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06 Meer. Leidenschaft. Leben.

AUGEN BLICKE

Das Urlaubsmagazin f端r Sylt | www.sylt.de


02 03

AUGENBLICKe | MOIN MOIN

N W

E

12,6 km

List

S

kampen wenningstedt braderup munkmarsch

westerland

keitum

tinnum

morsum

archsum

99,14 km2

rantum

38 km

Sylt ist die viertgrößte Insel Deutschlands und die größte deutsche Nordseeinsel.

19.732 Einwohner

54° 55’ N, 8° 20’ O Hörnum

MOIN MOIN


06 03

AUGENBLICKe | INHALT

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und kommen Sie für ein paar Augenblicke mit uns nach Sylt. Wir möchten Ihnen unsere Insel nahe bringen. Und Sie einladen, uns zu besuchen. Es lohnt sich!

Inselorte | 28

Im Dutzend schöner

brauchtum | 26

Ihr Moritz Luft | Geschäftsführer

Jahreszeiten | 46 List | 30

Mit einem äußerst abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm schafft Sylt ganz lässig den Spagat zwischen kultigem Image und kulturellem Engagement.

meer | 8 LEBEN | 14

westerland | 40

Die Insel hat viele schöne Seiten. Einige davon haben wir für Sie hier festgehalten. Lassen Sie beim Blättern Ihren Blick über die Insel und ihre bezaubernde Vielfalt und Anmut schweifen. Und dann halten Sie einen Moment inne. Können Sie es spüren? Sylt weckt Sehnsüchte. Es ist ja auch ein ganz besonderer, ein magischer Ort. Ganz und gar nicht alltäglich, dafür abwechslungsreich und faszinierend einzigartig. Ein Paradies für Naturliebhaber, Genießer und Kulturinteressierte. Eine Oase für Individualisten und Erholungssuchende. Ein Jungbrunnen für Wellnessfreunde und Gesundheitsbewusste und ein El Dorado für Sportler, zu Lande und im Wasser. Am besten kommen Sie her und überzeugen sich selbst. Wir bringen Sie vorab schon mal ein wenig auf den Geschmack. Tauchen Sie einfach mit uns ein in eindrucksvolle Bilder und lassen Sie sich von uns ein bisschen von Sylt, seinen Menschen und ihrer Liebe zur Insel erzählen. Träumen Sie sich beim Lesen und Schauen gern zu uns. Lauschen Sie der rauen Brandung und lassen Sie sich dabei ein wenig frischen Nordseewind um die Nase wehen. Spazieren Sie mit uns durch unsere Dörfer inmitten ursprünglicher Natur. Entdecken Sie den Zauber unserer Insel für sich. Sylt ist Meer, Leidenschaft, Leben. Und wir, wir wollen Ihnen ordentlich Lust darauf machen, dafür halten wir jede Menge Informationen für Sie bereit. Sylt freut sich auf Sie!

wellness | 20 KULTUR |24 glossar | 6

Probieren Sie die spritzige Mischung aus und pendeln Sie zwischen den Kontrasten, die gemeinsam das ergeben, wofür Sylt steht: Meer.Leidenschaft.Leben.

Hörnum | 44 kampen | 32 Sehnsucht | 48

natur | 16 sylter osten | 36

LEIDENSCHAFT | 12 sport | 18

GENUSS | 22

Unser Service | 50 Bei Ihrer Urlaubsplanung stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Was können wir für Sie tun?

wenningstedt-braderup | 34

Rantum | 42 INSELORTE | 28


08 03

AUGENBLICKe | GLOSSAR

Nationalpark

AUSTERN In Deutschlands einziger Austernzucht im Wattenmeer vor List reifen jährlich bis zu drei Millionen Austern heran.

Odde Die Hörnum-Odde ist der südlichste Zipfel der Insel.

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der größte Nationalpark Mitteleuropas und umfasst den Bereich zwischen der deutsch-dänischen Grenze und der Elbemündung. Seit 2009 ist das Wattenmeer vor Sylt UNESCO Weltnaturerbe.

Buhnen Bauwerke aus Holz, Eisen oder Stahlbeton, die rechtwinklig zum Strand ins Meer ragen.

SYLT VON A-Z Was haben Austern und Zugvögel gemeinsam? Sie lieben das Wattenmeer vor Sylt und gehören zur Insel wie die Buchstaben zum Alphabet. Verkürzt gesagt – aber genau das ist hier Sinn der Sache.

LeuchttÜrme

EBBE Sechsstündiges Sinken des Wasserstandes im Rhythmus der Gezeiten.

Herausragend und das gleich vier Mal. Der Kampener Leuchtturm ist mit 38 Metern bzw. 179 Treppenstufen der höchste und zugleich auch der dienstälteste. Nur unwesentlich jünger sind die beiden rot-weißen Riesen am Ellenbogen. Besichtigt werden kann nur der Hörnumer Leuchtturm, im obersten Stockwerk kann man sogar heiraten.

Moin

Mit diesem Wort begrüßt man sich auf Sylt unabhängig von der Uhrzeit.

DEICH Wallartige Erdaufschüttungen, die auf mehr als 22 Kilometern Länge vor Sturmfluten schützen.

Schlafzimmer in den Dünen: Die sieben Sylter Campingplätze haben rund 1700 Stellplätze für Wohnwagen und Zelte.

2900 Hektar blühen im Hochsommer rosa-violett.

JÖÖlboom

Der Weihnachtsbaum der Sylter. Das aus Holz gefertigte Gestell wird mit Figuren aus Salzteig, einem Kranz aus Tannengrün sowie Dörrobst und Äpfeln geschmückt.

Alkoholisches Heißgetränk aus Kaffee, Rum, Zucker und Schlagsahne.

ÜÜS SÖL´RING LÖN Nationalhymne der Sylter: „Unser Sylter Land, du bist uns heilig, Du bleibst unser eigen, du bist unser Glück! Deine Sitten wollen wir erhalten! Die Syltringer Sprache vergessen wir nicht. Wir bleiben mit dir zu jeder Zeit verbunden, solang wir auf der Erde sind.“ […]

Tipken hoog Bronzezeitlicher Grabhügel auf dem Grünen Kliff in Keitum.

. .'

Sol´ring Auf Sylt gesprochener Dialekt des Friesischen, benannt nach der sylterfriesischen Bezeichnung für Sylt: Söl.

Ein fachgerecht gedecktes Reetdach hält je nach Wind- und Sonnenseite 30 bis 100 Jahre.

Eine mit viel Pflaumenmus gefüllte Blätterteigtorte, aber bitte mit Sahne!

Quermarkenfeuer Zwar ist sein Feuer erloschen, aber der Lack ist noch längst nicht ab: Frisch renoviert feiert das Kampener Wahrzeichen 2013 seinen 100. Geburtstag.

REETDACH

Friesentorte

Wasserqualität

Heide

Insel bahn Die „dampfende Emma“ hatte ihre letzte Fahrt 1970. Heute ist die alte Inselbahntrasse von Hörnum nach List ein Rad- und Wanderweg.

CAMPING

Pharisäer

Vollmondparty(s)

Golf Golfspieler können auf vier 18-Loch-Anlagen an ihrem Handicap feilen.

Klima Die Sonne scheint auf Sylt im Jahr durchschnittlich 1750 Stunden.

Immer dann, wenn der Mann im Mond auf Totalbeleuchtung schaltet, veranstaltet „Bambus-Klaus“ seine legendären Vollmondpartys an der Bushaltestelle am Lister Weststrandparkplatz.

Regelmäßige Untersuchungen an zehn verschiedenen Stellen an der West- und Ostseite bescheinigen dem Badewasser rund um Sylt sehr gute Qualität.

Zugvögel Sylt ist ein Paradies für Ornithologen. Alljährlich machen Millionen von Zugvögeln Rast im Wattenmeer. Das Rantumbecken ist eines des artenreichsten Vogelschutzgebiete Deutschlands, mehr als 180 Arten brüten oder rasten hier.


010 03 MEER Ebbe und Flut spiegeln die Gezeiten des Lebens. Und das hat bekanntlich seinen Ursprung im Meer. Deshalb fühlt sich Urlaub auf Sylt auch immer ein bisschen an wie Heimkommen. Dieses kleine Eiland ist aber nicht bloß ein traumhaftes Fleckchen Nordfriesland mit viel Wasser drumrum. Sylt ist viel mehr.

STRANDKöRBe Wir geben Ihnen einen Korb. Reservierungen unter www.sylt.de/strandkorb

AUGENBLICKe | MEER


AUGENBLICKE | MEER

Ausflüge

ins Weltnaturerbe Wattenmeer. Alle übersichtlich vorgestellt im gleichnamigen Flyer. Kostenlos zu bestellen unter 04651 / 82 02 0 oder info@sylt.de

Die Aus zeichnung des Watten meeres als UNESCO Weltnatur erbe ist Würdigung und Ver pflichtung zugleich

Die Nordsee, die ist wie die Liebe. Stürmisch, prickelnd und leidenschaftlich zieht sie uns in ihren Bann. Auf sanften Wogen lassen wir uns mit ihr treiben, beseelt von Glück, Sie weitet unseren Horizont und berührt unser Herz. Ihre Nähe beruhigt unser Gemüt und berauscht uns die Sinne. Knapp vierzig Kilometer Meeresufer aus feinkörnigem Seesand begrenzen die westliche Küste. Ununterbrochen, versteht sich. Der längste Strand Deutschlands. Reichlich Gelegenheit für eine ausgedehnte Wanderung an der offenen See. Oder einen beherzten Sprung in die erfrischende Brandung. Ob man sich anschließend lieber mit oder ohne Badebekleidung in einen der typischen Sylter Strandkörbe plumpsen lässt oder doch eher in Friesennerz und Gummistiefeln – der Alltag fällt wetter- und jahreszeitunabhängig garantiert spätestens dann von einem ab, wenn zu späterer Stunde die Sonne mit glitzerndem Farbenspiel in den Horizont taucht. Bis dahin vertreibt man sich die Zeit einfach ganz nach Lust und Laune: Sandbuddeln, Muscheln sammeln, Wolken beobachten oder dem Wellenspiel lauschen, mit surfen, kiten oder segeln. Einkehren in eines der vielen gemütlichen Strandbistros, längsseits der Dünen.

Schnack mit der netten Urlaubsbekanntschaft vom Handtuch nebenan. Ausflug zu den Seehundsbänken oder Wattwanderung. Tagträumen am Lister Ellenbogen, ganz oben im Norden. An der legendären Buhne 16 dem Müßiggang frönen. Zu Fuß von Abessinien über Samoa nach Sansibar wandern, Richtung sonniger Süden. Oder doch lieber auf die andere Seite der Insel, der friesisch-herben? Ausgezeichnet! Das findet nämlich auch die UNESCO. Nicht ohne Grund zählt das Wattenmeer an der Sylter Ostküste als Teil des Nationalparks SchleswigHolstein zum Weltnaturerbe. „Die Auszeichnung ist ein eindrucksvoller Beweis für schonenden Umgang mit der Küstennatur, für erfolgreichen Naturschutz trotz aller Widerstände und für die umfassende Erforschung von Naturvor-

gängen, die sich so an keiner anderen Küste finden.“ Professor Karsten Reise, Leiter der Wattenmeerstation des Alfred-Wegener-Instituts auf Sylt, hat an dem über zweihundertseitigen Antrag mitgeschrieben, der das UNESCO-Welterbekommitee letztlich von der Einzigartigkeit des Wattenmeeres überzeugte. Was bei Niedrigwasser ein bisschen wie eine riesige Schlammpfütze aussieht, ist in Wirklichkeit eine regenerative und vollkommen ökologische Wasseraustausch- und Filteranlage für die Nordsee. Ganz nebenbei dient das Wattenmeer zeitweise oder ständig für unzählige Tierarten als Lebensraum. Auch für die Fischerei hat es eine herausragende Bedeutung, unter anderem als Kinderstube für Schollen, Seezungen und Heringe. Keine Angst falls das Wasser mal weg ist. Es kommt garantiert wieder und zwar in bester Badewasserqualität. Die wird hier penibel überwacht. Überhaupt steht die gesamte rund 107 Kilometer lange Küste, unter wissenschaftlicher Beobachtung, nicht zuletzt deshalb, weil die Insel schon seit rund 8.000 Jahren als eine Art natürlicher Wellenbrecher für das angrenzende Festland die Nordsee ausbremst. Und doch nagt der Blanke Hans, vor allem im Herbst und Winter, an der Inselsubstanz. Hier zu leben war seit jeher irgendwie immer auch ein Kampf ums Überleben. Dem stellen sich die Insulaner unermüdlich, früher als unerschrockene Walfänger, Fischer und Seefahrer, heute als hartnäckige Küstenschützer. Der Nordsee einfach so ihre Insel zu überlassen, fällt ihnen im Traum nicht ein. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts experimentiert man auf Sylt mit Küstenschutzmaßnahmen. Als effektivste Lösung erwiesen sich regelmäßige Sandvorspülungen mit begrenzter Haltbarkeit bis zum nächsten Sturm. Auch wenn sie trotzig jeden Quadratzentimeter Land gegen die Naturgewalt der Nordsee verteidigen, wissen die knapp 20.000 Insulaner doch, was sie ihr zu verdanken haben. Ein mildes, Gesundheit und Regeneration förderndes Reizklima etwa, das Jahr für Jahr rund 850.000 Urlaubsgäste lockt. Sylt ist damit die beliebteste deutsche Nordseeinsel. Und für viele die mit Abstand schönste. Der Surfsport in Deutschland hat hier seine Wiege. Es waren Sylter Rettungsschwimmer, die mit ihrem Surfing Club den Ruf der Insel als Paradies für Wellenreiter und Windsurfer begründeten und damit Pionierarbeit in Sachen Wassersport leisteten.

Longboard-Festival, Kitesurf Worldcup, Deutscher Windsurf Cup und Windsurf World Cup: Längst hat sich Sylt als Austragungsort hochkarätig besetzter nationaler und internationaler Meisterschaften etabliert. Mögen die Wellen auf Hawaii auch höher sein als die der Nordsee – unter den weltbesten Brettartisten gilt das Sylter Revier als eines der schwierigsten, unberechenbarsten und anspruchsvollsten überhaupt. Die perfekte Welle bei Orkanstärke, ständig wechselnde Windrichtungen und kühle Temperaturen abzupassen und zu beherrschen – das sind Spektakel, die nicht nur die absolute Elite des Surfsports, sondern auch Tausende begeisterter Zuschauer in ihren Bann und auf die Insel ziehen. Sylt. Königin der Nordsee wird sie manchmal genannt. Ja, stimmt, sie hat schon etwas sehr Erhabenes. Auf ihr muss man nicht besonders hoch hinaus, um sich dem Himmel ganz nah zu fühlen. Wer so von ihr spricht, der hat diese romantische, nordische Naturschönheit mit den vielen Gesichtern längst in sein Herz geschlossen. Und der käme auch nicht auf die Idee, dass Sylt einfach nur eine Insel ist. Für den wird sie immer „die“ Insel sein. Und auch bleiben.

„Die Auszeichnung ist ein eindrucksvoller Beweis für schonenden Umgang mit der Küstennatur, für erfolgreichen Naturschutz trotz aller Widerstände und für die umfassende Erforschung von Naturvorgängen, die sich so an keiner anderen Küste finden.“ Professor Karsten Reise, Leiter der Wattenmeerstation des Alfred-Wegener-Instituts auf Sylt

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14 03

AUGENBLICKe | Leidenschaft

Herzensangelegenheit Unser Magazin „Natürlich Sylt“. Kostenlos zu bestellen unter 04651 / 82 02 0 oder info@sylt.de

LEIDENSCHAFT Man sagt, sie sei die Königin der Nordsee, die Côte d’Azur Deutschlands, schönstes Eiland Nordfrieslands und beliebtestes gleich noch dazu. Ist Sylt Mythos, Kult, Legende? Ja! Für viele Urlaubsgäste und nahezu jeden Einheimischen bleibt es trotzdem einfach nur „die Insel“. Und damit wäre im Grunde auch schon alles gesagt. Zwei kleine Worte, mehr braucht es nämlich nicht, um dieses besondere Lebensgefühl auszudrücken, das so viele Menschen landauf, landab mit Sylt verbinden. Ihre schlanke Silhouette hat ohnehin fast jeder schon einmal gesehen – etwa als sehnsuchtsvolle Liebeserklärung in Form eines Aufklebers an einem Fahrzeugheck. Sylt wurde vielfach besungen, beschrieben, fotografiert und auf Zelluloid gebannt – und doch spiegelt sich in all diesen Momentaufnahmen nur ein winziger Bruchteil ihrer wahren Anmut. Wer wissen will, wie die Insel wirklich ist, was ihre magische Anziehungskraft ausmacht, der muss herkommen und es selbst erleben. Doch aufgepasst: Dem Zauber Sylts verfällt man nur allzu leicht. Gut möglich, dass einem das Herz schon beim ersten Besuch für immer ganz leidenschaftlich entflammt.


15 03

AUGENBLICKE | LEBEN

LEBEN

Gastgeber Anja und C laas-Er ik Johanns

Die Sylter sagen „Moin“ auch am Abend und verabschieden sich „erstmal“ bevor sie gehen. Es gibt rund 20.000 gebürtige oder gewordene und unzählige gefühlte Insulaner. Ob man selbst einer davon ist, kann man ganz einfach feststellen: Heimweh beginnt spätestens direkt nach dem Hindenburgdamm. Und ist man auf Sylt, dann wohnt man hier nicht nur, dann lebt man auf.

Sylter Originale(s)

Kostbarkeiten in Form und Farbe auf www.kunsthandwerker-sylt.de

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Das Leben auf Sylt hat viele Gesichter. In dem von Paul Walter macht sich oft ein schelmisches Lächeln breit, so wie damals, als er als Vierjähriger zum ersten Mal auf schwankenden Planken in See stach, gemeinsam mit seinem Vater, einem Küstenfischer. Das ist zwar lange her und seitdem hat sich auch einiges auf der Insel verändert, doch der letzte Sylter Krabbenfischer lässt sich so leicht weder von der stürmischen Nordsee noch von wechselhaften Zeiten an Land beeindrucken. Seine fangfrischen Krabben verkauft er gegen den Trend immer noch ungeschält. So schmecken sie halt am besten, dafür gibt es einen Schnellkurs im Pulen gratis dazu. Ja, es gibt sie noch, die waschechten Sylter. Früher waren sie Walfänger, Kapitäne und Strandpiraten, heute verdienen sie ihren Lebensunterhalt als Hotelier, Rettungsschwimmer oder Fotograf. Leben da, wo andere Urlaub machen. Hört sich gut an. Ist aber auch eine Herausforderung. Und nicht nur eine logistische Meisterleistung. Auf der Insel folgt alles einem ganz eigenen Takt, der vor allem in der Hauptreisezeit ganz im Rhythmus von Ferienterminen und Brückentagen schwingt, auch wenn es längst keine starren Saisonzeiten mehr gibt. Die Sylter wissen, was sie an ihren Gästen haben – die wiederum entdecken die Insel mehr und mehr als Ganzjahresziel. Und wie organisiert nun ein

Einheimischer seinen Alltag an einem Ort, an dem andere dem ihren entfliehen? Ganz einfach: Mit friesischer Gelassenheit. Mit Augenzwinkern. Mit Menschlichkeit. Mit Herz. Mit Verstand. Und mit Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse der Besucher. Waren es zu Beginn der Sylter Badefrische vor knapp einem Jahrhundert nur ein paar wenige, zählt die Insel heute jährlich fast 850.000 Urlauber. Für die lohnt es sich, der Insel und ihren Menschen frei nach dem nordfriesischen Motto „Rüm hart klaar kimming“ mit wachem Blick und offenem Herzen zu begegnen. So merkt man nämlich am schnellsten: Sylt ist mehr als die Summe seiner Klischees. Tatsächlich ist die Insel ein bunter lebendiger Mikrokosmos, in dem sich die ganze Vielfalt und Bandbreite der Gesellschaft spiegelt. Sicher keine Insel der vollkommenen Glückseeligkeit. Aber ganz bestimmt eine mit dem Prädikat besonders lebenswert.

Friesisch: Rüm hart – klaar kimming Deutsch: Weites Herz – klarer Horizont

Hans Jurgen West phal, Kunsthandwer ker

Naturschutz-Rangerin Henriette Eberlei n Hans Jessel Fot ograf

Benni Steensbeck Rett ungsschw imm er


17 03

AUGENBLICKE | NaTUR

NATUR Schnepfen treffen sich im Frühjahr auf Sylt. Pech für so manchen Hänfling. Die kommen nämlich erst im Herbst. Ja, es ist auf engstem Lebensraum tierisch viel los hier. Nicht nur in der Luft, auch im Meer und an Land. Und auch sonst gibt’s hier natürlich jede Menge zu sehen.

Die Seele der Insel ist leise, sensibel und vor allem schutzbedürftig. Jeder zweite der knapp hundert Quadratkilometer steht unter Landschafts- und Naturschutz, das Wattenmeer vor Sylt gehört sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Sylt hat so ziemlich alles im Angebot. Alles außer Viel mehr schafft eine Kegelrobbe zu Fuß wohl auch Berge. Dafür jede Menge imposante Steilküste, nicht. An Land wirken sie unbeholfen, im und unter majestätische Kliffe, wandernde Dünen, amphi­ Wasser dagegen sind sie pfeilschnell unterwegs. Auf bisches Wattenmeer, salzige Wiesen, blühende Heide, den Sandbänken vor der Insel nehmen sie gerne ein traumhafte Strände und brausende See. Das gibt es Sonnenbad oder kümmern sich um ihren Nachwuchs. zwar woanders auch – aber nicht so nah beieinander. Auch ein anderer Meeressäuger hat die Gefilde vor An manchen Stellen reicht es, mal schnell die Straße Sylt zu seiner bevorzugten Kinderstube gemacht: Der zu überqueren, um eine gänzlich andere Landschaft Schweinswal. Augen auf am Strand, gut möglich, zu erleben. Natur- und Umweltschutz wird hier schon dass sich gleich eine ganze Familie in Sichtweite im lange großgeschrieben, gut die Hälfte der Insel steht Wasser tummelt. unter besonderem Protektorat. Und das Meer um die Sylt ist eine kleine Wunderwelt, die man am Insel herum auch. Das Wattenmeer zählt gar zum besten unter kompetenter (An-)Leitung entdeckt, mit Weltnaturerbe der UNESCO. Das ist sozusagen der der Schutzstation Wattenmeer etwa, der NaturNobelpreis für Natur. Weil Flora und Fauna intakt schutzgemeinschaft Sylt oder bei einem Besuch im Erlebniszentrum Naturgewalten in List. Dort kann sind, herrscht hier auf eben mal 99 Quadratkilometern man erfahren, wie sich zwölf Windstärken anfühlen, eine kaum vorstellbare Artenvielfalt. Selbst da, wo was mit Sylt geschieht, falls der Meeresspiegel weiman mit bloßem Auge scheinbar gar nichts davon ter so rasant ansteigt oder ob es möglich ist, einem erkennen kann. Im Wattenmeer tummeln sich Krebse, Seestern in seine fünf Augen zu schauen. Gleichzeitig, Muscheln und Wattwürmer – und das bei ständig versteht sich. Oder aber man schnappt sich den wechselnden Bedingungen. Alle sechs Stunden heißt es kombinierten Radwander- und Naturerlebnisführer hier komplett neue Lebensumstände. Mal über, mal „Natürlich Sylt“ von Lothar Koch. Der Sylter Biologe unter Wasser und salzig ist es noch dazu. Um diesen kann die Sylter Landschaft entschlüsseln wie kaum Superstars evolutionärer Anpassung auf die Spur zu ein zweiter und stellt in seinem Buch alle wichtigen kommen, braucht es allerdings ein wachsames Auge. Schutzgebiete vor. Naturkunde zum Anfassen und Staunen – und quasi im Vorbeigehen, natürlich nur bei Ebbe. Dabei lassen sich auch zahlreiche Vögel beobachten. Das artenreichste Seevogelschutzgebiet der deutschen Küste teilen sich heimische Vogelarten mit rastenden Zugvögeln aus Nordasien und Osteuropa. Mehr als 300 Arten lassen sich übers Jahr verteilt beobachten, etwa am Rantumbecken, beim Spaziergang über den Deich. Dort trifft man – wie überall auf der Insel – auch auf gemächlich grasende Schafe. Doch aufgepasst, die Schafe sind nicht bloß Dekoration, als „Wanderarbeiter“ dienen sie dem Deichschutz und der Heidepflege. Dabei legen sie reichlich Kilometer zurück – im Gegensatz zu den „freilaufenden“ Wanderdünen im Listland, die sich pro Jahr nur ein paar Meter bewegen. Das Buch „Natürlich Sylt“ ist erschienen im Feldhaus Verlag, Hamburg und kostet 22,90 Euro. Zu bestellen zum Beispiel im Internet auf www.syltiges.de.

ebbe und flut

gezeitenunabhängig verstehen und erleben im Erlebniszentrum Naturgewalten in List.


20 03

AUGENBLICKE | SPORT

eine ganz legale droge: Sport auf Sylt An der Ost- und Westküste gleiten Surfer, Kiter und Segler über die Wellen. Andere bevorzugen festen Boden unter den Füßen und geben ihrem Bewegungsdrang im Nordic Walking Park Sylt nach. 220 km Laufstrecke, geeignet auch für Wanderer, Jogger und Radfahrer. Noch etwas wissen Freizeitsportler und Profis gleichermaßen zu schätzen: Training inmitten der grandiosen Sylter Natur setzt reichlich zusätzliche Glückshormone frei. Sylt hält also nicht nur fit. Sylt macht auch gute Laune.

„Geräuschlos übers Wasser gleiten, abheben und schweben, waghalsige Manöver vollführen und sich im Wettstreit mit anderen messen – Kitesurfen fasziniert mich durch seine unglaubliche Vielseitigkeit. Wer einmal diesen Kick erlebt hat, der weiß, es wird nie langweilig. Flachwasser oder perfekte Welle: Sylt bietet einem Kiter alles, was er braucht!“

„Frei und tief atmen, sich selbst spüren, dabei in Bewegung sein und die Stille genießen – und all das in unmittelbarer Nähe zum Meer: Yogilates verbindet auf sanfte Weise Körper und Geist, für mich eine ideale Kombination, um gleichzeitig etwas für Fitness und Wohlbefinden zu tun. Der perfekte Weg zu mehr Gelassenheit. Nicht nur im Urlaub.“

Philipp „Pile“ Brückmann, Kitesurfer und -lehrer, List

Ivette Kirchhübel, Yoga- und Pilateslehrerin, Westerland

„Vor meiner Haustür liegen einige der schönsten Golfplätze Deutschlands. Wer hier spielt, sollte wegen des oftmals unberechenbaren Windes auf das eigene Handicap noch was draufpacken – aber gerade das macht Golfen auf Sylt für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Und zu einer echten sportlichen Herausforderung. Ein ganz besonderer Trip ist ein Ausflug auf unsere Nachbarinsel. Mit der Antonov nach Föhr, eine Runde Golf auf einem der besten Plätze SchleswigHolsteins und abends wieder zurück – ein Traum! Urlaub auf Sylt und einmal Golf auf Föhr.“ Dirk Erdmann, Golfspieler & Hotelier Kampen

„Für mich als begeisterten Ausdauersportler bietet Sylt ideale Bedingungen. Besonders empfehlenswert für Langstreckenläufer: Die alte Inselbahntrasse, die sich über 33,33 km von Hörnum nach List dehnt. Addiert man den inseltypischen Gegenwind dazu hat man locker die perfekte Simulation einer Marathonstrecke. Und einer besonders schönen noch dazu.“ Henning Leppek, Physiotherapeut & Personaltrainer, Westerland


20 03

AUGENBLICKe | WELLNESS

Syltness Center Heilkräfte aus dem Meer und vieles Schöne mehr.

Das Angebot an vorbeugenden, verschönernden, entspannenden, regenerationsfördernden, Gesundheit und Wohlbefinden steigernden Aktivitäten auf der Insel reicht von A wie Ayurveda bis Z wie Zen-Meditation. Oder um es kurz zu machen: Sylt tut gut.

WELLNESS

Ob man nun will oder nicht – ein großes WellnessPaket ist beim Urlaub auf Sylt immer mit dabei. Das Schöne daran: Es kostet nichts extra. Das fängt schon bei der Anreise über den Hindenburgdamm an – ab da herrscht nämlich weitgehend pollenbefreite Zone. Allergiker weinen hier höchstens noch vor Glück. Dafür verantwortlich ist ein hochkonzentrierter entzündungshemmender Mix aus Nordseeluft, Spurenelementen, Proteinen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Meersalz und Wasser. Woanders atmet man Schadstoffe. Auf Sylt Aerosole. Die lindern chronische Haut- und Atemwegserkrankungen und ganz nebenbei regen sie auch noch Durchblutung und Stoffwechsel an. Macht sofort süchtig, wirkt euphorisierend. Nebenwirkungen: Keine. Sieht man mal davon ab, dass man tiefer und erholsamer schläft und sich fühlt, als sei man in einen Jungbrunnen gefallen. Reizklima nennen Fachleute das. Prima Klima trifft es aber irgendwie viel besser. Das verdankt die Insel dem atlantischen Golfstrom, der auch dafür sorgt, dass es im Winter etwas milder, im Sommer etwas kühler als auf dem angrenzenden Festland ist. Zum Ausgleich scheint die Sonne hier länger. Und öfter als anderswo auch. Die Heilkraft frischen Meerwassers kombiniert mit Seeluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand – fertig ist Thalasso. Naja, ganz so einfach ist es nicht, aber auf Sylt ganz einfach zu haben, etwa im Syltness Center, dem Day Spa in Westerland. Durch Ultraschall wird das Meerwasser hier 200-mal feiner zerstäubt als die Nordsee­brandung es kann, die heilenden Wirkstoffe dringen tief in die Atemwege ein und befreien sie.

Vor allem, wenn die Tage kürzer und kühler werden, ist Sylt eine Oase der Ruhe. Dann ist die Zeit der Muße und langer Strandwanderungen, nach denen man sich am besten in einer der fünf Sylter Strandsaunen entspannt. Die haben was, was andere nicht haben: Ein an 365 Tagen rund um die Uhr geöffnetes, original nordfriesisches, riesengroßes Meerwasseraußenbeckenwellenbrandungstauchbad. Nur rein springen muss man in die kühle Nordsee noch selbst. Gut, es braucht vielleicht ein wenig Überwindung. Dafür wird man aber garantiert mit einer gigantischen Welle an körpereigenen Endor­phinen und Adrenalin überflutet. Ganz Hartgesottene brauchen übrigens nicht mal im Winter einen Saunagang zur Aufwärmung davor. Die hüpfen einfach so rein und zwar täglich, aus Überzeugung – und weil’s fit und gesund hält.

Wellness auf friesische Art: Draußen tobt die See, drinnen zischt der Aufguss. Der Aufenthalt in einer der fünf Strandsaunen längsseits der Westküste wärmt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Eine ideale Ergänzung zu den natürlichen Heilfaktoren bilden die Wellness-Einrichtungen der Insel. Eine Algenbehandlung mit Rot- und Braunalgen von der Sylter Algenfarm zum Beispiel stimuliert mit der Frische und Kraft des Meeres.


24 03

Augenblicke | genuss

genuss Die Bed ingungen si nd fur d ie Austernzucht idea l

An den Austernbanken Sylt à la Carte

Der kulinarische Inselführer. Achtung, appetitanregend: Alle Restaurants mit Speisenkarten.

In der Pr odukt

ionshalle

Sylt glänzt als kulinarische Hochburg des Nordens. Nicht nur die vielen ausgezeichneten Sterne-Restaurants locken Genießer von nah und fern. Die Insel macht weltweit auch mit einer anderen, äußerst delikaten Angelegenheit auf sich aufmerksam: Die Sylter Royal aus Deutschlands einziger Austernzucht verzückt Gourmets und Starköche in aller Herren Länder. Ohne Friesentorte und Rote Grütze wäre Urlaub auf Sylt wie Nordsee ohne Wasser. Einfach undenkbar. Noch eine weitere Spezialität ist auf der Nordseeinsel in aller Munde: Die Sylter Royal. Harte Schale, weicher Kern. Typisch nordfriesisch und auch typisch Muschel. Von der Insel aus erobert die Sylter Royal die Welt. Daheim schmeckt es bekanntlich aber am besten – wie schön, dass sie es von ihrer Aufzuchtstation im Lister Wattenmeer bis auf die Speisekarten insularer Lokalitäten nicht weit hat. Auf denen präsentiert sich die kleine Auster mit dem großartigen Geschmack besonders frisch und mindestens so variantenreich wie die Sylter Gastronomie selbst. Norddeutsch oder international, unkompliziert oder

S t er n e k o c h

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anspruchsvoll – auf Sylt ist nicht nur die Auster, sondern auch die kulinarische Vielfalt zuhause. Mehr als 200 Restaurants, vom Strandbistro bis zum Gourmetrestaurant, freuen sich sommers wie winters darauf, Gäste zu verwöhnen. Gastlichkeit hat auf der Insel nämlich immer Saison. Gut so, denn Seeluft macht bekanntlich ordentlich Appetit. Ob man beim Schlemmen einfach lieber nur das Meer oder eher die ausgezeichnete Feinschmeckerküche der Sylter Sterneköche im Blick hat – Genießer fühlen sich auf der Insel ganz schnell wie im Paradies.

e s a u s s i S c h m e c k t ge n a u eht – d i e Auster so gut w ie nvar i ant ionen ohannes King


Augenblicke | kultur

24

Schon vor ungefähr 100 Jahren entdeckten Künstler, Literaten, Kulturschaffende und Kunsthandwerker die inspirierende Ruhe der Sylter Natur für sich. Thomas Mann, Robert Musil, Hermann Hesse oder Emil Nolde – lang ist die Liste derer, die hier der Badefrische und der Freikörperkultur frönten und dabei auch ihre künstlerischen Spuren hinterließen. Die lassen sich auf Sylt sogar erwandern – auf einem Kunstpfad im malerischen Kampen erinnern Bronzetafeln an Künstler und Visionäre des letzten Jahrhunderts. Berühmtheiten unserer Tage – und

„Literatur, Kunst und Klang produzieren im kunst:raum sylt quelle spannende Dialoge, die allen Beteiligten neue Welten öffnen: weit entfernte oder auch ganz nahe liegende.“ Indra Wussow, Vorstand der Stiftung kunst:raum sylt quelle. zahlreiche Zuhörer – lockt das kleine Künstlerdorf alljährlich zwischen Juni und September zum Kampener Literatur- und Musiksommer mit Lesungen und klassischen Konzerten. Comedy, Musik und Kleinkunst lautet das Erfolgsrezept des Meerkabaretts. In der Produktionshalle der Sylt Quelle am Rantumer Hafen gastiert während der Sommerurlaubsmonate die versammelte Spitze der deutschen Kabarettszene. Ganz nebenbei hat sich hier mit dem kunst:raum sylt quelle das nördlichste Kulturforum Deutschlands weit über die Inselgrenzen hinaus zu einem Treffpunkt und einer Förderstätte für internationale bildende Künstler, Schriftsteller und Komponisten entwickelt. In jüngster Zeit bereichern das Sylt Art Festival und der salon:budersand mit ausgesuchten Konzerten und Lesungen das kulturelle Spektrum der Insel – sogar außerhalb der Sylter Hauptsaison. Ganzjährig und in allen Orten haben Museen, Galerien und Kunsthandwerker ihre Türen für interessierte Besucher geöffnet. Mitten in den Dünen des Lister Klappholtals findet sich außerdem eine besondere kulturelle Oase: Die Akademie am Meer, eine der ältesten Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, begeistert Jahr für Jahr und unbeeindruckt von Zeitgeist und Trends mit einem vielfältigen Angebot. Spitzenleistungen ganz anderer Art präsentieren wechselnde Nachwuchsartisten aus aller Herren Länder – sie haben ihren großen Auftritt im weithin sichtbaren Zelt des InselCircus, der seine Besucher den ganzen Sommer über nicht nur mit Varieté und Akrobatik verzaubert, sondern auch zum Mitmachen einlädt.

KULT(UR)INSEL ZWISCHEN KULTIGEM IMAGE UND KULTURELLEM ENGAGEMENT Abseits von Sonne, Sand und Strandkorb bietet die Insel ein äußerst abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm, mit dem sie ganz lässig und unverkrampft den Spagat zwischen kreativer Tradition und kulturellen Projekten der Gegenwart schafft.


27 03

AUGENBLICKE | BRAUCHTUM

BRAUCHTUM Auf zwei Dinge sind die Sylter mindestens ebenso stolz wie auf ihre Insel selbst: Ringreiten und Biikebrennen. Brauchtum pflegt man auf Sylt traditionell mit einem Hauch besonderer Originalität – und am liebsten unter freiem Himmel.

Heimatmuseum Nicht nur für Walfänger. Am Kliff 19, 25980 Keitum. www.soelring-foriining.de

Mit brennender Leidenschaft: Am 21. Februar geht es heiß her auf der Insel. An diesem Tag feiern die Sylter das traditionelle Biikebrennen. Weithin leuchtet in der Abenddämmerung der Feuerschein großer Holzstapel.

Die Ringreiter bestreiten ihre Wettkämpfe über die Sommermonate – fünf Herren- und drei Amazonenriegen messen sich darin, mit einer etwa zwei Meter langen Lanze in der einen und den Zügeln in der anderen Hand im vollen Galopp einen nur wenige Zentimeter kleinen Messingring aufzuspießen, der in luftiger H��he an einem Band baumelt. Wer jemals versucht hat, aus einer schnellen Bewegung heraus einen von oben herab hängenden kleinen Armreif mit nur einem Finger zu schnappen, der weiß, wie viel Geschick dafür erforderlich ist. Und da sind Pferd und Wind noch nicht mal mitgerechnet. Klassische Winteraktivität dagegen das alljährlich am 21. Februar stattfindende zelebrierte Biikebrennen. Um der Wichtigkeit dieses Tages für einen Sylter gerecht zu werden: Biike, das ist mehr als Weihnachten, Silvester und Ostern zusammen. Ob es sich dabei, wie manchmal behauptet wird, um ein im Laufe der Jahrhunderte gewandeltes, ehemals heidnisches Wintersonnwendfeuer handelt oder doch mehr um ein Erinnerungsfest an die Zeit, als viele Sylter Männer auf Walfang gingen und dabei ihr Leben ließen, weiß niemand mehr so ganz genau. Mittlerweile jedenfalls versammeln sich Insulaner und Gäste gemeinschaftlich um die jeweilige Dorfbiike, um am lodernden Feuer ihrem Sylt eine Liebeserklärung zu machen – und treffen sich anschließend beim Grünkohlessen. Die Verbundenheit mit ihrer Insel, die scheint vielen Syltern ebenso im Blut wie die freiheitliche Gesinnung. „Lewwer duad üs Slaav“ lautet denn auch einer ihrer Wahlsprüche, um den sich ebenso viele Sagen und Geschichten ranken, wie um den

Ursprung des Biikebrennens oder andere Sylter Besonderheiten. Kein Mythos, sondern seit 1597 durch Zeichnungen belegt, ist die Frühform der Sylter Tracht. War das „Sylter Dirndl“ auch lange in Vergessenheit geraten, so schmückt es heutzutage die Mitglieder der Trachtengruppe der Söl´ring Foriining, die sich die Heimat- und Brauchtumspflege auf die Fahnen geschrieben hat. Wie die alten Sylter tatsächlich so lebten, erfährt man am besten im Altfriesischen Haus in Keitum. Auch in den übrigen Museen wird Geschichte lebendig und fassbar präsentiert. Da findet sich einiges, worüber man schmunzeln, sich wundern oder gar ein wenig gruseln kann. Und dort kommt man auch dem Wesen der Sylter am leichtesten auf die Spur.


Wer nach Sylt kommt, hat die Qual der Wahl. Stadt, Land oder Hafen? Brandung oder Watt? Oder doch lieber alles? Urlauber, die ihre Wahl schon getroffen haben, erzählen. Warum List nicht nur der geografische Höhepunkt der Insel und Kampen dem Himmel 108 Stufen näher ist. Wie der Familienurlaub in Wenningstedt etwas Besonderes wurde und es auch immer bleiben wird. Weshalb eine Landpartie durch den Sylter Osten alles andere als ein Spaziergang, die Welle in Westerland perfekt und ein Pfeifkonzert nirgendwo besser als in Rantum ist. Und warum sich nicht nur die Kegelrobben in Hörnum so wohl fühlen, dass sie gar nicht mehr weg wollen. Weil Sylt für sie alle die schönste Insel der Welt ist.

Eine Insel, fünf Gemeinden, zwölf Orte. Jede Ortschaft hat ihr eigenes Gesicht. Individuell und einzigartig. Genauso wie die Menschen, die sie besuchen.

Sylt – Inselorte

Sylt | Inselorte

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rantum

keitum

munkmarsch

braderup

archsum

Hörnum

tinnum

westerland

wenningstedt

kampen

morsum

List


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Von Mai bis Oktober außerdem Info-Service im Adlerpavillon am Lister Hafen

www.list-sylt.de

Landwehrdeich 1 25992 List auf Sylt Tel.: 04651 / 95 20 0 Fax: 04651 / 95 20 29 info@list-sylt.de

Kurverwaltung List auf Sylt

Von April bis Oktober mehrmals wöchentlich ab Hafen List.

Piratenfahrten

Oben, so heißt es, wird die Luft dünner. Auf Sylt trifft das nicht zu. Im nördlichsten Hafen der Republik weht uns ein kräftiger Wind ins Gesicht. Wir ziehen die Kapuze ein bisschen tiefer ins Gesicht, rücken noch ein wenig enger zusammen und lassen uns durch nichts und niemanden aufhalten. Weder von fangfrischen Krabben noch von einem schnellen Fischbrötchen auf die Hand bei unserem „Lieblingssylter“. Im Hafenbecken wartet die Rosa Paluka auf uns, ein kleiner Kutter, der uns zu den Seehundsbänken draußen im Weltnaturerbe Wattenmeer bringt. Eine Fahrt mit Tiefgang – unterwegs wird ein Schleppnetz zu Wasser gelassen, das für kurze Zeit einige Nordseebewohner an Bord holt. Während wir zwischen Seesternen und Einsiedlerkrebsen dahin schippern, fragen wir uns, wie sich das Ganze wohl bei Windstärke neun anfühlt.

Wir sind froh, diese Erfahrung nicht an Bord machen zu müssen, sondern bereits gestern, ganz entspannt per Knopfdruck im Sturmraum des Erlebniszentrum Naturgewalten, dessen Silhouette sich mehr und mehr entfernt, je näher wir den Ruheplätzen der Seehunde und Kegelrobben kommen. Wieder festen Boden unter den Füßen, nehmen wir unsere Räder und fahren hoch zum Ellenbogen. Hier gibt es keine Strandkörbe, keine Gastronomie, und doch haben wir alles, was wir brauchen. Unendliche Weite und das Gefühl, der Natur und sich selbst noch nie näher gewesen zu sein. Wir folgen, begleitet von den Blicken der freilaufenden Schafe, der schmalen Straße bis zum Ende. Wir stellen die Räder ab, gehen an den Strand und laufen los – noch nicht wissend, wohin und wie lange. Erst die Lichtsignale der beiden Leuchttürme erinnern uns daran, umzukehren. Wir radeln zurück durch das Listland vorbei an den Wanderdünen. Beim Blick auf das Wattenmeer bekommen wir plötzlich Appetit: Vor uns in der Blidselbucht liegt das Zuchtgebiet der Austern. Fangfrischer kommen die wohl nirgendwo auf den Tisch, denn der Weg von der Austernbank zur Probierstube ist kurz. List ist eben nicht nur der geografische Höhepunkt der Insel.

Katharina und Gregor Ruhmöller, Berlin

„Sylt hat einen Haken. Und das ist der Ellenbogen, jene Halbinsel, die aussieht wie ein angewinkelter Arm und uns jedes Mal aufs Neue umarmt.“

List – Das Hoch im Norden

INSELORTE | List


Hier oben liegt einem Kampen zu Füßen.

uwe-düne

www.kampen.de

Hauptstraße 12 25999 Kampen Tel.: 04651 / 46 98 0 Fax: 04651 / 46 98 40 info@kampen.de

Tourismus-Service Kampen

Désirée und Andreas Geyer mit David und Lola, Düsseldorf

„Kann man einzigartig steigern? Nicht zu toppen jedenfalls ist der Sonnenaufgang über dem Watt und das Schauspiel, das die Abendsonne und das Rote Kliff am Weststrand veranstalten. Mehr geht nicht!“

kampen – sylts ELEGANTE ADRESSE

INSELORTE | KAMPEN

Es ist früh, es ist hoch und es ist rundum traumhaft. Wir stehen auf der höchsten Erhebung der Insel, auf der 52 Meter hohen Uwe-Düne in Kampen und blicken auf „unser“ Dorf. Unten am Watt steigt die Sonne langsam höher und vertreibt den Morgennebel, der noch über den reetgedeckten Häusern rund um den Avenarius-Park liegt. Blühende Heide erstreckt sich bis zum Golfplatz, wo andere Frühaufsteher bereits an ihrem Abschlag arbeiten. Unser Handicap besteht momentan eher darin, nicht bis zur südlichen Inselspitze schauen zu können, zum Hörnumer Leuchtturm. Denn da haben wir uns vor sechs Jahren das Ja-Wort gegeben. Stattdessen ragt vor uns der schwarz-weiße Riese von Kampen in den wolkenlosen Himmel – ein tolles Bild! Wie sein Leuchtfeuer drehen auch wir uns in Richtung Westen und schauen auf die Nordsee. Davids Finger verfolgen einen Krabbenkutter, der langsam parallel zur Küste gen Norden schippert, vorbei an den legendären Strandabschnitten Rotes Kliff, La Grande Plage und Buhne 16. Legenden hin, große Namen her – da unten sind vor allem unsere Kinder voll in ihrem Element: Am Flutsaum planschen, im Sand herumtollen und zwischendurch im Strandkorb auftanken.

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Legenden und große Namen begegnen uns auch auf dem Kampener Kunstpfad. Mit seinen 22 Bronzeguss-Tafeln erinnert er an diejenigen, die das Sylter Künstler­dorf mit geprägt haben. Unser Tipp: Unbedingt mal eine Führung über den Kunstpfad mitmachen! Im Haus Kliffende zum Beispiel hat Thomas Mann geschrieben: „An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt“. Macht und Zauber der Worte sind hier auch heute noch lebendig, seit Jahren führt der Kampener Literatursommer die Tradition literarischer Begegnungen fort. Unsere Begegnungen in Kampen, egal welcher Art, sind allesamt zauberhaft – und lecker. Egal ob 5-Gänge-Menü im GourmetRestaurant oder Makrele vom Grill im Strandbistro. Jetzt wird es aber erstmal Zeit fürs zweite Frühstück. Ein letzter Rundumblick, dann geht’s die 108 Stufen der Uwe-Düne wieder runter und über den Strönwai Richtung Dorf, vorbei an den Schaufenstern der Modelabel und an den Außenbars der Restaurants und Clubs. Hier lässt so manch einer den Tag auch mal mit dem Sonnen­aufgang enden. Unser Tag beginnt erst – mit einem großen Milchkaffee zwischen windschiefen Kiefern. Der Blick dabei auf das Wattenmeer ist, genau wie die Kuchenstücke, einfach riesig!


Ich kann mich noch genau an unsere Ferienwohnung im Risgap erinnern, in der ich als Kind zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder jeden Sommer verbracht habe. An das Frühstücksgeschirr, an den kleinen Lebensmittelladen mit der großen Eistruhe, an die Schmalzbrote und an den Milchreis mit Zimt und Zucker, an die langen Tage am Strand und die kurzen Kleider von Tante Edith. Ich weiß nicht woran sich meine Kinder später erinnern, wenn sie an unsere Urlaube in Wenningstedt denken. Vielleicht an den heutigen Tag am Meer. Ich sitze im Strandkorb und beobachte meinen Mann Alexander und meinen Bruder Axel dabei, Sand zusammen zu schieben. Emil ist relativ unbeeindruckt von dem, was die beiden ihm als Wasserburg verkaufen wollen und hat momentan sowieso nur Augen für seinen Bruder Luis, der in seinem blauen Schwimmanzug am Flutsaum hin und her läuft. Stolz wie Oskar führt er den anderen Kindern am Strand

sein neues Outfit vor. Dass es einige Grad zu warm für den Neopren ist, interessiert ihn nicht, ebenso wenig wie die Tatsache, dass er mit seinem Kescher wohl kaum das Abendessen einfangen wird. Bis dahin ist aber ohnehin noch Zeit, die wir im Naturzentrum Braderup verbringen. Wir versuchen, Muschelarten und Vogelstimmen zu erkennen, merken aber schnell, dass wir hier Nachhilfe gebrauchen könnten und schließen uns kurzer Hand einer naturkundlichen Wanderung durch die Braderuper Heide an. Die Vielfalt der Sylter Flora und Fauna ist wirklich faszinierend – ebenso wie der Besuch in der Wenningstedter Unterwelt. Neben der Friesenkapelle liegt etwas versteckt der Denghoog, ein etwa 5000 Jahre altes Steinzeitgrab. Mit fünf Metern Länge und drei Metern Breite groß genug, um ehrfürchtig der Baukunst früherer Zeiten zu gedenken und klein genug, nach Alexanders Gruselgeschichten ans Tageslicht zurückkehren zu wollen.

Luis hat es besonders eilig, ihn zieht es in seine Zirkusgruppe. Seit einigen Tagen ist er EnsembleMitglied im FlohCircus und trainiert kleine Kunststücke unter der Kuppel des Viermastzeltes des InselCircus. Obwohl wir jeden Abend von ihm eine private ClownVorstellung bekommen, freuen wir uns auf die große Aufführung am Ende der Woche.

Yvonne und Alexander Alban mit Luis, Emil und Carlotta, Hüttenberg

„Kilometerlanger Sandstrand, duftende Heckenrosen, lautes Gejohle beim Sprung in die Fluten, Kuchen satt beim Dorfteichfest – es gibt Dinge, die verändern sich nie. Und das ist auch gut so.“

Wenningstedt-Braderup – Das Familienbad

INSELORTE | wenningstedt-braderup

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www.wenningstedt.de

Westerlandstraße 3 25996 Wenningstedt-Braderup Tel.: 04651 / 98 90 00 Fax: 04651 / 98 90 90 tourist-information@wenningstedt.de

Tourist-Information Wenningstedt-Braderup e.V.

Dünenstraße 17 25996 Wenningstedt-Braderup Tel.: 04651 / 4470 Fax: 04651 / 44740 info@wenningstedt.de www.wenningstedt.de

Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup

Beim SeniorCircus begeistern Zirkusschüler ab 60 mit ihrer Show „Reife Leistung“

Manege frei


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info@munkmarsch.de www.munkmarsch.de

info@keitum.de www.keitum.de

Gurtstieg 23 25980 Keitum Tel.: 04561 / 99 80 Fax: 04651 / 99 86 00 0

Insel Sylt Tourismus-Service GmbH Geschäftsstelle Keitum

Sylt war schon immer was Besonderes für mich. Seit ich denken kann, habe ich meine Ferien in Keitum verbracht. Mit dem Umzug von Hamburg in die Schweiz habe ich zwar den räumlichen, nicht aber den gefühlten Abstand zur meiner Lieblingsinsel vergrößert. Im Gegenteil, ich habe gleich meinen Freund Philipp mit dem Sylt-Virus angesteckt. Ankommen und runterkommen, sich einfach treiben lassen – durch den Tag oder gar in ein anderes Jahrhundert. Denn ein Spaziergang durch Keitum ist wie eine Reise in eine andere Zeit. Jedes Kapitänshaus, jeder Friesenwall und natürlich auch jeder Grabstein hat seine eigene Geschichte zu erzählen, ebenso wie die Unikate der Kunsthandwerker, die sich bei der traditionellen Anfertigung ihrer Kunststücke auch gerne über die Schulter schauen lassen. Tradition bewahren und gleichzeitig Neues wagen: Das ist nicht nur das Credo der Töpfer und Weber, der Goldschmiede und Glasbläser, das gilt auch für die zahlreichen anderen Künstler, die hier regelmäßig für im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete kulturelle und kulinarische Sinnesfreunden sorgen.

Unterwegs nach Munkmarsch kommen wir an St. Severin vorbei, ganz leise dringt Orgelmusik durch das dicke Kirchengemäuer zu uns rüber. Wir gehen weiter am Watt entlang bis wir im kleinen Yachthafen angekommen sind. Damals bis zur Eröffnung des Hindenburgdamms das Tor zur Insel, ist die ruhige Bucht von Munkmarsch heute das Tor zum Wassersport-Paradies. Hier in der benachbarten Surf- und Segelschule haben auch wir unsere ersten Geh- bzw. Stehversuche auf Brettern gemacht.

munkmarsch

Wir stehen im Garten des Altfriesischen Hauses, eines der vier Museen, die vom Sylter Heimatverein Söl´ring Foriining betreut werden. Zwei Frauen und ein Mädchen stehen in der Klöntür und schauen erwartungsvoll auf die beiden Männer, die sich mit einer großen Seekiste dem Haus nähern. Wir sind Zuschauer des Projektes „Living History“: Insulaner von heute mitten im Vorvorgestern. Sie spielen nach, wie man vor Jahrhunderten auf Sylt lebte, als die Männer oft erst nach jahrelanger Abwesenheit von See zurückkehrten. Intuitiv drücke ich die Hand meines Freundes und lasse sie erst wieder los, nachdem wir nebenan im Heimatmuseum die Exponate zu Seefahrt und Walfang hinter uns gelassen haben. Draußen geht das Aufeinandertreffen der Jahrhunderte weiter. Zu meiner Freude ist unter den Reetdächern der alten Kapitänshäuser aber nicht nur Platz für Erinnerungen: Exklusive Boutiquen und ihre aktuellen Kollektionen wirken nicht nur auf mich total anziehend, kuschlige Teestuben locken mit Hausgebackenem und Galerien zeigen Werke insularer und internationaler Künstler.

keitum

Maike Sprenger und Philipp Heller, Zürich

„Um uns herum wird Geschichte nicht nur gelebt, im Sylter Osten wird Geschichte sogar geformt, denn hier ist das Zentrum des insularen Kunsthandwerks.“

Sylter osten – ländlicher charme

INSELORTE | Sylter osten


Wir radeln vorbei an der Tinnumburg und machen noch einen Abstecher in den kleinen Tierpark, ein Paradies für Mensch und Tier mitten in den Tinnumer Wiesen. Für den Hofmarkt nebenan sind wir leider zu spät – aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Oder morgen doch lieber zum Einkaufen in die Stadt? Oder beides? Von Tinnum aus sind Stadt und Land schließlich ruck zuck zu erreichen.

tinnum

Von der Archsumer Festwiese dringen laute Rufe zu uns rüber, ein Tusch erklingt. Wir halten an und erfahren: An diesem Tag geht es im kleinsten Dorf der Insel um eine große Ehre, nämlich um die, König der Ringreiter zu werden. Fasziniert schauen wir dabei zu, wie die Reiter im vollen Galopp versuchen, eine Lanze durch einen winzigen Messingring zu stoßen.

Archsum

Erntezeit auf Sylt. Über kleine Feldwege radeln wir durch die Tinnumer Wiesen Richtung Osten. Die leichte Nordseebrise weht uns den Duft von gemähtem Getreide in die Nase, das Stroh liegt aufgerollt auf den Feldern. Auf der Weide gegenüber grasen Pferde, einige Galloways liegen träge in der Morgensonne. Wir schauen hinüber zum Deich, dahinter erstreckt sich das Wattenmeer, das mit dem Gefieder einiger Wattvögel um die Wette glitzert. Es geht durch Archsum, vorbei an reetgedeckten Friesenhäusern und alten Höfen, nach Morsum. Am Ortseingangsschild begrüßt uns das Eisboot mit seiner Besatzung und lotst uns weiter zur „Morsumer Landpartie“, die mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. Wir nehmen Platz an einer liebevoll gedeckten Tafel und kommen schnell ins Gespräch mit unserer Tischnachbarin, die gleich an den Marktständen auch ihre selbstgemachten Marmeladen verkauft.

info@tinnum.de www.tinnum.de

info@morsum.de www.morsum.de

info@archsum.de www.archsum.de

Insel Sylt Tourismus-Service GmbH Geschäftsstelle Keitum Gurtstieg 23 25980 Keitum Tel.: 04651 / 99 80 Fax: 04651 / 99 86 00 0 info@keitum.de www.keitum.de

Geologische Führungen durch 10 Millionen Jahre alte Erdschichten.

morsum kliff

An den Marktständen gibt es jede Menge heimische Köstlichkeiten und Kostbarkeiten. Wir haben uns mit Erdbeer- und Rosenmarmelade eingedeckt und fahren vollbeladen weiter zu unserer zweiten Verabredung, zum Morsum-Kliff am äußersten Inselzipfel. Unterhalb des Kliffs treffen wir auf die anderen Teilnehmer der geologischen Führung, mit denen wir nun gemeinsam durch die Erdgeschichte der letzten 10 Millionen Jahre wandeln. Unterwegs erfahren wir: 1800 Meter lang erstreckt sich die über 20 Meter hohe Gesteinsformation, die in verschiedenen Farben erstrahlen: Schwarzer Glimmerton, roter Limonitsandstein und weißer Karolinsand. Nach so vielen Gesteinsschichten schlemmen wir uns durch drei Schichten Pflaumenmus, Schlagsahne und Blätterteig – das Stück Friesentorte versüßt uns den Blick auf die zartlila Heide, die sich wie ein Teppich bis runter zum Wattenmeer vor uns ausbreitet.

morsum

Elisabeth und Hedwig Grube, Nordkirchen

„Beste Aussichten für unsere Landpartie durch den Inselosten: Immer wieder ernten wir traumhafte Blicke auf das Wattenmeer und die Heide, die sich sanft im Wind wiegt.“

Sylter osten – ländlicher charme

INSELORTE | Sylter osten

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Anne und Ansgar Vielberg, mit Hannes und Jacob, Mannheim

„Stimmengewirr, gebräunte Gesichter und Jack Johnson-Musik um uns herum. Die Scholle Sylter Art ist herrlich, die Stimmung auch.“

www.westerland.de

Strandstraße 35 25980 Westerland Tel.: 04651 / 99 80 Fax: 04651 / 99 86 00 0 info@westerland.de

Insel Sylt Tourismus-Service GmbH Hauptverwaltung

Surfbrett gegen Eimer und Schippchen, weiten unsere Einkaufsbummel auf Kinder-Boutiquen aus und gehen vom Brandungsbaden direkt zum Babyschwimmen in die Sylter Welle. Eines aber bleibt: Das große Glücksgefühl, wenn wir mit Hannes und Jacob am Flutsaum stehen und auf die Nordsee blicken. Ganz gleich zu welcher Tages- und Jahreszeit.

als enden. Und doch gibt nung der Sonnenanbeter niem Der Sommer dürfte nach Mei Die Sylter Windstärken im eit förmlich herbeisehnen. es viele, die die kalte Jahresz Ruhesuchenden dank das Adrenalin steigen, bei den fern Sur den bei en lass bst Her die Eliten des Wasserlbefinden. Und während sich Woh das s ma zkli Rei en und des ges ll messen, lassen sich die Cup Sylt im sportlichen Due sports beim Windsurf World ness Center verwöhnen. die Nase pfeifen oder im Sylt anderen einfach den Wind um

Bei unserer Urlaubsplanung geht es nicht darum, wohin wir fahren, sondern darum, wann wir nach Westerland fahren. In die Stadt am Meer, die zu jeder Jahreszeit diese aufregende und gleichzeitig unaufgeregte Mischung aus maritimer Lässigkeit und Großstadtflair hat. Im Frühjahr, wenn es auf langen Spaziergängen am Strand den Frische-Kick gibt. Im Sommer, wenn unser Tag am Meer mit einem Sonnenuntergang entweder im Strandkorb oder in einem der vielen tollen Restaurants endet. Im Herbst, wenn wir beim Windsurf World Cup mitfiebern und uns anschließend in den Erfolgen der weltbesten Surfer sonnen. Und im Dezember, wenn sich die winterliche Stille in einem großen Silvester-Feuerwerk über der Promenade entlädt. Das neue Jahr hat aufregende Veränderungen gebracht, mittlerweile greifen zwei neue Familienmitglieder in unsere Urlaubsplanung ein. Wir tauschen

westerland – Pure Lebenslust

INSELORTE | westerland

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www.rantum.de

Strandweg 7 25980 Rantum Tel.: 04651 / 99 80 Fax: 04651 / 99 86 00 0 info@rantum.de

Insel Sylt Tourismus-Service GmbH Geschäftsstelle Rantum

Als Jäger und Sammler bin ich in Rantum in bester Gesellschaft. Dabei sind diejenigen, die auf der Jagd nach einem Tisch in der legendären Rantumer Gastro­ nomie sind, ebenso ausdauernd wie die Muschel- und Steinsammler am Strand. Auch ich fördere beim Strandspaziergang mal wieder so viele Bodenschätze zu Tage, als gelte es, genug Kapital für die neue Muschel-Währung anzuhäufen. Noch muss ich meinen Eintritt in die Strandsauna aber in Euro bezahlen. Wunderbar, dieses Erlebnis zwischen Hitzewallung und Gänsehaut: Draußen tobt die See, drinnen zischt der Aufguss und anschließend die Abkühlung im größten Tauchbecken der Insel. Euphorisiert von diesem Wechselbad der Gefühle gehe ich zurück ins Dorf, vorbei an dem Spalier der Reetdachhäuser, die auf den Dünen zwischen den Meeren thronen. An seiner schmalsten Stelle ist das Wattenmeer im Osten gerade mal 400 Meter von der Nordseebrandung im Westen entfernt. Wasser wohin man sieht, wohin man sich dreht. Noch mehr Wasser fördert die Sylt-Quelle zu Tage, aus bis zu

650 Metern. Wie schön, dass hier bei so viel Tiefgang auch kulturelle Höhenflüge möglich sind. Im Quellen­ haus der Stiftung kunst:raum sylt quelle schaue ich mir eine Fotoausstellung eines südafrikanischen Künstlers an und werde beim Rausgehen auf die Plakate des Meerkabaretts aufmerksam. Tolles Programm auch in diesem Jahr wieder. Nur einen Flügelschlag entfernt ist das Rantumbecken. Am Hafen treffe ich den Vogelwart vom

Verein Jordsand, der mir einiges über das knapp 600 Hektar große Naturschutzgebiet und seine gefiederten Bewohner erzählt – unzähligen von ihnen begegne ich auf meinem Spaziergang über den etwa zehn Kilometer langen Deichrundweg wieder. Nach diesem Pfeifkonzert brauche ich Applaus und gehe kurzer Hand ins Meerkabarett – zu den bunten und schillernden Vögeln der Unterhaltungsbranche.

Holger Bjick, Münster

„Beim Genusswandern komme ich voll auf meine Kosten: Vom kleinen Segelhafen am Watt bis zu den langen Sandstränden auf der Brandungsseite ist der Weg durch die Dünen gerade weit genug zum Appetit holen.“

RAntum – sylts schmale taille

INSELORTE | rantum

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www.hoernum.de

Rantumer Straße 20 25997 Hörnum/Sylt Tel.: 04651 / 96 26 0 Fax: 04651 / 96 26 66 info@hoernum.de

Tourismus-Service Hörnum

Aspen schaut beeindruckt nach oben. In die Augen eines echten argentinischen Polopferdes. Auch wenn Aspen selbst ein Sportmops ist, so durchtrainiert wie die vierbeinigen Akteure des Beach Polo World Cups hier am Hörnumer Oststrand ist sie nicht. Ihre und auch meine Kondition würde wohl kaum für einen Spielzug beim Polo reichen, wohl aber für einen Spaziergang um die Odde. Vor uns breitet sich die Hörnumer Südspitze aus. Einige Katamarane liegen im Sand, andere pflügen bereits durchs Wasser. Ihre bunten Segel knattern im Wind und bäumen sich auf, so als wollten sie ein Wettrennen fahren gegen die „MS Adler-Express“, die sich lässig durch das tiefblaue Wasser rüber zu den Nachbarinseln Amrum und Föhr schiebt. Je näher wir der windumtosten Südspitze kommen, desto weiter entfernt sich der rot-weiße Leuchtturm, bis irgendwann nur noch seine Kuppel zu sehen ist. Im Gegensatz zum sanft abfallenden Wasser am Oststrand zeigen Strömung und Wellen hier, was in ihnen steckt. Mit voller Wucht und lautem Getöse brechen sie sich an den Tetrapoden, in deren Windschatten wir erstmal ein kleines Sonnenbad nehmen.

Wir haben die Odde umrundet, durchqueren die Kersig-Siedlung mit ihren wunderschönen kleinen Reetdachhäusern und überqueren auf Höhe der Schutzstation Wattenmeer die Straße. Ein kleiner Pfad führt uns hoch auf den Budersandberg, die höchste Düne von Hörnum. Zauberhaft, das Panorama, das sich uns hier bietet: Links unter uns die bunten Parzellen des Hörnumer Kleingartenvereins, vor uns das glitzernde Wattenmeer und rechts das satte Green des Golfplatzes. Über einen schmalen „Höhenweg“ gehen wir nun parallel zur Düne runter bis zum Hafen. An den Anlegestellen schaukeln Segel- und Motorboote im Takt, ein Fischkutter beliefert gerade den kleinen Krabbenstand. Während ich mir eine Tüte Krabben kaufe, ungepuhlt und ungemein lecker, zieht Aspen zum Hafenbecken. Dort wartet eine alte Bekannte auf uns bzw. auf unsere Krabben: Kegelrobbendame Willi kreuzt zur Begrüßung ganz lässig ihre Vorderflossen vor ihrem Körper. Aspen schaut beeindruckt nach unten. In die Augen einer echten Hörnumer Kegelrobbe.

Dr. Sonja Risse mit Aspen, Kiel

„Eine wilde Südspitze, eine zahme Hafenbewohnerin und rundum feinste Sandstrände. Alles bewacht vom rot-weißen Leuchtturm, der unbedingt einen Aufstieg wert ist.“

HÖRNUM – SYLTS SONNIGER SÜDEN

INSELORTE | Hörnum

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AUGENBLICKE | Jahreszeiten

Jahreszeiten Sylt ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Mindestens eine. Denn die vier Jahreszeiten sind so facettenreich wie die Insel selbst: Der turbulente Sommer drängelt sich in den Vordergrund, der Frühling bezirzt jeden, der Herbst besticht. Und viele behaupten: Nur im Winter lernt man das wahre Sylt kennen.

Sylt gleich 4 x anders

FRÜH LING

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SOMMER

Die Insel im Jahresverlauf.

Frühling. Sommer. Herbst. Winter. Der Vierklang der Jahreszeiten ist Musik in den Augen von Fotografin Beate Zöllner. Ein Jahr lang hat sie den markanten Baum in der Braderuper Heide vor unterschiedlicher Kulisse fotografiert. Bildschön auch der Fotoband „365 Tage Sylt“ von Hans Jessel und Silke von Bremen: Der Sylter Fotograf hat den Jahreslauf in brillanten Fotos festgehalten, seine Frau, die Gästeführerin und Autorin Silke von Bremen, hat ihnen Zitate und Gedanken von Schriftstellern und Künstlern gegenübergestellt.

Frühling. Endlich. Die Insel hat den Wintermantel abgelegt und genießt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Hübsch hat sie sich gemacht, sie trägt ein geblümtes Kostüm. Rapsgelb – passend zum makellosen himmelblau. Es liegt was in der Luft: Der Duft nach Frühlingsblumen, frischem Gras und die Vorfreude auf einen langen Sommer. Die Lust, sich wieder aufs Neue in die Insel zu verlieben. Zeit für die erste Radtour des Jahres durch die Dünenlandschaft, runter nach Hörnum oder hoch an den Ellenbogen. Durchatmen. Auf den Deichen grasen die ersten Lämmer. Und auch unten am Strand tut sich etwas, die ersten Strandkörbe sind zurück. Und damit ist es amtlich: Der Winter ist vorbei.

Herbst: Die großen Ferien sind vorbei. Die Insel atmet ruhiger. Ihr Puls entschleunigt sich. Die Natur dagegen dreht auf: Sie lädt zum Freiluft-Konzert an den Strand. Auf dem Programm steht die berühmte Sylter Symphonie: Tosendes Meer, kreischende Möwen, krachende Wellen, das Dünengras raschelt. Ein Fest für die Sinne und den Körper noch dazu. Die salzhaltige Luft ist Balsam für die Bronchien. Noch liegt ein Hauch von Sommer in der Luft, die Nordsee ist noch warm. Stundenlange Spaziergänge am Flutsaum. Kuscheln in einem Strandkorb, wenn’s doch mal schattig wird. Oder den Neopren überstreifen: Für Könner geht die Surf- und Kitesurf-Saison jetzt erst richtig los.

Sommer auf Sylt. Klingt wie der Titel eines schönen Märchens. Ist auch eines. Es erzählt von langen Sonnentagen, die nicht enden wollen, von lauen Abenden am Strand, vom sanften Licht des Morgengrauens, von der rotglühenden Sonne, die zögerlich in der Nordsee versinkt, als könne sie sich nicht satt sehen am Anblick der Insel. Dem Wind geht die Puste aus. Selbst die See wird handzahm und badewarm. Es ist die Zeit im Jahr, in der plötzlich alles möglich scheint: Schwimmen, Sonnenbaden, Wattwandern, Muscheln suchen, Radfahren, Konzerte, Partys, Picknicks am Strand, der Duft von gegrillten Meeresfrüchten. Die Insel läuft zur Hochform auf. Jetzt ist Hauptsaison.

Winter. Im klaren Licht eines Wintertages zeigt sich die Insel von einer ganz anderen Seite. Sie ist rauer, spröder und stiller. Der Winter ist die Jahreszeit der wahren Kenner, die Sylt jetzt vor allem mit den Einheimischen teilen und für Ihre Winterliebe auch mal rote Wangen riskieren. Strandspaziergänge bei knackigen Temperaturen in jodgeschwängerter Luft, danach zur Einkehr in die Teestube: Im Kamin prasselt das Feuer, für die innere Wärme sorgt ein heißer Grog. Am 21. Februar läutet der Höhepunkt des Sylter Winters gleichzeitig dessen Ende ein: Das Biikebrennen. Mit Fackeln werden riesige Holzstapel entzündet, die kalte Jahreszeit verabschiedet. Der Frühling kann kommen.

HERBST

WINTER


AUGENBLICKE | SYLT SEHNSUCHT

SYLT SEHNSUCHT

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Es ist an der Zeit, sich selbst von der Faszination Sylt zu überzeugen. Ob zum ersten Mal oder endlich wieder – viele Wege führen nach Sylt. Und auch auf der Insel gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, von A nach B zu kommen.

E-Bike

Sportliche und umweltreundliche Alternative mit eingebautem Rückenwind.

n Sie sich die Überfahrt zum Syltschützer-Ticket: Wen So wird Ihr Sylt Shuttle-Ticket is kosten lassen, haben n Euro mehr als den Normalpre mit dem DB Sylt Shuttle eine mm gleich im Blick, wofür Fahrt über den Hindenburgda Sie bei der anschließenden Syltschützer-Ticket geht der zusätzliche Euro aus dem n Den . eren agi eng sich Sie stenschutz-sylt.de schutz Sylt. www.stiftung-kue direkt an die Stiftung Küsten

Anreise

Unterwegs

Obwohl von allen Seiten von Wasser umschlossen, kann man Sylt per Auto, Bahn, Fähre und Flugzeug erreichen. Autofahrer gelangen auf die Insel ab Niebüll mit dem DB Sylt Shuttle. Der Autozug fährt alle 60 bis 90 Minuten, zu Spitzenzeiten in der Saison sogar im 30-Minuten-Takt. Die Überfahrt nach Westerland über den Hindenburgdamm, der die Insel seit 1927 mit dem Festland verbindet, dauert knapp 40 Minuten. Das DB Autozug Terminal Niebüll erreicht man von Süden kommend über die A7 Richtung Flensburg und folgt dann ab Ausfahrt Harrislee der B199. Auch Bahnreisende kommen bei der Fahrt über den Hindenburgdamm in den Genuss des Wattenmeer-Panoramas. Die Deutsche Bahn verbindet Westerland im Fernverkehr, eine Intercity-Verbindung führt mehrmals täglich quer durch Deutschland nach Sylt. Im Regionalverkehr pendeln die Züge der Nord-Ostsee-Bahn stündlich zwischen Westerland/Keitum/Morsum und Hamburg-Altona. Mit der Fähre erreicht man Sylt über den Wasserweg ab Dänemark. Zwischen der dänischen Insel Rømø und List auf Sylt pendelt bis zu zehn Mal täglich die MF SyltExpress. Die Überfahrt dauert rund 40 Minuten. Eine Reservierung für das eigene Kfz ist kostenlos möglich und wird in den Sommermonaten empfohlen. Sylt ist ganzjährig an das Streckennetz nationaler und internationaler Fluggesellschaften angebunden. Air Berlin, Lufthansa, Sylt Air und Air Hamburg verbinden die Insel im Direktflug mit zahlreichen deutschen Metropolen. Hanseflug sorgt zudem in den Sommermonaten für eine tägliche Luftbrücke auf die Nachbarinsel Föhr. Dreh- und Angelpunkt für den Flugverkehr ist der Flughafen Sylt vor den Toren Westerlands, hier stehen Parkplätze, Taxen und Mietwagen zur Verfügung.

Die Wege sind kurz und der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut. Mit den Linienbussen der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) kann man bequem alle Inselorte erreichen. Spezielle Vorrichtungen am Heck der Busse ermöglichen zudem den Transport von Fahrrädern – sollte einem bei der Radtour die Puste ausgehen. Innerhalb Westerlands verkehren außerdem Stadtbusse. Die SVG bietet auch zwei- und dreistündige Inselrundfahrten an. Die zweistündigen Rundfahrten mit fachkundigen Informationen an Bord starten am Bahnhof Westerland und führen Richtung Norden bis zum Hafen List. Von dort aus geht es zurück über Braderup, Munkmarsch, Keitum und Tinnum. Auf der dreistündigen Fahrt geht es weiter nach Rantum und Hörnum. Möchte man die Insel lieber auf eigene Faust erkunden, hat aber weder Auto noch Fahrrad dabei – kein Problem. Auf Sylt gibt es zahlreiche Auto- und Fahrradvermietungen, die meisten mit einem kostenlosen Bring- und Abholservice. Und dazu ein rund 200 Kilometer umfassendes Radwegnetz, das unter anderem die Trasse der ehemaligen Inselbahn von List nach Hörnum umfasst. Für diejenigen, die die frische Brise von vorn scheuen, gibt es auch E-Bikes. Mit einem Rundflug kann man die Insel aus der Vogelperspektive erleben. Sylt Air bietet Rundflüge über Sylt und die Nachbarinseln an.


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"Augenblicke" Sylt 2014