Issuu on Google+

Mediengipfel in Lech: Russland und die rote Linie - NZZ Medien

http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/russland-und-die-rote-linie-1...

Mediengipfel in Lech

Russland und die rote Linie von Sylvana Ulrich, Niki Riss /6.12.2014, 11:09 Uhr

Im Streitgespräch am Europäischen Mediengipfel sieht der russische Botschafter in Wien keinen KonLikt zwischen Russland und der Ukraine. Das grösste Land der Welt steht zwischen neuer Einigkeit, InLation und der Angst vor dem Nordatlantischen Bündnis vor seiner Tür.

Die Agenda der Diskussion wird mit dem Wortwechsel des russischen Botschafters in Wien, Sergej Netschajew, und des österreichischen EU-Parlamentariers Eugen Freund gleich zu Beginn des Podiums gesetzt. «Russland steht in keinem Konflikt mit der Ukraine. Es geht um eine innenpolitische Krise», erklärt Netschajew, worauf Freund entgegnet: «Allein, dass der russische Botschafter hier ist zeigt, dass der Konflikt etwas mit Russland zu tun hat.» Über die Frage «Wie reagiert Europa? — Der alte Kontinent im Spannungsfeld neuer internationaler Konflikte» diskutiert am zweiten Abend des europäischen Mediengipfels 2014 im österreichischen Lech unter der Leitung von ARD-Südosteuropa-Korrespondentin Susanne Glass neben Netschajew und Freund eine Auswahl an Politikexperten mit Bezug zu Ukraine und Russland. WERBUNG

Mehr erfahren

inRead invented by Teads

Auch unter starkem Protest dieser Runde bleibt der Botschafter dabei: In erster Linie müsse eine Lösung im Dialog zwischen Kiew und den östlichen Regionen des Landes gefunden werden. Trotzdem nimmt er die europäische Gemeinschaft in die Pflicht. «Ohne Dialog wird es düster. Ich sage es sehr vorsichtig: Es gibt einige positive Lichtchen, Schimmer am Ende des Tunnels. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dieses Licht weiterhin hell brennen zu lassen.»

«Russland sieht die EU nicht als ehrlichen Vermittler» Dialog, das war auch das zentrale Stichwort der OSZE-Ministerkonferenz, die am Donnerstag und Freitag dieser Woche in Basel stattgefunden hat. Gerhard Mangott, Politikexperte der Universität Innsbruck, zollt Bundesrat Didier Burkhalter Respekt für seine Arbeit als OSZE-Vorsitzender. Er gibt aber zu bedenken: «Der momentane Waffenstillstand ist brüchig, das Minsker Protokoll bei weitem noch nicht durchgesetzt. Russland sieht die EU nicht als ehrlichen Vermittler in diesem Konflikt, sondern als Konfliktpartei!» Umso wichtiger scheint die an der Ministerkonferenz getroffene Einigung auf die erweiterte Beobachtermission in der Ostukraine und

2 von 3

12.01.17 22:40


Russland und die rote Linie