist Wien eine sehr viel höhere Bevölkerungsdichte auf als Hamburg und ist von beiden Städten auch die mit dem schnelleren Bevölkerungswachstum. Nach einer kurzen Stippvisite im historischen Wien ging es direkt in den 2. Bezirk zum ehemaligen Nordbahnhof, einem der größten Entwicklungsgebiete Wiens, wo bis 2025 etwa 10.000 Wohnungen und ca. 20.000 Arbeitsplätze entstehen werden. Teil davon ist der Austria Campus, derzeit noch eine Großbaustelle, auf der bis 2018 über 300.000 BGF fertiggestellt werden, vor allem Büroflächen, aber auch ein Hotel, Gastronomie- und Einzelhandelsflächen und ein Kindergarten. In direkter Nähe existiert bereits das Wohnquartier um den neuen Rudolf-Bednar-Park. Interessant fanden wir dort das Projekt »Bike City«, von der Stadt Wien als geförderter Mietwohnungsbau errichtet. Das gesamte Erdgeschoss

Hamburg Fläche (km2)

Förderung des Wohnungsbaus ab 2016 Baugenehmigungen (2015)/ Wohneinheiten

Wien

755

415

1.778.171

1.797.337

1.950.000

2.000.000

2.355

4.437

924.596

983.840

0,2

22,37

nach 15 – 30 Jahren

nie

Bündnis für das Wohnen 10.000 Wohnungen / Jahr davon gefördert: 3.000

Wohnbauoffensive 10.000 Wohnungen /Jahr davon gefördert: 7.000

9.560

10.200

Projekt »Bike City«

Marktplatzatmosphäre in der Seestadt Aspern Teamfoto in der Seestadt Aspern

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ist frei von Wohnen und steht ganz im Zeichen von Wellness und Radfahren – Fitnessraum, Werkstätten, Sauna, Gemeinschaftsräume und ein kleiner Fahrradladen inklusive. Große Transportfahrstühle ermöglichen zudem die Mitnahme von Fahrrädern in die Wohnung. Die Wohnungsgemeinnützigkeit, so lernten wir, hat in Wien eine ganz andere Geschichte als in Hamburg, und das so genannte »Wiener Modell« mit seinen innovativen Ideen besonders im sozialen Wohnbau ist einzigartig. Am folgenden Tag besichtigten wir die Seestadt Aspern, eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas, das etwa sieben Kilometer östlich der Innenstadt um einen künstlich angelegten See herum liegt. Gut ein Viertel des Gesamtprojektes ist fertiggestellt. Bis 2028 soll es hier 10.500 Wohneinheiten und 20.000 Arbeitsplätze geben. Für uns strahlte das Gebiet mehr urbanes Flair aus als das NordbahnhofAreal, auch wenn wir die Freiflächen für ein Gefühl von Urbanität sehr üppig proportioniert fanden. Wieder zurück im 2. Bezirk, durchwanderten wir zum Abschluss die neue WU Vienna, Wiens neue Wirtschaftsuni, besichtigten dort das von Zaha Hadid Architects entworfene »Library & Learning Center« und befanden, dass es sich in solch ansprechender Umgebung sicherlich gut studieren lässt. Fazit der zwei spannenden Teamtage in Wien: eine Vielzahl interessanter Projekte, beeindruckende Beispiele für geförderten Wohnungsbau mit teilweise spektakulärer Ausstattung und viele neue Denkanstöße.


Teamarbeit UNSER VERTRIEBSTEAM

Erfolgreiche Mischung Viele unserer Kunden kaufen mehrfach bei uns. Wir glauben, dass das etwas mit unserem Verständnis von Kundenbetreuung zu tun hat.

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eim Vertrieb setzen wir schon seit vielen Jahren erfolgreich auf eine Mischung aus Eigenvertrieb und der Zusammenarbeit mit führenden Maklerhäusern. Unser Family & Friends-Programm gibt zunächst unseren vorgemerkten Kunden und uns nahestehenden Personen die Chance, eine Immobilie zu erwerben, bevor der reguläre Vertrieb beginnt. Großen Wert legen wir darauf, unsere Kunden durch den gesamten Kaufprozess hindurch intensiv zu begleiten. Zudem sorgen mängelfreie und vertragsgerechte Übergaben unserer Produkte für maximale Qualität und zufriedene Käufer und Mieter. Sonderwünsche können wir schnell und kostentransparent umsetzen. Eine gute Entscheidungshilfe liefert dabei der hauseigene Showroom, den wir kürzlich eingerichtet haben. Unseren institutionellen Kunden bieten wir im Bereich des Mietwohnungsbaus eine Erstvermietung durch unser Haus. Wir wissen, dass das alles letztlich nur mit einem nachhaltig motivierten Team funktioniert.

Von links nach rechts: Janina Rah, Hanna Steen, Janina Korzilius und Axel Baumann

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»Unsere Kunden hinsichtlich der Gestaltung ihrer Wohnung zu beraten, macht mir hier seit vielen Jahren großen Spaß.« J A N I N A KOR Z I LI US

»Ich bin seit über zwanzig Jahren im Neubauvertrieb tätig. Früher habe ich in Berlin Wohnimmobilien für eine Bankgesellschaft vertrieben. 2002 kam der Wechsel nach Hamburg. Hier war ich für einen großen Projektentwickler im Vertrieb tätig, bevor ich zu Hamburg Team kam. Wenn man Immobilien verkauft, braucht man zum einen Fachwissen und zum anderen die Fähigkeit, sich auf Menschen einlassen und wirklich zuhören zu können. Was stellt sich der Kunde vor? Was sucht er? Welche Bedürfnisse hat er? Hinzu kommt, dass man im Neubauvertrieb etwas verkauft, was in der Regel noch nicht da ist. Ich muss die noch nicht existierende Immobilie gut erklären, damit die Kunden die notwendige Sicherheit für ihre Entscheidung haben. Ich mag es, in einem kleinen, flexiblen Team zu arbeiten, das schnell reagieren kann. Ich habe hier die nötigen Freiheiten und kann meine Arbeit individuell nach meinen Vorstellungen umsetzen. Die eigene Meinung wird ernst genommen und die Arbeit untereinander wertgeschätzt. Das macht Spaß.«

»Vertrieb ist meine Passion. Für mich ist es eine Herausforderung, für jeden Kunden die richtige Immobilie zu finden und ihn individuell zu betreuen.« A XE L BAUMANN

Axel Baumann ist Kaufmann, Immobilienfachwirt und Immobiliensachverständiger und seit 2014 bei Hamburg Team. Als echter Norddeutscher mag er Wind und Wasser und ist mit seiner Familie gern an der See.

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»Hamburg Team habe ich in meiner Zeit als Architektin bei Bothe Richter Teherani kennengelernt. Als sich einige Jahre später die Gelegenheit zur Zusammenarbeit bot, sagte ich gern zu. Seither sind die kundengerechte Entwicklung des Interior-Designs sowie die anschließende Kundenbetreuung Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Die Anforderungen unserer Kunden diskutieren wir intern vor dem Hintergrund der reichhaltigen Erfahrungen des gesamten Teams. Das Ergebnis ist ein bereichsübergreifender Entwurf, der in die weitere Planung einfließt. In den Gesprächen, die ich dann mit unseren Kunden führe, kann ich auf dieser Basis sehr anschaulich die angebotenen Ausstattungslinien erläutern. Den Käufer eines Objektes weiter bis zur Übergabe zu begleiten, ist eine vielseitige, anspruchsvolle Aufgabe, die ich auch nach Jahren immer noch sehr gern mache. Für mich zeichnet sich Hamburg Team dadurch aus, dass es immer wieder den erforderlichen Mut und Ehrgeiz aufbringt, architektonisch anspruchsvolle und marktprägende Projekte zu entwickeln. Deshalb arbeite ich nun schon seit so vielen Jahren mit voller Überzeugung hier.« Janina Korzilius ist Dipl.-Ing. Architektur und seit 2001 bei Hamburg Team. Als inzwischen dreifache Mutter kombiniert sie erfolgreich das Familienleben mit ihrer Berufstätigkeit.

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»Für mich ist das Tolle am Vertrieb, dass man nah an unseren Baustellen und gleichzeitig nah am Menschen, an unseren Kunden ist.« HA N N A ST EEN

»Mir macht der Umgang mit Menschen Spaß, und ich gehe gern auf Menschen zu. Daher war es mir bei meiner Berufswahl wichtig, keinen reinen Bürojob zu haben. Meine Tätigkeit hier kommt diesem Wunsch entgegen. Ich bin nicht nur im Büro, sondern auch auf der Baustelle und habe mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Als ich mich um einen Ausbildungsplatz als Immobilienkauffrau bewarb, erlebte ich einige steife Bewerbungsgespräche. Bei Hamburg Team hingegen war das anders. Ich fühlte mich sofort wohl. Bereits nach kurzer Zeit war für mich klar: Ich will in den Vertrieb. Man setzte Vertrauen in mich und ließ mich bald eigenständig arbeiten. Bei den Hansaterrassen war ich bei den Vorbegehungen und Übergaben an die Käufer dabei, sodass ich unterschiedliche Bereiche des Vertriebs kennenlernen konnte. NESt war dann mein erstes eigenes Vermietungsprojekt. Inzwischen habe ich festgestellt, dass mir meine kaufmännische Ausbildung allein nicht genügt. Daher habe ich nebenberuflich den Studiengang Immobilienökonomie begonnen. Ich möchte meine Kenntnisse vertiefen, um für den Vertrieb auch fachlich gut gerüstet zu sein.«

»Mir ist ein partnerschaftliches Verhältnis zum Kunden durch die gesamte Bauphase hindurch sehr wichtig.« JANINA RAH

»Ich habe beruflich in der Grundstücksentwicklung angefangen und war später in der Projektentwicklung tätig. Da bin ich das erste Mal mit dem Thema Kundenbetreuung in Kontakt gekommen. Ich merkte damals sehr schnell, dass dieser Bereich großes Ausbaupotenzial hat und der Faktor Kunde beim Bauen unterschätzt wurde. Bei Hamburg Team war schon im Vorstellungsgespräch klar, dass ich mein Arbeitsfeld hier sehr frei gestalten kann. Das empfand ich als eine Art Vertrauensvorschuss. Mir gefällt bei meiner Arbeit dieses gemeinsame Entwickeln einer Wohnung mit dem Kunden auf der einen Seite sowie der Bautechnik, dem Architekten auf der anderen. Bei mir laufen viele Fäden zusammen: die Wünsche des Kunden, die technische Machbarkeit, Kosten, Zeitpläne etc. Und das alles versuche ich zu einer optimalen Lösung zusammenzufügen. Das ist sehr spannend und anspruchsvoll zugleich. Da ist es auf jeden Fall hilfreich, wenn man über Geduld und ein gewisses Maß an Diplomatie verfügt. Der schönste Moment für mich ist die Wohnungsübergabe, wenn alles geschafft ist, wenn alle glücklich sind. Da zeigt sich dann die Leistung des gesamten Teams.« Janina Rah ist Immobilienkauffrau und Immobilienökonomin (ADI) und seit 2013 bei Hamburg Team. Die gebürtige Lübeckerin wohnt gerne naturnah, derzeit in Buchholz.

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Hanna Steen ist Immobilienkauffrau und begann 2012 ihre Ausbildung bei Hamburg Team. In ihrer Freizeit verbringt sie am liebsten Zeit mit ihren Freunden, treibt Sport und reist gerne.

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Rückblicke K I E F H O L Z-AT E L I E R S

Kreativer NEUBEGINN Eine alte Fabrikanlage im Berliner Stadtteil Alt-Treptow wurde in ein Zentrum für die Kreativszene verwandelt. Das Konzept ging auf. Heute arbeiten in den KiefholzAteliers Gründer und etablierte Unternehmen Tür an Tür.

I

m Herbst 2000 wurden, von großer medialer Aufmerksamkeit begleitet, die Kiefholz-Ateliers eröffnet. Berlin hatte einen neuen Standort für die Modeund Kreativwirtschaft bekommen. Die ehemalige Fabrikanlage am Landwehrkanal, an dem früher nur ein paar Meter entfernt die Mauer entlanglief, bot gute Voraussetzungen dafür. Der gebogene, 130 m lange und nur 12 m tiefe Baukörper ermöglichte die flexible Aufteilung in Einheiten von 28 bis 800 m2. So konnten Ateliers unterschiedlicher Größe entstehen, die sich frei den

Roter Backstein und Sprossenfenster – Industriecharme außen wie innen

Bedürfnissen ihrer Nutzer anpassen ließen. Das Projekt wurde wegen seiner flexiblen, branchenorientierten Konzeption mit Mitteln des Europäischen Regionalfonds gefördert. Nach anfänglich gutem Zuspruch zog sich zwar die Modebranche langsam vom Standort zurück, doch die Kreativbranche hat feste Wurzeln an diesem Ort geschlagen. Heute haben eine Vielzahl an Agenturen aus den Bereichen Werbung, Kommunikation, Marketing, Eventmanagement, Film und IT ihren Sitz an der Kiefholzstraße, einige von ihnen sind dort groß geworden, wie z. B. hartmannvonsiebenthal oder dan pearlman. Auch das Unternehmen Liebeskummerpillen mit seiner Gefühlsapotheke, auf die man in so manchem Laden stößt, schickt seine Produkte aus Alt-Treptow in die Welt, und der Schuhhersteller Trippen, der sich mit seinen extravaganten Fußbekleidungen einen Namen gemacht hat, war lange Zeit dort Mieter. Die Lage wird allgemein geschätzt. »Die Nachfrage ist groß«, sagt Hartmut Mosdzen, Berliner Immobilienmakler, der das Gebäude fast von Beginn an betreut. »Der Vorteil dieses Standortes ist einfach, dass er noch relativ zentral ist, gleichzeitig aber nicht die Enge von Berlin-Mitte hat. Hier ist es ruhig, es gibt keinen Durchgangsverkehr, und die Parkplatzsituation ist entspannt.« Zudem handele es sich hier

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Arbeiten auf ehemaligem Dachboden. Der Dachgeschossausbau erweiterte das Flächenangebot

aufgrund des besonderen Gebäudes um keinen 08/15-Standort, ergänzt er, und vermerkt: »Es ist hier nicht so anonym wie an anderen Gewerbestandorten. Man kennt sich, und es wird sich um die Anliegen der Mieter gekümmert.« Der Industriebau mit dem markanten 35 m hohen Schornstein wurde in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts für das Unternehmen Fritz Weber & Co errichtet, das Maschinenteile, während des Krieges dann Munition und anderes Kriegsmaterial herstellte. Nach 1945 zog die VEB Berliner Werkzeugmaschinenfabrik dort ein, die nach der Wende aufgegeben wurde. Heute zählt das Gebäude zu den Berliner Industriedenkmalen und steht unter Denkmalschutz. Vom ehemaligen Mauerstreifen ist nichts mehr zu erkennen. Die frühere Grenzlage hat wieder den Anschluss an das Zentrum Berlins gefunden.


FA K T E N

Lage Alt-Treptow, Berlin Kiefholzstraße 1–4

Ein wenig Dornröschenschlaf

Grundstück 9.600 m2

HAR TMANNVONS IE BE NTH AL

Projektvolumen 9.000 m2 BGF

»Wir haben unser Unternehmen 2006 zu zweit in einem Wohnzimmer in Schöneberg gegründet. 2007 waren wir bereits 29 Mitarbeiter und haben hier im Haus eine 200 Quadratmeter große Fläche im Dachgeschoss angemietet, die uns anfangs recht groß erschien. Bis heute haben wir auf etwa 1.500 Quadratmeter erweitert und sind froh, dass wir hier wachsen konnten. Wir suchten damals nach einem urbanen Standort in Berlin und nach Räumen mit Loftcharakter. An der Spree hatten wir uns ebenfalls Flächen angesehen, die allerdings sehr viel teurer waren. Insofern war auch die vergleichsweise moderate Miete für uns als Firmengründer ein wichtiger Aspekt. Der Stadtteil Alt-Treptow hat noch sehr viel Ursprüngliches, hat sich nach der Wende nicht so schnell gewandelt, wie zum Beispiel Prenzlauer Berg, und das gefällt uns gut.« Urs von Siebenthal und Ralph Hartmann sind Gründer und Geschäftsführer von hartmannvonsiebenthal. Mit 70 Mitarbeitern in Berlin und einem dichten Netzwerk an Spezialisten gehört das Unternehmen zu den führenden Agenturen auf dem Gebiet der Markeninszenierung im Raum.

Raum für die Kreativwirtschaft DAN PE AR LMAN

»Wir sind seit unserer Gründung vor über 15 Jahren in der Kiefholzstraße beheimatet. Von anfangs einer halben Etage haben wir uns auf mehrere Etagen ausgedehnt und sind hier auf 100 Mitarbeiter gewachsen. Damals wie heute sind wir glücklich über die Wahl des Standortes. Uns hat vor allem die Idee der Eigentümer des Gebäudes überzeugt, dort einen Standort für die Kreativwirtschaft zu entwickeln. Außerdem waren wir schon damals in diesem Kiez verwurzelt und sind ihm bis heute treu geblieben. Das ging vor allem auch dadurch, dass wir hier genügend Platz und Raum zum Wachsen und zur Weiterentwicklung hatten. Wir vier Gründer und unsere Mitarbeiter schätzen vor allem die grüne Umgebung mit den vielen Parks und Kanälen und den Blick über das Grün bis zum Alexanderplatz mit dem Fernsehturm.« Kieran Stanley, Volker Katschinski, Nicole Srock.Stanley und Marcus Fischer sind die Gründer von dan pearlman, einer strategischen Kreativagentur, die Unternehmen dabei berät, wie sie ihre Marke intern den Mitarbeitern und extern den potenziellen Kunden am besten vermittelt.

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Architektur Grüntuch Ernst Architekten, Berlin Leistungen Revitalisierung eines ehemaligen Fabrikgebäudes Projektierung 1998 – 1999 Bauzeit 1999 – 2000


DREI FRAGEN AN

Frühes Modell eines Co-Working-Space

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Welche Maßnahmen waren notwendig, um die ehemalige Fabrik für eine künftige Nutzung zu ertüchtigen?

Heute deutlich aufgeräumter: Der Innenhof mit dem historischen Schornstein

Historisch, aber wenig charmant: Bestandsfoto der Anlage aus den Neunzigerjahren

Insgesamt handelte es sich um eine minimalinvasive Instandsetzung. Der Verfall sollte gestoppt, gleichzeitig die besondere Aura des Bauwerks erhalten werden. Bei der Sanierung wurde viel Wert auf die Wiederherstellung der Fassaden gelegt, bei der Innenausstattung auf die Erhaltung und Betonung des Industriecharakters geachtet. Der Hofbereich wurde durch den Abriss der Lagerhallen bereinigt. Wegen der früheren Produktion von Metallteilen musste im Hof der verunreinigte Boden ausgetauscht werden, ebenso wurden alle Estriche im Gebäude erneuert. Man kann sagen, dass das Gebäude auf die frühere Tragstruktur zurückgebaut und »repariert« wurde, wo es nötig war. Es entstanden im Gebäude große und kleine Einheiten. Alles Weitere konnten dann die späteren Mieter nach ihren Bedürfnissen bestimmen.

Was macht für Sie den besonderen Charme des Gebäudes aus?

Armand Grüntuch hat 1991 mit Almut Grüntuch-Ernst das gemeinsame Architekturbüro in Berlin gegründet. Die realisierten Projekte wurden vielfach veröffentlicht und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

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Das Gebäude bietet eine hohe Multifunktionalität. Es kann einem Produktionsstandort Raum bieten, großzügige Ateliers beherbergen oder Kleinstbüros, und das alles gleichzeitig. Und es ist dabei sehr flexibel anpassbar an die eine oder andere Nutzungsart. Für mich ist es so eine Art früher Co-WorkingSpace. Außerdem konnte seine ursprüngliche Optik bewahrt werden. In meinen Augen hat es auch Vorteile, wenn Sanierungen dieser Art mit übersichtlichem Budget erfolgen. So bleiben Gebäude authentisch.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Gab es spezielle Auflagen?

Insgesamt ging es darum, das Altbauflair des Gebäudes beziehungsweise der ganzen Anlage, zu der ja auch der Schornstein gehört, als Industriedenkmal zu bewahren. Das erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt. Die Sprossenfenster mussten erhalten und bei der Mauerwerksausbesserung musste auf die Farbe der neu hinzukommenden Steine geachtet werden. Beim Dachgeschossausbau ging es darum, die neuen Dachflächenfenster möglichst stimmig in die Gebäudehülle zu integrieren.

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Impressum HAMBURG TEAM MAGAZIN

Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklung mbH Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg Fon 040.37 68 09 - 0, Fax 040.37 68 09 - 29 office@hamburgteam.de www.hamburgteam.de Geschäftsführende Gesellschafter Peter Jorzick & Christoph Kleiner

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Gestaltung & Layout Anna Bertermann, Hamburg Lektorat Uta Kleimann, Hamburg Lithografie edelweiß publish lithographie, Hamburg Druck Beisner Druck GmbH & Co. KG, Buchholz

Luftbilder Falconcrest, Hamburg, S. 25, 29 Matthias Friedel, Hamburg, S. 25 Visualisierungen bloomimages, Hamburg, S. 25, 26, 29 Architekturdarstellung Gärtner Christ, Hamburg, S. 29 Illustrationen Anna Bertermann, Hamburg, S. 15, 18, 24, 36, 45, 59 istockphoto/sidop, S. 2, 40 istockphoto/Askold Romanov, S. 41–44

© Hamburg Team, August 2016

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2016

Hamburg Team Magazin 2016  

Das Magazin des Immobilien-Projektentwicklers Hamburg Team mit Beiträgen zu Projekten, Architektur und Themen rund um die Stadtentwicklung